DeltaPort Niederrheinhäfen: Zukunftsfähige Entwicklung der Hafenstandorte

 
Binnenschifffahrt wichtig für Klimaschutz und Versorgungssicherheit
Von Petra Grünendahl

DeltaPort vor Ort: Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.
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„Die Abkehr der USA vom seinen Handelspartnern und der Globalisierung, der Klimawandel sowie Konflikte und Kriege weltweit stellen unsere Wirtschaft vor Herausforderungen“, sagte Andres Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen. Hier seien strukturelle Veränderungen und Investitionen in die Infrastruktur nötig. „Wer wirtschaftliche Resilienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit will, darf aber die Wasserstraßen-Infrastruktur nicht vergessen“, erklärte Werner Schaurte-Küppers. Präsident der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve und in diesem Jahr Schirmherr des Branchenevents „DeltaPort – vor Ort“: In Anspielung auf das Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung, bei dem die Wasserstraßen schlichtweg vergessen worden waren. Er betonte, dass Häfen mehr seien als bloße Umschlagorte: „Sie sind unverzichtbar für unsere Wirtschaft. Wer den Standort stärken will, muss in Häfen investieren.“ Stadt, Hafen und Menschen profitierten von den Wasserstraßen, so Schaurte-Küppers. DeltaPort mache es vor: Hier werde vorausschauend geplant und in die Zukunft investiert. „Unternehmen schaffen die Transformation aber nicht allein“, betonte der IHK-Präsident. Und sie bräuchten verlässliche Zusagen aus der Politik.

 

Die Binnenhäfen können eine Schlüsselrolle für die Versorgungssicherheit spielen. Darüber herrschte Einigkeit beim Branchentreffen ,DeltaPort – vor Ort‘ (v. l.): Michael Düchting (Geschäftsführer EcoPort 813 e.V.), Landrat Ingo Brohl, Gastgeber Andreas Stolte (Geschäftsführer DeltaPort Niederrheinhäfen), Dirk Haarmann (Bürgermeister der Stadt Voerde) und Dieter Thurm (Prokurist und Technischer Leiter DeltaPort Häfen). Foto: Petra Grünendahl.
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Unter dem Motto „Häfen – Hotspots resilienter Logistik“ stand der traditionelle Branchenevent der DeltaPort Niederrheinhäfen, der Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf dem Fahrgastschiff River Lady Einblicke in die Herausforderungen bot, vor denen Binnenhäfen und Wasserstraßen stehen. Im Rahmen von „DeltaPort – vor Ort“ ging es mit der River Lady durch die Weseler Häfen (Stadthafen und Rhein-Lippe-Hafen) und den Hafen Emmelsum in Voerde, wo Vertreter der anliegenden Unternehmen zu Wort kamen. Zukunftsfähig aufstellen will sich DeltaPort mit dem EcoPort813 Förderverein Wasserstoff und nachhaltige Energie e. V., dem mittlerweile 23 Unternehmen angehören. EcoPort813-Geschäftsführer Michael Düchting: „Wir sind gut positioniert zwischen den großen Häfen in Rotterdam, Antwerpen, Duisburg und Dortmund als Drehscheiben der Logistik.“ Für den Transport von Wasserstoff werde die Schifffahrt eine relevante Rolle spielen, glaubt er. „Die Binnenhäfen können, müssen und werden die Versorgungssicherheit der Bevölkerung auch in Krisenzeiten gewährleisten und zugleich Motoren der notwendigen Verkehrstransformation sein. Dafür und daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten, um unseren Wohlstand zu erhalten und gleichzeitig die Ressourcen zu schonen“, sagte Gastgeber Andreas Stolte.

 

 
 
Erfreuliche Entwicklungen in den Häfen des Kreises Wesel

DeltaPort vor Ort: Bau der Schiffsentgasung von GS Recycling im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu den Erfolgsfaktoren der DeltaPort-Häfen zählten auch die kurzen Wege: „Wir wissen, welchen Schatz wir mit DeltaPort hier haben“, erklärte Ingo Brohl, Landrat Kreis Wesel, der die Bedeutung der Häfen im Kreis Wesel für eine sichere und nachhaltige Versorgung der Gesellschaft unterstrich. „Wir haben als kleiner Hafen sehr viel Industrie in die Region gebracht“, so Brohl. Im Stadthafen Wesel stehen keine weiteren Flächen zur Verfügung: Erweiterungen von Anlagen erfolgen im Bestand. Im Rhein-Lippe-Hafen, dem ehemaligen Ölhafen, stehen die letzten alten Verladeanlage vor dem Rückbau. Mit der Verlängerung der Spundwand werden die Zeichen auf Zukunft gestellt. Nordfrost hat seine Kühllogistik in Betrieb genommen. GS Recycling erweitert sein Portfolio und baut eine Schiffsentgasungsanlage. Das hier gewonnene Gas wird abtransportiert und verstromt.

 

DeltaPort vor Ort: Contargo im Hafen Emmelsum baut mehr Spundwand (rechts im Bild). Foto: Petra Grünendahl.
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Der Hafen Emmelsum an der Mündung zum Wesel-Datteln-Kanal wurde 1970 bis 1972 zur Rohstoffversorgung der Aluminiumhütte der Kaiser-Preussag Aluminium GmbH & Co. KG (später Voerde Aluminium GmbH, heute Trimet Aluminiumhütte) gebaut. Der trimodal angebundene Hafen konnte mit Jerich, Sappi und Contargo mit seiner Container-Logistik (2017) neue Ansiedlungen gewinnen. In zweiter Reihe schaffen der Hafen und Verwaltung (Stichwort: Bebauungsplan) weitere freie Ansiedlungsflächen.

 

DeltaPort

DeltaPort vor Ort: Nordfrost im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
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DeltaPort ist als Hafenverbund am Niederrhein 2012 durch Zusammenlegung von drei öffentlichen Hafenarealen im Kreis Wesel entstanden: Dies waren der Stadthafen Wesel, der Rhein-Lippe-Hafen (ehemals Ölhafen) sowie der Hafen Emmelsum im Stadtgebiet Voerde. Die DeltaPort Niederrheinhäfen sind ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort Häfen Wesel / Voerde (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), des Hafens Emmerich und des NIAG-Hafens in Rheinberg-Orsoy. Ziel der DeltaPort Niederrheinhäfen ist es, die Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Gemeinsam bilden die Partner das gesamte Portfolio ab: von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und containerisierter Ware. Die DeltaPort Niederrheinhäfen zeichnen sich aus durch ihre trimodale Infrastruktur, die geografisch sehr günstige Lage in der Nähe zu den Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, aber am Rande des Stauclusters Ruhrgebiet/Großraum Köln, durch verfügbare Freiflächen, viel Entwicklungspotenzial, einen flexiblen Verwaltungsapparat und enge partnerschaftliche Verbindungen zu ihren Kunden. Mit Leuchtturmprojekten wie dem EcoPort813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ setzen sie Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
www.deltaport.de
www.deltaport-niederrheinhaefen.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 


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