cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän

 
Sensible Reflexion im Gegenüber von Mensch und Tier
Von Petra Grünendahl

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit ihren modellierten Gesichtern und Extremitäten wirken die Tierskulpturen von Irmela Maier (*1956) fast lebensecht. Die Körper bestehen aus Abfallmaterial oder Fundstücken wie dünnen Kupferdrähten oder Kunststoff, denen man ihre „Künstlichkeit“ nicht ansieht. Ihre atmosphärischen Szenarien scheinen in den Räumen der cubus kunsthalle mit den großformatigen Tier-Gemälden von Ralf Koenemann (*1961) zu interagieren, zu kommunizieren. Die Exponate lassen den Betrachter das Verhältnis von Mensch und Tier hinterfragen. In der Ausstellung „trotz alledem“ prallen die archaisch wirkenden „Tiere im Anthropozän“, dem aktuellen Zeitalter, in der der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde geworden ist, mit aller Wucht auf den Besucher. Trotz Klimawandel, Artensterben und der Umgestaltung natürlicher Lebensräume scheinen diese Tiere dem Betrachter nicht Opfer, sondern eigenständige Gegenüber mit Selbstbewusstein, Präsenz und Würde. Die künstlerischen Arbeiten eröffnen einen Raum der Reflexion, der nicht moralisierend wirkt, sondern sensibilisiert – trotz alledem.

 

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit der Ausstellung „trotz alledem – Tiere im Anthropozän“ zeigt die cubus kunsthalle Duisburg in ihren Erdgeschoss-Räumen zwei künstlerische Positionen, die sich eindringlich mit dem Verhältnis von Mensch und Tier im Zeitalter des Anthropozäns auseinandersetzen. Die Ausstellung vereint Arbeiten von Irmela Maier und Ralf Koenemann, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf eine gemeinsame Fragestellung blicken: Wie verändert die Dominanz des Menschen die Existenz des Tieres – und was sagt dies über uns selbst aus? Irmela Maier zeigt Arbeiten aus den letzten Jahren, in denen sie die fragile Balance zwischen Natur und Zivilisation thematisiert. Ihre Tierfiguren verweisen auf Verletzlichkeit, aber auch auf Widerstandskraft – auf eine stille, beharrliche Existenz des Lebendigen. Ralf Koenemanns überwiegend großformatige Malereien zeigen das Tier nicht als Spiegel menschlicher Denk- und Handlungsmuster, sondern als Mitwesen auf dieser Erde: Allein durch ihre Präsenz und Direktheit stehen sie auf Augenhöhe mit dem Menschen. Mit präziser Formensprache und konzeptueller Schärfe hinterfragt er so unsere Perspektiven auf Natur, Kontrolle und Verantwortung.

 

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „Trotz alldem – Tiere im Anthropozän“ im mit Skulpturen von Irmela Maier und Bildern von Ralf Koenemann läuft seit April und wurde bis zum 5. Juli verlängert. Im Obergeschoss lockt die Fotoausstellung von Heiner Schmitz mit „Besetzte Leben“ bis zum 28. Juni.

 

 
 
Irmela Maier

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Irmela Maier, 1956 geboren in Bad Waldsee, studierte von 1976 bis 1982 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Dieter Groß und erreichte den Abschluss Kunsterzieher. Es folgten einjährige Studienaufenthalte an der Académie des Beaux-Arts in Paris (1980–1981) und dem Central Saint Martins College of Art and Design in London (1985–1986). Seit 1988 hat sie ihr Atelier in der Ateliergemeinschaft Wilhelmshöhe Ettlingen. In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland wurden ihre Arbeiten gezeigt, darunter auch in Zoologischen Gärten. Werke von Irmela Maier befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.

 

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Maiers künstlerischer Schwerpunkt liegt in der Plastik. Irmela Maier verwendet in ihren Skulpturen und Plastiken neben den klassischen Materialien Ton, Gips und Holz auch Abfallmaterial und Fundstücke wie Kronkorken. Kupferdrähte oder Kunststoffe. Ihre Modelle sind bevorzugt Tiere, die sie im Zoo beobachtet, zeichnet und fotografiert. Das Ergebnis aus dem provisorisch wirkenden Materialeinsatz und der genauen Beobachtung sind verblüffend realistisch und lebendig wirkende Skulpturen Sie entwickelt eine poetische Bildsprache, die Nähe und Distanz zugleich erzeugt. Tiere erscheinen in ihren Werken nicht als illustrative Motive, sondern als eigenständige, empfindsame Wesen.
de.wikipedia.org/wiki/Irmela_Maier

 

 
 
Ralf Koenemann

cubus kunsthalle zeigt Malerei und Plastik: trotz alledem – Tiere im Anthropozän: Figuren von Irmela Maier und Bilder von Ralf Koenemann. Foto: Petra Grünendahl.
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Ralf Koenemann Ralf Koenemann wurde 1961 in Essen geboren wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Er studierte an der GHS Essen bei Prof. Lakner. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen und Messen präsentiert und sind in verschiedenen Sammlungen vertreten. Koenemann arbeitet interdisziplinär und verbindet Zeichnung, Malerei und konzeptuelle Ansätze. Seine Werke sind geprägt sowohl von einem expressiven Malstil als auch einer analytischer Klarheit. Er malt seriell, wobei er sich auch formell mit dem Verhältnis von Format und Bildfläche experimentiert. Dabei interessiert er sich für das Eigenleben des abgebildeten Tieres und seiner ureigenen Präsenz in der Natur. Inhaltlich konzentriert es sich auf Krafttiere, Tierarten, die imposant daherkommen und den Betrachter, auffordern eine demütige Haltung einzunehmen.
www.koenemann-contemporary.com

 
Impressionen aus der cubus kunsthalle. Fotos: Petra Grünendahl

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cubus kunsthalle

cubus kunsthalle im Kant-Park. Foto: Petra Grünendahl.

Die cubus kunsthalle liegt im Kant-Park in der Duisburger Innenstadt in der Nachbarschaft des Lehmbruck Museums, wo sie mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Konzerten, aber auch mit partizipativen Angeboten das Umfeld und die Duisburger Kunstlandschaft belebt. Gegründet hat die cubus kunsthalle die Duisburger Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schäfer 1987/88 als cubus galerie in Duissern, bevor sie 1994/95 mit Hilfe eines gemeinnützigen Fördervereins in das Gebäude des ehemaligen Niederrheinischen Museums der Stadt Duisburg in den Kant-Park zog. Die cubus kunsthalle finanziert sich durch Spenden zur Förderung von Kunst & Kultur, über Sponsorenleistungen und durch die Untervermietung des Café Museums. Neben Duisburger Künstlern zeigt die Kunsthalle internationale Künstler und stellt einmal jährlich eine Sammlung vor – und dies weitestgehend bei freiem Eintritt. Geöffnet hat die privat geführte Kunst- und Ausstellungshalle mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr.
www.cubus-kunsthalle.de

 
© 2026 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 


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