Wie antiziganistisch ist die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg?

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg schließt sechs Mitgliedsverbände am Ort zusammen. Zu ihnen gehören die AWO-Duisburg, das Diakonische Werk, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Jüdische Gemeinde und der Caritasverband Duisburg. In einer Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft an die Mitglieder des Rates der Stadt Duisburg mit dem Titel »Wer ist die Stimme der Migranten?« vom 16. August 2013 wird dem gemeinnützigen Verein „Stimme der Migranten e. V.“ –  einer Selbstorganisation von Roma  – ein pseudowissenschaftliches Menschenbild unterstellt, das eine enge Verwandtschaft zu den Thesen von Thilo Sarrazin angeblich aufweisen würde. Ursächlich für diese Bewertung seien Aussagen der Stimme der Migranten e.V., nachdem Roma die rechte Gehirnhälfte mehr bedienen, die für Emotion und Kreativität verantwortlich sein soll und nur geringfügig der linken Hälfte, in der das logische Denken steckt.

Stimme der Migranten kämpfen gegen Rassismus. Foto: Jürgen Rohn

Stimme der Migranten kämpfen gegen Rassismus. Foto: Jürgen Rohn

Dazu sei das Verständnis von Religion sektiererhaft bei dem Roma Verein. Dies will man nicht näher bezeichneten Äußerungen entnommen haben. Mit dem Satz ”Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtverbände stellt fest, dass es „die“ Stimme der Migranten nicht gibt, sondern erfolgreiche Zusammenarbeit immer daraus erwächst, dass viele verschiedene Stimmen versuchen, einstimmig zu agieren”, wird die Selbstorganisation der Roma als nicht existent deklariert. Mit dieser expliziten Form der gesellschaftlichen Ausgrenzung macht die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg scheinbar keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die als fremd wahrgenommenen Menschen, die sich als Roma in einer Gruppe selbst organisiert haben. Antiziganismus pur, wie wir finden.

 

Defizite verhindern Integration

Nun wird auf der Seite der “Stimme der Migranten” kein kollektiv ethnisch-biologistisch determiniertes Menschenbild über die Roma begründet. Vielmehr meint man dort, gesellschaftlich kulturelle Defizite im Verhalten der Roma wiederzuerkennen als Integrationshemmnisse. Die Vereinsvorsitzende Vasilka Bettzieche behauptet, gesellschaftlich kulturelle Vernachlässigung einer Population, hier als Beispiel der Roma, verändere die Gehirntätigkeit. Lernen bzw. Nichtlernen hätten sogar Auswirkungen auf die Neuroanatomie und würde “Spuren hinterlassen”.

  • Haben Lernen und gesellschaftliche Förderung Auswirkungen auf die  Neuroanatomie bzw. Neurobiologie?
  • Kann man das sogar beim Gehirn unter dem Mikroskop erkennen?
  • Wird das Gehirn aus der Gruppe der kulturell gesellschaftlich Benachteiligten, die der Nichtlerner, anders genutzt?

Unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von der Verwendung in ihren Eigenschaften zu verändern (anzupassen). Abhängig vom betrachteten System spricht man von synaptischer Plastizität oder kortikaler Plastizität. Der Psychologe Donald Olding Hebb gilt als der Entdecker der synaptischen Plastizität. Er formulierte 1949 die Hebbsche Lernregel:

„Wenn ein Axon der Zelle A […] Zelle B erregt und wiederholt und dauerhaft zur Erzeugung von Aktionspotentialen in Zelle B beiträgt, so resultiert dies in Wachstumsprozessen oder metabolischen Veränderungen in einer oder in beiden Zellen, die bewirken, dass die Effizienz von Zelle A in Bezug auf die Erzeugung eines Aktionspotentials in B größer wird.“/em>

Plastizität ist die Eigenschaft einzelner Synapsen, Nervenzellen und ganzer Gehirnareale sich in Abhängigkeit ihrer Nutzung zu verändern. Dies ist ein natürlicher Prozess, der es dem Organismus ermöglicht, auf Veränderungen in seiner Umgebung zu reagieren und sich diesen anzupassen. Plastizität ist damit die Grundlage aller Lernprozesse. Lernen hinterlässt somit im Gehirn anatomisch sichtbare Spuren:

  • Manche dendritische Dornen nehmen mit ihren Synapsen an Größe zu oder werden vollständig neu gebildet. Andere schrumpfen oder verschwinden komplett.
  • Die veränderten Verbindungen verknüpfen neue Nervenzellen miteinander. Gelerntes wird also als eine Verschaltung vieler Nervenzellen gespeichert. Eine einzelne Zelle kann so an vielen Gedächtnisinhalten gleichzeitig beteiligt sein.

So Tobias Bonhoeffer Neurobiologe, Direktor der Abteilung Synapsen am Max-Planck-Institut für Neurobiologie. 

Die Folgen der Multiplen Deprivation auf die intellektuelle Entwicklung des Kindes

  • Der Intellekt bezeichnet die Fähigkeit, etwas geistig zu erfassen, und die Instanz im Menschen, die für das Erkennen und Denken zuständig ist. Als multiple Deprivation bezeichnet man es, wenn jemand (in der Regel ein Kind) in mehrerer Hinsicht benachteiligt ist und dadurch keine guten Entwicklungschancen hat.
  • Es wurde untersucht, welchen Einfluss Risikofaktoren auf die intellektuelle Entwicklung des Kindes haben. Bei ein oder zwei Risikofaktoren scheint die Entwicklungsbehinderung nicht besonders gravierend zu sein. Ab vier Risikofaktoren war die kindliche Entwicklung jedoch stark beeinträchtigt.

Quelle: Einfluss von Risikofaktoren auf die Intelligenzentwicklung (Gabarino)

Zahl der Risikofaktoren: Durchschnitts-IQ der Kinder

  • keine Risikofaktoren 119
  • ein Risikofaktor 116
  • zwei Risikofaktoren 113
  • vier Risikofaktoren 93
  • acht Risikofaktoren 85

Mit anderen Worten: Der Durchschnitts-IQ korreliert signifikant mit Risikofaktoren der Deprivation.

Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung sind unter anderem:

  • Sowohl absolute Armut als auch relative Armut
  • Arbeitslosigkeit der Eltern
  • eine eigene Behinderung
  • Bildungsarmut der Eltern
  • Mutterlosigkeit
  • sehr junge Eltern
  • Vaterlosigkeit
  • Drogenmissbrauch der Eltern
  • psychische Krankheit der Eltern
  • eine hohe Anzahl an Geschwistern
  • Unterversorgung mit Wohnraum

Unbestritten dürfte sein, dass die Fähigkeit zum logischen Denken von der intellektuelle Entwicklung abhängt. Risikofaktoren bei den Roma wie:

  • Armut
  • Arbeitslosigkeit der Eltern
  • Bildungsarmut der Eltern
  • eine hohe Anzahl an Geschwistern
  • Unterversorgung mit Wohnraum

ziehen erheblichste Beeinträchtigungen nach sich.

Es ist kein Menschenbild mit Verwandtschaft zu den Thesen von Thilo Sarrazin, wenn Vasilka Bettzieche vom Verein “Stimme der Migranten e.V.” die gesellschaftlichen Lebensumstände der Roma mit ihren Folgen der multiplen Deprivation anprangert, die die intellektuelle Entwicklung beeinträchtigt.

Linke und rechte Hirnhälfte

Alles, was psychologisch ist, ist auch biologisch, d. h. alle mentalen Zustände haben neuronale Korrelate, sie spielen sich in den Neuronen-Netzwerken des Gehirns ab. Das Gehirn besteht aus zahlreichen neuronalen Modulen, die auf bestimmte Funktionen spezialisiert sind. Psychische Funktionen sind dabei interindividuell an bestimmten Orten des Gehirns repräsentiert. Für die Bewältigung komplexer Aufgaben arbeiten viele derartige Regionen zusammen (Parallelverarbeitung), umgekehrt können bestimmte Gehirnbereiche verschiedene Aufgaben erfüllen.

Wie oft bei populären Vorstellungen gibt es einen wahren Kern, zu dem viel Mythos hinzukommt. Das Hemisphären-Modell ist eine populärwissenschaftliche Adaptation neurowissenschaftlicher Befunde zur Lateralisation des Gehirns. Es erklärt vereinfacht die Funktionsweise des Gehirns, wird aber mittlerweile als überholt angesehen. Grundidee des Hemisphären Modells ist die Annahme, dass beide Gehirnhälften unterschiedlich (für hauptsächlich rationale bzw. hauptsächlich emotionale Prozesse) spezialisiert sind. So wird davon ausgegangen, dass nur die linke Gehirnhälfte Zugang zum “wachen Bewusstsein” habe und rationale, sprachliche, analytische, zeitlich lineare und logische Prozesse verarbeite, während die rechte Gehirnhälfte “ganzheitlich, bildhaft, musisch, kreativ, intuitiv, zeitlos, räumlich, emotional und körperorientiert“ sei. Demgemäß haben Wissenschaftler der University of Birmingham festgestellt, dass das gesamte Weltbild der Linkshänder anders ist. So verwenden 95 Prozent der Rechtshänder, aber nur 70 Prozent der Linkshänder für die Sprachabläufe die linke Hirnhälfte. Bei Linkshändern ist die rechte, kreative Gehirnhälfte besser ausgeprägt und somit dominanter. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn bei Personen die rechte Gehirnhälfte dominiert.

Dementsprechend schreibt z.B. die Süddeutsche Zeitung, um die Gehirnhälften Dominanz zu testen:

Gehen Sie mit kühlem Kopf an Probleme? Oder entscheiden Sie eher aus dem Bauch heraus? Machen Sie den Persönlichkeitstest – er zeigt, welche Gehirnhälfte bei Ihnen stärker ist.“

Die „BI Duisburg gegen Rechts“ ging am 30. April 2014 mit der „Initiative gegen Duisburger Zustände“, weiteren antifaschistischen Gruppierungen und ca. 25 Roma aus dem Verein „Stimme der Migranten“ gegen Antiziganismus und Rassismus in Duisburg auf die Straße. Wir können den Artikel der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg mit seinen Vorwürfen gegen die Roma Vereinigung nicht nachzuvollziehen. Wir bewerten den Artikel „Wer ist die Stimme der Migranten?” der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg als nicht legitime Verbandsarbeit und als unzulässige Einwirkung auf die Duisburger Politik und deren Ratsvertreter.

Die Wohlfahrtsverbände in Duisburg meinen scheinbar, ihres Monopols beraubt zu werden in Sachen Migration und Integration, was sie angeblich besser betreiben würden. Sie haben aber keine Verankerung in der Roma-Community wie Roma-Selbstorganisationen. Denn Selbstorganisationen sprechen aus, was die Roma beschäftigt. Sie vermitteln im Spannungsverhältnis zwischen den Interessen der eigenen Gruppe, der eigenen kulturellen Dynamik und den Ansprüchen und Erwartungen der Gesellschaft. In Duisburg allerdings spricht man lieber über die Roma, man spricht nicht mit ihnen. Sie werden als Objekte einer Minderheit gesehen in den Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft. Antiziganistische Ressentiments bestimmen den Blickwinkel – oder soll man sagen: die Scheuklappen auf die Integration.

Dass die Fähigkeit zum strukturierten logischen Denken korreliert mit einem Schulbesuch und diese “Segnung der Zivilisation” oft an den betreffenden Roma vorbeiging, entspringt nicht nur der Weltanschauung der Vorsitzenden des Vereins “Stimme der Migranten” die auf Zivilisation bei der Integration setzt. Im II. Sachstandsbericht zur Umsetzung des Duisburger Handlungskonzeptes bei Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa wird nachgewiesen: “Zu verzeichnen ist auch ein großer Teil von Analphabeten. Es ist davon auszugehen, dass vor einer angestrebten Integration in den Arbeitsmarkt in den überwiegenden Fällen zunächst die Sprachkompetenz verbessert werden muss. Daraus resultierend wurde bei den Netzwerkpartnern, insbesondere dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie dem Duisburger Trägernetzwerk „Deutsch lernen in Duisburg“ bereits eine (ggfs. kurzfristige) Aufstockungsmöglichkeit der Alphabetisierungs- / Sprach- und Integrationskurse angeregt. […….] Laut einer Auswertung der für Duisburg vorliegenden Zahlen zur beruflichen Qualifikation von SGB II-Beziehern verfügen ca. neun von zehn Personen über keinen beruflichen Abschluss.”

Wenn also ein Roma-Verein die kulturell-gesellschaftliche Vernachlässigung seiner Ethnie anprangert, dann muss er sich nicht beschimpfen und verleumden lassen. Die Wohlfahrtsverbände in Duisburg haben die Roma mit ihrem Verein verbal hingerichtet, sie als Rassisten dargestellt und damit ausgeschaltet durch gesellschaftliche Ächtung und Isolation. Vasilka Bettzieche von der Stimme der Migranten e.V. ist keine Wissenschaftlerin. Aber sie liegt richtig, dass die gesellschaftlich kulturelle Vernachlässigung einer Population direkte messbare Auswirkungen hat auf die intellektuelle Entwicklung. Ja sie hat sogar Auswirkungen auf die Neurobiologie und Neuroanatomie.

AWO-Geschäftsführer Wolfgang Krause erklärte auf unsere Anfrage, der Artikel “Wer ist die Stimme der Migranten?” sei wohl eine Gemeinschaftsarbeit. Er wolle den Artikel nicht diskutieren. Daher stellen wir Öffentlichkeit her über diesen, wie wir finden, ausgesprochenen Skandal in Duisburg. Nach unserer Auffassung haben die Damen und Herren Verbandsvertreter ihren gesellschaftlichen Einfluss auf Duisburger Ratsvertreter missbraucht. Sie haben ihre Feindseligkeit den Roma gegenüber, die sich selbst organisiert haben, deutlich in aller Arroganz der Macht eines Verbandes unter Beweis gestellt.

Wie wurde noch von ihnen behauptet: “Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtverbände stellt fest, dass es „die“ Stimme der Migranten nicht gibt.” Das sehen die Roma aber völlig anders. Und nur darauf kommt es an. Kein Ruhmesblatt für die Damen und Herren Verbandsvertreter.

– Pressemeldung der BI Duisburg gegen Rechts
Foto: Jürgen Rohn

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Wiederaufnahme der Operette „Csardasfürstin“ ab 8. Mai im Theater Duisburg

Deutsche Oper am Rhein: Operetten-Zauber von Emmerich Kálmán

Am Donnerstag, 8. Mai, 19.30 Uhr, kommt die berühmte Operette „Die Csárdásfürstin“ in der Inszenierung von Joan Anton Rechi wieder auf den Spielplan der Deutschen Oper am Rhein.

Nataliya Kovalova (Sylva Varescu), Bruno Balmelli (Féri Bácsi), Bernhard Berchtold (Edwin), Chor, Tänzerinnen und Tänzer.  Foto: Hans Jörg Michel.

Nataliya Kovalova (Sylva Varescu), Bruno Balmelli (Féri Bácsi), Bernhard Berchtold (Edwin), Chor, Tänzerinnen und Tänzer.
Foto: Hans Jörg Michel.

Die Ambivalenz zwischen dem zeitlosen Wunsch vom perfekten Glück und der Gewissheit, dass die Realität oftmals eine andere ist, ist Ansatzpunkt für Rechis Inszenierung. Emmerich Kálmán hüllt die tragischen Zwischentöne seiner Operette stets wieder in süße Melodien sowie schmissige ungarische und Wiener Rhythmen. In keiner anderen Operette liegen sowohl die Höhenflüge der Liebe als auch ihre tiefste Enttäuschung so eng beieinander wie in der „Csárdásfürstin“.

Viktor Jarosch schreibt über die Düsseldorf-Premiere im Dezember 2013 im Kulturmagazin IOCO: „Und Rechi ist ein guter Regisseur: Er verzichtet auf altklug belehrendes Regietheater sondern schmiegt Choreographie (Amelie Jalow), Varietéleben, (Kostüme Sebastian Ellrich) Tänze, Wortwitz sinnlich wie beschwingt in und um die Musik. Das Publikum wirkt hin und her gerissen zwischen Staunen und Mitklatschen.“

Das Team um Regisseur Joan Anton Rechi mit Bühnenbildner Alfons Flores und Kostümbildner Sebastian Ellrich inszenierte kürzlich erfolgreich eine psychologisch-intensive Neuinterpretation von Massenets „Werther“ am Opernhaus Düsseldorf.

Bruno Balmelli (Féri Bácsi), Cornel Frey (Boni Káncsiánu), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel .

Bruno Balmelli (Féri Bácsi), Cornel Frey (Boni Káncsiánu), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel .

„Die Csárdásfürstin“ ist mit operettenerfahrenen Künstlerinnen und Künstlern aus den Reihen des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein besetzt: Romana Noack übernimmt die Partie der Sylva Varescu, Bruce Rankin ist als ihr Geliebter Edwin zu erleben. Als Stasi stehen Opernstudiomitglied Aïsha Tümmler und Alma Sadé auf der Bühne, Florian Simson als Graf Boni Káncsiánu, Bruno Balmelli ist Feri Bácsi und Peter Nikolaus Kante Fürst von und zu Lippert-Weylersheim. Die weiteren Partien sind mit Chormitgliedern der Deutschen Oper am Rhein besetzt. Die musikalische Leitung der Duisburger Philharmoniker hat Patrick Francis Chestnut.

Unseren Bericht von der Premiere der „Csardasfürstin“ in Duisburg finden Sie hier …

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„Die Csárdásfürstin“ im Theater Duisburg:
Do 08.05. 19.30 Uhr | Fr 23.05. 19.30 Uhr | Do 19.06. 18.30 Uhr.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf,
Telefon 0203 / 9407777 oder 0211 / 8925211, sowie über www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Rassismus-Vorwürfe gegen NRW-Innenminister Ralf Jäger und Oberbürgermeister Sören Link

duisburg-gegen-rechtsBI Duisburg gegen Rechts: Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien werden unter Generalverdacht gestellt

Kinder und Jugendliche aus Südosteuropa und Nordafrika würden vermehrt Straftaten begehen. So klingt es aus dem kriminalpräventiven Projekt “klarkommen!” der Polizei und der Stadt Duisburg. Die Zuwanderer stehen darin pauschal in einem rassistischen Denkmodell unter Generalverdacht: Ihnen sollen explizit „Grenzen gezeigt werden.“ Individuelle Verhaltensweisen werden gewissermaßen kollektiv ethnisch/biologistisch begründet. „Das ist Rassismus pur“, so Jürgen Rohn, Sprecher der BI Duisburg gegen Rechts.

„Grundlagen bieten eventuell Berichte in den Medien über Roma aus osteuropäischen Ländern, die diese Menschen im Zusammenhang mit Kriminalität und sozialen Konflikten thematisieren und sie als ein Problem der öffentlichen Ordnung darstellen. Scheinbar möchte man gerne – das ist die krude Denke von Oberbürgermeister Sören Link und seinem Vorturner Innenminister Ralf Jäger – so die EU-Freizügigkeit eingrenzen“, vermutet BI-Sprecher Rohn. „Wenn die Roma aus Südosteuropa nun mal nicht so mobil sind, wie der Duisburger Stadtdirektor Spaniel wünscht, dann wird man sie höchstwahrscheinlich mit der Strategie der kleinen Nadelstiche weg ekeln können“, erklärt Rohn weiter. „Menschenrechtsverletzungen durch kleinere und größere Schikanen und Herabwürdigungen scheinen gesellschaftsfähig zu werden. Rassistische Äußerungen gegenüber den Roma werden vielfach als öffentliche Meinung geduldet“, beklagt sich der BI-Sprecher.

In Duisburg wird das vom NRW-Innenministerium finanzierte Projekt „klarkommen! Chancen bieten durch Prävention vor Ort“ gemeinsam von Polizei und Stadt ausgestaltet. Sprachförderung und Unterstützung im Schulalltag seien dabei auf den ersten Blick zwar positive Elemente. Jedoch begegne man den Kindern nicht unvoreingenommen, sondern sehe sie als potentielle Straftäter, so Rohn weiter.

„Sozialarbeiter sollen das am grünen Tisch abgehobene Konzept umsetzen und seien angeblich mit Sprache und Sitten vertraut, heißt es in der Pressemeldung der Stadt Duisburg. Diese Mittler der Mehrheitsgesellschaft haben aber keine Verankerung in der Gemeinschaft der Roma wie sie zum Beispiel die Selbstorganisationen der Roma haben. Denn Selbstorganisationen sprechen aus, was die Roma beschäftigt. Sie vermitteln im Spannungsverhältnis zwischen den Interessen der eigenen Gruppe, der eigenen kulturellen Dynamik und den Ansprüchen und Erwartungen der Gesellschaft. In Duisburg allerdings spricht man lieber über die Roma, man spricht nicht mit ihnen. Sie werden als Objekte einer Minderheit gesehen in den Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft. Antiziganistische Ressentiments bestimmen den Blickwinkel, oder soll man sagen: die Scheuklappen auf die Integration. Das sollte sich schnell ändern“, fordert Jürgen Rohn.

„Die „BI Duisburg gegen Rechts” sieht Volksverhetzung mehrfach erfüllt. Der Inhalt des Projekts zielt ersichtlich auf Kinder und Jugendliche in Duisburg, die aus Südosteuropa und Nordafrika eingewandert sind und denen als Angehörige dieser Ethnien pauschal ein höheres Kriminalitätspotential unterstellt wird. Diesem Teil der Bevölkerung wird dadurch zumindest mittelbar das Lebensrecht in der Gemeinschaft abgesprochen. Die Organisatoren des Projekts nehmen es in Kauf, die angegriffene Gruppe der Ausländer nicht nur zu beleidigen, sondern in besonderem Maße zu diffamieren. Insoweit dürfte der Tatbestand des § 130 Abs. 1 Nr. 2 StGB in seiner Alternative des “böswillig verächtlich machen” erfüllt sein. Das Einrichten solcher kriminalpräventiven Projekte für eine bestimmte – sei es auch eine teils straffällig gewordene – Bevölkerungsgruppe ist mit dem heutigen Verständnis in der Bundesrepublik Deutschland nicht vereinbar und ist als willkürlich zu bezeichnen. Dem vorgenannten Projekt wohnt auch ein Ungerechtigkeitsmoment inne, da nur die Möglichkeit von Kriminalität aus dem Kreis der Zuwanderer in Betracht gezogen wird und nicht auch zum Beispiel das Kriminalitätspotential von rechtskräftig verurteilten Deutschen.“

 

Das “Duisburger Netzwerk gegen Rechts” hat wie folgt öffentlich Stellung bezogen:
“Armut führt zu Kriminalität, Rassismus verhindert Zugehörigkeit. Wenn Kriminalität verhindert werden soll, muss Duisburg zuerst die hohe Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen, sowie Bildung kostenlos zur Verfügung stellen. Wenn Bevölkerungsgruppen “integriert” werden sollen, dann geht das nur durch gleiche soziale und politische Rechte, menschenwürdige Lebensbedingungen und ein solidarisches Miteinander. Wer von “Klaukids” und “Problemhäusern” spricht, gegen diese Menschen seit Jahren in der Presse hetzt, sie kriminalisiert, rassistisch stigmatisiert, bedroht und vertreibt, der betreibt solche Initiativen gegen “Kriminalität” und für “Integration” lediglich aus Alibi- und wahlkampftechnischen Gründen.”

– Pressemitteilung der BI Duisburg gegen Rechts

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Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit „Cavalleria Rusticana“ und „Pagliacci“ im Theater Duisburg

Zeitlose Dramen von Liebe, Eifersucht und Hass

Geneviève King (Lola), Oleg Bryjak (Alfio). Foto: Hans Jörg Michel.

Geneviève King (Lola), Oleg Bryjak (Alfio).
Foto: Hans Jörg Michel.

Turiddu (Mikhail Agafonov) und die schöne Lola (Annika Kaschenz) haben sich ewige Treue geschworen, bevor er zum Militärdienst das sizilianische Heimatdorf verlässt. Bei seiner Rückkehr findet er Lola verheiratet mit dem reichen Alfio (Oleg Bryjak) vor. Er beginnt ein Liebesverhältnis mit Santuzza (Tanja Ariane Baumgartner), jedoch ohne den Segen der Kirche. Das kränkt Lola, die sich in ihrer Ehe langweilt, und sie versucht, Turiddu zurückzuerobern. Dass Turiddu sich ködern lässt und sie betrügt, verletzt wiederum die ehrlich liebende Santuzza zutiefst. Als außer Turiddus Mutter Lucia auch Alfio von der Affäre seiner Frau hört, spitzt sich das Drama zu: Der in seiner Ehre gekränkte Alfio fordert Turiddu zum Duell. Turiddu stirbt.

Die beiden Kurzopern „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni (1890) und „Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo (1892) wurden schon 1893 erstmals – auf Betreiben des Mailänder Musikverlegers Edoardo Sonzogno – gemeinsam an einem Abend im Teatro Costanzi in Rom aufgeführt. Beide Opern gelten als Beispiele des „Verismo“, einer italienischen Stilrichtung der Oper um die vorletzte Jahrhundertwende. Typisch für beide Opern, die hier in einer Inszenierung von Christof Loy zu sehen sind, ist der Belcanto-Gesang (ital. „schöner Gesang“), kraftvolle Chorpassagen und stimmgewaltige Solisten setzen Kontrapunkte zum immer wieder dominant aufspielenden Orchester. Gesungen werden die beiden Einakter in italienischer Sprache, Übertitel in deutscher Sprache erleichtern das Verständnis. Die restlos begeisterten, zum Abschluss tosend applaudierenden Zuschauer erlebten einen gut dreistündigen Opernabend (inkl. Pause) voller Emotionen und Leidenschaften. Die anspruchsvolle Darbietung genügte höchsten Ansprüchen, was das Publikum entsprechend honorierte.

Das ganze Leben ist ein Spiel: „Pagliacci“ – die Komödianten

Macht seiner jungen Frau eine Szene: Gary Lehmann (Canio) und Nataliya Kovalova (Nedda). Foto: Hans Jörg Michel.

Macht seiner jungen Frau eine Szene: Gary Lehmann (Canio) und Nataliya Kovalova (Nedda). Foto: Hans Jörg Michel.

Die zweite Hälfte des Opernabends gestalten die „Pagliacci“ (ital. die Spaßmacher, Possenreißer), die Komödianten um den „Bajazzo“ Canio (Zoran Todorovich), den Chef der Truppe. Seine viel jüngere Frau Nedda (Olga Mykytenko) überwacht Canio im „richtigen“ Leben so eifersüchtig wie er es als Bajazzo auf der Bühne mit seiner Colombina (Nedda) tut. Einen entsprechenden Vorwurf den Publikums wehrt er aber empört ab.
Der buckelige Tonio (Boris Statsenko), der in der Komödie den Taddeo mimt, macht Nedda Avancen, die sie ablehnt. Sie weist ihn zurück. Tonio kann ihre Abweisung nicht ertragen und spinnt eine Intrige. Eine leidenschaftliche Affäre hat Nedda mit dem jungen Silvio (Dmitri Vargin), ist aber hin und her gerissen, zwischen ihm und Canio zu entscheiden. Tonio beobachtet die beiden und verrät Canio ihre Treulosigkeit. Canio erwischt die Liebenden, aber Silvio kann unerkannt entkommen.
Bei der abendlichen Aufführung im „Theater“ sitzt Silvio im Publikum. Canio spielt nicht mehr den Bajazzo, sondern lebt sein eifersüchtiges Ich auf der Bühne aus. Colombina wird für ihn zu Nedda, die er ersticht. Als Silvio ihr zur Hilfe eilt, ersticht Canio diesen auch. „La commedia è finita“, schickt Tonio dann die Leute nach Hause.

La commedia è finite: Nataliya Kovalova (Nedda), Gary Lehmann (Canio). Foto: Hans Jörg Michel.

La commedia è finite: Nataliya Kovalova (Nedda), Gary Lehmann (Canio).
Foto: Hans Jörg Michel.

Wenn Liebe zu Hass wird, gibt das immer großes Theater! Leider auch – immer wieder – im richtigen Leben. Großes Theater brachte auf jeden Fall das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein auf die Bühne. Unterstützt wurden sie dabei stimmlich vom Chor und vom Extrachor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski sowie – beim „Pagliacci“ – von Mädchen und Jungen der Chorschule St. Margarerta, Düsseldorf-Gerresheim, unter der Leitung von Klaus Wallrath. Für die instrumentalen Akzente sorgen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Gastdirigent Enrico Dovico zusammen mit dem Solo-Organisten Christian Dammann. Für Bühnenbild, Dekorationen und Kostüme zeichnete Herbert Murauer verantwortlich, mit Licht wirkungsvoll in Szene gesetzt von Hans Haas.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Di | 29. April 2014 | 19:30 Uhr,
Fr | 9. Mai 2014 | 19:30 Uhr und
Sa | 17. Mai 2014 | 19:30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer. Tickets kosten zwischen 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Roma solidarisch mit Demo “Duisburg, mon Amour”

Die Roma-Vereinigung Stimme der Migranten e.V. erklärt sich solidarisch zur Demonstration “Duisburg, mon Amour” und den beteiligten antifaschistischen und antirassistischen Gruppen aus NRW. Diese treffen sich am 30. April 2014 um 18 Uhr am Hauptbahnhof (Portsmouthplatz), um gegen Antiziganismus und Rassismus zu demonstrieren.

Der gemeinnützige Verein Stimme der Migranten erklärt seine Solidarität zur Demonstration gegen “Duisburger Zustände”, die sich durch grassierenden Antiziganismus und Rassismus auszeichnen. Wir werden, so Roma-Aktivistin Vasilka Bettzieche, die Demonstration unterstützen und an ihr teilnehmen. „Unser ausdrücklicher Dank gilt speziell Johanna Haldemann, Sprecherin des Organisationsbündnisses, die sich als Motor der ‚Initiative gegen Duisburger Zustände’ gegen diese einsetzt.“

„Die Stimme der Migranten unterstützt Aktionen gegen den täglichen Antiromaismus. Wir werden als Roma unterdrückt, diffamiert, unter Generalverdacht gesetzt“, so die Vereinsvorsitzende Bettzieche. „Daher sind wir für integrative Projekte unterwegs und treten für die Rechte der Roma ein.“ Schwerpunkte seien hier unter anderem die sprachliche Förderung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (deutsch, bulgarisch, rumänisch), auch in häuslichen Lerngruppen.

Vasilka Bettzieche vom Vorstand der Stimme der Migranten e.V. mit EU-Kommissar Laszlo Andor. Foto: privat.

Vasilka Bettzieche vom Vorstand der Stimme der Migranten e.V. mit László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration.
Foto: privat.

„Wir werden die Gespräche suchen, Missverständnisse ausräumen und an der Demonstration ‚Duisburg, mon Amour’ teilhaben. Zusammen gehen wir auf die Straße gegen Antiziganismus und Rassismus in Duisburg“, kündigt die Aktivistin Vasilka Bettzieche kämpferisch an. Öffentlichkeit herzustellen sei bitter nötig, da in Duisburg momentan ohne Begründung sämtliche Kindergeld- und Elterngeldzahlungen an die Roma eingestellt worden sind, klagt Bettzieche. „Die Kinder weinen, weil sie hungern. Oberbürgermeister Link weigert sich, mit uns zu reden. Nachdem EU-Kommissar László Andor kürzlich in Duisburg Vorzeigeprojekte präsentiert bekam, die die Wirklichkeit nicht ansatzweise wiedergeben, habe ich mit ihm selbst gesprochen“, erzählt Bettzieche. „Dabei schien Andor entsetzt gewesen zu sein über die tatsächliche Situation“ , so Bettzieche.

„Die Märkte wollen die Deutschen haben innerhalb der EU, uns Roma wollen sie scheinbar aber nicht“, befürchtet die Vereinsvorsitzende. „Diese ablehnende Haltung stellen wir teilweise auch in der Presse fest, bei der Stadtverwaltung, der Polizei und selbst bei Anwohnern.“ Zündet die Peschen-Häuser an, verbrennt sie doch, habe sie lesen müssen, klagt Bettzieche.

Geschätzte 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma fielen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer. „Hat sich denn nichts geändert in den Köpfen der Menschen?“, fragt die Roma-Aktivistin.

Am 30. April 2014 gegen Antiziganismus und Rassismus. Die Veranstaltung wird um 18 Uhr am Hauptbahnhof (Portsmouthplatz) beginnen und durch die Innenstadt und Neudorf führen.
Aufrufende Gruppen: A2K2 [westliches Ruhrgebiet] | Antifa Essen (Z) | Antifaschistische Aktion Soest | Antifaschistische Union Dortmund | Emanzipatorische Antifa Duisburg | Gruppe et2c (Münster) | Gruppe Phoenix (Bonn) | Initiative gegen Duisburger Zustände | Linke Liste (Siegen) | Liste Undogmatischer StudentInnen (Bonn).
Neben den aufrufenden Gruppen unterstützen auch die Dortmunder Autonome Antifa 170, die Antifa Oberhausen, die association [belle vie] aus Hannover, die Linke Liste Bochum und Refugees Welcome [Bonn] Stimme der Migranten e.V. [Essen] und die BI Duisburg gegen Rechts [Duisburg] die Demonstration.

– Pressemitteilung von Stimme der Migranten e. V.

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Oper am Rhein mit Mord und Eifersucht: „Cavalleria rusticana“ und „Pagliacci“ im Theater Duisburg

Zwei Opern, ein Thema – ab 25. April stehen im Theater Duisburg die zwei Verismo-Einakter wieder auf dem Spielplan der Deutschen Oper am Rhein

Cavalleria Rusticana: Jeanne Piland (Santuzza), Gustavo Porta (Turiddu), Geneviève King (Lola). Foto: Hans Jörg Michel.

Cavalleria Rusticana: Jeanne Piland (Santuzza), Gustavo Porta (Turiddu), Geneviève King (Lola).
Foto: Hans Jörg Michel.

Die Einakter „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni und „Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo werden kaum mehr getrennt voneinander aufgeführt und zählen bis heute zum Inbegriff des italienischen Verismo, kombinieren sie doch packende Krimihandlung mit dem Schmelz großen italienischen Belcanto-Gesangs. Ab 25. April stehen beide Opern im Theater Duisburg in der Inszenierung von Christof Loy für vier Vorstellungen wieder auf dem Programm der Deutschen Oper am Rhein.

„Cavalleria rusticana“ spielt in einem sizilianischen Dorf: Turiddu hintergeht Santuzza, die ihn aufrichtig liebt, mit seiner früheren Geliebten Lola. Die verlassene Santuzza verrät Lolas Mann Alfio die Untreue seiner Frau. Gemäß sizilianischer Tradition fordert Alfio Turiddu zum Zweikampf und tötet ihn.

Pagliacci: Nataliya Kovalova (Nedda) und der Mädchen- und Jungenchor B der Chorschule St. Margareta, Düsseldorf-Gerresheim. Foto: Hans Jörg Michel.

Pagliacci: Nataliya Kovalova (Nedda) und der Mädchen- und Jungenchor B der Chorschule St. Margareta, Düsseldorf-Gerresheim.
Foto: Hans Jörg Michel.

In „Pagliacci“ hat Nedda, die Frau des Komödianten Canio, eine Affäre mit Silvio. Der unglücklich in Nedda verliebte Tonio verrät es, und das Schicksal nimmt seinen Lauf: Canio, der Nedda vor der Vorstellung nicht mehr zur Rede stellen kann, vermischt während der Aufführung Realität und Theater – und tötet seine Frau und deren Liebhaber.

In „Cavalleria rusticana“ sind Tanja Ariane Baumgartner als Santuzza und Mikhail Agafonov als Turiddu zu erleben. Ensemblemitglieder Oleg Bryjak (Alfio), Renée Morloc (Lucia) und Annika Kaschenz (Lola) komplettieren, zusammen mit dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und dem Extrachor, die Besetzung. In „Pagliaggi“ treten Zoran Todorovich als Canio und Olga Mykytenko als Nedda auf. Neben den Ensemblemitgliedern Boris Statsenko (Tonio), Ovidiu Purcel (Beppo) und Dmitri Vargin (Silvio) hört man hier ebenfalls den Chor der Deutschen Oper am Rhein und Mitglieder der Chorschule St. Margareta als Kinderchor. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung des hier bestens bekannten Gastdirigenten Enrico Dovico.

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„Cavalleria rusticana“ / „Pagliacci“ im Theater Duisburg:
Fr 25.04. 19.30 Uhr | Di 29.04. 19.30 Uhr | Fr 09.05. 19.30 Uhr | Sa 17.05. 19.30 Uhr.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, Telefon 0203 / 9407777 oder 0211 / 8925211, sowie über www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Duisburgs andere Seiten erleben: Auch für Einheimische ein Erlebnis

8Binnenschifffahrtsmuseum und MS Rheinfels schnüren Erlebnispakete für Touren durch Binnenhafen und Schifffahrtshistorie

Die MS Rheinfels am Anlieger im Eisenbahnhafen unterhalb des Binnenschifffahrtsmuseum. Foto: Petra Grünendahl.

Die MS Rheinfels am Anlieger im Eisenbahnhafen unterhalb des Binnenschifffahrtsmuseum.
Foto: Petra Grünendahl.

„Wir bieten hier an, die Vergangenheit im Museum mit der Gegenwart bei der Hafenrundfahrt eindrucksvoll zu verbinden“, erklärten Dr. Bernhard Weber, Leiter des Ruhrorter Binnenschifffahrtsmuseums, und Walter Moser, Kapitän der MS Rheinfels, ihr gemeinsames Projekt. Erlebnispakete schnüren den Besuch des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt und/oder der Museumsschiffe im Hafenmund (neben dem Steiger Schifferbörse) mit einer zweistündigen Hafenrundfahrt zu einem runden Angebot – sowohl für Einzelpersonen wie für Gruppen.

erlebnispaketSchon im Herbst 2013, zum Ende der Saison, hatten Dr. Bernhard Weber und Walter Moser ihr Projekt „Erlebnispaket“ erstmals angestoßen. Allerdings standen ab Ende September die Museumsschiffe nicht mehr zur Besichtigung offen, so dass erst jetzt – mit Beginn der neuen Saison – alle Angebote der Kooperation zur Verfügung stehen: Seit Ostern sind auch die Museumsschiffe wieder offen und für Museumsbesucher zugänglich. Zielgruppe sind natürlich einerseits Besucher von außerhalb – gerade das Gruppenprogramm lässt sich hervorragend in ein Ganztagesprogramm einbinden –, aber auch Duisburger, die hier Seiten ihrer Stadt erleben können, die sich sonst nicht sehen. Es lohnt sich auch für Einheimische allemal!

Die Erlebnispakete gibt es sowohl für Einzelpersonen („Jederman“) als auch für Gruppen (ab 25 Personen). Alle drei Pakete beinhalten eine zweistündige Hafenrundfahrt. Zusteigen kann man wahlweise vom Steiger Eisenbahnbassin (unterhalb des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt) oder am Steiger Schifferbörse, wo auch die Museumsschiffe liegen. Die beiden Steiger liegen knapp 10 Minuten Fußweg voneinander entfernt. Das erleichtert die Kombination zusätzlicher Programmpunkte: Entweder ist im Paket der Eintritt für das Binnenschifffahrtsmuseum enthalten oder der Eintritt für die Museumsschiffe (nur von Ostern bis Ende September) oder – im All-inclusive-Paket – beides. Die Pakete können während der Saison (1. April bis 31. Oktober) für mittwochs bis sonntags gebucht werden mit einer Hafentour um 12 Uhr (Steiger Schifferbörse) bzw. 12.15 Uhr Eisenbahnbassin. In den Sommerferien (NRW) gibt es dienstags bis sonntags zusätzlich zur 12-Uhr-Tour eine zweite um 14.15 Uhr (Eisenbahnbassin) bzw. 14.30 Uhr (Schifferbörse).

Die Preise liegen für Einzelpersonen zwischen 13,50 und 16,50 Euro. Für Gruppen sind es pro Person zwischen13 und 18 Euro, allerdings beinhalten sie im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt zusätzlich eine einstündige Führung. Berechtigte für Ermäßigungen fahren allerdings mit Einzeltickets billiger. Anmeldungen sind telefonisch, schriftlich oder per eMail möglich. Die Aufnahmekapazitäten der MS Rheinfels sind allerdings auf 100 Personen begrenzt, so dass bei großen Andrang vielleicht nicht gleich der erste Wunschtermin möglich ist.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Mehr Informationen …

Im Internet finden Sie den Flyer zum Erlebnispaket sowie die aktuelle Preisliste. Zu Fuß zu finden unter Rubrik „Gruppen“ – dann „Erlebnis-Pakete“. Zu Fuß auf den Seiten des Binnenschifffahrtsmuseums zu finden unter Rubrik „Gruppen“ – dann „Erlebnis-Pakete“. Kontaktdaten finden sich auf dem Flyer ebenso wie auf den Webseiten der Kooperationspartner (siehe unten).

Aktuelles zum Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Sonderausstellungen, Angebote für Kinder, Familien oder Gruppen und vieles mehr gibt es unter https://www.binnenschifffahrtsmuseum.de, die Öffnungszeiten des Museums finden Sie unter https://www.duisburg.de/micro/binnenschifffahrt/service/102010100000087810.php. Das Museum findet sich an der Apostelstr. 84 in 47119 Duisburg-Ruhrort.

Hafenrundfahrten, Programm-Fahrten, den aktuellen Flyer der Saison und vieles mehr von der MS Rheinfels und der Ruhrorter Personenschiffahrt findet man unter https://www.ruhrorter-personenschiffahrt.de.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Flyer: Stadt Duisburg

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Wiederaufnahme von Richard Wagners „Die Walküre“ im Theater Duisburg

Der beim Publikum beliebteste Teil von Wagners „Ring“ steht ab 19. April für drei Vorstellungen wieder auf dem Programm der Deutschen Oper am Rhein

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan). Foto: Hans Jörg Michel.

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Liebesgeschichte des Geschwisterpaares Siegmund und Sieglinde, die Vaterliebe der Wotanstochter Brünnhilde, der furiose Ritt ihrer Walküren-Schwestern und der bewegende Abschied des Weltengotts von seinem Lieblingskind – mit diesen Szenen hat Richard Wagner großes Gefühlstheater geschrieben. Kurt Horres nahm in seiner Inszenierung von 1990/91 auf die Entstehungszeit des Werkes Bezug und schuf ein bildmächtiges Konzept, das seine zeitlose Gültigkeit bewahrt hat. Ab 19. April, 17 Uhr, ist der beliebteste Teil des vierteiligen Opernzyklus΄ „Der Ring des Nibelungen“ dreimal im Theater Duisburg in hochkarätiger Besetzung zu erleben.

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan). Foto: Hans Jörg Michel.

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan). Foto: Hans Jörg Michel.

Kammersängerin Linda Watson, die erst kürzlich für einen Grammy nominiert war und eine der gefragtesten Wagner-Interpretinnen unserer Zeit ist, ist in der Partie der Brünnhilde zu erleben. Wie schon bei Loriots „Ring einem Abend“ singt Tenor Corby Welch die Partie des Siegmund. Gastsängerin Manuela Uhl, die zuletzt als Elsa in „Lohengrin“ im Düsseldorfer Opernhaus überzeugte, präsentiert sich als Sieglinde. Tomasz Konieczny und Renée Morloc, beide langjährige Ensemblemitglieder, gehören ebenfalls zur Riege der international erfahrenen Wagnersänger und sind als Götterpaar Wotan und Fricka zu erleben. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von Kapellmeister Lukas Beikircher.

Unseren Bericht vom vergangen Jahr finden sie unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2013/06/08/wiederauffuhrung-von-richard-wagner-die-walkure-in-duisburg/.

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„Die Walküre“ im Theater Duisburg:
Sa 19.04. 17.00 Uhr | Sa 26.04. 17.00 Uhr | So 04.05. 17.00 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0203 / 9407777 oder 0211 / 8925211 sowie über www.operamrhein.de.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Duisburger Hafen AG: Im 16. Jahr in Folge Gesamtergebnis gesteigert

Perspektiven für 2014 positiv, Dividende für die Anteilseigner

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG: Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Rolf Köppen / duisport.

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG: Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Rolf Köppen / duisport.

„Das erste Halbjahr ist selten ertragsstark, aber diesmal konnten wir an ein starkes viertes Quartal sehr erfreulich anknüpfen“, verkündete Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, auf der Bilanzpressekonferenz. 2013 war für die ganze Logistik kein einfaches Jahr. Nach 15 Jahren Wachstum stagnierten in Duisburg einige Bereiche. Zwar stieg die Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2014 auf 175 Mio. Euro, allerdings blieb das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zu 2012 konstant bei 12 Mio. Euro. Allerdings: 2012 sei ein Rekordjahr gewesen, das nicht so leicht zu toppen sein wird, so Staake.

Bilanzpressekonferenz 2014 der Duisburger Hafen AG (v. l.): Pressesprecher Julian Böcker, Vorstand Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender Erich Staake und Vorstand Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Petra Grünendahl.

Bilanzpressekonferenz 2014 der Duisburger Hafen AG (v. l.): Pressesprecher Julian Böcker, Vorstand Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender Erich Staake und Vorstand Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Petra Grünendahl.

Neue Ansiedlungen im Duisburger Hafen lassen Erich Staake und seine Vorstandskollegen Markus Banken und Thomas Schlipköther optimistisch in die Zukunft blicken. Diese werden in diesem bzw. im kommenden Jahr erstmals mit einem vollen Betriebsjahr dabei sein. Hier hatte duisport kräftig in Anlagevermögen investiert – allein 50 Mio. Euro im vergangen Jahr u. a. für Yusen Logistics oder CKD-Logistikzentrum von Audi –, was sich natürlich erstmal auf der Kostenseite der Bilanz wiederfindet und das Gesamtergebnis drückt, bevor es in kommenden Jahren Erträge abwirft. Den Verlust eines Kunden in der Kohlelogistik und damit von ca. 2 Mio. Tonnen Kohlenumschlagsgeschäft hat der Duisburger Hafen gut verkraftet. Auf der Kohleninsel hat der Duisburger Hafen den Umschlag selber übernommen, die Leute sind jetzt bei der duisport-Gruppe beschäftigt. „Außerdem haben wir neue Kunden gewinnen können,“ so Hafenchef Staake. Nach Hamburg ist Duisburg zweitgrößter Kohleimporteur in Deutschland. Was in Duisburg blüht und deswegen weiter ausgebaut wird, ist das Containergeschäft: Der Umschlag stieg von 2,6 Mio. TEU (Standardcontainer) auf 3 Mio. TEU (plus 16 Prozent). Hier erwartet Staake auch für 2014 ein zweistelliges Wachstum.

Auch wenn der Güterumschlag leicht sank, von 63 Mio. Tonnen auf 62 Mio. Tonnen: Alle drei Geschäftsbereiche Geschäftsbereiche der duisport-Gruppe – Infra-/Suprastruktur, Verkehr und logistische Dienstleistungen sowie Verpackungslogistik – konnten ihr Geschäftsvolumen steigern. Bei den Verkehrsträger konnte vor allem die Bahn das Vorjahresniveau halten (16 Mio. Tonnen), das Binnenschiff verlor leicht (von 16 Mio. auf 15 Mio. Tonnen), wobei die Schleusenstreiks im westdeutschen Kanalnetz auch den Duisburger Hafen trafen. Das solide Gesamtergebnis lässt auch in diesem Jahr Spiel für eine Dividende an die Anteilseigner Land NRW (zwei Drittel) und Stadt Duisburg (ein Drittel), allerdings muss hierüber der Aufsichtsrat entscheiden.

Wichtige Drehscheibe im weltweiten Güterverkehr

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Schon jetzt ist der Duisburger Hafen der wichtigste Standort für die Landverbindung nach China (noch weit vor Hamburg). Von großer Bedeutung ist auch die Zugverbindung in die Türkei, der eine Brückenfunktion nach Vorderasien und den mittleren Osten zukommt. Mit Joint Ventures in China, Indien, Dubai, Südamerika, aber auch Frankreich ist die duisport-Gruppe international vielversprechend aufgestellt.
An Rhein und Ruhr schlägt duisport weitere Breschen ins Hinterland: die bimodale Anbindung von logport IV in Kamp-Lintfort wird durch die Anbindung an den Duisburger Hafen zur trimodalen Drehscheibe. Weitere Logistikflächen will man in Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal erschließen (logport ruhr). Die Ansiedlungspolitik stellt vor allem die Verkehrswege Schiene und Wasser in den Mittelpunkt, wenn schon – wegen zu kleiner Liefermengen – nicht bei der Anlieferung, dann zumindest beim Weitertransport. Mit entsprechenden Konzepten für intelligente Logistik schafft der Duisburger Hafen immer noch die eine oder andere Neuansiedlung, die Schlagzeilen macht: Audi und Volkswagen zählten hier mit Sicherheit zu den Highlights im letzten Jahr.

Erich Staake hat weitere Pläne für die Zukunft
Weitere ehemalige Bergbauflächen im Ruhrgebiet werden in Zukunft als Logistikflächen entwickelt und vermarktet. Die Personalentwicklung der duisport-Gruppe wächst, nicht nur wegen der Übernahme der Mitarbeiter auf der Kohleninsel. Alle Zeichen stehen im Hafen auf Wachstum, auch wenn Flächen für Neuansiedlungen in Duisburg knapp werden. Auf bereits vermarkteten Flächen wird allerdings immer noch gebaut und erweitert. Den Standort Duisburg will Staake durch weitere Investitionen in Anlagen stärken. Etwa 100 Mio. Euro sind für die Jahre 2014 bis 2016 dafür eingeplant. Ganz ohne den Lkw funktioniert keine Logistik, aber Staake strebt eine weitere Verlagerung von Güterverkehren auf die Bahn und das Binnenschiff an – mit Duisburg als Drehscheibe. Je näher die Logistikzentren von Audi und Volkswagen an die Vollauslastung herankommen, desto mehr wird vor allem über den Wasserweg abtransportiert werden können. Auch für die Anlieferung will man schnellstmöglich weg vom Lkw: Wenn die Mengen wirtschaftlich werden, sollen Güterzüge genutzt werden.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Rolf Köppen / duisport (1)

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Benteler feiert ersten Spatenstich für das neue Zentrallager in Duisburg-Kaßlerfeld

Europas größtes Hochregallager wird zum Blickfang und
als Landmarke von der Autobahn sichtbar

Alles hört auf meine Kommando! Erster Spatenstich zum neuen Hallenkomplex der Benteler Distribution Deutschland in Kaßlerfeld. Foto: Petra Grünendahl.

Alles hört auf meine Kommando! Erster Spatenstich zum neuen Hallenkomplex der Benteler Distribution Deutschland in Kaßlerfeld.
Foto: Petra Grünendahl.

Viel bewegen konnten die sieben Herren und die Dame mit den Schaufeln bei ihrem ersten Spatenstich ja nicht. Aber sie setzten ein Zeichen für rund 200 anwesende Gäste – unter ihnen auch die Mitarbeiter der Standorte Duisburg und Ratingen der Benteler Distribution Deutschland GmbH & Co. KG. In Kaßlerfeld, unmittelbar neben der A40, werden die beiden Standorte im kommenden Jahr nun endgültig zusammen geführt. „Das neue Zentrallager optimiert unsere Logistikstruktur und die Arbeitsabläufe“, erklärte Reinhild Schmidt, Geschäftsführerin von Benteler Distribution Deutschland.

Dr. Jost A. Massenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Benteler Distribution International GmbH. Foto: Petra Grünendahl.

Dr. Jost A. Massenberg,
Vorsitzender der Geschäftsführung der
Benteler Distribution International GmbH.
Foto: Petra Grünendahl.

Benteler Distribution Deutschland erweitert seine Betriebsflächen in Kaßlerfeld. Der Spatenstich symbolisierte den Baubeginn zu einer neuen 15.000 Quadratmeter großen Halle, die dank ihrer Höhe von 25 Metern und einen blau-weißen Mosaikanstrich auch von der Autobahn gut sichtbar sein wird. Zusammen mit den bisherigen Lagerflächen in unmittelbarer Nachbarschaft entsteht ein europäisches Zentrallager mit insgesamt 35.000 Quadratmeter Hallenflächen für die Lagerung und Anarbeitung von Stahlrohren. Rund 25 Mio. Euro investiert Benteler im Duisburger Hafengebiet. „Das ist für ein Unternehmen mit 800 Mio. Euro Umsatz nicht gerade wenig. Das unterstreicht die Bedeutung des Duisburger Standortes“, so Dr. Jost A. Massenberg, Geschäftsführer der Benteler Distribution International GmbH, die zentral die sieben deutschen Standorte der Benteler Distribution Deutschland betreut. Ratingen als „Zweigstelle“ von Duisburg ist hier schon nicht mehr mitgezählt.

Stahlrohre werden schon seit den 1920er-Jahren hier gehandelt

Erster Spatenstich zum neuen Hallenkomplex der Benteler Distribution Deutschland in Kaßlerfeld. Foto: Petra Grünendahl.

Erster Spatenstich zum neuen Hallenkomplex der Benteler Distribution Deutschland in Kaßlerfeld.
Foto: Petra Grünendahl.

Die Firma Rohrhandel Stüdemann hatte den Standort in den zwanziger Jahres des letzten Jahrhunderts begründet. Zuletzt war der Stahlhandel hier unter der Firmenbezeichnung Löwe & Jaegers GmbH tätig, als Benteler ihn 2003 übernahm. Am Duisburger Standort werden seitdem schrittweise die Aktivitäten mit der ehemaligen Rösta Röhren- und Stahllager GmbH & Co. KG aus Ratingen, die von Benteler ebenfalls übernommen worden war, zusammengeführt. Die Konzentration der Aktivitäten soll im zweiten Quartal 2015 abgeschlossen sein, wenn das neue Hochregallager in Betrieb geht. In dem 25 Meter hohen Hochregal-Lagergebäude können auf mehr als 10.000 Kassettenplätzen Stahlrohre Rohre bis maximal 3,5 Tonnen pro Platz auf acht Metern Länge gelagert werden. Die Lagerkapazität des Duisburger Standortes erhöht sich von zur Zeit etwa 12.000 Tonnen auf dann über 22.000 Tonnen Stahlrohre. Dank Zentralisierung profitieren Kunden von einer verbesserten Verfügbarkeit der Produkte mit kürzeren Lieferzeiten und gebündelten Belieferungen. Auch Lieferanten profitieren von einem zentralen Anlieferungspunkt, der effizientere Arbeitsabläufe ermöglicht.

Vierzig neue Arbeitsplätze in Kaßlerfeld

Die Mitarbeiter der Benteler Distribution Deutschland beim ersten Spatenstich in Kaßlerfeld. Foto: Petra Grünendahl.

Die Mitarbeiter der Benteler Distribution Deutschland beim ersten Spatenstich in Kaßlerfeld. Foto: Petra Grünendahl.

Das neue Duisburger Lager wird im zweite Quartal 2015 in Betrieb gehen. Anschließend wird das noch in Ratingen verbliebene Lager von Benteler endgültig zugemacht und damit der schon vor Jahren eingeleitete Umzug nach Duisburg abschlossen. Um 40 Arbeitsplätze wird der Duisburger Standort dann reicher. Überwiegend werden sie von bisherigen Ratinger Mitarbeitern besetzt werden. Neueinstellungen sind ebenfalls geplant – für Arbeitsplätze, die nicht durch „Umzug“ besetzt werden können. Aktuell sind rund 350 Mitarbeiter bei Benteler Distribution in ganz Deutschland beschäftigt.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein spielt Vincenzo Bellinis Oper „Norma“ im Theater Duisburg

Liebe, Leidenschaft und Rache im antiken Gallien

Morenike Fadayomi (Norma), Günes Gürle (Oroveso), Statisterie, Chor. Foto: Hans Jörg Michel.

Morenike Fadayomi (Norma), Günes Gürle (Oroveso), Statisterie, Chor.
Foto: Hans Jörg Michel.

Norma (Morenike Fadayomi) ist eine druidische Priesterin im besetzten Gallien des 1. Jahrhunderts vor Christus (zur „historischen“ Einordnung: das ist die Zeit von Asterix und Obelix). Aus ihrer Liebesaffäre mit dem römischen Prokonsul Polline (Calin Bratescu) stammen zwei Kinder. Im Land gärt der Widerstand gegen die römischen Besatzer. Der Oberdruide Oroveso (Günes Gürle) stachelt den Widerstand der Gallier an. Das leidenschaftliche „Guerra! Guerra!“ (Krieg! Krieg!) des Chores sollte viele Jahre später (lange nach Bellinis Tod) zur Hymne der nach Eigenständigkeit strebenden Italiener im Kampf gegen die Habsburger und Bourbonen – die Besatzer aus Österreich im Norden und aus Spanien im Süden – werden.

Im fast voll besetzten Theater Duisburg feierte Vincenzo Bellinis Oper „Norma“ in der Inszenierung des 2010 verstorbenen Theaterregisseurs Werner Schroeter seine Wiederaufführung. Oder besser gesagt: Das Publikum feierte frenetisch die herausragende Aufführung der Deutschen Oper am Rhein. Mit tosendem Applaus verabschiedeten sie nach einem gelungen Abend Ensemble und insbesondere eine glänzend agierende Morenike Fadayomi als Titelheldin Norma sowie die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi von der Bühne. Liebe, Leidenschaft, Hass und Rache gepaart mit stimmgewaltigen Sängern des Rheinoper-Ensembles und des Chores sowie einem musikalisch hochklassigen Orchester wie den Duisburger Philharmonikern ließen die Herzen des Publikums höher schlagen.

Leidenschaft des Werkes beigeisterte Richard Wagner

Sarah Ferede (Adalgisa), Calin Bratescu (Pollione), Statisterie, Chor Foto: Hans Jörg Michel.

Sarah Ferede (Adalgisa), Calin Bratescu (Pollione), Statisterie, Chor
Foto: Hans Jörg Michel.

Richard Wagner hatte „Norma“ 1837 in Riga dirigiert und war voll Lobes: „Musterbeispiel einer musikalischen Tragödie“ nannte er das Werk. Der deutsche Komponist hielt eigentlich nicht viel von der romantischen italienische Oper, aber „Norma“ begeisterte ihn: Die kraftvollen Chorgesänge der unterdrückten Gallier, die der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski bravourös auf die Bühne brachte. Sie stehen Verdis berühmtem Gefangenenchor aus Nabucco um nichts nach. Solche mächtigen, leidenschaftlichen Chorgesänge wünschte sich Wagner für die deutsche Oper, von deutschen Komponisten. Aber auch er konnte sie so nie realisieren.

Norma sinnt auf Rache
Nachdem Pollione sie mit einer jüngeren Priesterin, Adalgisa (Sarah Ferede), betrügt und diese mit nach Rom nehmen will, sinnt Norma auf Rache. Sie ruft zum Kampf gegen die Römer auf. Ein Opfer soll die Götter gnädig stimmen. Eine Priesterin, die das Keuschheitsgelübde gebrochen hat, solle dieses Opfer sein, verkündet Norma. Schlussendlich opfert sie sich selbst. Die Handlung treibt voran in einem Tempo, dass dem Publikum zumindest im ersten Akt kaum Zeit für den mehr als verdienten Szenenapplaus ließ.

Günes Gürle (Oroveso), Statisterie, Chor. Foto: Hans Jörg Michel.

Günes Gürle (Oroveso), Statisterie, Chor.
Foto: Hans Jörg Michel.

Vincenzo Bellinis (1801 – 1835) gut zweieinhalbstündige Oper in zwei Akten (zzgl. Pause) war 1831 in der Mailänder Scala uraufgeführt worden. Der Komponist zählte neben Gaetano Donizetti und Gioachino Rossini zu den wichtigsten Vertretern der italienischen Romantik (Belcanto). Der Text (Libretto) von Felice Romani entstand nach einem Drama von Louis Alexandre Soumet. Gesungen wird die Oper in italienischer Sprache, deutschen Übertitel erleichtern dem Publikum das Verständnis der Handlung. Die Bühnenausstattung der Rheinoper-Inszenierung (Barbara Rückert) ist spartanisch. Die Szenerie lebt weitgehend vom Wechselspiel der Beleuchtung (Hanns-Joachim Haas, Barbara Rückert). Die Kostüme (Alberte Barsacq) lehnen sich teils an die Antike, teils aber auch an die Entstehung der Oper im 19. Jahrhundert an, die einen Bezug zum besetzten Italien aus Bellinis Zeit herstellen.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 12. April 2014 | 19:30 Uhr und
Mo | 21. April 2014 | 18:30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer. Tickets kosten zwischen 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Für Toleranz und Zivilcourage: Zivilgesellschaftliches Bündnis bezieht Stellung gegen Rechts in Duisburg

Am 1. Mai: Kundgebung mit Kulturangebot auf dem König-Heinrich-Platz

Bundesweit ruft die NPD zur Demo am 1. Mai in Duisburg auf, dem „Tag der Arbeit“ – dem traditionellen Feiertag der Gewerkschaften und Arbeiterbewegungen. „Wir konnten ihnen nicht die Fußgängerzone überlassen“, kommentierte Rainer Bischoff, ehemaliger DGB-Chef in Duisburg und Mitglied des Landtages NRW. Die NPD wollte ursprünglich vom Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof zum Rathaus ziehen. Daraus wird jetzt nichts!

Im Pressegespräch (v. l.): Rainer Bischoff, Armin Schneider, Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch (v. l.): Rainer Bischoff, Armin Schneider, Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage hat Vereine, Verbände, Organisatoren und Kulturschaffende aus Duisburg an einen Tisch geholt und ein Programm auf die Beine gestellt, das Leute in die Stadt, in die Fußgängerzone locken soll. Beim Pressegespräch im Rathaus stellten Armin Schneider, Sprecher des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage, MdL Rainer Bischoff und Kulturdezernent Thomas Krützberg die Pläne für einen Kulturtag am 1. Mai als Gegenentwurf zum NPD-Aufmarsch vor. „Wir wollen mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis ein Zeichen setzen, dass wir dieses Gedankengut hier nicht haben wollen“, begründete Armin Schneider das parallel eine Kundgebung auf dem König-Heinrich-Platz beantragt hatte.

Auch wenn Einzelheiten noch geklärt werden müssen – erst seit vier Wochen ist man in der Planung und Umsetzung –, sollte doch das Programm verschiedenste Altersgruppen locken. Zumal sich hier Kreative aus Duisburg einem größeren Publikum präsentieren können, das dies bei hoffentlich gutem Wetter annimmt. Dass solche musikalischen Events auf den König-Heinrich-Platz locken, haben die Duisburger ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen.

„Wir wollen diese Leute nicht“, machte Kulturdezernent Thomas Krützberg klar: „Das sind keine NEOnazis. Das ist das alte Gedankengut: Das sind Nazis.“ Entsprechend unterstützt die Stadt die Veranstaltung des Bündnisses im Rahmen ihrer Möglichkeiten. … Gerade den 1. Mai empfinden Gewerkschafter als Affront: Vor 81 Jahren hatten die Nationalsozialisten just am 1. Mai die Zerschlagung der Gewerkschaften eingeleitet. Vier leere Stühle vor dem ehemaligen Gewerkschaftshaus an der Ruhrorter Straße 11 in Kaßlerfeld erinnern heute daran …

Avisierter Programmablauf:

  • Ab 11 Uhr Bühnenprogramm.
  • Ca. 11.30 Uhr Begrüßung durch OB Sören Link.
  • Duisburger Philharmoniker spielen mit einem Kammermusik-Ensemble auf der Bühne.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Doris D, eine Coverband aus Duisburg.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Gorilla Taxi, eine Rockband aus Duisburg.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Als Highlight: Peter Bursch und seine Bröselmaschine (mit zwei Special Guests).
  • Ab ca. 14.15 / 14.30 Uhr weiteres Programm durch freie Duisburger Künstler, das bis gegen 18 oder 19 Uhr dauern könnte.

Die NPD-Demo dürfte angesichts der Präsenz von Widerstand in der Innenstadt eine Randerscheinung werden: Die Rechten haben die Erlaubnis, bei ihrer Demo vom Portsmouthplatz Richtung Kantpark und Lehmbruckmuseum zu marschieren. Ob ihre ab 11 Uhr angemeldete Demo dann wirklich bis 18 Uhr dauert, wird sich zeigen. Selbst wenn sich aus dem ganzen Bundesgebiet Funktionäre der Partei für Reden angekündigt haben: Ihr „Programm“ ist doch eher einseitig! Dem geballten Angebot, das unter der Fittiche des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage in der Fußgängerzone aufgeboten wird, haben sie nichts entgegenzusetzen.

Weitere Beteiligung sehr erwünscht!
Den kurzfristig anberaumten Termin der Vorbesprechung im Kleinen Prinzen konnten nicht alle eingeladenen Vereine, Verbände und Organisationen in Duisburg wahrnehmen. Wer sich an der Veranstaltung auf dem König-Heinrich-Platz beteiligen möchte, kann auch mit dem Landtagsbüro von Rainer Bischof Kontakt aufnehmen. Unter der Telefonnummer 0211 884-2700 erreicht man Bischoffs Mitarbeiterin Rashida Brigui, die sich um alles weitere kümmert. Das technische Equipment auf der Bühne vor dem Landgericht kann auch von anderen Künstlern genutzt werden. „Um so kurzfristig was auf die Beine zu stellen, hat uns das Entgegenkommen engagierter Bürger sehr geholfen“, so Armin Schneider. Wenn so viele an einem Strang ziehen, macht das mehr als deutlich, dass rechtes Gedankengut in der Duisburger Stadtgesellschaft keinen Platz hat.

Veranstaltungs-Hopping durchaus erwünscht
„Die Veranstaltungen im Landschaftspark Nord und auf dem König-Heinrich-Platz stehen nicht in Konkurrenz zueinander“, betonte Rainer Bischoff. Die Zielgruppe in Meiderich ist eine ganz andere. Von den gute 10.000 Besuchern des Familienfestes kommen viele aus Meiderich und drum herum in den Landschaftspark, während die Kundgebung am König-Heinrich-Platz eher im Innenstadt-Bereich Menschen ansprechen dürfte. Die Organisatoren können sich aber auch vorstellen, dass Leute zwischen den Veranstaltungsorten hin und her pendeln. Schließlich gehen beide ab 11 Uhr über den ganzen Tag. Die A59-Sperrung in Richtung Süden ab dem 1. Mai dürfte dies aber nicht gerade erleichtern. Auch in der Innenstadt soll es Bespaßung für Kinder geben, denn auch hier will man Familien anlocken.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Stellungnahme von OB Sören Link zur Feuerwache / Ansiedlung Autohaus

Soeren Link_Foto.SPDDu2_400Nachdem in der Ratssitzung vom 7. April 2014 der Bebauungsplan zur Errichtung einer neuen Feuerwache südlich der Mercatorstraße abgelehnt worden war, gab Duisburg Oberbürgermeister Sören Link nun dazu folgende Stellungnahme ab:

„Wir halten an unserem Ziel fest und werden dem Rat am 30. Juni 2014 erneut die Planungen für die Feuerwache und das BMW-Autohaus vorlegen – unter Einbeziehung und Berücksichtigung der Kritikpunkte aus der vergangenen Ratssitzung“, erklärt Oberbürgermeister Sören Link.

Die im Rat geforderten Standortalternativen in der Innenstadt sollen nun zeitnah durch das Stadtplanungsamt und die Feuerwehr geprüft werden.

„Ich möchte die Argumente, die zu einer Ablehnung des Neubaus der Feuerwache und der Ansiedlung eines hochwertigen Autohauses geführt haben, genau untersuchen und abwägen lassen“, so Link.

Dazu zählen auch kritische Anmerkungen zur Ausstattung des neuen Grüngürtels.

„Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der von der Verwaltung vorgelegte Bebauungsplan die bis zur Ratssitzung geäußerten Bedenken zur Verkehrs-, Lärm- und Feinstaubbelastung berücksichtigt hatte.“

Das hätten auch die bisher erfolgten Beschlüsse zum Bebauungsplan und zum Verkauf des Grundstücks gezeigt, die immer einstimmig oder mehrheitlich erfolgt seien.

Die Konstellation sei eigentlich positiv: Der Verkauf des Grundstücks sichert der Stadt ebenso Einnahmen, wie der Betrieb des Autohauses Steuern garantiere.

Und die Feuerwache könnte auf städtischem Gelände gebaut werden. Die Stadt müsste kein Grundstück kaufen.

Oberbürgermeister Sören Link: „Ich bin sicher, dass wir mit der neuen Beschlussvorlage weitere Argumente liefern können und dem Rat eine neue Chance geben, eine Entscheidung für mehr Sicherheit in der Innenstadt und für eine Investition zu treffen, die bis zu 50 neue Arbeitsplätze schafft.“

– Pressemeldung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

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Duisburg: Haniel schüttet für 2013 30 Mio. Euro Dividende an die Anteilseigner aus

Finanzprobleme überwunden: Haniel ist wieder da!

Finanzvorstand Dr. Florian Funck und Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow  bei der Bilanzpressekonferenz in der Haniel-Akademie.  Foto: Petra Grünendahl.

Finanzvorstand Dr. Florian Funck und Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow (v. l.) bei der Bilanzpressekonferenz in der Haniel-Akademie.
Foto: Petra Grünendahl.

“Wir haben die Fehler der Vergangenheit korrigiert und gehen gestärkt in die Zukunft“, so Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender der Franz Haniel & Cie. GmbH, bei der Bilanzpressekonferenz in Duisburg-Ruhrort. Er und Finanzvorstand Dr. Florian Funck standen in der Haniel-Akademie Rede und Antwort zum abgelaufenen Geschäftsjahr und zu ihren Erwartungen für die künftige Entwicklung von Haniel und seiner Beteiligungen.

Die Franz Haniel & Cie. GmbH ist als reiner Investor, Entwickler und Vermögensverwalter am Markt aktiv. Als Holding verwaltet sie das Vermögen der Haniel-Erben. Auch der Begriff „Konzern“ ist angemessen, sind hier doch Firmen unterschiedlicher Geschäftsbereiche (mit ihren jeweiligen Tochterunternehmen) unter einem Dach vereint. Anteilseigner der Franz Haniel & Cie. GmbH sind ausschließlich Nachfahren von Aletta Haniel und ihrem Sohn Franz. Ein Familienunternehmen also, das seine Wurzeln in Ruhrort hat (Gründung 1756), wo heute am Franz-Haniel-Platz die Unternehmenszentrale steht.

Die Unternehmenszentrale von Haniel in Duisburg-Ruhrort.  Foto: Petra Grünendahl.

Die Unternehmenszentrale von Haniel in Duisburg-Ruhrort.
Foto: Petra Grünendahl.

In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld fiel der Konzernumsatz um etwa 500 Mio. Euro auf 3,6 Mrd. Euro. Dennoch schloss das Geschäftsjahr 2013 mit einem höheren Operativen Ergebnis ab (166 Mio. Euro nach 154 Mio. Euro 2012). „Wir sind mit den Umsatzerlösen wieder im gehobenen Mittelstand angekommen“, bilanzierte Finanzvorstand Funck. Avisierte künftige Investments könnten diese Grenze aber bald wieder nach oben verschieben: „Wir haben jetzt bis zu 1,3 Mrd. Euro für neue Investitionen zur Verfügung“, so Funck. Mit Zukäufen hat es der Haniel-Vorstand aber nicht eilig: in zwei bis drei Jahre erwarten die Vorstände, wieder die alte Größe zu erreichen. Nachdem Haniel in 2013 keine Dividende an seine Anteilseigner ausgeschüttet hat, fließen den Haniel-Nachfahren in diesem Jahr gut 30 Mio. Euro an Ausschüttungen zu.

Aus Schuldenabbau gestärkt hervorgegangen
Dank der Verkaufserlöse konnten nicht nur Schulden abgebaut und Kredit-Ratings verbessert werden. Auch stehen damit Gelder für künftige Portfolio-Erweiterungen zur Verfügung. Als Familienunternehmen legt Haniel hier den Fokus auf eine langfristige Bereicherung des Portfolios und die nachhaltige Entwicklung des Zukaufs. Haniel will unternehmerische Verantwortung übernehmen, als Wertentwickler langfristige Investmentstrategien verfolgen. Das „Family-Equity-Unternehmen“ Haniel verfolgt damit andere Ziele als die eher auf kurzfristige Rendite schielenden „Private-Equity-Unternehmen“. In einem Familienunternehmen zählen andere Werte: Mit seinem Slogan „Wir sind enkelfähig“ sagt Haniel genau das aus.

Nachhaltige Strategien verfolgt Haniel auch beim Verkauf von Vermögenswerten: „Celesio ist beim McKesson in guten Händen“, kommentierte Vorstandschef Gemkow den Verkauf des Pharmahandels, der 41 Jahre lang zu Haniel gehört hatte, an McKesson, Marktführer in diesem Bereich: „Das ist für beide eine Win-win-Situation.“ Stephan Gemkow bestätigte, dass das bislang sehr „Handels“-lastige Portfolio auch in andere Wirtschaftsbereiche hinein erweitert werden könne, wenn geschäftspolitische Kriterien erfüllt seien. Nachdem sich Haniel im Rahmen des Schuldenabbaus von Teilen seiner Metro-Anteile getrennt hatte, versicherte Gemkow auf Nachfrage, dass eine weitere Reduzierung der Anteile nicht zur Debatte stehe: „Wir glauben an die Metro.“

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
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Rechtsdezernent Wolfgang Rabe vom Duisburger Stadtrat nicht wiedergewählt

Die Anzeige der Stadt Duisburg für die Suche nach einem neuen Rechtsdezernenten.

Die Anzeige der Stadt Duisburg für die Suche nach einem neuen Rechtsdezernenten.

Überraschungen gab es bei der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl eher an anderer Stelle

Dass Wolfgang Rabes Chancen auf eine zweite Amtszeit als Rechtdezernent nicht besonders gut, waren stand schon im Vorfeld fest. Allerdings waren die Fraktionen – allen voran die CDU – wohl offensichtlich auch innerlich zerstritten. Die von der DWG-Fraktion (Duisburger Wählergemeinschaften) beantragte „geheime Wahl“ ließ auf Überläufer aus allen Lagern schließen. Von 69 möglichen Stimmen wurde ein Stimmzettel gar nicht abgegeben, zwei enthielten sich, 22 stimmten für Rabe und 44 gegen ihn. Für Rabe immerhin noch ein achtbares Ergebnis.

Die letzte Ratssitzung vor der Kommunalwahl hatte die Wahl Wolfgang Rabes ebenso wie die Wahl von Bernd Wortmeyer als neuen Geschäftsführer der Gebag schnell abgehakt. Leidenschaftliche Diskussionen gab es an anderer Stelle. Die Sperrung der A59 (Berliner Brücke) war so ein Thema, obwohl die Stadt Duisburg eigentlich nur abwarten kann, wie sich die Verkehrsströme entwickeln in der Zeit, wo Zehntausende Kraftfahrer sich andere Wege durch Duisburg durch suchen müssen. Die DVG will zusätzliche Bahnen auf der Strecke der 903 einsetzen, um Teile dieser Verkehrströme aufzufangen. An den zusätzliche Kosten in Höhe von 940.000 Euro wird sich der Bauherr auf der Berliner Brücke, der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW), aber nicht beteiligen. Hier sind zusätzliche Gelder von der Stadt gefordert, die der Stadtrat nun absegnete. Wohl wissend – deswegen auch die Diskussionen –, dass dies bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann, den die DVG hier leisten kann.

Pläne für neue Feuerwache in Stadtmitte geplatzt
Leidenschaftlich diskutierten die Ratsleute auch den Beschluss des Bebauungsplanes „Südliche Mercatorstraße“, wo neben einer neuen Feuerwache in Mitte ein Autohaus entstehen soll. Auf dem städtischen Grundstück sind schnellstmöglich die Vorgaben des Brandschutzkonzeptes zu verwirklichen, die für den Innenstadtbereich eine neue Feuerwache vorsehen, um die Rettungszeiten für Noteinsätze einhalten zu können. Dies ist von der Hauptwache an der Wintgenstraße in Duissern aus nicht gewährleistet.

Im Vorfeld waren alle Gremien dafür gewesen, Vorgenehmigungen auch vom Rat abgesegnet worden. Das Blatt hatte sich aber nun gewendet: Die Anwohner insbesondere der angrenzenden Curtiusstraße machen seit Monaten dagegen Front, weil sie ihre Wohnqualität beeinträchtigt sehen. Eine Mehrheit auch CDU, FDP, DWG, den Grünen und zwei Linken lehnte denn auch die Verabschiedung dieses B-Planes ab. Ein Autohaus mit 50 neuen Arbeitsplätzen (und Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt) wird hier also nicht entstehen. Und die Stadt muss sich nach einem neuen Platz für eine zentrale Feuerwache umsehen, wo aus sie die schnelle Versorgung der westlichen Innenstadt, von Kaßlerfeld und Neuenkamp im Notfall für Rettungsdienst und Feuerwehr sicher stellen kann. Und mit dem Finden eines geeigneten Grundstückes ist es ja noch lange nicht getan: Erwerb und die nötigen Genehmigungen werden den Bau dann weiter verzögern.

© 2014 Petra Grünendahl

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Deutsche Oper am Rhein: „Norma“ im Theater Duisburg – Wiederaufnahme am 10. April

Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper in der Inszenierung von Werner Schroeter nach zehn Jahren wieder auf den Bühnen der Deutschen Oper am Rhein

Werner Schroeters poetische „Norma“-Inszenierung ist eine der viel beachteten Regiearbeiten des 2010 verstorbenen Film-, Opern- und Theaterregisseurs, die ihre Faszination ganz aus dem Gesang der Protagonistin und ihres sie im Innersten zerreißenden Konflikts entwickelt. In der Spielzeit 2002/03 feierte diese „Norma“ an der Deutschen Oper am Rhein Premiere und wurde 2004 zuletzt gezeigt. Am 10. April 2014 wird sie nun wieder in den Spielplan aufgenommen und ist dreimal im Theater Duisburg und ab Mai fünfmal im Opernhaus Düsseldorf zu sehen.

Morenike Fadayomi als Priesterin Norma.  Foto: Klaudia Taday.

Morenike Fadayomi als Priesterin Norma.
Foto: Klaudia Taday.

Die gallische Druidenpriesterin Norma (Morenike Fadayomi) liebt verbotenerweise den römischen Feldherrn Pollione (Calin Bratescu), mit dem sie zwei Kinder hat. Dieser will Norma für die jüngere Priesterin Adalgisa (Sarah Ferede) verlassen. Norma schwört Rache. Sie ruft zum Aufstand gegen die Besatzer auf und verspricht, eine Verräterin zu entlarven. Doch im letzten Moment opfert sie nicht Adalgisa, sondern sich selbst. Als das „Musterbeispiel einer musikalischen Tragödie“ bezeichnete Richard Wagner die Belcanto-Oper Vincenzo Bellinis.

Morenike Fadayomi debütiert in der berühmten Titelpartie der Norma, Günes Gürle als Oroveso und Sarah Ferede verkörpert Adalgisa. Neben den erfahrenen Ensemblemitgliedern der Deutschen Oper am Rhein ist Calin Bratescu als Gast in der Partie des Pollione zu erleben. Der rumänische Tenor wurde bei diversen Gesangswettbewerben ausgezeichnet und gastiert regelmäßig an den großen Opernhäusern Europas. Als Clotilde ist Ensemblemitglied Lisa Griffith zu sehen, die Partie des Flavio übernimmt Chormitglied Ingmar Klusmann. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi.

„Norma“ im Theater Duisburg:
Do 10.04. 19.30 Uhr | Sa 12.04. 19.30 Uhr | Mo 21.04. 18.30 Uhr.

„Norma“ im Opernhaus Düsseldorf:
Fr 02.05. 19.30 Uhr | So 04.05. 18.30 Uhr | Sa 10.05. 19.30 Uhr |
Do 15.05. 19.30 Uhr und So 08.06. 18.30 Uhr.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg (Telefon 0203 9407777) und Düsseldorf (Telefon 0211 8925211) sowie über www.operamrhein.de. Karten für das Theater Duisburg kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Klaudia Taday

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Antifaschistische Gruppen aus NRW kündigen eine Demonstration gegen Antiziganismus und Rassismus am 30. April 2014 an

Unter dem Motto „Duisburg, mon Amour?! – Gegen die rassistischen und antiziganistischen Zustände“ werden am 30.04.2014 antifaschistische und antirassistische Gruppen aus NRW in Duisburg demonstrieren. Die Veranstaltung wird um 18.00 Uhr am Hauptbahnhof (Portsmouthplatz) beginnen und durch die Innenstadt und Neudorf führen. Johanna Haldemann, Sprecherin des Organisationsbündnisses, erklärt zur Wahl des Datums: „Wir wollen am Vorabend des 1. Mai und knapp drei Wochen vor den Kommunal- und Europawahlen den grassierenden Antiziganismus und Rassismus in Duisburg ins Visier nehmen. Für den 1. Mai haben bekanntlich sowohl die rechtspopulistische Kleinpartei ‚Pro NRW‘ als auch die nazistische NPD rassistische Aufmärsche in Duisburg angemeldet, welche als ‚Wahlkampfhöhepunkte‘ dienen sollen. Diese Provokationen wollen wir nicht unkommentiert lassen.“

Weiter erklärt Haldemann: „Doch nicht nur rechtsradikale Gruppierungen sind für die rassistische Stimmung in der Stadt verantwortlich, welche sich seit zwei Jahren entwickeln konnte. Auch Stadtverwaltung, Polizei und Lokalpolitik agieren und äußeren sich immer wieder rassistisch. Unsere Demonstration richtet sich daher explizit auch gegen den Antiziganismus und Rassismus der ‚bürgerlichen Mitte‘, weshalb im Rahmen der Demonstration mehrere Zwischenkundgebungen an Orten stattfinden werden, von denen aus antiziganistisch und rassistisch agiert oder gehetzt wurde – so unter anderem auch vor dem Rathaus.“

In den nächsten Wochen werden in verschiedenen Städten Mobilisierungsveranstaltungen für die Demonstration stattfinden. Zudem findet sich auf der Homepage wXXw.duisburgmonamour.org, des die Demonstration veranstaltenden Bündnisses, ein Aufruf. Hintergrundtexte und weitere Informationen werde dort ebenfalls in Bälde zu finden sein.

Abschließend erläutert Haldemann zum Anliegen der Demonstration: „Die alltägliche Hetze von ‚ganz normalen Bürger*innen‘, Mordaufrufe in sozialen Netzwerken, das Verhalten der Stadtführung und Polizei, der Zulauf den rechtsradikale Gruppierungen erfahren – alle genannten Phänomene bedingen einander. Mit der Demonstration am 30. April wollen wir die skandalösen Zustände in Duisburg benennen und deutlich machen, dass wir ebendiese jetzt und in Zukunft nicht unwidersprochen hinnehmen werden!“

Für Nach- und Rückfragen ist die Initiative zeitnah unter der eMail-Adresse kontakt(at)duisburgmonamour.org zu erreichen, nach Vereinbarung stehen wir gern auch für telefonische Rückfragen zur Verfügung.

– Pressemitteilung der Emazipatorischen Antifa Duisburg und der
Initiative gegen Duisburger Zustände –

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Deutsche Oper am Rhein: Richard Wagner „Ring“ an einem Abend im Theater Duisburg

Wagner darf auch Spaß machen:
Von Loriot auf den Boden der Tatsachen und ins Jetzt geholt

Rudolf Kowalski (Erzähler), Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Duisburger Philharmoniker.
Foto: Hans Jörg Michel.

Wenn man einen Humoristen wie Loriot auf ein musikalisches Genie wie Richard Wagner loslässt, kann nur ein außergewöhnlich brillanter Abend dabei heraus kommen. Rudolf Kowalski führte mit Loriots Worten durch den Abend, erzählte ironisch, zugespitzt, aber nie respektlos von Leben und Liebe, Streit und Gier der Götter auf Walhall. Loriots Texte vereinfachen die komplizierte Handlung und machen dabei deutlich, wie nah die vorgeschichtliche Götterwelt der Sagen und Mythen eigentlich am Menschen und an menschlichen Schwächen liegt. Sehr zur Freude des Publikums, die die Erzählungen ebenso genossen wie die Stücke aus Wagners „Der Ring des Nibelungen“, die Loriot mit seinen Texten anschaulich verband.

Mit dem “Ring an einem Abend” schuf Wagner-Fan Loriot schon 1992 seine eigene Version von Wagners monumentalem Werk „Der Ring des Nibelungen“, das alljährlich in Bayreuth über vier Tage gespielt wird. Dabei kürzte er Wagners gute sechzehn Stunden Handlung auf knappe dreieinhalb Stunden (inklusive Pause) zusammen. Zwanzig Stücke aus der „Ring“-Tetralogie hatte Loriot ausgewählt, die jetzt im Theater Duisburg bei ihrer Wiederaufführung vor fast ausverkauftem Haus das Publikum begeisterten. Schon zum 100-jährigen Jubiläum des Theaters hatte die Deutsche Oper am Rhein Loriots „Ring“-Fassung auf die Duisburger Bühne gebracht. Der Erfolg von 2012 schrie förmlich nach einer Wiederaufführung.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker.
Foto: Hans Jörg Michel.

Die Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, spielten für das Publikum gut sichtbar, wenn auch „im Hintergrund“ auf der Bühne. Sowohl Wagners laute, mächtige als auch die leisen, gefühlvollen Töne waren bei ihnen in guten Händen. Die Akteure sangen nicht nur, sondern spielten den „Ring“ lustvoll, lebten ihn, wobei ihnen ihre Begeisterung für ihre Rolle anzumerken war. Sie agierten zwischen dem großen Orchester und dem Publikum. Für ihr Spiel versanken sie im Stück, eine Bühnendekoration brauchten sie nicht, um dem Publikum ihre Geschichte erlebbar zu machen.

„Die Täter im gewaltigsten Drama der Musikgeschichte sind eigentlich ganz nette Leute. Nur eine gemeinsame Leidenschaft wird ihnen zum Verhängnis. Sie wollen mehr besitzen, als sie sich eigentlich leisten können, mehr Macht, als ihnen zusteht. In blinden, lieblosem Gewinnstreben vernichten sie sich selbst und ihre Welt“, fasste Loriot in seinem „Kleinen Opernführer“ die Ring-Tetralogie Richard Wagners zusammen.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Susan Maclean (Fricka, Waltraute), Axel Kober, Marcus Jupither (Wotan), Duisburger Philharmoniker. Foto: Hans Jörg Michel

Rudolf Kowalski (Erzähler), Susan Maclean (Fricka, Waltraute), Axel Kober, Marcus Jupither (Wotan), Duisburger Philharmoniker.
Foto: Hans Jörg Michel

Das spiegelt sich auch in den Texten, die durch die Wagner’sche Handlung führen und die musikalischen Partien miteinander verbinden. Überwiegend konnte die Deutsche Oper am Rhein auf Sänger des Opern-Ensembles zurückgreifen. Siegfried wurde mit Michael Weinius als Gastverpflichtung besetzt. Als Wotan sprang kurzfristig (er ersetzte den erkrankten Stefan Heidemann) Tomasz Konieczny ein, der sichtbar mit Freude in seiner Rolle aufging. Die Riege der bekannten Gesichter reichte unter anderem von den Rheintöchtern (Anke Krabbe, Marta Márquez, Iryna Vakula), denen der Zwerg Alberich (Oleg Bryjak) das Rheingold stiehlt, über die Walküren (besonders Linda Watson als Brünhilde), Susan Maclean (Fricka), Corby Welch (Siegmund) und Heike Wessels (Sieglinde) bis hin zu Dmitri Vargin (Gunther), Elisabeth Selle (Gutrune) und Thorsten Grümbel (Hagen) aus der „Götterdämmerung“. So unmittelbar vor dem Publikum waren sie nicht nur als Sänger, sondern auch schauspielerisch sehr gefordert, standen sie doch viel direkter unter Beobachtung.

Wer sich an Richard Wagner nicht „im Original“ (ein Opernabend kann da schon mal fünf Stunden lang werden) herantraut, dem bietet Loriots „Der Ring an einem Abend“ auf jeden Fall einen guten Einstieg. Zumal er die Handlung ein wenig vereinfacht und aufs Wesentliche reduziert hat. Das macht die komplizierten Verflechtungen überschaubar. Und wer auf den Geschmack kommt, sich Wagner dann auch mal in voller Länge anzugucken, wird sicherlich Loriots feinsinnige Ironie im Hinterkopf haben und sich dann ein zweites Mal amüsieren.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Duisburger Philharmoniker.
Foto: Hans Jörg Michel.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sonntag, 6. April 2014, um 15 Uhr (AUSVERKAUFT!) und
Mittwoch, 9. April 2014, um 19 Uhr.
Außerdem steht „Der Ring an einem Abend“ am Samstag, 29. März 2014 um 19 Uhr im Opernhaus Düsseldorf auf dem Programm, ist aber bereits ausverkauft. Für den 9. April gibt noch Restkontingente an Karten, bei denen man sich aber nicht auf die Abendkasse verlassen sollte. Das schreit förmlich nach einer Wiederaufführung in der kommenden Spielzeit.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Eröffnung der Techno Classica 2014 in Essen

Noch bis Sonntag automobile Träume in den Essener Messehallen

Als die Autos laufen lernen (1886), fingen sie dann auch schon ziemlich schnell an, um die Wette zu laufen. Mercedes-Benz feiert in diesem Jahr auf der Techno Classica immerhin 120 Jahre Motorsport. Seit 1894 messen sich die Stuttgarter im Kampf um „schneller, weiter, zuverlässiger“ – und haben dabei schon manch einen Sieger hervorgebracht. Immerhin 36 Rennwagen aus diesen 120 Jahren präsentieren sie an ihrem Stand in Halle 1. Über die Messehallen verstreut finden sich Sonderausstellungen zum Thema 110 Jahre Rolls-Royce, 100 Jahre Maserati, 95 Jahre Zagato und noch das einige Schmankerl mehr: Da sollte man schon viel Zeit mitbringen.

„Wir geben uns Mühe, die Techno Classica jedes Jahr neu zu machen“, zitierte S.I.H.A.-Pressesprecher Johannes Hübner bei der Pressekonferenz den S.I.H.A.-Vorstand Stefan P. Eck, der neben Anton Leon Franssen für diese weltweit größte Klassiker-Messe verantwortlich ist. Zum 26. Mal trifft sich die Oldtimerszene in diesem Jahr auf der Techno Classica in Essen, die mit 27 Fahrzeug-Marken in diesem Jahr einen neuen Rekord feiert. Rund 1.250 Aussteller aus 130 Nationen, davon gut die Hälfte aus dem Ausland, bestücken die Messenhallen mit Oldtimern, Accessoires, Service-Angeboten, Werkstattausrüstung und Restaurierung, Ersatzteilen und Pflegeprodukten. Mit 220 Oldtimer-Clubs und Interessengemeinschaften sind aber auch für alle Marken Ansprechpartner da, die Interessenten gute Tipps zum Einstieg ins automobile Hobby geben können. Die Messe Essen erwartet rund 190.000 Besucher in den viereinhalb Messetagen.

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„Oldtimer sind eine gute Wertanlage, kein Spekulationsobjekt“, betonte S.I.H.A.-Geschäftsführer Anton Leon Franssen. Auch wem das nötige Kleingeld zum Anlegen fehlt: Auf Hochglanz polierte automobile Träume laden auch einfach nur zum Schauen ein. Und Gucken kostet ja bekanntlich nix – oder nicht gar so viel.
Noch bis Sonntag, 30. März 2014, ist die Techno Classica in den Hallen der Messe Essen geöffnet: Täglich von 9 bis 18 Uhr (Freitag sogar bis 19 Uhr). Der Eintrittspreis beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Kinder bis 14 Jahren 12,50 Euro. Weitere Informationen gibt es hier: Die größte Klassiker-Messe der Welt.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Syncreons CKD-Logistikzentrum für Volkswagen in Duisburg-Kaßlerfeld eingeweiht

Mit Ausmaßen von 180 x 126 Metern schon sehr beeindrucken, die neue Lagerhalle in Kaßlerfeld. Außenaufnahme: siehe Header-Foto.

Mit Ausmaßen von 180 x 126 Metern schon sehr beeindrucken, die neue Lagerhalle in Kaßlerfeld. Außenaufnahme: siehe Header-Foto.

Volkswagen beliefert von hier aus die Welt
Nachdem Audi sein Logistikzentrum in Wanheim-Angerhausen bereits im vergangen Jahr in Betrieb genommen hatte, war jetzt auch endlich die Einweihung bei Volkswagen in Kaßlerfeld. Erst seit November 2013 stand fest, wer für die Wolfsburger das Duisburger Logistikzentrum betreiben sollte: Syncreon. Zum 1. April wird nun der Betrieb anlaufen.

Einweihung des neuen Logistikkomplexes von VolkswagenBereits im März 2012 hatten Volkswagen und Audi erste Kontakte zum Duisburger Hafen geknüpft. Beide Automobilhersteller suchten nach dem idealen Standort für ein CKD-Logistikzentrum, von dem aus Einzelteile für die Automobilproduktion nach Übersee konfektioniert und verschifft werden sollten. „CKD“ ist die Abkürzung für „Completely Knocked Down“ und steht für die Bauteile, die zur Montage an einen anderen Ort gebracht werden. Für Audi war man recht schnell im logport II in Wanheim-Angerhausen fündig geworden. Volkswagen konnte man aber dort aus Platzgründen nicht mehr ansiedeln. Schließlich war Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG, auf die Idee mit dem Grundstück in Kaßlerfeld gekommen. Das Konzept von duisport überzeugte die Wolfsburger schließlich. Als Entwickler der Immobilie holte man den weltweit tätigen Immobilienkonzern Goodman, dessen deutsche Hauptniederlassung im benachbarten Düsseldorf liegt, mit ins Boot. In knapp sieben Monaten Bauzeit zog die Firma Goldbeck für Goodman einen Lagerbau hoch, der die hohen Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit erfüllte, wie Jordan Corynen, Direktor von Goodman Deutschland, in seinem Grußwort hervorhob. Über 10 Mio. Euro hat Goodman am Standort Duisburg investiert. Die Immobilie wurde nun an Syncreon übergeben: „Stolz bin ich schon“, erklärte Michael Neumann, President Automotive bei Syncreon, über die erste Zusammenarbeit mit Volkswagen: „Wir freuen uns und nehmen die Herausforderung an.“ Der weltweit tätige Logistikdienstleister organisiert schon für einige andere Automobilhersteller weltweit die Warenströme. Duisburg ist der 35. Standort des Unternehmens für Automobillogistik in Europa.

Viele Köche verderben den Brei?

Oberbürgermeister Sören Link, Jordan Corynen (Goodman), Astrid Lühring (Volkswagen), Erich Staake (Duisburger Hafen) und Michael Neumann (Syncreon)

Oberbürgermeister Sören Link, Jordan Corynen (Goodman), Astrid Lühring (Volkswagen), Erich Staake (Duisburger Hafen) und Michael Neumann (Syncreon)

Trotz der Vielzahl der Beteiligten – vom Entwickler Goodman mit Goldbeck als Generalunternehmer für den Bau über die Duisburger Hafen AG als Eigentümer des Grundstücks und avisierter Transportdienstleister sowie Syncreon als Dienstleister für die Inhouse-Logistik bis hin zu Volkswagen als Kunden und Auftraggeber – waren alle voll Lobes über die gute Zusammenarbeit, reibungslose Abwicklung aller Formalitäten zur erfolgreichen Ansiedlung und Realisierung derselben. Gute Zusammenarbeit bescheinigten die „Köche“ aber auch der Stadt als Genehmigungsbehörde und dem Jobcenter für die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter. Rund 230 Arbeitsplätze sollen hier im Vollbetrieb neu entstehen. „Ich gebe Ihr Lob gerne an meine Mitarbeiter weiter“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link, der sich nach Audi über die zweite große Neuansiedlung aus der Automobilbranche in Duisburg freute.

Sie haben die erste Kiste für den Versand fertig gemacht: Michael Neumann (Syncreon), Astrid Lühring (Volkswagen), Erich Staake (Duisburger Hafen), Oberbürgermeister Sören Link und Jordan Corynen (Goodman).

Sie haben die erste Kiste für den Versand fertig gemacht: Michael Neumann (Syncreon), Astrid Lühring (Volkswagen), Erich Staake (Duisburger Hafen), Oberbürgermeister Sören Link und Jordan Corynen (Goodman).

Von den 24.000 qm Lager- und Logistikflächen werden demnächst ca. 24 Container pro Woche Richtung Seehäfen in Rotterdam und Antwerpen auf die Reise gehen. Bei Vollauslastung des Logistikzentrums werden dann etwa 100 Container in den Versand gegeben. „Wir beliefern von hier aus die Welt“, verkündete Astrid Lühring, Leiterin Internationale Logistik bei Volkswagen. Rund 4.000 Teilenummern werden in den Hochregalen gelagert und für die Lieferungen in dreißig Fertigungsstätten von VW in aller Welt zusammengestellt und verschickt. In die Seehäfen geht es schwerpunktmäßig über Schiene und Wasser, in Ausnahmefällen auch per Lkw. Dafür wurde eine neue Abfahrt an der A40 angelegt. Für die Transportlogistik zeichnet der Duisburger Hafen verantwortlich.

Hafenchef Erich Staake betonte: "Das war Teamarbeit!"

Hafenchef Erich Staake betonte: „Das war Teamarbeit!“

Der Schwerpunkt liegt auf den Volumenmodellen der Wolfsburger: Passat, Golf und Polo. Wachstum auf den Automobilmärkten findet heutzutage weniger in Europa, sondern vielmehr in Übersee statt. Die Zulieferer jedoch sitzen vielfach in Deutschland und produzieren hier für den Weltmarkt. Eine Zweigproduktion von Komponenten vor Ort rechnet sich für die Zulieferindustrie kaum. Um Rentabilität und Qualität der Teile sicherzustellen, werden sie besser hier produziert und dann verschifft. Dass viele dieser Automobilzulieferer im Sauerland, im Siegerland und im Bergischen Land ansässig sind, war mit Sicherheit auch mit ausschlaggebend für die Wahl eines Standortes in NRW. Zumal die duisport-Gruppe um Hafenchef Erich Staake – „das war Teamarbeit!“ – mit einem integrierten Logistik-Konzept punkten konnte, das auf Multimodalität setzt. „Wir sind hier gut aufgestellt. Die Ansiedlung von Volkswagen bedeutet eine weitere Stärkung des Standortes“, so Staake.

Duisburg wird zur Autostadt
Neben den beiden CKD-Logistikzentren für Volkswagen und Auto beitreibt Yusen Logistics im logport I in Rheinhausen Automobillogistik für Bentley und Nissan. Bereits seit 2005 gibt es im logport I ein Autoterminal, auf dem fertige Autos verladen werden. Hier ist nicht Yusen Logistics der Betreiber, obwohl die Japaner weltweit drittgrößter Anbieter in diesem Segment sind, sondern die BLG Logistics Group (1877 als Bremer Lagerhaus-Gesellschaft gegründet), die 2009 den Bremer Automobillogistiker E. H. Harms und unter anderem dessen Standort in Duisburg übernommen hatten. Das Autoterminal ist mit einem Technikzentrum für Automobildienstleistungen (technische Aufbereitung) kombiniert. Die riesigen Parkflächen auf dem 170.000 qm großen Areal befinden sich übrigens dort, wo früher die Kokerei des Stahlwerks stand.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (im Text), Goodman (im Header)

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Wagner/Loriot: „Der Ring an einem Abend“ ab 26. März in Duisburg und Düsseldorf

Loriots Kurzfassung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ im März und April auf den Bühnen der Deutschen Oper am Rhein – Restkarten erhältlich

Nach der erfolgreichen Aufführung anlässlich des 100. Duisburger Theaterjubiläums in der vergangenen Spielzeit ist Loriots einzigartige „Ring“-Paraphrase erneut unter der Leitung von Axel Kober mit den Duisburger Philharmonikern, dem Kommentator Rudolf Kowalski und einem Wagner-kundigen Sängerensemble ab dem 26. März in Duisburg und Düsseldorf zu erleben.

Foto: Hans Jörg Michel

Foto: Hans Jörg Michel

In augenzwinkernder Loriot-Manier führt Schauspieler Rudolf Kowalski (bekannt aus den TV-Krimiserien „Stolberg“, „Bella Block“, „Tatort“ und diversen Loriot-Sketchen) in weniger als vier Stunden durch die komplexe Handlung des sonst sechszehnstündigen Opernzyklusʹ „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Alles Wissenswerte zum Raub des Rheingolds, zur unheilvollen Macht des Rings, über Geschwisterliebe, Väter und Töchter, kräftige Naturburschen und den drohenden Weltuntergang sind von Loriot werkkundig und respektvoll auf eine Abendlänge komprimiert und mit launisch-geistreichen Kommentaren versehen worden.

Neben Ks. Linda Watson als Brünnhilde, Ensemblemitglied und international gefragte Wagner-Interpretin, stehen die renommierten Gastsolisten Heike Wessels (Sieglinde) und Michael Weinius (Siegfried), die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Axel Kober und Wagner-erfahrene Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein auf der Bühne: Corby Welch als Siegmund, Ks. Stefan Heidemann als Wotan, Susan Maclean als Fricka und Waltraute, Anke Krabbe (Woglinde, Helmwige), Marta Márquez (Wellgunde, Rossweisse), Thorsten Grümbel (Hagen), Bruce Rankin (Loge), Iryna Vakula (Flosshilde, Siegrune), Oleg Bryjak (Alberich), Johannes Preißinger (Mime), Maria Kataeva (Schwertleite), Dmitri Vargin (Gunther) und Elisabeth Selle (Ortlinde, Gutrune) sowie die Opernstudiomitglieder Jessica Stavros als Gerhilde und Hagar Sharvit als Grimgerde.

Die Vorstellungen am 29. März im Opernhaus Düsseldorf und am 6. April im Theater Duisburg sind bereits ausverkauft, für den 26. März und den 9. April, jeweils im Theater Duisburg, gibt es noch Restkarten.

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„Der Ring an einem Abend“ – Termine:
Mi 26.03. 19.00 Uhr | So 06.04. 15.00 Uhr | Mi 09.04. 19.00 Uhr – im Theater Duisburg
Sa 29.03. 19.00 Uhr – im Opernhaus Düsseldorf

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0203 9407777 oder 0211 8925211 sowie über http://www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Hans Jörg Michel

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Yusen Logistics eröffnet vierte Hallenerweiterung im logport I in Duisburg-Rheinhausen

Zweitgrößter Kunde der duisport-Gruppe will neue Kundensegmente erobern
Einweihung des neuen Logistikkomplexes von YusenStilecht, wie es sich für eine japanische Firma gehört, eröffnete eine Truppe von Wadakyo-Taiko-Trommlern die Einweihungsfeierlichkeiten für das neues Logistikzentrum von Yusen Logistics. Nach Grußworten von Erich Staake, dem Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG, und Hiromitsu Kuramoto, Präsident von Yusen Logistics, rundete eine Kagami-wari-Zeremonie den japanischen Part ab.

Von links: Hiromitsu Kuramoto, President of Yusen Logistics, Seiji Yuzen, Managing Director of Yusen Logistics Germany, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, und Kunihiko Miyoshi, Managing Director of Yusen Logistics Europe, laden zur Kagami-wari-Zeremonie. Foto: Petra Grünendahl.

Von links: Hiromitsu Kuramoto, President of Yusen Logistics, Seiji Yuzen, Managing Director of Yusen Logistics Germany, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, und Kunihiko Miyoshi, Managing Director of Yusen Logistics Europe, laden zur Kagami-wari-Zeremonie. Foto: Petra Grünendahl.

Erst vor knapp einem Jahr hatten Hafenchef Erich Staake und Seji Yuzen, Geschäftsführer der Yusen Logistics (Deutschland) GmbH, mit dem Doppelspaten den ersten Sand auf dem neuen Baugrundstück bewegt. Nun feierten die Japaner die Einweihung des neuen 26.000 qm großen Hallenkomplexes, ihrer vierten Erweiterung im logport I in Rheinhausen. Insgesamt verfügen sie nun über fund 70.000 qm Hallenflächen.

Erich Staake und Kunihiko Miyoshi im Gespräch mit dem WDR.

Erich Staake und Kunihiko Miyoshi im Gespräch mit dem WDR.

So langsam schließen sich im logport I auf dem ehemaligen Werksgelände der Krupp Hüttenwerke Rheinhausen die letzten Baulücken. Komplett vermarktet sind die Areale bereits. Noch bestehende Freiflächen sind Reserven von bereits angesiedelten Unternehmen, die noch Expansionsbedarf haben. Yusen Logistics wird seinen Mitarbeiterstamm von rund 300 Leuten in Duisburg (inkl. Leiharbeiter) mit der Erweiterung um weitere 100 aufstocken. Insgesamt arbeiten heute bei den Unternehmen, die sich im logport I angesiedelt haben, mit knapp 4.000 Menschen doppelt so viele wie zuletzt im 1993 geschlossenen Hüttenwerk. Dass im Stahlwerk zu besten Zeiten in den 60-er Jahren mal 16.000 Menschen in Lohn und Brot standen, ist eine andere Geschichte …

Einweihung des neuen Logistikkomplexes von YusenAls Erich Staake 1998 den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG übernahm, wurden Pläne konkret, das Gelände des ehemaligen Hüttenwerks für Logistikansiedlungen zu nutzen. Yusen Logistics war damals, 1998, noch unter dem Namen „New Wave Logistics“ der erste Kunde, der sich im logport I ansiedelte: die aufbereiteten Hallen an der Marseiller Straße noch aus dem Bestand des Hüttenwerks übernahmen die Japaner dann am 1. März 1999. Schon ein Jahr später wurden die ersten Erweiterungen geplant. Am 15. März letzten Jahres legten Erich Staake und Seji Yuzen den Grundstein für die vierte Erweiterung. Staake blickte nun auf 15 Jahre erfolgreiche Partnerschaft mit einem der weltweit größten Logistikdienstleister zurück, die sich in Duisburg eine wichtige Basis für ihr Europageschäft errichtet haben und diese bei Bedarf erweitern.

Foto: Rolf Köppen/duisport

Foto: Rolf Köppen/duisport

Größter Kunde von Yusen Logistics ist Mitsubishi Electric, deren Europazentrale im benachbarten Ratingen angesiedelt ist. Ein weiteres wichtiges Standbein ist die Automobillogistik. Für Bentley und Nissan werden Teile für die Produktion, die von Übersee (via Rotterdam) kommen, in die europäischen Werke nach England und Spanien verschifft. Von den Hallenflächen des neuen Lagerkomplexes sind rund 10.000 qm als Crossdock-Flächen speziell für die Automobil- und Zulieferindustrie für die Konsolidierung von Komponenten und die Just-in-time-Belieferung der Werke eingerichtet. Weitere 10.000 qm sind Regallagerflächen für Kontraktlogistik. Von besonderer Bedeutung für duisport ist ein etwa 6.000 qm großes Gefahrgutlager. „Sobald alle Genehmigungen vorliegen und wir unter Vollauslastung fahren, werden hier 4.500 Tonnen Gefahrenstoffe fachgerecht gelagert und verschifft werden können“, erklärte Mathias Schaeffer, Leiter Kontraktlogistik bei Yusen Logistics in Duisburg. Es ist zwar nicht das erste Gefahrgutlage im Duisburger Hafen, es ergänzt jedoch die Bandbreite möglicher Logistikdienstleistungen um bedeutende Lagerkapazitäten.

Von links: Seiji Yuzen, Managing Director of Yusen Logistics Germany, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, Hiromitsu Kuramoto, President of Yusen Logistics, und Kunihiko Miyoshi, Managing Director of Yusen Logistics Europe. Foto: Rolf Köppen/duisport.

Von links: Seiji Yuzen, Managing Director of Yusen Logistics Germany, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, Hiromitsu Kuramoto, President of Yusen Logistics, und Kunihiko Miyoshi, Managing Director of Yusen Logistics Europe. Foto: Rolf Köppen/duisport.

„Die Erweiterung angrenzend an unsere bestehenden Logistikanlagen ist für uns ein wichtiger Schritt, der uns neue Servicemöglichkeiten und Logistikangebote für unsere Kunden in Deutschland und Europa ermöglicht“, hob Seiji Yuzen, Managing Director der Yusen Logistics GmbH, die strategische Bedeutung des Neubaus hervor. In die letzte Erweiterung hatte der Duisburger Hafen rund 16 Mio. Euro investiert. Yusen ist Mieter auf dem Hafenareal. „Wir organisieren den Containertransport vom Lager zum Containerterminal mittlerweile mit eigenen Fahrzeugen“, machte Schaeffer Yusens Bekenntnis zum Standort logport I deutlich. Am Containerterminal D3T ist Yusen Logistics sogar als Partner beteiligt. Auch hier spiegelt sich die Bedeutung des Standortes im weltweiten Logistiknetzwerk der Japaner.

© 2014 Petra Grünendahl Fotos: Petra Grünendahl (4), Rolf Köppen/duisport (2)

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Duo Mos spielte „Dreimal S“: Perfekte Harmonie von Klavier und Violine

Kammermusik-Nachmittag mit
Natalia Demina (Violine) und Olga Andryushchenko (Klavier)

Olga Andryushchenko am Klavier, Natalia Demina mit der Violine.

Olga Andryushchenko am Klavier, Natalia Demina mit der Violine.

Kammermusik mit ihrer sparsamen Instrumentierung in einer Kirche mit ihrer besonders klangvollen Akustik hat ihren Reiz. Nur mit Violine und Klavier setzte das Duo Mos in ihrem Programm „Dreimal S“ mit Sonaten der Komponisten Franz Schubert, Robert Schumann und Richard Strauss eine enorme klangliche Vielfalt um: Vom lebhaften Schubert über den sehr getragenen und „schweren“ Schumann bis hin zum zuweilen orchestralen Strauss reichte die Bandbreite.

Die Duisburger Violinistin Natalia Demina in Action.

Die Duisburger Violinistin Natalia Demina in Action.

Nach zwei Solokonzerten spielte die Krefelder Pianistin Olga Andryushchenko nun zum ersten Mal gemeinsam mit ihrer Partnerin vom Duo Mos, der Duisburger Violinistin Natalia Demina, einen Kammerkonzert-Nachmittag in der Ev. Friedenskirche in Krefeld. Die beiden Musikerinnen, beide Meisterinnen ihres Instruments, ergänzen sich: Nicht der Gleichklang, sondern teils gegenläufige Harmonien faszinieren absolut perfekt umgesetzt das Publikum. So müssen sich die Komponisten den Vortrag ihrer Werke vorgestellt haben. Ein begeistertes Publikum feierte das Duo mit tosendem Applaus.

Olga Andryushchenko und Natalia Demina (von links).

Olga Andryushchenko und Natalia Demina (von links).

Die beiden aus Moskau stammenden Musikerinnen hatten sich hatten sich bereits im Grundschulalter an der Zentralen Musikschule für hochbegabte Kinder kennengelernt. Nach ihrem Studium am Moskauer Tschaikowski Konservatorium verloren sie sich aus den Augen, bis sie sich vor wenigen Jahren – beide waren inzwischen nach Deutschland gezogen – am Kölner Hauptbahnhof trafen. Aus dem Wunsch, auch wieder gemeinsam Musik zu machen, gründeten sie das „Duo Mos“, als das sie nun deutsche und internationale Bühnen bespielen. Und ihre Gastspiele gerade auf kleinen Bühnen mit solch einer Akustik, wie der Kirchenraum sie bietet, sind dabei ein absoluter Genuss.

Verantwortung der Kirche für Kultur

Friedenskirche Krefeld.

Friedenskirche Krefeld.

„Nachdem wir 1999 das neue Gemeindezentrum gebaut hatten, haben wir angefangen, hier neben Vorträgen und Ausstellungen auch Konzerte zu veranstalten“, erzählte Pfarrer Michael Windhövel. „Wir übernehmen damit als Kirche auch Verantwortung für die Kultur.“ Konzertveranstaltungen reichen dabei von klassischer Musik über Folk, Blues und Jazz bis hin zur Rockmusik, wobei letztere Konzerte eher im Gemeindehaus stattfinden. Mit dem Programm „Kultur.Punkt“ hat sich die Evangelische Kirchengemeinde über Krefeld hinaus einen Namen gemacht. Dadurch kann man gerade in diesem Jubiläumsjahr – die Friedenskirche wird 140 Jahre alt – ein herausragendes Kulturprogramm rund um Jubiläumsfeierlichkeiten im September anbieten.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Oper am Rhein: Giacomo Puccinis „Tosca“ im Theater Duisburg

Tosender Applaus belohnte Akteure für eine exzellente Aufführung

Morenike Fadayomi (Tosca), Gustavo Porta (Cavaradossi). Foto: Hans Jörg Michel.

Morenike Fadayomi (Tosca), Gustavo Porta (Cavaradossi). Foto: Hans Jörg Michel.

Rom im Jahr 1800: die Kirche Sant’Andrea della Valle nahe der Engelsburg (Castel Sant’Angelo), aus der der eingekerkerte Republikaner Angelotti (Günes Gürle) geflohen ist. Der Maler Mario Cavaradossi (Calin Bratescu) malt hier im Auftrag der Kirche an einer Madonna. Er kennt Angelotti und versteckt ihn, als seine Geliebte Tosca (Morenike Fadayomi) anklopft. Sie ist eifersüchtig, als Cavaradossi etwas länger braucht, um die Tür zu öffnen. Sie vermutet eine andere Frau, die sie in den Augen des Madonnen-Bildnisses zu erkennen glaubt.

Die Wiederaufführung von Giacomo Puccinis “Tosca”, einem Melodrama in drei Akten, fand im Rahmen der 35. Duisburger Akzente statt. Der Text (Libretto) in italienischer Sprache stammt von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa. Grundlage der Oper ist das Drama „La Tosca“ von Victorien Sardou mit einer fiktiven Handlung vor historischem Hintergrund: Napoleon Bonaparte kämpft an diesem Tag mit seinem Heer in Norditalien bei Marengo gegen Monarchisten und die Kirche, die Königin Maria-Carolina unterstützt. Zunächst verliert Napoleon die Schlacht, dann leben die Kämpfe wieder auf, das Blatt wendet sich – bis später am Tag Napoleon gesiegt hat. Übertitel über der Bühne erleichtern den Zuschauern, die Handlung zu verfolgen. Das Stück aus dem Repertoire der Rheinoper dauert ca. 2 ½ Stunden (mit Pause).

Boris Statsenko (Scarpia), Rolf Broman (Sciarrone), Morenike Fadayomi (Tosca). Foto: Hans Jörg Michel.

Boris Statsenko (Scarpia), Rolf Broman (Sciarrone), Morenike Fadayomi (Tosca). Foto: Hans Jörg Michel.

In Rom erlebte „Tosca“ seine Uraufführung – 100 Jahre nach den historischen Ereignissen, die den Rahmen bilden. Puccini hatte diese Oper eigentlich schon viel früher fertig, wartete aber mit der Aufführung bis ins Jahr 1900. Geändert hatte sich an den politischen Verhältnissen in diesen 100 Jahren wenig: Die Macht hatten König und Kirche, republikanische und revolutionäre Kräfte wurden unterdrückt. Puccinis Sympathien lagen auf Seiten der Republikaner, das Stück war ein Plädoyer für Freiheit und gegen die Unterdrückung im Namen Gottes. So wurde es auch von Puccinis Gegnern in Kritik und Publikum verstanden und entsprechend verrissen. Was seiner Popularität aber keinen Abbruch tat.

Unpolitisches Publikum hingegen (oder vielmehr ein solches, welches sich nicht angegriffen fühlte) liebte das Stück – von Anfang an. Der aufrechte Maler Cavaradossi, der mit Malereien für die Kirche sein Brot verdient, aber mit der Sache der Republikaner sympathisiert, und seine eifersüchtige Geliebte, die schöne Sängerin Floria Tosca, der geflohene Revolutionär Angelotti und der Kirchenmann Baron Scarpia (Boris Statsenko), Inquisitor mit leiblichen Begierden und scharf auf die Geliebte des Malers, – das ist der Stoff für großes Theater: Liebe, Leidenschaft und politische Brisanz. Inszeniert in einer Perfektion und Pracht, in die man sich auch heute noch gut verlieren und genießen kann. Und wozu sich das Publikum im – zu Recht! – nahezu ausverkauften Theater Duisburg auch gerne hinreißen ließ.

Morenike Fadayomi (Tosca), Rolf Broman (Sciarrone), Gustavo Porta (Cavaradossi). Foto: Hans Jörg Michel.

Morenike Fadayomi (Tosca), Rolf Broman (Sciarrone), Gustavo Porta (Cavaradossi). Foto: Hans Jörg Michel.

Scarpia hat Cavaradossi in seine Gewalt gebracht und foltert ihn, um Angelottis Aufenthaltsort zu bekommen. Der Maler jubelt, als die Nachricht von Napoleons Sieg kommt. Scarpia ordnet daraufhin seine Hinrichtung an. Angelotti war von seinen Häschern ebenfalls gefasst worden. Er begeht Selbstmord, seine Leiche wird als Warnung an der Engelsburg am Galgen aufgehängt. Die verzweifelte Tosca fleht um das Leben ihres Geliebten. Scarpia willigt in eine Scheinhinrichtung ein, wenn sie ihm zu Willen ist. Nachdem alles arrangiert ist und sie den Brief, der ihr und ihrem Liebsten freies Geleit zusichert, in Händen hat, wird Scarpia zudringlich. Sie ersticht ihn.
Tosca weiht Cavaradossi in die Pläne ein und leitet ihn an, nach den Schüssen auf ihn gekonnt zu fallen. Als das Erschießungskommando am nächsten Morgen die „Exekution“ vollzogen hat, muss Tosca feststellen, dass Scarpia sie betrogen hat: Cavaradossi ist tot. Verzweifelt stürzt sie sich anschließend von der Engelsburg in den Tiber, in den Tod.

Boris Statsenko (Scarpia), Morenike Fadayomi (Tosca). Foto: Hans Jörg Michel.

Boris Statsenko (Scarpia), Morenike Fadayomi (Tosca). Foto: Hans Jörg Michel.

Die brillante Inszenierung von Dietrich Hilsdorf läuft bereits in der dreizehnten (!) Spielzeit bei der Deutschen Oper am Rhein, hat aber noch nichts von ihrer Faszination verloren. Für Bühnengestaltung und Kostüme zeichnet Johannes Leiacker verantwortlich. Der erste Akt in der Kirche Sant’Andrea della Valle ist ganz in napoleonischen Kostümen gehalten. Nach der Pause geht es im zweiten Akt im Palazzo Farnese, der Residenz von Baron Scarpia, im Stil der vorletzten Jahrhundertwende weiter: mit Kostümen, die von der Zeit der Uraufführung inspiriert sind. Hier spannt Regisseur Hilsdorf ganz bewusst den Bogen vom Zeitpunkt der Handlung zur Gegenwart des Komponisten, in der die politischen Verhältnisse noch immer ähnlich waren. Der Übergang zum dritten Akt ist fast fließend: Ein Vorhang geht hoch und wir befinden uns an der Engelsburg direkt am Tiber, wo eine Puppe (als Angelotti) am Galgen hängt. Im Hintergrund erkennen wir schemenhaft den Petersdom.

Die Duisburger Philharmoniker legten unter der musikalischen Leitung von Gastdirigent Enrico Dovico wieder einmal ein herausragendes Zeugnis ihrer Spitzenklasse ab. Die sängerisch wie schauspielerisch glänzend aufgelegten, leidenschaftlich agierenden Ensemble-Sänger der Deutschen Oper am Rhein unterstützte der Chor der Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig sowie der Kinder- und Jugendchor St. Remigius Düsseldorf-Wittlaer unter der Leitung von Petra Verhoeven.

Ein Termin steht bis zum Ende dieser Spielzeit noch an im Theater Duisburg:
Dienstag, 27. Mai 2014, um 19:30 Uhr.
Einen Besuch ist diese tolle Inszenierung definitiv wert!

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Loveparade-Strafverfahren: Zustellung der Anklageschrift

Drei Monate Frist zur Stellungnahme

Im Loveparade-Strafverfahren ist die Zustellung der Anklageschrift an die Beschuldigten und deren Verteidiger veranlasst worden. Sie haben nunmehr Gelegenheit, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern. Dazu hat ihnen der Vorsitzende eine Frist von drei Monaten eingeräumt.

Gleichzeitig mit den Beschuldigten erhält ein Großteil derjenigen, die eine Zulassung als Nebenkläger beantragt haben, die Anklageschrift zugestellt. Wegen des sich aus dem Aktenumfang ergebenden technischen und organisatorischen Aufwandes erhalten einige dieser Antragsteller die Anklageschrift jedoch erst im Verlauf der nächsten Wochen.

In der weiteren Folge wird die Kammer als Abschluss des derzeit laufenden Zwischenverfahrens über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Angesichts des Umfangs der Akten wird das Zwischenverfahren nicht innerhalb weniger Monate abzuschließen sein.

Sobald bestätigt ist, dass die Angeklagten und Verteidiger die Anklageschrift erhalten haben, wird die Pressestelle durch gesonderte Presseerklärung näher über die Beschuldigten und die gegen sie erhobenen Vorwürfe informieren.
(Aktenzeichen: 35 KLs 5/14)

– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg –

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Duo Mos: Die Duisburger Violinistin Natalia Demina spielt am 16. März Dreimal „S“ in der Friedenskirche Krefeld

Flyer-Duo-Mos16.03.14

Das „Duo Mos“ sind die Moskauer Künstlerinnen Natalia Demina (Violine) und Olga Andryushchenko (Klavier), die heute in der Rhein-Ruhr-Region zuhause sind. Die kennen sich seit dem siebten Lebensjahr, als sie die gleiche Klasse an der Zentralen Musikschule für hochbegabte Kinder besuchten, die dem Moskauer „Tschaikowski Konservatorium“ (Musik-Hochschule) angeschlossen ist.
Nach dem Studium in Moskau haben sie sich dann aber aus den Augen verloren. Eines Tages, im Jahre 2005, trafen sie sich wieder: am Kölner Hauptbahnhof. Beide waren auf dem Weg zu ihren eigenen Konzerten. Und sie beschlossen, wieder zusammen Musik zu machen. Heutzutage bespielen sie als „Duo Mos“ (von „Moskau“, der gemeinsamen Heimatstadt) die internationalen Bühnen. Andryushchenko lebt in Krefeld, Demina in Duisburg und unterrichtet u. a. an der Städtischen Musikschule in Krefeld Violine.

Am Sonntag, 16. März 2014, geben sie ihre Visitenkarte in
Krefeld in der Friedenskirche, Luisenplatz 1, ab. Dort gastieren sie
um 16 Uhr (Einlass 15.30 Uhr) mit dem Programm
Dreimal „S“ – Schubert, Schumann, Strauss.

In ihrem etwa 90-minütigen Kammermusikprogramm (zzgl. Pause) spielen Demina und Andryushchenko Sonaten von Franz Schubert (1797-1828), Robert Schumann (1810-1856) und Richard Strauss (1864-1949).

Im Vorverkauf kosten die Karten 7 Euro (zzgl. Gebühren), an der Konzertkasse 10 Euro.
https://www.friedenskirche-krefeld.de/kultur7/event/6-dreimal-s-schubert-schumann-strauss.html

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Natalia Demina
stammt aus Moskau und lebt heute als freischaffende Musikerin in Duisburg. Sie ist eine der vielseitigsten Geigerinnen in der aktuellen Musikszene. Zu ihren Engagements zählen nicht nur Solo- und Kammermusikkonzerte, sondern auch die Zusammenarbeit mit großen Symphonieorchestern, mit Ensembles für Neue Musik oder mit Solisten aller Couleur. Mehr über die Künstlerin erfahren Sie im Internet unter www.natalia-demina.de.

Auch Olga Andryushchenko
stammt aus Moskau. Sie lebt in Krefeld und ist als Pianistin sowohl solo wie auch in verschiedenen Ensembles auf internationalen Bühnen zu Hause. Mehr Infos über sie gibt es unter www.olga-andryushchenko.de.

pet 2014

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Die Scheinheilige und ihr Narr – Konni Hendrix und Judas Thomas Kuhl wollen Buch veröffentlichen

Von Jürgen Rohn (mit TV-Kritik von Petra Grünendahl)
https://www.lopa-2010.de/2014/03/07/duisburg-die-scheinheilige-und-ihr-narr-konni-hendrix-und-judas-thomas-kuhl-wollen-buch-veroeffentlichen/

kuhl_titelbild-300x199“Sie hatte mir weinend von ihrem Stalker erzählt und mir ein Manuskript ihrer Aufzeichnungen überlassen. Connies Kampf um die Gedenkstätte und ihr Stalker,
das wollten wir in Buchform bringen.” Eigentlich wundert es nicht, dass Thomas Kuhl so reagiert, sich einsetzt als Narr für seine Scheinheilige Konni Hendrix. Er ist einer der vielen Opfer, die leichtgläubig einer Betrügerin auf den Leim gingen. Hendrix ist mittlerweile bekannt.  Berüchtigt wurde sie als Frontfrau eines fragwürdigen Loveparade-Betroffenenvereins. Der ging pleite, musste durch Dritte liquidiert werden. “Never Forget den Opfern der Loveparade” machte seinerzeit weniger Schlagzeilen für den Kampf um eine würdige Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade. Ständig waren Auseinandersetzungen um Konni Hendrix das Thema, bis die Presse dann genug hatte.

Die blondierte Mitvierzigerin aus Oberhausen hat als Mobberin Schlagzeilen geschrieben. Aus Mediengeilheit ging sie in der Vergangenheit sprichwörtlich über Leichen, nur um Beachtung zu finden. Aber die Scheinheilige findet nach wie vor hauptsächlich ältere Männer, die ihrem Charme, ihren Tränen erliegen. Und die dann glauben, sich für eine gerechte Sache einzusetzen.

Narr Thomas Kuhl bezeichnete dann, wen wundert es, Jürgen Rohn öffentlich als Verleumder. Fakten interessieren Kuhl scheinbar nicht. Er, Kuhl, hätte recherchiert. Man könne ihm nichts erzählen. „ein vollidiot wichst mir hier die bude voll… ich habs gelöscht damit sich niemand infiziert“, erklärt er auf Facebook zu Rohns Gegendarstellung und setzt nach “ich habe jürgen rohns verleumdungen gelöscht und ihn von facebook blockieren lassen“.

Suchen wir mit den geneigten Lesern, wer Herr Kuhl eigentlich ist. Was ihn befähigt zur angeblichen Recherche. Was ihn zum Buchautor macht. Kuhl, der einen Höhepunkt seiner bloggenden Nabelschau auf Xtranews kurzfristig erleben durfte, ist laut seinem Lebenslauf ein Ex-Knacki. 18 Monate wegen Körperverletzung mit Todesfolge  Ein Mann, der in seiner Vita sich rühmt, weitere Straftaten begangen zu haben.

1980 Koksdealer, Einbrüche, Betrug, Organisierter Diebstahl von ca. 300 Fahrzeugen
1981 Zuhälter, weiter Autos geklaut…

[Judas Thomas Kuhl, Vita, siehe hier …]

Eigentlich passt Kuhl als krimineller Selbstdarsteller gut zu Konni Hendrix. Sag mir, mit wem Du umgehst und ich sage dir, wer du bist. Auf sein Buch dürfen wir gespannt sein. Dreilagig, damit es wenigstens dem Hintern schmeichelt. Ein Buch, das aus dem Manuskript einer Konni Hendrix besteht. Vielleicht zeigt sie sich ja erkenntlich für diesen Liebesdienst. Thomas Kuhl hat damit seinen intellektuellen Offenbarungseid geleistet. Befeuert von den wenigen Hormonen seines Altmännerkörpers reitet ein Narr gegen Windmühlen. Gute Reise, Don Kuhl.

Es sind keine Verleumdungen, die über Konni Hendrix sich an vielen Stellen im Netz finden.

Die seit Jahren arbeitslose Kellnerin Kornelia Hendrix ist kein unbeschriebenes Blatt und kam in die Schlagzeilen als umstrittene Loveparade-Aktivistin. So schrieb die WAZ über sie: “Wer sie kritisierte, habe damit rechnen müssen, auf den Seiten sozialer Netzwerke im Internet regelrecht an den Pranger gestellt zu werden.” Die Internetzeitung Xtranews recherchierte noch ausgiebiger und das Ergebnis war erschreckend:

  • “Nun wurden Stimmen laut, die Hendrix Mobbing vorwerfen und die Aktivistin in ein schlechtes Licht stellen:[…..]Am Anfang lief das auch gut mit Hendrix“, sagt Marsollek. „Erst nachdem ich Kritik an einzelnen Aktionen, die auch strafrechtlich nicht einwandfrei waren, geübt hatte, wurde ich aufs übelste gemobbt“, erzählt sie weiter. So sei behauptet worden, dass sie die Urne ihres toten Mannes ausgebuddelt hätte und die Asche in Steckdosen gestreut habe, um die fremden Stimmen nicht mehr zu hören. Oder es wurde behauptet, sie wäre gar kein Opfer gewesen. „Frau Hendrix hat mehrere Stunden im Auto vor meiner Haustüre gewartet, um mich ohne Krücken zu erwischen“.
  • „Doch am schlimmsten sei es gewesen, als mich Hendrix beim Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung denunziert habe“, so die junge Mutter mit Wut in der Stimme, die sich überschlägt. „Hendrix behauptete, dass ich Schwerstalkoholikerin bin und tablettenabhängig sei, und meinen Jungen vernachlässigen würde“ .[…] „Frau Hendrix vereinnahmt alle Opfer für sich und benutzt sie als Aushängeschild für Never Forget“, so Kerstin Mückshoff, die sich nach der Katastrophe ebenfalls Hendrix anschloss. „Doch wenn man seine ehrliche Meinung oder gar berechtigte Kritik äußert, lernt man schnell die echte Konnie Hendrix kennen“, schildert die junge Meidericherin gegenüber xtranews”

Diese Schlagzeilen bewirkten dann wohl auch, das Konni Hendrix vor zwei Jahren zu Silvester auf Facebook ankündigte, sich das Leben zu nehmen, weil die Presse sie fallengelassen hätte. In der Neujahresnacht alarmierten besorgte Freunde die Polizei, die das Schlimmste verhindern konnten.

Vor laufender ZDF Kamera erklärte das vermeintliche Stalking-Opfer Hendrix nun, die Polizei könne nichts machen, es müsse eher etwas passieren. Dabei präsentierte die blondierte Mitvierzigerin einen angeblichen Drohbrief mit ausgeschnittenen Buchstaben, den “ihr Stalker” geschickt haben soll. Trotz Auskunftssperre beim Einwohnermeldeamt wäre ihm die Adresse scheinbar bekannt.

Hendrix soll zuvor wegen Mietrückstände aus ihrer Wohnung geflogen sein und beantragte für ihren neuen Wohnsitz eine Auskunftssperre. Ob nun ihre Adresse weitergegeben wurde, bleibt so wenig beantwortet wie eine Überprüfung ihrer gesamten Angaben durch die ZDF Redaktion. Recherche scheint wohl ein Fremdwort fürs ZDF zu sein, denn wer Konni Hendrix bei Google eingibt, stößt schnell auf die tatsächlichen Hintergründe.

So wurden Hendrix‘ Anschuldigungen gegen Rohn von der Staatsanwaltschaft Duisburg und von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf geprüft. Im Bescheid 4 Zs 286/13 über die Ermittlungen in 712 Js 304/12 heißt es wörtlich:

“Sehr geehrte Frau Hendrix, auf ihre mit Schreiben vom 7. November angebrachte Beschwerde gegen den Bescheid der Staatsanwaltschaft Duisburg vom 19. Oktober 2012 sind mir die Akten zur Entscheidung vorgelegt worden. Nach Prüfung des Sachverhaltes sehe ich keinen Anlass, die Aufnahme von Ermittlungen anzuordnen. Die Entschließung der Staatsanwaltschaft entspricht der Sach- und Rechtslage. Ihre Beschwerde weise ich daher als unbegründet zurück. Soweit sie mit der Beschwerdebegründung Strafanzeige wegen Beleidigung erstatten, kommt die Einleitung von Ermittlungen ebenfalls nicht in Betracht. Die von ihnen beantragte Einleitung eines Ermittlungsverfahrens setzt sich nach Paragraph 152 Absatz 2 der Strafprozessordnung voraus. dass zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren Straftat bestehen. Bloße pauschale und nicht anhand eines konkreten Lebenssachverhaltes überprüfbare Angaben können solche Anhaltspunkte nicht begründen.”

Die streitbare Loveparade Aktivistin Hendrix beschimpfte darauf öffentlich die Staatsanwälte als “1 Euro Jobber, die von nichts eine Ahnung hätten.” Auch Hendrix‘ Angaben, sie würde gestalked, hielten einer gerichtlichen Überprüfung durch das Amtsgericht Duisburg nicht stand. Die arbeitslose Kellnerin hatte den Journalisten mit 270 Emails überschüttet, sie danke u.a. dem lieben Gott, ihn kennenlernen zu dürfen. Rund um die Uhr rief sie ihn an. Eine Anordnung, die man Hendrix ohne rechtliches Gehör der Gegenseite zuvor gewährte, wurde nach 14 Tagen aufgehoben. Hendrix überzog im Anschluß die Richterin mit Dienstaufsichtsbeschwerden und Befangenheitsanträgen.

In einem Video kündigt die Arbeitslose an, dem Journalisten  das Leben zur Hölle zu machen und zu zeigen, wo der Hammer hängt.

https://youtu.be/J92kPMqWWUo

In einem weiteren Video verdichtete sich darauf fast zwingend die Vermutung, das Kornelia Hendrix bewusst falsch verdächtigt und Straftaten vortäuscht, um in die Medien zu kommen. So sagt sie wörtlich im Zusammenhang mit einem angeblichen Überfall auf ihre Person und mit Blick auf den Journalisten Rohn: „Das schiebe ich ihm auch in die Schuhe“.

https://youtu.be/RJ8HSCOQ1lA

Die Aktivistin aus Oberhausen war früher erste Vorsitzende des umstrittenen Vereins „Never Forget den Opfern der Loveparade“. Vor gut zwei Jahren (Silvester 2011) wollte sie Selbstmord begehen, weil die Presse sie fallengelassen habe, wie sie auf ihre Facebook-Seite damals schrieb. Freunde alarmierten die Polizei, die gewaltsam in die Wohnung eindringen musste und eine von Schlaftabletten und Alkohol betäubte Frau vor ihrem Laptop zu finden. Das Ganze ist aktenkundig! Bekannte erzählten damals auch, dass Hendrix regelmäßig Selbstmordabsichten äußert.

Konni Hendrix oder “konni h, wie sie sich bei Google+ nennt, schreibt über sich in ihrem YouTubeKanal:

Hallo, ich werde über zwei Jahren von einem Stalker-Mobber belästigt,verfolgt.Der Irre hat sogar meinen Sohn beobachtet.Das Gericht und die Staatsanwaltschaft helfen mir leider nicht.Täterschutz vor Opferschutz!!!

 
TV-Kritik: Kornelia Hendrix’ Auftritt beim ZDF

ZDF-Redakteurin Ariane Güdel bot der Oberhausenerin in der Sendung „Hallo Deutschland“ am 15. Januar 2014 ein Podium, ihre Lügen zu verbreiten. Überprüft hat die Redakteurin eines öffentlich-rechtlichen Senders die Geschichte nicht, denn sonst hatte sie Abstand davon genommen. Konni Hendrix ist als Mobberin bekannt (die WAZ und Xtranews berichteten) – und wer hier wen stalkt und mobbt, sollte aus diversen Veröffentlichungen im Internet eigentlich klar werden. Googeln hätte gereicht.

Der Kölner Sender RTL hatte Abstand genommen, nachdem Konni Hendrix sich dort in der Sendung „Verfolgt“ präsentieren wollte. Und das, obwohl der Sender schon Geld in die Geschichte investiert hatte. Aber nachdem die verantwortlichen Redakteure die Hintergründe recherchiert hatten, wurde ihnen die Nummer zu heiß. Schadenersatzansprüche eines bundesweit öffentlich vorgeführten Opfers wollten der Privatsender nicht riskieren.

Gegen das ZDF läuft ebenso wie gegen Konni Hendrix in dieser Angelegenheit eine Strafanzeige. Gegen Hendrix und Komplizen wird noch in diversen anderen Fällen ermittelt.

Wie kann man eigentlich einer Person ein Podium bieten, ohne sich im Vorfeld mal informiert zu haben, mit wem man es zu tun hat?
[Anmerkung: Das kann man gar nicht oft genug wiederholen! So viel „journalistische Sorgfalt“ muss sein!]

Hendrix hat alle 70 Hetz-Filme mittlerweile offline gestellt– vermutlich zu dem Zeitpunkt, als sie mit RTL Kontakt aufnahm, um ins Fernsehen zu kommen. Die Videos, die sich mit Jürgen Rohn und seiner Verlobten Petra Grünendahl befassen, wurden zwischen dem 26. November 2012 und dem 27. Mai 2013 (innerhalb von sechs Monaten!) erstellt und hochgeladen und öffentlich ins Netz gestellt. Die Filme sind jedoch frühzeitig auch von Dritten verbreitet worden, denn Hendrix forderte dazu sogar auf unter dem unwiderruflichen Verzicht auf ihre Rechte an den Filmen. Wichtig sei ihr, dass die Wahrheit sich verbreiten und Gerechtigkeit einkehren würde.

Als Beweismittel liegen die Videos zu diversen Strafanzeigen bei den Ermittlungsbehörden.

Beweissicherung für die Staatsanwaltschaft Duisburg und für das Familiengericht Duisburg

© 2014 Jürgen Rohn

© 2014 Petra Grünendahl TV-Kritik: Kornelia Hendrix’ Auftritt beim ZDF

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FiFo-Studie: „Kommunale Soziallasten laut Studie hausgemacht“ – Wirklich ???

Reaktion des Stadtdirektors Reinhold Spaniel auf die Presseberichterstattung in NRZ und WAZ vom 26. Februar 2014

Stadtdirektor Reinhold Spaniel zeigt sich entsetzt über die heute in der Presse veröffentlichte neue Studie des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts der Universität Köln (FiFo) im Auftrag der Industrie- und Handelskammer NRW.

Reinhold Spaniel teilt die Einschätzung, dass die soziale Sicherung der mit Abstand größte Ausgabenblock der Städte sei. Völlig anders sieht er die Bewertung der Wissenschaftler.

Reinhold Spaniel dazu: „Die Studie liefert angeblich Hinweise darauf, dass die Kommunen an Rhein und Ruhr zu viele Sozialausgaben durch eine teure Verwaltungsstruktur haben. Diese Auffassung kann ich überhaupt nicht teilen. Die Wissenschaftler verkennen völlig, dass die Städte im Ruhrgebiet, insbesondere Duisburg, seit Jahrzehnten aufgrund der angespannten Finanzlage einen radikalen Personalabbau betreiben müssen. Und das vor dem Hintergrund, dass seit Jahrzehnten die Sozialausgaben – insbesondere bedingt durch Dauerarbeitslosigkeit – zugenommen haben.“

Spaniel weiter: “Wenn die Wissenschaftler fordern, vor diesem Hintergrund eine Task-Force Kommunale Sozialkosten für lokale Einsparmöglichkeiten einzurichten, möchte ich darauf hinweisen, dass es seit über 15 Jahren einen Benchmark-Vergleich der 16 größten Städte Deutschlands genau zu diesem Thema gibt.“

„Und wenn der Fraktionsvize der CDU Peter Biesenbach der Meinung ist, dass die finanziellen Probleme der NRW Kommunen hausgemacht sind und die Lösungen in Nordrhein-Westfalen zu suchen sind,  hat er wohl die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen.“

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

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Aufruf: Toleranz ist unsere Stärke – kein Platz für Fundamentalismus in unserer Stadt

Duisburg ist eine offene, tolerante Stadt. Hier leben Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion friedlich zusammen, gemeinsam gestalten wir das Leben in unserer Stadtgesellschaft.

Wir wollen nicht, dass Fundamentalismus und Extremismus dieses friedliche Miteinander bedrohen. Für Hassprediger – welcher Religion sie auch immer angehören mögen – ist in unserer Stadt kein Platz.

Wir rufen auf zu einer Versammlung und einem interreligiösen Friedensgebet
am Samstag, 22.Februar 2014, 12.00 Uhr
an der Merkez–Moschee, Warbruckstraße, Marxloh.

Gemeinsam machen wir uns stark für Toleranz und gegenseitigen Respekt, gegen Fundamentalismus, Hass und Gewalt.

Es werden sprechen:

  • Sören Link, Oberbürgermeister,
  • Sevket Avci, Vorsitzender des Integrationsrates Duisburg,
  • Armin Schneider, Superintendent evangelischer Kirchenkreis Duisburg, Bündnis für Toleranz und Zivilcourage,
  • Bernhard Lücking, Stadtdechant der katholischen Kirche,
  • und ein Vertreter der Moschee.

Veranstalter sind das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage sowie der Integrationsrat Duisburg.

2014 pet

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MSV Duisburg: Stadt übernimmt Mehrheit an der Stadionprojektgesellschaft

Duisburger Rathaus am Burgplatz “Wir müssen hier die Übernahme des Stadions ermöglichen, um dem MSV über die Senkung der Stadionmiete Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, umschrieb Herbert Mettler, Fraktionsvorsitzender der SPD, das Ziel der Übernahme der Mehrheit an der Stadiongesellschaft. Neben Hilfen zur Rettung des MSV stand bei der Entscheidung aber vor allem im Vordergrund, den Wert der Sportinfrastruktur (d. h. des Stadions) zu erhalten, denn nur ein vermietetes Stadion stellt einen Wert dar – und außer dem MSV wäre hier kein Mieter in Sicht.

Die Beschlussvorlage zum “Werterhalt von Sportinfrastruktur-Vermögen” war aus dem Nachtrag zur Tagesordnung vorgezogen worden an den Anfang der ersten Ratssitzung im neuen Jahr. Eine knappe Stunde lang diskutierten die Ratsleute, bevor sie zur Abstimmung schritten. Dass die Beschlussvorlage eine Mehrheit finden würde, war schon im Vorfeld klar, da die beiden größten Fraktionen der SPD und der CDU ihre Zustimmung signalisiert hatten. Letztlich stimmten auch die Linke, die DWG-Fraktion, der fraktionslose Knut Happel und fast alle Grünen dafür. Dagegen stimmte die FDP, es gab zwei Enthaltungen.

Wahl zwischen Pest und Cholera
Die Stadt Duisburg zahlt rund 504.000 Euro für 16,8 Prozent Anteil an der MSV Duisburg Stadionprojektgesellschaft GmbH & Co. KG. Der städtische Anteil von insgesamt 50,1 Prozent liegen dann bei der Gebag-Tochter DBV (Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft), bei der DVV (Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft) und bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg (WBD). Die DVV reicht ihren Anteile dann an Tochter octeo Multiservices weiter. Eine Konsortialvereinbarung zur Stimmrechtsbindung sichert die Stimmenmehrheit der Stadt in der Gesellschafterversammlung der Stadionbetreibergesellschaft ab.

Die Neuordnung der Mehrheitsverhältnisse ermöglicht der Stadionsbetreibergesellschaft, die Stadionmiete auf für den MSV in der dritten Liga bezahlbare 900.000 Euro (mindestens bis zur Saison 2015/2016) zu senken. Das sollte neben einem Schuldenschnitt dem vor der Insolvenz stehenden MSV einen Neuanfang ermöglichen. Eine Mieterhöhung auf 1,2 Mio. Euro käme erst mit dem Aufstieg in die zweite Liga auf den MSV zu. Neben den 504.000 Euro städtischer Investition fallen beim Schuldenschnitt natürlich auch Forderungen der städtischen Tochtergesellschaften unter den Tisch. Die Alternative wäre aber, so die Mehrheitsmeinung im Rat, die auch von diversen Ratsleuten in der Diskussion so geäußert, die Stadt noch viel teuerer gekommen. Weitere Gelder sollen aber nicht in den Profifußball fließen. Jetzt müsse der MSV seine Hausaufgaben machen, so Stadtkämmerer Dr. Peter Langner.

Insolvenz wäre auch die Stadt teurer gekommen
Die Alternative zur Rettung von Stadionbetreibergesellschaft und MSV wäre gewesen, beide in die Pleite gehen zu lassen. Die Folge: der MSV-Arena hätte ein dauerhafter Leerstand gedroht, denn sie ist als reine Fußballarena gebaut worden. Einen Nachfolgeverein, der die hohe Miete von aktuell immer noch über 4 Mio. Euro im Jahr hätte zahlen können, gibt es hier in der Gegend nicht. Also muss man die Miete auf ein bezahlbares Maß reduzieren, wenn man seinen einzig möglichen Mieter halten will. Denn ein Leerstand bringt nicht nur keine Mietzahlungen in die Kasse, sondern kostet jährlich ca. 400.000 Euro an Sicherungskosten für den Erhalt der Immobilie. Das wäre im Endergebnis noch teurer, so dass die Ratsleute mit einer bedeutenden Mehrheit das kleinere Übel wählten.

Das Land NRW bürgt für die Kreditverbindlichkeiten der Stadiongesellschaft. Deren Bedingungen für einen Schuldenschnitt war eine Mehrheitsbeteiligung der Stadt an der Arena. Diese ist durch den Ratsbeschluss eingeleitet worden. Jetzt ist der MSV gefordert: Schuldenschnitt und solide Finanzunterlagen für die Lizenz in der dritten Liga in der kommenden Saison. Das ist der MSV seinen Fans jetzt schuldig!

© 2014 Petra Grünendahl

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Junge Oper Rhein-Ruhr: „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ feierte Premiere im Theater Duisburg

Uraufführung begeisterte jugendlichen Publikum:
Applaudieren können sie lauter als Erwachsene

Alma Sadé (Lena), Dmitri Vargin (Leander). Foto: Hans Jörg Michel.

Alma Sadé (Lena), Dmitri Vargin (Leander).
Foto: Hans Jörg Michel.

Und wie die jungen Zuschauer auf den rappelvollen Rängen applaudieren konnten: Lang und laut – so lauter Applaus tönt selten durch das Theater Duisburg, denn die Kleinen schlugen beim Schlussapplaus vor Begeisterung schon fast über die Stränge. Zu sehr hatten die spannende Handlung und ausdruckstarken Akteure sie über die knappen anderthalb Stunden gefesselt und beinahe ruhig auf den Plätze gehalten. Als nach dem Happy End, den eine Geschichte für Kinder immer haben sollte, die Spannung von ihnen abfiel, konnten sie ihrer Begeisterung endlich lautstark Luft machen. Mit ihrem neuen Stück hatte die Deutsche Oper am Rhein mal wieder zielgenau den Geschmack eines jungen Publikums getroffen, welches sich für Oper oder Theater erst noch begeistern muss. Ein exzellenter Einstieg war hiermit schon mal geschaffen!

Nicht nur Premiere, sondern sogar ihre Uraufführung erlebte im Theater Duisburg die neue Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ der Deutschen Oper am Rhein (für Junges Publikum, ab 8 Jahre). Die Oper entstand in der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ mit dem Theater Bonn und dem Theater Dortmund. Komponiert wurde die Familienoper von Marius Felix Lange im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein. Vertont wurde damit eine Geschichte von Martin Baltscheit, die mit ihrer kindgerechten Spannung die kleinen Zuschauer fesselte. Mit ihren anderthalb Stunden Dauer (ohne Pause) ist „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ schon eine große Oper, deren Herausforderung für Librettisten und Komponisten war, ein junges Publikum über einen so langen Zeitraum zu fesseln und zu faszinieren. Was ganz hervorragend gelingt!

Kinderbuchautor Martin Baltscheit hat mit der Geschichte „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ eine spannende Story geschrieben (Libretto), mit etwas überzeichneten Charakteren, die tief ins Reich von Traum und Phantasie hineinreichen. Entsprechend laut und bunt ging es auch auf der Bühne zu, wo Leander (Dmitri Vargin) seiner Freundin Lena (Alma Sadé) das Schlafen wieder ermöglichen wollte und sich auf die Suche begibt, ihr ein Schlafmittel zu besorgen.

VORNE: Bruno Balmelli (Vater), Dmitri Vargin (Leander), Sarah Ferede (Mutter), Alma Sadé (Lena) HINTEN: Chor, Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

VORNE: Bruno Balmelli (Vater), Dmitri Vargin (Leander), Sarah Ferede (Mutter), Alma Sadé (Lena) HINTEN: Chor, Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Erst will sie nicht schlafen, dann wacht sie nicht mehr auf
„Der schläft doch nur“, hatte Leander gesagt, als er und Lena einen toten Vogel gefunden hatten, den Leander wohl vom Baum geschossen hatte, als er Lena einen Apfel herab geholt hat. Lena hat nun Angst, aus dem Schlaf nicht wieder aufzuwachen, – und schläft nicht mehr. Die Dorfbewohner haben Angst und verjagen Lena und Leander. Nach einigen Irrungen werden sie getrennt. Leander kommt zur Vogelkönigin Alba (Elisabeth Selle), die den toten Vogel auferweckt. Die Vogelkönigin gibt Leander auch ein Schlafmittel für Lena, nachdem er ihr einen Kuss gegeben hat.

Dmitri Vargin (Leander), Alma Sadé (Lena) essen den Mondkuchen. Foto: Hans Jörg Michel.

Dmitri Vargin (Leander), Alma Sadé (Lena) essen den Mondkuchen.
Foto: Hans Jörg Michel.

Leander träumt aber immer noch von einem Kuss von Lena, die ihrerseits zu Beginn lieber Kuchen als einen Kuss wollte. Jetzt schläft Lena – und Leander bringt sie zurück in ihr Heimatdorf. Leider wacht sie jetzt aber nicht mehr auf, egal wie viel Lärm die Dorfbewohner machen. Leander ist ganz verzweifelt, denn er scheint seine geliebte Lena wieder zu verlieren. Da gibt ihm der Mond einen selbstgebackenen Mondkuchen, dessen Duft Lena aufweckt. Als sie Leander küssend um den Hals fällt, jubeln die begeisterten Zuschauer. Den Mondkuchen essen die beiden glücklich Vereinten nun gemeinsam auf.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Kindgerechte, knallig-bunte Inszenierung
Die hervorragend aufgelegten Sänger gehen förmlich in ihren Partien auf – gesanglich wie schauspielerisch. Die Charaktere sind etwas überspitzt angelegt, das kommt beim jungen Publikum an, macht es doch das Stück leicht zu verstehen. Bunt und üppig ist die Ausstattung, egal ob in der realen oder in der Traumwelt, in der viele Szenen spielen. Regisseur Johannes Schmid hatte mit Tatjana Ivschina, die auch andere Kinderstücke der Deutschen Oper am Rhein ausstaffiert hatte, eine hervorragende Bühnen- und Kostümbildnerin im Team, die seine Ideen in ihren „Bildern“ umsetzte. Genial wie immer ist das Lichtdesign von Volker Weinhart, der die Aufbauten brillant in Szene setzt. Die musikalisch perfekten Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher erleben herrlich schräge Kontraste in Form der Schützenkapelle, die auf der Bühne ihr Lied einstudiert: Die Jungs spielen alles, aber nicht passend. Ergänzt wird das Ensemble auf der Bühne durch den Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig, ein achtköpfiges Tanz-Ensemble und die Statisterie.

VORNE: Dmitri Vargin (Leander), Tänzerinnen, Damenchor HINTEN: Elisabeth Selle (Alba). Foto: Hans Jörg Michel.

VORNE: Dmitri Vargin (Leander), Tänzerinnen, Damenchor HINTEN: Elisabeth Selle (Alba). Foto: Hans Jörg Michel.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 15. Februar 2014 | 18:00 Uhr,
Fr | 21. Februar 2014 | 11:00 Uhr,
Di | 25. Februar 2014 | 11:00 Uhr und
Sa | 31. Mai 2014 | 18:00 Uhr.
Im Juni und Juli 2014 wird das Stück im Opernhaus Düsseldorf aufgeführt.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Kasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten 18 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Der Tagesspiegel Berlin berichtet: Gefälschte E-Mails für Amazon-Kunden [oder doch eher: an GMX-Kunden]

uebrigens!Sonja Álvarez schrieb im Tagesspiegel:
Fast 800 Euro sollen für ein iPhone gezahlt werden – das gar nicht bestellt wurde. Zahlreiche Amazon-Kunden erhalten derzeit solche falschen Rechnungen im Namen des Versandhändlers. Bereits in der Vergangenheit hatte er mit Sicherheitslücken zu kämpfen. Weiter …

Eigenen Erfahrungen und den bisherigen Leserkommentaren entnehme ich aber ganz etwas anderes. Das Problem liegt nicht bei Amazon, deren Server gehackt wurden, sondern bei GMX. Deren Server müssen schon vor vielen Monaten mal gehackt worden sein. Seitdem bekomme ich Spam und Betrüger-eMails auf eMail-Adressen, die außer GMX und mir keiner kennt. Geschweige denn, dass mein Name diesen eMail-Adressen zugeordnet werden könnte, denn sie sind anderweitig gar nicht in Gebrauch.

Gleiches passierte jetzt auch mit dieser angeblichen Amazon-Bestellbestätigung: Die landete bei mir nicht auf der eMail-Adresse, mit der ich beim Internet-Händler tatsächlich registriert bin, sondern auf einer meiner GMX-Adressen aus „der zweiten Reihe“. Und darin werde ich mit meinem Namen angesprochen. „Zweite Reihe“ heißt: Außer mir und GMX sind die Adressen niemandem bekannt. Und schau mal einer guck: Von „Amazon“ (die diese Adresse gar nicht kennen) werde ich in der angeblichen Bestellbestätigung für ein iPhone sogar mit meinem Namen angesprochen …

Den Kommentaren unter dem Tagesspiegel-Artikel nach zu urteilen, ist es nicht nur mir so gegangen. Aber schön zu wissen, dass auch der von GMX verschwiegene Server-Hack einmal ans Licht kommt!

© 2014 Petra Grünendahl

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Lossprechung bei ThyssenKrupp Steel Europe in Hamborn: 113 Auszubildende haben es geschafft

Winterlossprechung 201419 kaufmännische und 94 industriell-technische Azubis haben ihre Facharbeiterbriefe erhalten. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG sprach die 113 ehemaligen Auszubildenden heute nach bestandener Abschlussprüfung frei. Mit den jungen Fachkräften freut sich Personalvorstand Thomas Schlenz.

Die Berufsfelder der am Standort Duisburg ausgebildeten Fachkräfte sind vielfältig: Sie erstrecken sich über die Bereiche Elektro, Metall, technische Angestellte, kaufmännische und IT- sowie einige Handwerksberufe. Die Bandbreite reicht in diesem Jahr von ausgelernten Elektronikern und Industriemechanikern über Werkstoffprüfer bis hin zu Büro- und Industriekaufleuten sowie Eisenbahnern im Betriebsdienst. Zehn weibliche und 103 männliche junge Menschen haben die Winterprüfung 2014 erfolgreich absolviert.

110 der ehemaligen Azubis haben bereits einen Anschlussvertrages bekommen, die meisten bei der PEAG Unternehmensgruppe über 12 Monate.

– Pressemitteilung der ThyssenKrupp Steel Europe –

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Loveparade 2010 in Duisburg: Anklage löst das Problem nicht – ein Kommentar

Anklage gegen zehn Mitarbeiter von Bauordnungsamt und Veranstalter: Nur die „zweite Reihe“!

Die Staatsanwaltschaft hat nun begründet, warum sie zehn an Planung und Genehmigung der Loveparade 2010 beteiligte Mitarbeiter der Stadt Duisburg (Amt für Baurecht und Bauberatung) und des Veranstalters Lopavent anklagt: Wegen fehlerhafter Planung, wegen Genehmigung einer Veranstaltung, die nicht genehmigungsfähig war, und wegen der fehlenden Überprüfung von Auflagen, die in der Genehmigung gemacht worden waren.

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in DuisburgFormaljuristisch ist dieses Vorgehen natürlich korrekt. Die Ermittlungsbehörden konnten diesen Mitarbeitern strafrechtlich relevantes Verhalten nachweisen und müssen nun mit ihren Beweisen das Gericht überzeugen. Dass hier der Eindruck rüberkommt, dass man die Kleinen hängt, während man die Großen laufen lässt, ist verständlich. Denn angeklagt wird die „zweite Reihe“ – Leute die nur das gemacht haben, was von ihnen erwartet wurde. Weil sie keinen Widerstand geleistet haben gegen etwas, was ihnen als unrealisierbar klar gewesen sein musste. Der berühmte Kommentar des damaligen Baudezernenten Jürgen Dressler, dass er die Verantwortung ablehne, weil die Genehmigung nicht den Vorschriften entspreche, hilft ihm da auch nicht weiter, denn letztendlich soll er sich ja doch auf Linie gebracht haben lassen. Dafür wird er jetzt mit fünf seiner (ehemaligen) Mitarbeiter im Bauamt angeklagt.

Sicherheitsbedenken waren im Vorfeld bekannt. Experten hatten gewarnt. Und die Mitarbeiter im Amt für Baurecht und Bauberatung, allen voran Dezernent Jürgen Dressler, waren auch gar nicht willens, die Genehmigungen zu erteilen. Dafür spricht, dass sie erst einen Tag vor der Veranstaltung unterschrieben wurden. Und hier liegt das Problem: Die Mitarbeiter werden angeklagt, weil sie sich nicht widersetzt haben – dem Druck, wo auch immer er herkam. Behörden fördern nach wie vor ein Obrigkeitsdenken, was nicht immer angemessen ist. Widerspruch wird selten geduldet, Eigeninitiative ist selten erwünscht. In einem solchen Umfeld darf sich keiner wundern, wenn Leute nicht aufbegehren, Fehler anprangern und öffentlich machen. Wenn Vorgesetzten nicht hören wollen, hält man dann halt lieber still. Ein Fehler, wenn es um Leben und Wohlbefinden von Menschen geht – wie in diesem Fall!

Niemand hat „Hurra“ geschrien, diese Veranstaltung zu genehmigen. Sie war politisch gewollt – von wem auch immer: Von der Kommunalpolitik beispielsweise ebenso wie von den Verantwortlichen von Ruhr 2010. Auch die alte Landesregierung unter Jürgen Rüttgers soll Druck gemacht haben. Ein Druck, unter dem niemand aufbegehren wollte, obwohl er es, da mit der konkreten Planung befasst, hätte besser wissen müssen. Weil niemand die Verantwortung übernehmen wollte, eine Veranstaltung platzen zu lassen, die „so“ gewollt war.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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ThyssenKrupp Steel Europe: Mit zweiter Chance und praktischem Know-how zum Facharbeiterbrief

Modell Trommelschere - Sükrü KaradenizSükrü Karadeniz ist „eher der praktische Typ“. Das sagt er von sich selbst und das spiegelt sich in seinem Ausbildungsweg wider: Über ein Praktikum als zweite Chance ist er zu ThyssenKrupp Steel Europe gekommen. Die praktische Zwischenprüfung hat er mit „sehr gut“ bestanden. Zu seiner Abschlusspräsentation Ende Januar brachte er ein Modell der Anlage mit, an der er gut zwei Jahre gelernt hatte – ein Modell aus Metall, maßstabgetreu, von einem Arbeitskollegen selbst gedreht und gefräst. „Damit die Prüfer bildlich vor Augen haben, was in meiner Dokumentation steht“, erzählt der 23-Jährige. Mit Erfolg: Sein Fachgespräch absolvierte er mit „gut“. Damit zählt Karadeniz zu den 113 Azubis, die diesen Winter erfolgreich ihre Ausbildung am Standort Duisburg beenden. Morgen, am 14. Februar, erhalten sie bei der Lossprechung ihre Facharbeiterbriefe.

Den Ausbildungsplatz beim Stahlhersteller hat der gebürtige Hamborner sich hart erarbeitet: In einem Vollzeit-Praktikum konnte er sich für eine Lehrstelle bewähren. Zugang dazu bekam er über die „Chance“ – eine Kooperation der Duisburger Agentur für Arbeit, der Duisburger Werkkiste und Steel Europe für Jugendliche, die nach ihrem Schulabschluss nicht direkt einen Ausbildungsplatz bekommen. Neun Monate hieß es für Karadeniz feilen, bohren und Themen rund um Metall und Elektro lernen. Seinen Berufswunsch Industriemechaniker im Blick: „Die Arbeit ist abwechslungsreich, das gefällt mir daran.“

Ende 2010 begann er seine dreieinhalbjährige Ausbildung. An der Kaltwalzanlage 2 lernte er, wie man die Produktionsanlagen instand hält. Auch zwei Fünfen in der Vorbewertung konnten ihn vom Abschluss nicht abhalten. „Ich hab sehr viel geübt, mit Kollegen gelernt und wieder geübt“, erzählt er. „Dann kam ein Kollege aus meiner Schicht mit dem Modell an und sagte: ‚Das kannst du ja mit zur Prüfung nehmen‘.“ Das Modell von Armin Gerigk ist eine maßstabgerechte Nachbildung einer Trommelschere, die bei laufender Anlage Bleche schneidet. Das Instandhalten der Schere war Teil von Karadeniz‘ Abschlussprojekt. Anhand der Nachbildung veranschaulichte er seine Arbeit und überzeugte. An den Produktionsanlagen im Kaltwalzwerk 2 arbeitet der junge Industriemechaniker auch heute noch nach bestandener Prüfung – ganz praktisch eben.

– Pressemitteilung von ThyssenKrupp Steel Europe –

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Loveparade-Strafverfahren: Anklageschrift eingegangen

Zehn Personen angeklagt

Im Strafverfahren wegen der tragischen Ereignisse bei der „Loveparade“ im Jahre 2010 hat die Staatsanwaltschaft Duisburg Anklage bei dem Landgericht Duisburg erhoben. Sie klagt 10 Personen wegen fahrlässiger Tötung und daneben wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. fahrlässiger Körperverletzung im Amt an. Die Anklageschrift umfasst 556 Seiten, die dem Gericht vorgelegten Ermittlungsakten mehr als 37.000 Seiten. Beigefügt sind 623 DIN A4-Ordner Sonderbände und Beweismittelordner und etwa 963 Stunden Videosequenzen. Bislang haben mehr als 70 Personen erklärt, sich dem Verfahren als Neben- bzw. Adhäsionskläger anzuschließen.

Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts ist die 5. große Strafkammer unter Leitung des Vorsitzenden Richters am Landgericht Joachim Schwartz zuständig. Im nunmehr beginnenden Zwischenverfahren wird die Anklageschrift zunächst den Beschuldigten und ihren Verteidigern zugestellt. Nach erfolgter Zustellung an alle Beschuldigten/Verteidiger wird die Pressestelle Näheres
zu den Beschuldigten und dem Inhalt der Anklage durch weitere Presseerklärung mitteilen.

Im Zwischenverfahren erhalten die Beschuldigten Gelegenheit, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern. Die Kammer prüft dann, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Diese Prüfung wird angesichts des Umfangs der Akten vermutlich nicht in wenigen Monaten abzuschließen sein. Sollte die Kammer das Hauptverfahren eröffnen, wird der Vorsitzende in der Folge Entscheidungen über die Termine und den organisatorischen Ablauf der Hauptverhandlung treffen. Informationen zur Anzahl der zur Verfügung stehenden Besucher- und Presseplätze sowie ein mögliches Akkreditierungsverfahren für Pressevertreter gibt die Pressestelle danach durch gesonderte Presseerklärung bekannt.

Für den Fall einer Hauptverhandlung ist von einer hohen Zahl Verfahrensbeteiligter auszugehen, so dass die Verhandlung voraussichtlich nicht im Gebäude des Landgerichts Duisburg durchgeführt werden kann. Sobald ein alternativer Ort für die Durchführung einer Hauptverhandlung feststeht, wird die Pressestelle diesen durch gesonderte Presseerklärung mitteilen.

Aktenzeichen: 35 KLs 5/14

– Presseinformation des Landgerichts Duisburg –

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Loveparade 2010 in Duisburg: Oberbürgermeister Sören Link zur Anklageerhebung

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg„Mit der heutigen Benennung der Angeschuldigten durch die Staatsanwaltschaft tritt die juristische Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe in ein weiteres Stadium ein. Ein wichtiger Schritt hin zur Aufklärung dieser Tragödie. Die jahrelangen Ermittlungen sind nun beendet, ein Gericht wird hoffentlich bald entscheiden, wie die Geschehnisse rund um diese Katastrophe zu werten sind. Die Angehörigen der 21 Menschen, die auf der Loveparade starben, aber auch die vielen Verletzten und Traumatisierten suchen nach Antworten auf ihre Fragen.

Soeren Link_Foto.SPDDu2_400Sie alle werden erst dann die Chance haben, die Ereignisse zu verarbeiten, wenn es eine juristische Aufarbeitung der Geschehnisse gegeben hat. Ich wünsche ihnen allen in den kommenden Monaten viel Kraft. Meine Gedanken sind heute bei ihnen.

Auch die Stadt Duisburg wird erst dann eine Chance haben, zur Ruhe zu kommen, wenn alle Fragen beantwortet sind. Was auch immer ich zur juristischen Aufarbeitung beitragen kann, werde ich weiterhin tun.

Mit der heutigen Benennung der Angeschuldigten wird die Stadt Duisburg ein Disziplinarverfahren gegen die betroffenen Personen einleiten, welches bis zur Entscheidung des Gerichts ausgesetzt wird. Darüber hinaus werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Dieses Vorgehen ist mit der Kommunalaufsicht abgestimmt. Bis zur Entscheidung des Gerichts gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Der Name des Beigeordneten Wolfgang Rabe steht nicht auf der Liste der Angeschuldigten; das bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte dafür finden konnte, dass den Beigeordneten juristische Schuld an der Loveparade Katastrophe trifft. Dieses Ergebnis von jahrelangen Ermittlungen haben wir, habe ich, zu akzeptieren. Die Staatsanwaltschaft untersucht strafrechtlich relevante Fakten – und nur diese.

Ich möchte aber daran erinnern, dass die Vergangenheit uns deutlich gezeigt hat, dass es bei diesem Thema eben nicht nur um strafrechtlich relevante Schuld geht, sondern auch um politische und moralische Verantwortung.

Die Übernahme von Verantwortung war und ist ein immer wiederkehrendes Thema in meinen zahlreichen Gesprächen mit den Angehörigen der Toten und den Betroffenen.

Ein Gefühl für genau dieses Spannungsfeld hatten auch die Duisburgerinnen und Duisburger, als sie heute, auf den Tag genau vor zwei Jahren, den damaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgewählt haben. Sie haben damals Verantwortung übernommen, weil jemand anderes sie nicht übernehmen konnte oder wollte.

Am 7. April diesen Jahres steht im Rat der Stadt Duisburg die Frage der Wiederwahl des Beigeordneten auf der Tagesordnung. Ich gehe davon aus, dass die Ratsmitglieder dann den Aspekt der politischen Verantwortung in ihrer Entscheidung berücksichtigen werden.“

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

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Loveparade 2010 in Duisburg: Ermittlungsverfahren abgeschlossen – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in DuisburgDie Staatsanwaltschaft Duisburg hat am 10. Februar 2014 ihre Ermittlungen um das tragische Geschehen bei der Loveparade 2010 abgeschlossen und gegen vier Mitarbeiter der Veranstalterin L. GmbH sowie sechs Bedienstete der Stadt Duisburg Anklage bei dem Landgericht Duisburg erhoben. Der Tatvorwurf lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Körperverletzung im Amt.

Gegen sechs Beschuldigte ist das Verfahren eingestellt worden, weil die Ermittlungen keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben haben. Gegen weitere Personen ist schon kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, weil Anhaltspunkte für eine Strafbarkeit zu keiner Zeit vorgelegen haben.

Die Entscheidung bildet den Schlusspunkt intensiver, rund dreieinhalb Jahre dauernder Ermittlungen, mit denen bis zu 96 Polizeibeamte des Polizeipräsidenten Köln sowie fünf Dezernenten und ein Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft befasst waren. Die dem Landgericht vorgelegte Anklageschrift hat einen Umfang von 556 Seiten. Die Verfahrensakten umfassen insgesamt 76 Bände mit mehr als 37.000 Seiten sowie 623 Sonderbände und Beweismittelordner. Darüber hinaus sind dem Landgericht 19 Kartons mit Asservaten zugeleitet worden. Hinzu kommen Datenträger mit einem Volumen von rund 804 Terabyte und umfangreiches Videomaterial (963 Stunden).

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist der tödliche Verlauf der Loveparade allein auf zwei Ursachen zurückzuführen. Schwerwiegende Fehler bei der Planung und Genehmigung der Veranstaltung sowie eine unterbliebene Überwachung sicherheitsrelevanter Auflagen am Veranstaltungstag führten dazu, dass 21 Personen starben und mindestens 652 zum Teil schwer verletzt wurden.

Bei den vier Mitarbeitern der Veranstalterin handelt es sich um den Gesamtleiter, den Produktionsleiter, den Verantwortlichen für die Sicherheit sowie den technischen Leiter des Projekts Loveparade 2010. Das von ihnen geplante Zu- und Abgangssystem war nicht geeignet, die Besucher sicher auf das Veranstaltungsgelände im Bereich des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs zu führen. Insbesondere die sogenannte östliche Rampe war deutlich zu eng (Anmerkung: 18,28 Meter an ihrer engsten Stelle, so Michael Schwarz), um die erwarteten Besucherströme aufzunehmen. Deshalb musste es im Verlauf der Veranstaltung zwangsläufig zu lebensgefährlichen Situationen kommen, da zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammengedrängt würden. Bei einer sorgfältigen und pflichtgemäßen Prüfung hätten die Mitarbeiter dies erkennen müssen.

Zur Durchführung der Loveparade war eine Baugenehmigung erforderlich. Ein Team aus drei Bediensteten des Amtes für Baurecht und Bauberatung der Stadt Duisburg prüfte den entsprechenden Antrag der L. GmbH einschließlich der Tauglichkeit des geplanten Zu- und Abgangssystems. Diesen legt die Staatsanwaltschaft zur Last, die beantragte Genehmigung erteilt zu haben, obwohl auch sie hätten erkennen müssen, dass die Veranstaltung wegen der schwerwiegenden Planungsfehler undurchführbar und daher nicht genehmigungsfähig war.

Angeklagt sind ferner drei städtische Bedienstete in leitender Funktion. Es handelt sich um den für das Prüfungsteam zuständigen Abteilungsleiter, die Amtsleiterin und den für Stadtentwicklung zuständigen damaligen Beigeordneten der Stadt Duisburg. Sie unterließen es, das Genehmigungsverfahren ordnungsgemäß zu beaufsichtigen. Hätten sie das ihnen unterstellte Prüfungsteam pflichtgemäß überwacht, wären die schwerwiegenden Planungsfehler erkannt und die Veranstaltung nicht genehmigt worden.

Darüber hinaus verengten Zäune am Veranstaltungstag den ohnehin zu engen Durchgang auf der östlichen Rampe zusätzlich (Anmerkung: auf 10,59 Meter, wie Oberstaatsanwalt Schwarz ausführte). Nach dem Ergebnis der Ermittlungen tragen alle zehn Angeklagten auch hierfür die Verantwortung. Die Mitarbeiter der Veranstalterin sorgten nicht dafür, dass die Zäune entfernt wurden, obwohl die Genehmigung vorsah, diesen Bereich frei von Hindernissen zu halten. Die städtischen Bediensteten unterließen es, die Vorgaben der Genehmigung am Veranstaltungstag zu kontrollieren, obwohl sie hierzu verpflichtet waren.

Am Nachmittag des 24. Juli 2010 brach das Zu- und Abgangssystem der Veranstaltung wegen der bereits in der Planung angelegten Fehler zusammen. Zahlreiche Besucher strömten aus verschiedenen Richtungen unkontrolliert auf die östliche Rampe. Zwischen 16.30 Uhr und 17.15 Uhr drängten sich in diesem Bereich mehrere zehntausend Personen. Der Personenstau erreichte seine größte Dichte vor den genehmigungswidrigen Zauneinbauten auf der Rampe. Der immense Druck in dieser Menschenmenge führte zu den genannten Todesfällen und Verletzungen.

Gegen den für Ordnungsangelegenheiten zuständigen Beigeordneten der Stadt Duisburg, leitende Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Bezirksamtes Mitte, den Polizeiführer am Veranstaltungstag sowie den von der Veranstalterin eingesetzten sogenannten Crowd-Manager ist das Verfahren eingestellt worden. Die Ermittlungen haben keinen Tatverdacht ergeben, der eine Anklageerhebung gerechtfertigt hätte.

Zwar waren sie, ebenso wie zahlreiche weitere Mitarbeiter öffentlicher Stellen, auf unterschiedliche Weise in die Planung und Durchführung der Loveparade eingebunden. Ihre Mitwirkung war aber für die tödliche Menschenverdichtung nicht ursächlich. Sie hatten insbesondere keinen umfassenden Einblick in die Planungsunterlagen, der es ihnen ermöglicht hätte, die darin liegenden schwerwiegenden Fehler zu erkennen. Im Übrigen durften sie darauf vertrauen, dass das für die Genehmigung der Veranstaltung zuständige Amt für Baurecht und Bauberatung die allein ihm obliegende Prüfung der baulichen Planungen sorgfältig durchführen würde.

Andere Ereignisse am Veranstaltungstag sind strafrechtlich nicht relevant geworden. Insbesondere die polizeilichen Maßnahmen waren nach den Feststellungen eines international anerkannten Sachverständigen weder für sich genommen noch insgesamt ursächlich für den tragischen Ausgang der Loveparade. Die Staatsanwaltschaft hat auch intensiv geprüft, ob die Verantwortlichen vor Ort, namentlich der diensthabende Polizeiführer, Maßnahmen unterließen, die den tödlichen Ausgang des Geschehens noch hätten abwenden können. Die Ermittlungen haben diesen Vorwurf allerdings nicht bestätigt. Die drohende Gefahr von Todesfällen und Verletzungen am Veranstaltungstag war entgegen anders lautenden Medienberichten nicht bereits am frühen Nachmittag, sondern erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt erkennbar, als es ausweislich der Feststellungen des Sachverständigen nicht mehr möglich war, das weitere Geschehen aufzuhalten.

Es besteht kein Grund, Ermittlungen gegen weitere Personen einzuleiten. Dies betrifft insbesondere den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Duisburg und den Geschäftsführer der Veranstalterin. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie selbst Einfluss auf die fehlerhafte Planung oder die Erteilung der rechtswidrigen Genehmigung genommen haben. Sie durften auch darauf vertrauen, dass die für die Planung und Genehmigung Verantwortlichen das Vorhaben aufgrund ihrer Fachkenntnisse ordnungsgemäß prüfen würden.

Michael Schwarz
Oberstaatsanwalt

– Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Duisburg –
2014 pet, Hervorhebungen von der Redaktion, Foto: Petra Grünendahl

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Hochwasserschutz: duisport fällt Bäume auf dem Deich am Parallelhafen

Sturmschäden erfordern sofortiges Handeln
Ersatzpflanzung im Bereich Neuenkamp.

Duisburg, 10. Februar 2014 – Die Duisburger Hafen AG wird im Laufe der Woche 52 Laubbäume auf der Deichanlage in Duisburg-Neuenkamp fällen. Die Deichaufsicht hatte duisport aufgefordert, entsprechend vorzugehen. Grundlage für die Anordnung ist die gutachterliche Feststellung der Bezirksregierung, dass die Stämme der Pappeln zum Teil stark vorgeschädigt sind und die Bäume durch ihre eingeschränkte Standfestigkeit auch eine Gefahr für Personen bedeuten. Die Fällgenehmigung wurde bereits vom Umweltamt der Stadt Duisburg ausgesprochen. Auch die Bezirksvertretung Mitte hat diesem Entscheid zugestimmt. Die Maßnahme dient der schützenden Erhaltung des Rheindeiches und damit der Sicherheit der Bürger.

Im Anschluss an die Baumfällung werden zeitnah, in Abhängigkeit von der Witterung bzw. dem Wasserstand, die entsprechenden Wurzelstöcke aus der Deichanlage oberflächennah entfernt und anschließend mit Dichtboden versiegelt. Die Duisburger Hafen AG wird ebenfalls eine Ersatzpflanzung von 50 neuen Laubbäumen vornehmen. Auf Vorschlag der Bezirksvertretung Mitte an das Grünflächenamt wurde dabei gewünscht, dass diese Bäume ummittelbar im Bereich Neuenkamp angepflanzt werden.

Am 4. Februar fand ein Ortstermin unter Beteiligung von Vertretern der Bezirksvertretung Mitte in Neuenkamp statt, bei dem die Vorgehensweise und der Umfang der Baumfällarbeiten durch die Duisburger Hafen AG erläutert wurden.

„Der Sturm hat bereits einige Bäume zum Umknicken gebracht. Daher werden wir die Bäume schon in den nächsten Tagen fällen, um weitere Schäden und eine direkte Gefahr für Anwohner zu vermeiden“, erklärt Julian Böcker, Pressesprecher der Duisburger Hafen AG.

– Pressemitteilung der Duisburger Hafen AG –

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Premiere für „Junge Opern Rhein-Ruhr“ im Theater Duisburg

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Theater Dortmund und Theater Bonn zeigen neue Familienopern in Kooperation

Jens-Daniel Herzog, Intendant der Oper, Theater Dortmund, Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Dr. Bernhard Helmich, Generalintendant des Theaters Bonn (v.l.), Foto: © Paul Esser

Jens-Daniel Herzog, Intendant der Oper, Theater Dortmund, Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Dr. Bernhard Helmich, Generalintendant des Theaters Bonn (v.l.), Foto: © Paul Esser

In Nordrhein-Westfalen startet ein deutschlandweit einzigartiges Projekt. „Junge Opern Rhein-Ruhr“ heißt die Kooperation, die zwischen der Deutschen Oper am Rhein, dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn geschlossen wurde, um den Bereich der Kinder- und Jugendopern gemeinsam deutlich zu stärken. Zwei Kompositionsaufträge hat die Opern-Kooperation bereits vergeben: Am 14. Februar 2014 kommt „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ auf die Bühne des Theaters Duisburg, „Ronja Räubertochter“ nach Astrid Lindgren setzt im Februar 2015 die Reihe fort.

Das Angebot an Kinder- und Jugendopern, dem sich die Theater zunehmend und engagiert widmen, ist übersichtlich. In der Mehrzahl umfasst es Produktionen für Kammerbühnen und kleine Spielstätten. Die Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ hat sich deshalb das ehrgeizige Ziel gesetzt, Kinderopern mit umfangreicher Besetzung für die großen Bühnen ihrer vier Spielstätten zu produzieren.

Das Produktionsteam „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“: Anna Holter (Choreographie), Martin Baltscheit (Libretto), Dr. Bernhard F. Loges, Dramaturg an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Tatjana Ivschina (Bühne und Kostüme), Marius Felix Lange (Komposition), Johannes Schmid (Inszenierung). Foto: © Paul Esser.

Das Produktionsteam „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“: Anna Holter (Choreographie), Martin Baltscheit (Libretto), Dr. Bernhard F. Loges, Dramaturg an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Tatjana Ivschina (Bühne und Kostüme), Marius Felix Lange (Komposition), Johannes Schmid (Inszenierung).
Foto: © Paul Esser.

Positive Erfahrungen in dieser Sparte werden in Düsseldorf, Duisburg und Dortmund schon seit Jahren gesammelt. Die Produktionen „Robin Hood“, „Der gestiefelte Kater“, „Die Nachtigall“ und „Die Prinzessin auf der Erbse“ haben sich mit mehr als 30.000 Besuchern pro Jahr mit großem Erfolg in Duisburg und Düsseldorf etablieren können. Im Theater Dortmund fanden das Familienstück „Peter Pan“ und die von der Deutschen Oper am Rhein übernommene Inszenierung „Der gestiefelte Kater“ enorm großen Zuspruch. Am Theater Bonn erleben Jung und Alt die Familienoper „Pinocchios Abenteuer“ sowie Kinder- und Familienkonzerte mit dem Beethovenorchester.

Mit ihrem Zusammenschluss erzielen die Kooperationspartner nun einen doppelten positiven Effekt: sie können durch die Aufteilung der Kosten effizienter wirtschaften, während sich gleichzeitig durch die Präsenz in vier Spielstätten die Zielgruppe erheblich vergrößert.

Alma Sadé (Lena), Florian Simson (Mond). Foto: © Hans Jörg Michel

Alma Sadé (Lena), Florian Simson (Mond).
Foto: © Hans Jörg Michel

Den Auftakt für „Junge Opern Rhein-Ruhr“ macht am 14. Februar 2014, um 11.00 Uhr die Uraufführung der Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“. Marius Felix Lange, zuletzt mit „Das Gespenst von Canterville“ an der Oper Zürich gefeiert, hat das Stück komponiert. Das Libretto stammt vom Düsseldorfer Kinderbuchautor und Illustrator Martin Baltscheit, dem es gelingt, mit großem Gespür und Wortwitz auch ernste Themen zu erschließen. Für die Regie konnte Johannes Schmid gewonnen werden. Sein Film „Wintertochter“ wurde beim Deutschen Filmpreis 2012 mit der Goldenen Lola für den besten Kinderfilm ausgezeichnet und in der vergangenen Woche für den Grimme-Preis 2014 nominiert. Bühne und Kostüme gestaltet Tatjana Ivschina, die bereits mit mehreren Produktionen an der Deutschen Oper am Rhein ihr Können und ihren Phantasiereichtum unter Beweis stellen konnte. Die Choreographie für die Familienoper übernimmt Anna Holter. Nach der Düsseldorfer Premiere am 25. Juni 2014 wird die Produktion ab Mai 2015 im Theater Dortmund zu erleben sein, ins Theater Bonn kommt sie in der Spielzeit 2015/16.

Eine große Besonderheit im Spielplan 2014/15 ist die Uraufführung der Kinderoper „Ronja Räubertochter“ nach Astrid Lindgren. Verlag und Erben von Astrid Lindgren konnten erstmals von einem Opernprojekt überzeugt werden und haben bereits die Genehmigung zur Vertonung durch den Komponisten Jörn Arnecke erteilt und das Libretto von Holger Potocki lizenziert. Auch diese Uraufführung wird an allen drei Instituten in vier Städten gespielt.

„Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ und „Ronja Räubertochter“ werden wie die vergangenen Kinderopern-Produktionen in allen Häusern von einem breiten theaterpädagogischen Programm begleitet. Dazu gehören Patenklassen, die unter Anleitung der Theaterpädagoginnen die Produktion in ihrer Entstehung begleiten und Workshops in Schulen, in denen die Schülerinnen und Schüler mit den Geschichten und der Musik vertraut gemacht werden. In den letzten vier Jahren wurden in der Deutschen Oper am Rhein insgesamt 758 Workshops dieser Art durchgeführt. Das theaterpädagogische Rahmenprogramm in den vier Städten trägt erheblich dazu bei, Kinderoper populärer zu machen und ein neues Publikum zu begeistern.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein
Header-Foto: Hans Jörg Michel, Fotos im Text: Hans Jörg Michel (1), Paul Esser (2)

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