Lektüretipp: StahlZeitReisen im Ruhrgebiet und in Südwestfalen

 
Meilensteine der Industriekultur: Anfänge – Hochindustrialisierung – Strukturwandel
Von Petra Grünendahl

StahlZeitReisen: der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Im Jahr 1758 wurde auf der St.-Antony-Hütte, der Wiege der Ruhrindustrie, die erste Eisenschmelze mit Holzkohle betrieben. Wie es damals auf St.-Antony ausgesehen haben muss, kann man heute noch im sauerländischen Balve-Wocklum in der ältesten komplett erhaltenen Hüttenanlage der Luisenhütte sehen: Diese nahm zeitgleich mit St.-Antony ihren Betrieb auf. Die beiden Hütten symbolisieren die enge Verflechtung des Ruhrgebiets mit Südwestfalen (Siegerland und Sauerland). Lange vor dem Ruhrgebiet wurde in Südwestfalen mit vorindustrieller Technik Eisen aus heimischen Erzen gewonnen. Der Erzbergbau geht zurück bis 8. und 9. Jahrhundert. Mit der Kohlenförderung an der Ruhr – ab dem 13. Jahrhundert für den Eigenbedarf, ab dem 18. Jahrhundert (und nach der Erfindung der Dampfmaschine) dann staatlich reglementiert – übernahm das Ruhrgebiet mit dem Stollenbergbau die Führung in der Frühindustrialisierung. Als die Förderung aus großen Tiefen möglich wurde (Tiefbauzechen) und der Bergbau nach Norden wanderte, etablierte sich dort die Schwerindustrie, die das Ruhrgebiet lange Zeit prägte. Dafür, dass Südwestfalen hier nie nachzog, bieten sich dort für Interessierte zahlreiche Möglichkeiten, auch Zeugnisse frühester Industrialisierung zu erkunden, die hier vor langer Zeit schon abgerissen und durch modernere Anlagen ersetzt worden waren.

 

StahlZeitReisen: der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „StahlZeitReisen“ führt den Leser an 34 Meilensteine der Industriekultur – Bergbau (nicht nur Kohle und Erz), Eisen und Stahl, Wasser sowie Eisenbahn – im Ruhrgebiet und in Südwestfalen. Dazu kommen 68 weitere Kultur- und Freizeit-Attraktionen in deren Umfeld. Eine Übersichts-Klappkarte im vorderen Einband hilft bei der Verortung der Ziele. 293 Fotos und 39 zeichnerischen Illustrationen vermitteln Eindrücke der spannenden Ziele. Durch die StahlZeitReisen führen Al und Lu: Die Charaktere sind angelehnt an den Ruhrgebiets-Industriellen Alfred Krupp (1812–1887) und an Luise von Landsberg-Velen (1797–1866), Namensgeberin der vorindustriellen Luisenhütte im sauerländischen Balve. Als Zeitreisende besuchen sie die Stätten der Industriegeschichte und berichten in lockeren, kenntnisreichen Dialogen: Der Leser erfährt Wissenswertes zu Standorten und deren Entwicklung quasi aus erster Hand: Industriegeschichte von den frühen Anfängen über die Hochindustrialisierung bis zur Gegenwart und dem Strukturwandel mit vielen erstaunlichen Details und Anekdoten. Eine Karte in der vorderen Buchklappe gibt einen Überblick und verortet die einzelnen Standorte. Adressen, Kontaktdaten und Webseite sowie die Öffnungszeiten in den einzelnen Kapiteln runden die Lektüre ab: Schließlich soll man nicht nur über diese spannenden Orte lesen, sondern sie auch besuchen.

 

 
 
StahlZeitReisen: ein Reise- und Erlebnisführer

StahlZeitReisen: der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Das 196-seitige Buch „StahlZeitReisen“ im Klapp-Broschur-Einband wurde herausgegeben vom Regionalverband Ruhr (RVR) und dem WasserEisenLand e. V. Erschienen ist der reich bebilderte Reiseführer, der die Route Industriekultur mit der Industriekultur in Südwestfalen verbindet, im Mönnig-Verlag Iserlohn. Im lokalen Buchhandel sowie vielen Museumsshops an den Meilenstein-Standorten ist das von der NRW-Stiftung geförderte Werk für 19,80 Euro zu haben (ISBN 978-3-933519-96-2).
www.stahlzeitreisen.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Die Projektträger

StahlZeitReisen: der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Route Industriekultur (RIK) ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und verbindet als touristische Themenstraße die „wichtigsten und touristisch attraktivsten“ Industriedenkmäler des Ruhrgebiets auf einem 400 Kilometer langen Rundkurs. Die Route der Industriekultur ist das weltweit umfangreichste touristische Netzwerk zur Erschließung des industriekulturellen Erbes einer zusammenhängenden Region. Über sieben Millionen Menschen besuchen jährlich die Standorte der Route der Industriekultur: 27 Ankerpunkte, die sowohl Erlebnisorte als auch Knotenpunkte der Information sind, 17 Panoramen der Industrielandschaft und 13 bedeutende Siedlungen zählen zu den Primärstandorten der Route.
www.route-industriekultur.ruhr

StahlZeitReisen: der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Der WasserEisenLand e. V. ist ein Verbund aus unterschiedlichen Akteuren der Industriekultur in Südwestfalen: Betreiber von Industriemuseen und technischen Kulturdenkmälern wie Kommunen und Vereine, aber auch Industrie- und Handelskammern, Firmen und Privatpersonen. Die Aufgabe von „WasserEisenLand – Industriekultur in Südwestfalen“ besteht darin, die regionale Industriekultur mit ihren einzigartigen Technikdenkmälern zu unterstützen, zu fördern, zu schützen und touristisch zu erschließen. Als Dachmarke der industriekulturellen Denkmäler und Museen in Südwestfalen trägt WasserEisenLand dazu bei, ein Stück lebendige Industriegeschichte für nachfolgende Generationen zu erhalten.
www.wassereisenland.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Deutsche Oper am Rhein: „Märchen im Grand Hotel“ begeisterte im Theater Duisburg

 
Hollywood meets Cannes: Jazzige Operette im Hotel
Von Petra Grünendahl

Märchen im Grand-Hotel:
01/23
Joachim Gabriel Maaß (Dryser), Torben Jürgens (Makintosh), Benny Meisenberg (Barry), Dashuai Jiao (Quartett), Tänzer. © Jochen Quast.
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Märchen im Grand-Hotel: Torben Jürgens (Makintosh), Florian Wugk (Quartett), George Clark (Quartett), Valerie Eickhoff (Marylou), Jakob Kleinschrot (Quartett), Dashuai Jiao (Quartett), Benny Meisenberg (Barry), Tänzer. © Jochen Quast.
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Beim Hollywood-Filmproduzenten Makintosh (Torben Jürgens) laufen die Geschäfte schlecht. Seine Tochter Marylou (Valerie Eickhoff) reist mit ihrer Zofe Mabel (Julie Marszalkowski) nach Cannes: Im Grand Hotel will sie der Infantin Isabella (Sylvia Hamvasi) ein Angebot machen, deren Geschichte zu verfilmen. Die Infantin, die dort mit ihrem Hofstaat residiert, leidet unter akuter Geldnot, muss sie doch für den großzügigen Lebensstil auch ihrer Begleiter Großfürst Paul (David Jerusalem), des Zeremonienmeisters Baron Don Lossas (Benny Meisenberg) und ihrer Bediensteten aufkommen. Präsident Chamoix (Stefan Heidemann) gehört das Hotel (und mehrere weitere). Sein Sohn Albert (Jake Muffett) soll im Hotel als Kellner Stallgeruch schnuppern, benimmt sich aber etwas trottelig und verliebt sich zu allem Überfluss (ganz unstandesgemäß) in die Infantin. Deren Verlobter, der Prinz Andreas Stephan (Cornel Frey), hingegen macht lieber der Amerikanerin schöne Augen. Über den Prinzen sowie über die Hofdame Gräfin Inez de Ramirez (Gesine Forberger) versucht Marylou, zur Infantin vorgelassen zu werden. Obwohl die Infantin zunächst ablehnt – und dann auch noch Albert verschmäht –, gelingt es Marylou schließlich, sie samt ihrem Hofstaat nach Hollywood zu locken. Alles, was sie jetzt noch für ihren Film braucht, ist ein Happy End!

 

Märchen im Grand-Hotel: Valerie Eickhoff (Marylou), Cornel Frey (Prinz Andreas Stephan), Benny Meisenberg (Baron Don Lossas), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella), David Jerusalem (Großfürst Paul), Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Quartett, Tänzer. © Jochen Quast.
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Märchen im Grand-Hotel: Joachim Gabriel Maaß (Matard), Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Jake Muffett (Albert), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella), David Jerusalem (Großfürst Paul). © Jochen Quast.
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Einen Hauch von Revue bringt die Operette „Märchen im Grand Hotel“ des ungarisch-deutschen Komponisten Paul Abraham (1892–1960) auf die Bühne im Theater Duisburg. Die Lustspieloperette in zwei Akten mit einem Vor- und Nachspiel ist musikalisch auf die swingenden Zwanziger Jahre zugeschnitten: Das begeisterte Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus und – zu Recht – mit minutenlangem Schlussapplaus. Das Libretto nach Alfred Savoir schrieben Alfred Grünwald und Dr. Fritz Löhner-Beda, mit denen Komponist Abraham in Berlin mehrere sehr erfolgreiche Operetten auf die Bühne gebracht hatte. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte dem erfolgreichen Trio in Deutschland ein Ende. „Märchen in Grand Hotel“ feierte 1934 in Wien seine begeistert aufgenommene Uraufführung. Seit 2013 erleben die Operetten Paul Abrahams in Deutschland eine Renaissance. Als Grundlage dienen die neuen, sogenannten „Bühnenpraktischen Rekonstruktionen“ der Partituren der Abraham-Operetten von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger. Gesungen wird (gut verständlich!) in deutscher Sprache, Übertiteln erleichtern das Verständnis der Handlung. Der Opernabend dauert ca. 2¾ Stunden (inklusive eine Pause). Das Stück ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
 
Die swingenden Zwanziger in Gesang und Tanz

Märchen im Grand-Hotel: Cornel Frey (Prinz Andreas Stephan), Valerie Eickhoff (Marylou), Tänzer. © Jochen Quast.
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Neben Gesang und Dialogen kann diese Operetten-Inszenierung auch mit Tanzeinlagen aufwarten, die stilecht an die Zwanziger und die Zeit der großen Revuen angelegt sind: Choreografiert von Kati Farkas mit Unterstützung von Emma Kate Nelson. Glänzend aufgelegt präsentierten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Klingele die schwungvollen, beinahe jazzigen Klänge der Operette. Das variable Bühnenbild, das auf einer Drehscheibe vier verschiedene Bühnenräume bot, entwarf Rifail Ajdarpasic. Die wirkungsvolle Ausleuchtung oblag Guido Petzold. Für die Kostüme zeichnete Ariane Isabell Unfried verantwortlich.

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Märchen im Grand-Hotel: Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella). © Jochen Quast.
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Fr | 21. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
Sa | 29. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
So | 7. Juli 2024 | 18:30 Uhr (Familienkarte*),
Sa | 14. September 2024 | 19:30 Uhr (Wiederaufnahme),
Fr | 27. September 2024 | 19:30 Uhr,
Fr | 4. Oktober 2024 | 19:30 Uhr und
Sa | 12. Oktober 2024 | 19:30 Uhr.
*) Mit der Familienkarte 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied

 
Deutsche Oper am Rhein

Märchen im Grand-Hotel: Tänzer, Valerie Eickhoff (Marylou). © Jochen Quast.
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Märchen im Grand-Hotel: Ensemble. © Jochen Quast.
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Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Märchen im Grand-Hotel: Ensemble. © Jochen Quast.
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Tickets kosten zwischen 4,00 und 58,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Jochen Quast

 

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Lehmbruck Museum zeigt „Courage“: Lehmbruck und die Avantgarde

 
Ausstellung zum 60. Jubiläum des Lehmbruck Museums
Von Petra Grünendahl

Courage: Lehmbruck und Schiele. Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de.
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Mut ist die entscheidende Kompetenz des Menschen, um Krisen zu meistern. Mut ist die Fähigkeit, mit der wir uns immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen befreien und in die Zukunft denken. Ausgehend vom Werk Wilhelm Lehmbrucks (1881–1919) zeigt die Ausstellung, wie mutige Schritte und Entscheidungen in unsicheren Zeiten kreative Prozesse vorantreiben und Veränderungen bewirken können. Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise in das frühe 20. Jahrhundert, in eine Zeit, die getragen ist von einer Aufbruchsstimmung und dem Mut, sich von überkommenen Konventionen zu lösen und frei zu denken. Es ist die Zeit, in der Wilhelm Lehmbruck seine wichtigsten Werke schuf. Die Kunst nutzt ihre Freiheiten, um ein neues Selbstbewusstsein zum Ausdruck zu bringen. Es ist vor allem die Skulptur, die in öffentlichkeitswirksamer Weise zur Selbsterfindung des gerade entstehenden Bürgertums beitrug.

 

Courage – Lehmbruck und die Avantgarde: Ausstellung zum 60. Jubiläum des Lehmbruck Museums. Bild: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.
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Die einzigartige Architektur des Lehmbruck Museums gibt den Impuls für das Thema der Jubiläumsausstellung: Mit seiner monumentalen gläsernen Außenhaut ist das Museum selbst ein starkes Symbol für Mut, Transparenz und Weltoffenheit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschließt die Stadt Duisburg, auf die Zerstörungskraft des Krieges mit einem „Haus aus Glas“ zu antworten — eine kühne Entscheidung. Die Fragilität der gläsernen Architektur ist in Wahrheit ein Zeichen von Stärke und dem festen Glauben an eine gute Zukunft. Sie steht für die Überzeugung, dass die Kunst ein Zeichen für den Neuanfang setzen kann. Schirmherrin der Jubiläumsausstellung ist die Duisburger Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas, Präsidentin des Deutschen Bundestages. Die Ausstellung wird gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), von dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, von der Sparkasse Duisburg, von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, von der Ernst von Siemens Kunststiftung, der GEBAG und der Stadt Duisburg.

 

Courage: Auguste Rodin. Pierre de Vissant, 1885: Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de.
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Die Ausstellung zeigt diesen Aufbruch in eine neue Zeit eindrucksvoll mit hochkarätigen Leihgaben aus renommierten Sammlungen der bedeutendsten Museen Europas, wie dem Albertina Museum Wien, dem Leopold Museum Wien, dem Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, dem Museo Rosso, Mailand, dem Kröller-Müller Museum, Otterlo, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Hamburger Kunsthalle und der Berlinischen Galerie sowie bedeutenden Privatsammlungen. Meisterwerke der Avantgarde von Pionieren wie Auguste Rodin, Medardo Rosso, Oskar Schlemmer, Käthe Kollwitz und Sophie Taeuber-Arp treten zum ersten Mal in einen Dialog mit Schlüsselwerken Lehmbrucks. Erstmals ist zudem eine repräsentative Werkauswahl des großen österreichischen Ausnahmekünstlers Egon Schiele im unmittelbaren Zwiegespräch mit Skulpturen Lehmbrucks zu erleben.

 

 
 
Das neue Bild des Menschen in der Moderne

Courage: Der Mensch als Maß, Lehmbruck und Schlemmer (2), Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de.
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In fünf Sektionen führt die Ausstellung durch die entscheidenden Momente der Kunst der Moderne. Im vergleichenden Sehen öffnet sie dem Betrachter die Augen für die Eigenheiten des Werkes Lehmbrucks. Sie zeigt Bezüge zu den zarten Wachsskulpturen von Medardo Rosso (1858–1928), die nach der Auflösung des Materiellen streben, ebenso wie zu den antiheroischen Denkmälern Auguste Rodins (1840–1917). Es ist frappierend, dass Egon Schiele (1890–1918) zur gleichen Zeit zu erstaunlich ähnlichen Bildern des Menschen gekommen ist wie Lehmbruck. Ruhe und strenge Ordnung von Skulpturen wie der Schreitenden (1913/14) finden ihre Entsprechung in den tektonischen Werken des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer (1888–1943). Schlemmer und Lehmbrucks bringen Rationalität und Intuition miteinander in Einklang, um Gegensätze zu versöhnen.

 

Courage: Oskar Schlemmer, Abstrakte Figur, 19121-23 u. Drahtfigur Homo… 1930-31. Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de.
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Die Erschütterungen des Ersten Weltkrieges bringen Lehmbruck wie auch die große deutsche Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867–1945) dazu, eindringliche Formen für das menschliche Leid und den Schmerz zu finden. Wie eine Gegenwelt erscheint im Vergleich dazu die Dada-Bewegung in Zürich, der Stadt, in der Lehmbruck von 1916 bis 1919 lebt. Betrachten wir seine Büste der Knienden (1911), die er direkt durch die empfindlichen Brustwarzen hindurch kappt, entdecken wir eine Nähe zu den provokanten Ansichten und innovativen Formen, mit denen die Dada-Bewegung die Kunst und die Gesellschaft erneuert hat. In der Moderne ereignen sich viele unterschiedliche Bewegungen gleichzeitig. Das beherrschende Thema der Zeit ist Geschwindigkeit: Das Auto, der Zug und das Flugzeug verändern die Wahrnehmungsgewohnheiten. Feste Formen lösen sich auf und unterschiedliche Perspektiven schieben sich ineinander.

 

Courage: Nie wieder Krieg, Lehmbruck und Kollwitz. Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de.
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Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Dr. Söke Dinkla, Dr. Nathalie Lachmann, Sharon Hecker, Sarah Louisa Henn und Stephanie Eul, ca. 176 Seiten, zum Preis von 30 Euro. Beteiligte Künstler: Rudolf Belling, 1886–1972 (1), Umberto Boccioni, 1882–1916 (1), Émile-Antoine Bourdelle, 1861–1929 (1), Otto Dix, 1891–1969 (7), Lyonel Feininger, 1871–1956 (3), George Grosz, 1893–1959, John Heartfield, 1891–1968 (1), Hannah Höch, 1889–1978 (1), Alexej Jawlensky, 1864–1941 (2), Käthe Kollwitz, 1867–1945 (6), Henri Laurens, 1885–1954 (1), Alice Lex-Nerlinger, 1893–1975 (6), Jacques Lipchitz, 1891–1973 (1), Auguste Rodin, 1840–1917 (9), Medardo Rosso, 1858–1928 (11), Marina Rumjanzewa, geb. 1958 (1), Egon Schiele, 1890–1918 (6), Oskar Schlemmer, 1888–1943 (15), Vladimir Tatlin, 1885–1953 (1), Sophie Taeuber-Arp, 1889–1943 (21) und Wilhelm Lehmbruck, 1881–1919 (18).

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
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Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „Courage – Lehmbruck und die Avantgarde“ ist bis zum 6. Oktober zu sehen. Sculputre 21st mit Shirin Neshats „The Fury“ ist bis zum 25. August ausgestellt. Noch bis zum 1. September ist die Interaktive Tastausstellung SHAPE! im Lehmbruck Museum zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de (5), Ilja Höpping / Stadt Duisburg (1), Petra Grünendahl (3)

 

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Ballett am Rhein: Demis Volpis „Krabat“ begeisterte im Theater Duisburg

 
Spannendes Märchen von Gewalt,
Magie und der Kraft der Liebe

Von Petra Grünendahl

Demis Volpi „Krabat“: Miquel Martínez Pedro (Krabat), Damián Torío (Der Meister). © Ingo Schäfer.
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Demis Volpi „Krabat“: Daniele Bonelli (Tonda), Miquel Martínez Pedro (Krabat). © Ingo Schäfer.
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Der Waisenjunge Krabat (Miquel Martínez Pedro) wird vom Mühlenmeister (Damián Torío) als Lehrjunge aufgenommen. Neben der schweren Arbeit lernen die zwölf Jungen auch die Kunst der Magie. In der Osternacht dürfen die Gesellen die Mühle verlassen. Im Wald treffen sie auf Mädchen aus dem nahe gelegenen Dorf. Krabat ist von der Kantorka (Emilia Peredo Aguirre), die Vorsängerin der Mädchen, fasziniert. Sein Freund Tonda (Gustavo Carvalho) trifft seine Geliebte Worschula (Paula Alves). Als Tonda versucht, mit Worschula fortzugehen, erstarrt sie und wird wahnsinnig. Krabat sieht, wie der Meister Worschula quält. Vergeblich versucht Tonda seine Geliebte zu retten. Krabat begreift, dass sie, die Lehrjungen, Gefangene des Meisters sind. Der Herr Gevatter (Lara Delfino) erscheint und verlangt seinen Tribut vom Meister. Kurze Zeit später ist Tonda tot. Im zweiten Lehrjahr kommt Witko (Jack Bruce) als neuer Lehrjunge in die Mühle. Pumphutt (Elisabeth Vincenti), ein ehemaliger Müllergeselle und mächtiger Zauberer, erscheint: Es kommt zu einem magischen Kräftemessen mit dem Meister, das Pumphutt für sich entscheiden kann. Doch es ändert sich nichts. In der zweiten Osternacht treffen Krabat und Juro (Evan L’Hirondelle) auf die Kantorka und die Mädchen. Juro erklärt Krabat und der Kantorka, dass es einen Weg gibt, den Meister zu besiegen: Wenn ein Mädchen einen Gesellen liebt, kann sie ihn vom Meister freibitten: Sie muss dafür eine vom Meister auferlegte Prüfung bestehen. Schafft sie es nicht, müssen beide sterben.

 

Demis Volpi „Krabat“: Daniele Bonelli (Tonda), Doris Becker (Worschula). © Ingo Schäfer.
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Demis Volpi „Krabat“: Emila Peredo Aguirre (Die Kantorka), Miquel Martínez Pedro (Krabat). © Ingo Schäfer.
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Bereits 2013 hat Demis Volpi, bis zum Ende dieser Spielzeit Ballettdirektor und Chef-Choreograf am Ballett am Rhein, mit „Krabat“ sein erstes abendfüllendes Handlungsballett auf Grundlage des Jugendbuchs von Otfried Preußler am Stuttgarter Ballett uraufgeführt. Die Choreographie, die sofort zum Generationen übergreifenden Publikumsliebling avancierte, erobert nun mit seinen Zauber das Publikum im Theater Duisburg. Die Musik zur Choreografie stammt von Pēteris Vasks, Philip Glass und Krzysztof Penderecki. Weitere Stücke sind „Die Gedanken sind frei“ und die „Mühlenmusik“ aus einer laufenden Mühle, die in ihrer Dichte und Eindringlichkeit die Mühen der Arbeit spiegeln. Das Ballett am Rhein präsentierte die ausdrucksstarke Choreografie mit ihren markanten Charakteren vor einem restlos begeisterten Publikum und bot eine Ballettvorstellung von Feinsten: Die überwiegend jugendlichen Theaterbesucher, größtenteils Mittelstufenschüler von Schulen aus der Umgebung, belohnten die rundum gelungene Aufführung mit minutenlangem tosenden und lautstarken Applaus. Die Aufführung in drei Akten dauert ca. 2¾ Stunden (inklusive zwei Pausen) und ist empfohlen ab 10 Jahren.

 

 
 
Happy End für die überzeugenden Akteure

Demis Volpi „Krabat“: Lara Delfino (Herr Gevatter), Damián Torío (Der Meister), Ensemble Ballett am Rhein (Gesellen). © Ingo Schäfer.
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Zurück in der Mühle verlangt Herr Gevatter erneut seinen Tribut vom Meister: Der nächste Junge stirbt, aber sein Vetter kommt nicht drüber hinweg. Und auch Krabat mag nicht mehr wegsehen. Im dritten Lehrjahr macht der Meister Krabat ein in seinen Augen verführerisches Angebot: Er bietet Krabat die Herrschaft über die Mühle an. Doch Krabat entscheidet sich, nicht länger ein Teil dieses grausamen Spiels sein zu wollen, – und lehnt das Angebot des Meisters ab. Die Kantorka tritt ein, um Krabats Freilassung zu erbitten. Der Meister verlangt, dass sie mit verbundenen Augen Krabat unter den zwölf Gesellen finden muss. Der Meister verwandelt die Gesellen in Raben, um ihr die Prüfung zu erschweren. In der Gruppe der Raben zittert Krabat erkennbar vor Angst um seine Kantorka: Daran erkennt sie ihn und kann ihn befreien. Damit fällt die Herrschaft des Mühlenmeisters: Die Liebenden und auch die andere Mühlenjungen werden von ihrem Joch befreit; die Mühle geht in Flammen auf.

 

Demis Volpi „Krabat“: Damián Torío (Der Meister), Charlotte Kragh (Pumphutt), Ensemble Ballett am Rhein (Gesellen). © Ingo Schäfer.
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Die variantenreichen und anspruchsvollen Kompositionen meistern die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Christoph Stöcker. Für Bühne und Kostüme zeichnet Katharina Schlipf verantwortlich. Die Szenerie ins rechte Licht rückte Bonnie Beecher. Das Libretto schrieb Vivien Arnold. Die Gesangspartien übernahm als Solistin Mara Guseynova unterstützt vom Kinderchor der Akademie für Chor und Musiktheater e.V.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:


 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Demis Volpi „Krabat“: Ensemble Ballett am Rhein (Gesellen), Lara Delfino (Herr Gevatter). © Ingo Schäfer.
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Sa | 15. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
So | 16. Juni 2024 | 15:00 Uhr (Familienkarte*),
Mi | 19. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
Sa | 21. September 2024 | 19:30 Uhr,
Sa | 28. September 2024 | 19:30 Uhr,
So | 6. Oktober 2024 | 18:30 Uhr,
Do | 24. Oktober 2024 | 19:30 Uhr,
So | 10. November 2024 | 18:30 Uhr und
Fr | 15. November 2024 | 11:00 Uhr (Schulvorstellung).
Danach geht die Aufführung an das Opernhaus Düsseldorf.
*) Mit der Familienkarte 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied

 
Deutsche Oper am Rhein

Demis Volpi „Krabat“: Ensemble Ballett am Rhein (Gesellen). © Ingo Schäfer.
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Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Tickets kosten zwischen 19,00 und 78,00 Euro. Bei Schulaufführungen (in der Woche um 11 Uhr) gibt es für Schulklassen mit 5,50 Euro pro Person Sonderkonditionen. Für die Gruppenbuchung wendet man sich bitte an gruppen@theater-duisburg.de. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen wie zum Beispiel zur Familienkarte* findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

*) Mit der Familienkarte kostet der Eintritt 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Ingo Schäfer

 

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Sitzung im Rat der Stadt Duisburg: Knappe Zustimmung für Neubaugebiet „Rahmerbuschfeld“

 
Neue Feuerwache, barrierefreier Umbau von Haltestellen, mehr Schulraum
Von Petra Grünendahl

Ratsfrau Slylvia Linn wurde als Nachfolgerin des verstorbenen Bürgermeisters Volker Mosblech gewählt. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg.
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Der Rat bestimmt als letzte Instanz über die Ausgaben und die Einnahmen der Stadt: Der Schulentwicklungsplanung (mehr Schulraumbedarf angesichts steigender Schülerzahlen) stand ebenso auf der Tagesordnung wie die Erhöhung der Plätze im Offenen Ganztag an Grund- und Förderschulen oder die Planung für städtische Ausbildungsstellen. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Genehmigung von Teilstandorten von Schulen, Neubauten von Schulen, Kitas oder der neuen Feuerwache an der Mercatorstraße, Sanierungen städtischer Immobilien, der barrierefreie Ausbau von Straßenbahnhaltestellen an der Kulturstraße sowie am Betriebshof Grunewald (beide an der Linie 903), Kostensteigerungen von bereits genehmigten Projekten oder auch Änderungen von Gebührensatzungen. Außerdem waren die Jahresabschlüsse 2023 nicht nur der Stadt Duisburg, sondern auch von städtischen Tochtergesellschaften ebenso wie noch ausstehende Wirtschaftspläne abzusegnen. Verschiedene Flächennutzungspläne und Bebauungspläne wurden überwiegend einvernehmlich abgesegnet. Lediglich informiert wurden die Ratsleute beispielsweise über den Sachstand von Projekten wie dem geplanten neuen Verwaltungsgebäude an der Steinschen Gasse oder der Verkehrsinfrastrukturentwicklung.

 

Joachim Schneider wurde als neues Ratsmitglied verpflichtet. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg.
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Der Rat der Stadt Duisburg traf sich in der Mercatorhalle zur letzten Ratssitzung vor den Sommerferien. Die Tagesordnung war mit über 100 Punkten gut gefüllt. Die eine oder andere geheime Abstimmung verzögerte die Sitzung mehr als die meisten Diskussionen. Lediglich das Neubaugebiet „Rahmerbuschfeld“ bedurfte längerer Diskussion, bevor es nach geheimer Abstimmung knapp beschlossen wurde. In den Rat eingeführt und verpflichtet wurde mit Sitzungsbeginn Ratsherr Joachim Schneider (CDU) als Nachrücker für den verstorbenen Bürgermeister Volker Mosblech. Für das Amt des zweiten ehrenamtlichen Oberbürgermeister-Stellvertreters wählte der Stadtrat in geheimer Abstimmung Ratsfrau Sylvia Linn zum Bürgermeister.

 

 
 
Neubaugebiet „Rahmerbuschfeld“:
Ein Kommentar

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Screenshot.
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Zur Beratung standen der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Rahmerbuschfeld“: Überwiegend grüne Ratsleute argumentierten, dass man mit den geplanten Einfamilienhäusern nicht die Düsseldorfer anlockt, die mal angedacht waren, und man hier nicht die bestehenden Wohnraumprobleme lösen könnte. Die Argumentation ist richtig, geht aber am Kern der Probleme vorbei. Denn damit lässt man außer Acht, dass auch gut verdienende Duisburger, die sich gerne ein Einfamilienhaus gönnen würden, besser in Duisburg fündig werden sollten, statt in den Speckgürtel jenseits der Stadtgrenzen abzuwandern: Von den Gutverdienern und deren Einkommensteuern profitiert nämlich die Stadtkasse ganz immens. Und solange die aktuelle Art der Gemeindefinanzierung (mehr zu dieser Problematik hier) für eine Schieflage zwischen Kommunen mit hohem Anteil an Gutverdienern und solchen mit vielen gering verdienenden Bewohnern (wie in Duisburg und anderen Kommunen im Ruhrgebiet) sorgt, sollte man als Stadt versuchen, die Gutverdiener mit entsprechenden Angeboten zu halten.

 

Oberbürgermeister Sören Link leitete die Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Screenshot.
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Auch die Argumentation, zur Bekämpfung der Wohnungsnot müsse man eher Sozialwohnungen zu bauen, geht am Bedarf an günstigem Wohnraums vorbei: Angesichts von teuren Vorschriften für Neubauten können sich viele, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) hätten, solche Wohnungen nämlich schon lange nicht mehr leisten. Die steigenden Mieten laufen mittlerweile ja ohnehin den Einkommen davon. Und da sind die gestiegenen Baukosten ebenso wenig berücksichtigt wie die Tatsache, dass Wohnraumbedürfnisse von Geringverdienern nicht unbedingt mit den Wohnflächen auf WBS zu decken sind. Hier müssen andere Lösungen her: Zum Beispiel wäre der Erhalt und die kostengünstige Modernisierung von günstigen Altbau-Beständen (statt Abriss und teurer Neubau) für bezahlbaren Wohnraum deutlich zielführender. Allerdings stehen dem kostengünstigen Erhalt von Bestandswohnraum mittlerweile auch hohe Baukosten bei Sanierungen entgegen.

 
Mit ihrem Verlangen nach geheimer Abstimmung hätten die Grünen das Projekt fast gekippt: Der Bebauungsplan ging denkbar knapp mit nur einer Stimme Mehrheit (49 zu 48 Stimmen) durch.

 
Der OB zur Ratssitzung


Quelle: Stadt Duisburg

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg (2), Screenshots (2)

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Fotografien von „UK Women“

 
Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität
Von Petra Grünendahl

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Plaket: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.
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Selbst dort, wo die Fotografinnen für die großen Magazine fotografiert haben, lag ihr Focus eher auf den Menschen von nebenan: Frauen, Männer, Familien und immer wieder Kinder und junge Leute, die sie in ihren jeweiligen Lebenswirklichkeiten abgelichtet haben. Eher als Dokumentation denn Hochglanz-Fotografie liegen ihre gesammelten Eindrücke weitab jeglicher Klischees, die man mit den Menschen von der Insel so reichlich verbindet. Diese können nämlich nicht die Realitäten ausblenden, mit denen sich Großbritannien seit Jahrzehnten auseinandersetzen muss: Gesellschaftliche und soziale Umbrüche, eine hohe (Jugend-)Arbeitslosigkeit, politische Instabilität. Diese und weitere hochaktuelle Themen wie Sozialkritik, Migration, Gender-Identität, Community und Diversität beleuchten in dieser Ausstellung 28 britische Fotografinnen aus drei Generationen – geboren wurden sie zwischen 1948 und 1998 – in seriellen Arbeiten. Dabei sind die Geschichten hinter den Fotografien untrennbar mit den darauf abgebildeten Menschen oder den persönlichen Erlebnissen der Fotografinnen verbunden.

 

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ludwiggalerie Schloss Oberhauen zeigt mit seiner Ausstellung „UK Women“ 28 fotografische Positionen aus dem Vereinigten Königreich, die sich mit dem Untertitel „Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität“ durch sehr individuelle „Handschriften“ auszeichnen. Mit frühen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1970er Jahren dokumentieren sie das Alltagsleben in der Großstadt und an der Küste. In den 1980ern und 1990ern lösen sich die Fotografinnen von der klassischen Dokumentarfotografie und öffnen sich für einen künstlerischen Blick und eine eigene Bildsprache, die sich durchaus humorvoll und satirisch präsentiert. Ab den 2000er Jahren bis heute wenden sich die jüngeren weiblichen Positionen der Fotografie als künstlerischem Medium zu und verarbeiten persönliche Identitätsfragen oder die Auswirkungen der Corona-Pandemie unter anderem in beeindruckenden (Selbst-)Porträts. Die Ausstellung seit dem vergangenen Wochenende fürs Publikum zugänglich.

 

 
 
Die Fotografinnen und der Katalog

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu sehen sind (in alphabetischer Reihenfolge) Francesca Allen, Meredith Andrews, Laura Blight, Audrey Blue, Rachel Louise Brown, Tessa Bunney, Elaine Constantine, Anna Fox, Eliza Hatch, Sirkka-Liisa Konttinen, Markéta Luskačová, Kirsty Mackay, Zoe Natale Mannella, Sarah Maple, Fran May, Alison McCauley, Sandra Mickiewicz, Margaret Mitchell, Sejin Moon, Trish Morrissey, Tish Murtha, Freya Najade, Yan Wang Preston, Sophy Rickett, Michelle Sank, Arpita Shah, Hazel Simcox und Alys Tomlinson.

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Alle 28 Fotografinnen eint ihr unbändiger Wille zu künstlerischer, sozialer und gesellschaftlicher Autonomie neben ihren männlichen Kollegen. Mit 220 Werken aus 29 Serien stellt die Ausstellung dies eindrucksvoll unter Beweis. Kuratiert wird sie von Ralph Goertz in Kooperation mit IKS Photo. Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der Ludwiggalerie. Kulturpartner ist WDR 3.

Zur Ausstellung ist ein Booklet erhältlich, hrsg. von Kerrin Postert und Christine Vogt. Die 16-seitige Publikation ist im Museums-Shop für 5 Euro erhältlich (ISBN 978-3-932236-50-1). Einen Flyer zur Ausstellung gibt es hier als pdf zum Download.

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 15. September. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 17,00 Euro.

 

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (im Wechsel mit Kerrin Postert oder Ralph Goertz) am:

  • Sonntag, 9. Juni 2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 14. Juli2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 4. August 2024, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 1. September 2024, 15 Uhr.

Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier.

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Im Kleinen Schloss ist bis zum 9. Juni 2024 „Art_Upgrade_2024“ zu sehen. Künstler der ArtOthek stellen aus: Neues aus den Ateliers – Werke und Workshops. Anschließend ist, vom 23. Juni bis zum 6. Oktober 2024, die Ausstellung des Kunstvereins mit Werken von Andrea Bender zu Gast. Der Titel der Schau lautet: Kunstschnee.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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MKM Museum Küppersmühle zeigt Karin Kneffel: Come in, Look out

 
Interessante Einblicke durch verregnete Fensterscheiben
Von Petra Grünendahl

Come in, look out: Karin Kneffel im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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„Ihre Bilder sind voll von Überraschungen und Geheimnisse“, erklärte Museumsdirektor Walter Smerling. In der Tat gibt es auf den sehr detailreichen neorealistischen Gemälden unterschiedlicher Größen viel zu entdecken in der Darstellung von Räumen. Karin Kneffel (*1957) gewährt Blicke durch Fensterscheiben: Von außen hinein in Häuser und Wohnräume, fast wie ein Voyeur. Aber nach dem Motto „Komm rein, dann kannste rausgucken“ gibt es auch Ausblicke aus dem Innenraum nach draußen. Sie habe teilweise alte Fotografien als Vorlagen für ihre Malerei genommen. „Ich habe aber auch eigene Fotos von Besuchen in Museen, Ateliers und Häusern. Oder Fotos von Kunstwerken in Museen“, erzählte Kneffel. Für ihre Malerei habe sie dann schon mal die Kunstwerke gedreht, die im wirklichen Raum – zum Beispiel im Lehmbruck Museum – nur von hinten zu sehen wären. Das gibt interessante Perspektiven von Räumen, die dem Betrachter bekannt sind. Neben Einblicken in den Lehmbruck-Trakt gibt Kneffel Einblicke in weitere bekannte Locations wie Haus Ester und Haus Lange in Krefeld, deren strenge Bauhaus-Gestaltung von Mies van der Rohe ihrer eigenen Darstellung aus einer zentralen Perspektive (im 90-Grad-Winkel) sehr entgegen kommt.

 

Come in, look out: Karin Kneffel (m.) beim Pressegespräche mit Kay Heymer (l.) und Walter Smerling (r.) im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) im Duisburger Innenhafen zeigt eine Werkschau der deutschen Künstlerin Karin Kneffel. Walter Smerling stellte die Sonderausstellung zusammen mit Karin Kneffel und Kurator Kay Heymer vor. Mit über 70 Gemälden und einer Serie von Aquarellen offenbart die Ausstellung ungewohnte architektonische Bezüge in Kneffels Arbeiten sowie ihren vielschichtigen Umgang mit dem zentralperspektivischen Blick in der Malerei. Die Übersichtsausstellung im MKM gibt Besuchern die Gelegenheit, das vielschichtige Schaffen von Karin Kneffel aus den vergangenen 25 Jahren zu erleben. Die Ausstellung spannt einen Bogen von persönlichen Beobachtungen bis hin zu kunsthistorischen Inspirationsquellen. Mit ihren variantenreichen Darstellungsmitteln schafft Karin Kneffel eine Mehrdimensionalität in ihren Werken, welche Betrachter dazu einladen, die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu hinterfragen. Die Malerei wird dabei einerseits als Fenster zu einer sorgfältig konstruierten Welt lesbar und wirkt andererseits als Spiegel, der die Konstruktion der Realität selbst reflektiert.

 

 
 
Die Künstlerin und der Katalog

Come in, look out: Karin Kneffel (m.) beim Pressrundgang im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Karin Kneffel wurde 1957 in Marl im nördlichen Ruhrgebiet geboren. Sie studierte von 1977 bis 1981 Germanistik und Philosophie an der Westfälischen Universität Münster und an der Uni-Gesamthochschule Duisburg (heut: Universität Duisburg-Essen). Von 1981 bis 1987 studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Johannes Brus, Norbert Tadeusz und wurde schließlich Meisterschülerin bei Gerhard Richter. Verschiedene Stipendien ermöglichten ihr künstlerische Aufenthalte unter anderem in Paris oder Rom.

„Die Malerin Karin Kneffel zählt zu den wichtigen Vertreterinnen des Neorealismus. Ihre fotorealistisch anmutenden Bilder verbinden Realismus und Surrealismus. In ihren Bildern zeigt sie Alltägliches, das durch Spiegelungen und Überlagerungen eine zweite Ebene erhalten. Wie flüchtige Momente erinnern ihre Szenerien an Traumartiges.“
Ralph Goertz, Institut für Kunstdokumentation und Szenografie

Come in, look out: Karin Kneffel im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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1995 übernahm Kneffel einen Lehrauftrag an der Sommerakademie Augsburg. 1998 wurde sie als Gastprofessorin an die Hochschule für Künste Bremen und 2000 an die Kunstakademie Islands in Reykjavík eingeladen. Von 2000 bis 2008 hatte sie eine Professur für Malerei an der Hochschule für Künste Bremen inne. Seit 2008 ist sie Professorin an der Akademie der bildenden Künste in München. Kneffel war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
www.kneffel.de

 
Zur Ausstellung ist ein umfassender Katalog im Schirmer/Mosel Verlag erschienen: Mit einem Vorwort von Museumsdirektor Walter Smerling, einen Geleitwort von Thomas A. Lange (National-Bank), Beiträgen von Ulrich Wilmes und Kurator Kay Heymer sowie einem Interview mit Walter Smerling und Karin Kneffel. Der reich bebilderte, zweisprachige Katalog (dt.-engl.) ist für 40 Euro an der Museumskasse erhältlich (ISBN 978-3-8296-1016-2).

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Come in, look out: Karin Kneffel im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung von Karin Kneffel ist noch bis zum bis zum 1. September 2024 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

Come in, look out: Karin Kneffel im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. So gibt es zum KunstMittwoch jeden Mittwoch zwischen 15 und 16 Uhr Führungen durch die Ausstellung von Karin Kneffel. Familienführungen gibt es alle zwei Wochen sonntags (9. und 23. Juni, 7. und 21. Juli, 4. und 18. August sowie 1. September) von 13:30 bis 14:30 Uhr. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

Come in, look out: Karin Kneffel im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: „Leben in einem Albtraum“ zeigt die Menschen im Krieg in der Ukraine

 
Resilienz, Widerstandswille und der Wunsch nach Freiheit im eigenen Land
Von Petra Grünendahl

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Olena steht vor dem zerstörten Apartment-Haus in der Nähe von Kiew, in dem sie mit ihrem Mann und ihren Zwillingen gelebt hatte. Zu den wenigen Habseligkeiten, die sie retten konnten, gehören ein paar Puppen ihrer Kinder. Nur ein Beispiel von vielen, seit am frühen Morgen des 24. Februar 2022 die ersten aufheulenden Sirenen, Fliegeralarme und anrollende Panzerverbände ihre Welt grundsätzlich verändert hatten: Der Angriffen der russischen Streitkräfte auf die Ukraine war gestartet. In der Hauptstadt Kiew werden Menschen aufgefordert, sich vor den Luftangriffen in Schutzräume wie Keller oder beispielsweise U-Bahn-Schächte zu begeben. Der Reporter Jan Jessen ist in diesem ersten Tagen vor Ort, wo er eigentlich eine ganz andere Geschichte schreiben wollte. Er erlebt, wie Menschen – überwiegend Frauen, Kinder, die Alten – nach Westen flüchten, die Männer zur Verteidigung ihres Landes eingezogen werden. Sie verlieren ihr Zuhause, ihre Heimat: Das gilt für die Geflüchteten ebenso wie diejenigen, die bleiben in den Trümmern ihrer Existenz: Inmitten der von russischen Angreifern zerbombten Städte und der Trümmer leben Menschen, deren Schicksale durch diesen ungewollten Krieg verändert wurden. Sie haben ihre Männer in den Krieg geschickt, haben Angehörige verloren, viele auch ihre Heimat. Manche sind geflüchtet aus diesem Land, dessen Wiederaufbau (ebenso wie das Ende dieses Krieges) noch in weiter Ferne steht. Jan Jessen und Reto Klar haben ihre Geschichten aufgeschrieben und fotografiert: Sie geben diesen Schicksalen im kriegsgeschüttelten Land Namen und Gesichter, die nur einzelne Beispiele sind für die vielen Millionen Opfer des Krieges.

 

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Leben in einem Albtraum“ von Jan Jessen und Reto Klar zeigt in Texten und Bildern, „Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht“, so der Untertitel. In 25 Kapiteln findet der Leser die Reportagen und Bilder, die Jessen und Klar von ihren Reisen durch das Kriegsgebiet mitgebracht haben. Ukrainer machten ihnen ihr verlorenes Leben und die Verluste von Kindheit und Jugend zugänglich, die das Land noch auf Jahrzehnte prägen werden, selbst wenn die Ukraine letztendlich ihre Unabhängigkeit bewahren kann. Jan Jessens Reportagen reichen von den ersten Kriegstagen 2022 bis zum Frühjahr 2023 (das Buch ist bereits im August 2023 erschienen). Sehr einfühlsam und eindringlich schildert Jessen die Schicksale der Menschen, die Reto Klar in berührenden Fotografien festgehalten hat. Dafür haben Autor und Fotograf viele Gegenden des Landes bereist, um die Stimmen und Geschichten der Menschen einzufangen. Dieses Buch ist ein bisschen Rückblick, aber gleichzeitig auch eine Erinnerung daran, dass der andauernde Krieg immer noch die Schicksale von Menschen steuert, die ihm nicht entkommen: Das darf nicht in Vergessenheit geraten!

 

 
 
Die Ukraine

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Bilder von den zerbombten Städten und Dörfern, die in den ersten Kriegsmonaten 2022 noch die Nachrichten beherrschten, sind mittlerweile weitgehend aus der Berichterstattung verschwunden. Und damit das Bewusstsein in Deutschland und der Welt für einen Krieg, in dem sich immer noch Menschen in der Ukraine gegen die Einnahme durch das benachbarte Russland wehren. Der Krieg ist allgegenwärtig in einem Land, das um den Erhalt seiner Unabhängigkeit und die Freiheit seiner Menschen kämpft.

 

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Seit die Bevölkerung der seit 1991 unabhängigen* Ukraine 2014 seine russlandfreundliche Regierung gestürzt hatte, gab es Spannungen mit dem großen Nachbarn, der in der Folge die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim besetzte und russische Separatisten in der Ostukraine unterstütze. Warnungen vor russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine hatte es schon Ende 2021 gegeben, aber niemand hatte wirklich mit einer kriegerischen Handlung gerechnet. Bis zu den Luftangriffen und zum Einmarsch von Truppen, die in Grenznähe sowie in der Ostukraine schnelle Erfolge verbuchen konnten. Der Einmarsch Richtung Kiew konnte gestoppt werden. Seitdem haben die ukrainischen Streitkräfte die Russen in vielen Schlachten zurückgeschlagen und manches verlorene Territorium zurückerobert.

 

 
 
Der Autor, der Fotograf und das Buch

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Jan Jessen, geboren 1972 in Münster, ist seit 1998 bei der NRZ als Politikredakteur und für die Funke Mediengruppe als Krisenberichterstatter tätig. Er hat bereits aus Afghanistan, dem Irak und Syrien berichtet. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.

 
Reto Klar, geboren 1967, arbeitet seit den 1980er Jahren als Fotograf und ist heute Foto-Chef und Cheffotograf bei der Funke Mediengruppe. Er lebt mit seiner Frau und den zwei Töchtern in Berlin. Seit Beginn des Kriegs im Februar 2022 reist er regelmäßig in die Ukraine und berichtet fotografisch aus allen Regionen des Landes.

 
Das Buch „Leben in einem Albtraum“ von Jan Jessen mit Fotos von Reto Klar ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das reich bebilderte 168-seitige Buch (16,5 x 23,5 cm) im Broschur-Klappumschlag ist für 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2624-0).

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Leben in einem Albtraum – Was der Krieg in der Ukraine mit den Menschen macht: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

*) nach einem Referendum mit 90,3 Prozent Zustimmung

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lehmbruck Museum zeigt Sculpture 21st: Shirin Neshats Videoinstallation „The Fury“

 
Erinnerungen an Gefangenschaft und Flucht
Von Petra Grünendahl

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Es sind Rückblicke einer Frau in Sicherheit: Eine spärlich bekleidete junge Frau tanzt in einem Raum mit uniformierten Männern. Dann sieht man sie durch die Straßen flüchten, wo sich schließlich die Wut von Menschen in Gewalt entlädt. Szenen aus der Video-Installation „The Fury“ von Shirin Neshat (*1957): Es zeichnet den emotionalen Weg einer jungen Iranerin nach, die inzwischen frei in den USA lebt, aber immer noch von ihren Erinnerungen an die Gefangenschaft traumatisiert ist. Eine raumgreifende Videoinstallation zeigt auf zwei monumentalen LED-Bildschirmen (ca. 3 x 6 Meter) in der Glashalle des Lehmbruck Museums zwei Perspektive der gleichen Geschichte. Die beiden ca. 15 Minuten langen Filmsequenzen laufen parallel: Der Betrachter sollte sich Zeit nehmen, denn die Perspektiv-Wechsel (linker Bildschirm – rechter Bildschirm) erfordern Aufmerksamkeit. Um die vielen Details aufzunehmen, sollten mal die Sequenzen nicht nur einmal anschauen. Der sehr detailreiche Film ist emotional aufgeladen, was fast im Gegensatz steht zur Musik, die Emotionen eher unterdrückt. Auch durch die großen Glasscheiben vom Kantpark aus betrachtet ein Erlebnis, wenngleich natürlich ohne Ton.

 

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Lehmbruck Museum zeigt im Rahmen seiner Reihe „Sculpture 21st“ die neuste Videoarbeit der iranischen Künstlerin Shirin Neshat: „The Fury“. Die zwei Video-Screens zeigen unterschiedliche Perspektiven bzw. Szenen der gleichen Geschichte und laden ein, durch den Wechsel des Blickwinkels selbst zum Regisseur zu werden. Shirin Neshat widmet sich in ihren Arbeiten auf poetische Weise dem Leben und Schicksal von Frauen, die sich gegen Gewalt und Unterdrückung auflehnen. Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.

 

 
 
Die Künstlerin

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Shirin Neshat wurde 1957 in Persien (heute: Iran) geborene und lebt heute Künstlerin und Filmemacherin in New York. Neshat arbeitet mit den Medien Fotografie, Video und Film, die sie mit höchst poetischen und politisch aufgeladenen Bildern und Erzählungen versieht, die Fragen zu Macht, Religion, Rasse, Geschlecht und der Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, Individuum und Kollektiv vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erfahrungen als im Exil lebende Iranerin stellen. In ihrem Werken gibt sie dem Leben von Frauen, die sich gegen Gewalt und Unterdrückung auflehnen, eine poetische Form. Mutig und selbstbewusst treten die Frauen in ihren Filmen, Videos und Fotografien auf: Sie stellen die Beziehung zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen, dem Individuum und dem Kollektiv in Frage.

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Neshat hatte zahlreiche Einzelausstellungen in internationalen Museen, darunter die Pinakothek der Moderne, München, das Modern Art Museum of Fort Worth, The Broad, Los Angeles, das Museo Correr, Venedig, Italien, das Hirshhorn Museum, Washington D.C. und das Detroit Institute of Arts. Sie hat bei drei abendfüllenden Filmen Regie geführt: Women Without Men (2009), der bei den 66. Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie ausgezeichnet wurde, Looking For Oum Kulthum (2017) und zuletzt Land of Dreams, der bei den Filmfestspielen von Venedig (2021) uraufgeführt wurde. Neshat wurde mit dem Goldenen Löwen, dem Ersten Internationalen Preis der 48. Biennale di Venezia (1999), dem Hiroshima Freedom Prize (2005) und dem Dorothy and Lillian Gish Prize (2006) ausgezeichnet. 2017 erhielt sie den renommierten Praemium Imperiale Award in Tokio.
https://de.wikipedia.org/wiki/Shirin_Neshat

 
Der Trailer
Nicht unbedingt für schwache Nerven …

 
Sculpture 21st

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Unter dem Titel „Sculpture 21st” präsentiert das Lehmbruck Museum seit 2014, dem 50. Geburtstag des Museums, wechselnde Positionen zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Einige der wichtigsten Bildhauer der Gegenwart, unter ihnen Tino Sehgal, Jeppe Hein, Eija-Liisa Ahtila, Xu Bing, Julian Opie und zuletzt Mona Hatoum präsentierten in der ikonischen Glashalle des Museums ihre Werke und definieren so die Skulptur im 21. Jahrhundert. Dabei werden sowohl dem Museum, der Gesellschaft, aber auch der Kunst selbst Fragen gestellt, auf die es keine einfachen Antworten zu geben scheint.

Sculpture 21st – Shirin Neshat „The Fury“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
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Die imposante Nordhalle des Lehmbruck Museums mit ihren an drei Seiten großflächig verglasten Scheibenfronten aus über sieben Meter hohen Glasscheiben bildet die architektonische Schnittstelle zwischen Museum und Öffentlichkeit: Wechselnde monographische Inszenierungen mit Werken international bedeutender Künstler laden den musealen Raum der außergewöhnlichen Museumsarchitektur Manfred Lehmbrucks neu auf und kreieren ein Erfahrungsfeld, das sich in der Wahrnehmung der Betracher realisiert und diese physisch einbezieht. Durch die Glaswände sind die eindrucksvollen Werke auch außerhalb des Museums im Kantpark sichtbar und bilden so die Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und musealem Raum.

 
Impressionen aus „The Fury“ von Shirin Neshat.
Fotos: Petra Grünendahl

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Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.

Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.

Sculputre 21st mit Shirin Neshats „The Fury“ ist bis zum 25. August ausgestellt. Noch bis zum 1. September ist die Interaktive Tastausstellung SHAPE! im Lehmbruck Museum zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 
Impressionen aus „The Fury“ von Shirin Neshat.
Fotos: Petra Grünendahl

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Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers stellte Programm zur Extraschicht vor

 
Rock, Pop, Kabarett und Knappenchöre unter dem Fördergerüst
Von Petra Grünendahl

ExtraSchicht-Feuerwerk auf Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.
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Den Auftakt des kulturellen Programms auf Schacht IV der ehemaligen Zeche Rheinpreußen in Moers macht ab 18 Uhr der Jugendspielmannszug Glück auf Geldern, gefolgt vom Knappenchor Rheinland. Auf Coversongs können sich Besucher mit ABBAkustik freuen (19 und 21 Uhr) oder zum Mitsingen mit dem Kneipenchor der Moerser Röhre (20 Uhr), Kabarett mit den „netten Koketten“ gibt es ab 22 Uhr. Ab 23 Uhr singt dann Deutschlands größter Knappenchor, der Ruhrkohle-Chor, mit 40 Sängern vor der dann illuminierten Fördermaschinenhalle. Zum Abschluss des Programms taucht das musikalische Höhenfeuerwerk unter dem Motto „AC/DC auf Kohle“ das 48 Meter hohe illuminierte Fördergerüst in Feuer und Flamme. DJ Dirk legt zwischendurch und dann bis 2 Uhr morgens Musik zum Tanzen und Feiern auf.

 

Extraschicht-Pressekonferenz am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMBGV) stellte im Fördermaschinenhaus des Industriedenkmals Rheinpreußen Schacht IV sein Programm zur Extraschicht 2024 am 1. Juni vor. Neben Frank Heinrich vom Vorstand des GMGV standen die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Schacht IV sowie Vertreter der beteiligten Vereine und der Sponsoren Rede und Antwort. „Nicht die Sponsoren sind für das Gelingen dieser Veranstaltung entscheidend, sondern das Engagement der ehrenamtlichen Mitstreiter“, stellte Guido Lohmann von Sponsor Volksbank Niederrhein klar. Ohne diese Ehrenamtler wäre nämlich das gesamte Programm nicht zu stemmen, so der Banker, der selber aus einer Bergbau-Familie stammt. „Wir geben Künstlern der Region hier eine Bühne“, so Frank Heinrich, der für den GMGV den Event organisiert. Die Führungen am Schacht IV machen ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute, in Meerbeck und am Geleucht engagieren sich die Moerser Stadtführer. Um die Bewirtung und das gastronomische Angebot kümmern sich ehrenamtliche Helfer vom GMGV sowie von verschiedenen anderen Moerser Vereinen.

 

 
 
Jetzt vier Formate von Führungen
Der Klassiker unter den Führungen, „Mit Kumpel auf Kohle“, geht durch die Fördermaschinenhalle und das Bergbaumuseum im Untergeschoss. „Mit den Tagesbetrieb-Touren öffnen wir exklusiv zur Extraschicht ehemalige Bergbaugebäude auf dem Areal, die sonst für Besucher nicht zugänglich sein“, erklärte André Thissen, Leiter des Arbeitskreises Schacht IV. Diese Touren ist erst seit 2022 im Angebot: „Wir mussten ja erst mal die Eigentümer der Locations dazu bewegen, uns für diesen Abend Zugang zu gewähren“, erzählte Thissen. In diesem Jahr konnte die Tour noch etwas erweitert werden: Erstmals ist auch die ehemalige Lohnhalle dabei. „An allen Stationen gibt es Fotos und kurze Filmaufnahmen, wie dort früher gearbeitet wurde“, so der ehemalige Bergmann. Seit dem vergangenen Jahr sind Bus-Touren zur Zechenkolonie Meerbeck mit im Angebot: „Es gibt wenige so gut erhaltene Siedlungen in diesem ursprünglichen Zustand“, erklärte Jens Franken vom Stadtteilbüro Meerbeck. Entsprechend riesig war im letzten Jahr der Anddrang, der kaum bis Sonnenuntergang bewältigt werden konnte. Jens Heidenreich von der Wirtschaftsförderung freut sich, in diesem Jahr erstmals ein Herzensprojekt als Führung anbieten zu können: In Kooperation mit dem Verein „100 Jahre Kolonie Meerbeck“ geht es mit Werksbussen zum Geleucht auf der Halde Rheinpreußen. Dort finden Führungen statt, bis 23 Uhr ist auch der Zugang zur Landmarke offen. Ab 18 Uhr werden alle diese Führungen angeboten: Zur Zechenkolonie Meerbeck bis 21:30 Uhr, im Zechen-Tagesbetrieb bis 22 Uhr, zum Geleucht bis 22:30 Uhr und in der Maschinenhalle bis 2 Uhr.

 
Das Programm der Extraschicht am Samstag, 1. Juni, dauert offiziell bis 2:00 Uhr nachts. Karten für die Extraschicht gibt es zum Preis von 20 Euro (für alle 35 Spielorte in 19 Städten) an Vorverkaufsstellen wie dem Besucherzentrum im Landschaftspark Nord oder der Stadtinformation Moers sowie im Online-Shop unter www.extraschicht.de. Für Inhaber der RuhrtopCard kosten die Tickets 10 Euro (ausschließlich im Vorverkauf). An der Abendkasse gibt es die Tickets für 24 Euro. Im Ticket inklusive sind die Nutzung der Extraschicht-Shuttlebusse sowie des ÖPNV (VRR). Wer nur das Programm auf Schacht IV in Moers erleben möchte, erhält für 14 Euro sein Ticket an der Abendkasse.

 

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.

 

Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Moers-Hochstraß. Foto: Petra Grünendahl.
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Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Geöffnet ist Bergbaumuseum an der Zechenstraße 50 in Moers-Hochstraß von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 02841 / 889108 (mittwochs 9 bis 12 Uhr) oder per Mail an schacht4(at)gmgv-moers.de.
www.gmgv-moers.de
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

 
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Lektüretipp: Hits fürs Wochenende in NRW im Klartext Verlag

 
Vielfältigste Freizeitempfehlungen locken
Von Petra Grünendahl

Hits fürs Wochenende – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Manche Veranstaltungen eignen sich eher für Singles und/oder Paare bzw. einen Freundeskreis, andere sprechen gleich ganze Familien mit Jung und Alt an. Bei der Vielfalt dessen, was in Nordrhein-Westfalen an Freizeitvergnügen geboten wird, sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein: Von Hopfen, Wein und Feinschmecker über Special Interests wie Heim & Garten, Spielzeug, Ritterspiele oder Star Wars bis hin zu Musik jeglicher Stilrichtung und (sportlichen) Aktivitäten sei hier nur eine kleine Auswahl dessen genannt, was Fans anlockt. Von Daten und Adressen, teilweise auch Öffnungszeiten, Telefonnummern und Webseiten (wenn vorhanden) bis hin zu Eintrittspreisen reichen die Informationen, die von einer Kurzbeschreibung des Events begleitet sind. Verweise auf Coupons (hinten im Buch) gibt es im Veranstaltungsteil ebenfalls. Ortsübergreifende Events wie der Internationale Museumstag, der Deutsche Mühlentag, der Tag der Architektur, die Extraschicht oder der Tag des Offenen Denkmals, die in jedem Jahr stattfinden, haben eigene Einträge: Mit Verweisen auf die jeweiligen Event-Webseiten, die dann aktuell Informationen zu Highlights vor Ort bieten.

 

Hits fürs Wochenende – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Über 500 Termintipps aus Nordrhein-Westfalen hat ein Autoren-Team im Freizeitführer „Hits fürs Wochenende“ für das Jahr 2024 (ab April) zusammen getragen. Vorneweg gibt es Konzert- und Show-Highlights bzw. Ausstellungen, bevor es in die Veranstaltungen geht: Chronologisch durch das Jahr ist das Ganze sortiert, aber natürlich dann alphabethisch nach Städten. Zum Abschluss gibt es auf sechs Seiten eine Auswahl an Weihnachtsmärkten: Sowohl solche, die über die ganze Adventszeit reichen, als auch solche, die nur ein Wochenende dauern. Der Duisburger Weihnachtsmarkt hat es in die Auswahl geschafft, der Lichtermarkt im Landschaftspark Nord nicht. Die Auswahl erhebt aber auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ob Volks- oder Stadtfeste, (Themen-)Märkte oder Messen, Konzerte, Events oder Festivals: Das Buch bietet einen sejr umfassenden, wenn auch natürlich nicht vollständigen Überblick über das Veranstaltungsjahr 2024 in Nordrhein-Westfalen. Es ist ein Buch zum Blättern und Entdecken, was dem Leser für Ausflüge interessant erscheint. Nach einer mehrjährigen Corona-Pause ist der Traditionsbestseller für 2024 wieder zu haben: Mit fast 40 Coupons im Wert von über 200 Euro. Da hat sich der Kaufpreis für das Buch schnell rentiert.

 

 
 
Das Buch
Das Buch „Hits fürs Wochenende Nordrhein-Westfalen“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das reich bebilderte 176-seitige Taschenbuch ist für 9,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2649-3).

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Hits fürs Wochenende – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers lädt zur Saisoneröffnung auf Rheinpreußen Schacht IV

 
Frauen. Bergbau. Geschichten. & Unter Tage waren wir alle gleich: Zwei Ausstellungen unter einem Dach
Von Petra Grünendahl

„Die Frauen haben uns Einblicke in ihr Leben gegeben“, erzählte Autorin Ulrike Rauhut. Sie seien überall gemeinsam gewesen, so Fotografin Bettina Engel-Albustin, von der die beeindruckend schönen und sehr individuellen Porträtfotos stammen. Die älteste Porträtierte ist 90 Jahre alt, aber die Geschichten, die die Frauen aus ihren Familien erzählten, waren teilweise noch älter: Wie der Bergbau ihr Leben geprägt habe, hat Ulrike Rauhut in spannenden und erfrischend erzählten Geschichten verpackt. Die Idee zu dieser Ausstellung hatte Anja Reutlinger, die seit 27 Jahren in der Zechenkolonie Meerbeck lebt und sich dort mit ihrem Mann Walter für den Stadtteil engagiert. „Wir haben das Leben hier schätzen gelernt und ich wollte die Geschichten der Frauen festhalten, die mich beeindruckt haben mit ihrer Tatkraft und ihrem Engagement über Familie und Beruf hinaus.“ Mit Bettina Engel-Albustin (Foto) und Ulrike Rauhut (Texte) fand sie geeignete Partner für dieses Projekt, die die Frauen besucht haben, um sie in Wort und Bild zu porträtieren. Vier Monate lang war die Ausstellung mit großem Zuspruch in der Zechenkolonie Meerbeck zu sehen gewesen.

 

Stellten die neue Ausstellung vor (v. l.): Alberto Dominguez, Ulrike Rauhut, Bettina Engel-Albustin, Peter Boschheidgen, Anja Reutlinger, Frank Heinrich, Theo Wilbers, Wilfried Scholten und André Thissen. Foto: Petra Grünendahl.

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. (GMGV) hatte die Ausstellung in Meerbeck finanziell unterstützt. Als die Bergleute des GMGV-Arbeitskreises Schacht IV die Ausstellung für die Präsentation in der Fördermaschinenhalle übernehmen wollten, nahmen Engel-Albustin und Rauhut dies zum Anlass, weitere Frauen zu besuchen, ihre Geschichten festzuhalten und sie zu porträtieren. Der Vorstand des GMGV stellte zusammen mit den Macherinnen die neue Ausstellung in der Fördermaschinenhalle auf Schacht IV vor: Eröffnet wird zum Start der neuen Saison am Sonntag, 5. Mai, um 11 Uhr. Die Portraits in Wort und Bild geben Auskunft über das Leben der Frauen im Bergbau am Niederrhein. Frauen und Töchter von Bergleuten kommen zu Wort und erzählen ihre „Bergbaugeschichten“, die einen intimen Einblick geben in das Leben im Bergbau und in der Zechenkolonie, das geprägt war vom Zusammenhalt der Menschen, von der Angst um die Männer, von abwesenden Vätern, aber auch Not und Armut in zwei Weltkriegen. Die zwölf Porträts mit 19 Frauen und Kindern hängen in den Fenstern der denkmalgeschützten Maschinenhalle. Daneben – oder vielmehr „darüber“ – sind immer noch die Fotografien der letztjährigen Ausstellung „Unter Tage waren wir alle gleich“ zu sehen, die die Zuwanderung im Bergbau ab den 1950er-Jahren dokumentiert. Diese beiden Ausstellungen ergänzen sich auf eine faszinierende Weise und verbinden die Geschichten der Bergmänner und der Bergfrauen. Zur Eröffnung am kommenden Sonntag werden auch einige der porträtierten Frauen am Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV anwesend sein.

 

 
 
Einladung zu Gesprächen

Frauen im Bergbau mit Porträts in Wort und Bild: Die neue Ausstellung im Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

„In Meerbeck hat die Ausstellung eingeladen zu Gesprächen über die Geschichten der Porträtierten und der Besucher. Ich denke, das wird auch hier der Fall sein“, sagte Anja Reutlinger. Finanziell unterstützt wurde die neue Ausstellung auch von der Volksbank Niederrhein, vom Stadtteilbüro Meerbeck, vom Kulturbüro Moers sowie vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Neben den beiden Ausstellungen in der Fördermaschinenhalle ist aber auch die Sammlung des Bergbaumuseums im Untergeschoss der Maschinenhalle mehr als nur sehenswert. Der Besucher erlebt die Untertagewelt zum Erkunden: „Wir sind ein Museum zum Anfassen“, erklärte André Thissen, Leiter des Arbeitskreises Schacht IV, der während der Öffnungszeiten gemeinsam mit anderen ehemaligen Bergleuten für kleine Führungen, Fragen und Antworten vor Ort zur Verfügung steht.

 

Frauen im Bergbau mit Porträts in Wort und Bild: Die neue Ausstellung im Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Saisonstart öffnet das Industriedenkmal mit seinem Bergbaumuseum bereits um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Bis Ende Oktober ist jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr geöffnet, außerhalb dieser Zeiten sind jedoch individuelle Termine für (kostenfreie) Gruppenführungen möglich. Die Führungen auf Schacht IV machen ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute.

 
Impressionen vom Schacht IV. Fotos: Petra Grünendahl

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Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Der Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.

 

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Geöffnet ist Bergbaumuseum an der Zechenstraße 50 in Moers-Hochstraß von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 02841 / 889108 (mittwochs 9 bis 12 Uhr) oder per Mail an schacht4(at)gmgv-moers.de.
www.gmgv-moers.de

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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MKM Museum Küppersmühle eröffnet neue Perspektiven vom Duisburger Innenhafen aus

 
Grandiose Panorama-Aussicht bis
ins Ruhrgebiet und an den Niederrhein

Von Petra Grünendahl

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst eröffnet die Aussichtsplattform 40 Meter über Duisburg. Foto: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.

Aus etwa 40 Metern Höhe bietet die neue Aussichtsplattform auf den alten Silos des ehemaligen Getreidespeichers im Duisburger Innenhafen imposante Perspektiven: Bei gutem Wetter und klarer Sicht geht der Blick weit über den Innenhafen und Duisburg hinweg bis ins Ruhrgebiet, an den Niederrhein und sogar nach Düsseldorf. „Das Museum Küppersmühle ist zu einem wichtigen Anziehungspunkt für unsere Stadt geworden. Mit der neuen Aussichtsplattform bietet sich jetzt ein weiteres attraktives Ausflugsziel, das nicht nur Duisburger zu einem Besuch einlädt, sondern auch Touristen einen wunderbaren Blick über Duisburg ermöglicht“, sagte Oberbürgermeister Sören Link. „Die Küppersmühle war jahrzehntelang Nahrungslieferant für die Region. Heute liefert sie geistige Nahrung. Sie bietet einen faszinierenden Einblick in die bildende Kunst und einen Ausblick ins Ruhrgebiet. Das MKM ist somit ein kultureller Leuchtturm, der weit über Duisburg hinaus strahlt,“ ergänzte Museumsdirektor Walter Smerling. „Die neue Aussichtsplattform im MKM steigert die Attraktivität der Museumsstadt Duisburg“, so Kulturdezernentin Linda Wagner.

 

Sören Link, Linda Wagner und Walter Smerling (v. l.) auf der Aussichtsplattform am MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst eröffnet am Mittwoch, 1. Mai, seine neue Aussichtsplattform auf den Silos, die im Rahmen der Arbeiten zum Erweiterungsbau verstärkt worden waren. Walter Smerling, Direktor des MKM Museum Küppersmühle, Oberbürgermeister Sören Link und Linda Wagner, Kulturdezernentin der Stadt Duisburg stellten diese Bereicherung der Stadtlandschaft im Pressetermin vor. Unter optimalen Wetterbedingungen bietet die Plattform einen Panoramablick auf zahlreiche bekannte Wahrzeichen von Duisburg, darunter der Landschaftspark Nord, die Halde Rheinpreußen, die Salvatorkirche, das NRW-Landesarchiv, das Rathaus, das Stadttheater und die „Goldene Leiter“ sowie die verschiednen Stahlwerke mit ihren Hochöfen. Darüber hinaus sind der Rheinturm und die Skyline von Düsseldorf, der Stadtwald in Mülheim und der Gasometer in Oberhausen ebenso sichtbar wie der Förderturm vom Bergwerk West (heute Zechenpark Friedrich Heinrich) und die Bergehalden am Niederrhein. Die Eröffnung der Aussichtsplattform unterstreicht das Engagement des Museum Küppersmühle, außergewöhnliche Architektur und Kunst in einem einzigartigen Rahmen zu präsentieren. Die Plattform setzt einen weiteren Akzent im Museum, das vom renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron umgebaut und erweitert wurde.

 

Die Aussicht: Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Aussichtsplattform nur in Verbindung mit Museumseintritt

Aussichtsplattform am MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Besichtigungen der Aussichtsplattform werden künftig an allen Öffnungstagen des Museums in der Zeit zwischen dem 1. April und dem 30. September des Jahres bei geeigneten Witterungsbedingungen jeweils um 14:30 Uhr (bis 15:30 Uhr) und um 16:30 Uhr (bis 17:30 Uhr) oder nach besonderer Vereinbarung angeboten. Der Zutritt zur Plattform kostet 4,00 Euro. Tickets sind allerdings ausschließlich in Verbindung mit dem Kauf eines Tickets für das gesamte Haus (12,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro) erhältlich. Der Gesamtpreis für den Besuch des Museums und die Aussichtsplattform beträgt 16,00 Euro (ermäßigt 10,00 Euro). Bei ermäßigten oder auch Freitickets bleibt der Eintrittspreis für die Plattform bestehen. Der Zugang ist auf Gruppengrößen von maximal 20 Personen begrenzt. Für die garantierte Besichtigung der Plattform ist eine verbindliche Terminreservierung erforderlich. Sind dann vor Ort spontan noch Plätze frei, kann aber auch ein Ticket für die Plattform nachträglich (nach bereits entrichtetem Museumseintritt) gelöst werden.

 

 
Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

In den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss ist noch bis zum bis zum 5. Mai 2024 die Sammlung Haniel zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (16), Ilja Höpping / Stadt Duisburg (1)

 

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Lektüretipp: „Take No Fake“ von Alex Deitermann

 
Originalität und Qualität als Basis für den persönlichen Erfolg entwickeln
Von Petra Grünendahl

Foto: NoName_13 / pixabay.

Täuschungen und Lügen sind aus unserem Alltag leider (!) nicht mehr wegzudenken. An manchen Stellen lassen wir uns unbewusst (arglos) täuschen. In vielen Beispielen macht der Autor aber auch klar, wo sich Menschen bewusst auf Fakes einlassen und welcher Schaden dadurch entsteht: Anderen, aber auch uns selber. Dabei verweist er immer wieder auf die Verlässlichkeit von Authentizität und den Wert des Echten: Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, wo Plagiate in Deutschland Tausende Arbeitsplätze kosten. Fake News und gezielte Desinformation erfahren heutzutage dank digitaler Welten schnelle Verbreitung und gefährden damit die Demokratie. Reißerische Schlagzeilen prägen Meinungen, bevor jemand den eigentlichen Inhalt eines Artikels zur Kenntnis genommen hat (falls überhaupt!). Damit schwindet Vertrauen, aber es gehen in einer Gesellschaft auch existenzielle Werte verloren. Man sollte sich also immer die Frage stellen: Welche Ziele verfolgen die Initiatoren von Falschmeldungen? Konsumenten, die dies nicht hinterfragen, fördern deren Verbreitung statt die sachlicher Berichterstattung. Der Leser muss sich fragen: Auf welche Informationen ist Verlass? Manches lässt sich relativ einfach auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Wie werden die Möglichkeiten von KI (Künstlicher Intelligenz) in den Medien unsere Lesegewohnheiten und damit unser Leben verändern?

 

Blick ins Buch: Take No Fake von Alex Deitermann. Foto: Petra Grünendahl.

In seinem Buch „Take No Fake“ beschäftigt sich der Autor Alex Deitermann damit, wie man Täuschungen im Alltag erkennt und wie man ihnen am besten begegnet. Täuschungen und Fakes kommen in unterschiedlichster Gestalt daher: als Fälschungen, Desinformation oder Fake News, aber auch in Gestalt von Menschen, die betrügen, um nach außen besser da zu stehen oder um ihr Bild von sich selbst zu schönen. „Warum sind Fakes ein Problem?“, fragt Alex Deitermann. Und liefert gleich die Antwort: „Weil kein Bemühen dahintersteht, besser zu werden.“ Das, so der Autor, fördere die eigene Mittelmäßigkeit und sei kein Zeichen von Anspruch an sich selbst. „Der eine spielt den Fachmann, obwohl er nie einer wird, ein anderer spielt ihn, weil er einer werden will, bis er es ist.“ Aber: „Wer nicht aufhört, andere zu kopieren“, bilanziert der Autor, „wird nie selber ein Original!“

 

 

Foto: WOKANDAPIX / pixabay.

In seinen Ausführungen steigt der Autor tief in die Philosophie (bis zurück in die Antike) und in die Psychologie ein: Immer verständlich und auf den Punkt gebracht, den er dem Leser klar machen will. Das Buch liefert Impulse, sich mit seinen eigenen Vorstellungen und seinem Verhalten auseinander zu setzen, Fakten zu hinterfragen und fördert das eigene Urteil. Der Autor will die Wahrnehmung schärfen und seine Leser für alltägliche Täuschungen und Manipulationen sensibilisieren. Damit fördert er das Bewusstsein für fremde Täuschungen ebenso wie für die Selbsttäuschung und hilft, eigene klare und wahre Standpunkte zu entwickeln. Sein Storytelling und die anschaulichen Beispiele mitten aus dem realen Leben machen Deitermanns Buch zu einem echten Praxis-Ratgeber.

 

Foto: Gerd Altmann / pixabay.

Gegliedert ist das Buch in drei Teile mit mehreren Kapiteln: Im ersten Teil geht es um Fakten rund um das Thema „Fake“ aus wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Sicht. Im zweiten Teil geht es praktischer in Kultur und Werte und ins menschliche Verhalten. Der dritte Teil kann dann der Schlüssel zur eigenen (Weiter-)Entwicklung sein: Mit Einblicken in Philosophie, Psychologie und auch dem Aufzeigen spiritueller Pfade. Das Buch regt an, sich mit seinen Werten und seiner Lebenswirklichkeit auseinander zu setzen: Diese in Frage zu stellen, um in sich selbst das Original zu finden. Das Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet aber als spannende Lektüre viele Steine des Anstoßes, über sich selbst und seinen Platz in der Welt nachzudenken.

 

 
Der Autor und das Buch

Blick ins Buch: Take No Fake von Alex Deitermann. Foto: Petra Grünendahl.

Alex Deitermann (Jahrgang 1959) ist ein überzeugter Idealist, bewusster Optimist und seit seinem 25. Lebensjahr Unternehmer mit Herzblut. Die Unterstützung von Menschen, die Unternehmer werden wollen, die bereits Unternehmer sind und wachsen wollen, sowie Menschen, die Ihr Lebenswerk krönen wollen, sieht er als seine Mission. Deitermann ist Unternehmer, Autor, Podcast-Host und Vortragsredner. Als Sparringspartner (eine Bezeichnung, die Deitermann dem „Berater“ vorzieht) unterstützt er Mittelständler und Familienunternehmen, ihre „Übergabefähigkeit“ an Nachfolger zu optimieren. Er hat seit 1985 vier Unternehmen gegründet, entwickelt und erfolgreich übergeben.
www.alexdeitermann.de

 
Sein Buch „Take No Fake“ will Deitermann als Mutmacher-Buch verstanden sehen: Bewusst und gezielt genauer hinzuschauen, den Mut und die Klarheit für eigene Standpunkte zu entwickeln, auf die eigenen Sinne, Werte und Überzeugungen zu vertrauen sowie Wege für die Realisierung der eigenen Vorstellungen, Ideen, Konzepte, Visionen und Ziele zu entwickeln und dadurch die Welt ein Stück zu verbessern.

 
Das Buch „Take No Fake“ ist als Paperback mit Klappumschlag im Selbstverlag erschienen. Es ist für 29,90 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-98942-319-0).

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Gerd Altmann / Pixabay (1), NoName_13 / pixabay (1), WOKANDAPIX / pixabay (1)

 

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Erfolgreich behauptet: Duisburger Hafen AG zog Bilanz für das Jahr 2023

 
Trotz Krise 2023 und Herausforderungen auf gutem Kurs
Von Petra Grünendahl

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

„Wir haben die Erwartungen trotz der gesamtwirtschaftlichen Schwäche erfüllt und unsere Ziele teilweise übertroffen. Abgesehen von den erwarteten Rückgängen beim Umschlag haben alle Konzernbereiche mindestens planmäßig agiert, wirtschaftlich haben wir insgesamt sogar besser abgeschnitten als prognostiziert”, erklärte Markus Bangen, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG. Sowohl der Gesamtumschlag von 50,5 Mio. Tonnen (minus 8 Prozent) als auch der Containerumschlag von 3,6 Mio. TEU* (minus 10 Prozent) waren krisenbedingt rückläufig. „Die Rückgänge der Umschlagsleistungen sind in anderen Häfen ähnlich“, so der Hafen-Chef. Während der Umsatz der gesamten duisport-Gruppe ganz leicht gesunken ist (von 332,5 Mio. Euro auf 331,5 Mio. Euro), ist das Gesamtergebnis vor Steuern sogar leicht gestiegen (von 20,5 Mio. Euro auf 22,1 Mio. Euro). „Die Häfen sind Frühindikatoren wirtschaftlicher Entwicklung. Strukturelle Veränderungen beeinflussen Rahmenbedingungen und Investitionsentscheidungen. Wir haben hier dringenden Handlungsbedarf, wenn wir die Industrie halten wollen“, sagte Bangen, der für den Hafen weitere Investitionen bekräftigte. Die Geschäftsbereiche der duisport-Gruppe (Umschlag und logistische Dienstleistungen) glichen sich aus, so Bangen. „Wir haben diese Geschäftsbereiche zukunftsfähig aufgestellt.“

 

Jahresbilanz-Pressekonferenz der Dusiburger Hafen AG (duisport) mit (v. l.) Lars Nennhaus, Vorstand Technik und Betrieb, und Markus Bangen, Vorsitzender des Vorstands. Foto: Marco Stepniak.

In der Bilanzpressekonferenz legte der Vorstand der Duisburger Hafen AG die Zahlen für das Jahr 2023 vor. Rede und Antwort standen CEO Markus Bangen und Lars Nennhaus, Vorstand Technik und Betrieb. Die China-Züge, so erklärte Hafenvorstand Bangen auf Nachfrage, seien keine Konkurrenz für die Seefracht, hätten aber im vergangenen Jahr von den Weltkrisen und Unsicherheiten der Seeverkehre profitiert. Wöchentlich seien es aktuell zwischen 20 und 25 Zugverbindungen – und die laufen in beide Richtungen. „Wir exportieren auch an China.“ Und er machte deutlich: „Unser Interesse sind Ladungen für Schiff und Bahn: Damit verdienen wir Geld.“ Dennoch komme der Hafen auch seiner Verantwortung für die Lkw-Verkehre nach: „Wir haben mehrere Parkplätze für Lkw im Bau bzw. schon in Betrieb, aber wir brauchen die passenden Flächen.“ Das neu entstehende DGT bekomme solche Stellplätze. Auch an den anderen Logistik-Standorten sei gebaut worden oder gebe es Pläne, sagte Lars Nennhaus. Er räumte aber ein: „Nicht alle Lkw-Verkehre in Duisburg haben mit dem Hafen zu tun. Und wir sind von den Autobahnen durchzogen: Auch für diese Verkehre muss etwas getan werden“, wies er auf die Notwendigkeit eines Autohofs am Kreuz Kaiserberg hin.

 

 
 
Mit Investitionen in Vorzeige-Projekte fit für die Zukunft machen

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

Im Jahr 2023 hat die duisport-Gruppe fast 75 Millionen Euro in die Infrastruktur sowie Instandhaltungsmaßnahmen investiert. „2024 ist das Jahr, in dem wir viele bedeutende Projekte fertigstellen”, erklärte Lars Nennhaus, Vorstand für Technik und Betrieb, und blickt dabei zuerst auf das Duisburg Gateway Terminal (DGT): „Das größte Containerterminal im europäischen Hinterland nimmt im Sommer den Betrieb auf“, so Nennhaus. Auf einer Gesamtfläche von rund 235.000 Quadratmetern wird das DGT in zwei Bauabschnitten als zentraler Gateway-Hub im Herzen des Ruhrorter Hafenteils errichtet. Es leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner und zukunftsweisender Logistik am Standort Duisburg. In Kombination mit dem Forschungsprojekt enerPort II soll das Terminal komplett klimaneutral betrieben werden. Das sei aber eine gezielte Einzelmaßnahme im Hafen-Portfolio, so Markus Bangen. „Wir können Klimaneutralität nicht dadurch erreichen, dass wir die Stahlindustrie platt machen“, warnte er vor der Deindustrialisierung.

 
An vielen Stellen im Stadtgebiet investiert der Duisburger Hafen in die Infrastruktur, um sich zukunftsfähig aufzustellen und Anwohner zu entlasten. So werden zum Beispiel im logport I (Rheinhausen) ebenso wie zum logport VI (Walsum) Gleisanlagen erneuert. Zudem wurden in Rheinhausen alte Krupp-Hallen (die sogenannten Längshallen aus Vorkriegszeiten) abgerissen, um dort moderne Lagerhallen zu bauen. „Die abgeschriebenen Hallen waren eine ‚Cash-Cow’, aber wir haben entscheiden, den Standort mit modernen Lagerhallen zu entwickeln“, so Bangen. Zu den Zukunftsinvestitionen zählt auch der 2. Bauabschnitt der Querspange Walsum zum logport VI oder die Sanierung und der Ausbau von Straßen innerhalb des logport I, die ursprünglich nicht für die mittlerweile bestehenden Lkw-Verkehr konzipiert waren: „Wir müssen Hafenareale vernünftig ansteuern können: Über die Straße wie über die Schiene“, sagte Lars Nennhaus.

 

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

Mit Kooperationen und Partnerschaften punktet der Duisburger Hafen im Wettbewerb. „Was uns von anderen Standorten unterscheidet: Bei uns agieren alle großen Logistiker – hier kann man auswählen“, erklärte Hafen-Chef Bangen. Und: „Eine Kooperation wie Log4NRW war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Aber wir wissen, wo wir in einem Boot sitzen und nur zusammen erfolgreich sind!“ In punkto „Neue Energien“ gibt es Kooperationen mit den Häfen Antwerpen und Rotterdam: Die Abhängigkeiten seien wechselseitig, so der Hafenvorstand.

 

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

Intern will sich die duisport-Gruppe stärker aufstellen: Mit weiteren Neustrukturierungen und dem Rebranding in den Bereichen der Logistischen Dienstleistungen. „Wir werden uns dort weiter entwickeln und verschiedene Geschäftseinheiten zu duisport logistics and port services verschmelzen“, sagte Nennhaus zur Neuausrichtung. „Wir haben Verbesserungsbedarf identifiziert, entrümpeln und schaffen doppelte Strukturen ab“, stellte Bangen klar. Die Restrukturierungen sollten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, erklärte Nennhaus.

 

 
Duisburger Hafen AG

Der Duisburger Hafen stellte seine Jahresbilanz für 2023 vor. Foto: Screenshot.

Die Duisburger Hafen AG (duisport) ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inkl. Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik.
www.duisport.de

*) TEU = 20-Fuß-Standardcontainer-Einheiten (eng. Twenty-Foot Equivalent Unit)

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Marco Stepniak (1), Screenshots (Präsentation)

 

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Sitzung im Rat der Stadt Duisburg: Autohof auf den Weg gebracht

 
Diskussionen um Pläne von thyssenkrupp und Autohof
Von Petra Grünendahl

Ratssitzung vom 15. April 2024. Foto: Screenshot.

Ratssitzung vom 15. April 2024. Foto: Screenshot.

Mit großer Mehrheit nahm der Rat der Stadt Duisburg eine Resolution an, sich als Stadt Duisburg zum Stahlstandort und seinen Arbeitsplätzen zu positionieren. Der Antrag war wegen seiner Bedeutung für die Stadt vom TOP63 an den Sitzungsanfang vorgezogen worden. Dieter Lieske (SPD), ehemaliger Bevollmächtigter der IG Metall in Duisburg, warnte: „thyssenkrupp plant hier eine Strukturbereinigung in der Stahlindustrie, bevor sie ihren Stahlbereich verkaufen. Das Unternehmen agiert damit gegen die Stadt und gegen die Region.“ Er wies auf die immensen Investitionen hin, mit denen Land NRW und Bund die ökologisch-wirtschaftliche Transformation unterstützen, um den Standort zu sichern. „Stimmt, das ist der Anfang und wir müssen hier Signale setzen. Stahl ist immer noch ein Markenkern unsere Stadt“, ergänzte der Fraktionsvorsitzende Thomas Mahlberg (CDU).

 

Ratssitzung vom 15. April 2024. Foto: Screenshot.

Der Rat der Stadt Duisburg hat sich zur zweiten Sitzung in diesem Jahr getroffen, um wichtige Entscheidungen zu treffen und Beschlüsse auf dem Weg zu bringen. Das Gros der Entscheidungen fiel einstimmig oder mehrheitlich. Auf den Weg gebracht wurden unter anderem verschiedene Schulneu- und –umbauten, Baumaßnahmen, Flächennutzungs- und Bebauungspläne, Bewilligung von Ausgaben und Zuschüssen u. a. zu Betreuungs- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche sowie Ausgabenänderungen für bereits beschlossene Maßnahmen. Dazu gab es Beratungen und Beschlüsse zu Anträgen unterschiedlichster Fraktionen. Für Ausgaben aus der Stadtkasse ist der Rat die Entscheidungs- und Genehmigungsinstanz, ohne die kein Euro fließt. Dazu erzählten hier unter anderem die einstimmigen Beschlüsse zum Bau eines neuen Tierheims (Tierschutzzentrum) gegenüber des Business-Parks Asterlagen sowie der Bewilligung von 8,5 Mio. Euro für den Abriss des dritten Weißen Riesen in Hochheide.

 

 
 
Diskussion um Autohof

Ratssitzung vom 15. April 2024. Foto: Screenshot.

Eine größere Diskussion entbrannte zwischen Ratsleuten der Grünen als Gegnern und anderen Ratsleuten als Befürwortern des Autohofs um die Änderung eines Flächennutzungsplans und die Neuaufstellung eines Bebauungsplans. Der ursprüngliche Flächennutzungsplan stamme aus dem Jahr 2004, so Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. Die Fläche wird bislang landwirtschaftlich genutzt. Die Parkplätze für Lkw-Fahrer müssten im Stadtgebiet entstehen, wo sie gebraucht würden, argumentierte Ratsherr Felix Lütke (Bündnis 90/Die Grünen). Dem widersprach Ratsherr Bruno Sagurna, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Autohöfe gehören an die Autobahn und nicht ins Stadtgebiet.“ Dieser Autohof sei nicht für Logport oder das Duisburg Gateway Terminal, sondern für die Verkehre, die über das Kreuz Kaiserberg liefen. Dass an weiteren Standorten zusätzliche Lkw-Stellplätze mit den entsprechenden sanitären Einrichtungen gebaut werden müssten, mache den Autohof in Duissern nicht überflüssig, so Sagurna. Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Rat die beiden Vorlagen.

 

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Screenshots

 

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Deutsche Oper am Rhein: „Jenůfa“ von Leoš Janáček feierte Premiere im Theater Duisburg

 
Eine Frau, zwei Brüder und ein heimliches Kind
Von Petra Grünendahl

Jacquelyn Wagner (Jenufa), Jussi Myllys (Števa Buryja). © Barbara Aumüller.

Jacquelyn Wagner (Jenufa), Giorgi Sturua (Laca Klemen). © Barbara Aumüller.

Jenůfa (Jacquelyn Wagner) ist schwanger. Kindsvater Štewa Buryja (Jussi Myllys), ein Ziehsohn der wohlhabenden Mühlenbesitzerin Buryja (Stefanie Schaefer), soll Soldat werden, kann sich aber frei kaufen. Nun könnte er Jenůfa heiraten, will aber von seinem Heiratsversprechen nichts mehr wissen. Nachdem Jenůfa im Geheimen ihr Kind auf die Welt gebracht hat, bangt ihre Stiefmutter (Rosie Aldridge), die Küsterin des Dorfs, um ihren Ruf. Štewas Ziehbruder Laca Klemeň (Giorgi Sturua) liebt das Mädchen seit langem und möchte sie heiraten, aber sie hat nur Augen für Štewa. Aus Eifersucht hatte er ihr Gesicht entstellt. Die Küsterin klärt Laca über Jenůfas Umstände auf: Heiraten will er sie trotzdem, aber nicht das Kind seines verhassten Bruders großziehen. Die Küsterin erkennt das Kind als Hindernis für Jenůfas Zukunft, erzählt Laca, es sei gestorben, – und bringt es dann um. Den Vater des Kindes verflucht sie. Auch wenn Jenůfa noch nicht ganz überzeugt ist, willigt sie in die Hochzeit ein, nachdem Štewa sich mit der Tochter des Dorfrichters, Karolka (Lavinia Dames), verlobt hat. Kurz vor der Trauung von Jenůfa und Laca findet man die Leiche, die Jenůfa als ihren Sohn erkennt. Die Dorfgemeinschaft verdächtigt Jenůfa des Mordes, bis die Küsterin ein Geständnis ablegt. Jenůfa erkennt ihre wahre Liebe und heiratet Laca. Karolka verlässt Štewa, als sie erfährt, dass er der Vater ist.

 

Stefanie Schaefer (Die alte Buryja), Jussi Myllys (Števa Buryja), Jacquelyn Wagner (Jenufa), Günes Gürle (Altgesell), Chor der Deutschen Oper am Rhein. © Barbara Aumüller.

Eine viel umjubelte Premiere feierte im Theater Duisburg die Oper „Jenůfa“ des tschechischen Komponisten Leoš Janáček: Mit minutenlangem, teils stehenden Beifall feierte das Publikum zu Recht eine herausragende Inszenierung mit ganz fantastischen Akteuren. In seiner berühmtesten Oper lotet Janáček psychologische Extremzustände zwischen den engstirnigen Moralvorstellungen auf dem Dorf und der Ohnmacht der Charaktere aus. Die Oper „Jenůfa“ hatte 1904 ihre Uraufführung in Brünn (Mähren) am Tschechischen Nationaltheater gefeiert, aber erst eine 1916 in Prag aufgeführte modifizierte Version wurde auf breiter Front wahrgenommen. Tatjana Gürbaca setzt hier erneut eine „Frauenoper“ des tschechischen Komponisten in Szene – bereits die zweite an der Deutschen Oper am Rhein nach „Katja Kabanova“. Das Prosa-Libretto (nicht, wie sonst üblich, in Versform) schrieb der Komponist nach einem Schauspiel von Gabriela Preisová. Die Inszenierung der Deutschen Oper am Rhein entstand in Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Genève. Gesungen wird in tschechischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der ca. 2¾-stündige Opernabend in drei Akten (eine Pause) ist empfohlen ab 14 Jahren.

 

 
 
Hervorragende Inszenierung mit großartigen Akteuren

Jacquelyn Wagner (Jenufa), Rosie Aldridge (Die Küsterin), Giorgi Sturua (Laca Klemen). © Barbara Aumüller.

Auf der Bühne glänzt ein hervorragendes Ensemble aus eigenen Sängern der Deutschen Oper am Rhein zusammen mit hochkarätigen Gastsängern, die alle mit Ausnahmen von Rosie Aldridge (Küsterin) in ihrem Rollen debütierten. Neben den bereits genannten sind dies Günes Gürle (Altgesell), Sami Luttinen (Dorfrichter), Katharina von Bülow (seine Frau), Katarzyna Włodarczyk (Schäferin), Verena Kronbichler (Barena). Bogdana Bevziuk (Jano), Diana Klee (Tante) sowie Mirjana Burnaz und Emanuel Fluck. Grandios präsentierten die Duisburger Philharmoniker mit Siegfried Rivinius an der Solovioline unter der Leitung von Axel Kober die anspruchsvolle und vielfältige Komposition, die in Strecken auch folklorische Elemente enthielt. In großartigen Chorszenen glänzt der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski. Für die folklorischen Kostüme zeichnet Silke Willrett unter Mitarbeit von Carl Christian Andresen verantwortlich. Das schlichte Bühnenbild hat Henrik Ahr entworfen, ins rechte Licht gerückt wurde es von Stefan Bolliger.

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Jacquelyn Wagner (Jenufa), Rosie Aldridge (Die Küsterin). © Barbara Aumüller.

Sa | 20. April 2024 | 19:30 Uhr,
Fr | 26. April 2024 | 19:30 Uhr,
Do | 9. Mai 2024 | 18:30 Uhr,
Sa | 11. Mai 2024 | 19:30 Uhr und
So | 19. Mai 2024 | 15:00 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Sami Luttinen (Dorfrichter), Giorgi Sturua (Laca Klemen), Verena Kronbichler (Barena), Jacquelyn Wagner (Jenufa), Rosie Aldridge (Die Küsterin), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein. © Barbara Aumüller.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Katarzyna Wlodarczyk (Schäferin), Günes Gürle (Altgesell), Jacquelyn Wagner (Jenufa), Lavinia Dames (Karolka), Chor der Deutschen Oper am Rhein. © Barbara Aumüller.

Tickets kosten zwischen 17,00 und 69,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Barbara Aumüller

 

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Commerzbank in Duisburg zieht erfolgreiche Bilanz für das Jahr 2023

 
Privatkunden steigern Spar- und Investmenteinlagen
Von Petra Grünendahl

Infografik: Commerzbank.

Infografik: Commerzbank.

Gestiegene Zinsen und die anhaltende Inflation haben den Beratungsbedarf erhöht: „Besonders unsere Privatkunden haben Interesse an attraktiven verzinsten Sparprodukten“, sagte Julia Tysiak, seit Jahresanfang Regionsleiterin Private Banking & Wealth Management in Duisburg. Das Einlagenvolumen ist entsprechen im vergangenen Jahr in Duisburg um 27,4 Prozent auf 452,5 Mio. Euro gestiegen. Eine Anlagestudie der Commerzbank zeigt: Gespart wird primär auf dem Tages- oder Festgeldkonto bzw. dem Sparbuch. „Sicherheit und Verfügbarkeit stehen dabei im Fokus“, erklärte Tysiak. Dabei zeigt die Studie auch: Rund 75 Prozent der Befragen sparen, fast die Hälfte davon monatlich 150 Euro oder mehr. „Allerdings wird oft renditeschwach gespart. Dabei ist fehlenden Wissen meist der Hauptgrund, nicht in Wertpapiere zu investieren“, so Tysiak. „Wir sehen es umso mehr als unseren Beratungsauftrag an, aus Sparern kompetente Anleger zu machen“, so Tysiak. „Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Inflation bleiben Wertpapiere eine sinnvolle Anlageform. Auch mit kleinen Summen können über Wertpapier-Sparpläne investieren und ein Vermögen aufbauen.“

 

Nikolai Baecker, Regionsleiter Unternehmerkunden

Beim Jahrespressegespräch präsentierten und kommentierten Julia Tysiak und Nikolai Baecker, Regionsleiter Unternehmerkunden für Duisburg, die Zahlen für das vergangene Jahr. Die Commerzbank in Duisburg deckt die Gebietsregion Duisburg mit einem Einzugsgebiet ab, das bis nach Moers, Dinslaken und Voerde sowie Bocholt / Kreis Borken im Westmünsterland reicht. In dieser Region betreut die Hauptstelle an der Königstraße rund 26.000 Privatkunden mit höherem Beratungsbedarf. Für Kunden mit geringerem Beratungsbedarf gibt es über Beratungscenter eine telefonische Kundenbetreuung. Dazu kommen rund 3.000 bis 3.500 Unternehmen bzw. Unternehmensverbünde im Mittelsand, Freiberufler und Selbstständige. Im Unternehmensbereich verzeichnete die Commerzbank aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus eine verstärkte Umschuldung von (kurzfristigen) Krediten auf zinsgünstigere Darlehen: „Wenn Zinsen für kurze Laufzeiten höher liegen als für lange, werden längerfristige Finanzierungen verstärkt nachgefragt“, erläuterte Nikolai Baecker. „Trotz einer aktuell spürbaren Investitionszurückhaltung erwarten wir aufgrund der Transformationsherausforderungen, vor denen die Wirtschaft steht, eine steigende Kreditnachfrage.“ Insgesamt lag das Kreditvolumen im Segment Unternehmer- und Firmenkunden Ende 2023 in Duisburg stabil bei 622,8 Mio. Euro.

 

 
 
Anlagestrategien, Immobilienfinanzierung und Unternehmerkunden

Infografik: Commerzbank.

Erwartungsgemäß hat sich 2023 als guter Aktienjahrgang erwiesen, der DAX erreichte ein Plus von mehr als 20 Prozent. Das Wertpapiervolumen in den Kundendepots der Commerzbank Duisburg stieg im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf nun knapp 861 Mio. Euro. Der Privatkundenbereich sei hier aber enorm im Wandel: „Vor drei Jahren waren die Sparer noch sehr konservativ, heute sind immer mehr Anleger offen für Wachstum und Chancen. Und sie sind deutlich entspannter bei zeitweilig sinkenden Aktienkursen.“ Allerdings lägen bei manchen Kunden immer noch zu hohe Beträge auf unverzinsten Girokonten anstatt auf Tagesgeldkonten, die neben einer Verzinsung auch die schnelle Verfügbarkeit bieten. Trotz gestiegener Kreditzinsen ist auch die Immobilienfinanzierung für Privatkunden immer noch ein Thema. Verstärkt ergänzen Immobilienkredite und Hypotheken der klassische Bausparvertrag: Nach Ablauf der Zinsbindung der Hypothek kann der Kunde vergleichsweise günstig auf das Bauspardarlehen umsteigen, wenn das Zinsniveau hoch bleibt. „Wir verzeichnen wenig Kreditausfälle hier in der Region“, bestätigte Julia Tysiak.

 

Infografik: Commerzbank.

Infografik: Commerzbank.

„Unternehmer stehen vor großen Herausforderungen. Und das nicht nur wegen des höheren Zinsniveaus“, sagte Nikolai Baecker. Fachkräftemangel, Unternehmensnachfolge, Cybersicherheit und die nachhaltige Transformation treibe Unternehmer um, so Baecker. „Wir haben hier in der Region wenig Unternehmensinsolvenzen“, sagte Baecker. Trotz der vielfältigen Herausforderungen und Krisen in der Welt mit einhergehenden Sanktionen, die auch Unternehmen in der Region treffen. „Unsere Experten führen regelmäßig Nachhaltigkeitsdialoge, um den Transformationsstand des Kunden zu ermitteln und ihm darauf basierend entsprechende Produkte anbieten zu können.“ Dazu zählen nachhaltige Anleihen ebenso wie Förderkredite der KfW. Dabei stehe die Commerzbank an der Seite ihrer Kunden: Egal, ob es um die Finanzierung von Investitionen gehe oder darum, Unternehmensführungen mit potenziellen Nachfolgern in Kontakt zu bringen oder die Nachfolge innerhalb der Familie zu begleiten und zu finanzieren. Oder auch beim Thema Cyber-Sicherheit: „Die Bedrohung im Cyberraum ist so hoch wie nie zuvor. Dabei stehen nicht mehr nur große Unternehmen im Mittelpunkt, sondern zunehmend auch kleine und mittlere Organisationen“, sagte Baecker. „Wir unterstützen unsere Unternehmer- und Firmenkunden daher bei der Stärkung ihrer Resilienz mit einem umfassenden Cyber-Security-Angebot.“ Dazu zählen unter anderem Sicherheitsberatungen mit Hilfe von Kooperationspartnern, Awareness-Schulungen oder Cyberversicherungen. „Beratungsqualität ist schließlich unser ureigenster Job“, so Nikolai Baecker.

 

 
Commerzbank

Commerzbank an der Königstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Die Commerzbank ist Deutschlands führende Bank für den Mittelstand und starker Partner von rund 25.000 Firmenkundenverbünden sowie knapp 11 Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Von den 400 Filialen in Deutschland finden Kunden in 220 Filialen Beratung zum Private Banking sowie 85 Filialen mit Wealth Management und Unternehmenskunden. Die gesamte Bandbreite des Angebots findet der Kunde in der Filiale an der Köngstraße, ein Grundangebot für Privatkunden gibt es in einer Filiale im Hamborn.
Die Commerzbank wickelt rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und ist im Firmenkundengeschäft international in knapp 40 Ländern vertreten. Die Bank konzentriert sich auf den deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie institutionelle Kunden. Im internationalen Geschäft begleitet die Commerzbank Kunden mit einem Geschäftsbezug zu Deutschland und Unternehmen aus ausgewählten Zukunftsbranchen. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden steht die Bank mit den Marken Commerzbank und comdirect an der Seite ihrer Kunden: online und mobil, im Beratungscenter und persönlich vor Ort.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Infografiken: Commerzbank

 

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Ballett am Rhein: „True Crime“ feierte Premiere im Theater Duisburg

 
Unkonventioneller Ballettabend um Variationen des realen Verbrechens
Von Petra Grünendahl

Andrey Kaydanovskiy „Chalk”: Elisabeth Vincenti, Miquel Martínez Pedro, Orazio Di Bella, Clara Nougué-Cazenave. Foto: Daniel Senzek.

Andrey Kaydanovskiy „Chalk”: Miquel Martínez Pedro, Orazio Di Bella, Clara Nougué-Cazenave, Elisabeth Vincenti. Foto: Daniel Senzek.

Die Tänzer sind Täter, Opfer, Ermittler. Sie suchen Tatsachen, Wahrheiten. Andrey Kaydanovskiys Choreografie „Chalk“ zeigt drei Tänzerpaare an einem verlassenen Tatort: Lediglich die Kreideumrisse auf dem Boden deuten die Tat an. Ihre verschiedenen Versuche einer Rekonstruktion werfen eher Fragen auf als das sie Antworten geben. In Hege Haagenruds „The Bystanders” übersetzen sieben Tänzer eine bisweilen skurrile Sammlung von Tondokumenten wie 911-Calls (der amerikanische Notruf), Zeugenaussagen oder True-Crime-Tutorials in Tanz und Gesten: Hilferufe verhallen, Zuschauer (bystanders) gucken und kümmern sich nicht. Sie umrunden den Tatort, trauen sich aber nicht, einzugreifen oder zu helfen. Demis Volpis Stück „Non-Fiction Études“ schließlich widmet sich dem Leben des amerikanischen Autors Truman Capote, dessen Tatsachenroman „In Cold Blood“ (1966, dt. „Kaltblütig“) das Genre der „True Crime“-Stories begründete. Auch hier dienen englisch-sprachige Tondokumente als Untermalung der Choreografie. Auszüge aus Sergei Rachmaninows „Études-tableaus“ ergänzen in „Non-Fiction Études“ als instrumentale Begleitung der Tänzer.

 
 
 

Andrey Kaydanovskiy „Chalk”: Elisabeth Vincenti, Miquel Martínez Pedro, Clara Nougué-Cazenave, Orazio Di Bella. Foto: Daniel Senzek.

Der Ballettabend „True Crime“ (Wahre Verbrechen) mit Choreografien von Andrey Kaydanovskiy, Hege Haagenrud und Demis Volpi feierte seine Premiere im Theater. Die drei Choreografien sind alle Uraufführungen, die im Dialog der Choreografen miteinander entstanden sind, aber dennoch die individuelle Auseinandersetzung mit der Literaturgattung „True Crime“ darstellen, die reale Kriminalfälle nacherzählen. Die Choreografen bringen drei unterschiedlich Perspektiven zu Wahrheit und Fiktion echter Kriminalfälle auf die Bühne.

Hege Haagenrud „The Bystanders”: Joaquin Angelucci, Imogen Walters. Foto: Daniel Senzek.

Diese Vielfalt der drei Uraufführungen an einem Abend auf die Bühnen zu bringen, sei eine Herausforderung gewesen, erzählte die Dramaturgin Julia Schinke bei der Einführung im Foyer. Der Ballettabend von ca. 2 ¼ Stunden (inklusive zwei Pausen) ist empfohlen ab 14 Jahren. Man sollte allerdings einigermaßen sattelfeste Englisch-Kenntnisse mitbringen, um die für das Verständnis des Tanzes nicht unerheblichen Sprachpassagen (Tondokumente) verstehen zu können. Eine Tatsache, die gerade im zweiten Stück einigen Zuschauern Probleme bereitete.

 

 
 
Ballettgenuss mit unkonventioneller Begleitung

Hege Haagenrud „The Bystanders”: Imogen Walters, Ensemble Ballett am Rhein. Foto: Daniel Senzek.

Hege Haagenrud „The Bystanders”: Joaquin Angelucci, Marta Andreitsiv, Ensemble Ballett am Rhein. Foto: Daniel Senzek.

Meisterhaft tanzten die Tänzer des Ballett am Rhein auch die schwierigsten Passagen der mitunter sehr anspruchsvollen Choreografien um. Lediglich Demis Volpis „Non-Fiction Études“ wird in Teilen instrumental begleitet: Sergei Rachmaninows „Études-tableaus“ spielt Aleksandr Ivanov am Klavier. Das verbindende Element der Stücke sind Bühnenausstattung, Kostüme und Sound. Das Sounddesign mit eingebundenen Spraachaufzeichnungen (im zweiten und dritten Stück) hat Christoph Kirschfink zu allen drei Stücken als “Surround Sound” ausgelegt: Mit Ausnahme der Klavierpassagen bei Demis Volpi eine eher unkonventionelle „Begleitmusik“ für Ballett. Für die Bühnenbauten zeichnete Sebastian Hannak verantwortlich, ins rechte Licht gerückt von Christian Kass. Bregje van Balen entwarf die Kostüme, die ganz individuell auf die jeweiligen Choreografien und ihre Charaktere ausgelegt sind und diese eindrucksvoll unterstreichen.

 

 

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Demis Volpi „Non-Fiction Études”: Alexandr Ivanov (Klavier), Damián Torío, Courtney Skalnik. Foto: Daniel Senzek.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 30. März 2024 | 19:30 Uhr und
Mo | 1. April 2024 | 18:30 Uhr.
Weitere Aufführungen gibt es dann am Opernhaus Düsseldorf.

 
Deutsche Oper am Rhein

Demis Volpi „Non-Fiction Études”: Lara Delfino, Futaba Ishizaki, Daniele Bonelli, Long Zou, Paula Alves, Alexandr Ivanov (Klavier). Foto: Daniel Senzek.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Demis Volpi „Non-Fiction Études”: Philip Handschin, Maria Luisa Castillo Yoshida, Samuel López Legaspi, Damián Torío, Lara Delfino, Courtney Skalnik, Norma Magalhães. Foto: Daniel Senzek.

Tickets kosten samstags zwischen 24,00 bis 69,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Daniel Senzek

 

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Duisburg: Rückbau der alten A40-Rheinbrücke Neuenkamp

 
Erster Rückbau einer Schrägseilbrücke dieser Größe
Von Petra Grünendahl

Deges-Projektleiter Knut Ewald erklärte den Rückbau der A40-Rheinbrücke. Foto: Petra Grünendahl.

Rückbau der A40-Rheinbrücke. Foto: Petra Grünendahl.

Seit November 2023 fließt der Verkehr über die neue A40-Rheinbrücke von Duisburg an den Niederrhein und umgekehrt. Mit der Inbetriebnahme des neuen Bauwerks fingen die Vorarbeiten an, die alte Rheinbrücke zurückzubauen. Wobei man hier tatsächlich von einem Rückbau reden kann, denn das Bauwerk wird in umgekehrter Reihenfolge abgetragen wie es ursprünglich mal gebaut worden war. Bislang sind die Pylonen verstärkt worden und in der Mitte der Brücke der Asphalt abgefräst. Die austragenden Anbauelemente (Fuß- und Radweg sowie der Seitenstreifen) werden nun abgenommen, bevor man an die eigentliche Brückesubstanz geht: Die aneinander geschweißten Hohlkästen, die das Herzstück des Bauwerks darstellen. Die Brücke in ihrer Mitte an seinem solchen Element quer aufgeschweißt. Dabei laufen die Schweißarbeiten an dem Hohlkasten von oben und von unten nicht direkt aufeinander zu, sondern versetzt (siehe Foto): Wenn die dann entstehenden Spannungen abgeklungen sind, vollzieht man die Trennung der Brücke mit einem quer verlaufenden Königsschnitt, der die Schnittstellen verbindet. In der Folge werden von der Mitte aus Hohlkästen in Abschnitten von ca. 2,50 Metern aufgeschweißt und abgetrennt, nach oben herausgehoben und abtransportiert. „Der Rückbau ist spannend, aber das sind alles Modelle, die so noch nicht ausgeführt worden sind“, erklärte Knut Ewald, Leiter des Gesamtprojekts Neubau A40-Rheinbrücke bei der Deges.

 

Deges-Projektleiter Knut Ewald erklärte den Rückbau der A40-Rheinbrücke. Foto: Petra Grünendahl.

Bei einem Pressetermin erklärten Fachleute von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) die Besonderheiten, wird doch hier erstmals eine Schrägseilbrücke dieser Größenordnung abgerissen. Die Deges betreut das Projekt des Neubaus der Rheinquerung planerisch und koordiniert die ausführenden Unternehmen. „Bei der Planung konnten wir nur mit Annahmen arbeiten, da wir einen solchen Rückbau noch nicht durchgeführt haben“, erklärte Knut Ewald. „Nun überprüfen wir, ob sie so umsetzbar sind.“ Dabei wird weder der Autobahnverkehr auf der neuen Brücke beeinträchtigt noch kommt es zu größeren Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs. Weitestgehend bleibt eine Fahrrinne von 70 Metern Breite erhalten. Nur wenn Brennarbeiten an der Brücke stattfinden, darf auf dem Rhein kein Verkehr direkt unter diesem Brückenstück fließen. „Wir müssen die alte Brücke nach neusten Normen und Vorschriften zurückbauen“, erklärte Knut Ewald. Das gelte auch für die Sicherung des Bauwerks: „Wir haben rund 100 Tonnen neuen Stahl für strukturelle Verstärkungen an der alten Brücke verbaut.“ Die seien nötig, um die Festigkeit der Konstruktion zu gewährleisten, wenn von der Flussmitte aus nacheinander Teile des Bauwerks sowie die tragenden Seile entnommen werden. „Sicherheit hat für uns eine extrem hohe Priorität“, bekräftige der Projektleiter.

 

 
Der Rückbau: Die Planung im Video. Quelle: DEGES

 
Der Rückbau in Zahlen

Rückbau der A40-Rheinbrücke. Foto: Petra Grünendahl.

Auf dem 770 Meter langen Bauwerk müssen insgesamt 20.000 Quadratmeter Asphalt mit einer Stärke von ca. 6 Zentimetern von den Stahlelementen der Brücke abgefräst werden. Rund 8.400 Tonnen Stahlteile der Brücke sowie 800 Tonnen Stahlseile gehen zum Recycling zurück in die Stahlindustrie. Auch der abgetragene Asphalt sowie die Beton-Elemente werden recycelt und wieder verwertet.

 

Deges-Projektleiter Knut Ewald erklärte den Rückbau der A40-Rheinbrücke. Foto: Petra Grünendahl.

Gleichzeitig mit dem Rückbau der Stahlseilbrücke von der Rheinmitte aus werden an Land ab den Widerlagern in Richtung Rhein die Vorlandbrücken Schritt für Schritt zurückgebaut und die Brückenpfeiler entfernt. Von dort – an den äußersten alten Widerlagern des alten Bauwerks – startet dann der Bau der zweiten neuen Rheinbrücke. Der Rückbau sollte, wenn alles nach Plan läuft, im Spätsommer abgeschlossen sein. Dann können die Vorarbeiten für den Neubau beginnen. Gut 30 Prozent der Teile für den Brückenbau sind schon in der Nähe gelagert, um Verzögerungen bei der Materiallieferung zu minimieren. Bis 2026 soll das Gesamtwerk fertig und in Betrieb sein.

 
Impressionen von der Baustelle.
Fotos: Petra Grünendahl

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© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Vor Ort 2024: Lehmbruck Museum zeigt „Art Family“ im Rahmen der Duisburger Akzente

 
Aktueller Einblick in die Duisburger Kunstszene
Von Petra Grünendahl

Art Family: Gruppenbild mit den beim Pressegespräch anwesenden Künstlern der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir können auch Abwechslung“, leitete Andreas Benedict, Pressesprecher des Lehmbruck Museums das Pressegespräch ein. Die neue Ausstellung „Vor Ort 2024“ präsentiert ausgewählte Werke von Duisburger Künstlern, die den Reichtum und die Vielfalt der lokalen Kunstszene repräsentieren. Nicht nur sind die verschiedensten Kunstformen vertreten, sondern auch die unterschiedlichsten Stilrichtungen: Jedes Werk sticht für sich hervor, tritt aber dennoch mit anderen in Dialog und ermöglicht dem Betrachter überraschende Perspektiven und Einblicke. Zu sehen sind 31 Werke von 31 Künstlern, die eine siebenköpfige Jury von Fachleuten aus der Museums- und Kunstszene ausgewählt hat. Für diese Ausstellung hatten sich 94 Duisburger Künstler mit jeweils bis zu drei Werken beworben. Auf einen Dialog mit dem Publikum zielt das Rahmenprogramm zur Ausstellung mit Workshops und Künstlergesprächen, bei denen sich Besucher mit den Künstlern und ihrem Schaffen auseinander setzen können. Für die Künstlergespräche sind drei Termine vorgesehen: Am 3. April mit Alexander Voß, am 17. April 2024 mit Cornelia Schweinoch-Kröning und am 8. Mai 2024 mit Evangelos Koukouwitakis (jeweils um 13 Uhr). Die Ausstellung wird morgen Abend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Samstag fürs Publikum zugänglich.

 

Stellten die Ausstelllung vor (v. l.): Elisabeth Höller, Linda Wagner, Söke Dinkla, Jörg Mascherrek und Alexander Voß. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Vor Ort“ präsentiert das Lehmbruck Museum in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Duisburg Künstler aktuelle Arbeiten der lokalen Kunstszene aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Installation, Skulptur, Video und Fotografie. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte die Ausstellung im Rahmen der Duisburger Akzente vor: Zusammen mit Kulturdezernentin Linda Wagner, Kurator Jörg Mascherrek sowie Alexander Voß (IG Duisburger Künstler) und Elisabeth Höller (Duisburger Künstlerbund) als Vertreterin der Jury. Der Untertitel der diesjährigen Ausstellung, „Art Family“, passt zum diesjährigen Motto der Duisburger Akzente, „Familienbande“. Entsprechend wird die Ausstellung gefördert von der Stadt Duisburg und den Duisburger Akzenten. Die Stadt Duisburg will Werke aus der Ausstellung kaufen, um sie in die Sammlung des Lehmbruck Museums zu geben. Hierfür stehen 20.000 Euro zur Verfügung (jeweils zur Hälfte von der Stadt und dem Museum). Ein 80-seitiger Katalog mit Abbildungen aller ausgestellten Werke und Texten zu den Künstlern ist für 5 Euro an der Museumskasse zu haben.

 

 
 
Die Künstler und die Jury

Vor Ort: Impressionen aus der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Der Titel der jährlich stattfindenden Ausstsellungsreihe, „Vor Ort“, weist auf die enge Beziehung der Künstler zur Stadt Duisburg hin: Hier wohnen und arbeiten sie, alleine, aber auch gemeinsam. Denn Kunst zu machen heißt auch, sich zu vernetzen, auszutauschen und zusammen zu arbeiten. Bereits seit 1925 gibt es in Duisburg Künstlervereinigungen, in denen sich Künstler gegenseitig unterstützen, gemeinsam Ausstellungen veranstalten und für ihre Interessen ihre Stimme erheben. Künstlergruppen sind zugleich auch Gemeinschaften, in denen intensiv über Fragen der Kunst und der Gesellschaft debattiert wird. Es entsteht ein inspirierender, kreativer und manchmal auch kontroverser Austausch von Ideen, Überzeugungen und künstlerischen Positionen. Wie in einer Art Familie bilden Künstler unterschiedlicher Generationen eine Gruppe, die sich gemeinsam entwickelt, sich verändert und gemeinsame Wege geht. Das diesjährige Motto der Duisburger Akzente, „Familienbande“, passt somit perfekt zu der Ausstellung der Künstlergemeinschaft.

 

Vor Ort: Impressionen aus der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Die beteiligten Künstler (alphabetisch): Benjamin Tiberius Adler, Regina Bartholme, Sigrid Beuting, Christina Böckler, Inken Boje, Fee Brandenburg, Christoph Breitmar, Barbara Deblitz, Susan Feind, Martin Gensheimer, Friederike Huft, Michael Kiefer, Gert Kiessling, Evangelos Koukouwitakis, Barbara Koxholt, Renate Krupp, Britta Lauer, Jonas Meyburg, Magdalena Morosini, Sigrid Neuwinger, Hannah Samira Peifer, Ralf Raßloff, Katrin Roth, Eugen Schilke, Martin Schmitz, Lisa Seidel, André Schweers, Cornelia Schweinoch-Kröning, Ralf Thiesen, Alexander Voß, Ulrike Waltemathe.

 
Die 31 Werke der Ausstellung wurden durch eine Jury ausgewählt. Dazu gehörten Dr. Nico Anklam (Direktor der Kunsthalle Recklinghausen), Stacey Blatt (Freie Duisburger Künstler), Anett Frontzek (Künstlerin), Elisabeth Höller (Duisburger Künstlerbund), Nina Hülsmeier (Lehmbruck Museum), Jörg Mascherrek (Jury-Vorsitzender, Lehmbruck Museum) und Marco Morosin (Duisburger Sezession).

 
Subjektiv, nicht repräsentativ: Impressionen aus der Ausstellung.
Fotos: Petra Grünendahl

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Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kant-Park gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.

Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Impressionen aus „Der Expressionismus – Aufbruch und Neubeginn“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „Vor Ort“ läuft bis zum 12. Mai. Zeitgleich zeigt das Lehmbruck Museum eine Sammlungspräsentation in den Dreiecksräumen im Anbau mit einer ganzen Reihe von Werken, die teilweise schon länger nicht mehr öffentlich zu sehen waren: „Der Expressionismus – Aufbruch und Neubeginn“. Der Expressionismus erneuerte Anfang des 20. Jahrhunderts mit revolutionärem Ehrgeiz die Kunst. Künstlergemeinschaften wie die „Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ prägten den Stil in Deutschland maßgeblich. Es galt das Wesentliche eines Themas künstlerisch zu erfassen: mit flächigen Kompositionen, leuchtenden Farben und schnellen Pinselstrichen. Losgelöst von der akademischen Maltradition und inspiriert von der Kunst außereuropäischer Kulturen fanden sie einen neuen, der modernen Welt entsprechenden Ausdruck.

 

Impressionen aus „Der Expressionismus – Aufbruch und Neubeginn“. Foto: Petra Grünendahl.

Noch bis zum 1. September ist die Interaktive Tastausstellung SHAPE! im Lehmbruck Museum zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 
Impressionen aus „Der Expressionismus – Aufbruch und Neubeginn“.
Fotos: Petra Grünendahl

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Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: „Frag dich fit“ zum WDR 2 Podcast mit Doc Esser und Anne

 
Für ein gesundes Leben: Garantiert ohne Nebenwirkungen!
Von Petra Grünendahl

Doc Esser und Anne: Frag dich fit – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für ein gesundes Leben braucht es gar nicht so viel, schon gar keine Selbstkasteiung, meinen die Autoren. Zum gesunden Leben zählen Bewegung (kein Leistungssport!), Ernährung und die Stärkung des körperlichen Wohlbefindens. Diese Maßnahmen dienen der Vorbeugung von Krankheiten und Stärkung der Immunabwehr. Doc Esser und Anne beantworten drängende Fragen gesundheitsbewusster Menschen: Was ist gut für Hirn, Herz, Darm oder Gelenke? Was hilft gegen Stress und Krankheitsrisiken? Was braucht der Körper? Zu wenig Vitamine, Spurenelemente und Nährstoffe sind ungesund – zu viel aber auch: Und das kann dem Körper sogar schaden. Wichtige Nährstoffe über die richtige Nahrung aufzunehmen, reicht im Normalfall aus. Eine Substitution über Nahrungsmittelergänzungen sei nur in Ausnahmefällen nötig, sagen sie. Viel wichtiger sei es, ausreichend zu trinken. Ebenso gilt es, die körpereigene Abwehr im Alltag zu stärken, anstatt überall auf „Desinfektion“ zu setzen. Dabei zeigen die Autoren auf, dass auch ein gesunder Lebensstil Genuss und Spaß bedeuten kann. Und mit einer positiven Lebenseinstellung und Zufriedenheit trägt jeder selber noch ein bisschen mehr zu seinem gesunden Leben bei!

 

Doc Esser und Anne: Frag dich fit – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Frag dich fit“ ist eine Kombination aus Ratgeber und Kochbuch. Der Facharzt Doc Esser (Dr. Heinz-Wilhelm Esser) und die WDR-Journalistin Anne Schneider diskutieren Fragen rund um Gesundheit und Ernährung unter dem Motto „Die besten Tipps & Rezepte für ein gesundes Leben“. Die Gespräche zwischen den Autoren behandeln die am meisten nachgefragten Themen aus ihrem Podcast bei WDR 2. Eingeflochten in die Dialoge sind Fragen von Hörern zu den jeweiligen Themen. Das Buch gliedert sich in vier Bereiche, die jeweils in vier bis sieben Kapiteln auf Details eingehen: Vorbeugen (Gar nicht erste krank werden), Bewegung (Alles für die Fitness), Ernährung (Gutes Essen, schlechtes Essen) und Abnehmen (Abnehmen – bitte dauerhaft und gesund). Alle Bereiche schließen mit einer Handvoll einfacher Rezepte für leichte Kost, mit denen die Ernährungsberaterin Anja Tanas die jeweilige Thematik ergänzt.

 

 
 
Die Autoren und ihr Team

Doc Esser und Anne: Frag dich fit – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Doc Esser“ Dr. Heinz-Wilhelm Esser ist Facharzt für Pneumologie und Kardiologie sowie Intensiv- und Notfallmediziner. Er arbeitet als Sektionsleiter im Sana-Klinikum Remscheid. Mit seinen Gesundheitssendungen im WDR will er die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und ihnen eine gesunde Lebensführung näher bringen. Doc Esser ist immer auf Augenhöhe, spricht Klartext und erklärt medizinische Sachverhalte auch für den Laien verständlich.

„Anne“ ist die Journalistin Anne Dorothea Schneider: Autorin und Moderatorin in der WDR-Wirtschafts- und Verbraucherredaktion. Dort kümmert sie sich seit über 20 Jahren um Gesundheitsthemen mit dem Ziel, die Menschen zu motivieren, sich mehr um die eigene Gesundheit zu kümmern.

Diplom-Oecotrophologin Anja Tanas ist Ernährungsexpertin und arbeitet seit über 20 Jahren als freiberufliche TV-Journalistin für den WDR. Sie ist spezialisiert auf Themen, die sich rund um eine gesunde Ernährung drehen. Für verschiedene Formate entwickelt sie ausgewogene und moderne Rezepte, die einfach nachzumachen sind.

Das Team vervollständigen die freie Food-Fotografin Frauke Antholz und freie Fotografin Annika Fußwinkel.

 

 
Das Buch zum WDR 2 Podcast

Doc Esser und Anne: Frag dich fit – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Frag dich fit“ ist ein Gesundheits-Podcast im Radioprogramm von WDR 2, in dem Doc Esser und Anne jeden Freitag Tipps für ein gesundes Leben geben. Im Podcast geht es um Ernährung, Sport und Wohlbefinden. Aber auch um viele Volkskrankheiten – und wie man ihnen vorbeugen kann. In jeder Folge beantworten Doc Esser und Anne Fragen der Zuhörer (Fragen vorab per Mail an docesser@wdr.de). Den Podcast für ein gesünderes Leben findet man auch online in der WDR Mediathek oder in der ARD Audiothek.

Doc Esser und Anne: Frag dich fit – Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch zum Podcast wurde lizensiert von der WDR mediagroup und ist erschienen im Hölker Verlag in der Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG, Münster. Der 1972 gegründete Hölker Verlag hat sich innerhalb der Verlagsgruppe auf regionale Kochbücher und Bücher über Essen spezialisiert. Das ansprechend bebilderte 160-seitige Buch im Format 17,4 x 23 cm mit Hardcover-Umschlag ist zum Preis von 24 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7567-1026-3).
www.coppenrath.de/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Rechts-Ratgeber für Bildschaffende vom Anwalt Christian Solmecke

 
Von Fotorecht, Bildrechten und Urheberrecht bis Abmahung und Unterlassung
Von Petra Grünendahl

Foto: Sara Kurfess / unsplash.

Wer Fotos im Internet – egal, ob für eine Auktion bei eBay, in den sozialen Medien oder auf einer Webseite – hochlädt, muss sicher stellen, dass er damit keine Rechte Dritter verletzt. Das gilt für professionelle Fotografen und Ersteller von Webseiten ebenso wie für Privatleute. Bei Personenaufnahmen gib es ein Recht am eigenen Bild und ein Recht auf Datenschutz.

Foto: Daniel Freisenecker / pixabay.

Der Autor Christian Solmecke erklärt das gesamte Spektrum von Personenaufnahmen und Bildern der Zeitgeschichte über Events und Aufnahmen von Gegenständen oder Orten bis hin zu Fotografierverboten. Der Leser erfährt Feinheiten des Urheberrechts in Bezug auf Vervielfältigung und Verbreitung. An zahlreichen Beispielen macht Solmecke Rechtsverletzungen und ihre Folgen sichtbar. Auch wer fremde Bilder im Internet hochlädt, muss Urheberrechte und Bedingungen einer möglichen Nutzung beachten. Hilfreich sind seine Erläuterungen zur schriftlichen Einwilligung ebenso wie zu verschiedenen Formen von Verträgen (vom Modelvertrag zum Nutzungsvertrag), die einen rechtlichen Rahmen bei der Fotografie von Einzelpersonen abstecken. Verletzungen von Rechten können zu Abmahnungen, Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen führen. Christian Solmecke weist dabei ausdrücklich darauf hin, dass ein Nichtreagieren oder eine falsche Reaktion auf eine Abmahnung schlimmere Folgen haben kann als die ursprüngliche Verletzung von Rechten.

 

Coach für Medienrecht von Christian Solmecke. Foto: Petra Grünendahl.

Der Rechtsanwalt Christian Solmecke hat mit einem Buch „Coach für Medienrecht“ Profi-Tipps zum Fotorecht zusammengestellt, die nicht nur Journalisten, Blogger, Fotografen und Influencer (die eigentliche Zielgruppe) interessieren sollten: Die aufgezeigten rechtlichen Folgen treffen jeden, der selber in der Öffentlichkeit fotografiert und/oder Fotos im Internet veröffentlicht. In zehn Kapitel ist das Buch gegliedert, die sich mit verschiedenen Aspekten von Rechten beim Fotografieren (im privaten Bereich sowie im öffentlichen Raum) und Veröffentlichen, von Urheberrechten, deren Verletzung und Rechtsfolgen befassen. Der Autor gibt Tipps zur Durchsetzung von eigenen Rechten ebenso wie angemessene Reaktionen auf die berechtigte Geltendmachung von Rechten Dritter. Gut lesbar und präzise formuliert mit Zitaten aus Gesetzestexten und Urteilen liefert der Christian Solmecke einen fundierten Ratgeber für Foto-Profis und -Amateure.

 

 
 
Rechtsanwalt und Autor

Foto: Geike Verniers / unsplash.

Christian Solmecke hat Rechtswissenschaften an den Universitäten in Bochum und Köln studiert und danach ein Master-of-Laws-Studium (LL.M.) im Bereich IT-Recht abgeschlossen. Seit 2004 ist er als Rechtsanwalt mit der Spezialisierung auf IT-, Internet-, Medien- und Urheberrecht sowie Wettbewerbs-, Handels- und Gesellschaftsrecht tätig. Seit 2010 ist er Partner der Kanzlei WBS Legal (Wilde Beuger Solmecke) in Köln. Bis 2004 hat er selber als Freier Journalist und Radiomoderator gearbeitet. Solmecke hat als Autor und als Co-Autor hat eine Vielzahl an Fachbüchern und Rechts-Ratgebern rund um sein juristisches Tätigkeitsfeld verfasst und veröffentlicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Solmecke

Ihr Anwalt für Internet- und Medienrecht Christian Solmecke


https://www.youtube.com/@wbs_legal

 

 
Das Buch und der Herausgeber

Coach für Medienrecht von Christian Solmecke. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch ist im Verlag Scout Medien GmbH erschienen. Der 104-seitige Ratgeber ist für 12,80 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-948309-12-1).

Das Werks ist in Kooperation mit dem DFJ e. V. Deutscher Foto-Journalisten-Verband. Der DFJ wurde vor 20 Jahren als Interessenverband für Journalisten und Fotografen gegründet. Schnell fanden auch Interessierte aus den vielen modernen Medienberufen (wie Blogger oder Influencer) einen beratenden Verband, der für den beruflichen Alltag Vorteile bieten konnte.
https://www.dfj-ev.de/

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Sara Kurfess / unsplash (1), Geike Verniers / unsplash (1), Daniel Freisenecker / pixabay (1)

 

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Erster Spatenstich für Hornbach-Baumarkt in Duisburg-Wanheimerort

 
2025 eröffnet das „Shopping-Erlebnis für Männer“
Von Petra Grünendahl

Erster Spatenstich für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir wollen aufgegebene Industrieflächen wie hier an der Düsseldorfer Straße zügig neu nutzen. Nur so gewinnen wir Flächen, die wir für Unternehmensansiedlungen und öffentliche Aufgaben brauchen”, erklärte Oberbürgermeister Sören Link, der sich freute, dass Hornbach und Ten Brinke in Duisburg investieren. „Wir haben ganze Menge solcher ehemals industriell genutzten Brachflächen, für die wir etwas möglich machen wollen.“ – „Seit August 2020 haben wir uns mit diesem Standort beschäftigt und sie unseren Kunden angeboten“, erzählte Peter El-Dessouki, Leiter der für Duisburg zuständigen Niederlassung Bottrop beim Projektentwickler Ten Brinke, der die Brachfläche reaktiviert und für Hornbach bebaut. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg, die kooperativ den Weg mitgegangen sei, um die Projektentwicklung zu realisieren. „Wir wollen hier Menschen begeistern und Arbeitsplätze schaffen“, sagte Christa Theurer, Vorstand bei Hornbach für den Geschäftsbereich Deutsche Baumärkte. „Hier entsteht unser modernster und innovativster Standort“, erklärte Enrico Gaffrey, Gebietsleiter NRW bei Hornbach.

 

Symbolischer erster Spatenstich (v. l.): Merle Kreikebaum (Ten Brinke Projektleiterin Bau), Frank Fritzsch (Hornbach, Marktmanager, aktuell in Dortmund), Peter El-Dessouki (Ten Brinke, Niederlassungsleiter Bottrop), Oberbürgermeister Sören Link, Christa Theurer (Hornbach, Vorstand Dt. Baumärkte) und Enrico Gaffrey (Hornbach, Gebietsleiter NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich an der Düsseldorfer Straße 400 in Wanheimerort startet das erste von drei Bauvorhaben auf dem ehemaligen Didier-Gelände. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Sören Link haben Ten Brinke, Spezialist für Wohn- und Gewerbeimmobilien, und die Hornbach Baumarkt AG den Startschuss für den Bau eines neuen Hornbach Bau- und Gartenmarkt samt Drive-In für Baustoffe gegeben. Mit einem Bau- und Gartenmarkt im Stadtteil Neumühl an der Theodor-Heuss-Straße ist Hornbach schon seit 1997 in Duisburg vertreten. Neben dem neuen Hornbach realisiert Ten Brinke auf dem 70.000 Quadratmeter großen ehemaligen Didier-Areal eine Auto-Waschstraße für Mr. Wash. „Eine weitere Teilfläche haben wir an die Stadt Duisburg veräußert. Die Schulbaugesellschaft Duisburg plant dort den Bau einer Gesamtschule“, so El-Dessouki. Das Hornbach-Projekt befindet sich jetzt mit den Vorarbeiten für die Fundamente in der Rohbauphase, die bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Dann erfolgen Innenausbau und Einrichtung durch Hornbach, bevor der Bau- und Gartenmarkt im ersten Halbjahr 2025 eröffnet wird.

 

 
 
Innovativer Fachmarkt für Profis und Heimwerker

Bauarbeiten für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

„Auf mehr als 13.800 Quadratmetern Verkaufsfläche entsteht für die Kunden ein hochmoderner Baumarkt. Bei der Planung haben wir gemeinsam mit Ten Brinke größten Wert auf eine innovative, Ressourcen schonende und damit nachhaltige Bauweise gelegt“, so Hornbach-Gebietsleiter Enrico Gaffrey. „Der neue Hornbach-Markt wird rund 70 Prozent seines gesamten Strombedarfs selbst produzieren. Hierzu dient eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der daraus gewonnene Strom versorgt eine Luftwärmepumpe zur Wärmeversorgung und Kühlung. Außerdem werden wir die insgesamt rund 11.000 Quadratmeter großen Dachflächen extensiv begrünen und auf dem Grundstück 44 neue Bäume pflanzen“, fügte Peter El-Dessouki von Ten Brinke hinzu. Der neue Baumarkt wird nach dem DGNB Gold Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen realisiert und zertifiziert.

 

Bauarbeiten für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den Highlights des Marktes zählt der Drive-In für Baustoffe. Im Drive-In haben Kunden die Möglichkeit, mit dem Fahrzeug unmittelbar ans Regal zu fahren, um schwere oder sperrige Produkte direkt ins Fahrzeug einzuladen. Weitere Highlights sind der große Gartenmarkt samt Aquaristik und Heimtierbedarf, eine umfangreiche Bad-Ausstellung auf Fachmarktniveau mit der Möglichkeit zur 3D-Planung und ein Farben-Kompetenz-Zentrum mit modernster Farbmischtechnik. „Mehr als 50.000 Produkte sind hier dauerhaft stationär verfügbar und mehr als 260.000 Produkten können kurzfristig online bestellt und direkt im Markt abgeholt werden. Damit bieten wir alles, was das Heimwerker- und das Profiherz begehren“, so Marktmanager Frank Fritzsch, der sich schon auf den Wechsel von Dortmund nach Duisburg in den neuen Markt freut. Abgerundet wird das umfangreiche Sortiment durch zahlreiche Serviceangebote darunter der Hornbach ProfiService und der Hornbach Handwerker Service.

 

Bauarbeiten für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

Dafür sucht Hornbach neue Mitarbeiter für den neuen Standort: „Um die Beratung werden sich in unserem neuen Markt im Herzen der Stadt Duisburg rund 100 Kollegen kümmern“, kündigte Marktmanager Fritzsch an. Auch Ausbildungsplätze sind bald verfügbar. Detaillierte Angaben zu den Stellenangeboten und weitere Informationen zur Bewerbung gibt es unter jobs.hornbach.com.

 
Bislang war hier über 130 Jahre eine Produktion für Feuerfestprodukte angesiedelt. Der Feuerfeststandort Duisburg wurde 1883 von Max Gießing und Richard Scheidhauer gegründet. 1927 wurde das Unternehmen dann in die deutsche Didier-Werke AG überführt. Der Fertigungsbetrieb produzierte Chamotte-Steine und Spritzmassen für die Stahlindustrie. Die RHI AG, die Didier 1995 vollständig übernommen hatte, hat den Standort 2013 geschlossen: Das Gelände lag seitdem brach.

 

 
Ten Brinke

Bauarbeiten für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

Ten Brinke wurde vor 120 Jahren in den Niederlanden gegründet und zählt mit rund 1.300 Mitarbeitern, einem Jahresumsatz von über eine Milliarde Euro zu den führenden familiengeführten Projektentwicklern und Bauunternehmen mit Niederlassungen in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Portugal und Griechenland. Neben der baulichen Realisierung umfasst das Leistungsspektrum die Grundstücksakquisition, Entwicklung von Bebauungs- und Nutzungskonzepten, Finanzierung, Planung, Ausführung als Generalunternehmer oder Generalübernehmer, Verkauf, Vermietung sowie das Asset Management. Seit 1972 ist Ten Brinke auch auf dem deutschen Markt aktiv und erzielt rund 75 Prozent seines Gesamtumsatzes in der Bundesrepublik.

Hornbach

Bauarbeiten für den neuen Hornbach in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.

Hornbach ist ein unabhängiges, familiengeführtes und börsennotiertes Großunternehmen, das im Geschäftsjahr 2022/23 einen Nettoumsatz von 6,3 Mrd. EUR erzielte. Damit gehört die Hornbach Gruppe zu den fünf größten Handelsunternehmen für Bau- und Gartenbedarf in Europa. 1877 gegründet, blickt Hornbach als einziges Unternehmen der Baumarkt–Branche auf eine sechs Generationen überdauernde Firmengeschichte. Aktuell betreibt das Handelsunternehmen 170 Bau- und Gartenmärkte, zwei Fachmärkte sowie Onlineshops in neun Ländern Europas. Verkaufskonzept und Sortiment sind besonders auf die Bedürfnisse von Projektkunden und Profis ausgerichtet. Hornbach garantiert seinen Kunden dauerhaft niedrige Preise und ist damit Preisführer in der Branche. Mit Pionierleistungen wie dem ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt (1968), dem ersten Megastore (1980) und dem ersten Baumarkt mit Drive-In (2003) beweist Hornbach ständig aufs Neue seine Innovationskraft. Hornbach gilt seit Jahrzehnten als Jobmaschine: Mittlerweile sind mehr als 25.000 Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp „Blumen vor der Hölle“: Lager I in Börgermoor 1933–1945 von Ewald Mescher

 
Auch Duisburger waren „Schutzhäftlinge“ in den Emslandlagern
Von Petra Grünendahl

Gedenkstätte Esterwegen: Links im Boden eingelassen ein Stück von der alten Schotter-Lagerstraße. Die Alleebäume wurden wohl Ende der 1930-er Jahre gepflanzt. Links und rechts des Weges deuten „Baumpakete“ die Standorte der Häftlingsbaracken an. Drum herum: Lava-Scchotter (Vulkanstein aus der Eifel). Foto: Petra Grünendahl.

„Die ersten Gefangenen der Nazis waren die Menschen, die ihnen als die größte Bedrohung erschienen: Schriftsteller, Politiker, Künstler, Funktionäre. Menschen, die geschult darin waren, ihrer Meinung in Wort, Schrift und Bild Ausdruck zu verleihen“, schreibt Keno Mescher, der Sohn des Autors in einem einleitenden Kommentar zu diesem Buch. Hier, mitten in der Moorlandschaft des Emslandes, begegnet man auch den Schicksalen von Duisburgern, die im Konzentrationslager Börgermoor einsaßen:

Gedenkstätte Esterwegen: Ein Stahlsteg führt vom Besucherzentrum direkt ins Moor. Foto: Petra Grünendahl.

Der Künstler Heinz Kiwitz (1910–1938), der Dichter und Bergmann Johann Esser (1896–1971, er schrieb zusammen mit anderen Häftlingen das Moorsoldatenlied), der „frühere Polizeipräsident von Hamborn“ oder Konrad Skrentny (Arbeitsdirektor der Phoenix-Hütte) zum Beispiel. Politiker von Parteien wie SPD, KPD oder dem Zentrum, Stadtverordnete oder Abgeordnete in Landtag oder Reichstag, Gewerkschaftler oder einfach nur politisch engagierte Menschen unterschiedlichster Couleur. Dabei war auch Heinrich Bachler (1900–1944), für den in Wanheimerort ein Stolperstein verlegt ist. Über 100 so genannte „Schutzhäftlinge“ aus Duisburg waren es alleine im Lager I in Börgermoor.

 

Blumen vor der Hölle. Buchumschlag: Bjearn Rausch.

Autor Ewald Mescher hat für sein Buch „Blumen vor der Hölle“ die Geschichte des Lagers I in Börgermoor als Konzentrations-, Strafgefangenenlager und Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis im Emsland erforscht und Quellen für interessierte Leser kundig kommentiert aufbereitet. Die Schilderungen von Zeitzeugen reichen von der Errichtung des Lagers mit zehn Baracken für 1.000 Häftlinge über Lebensbedingungen und Schikanen durch die Bewacher in einem quasi rechtsfreien Raum bis hin zu den Schicksalen vieler Häftlinge, die gut anschaulich dokumentiert sind. Die Gefangenen wurden unter unerträglichen Bedingungen bei der Trockenlegung der emsländischen Hochmoore eingesetzt. Manch ein Gefangener ging freiwillig in den elektrischen Zaun, der das Lager umgab, weil er die Misshandlungen durch die Bewacher (überwiegend von SS und SA) nicht mehr aushielt und seinem Leben ein Ende bereiten wollte.

 

Modell von den Häftlingsbaracken im Lager Aschendorfermoor, das ein ehemaliger Gefangener aus seinen Erinnerungen und Gefühlen gebaut hat. Foto: Petra Grünendahl.

Ewald Mescher befasst sich in kommentierten Quellen auch mit der Vorgeschichte des Lagers sowie mit der Erinnerungs- und Verdrängungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Gegliedert ist das Buch weitestgehend chronologisch nach Phasen der Lagergeschichte, bevor der Autor im Anschluss an die Chronologie übergeordnete Themen aufgreift und vertieft. Die vielen kleinen Episoden, die das große Bild ausmachen, sind weniger für eine durchgehende Lektüre geeignet, sondern eher zum immer wieder durchblättern und sich irgendwo festlesen. Zumal der Leser immer wieder eine (Erholungs-)Pause braucht, um das Gelesene zu verarbeiten.

 

 
Vom Konzentrationslager bis zur Gedenkstätte

Gedenkstein für Carl von Ossietzky auf dem Zentralen Lagerfriedhof der Emslandlager. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den prominentesten „Schutzhäftlingen“ zählten zum Beispiel Friedrich „Fritz“ Ebert Junior (1894–1979, Sohn des ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik), oder Ernst Heilmann (1881–1940), Vorsitzender der preußischen Landtagsfraktion der SPD und Abgeordneter des Reichstages, sowie in Esterwegen Carl von Ossietzky (1889–1938, Friedensnobelpreis 1936), für den auf dem Zentralen Lagerfriedhof der emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlager ein Gedenkstein steht. Sie alle mussten nicht nur schwerste körperliche Arbeit verrichten, sondern wurden darüber hinaus von den Wachmannschaften zu deren purem Vergnügen gedemütigt und aufs brutalste gequält und misshandelt. Ein Zeitzeuge berichtet, er habe im Dritten Reich miterleben müssen, wie „aus normalen Leuten gefährliche Menschen wurden.“ Mescher gibt auch interessante Einblicke in Biografien von Tätern: Denen vor Ort und denen an den Schreibtischen von Behörden im Dritten Reich.

 

Das Lager in Esterwegen (Luftbild). Foto: Petra Grünendahl.

Als Lager I war Börgermoor schon 1933 errichtet worden: Eines der ersten neu gebauten staatlichen Konzentrationslager überhaupt und das Erste der Emslandlager. Es folgten Esterwegen (dort gibt es heute eine Gedenkstätte) und Neusustrum. Später nutzen die Nationalsozialisten Börgermoor als Straflager u. a. auch für Verurteilte der Wehrmachtsjustiz (wie z. B. Deserteure). Das Lager wurde nach 1945 zunächst als Flüchtlingslager genutzt, dann bis 1969 als „Außenstelle Börgermoor“ der Strafanstalten Emsland (ab 1951 JVA Lingen). Das Gelände wurde 1970 eingeebnet.

 

Zentraler Lagerfriedhof der Emslandlager. Foto: Petra Grünendahl.

In der Nachkriegszeit seien die Geschehnisse innerhalb des Lagers verdrängt oder bewusst verleugnet worden, erzählt Ewald Mescher. Erst in den 1980er-Jahren begann langsam eine Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit: Engagierte Emsländer, Ostfriesen und Oldenburger gründeten 1981 das Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ), das sich dem Gedenken, der Information und der Forschung widmeten. 2008 gründete der Landkreis Emsland die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen: Es entstand schließlich die Gedenkstätte Esterwegen, die 2011 eröffnet wurde. Dort befindet sich heute auch das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) . Ein Besuch der Gedenkstätte Esterwegen ist sehr empfehlenswert!

 

 
 
Exkurs: Die Emslandlager, Börgermoor und Esterwegen

Die Lage der Emslandlager nahe der holländischen Grenze. Foto: Petra Grünendahl.

Insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager richteten die Nationalsozialisten im Emsland ein. Zwölf davon liegen auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Emsland, drei im Landkreis Grafschaft Bentheim.

 

Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Petra Grünendahl.

Tausende von Menschen wurden in den Lagern gefangen gehalten, darunter zahlreiche politische Gefangene (so genannte „Schutzhäftlinge“), die den Nationalsozialisten bei der Durchsetzung ihrer Herrschaft im Wege waren. Der Aufbau der Emslandlager vollzog sich in drei Phasen, die sich zeitlich überschnitten:

  • 1933-1936: Einrichtung und Bewachung von Konzentrationslagern durch die SS (Börgermoor, Neusustrum, Esterwegen)
  • 1934-1945: Strafvollzugslager unter Aufsicht der Justizverwaltung (Aschendorfermoor, Börgermoor, Rhede-Brual, Walchum, Neusustrum, Oberlangen, Esterwegen, Versen, Fullen)
  • 1939-1945: Kriegsgefangenenlager des Oberkommandos der Wehrmacht (Oberlangen, Wesuwe, Versen, Fullen, Groß Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn, Alexisdorf)

 
Von den ehemaligen Emslandlagern ist heute kaum mehr etwas im Gelände zu sehen. An den Standorten der ehemaligen Lager geben heute Informationstafeln Auskunft über die jeweilige Lagergeschichte.
Quelle: www.gedenkstaette-esterwegen.de/geschichte/die-emslandlager

 

 
Das Buch und der Autor Ewald Mescher

Liederblatt von Hanns Kralik, Häftling im KZ Börgermoor 1933–1934, am Erinnerungspunkt Lager I Börgermoor, Im Eichengrund in Surwold. Foto: Frank Vincentz (CC 3.0).

„Meine Generation weiß sehr wenig vom Lager I in der Zeit von 1933 bis 1945. Ebenso geht es unseren Kindern“, beschreibt Ewald Mescher (*1948) seine Motivation, dieses Buch zu schreiben. Gute acht Jahre Recherche steckte er in dieses Projekt mit vielen Originalquellen unter anderem von ehemaligen „Schutzhäftlingen“, ihren Angehörigen und Nachfahren. Der Autor hat die Quellen zusammen getragen, aufbereitet und kommentiert, um so die Geschichte des Ortes einem geschichtsinteressierten Leserkreis zugänglich zu machen. Publiziert wird das reich illustrierte 640-seitige Buch (Hardcover im Format 21 x 18 cm) im Selbstverlag. Bestellen kann man das Buch für 30 Euro (plus 9 Euro Versandkosten) über www.blumenvorderhoelle.de (ISBN 978-3-93772-73-6).

 
Das Buch ist herausgegeben vom Heimatverein Surwold e. V. Der Druck dieser Publikation in einer Auflage von 300 Exemplaren wurde gefördert durch die Gemeinde Surwold, die Samtgemeinde Nordhümmling, den Landkreis Emsland und durch die Emsländische Sparkassenstiftung, Das Gesamtprojekt mit seinen aufwändigen Recherchen unterstützt haben die Firmen Borchers Strassen- & Landschaftsbau GmbH und Husen Stahlbau GmbH & Co. KG.

 

Autor Ewald Mescher. Foto: privat.

Der Autor Ewald Mescher wurde 1948 im Surwolder Ortsteil Börgermoor geboren, wo sich seine Eltern auf von Häftlingen des Lager I kultiviertem Siedlungsland niedergelassen hatten. Als Kind kannte er „das Lager“ als Strafanstalt, bevor er als Jugendlicher wegzog: Vom heimatlichen Emsland ins Internat der Hiltruper Missionare im Sauerland und schließlich an ein Düsseldorfer Gymnasium. Es folgten Studienzeiten an der Kunstakademie Düsseldorf, fünf Monate bei der Bundeswehr, dreizehn Monate Zivildienst – inklusive Ausbildung zum Krankenpflegehelfer. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik in Freiburg i. Br., das er mit Diplom abschloss, wurde er in Mannheim als Sekretär der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ} in der Erzdiözese Freiburg angestellt.

 
Aus familiären Gründen zog er 1981 zurück nach Börgermoor und arbeitete viele Jahre als Bildungsreferent in der Diözese Osnabrück, vorwiegend für die Aus- und Weiterbildung von Gruppenleitern und für kulturelle Großveranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene. Ein nebenberufliches Zweitstudium in Oldenburg schloss er als Diplom-Pädagoge ab. Privat engagiert er sich ehrenamtlich auf vielfältige Weise. Ewald Mescher ist seit 1972 verheiratet und hat acht Enkelkinder in Köln, Osnabrück und Hamburg. Seit seinem Ruhestand forscht er zur Geschichte seines Heimatdorfes und recherchierte mehrere Jahre für das vorliegende Buch.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (8), privat (Autorenfoto), Frank Vincentz (CC 3.0, Moorsoldatenlied), Bjearn Rausch (Cover)

 

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„Stark im Norden“ vor Duisburger Ratsbeschluss kontrovers diskutiert

 
Neuordnung der Städtischen Immobilienwirtschaft beschlossen
Von Petra Grünendahl

Bürgermeister Volker Mosblech, Ratsherr aus dem Duisburger Norden. Foto: Screenshot.

Kontrovers diskutiert wurde der angestrebte städtebauliche Umbau in Marxloh und Alt-Hamborn im Rahmen der Städtebauförderung „Stark im Norden“ nicht nur bei Bürgern und Anliegern in den betroffenen Stadtteilen, sondern auch im Rat der Stadt Duisburg. SPD, CDU und Grüne ebenso wie die Verwaltung mussten sich dabei Autofeindlichkeit vorwerfen lassen bei Ihrem Bestreben, die Weseler Straße, den August-Bebel-Platz (beide Marxloh) und den Altmarkt in Hamborn autofrei zu bekommen, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Ratsherr Ratsherr Wilhelm Bies (FDP) meinte: „Es kann keine Lösung sein, Parkplatz-Suchverkehre in die ohnehin überlasteten Nebenstraßen zu drängen.“ Er sehe für den Hamborner Altmarkt angesichts von Bettlern nicht unbedingt Potenzial für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, erklärte Bürgermeister Volker Mosblech (CDU), Ratsherr aus dem Duisburger Norden, der dann auch gegen die Beschlussvorlage zum Teilprojekt in Alt-Hamborn stimmte. Ähnlich sah es Ratsherr Frank Heidenreich (CDU), der dem Modellvorhaben einen guten Dialog bei verbesserungswürdigen Prozessen bestätigte: Auch er sah Verbesserungspotenziale für Alt-Hamborn kritischer als für Marxloh, was sich in seinem Votum spiegelte. Eine Umgestaltung müsse zum Wohle aller geschehen, mahnte auch Dr. Nazan Sirin (Bündnis 90/Die Grünen). Beide Teilprojekte (Beschlussentwürfe TOP 25 Marxloh und TOP 26 Alt-Hamborn) gingen nur mit mehrheitlicher Zustimmung bei zahlreichen Gegenstimmen über die Bühne.

 

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Screenshot.

Der Rat der Stadt Duisburg traf sich zur ersten Sitzung in diesem Jahr in der Mercatorhalle. Mit 73 Tagesordnungspunkten im öffentlichen Teil war das Pensum relativ übersichtlich. Allerdings gab es zu einigen Punkten Diskussionsbedarf, die die Sitzungsdauer in die Länge zogen. Nach der öffentlichen Sitzung fand im unmittelbaren Anschluss der nicht-öffentliche Teil statt. Gleich zu Sitzungsbeginn (TOP 3) stimmte der Rat nach kurzer Diskussion mehrheitlich für die Neuordnung der städtischen Immobilienwirtschaft mit einem Übergang der Bewirtschaftung an die Wirtschaftsbetriebe Duisburg und einem Verbleib der Immobilien bei der Stadt. Allerdings musste Petra Kerkmann, Vorsitzende des Personalrats innere Verwaltung, die Zustimmung ihres Gremiums noch einmal bekräftigen, da die Mitarbeiter des bislang verantwortlichen Immobilien-Management Duisburg (IMD) überwiegend zu den Wirtschaftsbetrieben wechseln. Die städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen sind bereits ins Sondervermögens Kinder- und Jugendbereich Duisburg (SVK) überführt worden, das von der Gebag bewirtschaftet wird.

 

 
 
Steuersenkungen, Zuschüsse und Baumaßnahmen

Oberbürgermeister Sören Link leitete die Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Screenshot.

„Dass wir die Luft haben, solche Entscheidungen zu treffen, macht mir Mut”, verwies OB Link auf die Anstrengungen der Haushaltspolitik der letzten Jahre und die positive Entwicklung der Kommunalfinanzen in Duisburg, die die Steuersenkungen möglich gemacht hatten. Die Senkung der Gewerbesteuer auf 505 Prozent ab diesem Jahr und 495 Prozent ab 2025 wurde mehrheitlich, den Wegfall der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen einstimmig beschlossen.

 
Schnell abarbeiten konnten die Ratsleute das Gros der Tagesordnung: Mit Gremienbesetzungen und –umbesetzungen, mit der Genehmigung von Ausgaben, außerplanmäßigen Aufwendungen und Zuschüssen verschiedenster Art, mit der Zustimmung zu diversen Baumaßnahmen, Sanierungsvorhaben, Rahmenplänen und Bebauungsplänen. Beschlossen wurden auch unter anderem die Einrichtung weiterer Bildungsgänge an verschiedenen Schulen oder die Sonderöffnungszeiten für Verkaufsstellen (auch als Verkaufsoffene Sonntage bekannt). Überwiegend gingen die Beschlussvorlagen einstimmig durch, häufig aber auch „nur“ mehrheitlich. Auf den Weg gebracht wurde das Abstimmungsverfahren zur Umwandlung einer Evangelischen Grundschule in Baerl in eine Gemeinschaftsgrundschule: Baerler Kinder sollten dort nicht in die neuen ersten Klassen aufgenommen werden (evangelische Kinder aus anderen Stadtteilen dagegen schon), was für diese Sechsjährigen eine Grundschule in sechs Kilometern Entfernung in Hochheide bedeuten würde: Kurze Beine, aber sehr lange Wege! Der Beschluss zur Einleitung der (Eltern-)Abstimmung fiel einstimmig.

 

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Screenshot aus der Live-Übertragung

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Art.Upgrade_2024 der ArtOthek

 
Künstler der ArtOthek stellen aus: Neues aus den Ateliers – Werke und Workshops
Von Petra Grünendahl

Plakat zur Ausstellung „Art.Upgrade_2024“ im Kleinen Schloss der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Quelle: Ludwiggalerie.

Seit über 20 Jahren stellen Künstler aus Oberhausen und der Region weit über 1000 Leihgaben der stetig wachsenden Anzahl von ArtOthek-Kunden zur Verfügung. Dabei ist ein breites Spektrum künstlerischer Medien verfügbar, sowohl in Form von Unikaten wie auch als Auflagenwerk, Aquarell, Gouache, Collage und Zeichnung, Radierung, Holzschnitt, Plastik und Objekt. Im Kleinen Schloss der Ludwiggalerie geben nun neue Werke aus den Ateliers über vier Monate lang spannende Einblicke in aktuelles regionales Kunstschaffen. Wie die ArtOthek möchte auch die Ausstellung ein besonderer Ort der Kommunikation sein: Ausstellungsgespräche und Workshops stehen auf dem Programm und laden ein zum Dialog. Während der Laufzeit der Ausstellung ist die Ausleihe der ArtOthek donnerstags von 16 bis 20 Uhr geöffnet (außer an Feiertagen).

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Jubiläums-Ausstellung „Art.Upgrade_2024“ bedankt sich die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen bei allen, die die ArtOthek durch Leihgaben unterstützt oder als Leihnehmende aktiv genutzt haben. Leihgaben kommen außer von der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zum Beispiel vom Kunstverein Oberhausen, vom Arbeitskreis Oberhausener Künstler und durch Arbeiten der Malschule. Die Ausstellung läuft seit dem 4. Februar. Den Flyer zur Ausstellung gibt es hier als pdf zum Download.

 

 
 
Die ArtOthek und beteiligte Künstler

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Die ArtOthek im südlichen Seitenflügel des „Kleinen Schlosses“ bietet seit 1977 die Möglichkeit, Bilder und Objekte für die eigenen Wohn- oder Geschäftsräume gegen geringes Entgelt auszuleihen: In gewohnter Umgebung ist so eine Auseinandersetzung mit dem Werk, dem Künstler, der Kunstrichtung oder einer künstlerischen Technik möglich. Es können maximal drei Arbeiten pro Person für 3 oder 6 Monate ausgeliehen werden. Die Leihgebühr pro Werk beträgt 11 Euro für 3 Monate, 22 Euro für 6 Monate. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de/de/infoservice/artothek/.

Die ArtOthek-Ausleihe ist während der Laufzeit der Ausstellung Art.Upgrade_2024 jeden Donnerstag (außer an Feiertagen) von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Beteiligte Künstler: Guido Berndsen // Manfred Boiting // Helga Brune // Karin Dammers // Ottilia Dienes // Billie Erlenkamp // Simone de Paauw // Anne Friederichsen // Markus von Frieling // Edda Gerusel // Manfred Gliedt // Johanna Heß // Doro Hülder // Günter Hümbs // Helga Hütten // Karl Joliet // Sigrid Kuntz // Petra Leipold // Jörg Mazur // Hermann EsRichter // Jens Oliver Robbers // Axel J. Scherer // Maryna Shefer // Anne Steinberg // Olaf Stöhr // Ulla Vondung.

 

 
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Kleinen Schloss läuft bis zum 9. Juni. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt im Großen Schloss kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 17,00 Euro (ab 15. März 2024 bei der neuen Ausstellung „Planet Ozean“). Im Kleinen Schloss ist der Eintritt frei.

 
Zur Ausstellung gibt es zur Ausstellungsgespräche und Workshops am:

  • Sonntag, 3. März 2024, 11 Uhr,
  • Sonntag, 7. April 2024, 11 Uhr,
  • Sonntag, 5. Mai 2024, 11 Uhr, und
  • Sonntag, 2. Juni 2024, 11 Uhr.

Die Finissage ist am Sonntag, 9. Juni, um 11 Uhr.
Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot der Ludwiggalerie gibt es hier.

 

Hipgnosis.Breathe: Plakat zur Ausstellung. Foto: Ludwiggalerie.

Im Großen Schloss läuft bis zum 20. Mai die Ausstellung „HIPGNOSIS.BREATHE“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Mit dem Untertiel „Celebrating 50 Years THE DARK SIDE OF THE MOON“ präsentiert sie die wichtigsten Designs des Duos Aubrey Powell & Storm Thorgerson: Plattencover und Foto Design auf über 120 großformatigen limitierten Fine Art Prints und Fotografien sowie über 20 originalen Plattenhüllen von Ende der 1960er- bis Anfang der 1980er-Jahre. Mehr zu Lesen gibt es hier …

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Ludwiggalerie (Plakate)

 

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Konjunkturbericht der Ruhr-IHKs zeigt sehr gedämpfte Erwartungen der Wirtschaft

 
Marode Infrastruktur, hohe Energiekosten, Flächen- und Fachkräftemangel bremsen Unternehmen aus
Von Petra Grünendahl

Bei der Pressekonferenz haben die IHK-Spitzen die aktuelle Konjunktur im Ruhrgebiet vorgestellt. Fotos: Hendrik Grzebatzki / Niederrheinische IHK.

„Die Politik muss dafür sorgen, dass es sich wieder lohnt, hier zu investieren. Sonst verlieren wir noch mehr Unternehmen ans Ausland“, erklärte Werner Schaurte-Küppers, Präsident der der Niederrheinischen IHK und derzeit Sprecher der Ruhr-IHKs. „Die Stimmung in der Ruhr-Wirtschaft war lange nicht mehr so schlecht. Zukunftsprojekte verlieren an Strahlkraft. Der Mittelstand fühlt sich vernachlässigt“, mahnte er vor einem Fortschreiten der Deindustrialisierung.

IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers. Foto: Michael Neuhaus / Niederrheinische IHK.

Rund 60 Prozent der Firmen sehen sich durch das politische Hin und Her belastet. Vor einem Jahr waren es noch 45 Prozent. „Rohstoffe und Energie sind zu teuer. Flächen für Betriebserweiterungen fehlen. Und wer investieren will, hat mit Genehmigungen zu kämpfen“, kritisierte Schaurte-Küppers. Die Betriebe sind sparsamer. Die meisten reparieren oder ersetzen nur den Bestand. „Viele sind vorsichtig geworden und warten ab. Hier müssen Berlin und Düsseldorf verlässliche Perspektiven geben. Aber auch unsere Kommunen können viel tun, damit unsere Unternehmen schneller aus der Rezession kommen“, betonte der IHK-Präsident. Die Aufträge in der Industrie gehen weiter zurück. Die Logistik leidet unter den verschärften Maut- und Abgasregeln, alle Unternehmen unter steigenden Kosten. Auch bei Dienstleistern und im Handel sind die Aussichten trübe: Insbesondere Konsumenten halten angesichts steigender Preise und eigener Unsicherheiten ihr Geld lieber zurück. Insgesamt blickt jedes dritte Unternehmen pessimistisch in die Zukunft.

 

Passend zum Wechsel der Federführung unter den Ruhr-IHKs trafen sich die IHK-Präsidenten und -Hauptgeschäftsführer in Duisburg. Fotos: Hendrik Grzebatzki / Niederrheinische IHK.

Den 112. Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet stellten bei der in diesem Jahr federführenden Niederrheinischen IHK in Duisburg Werner Schaurte-Küppers, Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und Kerstin Groß, Hauptgeschäftsführerin der IHK Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen vor. Unternehmen beklagen hohe Energie- und Rohstoffkosten, steigende Belastungen durch Steuern und Abgaben, zu viel Bürokratie und kaputte Infrastruktur ebenso wie die schwierige Suche nach Personal.

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Foto: Michael Neuhaus / Niederrheinische IHK.

Die Themen seien nicht neu, aber die Lage verschärfe sich, so Schaurte-Küppers. Der Konjunktur-Index ist Anfang 2024 auf 94 gefallen. Bereits das zweite Mal in Folge nach Herbst 2023 haben Unternehmer die aktuelle Lage und ihre Erwartungen für die künftige Entwicklung schlechter eingeschätzt als zuvor. Es ist der zweitniedrigste Stand seit 15 Jahren erreicht. Nur auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022 lag er noch darunter. „Im Mittel haben wir einen Index von 111“, erklärte Stefan Dietzfelbinger über die zwei Mal im Jahr stattfindende Erhebung bei Unternehmen im Ruhrgebiet.

 

 
 
Sechs Punkte für ein starkes Ruhrgebiet

Konjunkturklimaindex. Infografik: Niederrheinische IHK.

Die Umfrage ist laut Ruhr-IHKs ein Hilferuf der Wirtschaft. Die Kammern fordern ein Wachstumspaket von Bund, Land und Kommunen. „Unsere Region ist ein wichtiger und zentraler Ballungsraum in Europa. Wir brauchen deshalb intakte Straßen und Brücken. Wir müssen innovativer und mutiger werden und neue Konzepte testen“, sagte Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Er nennt sechs Forderungen: „Wenn die Kommunen attraktiver werden wollen, müssen sie die Infrastruktur schneller sanieren, Steuern senken, erschlossene Flächen bereithalten und Bürokratie abbauen.“ Von Bund und Land fordern die IHKs „one in, two out“. Für jedes neue Gesetz müssen zwei abgeschafft werden. Außerdem müsse mehr getan werden, um die Energie- und Rohstoffpreise bezahlbar zu halten.

 

 
Konjunkturumfrage der IHKs im Ruhrgebiet

Erwartungen nach Wirtschaftsbereichen. Infografik: Niederrheinische IHK.

Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet (Ruhr-IHKs) fragen zwei Mal im Jahr (zum Jahresanfang und im Herbst) bei ihren Mitgliedsunternehmen unter anderem danach, wie sie ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage beurteilen, ob sie von Insolvenz bedroht sind und mit welcher Geschäftsentwicklung sie in den kommenden Monaten rechnen. Bei der aktuellen Umfrage hatten sich rund 850 Unternehmen mit fast 165.000 Beschäftigten beteiligt. Auch die Unternehmen im hiesigen IHK-Bezirk haben zum Ruhrlagebericht beigetragen. Zu den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet zählen neben der Niederrheinischen IHK Duisburg, Wesel, Kleve zu Duisburg die IHK Mittleres Ruhrgebiet Bochum, die IHK zu Dortmund, die IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen, die Südwestfälische IHK zu Hagen und die IHK Nord Westfalen (mit dem Standort Gelsenkirchen für die Emscher-Lippe-Region).

Den 112. Konjunkturbericht der IHKs im Ruhrgebiet findet man hier als pdf zum Download.

 
Niederrheinische IHK

Niederrheinische IHK an der Mercatorstraße. Foto: Niederrheinische IHK.

Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
www.ihk.de/niederrhein

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hendrik Grzebatzki / Niederrheinische IHK (2), Michael Neuhaus / Niedrrheinische IHK (2), Niederrheinische IHK (1),
Infografiken: Niederrheinische IHK

 

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Deutsche Oper am Rhein lädt zur Familienoper „Iwein Löwenritter“ im Theater Duisburg

 
Fantastische Zeitreise in den Immerwald –
eine Abenteueroper für die ganze Familie

Von Petra Grünendahl

Andrei Danilow (Iwein) und Oleh Lebedyev (Gawein). Foto: Jochen Quast.

Leon und Gereon sitzen vor dem Löwenkäfig im Zoo und langweilen sich. Plötzlich spricht ein Löwe (Daniil Shchapov) mit ihnen, der Käfig verschwindet und die beiden Jungs landen im Immerwald. Dort verwandeln sie sich in die jungen Ritter Iwein (Andrei Danilov) und Gawein (Oleh Lebedyev).

Mara Guseynova (Iweins Herz), Verena Kronbichler (Laudines Herz), Chorong Kim (Laudine), Andrei Danilov (Iwein). Foto: Jochen Quast.

Die beiden suchen Abenteuer, bis Iwein auf Laudine (Chorong Kim) trifft, in die er sich verliebt. Sie tauschen ihre „Herzen“ (Mara Guseynova und Verena Kronbichler). Gawein langweilt sich und drängt Iwein, wieder mit ihm auf Abenteuer zu ziehen. Laudine gibt Iwein ein Jahr, um wieder zu ihr zurück zu kehren. Die jungen Ritter ziehen aus und werden die Besten der Besten, aber Iwein vergisst die Zeit und wer er ist, nachdem Laudines Hofdame Lunette (Morenike Fadayomi) ihn verflucht hat.

Verena Kronbichler (Laudines Herz), Andrei Danilow (Iwein) und Oleh Lebedyev (Gawein). Foto: Jochen Quast.

Der Kampf mit dem Löwen gegen den Drachen macht ihn zum Löwenritter. Gemeinsam kämpfen er und der Löwe gegen den Riesen Harpin und den Doppelten Ritter. Laudines Herz (Verena Kronbichler) fordert Iwein schließlich zur Rückkehr zu seiner Liebsten auf. An der Gewitterquelle treffen sich Iwein, Gawein und Laudine wieder. Die Liebenden sind glücklich vereint. Aber schwupp: Leon und Gereon sitzen wieder vor dem Löwenkäfig. Es ist schon dunkel dort, als die beiden ihren Eltern und der jüngeren Schwester von ihren Abenteuern erzählen.

 

Andrei Danilov (Iwein), Chorong Kim (Laudine), im Hintergrund: Verena Kronbichler (Laudines Herz). Foto: Jochen Quast.

Stürmisch feierte das Publikum der Vormittagsvorstellung – überwiegend Schüler dritter, vierter und fünfter Klassen – die Akteure nach der sehr gelungenen Aufführung beim Schlussapplaus. Sie fände die Story „cool“, erzählte eine Vierklässlerin aus Mündelheim, die ebenso begeistert von der abenteuerlichen Geschichte auf der Opernbühne war wie ihre Freundin. Erkennbar waren auch die anderen jungen Zuschauer (ebenso wie Lehrer und einige Erwachsene) ganz angetan von dem fantasievoll aufbereiteten Stoff, der nicht nur mit Operngesang, sondern auch mit vielen Erzählpassagen für die Kleinen gut verständlich war.

Chorong Kim (Laudine), Andrei Danilov (Iwein). Foto: Jochen Quast.

Die Oper von „Iwein Löwenritter“ basiert auf einem fantasievollen Roman um Freundschaft und Liebe, den Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe auf Grundlage des mittelalterlichen Ritter-Epos „Iwein“ von Hartmann von Aue geschrieben hat. Aufbereitet wurde das Stück für die große Opernbühne im Rahmen der Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn im Rahmen von „Junge Opern Rhein Ruhr“: In Bonn hatte 2022 die Uraufführung stattgefunden, bevor das Stück zu den anderen Kooperationspartnern kam. Das Opern-Libretto stammt von Andrea Heuser, die Komposition von Moritz Eggert. Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Die Aufführung mit zwei Akten dauert gut 2 Stunden (inklusive Pause). Empfohlen ist die Familienoper ab 8 Jahren. Die Aufführungen finden im Wechsel als Familienvorführungen nachmittags oder als Schulvorführungen vormittags statt.

 

 
 
Abendfüllende Oper mit kleiner Besetzung

Thorsten Grümbel (Wilder Mann), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Jochen Quast.

Der sprechende Löwe (Daniil Shchapov) war im ersten Akt als Erzähler unterwegs, als Sänger komplettierte im zweiten Akt Stefan Heidemann das „Tandem“. Als Gegner des Iwein im ersten Akt und als Wilder Mann im zweiten Akt rundete Thorsten Grümbel das Gesangsensemble ab. Schön angelegte Chorpassagen meisterte der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Patrick Francis Chestnut. In schlanker Besetzung untermalten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Harry Ogg die sparsam instrumentierte Oper. Inszeniert hatte das Ritter-Abenteuer Aron Stiehl vor einem fantasievollen Bühnenbild von Thomas Stingl, in Szene gesetzt vom Lichtdesign von Boris Kahnert. Die Kostüme entwarf Sven Bindseil.

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Thorsten Grümbel (Burgherr), Andrei Danilov (Iwein). Foto: Jochen Quast.

Mi | 31. Januar 2024 | 11:00 Uhr,
So | 11. Februar 2024 | 15:00 Uhr,
Fr | 16. Februar 2024 | 11:00 Uhr und
So | 18. Februar 2024 | 15:00 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Andrei Danilov (Iwein), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Jochen Quast.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Oleh Lebedyev (Gawein), Andrei Danilov (Iwein). Foto: Jochen Quast.

Tickets kosten 18,00 Euro (ermäßigt 8,00 Euro), für Schulklassen (Vormittagsvorstellungen) 5,50 Euro pro Person (Karten unter gruppen@theater-duisburg.de). Für die Nachmittags- oder Abendvorstellungen kann man die Familienkarte einsetzen mit 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“.

Andrei Danilov (Iwein), Ensemble. Foto: Jochen Quast.

Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Jochen Quast

 


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Duisburger Bündnis verlieh Preis für Toleranz und Zivilcourage 2024

 
Dilan Sahin für jahrelangen Einsatz in der Flüchtlingshilfe geehrt
Von Petra Grünendahl

Preisträgerin Dilan Sahin (4. von rechts) mit ihrer Laudatorin Bärbel Bas (3. von rechts) und Mitgliedern des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.

„ich habe doch gar nichts Besonderes getan“, betonte die Preisträgern Dilan Sahin. Dieses „nichts Besonderes“ ist ihr jahrelanger ehrenamtlicher Einsatz in der Flüchtlingshilfe, für Beratungsangebote an ausländische Eltern wie auch für ihre Spendenarbeit. Dieser Einsatz ging weit über ihre Tätigkeit als Honorarkraft bei der AWO hinaus, mit dem die 24-jährige Hambornerin ihr Lehramtstudium finanziert. Dass ihr Einsatz für Betroffene im Alltag schon etwas Besonderes war, bemerkten nicht nur diejenigen, die sie für den Preis vorgeschlagen hatten. Auch das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage fand ihr außerordentliches Engagement preiswürdig und zeichnete sie mit seinem alljährlich verliehenen Preis aus. „Wir brauchen Menschen, die Solidarität und Stärke zeigen“, hob die Laudatorin Bärbel Bas, Duisburger MdB und Bundestagspräsidentin, hervor. Sie betonte, dass sich die neue Preisträgerin seit 2016 für Flüchtlinge einsetze, dafür Kleider sammelte, Feste organisierte, Eltern unterstützte und selbst buk und kochte.

 

Preisverleihung: Bärbel Bas MdB bei der Laudatio vor geladenen Gästen. Foto: Bündnis für Toleranz und Zivilcourage.

Die Preisverleihung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage fand traditionell zum Holocaust-Gedenktag im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen statt. Den Preis übergab Dieter Lieske, ehrenamtlicher Vorsitzender des Duisburger DGB, zusammen mit Bündnis-Sprecher Rainer Bischoff. Beim DGB ist die Geschäftsstelle des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage angesiedelt. In seinem Grußwort bescheinigte Oberbürgermeister Sören Link, Schirmherr des Bündnisses, den derzeitigen Demonstrationen gegen die AfD die Qualität eines „gelebten Verfassungsschutzes“. „Diese Demonstrationen sind das Gegenteil einer distanzierten gesellschaftlichen Mitte“, betonte auch Dieter Lieske. Beide lobten den Einsatz der Bürger für die Demokratie in unserem Land.

 

 
Preis für Toleranz und Zivilcourage
Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verleiht seinen Preis an Menschen oder Initiativen, die im alltäglichen Bereich das Zusammenleben, den gegenseitigen Respekt unter den Kulturen, die Zusammenarbeit und die interkulturelle Nachbarschaft pflegen oder die durch Aktionen zur Aufklärung über Unrecht und Intoleranz ein besonderes Zeichen gesetzt haben. Dieses herausragende Engagement soll mit der Preisverleihung gewürdigt werden. Über die Verleihung des Preises aus den alljährlich eingereichten Vorschlägen entscheidet eine Jury aus Vertretern verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens in Duisburg. „Wir haben hier immer eine sehr große Auswahl an Menschen und Gruppen, die den Preis verdient hätten“, erzählte Angelika Wagner vom Duisburger Bündnis. Gastgeber der Preisverleihung ist traditionell die Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen in ihrem Gemeindezentrum am Duisburger Innenhafen.

 
Musikalisch begleitet haben die Veranstaltung die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller: Auch das ist bereits seit vielen Jahren Tradition. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

 

 
Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Das Bündnis für Toleranz & Zivilcourage ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, Initiativen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie unter anderem Parteien, Kirchen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern sowie Einzelpersonen aus Duisburg. Es setzt sich ein für eine lebendige Kultur der Erinnerung und engagiert sich für ein gutes, von Toleranz und Respekt geprägtes Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Stadtgesellschaft.

 
Das Bündnis wurde im Jahr 2000 nach dem Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gegründet. Getragen von dem Gefühl „Wir müssen etwas tun“, rief man damals für den 27. Januar* — dem Auschwitz-Gedenktag — zu einer Menschenkette rund um die Duisburger Synagoge auf, an der sich spontan viele Duisburger Bürger beteiligten. Mit diesem symbolischen „menschlichen Schutzwall“ wurde ein eindrucksvolles Zeichen dafür gesetzt, dass in Duisburg für Antisemitismus kein Platz ist.

 
Seither verleiht das Bündnis jährlich zum Holocaust-Gedenktag (am Tag davor oder danach, wenn der 27. Januar auf den Schabbat fällt, der mit Sonnenuntergang am Freitag beginnt) seinen „Preis für Toleranz und Zivilcourage“ an Duisburger Gruppen und Einzelpersonen für deren engagiertes Eintreten gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus. Außerdem hat sich das Bündnis auch immer wieder an Aktionen gegen rechte Kräfte beteiligt, die in unserer Stadt Fuß fassen wollen.
www.toleranz-zivilcourage-duisburg.de

*) Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (im heutigen Polen) durch die Rote Armee am 27. Januar 1945

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Bündnis für Toleranz und Zivilcourage (1)

 

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Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen

 
Körperlichkeit mit anderen Sinnen erleben
Von Petra Grünendahl

Die interaktive Tastausstellung SHAPE! lädt dazu ein, Skulpturen mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Foto: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.

Der menschliche Körper ist in seiner Form individuell und außergewöhnlich. Auch für Künstler ist er ein wiederkehrendes Thema von großem Interesse und wird ganz unterschiedlich interpretiert und dargestellt. Die Formen des Körpers in der künstlerischen Darstellung können Museumsbesucher nun aktiv erleben: Mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, können Werke aus der Sammlung im wahrsten Sinne des Wortes begriffen werden. Ausgewählt wurden die Skulpturen der Sonderschau im Hinblick auf unterschiedliche Tast-Erfahrungen und unter Berücksichtigung geeigneter Materialien ausgewählt. In einem vollständig abgedunkelten Raum gilt es, mit geschärftem Fingerspitzengefühl ein geheimnisvolles Kunstwerk ohne visuelle Ablenkung zu erkunden. Das Erleben und das Aufnehmen unterschiedlicher Körperformen kann Kindern und Jugendlichen ebenso wie Erwachsenen dabei helfen, ein positives Körperbild zu entwickeln. Anhand der verschiedenen Kunstwerke wird deutlich, dass es viele Arten von Schönheit gibt und dass jeder Körper einzigartig ist. Dies kann dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu stärken und ein nuanciertes, eigenes Körpergefühl zu entwickeln.

 

Die interaktive Tastausstellung SHAPE! lädt dazu ein, Skulpturen mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Der eigene Körper kann mit Hilfe von fluoreszierenden Bodypaintings und Kostümen modelliert und umgedeutet werden. Foto: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.

Die interaktive Tastausstellung SHAPE! der Kunstvermittlung im Lehmbruck Museum ermöglicht es Besuchern, sich auf sinnliche Weise verschiedenen Köperdarstellungen in Skulptur und Plastik anzunähern, aber auch den eigenen Körper und seine Konturen neu zu erleben. Der Tastsinn und die Köperwahrnehmung sind die Schlüssel dazu. „SHAPE!“ bedeutet dabei nicht allein „Form“ oder „Gestalt“, sondern kann auch als Aufforderung verstanden werden, etwas selbst auszuformen oder zu modellieren. Die konzentrierte Wahrnehmung der verschiedenen Plastiken in der Ausstellung legt nahe, auch den eigenen Körper als eine räumliche, skulpturale Form zu begreifen, ihn zu gestalten oder performativ zu nutzen. Mit Hilfe von fluoreszierenden Farben und Kostümen können die Besucher sich selbst und ihren Körper fantasievoll modellieren und neu deuten. Unter Einbezug von Methoden aus Tanz und Theater entstehen kleine Choreografien und Performances, die auf einer in die Ausstellung integrierten Schwarzlicht-Bühne ausprobiert werden können.

 

 
SHAPE! – Die Ausstellung

Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen. Foto: Lehmbruck Museum.

Die Ausstellung berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Seh- oder kognitiven Einschränkungen. Die Werke werden auf niedrigen Sockeln präsentiert, damit Personen im Rollstuhl und kleinere Besucher ebenfalls die Möglichkeit haben, die ausgestellten Kunstwerke zu ertasten. In den vergangenen zwei Jahren wurden im Lehmbruck Museums im Rahmen des Projektes „Mach Dein Ding!“ außerdem interdisziplinäre Vermittlungsmethoden zur Sprachförderung entwickelt, die innerhalb der Ausstellung in einem außergewöhnlichen Rahmen implementiert und vertieft werden.

 

Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen. Foto: Lehmbruck Museum.

Die farbige und offene Ausstellungsarchitektur wird durch Wand füllende Zeichnungen der Duisburger Künstlerin und Tätowiererin Irini Alexiou ergänzt. Die verschiedenen Kostüme wurden von der Kunstvermittlerin Sabine Bazan gefertigt.

 
Ausgestellte Künstler und Werke (Auswahl)
K.O. Götz, Fussmühle, 2000
Norbert Kricke, Liegender Jüngling (Porträt Alfred Kricke), 1949
Wilhelm Lehmbruck, Kleiner weiblicher Torso, 1910
Thomas Rentmeister, Ohne Titel, 2001
Adolfo Riestra, Jarra blanca y grande, 1988
Kurt Sandweg, Sitzender, 1970
Edwin Scharff, Sitzende Frau, 1918
Kurt Schwippert, Berenike, 1975
Rico Weber, Ich liege, wo ich liegen möchte, 1978

Begleitprogramm
Begleitend zur Ausstellung lädt das Lehmbruck Museum zu einer Reihe von Veranstaltungen ein. Aktuelle Informationen werden auf der Website des Lehmbruck Museums veröffentlicht.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kant-Park gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.

Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Interaktive Tastausstellung SHAPE! ist ist im Lehmbruck Museum bis zum 1. September zu sehen. Außerdem läuft noch die Werkschau „In Agnosie“ von Alicja Kwade bis zum 25. Februar. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Lehmbruck Museum (2), Ilja Höpping / Stadt Duisburg (2)

 

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Duisburger Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle

 
Starke Frauen in Portraits, Statements und Geschichten
Von Petra Grünendahl

Mauga Houba-Hausherr
malt Petra Ellert in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Eine Ausstellung namens „Frauen zeigen Gesicht” habe der Verein Düsseldorfer „Künstlerinnen 2019 mit Mauga Houba-Hausherr geplant gehabt, erzählte Claudia Schäfer, Gründerin und Leiterin der cubus kunsthalle. Dann kam Corona und die Ausstellung wurde abgesagt, aber die Idee war geboren – und sie kam nach Duisburg. Claudia Schäfer holte zur Malerin Mauga Houba-Hausherr die Fotografin Petra Müller hinzu, um die Ausstellung in der cubus kunsthalle zu realisieren: Überwiegend mit Portraits Duisburger Frauen.

Doris Freer mit Hedwig Averdunk von Petra Ellert in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ins Boot holte die cubus-Chefin noch Petra Ellert mit Papierskulpturen, die teilweise in die Anfänge der Frauenbewegung und die Duisburger Geschichte reichen. Hierzu hat die Historikerin und Germanistin Doris Freer, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Duisburg, recherchiert und viel Interessantes und bislang Unbekanntes aus der Entwicklung von Emanzipation und Gleichstellung auch in Duisburg zusammen getragen. Ihre Texte sind nicht nur ins 40-seitige Begleitheft zur Ausstellung (unten auf der Seite zum Blättern) eingeflossen, sondern auch mit gerahmten Doppelseiten in die Ausstellung integriert: Ein faszinierender Mix aus starken Frauen der Gegenwart und der Vergangenheit in einem spannenden Nebeneinander von verschiedenen Kunstformen und historischem Kontext.

 

Von links: Petra Ellert, Claudia Schäfer, Petra Müller und Mauga Houba-Hausherr mit Schirmherrin Bärbel Bas in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die neue Ausstellung „Frauen zeigen Gesicht“ stellt monochrome Fotoportraits schwarz-weiße Tuschemalereien im Format 1 x 2 Meter gegenüber. Portraitiert haben Mauga Houba-Hausherr (Malerei) und Petra Müller (Fotografie) jeweils dieselben Frauen mit ihrem eigenen Blickwinkel: Die eine mit den Augen der Malerin, die andere als Fotografin. Beide Gattungen werden nebeneinander, aber auf separaten Wänden gezeigt. Dazwischen setzen die Papierskulpturen mit größtenteils historischen Frauenportaits von Petra Ellert dreidimensionale Akzente. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert:

Von links: Doris Frees, Mauga Houba-Hausherr, Petra Müller, Claudia Schäfer und Petra Ellert mit Schirmherrin Bärbel Bas in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Das Konzept sieht darüber hinaus in Absprache mit den Künstlerinnen vor, die Ausstellung für den jeweiligen Ort der Ausstellung zu variieren und weitere Frauen an dem Projekt teilnehmen zu lassen. Die Ausstellung „Frauen zeigen Gesicht“ in der cubus kunsthalle wird am Sonntag, 28. Januar, um 12 Uhr zusammen mit Schirmherrin Bärbel Bas eröffnet. Im Anschluss an die Ansprachen und die Eröffnung wird Edeltraut Klabuhn, Bürgermeisterin der Stadt Duisburg, von Mauga Houba-Hausherr gemalt und von Petra Müller fotografiert werden.

 

 
 
Biografien der Künstlerinnen

Von links: Doris Freer, Mauga Houba-Hausherr, Petra Müller und Claudia Schäfer mit Schirmherrin Bärbel Bas in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Mauga Houba-Hausherr wurde 1963 in Katowice (Oberschlesien) / Polen geboren. Im nahen Opole (dt. Oppeln) besuchte sie die staatl. Jugendkunstschule (1973–1977), das Lyzeum für Bildende Kunst (1977–1982) und schließlich das Staatliche Kultur- und Bildungsinstitut Opole (FB Theaterwissenschaften / Bühnenbild, 1982/83). In Deutschland studierte sie an der Hochschule Niederrhein (1992 Abschluss als Diplom-Designerin). Die seit 2002 frei schaffende Künstlerin Mauga Houba-Hausherr lebt und arbeitet in Krefeld. Sie ist Mitglied in verschiedenen Künstlervereinigungen wie BBK Düsseldorf, Verein Düsseldorfer Künstlerinnen, GEDOK Köln, Krefelder Kulturrat, Krefelder Kunstverein, Freie Duisburger Künstler e. V. und Frauenkulturbüro NRW. Zuletzt waren Werke von ihr in Duisburg beim Kunstmarkt in der cubus kunsthalle zu sehen.
www.mauga.de

Fotostudio von Petra Müller in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Petra Müller wurde 1968 in Dernbach im Westerwald geboren. Ihrem Studium der Bildenden Kunst an der Uni Duisburg bei Kurt Sandweg und Prof. Martin Goppelsröder (1989–1992) folgte eine Ausbildung zum Mediengestalter in Digital- und Printmedien (1999–2002). Ab 2002 war sie als Grafikerin in diversen Werbeagenturen tätig. Seit 2006 ist sie freiberuflich als Grafikerin und Fotografin unterwegs und hat bereits an diversen Ausstellungen – zuletzt auch beim Kunstmarkt in der cubus kunsthalle – teilgenommen. Sie lebt und arbeitet in Duisburg.
www.urban-art-photo.de

Petra Ellert in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Petra Ellert wurde 1949 in Düsseldorf geboren. Sie absolvierte eine Goldschmiedelehre an der Werkkunstschule Krefeld und ein Studium der Produktgestaltung an der Fachhochschule Niederrhein Krefeld (1968–1973). Dann ging sie zum Studium der Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste nach Florenz (1973–1976). Mehrfach lehrte sie als Dozentin für plastisches Gestalten an der Sommerakademie Paderborn. Weitere Stationen umfassen verschiedene (und mehrfache) Aufenthalte als Gastkünstler oder „Artist in Residence“ in Weimar, Dessau, Melbourne / Australien und Paris. Auch sie war beim letzten Kusntmarkt in der cubus kunsthalle – teilgenommen vertreten. Petra Ellert lebt und arbeitet in Düsseldorf.
www.petra-ellert.de

 

Claudia Schäfer in Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zu sehen ist „Frauen zeigen Gesicht“ bis zum 10. März 2024. Ermöglicht wird die Ausstellung in der cubus kunsthalle durch Sponsoren wie Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Sparkasse Duisburg-Stiftung und duisport.

 
Am internationalen Frauentag am 8. März gibt es einen Aktionstag, an dem u. a. Katharina Ulla Middendorf und Fiona Fabolous portraitiert werden. Ab 18:00 Uhr gibt es den Live-Podcast „Vollreif“ aus der Ausstellung mit Stefanie Haidamowicz und Dani Partenzi und den anwesenden Besuchern als Publikum. Der Aktionstag endet dann mit einer Art&Wine after show Party im Obergeschoss.

 
Frauen zeigen Gesicht: Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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cubus kunsthalle

Frauen zeigen Gesicht in der cubus kunsthalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die cubus kunsthalle liegt im Kant-Park in der Duisburger Innenstadt in der Nachbarschaft des Lehmbruck Museums, wo sie mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Konzerten, aber auch mit partizipativen Angeboten das Umfeld und die Duisburger Kunstlandschaft belebt. Gegründet hat die cubus kunsthalle die Duisburger Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schäfer 1987/88 als cubus galerie in Duissern, bevor sie 1994/95 mit Hilfe eines gemeinnützigen Fördervereins in das Gebäude des ehemaligen Niederrheinischen Museums der Stadt Duisburg in den Kant-Park zog. Die cubus kunsthalle finanziert sich durch Spenden zur Förderung von Kunst & Kultur, über Sponsorenleistungen und durch die Untervermietung des Café Museums. Neben Duisburger Künstlern zeigt die Kunsthalle internationale Künstler und stellt einmal jährlich eine Sammlung vor – und dies weitestgehend bei freiem Eintritt. Geöffnet hat die privat geführte Kunst- und Ausstellungshalle mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr.
www.cubus-kunsthalle.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen feiert 50 Jahre „Dark Side of the Moon”

 
HIPGNOSIS.BREATHE: Album Cover Art von Aubrey Powell & Storm Thorgerson
Von Petra Grünendahl

Hipgnosis.Breathe: Plakat zur Ausstellung. Foto: Ludwiggalerie.

Das Cover des Albums „Dark Side of the Moon” von Pink Floyd aus dem Jahr 1973 mit dem lichtbrechenden Prisma ist eine Ikone. Das 50-jährige Jubiläum hat die Ludwiggalerie zum Anlass genommen für eine Sonderausstellung mit Plattencovern und anderen Arbeiten des britischen Design-Studios HIPGNOSIS. Viele LP-Hüllen der Londoner Kreativ-Schmiede sind deutlich inspiriert von surrealistischen Kunstwerken, in denen sich rätselhafte Momente finden. Einige Motive entstehen durch Experimente mit der Polaroid-Technik, andere durch Assoziationen mit den Albumtiteln. Hinter den endgültigen Aufnahmen verbergen sich häufig ganze Geschichten und ungewöhnliche Begebenheiten, wie zum Beispiel beim Cover zum Album „Animals“ von Pink Floyd, mit einem Helium gefüllten Stoffschwein über dem Kohlekraftwerks Battersea Power Station.

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „HIPGNOSIS.BREATHE“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen präsentiert die wichtigsten Designs des Duos Aubrey Powell & Storm Thorgerson auf über 120 großformatigen limitierten Fine Art Prints und Fotografien. Zum Teil handelt es sich dabei um Entwürfe, die nicht realisiert worden sind. Außerdem sind mehr als 20 originale Plattenhüllen zu sehen. Ergänzt werden diese Exponate durch den neuen Dokumentarfilm „Eclipse“, den Aubrey Powell für Pink Floyd anlässlich des 50. Jubiläums von „The Dark Side of the Moon“ realisiert hat, sowie durch einen Soundwalk, der die Musik vor den Designs erlebbar macht. Die Ludwiggalerie zeigt die Ausstellung „Dark Side of the Moon“ in Kooperation mit der Browse Gallery Berlin: Die Schau wird kuratiert vom HIPGNOSIS-Gründer Aubrey Powell und John Colton, Browse Gallery Berlin. Die Ausstellung wird am Samstagabend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Sonntag für das Publikum zugänglich.

 

 
 
Die Künstler

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

HIPGNOSIS, das legendäre britische Fotodesign-Studio, gegründet von Aubrey Powell und Storm Thorgerson, gestaltete zwischen 1967 und 1984 mehr als 400 Plattencover für internationale Bands und Musiker. Vor allem in den 1970er-Jahren setzte HIPGNOSIS Maßstäbe bei der innovativen Gestaltung des Erscheinungsbilds von Rock-Alben. Zahlreiche Motive gehören zu den Ikonen der Musikgeschichte und haben heute Kultstatus.

 
Powell und Thorgerson benannten ihr Atelier nach einem Graffito (Schriftzug), den Syd Barrett von Pink Floyd über ihre Studiotür gesprüht haben soll. Die widersprüchliche, ironische Vereinigung der Bedeutung von Hip – neu, cool, trendy – und Gnosis – altgriechisch für Wissen – passt zu ihren neugedachten Ansätzen. Ähnlich paradox und humorvoll sind ihre Designideen. Im Gegensatz zu anderen Büros arbeiten sie nur selten mit Porträtaufnahmen der Musiker. Eine Ausnahme bilden die Alben Peter Gabriel I-III, die heute besser bekannt sind unter den Namen ihrer Gestaltung Car, Scratch und Melt.

 
Neben Entwürfen für Pink Floyd, mit deren Bandmitgliedern die beiden Designer eng befreundet sind, oder Peter Gabriel erlangen auch Gestaltungen zu „Houses of the Holy“ und „Presence“ von Led Zeppelin, „Elegy“ von The Nice und „Deceptive Bends“ von 10cc sowie viele weitere Designs u. a. für Paul McCartney, Yes, Genesis, Bad Company, Emerson Lake & Palmer, Scorpions, Styx, Syd Barrett oder Black Sabbath Weltruhm und zum Teil auch Kultstatus. Das Aufkommen der CD als wichtigstem Album-Träger in den 1980er-Jahren beendete die Zeit von aufwändig und künstlerisch gestalteten Plattencovern.

Zur Ausstellung ist ein bebildertes Booklet mit einem Text von Dr. Sarah Hülsewig erhältlich (16 Seiten, 5 Euro, ISBN 978-3-932236-49-5).

 

 
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 20. Mai. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 17,00 Euro (ab 15. März 2024 bei der neuen Ausstellung „Planet Ozean“).

 
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Sarah Hülsewig) am:

  • Sonntag, 4. Februar 2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 17. März 2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 14. April 2024, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 19. Mai 2024, 15 Uhr.

Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier.

 
Im Kleinen Schloss ist ab dem 4. Februar bis Juni 2024 „Art_Upgrade_2024“ zu sehen. Künstler der ArtOthek stellen aus: Neues aus den Ateliers – Werke und Workshops.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Plakat (Ludwiggalerie)

 

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Niederrheinsche IHK lud zum Neujahrsempfang 2024 in Duisburger Mercatorhalle

 
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur setzt sich für Industriestrompreis ein
Von Petra Grünendahl

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Petra Grünendahl.

Dass neben der maroden Infrastruktur besonders die hohen Energiepreise die Industrie in Duisburg und am Niederrhein belasten, wo sich zahlreiche sehr energieintensive Produktionsstätten für Stahl, Metall, Chemie und Maschinenbau befinden, ist im NRW-Wirtschaftsministerium angekommen: Sie werde sich weiterhin in Berlin für einen Industriestrompreis einsetzen, versicherte Festrednerin Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers. Foto: Petra Grünendahl.

„Aber wir wollen vor allem die Energieversorgung der Zukunft“, sagte sie. Das heißt: Weg von den fossilen Energieträgern, hin zu regenerativen. Das heißt auch: „Wir brauchen mehr Flächen für Windkraftanlagen!“ Allein am Niederrhein (inklusive Duisburg) würden rund 10 Prozent der bundesweit in der wirtschaft eingesetzten Energie verbraucht, erklärte Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK. Die Deindustrialisierung Deutschlands und NRWs sei längst im Gange, warnte der IHK-Präsident vor der Abwanderung von Unternehmen mit ihren Produktionsstandorten – und damit von Arbeitsplätzen.

 

Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang hatte die Niederrheinsche IHK Duisburg – Wesel – Kleve in die Mercatorhalle eingeladen. Vor über 750 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und von gesellschaftlichen Organisationen sprachen Werner Schaurte-Küppers und Mona Neubaur. Als sie ihr Amt als Wirtschaftsministerin des Landes im Juni 2022 antrat, habe sie gewusst, worauf sie sich einlasse. Sie habe neben dem Klimaschutz auch die Interessen der Wirtschaft auf dem Schirm, für die sie sich nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Berlin einsetze. „Und man hört auch dort auf sie“, verriet Schaurte-Küppers. Der IHK-Präsident warnte vor einem Rechtsruck in Europa, wo im Juni Wahlen zum EU-Parlament statt finden: „Wir als Industrieregion mitten in Europa profitieren vom Austausch, vom freien Handel und von offenen Grenzen.“ Man dürfe die öffentliche Meinung nicht den Populisten überlassen, so beide Redner: Unser Wirtschaftsstandort und sein Erfolg sei auch der Migration zu verdanken, so Naubauer. „Wir wollen in der alten Industrie das Neue ermöglichen und müssen hier aus Innovationen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Das ist zum Erreichen der Klimaneutralität erforderlich“, erzänzte Neubaur. Sie war sich mit IHK-Präsident Schaurte-Küppers einig, dass Genehmigungsverfahren beschleunigt und das Bildungssystem gestärkt werden müssten. Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste bei einem Imbiss reichlich Gelegenheit zum Netzwerken.

 

 
Niederrheinische IHK
Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
www.niederrheinische-ihk.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Kaisermünzenpreis 2023: proDuisburg zeichnete Ruhrorter Hafenfest e. V. aus

 
Veranstaltung von überregionaler Bedeutung über Jahrzehnte ehrenamtlich auf die Beine gestellt
Von Petra Grünendahl

Laudator Markus Banken, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Normalerweise ist mein Sekretariat sehr zurückhaltend, wenn es um Einladungen für sonntags um 11 Uhr geht“, erzählte Laudator Markus Bangen, Vorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport). Aber hier hätte er schon eine gute Entschuldigung haben müssen, nicht hinzugehen, verriet der Hafenchef weiter. Für eine Ehrung von „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt und den Ruhrorter Hafenfest e. V. gab es aber keine Ausrede:

Dankte für die Auszeichnung: „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt, Vorsitzender des Ruhrorter Hafenfest e. V. Foto: Petra Grünendahl.

„Damit sehen Sie, welchen Stellenwert das Hafenfest und sein Organisator bei uns im Unternehmen haben“, führte Bangen fort, der Pavenstedt als Mitarbeiter im Unternehmen kannte und vor dessen Ruhestand auch sein Chef war. Dass sich Walter Pavenstedt als erster Vorsitzender des Vereins in die zweite Reihe gesetzt hatte statt auf den in der ersten Reihe für ihn reservierten Platz zwischen seinen Vorstandskollegen, sagt viel über den bescheidenen Macher, der nie im Rampenlicht stehen wollte. Das spiegelte sich auch ein seiner Dankesrede, in der er vor allem seine Mitstreiter mit ihrem Verdiensten bei der Organisation hervorhob. Einen kleinen Seitenhieb auf Uwe Kluge, Geschäftsführer von Duisburg Kontor, konnte er sich nicht verkneifen: „Was wir mit ein paar Leuten ehrenamtlich gemacht haben, macht heute eine ganze Abteilung“, spielte Pavenstedt darauf an, dass Duisburg Kontor die Organisation künftiger Hafenfeste von der Ruhrorter Hafenfest e. V. übernommen hatte.

 

Verliehen den Kaisermünzenpreis an die Vertreter des Ruhrorter Hafenfest e. V. (v. l.): Frank Albrecht und Enrico Löhrke mit Walter Pavenstedt, Stella Taralla undnhard Weber. Foto: Petra Grünendahl.

Den Ruhrorter Hafenfest e. V. mit seinem zuletzt federführenden Vorstandsteam zeichnete die bürgerschaftliche Vereinigung proDuisburg mit dem 39. Kaisermünzenpreis aus: In Anwesenheit von Oberbürgermeister Sören Link übergaben die beiden proDuisburg-Vorsitzenden Frank Albrecht und Enrico Löhrke Urkunde und Preis-Skulptur an Walter Pavenstedt, Dr. Bernhard Weber und Stella Tarala. Traditionell fand die Veranstaltung im Ratssaal im Duisburger Rathaus am Burgplatz statt. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Sonny Boys mit Bernhard Weber am Keyboard, die schon so manches Hafenfest gerockt haben. Schon für das 28. Ruhrorter Hafenfest im vergangenen Jahr hatte der Ruhrorter Hafenfest e. V. die Organisation in professionellen Händen an Duisburg Kontor abgegeben: Nachdem sie als Ehrenamtliche knapp drei Jahrzehnte lang die immer anspruchsvollere und für einen Verein immer riskantere Veranstaltung mit steigenden Sicherheitsanforderungen und höheren Kosten in ihrer Freizeit auf die Beine gestellt hatten. Und immer wieder Besucher mit einem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt in den Hafenstadtteil gelockt hatten. Dieses unermüdliche bürgerschaftliche Engagement von Vorstand und Mitgliedern für eine Duisburger Veranstaltung von überregionaler Bedeutung ehrte proDuisburg nun mit dem Kaisermünzenpreis 2023.

 

 
 
Party pur an Rhein und Ruhr

Mit dem Kaisermünzenpreis 2023 (v. l.): Walter Pavenstedt, Stella Taralla und Bernhard Weber als Vertreter des Ruhrorter Hafenfest e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Angefangen habe es damit, dass der damalige Hafendirektor Klaus von Lith einen Hafenchor mit einem Konzert haben wollte, erzählte Laudator Markus Bangen. Er habe Walter Pavenstedt, der damals in einem Shanty-Chor in Ruhrort aktiv war, diese Aufgabe 1994 übertragen: Aus mehreren Ruhrorter Choren setzte sich dieser Hafenchor zusammen. Und damit man ein wenig Publikum an den Hafenmund zum Konzert bekam, plante man gleich ein paar Stände am Leinpfad mit ein, die Besucher anziehen sollten: Das erste Hafenfest war geboren. Der damalige Duisburger Oberbürgermeister Josef Krings war so begeistert, dass er sagte, dieses tolle Fest solle jedes Jahr stattfinden.

 

Den musikalischen Rahmen gestalteten die Sonny Boys mit (v. l.) Heinz Robert Martin (Gitarre, Gesang), Franz Schwarz (Bass, Gesang), Terry van Bosch (Schlagzeug), Uli Bergmann (Sologitarre, Gesang) und Bernhard Weber (Keyboard, Gesang) hier mit Gastsängerin Stella Tarala vom Vorstand des Ruhrorter Hafenfest e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Von Ständen am Leinpfad und entlang der Dammstraße und mehrere Bühnen mit (Musik-)Bühnenprogramm über Schiffskorso zum Feuerwerk, verschiedenste Gastschiffe zur Besichtigung und der Hafenkirmes der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Duisburg-Ruhrort von 1519 e. V. auf der Mühlenweise bis hin zum Kunstmarkt auf dem Neumarkt, dem Hinterhoftrödel in Ruhrort oder dem Höhenfeuerwerk „Ruhrort in Flammen“: Mit vielfältigen Rahmenprogrammen und verschiedensten Kooperationspartnern im Stadtteil schafften die Organisatoren, ein für Besucher attraktives Stadtteilfest auf die Beine zu stellen, das ein Publikum sogar von jenseits der Stadtgrenzen anzog. Finanziert wurde die große Sause am Hafenmund über Spenden und Sponsoren. Der 2007 gegründete Verein Ruhrorter Hafenfest e. V. übernahm die Organisation mit den bislang schon engagierten Leuten. Nach der Übergabe der Organisation an Duisburg Kontor hat sich der Verein dann 2323 aufgelöst.

 

 
Über den Duisburger Kaisermünzenpreis

Kaisermünzenpreis für den Ruhrorter Hafenfest e. V. (v. l.): Enrico Löhrke, Walter Pavenstedt, Stella Taralla, Bernhard Weber, Frank Albrecht und Mario Mais. Foto: Petra Grünendahl.

proDuisburg ehrt mit dieser bürgerschaftlichen Auszeichnung seit 1981 Menschen, Unternehmen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise Verdienste um die Stadt Duisburg erworben haben. Preisträger in den vergangenen Jahren waren unter anderem das Unternehmen Krankikom, die Krohne Messtechnik GmbH, das filmforum Duisburg und die Universität Duisburg-Essen. Letzter Preisträger war 2022 der Steinhof in Huckingen.

Der Name der Auszeichnung erinnert an das Münzrecht, das die Stadt Duisburg im Mittelalter hatte. Der Preis selbst zeigt drei in Silber geschlagene vergrößerte Faksimiles dieser Denare-Silbermünzen, die zur Zeit Kaiser Heinrich IV. in der Königlichen Münze zu Duisburg geprägt wurden. Er wird – nach Vorgaben des Duisburger Goldschmieds Claus Pohl – im Auftrag von proDuisburg eigens gefertigt.
Mehr Infos zum Kaisermünzenpreis und seinen Preisträgern.

 
Bürgerschaftliche Vereinigung proDuisburg e. V.
proDuisburg e. V. wurde 1910 als Verkehrsverein für die Stadt Duisburg von Oberbürgermeister Karl Lehr zusammen mit Duisburger Unternehmern gegründet. Die bürgerschaftliche Vereinigung hat derzeit rund 340 Mitglieder, darunter große Unternehmen wie die König-Brauerei als einem der Gründungsmitglieder, die Sparkasse, die Volksbank oder Haniel sowie Einzelpersonen, die mit ihrem Engagement die Stadt unterstützen. proDuisburg e. V. gibt unter anderem in Zusammenarbeit mit dem DuisburgKontor den Kalender „Duisburg 2024“ heraus.
produisburg.de

 
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Als Kultur- und Kreativpilotin ausgezeichnet: Duisburger Mode-Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi

 
Mode-Design verbindet afrikanische und europäische Kultur
Von Petra Grünendahl

Avantgarde-Mode von der Duisburger Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Evangelos Rodoulis.

Ihr Auslandssemester im Mode-Design-Studium hatte Faourouz Sadaoutchi-Adoyi vor Augen geführt, was sie wollte: Frei und kreativ als Mode-Designerin arbeiten und nicht angestellt. Nach dem Studium musste sie aber erst einmal Geld zum Leben verdienen: „Das Geld zum selbstständig machen hatte ich gerade nicht“, erklärte Sadaoutchi-Adoyi. Also ging sie als Flugbegleiterin zur Lufthansa: „Für ein, zwei Jahre, dachte ich. Aber es wurde dann doch länger“, lachte sie.

Avantgarde-Mode von der Duisburger Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Evangelos Rodoulis.

Bei einem Familienurlaub in Togo lernte sie 2018 Samarou Adoyi kennen, der ein Modegeschäft führte. Als Flugbegleiterin konnte sie ihre Dienstpläne so legen, dass sie nun häufiger nach Togo kam, um ihn besser kennen zu lernen und zu gucken, ob es für mehr reicht. 2020 heirateten sie in Togo, so dass Adoyi zu ihr nach Duisburg ziehen konnte. Den Kontakt zur Mode-Welt hatte sie in ihrer Zeit als Flugbegleiterin ein wenig verloren, als ihr vor etwas über zwei Jahren Freunde eine Ausschreibung schickten, in der ein Projekt im Senegal (Baobab Creations) afrikanische Designer suchte, die im Deutschland (in der „Diaspora“) lebten. Mit ihren Entwürfen überzeugte sie die Jury, so dass sie sich mehrfach mit je zwei Designern aus Senegal und der Elfenbeinküste sowie einem weiteren Diaspora-Afrikaner traf, um eine gemeinsame Kollektion zu entwerfen, die afrikanische Mode sichtbar macht und Afrikanern zeigt, welch wertvolle Ressourcen an nachhaltigen Materialien sie hierfür besitzen.

 

Duisburger Mode-Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Petra Grünendahl.

Dieses Erfolgserlebnis habe sie ermutigt und ihr die nötige Motivation gegeben, sich schließlich doch in der Modewelt ihr eigenes Label „Sadaoutchi Design“ (der Name stammt noch aus Studienzeiten) aufbauen zu wollen, erzählte Designerin. Mit ihren Entwürfen und einem Business-Plan habe sie sich dann im vergangenen Jahr für die Auszeichnung als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland beworben. „Ich war wohl der einzige Bewerber, der noch keine Firma gegründet hatte“, lachte sie. Dennoch schaffte sie es, als einer von 32 ausgezeichneten Gründern ausgewählt zu werden. Das Bundesprogramm, welches 2023/24 bereits zum 14. Mal stattfand, ehrte als Titelträger neben ihrem Model-Label fünf weitere Projekte in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist die Förderung nachhaltiger Geschäftsmodelle: Die Titelträger erhalten Zugang zu fachkundiger Expertise und einem entsprechendem Netzwerk und profitieren von einem maßgeschneiderten einjährigen Mentoring-Programm, dass ihre unternehmerische Entwicklung begleitet und fördert. Mit dem Wissen aus dem Mentoring und Kontakten aus Netzwerken will sich die Deutsch-Togoerin nun um die Finanzierung kümmern, um noch in diesem Jahre ihr Unternehmen gründen zu können.

 

 
 
Sadaoutchi Design

Avantgarde-Mode von der Duisburger Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Evangelos Rodoulis.

Ihre Mode entwirft sie im Stil der Avantgarde. Die ausgefallenen und zuweilen gewagten Outfits dieser Stilrichtung, die man auf den Modeschauen der Welt zu sehen bekommt, sind in erster Linie Eye-Catcher, die zeigen sollten, was der Designer kann. Für ein Publikum gibt es angelehnt daran Modelle, die „ready-to-wear“ – also im Alltag tragbar – sind. Diese Modelle seien auch das, was schließlich in den Handel kommt, erzählte die Mode-Designerin. Zwei bis drei Kollektionen im Jahr für Frauen und für Männer sowie Taschen möchte sie entwerfen, nachhaltig und fair produzieren lassen und in Deutschland und in Afrika verkaufen.

 
Ihr Mode-Design spielt ein bisschen zwischen den Welten afrikanischer und westlicher Kultur: Dort, wo sich auch Sadaoutchi-Adoyi bewegt, die ihre eigene afrikanische Kultur und Muttersprache (Kotokoli, das in Togo, Ghana und Benin gesprochen wird) ebenso an ihre kleinen Töchter (3 Jahre und 18 Monate) weitergibt wie ihre deutsche Kultur, Sprache und Werte, mit denen sie aufgewachsen ist.

Avantgarde-Mode von der Duisburger Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Evangelos Rodoulis.

Produzieren will sie in Afrika, wo sie gute Arbeitsplätze mit fairer Bezahlung für Näherinnen schaffen und Aufträge an das lokale afrikanische Textilhandwerk vergeben will. Das Material für Taschen ebenso wie die afrikanischen Stoffe sollen ebenfalls – nachhaltig produziert – von dort stammen. Kontakte hat sie in Togo auch, zumal große Teile ihrer Familie (und die ihres Mannes) in Togo und Ghana leben: „Ich will Afrika etwas zurück geben!“

 
Für den Vertrieb schweben ihr neben dem Online-Verkauf Verträge mit Concept Stores vor, die Designer-Waren verkaufen, sowie der Verkauf auf Fashion Weeks und Modeschauen. Dazu kann sie sich zeitlich begrenzte Popup-Stores – auch in der Duisburger Innenstadt – vorstellen. Für ihr Geschäftsmodell sucht sie nun noch „Geldgeber“: Sei es über Investoren, Existenzgründerförderung oder einen KfW-Gründerkredit. „Möglichkeiten gibt es hier einige, man muss aber noch mögliche Geldgeber von seinem Konzept überzeugen.“ Mit ihren Entwürfen und Plänen hat sie schon an verschiedenen Stellen einen guten Eindruck hinterlassen, so dass wir ihr auch hier das nötige Glück wünschen.

 
Eine Auswahl ihrer Mode-Designs findet man auf ihren Instagram-Profil sadaoutchi.designn.

 

 
Faourouz Sadaoutchi-Adoyi

Duisburger Mode-Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren wurde die Wahl-Duisburgerin 1992 in Togo, einem Vielvölkerstaat in Westafrika, wo sie mit ihren Geschwistern die ersten Jahren von ihren Großeltern großgezogen wurde: Ihr Vater war als politisch Verfolgter nach Deutschland gegangen, ihre Mutter folgte wenige Jahre später. Mit sieben Jahren kam sie selber nach Deutschland, wo sie dann mit ihren Eltern und fünf Geschwistern (zwei wurden in Deutschland geboren) in einem kleinen Ort in der Nähe von Würzburg aufwuchs. Nach Abschluss der Wirtschafts-Realschule lernte Faourouz Sadaoutchi zunächst Steuerfachangestellte, weil ihre Eltern auf einer soliden Ausbildung bestanden. Mehr Spaß als die trockenen Zahlen hatte ihr aber immer schon gemacht, Menschen schön zu machen: Egal, ob es das Zöpfe flechten bei ihren Schwestern war oder Kleider für ihre Puppen entwerfen und nähen. Auch gezeichnet hat sie schon immer gerne: Kunst war ihr Lieblingsfach. Nach ihrer ersten Ausbildung verließ sie Franken und ging an das Fashion Design Institut, einer staatlich anerkannten berufsbildenden Modeschule in Düsseldorf, wo sie Mode-Design mit seinen handwerklichen, technischen und historischen Grundlagen studierte.

 

Avantgarde-Mode von der Duisburger Designerin Faourouz Sadaoutchi-Adoyi. Foto: Evangelos Rodoulis.

Ein viermonatiges Praktikum (Auslandssemester) bei der Mode-Designerin Suzaan Hayns in Johannesburg (Südafrika) war ihre erster Besuch in Afrika, seit sie in Deutschland lebte: „Die Leute sahen so aus wie ich“, so die 31-Jährige, die in ihrem fränkischen Heimatdorf nur weiße Menschen kannte. In Südafrika habe sie aber auch erfahren, wie „deutsch“ sie eigentlich sei. Eine kulturelle Verbindung, die sie in ihrer Design-Sprache pflegt.

 
Duisburg ist ihr seit 2015 zur Heimat geworden: Hier lebt sie mit ihrem Mann, hier wurden die Töchter geboren und hier hat sie sich über die Jahre einen Freundeskreis aufgebaut. Zwei Brüder und zwei Schwestern leben heute über ganz Deutschland verteilt. Eine dritte Schwester ist zur Zeit für das Auswärtige Amt in Mali (Westafrika) tätig.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Evangelos Rodoulis (5)

 

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Besondere Hochzeits-Locations: Heiraten mit Ambiente

 
Vom Bergbau-Ambiente bis zur Hochzeit auf dem Schloss
Von Peter Hartley

Trauungen sind in Moers in der Fördermaschinenhalle am Schacht IV der Zeche Rheinpreußen möglich. Foto: Petra Grünendahl.

Dorothea und Markus aus Süddeutschland wollten eigentlich schon seit Jahren den Bund fürs Leben schließen, allerdings stand ihre Wunsch-Location dafür bislang nicht zur Verfügung. In diesem Jahr ist es nun endlich so weit: Die beiden können sich im Fördermaschinenhaus der ehemaligen Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers standesamtlich trauen lassen. Doros Vater stammt aus Moers, ihr Großvater und seine Brüder arbeiteten im Bergbau: Da war Schacht IV natürlich allererste Wahl, zumal Doro ihre Verbindungen nach Moers pflegt und mit ihrem Verlobten regelmäßig zu Besuch kommt. Erst Ende letzten Jahres konnte der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V., der das Industriedenkmal betreut und in Stand hält, mit der Stadt einen Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, der es ermöglicht, sich im Fördermaschinenhaus trauen zu lassen. Natürlich griffen Dorothea und Markus gleich zu und reservierten einen Termin. Aber auch für nicht so Bergbau-affine Verlobte hat die Stadt Moers spannende und historische Locations im Angebot wie zum Beispiel das Schloss Moers, Schloss Lauersfort, das Alte Landratsamt sowie das Peschkenhaus, die neben weiteren Orten für Trauungen an Samstagen zu festgesetzten Terminen verfügbar sind. Neben einem besonders schönen Rahmen für die Trauung ist hier auch überall ein Sektempfang im Anschluss an die Zeremonie buchbar.

 

Trauzimmer im Schloss Horst in Gelsenkirchen. Foto: Petrwa Grünendahl.

Der Ort der Eheschließung muss nicht immer das Standesamt sein: Neben den ansprechend gestalteten Trauzimmern in den Rathäusern und Bezirksämtern bieten viele Städte der Region mittlerweile auch ausgefallene Locations zum Heiraten an. Diese sind in aller Regel nur für bestimmte (Samstags-)Termine zu haben – und oft schnell ausgebucht, so dass man sich bei Interesse frühzeitig um die Reservierung oder Buchung des Ortes kümmern sollte. Orte für Ambiente-Trauungen jenseits der Rathäuser kosten allerdings eine Extra-Gebühr zusätzlich zu den eigentlichen Kosten der standesamtlichen Trauung sowie ggf. der Miete für die Räumlichkeiten. Einen Überblick über die Möglichkeiten für eine Trauung in Duisburg, über notwendige Unterlagen, Kosten und Kontaktadressen gibt die Stadt auf ihrer Webseite. Da manche Örtlichkeiten für die standesamtliche Trauung eine beschränkte Kapazität haben, sollte man also für mehr Gäste bei der eigentlichen Hochzeitsfeier einen entsprechenden Raum oder Saal mieten, um im Anschluss an die Zeremonie größer feiern zu können.

 
 
Vorbereitungen und Planungen für Hochzeit und Ehe

Trauringe. Foto: Petra Grünendahl.

Mit den Planungen sollten Paare frühzeitig beginnen, denn gerade Termine an ungewöhnlichen Orten sind meistens schnell ausgebucht. Die Eheschließung ist beim Standesamt des Wohnsitzes einer der beiden Verlobten anzumelden. Dazu werden dort Personalien und Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und ggf. die Schließung und Auflösung von früheren Ehen oder Lebenspartnerschaften geprüft. Eine Anmeldung zur Eheschließung ist frühestens sechs Monate vor dem beabsichtigten Termin möglich, eine konkrete Terminanmeldung ebenfalls ab sechs Monate vorher. Manche Städte bieten die Möglichkeit einer Terminreservierung zwölf Monate vorher an, die aber durchaus auf Einwohnern dieser Städte begrenzt sein kann. Soll die Eheschließung außerhalb von Duisburg stattfinden, sollte man vor der Anmeldung der Eheschließung mit dem Standesamt, bei dem die Eheschließung erfolgen soll, Kontakt aufnehmen und abstimmen, ob eine Eheschließung dort möglich ist. Die Anmeldeunterlagen werden nach der Prüfung am Wohnort an das Standesamt weitergeleitet, bei dem die Eheschließung erfolgen soll.

 

Zweigstelle des Standesamtes Castrop-Rauxel im Haus Goldschmieding. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Anmeldung zur Eheschließung und Festlegung des Hochzeitstermins geht es in die heiße Phase der Hochzeitsvorbereitungen: : Das reicht vom Verschicken der Einladungen über die Auswahl und Buchung von Raum, Blumenschmuck Menü der Hochzeitsfeier sowie evtl. eines Fotografen, die Auswahl der Ringe, von Trauzeugen oder Blumenkindern bis hin zur Garderobe der Brautleute (Brautkleid, Anzug und ggf. Styling). Die essentiellen Fragen rund um Ehe und Familie wie Güterstand, finanzielle Rahmenbedingungen wie ein gemeinsames Konto und natürlich der Kinderwunsch (oder auch nicht) sollten die angehenden Eheleute besser schon geklärt haben, bevor sie in Planungen für eine Eheschließung einsteigen. Gegensätzliche Vorstellungen lassen sich hier nämlich nicht mit einer dauerhaften Ehe in Einklang bringen.

 
Locations für jeden Geschmack

Auch im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt können sich Menschen trauen lassen. Foto: Petra Grünendahl.

Im historischen Trauzimmer im Rathaus am Burgplatz werden die meisten Trauungen in Duisburg vollzogen. Zum Hochzeitsempfang geht es dann immer gerne in den Franz-Haniel-Hof. Darüber hinaus gibt es weitere amtliche Trauzimmer im Bezirksamt Mitte, im historischen Rathaus Hamborn (heute Bezirksamt Hamborn) sowie im Rathaus am Körnerplatz (heute Bezirksamt Rheinhausen). Dazu kommen verschiedene Örtlichkeiten außerhalb der Verwaltungssitze, die man in der Regel für Eheschließungen an Samstagen buchen kann: Möglichkeiten gibt es zum Beispiel im Zoo Duisburg, im Steinhof Huckingen, in der Schauinsland-Reisen-Arena oder im Lehrerhaus Friemersheim ebenso wie im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt und auf dem Museumsschiff Oscar Huber sowie auf verschiedenen Fahrgastschiffen (MS Karl Jarres, MS Gerhard Mercator und MS Stadt Duisburg sowie das Fahrgastschiff Rheinfels).

 

Schloss Oberhausen: Das Trauzimmer befindet sich im Kleinen Schloss auf der rechten Seite. Foto: Petra Grünendahl.

Während zum Beispiel die Stadt Dinslaken aktuell nur den Trausaal des historischen Rathauses für eine Eheschließung anbietet, haben Verlobte auch in der Stadt Oberhausen eine Auswahl, die sie online nach ihrem Wunschtermin durchstöbern können. Neben dem (städtischen) Trauzimmer im Technischen Rathaus Sterkrade stehen hier auch das Trauzimmer im Schloss Oberhausen sowie ein Saal im denkmalgeschützten Gebäude der Burg Vondern zur Wahl. Das historische Rathaus in der Oberhausener Innenstadt verfügt nicht mehr über ein Trauzimmer, seitdem das Standesamt nach Sterkrade ausgegliedert wurde.

 

Ambiente-Trauungen ermöglicht die Stadt Dortmund in der Jugendstil-Maschinenhalle der Zeche Zollern (rechts). Foto: Petra Grünendahl.

Und wer nicht unbedingt auf Duisburg und die direkte Umgebung festgelegt ist, aber auf Bergbau-Ambiente Wert legt: Hier hat das Ruhrgebiet verschiedene weitere Industriedenkmäler zu bieten, in denen (standesamtliche) Trauungen möglich sind. Dazu zählen zum Beispiel die Maschinenhalle am Schacht II der Zeche Hugo in Gelsenkirchen-Buer, das Fördermaschinenhaus am Erzschacht in Marl oder die Zechen Zollern und Gneisenau sowie das Industriedenkmal Kokerei Hansa in Dortmund. Und eine offizielle Zweigstelle des Standesamtes Castrop-Rauxel ist im Haus Goldschmieding untergebracht, dem ehemaligen Sommersitz von William Thomas Mulvany (*1806 in Dublin, †1885 in Düsseldorf), der mit dem Transfer englischer Bergbautechnologie den Bergbau im Ruhrgebiet nachhaltig modernisierte und im Ruhrgebiet die „irischen“ Zechen (Erin, Hibernia und Shamrock) betrieb. Im Haus Goldschmieding ist (ebenso wie auf Zeche Hugo oder am Erzschacht) nach der Trauung in den Räumlichkeiten des Hauses auch die Feier möglich.
Text: Peter Hartley, Fotos: Petra Grünendahl

 

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Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2024!

 

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2024!
Foto: Petra Grünendahl.


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Wir wünschen unseren Lesern friedliche und gesegnete Weihnachten!

 

Wir wünschen unseren Lesern friedliche und gesegnete Weihnachten!
Foto: Petra Grünendahl.


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Deutsche Oper am Rhein: Rossinis „Barbier von Sevilla“ begeisterte im Theater Duisburg

Von der romantischen Liebe zur Traumhochzeitg
Von Petra Grünendahl

César Cortés (Almaviva), Christian Kiefer (Gitarist), Kimberley Boettger-Soller (Rosina), Jake Muffett (Figaro). Foto: Jochen Quast.

Der Graf Almaviva (César Cortés) hat sich Rosina (Kimberley Boettger-Soller): Mit ausgefallenen Geschenken und Gesangseinlagen wirbt er um das junge Mädchen und gibt sich dabei als mittelloser Student Lindoro aus. Ebenso um das vermögende Mädchen bemüht sich ihr Vormund Don Bartolo (Giulio Mastrototaro), der es – selber eher knapp bei Kasse – auf ihr Geld abgesehen hat. Mit Hilfe seines Freundes Don Basilio (Bogdan Taloș) will er Rosina bewegen, ihn zu heiraten. Streng bewacht er sie und sperrt sie im seinem Haus ein.

Kimberley Boettger-Soller (Rosina), Giulio Mastrototaro (Bartolo), Anke Krabbe (Berta). Foto: Jochen Quast.

Sie ist aber dem armen Studenten in Liebe zugetan und will mit ihm aus ihrem Gefängnis fliehen. Figaro (Jake Muffett), der Barbier von Sevilla, der im Haus Don Bartolos ein und aus geht, unterstützt seinen Freund Almaviva bei dessen Werbung um Rosina tatkräftig. Almaviva versucht zunächst als betrunkener Soldat, dann als Musiklehrer Don Alonso in Rosinas Nähe zu kommen. Zwar erkennt sie ihren Lindoro, jedoch weigert sie sich im zweiten Akt – durch eine Intrige Don Bartolos getäuscht – ihm zu folgen und will doch ihren Vormund heiraten. Der Graf outet sich gegenüber seiner Liebsten, die ihren Irrtum und die Intrige erkennt. Die beiden heiraten vor dem von Don Bartolo bestellten Notar – mit Figaro und Don Basilio als Trauzeugen. Der Graf verzichtet auf Rosinas Mitgift und Don Bartolo bandelt mit der Haushälterin Berta (Anke Krabbe) an.

 

César Cortés (Almaviva), Kimberley Boettger-Soller (Rosina). Foto: Jochen Quast.

Mit minutenlangen, teils stehenden Ovationen feierte das begeisterte Publikum im Theater Duisburg die Premiere der Oper „Il Barbiere di Siviglia“ (Der Barbier von Sevilla) von Gioachino Rossini (1792–1868): Und das völlig zu Recht, denn die Akteure auf und vor der Bühne hatten eine ganz fantastische Vorstellung abgeliefert. Bereits 2021 hatte diese Inszenierung von Maurice Lenhard ihre Düsseldorfer Premiere gefeiert. Die komische Oper (Melodramma buffo) von 1816 basiert auf der Komödie „Le barbier de Séville ou la Précaution inutile“ von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais: Dem ersten Teil der Figaro-Trilogie, deren Fortsetzung (den zweiten Teil) Wolfgang Amadeus Mozart 1796 mit Figaros Hochzeit (Le nozze di Figaro) auf die Opernbühne gebracht hatte. Der dritte Teil hatte nie eine Opern-Adaption erfahren. Das Libretto zu Rossinis Oper schrieb Cesare Sterbini. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der etwas über 2¾-ständige Opernabend in zwei Akten (inklusive eine Pause) ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
 
Akteure bereiteten Publikum einen genussvollen Abend

César Cortés (Almaviva), Giulio Mastrototaro (Bartolo). Foto: Jochen Quast.

Die Sänger glänzten mit anspruchsvollen Gesangspartien ebenso wie mit ihrer schauspielerischen Darstellung der Charaktere. Ihnen zur Seite stand der Herrenchor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Patrick Francis Chestnut. Rossinis virtuose und mitunter sehr temporeiche Komposition meisterten bravouröse Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Gastdirigent Antonino Fogliani. Musikalisch unterstützt werden die Philharmoniker dabei von Gitarist Christian Kiefer (auf der Bühne) und Anastasiya Titovych am Hammerklavier (im Orchestergraben). Das Bühnenbild gestaltete Malina Raßfeld, ins rechte Licht gesetzt wurde es Volker Weinhart. Die Kostüme entwarf Christina Geiger.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Jake Muffett (Figaro), Kimberley Boettger-Soller (Rosina), César Cortés (Almaviva). Foto: Jochen Quast.

Sa | 23. Dezember 2023 | 19:30 Uhr,
Mo | 25. Dezember 2023 | 18:30 Uhr,
So | 31. Dezember 2023 | 19:00 Uhr,
So | 14. Januar 2024 | 18:30 Uhr,
Fr | 26. Januar 2024 | 19:30 Uhr und
Mi | 6. März 2024 | 19:30 Uhr.

 

 
Deutsche Oper am Rhein

09/15
Giulio Mastrototaro (Bartolo), Anke Krabbe (Berta), César Cortés (Almaviva), Kimberley Boettger-Soller (Rosina). Foto: Jochen Quast.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Tickets kosten samstags zwischen 17,00 und 69,00 Euro, Silvester (inkl. Begrüßungsgetränk) zwischen 36,70 und 91,50 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2023 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Jochen Quast

 

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