Stadtwerke Sommerkino in Duisburg: Veranstalter stellten Pogramm vor

Überregionales Zugpferd unter illuminierte Industriekulisse
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm des Stadtwerke Sommerkinos vor (v. l.): Kulturdezernent Thomas Krützberg, Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg), Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob und Patrick Damberg (Sponsor König-Brauerei). Foto: Petra Grünendahl.

„Es gibt Dinge im Online-Vorverkauf, die man verändern kann. Andere nicht!“, erklärte Geschäftsführer Alexander Kranki. Sein Unternehmen Krankikom GmbH zeichnet seit dem vergangenen Jahr für die Online-Ticketverkäufe zum Stadtwerke Sommerkino verantwortlich. Technische Problem der Vergangenheit ließen sich beheben. Nicht verändern könne man hingegen, so Kranki, „den immens hohen gleichzeitigen Verkaufsdruck: Mit 40.000 bis 50.000 Kunden ist der Ansturm beim Verkaufsstart enorm.“ Erschwerend komme hinzu, dass alle Buchungen (online wie vor Ort) über die gleiche Datenbank abgewickelt werden müssen: „Wir haben nur einen Veranstaltungsort, an dem Plätze nach der Buchung an allen Verkaufsstellen nicht mehr verfügbar sein dürfen“, so Kranki. Das Sommerkino in der Gießhalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord lockt mittlerweile zum 23. Mal: „ein Publikum weit über die Region hinaus“, hatte sich Patrick Damberg (König-Brauerein) im vergangenen Jahr auf dem Parkplatz überzeugen können.

Stellten das Programm des Stadtwerke Sommerkinos vor (v. l.): Alexander Kranki (Krankikom), Patrick Damberg (Sponsor König-Brauerei), Parkleiter Ralf Winkels, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob und Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Im Filmforum am Dellplatz stellten Veranstalter und Sponsoren das Programm des diesjährigen Stadtwerke Sommerkinos vor: Organisator und Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob standen dabei Kulturdezernent Thomas Krützberg, Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg), Patrick Damberg (Sponsor König Brauerei / Bitburger Braugruppe), Ralf Winkels (Leiter Landschaftspark Duisburg-Nord) und Alexander Kranki zur Seite. Das „Stadtwerke Sommerkino“, welches diesen Namen seit 2007 trägt, findet vom 10. Juli bis 18. August statt. Auf den Programm stehen 40 Filmabende mit 44 Filmvorführungen: An vier Samstagen gibt es einen zweiten Film im Mitternachtskino.

Manche Highlights laufen an zwei Abenden
„Wir haben besonders begehrte Filme für zwei Abende ins Programm genommen, um dem Besucherinteresse entgegen zu kommen“, erklärte Filmforum-Geschäftsführer Gottlob, der das Programm inhaltlich verantwortet. Und mit seiner Auswahl – einer Mischung aus Blockbustern und Programmkino (Art House) – alle Jahre wieder ins Schwarze trifft: Nicht alle Filme sind ausverkauft, aber von der Auslastung des Open-Air-Kinos in Deutschland nur träumen. Mehr als 43.000 Besucher hatte das Stadtwerke Sommerkino im vergangenen Jahr: „Ein Event von überregionaler Strahlkraft“, schwärmte Kulturdezernent Krützberg. Dazu trägt mit Sicherheit nicht nur das abwechslungsreiche Kino-Programm bei: Die Location an sich hat ein einzigartiges Ambiente mit der von Jonathan Parks magisch illuminierten Industriekulisse. Außerdem lässt das fahrbare Dach Besucher auch bei sommerlichen Regenschauern im Trockenen sitzen.

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Neben dem Stummfilm-Klassiker „The General“ (mit den Duisburger Philharmonikern an drei Kinoabenden) stehen preisgekrönte Erfolgsfilme mit Oscars, Golden Globes und Deutschem Filmpreis sowie zahlreichen Nominierungen für Oscar oder Golden Globe auf dem Programm. Den Eröffnungsfilm, die Komödie „Fisherman’s Friends“, läuft als Preview im Programm – und am 5. August sogar ein zweites Mal. Weitere Highlights sind wohl „Der Junge muss an die frische Luft“ (der in Teilen auch in Duisburg gedreht wurde), „Avengers“, „Green Book“ und „Maria Stuart – Königin von Schottland“ sowie „Astrid“ (Lindgren), „Bohemian Rhapsody“ (Queen), „Rocketman“ (Elton John) oder auch „Mamma Mia!“ mit den Hits von Abba in einer Sing-Along-Version. Von Blockbustern über Nervenkitzel und Historien-Drama bis hin zu Komödien: Da ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Dazu kommen ausgesprochen familientaugliche Filme wie „Pets 2“, Mia und der weiße Löwe“ oder „Dumbo“, das Mitternachtskino zeigt dagegen eher Gruselfilme.

„Wir freuen uns, den einen oder anderen Regisseur oder Schauspieler an den jeweiligen Abenden begrüßen zu dürfen“, so Kai Gottlob. Die Regisseure Sönke Wortmann („Der Vorname“) und Chris Foggin („Fisherman’s Friends“ am Eröffnungsabend) sowie der Schauspieler Frédéric Chau („Made in China“, ebenfalls als Preview vor dem offiziellen Kinostart) stehen hier bereits fest. Andere kann der Filmforum-Geschäftsführer eher nur kurzfristig gewinnen.

Mehr Infos gibt es unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Das Programmheft liegt aber auch wie immer überall im Stadtgebiet aus. Eine Übersicht und Details zum Proramm gibt es hier …

Verkaufsstart online und vor Ort gleichzeitig
Der Vorverkauf startet am Mittwoch, 26. Juni, um 12 Uhr im Internet unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Die „analogen“ Vorverkaufsstellen öffnen zeitgleich:

  • Kinokasse im Filmforum am Dellplatz (danach täglich von 17.15 bis 21.30 Uhr),
  • Sommerkinokasse im Landschaftspark Nord (vier Kassen, 12 bis 18 Uhr, nur am ersten Tag des Verkaufs) sowie
  • Besucher-Zentrum im Hauptschalthaus (Öffnungszeiten Mo-Fr 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 bis 18 Uhr).

Für den Eröffnungsfilm „Fisherman’s Friends“ bekommt man die Tickets erst ab dem 5. Juli. Für den Stummfilm „The General“ mit den Duisburger Philharmonikern ist der Vorverkauf bereits angelaufen: Es gibt aber noch insgesamt fast 300 Restkarten für die drei Vorstellungen.

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Von Ausnahmen abgesehen kosten die Tickets 10 Euro, zu „The General“ (mit den Duisburger Philharmonikern) kostet der Eintritt 20 Euro (jeweils ggf. zuzüglich Vorverkaufsgebühr von 10 Prozent). Am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag gibt es für Besitzer der Stadtwerke-Kundenkarte eine Ermäßigung von 2 Euro. Die Vorführungen beginnen nach Einbruch der Dunkelheit (zwischen 20.45 und 22 Uhr), Mitternachtskino ab 24 Uhr. Die Abendkasse öffnet um 20 Uhr.

Es empfiehlt sich, die Karte im Vorverkauf zu holen. Ein kleines Restkontingent an Karten ist jeweils an der Abendkasse verfügbar. Man kann sein Glück auch bei diversen Verlosungen probieren: Unter anderem verlost der Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg für jeden Film dreimal zwei Tickets unter www.stadtwerke-duisburg.de oder www.stadtwerke-sommerkino.de. Ebenfalls aus früheren Jahren bekannt: „Es gibt jeden Donnerstag am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag für Besitzer der Kundenkarte zwei Euro Rabatt auf den Eintritt“, erzählte Stadtwerke-Pressesprecher Thomas Kehler. Außerdem wartet der Hauptsponsor im 13. Jahr der Partnerschaft (seit 2007) mit einer „Lade-Lounge“ auf: Auf den Sitzmöbeln zur Entspannung gibt es die Möglichkeit, Handys oder Smartphones über USB aufzuladen.

Die Strandbar steht auch Parkbesuchern offen. Foto: Filmforum.

Wie in den Vorjahren sorgt auch ein Biergarten für das leibliche Wohl der Besucher: Ab 18 Uhr haben Parkbesucher Zutritt. Der öffentliche Parkplatz befindet sich direkt gegenüber dem Haupteingang auf der Emscherstraße 71 in Meiderich: Es stehen insgesamt 1.500 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Um größtmögliche Sicherheit für alle Besucher zu gewährleisten, wird das Sicherheitspersonal Taschenkontrollen an den Eingängen durchführen. Grundsätzlich ist die Mitnahme von Taschen bis zum A4-Format erlaubt. Eine Praxis, die sich in Vorjahren bewährt hat.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Thomas Berns (2), Filmforum (1)

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Auf Zeche in Moers: „Was wird bleiben – Bergbau am Niederrhein“ gibt es jetzt auf DVD

Sehr persönliche Geschichten von Zeitzeugen: Eingefangene Denkmäler auf Film
Von Petra Grünendahl

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Die vier Zeitzeugen, drei Männer und eine Frau, waren alle im Bergbau am linken Niederrhein beschäftigt: Sie erzählen von ihrer Zeit auf Zeche, von ihrem Leben mit dem Steinkohlenbergbau. Am 21. Dezember wurde der Film “Was wird bleiben?” zum Abschied vom Steinkohlenbergbau beim Kerzenkonzert in der Maschinenhalle der Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers gezeigt: Man konnte förmlich spüren, wie die sehr persönlichen Geschichten das Publikum bewegten. Mit dem Schließen der letzten Zeche Prosper-Haniel in Bottrop endeten rund 200 Jahre des industriellen Steinkohleberbaus in Deutschland: „Was wird bleiben?“ hatte sich der Moerser Filmemacher Frederick Göke gefragt, als die letzte Schicht immer näher rückte. Zusammen mit Kameramann Andrei Turcan hat er ein beeindruckendes Portrait von Menschen und einer Gesellschaft auf Leinwand gebracht, die vom Steinkohlenbergbau ebenso geprägt worden sind wie die Landschaft mit ihren Zechengebäuden und Fördergerüsten. Nach der Extraschicht 2018 auf Pattberg war der Film zum Abschied von der Steinkohlenförderung das zweite Mal überhaupt gezeigt worden – und traf natürlich beim Bergbau-affinen Publikum ins Schwarze: Gänsehautmomente eingeschlossen! Als der Sänger des Knappenchores Rheinland mit dem Steigerlied den Film ausklingen ließ, konnte man so manch einen Konzertbesucher in der Maschinenhalle leise mitsingen hören.

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Die Vereine 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.* und der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) stellten als Herausgeber die DVD mit dem hochemotionalen 42-minütigen Film vor. Frank Liebert, Vorsitzender des Siedlungsvereins, und Frank Heinrich, Schatzmeister des GMGV, standen dabei zwei der Zeitzeugen zur Seite. Der ehemalige Fördermaschinist Johann Bongers, der bis heute im Knappenchor Rheinland singt, und der ehemalige Steiger Helmut Ey erzählen im Film ebenso wie Jörg Filges und Monika Klömpken aus ihrem Leben: Es sind Lebensläufe und Geschichten, bei beispielhaft sind für Menschen in der Kohle und in denen sich Zuschauer mit ihrer eigenen Geschichte, mit den Geschichten ihrer Familien wiederfinden.

Was wird bleiben? Bergbau am Niederrhein
Mit viel Leidenschaft und Fingerspitzengefühl hat Regisseur Frederik Göke eine beeindruckende Dokumentation geschaffen, die dem Bergbau ein Denkmal setzt. Was bleiben wird vom Bergbau sind die Geschichten, die niemand so authentisch erzählen kann wie die, die sie erlebt und gelebt haben. Zur DVD gibt es ein informatives achtseitiges Booklet mit Portraits der vier Zeitzeugen, Infos zu den beiden Vereinen und einer historischen Übersicht über den Bergbau am Niederrhein. Finanziell unterstützt hat die DVD-Produktion die Volksbank Niederrhein eG. Das Filmprojekt, welches Frederik Göke mit einem kleinen Budget auf die Beine gestellt hat, haben die Ruhr Tourismus GmbH sowie die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur** unterstützt.
 
Einen kleinen Eindruck gibt es hier:

 
Zu haben ist die Film-DVD mit Booklet zum Preis von 9,95 Euro in Moers außer beim GMGV am Schacht IV in der Barbara Buchhandlung, der Moerser Stadtinformation und der Buchhandlung Thalia sowie der Neukirchener und Kamp-Lintforter Buchhandlung. Sie ist aber auch in Duisburg über den lokalen Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-948252-00-7).

Schacht IV: ein Industriedenkmal zum Anfassen

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Neben der Maschinenhalle Pattberg und einigen ehemaligen Zechengebäuden ist in Moers das Areal um Schacht IV der Zeche Rheinpreußen mit dem Doppelstreben-Fördergerüst erhalten. Schacht IV ist mit Fördergeldern restauriert worden. Schacht IV mit der Maschinenhalle und unterirdischen Stollen ist ein Industriedenkmal zum Anfassen, welches die Ehrenamtlichen des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) in Schuss halten und für Öffentlichkeit über Sommer sonntags (Mai bis Oktober, 13 bis 16 Uhr) öffnen. Führungen ehemaliger Bergleute geben Einblicke in den Steinkohlenbergbau und lassen die Vergangenheit an dieser Stelle lebendig werden.
www.gmgv-moers.de

*) Meerbeck ist die nahe Zechensiedlung, in der seinerzeit die Bergleute von Schacht IV in Moers wohnten.
**) Der Stiftung gehört die Maschinenhalle Pattberg. Die Schächte Pattberg 1/2 hießen ursprünglich Rheinpreußen 6/7.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Extraschicht am 29. Juni: Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers stellte Programm vor

Rheinpreußen Schacht IV zwischen Bergbau zum Anfassen und Kulturprogramm
Von Petra Grünendahl

Zeche Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir machen Führungen über die komplette Dauer der Extraschicht von 18 bis 2 Uhr“, erklärte André Thissen, der ehrenamtlich Besucher durch die Anlagen des ehemaligen Zechenstandortes führt: Eine gute Dreiviertelstunde lang geht es mit Erklärungen sachkundiger Führer vorbei an den originalen Fördermaschinen und erhaltenem Inventar der Maschinenhalle sowie durch die unterirdischen Katakomben mit Exponaten. „Und wenn um Halb Zwei noch eine Schlange von Besuchern wartet, machen wir auch länger“, ergänzte er. Rheinpreußen Schacht IV ist ein Industriedenkmal zum Anfassen, welches die Ehrenamtlichen des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) in Schuss halten und für Öffentlichkeit über Sommer sonntags (Mai bis Oktober, 13 bis 16 Uhr) öffnen.

Stellten das Moerser Extraschicht-Programm vor (v. l.): Horst Grundmann, Gabriele Emmer, André Thissen, Frank Heinrich, Peter Boschheidgen, Eva Marxen (Moerser Kulturbüro), Jürgen Stock, Guido Lohmann (Volksbank Niederrhein) und Johanna Kuhlmann (Ruhrtourismus). Foto: Petra Grünendahl.

Zum fünften Mal nimmt der GMGV an der Extraschicht teil, in diesem Jahr als einziger Spielort in der benachbarten Bergbaustadt. Im Pressegespräch stellten die Organisatoren die Planungen für den Spielort auf Rheinpreußen Schacht IV vor. Moers ist der westlichste Spielort und der einzige linksrheinische. Abwechslungsreich und vielfältig ist das Programm gestaltet. Die Ehrenamtlichen des GMGV laden – wie in Vorjahren unterstützt von den Bergleuten des Kamp-Lintforter Lehrstollens sowie der Fördergemeinschaft Bergmannstradition linker Niederrhein e. V. – zu Führungen „Mit Kumpel auf Kohle“ ein.

Rheinpreußen Schacht IV

Die Lichtinszenierung zur Zechengeschichte war auch vom Biergarten gegenüber gut zu sehen. Foto: Petra Grünendahl.

Das Programm auf Rheinpreußen IV greift auf Bewährtes ebenso zurück wie es immer wieder auch Neues präsentiert. Nach der traditionellen Eröffnung durch den Knappenchor Rheinland beginnen die Führungen durch ehrenamtliche Bergleute, die den Besuchern Moerser Bergbaugeschichte zum Anfassen präsentieren. Das Ensemble des Moerser Schlosstheaters nimmt mit zu einer Reise durch Raum und Zeit über das Industriedenkmal (19 und 21 Uhr). Zum Mitsingen lädt die Band der Moerser Musikschule in der Maschinenhalle (20 und 22 Uhr). Erstmals musiksynchron – zur „Ode an die Freude“ – lockt das Feuerwerk vor dem 48 Meter hohen Doppelstreben-Fördergerüst (ab 22.50 Uhr). Zu den klassischen Highlights zählt nach dem Feuerwerk auch die Lichts- und Soundinstallation: In diesem Jahr bespielen die Fassade der Fördermaschinenhalle die Lichtgestalten Matthias Plankmann & Christian Spieß mit dem Audiokünstler Andreas Pasieka bei ihrer Live-Performance „Energy:Future“.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Das WDR-Fernsehen berichtet in einer bundesweiten Sondersendung zwischen 22.45 und 23.30 Uhr live von der Extraschicht und auch vom Moerser Spielort Schacht IV. Das umfangreiche Programm in Moers in Zusammenarbeit mit der Ruhrtourismus (Projektmanagement) ermöglichen mit finanzieller Unterstützung die Volksbank Niederrhein eG, das Moerser Kulturbüro und die Wirtschaftsförderung der Stadt Moers.

Nacht der Industriekultur

Wer sich für die Kulturgeschichte des Bergbaus und der Zechen im Ruhrgebiet interessierte, war bei den Führungen von Siegfried Rother richtig. Foto: Petra Grünendahl.

Die diesjährige Extraschicht bestreiten über 2.000 Künstler an 50 Spielorten in 24 Städten. Das Industriedenkmal von Rheinpreußen Schacht IV findet man an der Zechenstraße 50, 47443 Moers. Tickets gibt es im Vorverkauf zum Beispiel bei der Moerser Stadtinformation oder der Tourist-Information Duisburg sowie an allen Spielorten. Im Vorverkauf (bis 28. Juni) kosten die Karten 17 Euro (ermäßigt 14 Euro, mit RuhrTopcard 8,50 Euro). Das Ticket beinhaltet neben dem Zugang zu allen Spielorten ein Ticket für die Extraschicht-Shuttle-Busse oder den ÖPNV (auch für die An- und Abreise bis 7 Uhr am Sonntagmorgen). An der Abendkasse gibt es neben dem Extraschicht-Ticket für 20 Euro auch ein Standort-Ticket für 12 Euro: Nur für den einen Standort und ohne Shuttle- oder ÖPNV-Ticket.

Für weitere Informationen zum Programm in Moers und darüber hinaus gibt es das Programmheft zur Extraschicht 2019 im Print sowie online unter https://www.extraschicht.de/programm/.

Und hier ist Rheinpreußen Schacht IV auf der Route Industriekultur: http://www.route-industriekultur.ruhr/themenrouten/17-rheinische-bergbauroute/zeche-rheinpreussen-4.html.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Sculpture 21st in Duisburg: Julian Opies “Walking Figures” im Lehmbruck Museum

Modernes Leben aufs Wesentliche reduziert
Von Petra Grünendahl

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die überlebensgroßen Stahlskulpturen wirken wie in Bewegung, aus dem Leben gegriffen. Der englische Künstler Julian Opie (*1958) sieben Figuren aus der Serie „Walking Figures“ für diese Schau ausgewählt. Er habe zwei Tage für das Aufstellen gebraucht, so der Künstler, bis sie ‚richtig’ gestanden hätten. Die auf feine Striche reduzierten Figuren füllen die Glashalle des Lehmbruck Museums buchstäblich mit Leben. Menschen, die an der Nordseite des Museums vorbei in den Kant-Park wollen, bleiben stehen und gucken. Er sei ganz begeistert gewesen von diesem Ort, so der Künstler, der ihn inspiriert habe: „It’s a beautiful environment“, sagte der Engländer. Jede der Skulpturen spricht für sich, zeigt ein Abbild realer Menschen, die Opie in Melbourne (Australien) fotografiert hatte, auf seine wesentlichen Linien reduziert. Dort sei er damals für ein künstlerisches Projekt gewesen – immer auf der Suche nach Charakteren für neue Arbeiten. Die Figuren sind mehr als nur statische Skulpturen: In ihrer Bewegung ziehen sie Blicke an, „sprechen“ mit dem Betrachter. Die Begegnung provoziert ein Nachdenken über die Figur hinaus.

Stellten die Ausstellung der „Walking Figures“ im Rahmen von Sculpture 21st im Pressegespräch vor (v. l.): Der Künstler Julian Opie, Kuratorin Dr. Bettina Dunker, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Stiftungs-Vorstand Ursula Wißborn und Pressesprecher Andreas Benedict. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die neuen Arbeiten im Rahmen von Sculpture 21st stellte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte im Pressegespräch zusammen mit Ursula Wißborn, Vorsand der Stiftung der Sparda-Bank West (als Förderer), der Kuratorin Dr. Bettina Dunker und Julian Opie die „Walking Figures“ vor. Die Werkschau des britischen Künstlers entfaltet seine Wirkung im Rahmen der Reihe „Sculptures 21st“ in der großen Glashalle, die vom Kantpark einsehbar ist. Quasi als Fortsetzung der statischen Figuren in der Glashalle steht seit einigen Tagen vor der Glashalle eine leuchtende LED-Skulptur: Mit stetigen Bewegungen scheinen die „Runner“ Amelia, Jeremy, Theresa und Sam die Statue zum umrunden. Die Sonderschau in der Glashalle wird am Mittwoch, 5. Juni, um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Die Ausstellung „Sculpture 21st: Julian Opie“ wird von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West gefördert. Es ist (nach Sculpture 21st: Xu Bing) die zweite Präsentation, die mit Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West zum Thema „Postdigital“ realisiert wird. Die Reihe „Sculpture 21st“ läuft seit 2014, dem 50-jährigen Jubiläum des Lehmbruck Museums.

Julian Opie

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opie, 1958 in London geboren, zählt heute zu den bedeutendsten Vertretern der New British Sculpture. Nach seinem Abschluss an der renommierten Goldsmith School of Art begann er seine künstlerische Laufbahn Anfang der 1980er Jahre. Mit seiner Teilnahme an der documenta 8 in Kassel (1987) wurde erstmals ein internationales Publikum auf ihn aufmerksam. Seine Werke sind immer wieder in namhaften Museen auf der ganzen Welt zu sehen und in international renommierten Sammlungen vertreten. Julian Opie lebt und arbeitet in London.

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Julian Opies „Walking Figures“: Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Julian Opie im Rahmen von Sculpture 21st sind in der Glashalle bis zum 15. September zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Museums- und Geschichtsverein in Moers: Dritte „Nacht der Geschichte“ am 27. Juli

Mit Zeitzeugen in die Vergangenheit eintauchen
Von Petra Grünendahl

Im Rosengarten des Moerser Schlosses erzählt „Friedrich Wintgens“ seine Geschichte. Foto: Grafschafter Museum.

Wenn Helge Gebel im Rosarium des Moerser Schlosses als der Fabrikant Friedrich Wintgens (1777-1856) erzählt, er lasse Kinder für sich arbeiten, mag der einen oder andere den Industriellen verteufeln. Aber selbstverständlich waren die Zeiten zu Beginn der Industrialisierung noch ganz andere. Der aus Duisburg stammende Wintgens gründete 1803 in Moers eine Baumwollspinnerei und kaufte 1810 das Schloss, um nach Moers überzusiedeln. Als einer der kostümierten „Zeitzeugen“ berichtet der Mitarbeiter des Grafschafter Museums vom Moers seiner Zeit. Drei jeweils 90-minütige Rundgänge über insgesamt 15 Stationen rund um Altstadt, Neustadt, Schloss und Park lassen Moerser Geschichte für die Besucher erlebbar werden.

Stadtführer und Organisatoren der dritten Moerser Nacht der Geschichte mit der Henriette vor dem Moerser Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zur dritten „Nacht der Geschichte“ lädt der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) am Samstag, 27. Juli, ab 19 Uhr. Zusammen mit den Kooperationspartners Grafschafter Museum im Schloss Moers, den Moerser Stadtführern und der Wirtschaftsförderung der Stadt Moers stellte Geschichtsverein das Programm im Pressegespräch vor. „Es sind alle Stadtführer wieder dabei“, freute sich Peter Boschheidgen, Vorstitzender des GMGV. Die Moerser Nacht der Geschichte, organisiert von Frank Heinrich (vom GMGV) und Fanja Burger (Grafschafter Museum), sei etwas Einzigartiges, so Boschheidgen, zu dem die engagierten Stadtführer mit ihren lebendigen Erzählungen beitragen.

Vielfältige spannende Geschichten hat Moers aus einer langen Historie, die bis in die Römerzeit reicht, natürlich zu bieten. Die ehemalige Grafschaft Moers entstand im 12. Jahrhundert und erstreckte sich zeitweilig bis in die linkrheinischen Stadtteile des heutigen Duisburg. Die ältesten Teile des Schlosses datieren auf 1200, spätere Eigentümer hinterließen ebenfalls ihre Spuren an dem Gebäude. Nachdem Moritz von Oranien (1567-1625) die Spanier besiegt und 1597 aus Moers vertrieben hatte, herrschten die Niederländer bis zur Machtübernahme durch Preußen 1702. Preußisch war Moers, von einer zwanzigjährigen Herrschaft der Franzosen (1794-1815) unterbrochen, bis zum ersten Weltkrieg. Über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus mit Judenverfolgung und Widerstand zieht sich der Faden der erlebbaren Geschichte(n) bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, als ein Moerser mit am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schrieb.

Karten im Schloss Moers erhältlich

Das Denkmal von Kurfürstin Luise Henriette vor dem Moerser Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Drei Rundgänge haben die Besucher zur Auswahl: Das Moerser Schloss und den Park (inkl. Altes Landratsamt, Henrietten-Denkmal und Rosarium), die „alte Stadt“ (Pumpeneck, Peschkenhaus, Neumarkt, Oranier-Haus und jüdische Geschäfte auf der Steinstraße) sowie die „neuere Stadt“ (u. a. mit dem Haus Rösgen, dem ehem. Nerforth-Gebäude, dem Mahnmal für die Opfer der Shoa, dem Königlichen Hof sowie Bergbau und Kohlezüge auf der Steinstraße). In Gruppen zu 30 Personen gehen die Besucher alle fünf Stationen eines Rundgangs durch und lassen sich von Kostümführern in die Vergangenheit entführen zu Begebenheiten, die für die Stadtgeschichte eine Bedeutung haben. Die Stadtführer lassen historische Persönlichkeiten ihre Geschichten mitten aus dem Leben erzählen und ihre Eindrücke und Erlebnisse vermitteln: Das ist wie Geschichtsunterricht hautnah am Ort und zur Zeit des Geschehenes. „Wir zeigen hier besondere Ereignisse an bestimmten Orten“, so Wilfried Scholten, stellvertretender Vorsitzender des GMGV. „Spannend ist, wie vieles aus der Geschichte bis heute nachwirkt.“ Über die Art der Präsentation bis zum persönlichen Gespräch erschließt sich die Geschichte hier einmal ganz anders. Zum gemütlichen Ausklang geht es anschließend in den benachbarten Musenhof: Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein sorgt hier in geselliger Runde für das leibliche Wohl der Gäste.

Grafschafter Museum im Moerser Schloss
Der Vorverkauf ist gerade gestartet, das Kartenkontingent wie in Vorjahren begrenzt. Da in den letzten Jahren die Tickets rasch vergriffen waren, empfehlen die Veranstalter, sich frühzeitig zu kümmern: Karten gibt es an der Museumskasse im Schloss Moers. Sie kosten 8 Euro pro Person (inkl. Imbiss). Karten können auch telefonisch bestellt werden, müssen dann aber bis zum 14. Juli abgeholt werden. Andernfalls gehen die Karten wieder in den Verkauf. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 450 begrenzt (drei Rundgänge mit fünf Stationen für Gruppen mit je 30 Personen). Ein kulinarischer Abschluss der Veranstaltung (Antipasti sind im Eintrittspreis enthalten, Getränke kosten extra) findet im Musenhof des Grafschafter Museums statt.

Der Flyer zur dritten Moerser Nacht der Geschichte.

Grafschafter Museum, Kastell 9, 47441 Moers
Telefon 02841 / 8815-10, Fax 8815-122
eMail grafschafter-museum(at)moers.de
www.grafschafter-museum.de

Grafschafter Museum- und Geschichtsverein e.V.
Der Grafschafter Museum- und Geschichtsverein e.V. (GMGV) befasst sich mit der Kultur und Geschichte der Stadt und Region der früheren Grafschaft Moers schon seit über 100 Jahren. Der Verein fördert zudem die Herausgabe stadthistorisch bedeutsamer Publikationen.
www.gmgv-moers.de

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Grafschafter Museum (1)

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Jüdische Gemeinde in Duisburg lädt zum Jüdischen Klavierfestival „Menorah”

Musik verbindet Völker und Religionen
Von Petra Grünendahl

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Musik ist Bestandteil des jüdischen Lebens, der jüdischen Erfahrung“, erklärte Albert Mamriev, Pianist und Organisator des Klavierfestivals. Die Menorah (der siebenarmige Leuchter ist religiöses Symbol des Judentums) steht Pate für das Jüdische Klavierfestival. „Die Menorah steht nicht nur für das Licht, sondern auch für den Frieden durch Musik“, so Mamriev weiter. „Moderne jüdische Musik dreht sich nicht nur um den Holocaust. Sie ist vielfältig. Es gibt ganz hervorragende moderne israelische Komponisten mit herausfordernden Stücken. Ich habe sie selber nicht gekannt, bevor ich in Tel Aviv studierte“, sagte im Nordkaukasus geborene Mamriev. „Über Jahrhunderte haben sich deutsche und jüdische Musik gegenseitig beeinflusst und befruchtet“, erklärte Mamriev. Er schwärmte dabei vom anspruchsvollen „Scherzo de Bravoure“ von Charles Valentin Alkan, das er selber am ersten Konzertabend zum besten geben wird. Die Idee zu diesem Festival sei von der Jüdischen Musik her gekommen, so Mamriev, das Programm gehe aber doch darüber hinaus. „Mit dem Klavierfestival Menorah hoffen wir, eine jährlich stattfindende Konzertreihe zu begründen“, erzählte Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim/Ruhr Oberhausen.

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

Alexander Drehmann stellte zusammen mit Albert Mamriev im Pressegespräch das Programm und seine Hintergründe vor. Der weltweit konzertierende Pianist hat für das Festival-Programm seine vielfältigen Kontakte genutzt, um deutsche und internationale Pianisten und Konzertmusiker von höchster musikalischer Qualität zu locken. Das erste Jüdische Klavierfestival „Menorah“ findet von Sonntag, 2. Juni, bis Mittwoch, 5. Juni, im Jüdischen Gemeindezentrum in Innenhafen statt (Beginn ist Sonntag um 16 Uhr, Montag bis Mittwoch um 19 Uhr). Zusammengestellt hat Albert Mamriev das Programm zusammen mit den jeweiligen Pianisten. Es werden an den verschiedenen Abenden unterschiedliche Pianisten Musik von deutschen und von israelischen, von jüdischen und von christlichen Komponisten spielen. Auch die Komposition eines Muslim sei dabei, verriet Mamriev. Zu den bekannteren Komponisten zählen Tschaikowsky oder Grieg, Bach oder Mendelssohn-Bartholdy, aber auch Gershwin. Bei Noam Scheriff und Ami Maayani, zwei modernen israelischen Komponisten, habe er in Tel Aviv studiert, so der Konzert-Organisator. Die Pianisten werden einführen in die Werke und ihre Bedeutung, mit persönlichen Bezügen zu den jüdischen Wurzeln und zur klassischen Musik im jüdischen Staat Israel. Das verspricht nicht nur musikalisch ein Erlebnis zu werden, sondern eines, das über die Musik Menschen und Völker verbindet.

Pianisten von Weltruf spielen im Gemeindesaal

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

Verantwortlich für das Programm ist der Klavier-Virtuose Albert Mamriev. 1974 wurde er in Dagestan, einer russische Republik im Nordkaukasus im südlichen Teil Russlands, in eine Musikerfamilie hinein geboren. Nach ersten Studien bei seinem Vater zog es ihn zum weiteren Klavier-Studium nach Moskau, später auch nach Tel Aviv und Hannover. Der heute weltweit konzertierende und international vielfach ausgezeichnete Pianist unterrichtet regelmäßig bei Meisterkursen in China, Deutschland, Island, Israel, Italien, Spanien, Südkorea, Taiwan, Ukraine und USA. Seit 18 Jahren lebt Mamriev in Deutschland, begründete hier verschiedene internationale Klavier-Wettbewerbe und lehrt an der Music Academy Neue Sterne in Hannover. „Albert Mamriev hat unsere Gemeindemitglieder schon beim Neujahrsfest begeistert“, erzählte Alexander Drehmann, der hofft, dass auch Konzertbesucher von außerhalb der jüdischen Gemeinde ihren Weg an den Innenhafen finden.

Neben dem Pianisten Albert Mamriev stehen unter anderem auf der Bühne: Svetlana Eganian & Yolande Keznetsov (Piano Duo, Frankreich), Pavel Kachnov (Ukraine / Österreich), Yuri Bogdanov (Russland), Cesare Chiacchiaretta & Filippo Arlia (Duo Bandoneon & Piano, Italien), Giuliano Adorno (Italien) sowie Alexander Hülshoff & Andreas Fröhlich (Cello & Piano Duo, Deutschland). Alle haben bei namhaften Musikern an herausragenden Schulen studiert und national wie international Wettbewerbe und Preise gewonnen.
Details zum Programm:
https://jgduisburg.de/klavierfestival-menorah/

Öffentliche Veranstaltung
Die Veranstaltung im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist öffentlich und für die Besucher kostenlos. Spenden sind allerdings gerne gesehen, um die Kosten zu decken. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, aber aus Sicherheitsgründen ist für den Einlass unbedingt der Personalausweis bereit zu halten.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg zog Bilanz

Duisburg wird für Investoren attraktiv
Von Petra Grünendahl

Ralf Meurer und Andree Haack sind die Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

„A-Standorte sind mittlerweile so überhitzt, so dass Duisburg als B-Standort immer attraktiver wird“, erklärte Wirtschaftsdezernent Andree Haack. In dieser Position ist er – zusammen mit Ralf Meurer – Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). „Wir profitieren von der guten Konjunkturlage“, so Haack. Seit 2010 sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kontinuierlich gestiegen: Von 155.746 auf 173.852 im vergangenen Jahr. Von 402 Immobilienanfragen (überwiegend nach unbebauten Grundstücken) hätten sich 32 Ansiedlungen ergeben, 171 Objekte seien noch in der Angebotsphase, erklärte Ralf Meurer. Die Ansiedlung neuer Betriebe sowie Dienstleistungen für Unternehmen am Standort sind die klassischen Tätigkeitsfelder der Wirtschaftsförderung. Dazu organisiert die GFW Netzwerk-Veranstaltungen für Unternehmer und Gründer und wirbt für den Standort auf Gewerbeimmobilienmessen. Außenwirtschaftliche Aktivitäten umfassen die Betreuung von Delegationsreisen insbesondere nach China.

Im Pressegespräch berichteten Andree Haack und Ralf Meurer von den Aktivitäten und Erfolgen der GFW Duisburg im vergangenen Jahr und gaben einen Ausblick auf laufende Projekte und Entwicklungen. Die steigenden Nachfrage nach Ansiedlungsflächen erfreut natürlich die Wirtschaftsförderer, aber: „Uns gehen langsam aktuell verfügbare Flächen aus“, erklärte Ralf Meurer. Im Businesscenter Rheinhausen konnten nach der Revitalisierung durch einen neuen Investor allein 2018 zehn kleinere chinesische Unternehmen dort angesiedelt werden. Neue Gewerbeparks wie Hohenbudberg oder der Zebrapark in Obermarxloh sind fast vollständig vermarktet: zum einen an Unternehmen von außerhalb Duisburgs (58 Prozent der Anfragen), aber auch an Duisburger Unternehmen, die Erweiterungsmöglichkeiten suchten.

China-Strategie

China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen. Visualisierung: Starhai.

„Wir erarbeiten gerade gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen (UDE) eine China-Strategie“, erklärte der Wirtschaftsdezernent. „Wie wollen wir profitieren? Was erwarten wir? Und was müssen wir dafür tun?“, stehe, so Haack, mit Mittelpunkt. „Die Chinesen verfolgen eine Strategie, wir in Deutschland oder Europa bislang nicht.“ Für einen weiteren Ausbau des China-Geschäfts sieht sich die Stadt allerdings gut aufgestellt: Mehrere Netzwerke und Initiativen gebe es für die Ansiedlungen aus dem Reich der Mitte, so Wirtschaftsförderer Meurer. Die GFW verzeichnete 10 Ansiedlungen aus China im vergangenen Jahr (2017 waren es sogar 12). Das China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen ist für die Stadt immer noch ein Thema. Allerdings: „Es ist schwer, aus China Mittel für die Investitionen zu bekommen. Mietinteressenten sind vorhanden; es soll sogar die ersten banksicheren Mietverträge geben“, so Andree Haack und bekräftigte: „Wir sind an dem Thema nach wie vor dran.“

Flächenpotenziale, Bürostandort und Hotelneubauten

GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer. Foto: Petra Grünendahl.

Auch wenn kurzfristig lediglich 65.000 Quadratmeter zum Kauf und 195.000 Quadratmeter zur Miete auf dem Markt verfügbar sind, sehen die Wirtschaftsförderer den Standort mittel- bis langfristig zukunftsfähig aufgestellt. Hier stünden 428.000 Quadratmeter mittel- sowie 696.000 Quadratmeter langfristig zur Verfügung. „Wedau und das Güterbahnhofsgelände sind da noch nicht mitgerechnet“, so Meurer. Als längerfristige Flächenpotenziale für künftige Ansiedlungen nannten die Wirtschaftsförderer außer Wedau-Nord (ehemaliges Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn) Flächen am Rheinpark (mit dem alten Standort von Arcelor-Mittal in Hochfeld), den Gewerbepark an der Wanheimer Straße in Wanheimerort (ehemaliges Kabelwerk, heute Alga), die ehemaligen Flächen von RHI (ehemalige Didier-Werke) und dem Kabel- und Drahtwerk Kemper an der Düsseldorfer Straße (Wanheimerort), Schacht Gerdt in Baerl sowie den Friedrichspark (ehemaliger Schacht 2/5 in Hamborn).

Duisburgs Wirtschaftsdezernent Andree Haack. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Büroleerstand ist in Duisburg mit 2 Prozent zu niedrig, ein funktionierender Markt braucht 5 Prozent“, erklärte Andree Haack, warum weitere Büroneubauten Potenzial hätten. Leerstände beträfen eher kleinere Büroflächen, die schwer zu vermieten seien: „Attraktive Büroflächen stehen in Duisburg nicht leer“, so Haack. Nachholbedarf habe es bei Hotelneubauten in der Innenstadt gegeben: „Die Nachfrage nach Hotelzimmern steigt“, sagte Haack: Die Unternehmen in Duisburg müssten auswärtigen Besuch unterbringen ebenso unterbringen wie der Messestandort Düsseldorf mit seiner Nähe und guten Erreichbarkeit. Eine wichtige Rolle spiele auch der Tourismus: „Das Intercity hat sogar Fahrradflächen in der Tiefgarage. Das Ruhrgebiet mit seiner Industriekultur lockt – auch in die Nachbarstädte“, berichtete der Wirtschaftsdezernent.

„Beim Quartier 1 ist das Bauvorhaben ohne Mieter gestartet, vermarktet wurde erst später“, erklärte Haack. „Vielleicht hat der Investor am Marientor einfach zu lange gewartet, weil er mehr Mietverträge haben wollte, bevor er anfängt zu bauen. Da wurden diejenigen ungeduldig, die schon unterschrieben hatten.“ Hier liegt die Planungshoheit jetzt wieder bei der Stadt, die mit Wirtschaftsförderung und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag zwei Partner für Flächenentwicklungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt im Boot hat. Ganz nach Plan verlaufe die Entwicklung des Mercatorquartiers: „Das Areal ist voll vermarktet. Der Bebauungsplan wird im Stadtrat nach den Sommerferien beschlossen. Dann kann die Erschließung beginnen. Wir rechnen mit einem sichtbaren Baubeginn Ende 2019 oder Anfang 2020.“

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Stadtwerke-Sommerkino: Duisburger Philharmoniker begleiten Buster Keatons „The General”

Vorverkauf startet am Freitag
Von Petra Grünendahl

Kai Gottlob und Alfred Wendel stellten ein Highlight des Stadtwerke-Sommerkinos vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir sind glücklich über dieses Highlight im Sommerkino. Zumal wir auf sehr erfolgreiche frühere Veranstaltungen zurückblicken“, sagte Kai Gottlob, Geschäftsführer der Filmforum GmbH. „Wir haben hier im Landschaftspark Nord ein begeisterungsfähiges Publikum, was unseren Sommerkino-Auftritt auch für die Musiker zu einem besonderen Erlebnis macht“, erklärte Prof. Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. Er freue sich schon auf die tolle Location im Landschaftspark und die Zusammenarbeit mit den Philharmonikern, teilte Komponist und Dirigent Carl Davis in einem Video mit. Ein Stummfilm-Klassiker von 1926 mit einer eigens dafür geschriebenen Komposition live gespielt von Duisburgs Vorzeigeorchester soll an drei Abenden im Stadtwerke-Sommerkino für einen gut gefüllten „Kinosaal“ in der Gießhalle sorgen. In früheren Jahren waren die entsprechenden Vorstellungen ausverkauft.

Buster Keaton in „The General“. Foto: Europäische Filmphilharmonie.

Mit Buster Keatons „The General“ stellten Kai Gottlob und Alfred Wendel die seit 2009 fünfte Kooperation des Filmforums mit den Duisburger Philharmonikern für das Stadtwerke-Sommerkino vor. Der 74-minütige Kino-Klassiker von 1926 läuft am 11., 12. und 13. Juli ab Einbruch der Dunkelheit (ca. 22 Uhr) in der Gießhalle im Landschaftspark Nord. Neben Charlie Chaplin (1889-1977) und Harold Lloyd (1893-1971) ist Buster Keaton (1895-1966) der dritte Gigant der amerikanischen Filmkomödie in der Stummfilm-Zeit. Der Film läuft auf der großen Leinwand als digitale 4K-Reproduktion. Im eigens für diese Aufführungen geschaffenen „Orchestergraben“ (dafür gibt es ein paar Sitzplätze weniger) spielen die Duisburger Philharmoniker in einer Besetzung von 36 Musikern und – wie schon zu Harold Lloyd vor drei Jahren – unter der musikalischen Leitung von Carl Davis. Der 83-jährige amerikanische Komponist und Dirigent lebt in London und ist selbst eine Legende mit vielen internationalen Auszeichnungen. Er hat für „The General“ ebenso wie für den vor drei Jahren aufgeführten „Safety Last“ mit Harold Lloyd die Begleitmusik geschrieben. Passend zum Film orientiert sie sich an Musik aus den 1860er-Jahren, in denen die Geschichte spielt. „Viele Bläser, Schlagzeug, aber auch Banjo und Mundharmonika“, verriet Alfred Wendel.

Der Komiker erzählt ein Heldenepos

Buster Keaton in „The General“. Foto: Europäische Filmphilharmonie.

„The General“ erzählt eine Geschichte aus dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) mit einem realen Hintergrund. Johnnie Gray hat zwei Leidenschaften: seine Lokomotive „The General“ und Annabelle. Er meldet sich freiwillig zur konföderierten Armee, wird aber abgelehnt. Spione der Nordstaatler stehlen seine Lok und mit ihr Annabelle. Rasante Verfolgungsjagden über das Schienennetz gehören zu den action-reichen Highlights einer Produktion, die an nichts sparte. Die aufwendigen Dreharbeiten mit zahlreichen Kamerafahrten und Stunts (Buster Keaton brauchte kein Double) machten „The General“ zur teuersten Produktion der Stummfilmzeit: „Auch ein kompletter Zug, der samt Brücke in den Fluss fällt, ist real. Man hat den Zug erst im zweiten Weltkrieg geborgen, als man das Material brauchte“, erzählte Kai Gottlob. Finanziell hat der Film die Kosten aber nicht wieder einspielen können, obwohl er zu den herausragenden Produktionen jener Zeit gehörte.

Komponist und Dirigent Carl Davis. Foto: Thierry Faber.

„Buster Keaton ist buchstäblich auf der Bühne groß geworden“, erzählte Kai Gottlob. Seine Eltern seien Komödianten gewesen und hätten ihren Sohn einfach mit auf die Bühne genommen, auch um sich den teurer Babysitter zu sparen. Markenzeichen war sein stoischer Gesichtsausdruck, der im den Spitznamen „The Great Stone Face“ einbrachte. Nach seinen Stummfilm-Erfolgen der 1920er-Jahre ging er 1928 zu Metro-Goldwyn-Mayer: Eine Entscheidung, die er später bereute, denn die Arbeit für ein Filmstudio schränkte seine kreativen Möglichkeiten massiv ein. Nie wieder arbeitete er so erfolgreich wie zu Beginn seiner Karriere. Privat wie finanziell ging es bergab. „The General“ zeigt Buster Keaton auf dem Zenit seiner Schaffenskraft als vollkommenen Komiker und Regisseur. Der Film gilt heute als eine der bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte.

Vorverkauf startet am Freitag, 17. Mai

Die Duisburger Philharmoniker im Stadtwerke-Sommerkino. Foto: Filmforum GmbH.

Den Vorverkauf zum Stummfilm-Klassiker hat Kai Gottlob ganz bewusst vorgezogen: „Wir sprechen hier ja eher ein anderes Publikum an als für die anderen Vorstellungen im Sommerkino“, so der Filmforum-Chef. Der Vorverkauf für den Stummfilm-Klassiker mit den Duisburger Philharmonikern startet am Freitag, 17. Mai, um 10 Uhr – zeitgleich an der Kinokasse im Filmforum am Dellplatz und online unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Die Karten kosten 20 Euro (im Vorverkauf zzgl. 10 Prozent): „Für einen Auftritt der Philharmoniker ist das ein Sonderpreis“, erklärte Alfred Wendel, der so auch nur durch die finanzielle Unterstützung von thyssenkrupp Steel Europe so möglich sei.

Die nächste Kooperation kündigten Kai Gottlob und Alfred Wendel für in zwei Jahren an. Einen passenden Film zu finden, wird nicht leicht sein: „Wir brauchen einen Film, zu dem es eine Orchester-Partitur gibt“, so Alfred Wendel. Eine solche extra schreiben zu lassen, sei zu aufwändig und teuer, bestätigte Kai Gottlob. Aufführungen in den Kinos der 1920er-Jahre seien wohl eher mit Massenkompositionen vertont gewesen, bei denen die jeweiligen Kino-Orchester Noten für „dramatisch“ oder „tragisch“ oder was auch immer benötigt wurde einfach aus der Schublade holten. Eigene Kompositionen zu den Filmen waren eher selten. Von Charlie Chaplin vielleicht mal abgesehen, der für die meisten seiner Filme auch die Musik komponierte.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Thierry Faber (1), Filmforum (1), Europäische Filmphilharmonie (2)

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Duisburg: Filmforum stellte neue Publikation über den Mercator-Palast vor

Ein herrschaftlicher Palast für die Unterhaltung
Von Petra Grünendahl

Die Postkarte zeigt den Mercator-Palast 1937. Quelle: Jonas Wahle, Winterberg.

„Angefangen hat alles mit einer Postkarte“, erzählte Kai Gottlob, Geschäftsführer Filmforum, Kommunales Kino und Filmhistorische Sammlung der Stadt Duisburg, am Dellplatz. Die Karte zeigte mit dem Mercator-Palast 1937, das in jenen Tagen wohl prächtigste Kino der Stadt. „Es hätte genauso gut eine Oper oder ein Schauspielhaus sein können“, erinnerte sich als Zeitzeuge der in Duisburg aufgewachsene Schriftsteller Walter Kaufmann. Beim Blick ins Buch offenbart ein Luftbild, dass das Lichtspielhaus an der Königstraße 41 (dort, wo heute das Käthe-Mandel-Haus steht) den Vergleich zum Beispiel mit dem Theater Duisburg nicht zu scheuen brauchte. Dort, wo zuvor die Villa Carstanjen standen hatte, baute die Familie Carstanjen das neue Lichtspielhaus. Für den Betrieb gründete sich eine private Gesellschaft, deren Anteilseigner-Liste sich wie das Who-is-Who der lokalen Unternehmerprominenz liest. Mit der Eröffnung am 30. Juni 1929 standen die großen Filme jener Zeit auf dem Spielplan, Filmgrößen waren zu Gast. Die Weltwirtschaftskrise schickte auch Duisburgs Vorzeige-Kino finanziell auf Talfahrt. Nach mehreren Geschäftsführerwechseln wurde die Betreiber-GmbH 1935 aufgelöst. Die „Geschwister Carstanjen KG“ als Eigentümer der Immobilie übernahm den Kinobetrieb selber. Ein britischer Bombenangriff im April 1943 beschädigte das Haus massiv. Mit dem Abriss der Trümmer 1950/51 ist der Kino-Palast dann endgültig aus dem Stadtbild verschwunden.

Stellten das „Mercator-Palast“-Buch in der Filmwerkstatt vor (v. l.): Die Autoren Dirk Hausmann und Kai Gottlob mit Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Kurz, aber faszinierend ist die Geschichte des Mercator-Palastes, der mit seinen Dimensionen die damalige Innenstadt mit geprägt hat. Der „Palast in Duisburg“ ist Thema eines Buches, welches Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob mit Dirk Hausmann, einem langjährigen Mitarbeiter des Kommunalkinos, recherchiert und verfasst hat. Eine derartige Aufarbeitung der Geschichte des Mercator-Palastes hat es bislang noch nicht gegeben. Zusammen mit Duisburgs Kulturdezernenten Thomas Krützberg stellten die Autoren das Buch in der Filmwerkstatt vor. Neben intensiver Recherche in unterschiedlichsten Archiven weit über die Stadtgrenzen hinaus hatten die Autoren 2015 einen Aufruf nach Zeitzeugen über die Duisburger Tagespresse gestartet: Mit Erfolg, denn es fanden sich auch Leute, die den prächtigen Kino-Palast noch aus eigenem Erleben kannten.

Filmtheater bot Duisburgern Unterhaltung mit neuesten Ufa-Produktionen

Tageszeitungsanzeigen von Mercator-Palast und Kammer-Lichtspiele im Vergleich: Nazi-Propaganda gegen Hollywood-Kino. Quelle: Stadtarchiv Duisburg.

Obwohl das Filmunternehmen Ufa über eigene Kinos verfügte, mauserte sich der Mercator-Palast mit seinen 1.200 Plätzen zum führenden Lichtspielhaus der Ufa in Duisburg. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der entsprechenden Neuausrichtung der Ufa schon vor ihrer Verstaatlichung (1937), änderte sich der Spielplan dann auffallend. Während andere Kinos in Duisburg (die Kammer-Lichtspiele zum Beispiel) noch bis 1942 auch amerikanische Hollywood-Filme zeigten, wurde das Programm (oder zumindest die Vorfilme) im Mercator-Palasts immer propaganda-lastiger: Vor dem Unterhaltungsfilm „Pat und Patachon“ lief beispielsweise „Das Erbe“, ein Propagandafilm zur Rechtfertigung des Euthanasie-Programms während der Zeit des Nationalsozialismus.

„Warum dieser Programmwechsel geschah, wurde für uns trotz aller Recherchen nicht nachvollziehbar“, sagte Kai Gottlob. Dass der Mercator-Palast schon früh auf den nationalsozialistischen Zug aufsprang, verwundert insofern, als dass der Hauptanteilseigner der damaligen ersten Betreibergesellschaft, Johann Wilhelm Welker, als Generaldirektor der Franz Haniel & Cie. GmbH (bis 1944) das Ruhrorter Unternehmen in der NS-Zeit weitgehend aus der Politik heraus hielt.

Der Mercator-Palast liegt nach einem Bombenangriff 1943 in Trümmern. Quelle: Stadtarchiv Duisburg.

Nicht das ganze Filmtheater ist im Krieg unwiederbringlich in Schutt und Asche gebombt worden: „Ein letztes Überbleibsel des Mercator-Palastes steht heute noch in Winterberg“, verriet Kai Gottlob. Am Tag vor dem Bombenangriff waren neue Filmprojektoren aus Dresden geliefert worden, die bis zu ihrer Installation am nächsten Tag im Keller des Gebäudes untergebracht worden waren. „Die Kisten konnten unbeschädigt geborgen werden“, erzählte Gottlob. Nach dem Krieg seien sie an das Filmtheater Winterberg gekommen, wo sie bis zum Jahr 2009 (und dem Umstieg auf digitale Technik) in Betrieb gewesen seien. „Einer steht heute noch dort als Blickfang im Foyer“, wusste Gottlob zu berichten.

Der Mercator-Palast sei nicht nur ein Filmtheater gewesen, sondern habe auch eine Filmproduktion betrieben, die die historische Entwicklung der Stadt Duisburg dokumentierte, so der Filmforum-Chef. Diese Filme befinden sich heute in der Filmhistorischen Sammlung im Filmforum.

Fast drei Jahre Recherche
„Ende 2015 war klar, dass wir das Projekt angehen“, erzählte Kai Gottlob. Im Jahr 2016 führten die Autoren Gespräche mit Zeitzeugen, die allesamt dokumentiert sind. Insbesondere Dirk Hausmann verbrachte viele Monate in Archiven (Stadt-, Landes- und Bundesarchiv), man suchte aber auch über Kontakte im Ausland. Ermöglicht haben dieses aufwendig recherchierte Buch eine Reihe von Sponsoren: die Welker-Stiftung, die Franz Haniel & Cie. GmbH, die Sparkasse Duisburg, die Freunde des Filmforums e. V. sowie die Familie Wahle aus Winterberg.

Verlegt wird das hoch informative und sehr lesenswerte 70-seitige Buch (mit 60 Abbildungen) von der Filmforum GmbH. Erhältlich ist es zum Preis von 5 Euro an der Kinokasse des Filmforums (zu Öffnungszeiten) sowie in den Buchhandlungen Scheuermann am Sonnenwall und Mayersche im Forum auf der Königstraße.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Foto: Petra Grünendahl (1),
Historische Dokukmente: Jonas Wahle (1), Stadtarchiv Duisburg (2)

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Volksbank Rhein-Ruhr enthüllte mit Thomas Schönauers “Cultivator” neues Kunstwerk im Duisburger Innenhafen

Mit der Geradlinigkeit geometrischer Formen gen Himmel gestreckt
Von Petra Grünendahl

An der Volksbank Rhein-Ruhr am Innenhafen enthüllten Bankvorstand Thomas Diederichs (r.) und Oberbürgermeister Sören Link (m.) zusammen mit dem Künstler Thomas Schönauer (l.) vor geladenen Gästen die Skulptur. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Werkstoff gehört zu unserer Stadt. Überhaupt: die geraden Strukturen und die amorphe Anmutung passen gut zu uns und unserer Region“, erklärte Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr eG, bei der Enthüllung. Die Skulptur besteht aus Edelstahl-Linsen mit Durchmessern zwischen 1,50 und 2,30 Metern. Die Oberflächen sind glasgestrahlt, die raue Struktur absorbiert Sonnenstrahlen. „Wenn man eingeladen wird, einen Ort zu gestalten, reicht es nicht, sich den Ort anzusehen“, erklärte der Düsseldorfer Bildhauer Thomas Schönauer (*1953), der international tätig ist und dessen Werke man nicht nur in Duisburg und der Region, sondern weltweit – teils auch im öffentlichen Raum – findet. „Stimmung und Schwingungen des Ortes zu erfassen, ist fast noch wichtiger“, so der Künstler. Er habe auch schon einmal eine Arbeit abgelehnt, weil ihn der Ort nicht inspiriert habe. Rund, geschlossen und nach oben gestreckt setzt die Skulptur aus einer hochwertige Stahl-Legierung Signale an diesem aufstrebendem Ort, der über Duisburg hinaus als Musterbeispiel positiver Entwicklung gilt.

An der Volksbank Rhein-Ruhr am Innenhafen enthüllten Bankvorstand Thomas Diederichs (m.) und Oberbürgermeister Sören Link (l.) zusammen mit dem Künstler Thomas Schönauer (r.) vor geladenen Gästen die Skulptur. Foto: Petra Grünendahl.

Vor der Zentrale der Volksbank Rhein-Ruhr enthüllten Vorstandssprecher Thomas Diederichs, Oberbürgermeister Sören Link und der Bildhauer Thomas Schönauer den „Cultivator“. Die Skulptur des Künstlers steht in Duisburgs Tradition von Kunst im öffentlichen Raum. „Sie geht über die Brunnenmeile auf der Königstraße und den Kantpark weit hinaus“, betonte Oberbürgermeister Sören Link. Am Innenhafen steht das Kunstwerk auf jeden Fall öffentlichkeitswirksam – und in bester Gesellschaft: Auf der anderen Seite des Hafenbeckens steht vor der Spaeter-Verwaltung die aus Cortenstahl gefertigte Bogen-Skulptur von Bernar Venet*: Auf der anderen Straßenseite zieht sich der Garten der Erinnerungen von Dani Karavan am Hafenbecken entlang nach Westen. Und am Ende des Hafenbeckens im Osten steht das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst mit der Sammlung des Darmstädter Ehepaars Ströher.

Die Volksbank Rhein-Ruhr eG

An der Volksbank Rhein-Ruhr am Innenhafen enthüllten Bankvorstand Thomas Diederichs (m.) und Oberbürgermeister Sören Link (l.) zusammen mit dem Künstler Thomas Schönauer (r.) vor geladenen Gästen die Skulptur. Foto: Petra Grünendahl.

Die regionale Genossenschaftsbank sehe die Errichtung des neuen Kunstwerkes als klares Bekenntnis zum Standort Duisburg und der Region, so Bankvorstand Diederichs. Nach dem Kauf der ehemaligen Alltours-Verwaltung 2014**, Umbau und Modernisierung waren die Banker 2016 in den Duisburger Innenhafen gezogen. „Wir hatten versucht, den Brunnen an dieser Stelle wieder in Betrieb zu nehmen“, erzählte Diederichs. Dies sei nicht gelungen, so dass man sich in Vorstand und Aufsichtsrat anderweitig Gedanken gemacht hatte. „Als sich herauskristallisierte, dass wir hier ein Kunstwerk installieren wollten, vermittelte Dr. Martin Fasselt den Kontakt zum Künstler“, so Diederichs. Er bedauerte, dass der Ende letzten Jahres verstorbene Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt und Steuerberater, der auch im Aufsichtsrat der Bank tätig war, diesen Tag nicht mehr erleben durfte.

An der Volksbank Rhein-Ruhr am Innenhafen enthüllten Bankvorstand Thomas Diederichs und Oberbürgermeister Sören Link zusammen mit dem Künstler Thomas Schönauer vor geladenen Gästen die Skulptur. Foto: Petra Grünendahl.

Das Bekenntnis zum Standort betonte der Bankenchef ebenso wie das Unternehmensleitbild als Grundpfeiler des Handelns, weswegen sich die Bank in der Region vielfältig sozial engagiere. Allein mit Hilfe des Online-Spendenportals, dem Förderprogramm Rhein-Ruhr, vergibt die Genossenschaftsbank jährlich 92.000 Euro für kulturelle und soziale Projekte in der Region. Insgesamt sind es Spenden und Sponsorings in Höhe von rund 500.000 Euro, die auch mit Hilfe der Volksbank Rhein-Ruhr Stiftung zielgerichtet in die Region gespendet werden. Ein Engagement, welches auch Oberbürgermeister Link in seiner Rede hervorhob. „Wir sind begeistert, hier zu sein“, betonte der Bankvorstand mit Augenmerk auf die Location. Gleich der Skulptur fest im Duisburger Boden verankert.

*) Von Bernar Venet stammt auch die große Fünf-Bögen-Skultpur gegenüber vom Theater Duisburg auf dem König-Heinrich-Platz.

**) Alltours hatte das Gebäude mit der markanten Backstein-Ziegelarchitektur für seinen Umzug nach Duisburg 2001 vom renommierte Hamburger Architekturbüro gmp von Gerkan Marg und Partner entwerfen lassen.

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Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg: Sitzung im Rat der Stadt

Diskussionen um Mercatorquartier und Inklusion in Schulen
Von Petra Grünendahl

Die Bürgerinitiative für einen Neubau der Brücke An der Cölve machte vor der Ratssitzung Stimmung für den Beschluss. Überzeugungsarbeit hatten sie aber nicht mehr zu leisten: Der Rat beschloss einstimmig. Foto: Petra Grünendahl.

Großes Interesse von Bürgern bestand zum Tagesordnungspunkt zum Bau einer Behelfsbrücke An der Cölve. Die Bahnquerung ist wegen Baufälligkeit aktuell nicht nutzbar, Betroffene müssen große Umwege fahren. Die bislang im Eigentum der Stadt Moers befindliche Brücke wird mit einer 50-prozentigen Beteiligung der Stadt Duisburg ersetzt. Der Oberbürgermeister wurde beauftragt, mit seinem Amtskollegen Christoph Fleischhauer in Moers über eine (Teil-)Eigentumsübertragung zu verhandeln, um sich an Neubau und Erhalt der noch zu bauenden Brücke entsprechend beteiligen zu können. Ohne große Diskussion stimmte der Rat einstimmig zu. Diskussionen gab es hingegen um die schulische Inklusion und die dauerhafte Einrichtung von Schwerpunktschulen als Orten des gemeinsamen Lernens. Lediglich mehrheitlich beschloss der Rat die Einrichtung an 14 weiterführenden Schulen über das Stadtgebiet. Die viel kritisierte Entscheidung – mit überparteilichem Ruf nach ausreichenden Mitteln vom Land für Raum-, Personal- und Sachkosten – war nötig, um die Anforderungen aus Landes (§ 81 Abs. 3 SchulG NRW) zu erfüllen.

Ratssitzung. Foto: Petra Grünendahl.

In seiner zweiten Sitzung des Jahres setzte der Rat der Stadt Duisburg mit seinen Beschlüssen Wegweiser für die künftige Entwicklung der Stadt. Ohne Diskussionen mehrheitlich beschlossen wurden beispielsweise die Bebauungspläne bzw. B-Plan-Änderungen für Sechs-Seen-Wedau, die Ruhrorter Straße in Kasslerfeld oder einem Wohngebiet in Baerl sowie Flächennutzungspläne. Sie waren in den vorgeschalteten Fach- und Bezirksausschüssen ohnehin schon abgesegnet worden und warteten nur noch auf die Zustimmung des Rates. Diskussionen entbrannten aber um die Bebauung im künftigen Mercatorquartier, wo nach Anträgen der Linken und der Grünen die Frage aufgeworfen wurde, ob in der Wohnbebauung Anteile an gefördertem Wohnungsbau verlangt und festgeschrieben werden sollten. Mehrheitlich beschloss man den B-Plan an dieser Stelle ohne die Forderung nach sozialem Wohnungsbau.

Weitere Entscheidungen

Nach seiner Einführung und Verpflichtungserklärung nahm der für den verstorbenen Theo Peters nachgerückte Ünsal Başer (Wahlkreis Wanheimerort-West / Hochfeld-Süd) erstmals an einer Ratssitzung teil. Oberbürgermeister Sören Link gratulierte dem neuen Ratsherren. Foto: Petra Grünendahl.

Mit 59 Tagesordnungspunkten im öffentlichen Teil der Sitzung war die Ratssitzung überschaubar. Ein Antrag der SPD-Fraktion, die Einführung einer Impfpflicht für Kinder auf kommunaler Ebene zu prüfen, wurde mehrheitlich angenommen. OB Link wurde zudem aufgefordert, sich für eine einheitliche Regelung auf Bundes- oder Landesebene einzusetzen. Ebenfalls eine mehrheitliche Zustimmung erfuhr ein Antrag von den Fraktionen der Grünen und der Linken, sich mit einer Resolution gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes / Bund der Antifaschisten) aufzustellen. „Mitglieder der VVN-BdA sind, soweit es ihr hohes Alter erlaubt, die letzten überlebenden Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Menschen jüngerer Jahrgänge sichern das Bewahren und Weitergeben der schrecklichen Erfahrungen. Überlebende der Nazidiktatur haben in unserer Stadt immer wieder Zeugnis des von ihnen Erlebten abgelegt und damit auch immer jüngere Menschen erreicht“, heißt es in der Begründung des Antrags. Eine ähnliche Resolution ist in Dortmund bereits beschlossen worden, in Essen steht sie auf der Tagesordnung.

Mehrheitlich abgelehnt wurden dagegen zwei Anträge der Linken-Fraktion: die Forderung nach einem Konzept zur Wiedereinführung der Baumschutzsatzung sowie nach einem Konzept bei Wohnungsräumungen, von denen in der letzten Zeit nicht nur „Schrottimmobilien“ mit Bewohnern überwiegend aus dem südost-europäischen Raum betroffen waren, sondern auch zum Beispiel die Bewohner von zwei Hochhäusern an der Husemannstraße in Homberg-Hochheide. Eine Unterbringung in Massenunterkünften sollten damit für die Zukunft ausgeschlossen und Betroffenen nachhaltiger geholfen werden.

Dass es bei der Planung der Bebauung auf der Duisburger Freiheit (Altes Güterbahnhofsgelände neben der A59) keine Schnellschüsse geben soll, machte eine Mitteilungsvorlage klar. Die Stadt schaltet eine darauf spezialisierte Berater-Agentur ein, den Entwicklungsprozess zu begleiten, um erst einmal mit Experten, Interessengruppen und Bürgern zu klären, wie die Fläche im Sinne der Stadt am besten zu entwickeln ist. Die Entwicklung eines Leitbildes unter Beteiligung der Öffentlichkeit soll Akzeptanz und Identifikation mit dem neu entstehenden Quartier schaffen. Dieser Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis auf der Brache etwas Neues entsteht. Bisherige Versuche – MultiCasa, Möbelhäuser oder Designer Outlet (DOC) – waren am Widerstand der Duisburger Bürger gescheitert.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein: Das Publikum feierte Richard Wagners Götterdämmerung zur Premiere in Duisburg

Aus der Not eine Tugend: Brillante Akustik macht Wagners Werk zum musikalischen Leckerbissen
Von Petra Grünendahl

Stehende Ovationen belohnten herausragende Sänger und Musiker nach einem grandiosen Opernabend. Foto: Petra Grünendahl.

Corby Welch (Siegfried), Alexandra Petersamer (Brünnhilde), Sami Luttinen (Hagen), Anke Krabbe (Gutrune), Richard Šveda (Gunther). Foto: Susanne Diesner.

Mit minutenlangem stehendem Schlussapplaus feierte das restlos begeisterte Publikum in der Mercatorhalle: Großartige Opernsänger und hervorragend aufspielende Duisburger Philharmoniker hatten in der konzertanten Aufführung von Richard Wagners „Götterdämmerung“ eine in jeder Hinsicht brillante Vorstellung abgegeben. Die hochklassige Vorstellung unterstrich wieder einmal den akustischen Feinschliff der Philharmonie Mercatorhalle, die das Werk zu einem besonderen Klangerlebnis machten. Sie unterstrich aber auch die Klasse von Sängern und Musikern! Mit 21 zusätzlichen Musikern konnte das Orchester unter der famosen musikalischen Leitung von Axel Kober so aufspielen, wie Wagner (1813-1883) es sich gewünscht hatte: Mit ihrer voluminösen Präsenz ließen sie auch ruhige Passagen der Komposition eindringlicher, ja wuchtiger erklingen als das im Theater Duisburg aus dem Orchestergraben der Fall ist. Selbst die Sänger, die vor dem Orchester (im Rücken des Dirigenten) auf der Bühne agierten (!), profitierten von der ungefilterten Akustik. Ihre Interaktion brachte szenischen Charakter in eine Aufführung, die hier auf Bühnenbild und Kostüme verzichten musste. Wer wegen der Nichtbespielbarkeit des Theaters seine Karte für diesen Abend zurückgegeben oder von einem Besuch wegen der Konzertanz der Aufführung Abstand genommen hatte, hat sich um ein Schmankerl gebracht, welches weder akustisch noch vom Bühnenspiel her Wünsche offen ließ.

Axel Kober, Duisburger Philharmoniker. Foto: Susanne Diesner.

Generalmusikdirektor Axel Kober bei der Generalprobe. Foto: Susanne Diesner.

Mit der Premiere der „Götterdämmerung“ schloss nun auch in Duisburg Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“. Wegen des Wasserschadens im April musste die Deutsche Oper am Rhein für die Aufführungen in die Philharmonie Mercatorhalle ausweichen: Ein Schritt, der von den begeisterten Besuchern gefeiert wurde. Die „Götterdämmerung“, die bei ihrer Entstehung den Arbeitstitel „Siegfrieds Tod“ trug, schrieb der Komponist als Libretto zuerst, bevor er die Vorgeschichte der Tetralogie (drei Tage und ein Vorabend) dazu verfasste. Die Komposition wiederum erfolgte vom Anfang der Geschichte zum Ende. Die Partitur zur „Götterdämmerung“ vollendete der Komponist über 26 Jahre nach Beginn seiner Arbeiten an dem Werk. Das Finale seiner Tetralogie feierte – ebenso wie der zweite Teil, „Siegfried“ – zur Einweihung des Bayreuther Festspielhauses 1876 seine Uraufführung. Auch in der konzertanten Fassung bietet die „Götterdämmerung“ ein grandioses Musiktheater von fast fünfeinhalb Stunden Länge (inkl. zwei Pausen). Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Nahezu alle Sänger erlebte man hier in Rollendebüts. Gesanglich unterstützt wurden die Akteure von Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski.

Das Ende der alten Ordnung

Aus der szenischen Aufführung in Düsseldorf:
Siegfried (Michael Weinius), Brünnhilde (Linda Watson). Foto: Hans Jörg Michel.

Das Publikum von den drei Nornen (Renée Morloc, Annika Schlicht, Barno Ismatullaeva) erfahren hat, dass Wotan, von Siegfried geschlagen und seines gesetzgebenden Speeres beraubt, in Walhall mit den Göttern das Ende erwartet. Währenddessen nehmen Siegfried (Corby Welch) und Brünnhilde (Alexandra Petersamer), von Wotan ihrer Göttlichkeit beraubt, nach ihrer Vereinigung Abschied. Siegfried schenkt ihr als Pfand seiner Liebe den Ring des Nibelungen und bricht zu neuen Heldentaten auf. Am Hof der Gibichungen drängt Bösewicht Hagen (Sami Luttinen), Sohn des Alberich (Stefan Heidemann), der den Nibelungen-Ring schmiedete, seine noch unverheirateten Halbgeschwister Gunther (Richard Šveda) und Gutrune (Anke Krabbe), für Nachkommen zu sorgen: Gunther preist er Brünnhilde an, die nur ein Held von ihrem Felsen holen kann.

Aus der szenischen Aufführung in Düsseldorf: Gutrune (Sylvia Hamvasi), Siegfried (Michael Weinius), Gunther (Bogdan Baciu), Brünnhilde (Linda Watson), Opernchor und Herren des Extrachors, Statisterie. Foto: Hans Jörg Michel.

Als der Jammerlappen Gunther Zweifel an seiner Heldenhaftigkeit äußert, gibt ihm der verschlagene Halbbruder den Rat, sich Siegfrieds zu bedienen. Gutrune solle ihn mit einem Trank an sich binden, so dass der Held für Gunther Brünnhilde erobert. Der naive Held, der durch den Trank Gutrunes Brühnnhilde vergessen hat, lässt sich darauf ein, für Gunther die Walküre zu gewinnen. Mit Hilfe der Tarnkappe, die er mit dem Ring zusammen vom Wurm Fafnir erbeutet hatte, gelingt die List, Brünnhilde vorzugaukeln, er sei Gunther. Er nimmt von der Walküre seinen Ring zurück, bevor er den Platz mit Gunther tauscht. Ihre Schwester Waltraute (Sarah Ferede) hatte Brünnhilde gebeten, den Ring den Rheintöchtern (Heidi Elisabeth Meier, Annelie Sophie Müller, Anna Harvey) zurückzugeben, da er durch den Fluch des Alberich nur Unglück bringe. Brünnhilde aber wollte Siegfrieds Liebespfand nicht hergeben. Nun hat der nichts ahnende, naive Held den Ring zurück und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Aus der szenischen Aufführung in Düsseldorf: Siegfried (Michael Weinius), Brünnhilde (Linda Watson), Gutrune (Sylvia Hamvasi), Gunther (Bogdan Baciu), Opernchor und Herren des Extrachors. Foto: Hans Jörg Michel.

Als Gunther und Brünnhilde am Königshof der Gibichungen eintreffen, erkennt die Walküre in Siegfried den Helden, der sie erobert hat. Durch Gutrunes Trank um seine Vergangenheit gebracht, schwört Siegfried einen Meineid, den Brünnhilde ihm übel nimmt. Sie will seinen Tod, klagt ihn des Verrats an Gunther an und weiht nichts ahnend Hagen in die Schwäche des Helden ein. Der listige Hagen sieht sich am Ziel, kann er doch nun den unbesiegbaren Recken töten und den Ring seines Vaters zurück gewinnen. Die Rheintöchter bitten auch Siegfried vergeblich um die Rückgabe des Rings. Auf einer Jagd mit Siegfried und Gunther bringt Hagen den Helden dazu, sich an seine Vergangenheit – und damit an Brünnhilde zu erinnern. Gunther erkennt das Ausmaß von Hagens Intrigen, kann aber nicht verhindern, dass dieser den Recken tötet und Anspruch auf dem Ring erhebt. Als die beiden Männer zu Gutrune und Brünnhilde zurückkehren, um von Siegfried Tod zu berichten, bezichtigt Gunther seinen Halbbruder des Mordes. Hagen verteidigt sich, er habe nur Gunthers Interessen gedient, und fordert den Ring als Lohn. Brünnhilde erkennt, dass es nur einen Weg gibt, den Fluch zu brechen: Sie überantwortet den Ring dem Rhein.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Und hier konzertant …

Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 12. Mai 2019 | 17:00 Uhr.
Der komplette Opern-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ wird im Theater Duisburg am 23. Mai (19.30 Uhr), 26. Mai (17 Uhr), 30. Mai (17 Uhr) und 2. Juni (17 Uhr) ebenfalls konzertant aufgeführt. Zum Abschluss kommt der Ring-Zyklus vom 16. bis 23. Juni im Opernhaus Düsseldorf noch einmal szenisch zur Aufführung. Für die nächste Spielzeit ist auch für Duisburg eine Wiederaufführung des kompletten Rings im Theater geplant. Beide Aufführungen des Ring-Zyklus sind aber jeweils nur komplett als Eintrittskarten zu haben.

Ensemble, Axel Kober, Duisburger Philharmoniker. Foto: Susanne Diesner.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 19 und 66 Euro, die Vorstellungen des Zyklus liegen pro Vorstellung zwischen 19 und 76 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Susanne Diesner (4), Hans Jörg Michel (3), Petra Grünendahl (1)

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Loveparade-Strafprozess: Lopavents ehemaliger Kreativdirektor sagte aus

Tunnel und Rampe sollten nicht voll laufen
Von Petra Grünendahl

Der Loveparade-Strafprozess vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg findet aus Platzgründen im Congress-Center der Düsseldorfer Messe statt. Foto: Petra Grünendahl.

„Als ich nach der Verkündung der Besucherzahlen ins Büro im Hoist-Hochhaus kam, zeigte ein Monitor ein Standbild von der voll gelaufenen Rampe zum Veranstaltungsgelände“, erzählte der Zeuge, der damals im Planungsteam von Lopavent gearbeitet und die Loveparade in Duisburg mit vorbereitet hatte. Produktionsleiter S. hatte ihn dorthin geordert, als die Lage augenscheinlich ernst wurde. „Wie konnte da sein? Wie konnten Rampe und Tunnel so voll laufen?“, fragte er. Vereinzelungsanlagen auf den Zuwegen zum Tunnel hätten genau dieses Szenario verhindern sollen.

Der Loveparade-Strafprozess vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg findet aus Platzgründen im Congress-Center der Düsseldorfer Messe statt. Foto: Petra Grünendahl.

In den Zeugenstand hatte die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg einen ehemaligen Mitarbeiter der Loveparade-Organisatorin Lopavent GmbH geladen. Nach eigener Aussage war der 47-Jährige als Kreativdirektor für den künstlerischen Bereich verantwortlich. Noch bis Jahresanfang hatte er zu den zehn Beschuldigten gezählt, gegen die im Strafprozess verhandelt worden war. Gegen ihn sowie die sechs Mitarbeiter der Bauaufsicht hatte das Landgericht Duisburg das Verfahren eingestellt. Gegen drei Mitarbeiter von Lopavent wird aktuell wegen fahrlässiger Tötung in 21 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung weiter verhandelt.

Der Vorstizende Richter Mario Plein (mitte) mit zwei beisitzenden Richtern beim Loveparade-Strafprozess im Gerichtssaal im Congress Center Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services.

Der Loveparade-Strafprozess vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg findet aus Platzgründen im Congress-Center der Düsseldorfer Messe statt. Foto: Petra Grünendahl.[/caption]Der Vorsitzende Richter Mario Plein ließ den Zeugen wie gehabt zunächst erzählen. Der Bochumer holte weit aus bis ins Jahr 2006, als er noch bei einem McFit in seiner Heimatstadt gearbeitet – und dort mit Eventmanagement für die Fitness-Kette auf sich aufmerksam gemacht hatte. McFit-Chef Rainer Schaller bot ihm einen Job in Berlin an, im Kreativmanagement und Eventmarketing für McFit und schließlich für die Loveparade, als diese ab 2007 im Ruhrgebiet statt fand.

Die lange Suche nach „Schuldigen“

Aus der Unterführung auf der Karl-Lehr-Straße. geht es über die Rampe zum Güterbahnhofsgelände Foto: Petra Grünendahl.

Der heute selbstständige Projektberater sagte zum ersten Mal überhaupt zu den Geschehnissen aus. Der Vorsitzende Richter Plein nannte ihn „eine neue Informationsquelle, die nah dran war.“ In Zusammenarbeit mit den drei Noch-Angeklagten sowie weiteren Lopavent-Mitarbeitern hatte er die Loveparade veranstalterseitig mit geplant. Er bestätigte den drei Angeklagten gewissenhaftes und sorgfältiges Agieren. Mit dem Projektleiter S. hatte der Zeuge schon für Essen und Dortmund zusammen gearbeitet. Ebenso mit dem für die Platzkoordination zuständigen Technischen Leiter S. Lediglich der Sicherheits-Chef W. war erst in der Vorbereitung der Loveparade 2010 in Duisburg dazu gestoßen.

Aus der Unterführung auf der Karl-Lehr-Straße. geht es über die Rampe zum Güterbahnhofsgelände Foto: Petra Grünendahl.

Zunächst habe man lange mit dem Ordnungsamt und dem verantwortlichen Dezernenten Wolfgang Rabe zusammen gearbeitet. Erst später sei das Bauordnungsamt (Bauaufsicht) eingebunden worden. „Sie forderten zunächst auch eine Entfluchtungsmöglichkeit zu den Gleisen hin: Wäre das der Fall gewesen, hätten wir die Loveparade absagen müssen“, erklärte der Zeuge. Das sei aber im Kulturhauptstadtjahr nicht gewünscht gewesen: „Die Loveparade sollte der Leuchtturm der Kulturhauptstadt 2010 werden.“

Juni 2011: Ansichten der Rampe zum alten Güterbahnhof aus dem Jahr 2011. Fotos: Petra Grünendahl.

Die Nachricht von ersten Toten auf dem Veranstaltungsgelände am Abend der Loveparade erreichte sie in ihrem Projektbüro im Hoist-Hochhaus. Die Lage vor Ort an der Rampe kannten die Lopavent-Mitarbeiter nicht: „Wir waren nicht in Telefonkonferenzen eingebunden – und der bei uns platzierte Verbindungsbeamte der Polizei hatte nicht einmal ein Funkgerät“, so der Zeuge.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (5), Lars Heidrich / Funke Foto Services (1)

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Deutsche Oper am Rhein zeigt Richard Wagners „Götterdämmerung“ konzertant in Duisburgs Mercatorhalle

Akustisch erwartet das Publikum ein Hochgenuss
Von Petra Grünendahl

Im Pressegespräch (v. l.) Alfred Wendel, Pressesprecherin Tanja Brill, Sami Luttinen, Axel Kober und Christoph Meyer vor der Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Mercatorhalle bietet uns für Wagner Möglichkeiten, die wir im Theater nicht haben“, konnte Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein und Chefdirigent der Duisburger Philharmoniker, dem unfreiwilligen Umzug in die Gute Stube der Stadt noch etwas Gutes abgewinnen. Die konzertante Aufführung von Richard Wagners „Götterdämmerung“, die am kommenden Samstag ihre Duisburger Premiere feiert, wird zumindest musikalisch so aufgeführt werden, wie der Komponist sie sich vorgestellt hat. So, wie sie aber in Orchestergräben mangels Platz selten zu realisieren geht: „Wir haben 21 Musiker mehr auf der Bühne“, so Kober. Das bringe die Feinheiten der Wagner’schen Komposition in der hervorragenden Akustik der Mercatorhalle noch ein wenig besser zur Geltung. Die konzertante Aufführung hat also immer noch ihre Vorzüge, auch wenn die Zuschauer im Vergleich zur szenischen Aufführung auf Kostüme, Bühnenbild und Schauspiel verzichten müssen. „Wir bedauern das natürlich“, so Meyer, „aber die Aufführung wird trotzdem ein Schmankerl.“

Von links: Sami Luttinen, Alfred Wendel, Axel Kober und Christoph Meyer vor der Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Seit dem Wassereinbruch im Theater Duisburg am 5. April kann die Deutsche Oper am Rhein für ihren hiesigen Standort nur kurzfristig planen. Nachdem das Haus immer noch unbespielbar ist, ziehen nun acht der neun für Mai geplanten Aufführungen in die Mercatorhalle. Die Duisburger Aufführungen der „Götterdämmerung“ und im Anschluss daran des kompletten Ring-Zyklus fallen ebenso darunter wie „Don Carlo“ von Giuseppe Verdi. Die Wagner-Aufführungen dienen auch der Vorbereitung für die folgende Düsseldorfer Aufführung der kompletten Tetralogie in Düsseldorf – und im November in Duisburg: „Ohne die laufenden Vorbereitungen und die Erarbeitung von Komposition und Rollen wäre die Aufführung in Düsseldorf nicht möglich“, erklärte Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Er wies noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass die traditionsreiche „Opernehe“ auf beide Partner im Wechselspiel angewiesen sei.

Vorbereitungen laufen, Absagen hätten auch Düsseldorf getroffen

Von links: Axel Kober, Alfred Wndel und Christoph Meyer vor der Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Musiker sind natürlich bestürzt, dass ihr Theater nicht bespielbar ist“, erzählte Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. „Aber wir konnten alle Instrumente retten.“ – „Wir sind ja nicht die Ersten, die abgesoffen sind“, erklärte Christoph Meyer, „aber wir können wenigstens noch was machen.“ Dankbar waren die Verantwortlichen auch über die vielen Hilfsangebote aus der Region: Vom Theater am Marientor (TaM) bis hin zu Theatern umliegender Städte hatten die Betreiber ihre Spielhäuser für die noch ausstehenden Aufführungen angeboten. „Wir hoffen, dass wir ab 3. Juni wieder im Theater auf die Bühne können“, machte der Opern-Intendant klar. Man sei in kontinuierlichen Gesprächen mit den Verantwortlichen bei der Stadt, die Eigentümerin des Theaters ist.

Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die konzertante Aufführung in der Mercatorhalle stellt natürlich Musiker wie Sänger vor besondere Herausforderungen: „Die Musiker sitzen auf der Bühne quasi auf dem Präsentierteller. Und es ist völlig anders mit den Sängern hinterm Rücken“, meinte Dirigent Kober. „Eine abgespeckte szenische Vorführung wäre nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen“, so Kober. Zumal Wagner in erster Linie „Text-Theater“ sei, weniger Rollenspiel. Der Verzicht auf die Szenik stellt natürlich Orchester und Gesang in den Vordergrund. Die Chance, Nuancen zu setzen, hob Bariton Sami Luttinen hervor, der als Bösewicht Hagen debütiert. Das „Nibelungen-Kino“ müsse sich dann im Kopf abspielen, so Musiker-Intendant Wenzel. „Ein musikalisches Highlight wird es auf jeden Fall“, versprach Opern-Intendant Meyer. „Den Ring-Zyklus in Duisburg unvollendet zu lassen, wäre traurig gewesen“, so Axel Kober. Und es hätte natürlich in der Folge auch die Komplett-Aufführung des Rings in Düsseldorf stark beeinträchtigt, wie der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein und künftig der Duisburger Philharmoniker hervor hob.
 
 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
 
Termine im Theater Duisburg:

Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

So | 5. Mai 2019 | 17:00 Uhr und
So | 12. Mai 2019 | 17:00 Uhr.
Der komplette Opern-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ wird im Theater Duisburg am 23. Mai (19.30 Uhr), 26. Mai (17 Uhr), 30. Mai (17 Uhr) und 2. Juni (17 Uhr) ebenfalls konzertant aufgeführt. Zum Abschluss kommt der Ring-Zyklus vom 16. bis 23. Juni im Opernhaus Düsseldorf noch einmal szenisch zur Aufführung. Für die nächste Spielzeit ist auch für Duisburg eine Wiederaufführung des kompletten Rings im Theater geplant.

Generalprobe der Deutschen Oper am Rhein für Wagners Götterdämmerung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 19 und 66 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Zoo Duisburg beginnt mit den Bauarbeiten zur Erweiterung der Löwengehege

Das Löwenrudel kann während der Bauphase im Zoo bleiben
Von Petra Grünendahl

Zoo-Vorstandsvorsitzende Astrid Stewin mit Tsavo als Plüsch-Löwen. Foto: Petra Grünendahl.

Neben dem bisherigen Löwengehege rollen schon die ersten Bagger, seit die Wisente ausgezogen sind. Auf diesem Areal entsteht die Erweiterung der Löwenanlage, die dem Duisburger Rudel mehr Platz auf naturnah gestalteten Außenanlagen bietet. Zusätzliche Kletterbäume, Hügelflächen, Felsaufbauten und Unterstände bieten vielfältige Spiel- und Ruheflächen, Schatten- und Sonnenplätze: Sie geben den drei Sympathieträgern des Tierparks am Kaiserberg mehr Auslauf auf einem deutlich vergrößerten Areal. „Felsaufbauten mit integrierten Schiebern ermöglichen uns, die Anlage temporär zu unterteilen. So können die Tierpfleger individuell auf die Bedürfnisse der Löwengruppe reagieren, wenn sich Nachwuchs einstellt“, erklärte Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter des Zoo Duisburg. Nach der Erweiterung stehen dem Löwenkater Tsavo und seinen beiden Weibchen Manyara und Masindi eine abwechslungsreich gestaltete Außenfläche von rund 2.500 Quadratmetern zur Verfügung.

Erster Spatenstich (v. l.): Der zoologische Johannes Pfleiderer, Zoo-Vorstandsvorsitzende Astrid Stewin und Sparkassen-Chef Dr. Joachim Bonn. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich gaben Zoo-Vorstandsvorsitzende Astrid Stewin, der zoologische Leiter Johannes Pfleiderer und der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Bonn von der Sparkasse Duisburg als Sponsor der neuen Anlage den offiziellen Startschuss für die Erweiterung. Vier neue Aussichtspunkte mit großen Panoramascheiben (ähnlich wie beim Tigergehege) ermöglichen Zoobesuchern, Löwen in ihrem naturnah gestalteten Lebensraum aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten. „Der Zoo ist der wichtigste Imageträger unserer Stadt. Durch die attraktive Erweiterung der Außenanlage stellen wir eine zeitgemäße und artgerechte Haltung in einem modernen Umfeld sicher. Eine sinnvolle Maßnahme, die die Sparkasse Duisburg gerne unterstützt“, begründete Sparkassen-Chef Dr. Joachim Bonn das Engagement seines Hauses.

Bis Jahresende soll die erweiterte Anlage fertig sein

Die geplante Erweiterung des Löwengeheges. Grafik: Zoo Duisburg.

Im ersten Bauabschnitt wird das ehemalige Wisent-Gehege erschlossen und für die Löwen umgebaut. Hier entsteht auch das zweite Stallgebäude. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes werden die Löwen in das neue Areal übersiedeln. „Durch diese Vorgehensweise können die Löwen während der gesamten Bauzeit in Duisburg bleiben und müssen nicht übergangsweise in einem anderen Zoo untergebracht werden“, so Biologe Pfleiderer. Anschließend wird das derzeitige Außengehege umgebaut.

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Löwenkater Tsavo wird mit seinen Weibchen Manyara und Masindi bald deutlich mehr Platz in einem naturnah gestalteten Gehege haben. Foto: Petra Grünendahl.

Erster Spatenstich (v. l.): Der zoologische Johannes Pfleiderer, Zoo-Vorstandsvorsitzende Astrid Stewin und Sparkassen-Chef Dr. Joachim Bonn. Foto: Petra Grünendahl.

Die finanzielle Unterstützung, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren in diese Anlage fließt, stammt zum einen natürlich aus einer Spende der Sparkasse, zum zweiten aber auch aus den Zweckbeträgen aus dem PS-Sparen, die hier vor Ort eingesetzt werden. „Wir sind froh und dankbar, die Sparkasse Duisburg als starken Partner an unserer Seite zu haben. Nur durch die erneute finanzielle Unterstützung können wir die Außenanlage verwirklichen“, betonte Zoo-Chefin Astrid Stewin beim Spatenstich. Mit der Fertigstellung der Anlage rechnet der Zoo Duisburg noch innerhalb dieses Jahres.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Grafik: Zoo Duisburg

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Oldtimer: Techno Classica 2019 in Essen gestartet

Automobile Träume locken bis Sonntag auf die Essener Messe
Von Petra Grünendahl

Automobile Klassiker und Traumfahrzeuge, aber auch passende Anbieter für das nötige Drumherum, Ersatzteile und Reparatur sowie zahlreiche Markenclubs locken wieder zur Techno Classica in die Essener Messehallen. Hier unser fotografischer Streifzug:

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Impressionen von der Techno Classica 2019.
Fotos: Petra Grünendahl

Treffpunkt für Kenner und Fans
Noch bis Sonntag, 14. April, ist die Techno Classica in den Hallen der Messe Essen geöffnet: Täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Kinder bis 14 Jahren 12,50 Euro. Im Online-Vorverkauf gibt es die Karten für 22 Euro, 18 Euro bzw. 11 Euro. Eine Familienkarte (mit 3 Kindern bis 14 Jahre) gibt es für 65 Euro (Online-Vorverkauf 55 Euro). Weitere Informationen gibt es hier: Die größte Klassiker-Messe der Welt …

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburger Hafen AG legte auf der Bilanzpressekonferenz Umsatz- und Ertragsrekorde vor

Hafenvorstand Erich Staake dämpfte
Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr

Von Petra Grünendahl

Hafenvorstand Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.

„Bereits im zweiten Jahr haben wir eine deutliche Abkühlung des Wachstums erlebt“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport), bei der Bilanzpressekonferenz. Auch wenn die vorgelegten Zahlen für 2018 ein neues Rekordergebnis darstellen, dämpfte der Hafenchef die Erwartungen für das laufende Jahr: „Wir können uns der globalen Entwicklung nicht entziehen.“ Der Container-Umschlag gehe weltweit in den Seehäfen zurück, das treffe im Hinterland auch die Binnenhäfen. Den drohenden Brexit mit seinen offenen Fragen sowie das Jahrhundert-Niedrigwasser auf dem Rhein im vergangen Jahr nannte er als weitere Unwägbarkeiten, die negative Auswirkungen auf den Konzernumsatz hatten. Als Lichtblicke in der Entwicklung der Duisburger Häfen stellte Erich Staake positive Entwicklung aller vier Geschäftsbereiche und der Unternehmensbeteiligungen des Konzerns heraus.

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG (v. l.): Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einem Gesamtumsatz von 278,6 Mio. Euro (plus 11,6 Prozent) und operativen Ergebnis von 42,5 Mio. Euro (plus 4,9 Prozent) legte der Vorstand der Duisburger Hafen AG für 2018 neue Rekordzahlen auf den Tisch. Erich Staake erläuterte zusammen mit seinen Vorstandskollegen Markus Bangen und Prof. Thomas Schlipköther in der Bilanzpressekonferenz die Zahlen. Duisburgs Gesamtgüterumschlag (einschließlich der privaten Werkshäfen) bezifferte Staake mit 127,5 Mio. Tonnen (2017: 130,6 Mio. Tonnen): In den Häfen der duisport-Gruppe ging der Umschlag von 68,3 Mio. Tonnen auf 65,3 Mio. Tonnen zurück. Vor allem der Umschlag von Eisen, Stahl und Kohle seien zurück gegangen, während er im Mineralöl- und Chemiesektor stabil geblieben sei, so Staake. Die Niedrigwasserperiode habe beim Schüttgut zu einem zehnprozentigen Rückgang des Transportvolumens geführt. Beim Containerumschlag habe man mit 4,1 Mio. TEU* das Rekordniveau des Vorjahres halten können, zeigte sich Staake zufrieden.

Der Kunde zuerst: duisport positioniert sich als „Premium-Port“

Hafenvorstand Erich Staake (l.) mit Vorstandskollegen Markus Banken (r.). Foto: Petra Grünendahl.

Im internationalen Wettbewerb sieht Erich Staake den weltweit engagierten Konzern gut aufgestellt. Dabei betonte er die straffe strategische Ausrichtung auf Qualitätskriterien. Der Duisburger Hafen habe sich im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung als „Premium-Port“ erworben: „Wir setzen auf Qualität. Die von uns entwickelten Logistikareale sind Premium-Standorte. Wir haben unsere Wertschöpfungsketten breit und sicher aufgestellt. Diese intensive Kundenorientierung hat duisport zu einer vernetzenden Plattform für Dienstleistungen rund um die Logistik gemacht. Unsere Kunden schätzen diese Marktpositionierung als Qualitätsanbieter. Diese Strategie werden wir auch international weiter entwickeln.“

Drehscheibe für den Güterumschlag
Die Neue Seidenstraße hat Duisburg eine zentrale Position als Drehscheibe für Chinas Handel mit Europa verschafft: Rund 30 Prozent der Güterverkehre aus dem Land der Mitte werden über den Duisburger Hafen abgewickelt – im vergangenen Jahr waren es 130.000 TEU*. Ab Duisburg fahren mittlerweile 35 Züge wöchentlich zu einem guten Dutzend Destinationen in China. Die Transportzeit der Chinazüge solle von derzeit 14 auf perspektivisch 10 Tage reduziert werden, kündigte Staake an, was die Attraktivität des Transportweges weiter erhöhen dürfte.

Hafenvorstand Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Innovationsplattform Logistik „startport“ gibt duisport Startup-Unternehmen am Duisburger Innenhafen die Möglichkeit, innovative digitale Logistiklösungen zu entwickeln. Das Cluster mit Exklusivpartnern wie Evonik Industries, Klöckner & Co., dem Initiativkreis Ruhr, der RAG Stiftung und Borussia Dortmund sowie einer aktiven Beteiligung von duisport am Digital Hub des Dortmunder Fraunhofer-Instituts lockt zunehmend mehr Gründer. Auf innovative Lösungen setzt duisport nicht nur bei der Digitalisierung, sondern auch bei einer nachhaltigen Energiegewinnung und Nutzung. Dazu zählen neben den von Innogy betriebenen Landstromtankstellen in Ruhrort selbstklebende ultraleichte Solarfolien an einer Hallenfassade, die in Duisburg erstmalig in einem Hafen Verwendung finden. Diese sollen längerfristig den gestiegenen Energiebedarf zum Beispiel durch mehr Ladekräne und Kühlhäuser decken. Über 100.000 Quadratmeter Hallenflächen wurden für die Beleuchtung auf LED umgestellt, die Leuchten auf hafeneigenen Straßen sollen in diesem Jahr folgen.

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Mittlerweile sind in der Region rund 47.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Duisburger Hafen abhängig, über 500 Beschäftigungen sind alleine durch Neuansiedlungen 2018 entstanden. Nach dem Rückbau auf dem 40 Hektar großen Areal der ehemaligen Papierfabrik in Walsum (logport VI) entsteht ein hier ein trimodal angebundenes Containerterminal. Erste Ansiedlungen sind bereits auf den Weg gebracht, die Arbeitsplätze in den Duisburger Norden bringen. Der Zukauf weiterer Flächen vergrößert die zur Vermarktung stehende Fläche auf 55 Hektar. Angesichts der Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen sieht Staake gute Aussichten, diese Flächen zügig zu vermarkten.

Logistikflächen entwickelte die Duisburger Hafen AG 2018 auch jenseits der Stadtgrenzen: Wie zum Beispiel in Oberhausen (logport V), Niederkassel-Lülsdorf (südlich von Köln, für Evonik Industries) sowie mit dem Partner RWE Power AG auf rekultivierten Flächen des Tagebaus in Grevenbroich und Jüchen das Gewerbe- und Industrieareal Garzweiler. Damit festigt die Duisburger Hafen AG ihre Position als zentrale Drehscheibe für Güterverkehre in Europa.

*) TEU (Twenty Foot Equivalent) = Standard-Container-Einheit

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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MKM Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt Klaus Rinke „Die vierte Kraft”

Hohe Ausstellungsräume lassen die Großformate besonders wirken
Von Petra Grünendahl

Vorne der „Regentropfen nach Tschernobyl“ (2003), hinten ein Bild für die Ausstellung in der Hagia Sophia (2006). Foto: Petra Grünendahl.

Die großformatigen Arbeiten auf Leinwand oder Segeltuch wirken wie gemacht für die hohen Räumlichkeiten im Wechselausstellungsbereich des Museum Küppersmühle. Zwölf große „schwarze“ Leinwände waren 2006 für eine Ausstellung in der Hagia Sophia (seit 1935 Museum) in Istanbul entstanden. In Duisburg werden sie nun erst ein zweites Mal überhaupt gezeigt. Ein Triptychon (mit drei Werken) aus den Jahren 2017 – 2019 symbolisiert den Anfang des Seins (H2O), die Gegenwart (Wohin gehst du?) und das Ende (Schwarze Materie). Auch Zeichnungen gibt es im Großformat. Dazu kommen viele kleine Zeichnungen, aus denen zum Teil später größer dimensionierte Arbeiten oder Skulpturen wurden. Die Werke fordern den Betrachter ebenso heraus wie die Aphorismen und Zitate des Künstlers, die sich auf die Wände gemalt durch die Ausstellung ziehen.

Im Pressegespräch zur neuen Ausstellung (v. l.): Kurator Robert Fleck, Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling und der Künstler Klaus Rinke. Foto: Petra Grünendahl.

Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte die Werkschau zusammen mit dem Künstler Klaus Rinke (*1939) und Kurator Robert Fleck, Prorektor der Kunstakademie Düsseldorf, im Pressegespräch vor. „Klaus Rinke ist einer der wichtigsten Konzeptkünstler nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, erklärte Kurator Fleck. Der Schwerpunkt der Sonderschau im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst liegt allerdings bei seiner Malerei und den Zeichnungen. „Ich bewege mich, gehe in die Welt“, machte Klaus Rinke klar. In die Welt gegangen ist er: Paris, Reims, Kalifornien und Österreich. Ausstellungen in noch viel mehr Orten international. Überall hat er Einflüsse aufgenommen, die sich in seinen Werken niedergeschlagen haben. Er erwähnt die Gobelins in der Kathedrale von Reims, die ihn beeinflusst haben in der Zeit, als er dort ein Atelier hatte.

Der Künstler Klaus Rinke. Foto: Petra Grünendahl.

Obwohl er als Künstler weltweit unterwegs ist und ausgestellt wird, kann (und will) er seine Wurzeln im Ruhrgebiet nicht verleugnen. Er sei in den Schwefeldämpfen der Kokerei Zollverein aufgewachsen, erzählte er, mit Großeltern in Essen-Katernberg. Mit seinen Eltern lebte er in Gelsenkirchen. Aus seiner streng katholischen Erziehung habe er sich lange gelöst: „Im Leben bin ich Atheist geworden“, so Rinke. Aber immer auf der Suche nach einer übergeordneten Energie oder Macht: Der „vierten Kraft“, unter der seine Ausstellung läuft.

Klaus Rinke: Ein Kind des Ruhrgebiets

Klaus Rinke mit „Wohin gehst du, Global Warming?“ (2019) Foto: Petra Grünendahl.

Spannend liest sich die Biografie des in Wattenscheid geborenen Künstlers, der nach einer Ausbildung als Dekorations- und Plakatmaler an der Folkwangschule in Essen Malerei studierte. Im Anschluss unterhielt er Ateliers in Paris und Reims. 1965 ging er zurück nach Deutschland, widmete sich mehr der Konzeptkunst und avancierte zu einer zentralen Persönlichkeit der Düsseldorfer Kunstszene. Seit 1981 hat er ein Atelier in Los Angeles, Kalifornien. Zwischen 1974 und 2004 lehrte er als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei. Seinen deutschen Wohnsitz bei Düsseldorf verließ er 2007, als er nach Neufelden an der Donau (Oberösterreich) zieht.

„Der Tümpel, wo alles anfing“ (2008). Foto: Petra Grünendahl.

Die Werkschau im Museum Küppersmühle zeigt Arbeiten unterschiedlicher Schaffensphasen des Künstlers. Die Werke sind gruppiert nach Anlässen, Schaffensphasen, aber natürlich – passend zu den Räumlichkeiten – nach Größe. So werden Einflüsse deutlich, die er im Laufe seines Schaffens aufgenommen und verarbeitet hat. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch das finanzielle Engagement insbesondere der National-Bank AG sowie der Ströer SE und von privaten Förderern. Zur Ausstellung ist ein umfassender, reich bebilderter Katalog erschienen, mit Beiträgen von Robert Fleck, David Galloway, Thomas A. Lange und einem Gespräch mit Klaus Rinke. Der 312-seitige Band (Winand Verlag Köln) ist als Museumsausgabe für 35 Euro zu haben. Im Buchhandel (ISBN 978-3-86832-517-1) wird es teurer.

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Impressionen aus der Ausstellung von Klaus Rinke. Fotos: Petra Grünendahl.

Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

„Als H2O entstand, entstand das Leben“ (2017, links) und „Wohin gehst du, Gobal Warming?“ (2019, rechts). Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Klaus Rinke sind bis zum 23. März 2019 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.

Als Begleitprogramm zur Ausstellung findet am Donnerstag, 25. April 2019, um 17 Uhr eine Führung der Reihe „Kunst und Genuss“ durch die Ausstellung statt: inklusive Getränk und Imbiss zum Ausklang im Restaurant Küppersmühle beträgt der Teilnahmepreis 21 Euro (Anmeldung unter http://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm).

„Wohin gehst du, Global Warming?“ (2019, links) und „Schwarze Materie fiel auf die Erde, End!“ (2017/18, rechts). Foto: Petra Grünendahl.

In „Bazon Brocks Besucherschule“ lädt am 5. Mai 2019 der selbsternannte „Denker im Dienst“ und emeritierte Ästhetik-Professor zur Führung, in der er Rinkes Schaffen seinen unkonventionellen Betrachtungen unterzieht (11 Uhr, 10 Euro inkl. Eintritt). „Mit allen Wassern: Klaus Rinke“ zeichneen Sabine Falkenbach und Jörg Mascherrek am 12. Mai 2019 ein „Künstlerportrait“ (11 Uhr, 10 Euro inkl. Eintritt). Die Gesprächsreihe „Kunst trifft …“ führt das MKM am 26. Mai 2019 zum Thema „Akademie“ weiter (11 Uhr, 10 Euro inkl. Eintritt). Kostenlose Besucherführungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr (maximal 30 Teilnehmer, frühzeitiges Erscheinen ist empfohlen). Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg: Museum DKM feiert 10 Jahre im Dellviertel mit der Neueinrichtung der Erstausstellung

Eine etablierte Institution in Duisburgs Kulturlandschaft
Von Petra Grünendahl

Die Spitzmaus ist wieder da. Foto: Petra Grünendahl.

Einige der hier ausgestellten Arbeiten konnte man auch bei diversen Werkschauen der Künstler sehen. Mit Werken aus der eigenen Kunstsammlung stellt das Museum DKM die Ausstellung nach, die zur Eröffnung vor 10 Jahren im Haus präsentiert worden war. Heute beherbergt das Museum DKM Kunstwerke aus 45 Jahren Sammlung: Moderne Kunst und antike (asiatische) Kunst in 51 Räumen auf fünf Etagen. Dazu kamen im Laufe von zehn Jahren 41 Wechselausstellungen, mit denen man immer wieder neue Anreize zum Museumsbesuch schaffte. Trotz der Veränderungen auch in den Dauerausstellungsräumen habe man auf eine gewisse Kontinuität geachtet: „Wiedererkennung ist für den Besucher wichtig“, so Museumsgründer Klaus Maas. Das werde oft vergessen: „Viele unserer Besucher sind Stammgäste.“ Auch dies hat dazu beigetragen, dass das Museum DKM sich als eines der drei bedeutenden Duisburger Museen etabliert hat. Neben den regulären Öffnungszeiten am Wochenende wird das Museum auch in der Woche für vereinbarte Gruppen-Führugnen oder Veranstaltungen geöffnet.

Stiftungs- und Museumsgründer Klaus Maas (l.) und Dirk Krämer (r.) im Pressegespräch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Orangen für Hans von Marßee“ des Bildhauers Erwin Wortelkamp mit Bildern von Hans von Marée mit dem wiederkehrenden Motiv von Orangen (r.) sowie Papierarbeiten und Prägedrucken (l.). Foro: Petra Grünendahl.

Seit 10 Jahren gibt es nun das Museum DKM mit der privaten Kunstsammlung der Stiftung DKM im Dellviertel: Am 22. Januar 2009 eröffneten die Stiftungsgründer Dirk Krämer und Klaus Maas das Ausstellungshaus in einer ehemaligen Gewerbeimmobilie an der Güntherstraße 13-15. Im Pressegespräch stellten die Museumsgründer den Neuaufbau der Erstausstellung in den Wechselausstellungsräumen vor. Getreu ihrem Sammlungsmotto „Linien stiller Schönheit“ wollten die beiden Sammler das Jubiläum ohne Trubel begehen: Mit Künstlern, die sie 2009 ausgewählt hatten, weil sie (damals) schon lange mit der Sammlung der beiden Gründer verbunden waren und eine wichtige Position in ihr einnahmen. Dazu zählen Claudia Terstappen und Yuji Takeoka, Erwin Wortelkamp, Raimund van Well, Manfred Vogel, Ernst Hermanns, Hannes Vogel und Patrick Hamilton, die im Laufe des vergangenen Jahrzehnts mit ihren Werken in Sonderschauen zu sehen waren. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 30. März.

10 Jahre Erfolgsgeschichte

Im Pressegespräc: Museumsgründer Klaus Maas über die Jubiläumsausstellung des Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

„Schon 2008 durften wir uns den RuhrKunstMuseen anschließen, obwohl wir noch gar nicht aufgemacht hatten“, erzählte Klaus Maas. Das waren wohl Vorschusslorbeeren, die sich die beiden Kunstsammler in zehn Jahren mit ihrer Galerie in Innenhafen erarbeitet hatten. Mehrere Gemeinschaftsprojekte hatte es im Kreis der RuhrKunstMuseen gegeben. Das letzte – „Kunst & Kohle“ 2018 zum Ende der Steinkohleförderung – habe ihn besonders berührt, so Maas: „Wir haben mit unserem Bauunternehmen immer auch an Zechenstandorten gearbeitet.“ Und: „Viele ehemalige Bergleute haben die Ausstellung besucht und konnten sich gar nicht vorstellen, was man aus Kohle und den Materialien ihrer Arbeit alles machen kann.“

Manfred Vogel mit seiner sinnlichen, gestisch-expressiven Malerei. Foto: Petra Grünendahl.

Warum gerade Duisburg als Standort für das Museum? Es hätte ja auch Leverkusen, Köln oder Düsseldorf sein können. „Wir haben hier als Familie und als Unternehmen Verbindungen, so dass uns der Ort wichtig war und ist. Wir wussten schon, dass wir in Duisburg keine finanzielle Unterstützung der Stadt bekommen. Aber die ideelle Unterstützung ist kontinuierlich groß“, erklärte Klaus Maas, der in Homberg geboren wurde. Und: „Duisburg ist die spannendste Stadt im Ruhrgebiet“, so Dirk Krämer.

Claudia Terstappen, Photographs from Kyoto, (2004) und Yuij Takeoka, Present from Kyoto (1993). Foto: Petra Grünendahl.

„Viele Besucher, denen wir unser Haus öffnen, kommen regelmäßig“, erzählte Klaus Maas. Um dies zu belohnen, werde es künftig im Museum DKM eine Jahreskarte geben: „Sie kostet 100 Euro und gilt ab dem Kaufdatum für ein Jahr“, so Maas. Damit wolle man auch Menschen ansprechen, die das privat betriebene Haus unterstützen möchten. Anlässlich des Jubiläums gibt es den ersten vier Wochen der Ausstellung für jeden zehnten zahlenden Besucher sogar eine Jahreskarte gratis.

Museum DKM

Holzskulpturen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Erstausstellung des Museums DKM anlässlich des 10-jährigen Bestehens ist bis zum 2. Juni 2019 in den Wechselausstellungsräumen in Erdgeschoss zu sehen. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (10 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg-Homberg: Erste Sprengung eines Weißen Riesen in Hochheide

Sauber gefallen!
Von Petra Grünendahl

Der Weiße Riese fällt durch die Sprengung in sich zusammen. Foto: Petra Grünendahl.

Der erste Weiße Riese im Homberg-Hochheide ist gefallen. Gute 290 Kilogramm Sprengstoff an 5.000 Meter Sprengschnur legten knappe 45.000 Tonnen Stahlbeton in Schutt und Asche. Ganz nach Plan verlief die Sprengung: Wie im Vorfeld konzipiert fielen die vier Gebäudeteile gefaltet – zwei nach vorne, zwei nach hinten – in sich zusammen (Kipp-Kollaps-Sprengung). Die Beseitigung des Bauschutts wird allerdings noch einmal ein paar Monate in Anspruch nehmen. Dann ist das Hochhaus mit 320 Wohnungn auf 20 Etagen endgültig Vergangenheit. Wir blicken hier auf die letzten Tage bis zur heutigen Sprengung zurück.

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Fotos: Petra Grünendahl (30), André C. Sommer (2)

Rundgang mit OB Sören Link und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach. Foto: Petra Grünendahl.

Vor der Sprengung informierten sich Oberbürgermeister Sören Link und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zusammen mit einigen politischen Vertretern des Stadtteils vor Ort von der organisatorischen und logistischen Leistung der Einsatzkräfte. Auf einem Rundgang hatten sie sich am Morgen des Sprengtages noch ein persönliches Bild von den Herausforderungen dieser Rückbaumaßnahme gemacht. Unter der Projektplanung der rebuild.ing Ingenieurgesellschaft mbH hatte die P&Z Prangenberg und Zaum GmbH den Sanierung und Abriss durchgeführt, die Verantwortung für die Sprengung lag bei der Thüringer Sprenggesellschaft mbH.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Film: André C. Sommer

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund vor

Spitzensport und Unternehmen: Eine Partnerschaft, die beiden nützt
Von Petra Grünendahl

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Kein Duisburger Sportverein muss Mitglied im Stadtsportbund werden. Aber nur wer Mitglied ist, kann die Sportförderung – auch vom Landessportbund – in Anspruch nehmen“, erklärte Uwe Busch. Dafür sind 424 Vereine mit fast 98.000 Mitgliedern in Stadtsportbund (SSB) organisiert. Mit 18 Mitarbeitern in der Geschäftsstelle und vier Mitarbeitern im angeschlossenen Bildungswerk vertritt der Stadtsportbund die Interessen des Sports und der Sportvereine in unserer Stadt. Neben der Sportpolitik zählen die Sportentwicklung sowie die Beratung und Förderung der Vereine ebenso zu den Kernaufgaben wie die Arbeit in den Programmen des Landessportbundes und die Qualifizierung der Ehrenamtlichen in den Vereinen. Auf städtischer Seite hat der SSB mit Duisburg Sport ein Pendant, das als eigenbetriebliche Einrichtung der Stadt für die Sportstätten zuständig ist. Der 15-köpfige Vorstand des Vereins rund um den Vorsitzenden Rainer Bischof, MdL, ist ehrenamtlich tätig. Uwe Busch ist beim SSB als Geschäftsführer beschäftigt, und das seit 30 Jahren.

Geschäftsführer Uwe Busch (links, mit Mario Mais, r.) stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte zum Monatstreffen Uwe Busch, den Geschäftsführer des Stadtsportbund Duisburg e. V. eingeladen. Busch stellte den Stadtsportbund, seine Kernaufgaben, besondere Projekte und Veranstaltungen (z. B. Rhein-Ruhr-Marathon oder der Targobankrun), die teilweise über Stadtgrenzen hinaus strahlen, sowie das Leistungssportkonzept vor. Der SSB finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge der Vereine, Projektgelder des Landessportbundes sowie Zuschüsse durch die Stadt, die allerdings seit 1998 nicht mehr erhöht wurden. Zur Erfüllung seiner Aufgaben hat der SSB einen Sponsorenpool, sucht aber auch für Projekte und Veranstaltungen immer wieder auch Einzelsponsoren.

Leistungssportförderung als Aushängeschild für Duisburger Unternehmen

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Neben der Kernaufgabe Breitensport engagiert sich der SSB auch in Projekten für den Leistungssport. So arbeitet die „NRW Sportschule“ in Duisburg mit drei Schulen (Steinbart Gymnasium, Gesamtschule Meiderich und Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen), um junge Talente zu sichten und in speziellen Sportklassen zu fördern. Zudem gibt es seit einigen Jahren Leistungssportförderung für Vereine, die mit bestimmten Sportarten erfolgreich sind. Dazu zählen als Kernsportarten Hockey (weiblich), Wasserball (männlich), Judo und Kanu sowie als Perspektivsportarten Handball (männlich) und Fußball (weiblich).

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Außerdem hat der Stadtsportbund eine Kampagne gestartet, um Sportler auch individuell zu unterstützen. Für „Spitzensportler & Spitzenunternehmen – eine Partnerschaft für Erfolg“ holt der SSB Unternehmen als Partner mit ins Boot, einzelne Sportler umfassend in ihrer Leistungssportkarriere zu unterstützen. Leistungssportler sollen durch die Partnerschaft mit Unternehmen Perspektiven in Ausbildung, Studium und Beruf bekommen, die sich mit ihrem Leistungssport vereinbaren lassen bzw. auf die Sportkarriere folgen. Die Unternehmerin Gabriela Grillo, olympische Mannschaftsgoldmedaillengewinnerin im Dressurreiten 1976, halte, erzählte Uwe Busch, große Stücke auf Leistungssportler im Unternehmen, die sich durch Leistungs- und Zielorientierung nicht nur für ihre sportlichen, sondern auch für ihre beruflichen Belange auszeichneten. Unter dem Stichwort „Duale Karriere“ hat der Stadtsportbund ein Netzwerk unter anderem mit der IHK, dem Unternehmerverband, der Universität Duisburg-Essen und der Agentur für Arbeit geknüpft. Für die Unternehmen sie dies nicht nur „soziales Engagement“: „Der Stadtsportbund zeichnet den Unternehmenspartner nicht nur mit einer Urkunde aus“, so der Stadtsportbund-Geschäftsführer. Die Partnerschaft würde auch durch die unterstützten Vereine öffentlich gemacht, die geförderten Leistungssportler auch mal für Firmenveranstaltungen vermittelt. Damit kann das unterstützende Unternehmen für sich werben, so dass beide Seiten Nutzen aus dieser Partnerschaft ziehen. „Dies fördert die Identifikation der Sportler mit Duisburg“, so Uwe Busch, „stärkt aber auch das Image der Stadt als ‚Sportstadt’.“

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt „Schönheit” von Meistern der Moderne: Lehmbruck & Rodin

Die Erotik der Körperlichkeit weicht dem Blick ins Innere
Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

„Manche dieser Werke werden hier so schnell nicht wieder zu sehen sein“, erklärte Kuratorin Jessica Keilholz-Busch. Über den Einstieg mit den Biografien von Wilhelm Lehmbruck (1881 – 1919) und Auguste Rodin (1840 – 1917) zeigt das Lehmbruck Museum Arbeiten der beiden Künstler in ihren Gemeinsamkeiten und Gegensätzen. Mit dabei sind echte Leckerbissen der modernen Plastik, die zur Zeit ihrer Entstehung Aufsehen und Kontroversen erregten. Die Schau zeigt die beiden Meister der Skulptur im Kontext ihrer Zeit zusammen mit weiteren herausragenden Bildhauern wie Alexander Archipenko, Hans Arp, Alfred Boucher, Constantin Brancusi, Camille Claudel, Max Klinger und Henri Matisse.

Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Kulturdezernent Thomas Krützberg, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kuratorin Jessica Keilholz-Busch. Foto: Petra Grünendahl.

In der Sonderausstellung „Schönheit“ präsentiert das Lehmbruck Museum an Kantpark mit Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin zwei Meister der Moderne, deren Werke wegweisend waren für die weitere Entwicklung zeitgenössischer Bildhauerei. Anlass der Schau ist der 100. Todestag des Duisburger Künstlers am 25. März. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte die Ausstellung im Pressegespräch vor zusammen mit Kuratorin Jessica Keilholz-Busch, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Dr. Joachim Bonn, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Duisburg, die die Ausstellung finanziell unterstützt. Die Sonderausstellung, die am Samstag, 23. März, eröffnet wird, nimmt den gesamten Erdgeschoss-Bereich des Neubaus ein.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Wilhelm Lehmbruck ging 1910 mit seiner Familie nach Paris, auch um dort auch den 40 Jahre älteren Rodin kennen zu lernen: Er war für Lehmbruck fast Vaterfigur und zunächst auch Vorbild. Der in Meiderich geborene Künstler löste sich von Rodin und entwickelte seine eigene Körpersprache. Damit avancierte er in Paris zu einem gefragten Bildhauer der Moderne. Eine Ausstellung in New York tat ihr übriges, den jungen Künstler bekannt zu machen. Auguste Rodins expressive Erotik und Körperlichkeit steht hier der Hinwendung von Lehmbrucks Körpersprache mit Blick auf das Innere, einer anderen Sinnlichkeit seiner Figuren kontrastiv gegenüber. Lehmbrucks Skulpturen mit lang gestreckten Gliedmaßen wurden zum Vorbild der Frauen in der Belle Epoque, zum Zeichen der Emanzipation.

Leihgaben von bedeutenden Museen

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Ausstellung „Schönheit“ vereint das Lehmbruck Museum in seinem Wechselausstellungsbereich rund 100 Exponate von insgesamt elf Künstlern. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museen: vom Musée Rodin, Paris, dem Albertinum/Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, der Pinakothek der Moderne, dem Centre Pompidou, Paris, dem Musée nationale d´art moderne – Centre de création industrielle, dem Gemeentemuseum Den Haag, der Hamburger Kunsthalle, dem Musée Joseph-Denais, Beaufort-en-Anjou, dem Musée Camille Claudel, Nogent-sur-Seine, dem Museum Folkwang, Essen, der Staatsgalerie Stuttgart und dem Von der Heydt-Museum, Wuppertal.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Gute zwei Jahre hat die Jubiläumsausstellung in der Vorbereitung gekostet. Ohne engagierte Sponsoren ist eine solche Schau gar nicht möglich. Und hier kann das Lehmbruck auf einen bewährten Kreis von Unterstützern zurück greifen: Die Ausstellung „Schönheit“ wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Sparkasse Duisburg, der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Gebag Duisburger Baugesellschaft mbH gefördert.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Katalog zur Ausstellung erscheint mit Texten von Söke Dinkla, Jessica Keilholz-Busch, Catherine Chevillot und Anne-Marie Bonnet (208 Seiten, ca. 140 farbige Abbildungen) im Wienand Verlag zum Jubiläumspreis von 15 Euro. Besucher zahlen am Jubiläumswochenende (23. und 24. März) für Eintritt und Katalog zusammen 20 Euro (erm. 15 Euro)! Der die Ausstellung begleitende Katalog wurde durch die freundliche Unterstützung der Ernst von Siemens- Kunststiftung ermöglicht.
 
 

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Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung läuft bis zum 18. August 2019. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburger Hafen AG: Intelligenter Landstrom am Ruhrorter Hafenmund versorgt Binnenschiffe

Mehr Nachhaltigkeit für Binnenschiffer kostenneutral
Von Petra Grünendahl

An einer der neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund (v. l.): Alexander Garbar (Duisburger Hafen AG), Magnus Espeloer, Stefan von Dobschütz (beide Innogy eMobility Solutions GmbH), Hafenchef Erich Staake und Yvonne Paraschkevov (EAD Leidel GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

„Uns war wichtig, dass die Ladesäulen für die Nutzer einfach zu bedienen sind“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport). Das schaffe die Voraussetzung, dass Binnenschiffer Strom von den Ladesäulen beziehen statt ihre Dieselmotoren für Generatoren laufen zu lassen. „Mit 35 Cent pro Kilowattstunde ist der Strom nicht teurer, als wenn die Schiffer ihre Diesel laufen lassen würden“, sagte Magnus Espeloer von Innogy eMobility Solutions „Wir verschenken den Strom nicht“, erzählte Alexander Garbar, der in der Unternehmensentwicklung von duisport für Nachhaltigkeitsprojekte (sustainability) verantwortlich ist. Mit einer App kann man über Smartphone nicht nur Zugang zur Stromversorgung bekommen und den Strom bezahlen, ohne sich vorab registrieren zu müssen. Man kann auch darüber bei der Einfahrt in den Hafen freie Stationen aufrufen und Ladezeiten reservieren.

Im Pressegespräch stellten duisport-Chef Erich Staake (2. v. l.) und Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack (2. v. r.) zusammen mit Stefan von Dobschütz (l.), Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions, und Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin von EAD Leidel, die neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund vor. Foto: Petra Grünendahl.

Drei neue Ladestationen für die Landstromversorgung in der Binnenschifffahrt hat die Duisburger Hafen AG am Hafenmund in Ruhrort installiert. Im Pressegespräch stellten duisport-Hafenchef Erich Staake, Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack, Stefan von Dobschütz (Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions) und Yvonne Paraschkevov (Geschäftsführerin von EAD Leidel) die Ladestationen vor. Die neuen Ladesäulen ersetzen die 25 Jahre alte bisherige Landstromversorgung. Jede Ladestation verfügt über zwei Ladepunkte, so dass sechs Binnenschiffe am Hafenmund mit Landstrom versorgt werden können. Jeder Anschluss liefert bis zu 63A. Partner der Duisburger Hafen AG sind die Innogy eMobility Solutions GmbH und die EAL Leidel GmbH als Hersteller der Ladesäulen. „Innogy hat hier eine Entwicklung voran getrieben, die uns wichtig ist“, lobte Staake die Zusammenarbeit mit dem Energie-Dienstleister. Weitere Ladestationen im Duisburger Hafen sollen folgen: „Wir entwickeln uns zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe“, sagte der Hafenchef, „da brauchen wir den Strom.“

Elektromobilität muss einfach sein

Die neuen Landstrom-Ladestationen für die Binnenschiffer werden einfach über eine App auf dem Smartphone bedient und abgerechnet. Foto: Petra Grünendahl.

Die gute Zusammenarbeit des Duisburger Hafens mit der Stadt lobte Stadtdirektor Martin Murrack, in dessen Verantwortlichkeit auch die Digitalisierung (Smart City) gehört. Er freute sich über die positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz: „Jetzt müssen die Schiffe nicht mehr stand-by die Motoren laufen lassen, um Strom an Bord generieren zu können.“ – „Duisburg hat hier als Stadt eine Vorreiterrolle eingenommen“, erklärte Stefan von Dobschütz, Geschäftsführer der Innogy-Tochter für Elektromobilität, der nach der Stromer-Tankstelle bei Ikea in Beeck nun das zweite Nachhaltigkeitsprojekt seines Unternehmens vorstellen durfte. „Elektromobilität muss einfach sein. Das gilt auch für die Binnenschifffahrt“, so Dobschütz.

Duisburg wird immer mehr zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe. Foto: Petra Grünendahl.

Die App zur Steuerung der Ladevorgänge ermögliche verschiedene Bezahlvarianten, ohne dass man sich registrieren oder ein Konto anlegen müsse. Die Ladestationen seien hochwassergeschützt, die Stromversorgung mit größtmöglicher Netzsicherheit verfügbar: „Sie funktioniert bei Wind und Wetter und bei jedem Pegelstand“, brachte es Dobschütz auf dem Punkt. Der Stromverbrauch und die Abrechnung sei für Nutzer wie für den Betreiber transparent. „Wir verbinden hier die Technik einer e-Ladesäule fürs Auto mit dem Angebot von Landstrom für Schiffe“, erklärte Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin der EAL Leidel GmbH, die die Lade-Infrastruktur herstellt. An der Rheinschiene und der Mosel hätten sie bereits zwölf solcher Ladesäulen installiert und im Einsatz, erzählte Paraschkevov. Nicht nur in Duisburg dürfte die Anzahl solcher Ladestationen also weiter wachsen – zum Wohl der Umwelt.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Niederrheinsche IHK lud zum Handelsforum Ruhr ins Lehmbruck Museum Duisburg

Wie man Menschen zurück in die Zentren locken kann
Von Petra Grünendahl

Boris Roskothen, Vizepräsident der Niederrheinischen IHK, betreibt ein traditionsreiches Spielwarengeschäft auf dem Duisburger Sonnenwall. Foto: Petra Grünendahl.

„Es bedarf keiner aufwändigen Analyse, um festzustellen, dass der mitteständische inhabergeführte Einzelhandel mit Dumpingpreisen und einer endlosen Sortimentsbreite nicht mithalten kann“, stelle IHK-Vizepräsident Boris Roskothen, Inhaber des gleichnamigen Spielwarengeschäfts, bei der Begrüßung klar. „Es ist noch nicht lange her, dass wir mit dem Rücken zur Wand standen und ich mit dem Gedanken spielen musste, unser traditionsreiches Geschäft zu schließen. Wir haben uns dann auf unsere Stärken fokussiert und darauf spezialisiert, was wir besonders gut können: Gesellschaftsspiele.“ Er habe Lego und Playmobil aus dem Sortiment genommen – „das kriegen Sie auch woanders zu kaufen“ – und: „Sie bekommen bei mir in Laden einige Tausend verschiedene Brett- und Kartenspiele mit der passenden Beratung – und das alles in einem Ambiente, das zum Spielen und Verweilen einlädt.“ Dazu veranstaltet er passende Events, die Kunden – auch jüngere – in sein Geschäft auf dem Sonnenwall locken.

Die Experten beim Handelsforum Ruhr (v. l.): Gerd Heutelbeck, Tim van Hees-Clanzett, Michael Rüscher, Andree Haack, dahinter Boris Roskothen, Prof. Andreas Krys, dahinter Moderator Tom Hegermann und Jörg Lehnerdt. Foto: Petra Grünendahl.

Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet haben mit dem Handelsforum Ruhr Experten und Wissenschaftler zusammen gebracht, um sich unter dem Thema „Fashion and the City“ über die Entwicklungen der Innenstädte und des Handels auszutauschen. Die ausrichtende Niederrheinische IHK hatte dazu ins Lehmbruck Museum in Duisburg eingeladen. Die Fachleute auf dem Podium zeigten unterschiedliche Ansätze, wie sich der Einzelhandel in den Städten zwischen Discount- und Online-Handel behaupten kann.

Die Warenhäuser als Vollsortimenter, die früher als Nahversorger die Innenstädte versorgten, aber auch Auswärtige durch ihr breit gefächertes Angebot lockten, gehören der Vergangenheit an. Der Nahversorgung dienen heute Lebensmittelmärkte und Discounter. Und vor allem die Discounter machen vor, dass man nicht alle Waren ganzjährige im Angebot haben muss: So haben es Lidl und Aldi unter die Top10 im Bekleidungshandel gebracht. Da sich diese Angebote aber selten in den Innenstadtlagen finden, müssen sich Einzelhandel, Dienstleister, Immobilienbesitzer und die jeweiligen Städte an einen Tisch setzen: Nur mit einem überzeugenden Gesamtkonzept lassen sich Menschen – und damit auch Kunden – in die Zentren (zurück) holen.

Auf der Suche nach überzeugenden Konzepten

Duisburgs Dezernent für Wirtschaft und Strukturentwicklung, Andree Haack. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Stadtzentren sind für heutige Verhältnisse viel zu groß dimensioniert. Sie müssen nicht mehr leisten, wofür sie einst angelegt worden waren“, regte Duisburgs Wirtschaftsdezernent Andree Haack Schrumpfungsprozesse mit Augenmaß an. „Es hat seit 1990 ein extremes Flächenwachstum im Einzelhandel gegeben“, sagte Haack. Die Zuwächse kamen aber primär dem großflächigen Einzelhandel zugute, der sich dann aber jenseits der Zentren ansiedelte. Verlierer waren dabei die kleinen inhabergeführten Mittelständler in den Innenstädten. Der Handel zog sich aus den Zentren zurück. Hier müsse die Stadt- und Strukturentwicklung Schrumpfungsprozesse begleiten, erklärte Haack. Das gehe nur gemeinsam: „Wie viel Innenstadt braucht der Kunde von heute?“ Man müsse die Innenstadt über „Erlebnisse“ neu definieren, so Haack.

Aufgehübscht und schick gemacht

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Andreas M. Krys von der EBZ Business School in Bochum. Foto: Petra Grünendahl.

Dass die alten Warenhaus-Gebäude heute anders, auch kleinteiliger weiterentwickelt werden müssten, stand auch für den Architekten Prof. Andreas M. Krys von der EBZ Business School Bochum außer Frage. Aber: „Mit einem frischen Anstrich aufhübschen geht nur ein paar Jahre gut. Wenn nicht die Substanz saniert wird, geht es danach wieder bergab“, erklärte Krys. „Wir müssen den alten Charme von solchen Standorten reaktivieren, ihre Einzigartigkeit herausarbeiten“, so Krys, denn: „Wir brauchen Orte, wo wir unsere neuen Klamotten vorführen können, wo wir flanieren können: die Innenstadt!“

Gerd Heutelbeck, Inhaber von Basse und Uerpmann in Iserlohn. Foto: Petra Grünendahl.

„Nach Büroschluss sind heute viele Innenstädte tot. Diese Entwicklung ist selbstverschuldet, denn man etablierte Bürostandorte und vernachlässigte die Zentren als Wohn- und Wohlfühlraum“, erklärte Gerd Heutelbeck. Er ist Einzelhändler in dritter Generation: Das Handelshaus Basse und Uerpmann in Iserlohn wurde von seinem Großvater 1905 mit begründet. In der Vergangenheit sei vielerorts der Fehler gemacht worden, dass gläserne Bürotürme das Wohnen und damit die Menschen aus den Innenstädten verdrängt hätten. Nicht nur die Qualität des eigenen Geschäfts sei wichtig, Kunden anzulocken, so der Iserlohner Kaufmann, sondern auch die Umgebung. Hier brauche man Gesamtlösungen, um wieder Menschen in die Städte zu locken. „Viel zu häufig sperren wir Leute mit Autos aus den Städten aus: Damit gehen uns auch Kunden von außerhalb laufen, ohne die unsere Läden nicht zu halten sind.“ Er mahnte Investitionen in die Standorte an: Verfall vertreibe die Menschen. Quartiere mit kleinteiligen Strukturen und Authentizität seien in Iserlohn wegweisend gewesen.

Wenn Kleider keine (Einkaufs-)Städte mehr machen

Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung GmbH aus Köln. Foto: Petra Grünendahl.

„Früher war Mode ein Selbstläufer für die Innenstädte, aber das hat sich geändert“, erklärte Jörg Lehnerdt, Niederlassungsleiter der BBE Handelsberatung GmbH in Köln. „Viele Kleine haben sich aus dem Markt zurückgezogen, inhabergeführte Fachgeschäfte werden weniger.“ Und der Einzelhandel für Mode und Bekleidung hat jenseits der Zentren Konkurrenz bekommen: Discounter bieten sie saisonal ebenso an wie das Internet ganzjährig. Für die nicht mehr benötigten Flächen bräuchte es umfassende innovative Konzepte, die eine erhöhte Kundenfrequenz schaffen. Dazu zählen neben Gastronomie und Dienstleistern auch Freizeit- und Erlebnisangebote. Aber eben auch ein inhabergeführter Einzelhandel, der sich auf seine Stärken spezialisiert. Und: „High-End-Shopping ist sicher nicht das Thema des Ruhrgebiets.“

„Kleidung ist meist ausschlaggebend dafür, wo man in die Innenstadt zum Einkaufen geht“, so Boris Roskothen. Das stellt natürlich Zentren vor Problem, wo die großen Textiler längst abgewandert sind. Für sie heißt es: Konzepte finden, die mit einem attraktiven Mix und inhabergeführtem Einzelhandel Publikum locken. Dazu diesem Mix zählen Handel und Gastronomie ebenso wie mittlerweile Freizeitangebote und Erlebniswelten. Dazu gehört aber auch, Leerstände mit Leben zu füllen oder attraktiv zu bespielen. Immobilienbesitzer könnten nicht mehr mit Ladenmietern mit langen Vertragslaufzeiten und hohen Mieten rechnen, so Haack. Hier wäre ein Umdenken nötig, wobei er die Innenstadt nicht komplett in Frage stellt: „Menschen suchen Kontakt. Wir müssen künftig kleinere Flächen lebendig gestalten.“

Alle an einen Tisch: Konzepte über Branchen hinweg gefragt

Tim van Hees-Clanzett von der Wirtschaftsförderung Geldern. Foto: Petra Grünendahl.

Die Großen wollten sich nicht mehr so lange binden, erzählte Tim van Hees-Clanzett von der Wirtschaftsförderung Geldern. Start-ups hingegen bräuchten die Option auf einen kurzfristigen Ausstieg, wenn ihre Idee nicht beim Kunden zündet. Der Zugriff auf die Immobilien sei wichtig: Die Stadt Geldern wird hier auch schon mal tätig, kauft Immobilien zunächst selber auf und geht in Vorleistung. Häufig mit dem erwünschten Ergebnis, dass sich dort und drum herum etwas entwickelt. Für die Stadt Duisburg wird hier auf der Münzstraße und in der Altstadt zum Problem, dass sie gar nicht weiß, wer gerade Eigentümer ist: „Wir kriegen schon mal Anfragen von Unternehmen, die sich in bestimmten Gebäuden in der Altstadt ansiedeln wollen, aber manche Immobilien wechseln von einem Fonds in einen anderen, ohne dass wir es mitkriegen“, so Wirtschaftsdezernent Haack. Da sind der Stadt die Hände gebunden!

Auf dem Podium (v. l.): Gerd Heutelbeck, Tim van Hees-Clanzett, Jörg Lehnerdt, Prof. Andreas Krys, Andree Haack und Moderator Tom Hegermann. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir brauchen Pioniere, die sagen: Ich mache jetzt mal was!“, erklärte Andree Haack. „Manchmal müssen einzelne voran gehen, um Bewegung in Gang zu setzen“, bestätigte Gerd Heutelbeck. Alle müssten auf den Wandel reagieren, bilanzierte Andree Haack. Allen voran auch die Immobilienbesitzer. Die Innenstädte müssten für Menschen wieder attraktiv werden: Zum Wohnen ebenso wie für Auswärtige mit dem Auto, mahnte Heutelbeck. Den Mut, sich von Teilen des Sortiments und von Marken zu trennen, regte Boris Roskothen an: „Man muss ja nicht anbieten, was es vor Ort schon gibt.“ Neben Discountern und Online-Handel bliebe immer noch Platz für den Spezialisten, so Jörg Lehnerdt: „Wo stelle ich mich auf?“ – „Das Internet in nicht komplett in Frage zu stellen, aber die Menschen suchen Kontakt: Entsprechend müssen wir kleinere Flächen lebendig und für Kunden attraktiv gestalten“, sagte Duisburgs Wirtschaftsdezernent. Dabei spiele der Handel bei der Identität der Städte eine große Rolle: „Aber nur gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren können wir das Herz der Kunden zurückgewinnen“, schloss Michael Rüscher, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK für den Bereich Handel und Dienstleistungen, schließlich als Fazit der Podiumsdiskussion die Veranstaltung.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg-Homberg: Infos zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide

Der erste Weiße Riese fällt am 24. März: Informationen zum Ablauf der Sprengung und Sperrungen vor Ort
Von Petra Grünendahl

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

„Die besten Bilder gibt es live im Fernsehen. Wir empfehlen, nicht nach Hochheide zu kommen, denn es gibt jenseits der Sperrzonen keine Möglichkeiten zu gucken“, machte Pressesprecherin Anja Kopka deutlich. Die Anwohner der Evakuierungsbereiche in Homberg-Hochheide müssen bis 8 Uhr am Sonntagmorgen ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. „Der Außendienst des Ordnungsamtes wird danach kontrollieren“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Nicht-Anwohner dürfen ebenfalls ab 8 Uhr nicht mehr in den Sicherheitsbereich, ab 11.45 Uhr ist auch dort kein Aufenthalt im Freien mehr erlaubt und die Bewohner sollten Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Wenn alles nach Plan geht, wird der Weiße Riese um 12 Uhr gesprengt. „Wir rechnen mit etwa zwei Stunden Nachbereitung nach der Sprengung“, meinte Generalplaner Marc Sommer von Ingenieurbüro rebuild.ing GmbH. In diesem Fall würden die Sperrzonen ab gegen 14 Uhr aufgehoben, um den Bewohner die Rückkehr zu ermöglichen.

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) und Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

Zehn Tage vor der Sprengung informierte die Stadt Duisburg zusammen mit Vertretern der ausführenden Firmen sowie der Ordnungsbehörden (neben dem Ordnungsamt sind dies Feuerwehr und Polizei) über den Sachstand und die Abläufe am Tag der Sprengung. „Nach Abschluss der Asbestsanierung im November und jetzt der gezielten Vorschwächungen sowie der Vorbereitung der Fallbetten geht es so langsam in die heiße Phase“, erzählte Marc Sommer, bevor Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) noch einmal in die Details ging: „Alle Maßnahmen sind aus Sicherheitsgründen nötig“, sagte der Fachmann. Siegfried Lantermann, Einsatzleiter für den polizeilichen Bereich der Sprengung wies noch einmal darauf hin: „Die Polizei wird bei Niemandem aus Sicherheitsgründen Geld oder Wertsachen einsammeln. Es gibt Herrschaften, die so etwas ausnutzen“, warnte er.

Vom modernen Wohnquartier zum Schandfleck

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link möchte den ersten Abbruch eines Weißen Riesen als Aufbruch für den Stadtteil verstanden wissen: „Menschen haben sich aufgeregt über diesen Schandfleck!“ Wirtschaftsdezernent Andree Haack, der bis zum Amtsantritt des neuen Beigeordneten Martin Linne die Stadtentwicklung kommissarisch leitet, betonte aber, nicht alle Weißen Riesen abreißen zu wollen. „Darum geht es uns gar nicht! Wir wollen Menschen neuen Raum geben, sich zu entwickeln.“ Er selber habe Teile seiner Kindheit in einem der Hochhäuser verbracht: „Wie die Stadt in Epochen gewachsen ist, erkennt man im Stadtbild wieder. Damals waren die Hochhäuser modern und begehrt.“ Es gehe aber um ein Gesamtkonzept: „Manche dieser Häuser hat die Zeit eingeholt.“

Die Sprengung in Zahlen

Zonen und Umleitungen für die Sprengung des Weißen Rieesn in Hochheide. Infografik: Stadt Duisburg.

„Wir werden 290 Kilogramm Sprengstoff in 1.650 Ladungen in 1.450 Bohrlöcher sowie an weniger verhärteten Betonwänden direkt auf die Wand anbringen.“ Das 20-stöckige Gebäude mit 320 Wohnungen und 100.000 Kubikmeter umbautem Raum wird in definierten Bereichen in den Kellergeschossen und auf der sechsten und siebten Etage gesprengt: „Die Sprengfaltung regt den Kollaps an. Das Gebäude zerstört sich selbst“, so Hopfe. Um die Streuflug von heraus gesprengten und kollabierenden Betonteilen einzudämmen, werden auf die zu sprengenden Etagen mit Planen eingehaust. Zur Bekämpfung der Staubwolke, die beim Kollaps von 45.000 Tonnen Baumaterial neben dem groberen Schotter entstehen, legt die Feuerwehr im Vorfeld auf dem Bürgermeister-Bongartz-Platz ein großes Wasserbecken an, aus dem die Schläuche für die Wasserwand zur Sprengung das staubbindende Nass ziehen.

Hier gibt es weitere Informationen im Detail zu Evakuierungen, Sperrungen und Umleitungen rund um die Sprengung (als pdf) und die Karte mit Zonen und Umleitungen (als pdf).

Und hier ist auch noch mal der Artikel zum Info-Abend zur Sprengung.

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Regiuonales Know-how: Duisburg stellte sich als wichtiger Standort für die maritime Wirtschaft vor

Ausbildung und Forschung in der Hauptstadt der deutschen Binnenschifffahrt
Von Petra Grünendahl

Im Schiffer-Berufskolleg Rhein konnte Brackmann seine Fähigkeiten als Binnenschiffsführer in Europas einzigartigem Flachwasserfahrsimulator SANDRA testen. Foto:Petra Grünendahl.

Gekonnt steuerte Norbert Brackmann (MdB) bei seinem Besuch des Schiffer-Berufskollegs Rhein in Duisburg-Homberg Europas einzigartigen Flachwasserfahrsimulator Sandra aus dem virtuellen Hafenmund den Rhein abwärts Richtung Norden. „Bis zu 25 km/h schafft der Simulator“, erklärte Dr.-Ing. Ralf Häring vom Schiffer-Berufskolleg Rhein, dessen Berufsschüler am Simulator für Sicht- und Radarfahrten ausgebildet werden. Der aus Lauenburg stammende Bundestagsabgeordnete hat ein wenig Übung, ist er doch schon mal mit einem 225 PS starken Motorboot auf der Elbe unterwegs. Die Vorkenntnisse merkte man ihm an, der Simulator beeindruckte ihn. „Er ist schon zehn Jahre alt. Wir hoffen, im Sommer die Ausschreibung für einen Neuen machen zu können“, erzählte Dr.-Ing. Rupert Henn vom Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. (DST).

Norbert Brackmann (MdB) zu Besuch im Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg. Foto: Petra Grünendahl.

In Deutschlands größter Berufsschule für die Auszubildenden in der Binnenschifffahrt trafen sich Vertreter der Niederrheinischen IHK mit Norbert Brackmann, dem Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft. „Duisburg ist mit seinem Hafen und zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen für die Binnenschifffahrt ein Knotenpunkt der maritimen Wirtschaft“, erklärte IHK-Präsident Burkhard Landers. Mit der Bedeutung des Logistikstandortes Duisburg warb die Niederrheinische IHK bei Norbert Brackmann dafür, die gesamten Nordseehäfen von Antwerpen bis Hamburg und ihre Hinterlandanbindungen stärker in die maritime Politik des Bundes einzubeziehen. Brackmann ist zentraler Ansprechpartner in der Bundesregierung für alle maritimen Teilbranchen wie Schifffahrt, Schiffbau, maritime Zulieferindustrie, maritime Technologien und Hafenwirtschaft. Die Gespräche im Schiffer-Berufskolleg Rhein begleiteten unter anderem Dr. Rupert Henn (DST), Prof. Dr. Bettar el Moctar (DST), Okke Hamann (IHK-Geschäftsführer Verkehr und Logistik) und Dr. Ansgar Kortenjann (Niederrheinische IHK), um das einzigartige Know-how der Region für die maritime Wirtschaft darzustellen, bevor Brackmann zu Gesprächen mit Unternehmern vom Niederrhein sowie einer Besichtigung des Duisburger Hafens aufbrach.

Maritimer Konten von Bedeutung

Gesprächsrunde im Schiffer-Berufskolleg Rhein (v. l.): Dr. Ansgar Kortenjann (Niederrheinische IHK). dahinter Ocke Hamann (IHK-Geschäftsführer Verkehr und Logistik), IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger, Dr.-Ing. Rupert Henn (Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. DST), Prof. Dr.-Ing. Bettar el Moctar (Institut für Schiffstechnik an der Universität Duisburg-Essen und Direktor des DST) und IHK-Präsident Burkhard Landers mit ihrem Gast Norbert Brackmann, MdB. Foto: Petra Grünendahl.

Die Themen in der Region Niederrhein seien ganz ähnlich zu denen an der Küste, erklärten die Wirtschaftsvertreter: Dazu zählten die Digitalisierung der maritimen Transportkette, die Fachkräftesicherung und die Senkung der Schadstoffbelastungen. Brackmann versprach, dass Duisburg als Standort für das autonome Fahren in der Binnenschifffahrt eine zentrale Rolle spielen soll. „An dem Knotenpunkt Duisburg trifft alles zusammen, was für den Bereich Binnenschifffahrt von Bedeutung ist. Der Duisburger Hafen ist für mich ein Innovationsmotor, der für die Einführung neuer Technologien auch gute Testmöglichkeiten braucht“, sagte der Koordinator. Von der Projektplanung in der Region zeigte er sich im Gespräch mit Vertretern der Universität Duisburg-Essen und des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) beeindruckt. IHK und DST hatten im vergangenen Jahr eine vielbeachtete Machbarkeitsstudie vorgelegt, die unter anderem die Einrichtung eines Testfelds in der Rhein-Ruhr-Region vorsieht.

Innovationen bringen Logistikstandort voran

Das Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg ist Deutschlands größte Ausbildungsstätte für Auszubildende in der Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

„Es wird ein gutes Signal gesetzt, wenn Land und Bund hier kooperieren und ein neues Testfeld im Duisburger Hafen anstreben. Ich begrüße die NRW-Initiative, ein Kompetenznetzwerk für autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt zu errichten, sehr. Das Thema Autonomie hat eine hohe Eigendynamik entwickelt. Als Maritimer Koordinator der Bundesregierung ist es mir ein besonderes Anliegen, die Ideen soweit wie erforderlich zu vernetzen, um den bestmöglichen Nutzen für die Branche und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen“, führte Brackmann weiter fort. Zum Abschluss des Besuchs konnte sich Brackmann einen Eindruck von der Größe und wirtschaftlichen Bedeutung des größten Binnenhafens der Welt in Duisburg verschaffen. Bei einer Fahrt mit dem Konferenzschiff der Duisburger Hafen AG diskutierte er in Anwesenheit mehrerer Landtagsabgeordneter und Branchenvertreter aktuelle Herausforderungen von Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Bürgerstiftung Duisburg will seinen Geburtstag mit den Duisburgern feiern

Duisburger engagieren sich für Duisburg
Von Petra Grünendahl

Stellten die Pläne der Bürgerstiftung Duisburg im Jubiläumsjahr vor (v. l.): Vorstand Herbert Schulz, Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe und Pressesprecherin Ariela Cataloluk. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Bürgerstiftung wurde zum Jahresende gegründet. Da lässt sich der Geburtstag aber schlecht begehen. Wir wollen mit den Duisburgern das ganze Jahr über feiern“, erklärte Ariela Cataloluk, Pressesprecherin der Bürgerstiftung Duisburg. Als zentrale Veranstaltung ist bislang der Bürger-Brunch am 26. Mai geplant, der Duisburger unterschiedlicher Hintergründe zusammen und ins Gespräch bringen soll. „Das schöne Wetter haben wir schon bestellt“, so Vorstand Herbert Schulz. Eine Bühne steht für das (auch musikalische) Rahmenprogramm bereit, das Spielmobil für die Kinder. Ehrenamtliche stellen ausgewählte Projekte der Stiftung vor. Die Bürger sind aufgerufen, mitzumachen: Sie sollen ihre Tische mit Deko gestalten, sich mit ihrem Outfit darstellen. „Für den schönsten Tisch gibt es einen Preis“, sagte Jörg Lobe, Vorsitzender des Stiftungs-Vorstandes.

Stellten die Pläne der Bürgerstiftung Duisburg im Jubiläumsjahr vor (v. l.): Vorstand Herbert Schulz, Pressesprecherin Ariela Cataloluk und Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bürgerstiftung Duisburg gAG stellte ihre Planungen für das Jubiläumsjahr ihres 15-jährigen Bestehens vor: Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe, Vorstand Herbert Schulz und Pressesprecherin Ariela Cataloluk gaben im Pressegespräch Auskunft. 2004 hatte der Rechtsanwalt und Notar Dr. Hartmut Müller-Peddinghaus (1940-2016) die Bürgerstiftung als gemeinnützige Aktiengesellschaft initiiert und mit gegründet. „Die Gründer wollten der Stadt etwas zurück geben“, erzählte Vorstand Löbe. Heute gibt es 330 Bürgeraktionäre, die für ihre Anteile „lediglich“ eine Sozialdividende erhalten. Die Projektarbeit finanziert sich über ehrenamtliches Engagement und Spenden. Außerdem unterstützt der jahresübergreifende Geburtstagskalender, den die Bürgerstiftung im Jubiläumsjahr auflegt, die vielfältige Projektarbeit. Das Titelbild stammt von Tim, den Sieger des Malwettbewerbs (Preis 5,95 Euro, Verkaufsstellen: siehe unten). Wer sich über die Arbeit der Stiftung und Möglichkeiten der Beteiligung informieren will, wird auch in der Festschrift „15 Jahre Bürgerstiftung“ fündig. Eine neue Webseite wird in Kürze öffentlich geschaltet. In Planung ist außerdem ein Film, der die Arbeit der Bürgerstiftung dokumentiert.

Bürger-Brunch am Innenhafen
Duisburger zusammen und ins Gespräch bringen will die Bürgerstiftung beim Bürger-Brunch am Sonntag, 26. Mai, ab 10 Uhr, auf dem Flachsmarkt vor dem Projektbüro der Stiftung. Dafür stehen 250 Plätze zur Verfügung. Jeder Platz kostet 10 Euro (Kinder 5 Euro) und beinhaltet neben dem Platz auch ein Frühstück. Plätze können einzeln, aber auch als ganze Tische reserviert werden. Plätze reserviert man im Projektbüro der Bürgerstiftung Duisburg am Flachsmarkt 12 oder telefonisch unter 0203 / 3938886 (Bürozeiten Mo – Do 9 – 15 Uhr).

Viele Highlights in der Arbeit der Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung Duisburg stellt sich im Jubiläumsjahr vor: mit Geburtstagskalender und Festschrift. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bürgerstiftung Duisburg hat sich in den letzten 15 Jahren vielfältig für Duisburg und die Duisburger engagiert. Über 300 Ehrenamtliche betreuen die unterschiedlichen Projekte der Stiftung, die sich in die Bereiche Bildung, Dialog, Gesundheit und Natur gliedern. Zu den öffentlichkeitswirksamsten Projekten zählen die Verkehrssicherheitsarbeit (u. a. im Netzwerk „Duisburg! Aber sicher!“) oder „DU liest!“ mit den öffentlichen Bücherschränken (oder mitterlerweile auch als „Bücherzellen“ unfunktionierten Telefonzellen), von denen die 34. im Stadtgebiet morgen in Beeckerwerth eröffnet wird. Tendenz weiter steigend. „Hier sind wir die Nummer Eins in NRW“, so Jörg Löbe. Außer in der Jubiläumsbroschüre finden sich diese Projekte auch im Geburtstagskalender wieder, wodurch sie vielleicht einen Anstoß geben zu ehrenamtlichem oder finanziellem Engagement.
Mehr Infos unter www.buergerstiftung-duisburg.de/.

Verkaufsstellen für den Geburtstagskalender:

  • Bürgerstiftung Duisburg, Projektbüro Flachsmarkt 12, 47051 Duisburg, Mo – Do 9 – 15 Uhr.
  • Cubus Kunsthalle Dusiburg, Kant-Park, Friedrich-Wilhelm-Str. 64, 47051 Duisburg, Mi – So 14 – 18 Uhr.
  • DKV Agentur, Prinz-Albrecht-Str. 1, 47058 Duisburg, Mo – Fr 9 – 18 Uhr.
  • Müller und Rosin Steuerberatung, Baldusstr. 13, 47138 Duisburg, Mo – Do 8 – 16 Uhr, Fr 9 – 14 Uhr.
  • Provinzial, Duisburger Str. 20, 47226 Duisburg, Mo – Do 9 – 12.30 Uhr, Mo, Di, Do 15 – 17.30 Uhr, Fr 9 – 15 Uhr.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburger Tanztage 2019 bieten herausragenden Tanz-Amateuren eine Plattform

Deutschlands größtes Event dieser Art lockte im vergangenen Jahr über 12.000 Besucher
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm der Duisburger Tanztage 2019 vor (v. l.): Kulturdezernent Thomas Krützberg, Organisatorin Nicole Richter (Festivalbüro) und Volksbank-Vorstand Thomas Diederichs. Foto: Petra Grünendahl.

„Hier erleben vor allem junge Tänzer ein Highlight ihres bisherigen Lebens“, stellte Kulturdezernent Thomas Krützberg fest. Gemeldet sind 384 Tanzgruppen unterschiedlichsten Alters (5 bis 70 Jahre) mit über 5.000 Tänzern. Die Duisburger Tanztage böten, so Krützberg, Anreiz und Plattform für die künstlerische und kreative Selbstbetätigung vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die schon fast professionell aufträten: „Das ist sehr sehenswert!“ – „Die Tanztage sind eine tolle Sache zur Förderung junger Menschen, für die wir uns gerne engagieren“, erklärte auch Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr, dem Hauptsponsor der Tanztage. Stilistisch reicht das Spektrum von Hip Hop und Street über Showdance und Musical bis hin zu Jazz Dance und klassischem Tanz. Das Interesse an dem Konzept ist nach wie vor ungebrochen: Das Tanz-Event lockt nicht nur Tänzer, sondern auch Zuschauer aus Duisburg und mitunter weit darüber hinaus in unsere Stadt.

Stellten das Programm der Duisburger Tanztage 2019 vor (v. l.): Volksbank-Vorstand Thomas Diederichs, Organisatorin Nicole Richter (Festivalbüro) und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Mittlerweile zum 30. Mal finden in diesem Jahr die Duisburger Tanztage statt. Seit nunmehr 29 Jahren bieten sie Tanzamateuren aller Stilrichtungen, Altersklassen und Entwicklungsstufen eine Auftrittsplattform und Öffentlichkeit. Im Pressegespräch standen Organisatorin Nicole Richter vom Festivalbüro, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Voba-Vorstand Thomas Diederichs Rede und Antwort. Den Auftakt zu den Tanztagen bilden die 17 Veranstaltungen der Vorrunde („First Level zwischen Freitag, 15. März, und Sonntag, 24. März, in der Rheinhausenhalle. Zum Finalwochenende treffen sich die besten Formationen am 6. und 7. April im Theater am Marientor (TaM). Als Moderator zu allen Veranstaltungen konnte das Festivalbüro Bülent Aksen, ehemaliger Handball-Torwart des OSC Rheinhausen und Stadionsprecher des MSV Duisburg, gewinnen.

Event von überregionaler Strahlkraft
Auch wenn ein gutes Drittel der Meldungen für die Tanztage aus Duisburg kommt, der Rest überwiegend aus NRW, so gibt es doch auch bundesweite Anmeldungen: Die weiteste Anreise haben Formationen aus Schwäbisch Hall und Berlin. „Ab Anmeldungsbeginn waren die Plätze für Tanzformationen schnell vergeben“, erzählte Organisatorin Nicole Richter: Es gebe sogar eine Warteliste, falls Formationen doch noch abspringen. Die Stadt Duisburg vergibt zu den Tanztagen eine Förderpreis (in Höhe von 250 Euro): Nicht für die beste tänzerische Leistung, sondern für ein besonderes pädagogisches oder künstlerisches Projekt.

Tickets kosten in der Vorrunde 9 Euro (ermäßigt 6 bzw. 4 Euro, für „Schultanz Kids & Teens“ 4 Euro, ermäßigt 2 Euro). Am Finalwochenende sind sie zu Preisen zwischen 17 und 25 Euro (ermäßigt 10 bis 20 Euro) erhältlich. Im Vorverkauf gibt es die Karten u. a. an der Theaterkasse des Theaters Duisburg, Neckarstraße 1, Telefon 0203 / 283-62100, eMail karten@theater-duisburg.de oder bei der Tourist Infomation, Königstraße 86, Telefon 0203/ 2854400 sowie online unter https://duisburgertanztage.reservix.de/events und unter www.adticket.de/tanztage-duisburg.html (und den rund 3.500 angeschlossenen Vorverkaufsstellen deutschlandweit). Es soll aber auch noch Tickets an der Abendkasse geben. Vier Veranstaltungen des „First Level“ sind bereits ausverkauft (darunter „Querbeet High Level“ am 24. März). Weitere Infos gibt es unter www.tanztage-duisburg.de.

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Impressionen: Tony Maher (www.tonyfoto.de)

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Tony Maher/www.tonyfoto.de (3)

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Prinzenfrühstück im Rathaus: Duisburgs OB Sören Link übergab Schüsselgewalt an Prinz Kevin I.

Jecken übernahmen für einen Tag die Macht im Rathaus
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

Der traditionelle Beschuss des Rathauses mit der großen Kanone der Ehrengarde der Stadt Duisburg „Blau Weiss“ 1929 e.V. fiel in diesem Jahr den angesagten Sturmböen zum Opfer. Die Uniformierten rückten auf Rosenmontag in kleinen Abordnungen gleich ins Rathaus vor. Auch Stadtprinz Kevin I. und das Kinderprinzenpaar Marvin II. und Alina I. trafen auf keinerlei Widerstand. Unter dem Motto „Wenn´s um Geld geht, ist doch klar, für Duisburg´s Narren immer da“ ließ es als Oberbürgermeister „Dagobert Duck“ Sören Link krachen: die Gold-Euros mit Schokoladenfüllung lagen reichlich auf den Tischen, als die ersten Narren in den Ratssaal einrückten. Da durften auch die Panzerknacker – u. a. mit der Bürgermeister-Riege Manfred Osenger, Volker Mosblech und Erkan Kocalar oder Wirtschaftsdezernent Andree Haack – nicht fehlen. Nach dem Einzug der Bürgermeister und der Prinzencrews unternahm der OB mit seiner Büttenrede einen letzten Versuch, das Zepter, oder vielmehr: den Schlüssel zum Rathaus in der Hand zu behalten. Es half ihm nicht: Schließlich musste er sich der Übermacht ergeben, übergab Kapitulationsurkunde und Schlüssel an Prinz Kevin I., bevor im Ratssaal beim Prinzenfrühstück mit Verwaltung, Politik und Karnevalisten die jecke Post abging. Für die Sause muss OB Link allerdings weder Dagoberts Geldspeicher noch die Stadtkasse plündern: Finanziert wird das Ganze über Sponsoren.

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Impressionen vom Prineznfrühstück. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

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Büttenrede des Oberbürgermeisters:
OB Sören Link begrüßte die Jecken als Dagobert Duck

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

In diesem Jahr im roten Frack,
besucht euch hier Dagobert Duck.
Nun denkt ihr alle sicherlich:
Was will er hier, der Enterich?
Ist er was Großem auf der Spur?
Gibt‘s etwa Gold an Rhein und Ruhr?

Bin angereist aus Entenhausen,
um prinzlich heut‘ mit euch zu schmausen
und weil ihr für mich Vorbild seid,
bezüglich kluger Sparsamkeit.

Dabei ist klar: Es war nicht leicht,
doch Duisburg hat das Ziel erreicht:
Die roten Zahlen sind gewichen,
der Haushalt, er ist ausgeglichen.
Was jetzt noch folgt, ist das Begehren,
die Talerchen schnell zu vermehren.
So wird die Stadt dann reich und reicher,
füllt mit dem Geld – wie ich – die Speicher.

Ich hab‘ schon Passendes geseh‘n,
entlang des Innenhafens steh‘n.
Zur Ruhe setz` ich mich am Rhein,
zieh‘ in den Hafenspeicher ein.
Dank Duisburgs monetärem Flair,
lockt Entenhausen mich nicht mehr.
Und für den Umzug der Millionen,
gibt`s hier ja reichlich Speditionen.

Auch Duisburgs lange Bankenmeile:
Ein Ort, an dem ich gern verweile.
Dort trifft man nämlich Tür an Tür
auf Menschen mit Finanz-Gespür,
es folgt Filiale auf Filiale
bis hin zur Sparkassenzentrale.

Dies Bankhaus mit lokalem Herz,
entstanden heut`, am vierten März,
vor hundertfünfundsiebzig Jahren,
berät in Leihe und beim Sparen.
Es hat Projekte unterstützt,
Stadt und Vereinen sehr genützt,
drum widmete der Ha-de-ka,
das Motto diesem Jubilar!

Es schlagen sich als Panzerknacker,
die Bürgermeister äußerst wacker!
Mit Augenbinden gut maskiert,
auch sind sie ziemlich unrasiert
und führen manches hier im Schilde,
doch Dagobert ist voll im Bilde.

Für seine Stadt plant Manfred klug,
so manchen Dreck-Weg-Beutezug.
Der Volker M. aus Duisburg-Nord,
der hortet Geld dort im Akkord,
auch Erkan K. gehört zur Truppe,
als dritte Größe dieser Gruppe.

Was Entenhausen gar nicht kennt,
ist ein Gemeindeparlament.
Drum hab` ich mir erklären lassen,
womit sich Räte so befassen.
Fast immer gilt es, Geld zu sparen,
dabei die Qualität zu wahren,
den Mangel effektiv verwalten,
und positiv die Stadt gestalten;
das ist ein wahrer Drahtseilakt,
den längst nicht jeder Stadtrat packt.
In Duisburg aber haut das hin,
mit Weitsicht und im Bürgersinn.
Daraus entstand dann mein Entschluss,
ein Gruß von mir ist heut ein Muss!

Nun komme ich von unsrem Rat
zu Duisburgs Presse-Apparat.
Ein gutes Image ist viel wert,
drum ist es keinesfalls verkehrt,
auch Medienleute heute Morgen,
mit Speis und Trank gut zu versorgen.
Denn ist das Frühstück wohl bekommen,
wird noch viel besser wahrgenommen
und hoffentlich veröffentlicht,
als Zeitungs- und TV-Bericht,
dass vieles läuft in dieser Stadt,
was durchaus Sinn und Nutzen hat.

Als Prinz hat er sich vorgestellt,
Kevin der Erste , Narr von Welt,
will Duisburgs Jecken-Schar befehlen,
und mir den Rathausschlüssel stehlen.
Die jüngste Hoheit aller Zeiten,
will Spaß und Frohsinn weit verbreiten,
was ich zunächst nicht glücklich fand,
mit Blick auf Duisburgs Kassenstand.

Denn ist die Stadt erst übernommen,
sind auch die Mittel bald zerronnen,
denn das Ersparte – so ein Graus,
wirft er mit vollen Händen raus.
Erschwerend kommt da noch hinzu
die sehr spendable Prinzen-Crew
Verschleudert Taler und Kamelle,
als Pagen oder Hofmarschälle.

Dann für die Jüngsten, das ist klar,
gibt es das Kinderprinzenpaar.
Damit der kleinste Narr versteht,
wie Geld ausgeben stilvoll geht!

Inzwischen hab auch ich kapiert,
wie Brauchtum richtig funktioniert:
Obwohl ich wirklich sparsam bin,
macht Geiz zur Fassnacht keinen Sinn!
Zu Karneval soll niemand wagen,
sich hier mit Sparen rumzuschlagen!

Für Duisburgs jecke Elemente
ist Michel J. „El Presidente“.
Seit Jahren hoch professionell
führt er das närrische Kartell.
Hat Narren-Sausen konzipiert,
sich für das Brauchtum engagiert,
für Duisburgs Jecken stark gemacht,
und Frohsinn unters Volk gebracht.

Gefrühstückt wird, ihr lieben Gäste,
auch heute wieder gut und feste.
Doch mancher macht sich vielleicht Sorgen:
Das Geld fehlt anderswo dann morgen.
Wer kann die Talerchen berappen,
für die für lau gereichten Happen?
Und wer besorgt die Mittel bloß,
wenn Duisburg scheint fast mittellos?
Doch Schluss jetzt mit dem Kopfzerbrechen,
heut darf man ohne Reue zechen,
denn dank der treuesten Sponsoren,
geht Duisburg nicht ein Cent verloren.
Als reichster Erpel dieser Welt,
streb‘ ich jedoch nicht nur nach Geld.
Dass Geld allein nicht glücklich macht,
hätt ich zwar früher nie gedacht.
Doch dann hab ich erkennen müssen,
es gibt so vieles an Genüssen.
Ich liebe Kö-Pi, gute Speisen,
und habe Spaß an Urlaubsreisen.
Drum hab‘ den Gehstock ich genommen,
und bin nach Duisburg heut gekommen.

Denn hier ist heute Karneval,
und gute Stimmung überall.
Ein guter Ort, um abzuschalten,
will nicht mehr nur mein Geld verwalten.
Doch steigert dieser Ort, ich staune,
jetzt doch die Investorenlaune.
Denn Duisburg hat weit mehr zu bieten
als närrische Kultur und Riten.

Den Wandel hier im Kohlenpott,
den spürte Duisburg ziemlich flott.
Der ließ den Ruhm der Stadt verblassen,
man musste reichlich Federn lassen.
Manch Hütte wurde dicht gemacht,
Zwei-Tausend-Acht war Schicht im Schacht,
doch war der Knick im Wirtschaftsleben,
noch lang kein Grund, um aufzugeben.

Heut‘ schauen viele voller Neid,
auf Duisburgs neues Federkleid.
Mit Sport, Kultur und mit Touristik,
als Stadt des Stahls und der Logistik,
ist Duisburg längst, das muss ich loben,
auf einem steilen Weg nach oben.
Und noch mehr Neues wird entstehen,
die Chance lass ich mir nicht entgehen,
beim Aufbruch hier am Niederrhein,
da lohnt es sich, dabei zu sein.

Als Stadt mit Riesenpotenzial
ist Duisburg wirklich ideal.
Zum Beispiel bei Logistik-Fragen,
kommt riesiges Know-how zum Tragen,
der Warenfluss an Rhein und Ruhr,
kommt längst nicht aus Europa nur,
denn auch als Ziel der Seidenstraße,
besticht die Stadt in hohem Maße.

Denn auch dank boomender Logistik
glänzt Duisburgs Arbeitsmarktstatistik.
Die Stadt hat beste Möglichkeiten,
die Zukunft glücklich zu bestreiten.
Doch soll die Stadt noch mehr florieren,
muss mit Bedacht sie investieren.
Bei Straßen, Schulen, Wohnbauflächen
da lohnt es, etwas mehr zu blechen.

Beim Achsen-Tunnelbauprojekt,
wär‘ solche Einsicht wohl perfekt.
Hier darf das Land sich nicht so zieren,
und auch der Bund nichts mehr blockieren,
man ließe Staub und Lärm verschwinden,
und könnte noch dazu verbinden,
den Ausbau auf sechs Auto-Spuren,
mit Raum für Parks und Fahrrad-Touren.

So mancher Bürger war zuletzt,
von Wartezeiten zwar entsetzt,
doch hat der Kunde auch gemerkt,
dass jüngst das Personal verstärkt,
und Wirkung zeigte Duisburgs Streben,
Verwaltung digital zu leben.

Um smarten Aufbruch zu entfachen,
kann man Termine online machen,
es bietet manche Service-Stelle,
schon Selbstbedienung auf die Schnelle.
Ob Foto oder Reisepass,
auf die Geräte ist Verlass,
sie liefern echten Zeitgewinn
und deshalb macht der Plan auch Sinn,
auf technischen Support zu setzen
und Duisburg weiter zu vernetzen.

Doch ist das hier, was mir gefällt,
nicht nur die virtuelle Welt.
Denn grade im realen Leben
hat es Entwicklungen gegeben,
die ich, als ich hierher gekommen,
erstaunt in Augenschein genommen.

Raus aus dem Bahnhof, Blick nach links,
erspäht mein Auge neuerdings,
dass zwei Hotels sind hier entstanden
und auch ein Parkhaus ist vorhanden.
Das LANUV ist schon in Betrieb,
und einen Platz, der rechts verblieb,
wird das „Mercator One“ bald zieren
und uns mit Baukunst imponieren.
Als nächstes bringe ich zur Sprache,
die prominente Bahnhofsbrache.
Die GEBAG kaufte jüngst – zum Glück,
dies wichtige Filetgrundstück.
Nun kann die Politik besprechen,
wie wir den langen Stillstand brechen,
auch wird man Duisburgs Bürger fragen,
was sie zur Planung beizutragen,
damit das alte Bahn-Revier,
wird endlich Duisburgs Prachtquartier!

Wo noch ein Zelt für Narretei,
ist´s mit dem Warten auch vorbei,
weil auf historischem Gelände
wohl spätestens zur Jahreswende
der Bagger rollt, der Kran sich dreht,
und neues Altstadt-Flair entsteht.
Das Viertel, city-nah gelegen,
wird diese Gegend ganz neu prägen,
und wie ich weiß – vom Hörensagen,
wird es Mercators Namen tragen!

Der Anbau für die Küppersmühle,
schafft kulturelle Glücksgefühle.
Süd-Westlicher am Schwanentor,
entsteht das Digital-Kontor.
Daneben, noch als Stahlgestell,
steht bald ein Premium-Hotel.

Mir scheint, dass ihr tatsächlich wisst,
was für die Stadt am Besten ist.
Denn nicht nur solche Großprojekte,
versprechen wichtige Effekte.
Will Duisburg neue Bürger binden,
dann müssen die auch Wohnraum finden,
in attraktiven Stadtquartieren,
der obendrein zu finanzieren.

Gut nachgefragt ist zweifelsfrei,
ein Haus am Angerbogen Zwei.
Und auch Neumühl, St. Barbara,
zieht an die Int‘ressenten-Schar.

Doch was ich fast vergessen hatte,
liegt gleich an der Sechs-Seen-Platte.
Die Lage ist es, die besticht!
Ein Haus am See – wer will das nicht?
Wo man verschob einst Güterwagen,
kommt jetzt der gute Plan zum Tragen,
die Zahl der Bürger aufzustocken,
und tausendfach hierher zu locken.
„Sechs-Seen-Wedau“ wird genannt,
das größte Bau-Projekt im Land.

Mein Eindruck nach dem Stadt-Ausflug:
Bauflächen gibt es hier genug.
Und während Düsseldorf ist dicht,
kennt Duisburg das Problem noch nicht!
Sehr gerne will ich es betonen,
ob für Gewerbe oder Wohnen,
in Duisburg kann man viel gestalten,
und Stadtentwicklung voll entfalten.

Beim Sport jedoch, was soll ich sagen,
da herrschte in den letzten Tagen,
doch eher die Ernüchterung,
es fehlte eurem Team an Schwung.
So mancher träumt in solcher Zeit,
vielleicht von einem, der bereit,
mit sehr viel Kohle, wenig Herz,
zu weit zu treiben den Kommerz.
Ob Oligarch, ob reicher Scheich,
im Grunde wär es immer gleich:
Er kauft die Top-Stars mit Millionen,
und achtet nicht auf Traditionen.

Doch meine feste Meinung ist,
dass man das besser schnell vergisst.
Ich lobe mir den MSV,
der bodenständig, weiß und blau,
mit tollen Fans und etwas Geld,
das Machbare im Auge hält.
Auch wenn die Lage schwierig scheint,
die Zebras stehen fest vereint,
und werden auch die Kurve kriegen,
wenn sie – wie Freitag – weiter siegen.

Dass Duisburg weder grau noch trist,
sondern besonders spannend ist,
und wirklich toll, das sieht ein Blinder,
drum zieh ich höflich den Zylinder
vor dieser Stadt an Rhein und Ruhr
und seh beim Blick auf meine Uhr
durch meine Brille leicht verschwommen:
Es wird nun Zeit, zum Schluss zu kommen.
Mit Worten war ich sehr spendabel,
und halte endlich meinen Schnabel.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

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Jecken trotzten dem Wetter in Duisburg-Hamborn: 57. Niederrheinischer Kinderkarnevalszug

Der große Tag des Kinderprinzenpaares
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Zumindest der strömende Regen hatte aufgehört, als der närrische Lindwurm am Hamborner Altmarkt loszog Richtung Marxloh. Zum 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug, dem nach Angaben der Veranstalter größten Zug seiner Art in Europa, zogen 40 Formationen mit Motivwagen, Fußgruppen und Kapellen unter dem Motto „Kunterbunt geht’s in Hamborn immer rund!“ durch die Straßen im Duisburger Norden, vorbei an Tausenden von großen und kleinen Jecken, die ausgelassen feierten. Angeführt wurde der Zug von Wagen der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e.V. mit dem Team rund um Zugleiter Karlheinz Müller. Die KG aus Hamborn-Marxloh organisiert und veranstaltet den jecken Nachwuchszug für den HDK (Hauptausschuss Duisburger Karneval). Die KG stellte sieben der Motivwagen, von denen der Kinderwagen von Manfred Fellenz, der den Wagenbau verantwortet, zusammen mit Eltern der Kindergarde und den Offizieren der KG neu gebaut worden war. Den Abschluss des jecken Lindwurm bildete wie immer der Wagen des Kinderprinzenpaares der Stadt Duisburg, Marvin II. und Alina I mit Pagin Annika, die hier ihren großen Tag und den Höhepunkt ihrer närrischen Regentschaft erlebten.

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Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Die Organisatoren der 1. Großen KG Rot-Weiß Hamborn-Marxloh hatten traditionell zum Empfang in die Zweigstelle der Sparkasse an der Weseler Straße eingeladen. Schon früh war auch Stadtprinz Kevin I. mit seiner Prinzencrew eingetroffen, die Gäste auf den Kinderzug einzustimmen: Mit seinem Sessionssong „Duisburg, dat ist Heimat“ war das Eis schnell gebrochen. Die Stimmung ließ kaum Wünsche offen. Und auch der Wettergott zeigte sich schließlich gnädig, als sich der Zug seinem Abschluss auf der Weseler Straße nur wenige Meter hinter der Sparkassen-Filiale näherte. Nach dem Zug übernahm das Kinderprinzenpaar, das wie der „große“ Prinz aus der Karnevalsgesellschaft Marxloher Jecken 1970 e.V. stammt, in der Sparkassen-Filiale an der Weseler Straße die Bühne mir ihrer Show und ließ sich im Anschluss von den geladenen Gästen noch kräftig feiern.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

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Duisburger Philharmoniker stellten Axel Kober als neuen Generalmusikdirektor vor

Einer der renommiertesten Dirigenten soll das Orchester weiter bringen
Von Petra Grünendahl

Axel Kober. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir kennen ihn, Duisburg kennt ihn – und wir wollten, dass er beim Publikum ankommt“, erklärte Udo Vohl, Vorsitzender des Kulturausschusses und in dieser Position auch Teil der Findungskommission. Eine bekannte Größe ist Axel Kober tatsächlich, nicht nur in Duisburg und Düsseldorf, wo er seit 2009/10 Chefdirigent und Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein ist. Kulturdezernent Thomas Krützberg freute sich, einen der renommiertesten deutschen Dirigenten für Duisburg gewinnen zu können. Die Auswahlkommission aus Orchestervorstand und Lokalpolitik hatte sich mit der Suche nach einem neuen GMD viel Zeit gelassen, über einen Zeitraum von fast zwei Jahren einige Dirigenten ausprobiert und sich schließlich mit einem eindeutigen Votum für Axel Kober ausgesprochen.

Duisburger Philharmoniker stellten ihren neuen Generalmusikdirektor vor (v. l.): Prof. Dr. Alfred Wendel, Axel Kober, Thomas Krützberg und Udo Vohl. Foto: Petra Grünendahl.

Im Theaterfoyer stellte Prof. Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker, zusammen mit Thomas Krützberg und Udo Vohl den Dirigenten Axel Kober als neuen Generalmusikdirektor (GMD) der Philharmoniker vor. Das Votum der Findungskommission sei aus gutem Grund eindeutig gewesen: „Man merkt dem Orchester an, wie gerne die Musiker mit dem Dirigenten zusammen arbeiten“, stellte Wendel die enorme Motivation fest. Er lobte Kobers Werkkenntnis, reiche Musikalität und seine enorme Erfahrung, die die Findungskommission überzeugt hatte. Der Rat der Stadt Duisburg hatte in seiner letzten Sitzung zugestimmt, dass Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, für die nächsten drei Spielzeiten (2019/20 bis 2021/22) zusätzlich zu seinem DOR-Engagement zum Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker ernannt wird.

Verantwortung für eine Duisburer Institution

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburger Philharmoniker stellten ihren neuen Generalmusikdirektor vor (v. l.): Prof. Dr. Alfred Wendel, Axel Kober, Thomas Krützberg und Udo Vohl. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Wahl von Axer Kober hat den Vorteil, dass er hier vor Ort ist“, erklärte Intendant Wendel. Frühere Generalmusikdirektoren hätten ihren Wohnsitz woanders gehabt und seien nur zu Konzertreihen angereist. Kober, der außer bei den Philharmonikern auch bei der Deutschen Oper am Rhein als GMD unter Vertrag steht, lebt hier. Damit ist der dichter an den Duisburger Philharmonikern (und den Düsseldorfer Sinfonikern) als frühere GMDs, obwohl er als Gastdirigent an vielen nationalen und internationalen Konzert- und Opernhäusern verpflichtet wird. Aufgrund dieser umfassenden Verpflichtungen wird Kober nur vier Konzerte je Spielzeit dirigieren. Deshalb soll ein neues Dirigentenkonzept eingeführt werden, nachdem in jeder der drei Spielzeiten ein Gastdirigent eingeladen wird, die drei Philharmonischen Konzerte musikalisch zu leiten. Dieses Konzept ist auf Kober zugeschnitten, wird allerdings ähnlich bereits an anderen Häusern praktiziert. Als ersten Gastdirigenten haben die Duisburger Philharmoniker für die kommende Saison Benjamin Shwartz verpflichtet. „Der jeweilige Gastdirigent der Spielzeit hat großen Freiraum, auch wenn es natürlich Absprachen geben wird“, versicherte der neue GMD.

Axel Kober. Foto: Susanne Diesner / Duisburger Philharmoniker.

„Ich habe mich über das Vertrauen von Findungskommission und Orchester sehr gefreut“, sagte Kober. Seit der Saison 2017/18 ist er schon Chefdirigent bei den Duisburger Philharmonikern, kennt den Klangkörper hieraus ebenso wie als GMD der Deutschen Oper am Rhein, für die er auch in Duisburg am Dirigentenpult steht. „Es ist für mich etwas ganz Besonderes“, betonte Kober, der lobte, welche exorbitant hohe Qualität hier im Orchestergraben sitze. Er wies auf die große Vertrautheit hin: „Man kann ab der ersten Sekunde miteinander arbeiten.“ Das Orchester stehe für ihn im Mittelpunkt, er müsse sich nicht mehr profilieren. Konzentrieren wolle er sich auf die Wiener Klassik, aber auch auf die Moderne, so Kober. Er wolle aber auch über neue Formate nachdenken. „Ich freue mich über die Aufgabe und darauf, die Philharmoniker weiter zu bringen. Es gibt immer noch Möglichkeiten für dynamische Extreme“, so Kober. Die Mercatorhalle mit ihrer herausragenden Akustik sei prädestiniert dafür, ergänzte Intendant Wendel.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Susanne Diesner (1)

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Duisburg: Dezernentenwahlen in der Ratssitzung vom 25. Februar 2019

Verwaltungsvorstand der Stadt wieder komplett
Von Petra Grünendahl

Überbürgermeister Sören Link gratuliert Kerstin Wittmeier zu ihrer Wahl. Foto: Petra Grünendahl.

Mit den beiden ersten Tagesordnungspunkten komplettierte der Stadtrat den Verwaltungsvorstand. Beide Wahlen erfolgten einstimmig (mit drei bzw. vier Enthaltungen). Neue Personaldezernentin* wird Kerstin Wittmeier, derzeit Polizeipräsidentin in Bochum. Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin wohnt in Duisburg. Als neuen Stadtentwicklungsdezernenten** wählte der Rat Martin Linne, der aktuell als Beigeordneter für Planung, Bau und Gebäudemanagement in Krefeld tätig ist. In Duisburg ist er kein Unbekannter: Lange Jahre war er hier in der Stadtverwaltung tätig, zuletzt als Planungsamtsleiter. Über den Zeitpunkt des Dienstantritts wird individuell entschieden, da sich beide Bewerber aus ungekündigten Dienstverhältnissen heraus beworben hatten.

Überbürgermeister Sören Link gratuliert Martin zu seiner Wahl. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seiner ersten Sitzung des laufenden Jahres traf sich der Rat der Stadt Duisburg am Burgplatz. In großen Teilen arbeiteten die Ratsleute die Tagesordnung, die insgesamt alleine im öffentlichen Teil 74 Punkte umfasste, zügig ab. Größeren Diskussionsbedarf gab es unter anderem um die Stellungnahme der Stadt zur Aufstellung des Regionalplans Ruhr. Weitgehend hatte sich die Stadt an den Vorgaben aus dem kommunalen Flächennutzungsplan (Duisburg 2027) orientiert. Teilweise flossen Änderungswünsche aus den Bezirksvertretungen ein. Teilweise wies die Stadtverwaltung diese zurück – und erhielt auch hierfür die Zustimmung des Rates. Der Regionalplan Ruhr wird an der Schnittstelle zwischen Landesentwicklungsplan (LEP) und kommunaler Flächennutzungsplanung Flächen- und Strukturenwicklungen für die nächsten 15 bis 20 Jahre prägen. Er legt fest, welche Flächen für Bebauung vorgesehen sind und welche als Frei-/Grünflächen erhalten bleiben.

Der Rat wählte Kerstin Wittmeier zur neuen Personaldezernentin. Foto: Petra Grünendahl.

Eine unerwartet große Diskussion entbrannte um die kommunale Erhebung von Straßenbaubeiträgen von Grundstückseigentümern, obwohl diese gesetzlich vom Land NRW geregelt sind. „Straßen zu bauen oder diese wieder Instand zu setzen, ist eine klassische Aufgabe der öffentlichen Hand. Ausgaben für den Straßenbau müssen grundsätzlich steuerfinanziert sein“, argumentierte Die Linke für ihre Resolution, dass sich Oberbürgermeister Sören Link für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge beim Land einsetzen solle. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW fordere dies schon seit langem. Die Erhebung dieser Beiträge sei zutiefst unsozial, so Die Linke, treffe sie doch alle Eigentümer, ohne ihre finanzielle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Zumal: es lasse sich gar nicht messen, welchen wirtschaftlichen Vorteil die Anlieger vom Ausbau einer Straße haben. Eine Aussetzung bis zur Neuregelung in Landtag beantragte die Fraktion Junges Duisburg / DAL.

Der Rat wählte Martin Linne zum neuen Stadtentwicklungsdezernenten. Foto: Petra Grünendahl.

In anderen Bundesländern seien diese Beiträge bereits abgeschafft. Eine entsprechende Initiative gibt es auch in NRW, allerdings hat hier der Landtag das letzte Wort. Zumindest der Resolution der Linken stimmte der Rat auch mehrheitlich zu. Dem Antrag von JuDu/DAL versagte die Ratsleute ebenso eine Mehrheit wie dem Antrag der Linken, Straßenbaubeiträge von Eckgrundstücksbesitzern, die doppelt belastet seien, nur anteilig zu erheben. Nun liegt es am Landtag in Düsseldorf, diese Straßenbaubeiträge – wie in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin – über eine Gesetzesänderung ganz abzuschaffen.

*) Personalamt, Hauptamt, Amt für bezirkliche Angelegenheiten, Stabsstelle Studieninstitut und Stabsstelle Change Managemenent (Dezernat IV)

**) Umweltamt, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Amt für Bodenordnung, Geomanagement und Kataster, Immobilienmanagement Duisburg, Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Stabsstelle Strategische lnfrastrukturentwicklung, Beratungsstelle Planen, Bauen und Verkehr (Dezernat V)

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Germany’s China City Duisburg

Große Chance für den Wirtschaftsstandort
Von Petra Grünendahl

Marco Pfotenhauer, Präsident des Marketing-Club Duisburg-Niederrhein, sprach über Germany’s China City Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Weltwirtschaft ist von China abhängig und Duisburg ist der Endpunkt von Chinas neuer Seidenstraße nach Europa“, erklärte Marco Pfotenhauer. Das eröffne große Potenziale für unsere Stadt, die aber auch genutzt werden müssten. Pfotenhauer zeigte in seinem Vortrag auf, wie sehr Innenansichten der Duisburger mit den Außenansichten im fernen Asien auseinander driften. Auf chinesischen Karten von Deutschland seien zwei Städte eingezeichnet, weiß Craig Copetas, internationaler Wirtschaftskorrespondent namhafter Medien, in einem Video zu berichten: Berlin und Duisburg. Dabei fiele der Schriftzug Duisburgs zumeist größer aus! Schon früh hatte Duisburg Zeichen gesetzt und eine Städtepartnerschaft mit Wuhan begründet, erzählte Referent Pfotenhauer. Um diese sei es aber lange sehr still gewesen, das 30-jährige Jubliäum 2012 sei ganz verschlafen worden. „Erst unter Oberbürgermeister Sören Link ist wieder Bewegung in die Partnerschaft gekommen. Jährlich gibt es seitdem Delegationsreisen nach China“, so Pfotenhauer, der an diesen als Duisburger Unternehmer regelmäßig teilgenommen hatte.

Zum monatlichen Treffen hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein unter dem Thema „Germany’s China City“ Duisburg ins IntercityHotel am Duisburger Hauptbahnhof eingeladen. Club-Präsident Marco Pfotenhauer ordnete als Kenner der Materie die Bedeutung Chinas für Duisburg ein und vermittelte den anwesenden Marketing-Fachleuten die daraus folgenden Gesichtspunkte für eine Standortpositionierung. Pfotenhauer ist unter anderem seit 2015 Geschäftsführender Gesellschafter der ChiCoDu GmbH (steht für „China Communication Duisburg“), pflegt dadurch enge Kontakte zu chinesischen Unternehmen und Organisationen und ist mit seiner Gesellschaft Gründungsmitglied des China Business Network Duisburg (CBND).

Chinesische Unternehmen und Investments nach Duisburg locken

China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen. Visualisierung: Starhai.

„Ich halte die Wirtschaftsbeziehungen zu China für Duisburgs größte Chance, aus vielen seiner Probleme herauszukommen“, erklärte Marco Pfotenhauer. Schon jetzt habe Duisburg die größte chinesische Kolonie in NRW, wenn nicht sogar deutschlandweit. Chinas Güterzüge über die Neue Seidenstraße (Belt & Road) enden in Duisburg: 35 seien es mittlerweile, die mit immer mehr Ladung aus Deutschland zurück ins Reich der Mitte fahren. Dadurch ergäben sich auch Möglichkeiten, weitere chinesische Unternehmen mit ihren Deutschland-Standorten nach Duisburg zu holen. Lange war es still um das geplante China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen: hier würde gerade wieder Bewegung reinkommen, so Pfotenhauer.

Eine weitere Chance sieht Marco Pfotenhauer in der „Smart City“-Vereinbarung, die die Stadt mit Huawei abgeschlossen hat. Mit den neuen Dezerneten Andree Haack (Wirtschaft) und Martin Murrack (Digitales) erhofft sich Pfotenhauer nachhaltige Impulse für die Entwicklung in der Stadt. Neben dem China Business Network China gebe es mit dem Engagement des neuen Unternehmerverbandes Wirtschaft für Duisburg einen weiteren Akteur, der sich hier aktiv engagiert. Die IHK, meinte Pfotenhauer, sei noch etwas zögerlich. Mit stärkerer Ansiedlung chinesischer Unternehmen sollte sich dies aber ändern!

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Visualisierung: Starhai / Metropole Ruhr

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Loveparade-Strafverfahren: Verfahrenseinstellung bei sieben Angeklagten

Strafverfahren wird gegen drei Angeklagte fortgesetzt

Mit Beschluss vom 6. Februar 2019 hat die 6. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg das Strafverfahren gegen sechs (ehemalige) Bedienstete der Stadt Duisburg und einen Mitarbeiter des Veranstalters eingestellt. Keiner dieser Angeklagten muss einen Geldbetrag zahlen. Das Verfahren ist damit für die sieben Personen nach 14monatiger Hauptverhandlung und 101 Verhandlungstagen beendet. Die Verfahrenseinstellung ist nicht mit einer Feststellung von individueller Schuld verbunden. Für sämtliche Angeklagte, die aus dem Verfahren ausscheiden, besteht weiterhin die Unschuldsvermutung. Zu den Gründen für diese Entscheidung gibt es hier die Presseerklärung vom 17. Januar 2019.

Die drei Mitarbeiter des Veranstalters, die nach dem Vorschlag des Gerichts und den Vorstellungen der Staatsanwaltschaft anlässlich der Einstellung einen Geldbetrag zahlen sollten, haben einer Verfahrensbeendigung auf diesem Weg nicht zugestimmt. Gegen sie wird das Verfahren fortgeführt. Der nächste Termin zur Hauptverhandlung steht bereits am 12.02.2019 an. In den nächsten Wochen sollen nach den Planungen des Gerichts weitere Polizisten und Mitarbeiter des Veranstalters als Zeugen vernommen werden.
Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17
Landgericht Duisburg

Siehe hierzu auch:

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Duisburg: Bürger-Info zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle

Detailierte Informationen für die Anwohner
Von Petra Grünendahl

Evakuierungs- (rot) und Sicherheitszone (schwarz) für die Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide am 24. März 2019. Grafik: Stadt Duisburg.

„Absolute Halteverbote in Evakuierungs- und Sicherheitszone werden ab Samstag, 23. März, um 8 Uhr gelten“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Ab 12 Uhr würde dann rigoros abgeschleppt. Fahrzeuge sollten aber auch wegen der unvermeidbaren Staubentwicklung auf Privatgrundstücken nicht im Freien stehen: „Sie sollten zu ihrem Schutz in Garagen oder Tiefgaragen eingestellt werden“, so van Staa. Gleiches gelte für Balkon- oder Terrassenmöbel, die man in die Wohnung holen solle. Teiche oder Dinge, die man nicht reinhole könne, solle man abdecken. Um 8 Uhr am Sonntagmorgen (24. März) müssten alle Anwohner – das sind rund 2.500 Menschen – die Evakuierungszone verlassen haben. In der Sicherheitszone gilt ab 8 Uhr ein Aufenthaltsverbot im Freien (für Anwohner erst ab 10 Uhr). Ab 11.45 Uhr dann sollten auch in der Sicherheitszone alle Bewohner Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Es gelten quasi die gleichen Schutzvorschriften wie bei Bombenentschärfungen (luftschutzmäßiges Verhalten), auch wenn die Zeiträume großzügiger gefasst sind, weil ja garantiert Sprengstoff hoch geht.

Das Podium (v. l.): Feuerwehrchef Oliver Tittmann, Frank van Staa Ordnungsamt, Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH), Marc Sommer (rebuild.ing GmbH) und Moderator Martin Tazl. Foto: Petra Grünendahl.

Die Stadt Duisburg hatte zur Informationsveranstaltung für die Anwohner der Häuser rund um den Weißen Riesen eingeladen, der am 24. März 2019 gesprengt wird. Neben Generalplaner Marc Sommer (rebuild.ing GmbH), Abrissunternehmer Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum) und Moderator Martin Tazl saßen auf dem Podium weitere Experten, die konkrete Auskünfte zum Ablauf von Sicherungsmaßnahmen und Sprengung geben konnten. Nach einem Rückblick auf die Sanierung und Ausführungen zum aktuellen Stand der Dinge erläuterte Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) das Sprengkonzept und die Auswirkungen auf das Umfeld. Zu Evakuierung und Sicherheitsmaßnahmen informierten Frank van Staat vom Ordnungsamt und Feuerwehrchef Oliver Tittmann. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei sind an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz.

Info-Veranstaltung der Stadt Duisburg für die Anwohner rund um den Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Betreuungsraum für die Evakuierten, die nicht anderweitig unterkommen, wird an der Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Gesamtschule, Hamborner Straße 274-278, 47166 Duisburg-Hamborn, eingerichtet. Eine Anmeldung unter Telefon 0203 / 94000 ist nötig, damit die Feuerwehr ausreichend Verpflegung sicherstellen kann. Der Parkplatz der Glückauf-Halle, der an den Sicherheitsbereich angrenzt, wird für Fahrzeuge der der Einsatzkräfte benötigt und ist entsprechend weiträumig gesperrt. Für betroffene Anwohner, die nicht mit einem eigenen Fahrzeug nach Hamborn fahren können (Parkplätze für private Fahrzeuge vorhanden), bietet die Stadt einen Shuttlebus für Hin- und Rückfahrt an (mit zwei bis drei Haltestellen rund um den Sicherheitsbereich, die noch bekannt gegeben werden). Man müsse mit einer Abwesenheit von etwa 8 bis 10 Stunden rechnen, so Feuerwehrchef Tittmann, denn direkt nach der Sprengung müssten erst die Luft auf ausgetretene Gase und Leitungen auf Dichtigkeit überprüft werden. Außerdem müsse überprüft werden, ob auch alle Sprengladungen hochgegangen seien. Dies werde zusätzliche Stunden in Anspruch nehmen. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei seien an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz, so Feuerwehrchef Tittmann.

Die Sprengung

Der Weiße Riese vom Parkplatz der Glückauf-Halle aus. Der Parkplatz wird zur Sprengung für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk benötigt. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben Erfahrung und wissen, was wir hier tun“, sagte Martin Hopfe. Die größte Herausforderung der Sprengung sei die Unterdrückung von Staub, so der erfahrende Sprengmeister. Er zeigte hierzu ein Video von der Sprengung des Hochhauses Goliath in Marl 2006 (ein kleiner Eindruck hier … https://www.youtube.com/watch?v=dXGBWaKxtwY), die er damals verantwortet hatte. Nicht einmal die Feuerwehr mit Wasserwerfern könne die Staubentwicklung vollständig eindämmen, so Hopfe. Dass Fenster von der Detonation zu Bruch gehen könnten, schlossen er und P&Z-Geschäftsführer Bernd Zaum allerdings aus.

Den besten Platz haben Schaulustige übrigens vor dem eigenen Fernseher (der WDR überträgt live), da man das Gebäude von jenseits der Sperrbereiche kaum sieht!

Infos rund um Evakuierung und den Sperrmaßnahmen findet man hier:

  • Info-Flyer
  • www.diesprengung.com
  • www.duisburg.de
  • Call Duisburg, Telefon 0203 / 94000
  • Informationsblätter werden durch den städtischen Außendienst am 6. März in der Sicherheits- und Evakuierungszone verteilt.
  • Informationsstand des städtischen Außendienstes auf dem Wochenmarkt Hochheide: vom 6. bis 20. März (mittwochs und samstags). Am Samstag, 23. März, fällt der Wochenmarkt aus!
  • Hilfebedürftige (Bettlägrige, Rollstuhlfahrer, Blinde etc.) können sich ab sofort wegen des Transports unter 0203 / 2832000 melden.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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MKM Museum Küppersmühle in Duisburg: Ein Raum für den Bauhaus-Künstler Otto Hofmann

Ausstellungsraum feiert „100 Jahre Bauhaus im Westen”
Von Petra Grünendahl

Stellten den neuen Ausstellungsraum vor (v. l.): Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert, Künstler-Witwe Marianne Hofmann und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling vor einem Werk aus den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

„Durch den Krieg sind viele frühe Werke meines Mannes verloren gegangen“, erzählte Marianne Hofmann beim Gang durch die Ausstellung. Für sie ist es ein bewegender Moment, die Bilder wieder zu sehen, die früher in ihrem Haus hingen. Als sie die Werke ihres Mannes (bis auf wenige Ausnahmen) verkauft hatte, so die 75-Jährige, habe sie ihren Nachlass ordnen wollen. Ihr Mann Otto Hofmann (1907 – 1996) hatte nach einer Malerlehre zunächst Architektur, dann Industriedesign und Malerei am Bauhaus in Dessau u. a. bei Paul Klee und Wassily Kandinsky studiert. Vor den Nationalsozialisten floh er nach Paris, kam aber aus familiären Gründen zurück nach Deutschland, wo er für seine „entartete Kunst“ diffamiert, seine Werke beschlagnahmt wurden. Bei der Umsiedlung in den Westen 1950 wären viele seiner Werke zurückgeblieben, erzählte die Witwe. Sie seien bis heute verschollen. Von 1966 bis 1974 lehrte er in (West-)Berlin, bevor er nach seiner Emeritierung mit seiner Frau nach Ligurien (Italien) ging, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Frühwerk von Otto Hofmann: Ohne Titel (1931). Foto: Petra Grünendahl.

Gemeinsam mit der Witwe des Künstlers stellten Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling und Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert den neu gestalteten Raum mit Werken von Otto Hofmann vor. Die Sammlung Ströher hatte vor wenigen Jahren von der Witwe das Gros der Werke ihres Mannes erworben. Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum nahm das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen zum Anlass, eine Auswahl des „Konvolutes“ zu zeigen: in einem eigenen Raum in der Dauerausstellung. Otto Hofmann als Vertreter einer geometrischen Abstraktion ergänzt die Sammlung Ströher mit ihrem Schwerpunkt im Informel um einen wichtigen Aspekt der deutschen Gegenwartskunst der Nachkriegzeit.

Otto Hofmann in den 1930er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM zeigt mit der konzentrierten Werkschau Otto Hofmanns Entwicklung als Künstler von Frühwerken aus den 1930er-Jahren bis in die 1980er-Jahre, als er in Italien neue Inspirationen fand. Einflüsse seiner Lehrer Klee und Kandinsky finden sich ebenso wie die von großen Kollegen wie Pablo Picaso, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters oder Alberto Giacometti. Anfangs sind seine Werke gegenständlicher, landschaftliche Bezüge erkennbarer. Spätere Arbeiten werden abstrakter, als sie im freien Spiel von Linien und amorphen Formen aufgehen. Hofmanns Nachlass, der heute der MKM-Stiftung gehört, umfasst große Konvolute an Ölbildern, Aquarellen und Papierarbeiten aus den Jahren 1929 bis 1995, darüber hinaus Plakate, Briefe, dokumentarische Zeugnisse und zahlreiche Feldpost-Malerbriefe aus Russland (1941-1944).

Jahresprogramm 2019

Otto Hofmann in den 1950er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Otto Hofmann in den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

In den Erdgeschossräumen des Museums sind noch bis zum 10. März 2019 Arbeiten von Emil Schumacher zu sehen. Es folgen eine Sonderschau mit Werken von Klaus Rinke („Die vierte Kraft“) anlässlich seines 80. Geburtstages, die Fotografie-Ausstellung „Melting Pott“ mit Arbeiten von Till Brönner sowie eine Malerei-Ausstellung mit Werken von Katharina Grosse und ihrem Lehrer Gotthard Graubner. Neben den Rahmenprogrammen zu den jeweiligen Ausstellungen wird auch das Format „Kunst trifft …“ in diesem Jahr weitergeführt.

Die Bauarbeiten am Erweiterungsbau lägen im Zeitplan und würden bis zum Jahresende abgeschlossen, erzählte Museumsdirektor Smerling. Er erwarte die Eröffnung Anfang 2020: „Ich gehe März aus.“ Dann wird er die Kunstsammlung Ströher sehr viel umfassender als bislang präsentieren können.

Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Der neue Raum mit Werken von Otto Hofmann im Museum Küppersmühle. Foto: MKM.

Otto Hofmann in den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.

Kostenlose Besucherführungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr (maximal 30 Teilnehmer, frühzeitiges Erscheinen ist empfohlen). Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), MKM (1)

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