Deltaport Niederrheinhäfen boten Einblicke in ihre Entwicklungen vor Ort

Baureife Flächen mit Wasseranschluss und
überregionaler Verkehrsanbindung

Von Petra Grünendahl

Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH und der DeltaPort GmbH & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.

„Auf diesem Areal hatte sich eigentlich ein Futtermittelhersteller ansiedeln wollen, aber nachdem deren Absatz sank, haben sie ihr jüngstes Erweiterungsprojekt gestoppt“, erzählte Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH, im Stadthafen Wesel. Das war der einzige Wehrmutstropfen, über den Stolte zu berichten hatte. Dafür steht jetzt ein Filet-Stück mit trimodaler Anbindung im Stadthafen Wesel für eine Neuansiedlung zur Verfügung. Die komplette Kaimauer war erst zwischen 2013 und 2015 erneuert worden, als Hülskens dort auch seine neue Salzverladung baute: Rund 1 Mio. Tonnen Salz aus Rheinberg-Borth werden mittlerweile hier verladen. „Saniert haben wir auch die Gleisanlagen im Hafen und die Gleise bis zum Bahnhof Wesel, wo die Güterzüge ins Netz der Deutschen Bahn wechseln“, berichtete Dieter Thurm, Technischer Leiter der Deltaport GmbH & Co. KG. „Die 300 Meter neue Kaimauer im Rhein-Lippe-Hafen sind im vergangenen Jahr fertig geworden“, erzählte Thurm. Sie dient der Schwergut-Verladung bei Hegmann Transit.

Auf der River Lady gingen rund 200 Gäste auf die Tour „Deltaport vor Ort“. Foto: Petra Grünendahl.

Rhein-Lippe-Hafen in Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum siebten Mal (und zum zweiten Mal unter dem Dach der Hafenkooperation DeltaPort Niederrheinhäfen) hatte DeltaPort zu seinem Traditions-Event geladen, rund 200 Gästen aus Politik, Verwaltung und Logistik-Branche die Entwicklung seiner Hafenstandorte „vor Ort“ zu präsentieren. Die Schiffstour mit der River Lady ging vom Anleger an der Weseler Rheinpromenade Richtung Süden über den Stadthafen und den Rhein-Lippe-Hafen (ehemals Ölhafen) in Wesel sowie den Hafen Emmelsum in Voerde bis zum Hafen Rheinberg-Orsoy. Neben Andreas Stolte und Dieter Thurm sprachen auch Vertreter von Kooperationspartnern und Hafenanliegern über ihre Unternehmen, die Entwicklungen ihrer Ansiedlungen und Pläne für Erweiterungen. Dabei bekamen die Gäste einen kleinen Einblick, in welche Richtung die Entwicklung der Häfen gehen soll: Eine weitere Diversifizierung des Ladegutes durch neue Ansiedlungen sowie Engagement in Zukunftsfeldern wie Kühllogistik, Digitalisierung und Nachhaltigkeit (insbesondere in Zusammenarbeit mit Kooperationspartner Hafen Rotterdam) standen ganz oben auf der Agenda.

 
Die DeltaPort Niederrheinhäfen

Hafen Voerde-Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.

Die DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH ist ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort-Häfen (Stadthafen und Rhein-Lippe-Hafen in Wesel sowie Hafen Voerde-Emmelsum) mit den Häfen Emmerich und dem NIAG-Hafen Rheinberg-Orsoy. Ziel der Gesellschafter des Hafenverbundes – DeltaPort GmbH & Co. KG, NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG und Port Emmerich GmbH – ist es, die Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Gemeinsam bilden die Partner das gesamte Umschlag-Portfolio ab: Von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und Containern. Der Güterumschlag betrug im letzten Jahr 7,5 Mio. Tonnen – mit deutlichem Wachstum vor allem beim Massengut (Schütt- und Flüssiggütern) von 13 Prozent und bei Containern von 23 Prozent.

NIAG-Hafen Rheinberg-Orsoy. Foto: Petra Grünendahl.

Die Niederrheinhäfen liegen im Hinterland der Überseehäfen von Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ARA). Alle fünf Hafenstandorte profitieren von ihrer Lage jenseits des staubelasteten Ruhrgebiets mit einer hervorragenden Anbindung an überregionale Verkehrswege. Ihre überwiegend trimodale Infrastruktur prädestiniert sie als Drehscheibe für Warenverteilströme, aber auch für Mehrwerte schaffende Unternehmen, die hafenaffine Produktion ansiedeln wollen. Mit Leuchtturmprojekten wie EcoPort 813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ besetzen sie Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Insgesamt verfügt DeltaPort aktuell über 81 Hektar baureife Flächen am Wasser.
www.deltaport-niederrheinhaefen.de

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© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), DeltaPort (Luftbilder)
 


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Erzieher-Fachklasse vom Sophie-Scholl-Berufskolleg gestaltete Antikriegstag des DGB Niederrhein

Erinnern heißt mahnen: „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen damit beschäftigen”
Von Petra Grünendahl

Schüler der Fachklasse Erzieher stellten ihr Kunstprojekt über Sophie Scholl und Anne Frank bei der traditionellen Antikriegstags-Veranstaltung im Ratssaal vor. Foto: Petra Grünendahl.

Die angehenden Erzieher hatten sich im Kunstunterricht mit der Lehrerin Rita Glaser für ein Kunstprojekt mit Anne Frank und Sophie Scholl, Namensgeberin ihrer Schule, beschäftigt. Zur künstlerischen Auseinandersetzung kam die Beschäftigung mit den persönlichen Geschichten, die beide – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – zu Opfern des Nationalsozialismus werden ließ. „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen damit beschäftigen“, sagte Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Niederrhein. Denn die Erinnerung mahnt, dass so etwas nicht wieder geschieht. Die Ergebnisse des Kunstprojekts waren am 12. Juni in einer Ausstellung an der Schule in Marxloh zu sehen, wo das Sophie-Scholl-Berufskolleg als Musterbeispiel gelebter Vielfalt gilt. Einen Teil der Exponate hatten die Schüler mit ins Rathaus gebracht und im bzw. vor dem Ratssaal aufgebaut. In einem Gemeinschaftsvortrag stellten Vertreter des Kunstkurses das Projekt dem Publikum vor.

Schüler der Fachklasse Erzieher stellten ihr Kunstprojekt über Sophie Scholl und Anne Frank bei der traditionellen Antikriegstags-Veranstaltung im Ratssaal vor. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Antikriegstag hatte der DGB Niederrhein in den Ratssaal der Stadt Duisburg zu seiner Traditionsveranstaltung eingeladen. Angelika Wagner und Bürgermeister Manfred Osenger als Vertreter der Stadt warnten vor der Spaltung der Gesellschaft: Mit Verschwörungstheorien und Lügen würden heute wieder Menschen gegeneinander ausgespielt. Umso wichtiger, dass sich die EU, seit über 70 Jahren Garant für den Frieden in Europa, dem Rechtspopulismus entgegen stelle: „Wieder lassen sich Menschen hier und woanders von Verschwörungstheorien, Lügen und Menschenfeindlichkeit verführen“, sagte Osenger. „Der Antikriegstag gewinnt an Bedeutung, weil die Zahl der bewaffneten Konflikte wächst. Immer mehr Menschen fliehen vor Krieg“, so Osenger. Das Wettrüsten ist weltweit im Gange, Rüstungsausgaben so hoch wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr: „Dieses Geld kann man viel sinnvoller in Bildung investieren, oder in die Pflege mit ordentliche bezahlten Arbeitsplätzen“, so Angelika Wagner. Sie warnte, dass Demokratie, Freiheit und Frieden keine Selbstverständlichkeit seien, sondern mitunter erkämpft werden müssten.

 
Kranzniederlegung am Mahnmal

Kranzniederlegung mit Schülern und Gästen an der Ruhrorter Straße (v. l.): Angelika Wagner (DGB), Vildan Güngör, Angelina Thill, Bürgermeister Manfred Osenger und Alexandra Orekou. Foto: Petra Grünendahl.

Musikalisch begleitet die Veranstaltung traditionell der Stattchor. Zum Abschluss der Veranstaltung legten der DGB, die SPD-Ratsfraktion und die Stadt Duisburg am Mahnmal für die ermordeten Gewerkschafter an der Ruhrorter Straße Kränze nieder. Die Niederlegung ehrt traditionell stellvertretend alle Opfer des Krieges und des Nationalsozialismus. Das Mahnmal „Erfahrbare Wände“ von Gabriella Fekete – vier leere Stühle vor Steinblöcken – steht auf der Ruhrorter Straße vor dem Haus Nummer 11, wo damals das Gewerkschaftshaus stand. Dort im Keller waren die Duisburger Gewerkschafter Julius Birck, Emil Rentmeister, Johann Schlösser und Michael Rodenstock gefoltert und ermordet und anschließend im Hünxer Wald verscharrt worden (siehe Schriftenreihe der DGB Jugend Duisburg: Broschüre „2. Mai 1933 – Tatort Duisburg“).

Impressionen von der Veranstaltung. Fotos: Petra Grünendahl.

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Wanheimerorter Bürgerverein ehrt Günter Zirbi mit dem Bürgerpreis

Als Netzwerker bemüht um Konsenz jenseits
politischer und religiöser Überzeugungen

Von Petra Grünendahl

Preisverleihung in Wanheimerort (v. l.): Torsten Steinke, Vorsitzender des Wanheimerorter Bürgervereins, Laudator Wolfgang Braun und mit Preisträger Günter Zirbi. Foto: Petra Grünendahl.

Günter Zirbi, der neue Träger des Bürgerpreises. Foto: Petra Grünendahl.

„Günter Zirbi war immer ein guter Netzwerker, ein Strippenzieher im positiven Sinne“, sagte Laudator Wolfgang Braun über den neuen Träger des Wanheimerorter Bürgerpreises. Seit über 20 Jahren kennt Laudator Braun den Wanheimerorter, hat mit ihm im Regionalverein von Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. zusammen gearbeitet. Viele Jahre war Zirbi Braun Stellvertreter als Sprecher des Vereins, engagierte sich im Kampf gegen Rechts. Braun lobte den neuen Preisträger als konsequent, geradlinig und direkt: „Er ist kompromissfähig, ohne seine Überzeugung aufzugeben.“ Zu seinen vielen ehrenamtliche – auch politischen – Engagements zählen 30 Jahre beim Politischen Nachtgebet und seine Zeit als Vorsitzender der KAP Duisburg (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung). Seine eigene Überzeugung habe ihn nie abgehalten, so der Laudator, mit Vertretern anderer Religionen oder demokratischen Parteien gemeinsame Wege zu suchen und zu finden.

Torsten Steinke, Vorsitzender des Wanheimerorter Bürgervereins, ehrte Günter Zirbi mit dem Bürgerpreis 2019. Foto: Petra Grünendahl.

Der Wanheimerorter Bürgerverein von 1874 e. V. hatte in den Gemeindesaal von St. Michael eingeladen, um mit Günter Zirbi eine Person zu ehren, die sich um den Stadtteil Wanheimerort (und darüber hinaus) verdient gemacht hat. Der Wanheimerorter Bürgerpreis wird seit 1994 verliehen an Einzelpersonen oder Organisationen. Der Bürgervereinsvorsitzende Torsten Steinke zeichnete des 26. Träger dieses Preises aus, der anlässlich des 120. Vereinsjubiläums ins Leben gerufen worden war. Wanheimerort ist als Siedlung erst 1871 entstanden und damit einer der jüngsten Duisburger Stadtteile, verfügt aber über einen der beiden ältesten Bürgervereine Duisburgs. „Wir brauchen solche politisch engagierten Menschen in einer Zeit, in der Gedankengut der Vergangenheit wieder Fuß fassen will“, erklärte Torsten Steinke die Auswahl des Bürgervereins-Gesamtvorstandes aus den eingereichten Vorschlägen. Steinke dankte dem Verein Gegen Vergessen – Mehr Demokratie e. V. für die Hilfe, die der Bürgerverein unter anderem für eine Gegenveranstaltung zur Nazi-Demo am 1. Mai erhalten hatte.

Den musikalischen Rahmen zur Verleihung des Wanheimerorter Bürgerpreises gestaltete die Formation Faelend. Foto: Petra Grünendahl.

Für die musikalische Begleitung der Ehrung hatte Torsten Steinke die Formation Faelend gewinnen können: Sie interpretieren Tolkiens Ring-Saga musikalisch (Music from the Dark Elves). Ihr vielfältiges Repertoire reicht von rockig bis sanft mit einem Gesang in elbischer Sprache, ist aber keinem Genre zuzuordnen. Der vergleichsweise kleine Gemeindesaal war für die in großer Besetzung erschienen Elben-Musiker akustisch eine Herausforderung, die sie zur Begeisterung des Publikums trefflich meisterten.

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Caravan Salon 2019 Düsseldorf eröffnet am Wochenende fürs Publikum

Das Caravaning wird farbiger
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

„Auf den Stellplatz am Strand rangiert es sich leicht, doch wie kommt man vom Sand wieder weg?“, fragte Joachim Baumgartner, Geschäftsführer von Concorde, bei der Pressekonferenz rhetorisch. Eine Lösung präsentierte der mittelständische Hersteller von Reisemobilen im Luxus-Premium-Segment auf dem Caravan Salon: Seinen neuen Allrad-SUV-Siebentonner (mit einer Anhängelast von 3,5 Tonnen gebremst). Immer mehr Hersteller bringen mittlerweile geländegängige Camper und Reisemobile (4×4 Allroad) auf den Markt. Aber der Caravan Salon hat natürlich noch viel mehr zu bieten: Das Spektrum riecht von der kleinen Knutschkugel zum stattlichen Wohnwagen von bis 12 Metern Länge, vom ausgebauten Kastenwagen als Wohnmobil für ein oder zwei Personen, dem umgebauten Van oder Transporter bis hin zum Riesenmobil auf Lkw-Basis. In Düsseldorf präsentiert sich die Branche von ihrer vielfältigen und natürlich schillernden Seite. Sie spricht nicht nur den kleine Camper an, sondern auch Menschen, die unterwegs auf keinen Luxus verzichten wollen. Von wenigen Tausend Euro bis hin zu über 1,5 Mio. Euro reicht die Preisspanne. Auch wenn man sich die meisten dieser Mobile sich nicht leisten kann: Mal gucken lohnt sich!

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Die Branche ist wieder zu Hause in ihrem Wohnzimmer: Am Wochenende öffnet der Caravan Salon unter dem Motto „In der Welt zu Hause“ auf der Messe in Düsseldorf seine Pforten. Alle Größen der Branche – von Knaus Tabbert, Dethleffs, Bürstner, Hymer oder Carthago bis Reimo, Adria, La Strada, Fendt oder Niesmann & Bischof sowie Fiat, Ford, Mercedes, Peugeot, Renault oder VW Nutzfahrzeuge, um hier nur eine Auswahl zu nennen – präsentieren ihr aktuelles Programm ebenso wie Neuheiten und Innovationen. Nach dem Fachbesuchertag zum Auftakt können nun auch Camping-Fans und Wohnmobil-Interessierte eine breite Palette dessen begutachten, was an Neuheiten auf den Markt kommt: Reisemobile und Wohnwagen aller Größen und Klassen vom Einsteiger für kleineres Geld bis Premium-Luxus stehen im Mittelpunkt der Schau. Darüber hinaus gibt es Technik und Zubehör, Zelte und Falt-Caravans. Aber auch mit Themenspektren wie Telekommunikation und Konnektivität, Sicherheit, Ökologie und Elektromobilität stellen sich die Hersteller und Zulieferer dar.

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Zu den Features mit Zukunftspotenzial gehört das 48-Volt-Netz im Wohnwagen, das den Betrieb eines Kühlschranks ebenso ermöglicht wie den Elektroherd (also das gasfreie Kochen). Ein weiterer Trend fällt auf: neben Weiß und Hellgrau gibt es viele Reisemobile mittlerweile auch Farben wie Schwarz, dunkleren Grautönen und sogar Blau oder Rot. In der Starter Welt (Halle 18) gibt es eine Beratung für Caravan- und Camping-Einsteiger. Auf insgesamt 214.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zeigen mehr als 130 Marken über 2.100 Freizeit-Fahrzeuge aller Art. Aufgrund zahlreicher Jubiläen – von 15 bis 175 Jahre – bieten Hersteller Sonder-Editionen an. Der Caravan Salon ist auch immer eine Verkaufsmesse: Zu „Messe-Preisen“ gibt es das eine oder andere Modell schon mal günstiger – zumindest in seinem jeweiligen Preissegment.

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

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Öffnungszeiten und Preise

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Noch bis zum Sonntag, 8. September, läuft der Caravan Salon in Düsseldorf. Ab Freitag, 6. September, kommt zum Caravan Salon noch die TourNatur in Messehalle 6 dazu. Tageskarten gibt es zum Preis von 18 Euro, ermäßigt 15 Euro (online gekauft für 15 bzw. 11 Euro, weitere Ermäßigungen gibt es hier). Geöffnet ist der Caravan Salon täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Messegelände an der Stockumer Kirchstraße in der Nachbarstadt ist von Duisburg sehr gut und stressfrei mit der U79 (Haltestelle: Messe Ost / Stockumer Kirchstraße) zu erreichen. Weitere Informationen gibt es im hier.

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NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik: Logistik-Cluster NRW trifft sich zum 11. Mal in Duisburg

Binnenschifffahrt als Wirtschaftsfaktor für den Klimawandel
Von Petra Grünendahl

Ingo Brauckmann, Logistik-CEO bei thyssenkrupp Steel Europe. Foto. Petra Grünendahl.

Die Niederrheinische IHK an der Mercatorstaße. Foto: Petra Grünendahl.

„Rund 80 Prozent unserer Gütertransporte gehen über Binnenschiff oder Bahn“, verwies Ingo Brauckmann, CEO des Geschäftsbereichs Logistik bei thyssenkrupp Steel Europe AG (TKSE), auf den großen Anteil an umweltfreundlichen Transportkapazitäten. „Selbst bei einem Rhein-Niedrigwasser vom 1,50 Meter können wir 90 Prozent unserer Produktion aufrecht erhalten, allerdings müssen wir dann viel über die Schiene leiten“, so Brauckmann. Das koste sehr viel Geld, so der Logistik-CEO. Niedrigwasser auf dem Rhein gab es immer schon, aber seit Trocken-Perioden als Folge des Klimawandels zunehmen, verschärfen sich auch Niedrigwasserstände. Das trifft nicht nur die Industrie, sondern auch die überwiegend mittelständisch geprägte Binnenschifffahrt – und das gerade in NRW: Die Binnenschifffahrt hat hierzulande einen Anteil von 30 Prozent am Gütertransport (bundesweit sind es nur 8 Prozent). NRW hat ein gut ausgebautes Wasserstraßennetz von 720 Kilometern mit 120 Häfen (23 öffentliche und 97 private), in denen Warenumschlag auf andere Verkehrsträger für die letzten Meilen stattfindet. Dass sich Nachhaltigkeit bei thyssenkrupp Steel Europe nicht nur auf Gütertransporte beschränkt, zeigte Brauckmann in den Standortplanungen für den Duisburger Norden auf: „Bis 2050 wollen wir durch neue Produktionsverfahren, die wir hier entwickeln, den CO2-Ausstoß bei der Stahlproduktion auf Null reduzierten“, so Brauckmann. Bis 2030 solle der Ausstoß um 30 Prozent reduziert sein. Um dieses Ziel zu erreichen, investiere TKSE bis 2050 rund 10 Mrd. Euro, verriet der Logistiker.

VVWL-Geschäftsführer Dr. Christoph Kösters (l.) und IHK-Präsident Burkhard Landers (r.) betrüßten NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zum NetzwerkForum. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Thema “Maritime Logistikstandorte – Klimawandel und Standortpolitik” hatte das Kompetenznetz Logistik.NRW Logistikfachleute aus Industrie und Transportwirtschaft nach Duisburg eingeladen. Bereits zum 11. Mal arbeitete der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e. V. (VVWL) mit der Niederrheinischen IHK als Gastgeber zusammen. Die Traditionsveranstaltung lockt Verantwortliche aus Logistikbranche und Industrie ebenso wie von Verbänden, aus Politik und Verwaltung. Die Organisatoren hatten ein hochkarätiges Podium gewonnen, Sachfragen der maritimen Logistik darzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren.

 
Zielgerechte Maßnahmen als Antwort auf den Klimawandel

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Foto: Petra Grünendahl.

Während Ingo Brauckmann in seinem Eingangsstatement den Fokus auf Nachhaltigkeit am Industrie- und Logistikstandort NRW legte, stellte Ursula Heinen-Esser, NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, die Standort- und Klimapolitik ihrer Regierung vor. Sie unterstrich den Stellenwert, den sie der Industrie und Logistik für den Wirtschaftsstandort NRW zumisst. Die Ministerin unterstrich ihr Bestreben, bei Lösungen für den Klimaschutz zielgerechte Maßnahmen suchen zu wollen, um mögliche negative Auswirkungen an anderer Stelle zu vermeiden. Anpassungen an den Klimawandel seien in allen Bereichen nötig, so die Ministerin. Eine CO2-Steuer, so deutete sie an, halte sie für weniger Ziel führend als eine Form es Emissionshandels, wie er an anderer Stelle schon praktiziert wird. Wobei Ingo Brauckmann auch deutlich machte, dass Industrieproduktion in Deutschland durchaus umweltfreundlich ist: „Stahlproduktion ist keine Old Economy! Stahl ist ein hochmoderner Werkstoff, den wir in Deutschland in großen Mengen brauchen“, so Brauckmann. Ihn hier zu produzieren statt zu importieren, entlaste die Umwelt. Allerdings, so sagte er auch: „Wir brauchen ein Bekenntnis für den Standort und Hilfe von der Politik, die Stahlindustrie in Deutschland halten zu wollen.“

 
Zwei Podiumsrunden in der Diskussion mit dem Publikum

Das Podiium „Praxis und Politik im Dialog“ (v. l.): Ulrich Reuter, Ingo Brauckmann, Sebastian Reimann, Ursula Heinen-Esser und Steffen Bauer. Foto: Petra Grünendahl.

Das Podium „Masterpläne Eisenbahn und Binnenschifffahrt“ (v. l.): Werner Spionkowski, Roberto Spranzi, Wolfgang Birlin, Sebastian Reimann, Dr. Arndt Glowacki und Achim Wehrmann. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Thema „Standortpolitik und maritimer Logistik- und Wirtschaftsstandort NRW“ diskutierten die Eingangsreferenten mit weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie dem Publikum. Steffen Bauer, Senior Vice President für den Bereich Schifffahrt bei Imperial Logistics International, sowie Ulrich Reuter, MdL, Sprecher Binnenschifffahrt der FDP-Landtagsfraktion, komplettierten mit Moderator Sebastian Reimann, Chefredakteur der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) das Podium. Eine zweite Podiumsrunde diskutierte die jüngst aufgestellten „Masterpläne Eisenbahn und Binnenschifffahrt – ein Erfolgsmodell?“. Hier trafen Vertreter aus Wirtschaft und Logistik – Dr. Arndt Glowacki, Logistik-Direktor bei Evonik und Vorsitzender der Arbeitgemeinschaft Häfen in NRW im Bundesverband Öffentlicher Häfen, Roberto Spranzi, Vorstand der DTG Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt eG und Vize-Präsident des Bundesverbandes der deutschen Binnenschifffahrt, Wolfgang Birlin, Geschäftsführer der RheinCargo, dem Zusammenschluss der Häfen Köln, Düsseldorf und Neuss, Werner Spionkowski, Geschäftsführer der Ruhrmann Logistik in Dortmund – auf Achim Wehrmann, Stv. Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium. Alle begrüßten auf Aufstellung der Masterpläne, deren Erfolge aber natürlich die Umsetzung gebunden sind. Hierzu forderte die Wirtschaft mehr Planungskapazitäten für die Behörden, um Maßnahmen schneller realisieren zu können. Insbesondere eine Rheinsohlenstabilisierung (Rheinvertiefung) in Nordrhein-Westfalen dürfe nicht solange dauern wie die Elbvertiefung, da sich die Problematik Niedrigwasser verschärften wird. Der Sommer 2018 dürfte so manchen Bürger noch in Erinnerung sein, als die wegen des Niedrigwassers sinkenden Gütermengen für Sprit-Knappheit an den Tankstellen und somit für steigende Preise sorgten.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
 


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Jüdische Gemeinde feierte 10 Jahre Gemeindekindergarten mit Eltern und Gästen

Gelebte Vielfalt als Spiegel der Duisburger Geschichte
Von Petra Grünendahl

Die Kinder singen zum Akkordeon-Spiel von Boris Orentlicher ein Lied zur Begrüßung. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich wäre jetzt gerne mit den Kindern gegangen”, begann Pfarrer Christian Schulte von der Liebfrauen Kirche in Duisburg sein Grußwort. „Man hört: die haben Spaß!“ Angesichts der Hitze hielten sich alle Redner kurz, denn schließlich sollte die Feier des 10-jährigen Bestehens des Jüdischen Gemeindekindergartens im Mittelpunkt stehen. Mit dem Kindergarten hat die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen nach der Ansiedlung im Innenhafen zehn Jahre zuvor einen zweiten Ankerpunkt in der Mitte der Duisburger Gesellschaft gesetzt. Allerdings achtet auch hier (wie am Gemeindezentrum) ein Sicherheitsdienst darauf, wer Zugang bekommt. „Beschämend für unsere Gesellschaft“, nannte es Bildungsdezernent Thomas Krützberg, wobei er hier nicht (!) die Duisburger meinte. An die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum erinnerte Pfarrerin Ute Sawatzki vom Evangelischen Kirchenkreis: „Jesus war Jude!“

Gruppenbild mit Erziehern und Kindern: Pfarrerin Ute Sawatzki (2. v. l.), Pfarrer Christian Schulte (3. v. r.), Heike Kaminski (2. v. r.) und Thomas Krützberg (r.). Foto: Petra Grünendahl.

Zehn Jahre nach Eröffnung seines Kindergartens hatte die Jüdische Gemeinde Kinder, Eltern und Erzieher, Wegbereiter der Einrichtung und Vertreter von Verwaltung, Gesellschaft und Kirchen eingeladen, dieses Jubiläum zu feiern. Der Kindergarten hat sich in diesen 10 Jahren mit gelebter Vielfalt etabliert und ist Teil der Gesellschaft geworden. Der erste Gemeindekindergarten der Nachkriegszeit war der lang gehegte Traum des damaligen Gemeindevorsitzenden Jacques Marx gewesen, unter dessen Ägide sich diese 1999 in einem neuen Gemeindezentrum im Innenhafen angesiedelt hatte. Die offizielle Eröffnung des Kindergartens am 17. August 2019 war so etwas wie eine Rückkehr zur Normalität, zu der jüdisches Leben über Jahrhunderte in Duisburg gehörte.

 
Pädagogisches Konzept, Respekt und Wertschätzung für alle

Der ehemalige Gemeindevorsitzende Jacques Marx mit der ersten Kindergarten-Leiterin Dariya Itunina (m.) sowie der heutigen Leiterin Viktoriya Ladyzhensky (r.). Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem der Liebfrauen-Kindergarten 2009 ins Forum Duisburg umgezogen war, übernahm die Jüdische Gemeinde die verlassene Einrichtung samt einem großen Außengelände. Nach einem symbolischen ersten Spatenstich durch Jacques Marx und den damaligen Stadtdechanten Bernhard Lücking baute man die Einrichtung um: Hier galt es schließlich Landesvorgaben im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) zu erfüllen. Mit 45 Plätzen für Kinder von U3 bis zur Einschulung reichen die Kapazitäten allerdings schon lange nicht mehr für die hohe Nachfrage aus.

Der Gemeindekindergarten ein „jüdisches Haus“, das sich nach dem jüdischen Kalenderzyklus richtet. Foto: Petra Grünendahl.

Zwar ist der Gemeindekindergarten ein „jüdisches Haus“, das sich ausschließlich nach dem jüdischen Kalenderzyklus richtet, mit dem Schwerpunkt der Vermittlung von jüdischem Wissen, Normen und Werten. Aber der Gemeindevorstand hat von Anfang an einen besonderen Wert auf die Vielfalt gelegt, die Menschen unterschiedler Herkunft und unterschiedlichen Glaubens mitbringen: „Weder Kinder noch die Erzieher müssen jüdischen Glaubens sein – und es sind sowohl Christen als auch Muslime dabei“, erzählte Heike Kaminski, seit elf Jahren Assistentin der Gemeinde-Geschäftsführung (heute Alexander Drehmann, davor Michael Rubinstein).

Mit Eltern, Erziehern, Kindern und Gästen feierte die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen das 10-jährige Bestehen ihres Kindergartens. Foto: Petra Grünendahl.

Heike Kaminski hat die Einrichtung von Anfang an begleitet. Sie berichtete vom Beschluss zur Errichtung eines Kindergartens im November 2008 und davon, dass im Mai 2009 „die Elterninitiative Kinderhaus 05 auf uns zutrat, mit der Anfrage, ob wir sowohl die Kinder als auch das Personal übernehmen könnten. Damit hatten wir nicht nur genügend Anmeldungen, sondern auch das erste Erzieher-Team komplett.“ Kaminski dankte dem Diakonischen Werk: „Sie haben uns sinnbildlich an die Hand genommen, bis wir unsere ersten Schritte selber gehen konnten.“ Der Betrieb eines Kindergartens stellt schließlich Anforderungen, die über die Aufgaben einer Kirchengemeinde hinaus gehen. „Vorbild unserer pädagogischen Arbeit und für den Blick aufs Kind ist Janusz Korczak, der berühmte jüdische Kinderarzt und Pädagoge“, so Kaminski. Das pädagogische Konzept und die gelebte Vielfalt überzeugen viele Eltern.

Die Gemeinde würde ihre Einrichtung gerne erweitern, um mehr Kinder annehmen zu können: „Wir müssen leider sehr viele ablehnen, weil unsere Einrichtung nur für 45 Kinder ausgebaut ist“, sagte Kaminski. Dass man gerne auf 60 Kinder erweitern würde, begrüßte auch Thomas Krützberg, der die Unterstützung der Stadt zusicherte. Der Jüdische Kindergarten ist mehr als nur Teil einer lebendigen jüdischen Gemeinde in Duisburg. Vernetzt ist er auch überkonfessionell: als Teil der Trägerkonferenz und Leitungskonferenz des Evangelischen Kirchenkreises. Der Gemeindekindergarten ist eine Erfolgsgeschichte nicht nur für die Jüdische Gemeinde, sondern auch für die Stadtgesellschaft. Denn, so hatte Jacques Marx zur Eröffnung vor 10 Jahren gesagt: „die Kinder sind unsere Zukunft!“

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
 


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Industrielles Welterbe in Belgien Teil 2: Schiffshebewerke in der Wallonie

Bootstour vom Giganten Strépy-Thieu
zu den historischen Schiffshebewerken

Von Petra Grünendahl

Schiffshebewerk von Strépy-Thieu am Canal du Centre- Foto: Petra Grünendahl.

Von der Brücke über den Canal du Centre (Rue Raymond Cordier) hat man einen atemberaubenden Blick auf das Schiffshebewerk Strépy-Thieu: Mit Ausmaßen von 135 Metern Länge, 81 Metern Breite und einer Höhe von 117 Metern hebt oder senkt Schiffe über einen Höhenunterschied von über 73 Metern. Ausgelegt sind die jeweils 5.200 Tonnen schweren Tröge des elektromechanischen Hebewerks auf Schiffslasten von je 1.350 Tonnen. Die beiden 112 Meter langen, 12 Meter breiten Tröge werden unabhängig von einander betriebenen: jeweils mit Tonnen schweren Gegengewichten. Der Name des imposanten Bauwerks setzt sich aus den Ortsteilen Strépy-Bracquegnies (gehört zu La Louvière) und Thieu (Le Rœulx) zusammen. Dieses monumentale Bauprojekt (1982 bis 2002) bildete die letzte Phase der Ertüchtigung des belgischen Wasserstraßennetzes mit der Erhöhung der Kapazität auf dem Canal du Centre auf 1.350 Tonnen (der alte Kanal war auf Lastkräne bis 300 Tonnen begrenzt).

Schiffshebewerk von Strépy-Thieu am Canal du Centre- Foto: Petra Grünendahl.

Belgien, unser kleiner Nachbar im Westen, wird oft unterschätzt. Das Land war mal – nach Großbritannien – zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Die Industrialisierung brauchte schon Anfang des 19. Jahrhunderts entsprechende Verkehrswege für den Gütertransport und die Binnenschifffahrt bot sich für die Transporte großer Mengen – zum Beispiel Kohle oder Erze – an. Belgien forcierte den Bau von Schifffahrtskanälen: Der Canal du Centre verbindet zum einen Schelde- und Maas-Becken, aber großräumig auch Hafen und Region Dünkirchen mit dem Rhein-Becken- Er ist damit von immenser Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, auch wenn der Steinkohlebergbau längst Vergangenheit ist.

Schiffshebewerk von Strépy-Thieu am Canal du Centre- Foto: Petra Grünendahl.

Das Schiffshebewerk von Strépy-Thieu, eines der größten elektromechanischen Hebewerke der Welt, bietet aktuell im Dokumentationszentrum auf der 8. Etage eine sehenswerte Ausstellung über die Binnenschifffahrt (Schifffahrtswege gestern, heute und morgen). Ein ca. zwanzigminütiger Film zeigt die Entstehung des Hebewerks: Er wird meist in Französisch oder Holländisch gezeigt, filmsynchrone Audio-Guides gibt es zusätzlich auch in Englisch und Deutsch. Der Blick in die beiden Maschinenräume (8. Etage) ist ebenso beeindruckend wie das Panorama, das man auf der 5. Etage genießen kann. Der Eintritt kostet 8 Euro für Erwachsene (es gibt diverse Ermäßigungen). Von Mai bis August gibt es sonntags vier Mal täglich Bootsausflüge rund um das neue Schiffshebewerk mit einem Schiffsaufzug (zu den Kosten gibt es leider keine Angabe).

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Industrielles Welterbe in Belgien Teil 1: Steinkohlebergbau in der Wallonie

Vier museal aufbereitete Standorte,
ein Weiterer wartet noch auf Nachnutzung

Von Petra Grünendahl

Zeche Hasard Cheratte in Visé. Foto: Petra Grünendahl.

Zeche Hasard Cheratte in Visé. Foto: Petra Grünendahl.

Von der 1977 stillgelegten Zeche Hasard Cheratte in Visé (Provinz Liège, dt. Lüttich) stehen heute nur noch der gemauerte Förderturm (Schacht 1) mit seinen Nebengebäuden am Hang sowie der Betonturm Belle Fleur (Schacht 4) von hier aus nicht sichtbar auf dem Berg. Nach einem ersten Versuch von 1848 bis 1877 hatte man am Schacht 1 seit 1907 wieder Steinkohle gefördert. Das Gebäudeensemble rund um den Malakowturm verfällt zusehends. Der Betonförderturm (Schacht 3) und weitere Zechengebäude auf dem Areal im Stadtteil Cheratte wurden 2017 abgerissen. Das Stahl-Fördergerüst von Schacht 2 ist schon länger Vergangenheit (hier gibt es nicht einmal historische Fotos). Das Gelände ist gesichert, von einer Nachnutzung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude oder gar Bauarbeiten zu ihrer Erhaltung ist (noch) nichts zu sehen. Ganz anders sieht es nicht weit davon in Blegny-Mine aus: Die ehemalige Zeche ist als Museumsstandort aufbereitet und bietet als Besucherbergwerk Einblicke in die Arbeit untertage.

Zeche Hasard Cheratte in Visé. Foto: Petra Grünendahl.

Belgien, unser kleiner Nachbar im Westen, wird oft unterschätzt. Das Land war mal – nach Großbritannien – zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Die Industrialisierung startete ebenso früher wie die Erschließung und der Abbau der Steinkohle als Treiber der Industrialisierung. Die Steinkohle ist in der Wallonie, dem französischen Teil Belgiens, seit den 1980er-Jahren, in Flandern seit 1992 Geschichte: Die Vorkommen in schmalen Flözen in Schräglage waren nicht mehr wirtschaftlich abzubauen gewesen. Wir haben einige ehemalige Zechenstandorte in der Wallonie besucht. Vier der Standorte – Blegny-Mine (Provinz Liège), Le Bois du Cazier, Bois-du-Luc und Grand-Hornu (alle Provinz Hainaut, dt. Hennegau) – haben (gemeinsam) 2012 den Status als UNESCO Welterbe erhalten: Sie sind museal aufgearbeitet und Teil der European Route of Industrial Heritage (ERIH). Die Standorte sind voneinander unabhängig und eigenständig konzipiert. Ergänzt haben wir unsere Tour um die Zeche Hasard Cheratte, die wir früher schon mal besucht hatten.

Panorama der Zeche Hasard Cheratte in Visé. Foto: Petra Grünendahl.

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Rheinpreußen Schacht IV in Moers: Virtueller Rundgang lockt Besucher

Digitales Lockmittel in die (analoge) Welt des Bergbaus
Von Petra Grünendahl

Visualisation: Karsten Schnölzer / Solidground Media.

Die komplette Anlage der Zeche Rheinpreußen Schacht IV im Überblick. Foto: Petra Grünendahl.

Wenn man die 3D-Simulation als Video durchlaufen lässt, schafft man das Fördermaschinenhaus mit Maschinenhalle und Umformerhalle sowie dem Untergeschoss mit Ausstellungsräumen und dem nachgebauten Streb in etwas unter 10 Minuten zu durchwandern. Diese Zeit lässt sich natürlich bei einer Führung nicht realisieren, lebt doch diese von den Erklärungen und Geschichten der ehemaligen Bergleute, die Interessierten das Leben im und mit dem Bergbau näher bringen. Dass man beim virtuellen Rundgang Markierungen (so genannte Hotspots) anklicken kann, um mehr Informationen zu bekommen, ist auch eher als Appetithäppchen gedacht, um den Besucher am Monitor zum Industriedenkmal zu locken: „Die 100-jährige Geschichte des Bergbaus hat Moers entscheidend geprägt“, so Horstmann. Dieses Wissen wolle der Verein in eine breitere Öffentlichkeit hineintragen: Mit der 3D-Simulation können Interessierte das Fördermaschinenhaus am Schacht IV der ehemaligen Zeche Rheinpreußen in Moers auf zwei Geschossebenen erkunden. „Wir wollen damit Leute neugierig machen, uns auch real zu besuchen“, sagte Grundmann.

Stellten den virtuellen Rundgang im Pressegespräch vor (v. l.): Karsten Schnölzer, André Thissen, Gaby Elmer und Horst Grundmann. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir wollen unser Industriedenkmal und die Geschichte des Bergbaus auch jüngeren Menschen näher bringen“, erklärte Horst Grundmann, Vorstandsmitglied des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins, bei der Vorstellung des virtuellen Rundgangs durch das Industriedenkmal. Dieser lädt auf der Webseite des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins in Moers e. V. (GMGV) zum Entdecken des Industriedenkmals Schacht IV der Zeche Rheinpreußen ein. Horst Grundmann und Gaby Elmer vom Vorstand des GMGV stellten das Projekt vor: Unterstützt von Karsten Schnölzer, der mit seiner Firma Solidground Media für die technische Realisierung verantwortlich zeichnet, und von André Thissen, ehemaliger Bergmann und Arbeitskreisleiter Industriedenkmal im GMGV.

 
Vergangenheit erlebbar machen

Hat mit seiner Firma Solidground Media den virtuellen Rundgang erstellt: Karsten Schnölzer. Foto: Petra Grünendahl.

Der Moerser Karsten Schnölzer hat sich mit seiner Firma Solidground Media auf visuelles Marketing spezialisiert. Neben dem virtuellen 3D-Rundgang durch das Industriedenkmal gibt es auf der Webseite des GMGV auch ein Video vom Schacht IV: Einen Drohnenflug über die heutige Anlage, die heute nur noch einen kleineren Teil des ehemaligen Zechengeländes darstellt. Dieses Video hat Schnölzer für den Verein ebenso erstellt wie auch den virtuellen Rundgang durch das Grafschafter Museum im Schloss Moers.

Visualisation: Karsten Schnölzer / Solidground Media.

Für die Visualisierung des Industriedenkmals hat Karsten Schnölzer in knappen dreieinhalb Stunden das komplette Gebäude und seine zwei Stockwerke mit 178 Scans in 3D-Infrarot-Technik erfasst. Diese Scans hat er dann auf der 3D-Medien-Plattform von Matterport als Komplett-Visualisierung zusammen gesetzt, wo sie jetzt einer Puppenstube gleich im Internet betrachtet und näher erkundet werden kann. Die Matterport-Plattform wird bislang schwerpunktmäßig in den USA im Immobilien-Marketing verwendet. Sie ermöglicht, die Räume virtuell zu durchschreiten und sich zu ausgewählten „Hotspots“ mehr Informationen zu holen.

 
Virtueller Rundgang nur ein erster Schritt

Stellten den virtuellen Rundgang im Pressegespräch vor (v. l.): Gaby Elmer, Jürgen Stock und Horst Grundmann (alle vom Vorstand des GMGV). Foto: Petra Grünendahl.

„Wir hatten ja erst Angst, dass wir dadurch Besucher verlieren“, so Thissen. Angelockt durch den virtuellen Rundgang habe man aber Besucher gewonnen, die vor Ort wieder erkannten, was sie vorher in der 3D-Simulation gesehen hatten. Auch wer Schacht IV bereits kenne, sagte der ehemalige Bergmann, finde beim virtuellen Rundgang viele Details angedeutet, die zu einem erneuten Besuch anregen könnten. Denn so detailecht die virtuelle Darstellung des Industriedenkmals ist: Leben hauchen dem früheren Bergbau-Standort die Geschichten der ehemaligen Bergleute ein, die hier regelmäßig Führungen machen. Und nachhaken und in Details gehen kann man auch nur im direkten Gespräch mit denen, deren Leben der Bergbau über so viele Jahrzehnte war.

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich möchte das Bergwerk förderfähig erlebbar machen“, kann sich André Thissen vorstellen, die digitale Darstellung weiter zu treiben. Nicht nur den aktuellen Zustand darzustellen, sondern die Vergangenheit, den Bergbaubetrieb, zu visualisieren – und vielleicht mit virtuellen Führungen und Hologrammen der ehemaligen Bergleute, die ihre Geschichten erzählen. „Schließlich sind die meisten unserer Aktiven über 80 Jahre alt“, so Thissen. Aktuell versuche er in seinem Arbeitskreis, die Erzählungen dieser Männer aufzuzeichnen – in Einzelinterviews oder Gesprächsrunden mit vier, fünf Leuten: „Besser sind die Gesprächsrunden, denn hier spielen sie sich gegenseitig Anregungen für ihre Erzählungen zu“, sagte Thissen.

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e.V. hat es sich mit Gründung 1904 zur Aufgabe gemacht, Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers zu schützen und zu erhalten. Neben dem Grafschafter Museum im Schloss Moers gehört auch das Industriedenkmals Rheinpreußen Schacht IV dazu, für das der GMGV erst Ende der 1990er-Jahre die Nutzungsrechte übertragen bekam. Das Nutzungsrecht für den Standort schließt den Erhalt des Industriedenkmals ebenso ein wie die Pflege der Vergangenheit, hat doch der Bergbau die Region massiv geprägt und Moers zu dem gemacht, was es heute ist. Ehrenamtlich führen Mitglieder des GMGV durch die Sammlung und erklären interessierten Besuchern Anlagen und Maschinen sowie die Bergbau-Sammlung, die Vereinsmitglieder hier zusammen getragen haben.
https://gmgv-moers.de/

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.

Das Industriedenkmal ist von Mai bis Oktober jedem Sonntag von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Für Gruppen und Schulklassen gelten andere Zeiten nach Voranmeldung*. Der Eintritt ist frei. Auch während der Winterpause von November bis März wird die Anlage für Gruppen und Schulklassen nach Voranmeldung* geöffnet. Für Klassenfahrten von Schulklassen zum Schacht IV übernimmt die NRW-Stiftung einen Teil der Kosten: http://www.nrw-stiftung.de/projekte/heimattouren_nrw.php.
*) Unter Telefon 02841 / 889108 (nur mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr) oder eMail schacht4@gmgv-moers.de

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.

Den Schacht IV erreicht man über die A40, Abfahrt Moers-Ost / Duisburg-Rheinhausen, nach Norden Richtung Moers bis zur Kreuzung Franz-Haniel-Straße (4. Ampel), rechts abbiegen, nach ca. 100 Metern wieder rechts in die Duisburger Straße und sofort links in die Zechenstraße (für das Navi: Zechenstr. 50, 47443 Moers). Das Industriedenkmal Schacht IV ist auf den Zufahrtsstraßen mit den braunen Schildern der „Route Industriekultur: Zeche Rheinpreußen“ ausgeschildert. Weithin sichtbar weist den Weg auch das Doppelstreben-Fördergerüst, welches das älteste seiner Bauart im Ruhrgebiet ist. Seit 1989 stehen das Fördergerüst ebenso wie das benachbarte Fördermaschinenhaus und weitere Bauten der 1904/05 errichteten Tagesanlagen – Büro-, Kauen-, Werkstattgebäude – unter Denkmalschutz.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
 


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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein feierte 10-jähriges Bestehen

Engagement in der Region und für das Image der Stadt
Von Petra Grünendahl

Marco Pfotenhauer begrüßte Mitglieder und Gäste: Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein e. V. hatte zur Feier seines 10-jährigen Bestehens in das Restaurant Küppersmühle eingeladen. Foto: Petra Grünendahl.

„Es ist wichtig, dass nicht nur die Stadt über Duisburgs Image redet: In die Diskussion gehören auch Wirtschaft, Bürger und Marketing-Fachleute“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. An dieses Engagement des Marketing-Clubs erinnerte sich Club-Präsident Marco Pfotenhauer: „Wir haben uns sowohl im Arbeitskreis Image als auch im Lenkungskreis der von IHK und Unternehmerverband initiierten Masterplan Wirtschaft mit unserer Expertise eingebracht.“ Solche Kooperationen, so der Präsident, strebe man auch in Zukunft an. Oberbürgermeister Link dankte für 10 Jahre Engagement für Duisburg und die Region, insbesondere beim Masterplan Wirtschaft: „Wir haben erkannt, dass wir es als Stadtverwaltung nicht alleine schaffen.“ Er rief dazu auf, die neue Marketing-Strategie der Stadt mit Leben zu füllen: Startschuss ist eine Bürgerinformationsveranstaltung am 29. August in die Mercatorhalle. „Duisburgs Ruf kann besser werden, aber die Substanz stimmt.“ Man müsse die Strahlkraft nach außen verbessern: „Attraktive Veranstaltungen haben wir in der Stadt viele!“

Ausgezeichnet: Zum Jubiläum überbrachte DMV-Vizepräsident Götz Th. Friedrich die Grüße des Deutscher Marketing-Verbandes. Foto: Marco Pfotenhauer.

Zur Feier seines zehnjährigen Bestehens hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein ins Restaurant Küppersmühle eingeladen. Club-Präsident Marco Pfotenhauer konnte zahlreiche Clubmitglieder und Gäste im Gesellschaftsraum im ersten Stock begrüßen. Der Marketing-Club war 2009 mitten in der Wirtschaftskrise gestartet. Mit Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve erstreckt er sich über dieselbe Geografie wie die Niederrheinische IHK zu Duisburg – und zieht entsprechend seine Mitgliedsunternehmen aus diesem „Flächenstaat“: Für den Veranstaltungen organisierenden Vorstand ist es immer eine Herausforderung, dies in den Aktivitäten des Clubs abzubilden. In seiner Begrüßung hob Pfotenhauer auch hervor, dass sich der Marketing-Club nicht nur fachlich in Duisburg und der Region einen Namen gemacht habe: „Wir haben in den letzten Jahren regelmäßig und mit Erfolg an der Drachenboot-Funregatta im Innenhafen teilgenommen – mit Plätzen unter den ersten Drei. Außerdem ist auch in diesem Jahr wieder ein Team unseres Clubs beim Targobank Run Duisburg dabei.“ Dabei warb er um sportlich interessierte Mitglieder, sich zu beteiligen.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Fachvorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei den monatlichen Treffen erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Marco Pfotenhauer (1)
 


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Fototour: An Rhein und Ruhr

Wir waren am Wochenende mal hier vor Ort auf Tour

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Fotos: Petra Grünendahl

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26. Ruhrorter Hafenfest kündigt sich an mit vielen Attraktionen

Bewässerung des Rheinufers Homberg soll Feuerwerk sicher stellen
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm für das Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Dirk Grotstollen, „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt und Dr. Bernhard Weber. Foto: Petra Grünendahl.

„Wenn der Graslandfeuerindex* im Vorfeld des Ruhrorter Hafenfestes bei Gefahrenstufe 4 liegt, werden wir die Homberger Rheinufer bewässern lassen“, erklärte Walter Pavenstedt vom Ruhrorter Hafenfest e. V. Eine kurzfristige Absage wie im letzten Jahr wolle man für das Feuerwerk zur Hafenfest-Eröffnung in diesem Jahr unbedingt vermeiden, so der langjährige Organisator. Grund der Absage war damals nicht die Feuergefahr des Feuerwerks selber gewesen, sondern eine mögliche Brandgefahr auf den trockenen Uferwiesen durch brennende Zigarettenkippen der Zuschauer. Rund 50.000 Euro Verlust waren damals an dem komplett ehrenamtlich tätigen Verein hängen geblieben, denn mit der sehr kurzfristigen Absage wenige Stunden vorher waren ja trotzdem Kosten für Feuerwerk und Sicherheitsmaßnahmen angefallen. Darüber hinaus gehende Schadenersatzansprüche seien damals, so Pavenstedt, nicht an den Verein herangetragen worden, der die Sause in Duisburgs Hafenstadtteil nicht nur ehrenamtlich, sondern auch nur mit finanzieller Hilfe von großen und kleinen Sponsoren auf die Beine stellen kann.

Einen Überblick über die Planungen zum Programm des 26. Ruhrorter Hafenfestes gaben die Hafenfest-Vereinsvorstände Walter Pavenstedt („Mr. Hafenfest“) und Dr. Bernhard Weber sowie Dirk Grotstollen als 1. Vorsitzender des Ruhrorter Bürgervereins. Erstmals findet die offizielle Eröffnung (Freitag, 16. August, um 17 Uhr) nicht vor der Schifferbörse statt, sondern auf der HanielBühne am Richard-Hindorf-Platz. Traditionsgemäß vorgeschaltet ist der internationale ökumenische Gottesdienst um 16.30 Uhr. Progamm gibt es ab 17.30 Uhr auf der HanielBühne (Kubanische Musik mit Rody Reyes & Havanna con Klasse, danach ab 20 Uhr Deluxe Radioband) sowie auf dem Gustav-Sander-Platz (vor der Schifferbörse), der nach allerneusten Planungen doch voll „bespielbar“ sein soll. Hier hat sich Thomas Schenk mit seinem Team vom Hotel-Restaurant Sittardsberg engagiert und gekümmert. Dazu kommen der traditionelle Fischmarkt und verschiedenste Stände und Catering entlang der Hafenpromenade sowie die Hafenkirmes auf der Mühlenweide. Darüber hinaus locken weitere Attraktionen am Wochenende nach Ruhrort – bis zum Ausklang des Ruhrorter Hafenfestes am Montag, 19. August, mit dem Familientag auf der Hafenkirmes.

Feuerwerk und Bühnenprogramme treffen auf Kunst, Kultur und Hinterhoftrödel

Stellten das Programm für das Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Dirk Grotstollen, Dr. Bernhard Weber und „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt. Foto: Petra Grünendahl.

Am Freitag fährt ab 22 Uhr ein imposanter Schiffskorso mit über 20 Schiffen vom Vinckekanal durch den Hafenmund zum Rhein als Vorbote des Feuerwerks. Den Eröffnungstag schließt traditionell das große Höhenfeuerwerk von der Friedrich-Ebert-Brücke, das größte Pyro-Spektakel am Niederrhein. Das Wochenende hat weitere Attraktionen zu bieten: Wie alle Jahre wieder öffnet das Privatmuseum der Firma Haniel seine Pforten (Treffpunkt und Anmeldung am Infostand an der Schifferbörse), das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt sowie verschiedene Schiffe an der Hafenpromenade, wie z B. die Museumsschiffe Oscar Huber und Minden, das Feuerwehrlöschboot der Duisburger Feuerwehr, das ehemalige Proviantboot „time is money“ und der Frachtensegler „Helena“, der vom Partnerhafen Rotterdam kommt. Rundfahrten durch die Duisburger Häfen bieten das Fahrgastschiff Rheinfels und die Weiße Flotte sowie Gastschiffe (die Dampfboote Jan de Sterk und Adelaar sowie die George Stephenson). Darüber hinaus gibt es geführte Bustouren durch das Hafengebiet bis Rheinhausen (am Samstag steht sogar die Meidericher Schiffswerft mit auf dem Programm).

Am Sonntag kann auch die katholische Kirche St. Maximilian an der Fabrikstraße besichtigt werden. Außerdem gibt es (ebenfalls nur am Sonntag) auf dem Ruhrorter Neumarkt den Kunst- und Kulturmarkt, den wie alle Jahre Klaus Brüggenwerth konzipiert und organisiert: An über 40 Ständen zeigen Künstler ihre neuesten Arbeiten. Ein Bühnenprogramm startet um 11 Uhr, bis gegen 18 Uhr gibt es Theater und Musik. Ein Hinterhoftrödel mit 80 Ständen in 30 Hinterhöfen im Herzen von Ruhrort (rund um den Kunst- und Kulturmarkt herum) ist bei seiner dritten Auflage bereits Legende: „Der entwickelt sich zum Renner!“, so Walter Pavenstedt.

Auf der HanielBühne am Richard-Hindorf-Platz geht es Samstag und Sonntag jeweils um 14.30 Uhr mit den ersten Bands los: bis in den Abend spielen dort hochklassige Acts unterschiedlichster Stilrichtung – darunter alte Bekannte und lokale Bands. Da dürfte für jeden etwas dabei sein. Auf den Gustav-Sander-Platz lockt das von Thomas Schenkel und seinem Team auf die Beine gestellte bunte Progamm mit Livemusik, aber auch anderen Attraktionen inklusive Kinderprogramm und Catering.

Besucherinformationen

Ruhrorter Hafenfest. Foto:: Petra Grünendahl.

Der Stadtteil Ruhrort ist zum Hafenfest wie immer überwiegend für den Pkw-Verkehr gesperrt. Parkplätze gibt es auf einem asphaltierten Areal auf der Mercatorinsel. Über die Hanielbrücke zur Friedrich-Ebert-Brücke gelangen Zuschauer dann zum Feiern in den Stadtteil (Fußweg ca. 15 Minuten). Es empfiehlt sich jedoch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Am Freitag wird für das Feuerwerk ab 21.30 Uhr die Friedrich-Ebert-Brücke voll gesperrt (auch für Fußgänger) – bis ca. 45 Minuten nach Ende des Feuerwerks. Ab 22 Uhr gilt dies auch für die Hanieltreppe (und damit zum Parkplatz). Das Feuerwerk soll ab 23.03 Uhr synchron zur Musik auf Radio Duisburg (empfohlen wird UKW, über Internet ist das Signal um Sekunden verzögert) den Nachthimmel erstrahlen lassen.

Mehr zum Programm unter www.ruhrorter-hafenfest.de

*) Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (https://www.dwd.de/DE/leistungen/graslandfi/graslandfi.html)

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)



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Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. zeigt Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern

Das frühere Weideland zwischen
Duisburg und Ruhrort im Fokus

Von Petra Grünendahl

Ruhrorter Straße um 1910. Quelle: Reinhold Stausberg.

Eine Luftaufnahme aus den 1920er-Jahren zeigt die Schachtanlagen Franz Ott (Diergardt III) an der Javastraße (links) und Lilienthalstraße (vorne). Quelle: Birgit Hennig-Friebe.

Mit der Rheinverlagerung im 13. Jahrhundert fand sich der heutige Stadtteil Kaßlerfeld neben Neuenkamp auf der rechten Rheinseite wieder. Die Halbinsel zwischen Duisburg und Ruhrort nutzen Duisburger als Weideland. Noch bis 1801 gehörte Kaßlerfeld zur Grafschaft Moers; und erst im 19. Jahrhundert nahm die Besiedlung Fahrt auf. Eine mittelständische Industrie profitierte vom Parallelhafen (Neuenkamp) sowie Innen- und Außenhafen (an der Südgrenze des Doppelstadtteils), so dass sich Firmen ansiedelten, denen dann auch die Menschen folgten. Außerdem entdeckten die Duisburger die aufstrebende Ansiedlung als Wohngebiet, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Steinkohlebergbau in Neuenkamp endete nach dem Abteufen der Zeche Java 1854 (der Schacht wurde wenige Jahre später wieder aufgegeben) und von Schacht 3 (Franz Ott) der Zeche Diergardt 1912 schon 1963 endgültig. Ein Flugsportplatz in Neuenkamp öffnete 1912, musste aber wegen der wachsenden Wohnbebauung und Industrie bereits 1957 wieder schließen. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 wurde der Doppelstadtteil (damals 18.000 Einwohner) aufgespalten.

Ruhrorter Straße vor 1957: Zu erkennen sind mittig die Türme der Schwanentorbrücke zur Innenstadt und hinten links der RWSG-Speicher (Rheinisch-Westfälische Speditions-Gesellschaft) am Innenhafen (heute Landesarchiv). Quelle: Bürgerverein Kaßlerfeld & Neuenkamp e. V.

Luftaufnahme vom Flugplatz Neuenkamp am Flugtag 1929. Dahinter zu sehen ist das Zechengelände von Diergardt III (Schacht Franz Ott). Quelle: Birgi Hennig-Friebe.

Die Autoren der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. um den Vorsitzenden Harald Molder haben einen Blick in die Geschichte zweier Stadtteile geworfen, die häufig in einem Atemzug genannt werden: Neuenkamp und Kaßlerfeld. Ihre Anziehungskraft zogen sie aus ihrer Nähe zur Innenstadt sowie ihrer Lage an einer der wichtigsten Verkehrsadern des Ruhrgebiets (A40) mit Schnittstelle zur Güterschifffahrt, die wirtschaftlich eine Grundlage legten, die auch Menschen anzog, den Stadtteil zu besiedeln. In bewährter Manier ist das Buch in Kapitel gegliedert, um die historischen Einblicke zu ordnen: Firmen und Geschäften, Gaststätten und Cafés, Kirchen und Schulen, Einrichtungen und Institutionen, Menschen, Vereine und Vereinigungen sowie Ereignisse und Begebenheiten. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit Rheinreede, Hafen und Zeche als Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung. In „Rund um den Flugplatz“ reicht zurück zu den Duisburger Flugpionieren: Karl und Peter Strack, die 1910 ihren ersten Motorflug absolvierten und 1911 die Strack Flugzeug Werke gründeten. Oder Der für Testflüge benötigte Flugplatz Neuenkamp entstand 1912 und wurde später nach dem ebenfalls aus Duisburg stammenden Flugpionier Paul Bäumer benannt. Im gleichen Jahr gründete sich ein Flugverein, der nach der Schließung des Flugplatzes 1957 vom Segelflugplatz Wesel und seit 2016 vom Flugplatz Schwarze Heide in die Luft geht. Eine einseitige Kurzchronik der beiden Stadtteile rundet den Blick in die Geschichte von Kaßlerfeld und Neuenkamp ab.

Zum Entdecken und Erinnern

Ruhrorter Straße 11 mit dem ehemaligen Gewerkschaftshaus (hinter den Bäumen) in den 1930er-Jahren: Heute stehen hier Mehrfamilienhäuser und auf dem Bürgersteig das Mahnmal „Erfahrbare Wände“ von Gabriella Fekete, das an vier 1933 ermordete Gewerkschafter erinnert. Links am oberen Bildrand erkennt man den Lehnkering-Speicher. Quelle: Reinhold Stausberg.

Von einem Speichergebäude im Innenhafen aus sieht man Kaßlerfeld auf der anderen Seite des Hafenbeckens. Hinter dem Holzhafen oben rechts ist auch Meiderich zu erkennen. Quelle: Heinrich Böll (†).

Das Buch „Duisburger-Neuenkamp und -Kaßlerfeld in alten Bildern“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 126 Seiten findet der Leser rund 160 bis dato unveröffentlichte Fotografien und Postkarten aus öffentlichen und privaten Sammlungen. Informative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten. Die historischen Aufnahmen und Postkarten stammen aus dem Jahren 1900 bis in die 1970er-Jahre, eines sogar aus den 1990er-Jahren. Die Abbildungen stammen aus dem Archiv der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., aus Sammlungen von Mitgliedern der Zeitzeugenbörse wie Reinhold Stausberg oder Harald Molder, vom Bürgerverein Kaßlerfeld & Neuenkamp e. V. sowie aus verschiedenen Privatsammlungen. Neben den Bildgebern trugen Bürger aus den Stadtteilen Kaßlerfeld und Neuenkamp Informationen zu den Texten bei. Über Recherchen im Stadtarchiv hinaus öffneten auch zahlreiche Institutionen, Vereine und Firmen ihre Archive. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband ist im Sutton Verlag in der Reihe „Sutton Heimat“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-792-9).

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von einem Kreis historisch interessierter Duisburger um Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Birgit Hennig-Friebe (2), Reinhold Stausberg (2), Heinrich Böll (†) und Bürgerverein Kaßlerfeld & Neuenkamp e. V. (jeweils 1) / alle mit freundlicher Genehmigung des Sutton Verlages

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Stiftung Duisburg 24.7.2010 bereitet neunten Jahrestag der Loveparade vor

Würdiges Gedenken gestalten
Von Petra Grünendahl

Die Stiftung Duisburg 24.7.2019 zog eine Bilanz ihrer Arbeit und stellte Planungen zum Jahrestag vor (v. l.): Angelika Köhler, Ulrike Stender, Jürgen Widera, Jürgen Thiesbonenkamp und Rolf Karling. Foto: Petra Grünendahl.

„Das Gesprächsangebot unserer psychologischen Betreuung gilt für alle gleichermaßen: Angehörige, Zeugen, Prozesszuschauer, Justizangestellte und Angeklagte“, erklärte die Psychologin Ulrike Stender. Und: Aus allen diesen Gruppen sei es auch schon angenommen worden. „Es ist ein integraler Bestandteil des Prozesses geworden“, so Notfallseelsorger Richard Bannert, der mit Stender zusammen die Betreuung bei Loveparade-Strafprozess vor dem Landgericht Duisburg koordiniert. Im vergangenen Jahr habe man 650 Gespräche geführt. In diesem Jahr liegt mit 100 Gesprächen erst eine Zahl für das erste Quartal vor: „Die Qualität der Beratung hat sich verschoben seit nur noch gegen drei Mitarbeiter von Veranstalter Lopavent verhandelt wird“, erzählte Bannert. Aktuell, so erzählte Ulrike Stender, seien viele Polizeibeamte, aber auch Mitarbeiter von Lopavent im Zeugenstand, die alle bei der Veranstaltung im Dienst waren: Insbesondere Polizeibeamte hätten heute noch damit zu kämpfen, dass sie im Vorfeld gewarnt hatten, von Veranstalterseite aber beschwichtigt worden waren. Und dass sie, als sie selbst am Tag der Veranstaltung mitten drin waren, nicht hatten helfen können. Manch ein Lopavent-Mitarbeiter habe aber wohl auch die Geschehnisse verdrängt, so Stender. Sie hätten unkoordiniert Zugänge geöffnet, um dort den Druck wegzunehmen, der sich dann im Tunnel und auf der Zugangsrampe dafür aufgebaut hatte. „Die Zeugen wissen meist gar nicht, was sie vor Gericht erwartet“, so Stender. Und die Aussagen führten sie in eine Vergangenheit, die noch nicht verarbeitet ist. Hier nahm Richard Banner die Behörden in die Pflicht: Mehr müsse an Notfallseelsorge für die Hilfskräfte von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt getan werden, die bei solchen Katastrophen im Einsatz sind.

Die Stiftung Duisburg 24.7.2019 zog eine Bilanz ihrer Arbeit und stellte Planungen zum Jahrestag vor (v. l.): Rolf Karling, Ulrike Stender, Jürgen Thiesbonenkamp, Jürgen Widera, Angelika Köhler und Richard Bannert. Foto: Petra Grünendahl.

Neben einem Fazit zur Arbeit der Stiftung Duisburg 24.7.2010 im vergangenen Jahr stellten die Stiftungsvorstände Ulrike Stender und Pfarrer Jürgen Widera zusammen mit Kuratoriums-Sprecher Jürgen Thiesbonenkamp, Notfallseelsorger Richard Bannert und Sozial-Aktivist Rolf Karling auch das Programm zum 9. Jahrestag vor. „Trotz der jährlichen Wiederholung wird es nicht zur Routine“, erklärte Jürgen Thiesbonenkamp. Änderungen im Ablauf hatte es immer wieder gegeben, wo Verbesserungen im Sinne der Gedenkenden nötig waren. „Wir begleiten die Veranstaltung, um würdiges Gedenken zu gestalten, und hoffen, dass auch Duisburger sich angesprochen fühlen vorbeizukommen“, so Thiesbonenkamp.

Von der Nacht der 1.000 Lichter bis zur Gedenkfeier

Achter Jahrestag der Loveparade-Katastrophe: Nacht der 1.000 Lichter an der Gedenkstätte. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell beginnt das öffentliche Gedenken am Vorabend mit der Nacht der 1.000 Lichter: „Ab 16 Uhr können die angelieferten Kerzen aufgestellt werden“, erklärte Rolf Karling, der mit dem Verein „Bürger für Bürger“ die Nacht der 1.000 Lichter bereits im dritten Jahr organisiert. Die Nacht der 1.000 Lichter ist öffentlich. Nach einem (nicht-öffentlichen) Gottesdienst um 20 Uhr werden ab 21.30 Uhr Angehörige erwartet. Auch viele Betroffenen ziehen die Nacht der 1.000 Lichter der eigentlichen Gedenkfeier mit ihrer anwesenden „Prominenz“ vor, weil sie mehr Ruhe im Gedenken bietet.

Die offizielle Gedenkveranstaltung am 24. Juli um 17 Uhr ist ebenfalls öffentlich, allerdings sind dabei Foto- und Filmaufnahmen nicht gestattet. Sie werden in diesem Jahr stringenter unterbunden, weil Appelle im vergangenen Jahr nichts genutzt haben. Auch einen musikalischen Beitrag soll es zur Gedenkveranstaltung wieder geben: Ihn gestalten Norbert und Judith Schneider vom Akkordeon-Orchester Rheinhausen 1950. Am Dienstag, 23. Juli, wird für die Gedenkfeierlichkeiten ab 18 Uhr die Karl-Lehr-Straße für die Durchfahrt für Autos gesperrt (bis zum 24. Juli gegen 22 Uhr).

Hilfsangebote und die Kontakte zu Angehörigen und Betroffenen

Achter Jahrestag der Loveparade-Katastrophe: Nacht der 1.000 Lichter an der Gedenkstätte. Foto: Petra Grünendahl.

Die Hilfsangebote der Stiftung Duisburg 24.7.2019 gehen über die psychologische Betreuung beim Gerichtsprozess weit hinaus. Für Betroffene gibt es immer noch eine betreute Selbsthilfegruppe sowie Beratung und Hilfestellung durch die hauptamtliche Mitarbeiterin der Stiftung, Angelika Köhler, die seit vielen Jahren schon derart beratend tätig ist. Hier werden Kontakte und Therapieplätze vermittelt und mit den zuständigen Stellen kommuniziert wird, um die Finanzierung für Maßnahmen sicher zu stellen. „Da wo eine Therapie sinnvoll ist, für die kein Träger einspringt, zahlen wir als Stiftung auch schon mal die Behandlung“, erzählte Ulrike Stender, die von einem solchen Fall im vergangenen Jahr erst berichtete.

Die Angehörigen der Todesopfer werden – soweit gewünscht – über die Entwicklungen in Duisburg und zum Prozess informiert. Darunter fällt auch die Organisation des Jahrestages, zu dem beispielsweise die Angehörigen der ausländischen Todesopfer immer anreisen. „Von den Deutschen sind ungefähr zwei Drittel da“, erklärte Angelika Köhler. Es gebe eine Familie, die nie nach Duisburg komme, aber dennoch froh sei, auf dem Laufenden gehalten zu werden. Zwei Mal im Jahr würden die Familien angeschrieben, so Widera, und natürlich zum Jahrestag eingeladen. Es gebe aber auch Familien, die diesen Kontakt nicht wünschten, sagte der Pfarrer.

Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Rolf Karling berichtete von Gerüchten, die sich unter Angehörigen und Betroffenen breit machten, die Stiftung würde im kommenden Jahr – also 10 Jahre nach der Katastrophe – ichre Arbeit einstellen. Dem Gerücht widersprach außer Karling auch Jürgen Widera: „Die Stiftung ist 2015 mit einer Kapitalausstattung gegründet worden, die auf 10 Jahre angelegt ist. Erst 2025 stellt sich dann das Problem einer weiteren Finanzierung.“ Und wenn dann weiterhin Bedarf besteht, Angehörigen und Betroffenen zu helfen, dann müssen Stadt und Land halt die nötigen Finanzmittel als Stiftungskapital nachlegen!
www.stiftung-duisburg-24-7-2010.de

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Melting Pot Ruhrgebiet: MKM Museum Küppersmühle zeigt Fotografien von Till Brönner

Das Auge des Musikers und die Suche nach den Menschen in der Region
Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

An dem Mann im Schrebergarten sei er erst mehrfach vorbei gegangen, bevor er ihn fotografiert habe, erzählte Till Brönner. „Häng ich dann im Museum?“, habe der Schrebergärtner ihn gefragt, was er bejahte. Bodo Hombach, Vorsitzender der Brost-Stiftung, habe ihn zu dieser fotografischen Reise durch das Ruhrgebiet animiert: „Könntest du dir vorstellen, das Gesicht des Ruhrgebiet zu fotografieren?“, hatte er den weltbekannten Jazz-Musiker gefragt. Obwohl Till Brönner 1971 in Viersen geboren wurde, war ihm das Ruhrgebiet unbekannt. Sein Leben verbringt er zwischen Berlin und Los Angeles und immer dort, wo ihn Konzerte hinbringen. Für die fotografische Erkundung des Ruhrgebiets nahm er sich ein Jahr Zeit, recherchierte und ging immer wieder auf die Suche nach Motiven. Er fand markante Landmarken und Industriekulissen, aber auch und insbesondere Menschen. „Schönheitswettbewerbe gewinnt man woanders, aber das Ruhrgebiet hat keine Schwämerei nötig“, zog Till Brönner ein Fazit seiner Reisen durch die Region, die sich im Museum Küppermühle am Duisburger Innenhafen nachvollziehen lassen.

Stellten die neue Sonderausstellung im Museum Küppersmühle vor (v. l.): Kuratorin Eva Müller-Remmert, Fotograf Till Brönner und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

Rund 200 Fotografien unterschiedlicher Größenformate in Farbe sowie in Schwarz-Weiß präsentiert das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in seinen Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss. Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte die Ausstellung im Pressegespräch zusammen mit Kuratorin Eva Müller-Remmert und dem Fotografen Till Brönner vor. „Die Ausstellung zeigt das Bild unserer Städte, unserer Region“, schwärmte Walter Smerling. Mehrere Tausend Bilder habe er im Laufe des Jahres gemacht, erzählte der Fotograf. Rund 600 habe er für die Ausstellung eingereicht, aus denen die drei – Brönner, Smerling und Müller-Remmert – im Team dann die endgültige Auswahl getroffen hatten. „Ich habe meine eigenen Perspektiven vom Ruhrgebiet überdenken müssen“, erklärte die aus Bochum stammende Kuratorin. Sie lobte Brönners Blickwinkel „von außen“, der auch ihr neue Einsichten und andere Blickwinkel verschafft habe.

Jazz-Musiker und Fotograf Till Brönner stellte seine fotografische Reise durch das Ruhrgebiet vor. Foto: Petra Grünendahl.

Die großformatigen Fotografien überwiegend von Landschaften, Architektur und Infrastruktur, aber auch vom Sport entfalten in den großen hohen Räumen eine ganz besondere Wirkung. Kleinformatigere Bilder ergänzen das Gesamtbild vom Ruhrgebiet und seinen Menschen in ihrer Einzigartigkeit und Originalität. Im Eingangsbereich zeigt ein zwanzigminütiger Film das „Making of“ dieser fotografischen Reise und erzählt in kleinen Episoden die Entstehung einzeler Bilder.

Hier der Trailer …
https://www.youtube.com/watch?v=Ckb_uG17mWo

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

„Melting Pot“ ist eine gemeinsame Ausstellung der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. (Träger des Museums) und der Brost-Stiftung. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Evonik Industries AG. Zur Ausstellung ist ein umfassender, reich bebilderter Katalog erschienen, mit Beiträgen von Ulrich Rüter und Carl Friedrich Schröer sowie einem Gespräch mit Till Brönner. Der 224-seitige Band (Winand Verlag Köln) ist als Museumsausgabe für 35 Euro zu haben. Zu beziehen ist er außer an der Museumskasse auch im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86832-538-6).

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Till Brönner sind bis zum 6. Oktober 2019 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card und des DB Bonusprogramms. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zur Ausstellung wird es wieder ein reichhaltiges Begleitprogramm geben. Informationen gibt es unter http://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm).

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Ausgiebige Klimaschutzdebatte im Rat der Stadt Duisburg

Klimakonzept: Beitrag der Stadt neu formuliert
Von Petra Grünendahl

Vor der Sitzung im Rat der Stadt Foto: Petra Grünendahl.

„Der Rat der Stadt Duisburg berücksichtigt ab sofort bei jeglichen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima. Lösungen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken, werden bevorzugt“, hatte die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen als Forderung an die Verwaltung zur Abstimmung (Tagesordnungspunkt 53) gestellt. Weil dieser TOP aber zahlreiche Besucher auf die oberen Ränge des Ratssaals gelockt hatte, wurde der Punkt in der Tagesordnung vorgezogen. Mit dem Titel „Klimanotstand jetzt ausrufen!“ wollten die Bündnis-Grünen die „Klimarelevanz im politischen Handeln sicherstellen“. Andere Städte hätten bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, so Anna von Spiczak-Brzezinski von den Bündnis-Grünen zur Antragsbegründung. Die Fraktionen von CDU und SPD wollten nicht so weit gehen und hatten mit einem gemeinsamen Antrag „Klimaoffensive für Duisburg – Klimaschutz gemeinsam vorantreiben“ dagegen gehalten: der „Klimanotstand“ war ihnen zu plakativ und populistisch. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Rainer Enzweiler und Bruno Sagurna, verwiesen auf das bereits 2017 vom Rat beschlossene Klimaschutzkonzept der Stadt Duisburg, dessen Inhalte sie hier bekräftigt und sinnvoll ausgeweitet sehen wollten.

Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

Im öffentlichen Teil der letzten Sitzung des Stadtrates vor den Sommerferien arbeiteten die Ratsleute über 70 Tagsordnungspunkte ab. Die meisten wurden zügig durchgewinkt. Die Klimaschutz-Debatte sprengte jedoch den Rahmen: Die unterschiedlichen Positionen der vielen Ratsfraktionen, Ratsgruppen und von Ratsleuten aller Couleur zogen die Diskussion in die Länge. In der finalen Abstimmung lehnte eine Mehrheit der Ratsleute den Antrag der Grünen ab. Mit deutlicher Mehrheit beschlossen sie jedoch den gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD und CDU, der das Klimakonzept von 2017 weiter konkretisiert, ohne dabei ganz so bürokratisch zu werden wie der Antrag der Grünen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg: 480. Beecker Kirmes in den Startlöchern

Größte Kirmes am Niederrhein gibt richtig Kette
Von Petra Grünendahl

Impressionen von der Beecker Kirmes 2015. Foto: Petra Grünendahl.

“Die ersten Fahrgeschäfte werden schon aufgebaut“, erzählte Tim Rößler von Veranstalter Duisburg Kontor. „In die heiße Phase kommen wir aber erst Montag, Dienstag, wenn die Fahrgeschäfte aufbauen, die am kommenden Wochenende noch woanders stehen“, so sein Kollege Norbert Bauten. „Die Kirmes wird traditionell um die Wohnwagen herum aufgebaut“, erzählte Bauten. „Die Schausteller haben ihre Familien mit dabei und leben mitten drin.“ Mit 15 Groß- und Rundfahrgeschäften, 11 Kinderfahrgeschäften und rund 130 Reihengeschäften wird die Beecker Kirmes wieder für jeden was zu bieten haben. Dazu kommen Imbissbetriebe, Süßwarenstände und Getränkeausschank. Nicht nur für das Publikum ist das große Familien- und Volksfest ein Event, sondern auch für die Schausteller, die überwiegend aus NRW stammen, aber auch darüber hinaus aus ganz Deutschland und den Nachbarländern Holland und Belgien. „480 Jahre Tradition sprechen da für sich“, erklärte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerverbandes e. V., die Zugkraft des Rummels.

Stellten Programm und Highlights der Beecker Kirmes im Theodor-König-Keller (bei Sponsor König Brauerei) vor (v. l.): Albert Ritter (Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V.), Mike Bengel (Vorsitzender des Schaustellervereins Groß-Duisburg e. V.) und Uwe Kluge, Geschäftsführer von Veranstalter Duisburg Kontor GmbH. Foto: Petra Grünendahl.

Am Freitag, 5. Juli, startet mit der 480. Beecker Kirmes die älteste Traditionsveranstaltung des Stadtteils im Duisburger Norden. Fünf Tage Volksfest sollen Besucher aus Duisburg und der Region locken. Zusammen mit Mike Bengel (Vorsitzender des Schaustellervereins Groß-Duisburg e. V.) und Albert Ritter stellte Uwe Kluge, Geschäftsführer von Veranstalter Duisburg Kontor, Termine und Highlights des diesjährigen Volksfestes unter dem Motto „Beeck gibt Kette“ vor. Mike Bengel lobte die gute Zusammenarbeit mit der Duisburg Kontor GmbH, die die Beecker Kirmes seit 2013 veranstaltet, und mit der Polizei. Für den Duisburger Schausteller ist die Brauchtumspflege vor Ort immer etwas ganz besonderes. Auch für Albert Ritter ist es „eine gute und wichtige Veranstaltung in der Region. Eine Familienveranstaltung für alle, die gemeinsam feiern wollen.“ Egal, wo man herkomme: „Die Kirmes ist eine Stätte der Begegnung, der Integration und des Miteinander!“

Immer am ersten Juli-Wochenende
Zur Eröffnung führen die Ruhrpott-Guggis mit Musik die Fahnenträger-Parade der Schausteller an, bevor Bürgermeister Manfred Osenger mit Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann und Albert Ritter das Fass ansticht. Groß- und Rundfahrgeschäfte mit einladenden Namen wie Breakdance No. 1, Big Monster, Kesseltanz, Zombie oder High Impress, Familienachterbahnen, Kinderfahrgeschäfte und Geisterbahn, Los- und Schießbuden, Dosenwerfen oder der klassische Autoscooter: Da ist für jeden was dabei.

Impressionen von der Beecker Kirmes 2015. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den weiteren Highlights zählen ein vielfältiges Musikprogramm mit lokalen Acts und Bands auf der Bühne am Beecker Marktplatz. Tradition hat auch der sonntägliche Bürgerfrühschoppen mit Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann ab 11 Uhr auf dem Marktplatz (nach dem Ökumenischen Gottesdienst). Ermäßigungen bis zu 50 Prozent gibt es beim Familientag am Montag, 8. Juli. Zum Abschluss gibt es am Dienstag, 9. Juli, ab etwa 22.30 Uhr ein Höhenfeuerwerk. Eine knappe Viertelmillionen Besucher strömten in den vergangenen Jahren über die fünf Tage verteilt auf die Beecker Kirmes. Die angesagten gemäßigt warmen Temperaturen versprechen jedenfalls auch in diesem Jahr, Besucher zu locken. Geöffnet haben die Fahrgeschäfte zwischen 15 und 24 Uhr, Freitag zur Eröffnung ab 16 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr. Es empfiehlt sich der öffentliche Personennahverkehr: Die Straßenbahnlinie 901 sowie die Buslinie 905 fahren jeweils bis Haltestelle Beeck Denkmal. Mit dem Pkw kommt man über die A42 Ausfahrt Beeck/Bruckhausen. Größere Parkmöglichkeiten finden sich an der Hubertusstraße (300 Stellplätze) und der Weststraße (100 Stellplätze).
Mehr Infos unter www.beecker-kirmes.de

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein: Junges Publikum feierte den „Geisterritter“ bei der Premiere im Theater Duisburg

Gruseliges Action-Kino live: Jugendoper mit Rap und Special Effects
Von Petra Grünendahl

Cedric Sprick (1. Kröte), Bernhard Landauer (Lord Stourton), Clemens Begritsch (Dämon), David Fischer (Jon). Foto: Birgit Hupfeld.

Wie in einem Albtraum beginnt die Oper: Als Jon (David Fischer) – abgeschoben von Mutter und Stiefvater – auf seiner Zugfahrt ins Internat von Dämonen angegriffen wird. Das Gewitter lässt die jungen Zuschauer zusammenzucken. Auch im Unterricht wird der Neue von den Dämonen um Lord Stourton (Bernhard Landauer) attackiert, aber Lehrer Rifkin (Rolf A. Scheider) und seine Mitschüler sehen die Geister nicht. Nur Ella (Monika Rydz) glaubt ihm. Die Attacke auf Jon scheint aus seiner Familiengeschichte zu kommen: Ellas Großmutter (Karina Repova) erzählt, dass Lord Stourton für den Mord an Jons Vorfahren William Hartgill gehängt worden war. Sein Geist finde aber keine Ruhe und er töte alle männlichen Nachkommen der Hartgills. Gebannt verfolgt das junge Publikum der spannenden Handlung. Gemeinsam mit Ella sucht Jon in der Kathedrale Hilfe am Grab von Ritter William Longspee (David Jerusalem), der zum Leben „erwacht“. Gemeinsam töten Jon und der Ritter Lord Stourton. Jon wiederum sagt Longspee zu, dessen seinerzeit gestohlenes Herz zu finden und ins Grab zu seiner geliebten Frau Ela (Lisa Griffith) legen. Gemeinsam sind die Jugendlichen erfolgreich. Bei verdienten Applaus für die fantastische Aufführung bekam nicht nur Bösewicht Stourton, sondern auch Lehrer Rifkin reichliche Buhs: Es saßen halt Schüler im Publikum!

Monika Rydz (Ella), David Fischer (Jon), Ensemble. Foto: Birgit Hupfeld.

Eine vom jungen Publikum begeistert aufgenommene Premiere feierte im Theater Duisburg die neue Jugendoper der Deutschen Oper am Rhein: „Geisterritter“ nach dem gleichnamigen Jugendroman von Cornelia Funke. James Reynolds komponierte die Jugendoper im Auftrag der Jungen Opern Rhein-Ruhr, für das Libretto zeichnete Christoph Klimke verantwortlich. Im Rahmen dieser Kooperation ist die Jugendoper im Dezember 2017 am Theater Bonn uraufgeführt worden. Die gut zweistündige Oper (inklusive einer Pause) ist empfohlen ab 10 Jahren. Für jüngere Kinder ist das Stück auch nicht unbedingt geeignet! Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Genutzt werden gerade die 11-Uhr-Vorstelllungen von Schulen zu „Wandertagen“ für Grundschul-Viertklässler und Unterstufen-Schüler der weiterführenden Schulen. Die Wochenend-Aufführung richten sich hingegen an Familien.

Oper für ein junges Publikum

David Fischer (Jon), Monika Rydz (Ella), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Birgit Hupfeld.

Opern für ein junges Publikum gibt es schon seit vielen Jahren an der Deutschen Oper am Rhein. Auftragskompositionen entstehen hier überwiegend als Kooperation der Jungen Opern Rhein-Ruhr, zu denen sich die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg mit dem Theater Bonn und dem Theater Dortmund zusammen getan hat. Diese Kooperation erschließt mit Auftragskompositionen neue Stoffe für ein jüngeres Publikum, die damit erste Erfahrungen mit der Oper sammeln können. Heutige Familienopern sind deutlich kindgerechter als der Klassiker „Hänsel und Gretel“ aus einer Zeit, als Kinder als „kleine Erwachsene“ angesehen wurden. Sie basieren überwiegend auf Jugendbüchern, die zumindest den „jungen Lesern“ unter den Kindern bekannt sein dürften.

Einlagen von Tanz und Rap sowie Special Effects

David Fischer (Jon), David Jerusalem (William Longspee), Chor der Deutschen
Oper am Rhein. Foto: Birgit Hupfeld.

Der „Geisterritter“ wartete nicht nur mit einer spannenden Geschichte, klassischer Musik und Operngesang auf, sondern griff auch Elemente auf, die den Teenagern näher stehen als die Klassik. Dazu zählten vor allem Tanzeinlagen (Choreographie Yara Hassan) oder der Rap-Gesang der drei Kröten von Großmutter Zelda, aber auch reichlich visuelle Special Effects und Sound-Effekte über die multimediale Bühnengestaltung (mit Video) von fettFilm hinaus. Das Bühnenbild setzt Thomas Roscher mit seinem Lichtdesign effektvoll in Szene. Die Special Effects setzten da noch einmal Akzente, obwohl die Schüler von der fantastischen Inszenierung von Erik Petersen auch so erkennbar mitgerissen wurden. Die passende Kostümgestaltung oblag Kristopher Kempf.

Bernhard Landauer (Lord Stourton), David Fischer (Jon), David Jerusalem
(William Longspee). Foto: Birgit Hupfeld.

Für die musikalische Begleitung sorgten die Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung Patrick Francis Chestnut, der hier auch für die Chorleitung des „großen“ Chores verantwortlich zeichnete. Vier Mädchen des Kinderchors am Rhein durften unter der Leitung von Sabina López Miguez als „Schülerinnen“ auf der Bühne singen.

Ein kleiner Vorgeschmack
https://www.youtube.com/watch?v=pa8NsUddocE

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 22. Juni 2019 | 18 Uhr,
Di | 2. Juli 2019 | 11 Uhr,
So | 7. Juli 2019 | 15 Uhr,
Di | 9. Juli 2019 | 11 Uhr und
Mi | 10. Juli 2019 | 11 Uhr.
In der kommenden Spielzeit läuft die Jugendoper im Opernhaus Düsseldorf.

Valentin Wohlleber, Cedric Sprick, Artim Ovanesidis (Drei Kröten), im
Hintergrund: Chor und der Deutschen Oper am Rhein, Ensemble. Foto: Birgit Hupfeld.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Einführung mit einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung muss aktuell wegen des Wasserschadens vom April entfallen: Operfoyer und Rang sind immer noch gesperrt. Tickets kosten 18 Euro, ermäßigte Tickets für Schulklassen jeweils 8 Euro.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Bärbel Hupfeld / Deutsche Oper am Rhein

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Stadtwerke Sommerkino in Duisburg: Veranstalter stellten Pogramm vor

Überregionales Zugpferd unter illuminierte Industriekulisse
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm des Stadtwerke Sommerkinos vor (v. l.): Kulturdezernent Thomas Krützberg, Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg), Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob und Patrick Damberg (Sponsor König-Brauerei). Foto: Petra Grünendahl.

„Es gibt Dinge im Online-Vorverkauf, die man verändern kann. Andere nicht!“, erklärte Geschäftsführer Alexander Kranki. Sein Unternehmen Krankikom GmbH zeichnet seit dem vergangenen Jahr für die Online-Ticketverkäufe zum Stadtwerke Sommerkino verantwortlich. Technische Problem der Vergangenheit ließen sich beheben. Nicht verändern könne man hingegen, so Kranki, „den immens hohen gleichzeitigen Verkaufsdruck: Mit 40.000 bis 50.000 Kunden ist der Ansturm beim Verkaufsstart enorm.“ Erschwerend komme hinzu, dass alle Buchungen (online wie vor Ort) über die gleiche Datenbank abgewickelt werden müssen: „Wir haben nur einen Veranstaltungsort, an dem Plätze nach der Buchung an allen Verkaufsstellen nicht mehr verfügbar sein dürfen“, so Kranki. Das Sommerkino in der Gießhalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord lockt mittlerweile zum 23. Mal: „ein Publikum weit über die Region hinaus“, hatte sich Patrick Damberg (König-Brauerein) im vergangenen Jahr auf dem Parkplatz überzeugen können.

Stellten das Programm des Stadtwerke Sommerkinos vor (v. l.): Alexander Kranki (Krankikom), Patrick Damberg (Sponsor König-Brauerei), Parkleiter Ralf Winkels, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob und Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Im Filmforum am Dellplatz stellten Veranstalter und Sponsoren das Programm des diesjährigen Stadtwerke Sommerkinos vor: Organisator und Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob standen dabei Kulturdezernent Thomas Krützberg, Thomas Kehler (Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg), Patrick Damberg (Sponsor König Brauerei / Bitburger Braugruppe), Ralf Winkels (Leiter Landschaftspark Duisburg-Nord) und Alexander Kranki zur Seite. Das „Stadtwerke Sommerkino“, welches diesen Namen seit 2007 trägt, findet vom 10. Juli bis 18. August statt. Auf den Programm stehen 40 Filmabende mit 44 Filmvorführungen: An vier Samstagen gibt es einen zweiten Film im Mitternachtskino.

Manche Highlights laufen an zwei Abenden
„Wir haben besonders begehrte Filme für zwei Abende ins Programm genommen, um dem Besucherinteresse entgegen zu kommen“, erklärte Filmforum-Geschäftsführer Gottlob, der das Programm inhaltlich verantwortet. Und mit seiner Auswahl – einer Mischung aus Blockbustern und Programmkino (Art House) – alle Jahre wieder ins Schwarze trifft: Nicht alle Filme sind ausverkauft, aber von der Auslastung des Open-Air-Kinos in Deutschland nur träumen. Mehr als 43.000 Besucher hatte das Stadtwerke Sommerkino im vergangenen Jahr: „Ein Event von überregionaler Strahlkraft“, schwärmte Kulturdezernent Krützberg. Dazu trägt mit Sicherheit nicht nur das abwechslungsreiche Kino-Programm bei: Die Location an sich hat ein einzigartiges Ambiente mit der von Jonathan Parks magisch illuminierten Industriekulisse. Außerdem lässt das fahrbare Dach Besucher auch bei sommerlichen Regenschauern im Trockenen sitzen.

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Neben dem Stummfilm-Klassiker „The General“ (mit den Duisburger Philharmonikern an drei Kinoabenden) stehen preisgekrönte Erfolgsfilme mit Oscars, Golden Globes und Deutschem Filmpreis sowie zahlreichen Nominierungen für Oscar oder Golden Globe auf dem Programm. Den Eröffnungsfilm, die Komödie „Fisherman’s Friends“, läuft als Preview im Programm – und am 5. August sogar ein zweites Mal. Weitere Highlights sind wohl „Der Junge muss an die frische Luft“ (der in Teilen auch in Duisburg gedreht wurde), „Avengers“, „Green Book“ und „Maria Stuart – Königin von Schottland“ sowie „Astrid“ (Lindgren), „Bohemian Rhapsody“ (Queen), „Rocketman“ (Elton John) oder auch „Mamma Mia!“ mit den Hits von Abba in einer Sing-Along-Version. Von Blockbustern über Nervenkitzel und Historien-Drama bis hin zu Komödien: Da ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Dazu kommen ausgesprochen familientaugliche Filme wie „Pets 2“, Mia und der weiße Löwe“ oder „Dumbo“, das Mitternachtskino zeigt dagegen eher Gruselfilme.

„Wir freuen uns, den einen oder anderen Regisseur oder Schauspieler an den jeweiligen Abenden begrüßen zu dürfen“, so Kai Gottlob. Die Regisseure Sönke Wortmann („Der Vorname“) und Chris Foggin („Fisherman’s Friends“ am Eröffnungsabend) sowie der Schauspieler Frédéric Chau („Made in China“, ebenfalls als Preview vor dem offiziellen Kinostart) stehen hier bereits fest. Andere kann der Filmforum-Geschäftsführer eher nur kurzfristig gewinnen.

Mehr Infos gibt es unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Das Programmheft liegt aber auch wie immer überall im Stadtgebiet aus. Eine Übersicht und Details zum Proramm gibt es hier …

Verkaufsstart online und vor Ort gleichzeitig
Der Vorverkauf startet am Mittwoch, 26. Juni, um 12 Uhr im Internet unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Die „analogen“ Vorverkaufsstellen öffnen zeitgleich:

  • Kinokasse im Filmforum am Dellplatz (danach täglich von 17.15 bis 21.30 Uhr),
  • Sommerkinokasse im Landschaftspark Nord (vier Kassen, 12 bis 18 Uhr, nur am ersten Tag des Verkaufs) sowie
  • Besucher-Zentrum im Hauptschalthaus (Öffnungszeiten Mo-Fr 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 bis 18 Uhr).

Für den Eröffnungsfilm „Fisherman’s Friends“ bekommt man die Tickets erst ab dem 5. Juli. Für den Stummfilm „The General“ mit den Duisburger Philharmonikern ist der Vorverkauf bereits angelaufen: Es gibt aber noch insgesamt fast 300 Restkarten für die drei Vorstellungen.

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Von Ausnahmen abgesehen kosten die Tickets 10 Euro, zu „The General“ (mit den Duisburger Philharmonikern) kostet der Eintritt 20 Euro (jeweils ggf. zuzüglich Vorverkaufsgebühr von 10 Prozent). Am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag gibt es für Besitzer der Stadtwerke-Kundenkarte eine Ermäßigung von 2 Euro. Die Vorführungen beginnen nach Einbruch der Dunkelheit (zwischen 20.45 und 22 Uhr), Mitternachtskino ab 24 Uhr. Die Abendkasse öffnet um 20 Uhr.

Es empfiehlt sich, die Karte im Vorverkauf zu holen. Ein kleines Restkontingent an Karten ist jeweils an der Abendkasse verfügbar. Man kann sein Glück auch bei diversen Verlosungen probieren: Unter anderem verlost der Hauptsponsor Stadtwerke Duisburg für jeden Film dreimal zwei Tickets unter www.stadtwerke-duisburg.de oder www.stadtwerke-sommerkino.de. Ebenfalls aus früheren Jahren bekannt: „Es gibt jeden Donnerstag am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag für Besitzer der Kundenkarte zwei Euro Rabatt auf den Eintritt“, erzählte Stadtwerke-Pressesprecher Thomas Kehler. Außerdem wartet der Hauptsponsor im 13. Jahr der Partnerschaft (seit 2007) mit einer „Lade-Lounge“ auf: Auf den Sitzmöbeln zur Entspannung gibt es die Möglichkeit, Handys oder Smartphones über USB aufzuladen.

Die Strandbar steht auch Parkbesuchern offen. Foto: Filmforum.

Wie in den Vorjahren sorgt auch ein Biergarten für das leibliche Wohl der Besucher: Ab 18 Uhr haben Parkbesucher Zutritt. Der öffentliche Parkplatz befindet sich direkt gegenüber dem Haupteingang auf der Emscherstraße 71 in Meiderich: Es stehen insgesamt 1.500 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Um größtmögliche Sicherheit für alle Besucher zu gewährleisten, wird das Sicherheitspersonal Taschenkontrollen an den Eingängen durchführen. Grundsätzlich ist die Mitnahme von Taschen bis zum A4-Format erlaubt. Eine Praxis, die sich in Vorjahren bewährt hat.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Thomas Berns (2), Filmforum (1)

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Auf Zeche in Moers: „Was wird bleiben – Bergbau am Niederrhein“ gibt es jetzt auf DVD

Sehr persönliche Geschichten von Zeitzeugen: Eingefangene Denkmäler auf Film
Von Petra Grünendahl

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Die vier Zeitzeugen, drei Männer und eine Frau, waren alle im Bergbau am linken Niederrhein beschäftigt: Sie erzählen von ihrer Zeit auf Zeche, von ihrem Leben mit dem Steinkohlenbergbau. Am 21. Dezember wurde der Film “Was wird bleiben?” zum Abschied vom Steinkohlenbergbau beim Kerzenkonzert in der Maschinenhalle der Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers gezeigt: Man konnte förmlich spüren, wie die sehr persönlichen Geschichten das Publikum bewegten. Mit dem Schließen der letzten Zeche Prosper-Haniel in Bottrop endeten rund 200 Jahre des industriellen Steinkohleberbaus in Deutschland: „Was wird bleiben?“ hatte sich der Moerser Filmemacher Frederick Göke gefragt, als die letzte Schicht immer näher rückte. Zusammen mit Kameramann Andrei Turcan hat er ein beeindruckendes Portrait von Menschen und einer Gesellschaft auf Leinwand gebracht, die vom Steinkohlenbergbau ebenso geprägt worden sind wie die Landschaft mit ihren Zechengebäuden und Fördergerüsten. Nach der Extraschicht 2018 auf Pattberg war der Film zum Abschied von der Steinkohlenförderung das zweite Mal überhaupt gezeigt worden – und traf natürlich beim Bergbau-affinen Publikum ins Schwarze: Gänsehautmomente eingeschlossen! Als der Sänger des Knappenchores Rheinland mit dem Steigerlied den Film ausklingen ließ, konnte man so manch einen Konzertbesucher in der Maschinenhalle leise mitsingen hören.

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Die Vereine 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.* und der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) stellten als Herausgeber die DVD mit dem hochemotionalen 42-minütigen Film vor. Frank Liebert, Vorsitzender des Siedlungsvereins, und Frank Heinrich, Schatzmeister des GMGV, standen dabei zwei der Zeitzeugen zur Seite. Der ehemalige Fördermaschinist Johann Bongers, der bis heute im Knappenchor Rheinland singt, und der ehemalige Steiger Helmut Ey erzählen im Film ebenso wie Jörg Filges und Monika Klömpken aus ihrem Leben: Es sind Lebensläufe und Geschichten, bei beispielhaft sind für Menschen in der Kohle und in denen sich Zuschauer mit ihrer eigenen Geschichte, mit den Geschichten ihrer Familien wiederfinden.

Was wird bleiben? Bergbau am Niederrhein
Mit viel Leidenschaft und Fingerspitzengefühl hat Regisseur Frederik Göke eine beeindruckende Dokumentation geschaffen, die dem Bergbau ein Denkmal setzt. Was bleiben wird vom Bergbau sind die Geschichten, die niemand so authentisch erzählen kann wie die, die sie erlebt und gelebt haben. Zur DVD gibt es ein informatives achtseitiges Booklet mit Portraits der vier Zeitzeugen, Infos zu den beiden Vereinen und einer historischen Übersicht über den Bergbau am Niederrhein. Finanziell unterstützt hat die DVD-Produktion die Volksbank Niederrhein eG. Das Filmprojekt, welches Frederik Göke mit einem kleinen Budget auf die Beine gestellt hat, haben die Ruhr Tourismus GmbH sowie die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur** unterstützt.
 
Einen kleinen Eindruck gibt es hier:
https://www.youtube.com/watch?v=pkDyhnHopVo
 
Zu haben ist die Film-DVD mit Booklet zum Preis von 9,95 Euro in Moers außer beim GMGV am Schacht IV in der Barbara Buchhandlung, der Moerser Stadtinformation und der Buchhandlung Thalia sowie der Neukirchener und Kamp-Lintforter Buchhandlung. Sie ist aber auch in Duisburg über den lokalen Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-948252-00-7).

Schacht IV: ein Industriedenkmal zum Anfassen

Stellten die Film-DVD am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV vor (v. l.): Johann Bongers (ehemaliger Fördermaschinist auf Pattberg), Frank Liebert (Vorsitzender des 100 Jahre Kolonie Meerbeck e. V.), Helmut Ey (ehemaliger Steiger auf Pattberg), Regisseur Frederik Göke und Frank Heinrich (Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.). Foto: Petra Grünendahl.

Neben der Maschinenhalle Pattberg und einigen ehemaligen Zechengebäuden ist in Moers das Areal um Schacht IV der Zeche Rheinpreußen mit dem Doppelstreben-Fördergerüst erhalten. Schacht IV ist mit Fördergeldern restauriert worden. Schacht IV mit der Maschinenhalle und unterirdischen Stollen ist ein Industriedenkmal zum Anfassen, welches die Ehrenamtlichen des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) in Schuss halten und für Öffentlichkeit über Sommer sonntags (Mai bis Oktober, 13 bis 16 Uhr) öffnen. Führungen ehemaliger Bergleute geben Einblicke in den Steinkohlenbergbau und lassen die Vergangenheit an dieser Stelle lebendig werden.
www.gmgv-moers.de

*) Meerbeck ist die nahe Zechensiedlung, in der seinerzeit die Bergleute von Schacht IV in Moers wohnten.
**) Der Stiftung gehört die Maschinenhalle Pattberg. Die Schächte Pattberg 1/2 hießen ursprünglich Rheinpreußen 6/7.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Extraschicht am 29. Juni: Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers stellte Programm vor

Rheinpreußen Schacht IV zwischen Bergbau zum Anfassen und Kulturprogramm
Von Petra Grünendahl

Zeche Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir machen Führungen über die komplette Dauer der Extraschicht von 18 bis 2 Uhr“, erklärte André Thissen, der ehrenamtlich Besucher durch die Anlagen des ehemaligen Zechenstandortes führt: Eine gute Dreiviertelstunde lang geht es mit Erklärungen sachkundiger Führer vorbei an den originalen Fördermaschinen und erhaltenem Inventar der Maschinenhalle sowie durch die unterirdischen Katakomben mit Exponaten. „Und wenn um Halb Zwei noch eine Schlange von Besuchern wartet, machen wir auch länger“, ergänzte er. Rheinpreußen Schacht IV ist ein Industriedenkmal zum Anfassen, welches die Ehrenamtlichen des Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) in Schuss halten und für Öffentlichkeit über Sommer sonntags (Mai bis Oktober, 13 bis 16 Uhr) öffnen.

Stellten das Moerser Extraschicht-Programm vor (v. l.): Horst Grundmann, Gabriele Emmer, André Thissen, Frank Heinrich, Peter Boschheidgen, Eva Marxen (Moerser Kulturbüro), Jürgen Stock, Guido Lohmann (Volksbank Niederrhein) und Johanna Kuhlmann (Ruhr Tourismus). Foto: Petra Grünendahl.

Zum fünften Mal nimmt der GMGV an der Extraschicht teil, in diesem Jahr als einziger Spielort in der benachbarten Bergbaustadt. Im Pressegespräch stellten die Organisatoren die Planungen für den Spielort auf Rheinpreußen Schacht IV vor. Moers ist der westlichste Spielort und der einzige linksrheinische. Abwechslungsreich und vielfältig ist das Programm gestaltet. Die Ehrenamtlichen des GMGV laden – wie in Vorjahren unterstützt von den Bergleuten des Kamp-Lintforter Lehrstollens sowie der Fördergemeinschaft Bergmannstradition linker Niederrhein e. V. – zu Führungen „Mit Kumpel auf Kohle“ ein.

Rheinpreußen Schacht IV

Die Lichtinszenierung zur Zechengeschichte war auch vom Biergarten gegenüber gut zu sehen. Foto: Petra Grünendahl.

Das Programm auf Rheinpreußen IV greift auf Bewährtes ebenso zurück wie es immer wieder auch Neues präsentiert. Nach der traditionellen Eröffnung durch den Knappenchor Rheinland beginnen die Führungen durch ehrenamtliche Bergleute, die den Besuchern Moerser Bergbaugeschichte zum Anfassen präsentieren. Das Ensemble des Moerser Schlosstheaters nimmt mit zu einer Reise durch Raum und Zeit über das Industriedenkmal (19 und 21 Uhr). Zum Mitsingen lädt die Band der Moerser Musikschule in der Maschinenhalle (20 und 22 Uhr). Erstmals musiksynchron – zur „Ode an die Freude“ – lockt das Feuerwerk vor dem 48 Meter hohen Doppelstreben-Fördergerüst (ab 22.50 Uhr). Zu den klassischen Highlights zählt nach dem Feuerwerk auch die Lichts- und Soundinstallation: In diesem Jahr bespielen die Fassade der Fördermaschinenhalle die Lichtgestalten Matthias Plankmann & Christian Spieß mit dem Audiokünstler Andreas Pasieka bei ihrer Live-Performance „Energy:Future“.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Das WDR-Fernsehen berichtet in einer bundesweiten Sondersendung zwischen 22.45 und 23.30 Uhr live von der Extraschicht und auch vom Moerser Spielort Schacht IV. Das umfangreiche Programm in Moers in Zusammenarbeit mit der Ruhr Tourismus (Projektmanagement) ermöglichen mit finanzieller Unterstützung die Volksbank Niederrhein eG, das Moerser Kulturbüro und die Wirtschaftsförderung der Stadt Moers.

Nacht der Industriekultur

Wer sich für die Kulturgeschichte des Bergbaus und der Zechen im Ruhrgebiet interessierte, war bei den Führungen von Siegfried Rother richtig. Foto: Petra Grünendahl.

Die diesjährige Extraschicht bestreiten über 2.000 Künstler an 50 Spielorten in 24 Städten. Das Industriedenkmal von Rheinpreußen Schacht IV findet man an der Zechenstraße 50, 47443 Moers. Tickets gibt es im Vorverkauf zum Beispiel bei der Moerser Stadtinformation oder der Tourist-Information Duisburg sowie an allen Spielorten. Im Vorverkauf (bis 28. Juni) kosten die Karten 17 Euro (ermäßigt 14 Euro, mit RuhrTopcard 8,50 Euro). Das Ticket beinhaltet neben dem Zugang zu allen Spielorten ein Ticket für die Extraschicht-Shuttle-Busse oder den ÖPNV (auch für die An- und Abreise bis 7 Uhr am Sonntagmorgen). An der Abendkasse gibt es neben dem Extraschicht-Ticket für 20 Euro auch ein Standort-Ticket für 12 Euro: Nur für den einen Standort und ohne Shuttle- oder ÖPNV-Ticket.

Für weitere Informationen zum Programm in Moers und darüber hinaus gibt es das Programmheft zur Extraschicht 2019 im Print sowie online unter https://www.extraschicht.de/programm/.

Und hier ist Rheinpreußen Schacht IV auf der Route Industriekultur: http://www.route-industriekultur.ruhr/themenrouten/17-rheinische-bergbauroute/zeche-rheinpreussen-4.html.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Sculpture 21st in Duisburg: Julian Opies “Walking Figures” im Lehmbruck Museum

Modernes Leben aufs Wesentliche reduziert
Von Petra Grünendahl

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die überlebensgroßen Stahlskulpturen wirken wie in Bewegung, aus dem Leben gegriffen. Der englische Künstler Julian Opie (*1958) sieben Figuren aus der Serie „Walking Figures“ für diese Schau ausgewählt. Er habe zwei Tage für das Aufstellen gebraucht, so der Künstler, bis sie ‚richtig’ gestanden hätten. Die auf feine Striche reduzierten Figuren füllen die Glashalle des Lehmbruck Museums buchstäblich mit Leben. Menschen, die an der Nordseite des Museums vorbei in den Kant-Park wollen, bleiben stehen und gucken. Er sei ganz begeistert gewesen von diesem Ort, so der Künstler, der ihn inspiriert habe: „It’s a beautiful environment“, sagte der Engländer. Jede der Skulpturen spricht für sich, zeigt ein Abbild realer Menschen, die Opie in Melbourne (Australien) fotografiert hatte, auf seine wesentlichen Linien reduziert. Dort sei er damals für ein künstlerisches Projekt gewesen – immer auf der Suche nach Charakteren für neue Arbeiten. Die Figuren sind mehr als nur statische Skulpturen: In ihrer Bewegung ziehen sie Blicke an, „sprechen“ mit dem Betrachter. Die Begegnung provoziert ein Nachdenken über die Figur hinaus.

Stellten die Ausstellung der „Walking Figures“ im Rahmen von Sculpture 21st im Pressegespräch vor (v. l.): Der Künstler Julian Opie, Kuratorin Dr. Bettina Dunker, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Stiftungs-Vorstand Ursula Wißborn und Pressesprecher Andreas Benedict. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die neuen Arbeiten im Rahmen von Sculpture 21st stellte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte im Pressegespräch zusammen mit Ursula Wißborn, Vorsand der Stiftung der Sparda-Bank West (als Förderer), der Kuratorin Dr. Bettina Dunker und Julian Opie die „Walking Figures“ vor. Die Werkschau des britischen Künstlers entfaltet seine Wirkung im Rahmen der Reihe „Sculptures 21st“ in der großen Glashalle, die vom Kantpark einsehbar ist. Quasi als Fortsetzung der statischen Figuren in der Glashalle steht seit einigen Tagen vor der Glashalle eine leuchtende LED-Skulptur: Mit stetigen Bewegungen scheinen die „Runner“ Amelia, Jeremy, Theresa und Sam die Statue zum umrunden. Die Sonderschau in der Glashalle wird am Mittwoch, 5. Juni, um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Die Ausstellung „Sculpture 21st: Julian Opie“ wird von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West gefördert. Es ist (nach Sculpture 21st: Xu Bing) die zweite Präsentation, die mit Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West zum Thema „Postdigital“ realisiert wird. Die Reihe „Sculpture 21st“ läuft seit 2014, dem 50-jährigen Jubiläum des Lehmbruck Museums.

Julian Opie

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Julian Opie, 1958 in London geboren, zählt heute zu den bedeutendsten Vertretern der New British Sculpture. Nach seinem Abschluss an der renommierten Goldsmith School of Art begann er seine künstlerische Laufbahn Anfang der 1980er Jahre. Mit seiner Teilnahme an der documenta 8 in Kassel (1987) wurde erstmals ein internationales Publikum auf ihn aufmerksam. Seine Werke sind immer wieder in namhaften Museen auf der ganzen Welt zu sehen und in international renommierten Sammlungen vertreten. Julian Opie lebt und arbeitet in London.

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Julian Opies „Walking Figures“: Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Julian Opie im Rahmen von Sculpture 21st sind in der Glashalle bis zum 15. September zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Julian Opies „Walking Figures“ in der Glashalle des Lehmbruck Museums am Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Museums- und Geschichtsverein in Moers: Dritte „Nacht der Geschichte“ am 27. Juli

Mit Zeitzeugen in die Vergangenheit eintauchen
Von Petra Grünendahl

Im Rosengarten des Moerser Schlosses erzählt „Friedrich Wintgens“ seine Geschichte. Foto: Grafschafter Museum.

Wenn Helge Gebel im Rosarium des Moerser Schlosses als der Fabrikant Friedrich Wintgens (1777-1856) erzählt, er lasse Kinder für sich arbeiten, mag der einen oder andere den Industriellen verteufeln. Aber selbstverständlich waren die Zeiten zu Beginn der Industrialisierung noch ganz andere. Der aus Duisburg stammende Wintgens gründete 1803 in Moers eine Baumwollspinnerei und kaufte 1810 das Schloss, um nach Moers überzusiedeln. Als einer der kostümierten „Zeitzeugen“ berichtet der Mitarbeiter des Grafschafter Museums vom Moers seiner Zeit. Drei jeweils 90-minütige Rundgänge über insgesamt 15 Stationen rund um Altstadt, Neustadt, Schloss und Park lassen Moerser Geschichte für die Besucher erlebbar werden.

Stadtführer und Organisatoren der dritten Moerser Nacht der Geschichte mit der Henriette vor dem Moerser Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zur dritten „Nacht der Geschichte“ lädt der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) am Samstag, 27. Juli, ab 19 Uhr. Zusammen mit den Kooperationspartners Grafschafter Museum im Schloss Moers, den Moerser Stadtführern und der Wirtschaftsförderung der Stadt Moers stellte Geschichtsverein das Programm im Pressegespräch vor. „Es sind alle Stadtführer wieder dabei“, freute sich Peter Boschheidgen, Vorstitzender des GMGV. Die Moerser Nacht der Geschichte, organisiert von Frank Heinrich (vom GMGV) und Fanja Burger (Grafschafter Museum), sei etwas Einzigartiges, so Boschheidgen, zu dem die engagierten Stadtführer mit ihren lebendigen Erzählungen beitragen.

Vielfältige spannende Geschichten hat Moers aus einer langen Historie, die bis in die Römerzeit reicht, natürlich zu bieten. Die ehemalige Grafschaft Moers entstand im 12. Jahrhundert und erstreckte sich zeitweilig bis in die linkrheinischen Stadtteile des heutigen Duisburg. Die ältesten Teile des Schlosses datieren auf 1200, spätere Eigentümer hinterließen ebenfalls ihre Spuren an dem Gebäude. Nachdem Moritz von Oranien (1567-1625) die Spanier besiegt und 1597 aus Moers vertrieben hatte, herrschten die Niederländer bis zur Machtübernahme durch Preußen 1702. Preußisch war Moers, von einer zwanzigjährigen Herrschaft der Franzosen (1794-1815) unterbrochen, bis zum ersten Weltkrieg. Über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus mit Judenverfolgung und Widerstand zieht sich der Faden der erlebbaren Geschichte(n) bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, als ein Moerser mit am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schrieb.

Karten im Schloss Moers erhältlich

Das Denkmal von Kurfürstin Luise Henriette vor dem Moerser Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Drei Rundgänge haben die Besucher zur Auswahl: Das Moerser Schloss und den Park (inkl. Altes Landratsamt, Henrietten-Denkmal und Rosarium), die „alte Stadt“ (Pumpeneck, Peschkenhaus, Neumarkt, Oranier-Haus und jüdische Geschäfte auf der Steinstraße) sowie die „neuere Stadt“ (u. a. mit dem Haus Rösgen, dem ehem. Nerforth-Gebäude, dem Mahnmal für die Opfer der Shoa, dem Königlichen Hof sowie Bergbau und Kohlezüge auf der Steinstraße). In Gruppen zu 30 Personen gehen die Besucher alle fünf Stationen eines Rundgangs durch und lassen sich von Kostümführern in die Vergangenheit entführen zu Begebenheiten, die für die Stadtgeschichte eine Bedeutung haben. Die Stadtführer lassen historische Persönlichkeiten ihre Geschichten mitten aus dem Leben erzählen und ihre Eindrücke und Erlebnisse vermitteln: Das ist wie Geschichtsunterricht hautnah am Ort und zur Zeit des Geschehenes. „Wir zeigen hier besondere Ereignisse an bestimmten Orten“, so Wilfried Scholten, stellvertretender Vorsitzender des GMGV. „Spannend ist, wie vieles aus der Geschichte bis heute nachwirkt.“ Über die Art der Präsentation bis zum persönlichen Gespräch erschließt sich die Geschichte hier einmal ganz anders. Zum gemütlichen Ausklang geht es anschließend in den benachbarten Musenhof: Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein sorgt hier in geselliger Runde für das leibliche Wohl der Gäste.

Grafschafter Museum im Moerser Schloss
Der Vorverkauf ist gerade gestartet, das Kartenkontingent wie in Vorjahren begrenzt. Da in den letzten Jahren die Tickets rasch vergriffen waren, empfehlen die Veranstalter, sich frühzeitig zu kümmern: Karten gibt es an der Museumskasse im Schloss Moers. Sie kosten 8 Euro pro Person (inkl. Imbiss). Karten können auch telefonisch bestellt werden, müssen dann aber bis zum 14. Juli abgeholt werden. Andernfalls gehen die Karten wieder in den Verkauf. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 450 begrenzt (drei Rundgänge mit fünf Stationen für Gruppen mit je 30 Personen). Ein kulinarischer Abschluss der Veranstaltung (Antipasti sind im Eintrittspreis enthalten, Getränke kosten extra) findet im Musenhof des Grafschafter Museums statt.

Der Flyer zur dritten Moerser Nacht der Geschichte.

Grafschafter Museum, Kastell 9, 47441 Moers
Telefon 02841 / 8815-10, Fax 8815-122
eMail grafschafter-museum(at)moers.de
www.grafschafter-museum.de

Grafschafter Museum- und Geschichtsverein e.V.
Der Grafschafter Museum- und Geschichtsverein e.V. (GMGV) befasst sich mit der Kultur und Geschichte der Stadt und Region der früheren Grafschaft Moers schon seit über 100 Jahren. Der Verein fördert zudem die Herausgabe stadthistorisch bedeutsamer Publikationen.
www.gmgv-moers.de

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Grafschafter Museum (1)

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Jüdische Gemeinde in Duisburg lädt zum Jüdischen Klavierfestival „Menorah”

Musik verbindet Völker und Religionen
Von Petra Grünendahl

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Musik ist Bestandteil des jüdischen Lebens, der jüdischen Erfahrung“, erklärte Albert Mamriev, Pianist und Organisator des Klavierfestivals. Die Menorah (der siebenarmige Leuchter ist religiöses Symbol des Judentums) steht Pate für das Jüdische Klavierfestival. „Die Menorah steht nicht nur für das Licht, sondern auch für den Frieden durch Musik“, so Mamriev weiter. „Moderne jüdische Musik dreht sich nicht nur um den Holocaust. Sie ist vielfältig. Es gibt ganz hervorragende moderne israelische Komponisten mit herausfordernden Stücken. Ich habe sie selber nicht gekannt, bevor ich in Tel Aviv studierte“, sagte im Nordkaukasus geborene Mamriev. „Über Jahrhunderte haben sich deutsche und jüdische Musik gegenseitig beeinflusst und befruchtet“, erklärte Mamriev. Er schwärmte dabei vom anspruchsvollen „Scherzo de Bravoure“ von Charles Valentin Alkan, das er selber am ersten Konzertabend zum besten geben wird. Die Idee zu diesem Festival sei von der Jüdischen Musik her gekommen, so Mamriev, das Programm gehe aber doch darüber hinaus. „Mit dem Klavierfestival Menorah hoffen wir, eine jährlich stattfindende Konzertreihe zu begründen“, erzählte Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim/Ruhr Oberhausen.

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

Alexander Drehmann stellte zusammen mit Albert Mamriev im Pressegespräch das Programm und seine Hintergründe vor. Der weltweit konzertierende Pianist hat für das Festival-Programm seine vielfältigen Kontakte genutzt, um deutsche und internationale Pianisten und Konzertmusiker von höchster musikalischer Qualität zu locken. Das erste Jüdische Klavierfestival „Menorah“ findet von Sonntag, 2. Juni, bis Mittwoch, 5. Juni, im Jüdischen Gemeindezentrum in Innenhafen statt (Beginn ist Sonntag um 16 Uhr, Montag bis Mittwoch um 19 Uhr). Zusammengestellt hat Albert Mamriev das Programm zusammen mit den jeweiligen Pianisten. Es werden an den verschiedenen Abenden unterschiedliche Pianisten Musik von deutschen und von israelischen, von jüdischen und von christlichen Komponisten spielen. Auch die Komposition eines Muslim sei dabei, verriet Mamriev. Zu den bekannteren Komponisten zählen Tschaikowsky oder Grieg, Bach oder Mendelssohn-Bartholdy, aber auch Gershwin. Bei Noam Scheriff und Ami Maayani, zwei modernen israelischen Komponisten, habe er in Tel Aviv studiert, so der Konzert-Organisator. Die Pianisten werden einführen in die Werke und ihre Bedeutung, mit persönlichen Bezügen zu den jüdischen Wurzeln und zur klassischen Musik im jüdischen Staat Israel. Das verspricht nicht nur musikalisch ein Erlebnis zu werden, sondern eines, das über die Musik Menschen und Völker verbindet.

Pianisten von Weltruf spielen im Gemeindesaal

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.

Verantwortlich für das Programm ist der Klavier-Virtuose Albert Mamriev. 1974 wurde er in Dagestan, einer russische Republik im Nordkaukasus im südlichen Teil Russlands, in eine Musikerfamilie hinein geboren. Nach ersten Studien bei seinem Vater zog es ihn zum weiteren Klavier-Studium nach Moskau, später auch nach Tel Aviv und Hannover. Der heute weltweit konzertierende und international vielfach ausgezeichnete Pianist unterrichtet regelmäßig bei Meisterkursen in China, Deutschland, Island, Israel, Italien, Spanien, Südkorea, Taiwan, Ukraine und USA. Seit 18 Jahren lebt Mamriev in Deutschland, begründete hier verschiedene internationale Klavier-Wettbewerbe und lehrt an der Music Academy Neue Sterne in Hannover. „Albert Mamriev hat unsere Gemeindemitglieder schon beim Neujahrsfest begeistert“, erzählte Alexander Drehmann, der hofft, dass auch Konzertbesucher von außerhalb der jüdischen Gemeinde ihren Weg an den Innenhafen finden.

Neben dem Pianisten Albert Mamriev stehen unter anderem auf der Bühne: Svetlana Eganian & Yolande Keznetsov (Piano Duo, Frankreich), Pavel Kachnov (Ukraine / Österreich), Yuri Bogdanov (Russland), Cesare Chiacchiaretta & Filippo Arlia (Duo Bandoneon & Piano, Italien), Giuliano Adorno (Italien) sowie Alexander Hülshoff & Andreas Fröhlich (Cello & Piano Duo, Deutschland). Alle haben bei namhaften Musikern an herausragenden Schulen studiert und national wie international Wettbewerbe und Preise gewonnen.
Details zum Programm:
https://jgduisburg.de/klavierfestival-menorah/

Öffentliche Veranstaltung
Die Veranstaltung im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist öffentlich und für die Besucher kostenlos. Spenden sind allerdings gerne gesehen, um die Kosten zu decken. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, aber aus Sicherheitsgründen ist für den Einlass unbedingt der Personalausweis bereit zu halten.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg zog Bilanz

Duisburg wird für Investoren attraktiv
Von Petra Grünendahl

Ralf Meurer und Andree Haack sind die Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

„A-Standorte sind mittlerweile so überhitzt, so dass Duisburg als B-Standort immer attraktiver wird“, erklärte Wirtschaftsdezernent Andree Haack. In dieser Position ist er – zusammen mit Ralf Meurer – Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). „Wir profitieren von der guten Konjunkturlage“, so Haack. Seit 2010 sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kontinuierlich gestiegen: Von 155.746 auf 173.852 im vergangenen Jahr. Von 402 Immobilienanfragen (überwiegend nach unbebauten Grundstücken) hätten sich 32 Ansiedlungen ergeben, 171 Objekte seien noch in der Angebotsphase, erklärte Ralf Meurer. Die Ansiedlung neuer Betriebe sowie Dienstleistungen für Unternehmen am Standort sind die klassischen Tätigkeitsfelder der Wirtschaftsförderung. Dazu organisiert die GFW Netzwerk-Veranstaltungen für Unternehmer und Gründer und wirbt für den Standort auf Gewerbeimmobilienmessen. Außenwirtschaftliche Aktivitäten umfassen die Betreuung von Delegationsreisen insbesondere nach China.

Im Pressegespräch berichteten Andree Haack und Ralf Meurer von den Aktivitäten und Erfolgen der GFW Duisburg im vergangenen Jahr und gaben einen Ausblick auf laufende Projekte und Entwicklungen. Die steigenden Nachfrage nach Ansiedlungsflächen erfreut natürlich die Wirtschaftsförderer, aber: „Uns gehen langsam aktuell verfügbare Flächen aus“, erklärte Ralf Meurer. Im Businesscenter Rheinhausen konnten nach der Revitalisierung durch einen neuen Investor allein 2018 zehn kleinere chinesische Unternehmen dort angesiedelt werden. Neue Gewerbeparks wie Hohenbudberg oder der Zebrapark in Obermarxloh sind fast vollständig vermarktet: zum einen an Unternehmen von außerhalb Duisburgs (58 Prozent der Anfragen), aber auch an Duisburger Unternehmen, die Erweiterungsmöglichkeiten suchten.

China-Strategie

China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen. Visualisierung: Starhai.

„Wir erarbeiten gerade gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen (UDE) eine China-Strategie“, erklärte der Wirtschaftsdezernent. „Wie wollen wir profitieren? Was erwarten wir? Und was müssen wir dafür tun?“, stehe, so Haack, mit Mittelpunkt. „Die Chinesen verfolgen eine Strategie, wir in Deutschland oder Europa bislang nicht.“ Für einen weiteren Ausbau des China-Geschäfts sieht sich die Stadt allerdings gut aufgestellt: Mehrere Netzwerke und Initiativen gebe es für die Ansiedlungen aus dem Reich der Mitte, so Wirtschaftsförderer Meurer. Die GFW verzeichnete 10 Ansiedlungen aus China im vergangenen Jahr (2017 waren es sogar 12). Das China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen ist für die Stadt immer noch ein Thema. Allerdings: „Es ist schwer, aus China Mittel für die Investitionen zu bekommen. Mietinteressenten sind vorhanden; es soll sogar die ersten banksicheren Mietverträge geben“, so Andree Haack und bekräftigte: „Wir sind an dem Thema nach wie vor dran.“

Flächenpotenziale, Bürostandort und Hotelneubauten

GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer. Foto: Petra Grünendahl.

Auch wenn kurzfristig lediglich 65.000 Quadratmeter zum Kauf und 195.000 Quadratmeter zur Miete auf dem Markt verfügbar sind, sehen die Wirtschaftsförderer den Standort mittel- bis langfristig zukunftsfähig aufgestellt. Hier stünden 428.000 Quadratmeter mittel- sowie 696.000 Quadratmeter langfristig zur Verfügung. „Wedau und das Güterbahnhofsgelände sind da noch nicht mitgerechnet“, so Meurer. Als längerfristige Flächenpotenziale für künftige Ansiedlungen nannten die Wirtschaftsförderer außer Wedau-Nord (ehemaliges Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn) Flächen am Rheinpark (mit dem alten Standort von Arcelor-Mittal in Hochfeld), den Gewerbepark an der Wanheimer Straße in Wanheimerort (ehemaliges Kabelwerk, heute Alga), die ehemaligen Flächen von RHI (ehemalige Didier-Werke) und dem Kabel- und Drahtwerk Kemper an der Düsseldorfer Straße (Wanheimerort), Schacht Gerdt in Baerl sowie den Friedrichspark (ehemaliger Schacht 2/5 in Hamborn).

Duisburgs Wirtschaftsdezernent Andree Haack. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Büroleerstand ist in Duisburg mit 2 Prozent zu niedrig, ein funktionierender Markt braucht 5 Prozent“, erklärte Andree Haack, warum weitere Büroneubauten Potenzial hätten. Leerstände beträfen eher kleinere Büroflächen, die schwer zu vermieten seien: „Attraktive Büroflächen stehen in Duisburg nicht leer“, so Haack. Nachholbedarf habe es bei Hotelneubauten in der Innenstadt gegeben: „Die Nachfrage nach Hotelzimmern steigt“, sagte Haack: Die Unternehmen in Duisburg müssten auswärtigen Besuch unterbringen ebenso unterbringen wie der Messestandort Düsseldorf mit seiner Nähe und guten Erreichbarkeit. Eine wichtige Rolle spiele auch der Tourismus: „Das Intercity hat sogar Fahrradflächen in der Tiefgarage. Das Ruhrgebiet mit seiner Industriekultur lockt – auch in die Nachbarstädte“, berichtete der Wirtschaftsdezernent.

„Beim Quartier 1 ist das Bauvorhaben ohne Mieter gestartet, vermarktet wurde erst später“, erklärte Haack. „Vielleicht hat der Investor am Marientor einfach zu lange gewartet, weil er mehr Mietverträge haben wollte, bevor er anfängt zu bauen. Da wurden diejenigen ungeduldig, die schon unterschrieben hatten.“ Hier liegt die Planungshoheit jetzt wieder bei der Stadt, die mit Wirtschaftsförderung und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag zwei Partner für Flächenentwicklungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt im Boot hat. Ganz nach Plan verlaufe die Entwicklung des Mercatorquartiers: „Das Areal ist voll vermarktet. Der Bebauungsplan wird im Stadtrat nach den Sommerferien beschlossen. Dann kann die Erschließung beginnen. Wir rechnen mit einem sichtbaren Baubeginn Ende 2019 oder Anfang 2020.“

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Stadtwerke-Sommerkino: Duisburger Philharmoniker begleiten Buster Keatons „The General”

Vorverkauf startet am Freitag
Von Petra Grünendahl

Kai Gottlob und Alfred Wendel stellten ein Highlight des Stadtwerke-Sommerkinos vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir sind glücklich über dieses Highlight im Sommerkino. Zumal wir auf sehr erfolgreiche frühere Veranstaltungen zurückblicken“, sagte Kai Gottlob, Geschäftsführer der Filmforum GmbH. „Wir haben hier im Landschaftspark Nord ein begeisterungsfähiges Publikum, was unseren Sommerkino-Auftritt auch für die Musiker zu einem besonderen Erlebnis macht“, erklärte Prof. Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. Er freue sich schon auf die tolle Location im Landschaftspark und die Zusammenarbeit mit den Philharmonikern, teilte Komponist und Dirigent Carl Davis in einem Video mit. Ein Stummfilm-Klassiker von 1926 mit einer eigens dafür geschriebenen Komposition live gespielt von Duisburgs Vorzeigeorchester soll an drei Abenden im Stadtwerke-Sommerkino für einen gut gefüllten „Kinosaal“ in der Gießhalle sorgen. In früheren Jahren waren die entsprechenden Vorstellungen ausverkauft.

Buster Keaton in „The General“. Foto: Europäische Filmphilharmonie.

Mit Buster Keatons „The General“ stellten Kai Gottlob und Alfred Wendel die seit 2009 fünfte Kooperation des Filmforums mit den Duisburger Philharmonikern für das Stadtwerke-Sommerkino vor. Der 74-minütige Kino-Klassiker von 1926 läuft am 11., 12. und 13. Juli ab Einbruch der Dunkelheit (ca. 22 Uhr) in der Gießhalle im Landschaftspark Nord. Neben Charlie Chaplin (1889-1977) und Harold Lloyd (1893-1971) ist Buster Keaton (1895-1966) der dritte Gigant der amerikanischen Filmkomödie in der Stummfilm-Zeit. Der Film läuft auf der großen Leinwand als digitale 4K-Reproduktion. Im eigens für diese Aufführungen geschaffenen „Orchestergraben“ (dafür gibt es ein paar Sitzplätze weniger) spielen die Duisburger Philharmoniker in einer Besetzung von 36 Musikern und – wie schon zu Harold Lloyd vor drei Jahren – unter der musikalischen Leitung von Carl Davis. Der 83-jährige amerikanische Komponist und Dirigent lebt in London und ist selbst eine Legende mit vielen internationalen Auszeichnungen. Er hat für „The General“ ebenso wie für den vor drei Jahren aufgeführten „Safety Last“ mit Harold Lloyd die Begleitmusik geschrieben. Passend zum Film orientiert sie sich an Musik aus den 1860er-Jahren, in denen die Geschichte spielt. „Viele Bläser, Schlagzeug, aber auch Banjo und Mundharmonika“, verriet Alfred Wendel.

Der Komiker erzählt ein Heldenepos

Buster Keaton in „The General“. Foto: Europäische Filmphilharmonie.

„The General“ erzählt eine Geschichte aus dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) mit einem realen Hintergrund. Johnnie Gray hat zwei Leidenschaften: seine Lokomotive „The General“ und Annabelle. Er meldet sich freiwillig zur konföderierten Armee, wird aber abgelehnt. Spione der Nordstaatler stehlen seine Lok und mit ihr Annabelle. Rasante Verfolgungsjagden über das Schienennetz gehören zu den action-reichen Highlights einer Produktion, die an nichts sparte. Die aufwendigen Dreharbeiten mit zahlreichen Kamerafahrten und Stunts (Buster Keaton brauchte kein Double) machten „The General“ zur teuersten Produktion der Stummfilmzeit: „Auch ein kompletter Zug, der samt Brücke in den Fluss fällt, ist real. Man hat den Zug erst im zweiten Weltkrieg geborgen, als man das Material brauchte“, erzählte Kai Gottlob. Finanziell hat der Film die Kosten aber nicht wieder einspielen können, obwohl er zu den herausragenden Produktionen jener Zeit gehörte.

Komponist und Dirigent Carl Davis. Foto: Thierry Faber.

„Buster Keaton ist buchstäblich auf der Bühne groß geworden“, erzählte Kai Gottlob. Seine Eltern seien Komödianten gewesen und hätten ihren Sohn einfach mit auf die Bühne genommen, auch um sich den teurer Babysitter zu sparen. Markenzeichen war sein stoischer Gesichtsausdruck, der im den Spitznamen „The Great Stone Face“ einbrachte. Nach seinen Stummfilm-Erfolgen der 1920er-Jahre ging er 1928 zu Metro-Goldwyn-Mayer: Eine Entscheidung, die er später bereute, denn die Arbeit für ein Filmstudio schränkte seine kreativen Möglichkeiten massiv ein. Nie wieder arbeitete er so erfolgreich wie zu Beginn seiner Karriere. Privat wie finanziell ging es bergab. „The General“ zeigt Buster Keaton auf dem Zenit seiner Schaffenskraft als vollkommenen Komiker und Regisseur. Der Film gilt heute als eine der bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte.

Vorverkauf startet am Freitag, 17. Mai

Die Duisburger Philharmoniker im Stadtwerke-Sommerkino. Foto: Filmforum GmbH.

Den Vorverkauf zum Stummfilm-Klassiker hat Kai Gottlob ganz bewusst vorgezogen: „Wir sprechen hier ja eher ein anderes Publikum an als für die anderen Vorstellungen im Sommerkino“, so der Filmforum-Chef. Der Vorverkauf für den Stummfilm-Klassiker mit den Duisburger Philharmonikern startet am Freitag, 17. Mai, um 10 Uhr – zeitgleich an der Kinokasse im Filmforum am Dellplatz und online unter www.stadtwerke-sommerkino.de. Die Karten kosten 20 Euro (im Vorverkauf zzgl. 10 Prozent): „Für einen Auftritt der Philharmoniker ist das ein Sonderpreis“, erklärte Alfred Wendel, der so auch nur durch die finanzielle Unterstützung von thyssenkrupp Steel Europe so möglich sei.

Die nächste Kooperation kündigten Kai Gottlob und Alfred Wendel für in zwei Jahren an. Einen passenden Film zu finden, wird nicht leicht sein: „Wir brauchen einen Film, zu dem es eine Orchester-Partitur gibt“, so Alfred Wendel. Eine solche extra schreiben zu lassen, sei zu aufwändig und teuer, bestätigte Kai Gottlob. Aufführungen in den Kinos der 1920er-Jahre seien wohl eher mit Massenkompositionen vertont gewesen, bei denen die jeweiligen Kino-Orchester Noten für „dramatisch“ oder „tragisch“ oder was auch immer benötigt wurde einfach aus der Schublade holten. Eigene Kompositionen zu den Filmen waren eher selten. Von Charlie Chaplin vielleicht mal abgesehen, der für die meisten seiner Filme auch die Musik komponierte.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Thierry Faber (1), Filmforum (1), Europäische Filmphilharmonie (2)

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Duisburg: Filmforum stellte neue Publikation über den Mercator-Palast vor

Ein herrschaftlicher Palast für die Unterhaltung
Von Petra Grünendahl

Die Postkarte zeigt den Mercator-Palast 1937. Quelle: Jonas Wahle, Winterberg.

„Angefangen hat alles mit einer Postkarte“, erzählte Kai Gottlob, Geschäftsführer Filmforum, Kommunales Kino und Filmhistorische Sammlung der Stadt Duisburg, am Dellplatz. Die Karte zeigte mit dem Mercator-Palast 1937, das in jenen Tagen wohl prächtigste Kino der Stadt. „Es hätte genauso gut eine Oper oder ein Schauspielhaus sein können“, erinnerte sich als Zeitzeuge der in Duisburg aufgewachsene Schriftsteller Walter Kaufmann. Beim Blick ins Buch offenbart ein Luftbild, dass das Lichtspielhaus an der Königstraße 41 (dort, wo heute das Käthe-Mandel-Haus steht) den Vergleich zum Beispiel mit dem Theater Duisburg nicht zu scheuen brauchte. Dort, wo zuvor die Villa Carstanjen standen hatte, baute die Familie Carstanjen das neue Lichtspielhaus. Für den Betrieb gründete sich eine private Gesellschaft, deren Anteilseigner-Liste sich wie das Who-is-Who der lokalen Unternehmerprominenz liest. Mit der Eröffnung am 30. Juni 1929 standen die großen Filme jener Zeit auf dem Spielplan, Filmgrößen waren zu Gast. Die Weltwirtschaftskrise schickte auch Duisburgs Vorzeige-Kino finanziell auf Talfahrt. Nach mehreren Geschäftsführerwechseln wurde die Betreiber-GmbH 1935 aufgelöst. Die „Geschwister Carstanjen KG“ als Eigentümer der Immobilie übernahm den Kinobetrieb selber. Ein britischer Bombenangriff im April 1943 beschädigte das Haus massiv. Mit dem Abriss der Trümmer 1950/51 ist der Kino-Palast dann endgültig aus dem Stadtbild verschwunden.

Stellten das „Mercator-Palast“-Buch in der Filmwerkstatt vor (v. l.): Die Autoren Dirk Hausmann und Kai Gottlob mit Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Kurz, aber faszinierend ist die Geschichte des Mercator-Palastes, der mit seinen Dimensionen die damalige Innenstadt mit geprägt hat. Der „Palast in Duisburg“ ist Thema eines Buches, welches Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob mit Dirk Hausmann, einem langjährigen Mitarbeiter des Kommunalkinos, recherchiert und verfasst hat. Eine derartige Aufarbeitung der Geschichte des Mercator-Palastes hat es bislang noch nicht gegeben. Zusammen mit Duisburgs Kulturdezernenten Thomas Krützberg stellten die Autoren das Buch in der Filmwerkstatt vor. Neben intensiver Recherche in unterschiedlichsten Archiven weit über die Stadtgrenzen hinaus hatten die Autoren 2015 einen Aufruf nach Zeitzeugen über die Duisburger Tagespresse gestartet: Mit Erfolg, denn es fanden sich auch Leute, die den prächtigen Kino-Palast noch aus eigenem Erleben kannten.

Filmtheater bot Duisburgern Unterhaltung mit neuesten Ufa-Produktionen

Tageszeitungsanzeigen von Mercator-Palast und Kammer-Lichtspiele im Vergleich: Nazi-Propaganda gegen Hollywood-Kino. Quelle: Stadtarchiv Duisburg.

Obwohl das Filmunternehmen Ufa über eigene Kinos verfügte, mauserte sich der Mercator-Palast mit seinen 1.200 Plätzen zum führenden Lichtspielhaus der Ufa in Duisburg. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der entsprechenden Neuausrichtung der Ufa schon vor ihrer Verstaatlichung (1937), änderte sich der Spielplan dann auffallend. Während andere Kinos in Duisburg (die Kammer-Lichtspiele zum Beispiel) noch bis 1942 auch amerikanische Hollywood-Filme zeigten, wurde das Programm (oder zumindest die Vorfilme) im Mercator-Palasts immer propaganda-lastiger: Vor dem Unterhaltungsfilm „Pat und Patachon“ lief beispielsweise „Das Erbe“, ein Propagandafilm zur Rechtfertigung des Euthanasie-Programms während der Zeit des Nationalsozialismus.

„Warum dieser Programmwechsel geschah, wurde für uns trotz aller Recherchen nicht nachvollziehbar“, sagte Kai Gottlob. Dass der Mercator-Palast schon früh auf den nationalsozialistischen Zug aufsprang, verwundert insofern, als dass der Hauptanteilseigner der damaligen ersten Betreibergesellschaft, Johann Wilhelm Welker, als Generaldirektor der Franz Haniel & Cie. GmbH (bis 1944) das Ruhrorter Unternehmen in der NS-Zeit weitgehend aus der Politik heraus hielt.

Der Mercator-Palast liegt nach einem Bombenangriff 1943 in Trümmern. Quelle: Stadtarchiv Duisburg.

Nicht das ganze Filmtheater ist im Krieg unwiederbringlich in Schutt und Asche gebombt worden: „Ein letztes Überbleibsel des Mercator-Palastes steht heute noch in Winterberg“, verriet Kai Gottlob. Am Tag vor dem Bombenangriff waren neue Filmprojektoren aus Dresden geliefert worden, die bis zu ihrer Installation am nächsten Tag im Keller des Gebäudes untergebracht worden waren. „Die Kisten konnten unbeschädigt geborgen werden“, erzählte Gottlob. Nach dem Krieg seien sie an das Filmtheater Winterberg gekommen, wo sie bis zum Jahr 2009 (und dem Umstieg auf digitale Technik) in Betrieb gewesen seien. „Einer steht heute noch dort als Blickfang im Foyer“, wusste Gottlob zu berichten.

Der Mercator-Palast sei nicht nur ein Filmtheater gewesen, sondern habe auch eine Filmproduktion betrieben, die die historische Entwicklung der Stadt Duisburg dokumentierte, so der Filmforum-Chef. Diese Filme befinden sich heute in der Filmhistorischen Sammlung im Filmforum.

Fast drei Jahre Recherche
„Ende 2015 war klar, dass wir das Projekt angehen“, erzählte Kai Gottlob. Im Jahr 2016 führten die Autoren Gespräche mit Zeitzeugen, die allesamt dokumentiert sind. Insbesondere Dirk Hausmann verbrachte viele Monate in Archiven (Stadt-, Landes- und Bundesarchiv), man suchte aber auch über Kontakte im Ausland. Ermöglicht haben dieses aufwendig recherchierte Buch eine Reihe von Sponsoren: die Welker-Stiftung, die Franz Haniel & Cie. GmbH, die Sparkasse Duisburg, die Freunde des Filmforums e. V. sowie die Familie Wahle aus Winterberg.

Verlegt wird das hoch informative und sehr lesenswerte 70-seitige Buch (mit 60 Abbildungen) von der Filmforum GmbH. Erhältlich ist es zum Preis von 5 Euro an der Kinokasse des Filmforums (zu Öffnungszeiten) sowie in den Buchhandlungen Scheuermann am Sonnenwall und Mayersche im Forum auf der Königstraße.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Foto: Petra Grünendahl (1),
Historische Dokukmente: Jonas Wahle (1), Stadtarchiv Duisburg (2)