Lesetipp: Lonely Planets „Guide to Life” von MairDumont

Aus dem Leben gegriffen: Weisheiten aus 86 Ländern
Von Petra Grünendahl

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

„Arbeite, um zu Leben“ haben sich die Dänen zu Eigen gemacht: Ein Land von hoher Produktivität, in dem Überstunden nicht gern gesehen sind. Flexibles Arbeiten ermöglicht ausreichend Zeit für die Dinge im Leben, die wirklich zählen. Auch andere Völker haben ihren Weg zum Glück gefunden, die das für sie und ihre Gesellschaft Wesentliche in eine angemessene Perspektive stellen. Persönliche Glücksformeln bestimmen das Leben jedes Menschen, seinen Tagesablauf und damit auch Zufriedenheit, Gesundheit und Wohlbefinden. Viele dieser Glücksformeln sind kulturell gewachsen und lassen sich in Gesellschaften explizit ausmachen. Autoren von Lonely Planet haben die Kontinente Amerika, Europe, Afrika, Asien und Ozeanien bereist auf der Suche nach dem, was in Kulturen oft über Jahrtausende an Lebensweisheiten erkannt und bis heute gelebt wird.

 

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Guide to Life“ aus der Reihe “Lonely Planet” ist kein klassischer Reiseführer. Weniger als zu Orten und Zielen führt das „Lebensweisheiten aus 86 Ländern“ untertitelte Werk zu Menschen und Kulturen auf allen fünf Kontinenten. Und die Autoren des im Original englischsprachigen Buches setzen so manche Klischee und Vorurteile über Nationen und Völker in die richtige Perspektive. Interessant ist auch der Spiegel, den die Autoren den Deutschen vorhalten. Bei aller Charakterisierung und damit Vereinheitlichung von landestypischen „Eigenschaften“ sollte man immer in Hinterkopf behalten, dass es immer auch die gibt, die ganz anders sind: Nirgends haben sich Menschen schließlich ganz ohne Einflüsse von außen („woanders“) entwickeln können. Mal ganz abgesehen davon: Auch in Deutschland hat jede Region ihre Eigenheiten, was den Menschenschlag und seine Kultur angeht. Aber eine lohnenswerte Erkundung der Welt auf eine eher ungewöhnliche Art bietet dieses Buch allemal.

 

 
Reise zu Menschen statt Orten

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Länderartikel im Buch „Guide to Life“ stammen von unterschiedlichsten Autoren. Auf je vier bis sechs Seiten haben sie wesentliche Informationen zusammen getragen, was das Lebensgefühl der jeweiligen Landesbewohner und ihre Vorstellungen von Glück und Erfüllung ausmachen: Nicht in Sprüchen und Aphorismen, sondern aus dem Zusammenleben der Menschen heraus in ihrem Kulturen und Gesellschaftsstrukturen. Eine spannende Lektüre, die Einblicke in andere Kulturen gibt und Lust macht, diese Gesellschaften und ihre Menschen kennen zu lernen. Ein Buch zum Durchlesen, aber auch immer wieder zum Durchblättern.

Das Buch „Guide to Life“ ist in der Reihe „Lonely Planet“ bei MairDumont in Stuttgart erschienen. Das 416-seitige Hardcover-Buch im Format 17,5 x 22 Zentimeter mit zahlreichen Farbbildern ist zum Preis von 24,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8297-3671-8).

 

 
Lonely Planet bei MairDumont

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Die MairDumont Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Lonely Planet“ ist eine Adaption der Bücher des australischen Verlages Lonely Planet Publishing, einer der erfolgreichsten unabhängigen Reiseverlage der Welt. Seit seiner Gründung Anfang der 1970er-Jahre ist der Verlag der Philosophie seiner Gründer Tony und Maureen Wheeler treu geblieben, Reiseinfos höchster Qualität zu bieten. Die Wheeler reisen dafür aber schon lange nicht mehr alleine: Mittlerweile arbeiten sie über ihre Verlagsbüros in Melbourne, Oakland und London mit 400 erfahrenen Autoren zusammen, die für Lonely Planet rund um den Erdball reisen. Der australische Verlag wurde mehrfach für seine hochwertige Reise-Literatur ausgezeichnet. Lonely Planet hat über 500 Titel im Programm, davon ca. 270 Reiseführer.
https://www.lonelyplanet.de/

 

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (10), Cover & Layout: Lonely Planet / MairDumont

 

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Büchertipp: Vis-à-Vis Touren Deutschland laden zum Reisen ein

Spannende Ziele überwiegend jenseits großer Touristenströme
Von Petra Grünendahl

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Viele schöne und reizvolle Gegenden und Orte hat Deutschland auch dort, wo es bislang nicht die Scharen von Touristen hinzieht. Zu entdecken gibt es das alles auf „Vis-à-Vis Touren Deutschland“, die kurz und intensiv überschaubare Regionen abdecken. Für historische Burgen und Schlösser unterschiedlichster Architekturen, Städte mit mittelalterlichen Ortskernen, vielfältige Landschaften und immer wieder auch die regionale Küche muss man nicht in die Ferne reisen. Eine Auswahl von 24 Touren haben die Autoren auf ganz Deutschland verteilt. Die Touren sind so gestaltet, dass sie auch kleinere, mitunter „unterschätzte“ Städte vorstellen und Routen abseits des Massentourismus bieten. Aus Nordrhein-Westfalen hat es nur das Münsterland mit seinen Burgen und Schlössern in die Tourenempfehlungen geschafft, aber mal ehrlich: Allein für das Ruhrgebiet bräuchte man ja auch ein ganzes (eigenes!) Buch.

 

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Wer in Corona-Zeiten nicht in die Ferne schweifen mag, findet im neuen Vis-à-Vis Touren „Deutschland“ umfassende Ratschläge für 24 regional ausgelegte Touren in Deutschland mit dem Untertitel „Die schönsten Touren mit dem Auto, Camper und Wohnmobil“. Die Touren decken Regionen von Nord- und Ostsee im Norden bis zum Bodensee und den bayerischen Alpen im Süden, vom Münsterland und den Weinregionen an Rhein und Mosel im Westen bis zu brandenburgischen Alleen, dem Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz im Osten ab. An Zeitaufwand haben die Autoren jeweils zwischen 2 – 3 Tagen und 5 – 6 Tagen veranschlagt, was aber nicht heißen muss, dass man nicht noch ein paar Tage dran hängen kann. Die detaillierten Informationen zu den einzelnen Stationen, Städten und Sehenswürdigkeiten machen Lust, gleich die Koffer zu packen. Bei „Spaziergängen“ durch markante Städte helfen kleine Innenstadt-Pläne. Einladende Fotografien, Aufrisszeichnungen (3D von besonderen Sehenswürdigkeiten), einzelne kleine Karten der Umgebung sowie Tipps für Einkehr und Unterkunft, Tagesausflüge und Freizeitaktivitäten komplettieren eine Einladung, Deutschland zu erkunden – vielleicht auch nicht nur mit Auto (oder Motorrad), Camper oder Wohnmobil, obwohl das Buch vielleicht für diese Zielgruppen besonders zugeschnitten ist. Ein Buch zum Durchlesen, aber auch immer wieder zum Durchblättern, wenn man konkret Anregungen sucht.

 

 
Der Reiseführer

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Ein deutsch-britisches Autoren-Team hat 24 regional ausgelegte Touren für das verlängerte Wochenende oder den kleinen Urlaub zwischendurch zusammen gestellt. Dass das englisch-sprachige Original „Back Roads Germany“ heißt, weißt darauf hin, dass man hier überwiegend jenseits großer Straßen und der großen Touristenströme wandelt. Lediglich bei den 1 – 2 Tagen Berlin/Potsam (Tour 6) oder auch bei einzelnen Besuchen großer Metropolen wird man diese möglicherweise nicht überall vermeiden können. Kundige und gut recherchierte Texte bieten auch deutschen Reisenden eine Grundlage für die Reiseplanung bis ins Detail. Empfehlungen gibt es für Unterkünfte, Camping- und Wohnmobil-Stellplätze und Gastronomie – inklusive vollständiger Kontaktdaten (Adresse, Telefon, Internet und GPS-Daten). Lediglich die „Praktischen Hinweise“ (4 Seiten) sind wohl eher was für Reisende aus dem Ausland. Das 272-seitige Taschenbuch mit Faltumschlag im kompakten Format von 14,5 x 21,7 cm (in etwa A5) mit über 120 Bildern und 3D-Zeichnungen ist für 22,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7342-0311-4).

 

 
Vis-à-Vis-Reiseführer im DK Verlag

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch ist in der Reihe „Vis-à-Vis-Reiseführer“ im DK Verlag Deutschland (Dorling Kindersley Verlag GmbH, München) erschienen. Das britische Stammhaus Dorling Kindersley Ltd. gründeten Christopher Dorling und Peter Kindersley 1974. Sie sind mit Lizenzausgaben seit 1979 auch in Deutschland aktiv, gründeten aber erst 1999 ein deutsches Verlagshaus. Seit 2013 gehört der Verlag zur internationalen Verlagsgruppe Penguin Random House (Bertelsmann-Gruppe). Weltweit erscheinen DK Bücher in 68 Sprachen und in 120 Ländern. In Deutschland ist DK mit anschaulichen Sachbüchern und Lexika unterschiedlichster Themen für Kinder und Erwachsene erfolgreich am Markt.
www.dk-verlag.de

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (11), Cover & Layout: DK Verlag

 

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Büchertipp: Manfred Schmidts „Duisburg – 55 Highlights aus der Geschichte“ im Sutton Verlag

Geschichte(n) und Dönekes
Von Petra Grünendahl

Gerhard Mercator in Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Zu einem Kurzbesuch hatte es sogar Napoleon Bonaparte 1811 auf der Durchreise mal nach Duisburg verschlagen. Napoleon und die Franzosen haben, als sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Niederrhein das Sagen hatten, nachhaltige Spuren hinterlassen: positive wie negative. Das französische Zivilrecht (Code Civil oder Code Napoleon 1804) und die Umschichtungen von Besitz- und Vermögensverhältnissen haben späteren Entwicklungen in Duisburg eher genutzt. Das Handelsverbot mit Großbritannien (Kontinentalsperre) und die Verpflichtung, Männer für den Kriegsdienst zur Verfügung zu stellen, eher geschadet. Mit Gerhard Mercator, Johannes Corputius, Franz Haniel oder August Thyssen, aber auch Horst Schimanski, Rudolf Schock, Bernhard Dietz oder Matthias Lixenfeld kommen weitere interessante Biografien zur Sprache, die auf unterschiedlichsten Gebieten weit über Duisburg hinaus dauerhaft ihre Marken setzten.

 

Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

In kompakten Geschichten erzählt Autor Manfred Schmidt aus Duisburgs Vergangenheit: Mit seinem neuesten Werk „Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte“ hat er markante Punkte aus der langen und wechselvollen Geschichte Duisburgs ausgewählt und näher beleuchtet. Im Mittelpunkt dieser kurzweiligen und reich bebilderten Reise in die Vergangenheit stehen Menschen, Orte und Ereignisse, die Duisburg nachhaltig prägten und tiefe Spuren hinterlassen haben. Wie Puzzle-Stücke fügen sie sich zu einem umfassenderen Bild der Stadt zusammen: Schmidt führt historische und zuweilen technische Informationen zusammen in griffige Lese-Häppchen, mit denen der Leser Stück für Stück mehr über Duisburg erfährt.

 

 
55 Puzzle-Stücke, die ein Duisburger kennen sollte

Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Manfred Schmidts Buch „Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 126 Seiten findet der Leser rund 60 Fotografien und Abbildungen. Das Buch im Format 17 x 24 cm mit Hardcover-Einband ist für 19,99 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-286-8) erhältlich.

 
Leider unterläuft auch Manfred Schmidt ein sehr beliebter (und leider nicht auszurottender!) Fehler bei seinen ansonsten gut recherchierten Ausführungen: Das Hüttenwerk Meiderich (heute: Landschaftspark Nord) war ein reines Hochofenwerk und verfügte über gar kein Stahlwerk, so dass hier nie „Stahlarbeiter“ tätig waren. Auf der Hütte Meidereich wurde Roheisen gewonnen, zunächst für die Stahlwerke von Thyssen in Bruckhausen und Mülheim an der Ruhr.

 

 
Der Autor

Der Landschaftspark Nord in Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Manfred Schmidt wurde 1950 in Duisburg-Meiderich geboren und lebt in Korschenbroich am Niederrhein. Mit zahlreichen Buchveröffentlichungen zu geografischen und regionalen Themen hat der Heimatforscher und Autor sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht.
https://www.geografische-texte.de/11/Ueber-den-Autor.htm

Bücher von Manfred Schmidt im Sutton Verlag:
• Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte
• Niederrhein. 55 Highlights aus der Geschichte
• Das Münsterland. 55 Highlights aus der Geschichte
• Unnützes Wissen Niederrhein
• Unnützes Wissen Düsseldorf
• Magische Orte am Niederrhein
• Zeitsprünge Meiderich (2012, vergriffen)

 

 
Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (10), Cover & Layout: Sutton Verlag

 

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Marco Polo führt zu Insider-Tipps in “Deutschland Cities“

Auch die weniger bekannten Seiten deutscher Metropolen locken
Von Petra Grünendahl

Leipzig im Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Leipzig kann man nicht nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern auch ganz wunderbar mit dem Boot erkunden: Bei Motorbootrundfahrten oder auf eigenen Faust mit dem Kanu. „Wendegeschichte“ erlebt man im Museum in der „Runden Ecke“ während die Nikolaikirche nicht nur im Wendeherbst eine wichtige Rolle im politischen Leben gespielt hat. Das „Klassik Airleben“, für das das Gewandhausorchester zum Spielzeit-Abschluss gratis für alle im Park aufspielt, findet leider erst im kommenden Jahr wieder statt. Im Juli 2020 hatte es zuletzt Jung und Alt in Leipzigs schönsten Freiluft-Konzertsaal gelockt: Rund 60.000 Besucher mit Picknickkörben, Outdoordecken und Campingstühlen genossen die Arien im Park. Zwölf Städte – für jeden Monat eine – bieten Ziele, die noch nicht unbedingt jeder kennt. Wer in Corona-Zeiten den Trip in die unbekannte Nähe sucht, ist hier richtig. Zu der Handvoll Tipps für spezielle Unternehmungen zur jeweiligen Jahreszeit bzw. dem Monat, dem die Stadt zugeordnet wurde, kommen reichlich weitere Empfehlungen und Ziele, die man zu jeder Zeit ansteuern kann. Und sollte, wenn man diese Städte besucht.

 

Städtetrips für jede Jahreszeit im Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Mit seinem neuen Reiseführer „Deutschland Cities“ will die Reihe „Marco Polo“ auf Städtetrips in Deutschland Lust machen.
Jung und unbekümmert kommt der neue Marco-Polo-Führer daher mit “Städtetrips für jede Jahreszeit” – so der Untertitel. „Reisen mit Insider-Tipps“ versprechen die Autoren und tatsächlich findet man hier in erster Linie die Empfehlungen jenseits des Mainstream. Jeder Städte-Beitrag stammt von ortskundigen Autoren oder Autoren-Teams, die sich auf das fokussieren, was man nicht überall woanders präsentiert bekommt: Dinge, die man (zusätzlich zu den allzu häufig eher überlaufenen Touristen-Highlights) gesehen haben sollte. Mit vielen Erkundungs-Tipps, Adressen, Zahlen und Fakten. Zu den besonderen Empfehlungen für die jeweiligen Monate, denen eine Stadt zugeordnet ist, gibt es natürlich auch Tipps für Orte und Erkundungen, die das ganze Jahr über Spaß machen: Museen, Freizeit, Shopping oder Gastronomie sind ausgewählt mit einem besonderen Augenmerk das Besondere und für solche Ziele, die eher nicht im Stadtführer zu finden sind.

 

 
Städtetrips für das ganze Jahr

Das Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Deutschland Cities“ ist in der Reihe „Marco Polo“ bei MairDumont erschienen. Das bebilderte 160-seitige Werk stellt in zwölf Kapiteln Städtetrips für jede Jahreszeit vor. Die Empfehlungen der Autoren zeigen überwiegend Ziele und Unternehmungen, die man eher als lokale Geheimtipps ausmachen kann. Natürlich ist die Zusammenstellung subjektiv und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es gibt an jedem der zwölf Orte bestimmt noch die eine oder andere Location zu ergänzen. Unterwegs in einigen sehr faszinierenden Städten Deutschlands ist man im größeren Taschenbuchformat (19 x 25 cm) für 12,00 Euro. Zu haben ist das Buch im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-8297-4754-7).

 

 
„Marco Polo“ bei MairDumont
MairDumont ist eine Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) und mit ihren verschiedenen Marken und Buchreihen spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Marco Polo“ zielt mit seinen Insider-Tipps auf ein jüngeres erlebnisorientiertes Publikum. Kompakte Informationen und fokussierte Tipps für Unternehmungen kennzeichnen die Reiseführer. In sieben Sprachen übersetzt haben sie sich zum Inbegriff des Reisens entwickelt.
www.marcopolo.de https://www.mairdumont.com

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (8), Buchcover / Layout: Marco Polo / MairDumont

 

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Duisburger Gebag stellte erfolgreiche Bilanz für 2020 vor

Bezahlbarer Wohnungsbestand mit niedrigem Leerstand: Modernisierung und Neubau zahlen sich aus
Von Petra Grünendahl

Gebag Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Gebag.

Die großen Flächenentwicklungsprojekte der Gebag laufen: Am Alten Angerbach ist die Vermarktung nahezu abgeschlossen. Im Sommer sollen die ersten Bagger für Hochbauprojekte rollen. Beim Projekt 6-Seen-Wedau laufen die Erschließungsarbeiten auf vollen Touren und im Zeitplan. Und am Alten Güterbahnhof will man bis Jahresende Planungsrecht haben, um den Siegerentwurf, der gleichermaßen Bürger und Jury begeisterte, umsetzen zu können. Vor allem kümmert sich die Gebag aber um bezahlbaren Wohnraum in Duisburg und investiert entsprechend in den Bestand: Neubau, Kauf und Modernisierung. Um die Häuser und Wohnungen sowohl energetisch als auch im Hinblick auf auch im Hinblick auf Komfort und Optik auf den neuesten Stand zu bringen , hat die Gebag im vergangenen Jahr rund 27,7 Millionen Euro investiert, in den Neubau weitere 26,2 Mio. Euro. Das zahlt sich nicht nur für die Mieter aus, sondern auch für die Gebag: Die Quote der rein marktbedingten Leerstände liegt bei 0,7 Prozent. Die Gebag erwirtschaftete mit ihren knapp 12.500 Wohnungen (plus 177) und 204 Mitarbeitern (plus 13) 2020 ein Ergebnis von knapp 7,4 Millionen Euro.

 

Die Bilanz-Pressekonferenz der Gebag fand online statt. Foto: Screenshot.

Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer stellte zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link die Bilanz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft für das Jahr 2020 im Online-Pressegespräch vor. Für Wortmeyer, der vor sieben Jahren als Geschäftsführer angetreten war, die damals in finanzielle Schieflage geratene Gebag wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, war es die mittlerweile sechste Bilanz-Pk: „Damals hätte sich keiner träumen lassen, zu was wir heute wieder inhaltlich und technisch leisten können“, sagte Gebag-Chef Wortmeyer. Der Jahresüberschuss lag 2020 bei rund 5 Millionen Euro und damit rund 1,5 Mio. Euro über dem Ergebnis des Vorjahres. Dies war allerdings darauf zurückzuführen, dass 2019 eine Steuerrückzahlung das Ergebnis belastet hatte, während für 2020 Corona-bedingte Mehraufwendungen von der Stadt ausgeglichen worden waren. Für 2021 erwartet Wortmeyer einen Überschuss von rund 4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 10 Prozent (2019) auf 11 Prozent.

 

 
Stadtentwicklung und Quartiersmanagement

Gebag-Neubau: So sollen die Häuser an der Hubertusstraße in Homberg mal aussehen. Visualisierung: Gebag.

Die Flächenentwicklung, neben der Bestandsbewirtschaftung das zweite Kerngeschäft der Gebag, wurde auch im Jahr 2020 weiter ausgebaut. Erst 2019 hatte man hierfür die Tochtergesellschaft Gebag Flächenentwicklung GmbH (Gebag FE) gegründet. Die FE investierte 2020 28,6 Mio. Euro in die Entwicklungsprojekte im eigenen Bestand sowie weitere 12,6 Mio. Euro als „Geschäftsbesorger“ für die Stadt Duisburg. Mittlerweile ist im Quartier 6-Seen-Wedau die Kleingartenanlage fertig gestellt und bezogen, die Vermarktung geht bald an den Start. Planungsrecht für das Nahversorgungszentrum ist geschaffen. Für Wedau Nord ist die Ansiedlung eines Universitäts-Campuses geplant. Das nötige Planungsrecht soll noch hierfür ebenso wie für den Alten Güterbahnhof in diesem Jahr geschaffen werden. Auch auf der Brache an der Steinschen Gasse soll es weitergehen: „Dafür brauchen wir aber noch Planungsrecht“, so der Gebag-Chef. Büros, Dienstleistung, Wohnen und Gastronomie: „Das wertet dann auch die Altstadt an dieser Stelle auf“, hofft Wortmeyer.

 
Neben Bestandsbewirtschaftungen und Flächenentwicklung legt die Gebag auch einen Fokus auf das Quartiersmanagement. In Neubaugebieten ebenso wie in bestehenden Wohnquartieren entstehen Kindertagesstätten, teils auch in Verbindung mit Familien- und Jugendzentren als Neu- oder Ersatzbauten. Dank modularer Bauweise kann die Gebag diese Einrichtungen bedarfsgerecht in kurzer Bauzeit fertig stellen. Bislang gibt es 16 Kindertagesstätten, deren Betreiber teils das Jugendamt der Stadt Duisburg, teils aber auch soziale Träger wie zum Beispiel die Lebenshilfe sind.

 

 
GEBAG

Verwaltung der Gebag an der Tiergartenstraße im Dellviertel. Foto: Petra Grünendahl.

Die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG) wurde 1872 gegründet und zählt zu den ältesten Baugesellschaften Deutschlands. Seit 2012 ist die heutige GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH mit aktuell fast 12.500 Wohnungen das größte Immobilienunternehmen der Stadt. Sie bietet rund 35.000 Duisburgern ein Zuhause: Bezahlbar und in einer guten, zeitgemäßen Qualität. Die GEBAG ist das kommunale Immobilienunternehmen der Stadt Duisburg und beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Seit fast 150 Jahren prägt sie die Gestaltung und Entwicklung der Stadt Duisburg maßgeblich mit. www.gebag.de
Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG)

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Screenshot (1), Gebag (2)

 

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Büchertipp: Walter Buschmann (Hrsg.) zeigt „Industriekultur“ in Krefeld und am Niederrhein

Von Samt, Seide und Tuch bis Bergbau und Edelstahl
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Ausgehend von Schafzucht und Flachsanbau sowie handwerklicher Seidenweberei, Leinen- und Tuchproduktion entstanden in Krefeld, Mönchengladbach und Viersen vielfältige Unternehmen in der Textilindustrie. Als Folge kam der Maschinenbau, der zunächst englische Importmaschinen für die Textilproduktion wartete und reparierte. Die Maschinenbauer entwickelten dann selber schließlich welche, die sie sogar weltweit vertreiben konnten. Mit dem Steinkohlenbergbau, der Rheinschifffahrt und der Eisenbahn kam die Montanindustrie als Folge von August Thyssens Expansion 1900 nach Krefeld: Zur Krefelder Stahlwerke AG (später: Deutsche Edelstahlwerke AG) kam 1908 die Stahlwerk Becker AG, das sich ebenfalls auf Edelstahl konzentrierte. Aus Farbenwerken, Färbereien und der Produktion von Hilfsmitteln für die Textilindustrie (Seife, Fleckentferner, Fettlöser) entstanden Chemische Fabriken und Chemiewerke, die später zum Beispiel auch textile Kunstfasern produzierten. Der agrarisch geprägte untere Niederrhein mit seinen Mühlen für Öl und Getreide sowie Raffinerien profitierte von Absatzmöglichkeiten in der nahen Industrieregion.

 

Buchcover „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“, das 2017 von Walter Buschmann herausgegeben wurde, thematisiert in 22 Aufsätzen Denkmalpflege und historische Bauforschung, Industriegeschichte und Industriekultur in ihrer örtlichen und regionalen Verankerung. Das Werk will das industriekulturelle Erbe des Niederrheins hervorheben, um dessen Erhaltungswürdigkeit herauszustellen, die bislang im Vergleich zu anderen Regionen (z. B. dem Ruhrgebiet) noch etwas vernachlässigt wird. Zweiundzwanzig Autoren (Kurzbiografien gibt es im Anhang) schlagen in den Bereichen Textil, Chemie, Lebensmittel, Verkehr und Montanindustrie Brücken von der historischen und industriellen Entwicklung hin zur heutigen Situation, einer eventuellen Nachnutzung und Revitalisierung der Areale. Dabei konnten sie auf historischen Fotos, Zeichnungen, Karten und Illustrationen, Fotos aus neuerer Zeit, die teilweise ebenfalls schon wieder historischen Wert haben, sowie aktuelle Planzeichnungen zurückgreifen, die ihre Schilderungen visuell unterstützen. Sprachlich sind die Texte überwiegend eher wissenschaftlich gehalten, hochinformativ und für den Leser ein Gewinn: Das Buch ist kein Schmöker, den man in einem Rutsch durchliest, sondern eher ein Werk zum Lesen einzelner Kapitel sowie zum Blättern und sich dann irgendwo festlesen. Dabei finden sich auch sehr lesenswerte Kapitel über die Geschichte des linksrheinischen Bergbaus sowie der Stahlwerkwerke in Krefeld und Willich, die Bezüge zur Kern-Ruhrgebietswirtschaft aufzeigen.

 

Das Buch „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“ behandelt die Gebiete der Niederrheinischen IHK und der IHK Mittlerer Niederrhein. Foto: Symbolbild.

Auch wenn der Schwerpunkt der Ausführungen auf Krefeld und Uerdingen (bis 1929 selbstständige Stadt) liegt, so fließen doch auch in zahlreichen Aufsätzen Betrachtungen vom mittleren und unteren Niederrhein bis hin zur holländischen Grenze mit ein. In Duisburg steht besonders Homberg und Rheinhausen im Fokus. Der Niederrhein von Duisburg über den Kreis Wesel bis in den Kreis Kleve sowie der Mittleren Niederrhein zwischen Krefeld, Neuss, dem Kreis Viersen und Mönchengladbach gehören heute zu den IHK-Bezirken Niederrhein (Duisburg) und Mittlerer Niederrhein (Krefeld-Mönchengladbach-Neuss). Viele Pioniere der Industrialisierung am Niederrhein wie Franz Haniel, August Thyssen, Friedrich Harkort, Friedrich Diergardt und Gustav Mevissen haben auch in Duisburg Spuren hinterlassen.

 

 
Der Herausgeber
Walter Buschmann (*1949) ist Kunsthistoriker und war als Landesdenkmalpfleger mehr als 35 Jahre im Ruhrgebiet beruflich tätig. Er vermittelte sein Wissen und die Methodik der Industriedenkmalpflege über Jahrzehnte als Hochschullehrer in Essen, Dortmund, Köln und seit 1995 auch an der RWTH Aachen. Insbesondere auch im Zusammenwirken mit dem „Förderverein Rheinische Industriekultur e.V.“ weckte er mit seinen Forschungen das Interesse des Publikums. Er verantwortete zahlreiche Publikationen zu Industriedenkmälern als Autor und Herausgeber.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Buschmann

 

 
Das Buch und der Verlag

Der Blick ins Buch: „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Das 438-seitige Buch „Industriekultur“ von Walter Buschmann (Herausgeber) ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das reich bebilderte Buch im Softcover-Einband ist für 39,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-1806-1).

 
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Cover: Klartext Verlag

 

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Deutsche Oper am Rhein stellte Programm für die neue Spielzeit vor

Optimistischer Ausblick auf Spielzeit 2021/22: Oper und Ballett am Rhein präsentieren das Saisonprogramm für Düsseldorf und Duisburg
Von Petra Grünendahl

Das Spielzeitheft 2021/22 und das Rückschau-Magazin „Alles bleibt anders“ (März 2020 – Mai 2021). Foto: Andreas Endermann.

„Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir seit dem 10. Juni wieder spielen dürfen“, erklärte Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, bei der Vorstellung des Programms für die kommende Spielzeit. Das gilt für die Mitarbeiter ebenso wie für das Publikum, welches begeistert die wenigen Aufführungen bis zum Spielzeit-Ende verfolgt. Zunächst stehen auch ab September die Premieren und Aufführungen mit kleiner Besetzung auf dem Programm, die zwar eingeübt, aber seit dem Lockdown im November nicht mehr aufgeführt werden konnten. Auch das Publikum wird zunächst im Corona-Modus runter gefahren bleiben. Man hofft, ab November, spätestens zum Jahreswechsel wieder größer und vor großem Publikum spielen zu können. Karten für die Aufführungen im September und Oktober kann man jetzt schon reservieren. Der Vorverkauf dafür startet am 19. August.

 

Stellten das Programm für die neue Spielzeit vor (v. l.): Anna Melcher (Chefdramaturgin), Axel Kober (Generalmusikdirektor), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant), Alexandra Stampler-Brown (Geschäftsführende Direktorin), Demis Volpi (Ballettdirektor und Chefchoreograph Ballett am Rhein). Foto: Andreas Endermann.

Mit Vorfreude und Optimismus blickt die Deutsche Oper am Rhein auf die Spielzeit 2021/22. Verbunden mit der Zuversicht, die kommende Saison ohne pandemiebedingte Unterbrechungen und mit zunehmend weniger Einschränkungen gestalten zu können, plant sie ab 3. September rund 260 Opern- und Ballett-Vorstellungen auf den beiden großen Bühnen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg. Durch eine Fülle spannender Neuproduktionen, die bisher noch nicht gezeigt werden konnten, ist die Premierenvielfalt diesmal besonders groß: Mit Premieren von elf Opern- und sieben Ballettproduktionen, zwölf Werken aus dem Opernrepertoire, Gala- und Sonderveranstaltungen beider Sparten will sich die Deutsche Oper am Rhein ihre beiden großen Bühnen Stück für Stück zurückerobern. Erneut gewachsen ist das Angebot für Kinder und Jugendliche: Sie können Musiktheater und Tanz auf den großen und kleinen Bühnen beider Häuser, in Kitas und auf Schulhöfen erleben. Das neue Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ macht mit seiner eigenen mobilen Spielstätte an vier verschiedenen Orten in Düsseldorf und Duisburg Station und feiert vier Uraufführungen (siehe auch hier und hier).

 

 

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Eröffnet wird die neue Saison mit einer spartenübergreifenden Produktion von Oper und Ballett: Béla Bartóks Meisterwerk „Herzog Blaubarts Burg“ kommt in einer Inszenierung von Ballettdirektor Demis Volpi am 10. September 2021 in Düsseldorf zur Premiere. Nach Duisburg kommt das Stück leider nicht. In Duisburg startete die neue Saison mit der Wiederaufnahme von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ am 3. September. Erst am 25. September steht mit Mieczyslaw Weinbergs „Masel tov! Wir gratulieren!“ die erste Premiere auf dem Programm, die Ende vergangenen Jahres Corona zum Opfer gefallen war. Am 31. Oktober kann auch endlich Richard Wagners „Tristan und Isolde“ mit allen drei Akten an einem Abend seine Premiere feiern. Insgesamt wird es in Duisburg zwölf Premieren von Opern- und Ballettproduktionen sowie mehrere Wiederaufnahmen von Stücken aus dem Opernrepertoire geben. Weitere Premieren sind Leoš Janáčeks „Katja Kabanova“, Giuseppe Verdis „Macbeth“ und Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“, die Ballettabende „Ad Absurdum“, „Der Nussknacker“, „Come In“ und „One and Others“ sowie die Kinderopern „Die unbedingten Dinge“, „Meister Pedros Puppenspiel“ und „Songs with Roots“. An Repertoire-Stücken kann sich das Publikum auf „Hänsel und Gretel“, „Ronja Räubertochter“, Donizettis „L’Elisir d’Amore“ sowie das Ballett „Favorite Things“ freuen. Mehr Informationen zum Spielplan: https://operamrhein.de/de_DE/kalender?sd=2022-06-27.

 

 
Junge Oper am Rhein
Das vielfältige Musiktheater-Angebot für Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene ist erneut gewachsen. Zusätzlich zur Premiere von „Meister Pedros Puppenspiel“ kehren zwei Familienopern auf die großen Bühnen zurück: Xavier Montsalvatges Märchenoper „Der gestiefelte Kater“ und Jörn Arneckes „Ronja Räubertochter“ nach der berühmten Erzählung von Astrid Lindgren. Als mobile Produktion kommt „T.R.A.S.H“ zur Aufführung, eine Oper, die Jugendliche im Rahmen des Projekts „Opernmacher 2.0“ unter professioneller Anleitung selbst entwickelt, getextet, komponiert und ausgestattet haben. Neu ist auch „Der Kiosk“ für Kinder ab 5 Jahren: Das farbenreich klingende Werk, das die junge mexikanische Komponistin Diana Syrse im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein geschaffen hat, feiert in der Regie von Ilaria Lanzino im März 2022 im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses Premiere. Schon zu Beginn der Spielzeit setzt das Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ zur Landung an (siehe auch hier und hier). Im September macht das UFO Station vor dem Duisburger Hauptbahnhof, später setzt es auch an weniger zentralen Orten wie Garath und Bruckhausen mit einem vielfältigen Programm aller Sparten soziokulturelle Akzente. Zusätzlich zu den Aufführungen für junges Publikum bietet die Junge Oper am Rhein zahlreiche Mitmach-Projekte, Werkstätten und ein umfangreiches Vermittlungsprogramm an.

 

 
Ballett am Rhein
Trotz aller Einschränkungen konnte Demis Volpi in der vergangenen Spielzeit eine Ikone des Tanzes für eine Uraufführung mit dem Ballett am Rhein gewinnen: In einem wochenlangen konzentrierten und von ihrem Energiefluss unaufhörlich befeuerten Schaffensprozess hat die große New Yorker Künstlerin Twyla Tharp mit der Compagnie ein Stück über die unvorhersehbaren Wechsel unserer Zeit entwickelt, das sie „Commentaries on the Floating World“ genannt hat. Gemeinsam mit Aszure Bartons „Come In“, das bislang nur online zur Premiere kommen konnte, feiert ihre Neukreation am am 12. Februar Premiere im Theater Duisburg.

 
Das Programm „Ad absurdum“, das am 17. November im Theater Duisburg Premiere hat, ist eine doppelte Hommage an Eugene Ionesco als Meister dieses Fachs. Am Théâtre de la Huchette seit 1951 in dieser Kombination erfolgreich als Schauspiel aufgeführt, wagt sich Demis Volpi als Erster an das Doppel in getanzter Form. Mit „The Lesson“ von Flemming Flindt aus dem Jahr 1963 und der Uraufführung von Andrey Kaydanovskiys „Die kahle Sängerin“ setzt er auch hier auf dialogische Synergien von Tradition und Innovation.
Winterzeit ist Märchenzeit, und das Ballett am Rhein bringt passend dazu am 17. Dezember in Duisburg mit „Der Nussknacker“ das Ballett-Wintermärchen par excellence auf die Bühne. Demis Volpi interpretierte den Stoff 2016 in Antwerpen als vielschichtiges Coming of Age-Ballett, in dem ein Nussknacker zum Mensch wird und ein Mädchen zur jungen Frau. Neu an der Fassung für das Ballett am Rhein ist die Öffnung des Stücks als Plattform für den Nachwuchs: Die Gestaltung der Divertissements übernehmen Tänzer aus dem Ballett am Rhein und das Kollektiv nutrospektif, Factory Artists am tanzhaus nrw. Mit ihren unterschiedlichen Handschriften sorgen sie für höchst abwechslungsreiche Reisen um die Welt und durch Gefühlszustände.

 
Der Dreifachabend „One and others“ vereint verschiedene Sichtweisen auf das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe: Mit „Polyphonia“ von Christopher Wheeldon trifft ein Stück der Neoklassik auf zwei zeitgenössische Werke. „one and others“ von Demis Volpi und „Salt Womb“ von Sharon Eyal. Premiere feiert das Programm am 30. April im Theater Duisburg. Zum Saisonfinale kommt noch einmal eine Auswahl dessen auf die Bühne, was während der Spielzeit besonders glänzen durfte und unbedingt noch einmal erlebt werden muss, bevor die Compagnie sich in die Sommerpause 2022 verabschiedet. „Favourite Things“ heißt die bunte Ballettgala und geht am 26. Juni im Theater Duisburg über die Bühne.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Spielzeit

 
Das neue Spielzeitheft ist im Opernshop Düsseldorf und an der Theaterkasse Duisburg erhältlich und online auf www.operamrhein.de zu finden (Download). Ebenfalls erhältlich ist das Magazin „Alles bleibt anders“ – ein Rückblick auf Oper und Ballett in der Corona-Zeit (Infos und Download).

 
Der Vorverkauf für die kommende Spielzeit erfolgt schrittweise – am 19. August für die September und Oktober. Schriftliche Reservierungen, zu späteren Zeitpunkten in Buchungen umgewandelt werden, sind schon jetzt schon möglich. Der Opernshop Düsseldorf und die Theaterkasse Duisburg sind auch während der Theaterferien montags bis samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211-89 25 211), Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203-283 62-100), www.operamrhein.de.

 
Deutsche Oper am Rhein
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet zum Abholen von bestellten / reservierten Tickets 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 
Corona-Regeln:
Das Platzangebot rund 280 im Theater Duisburg reduziert. Die Vorstellungen dauern maximal 90 Minuten, es gibt keine Pausen. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, die Gastronomie nicht. Aktuell ist weder für den Besuch einer Vorstellung im Opernhaus Düsseldorf noch im Theater Duisburg ein Nachweis der „Drei G“ (Geimpft – Genesen – Getestet) notwendig. Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Andreas Endermann (2), Petra Grünendahl (1)

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Museum Under Construction mit der PriseSalz Crew

Kunst umsonst und draußen – zum Anschauen und Mitmachen
Von Petra Grünendahl

Blickfang von der Konrad-Adenauer-Allee: High Heels und Fassadenmalerei von Ursula Meyer: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Optisch locken schon von der Konrad-Adenauer-Allee und dann an der Schlossfassade zum Innenhof die großen Wandbilder der Künstlerin Ursula Meyer (*1987 in Argentinien). Neugierige zieht die Installation der Wunschmaschine von Aaron Stratmann (*1981 im Ruhrgebiet) dann in den Innenhof zwischen dem Großen und den Kleinen Schloss Oberhausen. „Wir können hier ein niederschwelliges Angebot machen, Kunst zu erleben“, so Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt,

Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

die hofft, dass auch Besucher des Kaisergartens nach dem Spaziergang ihren Weg in den Innenhof des Schlosses finden werden. Vielleicht einfach nur, um zu gucken. Der Innenhof ist bespielt mit besagter, zum Pressetermin noch im Aufbau befindlicher Wunschmaschine, Sitzgelegenheiten, einer Bücherecke, Aktionsbuden und einem DJ-Pult: Ein Ort, der einlädt zu Kunst und Künstlern, zu Begegnungen und Kommunikation. Eine Gelegenheit für jeden, sich Kunst zu nähern: Kunst aus dem Ruhrgebiet von Künstlern aus dem Ruhrgebiet, wie die Akteure aus Überzeugung beteuern.

 

Aaron.St mit seiner Baustelle der Wunschmaschine: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

„Wegen Umbau geschlossen“ kam für das Museum Ludwiggalerie Schloss Oberhausen nicht in Frage. „Museum under Construction“ war geboren: Christine Vogt und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras stellten das Projekt zusammen mit den Kuratorinnen Nina Dunkmann, Jennifer Liß und Linda Schmitz-Kleinreesink sowie den Künstlern Ursula Meyer und Aaron.St (Aaron Stratmann) von der Künstlergruppe PriseSalz Crew vor.

Von links: Kuratorinnen Jennifer Liß, Nina Dunkmann, und Linda Schmitz-Kleinreesink mit den Künstlern Ursula Meyer und Aaron.St: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Planungen von umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten im Schloss Oberhausen hatten schon vor Corona begonnen. Seit Mai wird nun endlich im Großen Schloss gewerkelt, um unter anderem Klimatechnik, Brandschutz, Gebäudesicherung und Kanalisation auf den neuesten Stand zu bringen. Da in dieser Zeit die Räume nicht nutzbar sind, suchte die Ludwiggalerie nach Alternativen, Kunst einem Publikum zu präsentieren. Statt Leute ins Museum zu locken, holte man die Kunst ins Freie: In den Innenhof zwischen dem Großen und dem Kleinen Schloss. Mit der PriseSalz Crew, die hier in unterschiedlichsten Facetten Kunst aus dem Ruhrgebiet für das Ruhrgebiet macht. Die Ausstellung wird am Samstag, 26. Juni, um 19 Uhr eröffnet.

 

 
PriseSalz Crew

Logo: PriseSalz Crew.

Zur PriseSalz Crew gehören in einer lockeren Verbindung verschiedene weitere Künstler, die projektbezogen zusammenarbeiten und die unterschiedlichste Gattungen und Herangehensweisen miteinander in Bezug setzen. Durch diesen ständigen Wechsel ergeben sich stets neue ästhetische Ausdrucksformen, die sowohl gesellschaftskritisch als auch Blick verändernd sein können. Über Ateliers verfügt die Gruppe zum Beispiel in Essen und Duisburg.

 

Fassadenbild von Ursula Meyer: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Zum „Museum under Construction“ rückt die PriseSalzCrew den Schlossinnenhof der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen in den Fokus, der so nicht nur zu einer Kunstbaustelle, sondern auch zu einem neuen Zentrum der kulturellen Begegnung wird. Außergewöhnliche Sitzgelegenheiten erschaffen einen Ort zum Verweilen; Themenhütten wollen entdeckt werden. Ein umfangreiches Programm begleitet immer dienstags, mittwochs und freitags die Besucher durch die „Museum under Construction“-Wochen. Frei nach Lieblingsthemen der Ludwiggalerie – Comic, Pop Art, Fotografie und Landmarkenkunst – sind jedem dieser vier Bereiche zwei Wochen Spielzeit auf dem Innenhof gewidmet. Ein wiederholter Besuch lohnt sich also!

 

 
Innenhof als Kunstwerk: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Plakat: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Ludwiggalerie.

Die Sonderausstellung im Innenhof des Schlosses Oberhausen läuft bis zum 29. August 2021. Die Ausstellung erstreckt sich von der 5 x 6 Meter großen Wandmalerei an der Konrad-Adeneuer-Allee hin über diverse Aufbauten im Innenhof bis zur Fassade und Vitrine des Großen Schlosses mit während der Laufzeit wechselnden Bildern. Den Ausstellungs-Flyer gibt es hier.

 
Zur Ausstellung unter freiem Himmel gibt es auch wieder ein Rahmenprogramm. Jeden Dienstag ermöglicht der Artist_Tuesday mit Interaktion, Künstler-Talks und Vorträgen direkten Kontakt zu den Kunstschaffenden. Der Workshop_Wednesday bietet jeden Mittwoch ein museumspädagogisches Programm mit Workshops für Jedermann von 0 bis 99 (natürlich dürfen auch über Hundertjährige kommen!).

Kunstbaustelle: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Am Lounge_Friday lockt jeden Freitag entspannter Kunstgenuss mit Longdrink, Liegestuhl und DJ_Beats. Details zum Rahmenprogramm und dem museumspädagogischen Angebot zu den Ausstellungen gibt es hier. Für die Teilnahme ist wegen Corona eine Anmeldung erforderlich: Info-Line und Buchungen unter 0208 / 41249-28 und ludwiggalerie@oberhausen.de. Die Angebote stehen leider unter Vorbehalt: Alle Veranstaltungen finden nur statt, sofern es die aktuellen Corona-Richtlinien erlauben. Ebenso entfallen Veranstaltungen bei sehr schlechtem Wetter. Tagesaktuelle Informationen auf gibt es auf der Website, in den sozialen Medien und unter Telefon 0208 / 41249-28.

 

Noch nicht fertig war zum Pressetermin die Wunschmaschine: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Im Kleinen Schloss zeigt der Kunstverein, der vom 8. August bis zum 26. September 2021 zu Gast in der Ludwiggalerie ist, in seiner Reihe „Parallel“ die Künstler Benjamin Nachtweyund Klaus Sievers mit der Ausstellung „Ins Grüne, ins Blaue ins Schwarze – Malerei, Zeichnung, Wortarbeiten“.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos: www.ludwiggalerie.de.

 
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (12), Aaron.St (1), PriseSalz Crew (Logo), Ludwiggalerie (Plakat)

 

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Buchtipp: „Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ von Marco Polo

Lokale Geheimtipps, die das Ruhrgebiet ausmachen
Von Petra Grünendahl

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Dein Insider-Trip Ruhrgebiet” fängt schon mal sehr typisch „Pott” an: Mit Currywurst. Das Ruhrgebiet hat aber noch sehr viel mehr zu bieten – auch jenseits seiner Fördergerüste und der Industriekultur. Auch wenn die Klassiker natürlich niemals langweilig werden, gibt es darüber hinaus viele Erlebnisse, die man woanders vergeblich sucht: Bergbauerlebnisse im Stollen hautnah erleben, verschiedenen Halden (dem Ruhri seine Alpen) oder Schimanski seine Kultkneipe „Zum Anker“.

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In Dortmund kann man selber Bier brauen und die Geschichte der Stadt auf „etwas anderen Stadtführungen“ erleben. Die klassischen Kunstmuseen, von denen es gerade im Pott nur so wimmelt (!), sind ja bekannt: Zu den Geheimtipps zählen dagegen Kunst und Museen jenseits des Mainstream. Auch kulinarisch hat das Ruhrgebiet mehr zu bieten als Currywurst und Pommes: Das reicht vom Picknick in luftiger Höhe bis zu den verschiedensten Delikatessen für Feinschmecker. Es sind gerade diese Erlebnisse jenseits klassisch-konventioneller Touristen-Highlights, die das Ruhrgebiet so einzigartig machen!

 

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet. Cover: MairDumont.

„Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ aus der Reihe „Marco Polo“ lädt den Leser ein, eine Region auch mal anders zu besuchen und zu erkunden. Mit dem Untertitel „Das Beste in deiner Region – für jede Lust & Laune“ sind es vor allem Unternehmungen jenseits des Alltäglichen, die die Autorin Kirsten Sulimma hier zusammen getragen und gut recherchiert hat. Man sollte sich aber vor einer Tour informieren, ob die jeweiligen Locations nach dem Lockdown schon wieder auf haben – und unter welchen Bedingungen.

 

 
Dein Insider-Trip: Ruhrgebiet

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ ist in der Reihe „Marco Polo“ bei MairDumont erschienen. Das reich bebilderte 192-seitige Werk stellt in sechs Kapiteln 140 Ziele für Freizeitvergnügen vor. Die Palette reicht vom relaxen übers austoben oder kreativ sein bis hin zum lecker essen. Es sind überwiegend lokale Geheimtipps, denn einem größeren Publikum in der Region dürften sie eher nicht bekannt sein. Allerdings erhebt die Zusammenstellung auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn jeder Ruhri hätte bestimmt noch die eine oder andere Location zu ergänzen. Das Buch lädt ein, Neues zu erleben oder auch Altes neu zu entdecken: Und das fast direkt vor der Haustür. Unterwegs mit den Insider-Tipps im Taschenbuchformat ist man für 16,95 Euro. Das Buch gibt es im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-8297-4767-7).

 

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Zu fast jedem Ziel sind neben der Straßenadresse auch Webseiten angegeben. Das ist auch gut so: Man sollte nämlich, nach dem Ende des langen Lockdowns und vor einem Trip die aktuellen Informationen der empfohlenen Ziele überprüfen. So hat zum Beispiel DU-Tours im November 2020 sein Hafenlager am Leinpfad aufgeben müssen und sucht nun nach einem neuen Standort in Duisburg-Ruhrort für den Shop und den Start künftiger Schimmi-Touren. Ab dem 4. Juli 2021 soll es neue Touren geben und wir wünschen Dagmar Dahmen viel Glück und Erfolg für den Neustart. Aktuelle Informationen hierzu gibt es auf der Webseite www.du-tours.de.

 

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„Marco Polo“ bei MairDumont

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

MairDumont ist eine Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) und mit ihren verschiedenen Marken und Buchreihen spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Marco Polo“ zielt mit seinen Insider-Tipps auf ein jüngeres erlebnisorientiertes Publikum. Kompakte Informationen und fokussierte Tipps für Unternehmungen kennzeichnen die Reiseführer. In sieben Sprachen übersetzt haben sie sich zum Inbegriff des Reisens entwickelt.
www.marcopolo.de
https://www.mairdumont.com

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Cover: Marco Polo / MairDumont

 

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Buchtipp: „Der Pott“ zeigt prachtvolle Seiten der Industriekultur im Ruhrgebiet

Denkmäler der industriellen Vergangenheit: Fotografien von Achim Bednorz mit Texten von Walter Buschmann
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Bergbau, Eisen und Stahl haben das Ruhrgebiet nicht nur geprägt, sondern als Region erst erschaffen. Zugegeben: Man muss sie mögen, die Architektur der Industrialisierung. In Duisburg und im Ruhrgebiet finden sich erhaltene Anlagen, die schon länger nicht mehr in Betrieb sind, teils aber heute museal genutzt werden, ebenso wie lebendige Werks- und Produktionsstätten für Eisen und Stahl. Oder Ruinen, die verwunschenen Schlössern gleichen, als Zeugen jener Zeit, als in der Region der Wirtschaftsmotor in Deutschland war. Die

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Fotografien von Achim Bednorz geben auch dort Einblicke, wo man als Normalbürger eher nicht mal eben hinkommt: zum Beispiel in die Produktion von thyssenkrupp Steel oder HKM. Historische Fotos erzählen von der Industriegeschichte des Ruhrgebiets und ihren technischen Möglichkeiten. Autor Walter Buschmann erzählt aber auch von der Technik von Kohlegewinnung, Eisen- und Stahlproduktion. Schon wer nur in Duisburg unterwegs ist, findet eine Vielzahl an bekannten Orten in unserer Stadt in herrlichen Fotos und hochinformativen Texten dargestellt. Wer sich darüber hinaus auch jenseits unserer Stadt umsehen mag, kann hier ebenfalls für Anregungen aus dem Vollen schöpfen und bekommt fachliche Hintergründe zu den Örtlichkeiten gleich mitgeliefert.

 

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz (Foto) und Walter Buschmann (Text) hat der Verlag Könemann ein Druckwerk vorgelegt, welches eindruckvoll Seiten der industriellen Vergangenheit und Gegenwart in Szene setzt. Mit gut einem Fünftel ist Duisburg inhaltlich wohl am ausgiebigsten behandelt. Gefolgt von Essen, Dortmund, Oberhausen und Mülheim sowie 20 weiteren Städten, die Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in die Gegenwart gerettet haben: Teils noch in Betrieb, teils museal aufgearbeitet oder als Ruinen sich selbst überlassen. Wo Areale umgestaltet und neuer Nutzung zugeführt wurden, legen Bednorz und Buschmann die Spuren der Industrievergangenheit offen.

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Wobei auch das eine oder andere Foto von Bednorz schon wieder historischen Wert hat, ist doch nichts so beständig wie der Wandel. Wer im ganzen Ruhrgebiet unterwegs ist, wird Vieles wieder erkennen: Unvergleichliche Perspektiven bieten ein ganz besonderes Erinnerungsalbum: Ein Buch, in dem man allein wegen der herrlichen Fotos immer wieder gerne blättert, aber sich hier und da auch mal wieder in spannenden Texte fest liest.

 

 
Streifzüge in Gegenwart und Vergangenheit

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch ist gegliedert in die Abschnitte Westliches, Mittleres und Östliches Ruhrgebiet sowie entlang der Ruhr. Bedeutende Standorte aus dem Inhaltsverzeichnis sind auf einer Karte verortet. Technische Beschreibungen an verschiedenen Stellen der Lektüre sind im Inhaltsverzeichnis in einer eigenen Kategorie gelistet. Texte in drei Sprachen erlauben auch Lesern, die nicht der deutschen Sprache mächtig sein, ein Eintauchen in das fundierte Wissen, welches hier vermittelt wird. Aber leider geht es so natürlich an manchen Stellen ein wenig zulasten der Tiefe, mit der ein Thema angegangen werden kann.

 

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Prachtvolle Farbfotografien von Achim Bednorz und historisches Bildmaterial von Walter Buschmann kundig verortet und eingeordnet: Er beschreibt ihre frühere und heutige Nutzung und ihren Wandel. Bednorz und Buschmann betrachten mit dem Ruhrgebiet von Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn im Westen bis Hamm und Ahlen im Osten zwar eine Region, die durch Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie und ihre Relikte geprägt ist. Aber darauf sind ihre Streifzüge nicht beschränkt: Wichtig für die Entstehung des Wirtschaftsraumes war der Transport auf dem Wasser und der Schiene, die hier ebenfalls breiten Raum einnehmen: Von Häfen, Wasserwegen und Wasserkraftwerken bis Güterbahnstrecken, Brücken, Bahnhöfen und Ausbesserungswerken. Auch die Industrie war früher vielfältiger als mancher es vermuten mag: Textil- und Lederfabrikation, Ziegelei, Brauerei oder eine Zinkfabrik sind hier erwähnt. Der Fokus des Buches liegt aber eindeutig auf Steinkohlenbergbau, Eisen und Stahl, die nicht nur in der Vielzahl der fotografierten und beschriebenen Orte überwiegen, sondern auch die technischen Beschreibungen dominieren.

 

 
Fotograf, Autor und das Buch

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Achim Bednorz (*1947) ist Fotograf mit den Schwerpunkten Architektur und Kunstgeschichte. Als Fotograf war er weltweit unterwegs und hat das Bildmaterial für zahlreiche internationale Publikationen mit kunsthistorischen Themen aufgenommen. Bednorz lebt und arbeitet in Köln.
http://www.achimbednorz.com
https://de.wikipedia.org/wiki/Achim_Bednorz
http://www.bednorz-images.com/

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Walter Buschmann (*1949) ist Kunsthistoriker und war als Landesdenkmalpfleger mehr als 35 Jahre im Ruhrgebiet beruflich tätig. Er vermittelte sein Wissen und die Methodik der Industriedenkmalpflege über Jahrzehnte als Hochschullehrer in Essen, Dortmund, Köln und seit 1995 auch an der RWTH Aachen. Insbesondere auch im Zusammenwirken mit dem „Förderverein Rheinische Industriekultur e.V.“ weckte er mit seinen Forschungen das Interesse des Publikums. Er verantwortete zahlreiche Publikationen zu Industriedenkmälern als Autor und Herausgeber.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Buschmann

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Das 640-seitige Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ im Format 28 x 34 Zentimeter ist auch mit seinem Gewicht von 4 Kilogramm ein Schwergewicht. Und ein Raum füllendes: Zum Lesen braucht man da schon einen großen (freien) Tisch mit guter Beleuchtung. Aus den 463 Abbildungen im Buch stechen die teils großformatigen Fotografien von Achim Bednorz besonders prägnant hervor. Dazu gibt es historische Fotografien, technische Skizzen, Funktionszeichnungen und Illustrationen sowie Karten, die dreisprachig (Deutsch, Englisch, Französisch) mit Texten von Walter Buschmann versehen sind. Das massive gebundenen Buch im Hardcover-Einband (mit Schutzumschlag) ist erschienen im Kölner Verlag Könemann. Zu haben ist das Werk für 39,95 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-7419-2488-0).

 
Auf https://koenemann.com gibt ein schönes Trailer-Video zum Buch, das Lust macht auf mehr … Der Film ist als Bericht bei WDR Westart gelaufen und auch in der WDR-Mediathek verfügbar (hier, bis 31. Oktober 2021).

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (Blick ins Buch), koenemann.com (Cover)

 

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Letzte Ratssitzung vor den Sommerferien in der Mercatorhalle Duisburg

Gegen Gewalt im Sport, für die Ausbildung bei der Stadt
Von Petra Grünendahl

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Viel diskutiert, aber letztendlich einstimmig beschlossen hat der Stadtrat das „Duisburger Konzept gegen Gewalt im Sport“, welches Duisburg Sport in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Duisburg (SSB) und dem Fußballverband Niederrhein (FVN) erstellt hat. Es besteht aus den Bausteinen „Prävention“ und „Sanktionen“ und fordert eine Selbstverpflichtungserklärung von den Sportvereinen. Dabei steht die Präventionsarbeit im Vordergrund. Das mehrstufige Sanktionsverfahren solle erst der allerletzte Schritt sein, so Oberbürgermeister Sören Link. Vielmehr sollten die Vereinsvorsitzenden Mittel an die Hand bekommen, ihre Spieler entsprechend zu schulen. Kontrovers diskutiert hat der Rat den Welterbe-Antrag „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“, den die Stadt Duisburg in einer mehrheitlich beschlossenen Stellungnahme ablehnt: „Wir sind kein Museum, sondern eine zukunftsgerichtete Stadt“, so die Position der Stadt. Zu sehr fühle man sich eingeengt in möglichen Entwicklungen, für die durch die Anerkennung als Welterbe ja nicht mehr Geld zur Verfügung stehe, sondern dieses nur anders verteilt werden müsse, so Ratsherr Frank Heidenreich von der CDU-Fraktion.

 

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Der Rat der Stadt Duisburg hatte bei seiner Sitzung in der Mercatorhalle eine gut gefüllte Tagesordnung mit 109 Punkte im öffentlichen Teil abzuarbeiten. Die individuelle Redezeit begrenzte Oberbürgermeister Sören Link auf zwei Minuten. Wieder einmal sollte eine größere Anzahl an Beschlüssen Corona-bedingte Mehrkosten absegnen. Aber auch Flächennutzungs- und Bebauungspläne waren dabei. Das Gros der Beschlüsse auf der Tagesordnung wurde zügig und fast immer einstimmig angenommen: Zumeist waren diese bereits im Vorfeld in Fachausschüssen beraten und beschlossen worden und bedurften nur noch abschließend der Zustimmung des Rates. Anfragen von Fraktionen und Ratsleuten werden im Nachgang zur Ratssitzung schriftlich beantwortet, um in Corona-Zeiten ein zügiges Abarbeiten der Tagesordnung zu gewährleisten.

 

 
Überwiegend einstimmige Entscheidungen

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Der Verlängerung der Opern-Ehe mit Düsseldorf (Deutsche Oper am Rhein) stimmte der Rat einstimmig zu und segnete die verschiedensten Jahresabschlüsse von Tochtergesellschaften im Konzern „Stadt“ ab. Zu den Mitteilungsvorlagen, von denen der Stadtrat lediglich öffentlich Kenntnis nimmt, zählten unter anderem die Bilanz überschuldeter Kommunen nach Auslaufen des Stärkungspakts Stadtfinanzen. Duisburg ist immer noch überschuldet, hat während Corona massive Zusatzkosten bei sinkenden Einnahmen (Prognose der finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Umfang von -91,78 Mio. Euro). Zuden sind zusätzliche Kosten wegen der Verlagerung von Aufgaben und damit Kosten an die Kommunen zu stemmen, die von Land und Bund nicht auskömmlich finanziert werden (Wer die Musik bestellt, sollte sie bezahlen!).

 

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Beschlossen hat der Stadtrat die Einstellung von Auszubildenden und Praktikanten für 2022, die zahlenmäßig immer noch auf einem Rekordniveau liege, wie OB Link betonte. Besonders im Vergleich zu früheren Jahren, wo sich die Stadt Duisburg die Ausbildung kaum leisten konnte: 247 Ausbildungsplätze sollen 2022 besetzt werden – nach 245 (2021), 248 (2020), 176 (2019) und 131 (2018). Einen „Anfang vom Neubeginn“ bestätigte der Rat dem Wettbewerbsergebnis zur Entwicklung des „Stadtquartiers Am Alten Güterbahnhof“ ebenso wie im Baubeschluss für den Grünen Ring Nord in Hochfeld im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027. Des Weiteren wurden diverse Stadtteilerneuerungsprojekte in Hochfeld, Hochheide und Marxloh auf den Weg gebracht.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Uwe Köppen (3)

 

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Playmobil-Austellung lockt ins Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg

Liebevoll gestaltete Bilderwelten von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert
Von Petra Grünendahl

Playmobil-Ausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

Der Hamburger Diorama-Künstler und Playmobil-Sammler Oliver Schaffer hat im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt unter dem Titel „Hafengeschichte(n) Duisburg“ mit viel Liebe für die kleinen Details eine Bilderwelt aus dem beliebten Spielfiguren geschaffen, die seit 47 Jahren aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken sind. Manch einer hat sich seine Begeisterung bis ins Erwachsenenalter bewahrt, andere haben sie dann irgendwann wieder entdeckt. Wir haben uns die neue Sonderausstellung angeschaut, die Groß und Klein zum Eröffnungstermin ins Museum lockte.

 
 
Hier sind unsere Eindrücke:

 

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Impressionen aus der Sonderausstellung von Oliver Schaffer. Fotos: Petra Grünendahl und André C. Sommer

 
Da in den Raum der Sonderausstellung nur sieben Personen hinein dürfen, kann es zu Wartezeiten kommen. Und auch die Verweildauer muss Corona-bedingt limitiert werden, damit alle Besucher in ihrem Zeitfenster in den Genuss der Ausstellung kommen.

 
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

Das Binnenschifffahrtsmuseum findet man an der Apostelstraße 84 in Duisburg-Laar. Die Playmobil-Sonderausstellung läuft bis zum 17. August. Aber auch die Dauerausstellung in der denkmalgeschützten ehemaligen Städtischen Badeanstalt Ruhrort ist sehr sehenswert. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Am Leinpfad liegen die Museumsschiffe vor Anker. Für das Museum (inkl. Museumsschiffe) zahlen Erwachene 4,50 Euro Eintritt, Kinder (bzw. ermäßigt) 2,00 Euro. Zudem gibt es Familienkarten und Gruppentarife. Tickets (inklusive Zeitfenster-Tickets) gibt es nur online.
Mehr Informationen: http://www.binnenschifffahrtsmuseum.de/?page_id=63

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (13) und André C. Sommer (7)

 

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Lesetipp auch für Kenner: Ruhrgebiet – nicht nur für Klugscheißer!

Wissenswertes aus einer geschichtsträchtigen Region
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: Ruhrgebiet von Tina Halberschmidt und Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Was haben Aletta Haniel, Maria Kunigunde von Sachsen (Fürstabtissin von Essen) und Helene Amalie Krupp gemeinsam? Dass sich in diese Riege von Pionierinnen der Frühindustrialisierung weitere Frauen aus dem Ruhrgebiet einreihen, sei nur als Vorschlag zur weiteren Recherche erwähnt. Das „Ruhrgebiet“ wurde als Raum erstmals 1871 erwähnt, als die Städte der Region zwischen dem Kreis Wesel im Westen, Hamm im Osten, dem Ennepe-Ruhr-Kreis im Süden und dem Kreis Recklinghausen im Norden industriell und bevölkerungsmäßig langsam zusammen wuchsen. Bis zur „Metropole Ruhr“ ging viel Zeit ins Land: Grenzen zwischen den Städten sind selten wirklich zu erkennen. Allerdings: Obwohl im Regionalverband Ruhr eine Einheit, verteilen sich die 53 Städte immer noch auf drei Regierungsbezirke (Düsseldorf, Münster und Arnsberg) von insgesamt fünf in NRW (mit Köln und Detmold). Schon vor der Industrialisierung brachte die alte Handelsstraße des Westfälischen Hellweges, der sich im Ruhrgebiet von Unna und Dortmund über Bochum und Mülheim bis Duisburg und an den Rhein zieht, Reichtum in die Region. Die Zeitleiste, die die Autoren verorten, reicht von der Römerzeit bis zum Strukturwandel, der nicht der erste im Ruhrgebiet ist. Eine Region im Wandel erfindet sich immer wieder und manchmal auch überraschend neu. Dabei schöpft sie auch aus ihrer vielfältigen Vergangenheit: aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus Kunst und Kultur, aus einer schon immer von Zuwanderung geprägten Gesellschaft ebenso wie aus den Jahrhundertprojekten von Luftreinhaltung und der Renaturierung von Landschaften.

 

Cover: Klartext Verlag.

In über 50 kleinen Häppchen präsentieren die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau Fakten und Geschichten aus dem „Ruhrgebiet“. In der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ hat das Team, aus deren Feder bereits „Duisburg für Klugscheißer“ stammte, Wissenswertes aus der Region zusammen getragen. Lebendig geschrieben und mit einem Augenzwinkern – „nicht nur für Klugscheißer!“ – haben sie in kleinen Häppchen Tatsachen zusammen getragen, die auch bei jenen, die sich schon länger mit dem Ruhrgebiet beschäftigen, für manches „aha“-Erlebnis sorgen und mit Vorurteilen aufräumen. Das Buch kann aber auch für den geneigten Ruhri interessante Anregungen geben, selber mal (wieder) auf Entdeckungsreise zu gehen und sein eigenes Wissen zu erweitern. Das Werk ist bei weitem nicht nur für einen „One-Night-Stand“ geeignet: Man kann das Buch gut in einem Rutsch durchlesen, greift aber dennoch immer wieder gerne mal zum Stöbern danach.

 

 
Die Autoren und das Buch

Karte der Regierungsbezirke in NRW mit dem Gebiet des RVR (Ruhrgebiet) in der Mitte. Quelle: Land NRW.

Die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau stammen aus Duisburg: Die Stadt ist für beide mehr als nur ein Wohnort – nämlich eine Herzenssache. Das Ruhrgebiet, der „Pott“, ist Heimat. Beide sind natürlich, wie es sich für Duisburger gehört, MSV-Fans. Martin Wedau beschäftigt sich mit Sachbüchern und als „Kees Jaratz“ im Zebrastreifenblog mit seiner Heimatstadt und dem Ruhrgebiet. Tina Halberschmidt ist als Redakteurin bei einer Verlagsgruppe in Düsseldorf tätig.

Städte am Hellweg, einer antiken Handelsstraße, die auch durch das heutige Ruhrgebiet führt. Quelle: Wikipedia.

Das 104-seitige Buch „Ruhrgebiet“ von Tina Halberschmidt und Martin Wedau ist im Essener Klartext Verlag in der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ erschienen. Das faktenreiche bebilderte Taschenbuch ist für 14,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2383-6).

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

Ein Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Bildmaterial: Petra Grünendahl (Fotos / Blick ins Buch), Klartext Verlag (Cover), Land NRW (Karte der Regierungsbezirke), Wikipedia (Karte der Städte am Hellweg)

 

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Lesetipp auch für Kenner: „Bergbau” im Klartext Verlag

Auf Kohle geboren: Die Wurzeln einer Identität im Ruhrgebiet
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Aus dem Bergbau entstand das Ruhrgebiet, wie wir es heute kennen. Die Steinkohlenzechen prägten das entstehende Konglomerat von Städten, die sich in der Industrialisierung gebildet hatten. „Der Kohlenpott gilt als Mythos, der Kumpel als Prototyp seiner Einwohner, Bergarbeit als Beispiel für Zusammenhalt und Kameradschaft“, schreibt Dietmar Bleidick in seiner Einleitung. Der Bergbau war immer noch Identifikation, auch wenn Zechen schon seit Ende der 1950er-Jahre schlossen. Seit Ende 2018 ist die Steinkohlenförderung ganz Geschichte. Von der ehemals goldenen Zeit im Ruhrgebiet, die vielen Menschen Arbeit gab, ist immer weniger übrig, je mehr ehemalige Zechenbauten und Fördergerüste abgerissen werden. Damit verschwindet auch das Wissen um den Bergbau und seine Bedeutung aus dem Wissen der Menschen. Der Autor führt den Leser zurück in die Anfänge des Bergbaus (seit dem 13. Jahrhundert wurde entlang der Ruhr nach Kohle gegraben), von der Fördertechnik in früheren Zeiten über die Entwicklung bis in den hoch-technisierten Bergbau der letzten Jahrzehnte, der nicht nur vergleichsweise teuer, sondern auch der Sicherste der Welt war. Die Geschichten aus dem Bergbau sind in den historischen Kontext ihrer jeweiligen Zeiten eingeordnet und ermöglichen, Zusammenhänge in der Entwicklung des Ruhrgebiets zu erkennen, die bis heute ihre Auswirkungen haben.

 

Cover: Klartext Verlag.

Den „Bergbau“ hat Autor Dietmar Bleidick in 60 kurzen Kapiteln knackig auf dem Punkt gebracht. Treffender müsste der Titel eigentlich „Bergbau im Ruhrgebiet“ heißen, denn das ist der inhaltliche Schwerpunkt. In der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ macht der Autor dem Leser die Geschichte und Technik des Bergbaus im Ruhrgebiet und seine Bedeutung für die wirtschafte und soziale Entwicklung deutlich. Dass heute in Deutschland keine Steinkohle mehr gefördert wird, heißt nicht, dass das ehemals „schwarze Gold“ nicht mehr gebraucht wird. Die Steinkohle wird heute importiert, denn zum Beispiel in der Stahlindustrie oder bei der Stromproduktion wird sie ja immer noch benötigt. Allerdings stellt der Autor auch die Frage: Wie lange noch? Und was kommt dann? Dietmar Bleidick schildert in greifbaren Leseumfang interessante Fakten und Geschichten aus dem Bergbau, die vielen Menschen auch im Ruhrgebiet heute nicht mehr bekannt sind. Das Buch lässt sich gut in einem durchlesen, aber lädt auch immer wieder zum Blättern ein, um das Gelesene zu verfestigen, was man sich nicht nur als Einsteiger in die Materie nicht alles beim ersten Lesen merken kann. Die ein bis zwei Seiten kurzen Kapitel machen dem Leser eine Vielzahl von Informationen rund um das weite Feld des Bergbaus im Ruhrgebiet zugänglich. Eine Zeitleiste und ein kurzes „Wörterbuch“ bergmannssprachlicher Begriffe runden den Fundus an Wissen gelungen ab.

 

 
Der Autor und das Buch

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Bergbau“ etwas anspruchsvoller geschrieben als die locker-flockigen „Duisburg für Klugscheißer“ und „Ruhrgebiet“ des Autoren-Duos Tina Halberschmidt und Martin Wedau. Wissenschaftlicher und faktischer schreibt Dietmar Bleidick: den Historiker (Wirtschafts- und Technikgeschichte) kann der gebürtige Bochumer nicht verleugnen. Das Buch bietet viele Informationen und Kontext – insbesondere historischer Art –, ist aber dennoch gut und flüssig lesbar. Seinen Job als Bergbauhistoriker im Deutschen Bergbau-Museum Bochum bezeichnet Bleidick als Berufung. Zahlreiche Publikationen zum Ruhrbergbau und zur Geschichte des Ruhrgebiets stammen aus seiner Feder. Seit 2015 ist er Schriftleiter der Zeitschrift „Der Anschnitt“, der vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum herausgegebenen, weltweit führenden Zeitschrift für Montangeschichte.

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Das 104-seitige Buch „Bergbau“ von Diemtar Bleidick ist im Essener Klartext Verlag in der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ erschienen. Das bebilderte Taschenbuch ist für 14,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2313-3).

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

Ein Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (Blick ins Buch), Klartext Verlag (Cover)

 

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Lehmbruck Museum zeigt Nevin Aladağ im Rahmen von Sculpture 21st

Kulturelle Vielfalt mit allen Sinnen erleben
Von Petra Grünendahl

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

Im Lehmbruck Museum erleben in der großen Glashalle zum Kantpark die neuen Installationen von Nevin Aladağ ihre Deutschland-Premiere. „Zunächst nur digital, aber wir hoffen, sich auch bald aus der Nähe einem Publikum zeigen zu können“, sagte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

Wobei „sehen“ hier vielleicht etwas kurz gegriffen ist: Zu erleben sind sie nicht nur optisch, sondern auch klanglich. Immerhin: der Ton wird über Lautsprecher nach draußen übertragen, so dass Betrachter hier schon einen umfassenderen Eindruck bekommen können. Und eigentlich möchte man die Skulpturen auch anfassen: Sowohl die Klanginstallationen „Resonator Wind“ und „Resonator Percussion“ als auch die Stellwände mit Teppichfragmenten aus aller Welt („Social Fabric“), die ihrerseits die Thematik der Klanginstallationen aufnehmen. Hier wird aber auch dann, wenn das Museum wieder öffnen darf, der Blick aus der Nähe reichen müssen. Ihre Idee sei: „dass mehrer Musiker die Werke zum erklingen bringen“, so die Künstlerin.

 

Nevin Aladag. Foto: privat.

Im Rahmen von Sculpture 21st ist im Lehmbruck Museum die deutsche Klang- und Installationskünstlerin Nevin Aladağ (*1972). Sie kam 1973 nach Deutschland, ist in Stuttgart aufgewachsen, hat in München studiert (1993 bis 2000) und seit 2002 lebt und arbeitet sie in Berlin. Im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs stellte sie die Ausstellung zusammen mit Söke Dinkla sowie Ursula Wißborn (Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West) und Bettina Böhm (Executive Director von Outset Germany Switzerland) von der Sponsorenseite vor. Einen Blick in die Glashalle ermöglichte Ronja Friedrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehmbruck Museum. Am Donnerstag, 6. Mai 2021, eröffnet die Ausstellung „Sculpture 21st: Nevin Aladağ” ab 19 Uhr unter https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/ digital.

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

 
Für die programmatische Reihe „Sculpture 21st“ ist eine Präsentation entstanden, die zeigt, welche soziale Aufgabe Skulptur heute haben kann. Die Ausstellungsreihe präsentiert seit 2014, dem 50. Geburtstag des Museums, bedeutende Positionen zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Fragen nach Herkunft und Identität sind zentrale Aspekte von Nevin Aladağs künstlerischem Schaffen. Ihre Werkstoffe sind Fragmente aus unterschiedlichen Kulturen, die sie zu einzigartigen ästhetischen Objekten verbindet. Die glänzende Messingkugel „Resonator Wind“ vereint die Mundstücke von Blasinstrumenten wie einer Trompete, Tuba, Querflöte oder einer Panflöte, während bei „Resonator Percussion“ Schlaginstrumente wie Trommeln, Cabasa, Glocken und eine Agogo miteinander kombiniert sind. Jedes Element entstammt aus einem anderen kulturellen oder geografischen Zusammenhang. Arrangiert aus geometrischen Formen, wie Kubus, Kegel, Kugel oder Zylinder verbinden sie westliche und orientalische Elemente miteinander. So übertragen sie visuell und akustisch die Idee einer kulturellen Pluralität.

 

Veranstaltungen

Nevin Aladağ, Resonator Wind (2019) Foto: Nevin Aladağ.

Digitales Begleitprogramm: Jede Woche eine Frage an Nevin Aladağ
Wonach sehnt sich Nevin Aladağ, was braucht sie für ein Arbeitsumfeld oder an welche gesellschaftliche Utopie glaubt sie? In kurzen Videos stellt sich Nevin Aladağ jeder Woche aufs Neue einer Frage von Wegbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen des Lehmbruck Museums. Veröffentlichung: ab 11. Mai Dienstags auf Instagram und Facebook und gesammelt auf der Museums-Website http://www.lehmbruckmuseum.de/jede-woche-eine-frage-an-nevin-aladag/

 

Nevin Aladağ, Resonator Percussion (2019) Foto: Trevor Good.

21. August 2021: Performance im Rahmen von Museum Tinguely AHOY!
Zum 25. Jubiläum geht das Museum Tinguely auf Schiffsreise von Paris über Amsterdam und das Rheinland bis nach Basel. Vom 19. bis 21. August 2021 legt Museum Tinguely AHOY! in Duisburg an und bietet in enger Kooperation mit dem Lehmbruck Museum drei Tage lang außergewöhnliche Kunsterlebnisse. Neben der Ausstellung und einer spektakulären Brunnenplastik an Bord erwarten die Besucher Performances von Nevin Aladağ, Keren Cytter und Marie-Caroline Hominal sowie vielfältige Vermittlungsaktivitäten und Workshops.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt. Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Öffnet das Museum wie eine Vitrine in die Stadt: die große Glashalle. Foto: Dejan Saric.

Die Ausstellung von Nevin Aladağ wird in der Glashalle bis zum 5. September zu sehen sein. Zurzeit ist das Lehmbruck Museum allerdings corona-bedingt geschlossen, so dass Klang- und Videoinstallationen nur aus dem Kantpark erlebbar sind. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum üblicherweise dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 

Der Eingang zum Lehmbruck Museum neben der Glashalle. Foto: Jürgen Diemer.

Sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt, gelten folgende Regelungen: Für Führungen und Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm sind aktuell grundsätzlich Anmeldungen erforderlich. Die Veranstaltungen finden vorbehaltlich eventueller Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie statt. Es kann zu kurzfristigen Anpassungen kommen. Außerdem ist die Anzahl der Besucher im Museum begrenzt: Auf aktuell 100 im Wechselausstellungsbereich sowie 300 im gesamten Museum: Es kann zu Wartezeiten kommen, falls diese Anzahl erreicht ist. Siehe auch: https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Nevin Aladağ (1), Trevor Good (1), Frank Vinken (3), Dejan Saric (1), Jürgen Diemer (1), privat (1)

 

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Emscherkunstweg: Die „Neustadt“ im Landschaftspark Duisburg-Nord öffnet morgen

Das Ruhrgebiet rückt zusammen

Impressionen aus der Neustadt
War durften am letzten Sonntag mal einen Blick auf die Kunstwerke am Rande der A42 werfen und haben uns dann gleich auch ein bisschen selber mit eingebracht … 😉

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Fotos: Petra Grünendahl

Groß berichtet hatten wir schon letzte Woche …
© pet 2021

 

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Wirtschaftsbetriebe: Start der neuen Sauberkeits-Kampagne in Duisburg

„Behandle deinen Müll nicht wie den letzten Dreck.
Gib ihm lieber ein Zuhause!“

Von Petra Grünendahl

Wirtschaftsbetriebe starten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wem in Corona-Zeiten die Decke auf den Kopf fällt, den drängt es zumindest bei schönem oder trockenem Wetter nach draußen. Den Proviant nimmt man sich entweder mit oder konsumiert Kaffee oder Currywurst & Pommes „to go“. Aber: Nicht jeder entsorgt die Verpackung im Mülleimer oder nimmt sie wieder mit. Die Hinterlassenschaften verschandeln Orte, an denen sich Menschen eigentlich wohl fühlen sollten. Was von Einzelnen unachtsam fallen gelassen wird, muss dann auf Kosten der Allgemeinheit von den Wirtschaftsbetrieben entsorgt werden. Rund 4,2 Mio. Euro habe es im vergangenen Jahr gekostet, nur den „Kleinkram“ zu entsorgen, erzählte Thomas Patermann, Sprecher des Vorstandes der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Wilde Müllkippen seien da noch gar nicht eingerechnet. „Aber dass wir aufräumen, kann immer nur das letzte Mittel sein. Viel besser und am Ende auch günstiger für alle wäre es, wenn jede Person verantwortungsvoll mit den eigenen Abfällen umgeht“, so Patermann. Das bedeute in erster Linie, die aufgestellten Müllbehälter zu benutzen. Oder seinen Müll bis zum nächstgelegenen Behälter mitzunehmen. „So können wir alle mit ganz kleinem Aufwand ganz Großes leisten“, sagte der Vorstandssprecher.

 

Präsentierten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg (v. l.): Oliver Vornholt (Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation), Thomas Patermann (Wirtschaftsbetriebe Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Die Idee zu „Behandle deinen Müll nicht wie den letzten Dreck. Gib ihm lieber ein Zuhause!“ ist nicht neu, aber wird jetzt neu gedacht. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg haben die Kampagne von 2008 wieder aufgegriffen und mit der Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation mit neuen Medien frisch aufgelegt. An einem Graffiti im Rheinpark (Künstler: Marten Dalimot) stellten Thomas Patermann und Oliver Vornholt die neue Kampagne vor. Ziel ist es, mit dem Paket an Maßnahmen möglichst viele Menschen zu erreichen und „positiv“ anzusprechen.

 

Präsentierten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg (v. l.): Oliver Vornholt (Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation), Thomas Patermann (Wirtschaftsbetriebe Duisburg). Unten links das Straßen-Tattoo. Foto: Petra Grünendahl.

Fünf „Müllies“ personifizieren das Gros solcher kleinen Hinterlassenschaften, die achtlos weggeworfen, nicht nur Kosten verursachen. Sei es die gebrauchte Maske, die gespickt mit Bakterien und Viren vom nächsten Kind aufgehoben wird, die kleine Zigarettenkippe, die das Grundwasser verunreinigt, der Kaugummi, der Pizzakarton, die Getränkedose, die Plastiktüte, der Kaffeebecher, der Hundehaufen und und und … Scheinbar endlos ist die Liste von unliebsamen Dingen auf den Straßen und in den Grünanlagen unserer Stadt. Jede Art von Abfall ist eine Belastung für andere. Und ärgerlich anzusehen für jeden, der seinen Müll dort entsorgt, wo er hingehört: im Müllbehälter, der zumeist nur wenige Schritte entfernt steht.

 

 
Graffiti wird über die Artivive App lebendig

Die „Mülllies“ der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Foto: Screenshot.

Extra für diese Kampagne kreiert hat die Agentur so genannte „Müllies“, eine Gruppe aus verschiedenen Abfällen, die traurig dreinblickend überall im Stadtgebiet zu finden sind: Auf großen Werbeplakaten, an einzelnen Treppenaufgängen im Hauptbahnhof, auf Gum-Walls auf den Bahnsteigen oder als Straßen-Tattoo auf den Einkaufsstraßen sind Bernd Becher, Martha Maske, Kai Kippe, Karla Kaugummi sowie Carola & Pommfred Schranke im Einsatz. Traurig sind sie, weil sie von manchem „wie der letzte Dreck behandelt“ und achtlos weggeschmissen werden. Viel mehr, so der Tenor der Kampagne, würden sie sich freuen, dort entsorgt zu werden, wo sie hingehören: in den Müllbehälter.

 

Wirtschaftsbetriebe starten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Sie machen optisch schon was her und haben echte Hingucker-Qualitäten, mit denen sie Menschen von ihrer Botschaft überzeugen wollen. Außer dem Graffiti im Rheinpark gibt es ein Zweites an der Fußgängerbrücke Landfermannstraße in der Innenstadt. Beide können jeweils vor Ort über die kostenlose App Artivive auf dem Smartphone zum Leben erweckt werden. Als weiteren Hingucker haben die Wirtschaftsbetriebe zum Pressetermin im Rheinpark die Zigarettenkippe als Sitzbank vor dem Graffiti platziert. „Kai Kippe“ wird allerdings nicht auf Dauer im Rheinpark bleiben: Zwei Sitzmöbel in dieser Gestaltung wechseln ihren Standort im Stadtgebiet bis Ende der Kampagne im Herbst 2022 mehrfach.

 

Einfach fallengelassen. Foto: Petra Grünendahl.

Auch online kann man den „Müllies“ nicht entkommen: Neben der Webseite machsrein.de sind Aktionen über Facebook und Instagram geplant. Ab dem 17. Mai steht die erste digitale Mitmachaktion in den Startlöchern. „Wir wollen die Menschen spielerisch erreichen“, erklärte Sarah Lampe von der Unternehmenskommunikation der Wirtschaftsbetriebe. Die Kampagne arbeitet mehrsprachig: Neben Deutsch auch in den Sprachen Türkisch, Arabisch, Rumänisch und Bulgarisch.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Deutsche Oper am Rhein zeigt „Romeo und Julia“ bei Operavision

Frei nach William Shakespeare: ein
„Sommernachtsalbtraum“ von Boris Blacher

Von Petra Grünendahl

Jussi Myllys (Romeo), Lavinia Dames (Julia), Günes Gürle (Capulet), Katarzyna Kuncio (Lady Capulet), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.

Lady Capulet (Katarzyna Kuncio) und ihr Mann (Günes Gürle) wollen ihre junge Tochter Julia (Lavinia Dames) verheiraten. Auf dem abendlichen Fest soll sie den ihr unbekannten Graf Paris kennen lernen. Es erscheint Romeo (Jussi Myllys), in den sich Julia unsterblich verliebt, während ihre Familie ihn als Spross der verfeindeten Montagues ausmacht. Hin und her gerissen sind die bis dato Ahnungslosen zwischen ihrer Liebe zueinander und dem Hass ihrer Familien. In einer Auseinandersetzung tötet Romeo Julias Cousin Tybalt (Andrés Sulbarán).

Jussi Myllys (Romeo), Chansonnier (Florian Simson), Lavinia Dames (Julia), Chor. Foto: Hans Jörg Michel

Dafür wird er aus Verona verbannt, will aber mit Julia gemeinsam fliehen. Nachdem ihre Eltern sie immer noch mit Paris verheiraten wollen, nimmt sie einen Trank zu sich, der sie in todesähnlichen Schlaf versetzt. „Statt Hochzeitsglocken Grabgeläut“, heißt es dazu bei Shakespeare. An ihrem Grab in der Familiengruft nimmt das Schicksal seinen Lauf: Der verzweifelte Romeo trinkt Gift, weil er von ihrem vermeintlichen Tod erfährt, ihn ein Brief mit der List aber nicht erreicht hat. Er stirbt, als seine Liebste aufwacht. Mit einem Kuss holt sie sich letzte Tropfen des Giftes von seinen Lippen und stirbt ebenfalls. Ein Chansonnier (Florian Simson), der mit seiner „Erzählung“ die komprimierten Stränge der Handlung verknüpft, beklagt den Tod der beiden Liebenden – als Opfer des Hasses ihrer Familien.

 
 

Lavinia Dames (Julia). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Deutsche Oper am Rhein zeigt Boris Blachers Oper „Romeo und Julia“ auf Operavision. Entstanden ist die Kammeroper in drei Teilen im Jahr 1943 frei nach Wilhelm Shakespeare. Der deutsch-baltischen Komponisten Boris Blacher hat Shakespeares berühmte Tragödie als Libretto auf ihre Essenz verdichtet: das Schicksal von Romeo und Julia. Dank der so recht kleinen Besetzung ist eine solche Oper auch in Corona-Zeiten möglich, auch wenn hier wegen des andauernden Lockdowns das Publikum aus dem Theatersaal und vor den Bildschirm verbannt wurde. Die 70-minütige Inszenierung von Manuel Schmitt wurde aufgezeichnet am 19. März 2021 im Theater Duisburg. Gesungen wird in deutscher Sprache. Untertitel gibt es in Deutsch, Englisch oder Französisch. Automatische Übersetzungen sind in weitere Sprachen möglich. Verfügbar ist das Werk auf Operavision bis zum 17. Oktober 2021, 12 Uhr.

 

 
 
Großartige Oper aus einer anderen Perspektive

Trauer am Grab: Chor, Gunes Gürle (Capulet), Katarzyna Kuncio (Lady Capulet) und Lavinia Dames (Julia). Foto: Hans Jörg Michel.

Recht dunkel wirkt das sparsame Bühnenbild, das ebenso wie die Kostüme von Heike Scheele entworfen wurde. Meist ist lediglich der Vordergrund ist in stimmungsvolles Licht gehaucht: das Lichtdesign von Thomas Tarnogorski ist sparsam, aber wirkungsvoll. Dunkel gekleidet die Capulet, die Montagues und weitere Akteure, in unschuldigem Weiß bis Hellgrau kontrastieren dazu die jungen Liebenden. Die Duisburger Philharmoniker spielen in einer sehr kleinen Kammerbesetzung unter der musikalischen Leitung von Christoph Stöcker. Der Chor unter der Leitung von Gerhard Michalski setzt sich in kleiner Besetzung zusammen aus Sängern den Opernchores und des Opernstudios.

 

Lavinia Dames (Julia), Jussi Myllys (Romeo), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.

Zwar kann der „Film“ aufgrund der in den meisten Haushalten unzureichenden Akustik nicht den Genuss einer tatsächlichen Aufführung bieten, allerdings hat auch die Aufzeichnung der Aufführung dank der ausgefeilten Kameraführung ihren Reiz. Es gibt nicht die eine statische Kamera, die einfach nur aufzeichnet. Dafür gibt es Kameraschwenks und Nahaufnahmen, die neben dem Gesang auch das Schauspiel der Akteure mehr betonen, als man es als Zuschauer von seinem festen Platz im Theater kennt. Das Ganze verbindet einen gut geschnittenen Kinofilm mit einem großartigen Opern-Cast aus Sängern und Musikern, die in jeder Beziehung überzeugen. Die auf die beiden Hauptakteure Romeo und Julia komprimierte Handlung braucht sich auch nicht hinter der Opulenz traditionellerer Varianten und Inszenierungen des Stoffs verstecken. Selbst mit den aktuellen Einschränkungen im Spielbetrieb: Die Deutsche Oper am Rhein begeistert auch „digital“!

 

 
 
Das digitale Angebot der Deutschen Oper am Rhein:

 
 
Deutsche Oper am Rhein

Florian Simson (Chansonnier), Lavinia Dames (Julia), Jussi Myllys (Romeo), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel

 

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Wettbewerb „IGA 2027 Zukunftsgärten“: Duisburg stellte Sieger-Entwürfe vor

Die Rückeroberung ehemals industriell genutzter Areale
Von Petra Grünendahl

Duisburgs Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. Foto: Screenshot.

„Für die Stadt ist dies ein Meilenstein: Duisburg rückt näher an den Rhein“, erklärte Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. Ziel sei es, ehemals industriell genutzte Flächen zukunftsorientiert neu zu entwickeln und zu nutzen. Da werde sich der Rheinpark neben dem Landschaftspark Nord und dem Innenhafen als Duisburger Erfolgsprojekt einreihen, ist Linne überzeugt. Der Rheinpark öffnet den Rhein für die Bürger der Stadt als Freizeitraum, wo früher die Schwerindustrie das Ufer beherrschte.

Plangebiet für die IGA 2027 in Duisburg. Quelle: RVR.

Auch der Grüne Ring von der Innenstadt bis zum Rheinpark soll attraktiver gestaltet werden und dann als Aktivitäts- und Freizeitraum einladen. Die IGA 2027 ermöglicht die Verwirklichung dieser Konzepte unter dem Thema „Wie wollen wir künftig leben, wohnen und arbeiten?“ mit dem Ziel, Zukunftsthemen greif-, erleb- und präsentierbar darzustellen. Die Antwort sucht die IGA in der Gestaltung von Grünflächen: Das reicht von Parks für Erholung und Freizeit bis zum Mitgestalten (Urban Gardening, Schul- und Gemeinschaftsgärten). Der Grüngürtel soll so zum intensiv genutzten Nachbarschaftspark werden. Auf dem eigentlichen (kostenpflichtig) IGA-Ausstellungsgelände präsentieren zudem Garten- und Landschaftsbaubetriebe Themen- und Mustergärten.

 

Eingangsbereich zum Rheinpark. Entwurf: wbp Landschaftsarchitekten.

Für die freiraumplanerischen Aspekte der Internationalen Gartenausstellung (IGA) gab es einen Wettbewerb, zu dem in Duisburg eine Jury nach 14-stündiger Sitzung die Sieger kürte. Die Ergebnisse stellte der Regionalverband Rheinland (RVR) zusammen mit der Stadt Duisburg und der IGA gGmbH vor. Neben Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne und IGA-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Horst Fischer, Projektleiter der IGA Metropole Ruhr 2027, gaben auch die Preisträger im Online-Pressegespräch Auskunft über Konzepte und Intentionen. Aus landschaftsplanerischer Sicht sei der Wettbewerb ein Highlight gewesen, hob der Projektleiter hervor. „Vierzehn Planungsbüros aus Deutschland und Europa haben uns hochwertige Ideen im Umgang mit den künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversität und kulturelles Miteinander präsentiert“, erzählte RVR-Direktorin Geiß-Netthöfel. „Aufgabe war die Gestaltung des Rheinparks und die Anbindung an Randgebiete bis hin zur Innenstadt. Dazu galt es, eine Parkanlage zu entwickeln, die Besucher von nah und fern anlockt“, so Martin Linne.

 

Der Grüne Ring. Entwurf: wbp Landschaftsarchitekten.

Der Grüne Ring ist als Grünanlage schon vorhanden, wird allerdings entsprechend des umzusetzenden Konzepts weiter entwickelt und umgestaltet. Beim Rheinpark sind die beiden ersten Bauabschnitte 2009 und 2020 fertig gestellt worden. Der dritte Bauabschnitt wird nun in Angriff genommen und soll bis 2025 fertig sein, der Grüne Ring in seiner neuen Ausprägung 2026. Dazu kommt die Umgestaltung des (bislang gewerblich genutzten) Kultushafens als Raum zur Freizeitgestaltung. „Jetzt müssen die Konzepte konkretisiert und durchgeplant werden“, erklärte Horst Fischer das Prozedere. Planung sei das eine, Realisierung ganz was anderes. „Nichts wird so gebaut, wie es auf dem Papier steht. Duisburger können sich immer noch einbringen“, versicherte der Stadtentwicklungsdezernent. Und: „Das werden intensive fünf Jahre.“ Am 15. April 2027 soll die Eröffnung sein. Frühere Ideen, auch das Rheinvorland in Hochemmerich und Friemersheim mit einzubeziehen, fanden sich in den Entwürfen nicht wieder und scheinen somit vom Tisch zu sein.

 

 
IGA Metropole Ruhr 2027 präsentiert eine ganze Region

Neugestaltung des Kultushafens. Entwurf: wbp Landschaftsarchitekten.

Das Bochumer Büro wbp Landschaftsarchitekten GmbH landete bei der Jury auf dem ersten Platz. Zum zweiten und dritten Preisträger kürten sie den Landschaftsarchitekten Rehwaldt aus Dresden und das Büro A24 Landschaft aus Berlin. Anerkennungspreise erhielten die Büros bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau (sie haben den Zechenpark zur Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort gestaltet) sowie hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH (beide aus Berlin), scape Landschaftsarchitekten GmbH (Düsseldorf) sowie Treibhaus Landschaftsarchitektur (Hamburg). Der nächste Schritt ist nun das Vergabeverfahren, in das die drei Preisträger einbezogen werden. Erst im Sommer wird feststehen, welcher der drei Entwürfe letztendlich umgesetzt wird. Ab Anfang Mai sind alle Arbeiten im virtuellen Raum ausgestellt unter www.duisburg.de/iga2027.

 

Ideen. Entwurf: wbp Landschaftsarchitekten.

Den Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 bilden drei eintrittspflichtigen Zukunftsgärten Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund sowie die Zukunftsgärten in Bergkamen / Lünen und „Emscherland“ im Kreis Recklinghausen. Die IGA Metropole Ruhr 2027 wird die erste dezentrale Internationale Gartenausstellung. Organisiert wird die Gartenausstellung von der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH als Durchführungsgesellschaft, dem Regionalverband Ruhr als Regionalinstitution für die Metropole Ruhr sowie den Kommunen als Projektträger. Eine enge Kooperation besteht mit dem Land Nordrhein-Westfalen, Emschergenossenschaft/Lippeverband und vielen weiteren Partnern. Namensgeber ist die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft mbH.

 

 
IGA 2027 und die IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH

Die Ausstellungsfläche Rheinpark. Entwurf: wbp Landschaftsarchitekten.

Die IGA Metropole Ruhr 2027 ist ein regionales Dekadenprojekt und Laborraum für die nachhaltige Städte-Landschaft der Zukunft mit überregionaler Ausstrahlung, an der sich viele Kommunen, Vereine und Initiativen beteiligen. Fünf Zukunftsgärten bilden die internationalen Schauräume der IGA 2027. Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund zeigen zudem umfangreiche Blumenschauen.
Siehe auch www.iga2027.ruhr.

Getragen wird die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr vom RVR, von den Kommunen und Kreisen der Metropole Ruhr, der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH, der Ruhr Tourismus GmbH sowie zahlreichen weiteren beteiligten und interessierten Institutionen wie Emschergenossenschaft, LWL und LVR, Gartenbauverbänden, Landwirtschaftskammer oder Kleingartenverbänden.

Gesellschafter der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH als Durchführungsgesellschaft sind neben dem Regionalverband Ruhr (50,2 Prozent) die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (13 Prozent), die Städte der Zukunftsstandorte Dortmund (13,1 Prozent), Duisburg (10,7 Prozent), Gelsenkirchen (5,9 Prozent), Bergkamen (1,4 Prozent), Lünen (1,4 Prozent) und der Kreis Recklinghausen (4,3 Prozent).

Informationen zu den Standorten der IGA2027

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: wbp Landschaftsarchitekten (Visualisierung)

 

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Emscherkunstweg reicht jetzt bis in den Landschaftspark Duisburg-Nord

Die „Neustadt“ als Blickfang am Grünen Pfad weckt Erinnerungen
Von Petra Grünendahl

Von links: Kuratorin Britta Peters mit den Künstlern Marta Dyachenko und Julius von Bismarck vor dem Goliath, vorne das Freizeit- und
Allwetterbad Schwerte. Foto: Daniel Sadrowski.

„Miniaturstädte werden üblicherweise als ‚best of’ einer Region oder Stadt gebaut. Wir sind mit einem anderen Anspruch an unser Werk gegangen“, erklärte der in Berlin lebende Künstler Julius von Bismarck (*1983). Aus Stahl, Beton, Edelstahl und Aluminium, mit Fensterverzierungen, Wandreliefs, unzähligen kleinen Fensterscheiben aus Acrylglas äußerst ausgefeilt umgesetzt, bringen die Bauten Gewichte von 350 Kilogramm bis 6,6 Tonnen auf die Waage.

Julius von Bismarck und Marta Dyachenko vor den City Wohnturm Bergkamen, vorne das Gammel-Wohnhaus Hamm. Foto: Daniel Sadrowski.

Von Bismarck hat in Zusammenarbeit mit der Architektin und Künstlerin Marta Dyachenko (*1990 in Kiew/Ukraine) jeden Bau in der „Neustadt“ eigenständig und eine Skulptur für sich konzipiert. Auf einer Grünfläche am Fahrradweg „Grüner Pfad“ zwischen Alter Emscher und A42 sind zwei Straßenzüge entstanden, an denen Nachbauten von abgerissenen Gebäuden aus dem Ruhrgebiet eine fiktive Stadt, die „Neustadt“, bilden. Wichtig war den Künstlern nicht der originalgetreue Nachbau, sondern dass die Bauten ihrem gealterten Zustand beim Abriss entsprechen: Vom Leben gezeichnet stehen sie für ihre Zeit im Ruhrgebiet.

Von links: Volkshochschule Essen, Citywohnturm Bergkamen, Gammel-Wohnhaus Hamm und Kirche St. Joseph Essen. Foto: Julius von Bismarck.

Von 1904 bis in die Mitte der 1970er-Jahre entstammen die Originale, die Stück für Stück seit 2006 abgerissen worden waren. „Hier wurde Geschichte wird aus dem Stadtbild getilgt“, erklärte Kuratorin Britta Peters, künstlerische Leiterin der Urbane Künste Ruhr. „Das waren politische Entscheidungen.“

 
 
 

Gruppenbild (von links): Prof. Dr. Uli Paetzel, Marta Dyachenko, Britta Peters, Dr. Vera Battis-Reese, Julius von Bismarck und Karola Geiß-Netthöfel. Foto: Daniel Sadrowski.

Die „Neustadt“ ist das mittlerweile 19. Kunstwerk entlang des Emscherkunstwegs, der von der Emscherquelle in Holzwickede bis zur Mündung in den Rhein führt. Das erste Kunstwerk auf Duisburger Boden stellten Karola Geiß-Netthöfel (Regionaldirektorin Regionalverband Ruhr RVR), Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft) und Dr. Vera Battis-Reese (Geschäftsführerin Kultur Ruhr GmbH) zusammen mit den Künstlern Julius von Bismarck und Marta Dyachenko sowie Kuratorin Britta Peters online vor.