Lektüretipp: „Duisburger Forschungen“ Band 64 im Klartext Verlag

 
Der Universitätsstandort und seine Entwicklung seit 1655
Von Petra Grünendahl

Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl.
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Nicht erst mit der Gründung der Gesamthochschule 1972 hatte es in Duisburg eine Hochschule gegeben: Bereits 1655 war die Universität Duisburg gegründet worden. Auf Weisung der preußischen Regierung wurde diese 1818 aufgelöst (im Rahmen des deutschen „.Hochschulsterbens“ um 1800). Die Auflösung der alten Universität wurde vor dem Hintergrund der Industrialisierung damals als folgerichtig bewertet, schreibt Dr. Andreas Pilger, Leiter des Duisburger Stadtarchivs, in seinem Beitrag über die „hochschullose“ Zeit. Erst mit dem Strukturwandel besann man sich auf dieses Erbe. Zahlreiche Hochschulgründungen im Ruhrgebiet ab den 1960er-Jahren zeugen davon. Neben den Gesamthochschulen in Duisburg und Essen thematisieren Autoren hier unter anderem die Folkwang Universität der Künste sowie den Neubeginn der Lehramtsausbildung nach 1945. Die Gesamthochschule, die später den Namen Gerhard-Mercator-Universität trug, fusionierte 2003 mit der Uni-Gesamthochschule Essen zur Universität Duisburg-Essen (UDE). Lockten die Hochschulgründungen der frühen Neuzeit noch Studenten aus dem Bildungsbürgertum, so zielten die Neugründungen der 1960er-Jahre darauf ab, Chancen für bildungsferne Schichten zu eröffnen. Mit der Fusion zur UDE entstand eine neue leistungsstarke Institution, die als Erfolgsgeschichte im Ruhrgebiet und mit ihrem tradierten Selbstverständnis ihren Platz in der akademischen Welt auch bundesweit behauptet.

 

Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl.
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Der neueste Band der „Duisburger Forschungen“ (Band 64) enthält acht Beiträge zur Geschichte der Hochschulen in Duisburg und Essen zwischen 1655 und 2018. Die Beiträge greifen unterschiedlichste Aspekte der Hochschullandschaft in der Region auf: Von der Rolle der Universität Duisburg in der niederländischen Kirchenpolitik der Frühen Neuzeit, über die Schließung der alten Duisburger Universität, den Wiederaufbau der Volksschullehrerausbildung in der Nachkriegszeit bis hin zur Fusion der Universität Duisburg-Essen. Inwieweit institutionelle Umbrüche im 19. und 20. Jahrhundert Strukturen und Aufgaben der regionalen (Hoch-)Schuleinrichtungen veränderten und gesellschaftlichen Wandel voran trieben, beschäftigte Wissenschaftler bei einer Tagung im Wintersemester 2018/19. Eine Auswahl an Beiträgen aus der Vortragsreihe wird mit diesem Buch in gut lesbarer Form einem breiteren interessierten Publikum zugänglich. Herausgegeben werden die Duisburger Forschungen vom Stadtarchiv Duisburg zusammen mit der Mercator-Gesellschaft. Dieser Band enthält Texte von Hendrik Friggemann, Ralf-Peter Fuchs, Manfred Komorowski, Andreas Pilger, Andreas Jacob, Wilfried Loth und Albert Bilo.

 

 
 
Die Duisburger Forschungen

Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Duisburger Forschungen sind eine historiografische Publikationsreihe des Duisburger Stadtarchivs und der Mercator-Gesellschaft Verein für Geschichte und Heimatkunde e. V. Duisburg, die seit dem Jahr 1957 in unregelmäßigen Abständen erscheint. Sie behandeln ein breites Spektrum an Themen, die von der Duisburger Vor- und Frühgeschichte bis nah an die Gegenwart reichen. Überwiegend sind die Bände um thematische Schwerpunkte herum konzipiert, die sie unter verschiedenen Aspekten wissenschaftlich fundiert beleuchten. Die Reihe „Duisburger Forschungen“ gewährt heimatgeschichtlich interessierten Bürgern einen Zugang zu stadthistorischen Forschungen. Die ersten 59 Bände der Duisburger Forschungen (bis 2013) sind über den DFG-Viewer online einsehbar. Veröffentlicht wurde die Reihe von wechselnden Duisburger Verlagen: Zunächst im Verlag für Wirtschaft und Kultur Werner Renckhoff (1957 bis 1961), später im Verlag Werner Braun (1961 bis 1997) sowie schließlich im Mercator-Verlag (1998 bis 2013). Seit dem Band 60 (2015) erscheint die Reihe im Essener Klartext Verlag.

 
Der 64. Band der „Duisburger Forschungen“ ist als 176-seitiges Buch mit einigen historischen Abbildungen im Broschur-Umschlag (Format 17 x 24 cm) im Essener Klartext Verlag erschienen. Für einen Preis von 29,95 Euro ist das Werk im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2622-6).

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Duisburger Forschungen Band 64 Universität 1655 – 1818 – 2018. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 


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