Ruhrtriennale stellte Programm 2020 vor: 14. August bis 20. September

“Zwischenzeit“ geht in die dritte Saison
Von Petra Grünendahl

Ruhrtriennale-Spielort Kraftzenttrale im Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: JU.

Die Mercatorhalle und der Landschaftspark Duisburg-Nord mit Kraftzentrale und Gebläsehalle zählen in unserer Stadt zu den bewährten Spielstätten der Ruhrtriennale. Chorwerk Ruhr präsentiert zu seinem 20-jährigen Jubiläum eines der wichtigsten und opulentesten Chorwerke der Musikgeschichte: Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“. Die Duisburger Aufführung findet am 6. September, in der Mercatorhalle statt. Tickets gibt es von 10,00 bis 55,25 Euro, weitere Termine in Essen, Wuppertal, Dortmund und Gladbeck.

Ruhrtriennale-Spielort Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz.

William Kentridge zeigt das Musiktheater „Waiting for the Sibyl / The Moment Has Gone” zwischen dem 13. und 20. September in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord (Eintritt zwischen 20 und 65 Euro (ermäßigt die Hälfte). Unterbrochen wird die Reihe am 14. September, von seiner Lecture-Performance „A Natural History of the Studio“ (in englischer Sprache) in der Gebläsehalle (Tickets 10 Euro). Primär an ein jüngeres Publikum und Schulklassen wendet sich „Unterscheidet euch! Ein Gesellschaftsspiel“ von Turbo Pascal in der Gebläsehalle im Landschaftspark (25. bis 30. August, Tickets 15 Euro, ermäßigt 7,50 Euro).

 

Stefanie Carp ist in den Jahren 2018 bis 2020 künstlerische Leiterin der Ruhrtriennale. Foto: Daniel Sadrowski.

Die Ruhrtriennale „Zwischenzeit“ (2018 – 2020) schließen in diesem Jahr mit der dritten Saison unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Carp. Vom 14. August bis 20. September kommen mehr als 700 beteiligte Künstler aus rund 40 Ländern ins Ruhrgebiet, um 33 Produktionen und Projekte in 17 unterschiedlichen Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal zu zeigen. Zwölf sind Ur- und Erstaufführungen.

 

 

Ruhrtriennale-Spielort Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz.

Der Termin steht, allerdings verfolgt die veranstaltende Ruhr Kultur GmbH die Entwicklungen um das Coronavirus sehr aufmerksam: „Wir gehen auf Basis der aktuellen Risikoeinschätzung davon aus, dass die Ruhrtriennale wie geplant stattfinden wird“, so die Veranstalter. Die Gesundheit aller stehe jedoch an erster Stelle: „Für den Fall, dass Veranstaltungen abgesagt werden müssen, erstatten wir den Preis für bereits gekaufte Karten selbstverständlich zurück.“ Über die genaue Abwicklung wird in diesem Fall zeitnah informiert: Über eMail, die Social-Media-Kanäle und unter www.ruhrtriennale.de. Der Vorverkauf für die diesjährige Ruhrtriennale beginnt am Donnerstag, 19. März 2020. Der Frühbucherrabatt ist bis Sonntag, 3. Mai 2020 erhältlich. Tickets gibt es in Duisburg bei der Tourist Information, Königstraße 86, Telefon 0203 / 285440. Weitere Informationen zum Programm unter www.ruhrtriennale.de.

 

 
Vielfältiges Programm in sechs Städten

Ruhrtriennale-Spielort Turbinenhalle (mitte links) und Jahrhunderthalle (rechts) in Bochum. Foto: JU.

Neben Neuentdeckungen sind einige Künstler eingeladen, die bereits in den vergangenen zwei Jahren das Publikum mit ihren Werken begeistert haben: Christoph Marthaler, Artiste associé der Ruhrtriennale 2018–2020, wird eine großformatige Musiktheaterkreation „Die Verschollenen (für großes Orchester)“ in der Jahrhunderthalle Bochum zur Premiere bringen. Sowohl die Deutsche Erstaufführung von Kornél Mundruczós „Pieces of a Woman“ als auch die Uraufführung von Mariano Pensottis „Los Años / Die Jahre“ (beide in der Jahrhunderthalle Bochum) setzen sich mit Lebensgeschichten und sozialen Konflikten auseinander. Der Choreograf Serge Aimé Coulibaly wird die Uraufführung von „Wakatt“, eine Arbeit über Angst, präsentieren (Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum); Marlene Montero Freitas ihre neue Choreografie „Mal – Embriaguez Divina“ (Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck). Ebenfalls auf dem Programm stehen die Uraufführungen von Brigitta Muntendorfs und Stephanie Thiersch’ „Archipel“ (Kraftzentrale, Landschaftspark Duisburg-Nord) und von Meg Stuarts „Cascade“, das sie gemeinsam mit Philippe Quesne realisiert (PACT Zollverein, Essen). Des Weiteren sind Produktionen von Lola Arias, Tina Satter (beide in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum) und nora chipaumire (PACT Zollverein, Essen) zu sehen. Karten kosten überwiegend zwischen 25 und 35 Euro (ermäßigt die Hälfte).

Hier geht es zum Veranstaltungskalender: https://www.ruhrtriennale.de/de/agenda?start=2020-08-14&end=2020-09-20#anchorFilters

Das Programm zum Download (als pdf): https://www.mynewsdesk.com/material/document/94712/download?resource_type=resource_document

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Jörg Brüggemann (2), JU (2), Daniel Sadrowski (1)

 

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Joachim Schneider beim Sutton Verlag: Drittes Buch über Wanheimerort

Bilder und Geschichten lassen Vergangenheit lebendig werden
Von Petra Grünendahl

Die Ansicht vom Titelbild: Sicht auf die Fischerstraße. Fotos: Petra Grünendahl.


Cover: Sutton Verlag.

Wer sich fußläufig im Stadtteil Wanheimerort ein wenig auskennt, kann das Titelbild einordnen, auch wenn die Häuserfassaden sind heutzutage gestrichen oder mit Balkonen bestückt sind. Alles ist grüner, Bäume verdecken die alte Ansicht ein wenig. Der Spielplatz ist mittlerweile hinter einem Gebäude der Lebenshilfe verborgen und von der Fischerstraße nicht mehr einsehbar. Im Gegensatz zu diesem Foto scheint jedoch an anderen alten Schwarzweiß-Aufnahmen aus dem Stadtteil die Zeit vorbei gegangen zu sein: Lediglich Zeichen früherer Jahre wie Kleidung oder Autos verraten auf einigen Bildern die Vergangenheit, so wenig hat sich mitunter am Erscheinungsbild getan. Auch der Beobachter, der nur die Gegenwart der letzten Jahre kennt, findet sich zurecht im bildlichen Eintauchen in die Vergangenheit.

Ecke Kulturstraße und Düsseldorfer Chaussee Mitte der 1950er: Anstelle der Tankstelle findet sich hier heute eine Grünanlage. Foto: Sutton Verlag.

Es ist eine spannende Reise, die Autor Joachim Schneider nach Kapiteln gegliedert mit informativen Texten versehen hat. Vom Dickelsbach oder den ersten Siedlern über die Karl-Lehr-Schule, den Spielmannszug Wanheimerort, die Stolpersteine oder die Jugendherberge nimmt Schneider den Leser mit, bis hin zu alteingesessenen Unternehmen und berühmten Sportlern, die in Wanheimerort ihre Wurzeln hatten.

Kulturstraße an der Ecke zur Hultschiner Straße Anfang der 1960er. Foto: Sutton Verlag.

Eingerahmt sind diese vielfältigen Geschichten in die „Alten Ansichten“, eine Bilderschau im Auftaktkapitel, und einigen markanten „Zeitsprüngen“ zum Abschluss.

 

Fischerstraße gegenüber vom Michaelplatz in den 1950ern. Foto: Sutton Verlag.

Zwar wendet sich Autor Joachim Schneider mit seinem dritten Buch über den Duisburger Stadtteil Wanheimerort in erster Linie an Alteingesessene, bei denen die Bilder – so der Untertitel – Erinnerungen wecken sollen. Allerdings finden auch neuer Zugezogene Ansichten, die ihnen bekannt vorkommen und ein Eintauchen in die Vergangenheit ermöglichen. Der Autor profitiert von seiner guten Vernetzung im Stadtteil, die ihm viele Türen öffnete.

Fabrikeingang der Rütgerswerke an der Wanheimer Straße 1910. Foto: Sutton Verlag.

Das Firmenarchiv von Caramba (Rütgerswerke) stand ihm für seine Recherchen ebenso zur Verfügung wie Archive der Karl-Lehr-Realschule, des DJK Wanheimerort 1919 e. V., das Stadtarchiv oder verschiedene private Archive. Bildgeber sind sowohl ehemalige wie heutige Firmeneigentümer: Familie Lindner und der heutige Eigentümer Dennis Demandt (Autohaus Lindner), Birgit Hennig-Friebe (Gaststätte Noy) oder Edi Heiß (Bestattungen Simon).

Die Wanheimer Straße (l.) an der Ecke Fischerstraße (r.). Foto: Sutton Verlag.

Dazu kommen zahlreiche Privatleute, die ihrem Sammlung geöffnet haben, wie zum Beispiel Reinhold Stausberg (Duisburgs größter Sammler von historischen Dokumenten), Jürgen Winstermann (Spielmannszug Wanheimerort), Willi Schneider aus Toronto/Kanada (Emil Schneider), Heinz Becker (Günter Wienhold) und Erich Fuchs (Toni Turek). Der Leser darf sich auf eine interessante bunte Mischung an Themen freuen, die Einblicke in die Vergangenheit geben.

 

 
Zum Erinnern und Entdecken

An der Ecke Fischerstraße (l.) und Wanheimer Straße (r.). Foto: Sutton Verlag.

Auch Joachim Schneiders neues Buch ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser rund 180 bislang zumeist unveröffentlichte Fotografien und Dokumente aus privaten Sammlungen und Unternehmensarchiven. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband ist im Sutton Verlag in der Reihe „Sutton Heimat“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-137-3).

 

 
Der Autor

Anfang der 1960er: Die Häuser auf der rechten Seite der Wanheimer Straße stehen noch. Die Bäume links und die Mauer mussten für die Verbreiterung der Wanheimer Straße weichen. Foto: Sutton Verlag.

Der Großhandelskaufmann Joachim Schneider engagiert sich vielfältig ehrenamtlich für Wanheimerort: Zum Beispiel in der Bezirksvertretung, als Vorsitzender des CDU-Ortsverbands und in der DJK Wanheimerort 1919 e. V. Er ist Beisitzer im Vorstand der Stadtteil-Offensive Wanheimerort e. V. und im Beirat des Wanheimerorter Bürgerverein von 1874 e. V. Darüber hinaus gehört Schneider zu den Initiatoren der Stadtteilzeitung „Wir in W’ort“ und er organisierte bereits zahlreiche Stadtteilfeste und -veranstaltungen. Im Sutton Verlag erschienen 2011 und 2012 seine beiden ersten sehr sehens- und lesenswerten Bücher mit alten Ansichten von Wanheimerort.

Die Eschenstraße an der Einmündung Schmiedestraße (l.): Rechts war die Evangelische Volksschule. Foto: Sutton Verlag.

 

 
Sutton Verlag, Erfurt

Hier hat sich nicht wirklich was verändert: Blick von der Fischerstraße in die Markusstraße1958. Foto: Sutton Verlag.

Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

Blick aus der Fischerstraße in die Wanheimer Straße Richtung Süden: Die Häuser auf der rechten Straßenseite sind dem Straßenausbau und Gewerbeflächen gewechen. Foto: Sutton Verlag.

Mehr Bücher über Wanheimerort finden Interessierte hier:
https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/bucher-uber-duisburg/wanheimerort/

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Sutton Verlag (11): Joachim Schneider „Duisburg-Wanheimerort. Bilder wecken Erinnerungen“

 

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MKM Museum Küppermühle in Duisburg zeigt Erwin Bechtold

Schwarz in seiner dynamischen Vielfalt
Von Petra Grünendahl

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

„Alles, was ich zu sagen habe, sagen meine Arbeiten!“, erklärte Erwin Bechtold (*1925 in Köln). Ganz so wortkarg gab sich der Künstler, der im April 95 Jahre alt wird, dann aber doch nicht. In der Kunst habe er die Freiheit gesucht und gefunden, sich zu entwickeln, erzählte er. Insbesondere nach der Diktatur der Nazi-Zeit, die er als Kind miterlebt hatte. Seine Farbe ist Schwarz: die Schwärze harter Schatten im gleißenden Sonnenlicht. Andere Farben dienen dazu, das Schwarz angemessen in allen seinen Schattierungen zur Geltung zu bringen:

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Von Weiß- über Erdtöne bis hin zum Blau. Der pastose Auftrag von Mischfarben schafft eine fast plastische Wirkung von Tiefe und Dynamik in den Bildern. Insbesondere die großformatigen Werke entfalten in den hohen Erdgeschossräumen des Museums ihren besonderen Reiz. Sie reflektieren eine Ambivalenz von Ordnung und Chaos, sieht sich der Künstler doch selber als „Störenfried“, jemand, der die Ordnung zerreißt und in Frage stellt. „Der Mensch steht im Mittelpunkt meiner Arbeit“, so Bechtold. Seinen abstrakten Werken haftet etwas Geheimnisvolles, zu Ergründendes an.

 

Erwin Bechtold (m.) mit Kuratorin Eva Müller-Remmert (l.) und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling (er.) im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Zum Pressegespräch zur neuen Sonderausstellung „Bechtold“ hatte das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) am Duisburger Innenhafen eingeladen. Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling, Kuratorin Eva Müller-Remmert und der Künstler Erwin Bechtold standen nicht nur Rede und Antwort, sondern auch für einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung zur Verfügung. Bechtold gehört zu den wichtigsten Vertretern der abstrakten Nachkriegskunst in Deutschland und Spanien, wo er seit über 60 Jahren mit seiner zweiten Frau Christina auf Ibiza lebt.

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung im MKM hat der Künstler geplant und aktiv mitgestaltet. Finanziell unterstützt wird die Ausstellung von der Sparkasse Duisburg. Die Werkschau des Künstlers ist nach zwanzig Jahren seine erste Ausstellung dieser Dimension in Deutschland. Sie umfasst Werke von 1957 bis 2014. Bechthold, dem man sein Alter in keinster Weise anmerkt, arbeitet immer noch fast täglich in seinem spanischen Atelier. Die Kunst sei seine Energiequelle, so der fast 95-Jährige.

 

 
Der Künstler

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Als einziger Sohn und Urenkel des Gründers einer Großdruckerei war Bechtolds Lebensweg nach der Familientradition vorbestimmt. Er machte 1944 sein Abitur und 1950 seinen Meister als Setzer und Drucker. Schon während der Lehrzeit wurde ihm klar, dass ihm dieser Beruf nicht die kreativen Möglichkeiten gab, die er suchte. Nach einem kurzen Studium an den Kölner Werkschulen bei Friedrich Vordemberge unternahm er eine Reise nach Paris, wo er bei Fernand Léger arbeiten konnte. Von Paris aus plante er eine kurze Reise nach Barcelona. Begeistert von Spanien beschloss er, dort zu bleiben. Bald bekam er engen Kontakt mit der katalanischen Avantgarde. 1956 hatte Bechtold seine erste Einzelausstellung in Spanien. 1954 besuchte er erstmals Ibiza, wo auch ein Jahr später sein Sohn geboren wurde. Er trennte sich 1956 von seiner ersten Frau, ging zeitweise nach Deutschland (Berlin) zurück, bevor er sich 1958 mit seiner zweiten Frau dauerhaft auf Ibiza ansiedelte, wo er seitdem seinen Lebensmittelpunkt hat. Trotzdem bezeichnet sich der Künstler, nach seiner Heimat befragt, sprachlich unverkennbar: als Kölner!

 

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Mit seinen Werken ist der deutsch-spanische Künstler in öffentlichen und privaten Sammlungen in aller Welt vertreten. Zwar verfügt auch die Sammlung Ströher, die im Museum Küppersmühle beheimatet ist, über eine ganze Reihe an Werken von Erwin Bechtold, aber das Gros der Ausstellung sind Leihgaben: von privaten Sammlern, aber auch vom Künstler selbst. Rund 100 Werke aller Größen hängen in den Erdgeschossräumen des Museums am Innenhafen.

Erwin Bechtold im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung ist im Winand Verlag, Köln, ein umfassender Katalog erschienen mit Beiträgen von Kuratorin Eva Müller-Remmert, von Nicola Carola Heuwinkel und Christoph Zuschlag sowie einem Gespräch mit dem Künstler (geführt von Walter Smerling). Das reich bebilderte, zweisprachige Buch (128 Seiten, deutsch-englisch) ist für 29 Euro an der Museumskasse sowie im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86832-566-9) zu bekommen.

 

Impressionen von der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Erwin Bechtold (r.), Kuratorin Eva Müller-Remmert (dahinter) und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling (l.) im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM). Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „Bechtold“ ist bis zum 24. Mai 2020 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro (ermäßigt 4,50 Euro). Bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card und des DB Bonusprogramms. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zur Ausstellung wird es wieder ein reichhaltiges Begleitprogramm geben. Informationen gibt es unter http://www.museum-kueppersmuehle.de). Für manche dieser Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Uwe Kluge stellte “Duisburg ist echt“ vor

Duisburger mitnehmen: Das sind Multiplikatoren!
Von Petra Grünendahl

Uwe Kluge, Geschäftsführer von Duisburg Kontor, stellte die Wort-Bild-Marke „Duisburg ist echt“ im Rahmen des Stadtmarketings vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Alle Akteure prägen das Image einer Stadt“, erklärte Uwe Kluge, Geschäftsführer von Duisburg Kontor, denen die Stadt das Stadtmarketing übertragen hat. Dazu zähle auch die Stadtgesellschaft, die man unter anderem mit dem Leitbild-Prozess und Bürgerbeteiligung eingebunden habe: „Die Duisburger sind Multiplikatoren nach außen“, stellte Kluge fest. Für die Imagekampagne hatte man aus den Ergebnissen des Leitbild-Prozesses und diverser Studien eine Wort-Bild-Marke generiert, die kurz und knackig die vielen Adjektive auf einen Nenner brachte, mit denen die Bürger ihre Stadt positiv verbanden: „Duisburg ist echt“. Da war Ende November der Startschuss, nachdem der Stadtrat die nötigen Gelder bewilligt hatte. Bereits im Dezember zeigte man mit der Großprojektion an der alten Stadtbibliothek sowie einer Plakatwand an einer Hausfassade Flagge. Ausgestattet mit einem Etat konnte Duisburg Kontor mit der Wort-Bild-Marke „Duisburg ist echt“ durchstarten und auf Personalsuche gehen. „Wir haben für die beiden Stellen als Projektmanager und für PR & Kommunikation über 200 Bewerbungen bekommen“, erzählte Uwe Kluge. Da wären gute Leute dabei, und: „Die wollen nach Duisburg!“ Man sei aktuell in Gesprächen mit den Bewerbern: „Bislang mussten wir die Stadtmarketing-Kampagne mit unserem Bestandspersonal zusätzlich fahren“, so Kluge.

 

Von links: Moderator Mario Mais, Referent Uwe Kluge und Club-Präsident Marco Pfotenhauer. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburg-Kontor-Chef Uwe Kluge stellte auf dem Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein Duisburgs im Intercity-Hotel neue Wort-Bild-Marke „Duisburg ist echt“ sowie die Strategie des Stadtmarketing vor. „Wir wollen das Image Duisburgs nach innen wie nach außen verbessern“, so Kluge zur Strategie. Aus dem Leitbild-Prozess heraus war die Wort-Bild-Marke entstanden, die wiederum jetzt auch für kommunikative Maßnahmen nach außen genutzt werden kann. Die Stadt nutzt diesen Claim schon auf ihrem Schriftwechsel, auch Duisburger und Duisburger Unternehmen könnten ihn nutzen, um auf sich und ihre Stadt zu aufmerksam zu machen. Insbesondere mit den Schwestergesellschaften, die wie die Duisburg Kontor GmbH Töchter des Konzerns Stadt sind, wolle man Kräfte für die Kommunikation nach außen bündeln.

 

„Wir sind in Gesprächen mit lokalen Unternehmen, wie es der Masterplan Wirtschaft vorsah. Wir versuchen, Akteure in Netzwerken zu verbinden. Dabei hoffen wir natürlich auch, die Wirtschaft für Kooperationen und finanzielle Beteiligung für Aktionen zu gewinnen, von denen wir als Standort insgesamt profitieren.“ Dabei müssen sich bislang genutzte Marken nicht kannibalisieren: Das gut 20 Jahre alte Logo ‚Duisburg am Rhein’ mit dem stilisierten Schiffsbug (oder dem Zusammenfluss von Rhein und Ruhr) wirkt immer noch modern. Und die „Stadt von Wasser und Feuer“, die seit zwei, drei Jahren in der Tourismuswerbung lockt, könne auch gut mit der neuen Wort-Bild-Marke kombiniert werden, so Kluge. Eine Bündelung der Kräfte also: „Wir wollen die Menschen mitnehmen, denn für diese wichtige Aufgabe ist die Anstrengung aller nötig!“ Er rechnet damit, im Spätsommer mit eine Image-Kampagne nach außen, in die Region und überregional, starten zu können.

 

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Fachvorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei den monatlichen Treffen erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Lynn Chadwick und Jiří Tichý

„Biester der Zeit” treffen gewebte Fantasien
Von Petra Grünendahl

Zwei „Biester“ von Lynn Chadwick in der Großen Glashalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zu Lynn Chadwicks „Biestern der Zeit“ locken die ersten Skulpturen schon die ankommenden Besucher: Die vier Stahl-Skulpturen in der großen Glashalle sind zum Kantpark hin öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung beginnt damit quasi mit dem Spätwerk des Künstlers. Im Anbau mit der großen Wechselausstellungshalle und den offenen Dreiecksräumen ist das Gros der Sonderausstellung angesiedelt: Skulpturen und Zeichnungen vom britischen Bildhauer Lynn Chadwick (1914 – 2003), ein paar Werke seiner Zeitgenossen und die großformatigen gewebtem Fantasien des tschechischen Künstlers Jiří Tichý (1924 – 2013). Der Tscheche bildet mit seinen farbigen, ornamentalen Werken einen gewissen Kontrast zu den – wie ich finde – eher „kühlen“ Figuren aus Edelstahl, Bronze sowie Eisen und Zement, die der Engländer geschaffen hat.

 

Im Pressegespräch (v. l.): Dorothee Mosters (Kunststiftung NRW), Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Ulrich Schneidewind (Stv. Vorstand der Sparkasse Duisburg) und Kuratorin Jessica Keilholz-Busch. Foto: Petra Grünendahl.

Im Lehmbruck Museum stellten Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Kuratorin Jessica Keilholz-Busch, Dorothee Mosters (Kunststiftung NRW) und Ulrich Schneidewind (Stv. Vorstand der Sparkasse Duisburg), letzte als Vertreter von Sponsoren der Schau, die neue Sonderausstellung vor. Die Werke von Lynn Chadwick umfassen in einer Retrospektive alle Schaffensphasen, den Künstlers, dessen Gesamtwerk in dieser Sonderschau erstmals in diesem Umfang in Deutschland gezeigt wird. Die Chadwick-Retrospektive eine Kooperation mit dem Georg Kolbe Museum und dem Haus am See (beide Berlin), die neben dem Werk auch den Künstler darstellt.

Lynn Chadwick (vorne) und Jirí Tichý (hinten) in den Dreiecksräumen im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

In Ergänzung dazu ist die Werkschau von Jiří Tichý ist eine Präsentation der eigenen Sammlung des Duisburger Skulpturenmuseums, das von Lynn Chadwick lediglich die Figur „Stranger II“ beisteuern konnte, die sich allerdings schon seit den 1960er-Jahren der eigenen Sammlung befindet. Die Ausstellung im Anbau – Sonderausstellungsfläche, Dreiecksräume und Foyer – eröffnet am Samstag, 29. Februar, um 16 Uhr.

 

 
Lynn Chadwick: umfassende Retrospektive

Skulptur „Stranger II“ von Lynn Chadwick im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Werkschau von Lynn Chadwick zeigt ansonsten Leihgaben – überwiegend aus dem Nachlass des Künstlers (The Estate of Lynn Chadwick). Manche seiner Werke stehen in den großen Museen der Welt, einige – insbesondere großformatige Edelstahl-Skulpturen – auch im öffentlichen Raum, allerdings keine davon in Deutschland. Im Foyer des Anbaus ist in einem Separée ein Film zu Leben und Werk des Künstlers zu sehen, welcher in dessen letzten Lebensjahren entstanden ist. Begleitend zur Ausstellung ist als erste umfassende Publikation zum Gesamtwerk von Lynn Chadwick im deutschsprachigen Raum ein zweisprachiger Katalog (Deutsch, Englisch) im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, erschienen. Außer an der Museumskasse ist das reich bebilderte, 164-seitige Werk auch im lokalen Buchhandel für 28 Euro erhältlich (ISBN 978-3-96098-629-4).

 

 
Die Künstler

Lynn Chadwick im Garten von Lypiatt Park, 1966. Foto Maren Werthmann-Heyne.

Lynn Chadwick, geboren 1914 in London, zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der britischen Nachkriegsmoderne. Lynn Chadwick war ausgebildeter Architekt und Architekturzeichner, diente im Zweiten Weltkrieg als Pilot in der Royal Navy, bevor es sich schließlich (weil früh sehr erfolgreich) ausschließlich seiner Kunst widmen konnte. Den Landsitz Lypiatt Park (Gloucestershire) kaufte er 1958, später – als der Garten nicht mehr ausreichte – auch das Land drum herum, wo er seine großformatigen Skulpturen platzieren konnte. In seinen Arbeiten verbildlichen sich eine für seine Schaffensjahre oftmals beschriebene charakteristische Mischung aus Zivilisationsmüdigkeit, utopistischer Fortschrittsgläubigkeit und existenzieller Angst, die sich aus der unmittelbar zurückliegenden Kriegserfahrung speiste. 1956 repräsentiert Chadwick zusammen mit dem Maler Ivon Hitchens Großbritannien bei der Biennale von Venedig im britischen Pavillon. Überraschend gewinnt er den internationalen Preis für Skulptur – gegen namhafte Wettbewerber. Im Alter von 88 Jahren stirbt Lynn Chadwick 2003 auf seinem Anwesen Lypiatt Park.

 

Jirí Tichý in den Dreiecksräumen im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Jiří Tichý, geboren 1924 im südböhmischen Ort České Velenice, zählt zu den Gründervätern der Neuen Textilkunst der 1960er Jahre, die die Entwicklung dieser Kunstbewegung von Beginn an maßgeblich geprägt haben. Mitte der 1950er Jahre beginnt Tichý als freischaffender Künstler zu arbeiten und realisiert seine Tapisserieentwürfe seit 1959 an einem eigens konstruierten Webstuhl. Ab diesem Zeitpunkt rücken die textilen Arbeiten ins Zentrum seiner künstlerischen Tätigkeit. Darüber hinaus umfasst sein vielseitiges Werk auch experimentelle Serien in Form von Frottagen, Foto- und Textilcollagen, Assemblagen, Objekten und Skulpturen. Anlässlich seines 80. Geburtstages findet im Lehmbruck Museum 2004 eine große Werkschau statt. 2013 verstirbt Tichý in České Budějovice im Alter von 89 Jahren. In seinem mehr als vier Jahrzehnte umspannenden Werk hat er über 200 Tapisserien entworfen und selbst gewebt. Jiří Tichý ist in öffentlichen und privaten Institutionen und Sammlungen in mehreren Ländern Europas, in Japan und Indien, in Kanada und in den Vereinigten Staaten von Amerika vertreten.

 

Impressionen der Ausstellung von Lynn Chadwick und Jiří Tichý. Fotos: Petra Grünendahl

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Skulpturen von Lynn Chadwick im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Lynn Chadwick und Jiří Tichý sind im Anbau (mit ein paar Appetithäppchen in der Glashalle) bis zum 26. Juli zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Jirí Tichý in den Dreiecksräumen im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu den Highlights zählt hier mit Sicherheit die Themenführung mit der Kuratorin Jessica Keilholz-Busch am Freitag, 6. März, um 15 Uhr (Pay what you want, s. o.). Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier).

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (22), Maren Werthmann-Heyne (1)

 

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Prinzenfrühstück im Rathaus: Duisburgs OB Sören Link übergab Sascha I. die Schlüsselgewalt

Jecken übernahmen die Macht im Ratssaal
Von Petra Grünendahl

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem traditionellen Beschuss des Rathauses mit der großen Kanone der Ehrengarde der Stadt Duisburg „Blau Weiss“ 1929 e.V. beim gemeinsamen Sturm mit der Garde der Karnevalsgesellschaft „Rote Funken“ 1949 e.V. war die Festung Rathaus schnell gefallen. Mit Stadtprinz Sascha I. und dem Kinderprinzenpaar Luca II. und Maja I. rückten die uniformierten Karnevalisten bis in den Ratssaal vor, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Unter dem Motto „Smartcity als neuer Dialog, uns´ Karneval bleibt analog“ ließ es Oberbürgermeister Sören „Doc Emmett Brown“ Link die Grenzen zwischen Vergangenheit und Zukunft verschwinden:

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

„Zurück in die Zukunft“ zog auch die Bürgermeister-Riege Manfred Osenger, Volker Mosblech und Erkan Kocalar ebenso wie Stadtkämmerer Martin Murrack die Marty-McFly-Karte. Nach dem Einzug der Bürgermeister und der Prinzencrews unternahm der OB mit seiner Büttenrede einen letzten Versuch, das Zepter, oder vielmehr: den Schlüssel zum Rathaus in der Hand zu behalten. Es half ihm nicht: Schließlich musste er sich der Übermacht ergeben, übergab Kapitulationsurkunde und Schlüssel an Sascha I., bevor im Ratssaal beim Prinzenfrühstück mit Verwaltung, Politik und Karnevalisten die jecke Post abging. Für die Sause muss OB Link übrigens nicht die Stadtkasse plündern: Finanziert wird das Ganze über Sponsoren, die dem Veranstalter, dem Hauptausschuss Duisburger Karneval e. V., gut gesonnen sind. Frisch gestärkt zogen die Karnevalisten dann in Richtung Rosenmontagszug ab, um, so Stadtprinz Sascha, sich dem zu widmen, worauf es ankomme: „Duisburg. Karneval. Freundschaft. Helau!“

 

Impressionen vom Prineznfrühstück. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

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Büttenrede des Oberbürgermeisters:
OB Sören Link begrüßte die Jecken als Doc Emmett Brown

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

„Smartcity als neuer Dialog, uns´ Karneval bleibt analog“

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Rat der Stadt Duisburg beschloss Gründung einer Schaulbaugesellschaft

Prüfauftrag für Osttangente Rheinhausen:
Hoffnung auf Verkehrsentlastung

Von Petra Grünendahl

Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Verwaltung wird beauftragt, die Realisierungsfähigkeit der Fortführung der Osttangente bis zur A40 zu prüfen“, hatten die Ratsfraktionen von SPD und CDU für die Sitzung des Stadtrats gemeinsam beantragt. Nicht zum ersten Mal stand eine solche Wegführung für den Lkw-Verkehr aus logport I zur Autobahn zur Diskussion: „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen“, erklärte Grünen-Fraktionsvorsitzende Claudia Leiße. Bis zu einer mehrheitlichen Annahme des Antrags entbrannte eine längere Diskussion insbesondere darum, die linksrheinischen Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie das Rheinhauser Rheinvorland mit seiner Naherholungsqualität zu sichern und zu erhalten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler wies darauf hin, dass man sich angesichts des gerade gestarteten Neubaus der A40-Rheinbrücke Fördermittel von Land und Bund für die Realisierung der Maßnahme erhoffe. Die verbesserte Anbindung des Geländes von logport I solle zu einer Entlastung der innerstädtischen Straßen besonders in Rheinhausen führen. Claudia Leiße warnte, dass hierbei wegen des zugehörigen Planfeststellungsverfahrens keine schnelle Lösung der Verkehrsprobleme zu erwarten sei.

 

Ratssitzung. Foto: Petra Grünendahl.

Zur ersten ordentlichen Ratssitzung in diesem Jahr traf sich der Rat der Stadt Duisburg. Die Tagesordnung war mit 40 Tagesordnungspunkten (TOP) im öffentlichen Teil recht übersichtlich. Die meisten TOP waren schnell abgearbeitet, der eine oder andere allerdings erst nach ausgiebigeren Diskussionen. Die Gründung einer Schulbaugesellschaft, die den Neubau von Schulen unter dem Bauherren IMD in Angriff nehmen soll, wurde mehrheitlich beschlossen. Ebenfalls mehrheitlich, wenn auch nach intensiver Diskussion, beschloss der Rat eine Änderung der Sicherheits- und Ordnungsverordnung, die auch städtische Geldbußen für Fehlverhalten festlegt. Eingefügt in die bisherige Verordnung wurden Tatbestände wie zum Beispiel Fehlverhalten bei behördlich angeordneten Evakuierungen, was zuletzt mehrfach zu Verzögerungen bei Bombenentschärfungen geführt hatte. Präzisiert wurden „Störendes Verhalten in der Öffentlichkeit“ oder das „Reinhalten der Verkehrsflächen und Anlagen“. Alle aufgenommenen Tatbestände kann das Ordnungsamt künftig mit Geldbußen belegen. Die Verwaltung wolle damit sicherstellen, so Oberbürgermeister Sören Link, dass der gesellschaftliche Konsens von Verhaltensregeln durchgesetzt werde.

 

Vor der Sitzung des Stadtrates. Foto: Petra Grünendahl.

Abgelehnt wurden der Antrag der Grünen, eine Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen (für Speisen und Getränke zum sofortigen Verzehr) zu erheben, sowie der Antrag der Linken, die Geschäftsführerbezüge bei 100-prozentigen Tochtergesellschaften der Stadt zu deckeln. Einstimmig (bei Stimmenthaltungen) beschloss der Rat eine Resolution für den Erhalt der Arbeitsplätze im thyssenkrupp Steel Werk Hüttenheim.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Deutsche Oper am Rhein: Charles Gounod „Roméo & Juliette“ begeisterte im Theater Duisburg

Und sie konnten zusammen nicht kommen!
Von Petra Grünendahl

Katarzyna Kuncio (Gértrude), Chor. FOTO: Hans Jörg Michel.

Graf Capulet (Bruno Balmelli) gibt am Vorabend der Hochzeit eine Party für seine Tochter Juliette (Sylvia Hamvasi): Juliette soll den ihr unbekannten Pâris (Jorge Espino) heiraten. Gértrude (Katarzyna Kuncio) lobt Pâris’ Vorzüge. Juliette jedoch verliebt sich in Roméo Montaigu (Gustavo de Gennaro), der, von zwei Freunden mit zur Party genommen, mit der Unbekannten zu flirten beginnt.

Gustavo de Gennaro (Roméo), Miriam Albano (Stéphano), Herrenchor. FOTO: Hans Jörg Michel.

Roméo ersticht Tybalt (David Fischer), der wohl Strippenzieher der Hochzeitspläne ist, nachdem dieser Roméos Freund Mercutio (Emmett O’Hanlon) tödlich verwundet hat. Der Herzog von Verona (Chao Deng) jagt Roméo daraufhin aus der Stadt. Das verliebte Paar schwört sich ewige Liebe und sie lassen sich von Bruder Laurent (Thorsten Grümbel) heimlich trauen. Am nächsten Morgen soll Juliette Pâris heiraten: Bruder Laurent gibt ihr eine Trunk, der sie in todesähnlichen Schlaf versetzen soll. Roméo platzt in die Hochzeit, wird aber hinausgeworfen. Juliette „stirbt“ und erwacht in der Familiengruft: Neben sich den sterbenden Roméo, der seinerseits Gift genommen hat, weil er ohne Juliette nicht leben wollte. Zu spät erkennt er, dass Juliette nur in Tiefschlaf versunken war. Juliette begeht daraufhin ebenfalls Selbstmord.

 

FOTO: Hans Jörg Michel
Gustavo de Gennaro (Roméo), Sylvia Hamvasi (Juliette). FOTO: Hans Jörg Michel.

Der französische Komponist Charles Gounod (1818–1893) adaptierte William Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ als farbenprächtiges Spektakel für die Opernbühne. Die Oper, ein lyrisches Drama, mit einem Libretto von Jules Barbier und Michel Florentin Carré feierte 1867 ihre Uraufführung in Paris. Die Deutsche Oper am Rhein zeigte „Roméo et Juliette“ in einer Inszenierung von Philipp Westerbarkei, der hier in dieser Spielzeit auch Puccinis „La Bohème“ auf die Bühne gebracht hatte.

Gustavo de Gennaro (Roméo), Sylvia Hamvasi (Juliette). FOTO: Hans Jörg Michel.

Westerbarkei hat an der Deutschen Oper am Rhein als Spielleiter angefangen, bevor ihm Opern-Generalintendant Prof. Christoph Meyer, der ihm mehr zutraute, erste Aufträge für eigene Operninszenierungen gab. Mit „Trouble in Paradise“ (in der Plattform „Young Directors“) und der Familienoper „Wo die wilden Kerle wohnen“ machte er – auch überregional – auf sich aufmerksam.

Emmet O’Hanlon (Mercutio), David Fischer (Tybalt), Herrenchor. FOTO: Hans Jörg Michel.

„Westerbarkei entwickelt seine Opern in enger Zusammenarbeit mit den Sängern, die ihrerseits zur Charakterisierung der Personen beitragen“, erzählte Dramaturgin Anne do Paço in der Einführung. Mit einem komplett neuen Cast für die Duisburger Aufführung habe er die Oper noch ein wenig verändert und die Charaktere auf die jeweiligen Sänger abgestimmt: „Wir sehen hier also nicht ganz die Inszenierung, die im Frühjahr in Düsseldorf zu sehen war“, so die Dramaturgin über die Oper, die bereits in der vergangenen Woche ihre Duisburger Premiere gefeiert hatte. Der Operabend in fünf Akten dauert gute drei Stunden (inklusive eine Pause). Gesungen wird in französischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung.

 

 
Fantastische Akteure begeisterten

Sylvia Hamvasi (Juliette), David Fischer (Tybalt), Gustavo de Gennaro (Roméo), Herrenchor. FOTO: Hans Jörg Michel.

Ihren Einstand in Duisburg gab die neue Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein, Marie Jacquot, unter deren Leitung die Duisburger Philharmoniker souverän den großen Farbenreichtum der Komposition in ihrer ganzen Vielfältigkeit meisterten. Mehr als in anderen Opern hat Westerbarkei nicht nur die Sänger, sondern auch den Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski aktiver eingebunden: mit Tanzeinlagen von der Choreographin Victoria Wohlleber.

Sylvia Hamvasi (Juliette), Bruno Balmelli (Capulet), David Fischer (Tybalt), Thorsten Grümbel (Frère Laurent), Jorge Espino (Pâris). FOTO: Hans Jörg Michel.

Der Fokus der Inszenierung liegt auf den Verliebten, dem tragischen Liebespaar, welches schlussendlich nicht zusammenkommt. Vier große Duette hat Gounod seinen Helden auf die Stimmbänder geschrieben, die die Handlung voran treiben: Vom ersten Flirt über das Versichern der gegenseitigen Liebe und die Trennung bis hin zum tragischen Schlussduett, welches Roméo (ein lyrischer Tenor) bei seiner vermeintlich verstorbenen Geliebten (lyrischer Koloratursopran) anstimmt und im gemeinsamen Tod endet. Beide – Sylvia Hamvasi und Gustavo de Gennaro – begeisterten mit der Beweglichkeit ihrer Stimmlagen, für die sie immer wieder begeisterten Szenenapplaus einheimsten.

Gustavo de Gennaro (Roméo). FOTO: Hans Jörg Michel.

Eine Seelenlandschaft als wandlungsfähigen Bühnenaufbau ebenso wie die fantasievollen Kostüme entwarf Tatjana Ivschina, die hier nicht zum ersten Mal mit dem Regisseur Philipp Westerbarkei zusammen arbeitete. Ins rechte Licht setzten die Opernszenen das Lichtdesign von Volker Weinhart. Minutenlanger Schlussapplaus mit vereinzelten Bravo-Rufen belohnte hervorragende Akteure für einen sehr gelungen Opernabend.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack aus der Düsseldorfer Aufführung:

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 8. Februar 2020 | 19:30 Uhr,
Di | 18. Februar 2020 | 19:30 Uhr,
Mi | 29. April 2020 | 19:30 Uhr,
Sa | 9. Mai 2020 | 19:30 Uhr und
Do | 14. Mai 2020 | 19:30 Uhr.

 

 

Gustavo de Gennaro (Roméo), Sylvia Hamvasi (Juliette). FOTO: Hans Jörg Michel.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten samstags zwischen 19,00 und 76,00 Euro, sonst 17,00 bis 67,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel

 

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Loveparade-Strafprozess: Security-Mitarbeiter der Vereinzelungsanlage West als Zeuge

Druck von außen zu groß für das, was rein ging
Von Petra Grünendahl

Der Loveparade-Strafprozess findet aus Platzgründen im Congress-Center Ost der Messe Düsseldorf statt. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir hatten schon früh um 11 Uhr einen großen Andrang an Besuchern, aber der Einlass Richtung Veranstaltungsgelände verzögerte sich um über eine Stunde“, erzählte der Zeuge. Der heute 58-Jährige arbeitete damals nebenberuflich für einen Sicherheitsdienst, der – neben anderen Sicherheitsdiensten – für Zugangssicherung bei der Loveparade in Duisburg beauftragt worden war. Eine Einweisung für seine Tätigkeit habe er damals nur an jenem Samstagmorgen von seinem Chef bekommen. Im Vorfeld habe kein Gespräch mit den rund 20 Mitarbeitern dieses Security-Unternehmens gegeben, die für die Sicherheit an den Vereinzelungsanlagen auf der Karl-Lehr-Straße im Osten und im Westen zuständig waren, erzählte der Zeuge. Ihm hätten auf der Westseite (Richtung Düsseldorfer Straße) als Bereichsleiter fünf Kollegen unterstanden. Sein Einsatzbereich reichte von der Autobahnbrücke (was allgemein als Zugang zum Tunnel bezeichnet wird) bis zu den Gittern an der Einmündung Düsseldorfer Straße, die dort die Besucherströme vor den Vereinzelungsanlagen kanalisierten. „Als der Druck immer größer wurde, konnten wir die Leute nicht mehr zurückhalten. Wir haben dann auf Anweisung der Polizei die Gitter aufgemacht, um Druck darauf abzubauen“, erinnerte sich der der 58-Jährige.

 

Der Loveparade-Strafprozess findet aus Platzgründen im Congress-Center Ost der Messe Düsseldorf statt. Foto: Petra Grünendahl.

Als Zeugen hatte die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg den Mitarbeiter einer Security-Firma geladen, der damals auch zur fraglichen Zeit der Katastrophe als Ordner im Eingangsbereich rund um die Vereinzelungsanlage West im Einsatz war. Vor dem Landgericht Duisburg wird gegen drei Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung in 21 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung verhandelt: Sie waren damals als Mitarbeiter der Lopavent GmbH an den Planungen des Events beteiligt. Der Vorsitzende Richter Mario Plein ließ den Zeugen zunächst erzählen, welche Rolle er im Planungs- und Genehmigungsverfahren spielte, bevor er ihm aus seinen eigenen Aussagen und Kameraaufzeichnungen von seinem Einsatzort Sachverhalte vor hielt.

 

 
Schleusen längst offen, als Gitter geöffnet wurden

Der Vorstizende Richter Mario Plein (mitte) mit zwei beisitzenden Richtern beim Loveparade-Strafprozess im Gerichtssaal im Congress Center Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services.

Bei seiner Befragung stützte sich Richter Plein auf eine Aussage, die der Zeuge im August 2010 gemacht hatte. Unter anderem versuchte er, anhand von Videoaufzeichnungen einer Kamera an der Ecke Düsseldorfer Straße / Karl-Lehr-Straße die Ereignisse zwischen 16.15 Uhr und 16.45 Uhr am Unglückstag zu beleuchten. Zäune kanalisierten die von der Düsseldorfer Straße aus einströmenden Zuschauer in Richtung Vereinzelungsanlagen, wo sie kontrolliert [Anmerkung: Taschenkontrollen, mitgeführte Glasflaschen] und einzeln durchgelassen wurden. Als die Zäune gegen 16.35 Uhr für gute fünf Minuten komplett aufgemacht wurden, waren die Schleusen längst offen: Sie standen zwar noch da und mit Ordnern besetzt, aber es fanden keine Kontrollen mehr statt.

Die Rampe vom Güterbahnhofsgelände runter zur Karl-Lehr-Straße. Foto: Petra Grünendahl.

„Es war ohnehin schwierig zu kontrollieren, da der Andrang vor den Schleusen immens war: Was vor den Schleusen ankam, konnte hinten im nötigen Tempo gar nicht abfließen.“ Wegen der Aufgabe der Vereinzelungsanlagen ergoss sich nach Öffnen der Zäune der Besucherstrom ungehindert Richtung Tunnel und dann dort hinein, wo es nicht allzu viel später zur Katastrophe kommen sollte. Die Mitarbeiter seiner Firma hätten sich nach Feierabend (gegen 21 Uhr wurden sie nach Hause geschickt) von Ost und West kommend am Container des Crowd Managers getroffen: „Wir haben da noch geholfen, die Toten abzudecken. Den Anblick vergisst man nicht!“

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Lars Heidrich / Funke Foto Services (1)

 

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Duisburger Bündnis verleiht Preis für Toleranz und Zivilcourage an „Frauen aller Länder laden ein“

Miteinander statt nebeneinander: Über Kennenlernen und Gespräche Fremde zu Nachbarn machen
Von Petra Grünendahl

Schwester Mariotte Hillebrand (Mitte) und zwei ihrer Mitstreiterinnen von der Initiative „Frauen aller Länder laden ein“. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir mussten selber erst einmal miteinander in Gespräch kommen“, erzählte Schwester Mariotte Hillebrand. Aus ersten Kontakten und Gesprächen ergab sich dann recht schnell ein Netzwerk von Frauen vielfältigster Herkunft, die ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen miteinander teilen wollten: Frauen aus der Katholischen Frauengemeinschaft, vom Verein Empathie (ein bundesweit engagierter Verein, der sich seit 2013 um gegenseitigen Kulturaustausch bemüht) und vom

Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verlieh seinen Preis in diesem Jahr an die Initiative „Frauen aller Länder laden ein“: Laudator Dr. Joachim Stamp (mit dem Preis) und rechts daneben (v. l.) Bündnis-Geschäftsführerin Angelika Wagner, Oberbürgermeister Sören Link und Rabbiner David Geballe. Foto: Petra Grünendahl.

Forum für Interkulturelle Information und Bildung (FIB) sowie weitere in der Sache engagierte Frauen schlossen sich in Hamborn zur Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ zusammen. Die Frauen sind christlichen oder muslimischen Glaubens: „Wir hätte aber auch gerne andere Glaubensrichtungen dabei“, betonte eine muslimische Netzwerkerin. Zusammen leben sei das Ziel, nicht nur nebeneinander her, sind sich die Frauen der Initiative einig. Laudator Dr. Joachim Stamp, Integrationsminister des Landes NRW, würdigte das Engagement der Frauen, über Grenzen von Herkunft, Religion und Kultur hinweg – aller Widerstände zum Trotz! – ins Gespräch zu kommen, von einander zu lernen, um einander zu verstehen und Vorurteile abzubauen: „Es gibt viel mehr, was uns verbindet als was uns trennt.“

 

Joachim Stamp und Angelika Wagner überreichen den Preis an die Initiative „Frauen aller Länder laden ein“. Foto: Petra Grünendahl.

Alljährlich wird der Preis für Toleranz und Zivilcourage an Personen oder Gruppen verliehen, die sich mit Toleranz und Zivilcourage für die Vielfalt und das Zusammenleben in unserer Stadt einsetzen. Bewusst gewählt sind Ort und Datum der Preisverleihung: Bereits zum 19. Mal fand sie im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen im Innenhafen statt – am Gedenktag* der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945. „140 Nationen leben in unserer Stadt“, unterstrich Oberbürgermeister Sören Link in seinem Grußwort.

Der Preis für Toleranz und Zivilcourage 2020. Foto: Petra Grünendahl.

„Das Große passiert im kleinen Miteinander“, lobte er das Engagement des Netzwerks, und: „Wir müssen die Vielfalt vor der Einfalt bewahren!“ Viele Bewerbungen habe es auf die Ausschreibung gegeben: „Das zeigt, wie viele Menschen sich in unserer Stadt engagieren und sich gemeinsam füreinander und für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.“ Die Preisträgerinnen würden dieses Engagement in besonderer Weise umsetzen, um Brücken zu bauen: „Sie sind Multiplikatoren und Vorbilder, die die Demokratie und die offene Gesellschaft stärken“, so Joachim Stamp in seiner Laudatio.

 

 
Die offene „Hand“ für Toleranz und Zivilcourage

Preisverleihung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage im Jüdischen Gemeindesaal: Musikalisch begleitet von den Gelsenkirchener Swingfonikern. Foto: Petra Grünendahl.

Die Frauen der Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ erhielten ihren Preis in Form einer offenen Hand aus der Hand von Angelika Wagner, Geschäftsführerin des Bündnisses, die hier auch den erkrankten Bündnissprecher Superintendent Armin Schneider vertrat. Musikalisch begleitet haben die Veranstaltung die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller: Auch das ist bereits seit Jahren Tradition. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

*) Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (im heutigen Polen) durch die Rote Armee am 27. Januar 1945

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V.: Prunksitzung begeisterte in rappelvollem Saal

Hervorragende Jugendarbeit und Nachwuchsförderung zahlt sich aus
Von Petra Grünendahl

Die Mini-Tanzgarde mit Nesthäkchen Luisa (3). Foto: Petra Grünendahl.

Schon als gleich zu Beginn die Mini-Tanzgarde in den närrisch geschmückten Saal der Pausenhalle einmarschierte, brach das Eis des jecken Publikums: Die überwiegend sechs bis 10 Jahre alten Mädchen lieferten bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt eine tolle Show ab. Nesthäkchen Luisa (3) stach zwar mit manchmal etwas eigenen Choreografien hervor, aber auch sie eroberte das Publikum im Sturm. Die Große Tanzgarde der KG Sonniger Süden Blau-Rot, die hier im zweiten Jahr tanzte, zeigte mit einem altersgemäß anspruchsvolleren Programm ihre Klasse. Die Mädchen ab 14 Jahren begeisterten das Publikum nicht minder: Hier tanzte die Zukunft des Duisburger Karnevals und die jungen Tänzerinnen machten schon mächtig Eindruck! „Unser ganzer Stolz!“, bemerkte dann auch Präsident Oliver Wolters treffend über den Nachwuchs seiner Gesellschaft.

 

Die Große Tanzgarde der KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953. Foto: Petra Grünendahl.

Ihren klassischen Saalkarneval feierte die Karnevalsgesellschaft Sonniger Süden Blau-Rot 1953 an der Gesamtschule Mitte an der Falkstraße vor ausverkauftem Haus. Traditionell liegt der Fokus der Blau-Roten auf Eigengewächsen und Duisburger Talenten – was nicht schwer fällt! –, die man nur sehr sparsam mit auswärtigen Gästen ergänzte. Da Karnevalstalente nicht nur in eigenen Reihen, sondern auch in anderen Gesellschaften schlummern, hatten die Organisatoren das Tanzpaar Annika (12) und Marvin (13) sowie – singend und tanzend – Alina (13) von den Marxloher Jecken, Kinderprinzencrew des vergangenen Jahres, sowie das Tanzmariechen Emma (14) von der KG Königreich Duissern, die vor vier Jahren als Kinderprinzessin regierte, auf die Bühne geholt. Nachdem die geplante Showtanztruppe Temptation wegen Erkrankung mehrerer Tänzerinnen ausfiel, war kurzfristig die Duisburger Showtanztruppe Movie Stars eingesprungen, die mit Auftritten einer „großen“ und einer „kleinen“ Formation die Besucher von den Stühlen rissen. Die Truppe bewies, dass sie im vergangenen Jahr zu Recht NRW-, Deutscher und Europameister im Showtanz geworden war.

 

 
Willi Garohn wird Ehrenpräsident

Machten Willi Garohn (2. v. l.) zum Ehrenpräsidenten: Präsident Oliver Wolters, Geschäftsführer Tim Jakob, Schatzmeister Manfred Postelt und Vizepräsidentin Jacqueline Häuser. Foto: Petra Grünendahl.

Tränen hatte er in den Augen, der Willi Garohn: Seit 49 Jahren ist er Mitglied der KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V., 19 Jahre davon führte er die Gesellschaft als Präsident. Im April letzten Jahres hatte er den Stab an den bisherigen Geschäftsführer Oliver Wolters und die nächste Generation Karnevalisten im Vorstand weitergereicht, der ihn nun zum Ehrenpräsidenten ernannte. Seine Präsidentenkette überreichte Wolters als neue Ehrenpräsidentenkette an Garohn zurück – und kriegte selber feuchte Augen, als ihm sein (verjüngter) Vorstand eine neue Präsidentenkette überreichte: Das war auch für das Publikum ein bewegender Moment. Konsequent hat die Gesellschaft in den letzten Jahren auf karnevalistischen Nachwuchs gesetzt: Mit zwei Jugend-Tanzgarden, einem Tanzpaar (welches wegen seines verletzten Mariechens in dieser Saison pausiert) – und mit einer Verjüngung des Vorstandes, was einen geordneten Übergang auf eine neue Generation garantierte: „Ihr habt als Verein vieles richtig gemacht“, lobte Bodo Malsch vom Landesverband Rechter Niederrhein e.V. (im Bund Deutscher Karnevalisten), der hier wieder einige verdiente Mitglieder auszeichnen durfte. Mittlerweile habe sich die KG zur zum achtgrößten Verein im HKD (Hauptausschuss Duisburger Karneval) gemausert: Ein Erfolg, der noch vor ein paar Jahren nicht abzusehen war!

Das Kinderprinzenpaar Luca II. und Maja I. mit Paginnen Celina und Jana. Foto: Petra Grünendahl.

Für ein bisschen „kölsche“ Stimmung im Duisburger Karneval sorgten die Dröpkes und „Die 3 Colonias“, die in diesem Jahr 44 Jahre Bühnenerfahrung mit Stimmungsmusik und Schunkelliedern feierten. Die Dröpkes aus Mönchengladbach, eine bekannte und beliebte Größe im Karneval unserer Stadt, begeisterten mit einer breiten Palette von Karnevals- und Stimmungsliedern bis hin zur Rockmusik. Heimspiel hingegen hatten der Prinz der Stadt Duisburg, Sascha I., mit seiner Crew sowie das Kinderprinzenpaar Luca II. und Maja I. mit ihrem Paginnen Celina und Jana und natürlich die Ruhrpott Guggis, die allesamt im Saal begeistert gefeiert wurden. Ein weiteres Highlight war zum Finale die traditionelle Show des Elferrats: Unter dem Thema „Ab in den Süden“ lockte der Elferrat mit Show, Tanz und Spässkes das Publikum auch zu vorgerückter Stunde aus der Reserve und von den Sitzen: Reichlich Applaus gab es bei der szenischen Vorführung, die immerhin fast eine Dreiviertelstunde die Besucher vergnügte, bevor im Anschluss an das Programm die Band „Concorde“ bis in den frühen Morgen zum Tanz aufspielte.

 

In Wanheimerort gegründet

Stadtprinz Sascha I. mit seiner Crew. Foto: Petra Grünendahl.

In der Gaststätte „Fuchsecke“ wurde die KG Sonniger Süden Blau-Rot im Jahr 1953 gegründet: am 21. Februar, wie die Chronik der Karnevalisten verrät. Viele Jahre feierte man seine Sitzungen in den großen Sälen von Gaststätten. Nachdem solche Örtlichkeiten nicht mehr zur Verfügung standen, zog die KG Sonniger Süden mit ihrem klassischen Saalkarneval 1997 in die Pausenhalle der Gesamtschule Duisburg-Mitte, wohin man seitdem die feierfreudigen Jecken zu ziehen weiß.

Ab in den Süden: Elferrats-Show begeisterte das Publikum. Foto: Petra Grünendahl.

Die KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V. feiert weiter mit der Damensitzung am Samstag, 8. Februar, um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) sowie ihrer 3. Großen Kindersitzung am Sonntag, 9. Februar, um 13 Uhr (Einlass 12.00 Uhr). Beide finden ebenfalls in der Pausenhalle der Gesamtschule Mitte statt. Karten für die Damensitzung gibt es auch, für die Kindersitzung ausschließlich im Vorverkauf (siehe https://www.kg-sonniger-sueden.de/kontakt-bestellformular/).
www.kg-sonniger-sueden.de

Impressionen der Prunksitzung der KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Lehmbruck Museum in Duisburg stellte Jahresprogramm 2020 vor

Spannende Ausstellungsvielfalt und neuer Lehmbruck-Preisträger
Von Petra Grünendahl

Stellten das Jahresprogramm vor (v. l.): Pressesprecher Andreas Benedict, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Über Rekordbesucherzahlen 2019 freute sich Thomas Krützberg bei seinem letzten Jahresgespräch als Kulturdezernent: „Das verdanken wir der engagierten Arbeit von Söke Dinkla und ihrem Team!“ Er freue sich außerdem, so Krützberg, dass der „Wilhelm-Lehmbruck-Preis“ mit einer begleitenden Ausstellung dank des Engagements des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) für die Zukunft gesichert sei: Der 1966 erstmals vergebene Preis wird ab diesem Jahr regelmäßig alle fünf Jahre an Künstler verliehen, die einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Skulptur geleistet haben. An Sonderausstellungen sind in Vorbereitung „Biester der Zeit“ mit rund 70 Plastiken und anderen Werken in der ersten Retrospektive des englischen Bildhauers Lynn Chadwick (1914 – 2003) in Deutschland sowie eine Sammlungspräsentation mit Werken von Jiří Tichý (1933 – 2016):

Kulturdezernten Thomas Krützberg und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (Mitte) mit dem Team des Lehmbruck Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Beide starten am 29. Februar. Eine Deutschlandpremiere feiert die deutsche Installations- und Performancekünstlerin Nevin Aladağ (*1972 Van, Türkei) im Rahmen von Sculpture 21st ab 7. Mai im Lehmbruck Museum: Ihre Klang-Skulpturen werden auch bespielbar sein. Stephan Balkenhol (*1957) ist ein Bildhauer im klassischen Sinne: Mit Klöpfel und Beitel, Säge und Messer arbeitet er seine Skulpturen und Reliefs aus zum Teil riesigen Holzstämmen heraus. Zur umfassenden Werkschau zum Thema Mensch arbeitet der Künstler aktuell noch an neuen Plastiken, die ab dem 29. August zu sehen sein werden.

 

Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch zogen Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kulturdezernent Thomas Krützberg eine Bilanz des vergangenen Jahres und stellten das Ausstellungsprogramm für 2020 vor. Aktuell laufen noch Ausstellungen mit Carsten Nicolais “rota” und Eija-Liisa Ahtila (Skulpturen in Zeiten des Posthumanismus) – beide bis Sonntag, 26. Januar –, die „Künstler der Brücke“ (Kabinettausstellung zum Expressionismus) und „Wilhelm Lehmbruck. Ein Leben“ (Studioausstellung) – beide bis zum 1. Juni.

Das Lehmbruck Museum mit neuem Corporate Design: der Kopf der Knieenden. Foto: Petra Grünendahl.

Neben dem neuen „Corporate Design“ und dem Programmheft für das erste Halbjahr präsentierte das Museum auch seine neue Webseite unter www.lehmbruckmuseum.de, die jetzt barrierefrei (für Sehbehinderte) und auf Wunsch in „einfacher Sprache“ (für Menschen mit eingeschränktem Wortschatz) gestaltet ist. Fortführen wird das Lehmbruck Museum erfolgreiche Formate wie zum Beispiel das City Atelier mit wechselnden Künstlern (sonntags von 14 bis 17 Uhr im Souterrain), die Vortragsreihe „Lehmbruck Lectures“ (über Künstler der Moderne, Eintritt 5 Euro) und die plastikBAR (künftig mit „Kunst & Stulle“ und Live-Musik, Eintritt 12 Euro). Weitere Formate findet man unter Veranstaltungen.

 

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Carsten Nicolais „rota” in der Glashalle, Julian Opies „Walking People“ im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Wilhelm Lehmbruck: „Der Gestürzte“ (vorne) und „Der Jüngling“ (hinten). Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier).

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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DGB Duisburg-Niederrhein: InCoach-Beratungsbüro für Geflüchtete ein Erfolg

Zugewanderte in Arbeit und Gesellschaft integrieren
Von Petra Grünendahl

Reiner Siebert, Leiter des IvAF-Beratungsbüros im DGB-Haus am Stapeltor. Foto: Petra Grünendahl.

„Diese Menschen sind erleichtert, wenn sie eigenes Geld verdienen und nicht mehr auf Hilfe vom Staat angewiesen sind“, erzählte Reiner Siebert. „Sie sind dankbar für die Hilfe, hier aufgenommen worden zu sein, und wollen etwas zurückgeben.“ Reinere Siebert berät Geflüchtete bei der Suche nach Arbeits- oder Ausbildungsplätzen, zur Anerkennung von Schul- oder Universitätsabschlüssen sowie Berufsausbildungen. „Mit der Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung entsteht weiterer Beratungsbedarf im Behördendschungel“, erklärte Siebert seine Tätigkeit: Aufenthaltsrecht, Sprachkurse oder Kinderbetreuung zum Beispiel. Seit drei Jahren leitet Siebert das InCoach-Beratungsbüro für Geflüchtete Menschen im DGB-Haus am Stapeltor. Aktuell ist das Projekt bis Ende 2020 verlängert worden. Eine weitere Verlängerung bis Ende 2021 ist möglich und wahrscheinlich. Danach müsste eine neue Finanzierung gefunden werden. „Der Beratungsbedarf ist trotz sinkender Flüchtlingszahlen enorm und wird auch weiterhin bestehen, zumal der Beratungsbedarf mit der Aufnahme einer Beschäftigung nicht endet sowie zunehmend Familienangehörige mit einbezogen werden“, so Siebert. Die Beratungserfolge zeigen aber, dass sich Sieberts Arbeit lohnt und einen wichtigen Beitrag zur Integration dieser Menschen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft leistet.

 

Angelika Wagner, Reiner Siebert und Bulut Surat. Foto: Petra Grünendahl.

Die Projektverlängerung für den Standort Duisburg im bundesweiten IvAF-Netzwerk (Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen) nahmen der Leiter des Integrationsbüros, Angelika Wagner als Geschäftsführerin des DGB Niederrhein und DGB-Gewerkschaftssekretär Bulut Surat zum Anlass für eine erste Bilanz. Finanziert wird das Duisburger Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bildungsinstituts im Gesundheitswesen (BiG) Essen, einer mit der Gewerkschaft ver.di verbundenen Einrichtung. Das Duisburger Büro sei das erste seiner Art in einem Gewerkschaftshaus gewesen: „Gewerkschaftsarbeit wie bei uns kennen die Geflüchteten aus ihren Herkunftsländern gar nicht“, erklärte Angelika Wagner. „Bei uns erleben sie Gewerkschaft als hilfreiche Institution, die sich nicht nur um ihre Mitglieder kümmert.“

 

 
Konstant hoher Hilfs- und Beratungsbedarf

Angelika Wagner und Reiner Siebert. Foto: Petra Grünendahl.

Seit dem großen Flüchtlingsansturm 2015 habe es zahlreiche Gesetzesänderungen im Asyl-, Aufenthalts- und Ausländerrecht gegeben, die „Bedrohungsszenarien“ aufgebaut hätten, so Siebert, um vor weiterer Zuwanderung abzuschrecken: „Diese haben aber auch erhebliche Folgen für diejenigen, die bereits hier sind und sich integrieren wollen.“ Menschen ohne „Bleibeperspektive“ (zum Beispiel aus so genannten „sicheren Herkunftsländern“ wie dem immer noch terror- und bürgerkriegsgeschüttelten Afghanistan) bekommen keine Sprachkurse: „Das erschwert die Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft!“ Siebert betreute bis Ende 2019 insgesamt 485 Ratsuchende (plus deren Familienangehörige) aus 36 Ländern in 2.409 Beratungskontakten mit 345 Intensivberatungen von über 6 Stunden. Überwiegend stammten die Ratsuchenden aus Syrien (43 Prozent), Afghanistan (18 Prozent), Iran (8 Prozent) und Irak (5 Prozent). Der Frauenanteil (ohne Familienangehörige) betrug 18 Prozent, junge Erwachsene (18 – 25 Jahre) waren 29 Prozent. Mehr als die Hälfte sind Männer zwischen 25 und 45 Jahren (54 Prozent).

„Viele dieser Menschen haben eine völlig ungesicherten Aufenthaltsstatus und bleiben über Monate bis Jahre in dieser Unsicherheit“, erzählte Reiner Siebert. Das erschwere die Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung und fordere ihn als Netzwerker zwischen den unterschiedlichen zuständigen Behörden vom Sozialamt über Jobcenter bis zum Ausländeramt. Im Kontext seiner Beratung hätten seine „Schützlinge“ mindestens 522 Sprachkurse und 188 Praktika absolviert, 100 Arbeitsstellen aufgenommen, 45 eine Ausbildung angetreten und sechs Schulabschlüsse nachgeholt. Die Zahl von sozialversicherungspflichtig beschäftigten Geflüchteten in Deutschland hat sich in den letzten drei Jahren um rund 69.000 auf etwa 436.000 erhöht (19 Prozent): „Das sind rund 1,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten“, so Angelika Wagner. Eine Erfolgsgeschichte für alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich für die Integration dieser Menschen einsetzen.

 

 
Azubi-Initiative sucht Unterstützung
„Asylbewerber [Anmerkung: vor der Anerkennung des Asylstatus] dürfen zwar nicht arbeiten, aber eine Ausbildung absolvieren“, erklärte Bulut Surat. Dabei böten die Flüchtlingsunterkünfte allerdings keinen geeigneten Wohnort für junge Menschen in Ausbildung: „Die Auszubildenden haben dort keine Ruhe und keinen Platz, ungestört zu lernen. Ein Recht auf eine eigenen Wohnung bekommen sie erst, wenn sie als Asylberechtigte anerkannt sind und einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben“, so Bulut Surat, der sich beim DGB um die Azubi-Initiative kümmert: „Analog zu Studentenwohnheimen würden wir hier gerne Azubi-Wohnheime etablieren, brauchen dafür aber Unterstützung.“ Solche Gemeinschaftsunterkünfte ermöglichten den jungen Menschen soziale Teilhabe, das Knüpfen von Kontakten und Integration in die Gesellschaft.“ Bislang habe man erst ein gutes Dutzend adäquat unterbringen können: „Wir haben pro Jahr zwischen 50 und 100 Personen in schwierigen Situationen, für die wir angemessene Wohnverhältnisse suchen.“

Zu den Zielen künftiger Arbeit des Beratungsbüros zählt die Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt, aus den Beratungsanliegen der Ratsuchenden zu lernen, um Verwaltungsabläufe zu verbessern. Außerdem will das Integrationsbüro das Partnerprojekt „Welcome“ der Bundesinitiative „Fachkräfte sichern“ ergänzen, um Fachkräftepotenziale zum Beispiel für Pflegeberufe unter bereits Zugewanderten zu erkennen, zu fördern und die betriebliche Integrationsbereitschaft zu verbessern: „Warum sollten wir im Ausland nach Fachkräften suchen, wenn wir hier bereits ausgebildete oder ausbildungswillige Menschen auf der Suche nach Beschäftigung haben?“, machte Siebert klar.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Ballett am Rhein Martin Schläpfers b.42 begeisterte bei der Premiere im Theater Duisburg

Ensemble glänzte mit anspruchsvollen Choreographien
Von Petra Grünendahl

George Balanchine: Square Dance © The George Balanchine Trust – Sonia Dvořák, Orazio Di Bella, Ensemble FOTO © Gert Weigelt.

Beim Square Dance denkt man sicher zuerst an den etwas derberen amerikanischen Volkstanz der Farmer und Cowboys. Der georgische Choreograph George Balanchine (1904-1983) hat in einer Homage an seine amerikanische Wahlheimat* die Grundzüge des Square Dance (Uraufführung 1957) in die filigranen Bewegungen des Balletts integriert: Sechs Paare und ein Solo-Paar in schlichter heller Tanzkleidung vereinen die lebensfrohen Reigen des Volkstanzes mit der klassischen und filigranen Formensprache des Balletts, die hier frei und ausgelassen wirkt. Im Fokus der Musik von Antonio Vivaldi und Archangelo Corelli stehen auch bei Balanchines „Square Dance“ die Solo-Violinen (Siegfried Rivinius, Önder Baloglu, Matthias Bruns und Johannes Heidt), die die Tänzer quasi „antreiben“. Für die hier gezeigte Version der Wiederaufführung 1976 hatte Balanchine das Ballett neu kreiert, als er für den männlichen Tänzer des Solo-Paares zusätzliche Solo-Passagen integrierte, die er seinem Lead-Tänzer Bart Cook auf den Leib schneiderte. Cook, der heute als Repetitor und Choreograph tätig ist, hatte das anspruchsvolle Werk nun mit dem Ballett am Rhein für b.42 einstudiert.

 

George Balanchine: Square Dance © The George Balanchine Trust – Sonia Dvořák, Orazio Di Bella, Ensemble FOTO © Gert Weigelt.

Drei Stücke hatte Martin Schläpfer, Chef-Choreograph und Künstlerischer Direktor des Ballett am Rhein, für seinen Ballettabend b.42 ausgewählt, wie sie unterschiedlicher und kontrastreicher kaum sein können. Das Ensemble bewies einmal mehr seine Hochklassigkeit, die die anspruchsvolle Darbietung leicht wirken ließ. Die vielfältigen musikalischen Ansprüche der Kompositionen meisterten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Martin Braun. Für die Lichtgestaltung zeichnete Thomas Diek verantwortlich. Das restlos begeisterte Publikum feierte bei der Premiere des zweistündigen Ballettabends im Theater Duisburg die Akteure mit minutenlangem Applaus zu jedem Stück und mit teilweise stehendem und nicht enden wollenden Schlussapplaus: Ob ihrer fantastischen Leistungen völlig zu Recht!

 

 
Von der Neoklassik über die Moderne zur romantischen Klassik

Remus Şucheană: Symphonic Poem – Sonia Dvořák, Marlúcia do Amaral, Norma Magalhães, Ensemble FOTO © Gert Weigelt.

Als zweites Stück des Ballettabends hatte Schläpfer „Symphonic Poem“ von Remus Şucheană ausgewählt. Die ursprünglichen Klänge von „Metacosmos“ der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir (*1977) hatten den jungen rumänischen Choreographen zu einem Ballett archaischer Bewegungen und purer Körperlichkeit inspiriert. Die Tänzer in ihren bunten Kostümen (Entwürfe: Mylla Ek) erschufen einen musikalischen Kosmos zwischen der Unterwelt (dem Orchester) und dem „Himmel“ (drei Trommler), die im Bühnenbild von Darko Petrovic sichtbar über den Tänzern schwebten. Şucheană hatte als Tänzer unter Martin Schläpfer angefangen – beim ballettmainz sowie beim Ballett am Rhein –, bevor er dann erste eigene Choreographien schrieb. Heute ist er Ballettdirektor beim Ballett am Rhein. Den Einfluss von Schläpfer spürt man: Wer es nicht besser wusste, hätte dieses Stück dem schweizer Choreographen zugeschrieben. Şucheanăs Choreographie erlebte hier ihre Uraufführung.

 

Martin Schläpfer: Reformationssymphonie – Alexandre Simões, Doris Becker, Kristián Pokorný, Alexandra Inculet, Calogero Failla, Asuka Morgenstern FOTO © Gert Weigelt.

Nach Neoklassik (Ballanchine) und Moderne (Şucheană) beendete ein klassisches Ballett von Martin Schläpfer den Abend: Nach der „Reformations-Symphonie“, einer frühen Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), hatte Martin Schläpfer eine Choreographie geschaffen, die seit ihrer Uraufführung 2008 (damals mit den ballettmainz) Publikum wie Kritiker begeistert. Erstmals seit 2012 zeigt das Ballett am Rhein diese puristische Choreographie („reines Ballett“) von ausdrucksstarker Körperlichkeit zu einer eher romantischen Komposition. Barfüßige Tänzer und Tänzerinnen in Spitzenschuhen zeigen hier Schläpfers anspruchsvolle Choreographie mit der Leichtigkeit und Lebendigkeit, die nur ein hochklassiges Ballett-Ensemble auf die Bretter bringt.

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Remus Şucheană: Symphonic Poem – Ensemble FOTO © Gert Weigelt.

So | 12. Januar 2020 | 18:30 Uhr,
So | 19. Januar 2020 | 18:30 Uhr,
Sa | 25. Januar 2020 | 19:30 Uhr,
So | 2. Februar 2020 | 18:30 Uhr,
So | 16. Februar 2020 | 15:00 Uhr und
Sa | 22. Februar 2020 | 18:30 Uhr.

 

 

Martin Schläpfer: Reformationssymphonie – Alexandre Simões, Marcos Menha, Calogero Failla FOTO © Gert Weigelt.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Stücke und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten samstags zwischen 19,00 und 76,00 Euro, sonst 17,00 bis 67,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

*) Balanchine brachte die Tradition des klassischen russischen Balletts in die USA und gründete 1948 gemeinsam mit Lincoln Kirstein das New York City Ballet, das Weltgeltung erreichte. Hier arbeitete Balanchine bis zu seinem Tod im Jahr 1983.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt

 

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IHK-Neujahrsempfang: Burkhard Landers und Andreas Pinkwart über Herausforderungen für die Wirtschaft

Duisburg, der Niederrhein und Nordrhein-Westfalen brauchen Strategien für die Zukunft
Von Petra Grünendahl

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Foto: Petra Grünendahl.

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Foto: Petra Grünendahl.

„Wir müssen Innovationen schneller und mutiger möglich machen“, sagte Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP), als NRW-Wirtschaftsminister Gastredner beim Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK in Duisburg. Dabei sei die Digitalisierung und die Bereitstellung intelligenter Netze ein Muss, so der Wirtschaftsminister. Die Bürokratie müsse dringend verringert werden, so Pinkwart, damit Innovationen schneller auch weltweit vermarktet werden könnten, bevor andere diese auf dem Markt platzierten. Als Herausforderungen definierte Pinkwart auch den Klimaschutz sowie den demografischen Wandel, der Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung zunehmend Probleme bereitet. Der Strukturwandel, so der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister auch im Hinblick auf den Ausstieg aus der Kohleverstromung, könne nur gelingen, wenn neue Strukturen geschaffen würden, bevor man das Alte abreiße.

 

IHK- Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zum traditionellen Neujahrsempfang hatte die Niederrheinische IHK Duisburg Wesel Kleve neben Unternehmern aus der Region Vertreter von Politik, Verwaltung und anderer Institutionen in die Mercatorhalle eingeladen. Fast 800 Gäste hatten sich eingefunden. In seiner Begrüßungsansprache begnügte sich IHK-Präsident Burkhard Landers nicht mit einer Einschätzung zur Herausforderungen für die Unternehmen am Niederrhein: Er machte auch deutlich, welche Forderungen die Industrievertreter in diesem Zusammenhang an die Politik im Land Nordrhein-Westfalen und im Bund stellen.

 

 
#GemeinsanUnternehmen

IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

„Nach zehn Jahren Wirtschaftswachstum steht die Wirtschaft am Niederrhein am Rande einer Rezession“, erklärte IHK-Präsident Burkhard Landers. Brexit, der Handelskrieg mit den USA und das drohende Ende des internationalen Freihandels träfen auch unsere Region. Digitalisierung und Innovationen müssten auch von Bund, Land und Kommunen ebenso finanziell unterstützt werden wie die dringend nötige Sanierung der Infrastruktur. Auch die Klimapolitik müssen finanzierbar ausgestaltet werden, um den Wirtschaftsstandort zu schützen, während man den Umbau in eine nachhaltigere Wirtschaft voran treibe.

IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

„Wirtschaftskrise, Digitalisierung, Migration und Klimawandel: diese Begriffe beschreiben die Umwälzungen des letzten Jahrzehnts“, so Landers. Das habe bei vielen Menschen zu einer tiefen Verunsicherung geführt: „Die Komplexität der Themen, die globalen Auswirkungen und ihre Dimension machen den Menschen Angst.“ Auch Unternehmer müssten sich in die Diskussion einbringen, Zusammenhänge und Folgen von Leitentscheidungen erklären, sagte der ehrenamtliche IHK-Präsident, der als Unternehmer in Wesel tätig ist. Er forderte einen funktionierenden Dialog zwischen ihnen, den Unternehmern, einerseits und Politik, Verwaltung und ganz besonders der Öffentlichkeit andererseits: „Die Lösung ist sicher nicht, dass die Wirtschaft einfache Antworten auf komplizierte Fragen gibt, wie das zum Teil in der Politik zu beobachten ist.“ Verkürzte Botschaften und radikale Wortwahl würden, so Landers, nicht weiterhelfen. Hier brauche man eine funktionierenden Dialog!

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2020!


 
© 2020 Petra Grünendahl

 

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Wir wünschen unseren Lesern frohe, gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


 
© 2019 Petra Grünendahl

 

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Polizeichor Duisburg 1928 e. V.: Weihnachtskonzerte begeisterten in der Mercatorhalle

Mit einem bunten Programm von Klassisch bis Modern: Für jeden Geschmack was dabei
Von Petra Grünendahl

Frauenchor der Polizei Duisburg (stehend in der Mitte), dahinter der Polizeichor Duisburg und im Vordergrund das Orchester Oberhausen beim Weihnachtskonzert vom Polizeichor Duisburg in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Als das Orchester Oberhausen anfingt, die allseits bekannte Melodie von „Alle Jahre wieder” zu spielen, gaben ein paar Bläser mächtig „schräge“ Töne von sich. Dirigent Sebastian M. Ostmeyer ließ das Orchester erneut ansetzen: Wieder „störten“ schräge Blasinstrumente das klassische Weihnachtslied. Im dritten Anlauf übernehmen dann die Bläser das Kommando mit dem Sound von „In the Mood“, in den der Frauenchor der Polizei Duisburg mit einer swingenden Version des Liedes einstimmte, zu dem die Besucher begeistert mitklatschten.

Die Solisten Katharina Göres und Thomas Pflumm mit dem Orchester Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Liebhaber aller möglichen Stilrichtungen weihnachtlicher Musik kamen auf ihre Kosten: vom klassischen Komponisten über Kirchenmusik bis hin zu traditionellen oder modernen Weihnachtsliedern reichte das Repertoire der Akteure auf der Bühne. Beide Chöre boten eine hochklassige Darbietung, was sie nicht nur den stimmlichen Qualitäten ihrer Sänger, sondern auch ihren professionellen Chorleitern Axel Quast (Männerchor) und Sebastian M. Ostmeyer (Frauenchor) zu verdanken haben. Die musikalische Gesamtleitung der Konzerte musste Quast in diesem Jahr allerdings Ostmeyer überlassen, der diese Aufgabe mit Bravour meisterte.

 

Weihnachtskonzert vom Polizeichor Duisburg in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell steht das vierte Adventswochenende im Zeichen der Weihnachtskonzerte des Polizeichors Duisburg 1928, die in der Mercatorhalle auch in diesem Jahr wieder Tausende von Zuschauern begeisterten. Rund um den Polizeichor Duisburg und den Frauenchor der Polizei Duisburg, die – wie alle Jahre wieder – das Orchester Oberhausen begleitete, hatte Musikdirektor Axel Quast, Chorleiter des Männerchores, unter de Motto „Moments of Glory“ ein buntes Programm auf die Beine gestellt, das unterschiedlichsten Vorlieben gerecht wurde.

Im Vordergrund die Solisten Katharina Göres, Lydia Krüger, Thomnas Pflumm und Klaus Hermann beim Weihnachtskonzert vom Polizeichor Duisburg in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Als Solisten hatte Quast Sopran Katharina Göres, Tenor Michael Pflumm sowie Mezzosopran Lydia Krüger gewinnen können. Bass Klaus Hermann hat als Sänger des Polizeichores auch als Solist „Heimspiel“: sein Solo in „Jerusalem“ leitete wie immer das Finale ein. Mit „Feliz Navidad“ und dem gemeinsam von allen auf und vor der Bühne gesungenen „Oh du fröhliche“ ging dann ein hochklassiges und stimmungsvolles Weihnachtskonzert zu Ende, das auf die Weihnachtstage einstimmte.

 

 
Junger Gitarist als Überraschungsgast
Wie alle Jahre wieder brachte der Polizeichor Duisburg bei seinen Weihnachtskonzerten einen vielversprechenden jungen Musiker als Überraschungsgast auf die Bühne. Der 16-jährige Jan Christopher Heßling spielt seit 9 Jahren Gitarre. Nachdem er auf dem Flohmarkt ein Exemplar für kleines Geld erstanden hatte, begann er an der Musikschule Kamp-Lintfort seine Ausbildung. Heßling nimmt regelmäßig an Konzerten, Meisterkursen und Wettbewerben teil – und hat dabei auch schon zahlreiche Musikpreise und Auszeichnungen gewonnen. Mittlerweile komponiert er selber barocke Stücke: Auch diese sind mehrfach ausgezeichnet worden. In der Mercatorhalle zeigte er solo mit einer eigenen Komposition sowie mit Orchesterbegleitung und Vivaldi, wie filigran eine Akustikgitarre klingen kann.

 

 

Der Polizeichor-Vorsitzende Horst Fiedler, dahinter das Orchester Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Zum ersten Weihnachtskonzert habe man, so erzählte der Polizeichor-Vorsitzende Horst Fiedler bei der Begrüßung, 1964 in die Stadthalle Hamborn eingeladen. Schon 1965 sei der Polizeichor Duisburg mit seinen Weihnachtskonzerten in die (alte) Mercatorhalle gezogen. Ein Ausweichquartier bot dann das Theater am Marientor (TaM), als nach Abriss der alten Mercatorhalle die Neue gebaut wurde. Ein Ausweichen ins TaM stand dann noch ein weiteres Mal an, als ab 2012 die (neue) Mercatorhalle wegen Brandschutzmängeln während deren Beseitigung einige Jahre unbespielbar war. Drei Gastspiele gibt der Polizeichor an solchen Konzertwochenenden, die traditionell am vierten Advent stattfinden. In früheren Jahren waren es auch schon mal vier. In diesem Jahr, so verriet Horst Fiedler: „sind es die Konzerte 128 bis 130.“

 

 
Der Polizeichor Duisburg 1928 e. V.

Jerusalem: Bass Klaus Hermann mit dem Orchester Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Der Polizeichor (Männerchor) besteht nicht nur aus Polizisten, sondern steht auch nicht-polizeiangehörigen interessierten Sängern offen. Chorleiter ist seit Oktober 2012 Musikdirektor Axel Quast, dem auch die musikalische Gesamtleitung der Polizeichor-Konzerte (Weihnachts- wie Frühjahrskonzert) obliegt. Geprobt wird einmal wöchentlich montags um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn (Kulturzentrum …kulturiges…) an der Duisburger Straße 213. Interessierte können einfach mal vorbeikommen. Weitere Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man hier …

Weihnachtskonzert vom Polizeichor Duisburg in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Idee zu einem Frauenchor kam von Ehefrauen der Polizeichor-Sänger, die ebenfalls Freude am Singen hatten. Schließlich hatten sich 26 von ihnen 1992 zum gemeinsamen Gesang zusammen getan und nach einem Jahr „Probetraining“ selber einen Verein gegründet. Der Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V. wurde als erster Frauenchor in den Chorverband der Deutschen Polizei aufgenommen. Im Juni 2015 hat Sebastian M. Ostmeyer die musikalische Leitung des Frauenchors übernommen: Aus den Händen seines Vorgängers Musikdirektor Axel Quast, der seitdem nur noch den Männerchor leitet.

Im kommenden Jahr finden die Weihnachtskonzerte des Polizeichors Duisburg wie gewohnt am vierten Adventswochenende statt: am Samstag, 19. Dezember 2019, um 17.30 Uhr sowie am Sonntag, 20. Dezember 2019, um 14.30 und 19 Uhr.

 
© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Loveparade-Strafprozess: Feuerwehr-Abteilungsleiter mit Aufgaben im Leitungsstab sagte aus

Sicherheitsbedenken hatte die Feuerwehr im Vorfeld nicht laut geäußert
Von Petra Grünendahl

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich habe im Frühjahr 2010 erfahren, dass ich bei der Loveparade in Duisburg im Leitungsstab Dienst tun sollte“, erklärte der Zeuge. Deswegen habe er ab diesem Zeitpunkt an Sitzungen der Arbeitsgruppe 4 (AG4 Sicherheit) teilgenommen, so H., um sich auf seinen Einsatz vorzubereiten. Er sei aber mehr nur Beobachter gewesen. Von Seiten der Feuerwehr sei Prämisse gewesen: „Es darf zu keiner Zeit zu Stagnationen im Tunnel kommen.“ Am Veranstaltungstag habe die Polizei nachmittags (gegen 16.30 Uhr), als er in der Feuerwehreinsatz-Leitstelle war, die Rampe sperren wollen, um umgestürzte Zäune wieder aufzustellen. „Ich war gegen eine Sperrung der Rampe und habe gesagt: ‚Dann müssen wir auch die Zugänge zum Tunnel sperren, damit Tunnel und Rampe leer laufen können’. Von Polizeiketten war da nicht die Rede“, so der Zeuge. Seine Einwände seien aber wohl zu spät gekommen: Ab 17 Uhr sei dann erstmals von Toten auf der Rampe die Rede gewesen.

 

Der Vorstizende Richter Mario Plein (mitte) mit zwei beisitzenden Richtern beim Loveparade-Strafprozess im Gerichtssaal im Congress Center Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services.

Als Zeugen hatte die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg einen Abteilungsleiter der Berufsfeuerwehr der Stadt Duisburg geladen. Der heute 54-Jährige war im Vorfeld bei Sitzungen zur Veranstaltungsplanung anwesend und am Tag der Loveparade im Leitungsstab der Feuerwehr (Feuerwehreinsatzleitung) tätig. Verantwortlich war er primär für die Kommunikationsinfrastruktur der Feuerwehr, die auf digitalen Funk sowie DSL-Kommunikation setzte (nicht wie die Polizei auf analogen Funk und Mobilfunk). Vor dem Landgericht Duisburg wird gegen drei Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung in 21 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung verhandelt: Sie waren damals als Mitarbeiter der Lopavent GmbH an den Planungen des Events beteiligt. Der Vorsitzende Richter Mario Plein ließ den Zeugen zunächst erzählen, welche Rolle er im Planungs- und Genehmigungsverfahren spielte, bevor er ihm aus Schriftstücken, Ermittlungsakten sowie Aussagen von Zeugen Sachverhalte vor hielt.

 

 
Sicherheitsbedenken bei der Feuerwehr?

Aus der Unterführung auf der Karl-Lehr-Straße. geht es über die Rampe zum Güterbahnhofsgelände Foto: Petra Grünendahl.

Ob es im Vorfeld Sicherheitsbedenken bei den an der Planung beteiligten Feuerwehr-Leuten gegeben habe, wollte der Richter wissen. Er spielte damit auf ein Schreiben eines Feuerwehrmannes zur Tunnelproblematik an, das im Vorfeld als „Remonstration“ an einen Vorgesetzten geschickt worden war. In seiner Zeugenvernehmung bei der Polizei hatte der Zeuge ausgesagt: „Wir hatten alle deswegen Bauchschmerzen. Wie sollten eine Millionen Menschen da durch kommen? Sicherheitsbedenken wurden durch die Vereinzelungsanlagen verringert, aber nicht ausgeräumt“, gab der Zeuge damals zu Protokoll. Diese Bedenken seien aber, so räumt er heute ein, nicht laut geäußert worden. „Das war alles durchgeplant. Ein gewisser Druck war, das durchzuziehen, war spürbar. Ich bekam den Eindruck: die Loveparade muss stattfinden!“ Unmittelbarer Druck sei aber nicht ausgeübt worden. Und: „Für mich war das Ordnungsamt federführend in Planung der Veranstaltung! Wenn jemand hätte absagen können, wäre das meiner Meinung nur das Ordnungsamt gewesen.“

„Sind gegenläufige Besucherströme im Tunnel und auf der Rampe als Gefahr erkannt worden?“, fragte der Vorsitzende Richter. „Da sollten keine stattfinden, denn für den Abfluss gab es ja die kleine Rampe“, antwortete der Zeuge. Diese und andere Aussagen des Zeugen machen eines deutlich: Obwohl wohnhaft in Duisburg (!) verfügt der Feuerwehrmann bis heute (!) über keinerlei (!) Ortskenntnisse am Ort der Katastrophe. Er kennt erkennbar weder das Güterbahnhofsgelände noch Rampe oder Tunnel oder gar den Verlauf der Karl-Lehr-Straße. Das wird besonders deutlich, wenn er immer wieder von „Entlastungsflächen vor den Vereinzelungsanlagen an den Tunneleingängen“ spricht. Denn die Vereinzelungsanlagen standen an den Einmündungen der Karl-Lehr-Straße in die Düsseldorfer Straße im Westen und die Kommandantenstraße im Osten. Das heißt: bei einer Sperrung der Vereinzelungsanlagen gab es immer noch viele Hunderte Menschen zwischen Sperrung und Tunnel, die weiter in Richtung Veranstaltungsgelände und in die Tunnel drängten.

 

 
Verantwortlichkeiten für die Veranstaltungsplanung

Juni 2011: Ansichten der Rampe zum alten Güterbahnhof aus dem Jahr 2011. Fotos: Petra Grünendahl.

Interessant ist auch die wiederholte Aussage des Feuerwehrbeamten, die Planungen zur Veranstaltung seien federführend vom Ordnungsamt geleitet worden. Anwesend waren bei den Arbeitsgruppensitzungen der AG4 (Sicherheit der Veranstaltung) primär Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei (also die Ordnungsbehörden Sicherheit), aber auch Mitarbeiter der Bauaufsicht. Letztere sei mit der Veranstaltungsplanung gar nicht befasst gewesen, hatten verschiedene Mitarbeiter in den vergangenen Wochen hier ausgesagt: „Wir planen keine Veranstaltung!“ Ihre Aufgabe sei lediglich die Erteilung einer Baugenehmigung nach den Vorgaben der Sonderbau-Verordnung Versammlungsstätten gewesen.

 
© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Lars Heidrich / Funke Foto Services (1)

 

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Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp: Weihnachtskonzerte mit thyssenkrupp-Chor begeisterten

Abschied vom thyssenkrupp-Chor mit jungem Programm
Von Petra Grünendahl

Anne Bicking verabschiedete den thyssenkrupp-Chor in Vertretung von Schirmherrin Dr. Sabine Maaßen von der großen Bühne. Foto: Petra Grünendahl.

„Der thyssenkrupp-Chor zeigt hier wieder einmal, wie stimmungsvoll Weihnachten sein kann“, sagte Anne Bicking, enge Mitarbeiterin von Dr. Sabine Maaßen, Arbeitsdirektorin bei thyssenkrupp Steel und Schirmherrin des thyssenkrupp-Chores. Sie lobte zum Abschied des Chores von der großen Bühne seine hohe Professionalität, die er sich in den 10 Jahren unter der Chorleitung von Peter Stockschläder erarbeitet hat.

Der thyssenkrupp-Chor mit der Duisburger Sinfonietta beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünnedahl.

Diese Professionalität bewies der Chor nun ein letztes Mal in der Mercatorhalle mit einer bunten Mischung an Weihnachtsliedern von traditionell und klassisch bis hin zu moderneren und poppigeren Stücken. Im Wechsel, teils auch gemeinsam mit den Gelsenkirchener Swingfonikern bewiesen die älteren Herren nicht nur ihr Können, sondern auch, dass sie musikalisch mit dem jüngeren Chor auf einer Linie lagen. Akzente setzten in einem stimmigen Konzertprogramm Solisten und ein Kinderchor, bevor Thomas Rabus-Schneider, Vorsitzender der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp, ein begeistertes Publikum mit Weihnachtswünschen in den Rest-Advent entließ.

 

Die Solisten (v. l.): Sopran Evelyn Ziegler und Bassbariton Thomas Peter, im Hintergrund Pianistin Hyekoung Kang am Flügel. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Weihnachtskonzert hatte die Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp in die Mercatorhalle eingeladen. Neben dem thyssenkrupp-Chor hatte Chorleiter Peter Stockschläder als musikalischer Gesamtverantwortlicher zum wiederholten Male Sopran Evelyn Ziegler und Bassbariton Thomas Peter als Solisten gewonnen.

Solistinnen des Kinderchors am Rhein. Foto: Petra Grünendahl.

Ebenfalls nicht zum ersten Mal dabei waren die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller dabei. Als Kinderchor standen vier Solistinnen des Kinderchors am Rhein unter der Leitung von Sabina López Miguez mit Szenen aus „Hänsel und Gretel“ auf der Bühne. Instrumental begleitete traditionell die Duisburger Sinfonietta, Kammerorchester der Folkwang-Universität der Künste, die Veranstaltung, unterstützt von der Pianistin Hyekoung Kang am Flügel und der Orgel. Das rund dreistündige Konzertprogramm (zuzüglich Pause) band das Publikum in der zweiten Konzerthälfte mit ein, wünschten sich die Zuschauer doch, auch mitsingen zu dürfen.

 

thyssenkrupp-Chor Duisburg und Jubilaren-Vereinigung

Der thyssenkrupp-Chor mit den Gelsenkirchener Swingfonikern und der Duisburger Sinfonietta beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünnedahl.

Es ist das letzte „Konzertwochenende“ des thyssenkrupp-Chores. Die Sänger des Chores werden nicht jünger, Nachwuchs ist – wie bei allen Männerchören – schwer zu bekommen. Und solchen Konzertwochenenden mit zwei Auftritten haben es ja schon in sich. Was nicht heißt, dass der Chor aufhört: Er beschränkt sich nur künftig auf einfache, kleinere Konzerte und Auftritte. Für künftige Weihnachtskonzerte muss sich die Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp konzeptionell neu aufstellen.

 

Thomas Rabus-Schneider, Vorsitzender der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünendahl.

Sowohl die Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp als auch der thyssenkrupp-Chor lehnen sich an den Unternehmensnamen an. Beide entstammen ursprünglich den Werken von Thyssen in Duisburg. Der Chor entstand 1999 als Zusammenschluss der Werkschöre Ruhrort/Meiderich (1871/77) und Hamborn (1906), bevor er dann nach der Fusion in thyssenkrupp-Chor umbenannt wurde. Seit 10 Jahren leitet Chor-Dirigent Peter Stockschläder das Ensemble und ist für die musikalische Programmgestaltung der Weihnachtskonzerte verantwortlich. Sitz und Probelokal ist das Hotel Montan in Hamborn. Informationen zum thyssenkrupp-Chor, Kontaktdaten und Probetermine findet man unter www.thyssenkrupp-chor-duisburg.de/.

 

 

Der thyssenkrupp-Chor mit den Gelsenkirchener Swingfonikern, den Solisten und der Duisburger Sinfonietta beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünnedahl.

Die Vereinigung der Jubilare entstand 1922 in der August-Thyssen-Hütte, später Thyssen Stahl AG (die heutige thyssenkrupp Steel Europe AG), deren Hauptsitz immer noch Duisburg ist. Zu besten Zeiten – als die Stahlindustrie in Duisburg einige Zehntausend Arbeitskräfte beschäftigte – gehörten etwa 15.000 Jubilare dem Verein an, heute hat der Verein immerhin noch fast 6.000 Mitglieder, die mindestens ihre 25jährige Betriebszugehörigkeit bei Thyssen oder thyssenkrupp in Duisburg feiern durften.

 
© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

 

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Deutsche Oper am Rhein: Puccinis „La Bohème“ begeisterte das Publikum im Theater Duisburg

Scheitern an der Utopie einer Liebe
Von Petra Grünendahl