Duisburg: Haniel schüttet für 2013 30 Mio. Euro Dividende an die Anteilseigner aus

Finanzprobleme überwunden: Haniel ist wieder da!

Finanzvorstand Dr. Florian Funck und Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow  bei der Bilanzpressekonferenz in der Haniel-Akademie.  Foto: Petra Grünendahl.

Finanzvorstand Dr. Florian Funck und Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow (v. l.) bei der Bilanzpressekonferenz in der Haniel-Akademie.
Foto: Petra Grünendahl.

“Wir haben die Fehler der Vergangenheit korrigiert und gehen gestärkt in die Zukunft“, so Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender der Franz Haniel & Cie. GmbH, bei der Bilanzpressekonferenz in Duisburg-Ruhrort. Er und Finanzvorstand Dr. Florian Funck standen in der Haniel-Akademie Rede und Antwort zum abgelaufenen Geschäftsjahr und zu ihren Erwartungen für die künftige Entwicklung von Haniel und seiner Beteiligungen.

Die Franz Haniel & Cie. GmbH ist als reiner Investor, Entwickler und Vermögensverwalter am Markt aktiv. Als Holding verwaltet sie das Vermögen der Haniel-Erben. Auch der Begriff „Konzern“ ist angemessen, sind hier doch Firmen unterschiedlicher Geschäftsbereiche (mit ihren jeweiligen Tochterunternehmen) unter einem Dach vereint. Anteilseigner der Franz Haniel & Cie. GmbH sind ausschließlich Nachfahren von Aletta Haniel und ihrem Sohn Franz. Ein Familienunternehmen also, das seine Wurzeln in Ruhrort hat (Gründung 1756), wo heute am Franz-Haniel-Platz die Unternehmenszentrale steht.

Die Unternehmenszentrale von Haniel in Duisburg-Ruhrort.  Foto: Petra Grünendahl.

Die Unternehmenszentrale von Haniel in Duisburg-Ruhrort.
Foto: Petra Grünendahl.

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In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld fiel der Konzernumsatz um etwa 500 Mio. Euro auf 3,6 Mrd. Euro. Dennoch schloss das Geschäftsjahr 2013 mit einem höheren Operativen Ergebnis ab (166 Mio. Euro nach 154 Mio. Euro 2012). „Wir sind mit den Umsatzerlösen wieder im gehobenen Mittelstand angekommen“, bilanzierte Finanzvorstand Funck. Avisierte künftige Investments könnten diese Grenze aber bald wieder nach oben verschieben: „Wir haben jetzt bis zu 1,3 Mrd. Euro für neue Investitionen zur Verfügung“, so Funck. Mit Zukäufen hat es der Haniel-Vorstand aber nicht eilig: in zwei bis drei Jahre erwarten die Vorstände, wieder die alte Größe zu erreichen. Nachdem Haniel in 2013 keine Dividende an seine Anteilseigner ausgeschüttet hat, fließen den Haniel-Nachfahren in diesem Jahr gut 30 Mio. Euro an Ausschüttungen zu.

Aus Schuldenabbau gestärkt hervorgegangen
Dank der Verkaufserlöse konnten nicht nur Schulden abgebaut und Kredit-Ratings verbessert werden. Auch stehen damit Gelder für künftige Portfolio-Erweiterungen zur Verfügung. Als Familienunternehmen legt Haniel hier den Fokus auf eine langfristige Bereicherung des Portfolios und die nachhaltige Entwicklung des Zukaufs. Haniel will unternehmerische Verantwortung übernehmen, als Wertentwickler langfristige Investmentstrategien verfolgen. Das „Family-Equity-Unternehmen“ Haniel verfolgt damit andere Ziele als die eher auf kurzfristige Rendite schielenden „Private-Equity-Unternehmen“. In einem Familienunternehmen zählen andere Werte: Mit seinem Slogan „Wir sind enkelfähig“ sagt Haniel genau das aus.

Nachhaltige Strategien verfolgt Haniel auch beim Verkauf von Vermögenswerten: „Celesio ist beim McKesson in guten Händen“, kommentierte Vorstandschef Gemkow den Verkauf des Pharmahandels, der 41 Jahre lang zu Haniel gehört hatte, an McKesson, Marktführer in diesem Bereich: „Das ist für beide eine Win-win-Situation.“ Stephan Gemkow bestätigte, dass das bislang sehr „Handels“-lastige Portfolio auch in andere Wirtschaftsbereiche hinein erweitert werden könne, wenn geschäftspolitische Kriterien erfüllt seien. Nachdem sich Haniel im Rahmen des Schuldenabbaus von Teilen seiner Metro-Anteile getrennt hatte, versicherte Gemkow auf Nachfrage, dass eine weitere Reduzierung der Anteile nicht zur Debatte stehe: „Wir glauben an die Metro.“

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
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Über Petra Grünendahl

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