Freizeitvergnügen für Singles, Freunde und Familien Von Petra Grünendahl
Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Buch steckt voller Anregungen für Freizeitunternehmungen verschiedenster Art: Familienfeste und Kirmes, Stadt-, Sommer- und Herbstfeste, Bierbörsen und Weinmärkte, aber auch Sportveranstaltungen, Ritterspiele oder Mittelaltermärkte, Musik- Theater- oder Tanzfestivals. Für Rock-Fans gibt es Oberhausen rockt!, Olgas Rock oder Ruhr in Love (in Oberhausen) sowie Castle Rock auf Schloss Broich in Mülheim, für Folk-Fans das Folkerdey Festival in Ratingen. Nach Duisburg lockt zum Beispiel das Traumzeit-Festival im Landschaftspark Nord. Auch Extraschicht oder die Ruhrtriennale sowie in diesem Jahr die FISU World University Games finden an vielen unterschiedlichsten Spiel- oder Eventorten ihre Liebhaber. Und natürlich sind auch Duisburger Events wie Marina Markt, Spätschicht oder Jazz aufm Plazz, Drachenboot-Fun-Regatta, Matjesfest, Stadtfest, Weinfest und Lack und Chrom sowie als neue Veranstaltung der Citykrimi (mit zwei Terminen in der Innenstadt) mit Basisinformationen dabei. Und natürlich viele Nikolaus-, Advents- und Weihnachtsmärkte. Alles nicht nur in der näheren Umgebung, sondern in ganz NRW. Da ist für jeden etwas dabei: Manches ist eher für Singles oder Freunde geeignet, andere Veranstaltungen richten sich direkt an Familien mit Kindern.
Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Für das Buch „Hits fürs Wochenende“ haben Redakteure vom Klartext Verlag für das Jahr 2025 rund 800 Freizeit-Tipps in Nordrhein-Westfalen recherchiert und zusammengestellt, die einen Besuch wert sind. Das reicht von Konzerten, Festivals und Musicals über Ausstellungen und Veranstaltungen aller möglichen Art. Von Duisburg aus bieten sich vielleicht nicht unbedingt alle Ziele an, aber vieles liegt doch gut erreichbar. Über die vielen Freizeit-Tipps mit Daten, Adressen und Webseiten für weitere Informationen hinaus enthält das Buch 43 Coupons für Vergünstigungen im Wert von über 300 Euro, auf die in den Beschreibungen der Veranstaltungen verwiesen wird. Im Anhang listet ein Ortsverzeichnis sämtliche Freizeit-Tipps für die schnelle Orientierung mit Datum und Seitenverweis auf. Natürlich erhebt das Buch mit seinen „nur“ 800 Freizeit-Tipps keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber es bietet einen guten Überblick über die vielfältige Freizeit- und Veranstaltungslandschaft in NRW.
Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Buch
Das Buch „Hits fürs Wochenende Nordrhein-Westfalen“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das bebilderte 192-seitige Taschenbuch ist für 9,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2684-4).
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Der Verlag
Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Deutschland in Ordnung bringen Von Petra Grünendahl
Zeig was du hast: Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Sein Lebensthema war die kulturelle Identität – eine Frage, die Jörg Immendorff (1945–2007) konsequent malerisch durchdrang. Mit einem unverkennbaren Stil verband er Comic-Ästhetik mit Elementen des Realismus und entlarvte dabei die ideologische Leere des DDR-Sozialismus. „Deutschland in Ordnung bringen“, formulierte er selbst seine Motivation. Werke wie „Café Deutschland“ oder „Langer Marsch auf Adler“ setzen sich intensiv mit politischen und gesellschaftlichen Zuständen auseinander: Er prangerte Missstände an, wollte unbequem sein. Er wollte mitmachen, Gesellschaft mit gestalten: Er setzte sich ein gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf prägte er mit großem pädagogischem Gespür eine neue Künstlergeneration. Seine Bilder illustrieren nicht nur Zeitgeschichte: Sie dokumentieren, kommentieren und machen sie erfahrbar. Mit scharfem Blick analysierte Immendorff in den 1970er- und 1980er-Jahren die politischen Konflikte seiner Zeit. „Ich bin der einzige Maler der Kunstgeschichte, der an einer Utopie gearbeitet hat, die dann Realität wurde“, schrieb er Anfang der 1990er-Jahre: Gemeint war die deutsche Wiedervereinigung, die er in seinem Schaffen nie aus den Augen verloren hatte, obwohl andere schon lange nicht mehr dran geglaubt hatten. Immendorff betonte stets die Verantwortung des Einzelnen, sich einzumischen und Haltung zu zeigen: Seine Gesellschaftskritik spiegelt sich über vier Jahrzehnte in seinen Bildern.
Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Unter dem Titel „Zeig was du hast“ (auch Titel eines Gemäldes von 1983) zeigt das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Werke des Malers Jörg Immendorff: 23 herausragende Arbeiten aus der Sammlung Ströher, die exemplarisch für das malerische Schaffen des Künstlers stehen. Museumsdirektor Prof. Dr. h.c. Walter Smerling und Museumskurator Kay Heymer stellten die Ausstellung im Pressegespräch vor. Jörg Immendorff habe vor 25 Jahren zur Eröffnung des MKM in den Wechselausstellungsräumen gehangen, unterstrich Smerling die Bedeutung des Künstlers in der Sammlung Ströher (damals noch die Sammlung Grothe). Die ausgestellten Werke reichen vom frühen „Babybild“ (1966) über „Cafe Deutschland“ (1979) bis hin zu späten Bildern wie „Painter on Canvas“ (Maler auf Leinwand, 1991), „Langer Marsch auf Adler“ (1992) und der „Adlerpartitur“ (1997). Die überwiegend großformatigen Werke, die in den hohen Räumen des Oberlichtsaals gut zur Geltung kommen, laden den Betrachter zu wahren Entdeckungsreisen ein: Viele kleine Details werden erst auf den zweiten, genaueren Blick sichtbar. Unterstützt wird die Ausstellung von der Sparkasse Duisburg. Heute Abend wird sie mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Freitag, 16. Mai, fürs Publikum zugänglich.
Der Künstler
Alderpartitur: Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Jörg Immendorff (* 14. Juni 1945 in Bleckede; † 28. Mai 2007 in Düsseldorf) war ein deutscher Künstler (Malerei, Bildhauerei, Grafik und Aktionskunst) und Kunstprofessor. Immendorff wurde seit Beginn der 1980er Jahre zu einem der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. Er studierte in den 1960er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf zuerst Bühnenbild bei Teo Otto und anschließend ab 1964 Kunst bei Joseph Beuys. Gemeinsam mit Chris Reinecke, die er 1965 kennenlernte, gründete er 1968 das Aktionsprojekt „LIDL“. Während und nach seiner Studienzeit engagierte sich Immendorff politisch in der Außerparlamentarischen Opposition (Gruppe „Mietersolidarität“ in Düsseldorf) und wurde Mitglied der maoistischen KPD/AO, für die er Flugblätter grafisch gestaltete. Er engagierte sich für die dieser Partei nahestehenden Organisationen Nationales Vietnam-Komitee, Liga gegen den Imperialismus und Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender (VSK). Von 1968 bis 1981 arbeitete Immendorff als Kunstlehrer (von 1971 bis 1981 an der Dumont-Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf), bevor er sich ganz der freien Kunst widmete. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Diese Werkgruppe mit plakativen Bildern aus den frühen 1970er Jahren figuriert unter der Bezeichnung „Agitprop“. 1972 nahm er mit einer Auswahl solcher Gemälde an der documenta 5 in Kassel teil. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland. 1989 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, ab 1996 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Atelier bezog er 1997 im Düsseldorfer Medienhafen die obersten Geschosse des von David Chipperfield entworfenen Neubaus Kaistraße Studios. Neben seinen Bildern schuf er auch expressive Plastiken. Am 28. Mai 2007 erlag Immendorff der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer tödlichen Nervenkrankheit, an der er seit 1997 litt. Quelle: Wikipedia (Auszug) (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Immendorff).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Jörg Immendorff ist noch bis zum Frühjahr 2026 im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zu sehen. In den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zeigt das MKM die Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ mit Werken von Dieter Krieg bis zum 24. August. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Ausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Zu den Highlights zählt hier „Klang und Performance im Dialog mit Bild und Raum“ mit den Duisburger Philharmonikern: Am 21. Mai, am 29. Oktober und am 18. März 2026 – jeweils um 18 Uhr und um 19:30 Uhr. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.
Besonderes für Genießer – hier aus der Region Von Petra Grünendahl
Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Nicht nur frische Lebensmittel gibt es hier direkt vom Erzeuger zu kaufen: Aus eigenem Anbau (Obst und Gemüse) bzw. eigener Produktion (Eier, Milch- und Fleischprodukte) sowie von umliegenden Höfen ebenso wie hand- und hausgemachte Produkte unterschiedlichster Art. Hierzu zählen beispielsweise Brote, Torten, Kuchen und Gebäck, Fruchtsäfte oder Frucht-Aufstriche, Eingemachtes, Honig oder Schokolade, Bier, Wein und Höherprozentiges verschiedenster Art sowie Öle aus unterschiedlichsten Saaten. Und das zuweilen auch mit Hof-Café oder Bistro zum Probieren vor Ort. Es gibt aber auch außergewöhnliche Kaffeesorten aus kleinen Kaffeerösterei-Manufakturen sowie Seifen oder Porzellan und vieles mehr. Die Palette dessen, was Landwirte und lokale Erzeuger in der Region zu bieten haben, ist vielfältig, nachhaltig und von hoher Qualität – häufig auch mit Bio-Siegel. Viele dieser Betriebe haben lange Tradition, manchmal auch schon seit Generationen. Manche Landwirte bieten auch Veranstaltungen und Events verschiedenster Art rund um ihren Betrieb an: Von Workshops oder Kindergeburtstagen über Eselwanderungen und Ponyreiten bis hin zum Lernbauernhof.
Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Buch „Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet“ in der Reihe „Heimat – erleben und genießen!“ lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise: Reich bebildert bietet der Freizeit-Führer einen umfassenden Überblick über kleine (Familien-)Betriebe in der Region – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Jedes der 34 Hauptziele ist auf zwei bis drei Seiten ausführlich beschrieben. Weitere 85 Hofläden und Manufakturen sind überwiegend zu zweit oder zu dritt auf einer Buchseite zusammengefasst mit den wichtigsten Informationen. Alle Ziele kommen mit Adresse und – fast überall vorhanden – der Webadresse für weitergehende Informationen. Ergänzend gibt es an vielen Stellen „Tipps“ für weitere Unternehmungen in der nahen Umgebung. Die Autoren haben für dieses Buch Hofladen- und Manufaktur-Betriebe zwischen Duisburg und Oberhausen im Westen bis Hamm (Westfalen) und Fröndenberg (Ruhr) im Osten, zwischen dem Kreis Recklinghausen im Norden und dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen im Süden recherchiert und ausgiebig erkundet. Das Register im Anhang umfasst ein Ortsverzeichnis, ein Verzeichnis der Betriebe und Verzeichnisse mit thematischen Zuordnungen der Betriebe sowie eine grobe Übersichtskarte.
Die Autoren und das Buch
Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das 128-seitige Buch mit 200 Abbildungen ist im Wartberg Verlag erschienen – neben vielen weiteren Büchern über „Hofläden & Manufakturen“ in den verschiedensten Regionen Deutschlands. Das reich bebilderte Werk im Broschur-Umschlag ist für 16,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8313-3703-3).
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Der Verlag
Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Wartberg Verlag mit Sitz im nordhessischen Gudensberg war 1984 als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu regionalen und stadtgeschichtlichen Themen gestartet. Doch mit der Reihe „Wir vom Jahrgang …“ ist er längst im ganzen Bundesgebiet präsent und darüber hinaus auch in Frankreich („Nous, les enfants de …“, seit 2010) und Österreich (seit 2011). Zu den regionalhistorischen Reihen zählt seit 1985 „Wie es früher war“, in der Städte und Regionen anhand von historischen Fotos vorgestellt werden. Die Geschenkbuch-Reihe „Wir vom Jahrgang …“ (seit 2005) ergänzt seit 2007 „Wir vom Jahrgang … – Aufgewachsen in der DDR“. Das Verlagsprogramm geht heute über regionale Bücher (Bildbände, Geschichten und Anekdoten oder Freizeit) und Geschenkbücher weit hinaus und umfasst auch zum Bespiel Kochen & Kulinarik oder Krimis & Romane. http://www.wartberg-verlag.de
Ausbau in der Endphase: Im Herbst geht
die neue Cölve-Brücke in Betrieb Von Petra Grünendahl & André C. Sommer
Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Am 9. April begann auf Duisburger Seite der Vorschub des Stahlgerüsts für die neue Cölve-Brücke. Auf einem Schubgerüst wurde die fast 45 Meter lange, 13,45 Meter breite Brücke mithilfe von Spezialfahrzeugen (SPMT) Stück für Stück zwischen die Brückenlager geschoben. Noch schwebt es auf Vorlauf- und Nachlaufschnabel aufliegend gute fünf Meter über dem künftigen Niveau der Straße. Dabei steht das Stahlgerüst auf Behelfsstützen, die im Absenkvorgang nach und nach zurück gebaut werden, bis das Brückenbauwerk seine endgültige Position erreicht hat.
Projektleiter Artur Brakowski. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Eingesetzt werden dabei hydraulische Stempel, die den Absenkvorgang millimetergenau durchführen können. Bis es auf den Brückenlagern aufliege und die Ausbauarbeiten beginnen könnten, dauere es mindestens noch zwei Wochen, erklärte Arthur Brakowski, Projektleiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg für den Brückenbau. Ein technischer Kraftakt von höchster Präzision, der nicht nur technisches Können, sondern auch großes Feingefühl für die millimetergenaue Platzierung verlangt.
tanOberbürgermeister Sören Link. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg. ______________________________________________
Und das alles im laufenden Betrieb der Deutschen Bahn mit regelmäßigem Bahnverkehr. „Dass es voran geht, ist mit dem Einschub der neuen Brücke nun für alle sichtbar. Eine gute Nachricht für Anwohner und Verkehrsteilnehmer,“ so Oberbürgermeister Sören Link.
von links: Oberbürgermeister Sören Link, Projektleiter Artur Brakowski und Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
An der Baustelle der Cölve-Brücke stellte Arthur Brakowski den Stand der Arbeiten beim Pressetermin zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und der Rheinhauser Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß vor. „Ich freue mich, dass sich der Prozess dem Ende nähert“, sagte OB Link. Seit Juli 2017 war der marode Vorgänger-Bau für den motorisierten Verkehr gesperrt worden, 2021 dann auch für Radfahrer und Fußgänger. Seitdem müssen Bürger, die an dieser Stelle von Duisburg nach Moers (oder umgekehrt) wollen, lange Umwege in Kauf nehmen. In den kommenden Wochen geht es mit großen Schritten weiter. Noch gleicht die Brücke einem Stahlskelett.
Die neue Cölve-Brücke in Blickrichtung Duisburg. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg. ____________________________________________________
Wenn sich die Brücke in ihrer endgültigen Position befindet, folgt der Auftrag von Beton auf Widerlager und Fahrbahn. Parallel dazu laufen weitere wichtige Arbeiten: Berührungsschutz über den Gleisen, Montage der Geländer und Asphaltarbeiten stehen an, bevor die Brücke vollständig in Betrieb genommen werden kann. Auch rund um die Brücke herrscht noch rege Bautätigkeit: Der Kanal- und Straßenbau, die Installation der Straßenbeleuchtung sowie Markierungsarbeiten schreiten zügig voran. „Wenn nichts dazwischen kommt, können wir sie im September oder Oktober dem Verkehr übergeben“, so Brakowksi.
Kosten blieben im Rahmen
Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Die Brücke besteht aus wetterfestem Stahl (ST640), der den Auftrag von Korrosionsschutz überflüssig macht. Das reduziert Wartungsarbeiten auf die Überprüfung der Schweißnähte: Zwölf Bauteile waren auf dem Bauplatz auf Duisburger Seite zu einer Brücke zusammen geschweißt worden. Hinzu kamen die Vor- und Nachbauschnäbel mit jeweils 20 Tonnen Eigengewicht. Diese waren notwendig, um das Bauwerk im laufenden Betrieb der Deutschen Bahn über die Bahntrassen zu schieben:
Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 cm pro Stunde. „Rund 15,3 Mio. Euro waren für den Bau veranschlagt. In dem Rahmen sind wir geblieben“, erklärte Projektleiter Brakowski. Finanziert wird der Bau durch die Städte Duisburg und Moers sowie die Deutsche Bahn. Beteiligt hatte sich die Deutsche Bahn, weil die Brückenhöhe von 5,30 auf 6,10 Meter (um 80 cm) angehoben werden musste, um den Anforderungen des internationalen Schienenverkehrs zu genügen und freie Durchfahrt mit doppelstöckigen Containerwaggons zu ermöglichen.
Von links: Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß, Oberbürgermeister Sören Link, Projektleiter Artur Brakowski. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Mit dem Neubau haben die Wirtschaftsbetriebe Duisburg eine der zentralen Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Städten grundlegend erneuert und umfassend modernisiert. Die neue Brücke wird nach ihrer Fertigstellung nicht nur eine sichere Überquerung der sieben Bahngleise ermöglichen, sondern auch zeitgemäßen Mobilitätsansprüchen gerecht: Bushaltestellen, Rad- und Gehwege werden genauso berücksichtigt wie eine spürbare Entlastung des Autoverkehrs. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität für Anwohner und Pendler dauerhaft – durch eine sichere, umweltfreundliche und moderne Verkehrsanbindung.
Logport I: Mit neuem Hallenkonzept gegen den Flächenmangel Von Petra Grünendahl
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
„Logport I ist voll, da müssen wir halt in die Höhe wachsen“, erklärte Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, Pläne für eine Multi-Level-Halle (mit zwei Etagen) in Rheinhausen. Hierfür seien am Gaterweg bereits alte Krupp-Hallen abgerissen worden. Ebenfalls bereits abgerissen sind die so genannten Längshallen, die auch aus noch aus Krupp-Zeiten stammen: Das Areal sei bereits vermarktet und die Bauaktivitäten starteten noch in diesem Jahr, so Bangen. Es sei nun auch an der Zeit, die Straßen im Logport I zukunftstauglich auszubauen, was bislang wegen der Förderbedingungen des ursprünglichen Baus nicht möglich gewesen sei:
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
„Die Maßnahmen werden mit der Stadt Duisburg abgestimmt, die aktuell auch kommunale Straßen in Rheinhausen saniert“, sagte der Hafenchef. Mit dem Bau der Logistikhalle auf der Mercatorinsel werde gerade begonnen: „Das wird als Gesamtkonzept mit Fußgängerbrücke und Park von uns wie geplant umgesetzt“, versicherte er. Die Renaturierung des alten Werfthafens gegenüber der duisport-Verwaltung im Rahmen des Projekts „RuhrortPlus“ startet mit ersten Pflanzungen im Herbst dieses Jahres. Im Logport II wird die umstrittene Logistikhalle vor Tiger & Turtle aufgehübscht: „Die grauen Außenwände werden mit Foto-Leinwänden bestückt, die von einem Künstler-Duo aus Berlin mit Motiven aus der Stahlindustrie versehen werden.“ Und: „Wir hatten hier nach der Insolvenz von Berzelius einen Altlast-Betrieb übernommen“, erklärte der Hafen-CEO. „Wir haben viel Geld investiert, um die Schadstoffe und Altlasten zu beseitigen und in der Heinrich-Hildebrand-Höhe zu kapseln. Darüber hinaus waren alle Flächen für Logistik vorgesehen – und wir haben sie erfolgreich entwickeln können.“
Der duisport-Vorstand freut sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 (v. links): Lars Nennhaus (COO/CTO), Markus Bangen (CEO) und Giordana Sperling-Doppstadt (Chief People & Corporate Services Officer). Foto: Marco Stepniak / duisport. ______________________________________________________
„Die duisport-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen und ihre Ziele übertroffen“, teilte Hafenchef Bangen auf der Bilanz-Pressekonferenz der Duisburger Hafen AG mit. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Lars Nennhaus (Vorstand Technik und Betrieb) und Giordana Sperling-Doppstadt (Vorstand Personal und Unternehmensdienstleistungen) stellte er die Zahlen und aktuelle Entwicklungen vor. „Wir haben unsere wirtschaftlichen Ziele klar übertroffen und den krisenbedingten Rückgang im Containerumschlag wieder aufgeholt.
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Das ist angesichts der vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, eine bemerkenswerte Leistung.“ So stieg die Gesamtleistung der duisport-Gruppe zuzüglich der anteiligen Gesamtleistung aus strategischen Beteiligungen auf 356,3 Millionen Euro (2023: 331,5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 22,6 Millionen Euro (2023: 24,1 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern betrug 19,8 Mio. Euro (2023: 22,1 Mio. Euro). Der Containerumschlag ist im Geschäftsjahr 2024 auf 3,9 Mio. TEU (2023: 3,6 Mio. TEU) gestiegen. Insgesamt hat die duisport-Gruppe im vergangenen Jahr 50,8 Mio. Tonnen Güter per Schiff, Bahn und Lkw umgeschlagen – in insgesamt exakt so viel wie im Jahr 2023, auch wenn es bei den Verkehrsträgern untereinander leichte Verschiebungen gab.
Ergebnisse, grüne Transformation und internationale Logistik-Netzwerke
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Im Geschäftssegment Infra- und Suprastruktur erzielte die duisport-Gruppe eine Gesamtleistung in Höhe von 68,9 Mio. Euro und lag damit klar über dem Niveau des Vorjahres (2023: 63,9 Mio. Euro). Im Geschäftssegment Logistische Dienstleistungen stieg die Gesamtleistung im Jahr 2024 auf 111,8 Mio. Euro (2023: 106,7 Mio. Euro). Das Geschäftssegment Industrielogistik erreichte 2024 eine Gesamtleistung von 118,1 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr Erlöse in Höhe von 115,4 Mio. Euro erzielt werden konnten. 2024 hat die duisport-Gruppe 89,7 Millionen Euro in die Infrastruktur sowie Instandhaltungsmaßnahmen investiert (2023: 68,7 Mio. Euro). Dieses Niveau soll auch im aktuellen Jahr beibehalten werden. „Eine moderne, zuverlässige und zukunftsfähige Infrastruktur ist die Basis unseres Geschäfts und gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg. Durch zielgerichtete Investitionen legen wir den Grundstein für die positiven Ergebnisse der nächsten Jahre und Jahrzehnte“, erklärte duisport-Vorstand Lars Nennhaus. Dazu zählen Investitionen in Logport I und II ebenso wie der Hallenbau auf der Mercatorinsel, der bis Ende 2026 beendet sein soll.
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Der Duisburger Hafen positioniert sich als zentraler Baustein der Energiewende und rüstet seine Infrastruktur entsprechend auf. Künftig werden große Mengen an Wasserstoffderivaten wie Ammoniak und Methanol importiert, um den Bedarf der Industrie zu decken. Gleichzeitig gilt es, CO2-Emissionen, die in energieintensiven Prozessen unvermeidbar sind, aufzufangen und zur dauerhaften Speicherung ins Ausland zu transportieren. Als zentrale Logistik-Drehscheibe Europas übernimmt duisport eine Schlüsselrolle in beiden Bereichen: Mit dem Ausbau gezielter Infrastruktur unterstützt der Hafen aktiv die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie. „In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie die Energiewende konkret gelingen kann – jetzt beginnt die Umsetzung. Wir setzen unseren Wachstumskurs fort, machen den Duisburger Hafen fit für die Zukunft und entwickeln ihn zu einer Drehscheibe der Dekarbonisierung“, sagte duisport-CEO Markus Bangen. Das fehlende Puzzlestück ist ein Tanklager für den Umschlag von größeren Mengen Ammoniak vom Binnenschiff auf Züge und Lkw, das am Rheinkai Nord in Hochfeld (nördlich des Rheinparks) errichtet werden soll. Darüber hinaus werden Anschlüsse an die geplanten Wasserstoff- und CO2-Pipelines der Open Grid Europe GmbH (OGE) in Hochfeld und Ruhrort geprüft. Bei der Planung der Pipeline-Trassen wird nicht nur die grundsätzliche Anschlussmöglichkeit untersucht, sondern auch ein Fokus auf den optimalen Verlauf und die Genehmigungsfähigkeit gelegt.
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Als internationaler Baustein im Netzwerk des Duisburger Hafens wird das bimodale Terminal in Kartepe nahe Istanbul (Türkei), das duisport zusammen mit der Arkas Holding errichtet hat, in den kommenden Wochen fertiggestellt. Es ist über die Schiene nach Mitteleuropa angebunden und wird im Sommer seinen Betrieb aufnehmen.
Starke Arbeitgebermarke unterstützt die Suche nach Talenten
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Industrie verlange nicht nur neue Technologien, sondern vor allem engagierte Fachkräfte, die mit Expertise und Tatkraft die Zukunft des Hafens mitgestalten, sagte duisport-Vorstand Giordana Sperling-Doppstadt, die seit dem 1. Januar 2025 den Bereich Personal und Unternehmensdienstleistungen verantwortet. „Mit klarer Haltung, gezielten Entwicklungsmöglichkeiten und einer offenen, wertschätzenden Unternehmenskultur öffnet duisport die Tore für neue Talente. Wir setzen dabei auf vielfältige Teams, digitale Prozesse und flexible Arbeitszeitmodelle. Unsere Ambition ist klar: Als moderner und attraktiver Arbeitgeber wollen wir die erste Wahl in der Hafen- und Logistikwirtschaft sein.“
Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport. _______________________________________________
Auch wenn bei duisport derzeit 50 junge Menschen in acht verschiedenen Berufen ausgebildet werden und im vergangenen Jahr bundesweit 230 neue Mitarbeiter gewonnen werden konnten, sind noch immer rund 100 offene Stellen zu besetzen. „Der Fachkräftemangel fordert uns heraus – aber er motiviert uns auch, neue Wege zu gehen. Wir investieren daher gezielt in Aus- und Weiterbildung und stärken unsere Arbeitgebermarke, um Talente zu gewinnen“, so die Personal-Vorständin.
Duisburger Hafen AG
Der duisport-Vorstand freut sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 (v. links): Lars Nennhaus (COO/CTO), Markus Bangen (CEO) und Giordana Sperling-Doppstadt (Chief People & Corporate Services Officer). Foto: Screenshot. _______________________________________________________
Die Duisburger Hafen AG (duisport) ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. duisport fungiert als trimodale Logistikdrehscheibe und ist einer der bedeutendsten Knotenpunkte für die Warenströme in Europa. Pro Jahr werden in Duisburg über 20.000 Schiffe und 25.000 Züge abgefertigt, mehr als 100 Millionen Tonnen Güter und rund vier Millionen Container (TEU) umgeschlagen. Der Duisburger Hafen verfügt über 21 Hafenbecken, 10 Containerterminals und ca. 200 Kilometer Gleise. Rund 300 Transport- und Logistikunternehmen haben sich am Standort angesiedelt, etwa 52.000 Arbeitsplätze sind direkt und indirekt von der Hafen- und Logistikwirtschaft abhängig. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inkl. Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten sowie in den Bereichen Real Estate, Schienengüterverkehr, Industrie-, Kontrakt- und Verpackungslogistik an. www.duisport.de
Grenzgänge zwischen Sein und Schein Von Petra Grünendahl
Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Arik Levy (*1963 in Tel Aviv) ist sonst eher für seine monumentalen Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt. In den Räumen des Museum DKM findet der Besucher nun eher kleinformatige Werke: Mit Skulpturen unter anderem aus Bronzeguss, patinierter oder auch mal polierter Bronze, Holz, Gipsverbänden, Keramikputz, Farbe und Glas erkundet er Wechselwirkungen zwischen Mensch, Natur und Raum in einer reduzierten Formensprache: „Unsere Umwelt verändert sich kontinuierlich. Sie scheint bekannt, ist aber nicht mehr das, was sie mal war“, so Levy. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. „Wir hatten Arik Levy mal im Art Space in Berlin kennen gelernt. Seine Werke haben uns begeistert: Sie passen gut in unser Konzept der ‚Linien stiller Schönheit’“, erklärte Museumsstifter Dirk Krämer. Vor vier Wochen hätten sie schließlich spontan diese Ausstellung vereinbart und die Kunstwerke nach Duisburg geholt, so Krämer weiter. Mitgebracht hat Arik Levy Arbeiten aus drei Reihen: Seine ikonischen Rock-Skulpturen, die „Fixing Nature“-Serie mit Skulpturen zum Beispiel aus gesammelten Zweigen, Steinen, Fäden oder Gipsbändern sowie die „Log Fossil“-Serie, die die Transformation organischen Materials in fossilierte Artefakte auslotet.
Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Museum DKM zeigt mit „Silent Futures“ eine Auswahl kleinformatiger skulpturaler und konzeptueller Arbeiten aus den Jahren 2012 bis 2023. Dirk Krämer stellte die Sonderausstellung zusammen mit dem Künstler vor. Arik Levy kam 1986 nach Europa und ließ sich 1992 nach Paris nieder. Heute lebt und arbeitet er in Paris und in Saint-Paul-de-Vence an der französischen Mittelmeerküste. Er ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, Techniker, Fotograf, Designer, Bühnenbildner und Videokünstler, der 1991 sein Studim am Art Center College of Design in der Schweiz abgeschlossen hatte. Ein prägender Studienaufenthalt in Japan vertiefte sein Verständnis für minimalistische Ästhetik und für Fertigungstechniken, die bis heute sein Schaffen prägen. 2009 wurde Arik Levy für seinen herausragenden Beitrag zur zeitgenössischen Kunst und Kultur mit dem Titel Chevalier des Arts et des Lettres geehrt. Seinen privaten Skulpturenpark in Saint-Paul-de Vence machte er 2022 der Öffentlichkeit zugänglich. Die Werke von Arik Levy sind weltweit im öffentlichen Raum sowie in renommierten Sammlungen zeitgenössischer Kunst zu sehen. Am kommenden Wochenende gibt es für Sonntag noch Tickets für einen Museumsbesuch mit Führung. Der Samstag ist bereits ausverkauft. Die Werke von Arik Levy sind im Museum DKM bis zum 31. Januar 2026 zu sehen.
Sonderöffnungszeiten am Wochenende mit Tanz-Performance
Kaiser Antonino Dance Ensemble mit Avi Kaiser und Sergio Antonino im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Anlässlich der Duisburger Akzente unter dem Thema „Sein und Schein“ gibt es zur Sonderöffnung am kommenden Wochenende (29. und 30. März) die Uraufführung einer Tanz-Performance: „Permi d’autres“ (Unter Anderen) des Kaiser Antonino Dance Ensembles. Avi Kaiser und Sergio Antonino haben dafür mit Luigi Pirandello und seinem Roman „Einer, keiner, hunderttausend“ und Portraitaufnahmen des japanischen Fotografen Ken Ohara beschäftigt: Konzept und Choreographie kreisen um die Frage nach Sein und Schein. Ihr Tanztheater feiert am 29. März um 17 Uhr seine Uraufführung, am 30. März um 12:30 Uhr gibt es eine zweite Aufführung. Für Letztere gibt es noch Tickets.
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum DKM
Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit ihrer wachsenden Kunstsammlung zogen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer im Januar 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die Architektur des Museums, die umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie eines Elektrogroßhändlers, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ aus ihrer eigenen Sammlung Kunst und Kultur aus 5.000 Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter in 51 Räumen. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.
Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel ermöglicht mittwochs zwischen 10 und 16 Uhr für exklusive Führungen (nach Voranmeldung). Sonderöffnungen gibt es an Wochenende etwa einmal im Monat (Termine siehe Webseite). Ansonsten wird an anderen Tagen der Woche nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre 6 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppenführungen (ab 10 Personen) jenseits der normalen Öffnungszeiten gibt es einen Sonderöffnungspreis von 10 Euro pro Person, für Schulen und Universitäten im Rahmen von Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen sind diese kostenlos. Führungen können auf Deutsch und Englisch gebucht werden. Außerdem gibt es spezielle Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro und berechtigt zum Eintritt für ein Jahr ab Abstellungsdatum. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.
Für Profis und private Kunden:
Alles, was das Handwerkerherz begehrt Von Petra Grünendahl
Christa Theurer, Vorstandsmitglied der Hornbach Baumarkt AG. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
„Was möchte der Kunde und in welchem Umfang?“, zeigte Christa Theurer, Vorstandsmitglied der Hornbach Baumarkt AG, die Maxime des neuen Marktes auf. Was will er selber machen, was sucht er sich nur aus und lässt es lieber von Fachleuten machen. Das Angebot reicht von Baustoffen und Materialien über zum Beispiel eine Bad-Ausstellung auf Fachmarktniveau mit Hilfen bei der Planung bis hin zur Vermittlung von lokalen Handwerksbetrieben, die der Kunde mit der Ausführung seiner Arbeiten beauftragen kann. „Das Thema Badsanierungen bietet hier großes Potenzial, viele Stadtteile von Duisburg von älterem Wohnungsbestand geprägt sind“, erklärte Marktmanager Frank Fritzsch. „Auch für barrierefreie Badsanierungen sind wir mit unserem Partner Seniovo ein kompetenter Ansprechpartner für unsere Kunden: Von der Angebotserstellung über die Beantragung von Fördermitteln und Vermieter-Zustimmungen bis zur professionellen Umsetzung.“
Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Morgen um 7 Uhr eröffnet Hornbach an der Düsseldorfer Straße 400 seinen 100. Bau- und Gartenmarkt in Deutschland, der mit seinen über 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche einer der Größten und Modernsten im Land ist. Der neue Fachmarkt bietet alles, was Heimwerker, Handwerker und Gewerbekunden für ihre Projekte brauchen. Neben Bau- und Gartenmarkt gibt es hier einen 4.100 Quadratmeter umfassenden Drive In für Baustoffe, der Kunden ermöglicht, mit dem Fahrzeug unmittelbar ans Regal zu fahren, was das Einladen von schweren oder sperrigen Gütern erleichtert. Das 4.200 Quadratmeter große Gartencenter schließt große Bereiche für Aquaristik und für Heimtierbedarf mit ein. „Mit rund 50.000 Produkten, die dauerhaft stationär verfügbar sind und mehr als 300.000 Produkten, die kurzfristig online bestellt und direkt im Markt abgeholt werden können, sowie einem umfangreichen Marktplatzangebot auf hornbach.de bieten wir alles, was das Heimwerker- und das Profiherz begehren“, so Marktmanager Fritzsch.
Handwerker und Gewerbekunden schätzen Service
Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Wer sich für sein Bauprojekt schon ein bisschen auskennt und weiß, was er sucht, kann Kunden-PCs zur Recherche nutzen. Ansonsten ist das Personal überall ansprechbar: „Alle Mitarbeiter sind in ihrem Fachbereichen intensiv geschult“, so Christa Theurer. Von den rund 100 Mitarbeitern im neuen Bau- und Gartenmarkt sind 80 neu an Bord: Sie kommen vielfach von Wettbewerbern. Die übrigen 20 stammen aus anderen Hornbach-Märkten. Stolz ist man bei Hornbach auf Highlights im Markt wie den neuen Holzzuschnitt: Hier können 14 verschiedene Dienstleistungen für die Kunden umgesetzt werden. „Solch eine Bandbreite an Serviceleistungen ist ein echter Mehrwert, das bietet kein anderer“, erläuterte der Marktleiter. Nicht nur der Privatkunde, sondern auch handwerkliche Klein- und Mittelbetriebe profitieren hier von Maschinen, die sie sich nicht mal eben selber in die Halle stellen können.
Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
„Der Umsatz von gewerblichen Kunden liegt mittlerweile zwischen 20 und 22 Prozent“, schätzte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG. Und der gewerbliche Anteil am Gesamtumsatz steige weiter, bestätigte auch Enrico Gaffrey, Hornbach-Gebietsleiter für NRW. Entsprechend ist der neue Hornbach auch für diese „Profi-Kunden“ ausgerichtet: Mit einem eigenen Profi-Service für die Pflege guter Geschäftsbeziehungen.
Der neue Hornbach wird morgen eröffnet. Foto: Hornbach. __________________________________________________
Schon 2021 sei Hornbach in erste Planungen für den neuen Duisburger Baumarkt eingestiegen als das ehemalige Didier-Gelände für eine Neuansiedlung verfügbar wurde, erzählte Hornbach-Pressesprecher Christian Grether beim Presserundgang. Nach Abriss der alten Werkshallen hatte der Projektentwickler und Generalunternehmer Ten Brinke den neuen Hornbach in Wanheimerort nach Kundenanforderungen in knapp 12 Monaten hochgezogen und hat ihn nun an Investoren verkauft. Hornbach ist hier Mieter. Es ist nach dem 1997 in Neumühl (Theodor-Heuss-Straße 79-89) eröffneten Hornbach der Zweite in Duisburg. Außerdem gibt es einen Hornbach in Moers, der für Bürger im Duisburger Westen gut zu erreichen ist.
Ressourcenschonender Bau und Betrieb
Hornbach-Marktmanager Frank Fritzsch, Vorstand Albrecht Hornbach und Enrico Gaffrey, Gebietsleiter NRW. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
„Rund 70 bis 80 Prozent unseres Strombedarfs produzieren wir selbst“, erklärte Enrico Gaffrey. Dafür verfügt die große Markthalle über eine rund 2.500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach, die auch die Wärmepumpe für Heizung und Kühlung versorgt. Zudem wurden alle Dachflächen extensiv begrünt und auf dem insgesamt 36.000 Quadratmeter großen Areal 44 neue Bäume gepflanzt. Der neue Baumarkt ist nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) realisiert und mit Gold zertifiziert. „Ziel war es, neben einer verantwortungsbewussten Ressourcengewinnung und nachhaltigen Bewirtschaftung, ein passives Gebäudekonzept zur Reduktion des Primärenergiebedarfs umzusetzen“, so Enrico Gaffrey. Die DGNB-Gold Zertifizierung steht unter anderem für den Einsatz von nachhaltigen Baustoffen, die Optimierung der Energieeffizienz durch die Nutzung modernster Gebäudetechnik und energieeffizienten Beleuchtungssystemen sowie für die Einbindung von Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität.
Impressionen vom Presserundgang im neuen Hornbach. Fotos: Petra Grünendahl.
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Hornbach
Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Hornbach ist ein unabhängiges, familiengeführtes und börsennotiertes Handelsunternehmen mit Hauptsitz im pfälzischen Bornheim, das im Geschäftsjahr 2024/25 (Bilanzstichtag: 28. Februar 2025) einen Nettoumsatz von 6,2 Mrd. Euro erzielte. Damit gehört die Hornbach-Gruppe zu den fünf größten Handelsunternehmen für Bau- und Gartenbedarf in Europa. 1877 gegründet, blickt Hornbach als einziges Unternehmen der Baumarkt-Branche auf eine sechs Generationen überdauernde Firmengeschichte. Begonnen hatte alles mit einem Baustoffhandel. Erst 1968 eröffnete der erste Bau- und Gartenmarkt: Der Geschäftszweig, der heute das Kerngeschäft des Familienunternehmens ausmacht. Aktuell betreibt das Handelsunternehmen 170 Bau- und Gartenmärkte, zwei Fachmärkte sowie Onlineshops in neun Ländern Europas. Verkaufskonzept und Sortiment sind besonders auf die Bedürfnisse von Projektkunden und Profis ausgerichtet. Das Unternehmen setzt auf hohe Qualität von Beratung und Service, die ihm in zahlreichen unabhängigen Tests und Studien bescheinigt wurde. Mit Pionierleistungen wie dem ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt (1968), dem ersten Megastore (1980) und dem ersten Baumarkt mit Drive In (2003) beweist Hornbach ständig aufs Neue seine Innovationskraft. Hornbach gilt seit Jahrzehnten als Jobmaschine: Mittlerweile sind rund 25.000 Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt.
Das Alltägsliche in großformatigen skulpturalen Bildern Von Petra Grünendahl
MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Bilder bestechen durch kräftige Farben und zeigen die Banalität des Alltags: Die überwiegend großformatigen, sehr ausdrucksstarken Werke von Dieter Krieg (1937–2005) mit ihrer skulptural anmutenden Pastosität vermitteln eine überwältigende physische Präsenz, die hier in den hohen Räumen besonders gut zur Geltung kommt. Seit den 1970er Jahren malte Krieg Alltagsgegenstände: Immer in Bezug auf den Menschen, seinen Alltag, seinen Körper, seinen Tod. Das gesellschaftliche Dasein und die individuelle Existenz erlangen in Kriegs Bildern eine unausweichliche Präsenz. Die Themen der Werke sind menschenbezogen, jedoch menschenleer. Sie fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz und regen zum Nachdenken an. Die Gemälde hängen in den Räumen in thematischen Zusammenhängen und sind so gruppiert, dass sie miteinander in Dialoge treten.
MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen präsentiert unter dem Titel „Maler, Diebe und Gesindel“ eine große Ausstellung mit rund 70 Gemälden und Zeichnungen des bedeutenden deutschen Künstlers Dieter Krieg (1937-2005). Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte die Ausstellung zusammen mit Klaus Gerrit Friese von der Stiftung Dieter Krieg im Pressegespräch vor. Die umfassende Übersichtsausstellung im MKM Museum Küppersmühle legt einen besonderen Schwerpunkt auf das Spätwerk des Künstlers mit Werken aus den 80er und 90er Jahren. Sein künstlerischer Rang ist in der Fachwelt nach wie vor unumstritten, heute ist er jedoch in der Öffentlichkeit weitgehend vergessen ist. Mit der Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ wolle das MKM dem entgegenwirken, so Museumsdirektor Smerling. Neben einigen Werken aus der Sammlung Ströher ist die Werkschau überwiegend mit Leihgaben von 26 Sammlern und Institutionen als Leihgebern bestückt. Möglich wurde die Sonderausstellung durch die finanzielle Unterstützung der National-Bank. Die Ausstellung wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Mittwoch, 26. März, fürs Publikum zugänglich.
Der Künstler und der Katalog
MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Dieter Krieg (1937–2005) gilt als wichtiger Vertreter der Neuen Figuration. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Ab 1971 erhielt Krieg Lehraufträge an der Kunstakademie in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. 1978 holte Norbert Kricke Dieter Krieg als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er als hervorragender Lehrer galt, der bis heute von seinen Schülern sehr geschätzt wird. Ebenfalls 1978 gestaltete Krieg mit Ulrich Rückriem den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Der Berliner Galerist Klaus Gerrit Friese betreut des Malers Nachlass als Vorsitzender der Stiftung Dieter Krieg. Dieter Krieg war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Er lebte und arbeitete in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis). https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Krieg
MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Zur Ausstellung ist im Wienand Verlag, Köln, ein reich bebilderter Katalog mit zahlreichen Installations- und Werksansichten erschienen: Mit Beiträgen von Simon Strauß, Thomas A. Lange und Walter Smerling sowie einem Gespräch über Dieter Krieg zwischen Stephan Berg, Klaus Gerrit Friese, Simone Schimpf, Heinz-Norbert Jocks, Kay Heymer und Walter Smerling. Das 160-seitige Werk im Format 29 x 27 cm mit ca. 100 Abbildungen ist für 30 Euro an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-86832-819-6).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ mit Werken von Dieter Krieg ist noch bis zum 24. August in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zeigt das MKM Siegfried Anzinger mit seinem Geronimo-Zyklus bis zum 30. März 2025 Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.
Zum 100. Geburtstag der beiden Schweizer Künstler Von Petra Grünendahl
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
Jean Tinguely (1925–1991) ist dem Besucher des Lehmbruck Museums bekannt, steht er doch sehr prominent an mehreren Stellen in der Dauerausstellung seine großformatigen Maschinen: Sie stammen aus Einzelteilen, die Tinguely vom Schrott oder Sperrmülll geholt hat. Kleine Motoren treiben die Kunstwerke an und wecken sie zum Leben. Tinguely und seine langjährige Lebensgefährtin und Ehefrau Eva Aeppli (1925–2015) nutzen alltägliche Gegenstände für ihre Kunst. Von frühen Zeichnungen und Handpuppen entwickelt sich Aeppli weiter zu lebensgroßen Figuren, die ihre Themen Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit verarbeiten. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Gemeinschaftswerke von Eva Aeppli und Jean Tinguely, die bislang kaum bekannt sind: 1990/91 schaffen die beiden 13 großformatige Installationen, die die mechanischen Skulpturen Tinguelys mit den ausdrucksstarken Figuren Aepplis verbinden. Mit ihrem Spätwerk überschreiten sie Grenzen von Kunst und bürgerlicher Konvention – und mitunter die Grenzen des sogenannten „guten Geschmacks“: Die mit Menschen bestückten Apparate stehen paradigmatisch für die Freiheit, sich über den Tod lustig zu machen.
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
Das Lehmbruck Museum präsentiert anlässlich ihres 100. Geburtstags die weltweit erste umfassende Ausstellung von Jean Tinguely und Eva Aeppli. Im Pressegespräch stellte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla die Sonderausstellung vor: Zusammen mit der Kuratorin Anne Groh sowie mit Isabelle Beilfuss (Tinguely Museum in Basel) und Guido Kohlenbach, Leiter des Fachbereichs Regionale Kulturarbeit im LVR. Der Lehmbruck-Preisträger Jean Tinguely, bekannt für seine kinetischen Skulpturen und seinen innovativen Umgang mit gefundenen Materialien, trifft auf Eva Aeppli, eine Künstlerin, die es mit ihren handgenähten Figuren vermag, eine berührende Menschlichkeit einzufangen. Die Ausstellung stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in den Fokus, das beide auf spielerische und zugleich kritische Weise geprägt haben. Die Ausstellung und die begleitende Publikation leisten Pionierarbeit, denn sowohl das Gemeinschaftswerk als auch das Werk Eva Aepplis ist europaweit und auch weltweit nur wenig bekannt. Mit 76 Werken (37 von Eva Aeppli, 25 von Jean Tinguely, 9 Gemeinschaftswerken und 5 Kollaborationen mit anderen Künstlern) präsentieren die Werkschau die bedeutendsten Schaffensphasen Tinguelys und Aepplis umfassend. Die Ausstellung wird gefördert von dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Duisburger Hafen AG und den Duisburger Akzenten. Die Eröffnung findet Morgennachmittag mit geladenen Gästen statt.
Die Künstler und der Katalog
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
Eva Aeppli und Jean Tinguely werden beide 1925 in der Schweiz geboren. Sie wachsen in Basel auf und lernen sich Mitte der 1940er-Jahre dort auf der Kunstgewerbeschule kennen. Sie verbringen rund zwölf Jahre ihres Lebens zusammen, heiraten 1951 nach der Geburt der gemeinsamen Tochter. Es sind wichtige Jahre ihrer künstlerischen Entwicklung, die ihr weiteres Leben und Schaffen prägen. Entscheidend für ihr Werk ist der gemeinsame Umzug nach Paris im Jahr 1953. In dieser Zeit entfaltet sich ihr rebellischer Sinn, mit dem sie Kunst und Gesellschaft verändern. Hier entstehen die ersten von Tinguelys ikonischen Maschinenskulpturen, für die er weltweit bekannt wird. Zeitgleich entwirft Aeppli ihre fein gearbeiteten Stofffiguren, die in der Kunstgeschichte ohne Vorbild sind. Sie zeigen die außergewöhnliche Fähigkeit der Künstlerin, Komik und tiefen Ernst miteinander zu verbinden. So spiegeln sie die innere Zerrissenheit des Menschen zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sowohl Aeppli als auch Tinguely, die von 1951 bis 1960 verheiratet waren, verarbeiten in ihren Werken die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und rebellieren gegen die Macht der Maschinen, die unser Leben bestimmen. Nach ihrer Trennung haben beide jeweils weitere Partner, bleiben aber freundschaftlich und künstlerisch verbunden. Tinguely zieht mit der Künstlerin Niki de Saint Phalle (Life Saver) zusammen, die er später auch heiratet.
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
1954 finden ihre ersten Ausstellungen in Paris statt. Für Tinguely markiert dies den Beginn einer großen Karriere. Mit seinen Maschinenskulpturen aus gefundenen Materialien und Schrott definiert er die Regeln der Kunst neu. Seine Werke wachsen schon bald ins Monumentale und durchbrechen die Grenzen zur Alltagswelt. 1976 erhält Jean Tinguely in Duisburg den Wilhelm-Lehmbruck-Preis für sein künstlerisches Werk, mit dem er unsere Beziehung zur Maschine verändert und „menschlicher“ gemacht hat.
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
Eva Aeppli fertigt in dieser Zeit ihre ersten selbstgenähten Handpuppen. Mitte der 1960er-Jahre entstehen die ersten lebensgroßen Stofffiguren. Technisch sind sie eine Weiterentwicklung ihrer frühen Handpuppen, künstlerisch entfalten sie eine völlig neue Wirkung. Die seidenen Köpfe formt Aeppli zu plastischen Objekten und verleiht ihnen durch feine Nähte einen besonderen Ausdruck. Nach ihren Einzelfiguren entstehen ganze Gruppen, die entweder auf Stühlen sitzen oder frei im Raum stehen. Die theatrale Installation dieser Gruppen hat die ästhetische Kraft, zum ikonischen Ausdruck der Nachkriegszeit zu werden. Denn in ihr spiegelt sich Widerstand und Rebellion. Sie steht beispielhaft – gleichwohl einzigartig in ihrer Form – für die Aufbruch- und Protestbewegung der späten 1960er-und 1970er-Jahre, für die Auflehnung gegen die verbliebenen Strukturen des totalitären Regimes und gegen eine Geisteshaltung, die zu Gewalt und Unterdrückung führt.
1990/91 finden Tinguely und Aeppli künstlerisch noch einmal zusammen für ihr gemeinsames Spätwerk, dass hier im Lehmbruck Museum erstmals überhaupt so umfassend präsentiert wird.
Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl __________________________________________________
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: Mit Texten von Dr. Söke Dinkla, Roland Wetzel, Anne Groh, Sarah Louisa Henn sowie Barbara Räderscheidt im Gespräch mit Daniel Spoerri präsentiert erstmals das individuelle und gemeinsame Werk des Paares umfassend. Anhand von Schlüsselwerken zeichnet die Publikation ihre künstlerische Entwicklung nach – von Tinguelys frühen kinetischen Reliefs über Aepplis lebensgroßen Figuren bis zu ihrem späten Gemeinschaftswerk, das die Ideenwelten der beiden vereint. Das 168-seitige Werk mit 122 Abbildungen ist im Wienand Verlag erschienen und für 24 Euro an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-86832-823-3).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Das Lehmbruck Museum
Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.
Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet. www.lehmbruckmuseum.de
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Zu sehen ist die Sonderausstellung „Mechanik und Menschlichkeit“ mit Werken von Eva Aeppli und Jean Tinguely im Erweiterungsbau des Museums bis zum 24. August. Im Souterrain der Glashalle ist der Duisburger Bildhauer Hans Jürgen Vorsatz noch bis zum 7. September ausgestellt. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Zum Rahmenprogramm der Ausstellung zählen zum Beispiel ein Familientag mit Eva und Jean (23. März), Lesungen und Ausstellungsgespräche (30. April, 15. Mai und 12. Juni, jeweils um 18 Uhr) sowie Kuratorinnenführungen (25. April um 17:30 Uhr mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla sowie 31. Mai um 14 Uhr mit Kuratorin Anne Groh). Weltweite Veranstaltungen zu Jean Tinguelys 100. Geburtstag findeT man auf der Website tinguely100.com. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.
Bilder im Auftrag 1931 bis 1973:
Industriefotografien und mehr Von Petra Grünendahl
Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
„Für eine Frau in dieser Zeit stellte Ruth Hallensleben in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung dar: Als Industriefotografin für zahlreiche Unternehmen und zudem in der rein männlich dominierten Schwerindustrie erfolgreich zu sein, war außergewöhnlich“, erklärt Stefanie Grebe, Leiterin der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums. Die Auftraggeber reichten von Montan-Betrieben wie den Vereinigten Stahlwerken, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) und der Siegener AG über Verlage wie Bavaria oder Hoppenstedt bis hin zu Auftraggebern für Portraitfotografie, Werbung und Theater. Auftragsarbeiten sicherten ihr Einkommen und ermöglichten den Aufbau ihrer »Lichtbildwerkstatt Ruth Hallensleben« mit angestellten Assistentinnen und weiblichen Auszubildenden. Die Vielzahl an Aufträgen für Unternehmen, Verbände, Organisationen und Institutionen aus unterschiedlichsten Branchen und Bereichen verdeutlicht Ruth Hallenslebens Selbstverständnis: Sie betrachtete sich als Stil prägende Auftragsfotografin, die keine eigenen Themen verfolgte. Sie sah sich selbst nicht als Künstlerin, sondern als Handwerkerin. Dabei ähnelten sich die Bildsprache und Inszenierungsstrategien in vielen ihrer Aufträge – ganz nach dem fotografischen Motto Hallenslebens „Der Eindruck ist echter, wenn man stellt“. So sind auch ihre Aufnahmen aus den Zeiten des Nationalsozialismus zeitgenössisch, ohne politisch zu sein: Ihre persönliche Bildsprache setzt sich schließlich auch nahtlos im Nachkriegsdeutschland fort.
Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Buch „Bilder im Auftrag – Fotografien von Ruth Hallensleben 1931 – 1973“ zeigt das breite Spektrum der Industriefotografin mit Fotos aus der fotografischen Sammlung des Ruhr Museums. Ergänzt sind die Auftragsfotografien aus den unterschiedlichen Schaffensphasen mit Textbeiträgen, die die historischen und fotohistorischen Kontexte sowie die Besonderheiten der Industrie- und Auftragsfotografie erklären. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten von Industrie und Unternehmen, aber auch für andere Auftraggeber. Ein Foto-Archiv mit ca. 40.000 Negativen und Abzügen befindet sich im Besitz des Ruhr Museums. Weitere Arbeiten von ihr befinden sich zum Beispiel in vielen Firmenarchiven. Das Buch liefert einem strukturierten Überblick über Ruth Hallenslebens Schaffen: Portraits, Reportagens, Theater, Werbung, Reisen, Kunsthandel sowie verschiedene Hauptauftraggeber, die Einblick geben in die Vielfalt ihrer Motive. Zwei einleitende Textbeiträge und zwei abschließende Textbeiträge sowie im Anhang ein chronologischer Lebenslauf und ein Publikationsverzeichnis zu Hallenslebens fotografischem Schaffen runden das Werk ab.
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Die Fotografin und das Buch
Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Ruth Hallensleben (1898–1977) war eine deutsche Fotografin, die vor allem für ihre Industrie- und Architekturfotografie bekannt wurde. Sie begann erst 1930 mit ihrer Ausbildung zur Fotografin. Im nationalsozialistischen Deutschland machte sie schnell Karriere und war für ihre präzisen und idealisierenden Inszenierungen bekannt. Auch in den 1950er- und 1960er-Jahren blühte ihr Geschäft. Ihre Arbeiten dokumentieren die industrielle Entwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hallensleben fotografierte Fabriken, Maschinen und Produktionsanlagen mit einem besonderen Fokus auf deren geometrische Strukturen und monumentale Größe. Sie kombinierte technische Präzision mit einer ästhetischen Sensibilität für Licht und Form, was ihren Bildern eine besondere Ausdruckskraft verlieh. Neben ihrer Arbeit in der Industrie schuf sie auch Landschafts- und Porträtfotografien. Hallensleben gilt als eine der bedeutendsten Industriefotografinnen ihrer Zeit.
Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Das Buch „Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931 – 1973“ ist der Katalog zur sehr sehenswerten gleichnamigen Ausstellung im Ruhr Museum (bis 24. August 2025) auf Zeche Zollverein in Essen. Was umfassende Werk ist im Klartext Verlag erschienen und ist mit zusätzlichen Fotos und informativen Textbeiträgen als Ergänzung zur Ausstellung zu sehen. Das 240-seitige Hardcover-Buch im Format 24 x 30 Zentimeter mit 272 Abbildungen ist für 29,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2698-1).
Der Verlag
Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Vielfalt lokalen Schaffens zu Aspekten der Existenz Von Petra Grünendahl
cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Fotograf Walter Schernstein hat Lebensräume von Obdachlosen in Schwarzweiß eingefangen, bewusst ohne diese Menschen mit abzubilden: Private Rückzugsorte an ziemlich öffentlichen Orten, die sich Menschen am Rande der Gesellschaft für eine temporäre Nutzung eingerichtet haben. Jens Maria Weber zeigt neben Zeichnungen seine Papierskulpturen, die wie Fantasiewesen aussehen: Nichts lässt an ihrer Erscheinung darauf schließen, dass die Oberfläche nicht aus schwerem Metall besteht. Yiqing Cai zeigt ihre Installation „Leben“ mit Herz und Gebärmutter (gefüllt mit Kernen und Samen) sowie einem Hirn (gefüllt mit Müll), die zum Nachdenken anregt. Spannend sind auch die Fotografien von Petra Müller, die mit den Ebenen der Persönlichkeit spielt: Portraits mit fotografisch erzeugten zweiten Ebenen sowie eine Ganzkörperaufnahme, die das Motiv gleichzeitig von vorne und hinten zeigt. Die Video-Rauminstallation „Der Alp“ von Klaus Brüggenwerth, Angelika Stienecke, Angela Schmitz und Martin Schmitz zeigt einen Zusammenschnitt von essentiellen Szenen aus dem Film-Klassiker „Nosferatu – Phantom der Nacht“. Evangelos Koukouwitakis hat seine Stillleben hinterlegt mit einem gemalten Hintergrund. Ruth Bamberg verfremdet und „verfälscht“ Bilder und Fotografien mit Hilfe von KI.
Künstler beim Pressegespräch: cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Im Rahmen der 46. Duisburger Akzente zeigt die cubus kunsthalle die Ausstellung „Sein und Schein“. Museumsgründerin und -chefin Dr. Claudia Schäfer stellte die Sonderschau zusammen mit den Künstlern im Pressegespräch vor. Organisiert hatten die Ausstellung Klaus Brüggenwerth, Angelika Stienecke, Angela Schmitz und Martin Schmitz, nachdem das Festivalbüro aus 25 Bewerbungen zu den vier Organisatoren 17 weitere Künstler ausgewählt hatte, die nun die Räume der cubus kunsthalle zu bestücken. Mit Ideen von Sein und Täuschung, von Echtheit und Künstlichkeit, mit den unterschiedlichen Seiten von Personen oder verschiedenen Schichten von Erscheinungen befassen sich die Künstler in den unterschiedlichsten Formaten, Materialien und Kunstformen: Eine Videoinstallation, Fotografien, Malerei, Zeichnungen oder Bodenbilder (Bodenskulpturen) aus Kaffeesatz oder Vulkanasche sowie Skulpturen und Objekte aus Materialien wie Edelstahl, Keramik, Textil oder auch Papier, nur um hier mal ein paar Beispiele zu nennen. Eröffnet wird die Ausstellung in der cubus kunsthalle am Sonntag, 16. März, um 14 Uhr.
Duisburger Akzente
cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Duisburger Akzente stellt das Festivalbüro bei den Kulturbetrieben der Stadt Duisburg auf die Beine. Die mehrwöchige Veranstaltung findet seit 1977 statt. Getragen werden die Duisburger Akzente weitestgehend von zahlreichen städtischen und nichtstädtischen Kultur-Einrichtungen. Seit 1995 besitzen die Akzente den Status eines Kulturfestivals des Landes Nordrhein-Westfalen. Das spartenübergreifende Programm des Festivals greift aktuelle kultur- und gesellschaftspolitische Themen auf und setzt sich jedes Jahr mit einem anderen bestimmten Thema auseinander. Theater, bildende Kunst, Literatur, Tanz und Film sowie kulturhistorische Ausstellungen, Symposien oder Vorlesungsreihen kommentieren die verschiedenen Facetten des jeweiligen Themas. In diesem Jahr fordert das Thema zur Auseinandersetzung mit Aspekten von „Sein und Schein“ heraus. Das gesamte Festivalprogramm gibt es hier: https://www.duisburger-akzente.de/pdf/2025/duisburger_akzente_2025-programmheft.pdf. An 40 Spielorten umfassen die 46. Duisburger Akzente über 90 Veranstaltungen in der Zeit vom 15. März bis 6. April. www.duisburger-akzente.de
cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die beteiligten Künstler in der cubus kunsthalle sind: Ruth Bamberg, Inken Boje, Fee Brandenburg, Klaus-Dieter Brüggenwerth, Yiqing Cai, Karin Dörre, Michelle Gallagher, Evangelos Koukouwitakis, Roger Löcherbach, Petra Müller, Iwona Rozbiewska, Walter Schernstein, Angela Schmitz, Martin Schmitz, Margret Schopka, Cornelia Schweinoch-Kröning, Angelika Stienecke, Regine Strehlow-Lorenz, Ulrike Waltemathe und Jens Maria Weber. Die Ausstellung „Sein und Schein“ im Rahmen der Duisburger Akzente dauert bis zum 6. April.
Impressionen aus der cubus kunsthalle. Fotos: Petra Grünendahl
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cubus kunsthalle
cubus kunsthalle im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Die cubus kunsthalle liegt im Kant-Park in der Duisburger Innenstadt in der Nachbarschaft des Lehmbruck Museums, wo sie mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Konzerten, aber auch mit partizipativen Angeboten das Umfeld und die Duisburger Kunstlandschaft belebt. Gegründet hat die cubus kunsthalle die Duisburger Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schäfer 1987/88 als cubus galerie in Duissern, bevor sie 1994/95 mit Hilfe eines gemeinnützigen Fördervereins in das Gebäude des ehemaligen Niederrheinischen Museums der Stadt Duisburg in den Kant-Park zog. Die cubus kunsthalle finanziert sich durch Spenden zur Förderung von Kunst & Kultur, über Sponsorenleistungen und durch die Untervermietung des Café Museums. Neben Duisburger Künstlern zeigt die Kunsthalle internationale Künstler und stellt einmal jährlich eine Sammlung vor – und dies weitestgehend bei freiem Eintritt. Geöffnet hat die privat geführte Kunst- und Ausstellungshalle mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr. www.cubus-kunsthalle.de
Mehr strategisches Instrument als reine Fördereinrichtung Von Petra Grünendahl
Präsentierten die Nachhaltigkeitsstiftung der Sparkasse Duisburg (v. l.): Linda Wagner, Joachim Bonn, Sören Link und Marcel Groß. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
„Die Gründung war eine Herausforderung, weil es bislang bei den möglichen Stiftungszielen keine ‚Nachhaltigkeit’ gibt“, erläuterte Marcel Groß, Geschäftsführer aller Stiftungen der Sparkasse Duisburg. „Wir mussten hier also neue Förderkriterien entwickeln.“ Zentraler Baustein ist der eigens hierfür entwickelte Zuwendungsantrag: „Wir befähigen den Antragsteller, sich intensiv mit seinem Projekt auseinander zu setzen und führen ihn mit gezielten Fragen durch ein enges Prüfungsmuster mit Positiv- und Negativkriterien, an dessen Ende die Förderfähigkeit des Projekts bescheinigt wird.“ – „Wir wollten als Sparkasse Duisburg sicherstellen, dass die innovative Stiftung mit einer durchdachten Wir haben intensiv daran gearbeitet, eine nachhaltige Wirkung zu gewährleisten: Mit dem Ziel, nicht nur Projekte zu unterstützen, sondern echte Transformationen anzustoßen“, erklärte Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, den verspäteten Start der Kommunikation für die bereits im letzten Jahr gegründete Stiftung.
Sparkasse Duisburg an der Königstraße. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Sparkasse Duisburg setzt mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstiftung einen wichtigen Impuls für eine nachhaltige Zukunft in der Region. Im Pressegespräch stellten Joachim Bonn und Marcel Groß die neue Stiftung vor: Zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und Umweltdezernentin Linda Wagner, die beide im Kuratorium der Stiftung sitzen. Die Stiftung wurde speziell darauf ausgerichtet, ökologisch nachhaltige Projekte in Duisburg zu fördern. Mit diesem Ansatz unterscheidet sie sich von den fünf bestehenden Stiftungen der Sparkasse, die vorrangig soziale Aspekte unterstützen. Mit diesem neuen Fokus setzt die Sparkasse Duisburg einen Meilenstein im gemeinnützigen Engagement für die Bürger der Stadt. Mit einem Stiftungsvermögen von aktuell 5 Mio. Euro erhöht sie das Gesamtvermögen von Stiftungen der Sparkasse Duisburg auf 44,5 Mio. Euro. In den kommenden drei Jahren sollten weitere 5 Mio. Euro in das Vermögen der Nachhaltigkeitsstiftung einfließen. „Wir waren die Erste von 350 Sparkassen in Deutschland, die mit einer solchen Stiftung an den Start gegangen sind“, erzählte Sparkassen-Chef Bonn. Schon 2023 sei die Idee diskutiert worden. 2024 habe dann nach intensiven Vorarbeiten der Regierungspräsident Thomas Schürmann (zuständig ist hier die Bezirksregierung Düsseldorf) die Stiftungsurkunde in Duisburg übergeben.
Kuratorium entscheidet am 9. April über erste Projekte
Die Stiftungen der Sparkasse Duisburg verfolgen ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Mit der Nachhaltigkeitsstiftung will die Sparkasse Duisburg eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern. Zwei Anträge stünden zur ersten Kuratoriumssitzung im April auf der Tagesordnung, verriet Stiftungsgeschäftsführer Groß: Zum einen soll ein Bildungsprojekt für Kinder und Jugendliche nachhaltiges Bewusstsein schaffen. Das zweite Projekt stärkt gesellschaftliches Engagement in Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Antragsprüfungen hatten in beiden Fällen grünes Licht für die Genehmigung von Fördergeldern geben. „Jeder kann sich an die Stiftung wenden, der gemeinnützig tätig ist“, so Groß. „Aber langfristig wollen wir als Stiftung auch aktiv gestalten und Projekte initiieren“, umriss er die langfristige Zielsetzung.
„Die Stiftungen der Sparkasse Duisburg leisten einen wichtigen Beitrag und ergänzen unsere Möglichkeiten als Stadt, Projekte zu fördern. Sie bauen auf das auf, was wir als Stadt machen können“, brachte es Oberbürgermeister Sören Link auf den Punkt. Als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse freute er sich auch deshalb über die neue Stiftung des regional verwurzelten Geldinstituts, weil sie „Bestandteil des Gesamten ist, was wir in Duisburg machen können. Und die Gründung zeigt, dass es der Sparkasse gut geht.“ Umweltdezernentin Linda Wagner freute sich über „die künftige Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement mit langfristigen Projekten zum Beispiel für Jugendbildung und die Schaffung von Umweltbewusstsein, die wirklich einen Unterschied machen.“ Als Zuwendungen vergibt die Nachhaltigkeitsstiftung die Erträge aus Anlage des Stiftungsvermögens: Diese sollen aus „nachhaltigen“ Geldanlagen stammen und damit Positives im Sinne des Stiftungszwecks leisten. https://www.sparkasse-duisburg.de/de/home/ihre-sparkasse/stiftungen-der-sparkasse-duisburg.html
Seine bevorzugten Materialien sind Stein und Metall, die er in teilweise großen, raumgreifenden Skulpturen verwendet. Für seine künstlerische Entwicklung sei das 1981 vom Lehmbruck Museum veranstaltete Bildhauer-Symposium richtungweisend gewesen, erzählte Hans-Jürgen Vorsatz (*1945). In diesem Zuge habe er sein Frühwerk mit organischen, teils menschlichen Formen abgeschlossen. Die Verhältnisse der Materialien und Massen zueinander verbindet Vorsatz häufig mit politischen und gesellschaftlichen Aussagen.
So entstehen Monumente mit Titeln wie „9. November 1989“ (zum Tag des Mauerfalls) oder „Ehre den Moorsoldaten: Ein Denkmal für den Widerstand gegen den Faschismus“ (an der Barbarastraße in Moers-Meerbeck), die an historische Ereignisse erinnern. Auch die Terroranschläge des 11. September 2001 in New York finden ihr Echo in seinen Werken. Viele seiner monumentaleren Skulpturen sind im öffentlichen Raum zu finden.
Das Lehmbruck Museum zeigt zu Ehren des 80. Geburtstag des Duisburger Bildhauers Hans-Jürgen Vorsatz (*1945) eine umfangreiche Werkschau im Souterrain des Museums. Vorsatz zählt zu den bedeutenden Künstlern Duisburgs und hat über fünf Jahrzehnte hinweg ein vielseitiges Werk aus Skulpturen, Gemälden und Collagen und großen Arbeiten im öffentlichen Raum geschaffen. Das Lehmbruck Museum präsentiert hier insgesamt 35 Werke (14 Plastiken und 21 Bildwerke) aus allen Lebens- und Schaffensphasen. Viele der Werke lassen das Interesse des Bildhauers an schweren, massiven, größtenteils harten Werkstoffen erkennen: In erster Line verwendet er Natursteine und verschiedene Metalle, selten auch Holz. Die Bearbeitung der Steine setzt schwere und ausdauernde Arbeit voraus, die Vorsatz in seiner beruflichen Ausbildung zum Steinbildhauer, mit Meisterabschluss im Jahr 1970, erlernt hat. Die traditionell geprägte handwerkliche Bearbeitung hinterlässt individuelle Spuren an den Steinen, die im Kontrast stehen zu glatt gesägten und polierten Flächen. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadt Duisburg, dem Kulturbeirat der Stadt Duisburg und der Duisburger Sezession. Sie ist nach der Eröffnung am Samstagnachmittag ab Sonntag, 23. Februar, fürs Publikum zugänglich.
Der Künstler
Hans-Jürgen Vorsatz bei der Pressekonferenz zur Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum. ______________________________________________
Hans-Jürgen Vorsatz wurde 1945 in Düsseldorf geboren. Zwischen 1960 und 1970 absolvierte er eine Ausbildung zum Bildhauer. Seit 1979 wohnt und arbeitet er in Duisburg. 1979 trat Vorsatz dem Duisburger Künstlerbund bei, war seit 1982 mehrfach Sprecher der Interessengemeinschaft Duisburger Künstler und wechselte schließlich in die Duisburger Sezession. Mit den Künstlerverbänden präsentierte er seine Arbeiten im Lehmbruck Museum. Seit 1975 Ausstellungen stellte Vorsatz im In- und Ausland aus, Arbeiten befinden sich im öffentlichen und privaten Besitz. Zwei seiner Werke, die Plastik „9. November 1989” und eine unbetitelte Zeichnung von 1995, konnten mit Mitteln des städtischen Ankaufsetats für Duisburger Künstler für die Sammlung des Lehmbruck Museums erworben werden. Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekam er 2004.
Im Bereich der Kunst im öffentlichen Raum hat Vorsatz vor allem in Duisburg – aber auch in anderen Städten – wichtige und das Stadtbild prägende Beiträge geleistet. Eine begehbare Brunnenanlage aus finnischem und sardischem Granit befindet sich auf dem Vorplatz des Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Duisburg. Drei weitere seiner Werke, jeweils aus verschiedenen Granitsorten und einmal kombiniert mit Cortenstahl, gehörten zu einem kleinen Skulpturenpark, den die Stadtwerke 1992 auf ihrem Gelände angelegt hatten. In der Eingangshalle der Duisburger Agentur für Arbeit an der Wintgenstraße befindet sich die „Zweiteilige Skulptur“ aus Basaltlava, Blei und Blattgold (1986), die dem Foyer ein deutliches Bewegungsmoment verleiht. Oft korrespondieren die Materialien in den Arbeiten von Vorsatz mit der umgebenden Architektur bzw. setzen ihr etwas entgegen, das selbst architektonischen Charakter hat. https://vorsatz-kunst.de/ https://www.duisburger-sezession.de/mitglieder/hans-juergen-vorsatz/
Das Lehmbruck Museum
Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.
Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet. www.lehmbruckmuseum.de
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Zu sehen ist die Sonderausstellung des Duisburger Bildhauers Hans Jürgen Vorsatz bis zum 7. September. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.
Preisträger ist Initiative an sechs Schulen:
Junge Leute schützen Mitschüler vor Mobbing Von Petra Grünendahl
Preisträger 2025 ist Initiative „No Mobbing“. Foto: Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. _________________________________________________
Die Initiative „No Mobbing“ macht aus Beleidigungen und Belästigungen ein Thema, bietet Präventionen an und versucht, die Betroffenen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken. „Es handelt sich häufig um Mobbing von Jugendlichen an Jugendlichen. Im Unterschied zu früher hört Mobbing aber nach Schulschluss nicht auf“, erläuterte Klaus Stephan von der Luise-Meitner-Gesamtschule. Denn oft werden in den sogenannten sozialen Medien Wörter, Sätze, Fotos oder Videos mit Angriffen verbreitet. Stephan betonte in seiner Dankesrede nach der Preisübergabe: „Ohne die Menschenwürde ist die Demokratie nicht haltbar.“ Joshua Wiesehahn, Schulsozialarbeiter an der Förderschule Duisburg-Nord, dankte für die Unterstützung durch die Auszeichnung. Die Initiative ist neben den genannten Schulen am Landfermann-Gymnasium, am Franz-Haniel-Gymnasium, an der Aletta-Gesamtschule und an der Grundschule Hochfelder Markt tätig.
Laudator war NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU). Foto: Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. _________________________________________________
Bereits seit 25 Jahren verleiht das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage seinen gleichnamigen Preis an Menschen oder Gruppen, die sich für ein friedvolles Zusammenleben einsetzen. Die Preisträger dieses Jahres sind die Aktiven der Initiative „No Mobbing“, die sich an sechs Schulen im Stadtgebiet für gemobbte Menschen einsetzen. Traditionell wird der Preis am 27. Januar verliehen, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, der sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. „Die Preisträger zeigen im besten Sinne Bürgermut“, lobte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU), die das Bündnis als Laudatorin hatte gewinnen können. Die Ministerin war erst vor kurzem mit einer Schülergruppe in Auschwitz (heute Oswiecim) gewesen: „Von Auschwitz kann man sich nicht befreien“, erklärte sie in der Feierstunde erkennbar berührt. „Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Tag wieder so aktuell wird wie heute“, erklärte Bündnis-Sprecher Frank Börner ging direkt in die Offensive: „Wir wollen versuchen, noch vor der Bundestagswahl mit einer Demonstration oder Menschenkette gegen Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit anzugehen.“ Börner beklagte, dass sich „leider menschliche Kälte und Hass in unserer Gesellschaft ausgebreitet haben“. Die Preisverleihung nahm DGB-Sprecher Dieter Lieske mit Schulministerin Dorothee Feller vor. „Junge Menschen setzen sich für ihre Mitmenschen ein – das ist besonders“, so Lieske.
Preis für Toleranz und Zivilcourage
Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verleiht seinen Preis an Menschen oder Initiativen, die im alltäglichen Bereich das Zusammenleben, den gegenseitigen Respekt unter den Kulturen, die Zusammenarbeit und die interkulturelle Nachbarschaft pflegen oder die durch Aktionen zur Aufklärung über Unrecht und Intoleranz ein besonderes Zeichen gesetzt haben. Dieses herausragende Engagement soll mit der Preisverleihung gewürdigt werden. Über die Verleihung des Preises aus den alljährlich eingereichten Vorschlägen entscheidet eine Jury aus Vertretern verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens in Duisburg. „Wir haben hier immer eine sehr große Auswahl an Menschen und Gruppen, die den Preis verdient hätten“, erzählte Angelika Wagner vom Duisburger Bündnis. Gastgeber der Preisverleihung ist traditionell die Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen in ihrem Gemeindezentrum am Duisburger Innenhafen – zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar*. Der Preis ist eine kleine Skulptur in Form einer aufrechten Hand.
Musikalisch begleitet haben die Veranstaltung die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller: Auch das ist bereits seit vielen Jahren Tradition. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.
Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Das Bündnis für Toleranz & Zivilcourage ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, Initiativen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie unter anderem Parteien, Kirchen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern sowie Einzelpersonen aus Duisburg. Es setzt sich ein für eine lebendige Kultur der Erinnerung und engagiert sich für ein gutes, von Toleranz und Respekt geprägtes Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Stadtgesellschaft.
Das Bündnis wurde im Jahr 2000 nach dem Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gegründet. Getragen von dem Gefühl „Wir müssen etwas tun“, rief man damals für den 27. Januar* — dem Auschwitz-Gedenktag — zu einer Menschenkette rund um die Duisburger Synagoge auf, an der sich spontan viele Duisburger Bürger beteiligten. Mit diesem symbolischen „menschlichen Schutzwall“ wurde ein eindrucksvolles Zeichen dafür gesetzt, dass in Duisburg für Antisemitismus kein Platz ist.
Seither verleiht das Bündnis jährlich zum Holocaust-Gedenktag (am Tag davor oder danach, wenn der 27. Januar auf den Schabbat fällt, der mit Sonnenuntergang am Freitag beginnt) seinen „Preis für Toleranz und Zivilcourage“ an Duisburger Gruppen und Einzelpersonen für deren engagiertes Eintreten gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus. Außerdem hat sich das Bündnis auch immer wieder an Aktionen gegen rechte Kräfte beteiligt, die in unserer Stadt Fuß fassen wollen. www.toleranz-zivilcourage-duisburg.de
*) Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (im heutigen Polen) durch die Rote Armee am 27. Januar 1945
30 Geschichten von prägenden
Orten und bewegenden Ereignissen Von Petra Grünendahl
Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Bergbau schuf und prägte über fast zwei Jahrhunderte das Ruhrgebiet. ´Sein Niedergang schuf Herausforderungen und den Strukturwandel, deren unterschiedliche Aspekte Autor Friedhelm Wessel in vielen Kapiteln thematisiert: Zechen, Grubenunglücke und Zechen-Schließungen ebenso wie der Widerstand zum Beispiel der Bewohner der Rheinpreußen-Siedlung in Homberg-Hochheide gegen den Abriss ab den späten 1960ern oder auch verschiedene Geschichten zur Eisen- und Stahlindustrie. Der Arbeitskampf in Rheinhausen kommt nicht vor. Stattdessen beschreibt Wessel den Arbeitskampf der Stahlwerker in Hattingen, deren 1854 begründete Hütte Thyssen schon vorher schließen wollte: Am 18. Dezember 1987 erfolgte der letzte Abstich. Heute ist dort in den verbliebenen Anlagen ein sehr sehenswertes Industriemuseum. Viele Erzählungen heben den Freizeitwert des Ruhrgebiets hervor: Aus der Leidenschaft eines Museumsdirektors heraus entstand in Recklinghausen ein Ikonenmuseum. Seit den frühen 1950ern lockten Skigebiete ins Sauerland, nach Sprockhövel und seit 2001 auch nach Bottrop. Bundesgartenschauen sorgten für den Strukturwandel von der Kohlenförderung zu Erholungs- und Freizeitflächen. Künstler wie Markus Lüppertz oder Luigi Colani schufen Werke, die hier Landmarken wurden. Nicht nur steht Hollywood im Ruhrgebiet (Movie Park in Bottrop), auch nutzten seit 1913 (!) zahlreiche Filmcrews das Revier als Kulisse für Kinofilme und TV-Produktionen.
Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Mit „Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb“ ist das mittlerweile 41. Buch des ehemaligen Journalisten und heutigen Ruhrgebiets-Autoren Friedhelm Wessel erschienen. In 30 Kapiteln von zwei bis vier Seiten stellt der Achtzigjährige seinen Lesern „prägende Orte und bewegende Ereignisse“ – so der Untertitel – aus der Geschichte des Ruhrgebiets, seiner Städte und seiner Menschen vor: In Wort und Bild (mit aktuellen und historischen Fotografien). Er stellt Ereignisse und Erlebnisse rund um Bergbau und Energie, Industrie und Strukturwandel vor, die ihre jeweiligen Zeiten prägten. Friedhelm Wessel hat teilweise bekanntere Geschichten weiter recherchiert und lässt sie hier lebendig und damit sehr persönlich werden. Andere seiner Erzählungen sind auch manchem Kenner des Ruhrgebiets unbekannt. Garniert sind die Erzählungen mit Berichten von Zeitzeugen, die ihre Erlebnisse schildern und damit Original-Einblicke in ihre eigene Geschichte geben.
Der Autor und das Buch
Autor Friedhelm Wessel. Foto: privat. ___________________________________________________
Friedhelm Wessel stammt aus einer Bergbau-Familie und wurde 1944 kriegsbedingt in der Nähe von Detmold geboren. Aufgewachsen ist er zwischen der Jacobi-Kolonie in Oberhausen-Osterfeld und dem Herner Dichterviertel. In seiner weitläufigen Familie war der 80-Jährige mit Geschichten vom Pütt und aus den Zechensiedlungen groß geworden. Nach Jahren in verschiedenen Berufen wie Reiseleiter, Monteur im In- und Ausland, Produktions- und Regieassistent bei einer Filmfirma arbeitete er ab 1973 über 30 Jahre als Redakteur und Fotograf für die Ruhr Nachrichten und andere Lokalmedien, wo er sich als Autor lokalgeschichtlicher Publikationen einen Namen machte. Selbst in einer Zechenkolonie aufgewachsen, schildert er authentisch und mit viel Liebe zum Detail den Alltag rund um die Zeche Piepenfritz (Zeche Friedrich der Große in Herne-Horsthausen) zu Beginn der 1960er-Jahre. Das Ergebnis ist ein atmosphärisches Zeugnis einer Kulturregion, die auf Grund der beginnenden Kohlekrise zu dieser Zeit bereits im Untergang begriffen war. Nach der vorzeitigen Pensionierung ist Friedhelm Wessel seit 2006 als publizistischer Spurensucher im Revier unterwegs und hat seitdem weitere Bücher publiziert. Dazu sind mittlerweile gut 60 Filme in der Reihe „Oppa, erzähl mal was vom Bergbau…“ entstanden, die auf nrwision verfügbar sind. Mehr Infos über Friedhelm Wessel gibt es auch beim Historischen Verein Herne / Wanne-Eickel .
Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Friedhelm Wessels Buch „Wo das Ruhrgebiet Geschichte schreib: Prägende Orte und bewegende Ereignisse“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 92 Seiten findet der Leser zahlreiche aktuelle und historische Fotografien. Das Buch im Format 17 x 24 cm mit Hardcover-Einband ist für 22,99 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-326-1) erhältlich.
Prosper-Haniel – Geschichte des legendären Bergwerks (erscheint im August 2025)
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Sutton Verlag, Erfurt
Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum: Vom historischen Bildband reicht das Programm bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München. https://verlagshaus24.com/sutton/
Ausstellungen, Projekte, Veranstaltungen Von Petra Grünendahl
Hans-Jürgen Vorsatz: Extrem laut und unglaublich nah, 2021. Foto: Dietmar Rabich. ________________________________________________________
Mit vier großen Ausstellungen will das Lehmbruck Museum in diesem Jahr interessierte Besucher anlocken. Den Auftakt macht ab dem 23. Februar Hans-Jürgen Vorsatz (*1945), der zu den bedeutendsten Bildhauern der Stadt Duisburg gehört. Anlässlich seines 80. Geburtstags würdigt das Museum ihn mit einer Ausstellung, die ausgewählte Arbeiten aus allen Lebens- und Schaffensphasen zeigt.
Jean Tinguely und Eva Aeppli, Impasse Rosin, Paris, 18. Sept. 1962. Foto: Harry Shunk (Shunk-Kender photographs, 1957-1990s). ______________________________________________________
Zu ihrem 100. Geburtstag sind ab dem 7. März Eva Aeppli und Jean Tinguely mit „Mechanik und Menschlichkeit“ zu sehen. Die Ausstellung stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in den Fokus, das beide auf spielerische und zugleich kritische Weise geprägt haben. Sowohl Aeppli als auch Tinguely, die von 1951 bis 1960 verheiratet waren, verarbeiten in ihren Arbeiten die schmerzhaften Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und rebellieren gleichzeitig gegen die bis heute andauernde, immer stärker werdende Präsenz von Maschinen und Technik in unserem Alltag. Unter dem Titel „Queer Ecology“ stehen ab 27. September die neuesten Werke der argentinisch-israelischen Künstlerin Mika Rottenberg (*1976 in Buenos Aires) im Fokus: Der Menschen in dem stetig wachsenden System des globalen Konsums mit der Absurdität der exzessiven, kapitalistischen Warenproduktion und den prekären Arbeitsbedingungen, insbesondere von Frauen.
Peter Kogler: Ohne Titel. Digitaldruck auf Folie, Artists & Robots, Grand Palais, Paris, 2018. Foto: Künstler. ____________________________________________________
Darüber hinaus konnte das Lehmbruck Museum auch in diesem Jahr einen Künstler für die Reihe „Sculpture 21st“ gewinnen: Peter Kogler (*1959) ist ein Meister in der Gestaltung von Räumen und der Verstärkung der Wirkmacht von Architektur. Sein Werk zeichnet sich durch eine enorme Formen- und Medienvielfalt aus: Er arbeitet in den Bereichen Skulptur, Film, Videoprojektionen, Computeranimationen, Zeichnung und großen Projekten im öffentlichen Raum. Seine Raumvision entfaltet sich als doppelbödige Erfahrung von Bildraum und Erlebnisraum. Für die Glashalle des Lehmbruck Museums entwirft Peter Kogler einen immersiven Raum, der eine ganz eigene künstliche Realität erschafft.
Sparda-Sommerfest im Lehmbruck Museum. Foto: Anne Orthen. ___________________________________________________
Das Jahresprogramm des Lehmbruck Museum runden aktuelle Projekte und traditionelle Veranstaltungen ab. Zu den Projekten zählen der Audio-Guide „Kunst im Kantpark“ mit Informationen über Kunstwerke im Kant-Park oder „Ruhrkunstbewegt – ein Vermittlungsprojekt der RuhrKunstMuseen“ mit einem Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit Schulen der Region sowie mit Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. „Deine City – Dein Museum“ ist eine neue Initiative des Lehmbruck Museums mit kostenlosem Zugang zu Kunst und Kultur für Bürger ausgewählter Stadtteile mit niedrigschwelligen Abendveranstaltungen mit familienfreundlichen Führungen, mit Workshops und Musik von Kunstschaffenden aus dem Stadtteil. Das Museum beteiligt sich auch in diesem Jahr an der Extraschicht – Nacht der Industriekultur (28. Juni) und lädt bereits zum sechsten Mal am letzten Wochenende der Sommerferien (24. August) zum „Sparda-Sommerfest“ ein.
Das Lehmbruck Museum
Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.
Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet. www.lehmbruckmuseum.de
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl. ____________________
Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.
Faszinierende Werkschau gibt Überblick:
Auch viele unbekannte Schätzchen Von Petra Grünendahl
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Der Zeichentricksketch „Herren im Bad“ von 1978 zählt wohl zu seinen bekanntesten Klassikern: Herr Müller-Lüdenscheid (der mit der Badekappe) und Dr. Klöbner streiten sich, ob Klöbners Quietschente mit in die Badewanne darf. Mit Figuren wie den Knollennasen-Männchen, den Hoppenstedts oder Wum und Wendelin begeisterte Loriot Generationen.
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Durch seine messerscharfe Beobachtungsgabe zielt sein Humor geradewegs auf das Selbstverständnis der kleinbürgerlichen Gesellschaft der 1950er- bis 1980er-Jahre und hält ihr regelrecht den Spiegel vor. Zahlreiche Werke – in Wort und Bild – entfalten eine ganz eigene Komik und werden so zu Zeugnissen feinster Gesellschaftskritik. Ob als Werbegrafiker oder als Kolumnist für die Zeitschriften Stern und Quick: Seine Zeichenkunst hat durch ihren hohen Wiedererkennungswert bis heute einen ikonischen Charakter. Seine bekannten Knollennasen-Männchen und geflügelte Worte wie „Ach was“ oder „Früher war mehr Lametta“ sind bereits Teil des kulturellen Gedächtnisses.
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Ausstellung „Ach was. LORIOT – Künstler, Kritiker und Karikaturist“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen rückt Loriot insbesondere als Künstler in den Fokus und präsentiert mehr als 300 originale Zeichnungen von seinem Frühwerk in Kindheit und Jugend bis zu seinem Spätwerk. Dazu kommen zahlreiche (auch private) Fotografien und weitere Exponate wie Figuren und Auszeichnungen und eine Hommage-Galerie von anderen Zeichnern.
Stellten die Loriot-Ausstellung vor (v. l.): Martin Sonntag, Christine Vogt, Sarah Hülsewig und Lena Elster. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt stellte die sehr umfassende Werkschau vor: Zusammen mit Martin Sonntag, Direktor des Caricatura Museum Frankfurt a. M., Ausstellungskuratorin Dr. Sarah Hülsewig und Lena Elster, Kuratorische Assistenz der Ausstellung. Für diese fasziniernde Ausstellung sollte man viel Zeit einplanen, denn die vielen kleinen Stories in Bildform sind nicht mal eben im Vorbeigehen zu erfassen: Und der genaue Blick lohnt sich, denn abseits der bekannten Bildmotive gibt es viele unbekannte Schätzchen. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt, wo ein Teil der Schau vorher zu sehen war, sowie mit dem Stadtmuseum Brandenburg an der Havel (Loriot in der DDR) entstanden und wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie. Von hier zieht die Ausstellung weiter ins Ludwig-Museum in Saarlouis. Ab Sonntag, 26. Januar, ist die Ausstellung fürs Publikum geöffnet.
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Ausstellung beleuchtet auch Loriots Schaffen als Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur. Zu sehen sind werden Loriots Phasenzeichnungen für seine berühmten Zeichentrick-Cartoons wie „Herren im Bad“ sowie von ihm entworfene Opernbühnenmodelle und Drehbücher. Szenenfotos legendärer Sketche wie „Die Nudel“ und seiner Spielfilme „Ödipussi“ und ^“Pappa ante portas“ vervollständigen das umfangreiche Werk Loriots und geben Einblick in die Genauigkeit und Akribie, mit der er sich jeder seiner Arbeiten widmet.
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Ein Teil der Ausstellung setzt darüber hinaus den thematischen Schwerpunkt auf ein ganz besonderes Stück Zeitgeschichte: 1985 findet die erste Loriot-Ausstellung in der DDR statt und legt den Grundstein für Loriots fortwährende Verbindung zu seiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl gelingt es Gerda Arndt, Leiterin des Brandenburger Dommuseums, und Personen in ihrem Umkreis die politisch brisante Präsentation eines in Westdeutschland wirkenden Künstlers an den staatlichen Stellen vorbei in die Wege zu leiten. Erst im Nachgang sei den politischen Verantwortlichen die Brisanz dieser Ausstellung deutlich geworden, erzählte Lena Elster, die für diesen Teil der Ausstellung kuratorisch verantwortlich war.
Der Künstler
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Victor „Vicco“ von Bülow (1923–2011), alias Loriot, zählt zu den bedeutendsten Humoristen Deutschlands. Mit vollständigem Namen Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow stammte er aus einer preußischen Offiziersfamilie. Geboren wurde er in Brandenburg an der Havel. Von 1963 an bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er am Starnberger See. „Das Herstellen der Komik ist schwere Arbeit“, hat Loriot einmal in einem Interview gesagt. Und gearbeitet hat er wohl immer (also 24/7, wie man heute sagt). Er war von den 1950er Jahren an bis zu seinem Tod in Literatur, Fernsehen, Theater und Film tätig. Loriot etablierte sich zunächst als Cartoonist, später arbeitete er auch als Schauspieler, Drehbuchautor, Trickfilmer, Moderator, Regisseur sowie Bühnen- und Kostümbildner. Der Künstlername Loriot ist das französische Wort für den Pirol, im Volksmund auch Vogel Bülow genannt. Der Vogel ist das Wappentier der Familie von Bülow.
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Zur Ausstellung gibt es zwei 16-seitige bebilderte Booklets, die jeweils einen Aspekt der Ausstellung behandeln. Eines trägt den Titel der Auisstellung „Ach was. LORIOT – Künstler, Kritiker und Karikaturist“ und mit einem Text von Kuratorin Dr. Sarah Hülsewig (ISBN 978-3-932236-52-5). Das andere behandelt „Loriots erste Ausstellung in der DDR“ mit einem Text von Lena Elster M.A., die hier kuratorisch verantwortlich war (ISBN 978-3-932236-53-2). Beide sind für je 5 Euro im Museumsshop erhältlich.
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 18. Mai 2025. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 22,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 19,00 Euro.
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Sarah Hülsewig) am:
Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Sonntag, 2. Februar 2025, 15 Uhr,
Sonntag, 16. März 2025, 15 Uhr,
Sonntag, 6. April 2025, 15 Uhr, und
Sonntag, 18. Mai 2025, 15 Uhr.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Führungen der Kunstvermittlung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Filmvorführungen und Workshops zum Thema. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer zur Ausstellung sowie hier.
Kleines Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Im Kleinen Schloss zeigt die Ausstellung „Aus der Rolle gefallen. Deutsche Comiczeichnerinnen im Blick“ bis zum 2. Februar 2025 fünf weibliche Positionen in der Bilderzählung. Vom 16. Februar bis 6. April 2025 ist dort mit „Angelika Platen – Meine Frauen. Fotografische Porträts von Künstlerinnen“ eine weitere starke weibliche Position vertreten. Ab dem 13. April 2025 schließt sich die Ausstellung „Parallel – Der Kunstverein zu Gast in der Ludwiggalerie“ mit Johanna Heß an.
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen
Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Eine aktuelle Sonderausstellung zeigt Fotografien der Oberhausener Bildjournalistin Ruth Gläser (1928-2022) und ermöglicht damit einen spannenden Blick zurück ins Oberhausen der Nachkriegszeit. Der fotografische Nachlass befindet sich im Besitz der Stadt Oberhausen. Die Sonderschau ist bis zum 7. September zu sehen. Geöffnet hat die Gedenkhalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen! www.gedenkhalle-oberhausen.de
Unternehmer wollen anpacken und
gehen mit Zuversicht in die Zukunft Von Petra Grünendahl
Nikolai Baecker stellte die 11. Unternehmerkunden-Studie der Commerzbank vor. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
„Die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region Duisburg blicken trotz zahlreicher Krisen in den vergangenen Jahren überwiegend optimistisch in die Zukunft“, fasste Nikolai Baecker, Regionsleiter Unternehmerkunden bei der Commerzbank in Duisburg, die Studien-Ergebnisse zusammen. „Drei Viertel erwarten in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eine stabile oder bessere Auftragslage.“ Damit sind die für diese Studie geäußerten Erwartungen für die kommenden Monate nicht so schlecht, wie zuletzt als Stimmungsbild der Wirtschaft zu hören war. Nach einem kleinen Einbruch im November und Dezember seien nun die Auftragsbücher voll, je nach Branche auch schon auf Monate, gab Baecker Rückmeldungen seiner Kunden wieder. Die Unternehmer sähen Chancen und Risiken: Zulieferer in Krisenbranchen suchten sich beispielsweise mit Innovationen zusätzliche neue Märkte. Dass gerade hier in der Region Unternehmer optimistisch in die Zukunft gehen und anpacken wollten, sei bezeichnend für das Ruhrgebiet, meinte der Regionsleiter.
Jedes zweite Unternehmen will neue Arbeitskräfte einstellen. Infografik: Commerzbank. __________________________________________
Im Pressegespräch stellte Nikolai Baecker die Unternehmerkunden-Studie vor, die die Commerzbank alljährlich und mittlerweile zum elften Mal präsentierte. Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im vergangenen Sommer und zum Jahresende bundesweit 1.600 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit einem Jahresumsatz von bis 15 Mio. Euro befragt, davon 100 in der Region Duisburg. Diese seien teilweise sogar optimistischer als der Bundesschnitt, verriet Nikolai Baecker. Die Unternehmen stammen aus allen Wirtschaftszweigen und bieten damit als bunte Mischung eine ausgewogene Datengrundlage. Und: Sie sind Kunden unterschiedlichster Banken (nicht unbedingt der Commerzbank). Die Unsicherheit und Multikrisen der vergangenen Jahre habe, so der Unternehmerkunden-Berater, nicht zu einem Investitionsstau geführt. Die befragten Unternehmen hätten auch in den vergangenen vier Jahren Investitionen wie geplant umgesetzt: „Sie haben mutig die Weichen für die Zukunft gestellt“, so Baecker. Lediglich ein Fünftel der Unternehmen hatte in den letzten vier Jahren keine Investitionen geplant.
Investitionen in KI für Datenanalyse, Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung
KI wird vor allem für administrative Tätigkeiten genutzt. Infografik: Commerzbank. __________________________________________
Investieren wollen die befragten Unternehmen in der Region Duisburg weiterhin: In Anlagen, Maschinen, Technik und IT (51 Prozent), in Prozessoptimierung und Digitalisierung (45 Prozent), in Personal und Arbeitgeberattraktivität (42 Prozent), aber auch in ihren Standort und Fuhrpark (39 Prozent) sowie ins Marketing (37 Prozent). Nachhaltigkeit (33 Prozent) sowie Forschung und Entwicklung (13 Prozent) runden das Spektrum der Investitionen ab. Dabei greifen Unternehmen zu 68 Prozent auf die eigenen Liquidität (Cashflow) sowie betriebliche Rücklagen (63 Prozent) zurück. Jeweils 29 bzw. 28 Prozent stammen aus Fördergeldern sowie aus mittel- und langfristigen Krediten und 24 Prozent der Investments werden über Leasing finanziert. „Das spricht insgesamt für eine gesunde Finanzbasis der Unternehmen in Duisburg und einen bewussten Umgang mit vorhandenen Mitteln. Auch eine Kreditaufnahme kann dabei sinnvoll sein, etwa um Liquiditätsreserven zu schonen oder diese mit günstigen Fördermitteln zu kombinieren“, so Baecker weiter.
Immer wichtiger für die zukünftige Ausrichtung wird zudem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Mehrheit der Unternehmen steht dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. Jedes vierte Unternehmen setzt KI bereits ein. Zwei von fünf Unternehmen planen zudem, sich künftig mit dem Thema zu beschäftigen. Nur knapp ein Drittel der Unternehmen – und somit weniger als bundesweit – meint, KI sei auch künftig irrelevant in ihrem Unternehmen. Dabei sind sich die befragten Unternehmen nicht nur der Vorteile, sondern auch der Risiken bewusst. Drei Viertel der Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass KI Gefahren birgt. Dazu zählt insbesondere die Sorge vor Falschinformationen. „Es geht also vor allem darum, Vertrauen in Künstliche Intelligenz aufzubauen, Wissenslücken zu schließen und Risiken zu steuern“, betonte Baecker. Denn wie die Ergebnisse der Studie auch zeigen, ist die Mehrheit der Meinung, dass diese zukunftsweisende Technologie Prozesse optimieren und Kosten senken kann.
Genutzt wird KI von den Unternehmen vor allem für administrative Tätigkeiten (61 Prozent) wie zum Beispiel bei Anwendungen in der Buchhaltung, Bestelleingängen oder Lagerhaltung und Supply Chain. Aber auch das Erstellen von Inhalten für Kundenanschreiben oder die Website liegen weit vorn (46 Prozent). Es gehe darum, Arbeitsabläufe schneller zu machen, so Baecker. Und: Unternehmer seien auf der Suche nach dem richtigen Weg beim Einsatz von KI. „Auch bei der Commerzbank beschäftigen wir uns seit langem damit und werden hier weiter investieren. Aktuell entwickeln wir zum Beispiel neue Anwendungsbereiche bei der Datenanalyse und Dokumentation“, wusste der Regionsleiter zu berichten.
Unternehmen planen Wachstum und wünschen sich weniger Bürokratie
Bürokratieabbau als größter Stellhebel für eine positive Entwicklung. Infografik: Commerzbank. __________________________________________
Gefragt nach ihren Zielen und Visionen zeigt sich, dass die Hälfte der Unternehmen in der Region Duisburg wachsen möchte: Das gilt für den Umsatz, aber auch für die Erweiterung der Angebotspalette und die Erschließung neuer Märkte. Die größte Chance zur Verwirklichung ihrer Ziele sehen die Unternehmen dabei in der Fachkräftegewinnung, die nötig ist für weiteres Wachstum. Zugleich wünschen sie sich für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebs weniger Regulierung und Bürokratie sowie steuerliche Entlastungen. „Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass sich die Unternehmen auf ihre eigenen Stärken besinnen“, so Baeckers Fazit. „Als Commerzbank unterstützen wir dies und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden Zukunftsperspektiven, um zu zeigen, dass man trotz der Dauerkrisen investieren und weiterwachsen kann.“
Commerzbank
Die Commerzbank ist Deutschlands führende Bank für den Mittelstand und starker Partner von rund 25.000 Firmenkundenverbünden sowie knapp 11 Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Von den 400 Filialen in Deutschland finden Kunden in 220 Filialen Beratung zum Private Banking sowie 85 Filialen mit Wealth Management und Unternehmenskunden. Die gesamte Bandbreite des Angebots findet der Kunde in Duisburg in der Filiale an der Köngstraße, ein Grundangebot für Privatkunden gibt es in einer Filiale am Hamborner Altmarkt. Die Region Duisburg, die von der Königstraße aus betreut wird, reicht von Duisburg über Moers und Dinslaken bis nach Bocholt.
Die Commerzbank wickelt rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und ist im Firmenkundengeschäft international in knapp 40 Ländern vertreten. Die Bank konzentriert sich auf den deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie institutionelle Kunden. Im internationalen Geschäft begleitet die Commerzbank Kunden mit einem Geschäftsbezug zu Deutschland und Unternehmen aus ausgewählten Zukunftsbranchen. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden steht die Bank mit den Marken Commerzbank und comdirect an der Seite ihrer Kunden: online und mobil, im Beratungscenter und persönlich vor Ort.
Ein wilder Ritt durch alle musikalischen Wetterlagen! Von Petra Grünendahl
Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler & Suse Pfister: Maria Hilmes (Frau Holle). Foto: Daniel Senzek. ______________________________________
Frau Holle (Maria Hilmes) ist es leid, dass ihr unermüdliches Arbeiten am Wetter immer Kritik erntet: Mal ist es zu heiß, mal zu nass, mal zu kalt – auf keinen Fall genau richtig. Aber auch die Umweltverschmutzung macht ihren Job schwieriger, verstärkt diese doch manche Wetterphänomene noch einmal deutlich. Als Frau Holle nicht mehr will, übernehmen ihre Helfer Gold-Andy (Rafael Klepsch am Klavier) und Pech-Andy (Sebastian Langer an der Klarinette) gern, um schnell festzustellen, dass Wettermachen tatsächlich ein sehr mühsamer und vor allem undankbarer Job ist. Sie bringen das Klima völlig durcheinander, machen sie das Wetter doch am liebsten so, wie es ihnen gefällt. Mit ihrer Party im Sommer mit Sonne und Hitze setzen sie dann sogar den Planeten in Brand. Ernten verdorren und können nicht geerntet werden. Mit dem Frühling wollen die Beiden nun im Herbst von vorne anfangen – und bringen damit das Klima aber vollends durcheinander. Frau Holle kommt schließlich doch zurück und hat viel Mühe, mit reichlich Schnee zum Winter den Klimakreislauf halbwegs wieder in die Waage zu kriegen. Wenn nur die Menschen den Klimawandel in den Griff kriegen würden, der ihren Bemühungen immer noch mächtig schadet.
Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler & Suse Pfister: Maria Hilmes (Frau Holle), Rafael Klepsch (Gold-Andy/Klavier), Sebastian Langer (Pech-Andy/Klarinette). Foto: Daniel Senzek. ______________________________________
Auf einen wilden musikalischen Ritt durch alle Wetter- und Stimmungslagen nahm die Kinderoper „Holle!“ hier drei Klassen von Grundschulkindern im Foyer des Theaters Duisburg mit. Mit der Figur der Frau Holle, die mit dem Ausschütteln von Kissen Schnee fallen lässt, enden aber auch schon die Parallelen zu dem Märchen der Gebrüder Grimm. Mit dem Frust der Frau Holle greifen die Macher des Stücks in die aktuelle Klimadebatte ein, die sie mitreißend und kindgerecht auf die Bühne bringen. Das Stück für eine Sängerin, Klarinette und Klavier hat Jörg Behr für die Junge Oper am Rhein neu inszeniert. Er erzählt die Geschichte über die berühmte Wettermacherin und ihre Schaffenskrise mit märchenhaft-poetischem Theaterzauber. Entwickelt wurde „Holle!“ ursprünglich in Gemeinschaftsarbeit mit Stuttgarter Schulklassen unter der Leitung von Komponist Sebastian Schwab, Kai Weßler und Suse Pfister für JOiN – Junge Oper im Nord. Gemeinsam widmeten sie sich in der Stückentwicklung der großen Frage, wie wir dem Klimawandel begegnen können. Herausgekommen ist ein turbulentes Vergnügen mit einem wilden Ritt durch alle musikalischen Wetterlagen. Die Bühnenausstattung stammt von Marc Weeger. Die Kinderoper „Holle!“ ist im Theater Duisburg noch vier Mal an Vormittagsterminen für KiTas und Schulklassen zu erleben und an zwei Wochenendterminen für Familien. Die Vorstellung dauert ca. 75 Minuten. Empfohlen ist das Stück ab 6 Jahren. Im Anschluss sind alle Gäste eingeladen, mit den beteiligten Künstlern ins Gespräch zu kommen. Der hierfür vorgesehene Zeitrahmen liegt bei 15 bis 20 Minuten.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler & Suse Pfister: Sebastian Langer (Pech-Andy/Klarinette), Rafael Klepsch (Gold-Andy/Klavier). Foto: Daniel Senzek. ______________________________________
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Fr | 10. Januar 2025 | 11:00 Uhr,
So | 16. Januar 2025 | 11:00 Uhr,
Sa | 15. Januar 2025 | 15:00 Uhr (Familienaufführung),
Di | 21. Januar 2025 | 11:00 Uhr,
Do | 23. Januar 2025 | 11:00 Uhr und
So | 26. Januar 2025 | 15:00 Uhr (Familienaufführung).
Deutsche Oper am Rhein
Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler & Suse Pfister: Maria Hilmes (Frau Holle). Foto: Daniel Senzek. ____________________________________
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein. www.operamrhein.de
Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler & Suse Pfister: Maria Hilmes (Frau Holle), Sebastian Langer (Pech-Andy/Klarinette). Foto: Daniel Senzek. _____________________________________
Karten kosten 10 Euro, für Kinder 5 Euro. Bei Schulaufführungen (in der Woche um 11 Uhr) gibt es für Schulklassen mit 4,00 Euro pro Person Sonderkonditionen. Für die Gruppenbuchung wendet man sich bitte an gruppen@theater-duisburg.de. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen wie zum Beispiel zur Familienkarte* findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Eine starke Wirtschaft, Wohlstand
und Demokratie gehören zusammen Von Petra Grünendahl
Werner Schaurte-Küppers beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________________
„Vor uns liegen große Herausforderungen, gehen wir doch mittlerweile in des dritte Jahr der Rezession“, erklärte Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK. „Diesen Zustand haben wir in der Nachkriegszeit noch nie erlebt: Das muss uns aufwecken“, mahnte er. Die Weltlage werde für Deutschland und Europa bedrohlicher: Der Krieg in der Ukraine geht bald ins vierte Jahr. Die Rivalitäten zwischen Amerika und China und der erneute Amtsantritt Donald Trumps verschiebe Handelsbeziehungen weltweit. Klimawandel, demographischer Wandel und KI seien weitere Fragen, die Lösungen suchten. Das verunsichere viele Menschen, die dann die Parteien am linken und rechten Rad wählten, die einfache Lösungen versprechen: „Auf eine komplizierte Lage gibt es keine einfachen Antworten“, so der IHK-Präsident weiter. Es stelle sich die Frage, wie unsere Demokratie mit den Herausforderungen der Welt zurecht komme, sich behaupte und sich mit ihren Werten durchsetzen könne.
Werner Schaurte-Küppers beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________________
Denn nur diese Demokratie mit Freiheit und Selbstentfaltung, Vielfalt und Offenheit sichere eine langfristig erfolgreiche Wirtschaftsordnung. Aber ein „weiter so“ dürfe es nach der Bundestagswahl nicht geben: „Wir brauchen Veränderung und einen Kurswechsel, aber der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug. Die Warnsignale werden aber lauter“, verwies der IHK-Präsident auf den Abbau Tausender Stellen bei großen Unternehmen wie thyssenkrupp, Ford oder Evonik, die Verlagerungen von Produktionen ins Ausland: Vor dieser De-Industrialisierung und der schleichenden Abwanderung hochwertiger Arbeitsplätze dürfe man nicht die Augen verschließen. Der Aderlass in der Industrie treffe auch Handel, Gastronomie und Dienstleister. Die Baustellen der Wirtschaft – Energie, Steuern, Genehmigungen (Bürokratie), Infrastruktur, Transformation und Fachkräfte – müssten im nächsten Koalitionsvertrag Priorität haben und einen Kurswechsel markieren, mahnte Schaurte-Küppers.
Bärbel Bas beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________________
Zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang hatte die Niederrheinsche IHK Duisburg – Wesel – Kleve in die Mercatorhalle eingeladen. Vor rund 800 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und von gesellschaftlichen Organisationen sprachen Werner Schaurte-Küppers und Bärbel Bas. Die Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete ist seit Oktober 2021 Präsidentin des Deutschen Bundestages und damit in überparteilicher Funktion zweithöchster Repräsentant der Bundesrepublik. „Demokratie ist der Garant für wirtschaftlichen Erfolg und für unseren Wohlstand“, erklärte die Bundestagspräsidentin, und: „Das ist nicht selbstverständlich, denn die Wirtschaft braucht Verlässlichkeit.“ Sie betonte aber auch, dass der wirtschaftliche Erfolg den sozialen Frieden brauche: „Den Menschen in einer Demokratie geht es besser.“ Aber: „Wer sich abgehängt fühlt, zweifelt an der Demokratie.“
Bärbel Bas beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________________
Unter den Herausforderungen ächzten nicht nur Wirtschaft und Unternehmen, sondern auch die Menschen: Das habe auch Folgen für die letzten Wahlen gehabt. „Wir müssen Deutschland als attraktiven Wirtschafts- und Arbeitsstandort erhalten. Die Grundlagen bilden Innovationen, Planungssicherheit und soziale Gerechtigkeit. Der Staat muss Unternehmen und Arbeitsplätze unterstützen“, so Bas. „Seit dem Arbeitskampf bei Krupp 1987 hat die Wirtschaft nicht mehr so gebrannt wie heute: Wenn wir jetzt den Stahlstandort Deutschland gefährden, werden wir nicht wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen, sondern uns abhängig machen von Ländern, die nicht unsere Werte teilen“, mahnte sie. „Wir brauchen eine Industriepolitik für die Zukunft und müssen den Bürgern Sicherheit geben. Aber es gibt nicht die eine Lösung, sondern wir müssen ständig nachbessern. Dafür sind Kompromisse nötig – und das ist nur in einer Demokratie möglich.“ Und: „Geht es der Wirtschaft insgesamt in einer Autokratie besser? Wohl eher nicht, da sie nicht die Freiheit hat, sich selbstbestimmt zu entwickeln.“ Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung hatten die Gäste bei einem Imbiss reichlich Gelegenheit zum Netzwerken.
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel. www.ihk.de/niederrhein
Heimat als Identitätsstifter der Region
und Teil eines „Wir”-Gefühls Von Petra Grünendahl
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Im Ruhrgebiet ließen und lassen sich bis heute Entwicklungen beobachten und studieren, lange bevor sie woanders auftreten: Zum Beispiel der Strukturwandel von der Landwirtschaft zur Industrie und schließlich zur post-industriellen Kultur- und Wissenschaftsökonomie. Oder die Zuwanderung von Menschen, deren Integration auch immer bedeutete, dass sie hier eine neue Heimat fanden. Eine Herausforderung, sagen die Autoren. Die regionale Gesellschaft befand und befindet sich stetig im Wandel: Heimat ist hier Gemeinschaft und zugleich regionale Identität. Und die gestalten die Bürger. Und die Autoren machen deutlich: Man kann mehr als eine Heimat haben – eine alte vergangene und eine neue gegenwärtige Heimat. Heimat lebe aber von aktiver Gestaltungsarbeit, hebt Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Sozialwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Identität stiftende Funktion des Heimatbegriffs hervor. „Heimat ist Gemeinschaft mit Menschen, mit denen man Werte teilt“, sagt Herausgeber Bodo Homobach. Wobei Heimat besonders im Ruhrgebiet mehr als individueller Freiraum statt als Konformitätsdruck verstanden wird.
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Im Buch „Heimat im Wandel“ mit dem Untertitel „Das WIR im Revier“ erkunden eine Vielzahl von Autoren den Weg des Ruhrgebiets durch seine diversen Strukturwandel: In vier Kapiteln zu vier bis sechs Aufsätzen gehen 21 Autoren unterschiedlichster Herkunft auf eine interdisziplinäre Suche nach einer gemeinsamen Identität, die sich im Begriff „Heimat“ widerspiegelt. Das ehemals ländliche Ruhrgebiet ist durch Zuwanderung zur Metropolregion geworden, in der Städte nahtlos ineinander übergehen: Die Zuwanderer stammten zunächst aus anderen Teilen Deutschlands, aus Österreich oder Schlesien (heute Polen), später aus Südeuropa (Gastarbeiter) und schließlich aus der ganzen Welt. Nachfahren früherer Zuwanderergenerationen sind längst beheimatet. Heimat bedeutet auch Integration: Dass Zugewanderte Werte der Einheimischen als kulturelle Errungenschaften aufnehmen und ihrerseits wertvolle kulturelle Elemente beisteuern. Die Autoren warnen vor dem Missbrauch von „Heimat“ als ideologischem Bollwerk gegen das Fremde, das Städtische, das Weltoffene und Andersartige. Politisch motiviert seien hingegen die einfachen Lösungen rechter Parteien, die in einem vermeintlich vergangenen Idyll (welches nie Realität war) „Heimat“ propagieren, sind sich die Autoren einig. Das macht eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“ in seinen vielfältigen Schattierungen so wichtig.
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„Die Erforschung von Heimat setzt umfassenden interdisziplinären Ansatz voraus. Im Kontext der Diskurse um Zuwanderung und Zugehörigkeit könnte eine aufgeklärte Heimatforschung einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärt Rolf G. Heinze. Die Bedeutung für die Vermittlung von Heimat als regionaler Identität hob Dr. Tobias Korenke, Leiter der Unternehmenskommunikation der Funke Mediengruppe, hervor: „Lokale und regionale journalistische Medien verlieren zunehmend an Bedeutung vor allem für Jüngere, die sich in erster Linie in den sozialen Medien ‚informieren’“ – und sich damit vielfach von ihrer regionalen Identität abkoppeln. Das „WIR im Revier“ zeigt die Heimat im Wandel als regionale und als persönliche Identität: Gänzlich abgekoppelt von jeglichem Nationalismus und von verkitschter Romantik. „Heimat hat eine politische Dimension, wenn sie instrumentalisiert wird: Inklusion durch Exklusion“, so Korenke. Das heißt dann: Wir gegen die anderen. Aber: „Heimat ist ein Gefühl, das den Menschen gehört, nicht der Politik.“ – „Heimat muss uns gehören. Politik darf sie nicht enteignen und für ihre Zwecke missbrauchen“, bringt es Bodo Hombach auf den Punkt. Das Buch erhebt nicht den Anspruch einer allgemeingültigen Antwort, sondern setzt wertvolle Impulse, sich mit der Frage nach Heimat und ihrer Bedeutung für den Einzelnen und für die Gesellschaft, in der wir leben, auseinander zu setzen.
Der Herausgeber, die Autoren und das Buch
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Herausgeber Prof. Bodo Hombach ist Vorsitzender des Vorstandes der Brost-Stiftung, Präsident der Brost-Akademie und Ehrenpräsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP). Hombach lehrt als Honorarprofessor an der Universität Bonn. Zuvor war er unter anderem als Chef des Bundeskanzleramtes sowie als Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa in Brüssel tätig. Von 2002 bis 2012 war er Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe in Essen.
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Die Autoren sind Wissenschaftler in unterschiedlichsten Fachgebieten (u. a. Historiker, Politikwissenschaftler, Psychologen, Soziologen), Journalisten oder Schriftsteller. Ihre Beiträge sind teilweise wissenschaftliche Fachaufsätze, die sich gut lesbar mit der Geschichte und Gesellschaft im Ruhrgebiet befassen. Andere Beiträge sind geprägt von den persönlichen Geschichten und Entwicklungen der Autoren. Sie alle vereint ihre individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat, die sie mitunter sehr persönlich für sich verorten.
Das Buch „Heimat im Wandel“ wurde als Buchprojekt der Brost-Akagemie herausgegeben von Bodo Hombach und ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 320-seitige Taschenbuch mit zahlreichen Infografiken ist für 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2668-4).
Brost Stifung und Brost-Akademie „Ideen mit Wirkung für das Ruhrgebiet und weit über die Grenzen hinaus. Das ist unser Anspruch.“ Brost Stiftung
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Die Brost Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Essen. Sie fördert und entwickelt wissensbasierte, konzeptionsstarke, mutige, zukunftsweisende Projekte, die möglichst durch Kooperation das Miteinander und die anpackende Selbsthilfe im Ruhrgebiet stützen. Die Brost Stiftung wurde am 1. Juni 2011 gegründet. Die Stifterin war Anneliese Brost (1920–2010), Verlegerin und Gesellschafterin der WAZ-Mediengruppe (heute: Funke Mediengruppe), die die Gründung testamentarisch verfügt hatte. broststiftung.ruhr
Die Brost-Akademie gGmbH ist ein 100-prozentige Tochter der Brost Stiftung, das sich als Impulsgeber für das Ruhrgebiet und darüber hinaus versteht. Dazu bringt sie in Projekten, Veranstaltungen und Publikationen Menschen zusammen, die „mit innovativen Ideen und kreativen Lösungen neue Akzente setzen und Strahlkraft über die Region hinaus entwickeln.“ brost-akademie.ruhr
Der Verlag
Heimat im Wandel im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
In den Räumen einer Schule probt eine Operntruppe die tragische Antiken-Oper „Romulus und Ersilia“. Die Primadonna Daria (Slávka Zámečníková) will in ihrer Rolle als Ersilia vor allem eins: Im Vordergrund stehen. Dahinter verblasst dann nicht nur Mezzosopran Dorothea (Maria Polańska) als Romulus, sondern auch Luigia (Heidi Elisabeth Meier), deren schräge Helikoptermutter Mamma Agata (Bariton Scott Hendricks) in die Proben platzt, um ihrer Tochter mehr Beachtung zu verschaffen.
Als schließlich die „Hosenrolle“ (Romulus) und der Tenor (Andrés Sulbarán als Kolumbianer Jesus in der Rolle des Hostilio) beleidigt abreisen, springen kurzerhand und sehr hilfsbereit die völlig unmusikalischen Charaktere Mamma Agata und Procolo (Beniamin Pop), der Ehemann der Primadonna, ein. Notgedrungen und mangels Alternativen stimmen Komponist Maestro Andreas (Torben Jürgens), Dichter Heinrich (Valentin Ruckebier) und Regisseur Bertolt (Günes Gürle) zu. Die öffentliche Probe im zweiten Akt entwickelt sich zur Katastrophe: Die Bühne ist nicht fertig, die Akteure Fehlbesetzungen. Lediglich die Primadonna brilliert. Zum Finale, der Opferung des Romulus, die Jupiter unterbricht, platzt der Intendant (Thorsten Grümbel) in die Probe, um sie abzubrechen: Gelder seien gestrichen, alle Produktionen abgesetzt – und das Ensemble und der Pianist (Norbert Kaulhausen) bleiben ohne Job und Gage zurück.
Gaetano Donizettis (1797–1848) Opera buffa „Prima la Mamma!” trägt den Untertitel „Sitten und Unsitten am Theater“, ist also eine Oper in der Oper. Die Urfassung („Viva la Mamma!“) ist ein Einakter, der 1827 in Neapel uraufgeführt wurde. Später überarbeitete und erweiterte Donizetti die komische Oper um einen zweiten Akt und brachte sie 1831 in Mailand auf die Bühne.
Das Libretto stammt vom Komponisten und basiert auf den beiden gleichnamigen Einaktern „Le convenienze teatrali“ (Sitten) und „Le inconvenienze teatrali“ (Unsitten) von Antonio Simone Sografi. Gaetano Donizettis schon sehr satirisch konzipierte Oper, in der die Mamma mit einem Bariton (!) und Romulus mit einem Mezzosopran (!) besetzt wird, ist eine Parodie der Sitten und Unsitten am Theater mit allen Klischees und exzentrischen Anwandlungen der Künstler. Sie wurde von Regisseur David Kramer für die Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein noch einen Tick extremer komödiantisch, sehr schrill und knallbunt in Szene gesetzt, was bei Publikum gut ankam, wie immer wieder Lacher und viel Szenenapplaus bewiesen. Die Oper ist mit Musikstücken (der Ouvertüre aus „Alahor in Granata“ und zusätzlichen Arien aus „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ (Fassung Vito Frazzi), „Anna Bolena“, „Lucrezia Borgia“ und „Pia de‘ Tolomei“) ergänzt sowie zusätzlichen Texten in deutscher Text von Stefan A. Troßbach versehen. Die komische Oper in zwei Akten wird gesungen in deutscher und italienischer Sprache. Deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der Opernabend dauert fast zweieinhalb Stunden (inklusive eine Pause) und ist empfohlen ab 14 Jahren.
Brillante Akteure treiben den Klamauk auf die Spitze
Mit häufigem Szenenapplaus, Lacher bei besonders ausgefallenen Szenen sowie einem lang anhaltenden Schlussapplaus belohnte das begeisterte Publikum Sänger und Akteure für eine sehr gelungene Aufführung. Brillante Sänger verkörperten liebevoll entwickelte Charaktere, die sie gesangs- und ausdrucksstark auf die Bühne brachten. Die Soprane Slávka Zámečníková (als Primadonna) und Heidi Elisabeth Meier (als Luigia) überzeugten in ihren umfassenden Gesangspartien mit ihrer Stimmgewalt und Klangfarben. Und der Bariton Scott Hendricks ließ über gesangliche und schauspielerische Qualitäten hinaus auch sein komödiantisches Talent aufblitzen. Donizettis Oper zeichnen viele Belcanto-Passagen (schöner Gesang) aus in Kombination mit dem in der „Opera buffa“ gerne verwendeten Parlando, ein dem Sprechgesang ähnliches, schnelles Singen mit gut artikulierter Aussprache, die das Textverständnis erleichtert. Vokale Unterstützung bekamen die Sänger vom ausgezeichneten Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Chorleitung von Patrick Francis Chestnut. Instrumental begleiteten die Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Benjamin Reiners die variantenreiche Komposition.
Mit Hilfe einer Drehbühne im ersten Akt ließ Bühnenbildner Justin Nardella die Handlung bei den Proben durch unterschiedliche knallbunt gestaltete Räume in der Schule ziehen. Im zweiten Akt rückte er den Raum hinter der Bühne und die Bühne des Theaters in den Fokus der Handlung. Ins rechte Licht setzte Friedrich Rom die wechselnden Szenarien. Für die ausgefallenen, knallig bunten Kostüme und ausdrucksstarken Bodysuits zeichnet Shalva Nikvashvili verantwortlich.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 30. November 2024 | 19:30 Uhr,
So | 8. Dezember 2024 | 15:00 Uhr,
Sa | 21. Dezember 2024 | 19:30 Uhr,
Sa | 31. Dezember 2024 | 19:00 Uhr und
So | 12. Januar 2025 | 15:00 Uhr.
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein. www.operamrhein.de
Tickets kosten zwischen 19,00 und 78,00 Euro. Silvester liegen die Ticketpreise zwischen 37,00 und 92,00 Euro: Im Eintrittspreis ist jeweils ein Begrüßungsgetränk enthalten. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen wie zum Beispiel zur Familienkarte* findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.
*) Mit der Familienkarte kostet der Eintritt 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied.
Schutz der Handelswege und Handelsnormen boten Verlässlichkeit Von Petra Grünendahl
Die Hanse von Veit Veltzke im Klartext Verlag. Impressionen. Foto: Petra Grünendahl.. _______________________________________
Lübeck war dank seiner verkehrsgünstigen Lage schon früh zentrale Handelsdrehscheibe zwischen Ost- und Nordsee. Hamburg verdankte seinen Aufstieg erst später seiner Stellung als Nordsee-Vorhafen Lübecks. Entgegen gängiger Vorstellungen war die Hanse (12. bis 17. Jahrhundert, mit einer Blütezeit im 13./14. Jahrhundert) aber keine „norddeutsche” Angelegenheit. Vor allem in den Anfängen spielte Köln eine große Rolle. Auch wenn man heute bei „Hansestädten“ an Hamburg, Bremen, Lübeck oder Rostock denkt, so verband das Bündnis die Handelsstädte West-, Nord- und Osteuropas. Und das sogar bis zu Handelsplätzen im Hinterland und an der Rheinschiene – wie hier in der Region Emmerich, Wesel und Duisburg – und über den Hellweg nach Westfalen und in den Harz. Mit der Ausbreitung der Hanse verbreiteten sich Marktorte mit stadtähnlichen Strukturen, aber auch die „Stadt“ nach deutschem Vorbild als Träger von Rechten (Stadtrecht). Die Hanse-Bündnisse dienten dem Schutz von Handelswegen, gaben sich ihre Ordnungen selber und forderten damit die Macht monarchistischer Herrscher heraus. Die genossenschaftlich ausgerichtete Hanse bot neben Erleichterungen bei Zöllen und Steuern die Vorteile eines Systems von Wareninspektion, eingeführten Markenartikeln und Verpackungsnormen, das europaweit einzigartig und gegenüber Handelspartnern und Kunden verlässlich war. Hansekontore (z. B. in Brügge/Belgien) umrahmten den Wirtschaftsraum und verbanden ihn mit weiter entfernten Handelszonen weltweit. Die Farben der Hanse (weiß und rot) finden sich heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte.
Die Hanse von Veit Veltzke im Klartext Verlag. Impressionen. Foto: Petra Grünendahl.. _______________________________________
In seinem Buch „Die Hanse“ erzählt Autor Veit Veltzke sehr unterhaltsam viele interessante Fakten über den mittelalterlichen Handelbund und räumt mit populären Irrtümern auf. Entsprechend ist das Buch in der Reihe „Populäre Irrtümer und Wahrheiten“ im Klartext Verlag erschienen. Die Hanse sei über ein knappes halbes Jahrtausend ein Erfolgsmodell gewesen: Sie bestimmte den Handel in Europa ohne leitendes Personal, ohne feststehende Geldquellen, ohne ein Heer oder eine Flotte und Jahrhunderte lang noch nicht einmal mit einer offiziellen Mitgliederliste. Unterschiedlichste Aspekte dieser Erfolgsgeschichte hat Veltzke in spannenden Häppchen in über 40 informativen Kapiteln von zwei bis vier Seiten aufbereitet. Die historischen Erzählungen ergänzen tiefer gehende Ausführungen unter „Aha“ und die Richtigstellung populärer Irrtümer, eine Überblickskarte über die Städte der Hanse, ihre Kontore und Niederlassungen in Europa sowie eine Chronik mit den wichtigsten Jahreszahlen (Zeitreise).Abschließen kann man die Lektüre – wie üblich in dieser Buchreihe – mit dem Quiz für Hanse-Experten.
Der Autor und das Buch
Die Hanse von Veit Veltzke im Klartext Verlag. Impressionen. Foto: Petra Grünendahl.. _______________________________________
Veit Veltzke ist promovierter Historiker, Germanist und ehemaliger Museumsleiter. Lange Jahre führte er das Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen in Minden und Wesel sowie das LVR Niederrheinmuseum in Wesel. Schon hier widmete er sich der Darstellung der faszinierenden Welt der Hanse und der Zusammenarbeit mit niederländischen Hansestädten. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher zur deutschen Geschichte und Kulturgeschichte. Von ihm hatte wir bereits das Buch „Preußen – Macht und Musen“ in der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ vorgestellt.
Das Buch „Die Hanse“ von Veit Veltzke ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 120-seitige informativ bebilderte Taschenbuch aus der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2630-1).
Der Verlag
Die Hanse von Veit Veltzke im Klartext Verlag. Impressionen. Foto: Petra Grünendahl.. _______________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Kunsterlebnisse zum Mitnehmen Von Petra Grünendahl
Petra Müller beim Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Das reizvolle an den Bildern sind die farblichen Variationen des jeweils mehrfach aufgebrachten Fotomotivs. Die Fotografin Petra Müller, die sonst eher für künstlerische Portraitaufnahmen bekannt ist, stellt hier neben Fotos von MSV-Spielern auch ihre graphischen Arbeiten aus Fotografien aus. Mauga Houba-Hausherr hat ihre Frauenfiguren (aus der Ausstellung „Frauen zeigen Gesicht“) erweitert: „Frauen erobern den Raum“ als Tuschezeichnungen, weilweise mit Acrylfarbe koloriert.
Mauga Houba-Hausherr beim Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Im Obergeschoss zeigt Cornelia Schweinoch-Kröning ihre Bilder: Hochdrucke aus Linolschnitt oder häufiger Vinylschnitt (ist weicher und besser zu bearbeiten) auf Frottage sowie Monotypien auf Gelatineplatten (Einzelstücke). Materialien für seine Skulpturen hole er sich auf Trödelmärkten oder auch schon mal vom Schrottplatz, erzählte Arno Bortz. Angetrieben über Scheibenwischermotoren und Wischerbügel bewegt sich seine Figur, um u. a. mit einer Kindergeige und dem Becken eines Schlagzeugs Musik zu machen. Der Trafo für den Antrieb ist im Fuß in einem ehemaligen Mikroskop-Kasten untergebracht.
Cornelia Schweinoch-Kröning beim Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Die Ausstellung „Kunstmarkt 24“ bietet zwischen 60 und 70 ausgewählten Künstlern aus Duisburg und der Umgebung die Möglichkeit, ihre überwiegend im Jahr 2024 entstandenen Arbeiten zu präsentieren. „Die cubus kunsthalle betrachtet den Verkauf von Kunstwerken als die beste Form der Künstlerförderung und dies hat sich mittlerweile über Jahre bewährt“, erklärte Dr. Claudia Schäfer, Chefin der cubus kunsthalle.
Arno Bortz beim Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Auf einer Fläche von etwa zwei Metern Breite und bei Raumhöhe von ca. drei Metern präsentieren die Künstler ihre Arbeiten. Um ein Kennenlernen zwischen Besuchern und Künstlern und den Austausch zu ermöglichen, sind Künstler auch an den Wochenenden anwesend. Die Ausstellung Kunstmarkt 24 wird am Freitag, 25. November, um 18:30 Uhr in Anwesenheit von Bürgermeisterin Edeltraut Klabuhn eröffnet und ist anschließend mittwochs bis sonntags, jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr, für Besucher geöffnet. An den Wochenenden werden zudem Workshops mit Kindern angeboten. Sonntags gibt es wieder frische Waffeln.
Kunstmarkt 2024
Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Quelle: cubus kunsthalle. ___________________________________________
Der Kunstmarkt findet seit ca. 25 Jahren jährlich statt und bietet einen umfassenden Überblick über das aktuelle künstlerische Schaffen in Duisburg. Die Werke reichen von Malerei, Grafik, Zeichnung und Fotografie bis hin zu Skulpturen und Plastiken. Aufgrund des begrenzten Platzes sind die Formate der Kunstwerke bewusst kleiner gehalten. Die Preise bewegen sich zwischen 50 und 500 Euro. Zu sehen sind die Werke der Duisburger Künstler bis zum 19. Januar 2025.
Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Das Konzept dieser Ausstellung unterscheidet sich von den üblichen Präsentationen: Hier können die verkauften Werke direkt nach Barzahlung vom Käufer mitgenommen werden. Die entstehenden Lücken in der Ausstellung werden vom jeweiligen Künstler mit neuen Arbeiten aufgefüllt. Dies lädt die Besucher dazu ein, mehrfach zur Ausstellung zu kommen, und führt idealerweise zu einer stetig wechselnden und dynamischen Präsentation bis zum Ende der Laufzeit. Ermöglicht wird die Ausstellung „Kunstmarkt 24“ in der cubus kunsthalle durch finanzielle Unterstützung der Stadt Duisburg, der Sparkasse Duisburg und von duisport.
Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Die beteiligten Künstler sind @ann.aloog, Anger Eleven, Ruth Bamberg, Bastellgruppe, Thomas Baumgärtel, Sigrid Beuting, Iris Bieschin, Jutta Biesemann, Stacy Blatt, Rainer Bonk, Ulla Bonn-Engler, Arno Bortz, Fabian Bos, Fee Brandenburg, Hans Brög, Klaus Brüggenwerth, Ina Buskens, Nacir Chemao, Udo Dziersk, Andrea Fehr, Fabian Freese, Karin Habermann, Michael Harder, Peter Hartinger, Mauga Houba-Hausherr, Friederike Huft, Lothar Janssen, Michael Kiefer, Eunjeong Kim, Heinz Josef Klaßen, Petra Klein,
Kunstmarkt 24 in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Evangelos Koukouwitakis, Hans-Georg Kraume, Günter Kühn, Reiner Langer, Wolf Diethard Lipka, Roger Löcherbach, Gerhard Losemann, Ralf Lüttmann, Naomi Matos, Ray Meller, K. Ulla Middendorf, Wolfgang Monno, Marco Morosin, Magdalena Morosini, Petra Müller, Noel B., @orovoid, Cyrus Overbeck, RABE, Aline Regese, Gianna Reich, Katrin Roth, Angelika Ruckdeschel, Ditmar Schädel, Heinz-Peter Schepp, Walter Schernstein, Angela Schmitz, Martin Schmitz, Gernot Schwarz, Angelika Schwedes, Cornelia Schweinoch-Kröning, Claudia Sper, Raph Spilles, Angelika Stienecke, Regine Strehlow-Lorenz, Conrad Stüven, Ralf Thiesen, Günter Thorn, Anne Thoss, Margot van Loosen, Hans-Jürgen Vorsatz, Ulrike Waltemathe, Heike Walter, Michael Werk, Andrea Wiessiolek, Heike Wirtz, Yusif Zakholy, Elke Zaksek, Zandra Zapsky, Ali Zülfikar.
Impressionen vom Kunstmarkt. Fotos: Petra Grünendahl
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cubus kunsthalle
cubus kunsthalle im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Die cubus kunsthalle liegt im Kant-Park in der Duisburger Innenstadt in der Nachbarschaft des Lehmbruck Museums, wo sie mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Konzerten, aber auch mit partizipativen Angeboten das Umfeld und die Duisburger Kunstlandschaft belebt. Gegründet hat die cubus kunsthalle die Duisburger Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schäfer 1987/88 als cubus galerie in Duissern, bevor sie 1994/95 mit Hilfe eines gemeinnützigen Fördervereins in das Gebäude des ehemaligen Niederrheinischen Museums der Stadt Duisburg in den Kant-Park zog. Die cubus kunsthalle finanziert sich durch Spenden zur Förderung von Kunst & Kultur, über Sponsorenleistungen und durch die Untervermietung des Café Museums. Neben Duisburger Künstlern zeigt die Kunsthalle internationale Künstler und stellt einmal jährlich eine Sammlung vor – und dies weitestgehend bei freiem Eintritt. Geöffnet hat die privat geführte Kunst- und Ausstellungshalle mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr. www.cubus-kunsthalle.de
Donald Trump gegen Kamal Harris:
Sind die USA noch nicht reif für eine Frau? Von Petra Grünendahl
Wahlsieger Donald Trump. Foto: Screenshot (MSNBC / Youtube). _________________________________________
Angst, Ablehnung und Hass haben gewonnen: Donald Trump hatte sie im Wahlkampf reichlich geschürt – gegen Immigranten, gegen LBGTQ, gegen die Presse (enemy of the people) und nicht zuletzt gegen die Demokraten und ihre Unterstützer (enemy from within). Wo Trump mit Parolen Wahlkampf machte, setzte seine Gegenkandidatin Kamala Harris auf politische Botschaften und Visionen, was sie für ihre Präsidentschaft plante. Trump ist Unterhalter und Marketing-Mann, der natürlich in erster Linie seine eigene Kompetenz preist: „Wir hatten die beste Wirtschaft, als ich Präsident war.“ Spritpreise waren niedriger, weil während Corona niemand tanken musste. Die Inflation ist wegen gestörter Lieferketten und dann wegen des Ukraine-Krieges gestiegen. Die Inflation ist seitdem auf ein Normalmaß gesunken, aber die weiterhin hohen Preise belasten Verbraucher natürlich. Und anstatt sinkende Kosten als Preissenkungen an die Kunden weiter zu geben, machen die großen Handelsunternehmen lieber Rekordgewinne. Das drückt auf die Stimmung der Verbraucher. Vor vier Jahren gab es das Phänomen, dass republikanische Wähler „down the ballot“ (unten auf dem Wahlzettel) republikanisch gewählt hatten, aber den Top-Spot (Präsident) frei gelassen hatten: Deswegen verlor Trump. Dieses Mal gab es wohl viele Wähler, die unten demokratisch gewählt hatten, aber oben Donald Trump. In den Vororten der Großstädte (suburban areas) hatte Kamala Harris Stimmanteile halten, aber nicht ausbauen können.
Wahlsieger Donald Trump. Foto: Screenshot (MSNBC / Youtube). _________________________________________
Nach 2016 ist die Welt am 6. November 2024 ein zweites Mal in einer ganz anderen Realität aufgewacht. Donald Trump wurde zum 47. Präsidenten der USA gewählt – mit Folgen nicht nur für Amerika, sondern auch für Europa und die Welt. Beim ersten Mal 2016 sah es noch wie eine unglückliche Verirrung aus, jetzt ist das anders. Wie konnte es dazu kommen? Trump hatte ungefähr die gleiche Anzahl an Stimmen wie 2020 (ca. 74 Mio.) für sich verbuchen können. Kamala Harris hatte mit über 69 Mio. Stimmen aber deutliche 12 Mio. Wähler weniger als Joe Biden. Viele Wähler schienen Kamala Harris ihren „Schwung“ in die Mitte – 2019 hatte sie sich als Präsidentschaftskandidat deutlich progressiver positioniert – nicht abgenommen zu haben: Bisherige weibliche Regierungschefs in anderen Ländern kamen aus konservativen Parteien. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt – trotz des Ansturms auf die frühen Wahlmöglichkeiten (Wahllokal, Briefwahl) – war lange nicht die Rekordbeteiligung, die man erwartet hatte. Sie war deutlich niedriger als noch 2020. Rund 100 Mio. mögliche Wähler hatten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht – und auch damit die Wahl mitentschieden. Auch viele Demokraten, die im Vorfeld der Wahl so enthusiastisch schienen, blieben zu Hause, während Trumps Wähler in Massen zu den Wahlurnen strömten. Trump hat die unterschiedlichen Begierden seiner Wähler angesprochen und ausgenutzt: Die Gier der Reichen nach Steuersenkungen und mehr Macht oder die Angst weißer Menschen vor der Veränderung der Demographien im Land – oder schlicht den Egoismus jedes einzelnen seiner Wähler. Das war ihnen wichtiger als seine Schwächen: Sein Charakter, seine autokratischen Vorlieben, seine laufenden Gerichtsprozesse oder auch seine straf- wie zivilrechtlichen Verurteilungen.
Wo stehen die Wähler?
Kamala Harris‘ offizielles Portrait 2021. Foto: Lawrence Jackson / Official White House Photographer. ________________________________
Ländliche Wähler sind seit seiner ersten Kandidatur mehrheitlich sehr enthusiastisch für Trump. Trump hat bei allen Demographien Stimmanteile dazu gewonnen außer bei Frauen mit Hochschulbildung. Er gewann mehr Stimmanteile von männlichen Latinos, aber nur unwesentlich mehr von schwarzen Männern. Die alte „demokratische“ Koalition zerfällt: Trump übertraf alle Erwartungen – besonders in kritischen Gegenden. Trotz der Unterstützung einiger Gewerkschaften gingen den Demokraten wie schon seit vielen Jahren die „Arbeiter“ (working class oder auch die working poor) laufen: Viele von ihnen fühlen sich vom „American Dream“ abgehängt und vergessen, sind nicht mehr gewerkschaftlich organisiert (haben damit keine Verhandlungsmacht) und machen aktuell die Demokraten für ihre schlechte Lage verantwortlich, weil diese gerade in der Regierung sind. Auch Schwarze oder Latinos haben mitunter Interessen, die sie in der Demokratischen Partei nicht ausreichend vertreten sehen. Ihre wirtschaftlichen Interessen zu vertreten, traute eine Mehrheit der Wähler eher den Republikanern zu, obwohl Statistiken eindeutig demokratischen Präsidenten eine erfolgreichere Wirtschaft bestätigen. Dass diese Wählergruppen sich ausgerechnet von einer Partei gut vertreten sehen, deren Kandidaten elitär und „establishment“ und allzu häufig Millionäre oder Milliardäre sind oder von diesen mit vielen Millionen gekauft werden (Milliardär Peter Thiel hatte dem nun künftigen Vizepräsidenten J. D. Vance den Senatssitz maßgeblich finanziert), grenzt schon an Ironie. Ebenso die Tatsache, dass es viele Stimmen für Abstimmungen (ballot measures) gab, die das Recht auf „Abtreibung“* (Pro Choice) in Bundesstaatsverfassungen verankern sollten, von Leuten, die dann aber für Trump stimmten, der sich immer noch damit brüstet, das bundesweite Recht auf „Abtreibung“* mit seinen Obersten Richtern (Supreme Court) nach 50 Jahren Gültigkeit gekippt zu haben.
Was unter Joe Biden und Kamala Harris alles schief laufe, hatte Trump unter anderem argumentiert mit offenen Grenzen unter Biden (obwohl er, Trump, deutlich mehr illegale Grenzübertritte hatte), mit zu hohen Preisen (die trotz sprudelnder Gewinne der Unternehmen nicht runter gehen), mit einem mehr an Kriminalität (was keine Statistik hergibt). Als Schlagworte und Parolen kam an, was einer Überprüfung nicht standgehalten hätte: Die Emotionen waren das Entscheidende! Donald Trump präsentierte sich den Wählern wieder einmal als die einzige Lösung für alle Probleme („I alone can fix it!“).
Warnungen vor Trump, Project 2025 und Agenda 47
Nach der US-Wahl: Symbole der Demokratie (hier die Freiheitsstatue) verzweifelt. Foto: Screenshot (Facebook). ________________________________________
Warnungen verhallten ungehört, was Trump mit Project 2025 (oder vielleicht auch mit dem auf Donald Trump zugeschnittenen, aber weitgehend ähnlichen Plan des America First Policy Institute, der Agenda 47) und mit seiner Vorliebe für autokratische Herrscher in einer zweiten Amtszeit mit den USA und der amerikanischen Demokratie anstellen könnte: Schließlich sei ja in den vier Jahren der ersten Trump-Präsidentschaft nicht wirklich was Schlimmes passiert, meinten die Wähler. Die schleichende Autokratie, die nun zu erwarten ist (man sollte Trump vielleicht beim Wort nehmen!), haben die Amerikaner mehrheitlich gewählt. Sie folgten Trumps Parolen von Anlehnung und Hass: Politische Argumente überzeugten sie nicht.
Donald Trumps toxisches und aggressives Vorbild von „Männlichkeit“ (oder was er dafür hält) – zielt auf einen besonderen Typ Mann. Und das sprach mehr Wähler an als die schwarze Frau. Angesprochen fühlten sich hier vor allem solche Menschen, die eine traditionelle Gesellschafts- und Familienstruktur zurück haben wollen: Nicht von den 1950ern, sondern eher von 1850, als nur weiße Männer Rechte hatten. Rassismus, Sexismus und Frauenhass sind wohl im Land noch immer tiefer verwurzelt als mancher angenommen hat: Trump machte massiv Wahlkampf damit, was immer mehr Wähler Willens sind zu tolerieren. Trump hatte Kamala Harris als Gefahr für die Demokratie bezeichnet, als dumm und unfähig, als „garbage“ (Müll). Sein Vize-Kandidat nannte sie „trash“ (Abfall). Das ist nur frauenfeindlich, respektlos und menschenverachtend. Alleine das hätte die beiden schon disqualifizieren müssen, aber Trumps Kult-Anhänger lieben sie dafür!
Die meisten Wähler finden sich wohl in einer Kultur von Vielfalt, Inklusion und Gleichheit und LBGTQ-Themen nicht wieder. Außerdem fanden sie die Demokraten zu elitär, obwohl man auch genau dieses von Republikanern und auch von Trump sagen kann. Da verfangen Trumps Parolen, die einfache Lösungen versprechen: Viele Millionen „Illegale“ deportieren oder Zölle einführen beispielsweise ernteten auf Trumps Wahlkampfveranstaltungen Jubel und Applaus. Dass beides die Wirtschaftsleistung senkt und die Preise erhöht, interessierte das Publikum nicht: Es klingt alles so einfach. Viele „Illegale“ sind aber essentielle Arbeiter, die der Wirtschaft fehlen würden. Und auch erst nach der Wahl stellten Menschen bei Google die Frage: Sind Zölle schlecht? Trump hatte ja schließlich versprochen, dass das exportierende Land die Zölle zahlen würde, nicht der amerikanische Verbraucher. Informierte Wähler sehen anders aus!
Harris hatte sich möglicherweise auch nicht genug von Biden distanziert und Trump damit Gelegenheit gegeben, die Wahl gegen sie zu einem Referendum über den Zustand nach vier Jahren Biden zu machen. Sie hatte folglich mit den schlechten Zustimmungswerten des Präsidenten (40 Prozent) zu kämpfen. Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass amtsinhabende Präsidentschaftskandidaten einen Stimmenanteil in Höhe ihrer Zustimmungsrate haben. Kamala Harris übertraf Joe Bidens Zustimmung mit ihren fast 48 Prozent der Stimmen immerhin deutlich, aber eben nicht ausreichend.
Rechte Stimmungsmache
Nach der US-Wahl: Symbole der Demokratie (hier Abraham Lincoln) verzweifelt. Foto: Screenshot (Facebook). ________________________________________
Desinformation und Fehlinformationen rechter Kreise in einer nie gekannten Fülle beeinflussten das Stimmungsbild. Viele Wähler haben nur in ihrer (zumeist rechten) Blase Informationen konsumiert statt in anderen, unabhängigen Quellen zu recherchieren. Eine Mitschuld haben die Medien, die Donald Trumps verlogene und faschistische Reden normalisiert sowie seinen schlechten Geistes- und Gesundheitszustand klein geredet hatten. Sie haben seinem falschen Populismus ein Forum gegeben und eher berichtet, wie schlecht die Wähler die Lage der Wirtschaft empfunden haben, nicht wie gut diese im weltweiten Vergleich tatsächlich ist. Dass die gute Wirtschaft nicht bei allen ankommt und man ihnen entsprechend glaubhaft eine Wirtschaftskrise einreden konnte (besonders auf rechten Medien wie Fox News), wurde den Demokraten zum Verhängnis. Die „Lage der Wirtschaft“ und die eigene Brieftasche waren für die Wähler entscheidend, nicht die abstrakte Gefahr eines Autokraten, der Allmacht und Vergeltung anstrebt. Die sinkende Inflation, niedrige Arbeitslosenzahlen und die Neuansiedlung im produzierenden Gewerbe, welches noch unter Trump seine Produktionen lieber ins Ausland verlagerte: Kein Thema, über das die Main-Stream-Medien (corporate media) berichtet hätten! Über Biden berichteten sie nichts Gutes, über Trump nichts Schlechtes, war er doch in seiner ersten Amtszeit ihre Gelddruckmaschine (Cash-cow).
Dazu kommt: „Die Rechten haben eine Propaganda-Maschine, die 24/7 ihre Meinungs- und Stimmungsmache raus haut“, sagte der politische Kommentator Brian Tyler Cohen. Die reicht von Fernsehsendern wie Fox News über diverse extrem rechte Podcasts (Joe Rogan, Tucker Carlson und viele andere) bis hin zu Twitter, welches im Besitz von Elon Musk und mit dem Namenswechsel zu X politisch zu einer Plattform für Hassparolen und Verschwörungstheorien geworden ist.
Überall auf der Welt seien nach Corona die Amtsinhaber von Wählern abgestraft und abgewählt worden, weil die Wähler sie für ihre schlechte wirtschaftliche Lage und höhere Preise verantwortlich machten, so der Kommentator. Davon habe in den USA Donald Trump profitiert. Und den Ruck nach Rechts sieht man auch in Europa.
Was sind die Auswirkungen?
Das haben Trumps Wähler nun zu erwarten. Foto: Screenshot (Twitter). ______________________________________
Zu den wichtigsten Punkten auf Donald Trumps politischer Agenda zählen: Steuersenkungen für die reichsten Amerikaner und für Unternehmen. Er will mehr Deregulierung (keine Auflagen mehr beispielsweise für Umweltschutz oder Arbeitssicherheit und Ölförderung und Fracking, was das Zeug hält). Bislang unpolitische administrative Stellen und Ämter zum Verbraucherschutz sollen abgebaut oder durch eigene politische Kräfte ersetzen werden. Hohe Priorität haben die Einführung von Zöllen auf importierte Güter sowie Deportation von Millionen von „Illegalen“: Also farbigen Menschen, die einen rechtmäßigen Aufenthalt nicht schnell genug nachweisen können: Amerika soll wieder weiß werden! Letzteres kann Trump beides über so genannte „Executive Orders“ schon am ersten Tag seiner Präsidentschaft anordnen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass Trump die finanzielle Unterstützung der Ukraine einstellt. Dass er aus der NATO austreten will, war schon in seiner ersten Amtszeit deutlich geworden. In einer zweiten Amtszeit hätte er dies durchziehen wollen, hatten damals Insider gesagt. Diese zweite Amtszeit beginnt nun am 20. Januar 2025.
Trump wird seine politischen Gegner inhaftieren und vor Gericht stellen lassen – und damit das tun, was er ihnen – zu Unrecht – unterstellt hatte. Also das, woran er in seiner ersten Amtszeit von seinen Justizministern gehindert worden war. Trumps Aussagen waren für kundige Beobachter nie etwas anderes als Projektionen dessen, was er selber tat oder tun wollte – und nun ohne weiteres umsetzen kann.
Project 2025 und Trumps Agenda 47
Und dann ist da noch Project 2025, das auf 920 Seiten einen Leitfaden für eine künftige republikanische Regierung enthält. Es kündigt Maßnahmen an, die zum Beispiel zu einem Verbot von „Abtreibung“* führen, eine Massen-Deportationen von vermeintlich „Illegalen“, Gesetze gegen LBGTQ oder solche, die vor allem Nicht-Weiße massiv benachteiligen, sowie weitere anti-demokratische Maßnahmen, die sich teilweise sogar an Kongress und Supreme Court vorbei realisieren lassen. Um „Abtreibung“* landesweit zu verbieten, braucht es nicht einmal ein Urteil des Supreme Court, das sie für verfassungswidrig erklärt. Es reicht, ein Gesetz von 1873 (Comstock Act) durchzusetzen, das den Versand von erotischen Schriften, Verhütungsmitteln und Medikamenten verbietet, die (statt eines chirugischen Eingriffs) zur medikamentösen „Abtreibung“* genutzt werden. Oder die Food and Drug Administration (FDA) zieht die Genehmigung von Mifepristone und ähnlichen Mitteln zur medikamentösen „Abtreibung“* zurück.
Inwieweit ein Autokrat pro-demokratische Kräfte zulässt statt sie zu verfolgen und wegzusperren, muss sich erst noch zeigen. Wie wehrhaft die amerikanische Demokratie ist, deren Gründer nicht damit rechnen konnten, dass verurteilter Straftäter und jemand, der einen Aufstand gegen den Regierungswechsel 2020 angezettelt hatte, erneut kandidieren könnte und gewinnen würde. Trump wird nicht nur politische, sondern auch administrative Posten mit Loyalisten besetzen, die fachlich nicht unbedingt Ahnung haben, aber seine Politik durchsetzen würden. Wie viele der republikanische Marionetten im Kongress und in den Regierungen der Bundesstaaten werden Trumps Treiben unterstützen und damit der amerikanischen Demokratie den Todesstoß versetzen? Mit rechten Mehrheiten in Kongress und Supreme Court sind die verfassungsmäßigen „Checks and Balances“ außer Kraft gesetzt. Es gilt nur noch: Party over Country!
Und jetzt?
Das haben Trumps Wähler nun zu erwarten: Milliardär und Unternehmer Marc Cuban auf Twitter. Foto: Screenshot (Twitter). ______________________________________
Was passiert, wenn die Wähler merken, dass Trump ihre Erwartungen nicht erfüllen kann? Oder wenn er genau das wahr macht, was er im Wahlkampf versprochen hat? Zölle oder Deportationen kann der Präsident über so genannte „Executive Orders“ bestimmen. Dafür braucht er keinen Kongress, der vermutlich in beiden Häusern republikanisch kontrolliert sein wird (beim Repräsentantenhaus sind allerdings noch nicht alle Stimmen ausgezählt, aber man sollte hier nicht auf eine Demokratische Übernahme hoffen). Wobei auch der Kongress – republikanisch kontrolliert – keine Hürde für Trumps Agenda 47 sein dürfte. Widerstand dürfte es aus republikanischen Reihen dort nicht geben – und die Demokraten sind in der Minderheit.
Die Inflation bewegt sich zum Ende von Joe Bidens Amtszeit auf Normalniveau. Das insgesamt immer noch hohe Preisniveau ist mehr den Handelunternehmen geschuldet, die auf Kosten der Verbraucher Rekordgewinne einfahren. Ansonsten brummt die Wirtschaft: Das Wachstum des Bruttosozialprodukts (BSP) liegt bei 3 Prozent – über dem Niveau in Trumps erster Amtszeit vor Corona. Trump erbt (wie zuvor schon von Barack Obama) eine florierende Wirtschaft. Die zu erwartenden steigenden Preise und Brüche in essentiellen Wirtschaftszweigen (insbesondere Tourismus, Pflege, Lebensmittelverarbeitung und Landwirtschaft), die sinkendes BSP und weitere Preissteigerungen zur Folge haben, gehen dann auf Trumps Konto. Erste Unternehmen kündigen jetzt schon Preissteigerungen an wegen der zu erwartenden Zölle. Gegenzölle und der Verlust von Geschäft (Export) für die amerikanische Wirtschaft sind da noch gar nicht eingepreist.
„Soon the people who care so much about him will realize, that he doesn’t care about them“, kommentierte Comedian Jimmy Kimmel„I don’t care about you. I just want your vote!”, hatte Trump im Wahlkampf verkündet. Es ist zu vermuten, dass die Trump-Wähler gar nicht wissen, worauf sie sich mit ihm einlassen, weil sie größtenteils politisch „uninformiert“ sind und seine populärsten Wahlkampfparolen gar nicht verstanden haben. Viel soll in den Tagen vor der Wahl gegoogelt worden sein, ob Joe Biden noch im Rennen ist. Oder nach der Wahl, ob man seine Stimme noch ändern könne. Das spricht nicht für eine interessierte und vor allem nicht für eine informierte Wählerschaft, die die Basis für eine solide Demokratie ist. Das einzig Gute sei, dass er 2028 nicht noch einmal kandidieren könne, sagte Kimmel. Falls Trump nicht sein Versprechen wahrmacht: „Wenn ihr jetzt mich wählt, dann braucht ihr nie wieder zu wählen!“ Dass Donald Trump die Verfassung oder Teile davon abschaffen will, war ebenfalls bereits häufiger (auch schon in seiner ersten Amtszeit) von ihm zu hören.
Amerikas Versprechen und die Zukunft
Amerikas Zukunft. Foto: Screenshot (Twitter). ____________________________________________
Auf dem Weg, die Versprechungen der Unabhängigkeitserklärung wirklich für alle Menschen in den USA zu erfüllen (was bis heute nicht gelungen ist), ist diese Wahl jedenfalls ein herber Rückschlag. Aber so schwer es nach dieser Niederlage jetzt fällt: Widerstand regt sich bereits überall dort, wo Demokraten Mehrheiten haben – in den Bundesstaaten, wo Gouverneure ihre Bevölkerung vor Abtreibungsverboten* und vor Deportationen, die Familien mit gemischtem Status zerreißen werden, schützen wollen. Ebenso gibt es viele Bürgerinitiativen, die das Versprechen Amerikas als „Shining City on the Hill“ verteidigen wollen.
Wie viele andere auch warnt MSNBC-Host Rachel Maddow vor den Folgen der Wahl. Was für die Zukunft der Demokratie in den USA nötig ist, hat sie in einem Kommentar zur Wahl zusammengefasst (sehr interessanter Beitrag in Englisch):
*) Die ganz normale Gesundheitsversorgung zum Beispiel bei Bauchhöhlen-Schwangerschaften oder Fehlgeburten (eine so genannte Ausschabung) gilt in den USA rechtlich als „Abtreibung“. Hier wird in Staaten mit Abreibungsverbot erst behandelt, wenn die Ärzte der Meinung sind, die werdende Mutter stirbt. Viele Schwangere überleben das nicht oder sind nach einem viel zu späten Eingriff in einem anderen Staat dann unfruchtbar, weil die Fortpflanzungsorgane dauerhaft geschädigt sind. Auch nicht lebensfähige Föten müssen jetzt in vielen Bundesstaaten ausgetragen werden, wo Eltern ihre Neugeborenen dann kurz nach der Geburt elendiglich verrecken sehen.
Gezeichnete Geschichten vom Heiligen Hieronymus Von Petra Grünendahl
Siegfried Anzinger mit Geronimo im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
„Ich kann mit dicken Farben nicht umgehen”, erklärte Siegfried Anzinger (*1953) die helle Leimfarbe seiner Leinwände. Auch seine Zeichnungen zeichnen sich durch eher gedeckte „Farben“ aus, die beim einen oder anderen Bild mit Tusche oder weichem Bleistift dunkel akzentuiert sind. Siegfried Anzingers „Geronimo“-Zyklus ist eine Auseinandersetzung mit dem Heiligen Hieronymus (italisierend: Geronimo), einem der bedeutendsten lateinischen Kirchenväter, der im 4./5. Jahrhundert als rigoroser Asket lebte. Wortgewaltig und rhetorisch brillant brachte er mit seiner Bibelübersetzung, der Vulgata, Gottes Wort unter das einfache Volk. Anzinger erzählt in „Geronimo“ Geschichten des herausragenden Gelehrten und sprachlichen Genies. „Das Eigene der Malerei ist für mich die Umsetzung, nicht das Motiv“, so der Künstler. Fiktion und Realität, Materialität und Immaterialität durchdringen seine Werke. Unterschiedliche Szenen und Ereignisse werden skizziert, interpretiert und teilweise phantasievoll ergänzt: Der Heilige Mann mit dem (zahmen) Löwen, mit Kruzifix, manche mit dem Gekreuzigten und immer wieder auch verschleierte Nomadinnen durchziehen wie rote Fäden die Bilder.
Walter Smerling (r.) und Siegfried Anzinger (l.) mit Geronimo im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zeigt in Kooperation mit dem Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König über 100 Arbeiten aus dem Werkzyklus „Geronimo“ von Siegfried Anzinger. Museumsdirektor Walter Smerling stellte die Ausstellung gemeinsam mit dem Künstler vor. Den Geronimo-Zyklus hatte Anzinger in den vergangenen zwei Jahren geschaffen: Zu sehen sind hier 104 Zeichnungen auf Papier in Bleistift, Tusche, Buntstift und/oder Rötel sowie 18 Leinwände in Leimfarbe. Diese stellen eine Auswahl dar aus insgesamt 800 Zeichnungen und 200 Leinwänden, die der Künstler geschaffen hatte. Die 104 Zeichnungen stammen aus der Kunstsammlung vom MKM-Sponsor National-Bank, die auch diese Schau finanziell unterstützen. Die Leinwände stammen direkt aus dem Atelier des Künstlers. Die Ausstellung ist gestern Abend eröffnet worden und ist nun für das Publikum zugänglich.
Die Künstler und der Katalog
Siegfried Anzinger im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Der 1953 in Österreich geborene Siegfried Anzinger gehört zur Generation der „Neuen Wilden“, die Anfang der 1980er Jahre europaweit für Aufsehen sorgte. Nach seinem Umzug nach Köln nahm er 1982 an der documenta 7 in Kassel teil und ist seither eng mit der Region verbunden. Ab 1997 war Anzinger 25 Jahre lang Professor für Malerei und Graphik an der Kunstakademie Düsseldorf. Heute lebt und arbeitet er sowohl in Köln als auch in Wien. https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Anzinger
Siegfried Anzinger mit Geronimo im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Zur Ausstellung erscheint ein 224-seitiger Katalog in deutscher und englischer Sprache im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König mit einem Vorwort von Walter Smerling, einem Geleitwort von Thomas A. Lange (National-Bank) sowie einer Einführung von Dieter Koepplin, ergänzt durch zahlreiche Farbabbildungen. Der Katalog ist für 45 Euro im Museumsshop erhältlich (ISBN 978-3-7533-0699-5).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Siegfried Anzinger ist mit seinem Geronimo-Zyklus im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus bis zum 30. März 2025 zu sehen, die Ausstellung „Vida y Muerte“ von Miquel Barceló noch bis zum 19. Januar 2025 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Siegfried Anzinger mit Geronimo im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst
Siegfried Anzinger mit Geronimo im MKM. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.
Abstraktionen des menschlichen Körpers Von Petra Grünendahl
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Als der englische Bildhauer und Zeichner Henry Moore (1898–1986) im Frühjahr 1965 das Lehmbruck Museum besuchte besuchte, war er begeistert. Der gläserne Neubau im Kantpark war damals das erst im Vorjahr neu eröffnete erste Museum moderner Skulptur in Europa. Henry Moore sicherte dem Lehmbruck Museum je ein Blatt all seiner künftig entstehenden Grafiken zu – mit einer Widmung „For Duisburg“. Diese Arbeiten bekam das Museum entweder geschenkt oder zu einem moderaten „Freundschaftspreis“ verkauft. Moore würdigte das Museum damit als eine „bemerkenswerte Errungenschaft“ und legte den Grundstein für eine der weltweit größten Sammlungen seines grafischen Werks, die heute 470 graphische Werke des Künstlers umfasst. Seine Grafiken stellen weniger einen „Bauplan“ für seine Skulpturen dar, sondern eruieren als eigenständige Kunstwerke die Möglichkeiten und Erscheinungen von Plastik im Raum. Der englische Bildhauer abstrahierte menschliche Körper und organische Strukturen und prägte mit seinen monumentalen Skulpturen die Kunst weltweit. In Deutschland wurde Moore einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als der erste Hausherr des Bonner Bundeskanzleramts, Helmut Schmidt, 1979 auf dem Vorplatz seine Groß-Skulptur „Large Two Forms“ aufstellen ließ.
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Mit „Henry Moore – For Duisburg“ in nun die zweite Ausstellung zum 60. Jubiläum des Lehmbruck Museums zu sehen. Nina Hülsmeier, Stellvertretende Direktorin des Lehmbruck Museums, stellte die Sonderschau zusammen mit Kulturdezernentin Linda Wagner und Kuratorin Sarah Louisa Henn vor. „Die Ausstellung ‚Henry Moore – For Duisburg’ ist eine Hommage, eine Ehrerweisung des Bildhauers Henry Moore an die Stadt Duisburg und an ihre Entscheidung, mit dem Lehmbruck Museum ein bedeutendes europäisches Museum für die internationale Skulptur zu erbauen. Das Jubiläumsjahr ist genau der richtige Zeitpunkt, um den Reichtum dieser Sammlung in einer umfassenden Ausstellung öffentlich zu präsentieren und unsererseits zu würdigen“, so Linda Wagner. Das Museum zeigt neben einer repräsentativen Auswahl der graphischen Arbeiten Helmut Schmidt (35 Lithografien, 31 Radierungen, 5 Zeichnungen) zehn ausgewählte exemplarische Skulpturen aus Moores Schaffen, die größtenteils als Leihgaben von namhaften Museen stammen. Neben einer eigenen Skulptur in dieser Schau besitzt das Lehmbruck Museum zwei weitere Skulpturen von Henry Moore, die im Skulpturenhof zu sehen sind. Die Sonderausstellung ist im Wechselausstellungsraum des Erweiterungsbaus zu sehen und wird heute Abend offiziell eröffnet.
Henry Moore war ein englischer Bildhauer und Zeichner, der für seine großen, abstrakten Skulpturen bekannt ist, die weltweit ausgestellt sind. Die Arbeiten sind oft Abstraktionen des menschlichen Körpers, typischerweise als „Mutter und Kind“ oder als „ruhende Figur“.
Henry Moore (*30. Juli 1898 in Castleford, Yorkshire) wuchs als siebtes von acht Kindern in einer Bergarbeiterfamilie auf und entwickelte schon früh ein Interesse an Kunst. Er erhielt ein Stipendium, das ihm ermöglichte, die höhere Schule zu besuchen. Nach seinem Dienst im Ersten Weltkrieg begann er 1919 ein Studium der Bildhauerei am Leeds College of Art, das er ab 1921 am renommierten Royal College of Art in London fortsetzte.
1922 reiste Moore zum ersten Mal nach Paris. In dieser Zeit fertigte er seine erste Mutter-Kind-Skulptur an – ein Thema, das er immer wieder aufgreifen wird. 1929 begann er mit der Arbeit an seinen Liegenden Figuren, einem weiteren zentralen Motiv seines Gesamtwerks. 1930 erlebte Moore seinen ersten internationalen Erfolg, als er gemeinsam mit Kollegen den britischen Pavillon auf der 17. Biennale in Venedig bespielte. 1932 übernahm er die Leitung des Fachbereichs Bildhauerei an der Chelsea School of Art in London. In dieser Zeit schloss er sich der avantgardistischen Künstlergruppe Unit One an, zu der auch Barbara Hepworth gehörte.
Henry Moore 1975 in Italien. Foto: Werner J. Hannappel. _________________________________
Moores Schaffen wurde durch die politischen Umstände seiner Zeit geprägt: Während des Zweiten Weltkriegs besuchte er die als Luftschutzbunker dienenden Londoner U-Bahn-Stationen und hielt die Eindrücke in seinen Shelter Drawings (Bunkerzeichnungen, 1940-41) fest. Sie verhalfen ihm zu großer internationaler Anerkennung und veranlassten das War Artists‘ Advisory Committee, Henry Moore zum offiziellen Kriegskünstler zu ernennen.
1948 erhielt Moore den internationalen Preis für Skulptur auf der 24. Biennale von Venedig. In den folgenden Jahren nahm er an bedeutenden internationalen Ausstellungen teil, darunter die erste documenta in Kassel 1955. 1977 wurde Moore vom deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt beauftragt, eine große Skulptur für das Bundeskanzleramt in Bonn zu fertigen. Seine „Large Two Forms“ wurden schließlich 1979 vor dem Bundeskanzleramt aufgestellt.
1977 gründete Moore die Henry Moore Foundation, die sich bis heute der Förderung der bildenden Kunst widmet. Seine Skulpturen und grafischen Werke waren zu der Zeit bereits weltweit in zahlreichen Museen und Ausstellungen zu sehen, darunter im Lehmbruck Museum in Duisburg, das drei seiner Skulpturen und eine der weltweit größten Sammlungen seines grafischen Werks beheimatet. 1974 widmete das Lehmbruck Museum Henry Moore eine große Einzelausstellung.
Henry Moore starb am 31. August 1986 in Much Hadham, Hertfordshire, England. https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Moore
Impressionen aus der Ausstellung.
Fotos: Petra Grünendahl
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Das Lehmbruck Museum
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet. www.lehmbruckmuseum.de
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Die Ausstellung „Henry Moore – For Duisburg“ ist bis zum 19. Januar 2025 zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Henry Moore – For Duisburg im Lehmbruck Museum: Impressionen. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________________
Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu Henry Moore sind dies beispielsweise die plastikBAR – Kunst & Stulle (am Donnerstag, 7. November, 17.30 Uhr, mit Sarah Louisa Henn, Kuratorin), Kuratorenführungen (Sonntag, 10. November 2024, 14 Uhr, mit Sarah Louisa Henn, Kuratorin und Sonntag, 1. Dezember 2024, 14 Uhr, mit Luca Lienemann, kuratorischer Assistent), Gedichte von Wystan Hugh Auden, gelesen von Rupert Seidl (Sonntag, 1. Dezember 2024, 15.30 Uhr) und der „Familientag: Weihnachten mit Henry Moore“ (Sonntag, 8. Dezember 2024, 11 bis 17 Uhr) mit Führungen und Workshops in weihnachtlichem Ambiente. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.
Tevje, der Milchmann (Andreas Bittl), lebt mit seiner Frau Golde (Susan Maclean) und seinen fünf Töchtern im Dorf Anatevka. Er glaubt fest an Gott und an die Tradition. Dieser Tradition folgend sucht die Heiratsvermittlerin Jente (Morenike Fadayomi) für seine älteste Tochter Zeitel (Julia Danz) einen passenden Ehemann: Sie schlägt den reichen Fleischer Lazar Wolf (Rolf A. Scheider) vor, dem Tevje zustimmt. Allerdings will das Mädchen sich nicht einfach so verkuppeln lassen, da es in den armen Schneider Mottel (Roman Hoza) verliebt ist.
Nur mit viel gutem Zureden ist Tevje bereit, mit der Tradition zu brechen, die Wahl seiner Tochter zu akzeptieren und der Heirat zuzustimmen. Auch als Tochter Hodel (Kimberley Boettger-Soller) sich in Perchik (Florian Simson), den Hauslehrer ihrer beiden jüngeren Schwestern Sprintze (Klara Perbix) und Bielke (Frida Perbix), verliebt und Anspruch auf eine eigene Entscheidung erhebt, gibt Tevje nach. Der Wachtmeister des Schtetls (Stefan Stechmann), warnt Tevje, dass Pogrome gegen jüdische Bürger bevorstehen.
Anna Sophia Theil (Zeitel), Roman Hoza (Mottel), Ensemble, Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then. ___________________________________
Auf Zeitels Hochzeitsfeier stürmt der Wachtmeister den Saal mit seinen Schergen, die alles kurz und klein hauen. Er hatte Befehl von „oben“. Die dritte Tochter Chava (Mara Guseynova) verliebt sich in den nicht-jüdischen Russen Fedja (Valentin Ruckebier): Als die beiden gegen Tevjes Willen heiraten, verstößt er seine Tochter. Hodel verlässt Anatevka und folgt dem inzwischen verurteilten Perchik nach Sibirien. Und schließlich verkündet der Wachtmeister den Juden von Anatevka, dass sie binnen drei Tages das Dorf verlassen müssten. Widerstand sei zwecklos! Die jüdische Dorfgemeinschaft ebenso wie Tevjes Familie werden auseinander gerissen und in alle Winde in eine ungewisse Zukunft geschickt.
Ein restlos begeistertes Publikum im ausverkauften Theater Duisburg sah Felix Seilers Opern-Inszenierung des Musicals „Anatevka“: Die jüdische Familiengeschichte spielt im Westen des zaristischen Russlands, in einem Korridor vom heutigen Polen über Weißrussland bis in die heutige Ukraine, in dem Juden sich hatten ansiedeln dürfen. Die Zeiten stehen 1905 allerdings auf Wandel: Nicht nur gibt es revolutionäre erste Stimmen im Volk gegen Adel und Zar, auch gegen die Juden wird Stimmung gemacht.
Das Musical (Originaltitel: „Fiddler on the Roof“) stammt von jüdischen Amerikanern: Mit Musik von Jerry Bock zu einem Buch von Joseph Stein mit Gesangstexten von Sheldon Harnick basiert es auf auf „Tewje, der Milchmann“ von Scholem Alejchem. Es feierte seine Premiere 1964 im Imperial Theatre am Broadway. Produziert wurde das Musical für die Bühne in New York von Harold Prince, die Original-Bühnenproduktion in New York inszenierte und choreografierte Jerome Robbins. Für diese Inszenierung von Felix Seiler choreographierte Danny Costello die Tanzszenen neu. Gesungen wird in deutscher Sprache (in der Übersetzung von Rolf Merz und Gerhard Hagen). Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Empfohlen ist das ca. 3¼-stündige Stück (inkl. Pause) ab 12 Jahren.
Szenenapplaus belohnte eine hochklassige Inszeniertung
Es dominieren die lebensfrohen Töne und eine ausgelassene Stimmung in der jüdischen Gemeinschaft, bis sich mit der Störung der Hochzeitsfeierlichkeiten eine Schwere und Melancholie in das Dorfleben schiebt, die mit der Vertreibung der Juden aus ihrer Heimat ihr trauriges Finale erreicht. Allerdings ist die Geschichte vom Wandel und Loslassen alter Traditionen nicht jüdisch, sondern vor allem eins: menschlich und universal gültig. Ein Japaner habe den Songtexter Sheldon Harnick mal gefragt, ob die Amerikaner das Stück überhaupt verstehen würden, verriet Dramaturgin Juliane Schunke in der Einführung: Es sei so japanisch!
Das durchkomponierte Stück mit vielen Szenen- und Bilderwechseln erntete – ob seiner herausragenden Akteure völlig zu Recht – reichlich Szenenapplaus. Das Musical lebt nicht nur vom hervorragenden Gesang, sondern auch von den schauspielerischen Qualitäten der Akteure, die ihre Charaktere zum Leben erweckten. Acht Tänzer (Choreografie Danny Costello) verstärkten die ausgelassene Lebensfreude der Handlung. Der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Patrick Francis Chestnut unterstützt die singenden Akteure vokal.
Die herausragenden Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Katharina Müllner zeigen sich auch mit der lebhaften Musical-Komposition, die ein bisschen an die klassische jüdische Volksmusik (Klezmer) anknüpft, ganz in ihrem Element. Dass diese Broadway-Komposition mittlerweile in die Klezmer-Musik zurück gefunden und diese beeinflusst hat, wusste die Dramaturgin interessierten Besuchern zu vermitteln. Die schlichte Bühnengestaltung mit weißen Tüchern von Nikolaus Webern erleichtert die schnellen Szenenwechsel mit wechselndem „Mobiliar“, das in Sekundenschnelle auf die Bühne und wieder runter geschoben wurde, um Häuser und Räume der jeweiligen Handlung darzustellen. Ins rechte Licht setzte Volker Weinhart die Szenerie. Die zeitgenössischen Kostüme entwarf Sarah Rolke.
Do | 31. Oktober 2024 | 19:30 Uhr (Restkarten),
Sa | 9. November 2024 | 19:30 Uhr (Restkarten),
S4 | 24. November 2024 | 15:00 Uhr (ausverkauft!*) und
Sp | 1. Dezember 2024 | 18:30 Uhr (Restkarten). *) evtl. gibt es noch Restkarten an der Abendkasse (keine Garantie)
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein. www.operamrhein.de
Tickets kosten zwischen 19,00 und 78,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen wie zum Beispiel zur Familienkarte* findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.
*) Mit der Familienkarte kostet der Eintritt 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied.
Wandern zwischen Zeitzeugen der Industrialisierung Von Petra Grünendahl
Wanderglück Ruhrgebiet – Zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Wandern im Ruhrgebiet kann auch durch Landschaft und Wälder gehen, zeichnet sich aber häufiger dadurch aus, urbane Strukturen vorbei an Zeugen von Industrialisierung und Strukturwandel zu erkunden. Einige dieser Zeitzeugen sind heute Museen und bereiten die Industriegeschichte erlebbar auf. Andere Standorte sind anderweitig nachgenutzt. Die Zechen Fürst Leopold (Dorsten), Hannover (Bochum), Nachtigall (Muttental / Witten), Zollern (Dortmund) und einige spannende Zechen mehr mit ungewöhnlichen Fördergerüst/-turm-Architekturen, die Kokerei Hansa (Dortmund), die ehemaligen Hütten- und Stahlstandorte wie die Henrichshütte (Hattingen), der Bochumer Verein und Phoenix (Dortmund) oder auch das Schiffshebewerk von 1899 in Henrichenburg, das Pumpspeicherkraftwerk Hengsteysee (Herdecke) und die Lindenbrauerei in Unna sind die wohl bekanntesten Wegemarken an den Wanderstrecken: Zugpferde der Industriekultur kombiniert mit kleineren Schätzen der Region. Sie sind die Landmarken auf Pfaden, die noch weitaus mehr zu bieten haben, wenn man so ein wenig Einblicke in die Geschichte des Ruhrgebiets bekommen will. Dazwischen: Viel Grün, durch das sich das alles ganz herrlich erwandern lässt.
Wanderglück Ruhrgebiet – Zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Mit dem zweiten Band von „Wanderglück Industriekultur“ führen die Autoren Patrick Bierther und Kay Gropp den Leser zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet. Dafür haben sie 14 Touren konzipiert, die sie hier auf zumeist 10 bis 12 Seiten vorstellen. Der Einleitung mit ein paar grundlegenden Informationen folgen detaillierte Beschreibungen der Routen mit Wissenswertem zu ihren Sehenswürdigkeiten (Am Weg) und Abstechern (Abstecher und Info) sowie Gastronomietipps an der Strecke (mit Webadresse). Den Abschluss bildet jeweils eine Übersichtskarte über die Streckenführung mit Verortung von Sehenswertem. Die Wanderrouten sind mit zwischen 8,9 und 15,4 Kilometern überschaubar lang und in drei bis fünf Stunden zu absolvieren. Die Zeiten sind Orientierungswerte für durchschnittlich Trainierte und reine Wegezeiten: Wer also noch ein wenig gucken will, muss mehr Zeit einplanen. Steigungen (Höhenunterschiede) sind nicht angegeben, obwohl sich die Strecken hier an Schwierigkeit unterscheiden, zumal es ja schon auf und über Landschaftsbauwerke oder Halden geht, was für Ungeübte oder mäßig Trainierte eine Herausforderung werden kann. Alle Touren sind als Rundkurse konzipiert: Man kommt also dort wieder an, wo man gestartet ist. Angaben zu Start-/Zielort mit Adresse und Parkplätzen, Hinweise zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Wegbeschaffenheit (Asphalt, befestigte Wege, Schotter, naturbelassen, Treppen) und Abkürzungsmöglichkeiten runden die Tourenbeschreibung ab. GPX-Daten erleichtern das Folgen der Routen mit Hilfe eines Smartphones.
Die Autoren und das Buch
Wanderglück Ruhrgebiet – Zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Patrick Bierther weiß, wovon er schreibt: Er ist in Essen-Werden geboren und aufgewachsen und nach 25 Jahren wieder dorthin zurückgekehrt, mit einem Blick auf die Basilika und um einen viel zu großen Garten zu pflegen. Dazwischen liegen ein Studium in Berlin, ein Redaktionsvolontariat, 20 Bücher, viele, viele Artikel – und zwei Jahre auf Zechen (Zollverein und Nordstern), freilich nicht als Bergmann, sondern als Öffentlichkeitsarbeiter unter anderem für die Bundesgartenschau. Den ersten Band von „Wanderglück Industriekultur“ mit Strecken im westlichen Ruhrgebiet findet man hier . Vom Patrick Bierther hatten wir zudem bereits die Bücher Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet und „Blühende Oasen – Ausflüge zu Parks und Gärten im Ruhrgebiet“ vorgestellt.
Kay Gropp wurde in Sichtweite von Schacht Kronprinz in Essen geboren. Fünf Jahre später starteten seine Eltern seine Wanderlaufbahn. Nach einem Studium der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum war er unter anderem Reporter bei Radio Essen und beim WDR. Dem Ruhrgebiet ist er treu geblieben: Er lebt in einer Zechensiedlung. Zuletzt war er 25 Jahre lang Pressereferenz der Universität Witten/Herdecke.
Wanderglück Ruhrgebiet – Zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Das Buch „Wanderglück Industriekultur – Zu Fuß durchs öestliche Ruhrgebiet“ von Patrick Bierther und Kay Gropp ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige reich und informativ bebilderte Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien unterschiedlichster Fotografen (auch ein paar von Patrick Bierther) sowie von Bildagenturen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2578-6).
Der Verlag
Wanderglück Ruhrgebiet – Zu Fuß durchs östliche Ruhrgebiet im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet
fordern „Wirtschaft-first-Strategie“ Von Petra Grünendahl
Die Krisenstimmung der Unternehmen im Ruhrgebiet stellten (v. l.) Kerstin Groß, Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Essen, Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK und Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, vor. Foto: Gruppe C Photography / Niederrheinische IHK. ______________________________
„Schon seit Jahresbeginn ist die Lage angespannt und es geht weiter bergab. Wir sind angeschossen: Unsere Unternehmen hängen in der Rezession fest und sind verunsichert“, erklärte Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK, in diesem Jahr Sprecher der IHKs im Ruhrgebiet. „Die Zahlen kann man nicht schönreden. Der Wirtschaft helfen keine politischen Lippenbekenntnisse, wir Unternehmer brauchen jetzt einen Wachstumsturbo aus Berlin“, forderte er. Den Entlastungspaketen der Bundesregierung fehle die Kraft. Die USA machten vor, wie es geht: Sie förderten Innovationen. „Zu viel Bürokratie, teure Energie und hohe Steuern schrecken ab. Viele fragen sich berechtigt: Warum soll ich in Deutschland investieren?“, so der IHK-Präsident. Und das täten Unternehmen immer weniger: Geld wird lieber im Ausland investiert – die Deindustrialisierung hat längst begonnen. „Geld, was ins Ausland geflossen ist, ist für Deutschland verloren und kommt nicht zurück“, sagte Schaurte-Küppers. „Seit mehr als 15 Jahren haben wir im Ruhrgebiet keine so lang an- haltend schlechten Umfragewerte beobachtet. Ja, vereinzelt, zur Coronazeit. Und als Folge des Energieschocks zu Beginn des Krieges in der Ukraine. Aber diese Krisen hatten einen externen Auslöser. Unsere Wirtschaft hat sich in beiden Fällen schnell gefangen und wieder Tritt gefasst. Das sehen wir derzeit nicht. Diese Krise ist anders. Sie ist struktureller Natur“, erklärte Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger.
Ruhrlagebericht der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet. Foto: Titelbild. _________________________________________
Bei der Niederrheinischen IHK in Duisburg stellten IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers, Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und Kerstin Groß, Hauptgeschäftführerin der IHK zu Essen, den 113. Ruhrlagebericht (Herbst 2024) im Pressegespräch vor. Die Stimmung der Wirtschaft im Ruhrgebiet ist mies, bilanzierten sie: Der IHK-Konjunkturklimaindex verharrt zum dritten Mal in Folge auf einem niedrigen Wert, aktuell bei 94 Punkten. Der Durchschnittswert der letzten zehn Jahre liegt bei 113 Punkten. Ähnlich sieht die Lage auch NRW-weit aus. Viele Betriebe sehen sich ausgebremst: Die politischen Rahmenbedingen passten nicht mehr in die Zeit, kritisierten 57 Prozent der Befragten. Die Ruhr-IHKs fordern deshalb eine „Wirtschaft- first-Strategie“: Gesetze müssten sich an die Bedürfnisse der Wirtschaft anpassen, so Schaurte-Küppers. „Wir vertreten unsere Unternehmen und müssen ihre Stimme sein.“ Die Industrieregion brauche mehr Gewerbeflächen und bezahlbare Energie. Auch Steuern und Abgaben müssten runter, so die Forderung der Interessenvertreter. Duisburg und Essen wollen die Gewerbesteuer senken: Eine kleine, aber konkrete Wirtschaftshilfe, lobten die IHKs. Gleichzeitig müsse das Ruhrgebiet mobil bleiben. „Bürokratie und lange Planung bremsen. Wir brauchen mehr Beispiele wie die Schlachthofbrücke in Bochum. Hier soll der Verkehr nach 15 Wochen Bauzeit wieder rollen. Bei der Uerdinger Brücke sind es selbst im besten Fall 13 Jahre. Viel zu lange“, kritisierte IHK-Präsident Schaurte-Küppers.
Fachkräfte halten, Integration fördern
Geschäftslage und Erwartungen nach Wirtschaftsbereichen. Infografik: Niederrheinische IHK. _________________________________
Im Ruhrgebiet kommen Menschen aus aller Welt zusammen. Das sei eine Stärke, finden die IHKs. Die Hürden seien jedoch zu hoch, bis Fachkräfte aus dem Ausland im Betrieb anfangen können. Die Anerkennung von Qualifikationen dauere zu lange. „Wir brauchen die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitern und wir müssen die Länder identifizieren, wo sie herkommen sollen“, so Stefan Dietzfelbinger, der den Umgang der Behörden mit Zugewanderten kritisierte: „Wir brauchen beschleunigte Visa-Verfahren und hier ‚Willkommens-Center’, die Zuwanderer unterstützen.“ Trotz der schwächelnden Konjunktur bleibt der Fachkräftemangel weiter eine große Sorge vieler Unternehmen. Jeder zweite Betrieb bezeichnet ihn als Risiko für seine Entwicklung. 43 Prozent der Befragten geben an, ihre offenen Stellen langfristig nicht besetzen zu können.
Industrie und Handel sehen ihre Lage besonders pessimistisch, lediglich der Bereich Dienstleistungen zeigt sich krisenbeständig und ist zuversichtlicher als andere Branchen. Der Handel spürt hingegen die gesunkene Kauflaune. Auch verlieren stationäre Händler durch hohe Fixkosten gegenüber dem Online-Handel an Boden. Fast 40 Prozent erwarten schlechtere Geschäfte in den kommenden Monaten. Selbst das nahende Weihnachtsgeschäft sorgt in diesem Herbst nicht für Optimismus.
Konjunkturumfrage der IHKs im Ruhrgebiet
Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet (v. l.): Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, Dr. Katja Fox, Mitglied der Hauptgeschäftsführerin der IHK Mittleres Ruhrgebiet und Sprecherin für berufliche Bildung, Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK, Kerstin Groß, Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Essen, Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen IHK zu Hagen und Dr. Jochen Grütters, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. Foto: Gruppe C Photography / Niederrheinische IHK. ___________________________________
Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet (Ruhr-IHKs) fragen zwei Mal im Jahr (zum Jahresanfang und im Herbst) bei ihren Mitgliedsunternehmen unter anderem danach, wie sie ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage beurteilen, ob sie von Insolvenz bedroht sind und mit welcher Geschäftsentwicklung sie in den kommenden Monaten rechnen. Bei der aktuellen Umfrage hatten sich rund 720 Unternehmen mit über 100.000 Beschäftigten beteiligt. Auch die Unternehmen im hiesigen IHK-Bezirk haben zum Ruhrlagebericht beigetragen. Zu den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet zählen neben der Niederrheinischen IHK Duisburg, Wesel, Kleve zu Duisburg die IHK Mittleres Ruhrgebiet Bochum, die IHK zu Dortmund, die IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen, die Südwestfälische IHK zu Hagen und die IHK Nord Westfalen (mit dem Standort Gelsenkirchen für die Emscher-Lippe-Region).
Den 113. Konjunkturbericht der IHKs im Ruhrgebiet findet man hier als pdf zum Download.
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel. www.ihk.de/niederrhein
Was die Wahl so unberechenbar macht –
und warum uns das interessieren sollte Von Petra Grünendahl
Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona 2016. Foto: By Gage Skid , CC BY-SA 3.0, Link. ____________________________________
Als Donald Trump 2015/16 für das höchste Amt der USA kandidierte, nahmen ihn viele erst nicht ernst: Zu rassistisch, zu frauenfeindlich trat der ehemalige Reality-TV-Star auf. Wie schon in seiner Fernseh-Show „The Apprentice“ machte er auch im Wahlkampf auf erfolgreichen Geschäftsmann. Das kam bei seinen MAGA-Fans (Make America Great Again) ebenso an wie sein Rassismus, seine Frauenfeindlichkeit, seine Aggressionen gegen Immigranten, gegen das Establishment und gegen die Bildungselite. Als er auf einer Wahlkampfveranstaltung einen behinderten (wohl Contergan-geschädigten) Journalisten lächerlich machte, dachten einige Beobachter: Das ist es! Der wird nicht Präsident! Dann kam das „Access Hollywood“-Video, in dem sich Trump als Sexualstraftäter outete. Spätestens hier hätte es für den Kandidaten zu Ende sein müssen. War es aber nicht: Er wurde gewählt. Nicht mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen – die gewann Hillary Clinton. Sondern mit Hilfe des Wahlmännergremiums, weil er in den entscheidenden „Swing States“ (die also nicht fest Demokratisch oder Republikanisch währen) ein paar wenige Tausend Stimmen mehr hatte als seine Gegenkandidatin und damit eine Mehrheit der Wahlmänner hinter sich brachte. Niemand war wohl so überrascht über seinen Wahlsieg wie Trump selber. Eine zweite Amtszeit verwehrte ihm 2020 Joe Biden, der auch für 2024 wieder kandidierte, nachdem Trump seine Kandidatur im November 2022 ankündigt hatte: Wohl in der Hoffnung, dass sich diverse Strafverfahren gegen ihn als Kandidaten erledigen würden. Dem war aber nicht so und mittlerweile ist er ein verurteilter Straftäter!
President Joe Biden poses for his official portrait, 2021, in the Library of the White House. Official White House Photo by Adam Schultz / Public Domain. _______________________________________
In gut zweieinhalb Wochen stehen nun die Präsidentschaftswahlen in den USA an. Nach einer katastrophalen ersten Wahlkampf-Debatte gegen Donald Trump hatte sich Joe Biden zurückgezogen und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris den Weg zu ihrer Kandidatur freigemacht. Nun ist nicht mehr Joe Biden der „alte“ Kandidat, sondern Donald Trump. Dennoch scharen sich seine MAGA-Fans um ihn. Auch in der Republikanischen Partei geht nichts ohne ihn, obwohl er nach 2016 die eine um die andere Wahl verloren hatte: Mehrheiten im Kongress, Nachwahlen von ausgeschiedenen Senatoren oder Abgeordneten oder sogar Gouverneure – und das bis heute. Obwohl die Demokraten speziell seit der Wahl Bidens viele Mandate hätten verlieren müssen, übertrafen sie alle Erwartungen: Die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus ist gering (und wird immer weniger). Die Demokraten konnten Mandate halten und gewannen neue dazu. Was auch daran lag, dass, wo auch immer Trump Kandidaten in innerparteilichen Wettbewerben unterstützte, diese zu extrem für das allgemeine Wahlvolk waren.
Dennoch erfreut sich Donald Trump bei seiner Basis (den MAGA-Anhänger) einer großen Beliebtheit, die ihm eine zweite Amtszeit einbringen könnte. Und das obwohl die Bilanz seiner ersten Amtszeit für die Amerikaner trotz seiner Prahlerei und seines Schwadronierens eine Katastrophe war: Die gute Wirtschaft der ersten Jahre hatte er von Obama „geerbt“. Und obwohl Trump anderes prophezeit hatte, machten Industriebetriebe im Land dicht. Die Corona-Pandemie redete er schließlich klein, so dass in den USA überdurchschnittlich viele Menschen daran starben (mehr Republikaner übrigens als Demokraten). Außer bei der Weltwirtschaftskrise 1929 (Herbert Hoover) hat kein Präsident so viele Arbeitsplätze „verloren“ wie Donald Trump. Sein einziger Erfolg einer Gesetzgebung war eine Steuerreform, die zu allergrößten Teilen den Reichsten im Land zugute kam: „I just made all of you a lot richer“, prahlte er beispielsweise bei einem Essen mit Millionären und Milliardären in seinem Golfclub Mar-a-Lago.
Warum sind die Umfragen zwischen den Kandidaten so knapp
Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire 2024. Foto: Artaxerxes – Own work, CC BY-SA 4.0, Link. ____________________________________
Im Gegensatz zur Administration von Joe Biden, die viel Geld in die Infrastruktur investiert, durch kluge Gesetzgebung wieder Industrieproduktion im Rust Belt fördert und ansiedelt, hat Trump für die arbeitende Bevölkerung gar nichts getan. Fabriken wurden geschlossen, Industriearbeitsplätze gingen schon lange vor Corona verloren. Seine Zölle auf chinesische Waren haben Vergeltungsmaßnahmen gegen die amerikanische Landwirtschaft hervorgerufen, die Washington zu Trumps Zeiten mit Zahlungen (Subventionen) an die Farmer ausgleichen musste: Das ländliche America wählt halt republikanisch.
Warum also sind Donald Trumps Anhänger so treu? Die Erfolge seiner Präsidentschaft halten sich schließlich in sehr engen Grenzen. Donald Trump ist kein Politiker – und auch kein erfolgreicher Unternehmer, als der er sich gerne verkauft. Er ist ein Unterhalter: „He’s funny“, hatte einer seiner Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung erklärt, was er an dem Kandidaten mag. MAGA ist ein Kult! Und der wird massiv unterstützt von rechten Medien wie Fox News, One Amercia News Network (OAN) oder Newsmax, die ihr Publikum den ganzen Tag mit rechter Propaganda und Lügen berieseln und unterhalten statt mit „News“ und (realen) Fakten zu versorgen. Und dieses Publikum sucht sich auch keine anderen Quellen für Informationen.
Und manche seiner Anhänger meinen wohl auch, dass Trump nicht all die radikalen Aktionen, mit denen er sie in seinen Reden unterhält, wahrmachen würde. Das gilt wohl auch für seine Drohungen, seiner innenpolitischen Opposition die Nationalgarde oder das Militär auf den Hals zu hetzen. Er bezeichnet die Demokraten als „the enemy from within“ (der Feind im eigenen Land). Die Presse ist „enemy of the people“ (in Deutschland wird dafür gerne der Begriff „Lügenpresse“ verwendet), was ihn schon lange – seit seiner ersten Amtszeit und zunehmend mehr – als Faschisten entlarvt, seine Fans aber eher noch jubeln lässt. Und wenn es um die Deportation von Millionen Menschen geht, denen er einen illegalen Aufenthalt im Land unterstellt: Da werden schnell auch Legale und sogar US-Bürger mit deportiert, weil sie sich nicht schnell genug ausweisen können – und eben nicht Weiß sind! Viele der „Illegalen“ jedoch halten die Wirtschaft am Laufen: In Jobs, die kein Amerikaner machen will. Das wird alles Folgen haben für die amerikanische Wirtschaft, die Inflation und den Wohlstand in der Bevölkerung. Aber wie schon andere Kommentatoren immer wieder betonen: Man kann kein kritischen Denken von seinen Fans erwarten, die immer noch meinen, „I love the poorly educated“, so sagte Donald Trump einmal, sei ein Kompliment gewesen.
In seiner ersten Amtszeit gab es noch Mitarbeiter in seinem Kabinett und in den Stäben, die das Schlimmste verhindern konnten. Die wird es bei einer zweiten Amtszeit nicht mehr geben. Der Leitfaden für eine zweite Amtszeit ist das „Mandate for Leadership: Project 2025“ der rechten Denkfabrik Heritage Foundation gibt viele Hinweise, wohin die Rechten Amerika in naher Zukunft führen wollen. Mit einer Armee von Speichelleckern in Ministerien und in sogar (unpolitischen) administrativen Ämtern.
Donald Trump ungeschminkt beim Golfspielen. Foto: Cliff Hawkins / Getty Images / Quelle: People Magazine. ____________________________________
Auch wenn Donald Trumps Auftritt bei der Debatte gegen Joe Biden anderes vermuten lässt: Videoaufnahmen seiner Wahlkampfauftritte zeigen schon länger, dass er geistig arg nachlässt (Demenz liegt in seiner Familie), er wirres und unzusammenhängendes „Zeugs“ redet. Nikki Haley, seine Gegenkandidatin um die republikanische Kandidatur, hatte ihn als „unhinged“ bezeichnet – und ihm in den Vorwahlen viele Wählerstimmen abgenommen. Aktuelle Umfragen unterschiedlichster Demografien sehen mal Kamala Harris vorne, andere sehen ein „unentschieden“ oder gar Trump in Führung. Viele Beobachter – insbesondere die „Progressiveren“ – sind fassungslos, wie es so knapp sein kann und wie es noch immer Leute gibt, die nicht wissen, wen sie wählen wollen. Selbst wenn man argumentiere, man wisse nicht genug über Kamala Harris, argumentieren sie: „Wir wissen genug von Donald Trump!“ und warum dieser nie wieder ins Weiße Haus einziehen dürfe. Donald Trump verrät zudem genug, dass jeder Wähler seine Rechte und Freiheiten gegen ihn verteidigen sollte!
Selbst wenn Kamala Harris eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen bekommt, heißt dass noch lange nicht, dass sie die Wahl gewinnt: Aktuell geht man von acht „Swing States“ aus, die die Wahl entscheiden. Sie müsste von diesen acht Staaten in genug Wahlmänner bekommen, um die nötige Mehrheit von 270 Stimmen zu haben. Das heißt: Besonders dort müssten auch alle Leute, die Trump nicht haben wollen, wählen gehen – und Demokratisch wählen. Und hoffen, dass ihre Stimmen dann auch zählen und gezählt werden: In vielen Bundesstaaten haben Republikaner Mehrheiten in den Regierungen. Gerne werden dort Wähler aus Wählerverzeichnissen gestrichen, Wahllokale geschlossen oder anderweitig vor allem Nicht-Weiße an ihrem Wahlrecht gehindert. Diese gesetzlich verankerte Wählerunterdrückung hat nach Trumps Niederlagen2020 weiter zugenommen. In vielen Staaten sitzen in den Wahlkommissionen zudem Wahlergebnisverweigerer (die immer noch glauben, Trump habe 2020 gewonnen), die angekündigt haben, Ergebnisse nicht zertifizieren zu wollen. Das alles geht natürlich zu Lasten der Demokraten!
Wenn man den Umfragen glauben darf, wird ein Sieg für Kamala Harris schwierig: Manche Demografien zeigen sich sprunghaft. Im Gegensatz dazu sind Trumps MAGA-Anhänger enthusiastisch – und sie gehen wählen. Das gilt nicht für alle Wählergruppen. Vor allem jüngere gehen häufig nicht wählen. Und vielen ist gar nicht bewusst, dass es bei dieser Wahl auch um den Fortbestand der amerikanischen Demokratie und ihrer eigenen Freiheit geht. Manche Wähler wollen keine der beiden großen Parteien wählen und orientieren sich anders, obwohl ihre Kandidaten in einem Zwei-Parteien-System mit Wahlmännergremium chancenlos sind: Und diese so genannten Drittparteien nehmen dann genau dem Kandidaten Stimmen ab, denen sich inhaltlich am nächsten stehen. Ohne die „Green Party“ hätte Hillary Clinton 2016 gewonnen – und Jill Stein brüstet sich seitdem damit, dass sie Trump zum Sieg verholfen hat: Ihr Wahlkampf wird auch in diesen Jahr von dessen Geldgebern finanziell unterstützt. Ein Schelm, der böses …
Trumps angekündigte Deportationen alleine sollten die Inflation in den USA anheizen und die amerikanische Wirtschaft in eine Krise stürzen. Außerdem will Trump Zölle auf Einfuhren erheben: 60 Prozent, 100 Prozent, sogar 200 Prozent oder noch mehr. Und das kann ein Präsident ohne den Kongress tun. Auch das treibt die Inflation, denn die Zölle sind ja nichts anderes als Verbrauchssteuern für amerikanische Konsumenten, auch wenn Trump behauptet, Zölle zahlen die Länder, aus denen importiert wird. Das heißt: Der amerikanischen Konsument kriegt weniger für sein Geld. Auf amerikanischen Zölle erfolgen natürlich Vergeltungszölle. Und die Krise in der amerikanischen Wirtschaft wird weltweit negative Auswirkungen haben.
Donald Trump will Diktator werden, nicht nur „only on day one“, wie er im Interview bei Fox News Sean Hannity versicherte. Seine Vorliebe für Autokraten ist mindestens seit 2015/16 mehr als deutlich, gerne wäre er selber einer: Ein Strongman (starker Mann). Spoiler-Alarm: Niemand beklagt weinerlicher, wie unfair alle zu ihm sind, als Trump. Mark Milley, unter Trump Generalstabschef der Streitkräfte, nannte ihn im Gespräch mit dem Journalisten Bob Woodward „a Fascist to the core“ (ein Faschist durch und durch). Ehemalige Kabinettsmitglieder und Mitarbeiter aus den politischen Stäben waren: „Trump is unfit to be president!“ Führende Republikaner stellen sich offen gegen ihren Partei-Kandidaten und unterstützen Kamala Harris.
Und sie gucken dabei auch über die Landesgrenzen hinaus, welche Auswirkungen zu erwarten sind: Dass Trump in einer zweiten Amtszeit aus der NATO aussteigen würde, war schon 2020 allen klar. Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges, bei dem sich Trump auf die Seite des Aggressors Putin stellt, erklärt er immer deutlicher, dass er NATO-Partnern nicht bestehen würde: Solle Putin doch machen, was er will, so Trump. Dass Donald Trump schon einmal aus dem Pariser Klima-Abkommen ausgestiegen ist, sollte uns eine Warnung sein! Und dass er seinen (evangelikalen) Kult-Anhängern gesagt hat: Wählt jetzt für mich, dann braucht ihr nie wieder wählen, sollten wir ernst nehmen!
Von Leben und Tod: Stillleben des Alltäglichen Von Petra Grünendahl
Ausstellungsplakat: Miquel Barceló mit Vida y Muerte im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Die großformatigen Stillleben von Miquel Barceló (*1957) wirken ungeheuer plastisch, fast schon lebendig, und kommen in der hohen Museumsarchitektur besonders gut zur Geltung. Sie sind der Ausgangspunkt der neuen Ausstellung des heute international erfolgreichsten spanischen Künstlers. Seine Werke erzählen vom Alltäglichen, von Leben und Tod (Vida y Muerte): Sie zeigen das Vergängliche in Leben und Freuden einer Gesellschaft. Sie erzählen von der katalanischen Küste und den Balearen, auf denen er geboren wurde und aufgewachsen ist, und von der Unterwasserwelt des Meeres, die er immer wieder als Taucher erforscht hat. Sie erzählen auch von fremden und weit entfernten Welten: Von Afrika, wo er zeitweise gelebt und gearbeitet hat, oder auch mit seinen Keramikmalereien, zu denen ihn die altsteinzeitlichen Höhlenmalereien von Altamira und Lascaux inspiriert haben. Der Realismus der Darstellungen zeigt sich hinter einer scheinbar abstrakten, aber doch sehr körperlichen und figurativen Malweise des Künstlers.
Von links: Kurator Kay Heymer, Miquel Barceló und Museumsdirektor Walter Smerling im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) präsentiert die erste groß angelegte Einzelausstellung von Miquel Barceló in Deutschland. Kurator Kay Heymer hat für die Ausstellung „Vida y Muerte“ (Leben und Tod) mit dem Künstler zentrale Arbeiten aus allen Schaffensperioden zusammengestellt: Gemeinsam mit Museumsdirektor Walter Smerling stellten sie die umfassende Werkauswahl im Pressegespräch vor. Das MKM zeigt etwa 70 überwiegend großformatige Gemälde und eine Auswahl von Keramiken sowie im Kabinett im Eingangsbereich Skizzen, Entwürfe für Großprojekte und Objekte aus der Sammlung des Künstlers: Sie geben einen faszinierenden Einblick in die Bildwelt eines der großen Maler unserer Zeit. Zu den finanziellen Unterstützern der Werkschau zählen O2 Telefónica, die Sparkasse Duisburg und die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland. Die Ausstellung wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Morgen für das Publikum zugänglich.
Die Künstler und der Katalog
Von links: Museumsdirektor Walter Smerling, Miquel Barceló und Kurator Kay Heymer im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Geboren wurde Miquel Barceló 1957 in Felanitx (Mallorca). Seine Mutter war Amateurmalerin und Vertreterin der traditionellen mallorquinischen Landschaftsmalerei: Sie weckte früh sein Interesse für Kunst und für die Natur. Nach einem Kunststudium in Palma de Mallorca und Barcelona schloss sich Barceló 1976 einer Gruppe konzeptueller Künstler an, die sich mit ökologischen Themen beschäftigten. Während der 1980er-Jahre reicherte er seine Malerei mit organischen Materialien wie Erde, Stein und pflanzlichen Stoffen an. Mit Themen wie Verfall und Transzendenz reagiert er auf den Spanischen Mystizismus (16. Jahrhundert) und die Tradition der Barockmalerei (Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert). Seit den frühen 1980er-Jahren illustrierte Barceló auch eine Vielzahl literarischer Werke. Er hat zudem zahlreiche öffentliche Aufträge ausgeführt, u. a. die Gestaltung der Kapelle von St. Peter im Dom von Palma de Mallorca mit keramischen Arbeiten (2002-2007) und die Kuppel von Raum XX (The Human Rights and Alliance of Civilzation Chamber) im Palais des Nations der UN in Genf (2007-2008).
Miquel Barceló (l.) und Kurator Kay Heymer (r.) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Seine Gemälde und Zeichnungen wurden und werden in renommierten Galerien und namhaften Museen weltweit gezeigt. Lediglich in Deutschland hatte es bislang keine größere Ausstellung seiner Werke geben, obwohl er bereits 1982 auf der Documenta VII in Kassel auf sich aufmerksam gemacht hatte. Mit dieser Ausstellung im Museum Küppersmühle wird nun erstmals in Deutschland eine umfassende Werkschau des Künstlers präsentiert. Zeitgleich zum MKM zeigt die Böhm-Kapelle in Hürth die Werkübersicht „FISH’N’FLOWERS“, die sich dem Meer und seinen Lebewesen im Werk von Miquel Barceló widmet. Gezeigt werden Gemälde und Keramiken aus den letzten Jahren, darunter eine große Studie für die Wandmalereien einer Kapelle der Kathedrale von Mallorca.
Miquel Barceló (l.) und Museumsdirektor Walter Smerling (r.) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Die Ausstellung in Duisburg wird von einer reich bebilderten Publikation begleitet, die einen Essay des Büchner-Preisträgers Clemens J. Setz („Der in den End Credits fehlende Leopard. Miquel Barcelós meisterhafte Stillleben“) sowie Beiträge des Künstlers und des Kurators Kay Heymer enthält. Der Katalog erscheint im Wienand Verlag, Köln als zweisprachige Ausgabe in deutscher und englischer Sprache. Für 40 Euro ist er an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-86832-815-8).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
Miquel Barceló mit Vida y Muerte im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Die Ausstellung „Vida y Muerte“ von Miquel Barceló ist bis zum bis zum 19. Januar 2025 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Miquel Barceló mit Vida y Muerte im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. So gibt es zum Beispiel am Freitag, 18. Oktober, um 18:30 Uhr Jakob Schwerdtfegers Leseshow „Ich sehe was was du nicht siehst und das ist Kunst“. Am Mittwoch, 20. November, um 19:30 Uhr sind die Duisburger Philharmoniker mit „Klang und Performance im Dialog mit Bild und Raum“ zu Gast. Familienführungen gibt es jeweils sonntags am 6. und 13. Oktober, am10. und 24. November sowie am 8. Dezember von 13:30 bis 14:30 Uhr. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.
Vom Kleinen Arschloch, Käpt’n Blaubär
und dem fantastischen Kontinent Zamonien Von Petra Grünendahl
Walter Moers in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Impressionen aus der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________
Den Besucher empfangen bereits in den Erdgeschoss-Räumen der Ausstellung viele kleinteilige Comic-Strips und Stories, aber auch größerformatige Arbeiten. Jeder Raum erzählt andere Geschichten: Vom neuen Buch „Das Eichhörnchen, das rückwärts leben wollte“ (2024) über „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ oder „Der Bücherdrache“ bis hin zum Kleinen Arschloch oder Käpt’n Blaubär aus der „Sendung mit der Maus“ und Moers‘ erstem Roman „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ (1999). Letzterer bildet Auftakt für die fantastische Zamonien-Reihe führt Moers’ Alter Ego Hildegunst von Mythenmetz als eigentlichen Verfasser der Zamonien-Romane ein. Mit dabei sind auch die Puppen aus der „Sendung mit der Maus“, die hier wohl ein letztes Mal präsentiert werden können: „Die zerbröseln so langsam“, erklärte Puppemmacher Carsten Sommer. Das vielfältige Moers’sche Universum versammelt Lügengeschichten, von denen so manche in einen jungen Publikum die Lust aufs Lesen geweckt haben. Comic-Strips, Zeichnungen, kleine Skulpturen (u. a. auch die „Buchlinge“), farbige Zeichnungen und Ölbilder, Monitore mit Bewegbild oder die Puppen aus Käpt’n Blaubär sind thematisch eingeordnet auf die verschiedenen Geschichten, die sie illustrieren: Sie werden in der Ludwiggalerie über drei Etagen verteilt präsentiert.
Stellten die neue Ausstellung vor (v. l.): Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt, Uwe Eichholz (Gestalter der Ausstellung), Dr. Wolfgang Ferchl, dem langjährigen Verleger und Lektor von Walter Moers, und Puppenbauer Carsten Sommer. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________
Die komische Kunst des Walter Moers ist unter dem Titel „Was gibt’s denn da zu lachen?“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen. Sie präsentiert das umfangreiche wie komplexe Werk von Walter Moers als Comiczeichner, Illustrator und Schriftsteller in einer unterhaltsamen Schau. Anhand von weit mehr als 300 originalen Zeichnungen, zahlreichen Puppen und Animationen eröffnet sich der Kosmos der komischen Kunst des Geschichtenerzählers und Bildermachers. Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt stellte die Ausstellung zusammen mit Dr. Wolfgang Ferchl, dem langjährigen Verleger und Lektor von Walter Moers, Puppenbauer Carsten Sommer und dem Gestalter der Ausstellung, Uwe Eichholz, vor. Vom reduzierten Zeichenstil und den überdimensionalen Nasen der Moers’schen Comics bis hin zu der reich illustrierten Welt Zamoniens – das breite Spektrum des grafischen Könnens von Walter Moers zieht sich durch sein gesamtes Werk. Zitate aus der Kunstgeschichte sind dabei ebenso zu finden wie Anagramme und zahlreiche intermediale und intertextuelle Verweise. Dabei gehören Bild und Text kongenial zusammen. Die ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung von Walter Moers selbst, aus der seine Frau Elvira die von der Ludwiggalerie gewünschten Exponate rausgesucht hat. Die Puppen stammen aus der Sammlung von Carsten Sommer, der sie damals für den WDR angefertigt hatte. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie. Fürs Publikum ist sie ab Sonntag offiziell eröffnet. Hier gibt es den Flyer zur sehr sehenswerten Ausstellung als pdf zum Download.
Und hier ist das geniale Video „Der Bonker“ von Walter Moers mit Thomas Pigor …
Mit dem Videoclip „Ich hock‘ in meinem Bonker“ schafft die kontroverse Figur Adolf den Sprung ins Internet und in die deutschen Charts.
Der Künstler: Humor ist ein ernstes Geschäft
Walter Moers in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________
Egal, ob als zeichnender Autor oder als schreibender Zeichner: Walter Moers (*1957) hat wie kein anderer in Deutschland die unterschiedlichsten Figuren erdacht und mit Witz und Hintergründigkeit ihre Geschichten erzählt. Seine Anfängen als Comic-Zeichner verrieten seine schwarzhumorige und provokante Seite: Das Kleine Arschloch, Der alte Sack oder Adolf, die Nazi-Sau, zeugen davon. Er schaffte den Sprung ins Internet und in die deutschen Charts. Auch im Film und Fernsehen, im Hörbuch und in der Graphic Novel sind seine Charaktere vertreten. Käpt’n Blaubär begeistert zunächst in der „Sendung mit der Maus“ mit seinen einfallsreichen Lügengeschichten ein junges Publikum und gibt mit Moers‘ erstem Roman „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ den Auftakt für die fantastische Zamonien-Reihe.
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Walter Moers in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Impressionen aus der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________
Ohne formellen Schulabschluss und mit einer abgebrochenen kaufmännischen Ausbildung verdiente Walter Moers zunächst sein Geld mit verschiedensten Gelegenheitsarbeiten. Zu seinen ersten zeichnerischen Aufträgen (auch diese zunächst als Gelegenheitsjobs) gehörten kleine Gutenachtgeschichten für das „Sandmännchen“. Sein zeichnerisches Können eignete sich Moers im Selbststudium an und er baute diese Tätigkeit sukzessive weiter aus. Als Autor und Zeichner wurde er schließlich einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Fantasy-Literatur. Mit doppelbödigem Humor und einem Hang zur Parodie kreiert er die unterschiedlichsten Figuren und Geschichten und schöpft dabei in dem Zusammenspiel aus Zeichen- und Schreibkunst aus seinem fabelhaften Talent.
Zur Ausstellung erscheint ein 288-seitiger, reich bebilderter Katalog, herausgegeben von Christine Vogt, im Kerber Verlag. Das Werk ist im Museumsshop für 34,90 Euro zu haben (ISBN 978-3-7356-1004-1).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 19. Januar 2025. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 17,00 Euro.
Walter Moers in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Impressionen aus der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________________
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt) am:
Sonntag, 6. Oktober 2024, 15 Uhr,
Sonntag, 20. Oktober 2024, 15 Uhr,
Sonntag, 1. Dezember 2024, 15 Uhr,
Sonntag, 15. Dezember 2024, 15 Uhr, und
Sonntag, 19. Januar 2024, 15 Uhr.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Veranstaltungen zu Themen rund um den Moers’schen Kosmos sowie Führungen der Kunstvermittlung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer (Link siehe oben) sowie hier.
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.
Im Kleinen Schloss ist noch bis zum 6. Oktober 2024 der Kunstverein zu Gast in der Ludwiggalerie und Andrea Benders Arbeiten in der Ausstellung „Kunstschnee“ zu sehen. Ab dem 20. Oktober 2024 bis zum 2. Februar 2025 widmet sich die Ausstellung „Aus der Rolle gefallen. Deutsche Comiczeichnerinnen im Blick“ fünf weiblichen Positionen in der Bilderzählung.
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen
Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen! www.gedenkhalle-oberhausen.de
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Container statt Kohle: Auf dem Weg zum größten Containerterminal im europäischen Binnenland Von Petra Grünendahl
duisport-Vorstände Lars Nennhaus (l.) und Markus Bangen (r.) begrüßten Ministerpräsident Hendrik Wüst zur Eröffnung des Duisburg Gateway Terminals (DGT). Foto: Marco Stepniak / duisport. ___________________________________
„Wo mehr als 100 Jahre lang Kohle umgeschlagen wurde, steht jetzt ein klimaneutrales Containerterminal. Das Duisport Gateway Terminal ist ein herausragendes Beispiel für den gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet: Die Umsetzung von der Idee bis zu Fertigstellung in nur wenigen Jahren zeigt, dass wir in Nordrhein-Westfalen Tempo machen“, erklärte Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der offiziellen Eröffnung des Duisburg Gateway Terminal (DGT).
Gaben gemeinsam das Signal zum Start des Duisburg Gateway Terminals (v. l.): Lars Nennhaus (duisport), Vincent Ng (PSA), Oberbürgermeister Sören Link, Prof. Dr. Anna Grevé (Fraunhofer UMSICHT), NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Markus Bangen, Prof. Dr. Manfred Renner (Fraunhofer UMSICHT), Henk Heuvelman (HTS), Michail Stahlhut (Hupac), Christoph Kahlert (DGT), Marcel Heuvelman (HTS) und Sven Zölle (DGT). Foto: Petra Grünendahl. ___________________________________________
„Mit dem Duisburg Gateway Terminal erhöhen wir die Umschlagskapazitäten im Duisburger Hafen um rund 850.000 TEU* pro Jahr. Damit bauen wir die Position als eines der wichtigsten Logistik-Drehkreuze in Europa weiter aus und stärken unsere Funktion als Rückgrat der Industrie in Nordrhein-Westfalen“, sagte duisport-CEO Markus Bangen. Und: „Wir blicken nicht zurück, sondern nach vorne: Hier entsteht eine Blaupause für die Zukunft, die wir auch auf andere Umschlagplätze im Hafen übertragen wollen.“
Start des Duisburg Gateway Terminals. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Mit der Eröffnung des Duisburg Gateway Terminal auf der ehemaligen Kohleninsel in Ruhrort feierte der Duisburger Hafen einen der bedeutendsten Meilensteine in seiner über 300-jährigen Geschichte. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst, Oberbürgermeister Sören Link, Vertreter der vier DGT-Gesellschafter duisport, HTS, Hupac und PSA sowie des Forschungsinstituts Fraunhofer UMSICHT drückten im Beisein von rund 250 geladenen Gästen den symbolischen Startknopf.
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Der erste Bauabschnitt ist fünf Jahre nach Beginn der Planungen (2019) und nach nur gut zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt: Das DGT nimmt nun offiziell den Betrieb auf. „Wenn alle Seiten – Unternehmen, Planer, Behörden, Politik und Bürgervereine – zusammenarbeiten und nach Lösungen suchen, dann sind wir erfolgreich. Das Ergebnis eines solchen gemeinschaftlichen Erfolgsprojekts können wir hier heute sehen“, betonten die Geschäftsführer der Duisburg Gateway Terminal GmbH, Christoph Kahlert und Sven Zölle. In wenigen Jahren wird hier auch der zweite Bauabschnitt, der als Spiegelung der ersten Anlagen angelegt ist, in Betrieb gehen.
Zehntes Containerterminal im Duisburger Hafen
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
„Duisburg wird künftig eine immer zentralere Rolle in der deutschen Energiewende spielen. Schon jetzt ist das hier am Hafen zu sehen: Wo früher Millionen Tonnen Kohle umgeschlagen wurden, wird mit dem Duisburg Gateway Terminal ein wegweisender Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet. Mit Hilfe von Wasserstoff-Technologie entsteht Logistik der Zukunft. Darauf können alle beteiligten Partner zu Recht stolz sein“, sagte Oberbürgermeister Sören Link. Das DGT ist nicht nur das zehnte Containerterminal im Duisburger Hafen, es wird im Endausbau zugleich das größte im gesamten europäischen Binnenland sein.
Moderatorin Bettina Böttinger mit (v. l.) Lars Nennhaus (duisport), Vincent Ng (PSA), Oberbürgermeister Sören Link, Prof. Dr. Anna Grevé (Fraunhofer UMSICHT), NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Markus Bangen, Prof. Dr. Manfred Renner (Fraunhofer UMSICHT), Henk Heuvelman (HTS), Michail Stahlhut (Hupac), Christoph Kahlert (DGT), Marcel Heuvelman (HTS) und Sven Zölle (DGT). Foto: Petra Grünendahl. ______________________________________________
Die riesigen Portal-Krananlagen (Containerbrücken) haben Ausmaße, dass sie auch Containerschiffe be- und entladen können, die statt bislang sechs Container nebeneinander acht Container stehen haben. Dies könnte in Zukunft nötig sein, wenn neue Güterschiffe breiter ausgelegt werden, um bei Niedrigwasser mit weniger Tiefgang mehr befördern zu können. Ins DGT einfahrende Lkw-Verkehre kommen vom Kreuz Kaiserberg über die Sympherstraße und die Schlickstraße zur Kohleninsel, ausgehende Verkehre sollen je nach Verkehrslage ebenfalls in Richtung Kreuz Kaiserberg und/oder über eine neu gebaute Brücke zur Ölinsel und über die neue Umgehungsstraße an der Anschlussstelle Ruhrort auf die A59 fahren. Wohngebiete werden von Lkw-Verkehren von und zum DGT nicht betroffen sein.
Klimaneutraler Betrieb wird im Forschungsprojekt enerPort II erprobt
Modellprojekt für die Zukunft der Logistik
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Das Duisburg Gateway Terminal ist in vielfacher Hinsicht ein Modellprojekt für die Zukunft der Logistik: Auf dem insgesamt 33 Fußballfelder großen Areal werden alle Güterbewegungen digital gesteuert. Das Projekt „enerPort II“ spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Im Rahmen des Vorhabens, in das Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen eingebunden sind, wird im Duisburger Hafen ein Konzept zur vollständigen energetischen Transformation des Terminals realisiert.
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Mit „enerPort II“ soll erstmals aufgezeigt werden, dass auch ein Terminal dieser Größenordnung mit lokaler Erzeugung von Wärme und Strom vollkommen klimaneutral betrieben werden kann. Auf dem DGT wird dazu ein nachhaltiges Energiesystem installiert, das erneuerbare Energien, Energiespeicher, Verbraucher und verschiedene Wasserstofftechnologien miteinander koppelt. Schlüsselkomponenten dafür sind eine Photovoltaik-Anlage, Brennstoffzellen-Systeme und Wasserstoffmotoren zur Stromerzeugung sowie Batteriespeicher. Ein intelligentes lokales Energienetz koppelte dabei die verschiedenen Energieanlagen und -speicher zur Versorgung der Verbraucher auf dem Terminal: Dazu gehören Landstrom, Ladesäulen und Krananlagen. Darüber hinaus wird auch eine zukünftige Versorgung angrenzender Quartiere theoretisch betrachtet.
Projekt enerPort II setzt Maßstäbe
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
„Das Herausragende an enerPort II ist sowohl die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als auch der mutige Schritt in die Umsetzung. Wir sammeln schon heute wertvolle Erfahrungen zu Planung und Betrieb zukünftiger Energiesysteme“, sagt Prof.
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Dr.-Ing. Anna Grevé, Abteilungsleiterin Elektrochemische Energiespeicher bei Fraunhofer UMSICHT (Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT). Das Oberhausener Institut leitet gemeinsam mit duisport das Forschungsprojekt. Weitere Partner sind die Westenergie Netzservice GmbH, die Rolls-Royce Power Systems AG, die Netze Duisburg GmbH, die Stadtwerke Duisburg AG sowie die Stadtwerke Duisburg Energiehandel GmbH. Das Projekt enerPort II wird im Rahmen der „Technologieoffensive Wasserstoff“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.
Zahlen, Daten & Fakten zum Duisburg Gateway Terminal (DGT)
Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Gesellschafter: Duisburger Hafen AG (duisport), HTS Intermodaal B.V. (Niederlande), Hupac AG (Schweiz) und PSA International (Singapur, ehem. Port of Singapore Authority, die sich mittlerweile als Logistiker global aufgestellt haben)
Geschäftsführer: Christoph Kahlert, Sven Zölle
Baukosten (1. Bauabschnitt inkl. Projekt enerPort II und Brücke): rund 120 Mio. Euro, davon rund 50 Mio. Euro Förderung (aus zwei verschiedenen Fördertöpfen)
Ladesäule für Terminal-Fahrzeuge: Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Bauzeit: 2 Jahre (für den ersten Bauabschnitt)
Terminalfläche (gesamt): 235.000 qm
In Betrieb genommene Fläche (1. Bauabschnitt): 150.000 qm
Verwaltungsgebäude: Das Duisburg Gateway Terminal (DGT) nimmt offiziell seinen Betrieb auf. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________
Die Duisburger Hafen AG (duisport) ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inkl. Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik. www.duisport.de
*) TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) = Maßeinheit für Standardcontainer
Nationale Hafenpolitik und Herausforderungen für die maritime Logistik Von Petra Grünendahl
Von links: Markus Bangen, Dr. Christoph Kösters, Oliver Luksic, Werner Schaurte-Küppers, Henning Rehmann, Michael Röls-Leitmann und Frank Börner. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
„Die Rheinvertiefungen zur Sohlenstabilisierung haben einen hohen Kosten-Nutzen-Faktor und sind volkswirtschaftlich von großer Bedeutung“, sagte Oliver Luksic MdB (FDP), parlamentarischer Staatssekretär beim Verkehrsministerium. Der Saarländer gilt als Streiter für den Kombinierten Verkehr und machte auch hier klar, dass angesichts ausgelasteter Straßen mehr von den noch verfügbaren Kapazitäten auf den Wasserstraßen genutzt werden müssten. Hier machten Investitionen in die Infrastruktur wirtschaftlich und ökologisch ebenso Sinn wie in die lange vernachlässigten Schienenanbindungen an die Häfen. Der Erhalt und die Ertüchtigung dieser und der Straßeninfrastruktur sei dringend nötig, allerdings anspruchsvoll in der Realisierung im laufenden Betrieb, erklärte er in seinem Eingangsstatement. Damit lief er bei den Teilnehmern der Veranstaltung ebenso wie auf dem Podium offene Türen ein. Die Verlässlichkeit und Kontinuität der Verkehrspolitik mahnte auch IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers in seiner Begrüßungsrede an: Um Ziele der Verkehrsverlagerung zu erreichen, müssten Binnenschifffahrt und maritime Logistik in den Mittelpunkt gerückt werden. VVWL-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Kösters mahnte eine zügige Umsetzung der nationalen Hafenstrategie an, um den Gütertransport zuverlässig und planbar zu gestalten. Deutschland und insbesondere auf eine funktionierende Logistik angewiesen.
16. NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik bei der Niederrheinischen IHK an der Mercatorstraße. Foto: Petra Grünendahl. ____________________________________
Zum 16. NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik hatten der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e. V. (VVWL) und die Niederrheinische IHK Duisburg Wesel Kleve eingeladen. Zum Traditionsevent kamen fast 100 Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik, um über verschiedene Aspekte von nationaler Hafenpolitik und maritimer Logistik zu erörtern und zu diskutieren. Den Begrüßungen folgten zwei Podiumsrunden: ein Politik-Talk zur Zukunft maritimer Hinterlandverkehre und zur Infrastruktur in der aktuellen Politik sowie ein Wirtschafts-Podium zum Thema „Märkte, Transformationen und Nachhaltigkeit“ zu den Herausforderungen der maritimen Logistik. Die Moderation der Traditionsveranstaltung lag in den bewährten Händen von Sebastian Reimann, Chefredakteur der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ), einer Fachzeitung der Transport- und Logistikbranche.
Politik-Talk (von links): Frank Börner, Michael Röls-Leitmann, Oliver Luksic, Henning Rehmann und Moderator Sebastian Reimann. Foto: Petra Grünendahl. ____________________________________
Henning Rehbaum MdB (CDU, Münsterland), Frank Börner MdL (SPD, Duisburg) und Michael Röls-Leitmann MdL (Grüne, Dortmund) unterstrichen zusammen mit Oliver Luksic in der Diskussion, wie dringend nötig Investitionen in das System Wasserstraße mit Häfen, Flüssen und Kanälen, Schleusen und Brücken sind, um hier wirtschaftlich und umweltfreundlich insbesondere Schwer- und Massengüter zu transportieren. „Die Bedeutung der Infrastruktur ist allen klar“, so der Grüne Röls-Leitmann. „Wir wissen, dass wir mehr investieren müssten, denn die Verlässlichkeit der Transportwege ist wichtig.“ Dass insbesondere Ersatz-Neubauten für in die Jahre gekommene Infrastruktur schneller realisiert werden müsste, betonte auch der Duisburger MdL Frank Börner. Hier gebe es immer noch zu viel Bürokratie: „Wo schon eine Brücke steht, braucht man keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung“, sagte Rehmann, der im Bundestags-Verkehrsausschuss sitzt.
Podiumsrunde Wirtschaft
Von links: Torsten Schütte, Markus Bangen, Dr. Christoph Kösters, Thijs van den Heuvel, Hanna Stelzel, Carsten Schmücker und Daniel Hosseus. Foto: Petra Grünendahl. ___________________________________
Als Vertreter der maritimen Logistik diskutierten Torsten Schütte (Geschäftsführer, Container Terminal Dortmund), Daniel Hosseus (Hauptgeschäftsführer, Verband der deutschen Seehafenbetriebe), Hanna Stelzel (Direktor Container, Hafen Rotterdam), Markus Bangen (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Carsten Schmücker (Globaler Logistikeinkauf, Lanxess Deutschland) und Thijs van den Heuvel (Geschäftsführer Transport-Netzwerk der Contargo-Gruppe) über die Herausforderungen, die Märkte, Transformation und Nachhaltigkeit an die Akteure stellen.
Wirtschafts-Podium (von links): Torsten Schütte, Daniel Hosseus, Hanna Stelzel, Markus Bangen, Carsten Schmücker, Thijs van den Heuvel und Moderator Sebastian Reimann. Foto: Petra Grünendahl. ________________________________________
Zu den Themen der Diskussion zählten Verschiebungen bei den Transportgütern (Zuwächse und Rückgänge gleichen sich an den Standorten der Diskutanten weitestgehend aus) sowie die Herausforderungen angesichts von Unabwägbarkeiten der Güterströme, die teilweise auch Zeichen sind für Produktionsverlagerungen: „Wir haben mehr Trailerverkehre aus Südost-Europa und der Türkei“, erklärte duisport-CEO Markus Bangen. Und: Das Outsourcing der Produktion gehe also nicht mehr so stark nach China und Südost-Asien, sondern bleibe in Europa. Umstrukturierungen von Lagerflächen sowie den Ausbau von Kooperationen erörterten die Podiumsteilnehmer hier ebenso wie die Übernahme von Technologien, die man bislang aus Seehäfen kannte, um die Warenabfertigung im Hinterland zu optimieren. Zur Diskussion standen auch Perspektiven von Wasserstofftransport und Lagerung, prognostizierte weitere Steigerungen der Güterverkehre (eine Studie geht von einer Verdreifachung aus) sowie die Cybersicherheit und ihre Bedeutung für Güterlogistik und Versorgungssicherheit.
Der Universitätsstandort und seine Entwicklung seit 1655 Von Petra Grünendahl
Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Nicht erst mit der Gründung der Gesamthochschule 1972 hatte es in Duisburg eine Hochschule gegeben: Bereits 1655 war die Universität Duisburg gegründet worden. Auf Weisung der preußischen Regierung wurde diese 1818 aufgelöst (im Rahmen des deutschen „.Hochschulsterbens“ um 1800). Die Auflösung der alten Universität wurde vor dem Hintergrund der Industrialisierung damals als folgerichtig bewertet, schreibt Dr. Andreas Pilger, Leiter des Duisburger Stadtarchivs, in seinem Beitrag über die „hochschullose“ Zeit. Erst mit dem Strukturwandel besann man sich auf dieses Erbe. Zahlreiche Hochschulgründungen im Ruhrgebiet ab den 1960er-Jahren zeugen davon. Neben den Gesamthochschulen in Duisburg und Essen thematisieren Autoren hier unter anderem die Folkwang Universität der Künste sowie den Neubeginn der Lehramtsausbildung nach 1945. Die Gesamthochschule, die später den Namen Gerhard-Mercator-Universität trug, fusionierte 2003 mit der Uni-Gesamthochschule Essen zur Universität Duisburg-Essen (UDE). Lockten die Hochschulgründungen der frühen Neuzeit noch Studenten aus dem Bildungsbürgertum, so zielten die Neugründungen der 1960er-Jahre darauf ab, Chancen für bildungsferne Schichten zu eröffnen. Mit der Fusion zur UDE entstand eine neue leistungsstarke Institution, die als Erfolgsgeschichte im Ruhrgebiet und mit ihrem tradierten Selbstverständnis ihren Platz in der akademischen Welt auch bundesweit behauptet.
Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Der neueste Band der „Duisburger Forschungen“ (Band 64) enthält acht Beiträge zur Geschichte der Hochschulen in Duisburg und Essen zwischen 1655 und 2018. Die Beiträge greifen unterschiedlichste Aspekte der Hochschullandschaft in der Region auf: Von der Rolle der Universität Duisburg in der niederländischen Kirchenpolitik der Frühen Neuzeit, über die Schließung der alten Duisburger Universität, den Wiederaufbau der Volksschullehrerausbildung in der Nachkriegszeit bis hin zur Fusion der Universität Duisburg-Essen. Inwieweit institutionelle Umbrüche im 19. und 20. Jahrhundert Strukturen und Aufgaben der regionalen (Hoch-)Schuleinrichtungen veränderten und gesellschaftlichen Wandel voran trieben, beschäftigte Wissenschaftler bei einer Tagung im Wintersemester 2018/19. Eine Auswahl an Beiträgen aus der Vortragsreihe wird mit diesem Buch in gut lesbarer Form einem breiteren interessierten Publikum zugänglich. Herausgegeben werden die Duisburger Forschungen vom Stadtarchiv Duisburg zusammen mit der Mercator-Gesellschaft. Dieser Band enthält Texte von Hendrik Friggemann, Ralf-Peter Fuchs, Manfred Komorowski, Andreas Pilger, Andreas Jacob, Wilfried Loth und Albert Bilo.
Die Duisburger Forschungen
Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Die Duisburger Forschungen sind eine historiografische Publikationsreihe des Duisburger Stadtarchivs und der Mercator-Gesellschaft Verein für Geschichte und Heimatkunde e. V. Duisburg, die seit dem Jahr 1957 in unregelmäßigen Abständen erscheint. Sie behandeln ein breites Spektrum an Themen, die von der Duisburger Vor- und Frühgeschichte bis nah an die Gegenwart reichen. Überwiegend sind die Bände um thematische Schwerpunkte herum konzipiert, die sie unter verschiedenen Aspekten wissenschaftlich fundiert beleuchten. Die Reihe „Duisburger Forschungen“ gewährt heimatgeschichtlich interessierten Bürgern einen Zugang zu stadthistorischen Forschungen. Die ersten 59 Bände der Duisburger Forschungen (bis 2013) sind über den DFG-Viewer online einsehbar. Veröffentlicht wurde die Reihe von wechselnden Duisburger Verlagen: Zunächst im Verlag für Wirtschaft und Kultur Werner Renckhoff (1957 bis 1961), später im Verlag Werner Braun (1961 bis 1997) sowie schließlich im Mercator-Verlag (1998 bis 2013). Seit dem Band 60 (2015) erscheint die Reihe im Essener Klartext Verlag.
Der 64. Band der „Duisburger Forschungen“ ist als 176-seitiges Buch mit einigen historischen Abbildungen im Broschur-Umschlag (Format 17 x 24 cm) im Essener Klartext Verlag erschienen. Für einen Preis von 29,95 Euro ist das Werk im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2622-6).
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Der Verlag
Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Wanderrouten mit spannenden Ausflugzielen am Wegesrand Von Petra Grünendahl
Märchenhaft wandern am Niederrhein: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Die weitestgehend ebene Landschaft mit ihren überwiegend sanften Anstiegen ist als Wanderweg fast schon familientauglich. Der eine oder andere Berg, manch einer sogar mit einem Aussichtsturm oder gar die Schwanenburg in Kleve bieten aus erhöhter Position herrliche Ausblicke über diese Landschaft. Gärten und Parks, Schlösser und Wälder säumen die Wege und wecken Fantasien. Passend zu den Wanderungen haben die Autorinnen regionale Sagen und Legenden ausgegraben: Von den weisen Frauen an den Frauensteinen im Aaper Wald (Düsseldorf), Münchhausen in Wesel, von Riesen, Gespenst und vom Schwanenritter, von der Elfe, der Wasserfrau und dem Eremiten und natürlich von Siegfried, dem Drachentöter (Xanten). Auf der falschen Spur waren sie allerdings mit dem Schinderhannes: Die Schinderhanneshöhle im Duisburger Stadtwald müsste eigentlich „Fetzer-Höhle“ heißen. Mathias Weber aus Grefrath, der auch im Gebiet Duisburg / Mülheim auf Raubzüge ging und den man den „Fetzer“ nannte, soll sich dort mit seinen Kumpanen versteckt haben. Der Schinderhannes aus dem Hunsrück kannte den Fetzer zwar aus gemeinsamen Gefängniszeiten, war aber selber nie in Duisburg.
Märchenhaft wandern am Niederrhein: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Mit ihrem Buch „Märchenhaft wandern“ nehmen Nikola Hollmann und Andrea Slavik ihre Leser mit durch wanderbare Landschaften hin zu sagenhaften Orten am Niederrhein. Zwölf Touren haben die Autorinnen dafür erkundet und als Wanderrouten dokumentiert: Die Ziele reichen von Kleve im Norden bis Düsseldorf im Süden und vom Rhein bis zur holländischen Grenze. Garniert sind die Touren mit spannenden Sagen und Legenden der Region: Nachweislich sind manche Orte seit der Jungsteinzeit besiedelt. Die Kelten hinterließen Spuren ebenso wie nach ihnen die Römer. Und schließlich Kurfürsten, Grafen, Herzöge und Äbte Spannende Ausflugsziele mit Geschichte und Geschichten also, um die sich besagte Sagen und Legenden ranken. Das Buch bietet darüber hinaus Streckeninformationen in Texten und Daten (Wegstrecke, Wanderdauer, Höhendifferenz, Anreise, Wegbeschaffenheit) und Kategorien für Attraktionen an der Strecke (wie Sehenswürdigkeiten, Kunst und Kultorte, Aussichtspunkte, Freizeitspaß und Familienfreundlichkeit). Nicht fehlen dürfen natürlich die Exkurse, was sich am Wegesrand noch gut erkunden lässt. Eine abschließende grobe Übersichtskarte bietet genau das: Einen sehr groben Überblick über die jeweilige Streckenführung. Das Ganze bietet nicht nur für Wanderfreunde wertvolle Informationen für Freizeitaktivitäten, sondern auch für Leute, die nicht auf Schusters Rappen unterwegs sind. Die Wanderstrecken reichen von 9,5 bis 19,5 Kilometer bei einer Dauer zwischen 2:15 und 4:40 Stunden und Höhenmeter im Auf- und Abstieg zwischen 18 und 208 Metern. Wobei sich die Zeiten auf die reinen Wanderstrecken beziehen. Wer abseits des Weges schauen oder gar weitere Ziele „Am Weg“, unter „Tipp“ oder „Info“ mitnehmen will, sollte auf jeden Fall mehr Zeit einplanen. Gastronomietipps runden den gelungenen Ausflug ab. Zu den Touren gibt es auch gpx-Daten.
Die Autorinnen und das Buch
Märchenhaft wandern am Niederrhein: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie auch in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets und an den Niederrhein – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“ und „Abenteuer & Glücksmomente“ sowie „Ritter, Ruinen & Romantik“, die wir bereits in Augenschein nehmen durften. www.wandern-pilgern-reisen.de
Das Buch „Märchenhaft wandern – Unterwegs zu sagenhaften Orten am Niederrhein“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2603-5).
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Der Verlag
Märchenhaft wandern am Niederrhein: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _______________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de
Vielfältige Freizeitziele für Jung und Alt Von Petra Grünendahl
Umsonst & draußen Niederrhein – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________
Schmuggler- und Erlebnispfade, Märchenwälder und ein Urwald, Skulpturenpark und Solegarten, Paddeln auf der Niers und verschiedene frei zugängliche Tiergehege bieten eine Vielfalt an Freizeitaktivitäten, denen man am Niederrhein nachgehen kann. Und natürlich lässt sich auch durch die Galaxis gehen oder fahren, nur eben nicht per Anhalter. Für manche Ziele sollte man besser zu Fuß oder eventuell auch mit dem Fahrrad unterwegs sein, bei anderen kann man es ruhiger an„gehen“ lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Neben der Siegfriedstadt Xanten mit APX und Kriemhildmühle ist Kamp-Lintfort mit dem Zechenpark und dem Gartenreich am Kloster Kamp wohl das hier vor Ort bekannteste Ziel. Neben Kamp-Lintfort (2020) ist mit Grefrath ein zweites Landesgartenschau-Gelände (1970) dabei. Was nicht heißt, dass die weniger bekannten Ziele weniger spannend und lohnenswert sind: Die Autorin hat da auch den einen oder anderen Geheimtipp parat. Den Leser wird überraschen, wie viele außergewöhnliche Ziele am Niederrhein die Freizeitgestaltung bereichern können. Gespickt sind die Informationen des Freizeitführers mit Sagen, Legenden und historischen Hintergründen.
Umsonst & draußen Niederrhein – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________
In ihrem Buch „Umsonst & draußen“ hat die Autorin Susanne Wingels viele Ideen und Anregungen für den – so der Unterteil – Freizeitspaß am Niederrhein für alle zusammen getragen. In 23 Kapiteln stellt Wingels in ihrem Freizeitführer kostenlose und frei zugängliche Ausflugsziele für die ganze Familie vor: Freizeitvergnügen von Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten über Fahrrad- und Wanderstrecken bis hin zu Kunst- und Naturerlebnissen. Die Ziele reichen von Kleve und Rees in Norden bis Dormagen, Wegberg und Übach-Palenberg (bei Aachen) im Süden. Exkursionen macht die Autorin mit „Tipp“, „In der Nähe“ und „Für kleines Geld“ zu weiteren Zielen am Wegesrand. Wie bei allen Freizeitführer der Reihe „Schönes NRW – Heimat erleben“ im Klartext Verlag üblich, sind den Zielen Kategorien zugeordnet, die dem Leser eine Bewertung bzw. Einschätzung erleichtern. Sie geben auch Auskunft zur Barrierefreiheit und zur Familienfreundlichkeit des Ziels. Dazu gibt es Daten zur Anreise (Pkw, ÖPNV) sowie – falls vorhanden – Hinweise auf Webseiten. Zum Abschluss gibt es im Kapitel „Dies & das“ weitere praktische Tipps für die Ausflüge in die Region.
Die Autorin und das Buch
Umsonst & draußen Niederrhein – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________
Susanne Wingels (Jahrgang 1969) lebt mit ihrer Familie in Bedburg-Hau. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin kennt den Niederrhein wie ihre Westentasche: Seit ihrer Kindheit erkundet sie die Region. Mit Leidenschaft zeigt sie den Besuchern und ihren beiden Töchtern ihre Heimat. „Umsonst & draußen“ ist das fünfte Buch, das Wingels im Klartext Verlag veröffentlicht hat. Auch wir hatten schon mehrere ihrer Bücher (bzw. x) für eine Buchbesprechung. www.susanne-wingels.de
Das Buch „Umsonst & draußen“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das reich bebilderte 144-seitige Taschenbuch im Klappbroschur-Umschlag ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2572-4).
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl
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Der Verlag
Umsonst & draußen Niederrhein – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl. _________________________________
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. www.klartext-verlag.de