WAZ: Einfach beschämend – Kommentar von Frank Preuß

funke-mediengruppe(ots) – Zelte für Flüchtlinge. Mit schmalen Pritschen und ein paar Stühlchen. Auf einem matschigen Ascheplatz. Nicht im Irak oder in Syrien. Sondern in Duisburg, Deutschland. Es ist einfach nur beschämend.

Duisburg, wieder Duisburg. Man muss nicht ewig an das Versagen bei der Loveparade erinnern, um festzuhalten, dass die Stadt mehr schlechte Schlagzeilen produziert, als ihr guttun kann. Natürlich ächzt Duisburg unter der Belastung vieler Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien und muss sich um deren Unterbringung kümmern. Aber geht es im Ruhrgebiet anderen Städten nicht auch schlecht?

Nicht Oberhausen, Gelsenkirchen oder Herne bauen Zelte für Flüchtlinge auf, sondern einzig und allein Duisburg. Das reiche München wäre fast so weit gewesen und hat es mit einem gemeinsamen Kraftakt verhindert; der Imageschaden für die Metropole wäre desaströs gewesen.

Duisburg hat eine andere Fallhöhe, aber auch für sein Selbst- und Fremdbild ist die Zeltstadt verheerend. Duisburg hätte das verhindern müssen. Um jeden Preis.

– Pressemitteilung der WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen –

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ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg setzt auf Modernisierungen: Investitionen in Anlagen stärken die Produktionsstandorte

ThyssenKrupp Steel Europe invstiert in Duisburg viel Geld in die Modernisierung seiner Anlagen. Foto: TKSE.

ThyssenKrupp Steel Europe invstiert in Duisburg viel Geld in die Modernisierung seiner Anlagen. Foto: TKSE.

Zur kontinuierlichen Sicherung der technologischen Basis und der Produktionsstandorte investiert ThyssenKrupp Steel Europe in die Modernisierung des Anlagenbestands. Neben Investitionen in Großprojekte führt Deutschlands größter Stahlhersteller eine Vielzahl an stetigen Verbesserungsmaßnahmen durch. Die dafür aufgewendeten Investitionen der Business Area Steel Europe liegen Jahr für Jahr zwischen 400 und 500 Millionen Euro. In den vergangenen drei Geschäftsjahren beliefen sich die Investitionsauszahlungen auf insgesamt rund 1,35 Milliarden Euro. „Das sind Aufwendungen, die wir leisten müssen, um unsere Anlagen auf dem neuesten technischen Stand zu halten. So können wir im Wettbewerb unsere Position als einer der führenden Flachstahlhersteller behaupten. Wir sichern dadurch Arbeitsplätze und ganze Werkstandorte“, sagt Produktions-Vorstand Dr. Herbert Eichelkraut. Das Unternehmen diene zudem als wichtiger Werkstofflieferant für andere deutsche Industriebranchen, betont er. Darüber hinaus würden Zulieferer und Anlagenbauer von den Aufträgen profitieren.

Jetzt ist das Großaggregat Hochofen 2 in Schwelgern an der Reihe: ThyssenKrupp Steel Europe invstiert in Duisburg viel Geld in die Modernisierung seiner Anlagen. Foto: TKSE.

Jetzt ist das Großaggregat Hochofen 2 in Schwelgern an der Reihe: ThyssenKrupp Steel Europe invstiert in Duisburg viel Geld in die Modernisierung seiner Anlagen. Foto: TKSE.

Verbunden mit den Modernisierungsmaßnahmen setzt ThyssenKrupp Steel Europe wesentliche Großprojekte um, die sich über mehrere Jahre erstrecken. So hat das Unternehmen vor zwei Jahren eine zusätzliche Entstaubungsanlage für seine Sinterbänder im Werkbereich Duisburg-Schwelgern in Betrieb genommen. Im gleichen Jahr begann die Neuzustellung von Hochofen 9. Beide Modernisierungsmaßnahmen kosteten den Flachstahlhersteller insgesamt etwa 60 Millionen Euro.

tkse_hochofen_2_infografik2Allein die seit vergangenem Jahr laufenden Großprojekte am Standort Duisburg haben einen Gesamtumfang von rund 600 Millionen Euro. Darunter fallen die Modernisierungen der Warmbandwerke 1 und 2, mit denen das Unternehmen seine technologisch führende Position bei hochwertigem Qualitätsflachstahl ausbaut. Neben verbesserten Prozessabläufen konnten im Warmbandwerk 1 auch die Energieeffizienz der Anlage erhöht und der CO2-Ausstoß verringert werden. Die Ertüchtigung des Warmbandwerks 2 in Duisburg-Beeckerwerth wird in diesem Jahr fortgesetzt. Zudem hat das Unternehmen die Konverter 1 und 2 im Oxygenstahlwerk in Duisburg-Bruckhausen erneuert. Sie bilden die Basis für die Stahlherstellung am Standort.

Neuzustellung des Hochofens 2 in Schwelgern: Hochspezialisierte Fachkräfte mauern das Innere mit feuerfesten Steinen neu aus. Foto: TKSE.

Neuzustellung des Hochofens 2 in Schwelgern: Hochspezialisierte Fachkräfte mauern das Innere mit feuerfesten Steinen neu aus. Foto: TKSE.

Mit den Modernisierungsmaßnahmen erhöht ThyssenKrupp Steel Europe weiter die Qualität der Produkte, um mit den stark ansteigenden Qualitätsansprüchen, wie beispielsweise bei höherfesten Stählen für die Automobilindustrie, Schritt zu halten. Aktueller Schwerpunkt ist die Neuzustellung des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern. Nach 21 Jahren Ofenreise wird der größte Hochofen Europas modernisiert. Die Neuzustellung ist mit erheblichen Investitionsmitteln verbunden: Insgesamt wendet ThyssenKrupp Steel Europe mehr als 200 Millionen Euro inklusive Demontage, Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten auf, um das Aggregat rundum auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Parallel zur Neuzustellung wird die Stranggießanlage im Oxygenstahlwerk Duisburg-Beeckerwerth modernisiert. Auch bei den Tochtergesellschaften wurde umfangreich modernisiert, wie zuletzt die Mittelbandstraße bei Hoesch Hohenlimburg. Mit insgesamt 30 Millionen Euro wurde die Anlage in zwei Ausbaustufen umgebaut.

Der Hochofen 2 in Schwelgern muss nach 20 Jahren "Ofenreise" (so bezeichnet man die Betriebszeit des Aggregats) neu zugestellt werden. Foto: TKSE.

Der Hochofen 2 in Schwelgern muss nach 20 Jahren „Ofenreise“ (so bezeichnet man die Betriebszeit des Aggregats) neu zugestellt werden. Foto: TKSE.

„Die Maßnahmen zeigen einmal mehr, dass wir auf die Zukunftsfähigkeit der Standorte setzen. Mit unseren Mitarbeitern und dem integrierten Hüttenwerk sind wir nach wie vor einer der produktivsten und effizientesten Stahlstandorte weltweit. Damit das so bleibt, müssen wir stetig investieren“, betont Dr. Eichelkraut. Dabei setzt ThyssenKrupp Steel Europe neben den notwendigen Erhaltungsmaßnahmen vor allem auf Investitionen, mit deren Hilfe eine Differenzierung durch innovative Produkte und intelligente Lösungen erfolgt. Auf Grund umfangreicher Marktanalysen hatte das Unternehmen mit seinem Optimierungsprogramm zur Effizienzsteigerung u. a. attraktive Kunden- und Anwendungssegmente identifiziert, die vielversprechende Wachstumschancen bieten. In diese Bereiche wird jetzt gezielt investiert, um die in den nächsten Jahren angestrebten Geschäftsergebnisse zu erreichen.

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– Presseinformation der ThyssenKrupp Steel Europe AG –

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ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg: In der „Männerwelt Hochofen“ haben sich die Frauen der Metallurgie einen entscheidenden Platz erobert

Messen, analysieren, auswerten zwischen Hafen und Hochofen ist ihr Job. Mit 37 Jahren ist Dr. Alexandra Hirsch direkt im Umfeld der "Männerwelt Hochofen" Chefin des Metallurgie- und Labor-Teams, in dem über 30 Prozent Frauen arbeiten. Foto: TKSE.

Messen, analysieren, auswerten zwischen Hafen und Hochofen ist ihr Job. Mit 37 Jahren ist Dr. Alexandra Hirsch direkt im Umfeld der „Männerwelt Hochofen“ Chefin des Metallurgie- und Labor-Teams, in dem über 30 Prozent Frauen arbeiten. Foto: TKSE.

Sie steht 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der metallurgischen Verfahrensentwicklung und Qualitätskontrolle an den Hochöfen in Schwelgern und Hamborn vor: Dr. Alexandra Hirsch, gebürtige Aachenerin, 37 Jahre alt, ist seit 2008 im Ruhrgebiet zu Hause. Für die Chefin der Prozessoptimierung der Hochöfen und der Qualitätskontrolle für die Einsatzstoffe Koks, Sinter, Stückerze und Pellets bei ThyssenKrupp Steel Europe ist es nicht ungewöhnlich, dass ihr Team zu über 30 Prozent aus jungen Frauen besteht. „In der früher ausschließlich von Männern dominierten Welt am Hochofen gibt es auch heute noch keine Frauenquote.“ Auch ohne Quote ergab sich allein durch die geeignete Qualifikation, dass vier Frauen zwischen 20 und 40 Jahren in ihrem Team rund um metallurgische Prüfanlagen und Laboröfen tätig sind. „In diesen Anlagen prüfen wir bei Temperaturen von 500 bis 1.100 Grad Celsius alle im Werk verwendeten Hochofeneinsatzstoffe.“

Doch nicht nur das Tagesgeschäft der Qualitätsprüfung ist Aufgabe des Teams: Neue, innovative Verfahrenstechniken zur Optimierung der Roheisen- und Stahlerzeugung und zur Verminderung der CO2-Emissionen werden vorangetrieben und in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der ganzen Welt untersucht. „Für viele Studierende der Metallurgie sind wir erste Anlaufstelle, wenn es parallel zur Uni um Praxiserfahrung geht.“ Auch junge Wirtschaftsingenieure/-innen kommen aufgrund der strategischen Ausrichtung des Teams zu ThyssenKrupp Steel Europe, wenn sie im Ingenieur-Teil ihrer Ausbildung ihre metallurgischen Kenntnisse vertiefen wollen.

Die 28-jährige Janaina Brum ist dem Ruhrgebiet und den Hochöfen treu geblieben: Sie forscht im Team der Metallurgie an einem Projekt zum Einsatz optimierter Materialqualitäten in der Kokserzeugung. Foto: TKSE.

Die 28-jährige Janaina Brum ist dem Ruhrgebiet und den Hochöfen treu geblieben: Sie forscht im Team der Metallurgie an einem Projekt zum Einsatz optimierter Materialqualitäten in der Kokserzeugung. Foto: TKSE.

Ein Beispiel für eine junge Metallurgin ist die Brasilianerin Janaina Brum. Die heute 28-Jährige aus der Kleinstadt Ponte Nova nahe Belo Horizonte forscht im Team der Metallurgie gerade an einem Projekt zum Einsatz optimierter Materialqualitäten bei der Kokserzeugung. Nach einem sechsmonatigen Praktikum bei ThyssenKrupp Steel Europe 2009 und ihrem Bachelor-Abschluss in Brasilien entschloss sie sich im August 2010 zur Rückkehr nach Deutschland. „Als Frau – noch dazu mit einer vier Monate alten Tochter – wäre es schwierig geworden, in meiner Heimat Arbeit zu finden“, berichtet Brum. Als Stipendiatin des Duisburger Stahlwerks und Master-Studentin absolvierte sie ihren Abschluss im Ruhrgebiet und blieb den Hochöfen treu. „Ich war in Deutschland und im Team der Metallurgie wirklich angekommen“, resümiert die junge Mutter heute. Tochter Juliana (4) besucht die Betriebs-Kita in Duisburg-Hamborn.

Erst vor kurzem hat sich Dr. Rosa Peter (33) ins Team eingebracht: Nach ihrem Studium der Eisenhüttenkunde an der TU Freiberg/Sachsen und der Promotion zur Doktorin der Ingenieurwissenschaften am Forschungszentrum Jülich engagiert sich die dreifache Mutter in der industriellen Metallurgie. Wenn sie internationale Forschungsprojekte bearbeitet, ist das mit Reisen quer durch Europa und guter Organisation verbunden.

An den Prüföfen in Duisburg geht zudem die 26-jährige Martina Bolle ihren Weg. Die gelernte Chemielaborantin studiert parallel zu ihrer Arbeit Verfahrenstechnik im Abendstudium an der Bochumer Georg Agricola Fachhochschule. Ihr Wissen verschaffte ihr schnell den Stammplatz bei ThyssenKrupp Steel Europe, in der angestammten Männerwelt fühlt sich Bolle wohl.

Teamleiterin Dr. Alexandra Hirsch, die in der Metallurgie mit Frauen und Männern im Labor zusammenarbeitet, fasst zusammen: „Durch die Mischung von Jung und Alt, unabhängig vom Geschlecht, ergänzen wir uns sehr gut.“ Männer und Frauen würden gleich behandelt. „Bei uns zählen vor allem Qualifikation, Leistung und die Teamfähigkeit, die alle mitbringen.“ Der Umgang, zieht sie ihr Fazit, sei seit dem vermehrten Einzug ganz junger Fachkräfte tatsächlich etwas rücksichtsvoller geworden. „Und mittlerweile scherzen sogar die Kollegen, dass bald eine Männerquote von Nöten sei.“

– Presseindformation der ThyysenKrup Steel Europe AG –

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Zeitzeugenbörse Duisburg stellt neues Buch vor: Die Duisburger Straßenbahn

Als der Schienenverkehr noch maßgeblich das Stadtbild bestimmte

Vier Tage vor der Eröffnung der U-Bahn vor dem Amtsgericht.

Vier Tage vor der Eröffnung der U-Bahn vor dem Amtsgericht.

Am 11. Juli 1992 ging die erste U-Bahn in Duisburg in Betrieb. Damit endeten in der Innenstadt 111 Jahre Verkehrsgeschichte, die maßgeblich von der Straßenbahn geprägt worden waren. Schienenfahrzeuge und Autoverkehr auf der Königstraße kann sich jemand, der es nicht selber erlebt hat, gar nicht vorstellen. Wo heute Fußgänger in Ruhe schlendern, Kinder spielen und Menschen im Sommer vor den Eiscafés, auf Bänken unter den Bäumen oder an den vielen Brunnen sitzen, brummten bis Anfang der neunziger Jahre motorisierte und elektrifizierte Verkehrsmittel über die Hauptverkehrsader im Zentrum von und zum Hauptbahnhof.

titel_400Zurück in Zeiten, in denen der Verkehr auf den Straßen aus Straßenbahnen, Fußgängern und gelegentlichen Pferdefuhrwerken (und später auch ersten vereinzelten Autos) bestand, versetzt den Leser das neue Buch der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. Mit „Die Duisburger Straßenbahn“ präsentierte der erste Vorsitzende Harald Molder ein reichhaltig bebildertes Werk, welches eine Menge technische Informationen über die Straßenbahn und ihrer Entwicklung verbindet mit einer Einordnung in die Historie der heutigen Stadt Duisburg.
 

Kaiserstraße in Laar mit Kirche St. Ewaldi 1910, heute heißt sie Friedrich-Ebert-Straße.

Kaiserstraße in Laar mit Kirche St. Ewaldi 1910, heute heißt sie Friedrich-Ebert-Straße.

An jeder Gaststätte eine Haltestelle
Von der Pferdebahn über die Dampfbahn bis hin zur Elektrischen Straßenbahn entwickelte sich der Massenverkehr, lange bevor das Automobil zum Volksverkehrsmittel wurde. Nachgezeichnet haben die Autoren technische Entwicklungen –vom Rollenstromabnehmer zum Scherenstromabnehmer – ebenso wie notwendige „Standardisierungen“: Im Norden gab es die Meterspur, im Süden die Regelspur, am Ruhrorter Friedrichsplatz trafen sich die Linien und ermöglichten den Fahrgästen den Umstieg. Die Gleise der Meterspur wurden in den Sechziger Jahren abgerissen. Der linksrheinische Schienenverkehr zwischen Rumeln, Rheinhausen, Homberg und Moers wurde 1954 eingestellt. Spuren davon finden sich nur noch auf alten Fotos.

Die Brücke von Ruhrort nach Homberg wurde 1907 eröffnet.

Die Brücke von Ruhrort nach Homberg wurde 1907 eröffnet.

Viele Aufnahmen zeigen im Hintergrund ein historisches Stadtbild, welches überwiegend heute verschwunden ist, man aber an vielen Stellen noch nachvollziehen kann. Da, wo die Schienenwege verschwunden sind, ist die Atmosphäre heute eine ganz andere, auch wenn die Häuser dort noch stehen. Das gilt für die Straßen ebenso wie für heutige Fußgängerzonen: Das „Tempo“ ist ein ganz anderes. Haltestellen legte man damals häufig nicht nur vor die Tore der Fabriken, sondern auch vor die Gasthäuser entlang der Strecke, womit die Wirte gerne warben. Dies bot den Autoren ebenfalls reichlich Stoff für Histörchen und Anekdötchen.

Den berühmten Harkort-Wagen der früheren D-Bahn sieht man auch heute noch hin und wieder im Stadtbild. Die 1926 gebaute historische Straßenbahn wird vom Tram-Club 177 (https://www.tramclub.de/) liebevoll gepflegt und kann für Sonderfahrten auf der Strecke der Linie 903 gemietet werden. Allerdings muss die Bahn, die der Duisburger Verkehrsgesellschaft DVG gehört, nach einem unverschuldeten Unfall erst wieder repariert werden. Sie wird ihre Fahrten wohl er im nächsten Jahr wieder aufnehmen …

Bahnen brachten Arbeiter zur Fabrik: der „Proletenbagger“

Linie 6 an der Haltestelle Tor 6 der Thyssen-Hütte um 1915. Links führen die Schienen durch den Matena-Tunnel nach Alsum.

Linie 6 an der Haltestelle Tor 6 der Thyssen-Hütte um 1915. Links führen die Schienen durch den Matena-Tunnel nach Alsum.

Die Vielzahl von Straßenbahngesellschaften schlossen sich nach der Umwandlung der Duisburger Straßenbahnen GmbH in eine „AG“ 1940/41 zur Duisburger Verkehrsgesellschaft AG zusammen. Von ehemals unzähligen Linien sind heute nur noch zwei Straßenbahnlinien übrig: die 901 und die 903. Beide Linien wurden früher von verschieden Bahnbetrieben auf einzelnen Abschnitten bedient. Die Stationen der damaligen Verkehrsführung haben sich nicht großartig geändert, man findet sie auch heute noch im Stadtgebiet wieder. Die große Ausnahme bilden hier die Streckenabschnitte in der Innenstadt, die in die U-Bahn-Röhren verlegt wurden.

Endstation der Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn an der Düsseldorfer Straße 1905 (Blick von der Königstraße).

Endstation der Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn an der Düsseldorfer Straße 1905 (Blick von der Königstraße).

Die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn GmbH etablierte ab 1900 die Verbindung zwischen den beiden Nachbarstädten. Die 1926 zur Schnellbahnlinie D (oder D-Bahn) ausgebaute Strecke kennt man heute als U79. Eine zweite Strecke nach Hüttenheim zur Wendeschleife (Linie 8) ist heute Teil der Linie 903. Wie so viele Strecken war sie für den Transport der Arbeiter zu Werken und Fabriken gebaut worden und wurde im Volksmund abfällig „Proletenbagger“ genannt.

Friedrich-Wilhelm-Straße 1910. Rechts die heutige Lenzmannstraße, wo es zum Parkhaus Forum geht.

Friedrich-Wilhelm-Straße 1910. Rechts die heutige Lenzmannstraße, wo es zum Parkhaus Forum geht.

Einzelne Kapitel des Buches widmen sich den unterschiedlichen Straßenbahnbetrieben, die es seit den 1880er Jahren bis zur Vereinigung in der Duisburger Verkehrsgesellschaft in unserer Stadt gab. Bekannter werden die Straßenansichten im unfangreichen DVG-Kapitel, da sie sich – weil neueren Datums – im Stadtbild besser einordnen lassen. Mit dem Kapitel „Stadtbahn Rhein-Ruhr – auf dem Weg zur U-Bahn“ schließt sich der Kreis, der den Straßenbahnverkehr von der Innenstadt bis Meiderich unter die Erde gebracht hat. Schmankerl wie „Auch das ist Duisburger Straßenbahngeschichte“ (Stichwort „Gläserner Hut“) und „Duisburger Straßenbahnen auf fremden Gleisen“ runden ein hochinformatives und spannendes Buch ab, das nicht nur für Straßenbahnfreunde, sondern auch für Stadthistoriker ein Muss ist. Denn mit den Straßenbahnen sind auch die historischen Ansichten vielfach verschwunden oder haben ihr Gesicht massiv verändert. Garniert wird die Bilderschau mit vielen Details aus der Duisburger Stadtgeschichte, für die heutzutage kaum noch Quellen öffentlich sind.

Die Königstraße als vierspurige Hauptverkehrsstraße mit Straßenbahn 1965.

Die Königstraße als vierspurige Hauptverkehrsstraße mit Straßenbahn 1965.

Gunther Asshauer, Frank Bocek, Rainer Bongart, Uwe Bongert, Elsbeth Brockerhoff, Dieter Daniels, Karl Ergoi, Wolfgang Ksoll, Richard Luthardt, Harald Molder, Heinz Pischke, Hilmar Schmidt, Reinhold Stausberg und Thomas Taulien haben mit Fotos und Postkarten oder mit ihrem Wissen für die Erstellung der Buchtexte zum Gelingen des Projekts beigetragen. Eingeflossen ist u. a. auch Material von ehemaligen DVG-Direktoren oder Pensionären, Fachleute von der DVG halfen mit Informationen zur Technikgeschichte.

Das Buch „Die Duisburger Straßenbahn“ ist wie andere Bücher der Zeitzeugenbörse auch im Sutton Verlag, Erfurt, erschienen. Das 128 Seiten starke, gebundene Werk zieren 203 bislang weitgehend unveröffentlichte Fotografien, die ein Autorenteam fachkundig kommentiert und in die Geschichte Duisburgs eingebettet hat. Das Buch kostet 19,99 Euro und ist im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-5-95400-361-7).

Endhaltestelle in Tieflage vor dem neuen Hauptbahnhof Ende der dreißiger Jahre.

Endhaltestelle in Tieflage vor dem neuen Hauptbahnhof Ende der dreißiger Jahre.

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben berufen. Unter seinem Vorsitz ist sie 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos aus „Die Duisburger Straßenbahn“

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Im Salonwagen erkundete August Thyssen das Werksgelände im Duisburger Norden

Schon vor 1914 nutzte der Firmenchef auf dem kaum autotauglichen Firmenareal die moderne Bahn

Deutschland vor 100 Jahren. 1914 hat das Reich vor dem Ausbruch des Weltkriegs Jahrzehnte der Industrialisierung hinter sich. Mit dem Massenzustrom von Arbeitskräften ins Ruhrgebiet sind die Dörfer und Städte zwischen Dortmund und Duisburg rasant gewachsen. Wohlhabende Bürger haben Villen gebaut, Industrielle werksnah Häuser für Angestellte und Arbeiter errichtet. Und in Zeiten, da höchstens ein Arzt oder ein Großstadtbürgermeister stolze Autobesitzer waren, verbanden landeseigene Eisenbahnstrecken die wichtigsten städtischen Knotenpunkte.

Moderne Loks und der historische Wagen. Impressionen aus der Halle des Bahnbetriebs bei ThyssenKrupp Steel Europe. Foto: TKSE AG

Moderne Loks und der historische Wagen. Impressionen aus der Halle des Bahnbetriebs bei ThyssenKrupp Steel Europe. Foto: TKSE AG

Auch August Thyssen nutzte das moderne imageträchtige Verkehrsmittel Bahn für Besichtigungs- und Geschäftsfahrten auf seinem Duisburger Werksgelände. Ein gepflegter Salonwagen im Besitz von ThyssenKrupp Steel Europe zeugt noch heute davon. Mit dem 1905 gekauften Wagen bewegte sich der Firmenchef komfortabel am Standort Hamborn und konnte im Werk schnell vor Ort agieren.
Sorgsam instandgehalten wird der 1868 gebaute Salonwagen im heutigen Stahlwerk. Mit zwei Nostalgiewagen kann man bis heute zu besonderen Gelegenheiten über das Werksgelände fahren. Foto: TKSE AG.

Sorgsam instandgehalten wird der 1868 gebaute Salonwagen im heutigen Stahlwerk. Mit zwei Nostalgiewagen kann man bis heute zu besonderen Gelegenheiten über das Werksgelände fahren. Foto: TKSE AG.

Das Firmengelände, das heute über Straßen für Schwerlast-Fahrzeuge bis 150 Tonnen verfügt, war vor dem ersten Weltkrieg noch nicht autotauglich. Werksinspektion und Logistik über 100 Jahre später sind computerunterstützt, zertifizierte Messverfahren und Qualitätsmanagement haben seit langem Erkundungsfahrten wie die zur Zeit August Thyssens abgelöst. Logistisch bewältigen 1.000 Mitarbeiter von Logistik bei ThyssenKrupp Steel Europe Bahn-Transporte, den Hafenbetrieb und mehr. Allein 400 Lokführer bewegen 3.000 Eisenbahnwagen zwischen dem Werkshafen Walsum im Norden und Ruhrort bis zur westlichen Beeckerwerther Werksgrenze am Rhein. Rund 100 Loks sorgen für Transporte von Kohle, Koks, Erzen, Kalk oder Brammen auf 470 Kilometern Gleisnetz. Professionelle Logistik ist also integraler Bestandteil der Stahlerzeugung zwischen Hafen, Hochofen, Stahl- oder Veredelungswerken.

Ein Kalktransportzug anno 2014. Abgestimmte Logistik ist bei ThyssenKrupp Steel Europe ein integraler Bestandteil der Eisen--und Stahlerzeugung. Allein die Rohmaterial-Transporte auf dem Firmengelände würden die Schalker Arena in nur zweieinhalb Wochen bis zum Hallendach füllen. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.

Ein Kalktransportzug anno 2014. Abgestimmte Logistik ist bei ThyssenKrupp Steel Europe ein integraler Bestandteil der Eisen–und Stahlerzeugung. Allein die Rohmaterial-Transporte auf dem Firmengelände würden die Schalker Arena in nur zweieinhalb Wochen bis zum Hallendach füllen. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.

Zahlen zeigen Dimensionen. Allein mit dem Rohmaterial, das täglich bei ThyssenKrupp Steel Europe bewegt wird, würde die große Gelsenkirchener Schalke-Arena in nur zwei Wochen bis unter das hohe Stadiondach gefüllt. „Spezialisierte Tochterunternehmen in Rotterdam übernehmen die Entladung der Seeschiffe und den Umschlag der Rohstoffe auf Binnenschiffe für den Rheintransport bis Duisburg. Hier gewährleistet dann die Logistik durch einen leistungsfähigen Umschlag im eigenen Werkshafen, dass Kokerei und Hochofenwerke die Rohstoffe entgegennehmen können. Mit Bahn-, Schwerlast- und LKW-Transporten sorgen wir dafür, dass die Zwischenprodukte pünktlich zur nächsten Produktionsstufe im Produktionsnetzwerk der ThyssenKrupp Steel an den Standorten Duisburg, Dortmund, Bochum, Eichen, Ferndorf und Finnentrop geschafft werden. Ganz besonders im Fokus der Logistik steht natürlich die wunschgemäße Kundenversorgung mit Fertigprodukten. Diese erreichen ihr Ziel zu rund 40 Prozent per Bahntransport – dem Transportmittel unserer ersten Wahl“, sagt Ulrike Höffken, Leiterin Logistik bei Deutschlands größtem Stahlhersteller. In Sachen Logistik forscht und fördert das Werk zudem: zum Beispiel 10 Stipendiatinnen und Stipendiaten. Sie promovieren bis 2014 in einer eigenen ThyssenKrupp-Klasse an der Graduate School of Logistics der Technischen Universität Dortmund. Unterstützt werden ihre Doktorarbeiten seit 2011 auch durch die Zusammenarbeit von ThyssenKrupp Steel Europe mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik.

Gespräche mit georgischen Gästen und Regierungsvertretern, vermutlich auch über Logistik. Fritz und August Thyssen (2. und 3. v.li.) empfingen 1918 Fürst Sumbatoff (2.v.re.) und Dr. Nikoladze (Mitte, li. neben Thyssen). Foto: Konzernarchiv ThyssenKrupp.

Gespräche mit georgischen Gästen und Regierungsvertretern, vermutlich auch über Logistik. Fritz und August Thyssen (2. und 3. v.li.) empfingen 1918 Fürst Sumbatoff (2.v.re.) und Dr. Nikoladze (Mitte, li. neben Thyssen). Foto: Konzernarchiv ThyssenKrupp.

Von Wissenschaftsprojekten anno 2014 zurück zum Eisenbahnwagen Augusts Thyssens, Baujahr 1868. Im Salonwagen pflegten August und Fritz Thyssen Kontakte. Ein Bild des Jahres 1918 zeigt sie zum Beispiel mit einem georgischen Fürsten und Leitungskräften eines Partnerunternehmens, von dem das Duisburger Werk phosphorarmes Mangan sowie Erze aus dem 3.400 Kilometer entfernten Kaukasus bezog. Fürst Sumbatoff und Dr. Nikoladze waren mit Regierungsvertretern aus Berlin zu Gast bei Thyssen in Hamborn. „Der Salonwagen“, berichtete 1968 die Werkszeitschrift der Hamborner Eisenbahn und Häfen GmbH, „hat so manchen Kilometer hinter sich gebracht, hat hochgestellte Personen, hat einfache Leute gefahren.“ Für unterschiedliche Zwecke wurde seine Ausstattung im Lauf der Zeit angepasst und mehrfach umgebaut. So erzählt der feine Wagen Firmengeschichte. Für besondere Besichtigungsfahrten wird er bis heute – parallel zu einem Nostalgiewagen der Zeit nach 1918 – genutzt. „Der Salonwagen August Thyssens hat nur 16 Plätze“, erzählt Jan Schirling vom Bahnbetrieb Verbundverkehr bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Im Salonwagen gibt’s auch heute noch schon mal ein kleines Buffet“, ergänzt der Mann vom werkseigenen Bahnbetrieb. Etwa dann, wenn Gruppen im 36 Plätze fassenden zweiten Nostalgiewagen, etwas gegen ihren Hunger tun müssen. Insgesamt, so Schirling, werde das historische Prachtstück vielleicht noch viermal, der jüngere Bruder etwa zehnmal im Jahr genutzt. „Wer Glück hat, der kann bei Tagen der offenen Tür in dem beinahe 150 Jahre alten Bahnwaggon einsteigen.“

– Presseinformation und Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe AG –

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21. Ruhrorter Hafenfest: Programm für Jung und Alt lockt nach Duisburg

Fünf Tage „Party pur an Rhein und Ruhr“
Insgesamt über fünf Tage – vom 14. bis zum 18. August – geht das Hafenfest in Duisburgs Hafenstadtteil Ruhrort in diesem Jahr. Höhepunkt ist das musiksynchrone Höhenfeuerwerk auf der Ruhrorter Rheinbrücke nach Homberg (Friedrich-Ebert-Brücke) am Freitagabend. Ab 23 Uhr entzünden die Ruhrorter zur Musik von Radio Duisburg das größte Pyro-Spektakel am Niederrhein. Drum herum hat der Verein „Ruhrorter Hafenfest“ in Kooperation mit vielen Akteuren im Stadtteil ein vielfältiges Programm für unterschiedlichste Interessen zusammengestellt.

Der Vorstand der Ruhrorter Hafenfest e. V., Rudi Gande, Bernhard Weber, Walter Pavenstedt und Peter Baasen (v. l.), stellte nun das Programm zum 21. Ruhrorter Hafenfest bei einem Pressetermin im Binnenschifffahrtsmuseum im Detail vor. Foto: Petra Grünendahl.

Der Vorstand der Ruhrorter Hafenfest e. V., Rudi Gande, Bernhard Weber, Walter Pavenstedt und Peter Baasen (v. l.), stellte nun das Programm zum 21. Ruhrorter Hafenfest bei einem Pressetermin im Binnenschifffahrtsmuseum im Detail vor. Foto: Petra Grünendahl.

Das 21. Ruhrorter Hafenfest bietet mit seiner bunten Mischung aus attraktiven Bühnenprogrammen, Handwerkermarkt, Fischmarkt, Infoständen und vielfältigen Besichtigungsmöglichkeiten und Aktivitäten im Stadtteil einen Besuchermagneten für Jung und Alt. Auch in diesem Jahr wird das Hafenfest Publikum weit über Ruhrort und Duisburg hinaus an die Schnittstelle von Rhein und Ruhr locken. Seit vielen Jahren ein fester Bestandteil ist das Schützenfest mit Festzelt und großer Kirmes auf der Mühlenweide. Neuere Attraktionen wie der Kunst- und Kulturmarkt im Zentrum des Hafenstadtteils auf dem Neumarkt (Samstagabend ab 18 Uhr Familienaktionen, Bühnenshow und Lichtermeer, Sonntag 11 – 18 Uhr Künstler und Programm) bzw. das Kinderfest am Binnenschifffahrtsmuseum (Samstag, 14 bis 18 Uhr, Sonntag, 12 bis 18 Uhr, mehr Infos und der Flyer hier …) haben sich in den letzten Jahren etabliert.

„Gerade am Tag der Eröffnung hatten wir ein besonders stressiges Programm, bei dem wir uns nur unzureichend um unsere Gäste und Sponsoren kümmern konnten“, erklärte Walter Pavenstedt, Vorsitzender des Hafenfest-Vereins, die Verlängerung. Nach der Begehung des Festgeländes wird immer noch Zeit benötigt für eventuelle Nachbesserungen – speziell solche für das Feuerwerk. Sowohl die Begehung als auch die offizielle Eröffnung ab 17 Uhr mit Gottesdienst und Flötenchor finden nun am Donnerstag, 14. August, statt. Danach ist dann Zeit, sich mit Gästen auszutauschen. Wie gehabt startet das eigentliche Programm dann am Freitag, 15. August, ab 15 Uhr.

Engagierte Ruhrorter bringen sich ein

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Besichtigungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel im Privatmuseum der Firma Haniel, im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, auf den Museumsschiffen im Hafenmund, in der Kirche St. Maximilian an der Fabrikstraße oder im Radio-Museum Bergiusstraße sowie in den offenen Ateliers des Kreativquartiers. Außerdem hat das Binnenschifffahrtsmuseum zwei weitere Schiffe nach Ruhrort geholt: die Peniche „Willi“ (aus der Schweiz), die die Steine für die Mauern des Rhein-Herne-Kanals ins Ruhrgebiet brachte, sowie das Museumsschiff „Ostara“ aus Henrichenburg mit einer Wanderausstellung zum Rhein-Herne-Kanal, der in diesem Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag feiert. Überwiegend ist bei diesen Besichtigungen freier Eintritt, aber nicht überall. Im offiziellen Programm-Flyer zum Hafenfest (Download hier, liegt demnächst in Ruhrorter Geschäften aus und z. B. im Visitorcenter im Citypalais) sollte dies aber bei den jeweiligen Programmpunkten vermerkt sein. Hafenrundfahrten der Ruhrorter Personenschifffahrt, der Duisburger Hafenrundfahrtsgesellschaft, mit Dampfbooten, mit dem Bus (Schwerpunkt: logport I) oder im Ruhrorter Yachtclub möglich. Letztere bieten über das ganze Wochenende den „Tag der Offenen Tür“ und eine Fachberatung rund um den Wassersport an. Programminformationen gibt es vor Ort am Infostand des Hafenfest-Vereins an der Dammstraße (Schifferbörse). Dort ist auch der Anlaufpunkt für diverse Aktivitäten und Besichtigungstouren.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Gleich vier Bühnen wird es beim großen Stadtteilfest geben, die Bühne im Festzelt der Schützen (mit Bürgerball und Krönungsball) ist da noch gar nicht mitgezählt. Hauptbühne ist die Haniel-Bühne an der Schifferbörse. Inklusive Gottesdienst und der Eröffnung bis hin zu Ruth & the Boys ist hier schon am Donnertag ab 17 Uhr vier Stunden Programm angesagt. Die anderen Bühnen steigen erst Freitag (Imperial-Bühne am Eisenbahnhafen und die „duisport lounge“-Bühne am Richard-Hindorf-Platz) oder Samstag (Kulturmarkt-Bühne auf dem Neumarkt) in das Programm ein. Musikalische Highlights sind u. a. Anja Lerch, Blues Brothers & Sweet Sisters, die Coverbands The Secret und Beatpakk, die Reeperboys sowie die Tina-Turner-Show “The Best”. Weitere Attraktionen sind das Drachenbootfestival im Hafenmund am Samstag sowie der traditionelle Schiffskorso von über 20 Passagierschiffen zum Feuerwerk. Die von den Stadtwerken gesponserte Beleuchtung der Mercatorinsel über eine Länge von 400 Metern zählt in der Dunkelheit – neben dem Ruhrorter Lichtermeer auf dem Neumarkt – zu den optischen Highlights.

Ruhrorter Firmen engagieren sich

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Zahlreiche Sponsoren helfen dem Hafenfest-Verein schon seit vielen Jahren, das große Stadtteilfest zu finanzieren. Nachdem seit 2010 genauer hingeguckt wird und Auflagen verschärft worden waren, musste jedes Jahr ein zusätzliche Treppe von der Dammstraße hinunter zur Mühlenweide aufgebaut werden. Oder vielmehr: Als Fluchtweg hinauf. Das trieb die Kosten fürs Hafenfest Jahr für Jahr zusätzlich in die Höhe (10.000 bis 11.000 Euro jedes Jahr), so dass die Verantwortlichen nun Nägel mit Köpfen gemacht haben. Eine feste Treppe führt künftig von der Dammstraße hinunter zur Mühlenweide – nicht nur zum Hafenfest. Sie ist das ganze Jahr über für Besucher der Mühlenweide begehbar und damit ein Gewinn für Ruhrort, die Stadt Duisburg und die Allgemeinheit. Dafür hat der Verein einen Kredit aufgenommen, der in den nächsten Jahren abgezahlt werden muss. „Wir würden uns hier über zusätzliche Sponsoren freuen, die uns helfen, den Kredit schneller abzuzahlen“, so Walter Pavenstedt. Immerhin hat der Ruhrorter und der Ruhrort-Besucher künftig das ganze Jahr etwas von dieser Treppe.

Weitere Informationen und ab Anfang August dann hoffentlich auch den Programm-Flyer gibt es unter www.ruhrorter-hafenfest.de.

Einschränkungen für den Verkehr am Freitag, 15. August
Ab 18 Uhr sind am Freitag alle Zufahrten nach Ruhrort hinein nur noch von Anwohnern nach Nachweis zur Einfahrt frei (Ringsperrung). Allen anderen Besucher des Hafenfestes müssen sich auch in den nächsten Tagen drum herum und weiter weg ihren Parkplätze suchen.
Die Friedrich-Ebert-Rheinbrücke wird am Freitag von ca. 21.30 Uhr bis ca. 45 Minuten nach dem Feuerwerk (Abkühlphase) komplett gesperrt – auch für Fußgänger. Bis diese dann nach dem Feuerwerk in Massen über die Brücke abgefertigt worden sind, dauert es für die Autofahrer erfahrungsgemäß ca. weitere 30 Minuten, bis sie die Brücke wieder passieren können.
Freie Parkplätze dürften vor allem zwischen Freitag und Sonntag rar gesät sein. Wer kein Risiko eingehen wolle, solle auf öffentliche Verkehrmittel umsteigen, raten die Organisatoren.

Ruhrorter Hafenfest mit Programm für Jung und Alt
Das viertägige Hafen-Fest im Ruhrorter Hafen in Düsburg (Dbg) bietet Highlights am laufenden Band. Das Hafenfestival ist eines der größten Hafenfeste, Märkte und Kirmesveranstaltungen an Rhein und Ruhr in NRW, nicht nur, was die Besucherzahlen betrifft. Man rechnet mit einer Besucherzahl von über hunderttausend Gästen, die teilweise den Aufenthalt in Duisburg mit Übernachtung gebucht haben. Neben dem Event-Feuerwerk Ruhrort in Flamme zur Eröffnungsfeier am Freitagabend, das auch ein eindrucksvolles Motiv für schöne Hafenfotos darstellt, wird zu diesem Duisburger Feste ein umfangreiches Kultur-, Bühnenprogramm und Unterhaltungsprogramm mit zahlreichen Aktivitäten geboten. An allen vier Tagen der wohl bekanntesten Hafenkirmes im Ruhrgebiet laden zahlreiche historische und moderne Fahrgeschäfte im Hafengebiet Kinder und Erwachsene zu der einen oder anderen Rundfahrt bei der Kirmes ein.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburger Unternehmerverband stellt aktuelle Konjunkturumfrage vor

Forderung nach Re-Industrialisierung: für mehr gut bezahlte Arbeitsplätze im Ruhrgebiet

„Die Geschäftslage ist stabil, aber es gibt keine Impulse für einen Aufschwung“, erklärte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes in Buchholz, zu Konjunkturdaten und Erhebungen, in denen Unternehmen im Ruhrgebiet die künftige Entwicklung einschätzen. Den Aufschwung könnte man im Ruhrgebiet gut gebrauchen: „Nur Investitionen der Unternehmen generieren Wirtschaftswachstum und damit zusätzliche Arbeitsplätze“, so Schmitz.

Halbjährlich erhebt der Unternehmerverbandsgruppe für ihre Verbände in der Region Ruhr-Niederrhein die aktuelle Wirtschaftslage und unmittelbare Konjunkturerwartungen von ihren Mitgliedern. Vorgelegt hat der Verband nun die Zahlen für das erste Halbjahr 2014. Der Unternehmerverband ist angesiedelt in Buchholz im Duisburger Süden und vertritt mittelständische Unternehmen. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Raum Ruhrgebiet/Niederrhein naturgemäß auf der Metall- und Elektroindustrie. Gerade dieses wichtige Standbein der Wirtschaft schneide aber bei der Umfrage schlechter ab als der Durchschnitt der befragten Unternehmer, die zumindest ein leichtes Wachstum erwarten, warnte Hauptgeschäftsführer Schmitz.

Unterm Strich zeigte er sich aber doch zufrieden, dass aktuell immer noch ein wenig mehr Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze neu geschaffen als abgebaut würden. Dennoch: „Wir spüren den Fachkräftemangel.“ Gerade die qualifizierten und hochqualifizierten Jobs oder Ausbildungsplätze seien schwer zu besetzen. Hier setzt man unter anderem auf Initiativen wie dem Bündnis für Familie oder auch auf Kooperationen mit den zahlreichen Hochschulen im Ruhrgebiet, mit der Wissenschaft: Zum einen für innovative Produktentwicklungen in den eigenen Unternehmen, aber auch um Absolventen hier in der Region halten zu können.

Industrie wächst, aber Ruhrgebiet hat noch Aufholbedarf

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein. Foto: Matthias Heidmeier / Unternehmerverband.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein. Foto: Matthias Heidmeier / Unternehmerverband.

„Von den Krisenjahren 2008/2009 abgesehen, ist die Industrieproduktion immer gewachsen“, führte Wolfgang Schmitz aus. Allerdings habe das Ruhrgebiet insgesamt hier zur Zeit noch Aufholbedarf: Das Wachstum stockt, Investitionen kommen nur unzureichend, solide Expansion und neue Arbeitsplätze sind auch noch nicht in Sicht. Dass der Aufschwung, der in anderen Regionen Deutschland stattfindet, am Ruhrgebiet vorbei geht, hat Auswirkungen: „Die Arbeitslosenquoten sind hier zum Teil immer noch zweistellig. Das muss sich ändern.“ Aber mit Kultur und Tourismus allein schaffe man die benötigten Arbeitsplätze nicht, warnte Schmitz. Wie wichtig Industriearbeitsplätze sind, hatte sich ja gerade in der Wirtschaftskrise vor fünf Jahren gezeigt.

„Wir brauchen eine Re-Industrialisierung“, forderte Wolfgang Schmitz. „Wir haben hier im Ruhrgebiet nicht nur die Schwerindustrie. Wir haben auch High-Tech-Unternehmen und den Mittelstand“, so Schmitz weiter. Der Mittelstand ist Deutschland stärkster Jobmotor. Aktuelle Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums weisen dem Mittelstand rund 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zu.

Manche Probleme auch hausgemacht
„Es gibt gute Argumente, sich hier in Duisburg, im Ruhrgebiet anzusiedeln“, so der Verbandsgeschäftsführer. Allerdings sei die Klage mancher Unternehmen nach Flächen für Firmenerweiterungen hausgemacht: „Die suchen dann nur im Süden Duisburgs, wo die Flächen knapp sind. Im Norden und im Westen der Stadt gibt es freie Gewerbeflächen – nur sind die vielleicht nicht so attraktiv“, wofür Schmitz auch ein Umdenken auf Unternehmerseite forderte.

Er forderte aber auch die Kommunen auf, expandierenden Unternehmen keine Steine in den Weg zu legen: nur allzu häufig gäbe es Probleme mit Genehmigungen. Der Unternehmerverband versucht schon seit langem, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Wir können nur den Dialog anstoßen“, so Schmitz. Wo Wirtschaft und Unternehmen durch Standortinitiativen Projekte initiieren, wird der Standort Ruhrgebiet insgesamt attraktiver. Auch die Unternehmer fragten, so Schmitz: „wo können wir helfen?“ Hier sind dann aber außerdem Politik und Verwaltung gefordert, Unternehmen wo nötig entgegen zu kommen. Schließlich bringen die meisten – speziell die mittelständischen – Unternehmen Gewerbesteuern, gute Arbeitsplätze und damit Kaufkraft in die Städte. Da kommt der Aufschwung in der Wirtschaft dann auch im Stadtsäckel an.

Wenn Firmen Städte im Ruhrgebiet verlassen, ist es nicht wegen der (hohen) Gewerbesteuer, sondern weil sie keine Flächen für Firmenerweiterungen finden. Beim Ansiedeln neuer Unternehmen spielt die Gewerbesteuer dagegen schon eine Rolle, die nicht unbedingt durch gute Standortbedingungen ausgeglichen werden kann. Erst wenn die Gewerbesteuern aus wachsender Wirtschaftsleistung sprudeln, können die klammen Ruhrgebietskommunen über die Senkung der Hebesätze nachdenken. Da beißt sich bislang noch der Hund in den Schwanz.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Foto: Matthias Heidmeier, Unternehmerverband

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ThyssenKrupp Steel Europe investiert 90 Millionen Euro in die Erneuerung der Stranggießanlage in Duisburg-Beeckerwerth: Moderne Kühltechnologie verbessert Brammen-Qualität

Mit Gasbrennern wird der Heißstrang in der Stranggießanlage Beeckerwerth zu Brammen geschnitten. Ein nach der Modernisierung eingesetztes spezifisches Kühlsystem für den Heißstrang sorgt für ein noch breiteres Produktspektrum bei gesteigerter Stahlbrammenqualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Mit Gasbrennern wird der Heißstrang in der Stranggießanlage Beeckerwerth zu Brammen geschnitten. Ein nach der Modernisierung eingesetztes spezifisches Kühlsystem für den Heißstrang sorgt für ein noch breiteres Produktspektrum bei gesteigerter Stahlbrammenqualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Die gerade laufende Modernisierung des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern wird genutzt, um auch ein weiteres Kernaggregat von ThyssenKrupp Steel Europe auf den neuesten technischen Stand zu bringen: Mit der Erneuerung einer der Stranggießanlagen (SGA) in Duisburg-Beeckerwerth wird jetzt begonnen. In knapp acht Wochen soll sie wieder in Betrieb gehen. Die nun eingeleitete Maßnahme findet parallel zur Neuzustellung des Hochofens 2 statt, da dieser die weiteren Fertigungsschritte mit Roheisen versorgt und dadurch die Produktionsminderung bei der SGA 1 so gering wie möglich gehalten wird. Ziel der Ertüchtigung der SGA 1 ist die Verbesserung der Brammenqualität und Erweiterung des Produktspektrums.

Die Modernisierung ist mit einem Kostenaufwand von rund 90 Millionen Euro verbunden. „Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir trotz aller Bürden, die uns zum Beispiel bei den Energiepreisen auferlegt werden, weiter auf den Standort Duisburg setzen und in dessen Zukunftsfähigkeit investieren“, betont Dr. Herbert Eichelkraut, Produktions-Vorstand bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Dies ist ein wichtiges Signal für die Mitarbeiter, aber auch für unsere Kunden und Lieferanten.“

Neue Luft-Wasser-Kühlung ist zielgenauer und schonender

ThyssenKrupp Steel Europe investiert 90 Millionen Euro in die Erneuerung der Stranggießanlage in Duisburg-Beeckerwerth: Moderne Kühltechnologie verbessert Brammen-Qualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

ThyssenKrupp Steel Europe investiert 90 Millionen Euro in die Erneuerung der Stranggießanlage in Duisburg-Beeckerwerth: Moderne Kühltechnologie verbessert Brammen-Qualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Die Stranggießanlage 1 wird für Stahlbrammen mit Breiten zwischen 1.000 und 2.150 Millimeter und einer Dicke von bis zu 257 Millimeter ausgelegt. Der Umbau der sogenannten Zweistrang-Kreisbogenanlage schließt unter anderem einen neuen Pfannendrehturm und eine 80-Tonnen-Verteilerrinne inklusive Wagen, den Austausch der Gießmaschine sowie den Einbau neuer Messsysteme ein. Ein Kernelement der SGA-Modernisierung ist die Umstellung der Kühlung. Bislang wurden nach dem Gießprozess die Brammen über die gesamte Breite mit Wasser überspritzt. Mit einer neuartigen Technologie, der Luft-Wasser-Kühlung, ist eine Abkühlung des Heißstrangs wesentlich zielgenauer und schonender möglich.

Künftig ist es möglich, einzelne Düsen an- und auszustellen, so dass beispielsweise definierte Zonen bezogen auf die Strangbreite spezifisch gekühlt werden können. „Dank dieser Zweistoffkühlung haben wir kaum noch Kantenfehler bei den Brammen“, erklärt Dr. Arnd Köfler, Leiter Rohstahl bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Gerade bei den zunehmend von unseren Kunden gewünschten hochfesteren Güten wird dadurch die Oberflächenqualität des Stahls deutlich verbessert.“

Die überarbeitete Anlage wird nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch optisch. Die farbliche Gestaltung der SGA 1 lehnt sich an den Produktionsfluss an, vergleichbar mit dem orange-roten Hochofen 8, der auch außerhalb des Werkgeländes sichtbar ein Wahrzeichen von Hamborn geworden ist. Dabei stehen neben den positiven Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre auch Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Durch die auffällig farbliche Kennzeichnung z. B. von Handläufen an Treppen wird die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter erhöht.

SGA 1 in Beeckerwerth produziert seit 40 Jahren
Die SGA 1 ist 1974 gebaut und seitdem zweimal modernisiert worden. Vor diesem Hintergrund war eine Ertüchtigung notwendig geworden. Neben diesem Aggregat gibt es noch eine zweite Stranggießanlage in Beeckerwerth sowie eine weitere im Werkteil Bruckhausen. Die Kapazität der SGA 1 liegt bei rund 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr, d. h. seit ihrer Inbetriebnahme vor 40 Jahren wurden insgesamt mehr als 80 Millionen Tonnen produziert. Daraus hätten ungefähr fast 1.100 Exemplare der Golden Gate Bridge in San Francisco gebaut werden können. An den beiden Stranggießanlagen in Beeckerwerth sind zusammen etwa 170 Mitarbeiter tätig. Produziert wird hier hochwertiges Vormaterial für spezielle Stähle vor allem für die Automobilindustrie sowie Weißblech für die Verpackungsindustrie, Festigkeitsstähle, Rohrband und Quartogrobblech.

Beim Strangguss entstehen Brammen im Endlosverfahren

Reisschalen in Säcken kommen beim Strangguss in der Verteilerrinne zum Einsatz, damit der Stahl in der Rinne die nötige Temperatur hält. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Reisschalen in Säcken kommen beim Strangguss in der Verteilerrinne zum Einsatz, damit der Stahl in der Rinne die nötige Temperatur hält. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Nachdem das Roheisen das Stahlwerk als Stahl verlassen hat, wird es in der Stranggießanlage zu rechteckförmigen Strängen im Endlosverfahren gegossen. Hierzu wird der flüssige Stahl in eine Rinne gefüllt. Aus dieser Rinne fließt der Stahl über ein Rohr senkrecht nach unten in eine Kokille ab. Die hat schon den Rechteckquerschnitt der zukünftigen Brammen, sie besteht aus Kupferplatten und ist wassergekühlt. In der Kokille entsteht eine Strangschale, der Kern ist noch flüssig beim Austritt aus der Kokille. Durch Aufgabe von Wasser – bzw. bei der SGA 1 künftig einem Wasser-/Luftgemisch – wird die Durcherstarrung des Materials erreicht. Im unteren Bereich der Stranggießanlage wird der Heißstrang im Bogen um 90 ° in die Waagerechte umgelenkt und auf Rollenbahnen geleitet. Auf diesen Rollenbahnen werden die Brammen in ihre vorgesehene Endlänge mittels Schneidbrennern geschnitten.

In der Stahlproduktion werden auch Reisschalen verwendet
Wer hätte das gewusst? Bei der Stahlproduktion kommen auch Reisschalen zum Einsatz. Damit die Oberfläche des Rohstahls, der bei einer Stranggießanlage oder Gießwalzanlage in einer Rinne schwimmt, nicht zu viel seine Hitze abgibt, werfen Stahlarbeiter Säcke mit diesem Abfallprodukt aus der Lebensmittelherstellung auf die glühende Flüssigkeit. Dort lösen sich die Reisschalen rückstandsfrei auf, helfen aber die Temperatur bis zum Abfluss aus der Rinne zu halten.

– Pressemeldung und Fotos der ThyssenKrupp Steel Europe AG –

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Modernisierung des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern auf gutem Weg: Spezieller Schwerlastkran befördert 120-Tonnen-Bauteile

Hochofen 2, Unternehmen Neuzustellung. Bis Ende September stemmen 300 Mitarbeiter von ThyssenKrupp das riesige Modernisierungsprojekt zusammen mit Mitarbeitern von insgesamt 100 nationalen und internationalen Fremdfirmen. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG

Hochofen 2, Unternehmen Neuzustellung. Bis Ende September stemmen 300 Mitarbeiter von ThyssenKrupp das riesige Modernisierungsprojekt zusammen mit Mitarbeitern von insgesamt 100 nationalen und internationalen Fremdfirmen. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG

Die Modernisierung des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern schreitet planmäßig voran. Im Juni waren die Arbeiten am größten Hochofen Europas aufgenommen worden. Jetzt stand ein Meilenstein für die Erneuerung auf dem Programm: Ein spezieller Schwerlastkran beförderte Bauteile zum Kernaggregat. Darunter waren zwei Materialbehälter, über die später der Hochofen mit Erz, Koks und allen weiteren Rohstoffen befüllt wird. Diese haben ein Gewicht von jeweils 120 Tonnen und sind damit so schwer wie ein ausgewachsener Blauwal. Teile für einen Kondensierturm bringen es auf bis zu 45 Tonnen. Die Anlagenteile, die einen Durchmesser von bis zu acht Metern haben, waren vor gut sechs Wochen mit Frachtschiffen zum Walsumer Hafen transportiert worden. Für die Beförderung auf der Straße waren die tonnenschweren Großkomponenten zu mächtig.

„Ersatzteile“ für einen Kondensierturm und für den Hochofen: Bauteile, die ein Spezial-Schwerlastkran im Rahmen der Neuzustellung von Europas größtem Hochofen vor Ort bewegte, wiegen bis zu 120 Tonnen. So schwer ist auch ein ausgewachsener Blauwal.  Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG

„Ersatzteile“ für einen Kondensierturm und für den Hochofen: Bauteile, die ein Spezial-Schwerlastkran im Rahmen der Neuzustellung von Europas größtem Hochofen vor Ort bewegte, wiegen bis zu 120 Tonnen. So schwer ist auch ein ausgewachsener Blauwal. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG

Ende September soll der am 28. Oktober 1993 angeblasene Hochofen wieder in Betrieb gehen. Dann beginnt seine zweite Ofenreise – so nennt man die Produktionszeit zwischen zwei Modernisierungsphasen. Bis zum vergangenen Jahr hatte die Anlage insgesamt bereits 75 Millionen Tonnen Roheisen geschmolzen. Die bisherige Laufzeit des Hochofens 2 von fast 21 Jahren ist ungewöhnlich lang für ein solches Aggregat. Vor diesem Hintergrund war jetzt eine Modernisierung unbedingt erforderlich geworden. Zur Vorbereitung ist das Projekt seit eineinhalb Jahren minutiös und generalstabsmäßig geplant worden, um die Stillstandszeit so kurz wie möglich zu halten. Das Projektteam hat den großen Erfahrungsschatz früherer Neuzustellungen genutzt, um vorauszuplanen, Arbeitsabläufe zu optimieren und eine Reihe von Arbeiten – beispielsweise an den Nebenaggregaten – schon vor der eigentlichen Stilllegung bei laufender Produktion zu beginnen oder abzuschließen.

Der Hochofen Schwelgern 2 bietet heute rund 550 Arbeitsplätze für Mitarbeiter von ThyssenKrupp Steel Europe. Hinzu kommt ein Mehrfaches an Arbeitsplätzen bei Partnerfirmen für Dienstleistungen im Umfeld.

– Pressemeldung und Fotos der ThyssenKrupp Steel Europe AG –

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Gegendarstellung der AXA zur Loveparade-Klage: Presserechtliches Informationsschreiben bzgl. der Pressekonferenz der BI LoPa2010 e.V. in Duisburg

„82 Prozent der Fälle sind längst abgeschlossen. Die immer noch offenen Fälle werden fast ausschließlich von nur noch zwei Kanzleien vertreten. Mit einer konkreten Opferanwältin konnten wir bislang leider in keinem einzigen ihrer Fälle eine Lösung erreichen, da sie uns anders als andere Kanzleien weder Schweigepflichtentbindungserklärungen noch aussagekräftige Arztberichte vorlegt und auch Untersuchungen ihrer Mandanten verweigert. Die Arbeit dieser Anwältin bestand in den letzten Jahren darin, sehr hohe Zahlungsforderungen zu stellen, die Schäden ihrer Mandanten jedoch nicht nachzuweisen, sondern vor allem medialen Druck auszuüben, indem sie Interviews gibt, und darin kurioserweise unsere angebliche Verschleppungstaktik rügt“, erklärte die AXA.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie wegen der heute um 18.00 Uhr in Duisburg anstehenden Pressekonferenz des LoPa 2010 e.V.

Tagesordnungspunkt 4 lautet gemäß der Presseeinladung:

„4. Das falsche Spiel der Versicherer und Schäden, die zusätzlich daraus entstanden sind.“

Referentin wird die Bochumer Rechtsanwältin Bärbel Schönhof sein, die eine Reihe von Betroffenen und Hinterbliebenen der Loveparade-Katastrophe vertritt.

Wie Sie wissen, hat sich AXA als Versicherer des Loveparade-Veranstalters mit der Stadt Duisburg nach dem Unglück darauf geeinigt, dass sie die Betroffenen und Hinterbliebenen bereits seit 2011 entschädigt – und zwar in Vorleistung für den- oder diejenigen, die letztlich als verantwortlich ermittelt werden. Im Rahmen der Abwicklung sieht sich AXA vor allem von Seiten der RAin Schönhof dem klischeehaften Vorwurf ausgesetzt, sie verzögere eine Regulierung der Schadenfälle. So äußerte sich RAin Schönhof im Juli 2014 beispielsweise wie folgt in der Presse: „Die Tatsache, dass wir jetzt klagen, hat mit der mangelhaften Schadensregulierung der AXA-Versicherung zu tun.“

Es ist zu erwarten, dass dieser Vorwurf auf der heutigen Pressekonferenz wieder erhoben wird.

 

Hierzu möchten wir Sie informieren:

Insgesamt wurden AXA im Zusammenhang mit dem Loveparade-Unglück 585 Schadenfälle gemeldet. 82 Prozent dieser Fälle konnte AXA mit den Anspruchstellern oder deren Anwälten abschließend klären. In diesen fast 500 abgeschlossenen Fällen lagen AXA entweder Schweigepflichtentbindungserklärungen der Betroffenen oder aussagekräftige Arztberichte vor, mit denen die geltend gemachten Schäden nachgewiesen wurden. Die verbleibenden 18 Prozent entfallen fast ausschließlich auf Mandate, die von nur noch zwei Kanzleien betreut werden. Während AXA mit einer dieser beiden Kanzleien zumindest einige Fälle abschließen konnte, war es AXA bisher in keinem einzigen der 20 von RAin Schönhof betreuten Fälle möglich, eine einvernehmliche Regulierung zu erzielen. Dies ist mehr als ungewöhnlich.

 

Hierzu einige Fakten:

  • Anders als andere Kanzleien hat RAin Schönhof AXA nur in einem einzigen Fall eine Schweigepflichtentbindungserklärung vorgelegt. Daher war es AXA aus Rechtsgründen leider unmöglich, selbst Auskünfte bei den behandelnden Ärzten zum Gesundheitszustand der Betroffenen einzuholen. Genau dies ist aber sonst gängige Praxis und wurde AXA auch in den anderen, mittlerweile geklärten Fällen, die nicht von RAin Schönhof vertreten wurden, ermöglicht.
  • In neun Fällen hat RAin Schönhof zumindest Arztberichte vorgelegt, die jedoch bei weitem nicht alle offenen Fragen klären konnten. Die Praxis, gar keine oder unzureichende Arztberichte vorzulegen, ist bei anderen Rechtsanwaltskanzleien nicht üblich. Anfängliche Unklarheiten werden auf Nachfrage von AXA von anderen Kanzleien üblicherweise geklärt. Denn Betroffenen des Loveparade-Unglücks ist nach Erfahrung von AXA daran gelegen, Ansprüche durch aussagekräftige ärztliche Gutachten rasch nachzuweisen, um zeitnah zu einer Schadenregulierung zu kommen.
  • In den übrigen elf Fällen hat RAin Schönhof noch nicht einmal unzureichende Arztberichte vorgelegt, sondern schlicht gar keine.
  • Anders als andere Kanzleien macht RAin Schönhof für fast alle ihrer Mandanten neben einer Primärverletzung (z.B. Rippenbruch) standardmäßig auch Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) geltend. Nur in sehr wenigen Fällen lagen Diagnosen vor, die PTBS stützten. In allen anderen Fällen hat AXA zur Überprüfung der vorgetragenen PTBS angeboten, Betroffene auf Kosten von AXA von einem neutralen Gutachter untersuchen zu lassen. Um einem etwaigen Vorwurf einer subjektiven Vorauswahl zu begegnen, hat AXA jeweils drei anerkannte und unabhängige Fachgutachter vorgeschlagen. AXA hat auch angeboten, die hierbei entstehenden Fahrtkosten der Mandanten von RAin Schönhof zu übernehmen. RAin Schönhof hat jedoch keines dieser Angebote angenommen.
  • Anders als andere Kanzleien macht RAin Schönhof in den meisten der von ihr betreuten Fälle standardmäßig auch den Verlust des Arbeits- oder Ausbildungsplatzes und entsprechende Verdienstausfälle ihrer Mandanten geltend. In keinem einzigen dieser Fälle wurde der Verdienstausfall nachvollziehbar belegt. Dies ist aber erforderlich, da z.B. eine Kündigung eines Arbeitsverhältnisses auch auf Gründen beruhen kann, die nicht im Zusammenhang mit der Loveparade stehen.
  • Trotz dieser Schwierigkeiten hat AXA in 10 der 20 von RAin Schönhof vertretenen Fälle bereits Teilzahlungen an die Betroffenen geleistet. Über die Hälfte dieser Zahlungen lag im fünfstelligen Bereich.
  • Im Bemühen, trotz der mangelnden Aufklärungsbereitschaft für ihre Mandanten eine abschließende Lösung zu finden, hat AXA RAin Schönhof mehrfach angeboten, angemessene Vergleiche zu schließen. Selbst dieses ungewöhnliche und weitreichende Angebot scheiterte jedoch – teilweise ohne nähere Begründung – an den Vorstellungen von RAin Schönhof zur Vergleichshöhe, die insbesondere zum Schmerzensgeld weit über den Höchstgrenzen lagen, welche die Gerichte in vergleichbaren Fällen aktuell zusprechen.

 

Für die Richtigkeit des Verzögerungsvorwurfs durch AXA gibt es somit keine Anhaltspunkte und es kann sie auch nicht geben, denn er ist eindeutig falsch. Wenn Sie Ihre Zuschauer mit den irreführenden Behauptungen der RAin Schönhof im Zusammenhang mit AXA konfrontieren wollen, dann sind Sie nach den Grundsätzen der journalistischen Sorgfaltspflicht gehalten, die Ihnen vorstehend gegebenen Informationen im Bericht zu berücksichtigen.

– Presseerklärung der AXA Versicherung –

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Avantgarde-Sonderausstellung „Willi Baumeister International“ im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst MKM

Walter Smerling: „Baumeister hat der deutschen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Würde zurückgegeben“

Kuratorin Dr. Ilka Voermann und Museumsdirektor Prof. Walter Smerling im Pressegespräch zur Retrospektive. Foto: Petra Grünendahl.

Kuratorin Dr. Ilka Voermann und Museumsdirektor Prof. Walter Smerling im Pressegespräch zur Retrospektive. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Räume hier sind wunderschön und riesengroß. Da wirken die Bilder ganz anders als in Stuttgart“, erklärte Kuratorin Dr. Ilka Voermann. Die größeren Bilder der späteren Schaffensphasen eines Willi Baumeister (1889 – 1955) kommen gerade in den großen, weiten Räumen hinter dem Eingangsbereich besonders gut zur Geltung. Der Besucher arbeitet sich vom sehr abstrakten Spätwerk des Künstlers zu seinen Anfängen und Wurzeln zurück, in denen er deutliche figürlicher malte und stilistisch wie mit Materialien experimentierte, was frühe Werke deutlich plastischer wirken lässt. Dabei orientierte er sich eher am französischen Impressionismus als am deutschen Expressionismus.

Kuratorin Dr. Ilka Voermann führt nach dem Pressegespräch durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Kuratorin Dr. Ilka Voermann führt nach dem Pressegespräch durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) im Duisburger Innenhafen zeigt in seinem Räumen im Erdgeschoss die Sonderausstellung „Willi Baumeister International“. Konzipiert hatte Kuratorin Ilka Voermann diese Retrospektive mit rund 100 Werken des deutschen Künstlers für das Kunstmuseum Stuttgart. Dort befindet sich das Willi-Baumeister-Archiv, in Stuttgart hatte Baumeister größte Teile seines Lebens verbracht. „Wir haben die Ausstellung hier rückwärts aufgebaut,“ so Voermann. Chronologisch also vom späten Werk zurück zu den Anfängen seiner Malerei, vom Abstrakten und Informellen zurück zum Gegenständlichen und Figürlichen bis hin zu einer Sammlung seiner grafischen Werke. Ein Film über Baumeister aus dem Jahr 1954 sowie private Fotos, die Baumeister mit Künstlerkollegen, Kunsthistorikern, Galeristen und Sammlern zeigen, runden die Retrospektive ab.

Kreation statt Imitation: Kunst als Ausdruck der Freiheit

Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Nach einer Lehre als Dekorationsmaler – seine Eltern bestanden auf einer ordentlichen Ausbildung – studierte Baumeister an der Kunstakademie Stuttgart. Schon während seines Studiums hatte er erste Ausstellungen seiner Werke, sogar im benachbarten Ausland. Dort fasste er auch nach dem zweiten Weltkrieg wieder Fuß: 1949 stellte er als einer der ersten deutschen Künstler in Paris aus. Künstlerisch war er nie auf Deutschland beschränkt, sondern lebte „Europa“ lange vor Montan-Union, EWG und EU. Nicht nur als international anerkannter Künstler, auch als Kunstprofessor und Kunsttheoretiker ging sein Einfluss über Deutschland weit hinaus. „Deutschland hat sich mit Künstlern wie ihm aus seiner kulturlosen Epoche in die Welt der Freiheit zurückgemeldet“, skizzierte Museumsdirektor Walter Smerling Baumeisters Bedeutung für die Neuausrichtung der Kunst nach 1945.

Über Ländergrenzen hinweg: Kunst für Europa

Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Baumeister war in Stuttgart verwurzelt. Auch wenn er rege Kontakte zu Künstlern und Galeristen im Ausland hatte, kam er kaum aus Stuttgart weg. Bereits im März 1933 entfernten ihn die Nationalsozialisten aus seinem Lehramt, einer Professur, die er seit 1928 an der Frankfurter Kunstgewerbeschule (Städelschule) inne hatte. Noch bis Kriegsbeginn stellte er auch im Ausland aus. 1941 erst folgte dann ein Mal- und Ausstellungsverbot in Deutschland: Seine Kunst galt als „entartet“. Schon in den 1930er Jahren war er in die innere Emigration gegangen: Er blieb in Deutschland, malte heimlich weiter und pflegte seine Kontakte zu Künstlern in Deutschland und Europa. Seinen Lebensunterhalt verdiente er während der Nazi-Zeit unter anderem mit Gebrauchsgrafik und ab 1937 in der Entwicklungsabteilung der Wuppertaler Lackfabrik Herberts. Unternehmer Dr. Kurt Herberts beschäftigte in dieser Zeit mehrere von den Machthabern verfemte Künstler, denen er so ein Überleben in Deutschland sicherte. Baumeister entwickelte sich auch in dieser Zeit künstlerisch weiter, auf der Suche nach dem Unbekannten: Der Künstler „lässt sich überraschen von dem, was unter seinen Händen entsteht“, schrieb Baumeister 1947 in seinem Werk „Das Unbekannte in der Kunst“.

Sponsoren sichern Öffentlichkeit die Kunst
„Die Lackfabrik Herberts, bei der Baumeister während der Nazi-Zeit beschäftigt war, produziert heute unter anderem Namen Autolacke. Sie war damals und ist heute immer noch Kunde von uns“, erklärte Markus Langer, Leiter Konzernmarketing und PR bei Evonik Industries, bei der Ausstellungseröffnung. Ein Kreis schließt sich! Das Essener Unternehmen für Spezialchemie ist Hauptsponsor des Museums Küppersmühle und zusammen mit der Sparkasse Duisburg Sponsor der Baumeister-Retrospektive.

Kuratorin Dr. Ilka Voermann führt nach dem Pressegespräch durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Kuratorin Dr. Ilka Voermann führt nach dem Pressegespräch durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

„Was wäre Duisburg ohne die Philharmoniker, die Oper, das Theater, seine Museen – ohne Kunst: Nur noch Stahlstandort und Logistikstandort, aber nicht mehr lebenswert“, begründete Johannes Hümbs, stellvertretender Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Duisburg, zur Eröffnung das Engagement des kommunalen Geldinstituts. „Was ohne Leidenschaft nicht geht wie Kunst, wäre heute ohne Sponsoren nicht mehr möglich.“ Auch Willi Baumeister maß der Kunst eine Bedeutung zu, die über ihre „Wirtschaftlichkeit“ hinaus geht: „Die Kunst gehört zum Menschen, um ihn voll zu machen, um ihm Gleichgewicht [und] Harmonie zu geben, um dem verwirrenden Getriebe des Alltags begegnen zu können. Der Mensch wird durch den Umgang mit der Kunst auf sich selbst zurückgeführt“, bekundete er 1952 in einer Umfrage des Süddeutschen Rundfunks (SDR).

Museumsdirektor Prof. Walter Smerling bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Petra Grünendahl.

Museumsdirektor Prof. Walter Smerling bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Petra Grünendahl.

„Ohne die Unterstützung von Sponsoren könnten wir diese Wechselausstellungen gar nicht machen. Wir danken Evonik Industries und der Sparkasse Duisburg dafür“, so Walter Smerling. In der Retrospektive sind auch Baumeister-Werke des Darmstädter Kunstsammler-Ehepaars Sylvia und Ulrich Ströher zu sehen, deren Sammlung bekanntlich im Museum Küppersmühle seine Heimat hat.

 

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Künstler auf der Suche: Werk als Vorstoß ins Unbekannte
Die Retrospektive „Willi Baumeister International“ ist noch bis zum 5. Oktober 2014 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man am Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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ThyssenKrupp-Hafen Schwelgern: Bedeutende Logistik-Drehscheibe am Rhein schlägt 23 Millionen Tonnen pro Jahr um

Vor 50 Jahren wurde der Werkshafen umfangreich erweitert

Der Werkshafen Schwelgern garantiert die Versorgung der Hochöfen und der anderen Produktionsstätten, zum Beispiel mit Erz und Kohle. Foto: TKSE AG

Der Werkshafen Schwelgern garantiert die Versorgung der Hochöfen und der anderen Produktionsstätten, zum Beispiel mit Erz und Kohle. Foto: TKSE AG

Ein zweites Hafenbecken, zwei neue Entladeanlagen in Schwelgern, dazu eine neue Erzbrech- und Siebanlage und eine zweite Sinteranlage. Das waren 1964 am Schwelgern-Hafen Marksteine, die damals nicht nur den Werkshafen, sondern die Entwicklung des gesamten Werks von ThyssenKrupp Steel Europe voranbrachten. Vor genau 50 Jahren war es geschafft: Durch den Ausbau des Hafens erhielt das Stahlunternehmen hier insgesamt 160.000 Quadratmeter Erz-Lagerfläche, was der Fläche von über 22 Fußballfeldern entspricht. Die Schiffs-Entladeanlage konnte nun insbesondere Schubverbände schneller entladen und bis zu 800 Tonnen Erze pro Stunde löschen. Die damalige Mitarbeiterzeitung berichtete 1964 über den neu aufgestellten Hafenbetrieb und erinnerte dabei auch an den Ort, „wo vormals Angler an einem Baggerloch ihr Glück versuchten“. Bis heute hat sich der Hafen Schwelgern zu einer der bedeutendsten Logistik-Drehscheiben am Rhein entwickelt.

Von der Leitstelle aus ergab sich seit 1964 eine perfekte Übersicht über die Schiffsentladeanlagen und den Hafen. Foto: TKSE AG

Von der Leitstelle aus ergab sich seit 1964 eine perfekte Übersicht über die Schiffsentladeanlagen und den Hafen. Foto: TKSE AG

Natürlich gab es schon vor 1964 einen leistungsfähigen Werkshafen, der die Hamborner Betriebe des Eisen- und Stahlwerkes mit Rohmaterialien versorgte. Aber der Ausbau, insbesondere bedingt durch die Erweiterung der Produktion am wachsenden Werksteil Beeckerwerth mit dem neuen Stahl- und Warmbandwerk, blieb ohne Alternative. Heute blicken unweit vom Schwelgerner Werkshafen Radfahrer in Duisburg-Walsum auf hochmoderne Hafenanlagen von ThyssenKrupp Steel Europe und die reizvolle Flusslandschaft zugleich, bevor sie der Rhein-Radweg östlich des abgegrenzten Hafengeländes für wenige Kilometer vom Fluss wegführt.

Jährlich werden hier im 10000 Schubleichter gelöscht. Foto: TKSE AG

Jährlich werden hier im 10000 Schubleichter gelöscht. Foto: TKSE AG

Was den Hafen Schwelgern ausmacht, erläutert Markus Wischermann, Leiter der Hafenbetriebe von ThyssenKrupp Steel Europe: „Heute sichert der Rohstoffimport über den Werkshafen Schwelgern die Hochofen- und die Kokereiversorgung von ThyssenKrupp Steel Europe“. Der Hafen Schwelgern sei Teil einer integrierten Logistikkette und gehöre mit seiner jährlichen Umschlagleistung von rund 23 Millionen Tonnen zu den größten deutschen Binnenhäfen. Die Umschlaggüter bestehen vor allem aus Erz für die vier Steel-Europe-Hochöfen und Kohle für die Kokerei. Im Jahr erreichen ca. 10.000 Schubleichter mit jeweils bis zu 2.800 Tonnen Eisenerz oder anderen Montangütern Schwelgern. Das Material wird auf Anforderung der Produktionskunden entladen und umgeschlagen und per Bandanlagen oder mit Hilfe des Bahnbetriebes der Verarbeitung zugeführt. Für ThyssenKrupp Steel Europe arbeiten allein 400 Lokführer auch dafür.

„Zu den gelöschten Mengen an Erz, Kohle und Koks kommen noch eine Million Tonnen Hüttensand. Dieser hochwertige Hüttensand kommt zum Beispiel in der Zementindustrie und dem Betonbau zum Einsatz“, erklärt Wischermann. Meilensteine der Hafenentwicklung waren nach 1970 in Schwelgern die Eröffnung der Schiffsentladeanlagen 3 und 4. Mit ihnen kann ein Greifer beim Entladen von Schubleichtern etwa 20 Tonnen Material aufnehmen. Binnen einer Stunde sind somit Förderleistungen von 1.000 Tonnen möglich. 2003 wurde in Schwelgern zudem eine neue Kokerei gebaut, die die nahen Schwelgerner Hochöfen über große Transportbandanlagen mit Koks versorgt.

Für effektive Logistik sorgten auch Transportbänder und Züge auf dem großen Werksgelände. Foto: TKSE AG

Für effektive Logistik sorgten auch Transportbänder und Züge auf dem großen Werksgelände. Foto: TKSE AG

Schwelgern, sagt Wischermann, sei heute mit der 1964 modernisierten und erweiterten Hafenanlage nicht zu vergleichen. Das zeigt sich unter anderem am Beispiel noch leistungsstärkerer Kräne, auch ist die Hafenanlage einschließlich der Infrastruktur weiter optimiert. Der Hafen-Chef: „Es gilt insbesondere für die ergonomische Ausrichtung der Umschlaganlagen. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden nach bisherigen Erfolgen weiterhin als wichtige Faktoren gesehen.“ Zuletzt erhielt der Hafen für die Vermeidung von Unfällen einen Preis beim internen „Steel Tomorrow Award 2013“. Den letzten Unfall mit Ausfalltagen gab es in Schwelgern vor zwei Jahren. Auch statistisch kann Wischermann ein selbstbewusstes Fazit ziehen: „ThyssenKrupp Steel trägt mit seinen 23 Millionen Tonnen Umschlag im Jahr wesentlich zum Umschlagsvolumen in Duisburg, dem Standort des größten Binnenhafens Europas, bei.“

– Presseinformation und Fotos der ThyssenKrupp Steel Europe AG –

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IHK Niederrhein und benachbarte Industrie- und Handelskammern gegen Pkw-Maut

IHKs im Grenzraum zu den Niederlanden sind gegen „Eintrittsgeld nach Deutschland“ – Durch Pkw-Maut wäre der Niederrhein mit seiner 140 Kilometer langen Grenze besonders betroffen

ocke-hamann-ihkDie an die Niederlande angrenzenden Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Aachen, Duisburg, Emden, Krefeld, Münster und Osnabrück haben mit großem Unverständnis auf die aktuellen Pläne des Bundesverkehrsministers zur Einführung einer Maut auch für Pkw reagiert. Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve: „Bei unserer 140 Kilometer langen Grenze zu den Niederlanden kann man sich die möglichen Folgen leicht ausmalen, wenn unsere Nachbarn ein ,Eintrittsgeld‘ zahlen müssten.“

Die Einführung der Pkw-Maut für das gesamte deutsche Straßennetz ist nach Ansicht der IHKs eine deutsche Insellösung, die dem europäischen Gedanken des freien Personenverkehrs widerspreche. Eine flächendeckende Nutzungsgebühr für das gesamte Straßennetz gebe es in keinem anderen Nachbarland. Ein „Eintrittsgeld“ von mindestens zehn Euro für Ausländer, die mit dem Auto nach Deutschland einreisen wollen, wäre vor allem für Grenzregionen mit negativen Folgen verbunden: Es sei zu befürchten, dass die niederländischen Nachbarn von Einkäufen, Kurzurlauben oder Museumsbesuchen in Deutschland absehen.

Auf niederländische Kunden ausgerichtete Investitionen, etwa im Einzelhandel oder im Tourismus, könnten künftig seltener werden. Geschäfte und Dienstleister an grenznahen Standorten müssten eventuell einen wesentlichen Ausfall niederländischer Kunden verkraften. Die grenznahen Flughäfen seien zum Beispiel von vielen Reisenden aus den Niederlanden abhängig, deren Zahl bei Maut-Zusatzkosten spürbar zurückgehen dürfte. Hamann: „Den Airport Weeze würde dies mit besonderer Wucht treffen, denn er ist bei den Niederländern stark gefragt. Schon durch die Luftverkehrssteuer hat er viele Reisende an die NL-Flughäfen verloren.“ Er erinnert daran, dass der Koalitionsvertrag eine Pkw-Maut lediglich auf Autobahnen vorsieht. Deren Auswirkungen auf den Grenzraum wären deutlich geringer.

Für die grenzüberschreitenden Beziehungen sei es nicht förderlich, wenn sich jeder Niederländer als „Willkommensgruß“ in Deutschland erst einmal „abkassiert“ fühle. Im Gegenzug sei damit zu rechnen, dass auch die Nachbarländer eine Pkw-Maut einführen. Für zahlreiche deutsche Autofahrer käme es dann doch zu einer finanziellen Mehrbelastung. Sollten die Pläne zur Pkw-Maut weiter bestehen, erwarten die Industrie- und Handelskammern ein Veto des Europäischen Gerichtshofs.

Laut den IHKs leisten die angeblich zu erwartenden Mehreinnahmen durch die neue Infrastrukturabgabe keinen wesentlichen Beitrag zur Sanierung oder zum Ausbau der maroden Verkehrsinfrastruktur. Die erhofften Zusatzeinnahmen von 600 Millionen Euro jährlich seien deutlich zu hoch angesetzt. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die zusätzlichen Einnahmen durch nicht in Deutschland zugelassene Autos gerade einmal ausreichen, um die Verwaltungs- und Systemkosten wieder einzuspielen.

Verkehrs- und Logistikexperte Hamann: „Selbst wenn sich diese Einnahmen erzielen ließen: Sie würden gerade einmal reichen, um drei Ersatzbauten von Brücken des Typs A 1 bei Leverkusen oder der bauähnlichen Brücke im Zuge der A 40 über den Rhein bei Duisburg-Neuenkamp zu finanzieren.“ Allein in Nordrhein-Westfalen müssten jedoch weit mehr als 80 Brücken ersetzt werden. Angesichts von jährlich 50 Milliarden Euro, die der Verkehr an Steuereinahmen generiere, sei der Mautplan keine Lösung für die gravierenden Infrastrukturprobleme.

– Presseinformation und Foto der IHK Niederhein –

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Appell zur Freiheit der Kunst – von der Facebook-Gruppe „Duisburg Stadt- und Bürgerpolitik“

Mehrere Mitglieder der Facebook-Gruppe „‎Duisburg Stadt- und Bürgerpolitik“ haben beschlossen, den Skandal um die Absage der Totlast-Installation im Lehmbruck-Museum durch Sören Link nicht auf sich beruhen zu lassen.

Duisburger Appell zur Freiheit der Kunst: Jetzt mitzeichnen

Wir haben nachstehenden Aufruf verfasst, der heute noch zahlreichen Redaktionen zugeht:

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.
Friedrich Schiller

Duisburger Appell zur Freiheit der Kunst

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link hat offensichtlich im Alleingang die Installation des Kunstwerkes Totlast von Gregor Schneider im Lehmbruck-Museum untersagt. Die Rechtsgrundlage dazu ist unklar. Diese einsame Entscheidung ist nicht nur ein Affront gegen einen renommierten Künstler und die Ruhrtriennale. Die Kunstzensur Sören Links offenbart darüber hinaus ein nicht hinnehmbares Verständnis vom Amt des Oberbürgermeisters. Das ist nicht unsere Vorstellung von Demokratie.

Nach wochenlanger Planung, in die unser OB als Kuratoriumsvorsitzender der Lehmbruck-Stiftung eingebunden war, maßt sich der 38-jährige Verwaltungsfachwirt die Deutungshoheit über Kunst an und entscheidet, die Stadt sei noch nicht reif für Gregor Schneiders Totlast. Für uns als Kultur erfahrende und Kultur schaffende Bürger dieser Stadt erweckt eher Sören Link den Eindruck, noch nicht reif genug zu sein – für die Stadt Duisburg und für das Amt des Oberbürgermeisters.

Aus unserer Sicht ist dem öffentlichen Ansehen der Stadt schwerer Schaden zugefügt worden. Der Duisburger Zensurfall sorgt inzwischen europaweit für Empörung.

Wir fordern unseren Oberbürgermeister Sören Link auf: Wenden Sie Schaden von der Stadt Duisburg ab. Revidieren Sie Ihre Entscheidung. Machen Sie unsere Stadt vor der Welt nicht weiterhin lächerlich. Werden Sie nicht zur Totlast für Duisburg.

gez. Justus Klasen, Alexander Klomparend, Thomas Meiser, Elisabeth Höller, Dagmar Schink, Matthias Eidens, Frank Noroschat, Margret Fink, Roland Busche, Thomas Rodenbücher.

Das Localblog Xtranews wird eine Seite für weitere Unterschriften einrichten, Kunstaktionen in der Stadt sind geplant und werden spontan verlaufen.

Duisburger Appell zur Freiheit der Kunst: Jetzt mitzeichnen

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Duisburger-Hafen-Tochter logport ruhr unterzeichnet Kaufverträge

Logistikstandort logport IV in Kamp-Lintfort geht 2015 an den Markt:
Viele neue Arbeitsplätze für die Region

Die Realisierung des interkommunalen Logistikzentrums logport IV in Kamp-Lintfort ist einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Der Aufsichtsrat der logport ruhr GmbH, ein Beteiligungsunternehmen der Duisburger Hafen AG und der RAG Montan Immobilien GmbH, hat in seiner heutigen Sitzung die entscheidenden Beschlüsse zu logport IV gefasst. In einem ersten Schritt zur Umsetzung wurde heute der städtebauliche Vertrag unterzeichnet. Morgen werden dann die Verträge über die städtischen Flächen des Terhardtshofs, die Fläche der städtischen Immobilien am Vinnmansweg sowie das Grundstück der Drogennachsorge beurkundet.

Hintere Reihe v.l.n.r.: Aufsichtsrat der logport ruhr GmbH: Prof. Dr. Hans-Peter Noll (Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Dr. Jürgen Rupp (Vorstandsmitglied der RAG Aktiengesellschaft), Markus Bangen (Vorstandsmitglied der Duisburger Hafen AG). Vorderer Reihe v. l. n. r.: Martin Notthoff (Kämmerer der Stadt Kamp-Lintfort), Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort), Detlev Stickann (Geschäftsführer der logport ruhr GmbH),  Markus Teuber (Geschäftsführer der logport ruhr GmbH). Foto: Rolf Köppen/duisport

Hintere Reihe v.l.n.r.: Aufsichtsrat der logport ruhr GmbH:
Prof. Dr. Hans-Peter Noll (Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH),
Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG),
Dr. Jürgen Rupp (Vorstandsmitglied der RAG Aktiengesellschaft),
Markus Bangen (Vorstandsmitglied der Duisburger Hafen AG).
Vorderer Reihe v. l. n. r.:
Martin Notthoff (Kämmerer der Stadt Kamp-Lintfort),
Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort),
Detlev Stickann (Geschäftsführer der logport ruhr GmbH),
Markus Teuber (Geschäftsführer der logport ruhr GmbH).
Foto: Rolf Köppen/duisport

logport ruhr wird den 30 Hektar großen Standort mit Unterstützung der wir4-Wirtschaftsförderung vermarkten. Der Fokus liegt auf Unternehmen der wertschöpfenden Logistik sowie auf Handels- und Produktionsunternehmen mit einem erhöhten Flächen- und Logistikbedarf. „Bildung und Logistik sind unsere Zugpferde für den Strukturwandel. Der ehemalige Kohlenlagerplatz ist als Standort für ein Logistikzentrum ideal. Ich erhoffe mir daher einige hundert neue Arbeitsplätze“, betont Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt.

Ein ganz entscheidender Vorteil des Standorts an der Norddeutschlandstraße liegt in der sogenannten bimodalen Erschließung. Neben einer direkten Abfahrt vom Autobahnzubringer B 528, die durch die logport ruhr noch gebaut wird, punktet die Fläche gleichzeitig durch einen Bahnanschluss. Dadurch besteht eine direkte Verbindung mit der Logistikdrehscheibe Duisburger Hafen sowie eine optimale Anbindung an das internationale Verkehrsnetz. „Durch die Vernetzung mit der Logistikdrehscheibe duisport wird logport IV an die internationalen Märkte angebunden. Damit wollen wir nicht nur die Attraktivität der Logistikflächen steigern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Logistikstandortes Rhein-Ruhr leisten“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. „Mit logport IV wollen wir vor allem die hohe Nachfrage internationaler Unternehmen mit einem hohen Logistikbedarf abdecken. Die zügige und nachhaltige Entwicklung dieses Logistikstandortes ist daher von hohem regionalem Interesse“, ergänzt Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien.

Momentan wird Planungsrecht für den Standort geschaffen. In der zweiten Jahreshälfte steigt logport ruhr flankiert durch die wir4-Wirtschaftsförderung aktiv in die Werbung und Vermarktung ein.

– Presseinformation der Duisburger Hafen AG –
Foto: Rolf Köppen/duisport

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Oper am Rhein: Premiere von Benjamin Brittens „Death in Venice“ begeisterte im Theater Duisburg

Von der Schönheit zum Verfall und zum Tod

Raymond Very (Gustav von Aschenbach), Peter Savidge (Der Reisende). Foto: Hans Jörg Michel.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach), Peter Savidge (Der Reisende). Foto: Hans Jörg Michel.

Der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach (Raymond Very) steckt in einer Schaffenskrise. Ein Reisender (Peter Savidge) rät zur Reise in den Süden. Aschenbach folgt dem Rat und landet per Schiff in Venedig. Ein ältlicher Geck auf der Schiffspassage, ein Gondoliere in Venedig, Hotelmanager oder Friseur – in vielen Rollen taucht Bariton Peter Savidge als Gegenpart zu Verys Aschenbach (Tenor) immer wieder auf, begleitet Aschenbachs Weg in den eigenen Verfall. Ein großartiger Raymond Very glänzte in der Hauptrolle, nicht minder beeindruckend sein Gegenspieler Peter Savidge als zweite tragende Rolle mit vielen Gesichtern.

Schiffspassage nach Venedig: Raymond Very (Gustav von Aschenbach) vorne links, Peter Savidge (ältlicher Geck) daneben, dahinter Ensemble. Foto: Hans Jörg Michel.

Schiffspassage nach Venedig: Raymond Very (Gustav von Aschenbach) vorne links, Peter Savidge (ältlicher Geck) daneben, dahinter Ensemble. Foto: Hans Jörg Michel.

Nah an der Vorlage “Der Tod in Venedig” von Thomas Mann blieben er britische Komponist Benjamin Britten und seine walisische Texterin Myfanwy Piper (Libretto) bei der Umsetzung in die Oper „Death in Venice“, Zum Saisonende feierte sie am Theater Duisburg ihre Premiere, nachdem sie zuvor in Düsseldorf begeistert hatte. Die vielschichtige Erzählung des deutschen Schriftstellers ist hier sehr verdichtet. Man erkennt aber sowohl in der Handlung, den Dialogen als auch im Bühnenbild und den Kostümen die Ideenstränge wieder, die Mann in seinem Werk verwoben hat. Auch in seiner letzten Oper hatte Benjamin Britten (1913 – 1976) die Hauptrolle, Gustav von Aschenbach, seinem Lebensgefährten Peter Pears auf den Leib geschrieben, der sie nicht nur bei der Uraufführung 1973 sang. Die Oper „Death in Venice“ bildet den Abschluss des Britten-Zyklus, den die Deutsche Oper am Rhein 2013 anlässlich des 100. Geburtstages des britischen Komponisten aufgenommen hatte (siehe auch: „Peter Grimes“ sowie die Kinderoper „Arche Noah“).

Askese versus Extase

Jarod Rödel (Tadzio). Foto: Hans Jörg Michel.

Jarod Rödel (Tadzio). Foto: Hans Jörg Michel.

Der Asket Aschenbach ist ein Muster an Selbstdisziplin, der die „Schönheit“ in seinen Werken immer nur in Worte fasste. „Schönheit“ erlebte er vergeistigt als göttliches Ideal, näherte sich ihr aber nie gefühlsmäßig. In Venedig, einer Stadt, die Thomas Mann wegen ihrer „Todesvornehmheit“ liebte, fällt Aschenbach in seinem Hotel der hübsche Junge Tadzio (Jarod Rödel) auf, der dort mit seiner Familie und seinem Freund Jaschiu (Nikolai Petrak) weilt. Die beiden jungen Tänzer sind Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin.
Von der Bewunderung für seine Schönheit gleitet Aschenbach immer weiter ab, sich in den Jungen zu verlieben – von der Askese in die Leidenschaft. Oder doch eher Besessenheit? Gleichzeitig fällt Venedig immer weiter seiner Seuche zum Opfer, die Cholera greift schließlich auch Aschenbachs Gesundheit an. Die Touristen fliehen reihenweise aus der Lagunenstadt. Aschenbach aber bleibt …

Auch für „Death in Venice“ holte man Regisseur Immo Karaman, dessen Inszenierungen auch bei anderen Britten-Stücken („Peter Grimes“, „Billy Budd“ zu sehen waren. Für die Choreographie zeichnet Fabian Posca verantwortlich, mit dem Karaman schon früher zusammen gearbeitet hatte. Tadzio und sein Freund Jaschiu sowie Rest der Familie sind als Tänzerfiguren ausgelegt. So lösten Britten und Piper Manns Vorgabe, dass sich Aschenbach und Tadzio nie direkt begegnen. Aschenbachs Bewunderung gedeiht in der Ferne. Er bleibt der apollinischen Askese verhaftet, während sein „reisender“ Gegenspieler – auch als Stimme des Dionysos (Gott des Weines) – eher die leidenschaftliche, ausgelassene Welt symbolisiert. Als Stimme des Apollo setzt hier Countertenor* Yosemeh Adjei einen glänzenden Gegenpart.

Bühne und Kostüme unterliegen ebenfalls dem Verfall

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). Foto: Hans Jörg Michel.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). Foto: Hans Jörg Michel.

Genial spiegelt das Bühnenbild von Kaspar Zwimpfer die Handlung. Herz der Geschichte ist ein kleiner Raum, der wieder und wieder Aschenbachs Einsamkeit herausstellt, auch wenn andere Akteure dort zugegen sind. Drum herum ist das Hotel Lido, das mal wieder eine Renovierung vertragen würde. Je weiter die Handlung fortschreitet – wie auch die Seuche in Venedig –, um so mehr verfällt alles. Hinter den Hotelwänden tauchen mehr und mehr die Wände einer pompösen Villa auf, vom Verfall und vom Schimmel gezeichnet. Morbidität, Siechtum, Verfall, Tod.
Analog zum Verfall im Bühnenbild wirken auch die Kostüme von Nicola Reichert immer heruntergekommener und schäbiger, je weiter die Handlung voran schreitet. So bietet die Erdbeer-Verkäuferin (Alma Sadé) im ersten Akt mit ihren frischen Früchten einen jungen, gesunden Anblick. Später verkauft sie überreife faulige Erdbeeren in zerlumpten Kleidern als alte Frau. Die Symbolik ist beispielhaft.

Tiefgründige Unterhaltung

Jarod Rödel (Tadzio). Foto: Hans Jörg Michel.

Jarod Rödel (Tadzio). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Oper, die Britten in zwei Akten konzipiert hat, bietet drei Stunden (inklusive Pause) künstlerisch hervorragende und anspruchsvolle Unterhaltung, die die Zuschauer mit begeistertem Applaus belohnten. Im Orchestergraben agierten ausnahmsweise die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher. Sie hatten die Oper für fünf Vorstellungen in Düsseldorf einstudiert, so dass sie die beiden Aufführungen in Duisburg gleich mit übernahmen. Die Gast-Pianistin Dagmar Thelen begleitet insbesondere die Solopartien Aschenbachs, gibt Aschenbach ein instrumentales „Gesicht“. Den jungen Tadzio dagegen symbolisieren metallische, durch das Vibrafon geprägte Klangfarben. Neben vielen Ensemble-Sängern, die hier zum Teil in mehreren kleinen Rollen auf der Bühne stehen, brilliert auch der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig.

Leider ist nach den beiden Aufführungen zum Spielzeit-Ende erst einmal keine weitere Aufführung dieser herausragenden Inszenierung von „Death in Venice“ in Sicht. Für die kommende Spielzeit steht das Stück nicht auf dem Spielplan. Eine Wiederaufführung dieses genialen Stoffs wäre allerdings sehr wünschenswert!

*) Countertenor = eine besonders hohe Tenorstimme in der „Alten Musik“ (Mittelalter, Renaissance, Barock)

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Duisports Projektlogistiker IPS überzeugt: Schwerguttransport erfolgreich durchgeführt

Großprojekt für die IPS:
Konverter-Verladung von 515 Tonnen nach Trinidad & Tobago

Die IPS (Integrated Project Services) als weltweiter Projektlogistiker mit dem Fokus auf den Anlagen- und Maschinenbau hat kürzlich seinen bislang größten Einzeltransport erfolgreich abgeschlossen.

Durch das umfassende Know-how im Bereich Projektspedition hat die IPS eine Abdeckung der kompletten Lieferkette ermöglicht. So konnte im Zeitraum von Ende April bis Ende Mai 2014 die Verladung eines 515 Tonnen schweren Konverters nach Point Lisas in Trinidad & Tobago reibungslos durchgeführt werden.

duisport_konverterverladungNach dem Vortransport per Spezialfahrzeug und Binnenschiff erfolgte in Rotterdam der direkte Bord-Bord-Umschlag auf das gecharterte Schwergutschiff. Neben detaillierter Planung und problemloser Abwicklung überzeugte die IPS mit ständigem Monitoring und Informationsmanagement an die Projektbeteiligten, um so eine zeitgerechte Baustellenplanung sicherzustellen. „Mit 515 Tonnen Einzelgewicht ist dieses Projekt das bislang größte Schwerlastprojekt für die IPS, die dank ihres integrierten Dienstleistungsansatzes einen effizienten Ablauf sichergestellt hat“, erklärten Stefan Hütten, Geschäftsführer der IPS, und Uwe Warnke, Projektleiter.

Der transportierte Konverter, das Herzstück für eine bis zu 2.000 Tagestonnen produzierende Ammoniakanlage, erreichte die Zielbaustelle in Trinidad am 31. Mai innerhalb des gesetzten Zeitrahmens.

Über IPS (Integrated Project Services)
Die IPS erbringt – national und international – Höchstleistungen, wenn es um individuelle Lösungen für logistischen Herausforderungen geht. Integriert in ein weltweites Netzwerk plant, organisiert, koordiniert, überwacht und dokumentiert IPS multimodale Transportkonzepte für Komponenten und komplette Anlagen – von der Produktionsstätte bis zum finalen Bestimmungsort. Die IPS ist ein Joint Venture von duisport und Ferrostaal.
www.integrated-project-services.de

– Presseinformation der Duisburger Hafen AG –
Foto: IPS

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ThyssenKrupp Steel Europe modernisiert Konverteranlage samt Abhitzekessel in Duisburg-Bruckhausen

Spektakuläre Verladung durch Spezialkran

Ein Bauteil mit dem Gewicht von zehn Elefanten schwebt in fast 90 Metern Höhe: Ein Spezialkran befördert ein 50 Tonnen schweres Kessel-Segment in eine Werkshalle von ThyssenKrupp Steel Europe. Die spektakuläre Verladung ist Bestandteil der Erneuerung von Konverter 2 mit zugehörigem Abhitzekesselsystem im Stahlwerk Duisburg-Bruckhausen, einem der größten Stahlwerke in Europa. Die Modernisierung, die seit Anfang Juni läuft, ist mit einer Investition von rund 21 Millionen Euro verbunden. „Mit dieser Maßnahme verbessern wir die Energie-Effizienz und steigern die Prozess-Sicherheit“, betont Dr. Arnd Köfler, Leiter Rohstahl bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Dadurch wird die Qualität unserer Produkte weiter erhöht und das kommt am Ende unseren Kunden zugute.“

Konverterumbau im Oxygenstahlwerk 1 Bruckhausen bei ThyssenKrupp Steel Europe Hamborn

Konverterumbau 2013. Foto: Petra Grünendahl.

Vor gut einem Jahr war bereits der erste von zwei Konvertern im Oxygenstahlwerk 1 ausgetauscht worden. Auch das mit einem Kostenaufwand von rund 20 Millionen Euro. Jetzt war Nummer 2 an der Reihe. Erneut ein logistischer Kraftakt: Während die Produktion im Konverter 1 weiterläuft, sorgen rund 1.000 Spezialisten an zwei übereinander liegenden Baustellen für einen reibungslosen Umbau. „Wir bauen die alten Anlagen aus und montieren die neuen, während der Nachbarkonverter im Normalbetrieb läuft. Die Planung und Organisation, die auch die Maßnahmen zur Einhaltung der Arbeitssicherheit einschließen, sind technisch wie organisatorisch eine riesige Herausforderung“, beschreibt Dr. Köfler das Projekt.

Größeres Konvertergefäß erhöht Prozess-Sicherheit und Energie-Effizienz
Die aktuelle Modernisierung betrifft im Wesentlichen zwei Anlagenteile: den Konverter und den Abhitzekessel. Dabei ist das neue Konvertergefäß mit elf Metern Höhe und 15 Metern Breite weltweit eines der größten seiner Art. Inklusive z. B. Lagerständer und Konverterbühne liegt das Gesamtgewicht des Stahlbaus bei rund 600 Tonnen. Auf Grund einer neuartigen Konstruktionsweise konnte das Konvertergefäß deutlich breiter ausgelegt werden. Bei einer unverändert möglichen Produktionsmenge von bis zu 400 Tonnen wurde das innere Volumen des Konverters um knapp ein Fünftel erhöht. Das zusätzliche Fassungsvermögen bringt ein Mehr an Prozess-Sicherheit, da das Stahlbad bei gleichem Füllinhalt mit niedrigerem Pegel im Konverter steht und dadurch die Möglichkeit des „Überlaufens“ über die Konvertermündung hinaus verringert wird. Durch das größere Reaktionsvolumen kann während des Aufblasprozesses zudem mehr Sauerstoff eingebracht werden. Das entweichende Konvertergas hat dadurch einen höheren Kohlenstoffgehalt, weshalb in weiteren Prozessschritten mehr Prozessenergie zurückgewonnen werden kann.

Spezialkran befördert Kesselsegmente übers Hallendach
Direkt über den Arbeiten an der Konverterbühne läuft zeitgleich der Austausch von vier Segmenten des Abhitze-Kesselsystems. Im laufenden Betrieb werden in dem gut 50 Meter langen wasserdurchspülten Rohrsystem normalerweise bis zu 1.800 Grad heiße Konverterabgase auf etwa 500 Grad abgekühlt, damit anschließend eine Entstaubung stattfinden kann. Dabei entstehender Wasserdampf strömt ins Hüttendampfnetz, wo er verstromt oder zur Dampfeindüsung im Hochofen genutzt wird. Das abgekühlte Konvertergas wird gereinigt und dient als Brennstoff für die Aufwärmöfen des angrenzenden Warmbandwerkes. Dies kommt der Funktionalität, der Energie-Effizienz und dem Umweltschutz zugute.

Die neuen Kesselsegmente wurden von der Essener Anlagenbaufirma Oschatz gefertigt. Sie haben einen Durchmesser von 3,5 Meter. Das schwerste Element wiegt 50 Tonnen, das Gesamtgewicht der Bauteile liegt bei 150 Tonnen. Da der Abhitzekessel in etwa 20 Meter Höhe über der Konverteröffnung positioniert werden muss, schwenken Spezialisten drei der vier auszutauschenden Kesselzüge am Haken eines Spezialkranes der Firma Wagenborg über das knapp 70 Meter hohe Stahlwerksdach in die Konverterhalle. An der Südseite des Oxygenstahlwerks Duisburg-Bruckhausen steht dafür ein Raupenkran mit 140 Meter langem Ausleger bereit.

Ist eine Anlage erst einmal heruntergefahren worden, zählt jede Stunde. Deshalb erfolgt die Montage äußerst zügig. Auf Grund der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr ist für den gesamten Austausch sogar noch weniger Zeit eingeplant. Bereits Ende Juli soll im neuen Konverter wieder die erste Schmelze anlaufen.

Das Engineering und die Fertigung wurden durch die Düsseldorfer Firma SMS Siemag durchgeführt. Die De- und Montage werden durch das eigene Schwesterunternehmen ThyssenKrupp Mill Services & Systems ausgeführt, die im Auftrag von SMS Siemag arbeitet. Die Projektleitung und -abwicklung wird durch den Bereich „Technische Dienstleistungen und Energie“ vorgenommen, welche in enger Zusammenarbeit mit dem Produktions- und Erhaltungsbetrieb alle Maßnahmen abstimmen und gemeinsam die weitere Vorgehensweise auf der Baustelle planen.

Konverter bilden Basis für Stahlherstellung in Bruckhausen
Seit 1969 bilden die zwei Konverter im Oxygenstahlwerk 1 die Basis für die Stahlherstellung in Duisburg-Bruckhausen. In den feuerfest ausgekleideten Stahlgefäßen wird Roheisen unter Zugabe von Schrott und Schlackebildnern zu Rohstahl verarbeitet. Bei Temperaturen von bis zu 3.000 Grad werden dabei die im Roheisen befindlichen Begleitelemente wie Kohlenstoff und Silizium entfernt. 45 Jahre Dauerbetrieb und etwa 220.000 Schmelzen haben ihre Spuren an Konverter 2 hinterlassen – jetzt wird er erneuert. Die beiden Konverter zusammengenommen sorgen für rund fünf Millionen Tonnen flüssigen Stahl pro Jahr.

Siehe auch: 20 Mio. Euro Investition in Duisburg-Bruckhausen: ThyssenKrupp Steel modernisiert Oxygenstahlwerk (5. September 2013).

– Presseinformation von ThyssenKrupp Steel Europe –
Foto: Petra Grünendahl

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AfD in Duisburg anscheinend Steigbügelhalter für Pro NRW

In geheimer Wahl im Stadtrat zog Mario Malonn in diverse Aufsichtsräte ein: Woher kamen die acht Stimmen?

Duisburger Rathaus am BurgplatzMit ihrem Antrag auf geheime Abstimmung erhoffte sich die Fraktion von Pro NRW um ihren Vorsitzenden Mario Malonn zusätzliche Stimmen. In den offenen Abstimmungen hatten sie überwiegend nur die eigenen vier Stimmen sowie als fünfte die von NPD-Ratsfrau Melanie Händelkes bekommen. Sie spekulierten auf Stimmen, die sie vielleicht öffentlich nicht gekriegt hätten?

Mit ihrem Antrag auf geheime Wahlen hatten die Rechtspopulisten am Montag im Stadtrat einen Marathonsitzung von über 14 Stunden provoziert. Die Rechnung der Rechten ging auf: Mit jeweils acht Stimmen zog Mario Malonn als Wahlvorschlag der Pro NRW in diverse Ausschüsse und Aufsichtsräte ein. Dazu zählen unter anderem die Aufsichts- und Verwaltungsräte von der Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft, den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, Gebag, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung GfW, der Gesellschaft für Beschäftigung GfB und das FrischeKontor.

AfD als Steigbügelhalter der Pro NRW?
Schon in den öffentlichen Wahlen (TOP 7 bis 23) hatten bei einem Ratsausschuss zwei Mitglieder der AfD (Alternative für Deutschland) offen ihre Stimmen der Liste von Pro NRW gegeben. Leider war von der Pressebank aus nicht zu erkennen gewesen, wer … Aber dieses öffentliche Abstimmungsverhalten lässt Schlüsse zu, woher die Wahlvorschlagslisten der Pro NRW jeweils drei zusätzliche Stimmen bekommen hatten: Die AfD-Fraktion verfügt über drei Sitze im Stadtrat.

Duisburger Konsens gegen Rechts
Nachdem im Rat der Stadt in der konstituierenden Sitzung am 16. Juni 2014 ein „Duisburger Konsens gegen Rechts“ verabschiedet worden war (siehe hier: https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2014/06/16/konstituierende-sitzung-des-stadtrates-in-duisburg/), dem eine überwältigende Mehrheit zugestimmt hatte, liegt es nahe, die drei zusätzlichen Stimmen im „rechten Block“ bei den Fraktionen zu suchen, die diesem Konsens nicht zugestimmt hatten. Dem Konsens zugestimmt hatten – so ist es auch in der Niederschrift der Sitzung vermerkt – die Fraktionen von SPD, CDU, den Grünen, Die Linke., PSL und JuDu/DAL, die Gruppe der FDP sowie Oberbürgermeister Sören Link. Dagegen votiert hatten neben NPD-Ratsfrau Händelkes die Fraktionen von Pro NRW und AfD. Da liegt es nahe, diese acht Stimmen auch den acht Stimmen zuzuordnen, die auf die Wahlvorschläge der Rechtspopulisten abgegeben worden waren.

uebrigens!Kommentar
Die Grenzen nach Rechts scheinen gezogen: Die einen haben dem „Duisburger Konsens gegen Rechts“ verabschiedet, auf der anderen Seite formieren sich die Rechten. Und ihre acht Stimmen werden sich immer wieder bei Ratsentscheidungen zusammen finden. Das sollte der „breiten Mehrheit“ im Rat aufzeigen, wo und gegen wen sie in den nächsten sechs Jahren ihre Allianzen und Bündnispartner suchen sollten: Gemeinsam und über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg, wenn der „Duisburger Konsens gegen Rechts“ greifen soll. Diejenigen, die ihm in der konstituierenden Ratssitzung zugestimmt haben, sind nun aufgerufen, ihm Leben einzuhauchen. Nur dann ist er das Papier wert, auf dem er geschrieben steht!

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Duisburger Hafen AG steht auf vielen Beinen: duisport als Marke weltweit etabliert

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu Gast beim größten Binnenhafen Europas

”Logport I ist ein Beispiel für gelungenen Strukturwandel”, erklärte Dr. Julian Böcker, Leiter Unternehmenskommunikation der Duisburger Hafen AG, seinen Gästen vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein. Als im August 1993 die Krupp-Hütte dicht gemacht wurde, arbeiteten auf dem Gelände noch über 2.200 Menschen. Jahrelang lagen die Stahlwerks-Ruinen bracht, bis die Duisburger Hafen AG das Gelände 1998 kauften. Stahlwerk, Hochöfen und Anlagen wurden abgerissen. Dann versuchte man, auf dem Gelände rund um den alten Krupp-Werkshafen Logistiker anzusiedeln. New Wave Logistics aus Japan (heute Yusen Logistics NYK) waren die Ersten, die damals in einer aufbereiteten Krupp-Halle unterkamen. Im Frühjahr nahmen die Japaner nun bereits den vierten Erweiterungsbau in Betrieb.

Der neueste Lagerhallenkomplex von Yusen Logistics. Foto: Rolf Köppen/duisport.

Der neueste Lagerhallenkomplex von Yusen Logistics.
Foto: Rolf Köppen/duisport.

Schwerpunkt des Besuchs der Marketing-Fachleute war das ehemalige Gelände des Kruppschen Hüttenwerks in Rheinhausen. Unter dem Markennamen „logport“ vermarktete die Duisburger Hafen AG seit 1999 das Gelände des ehemaligen Stahlwerks. Mit dem Bus fuhr die Gruppe von Ruhrort auf die andere Rheinseite, wo Julian Böcker die Entwicklungen des mittlerweile vollständig vermarkteten Areals erläuterte. Vorbei ging es zum Beispiel am Hafenbecken, an den Hallenkomplexen von Yusen Logistics und an der Bliersheimer Villenkolonie, wo in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die leitenden Angestellten der Krupp-Hütte wohnten. Rund 50 Unternehmen haben sich auf den 265 Hektar Gewerbeflächen angesiedelt. Über 4.000 Arbeitsplätze haben sie neu geschaffen. Eine Erfolgsgeschichte!

logport I: Hafen Rheinhausen mit Containerterminal. Foto: Petra Grünendahl

logport I: Hafen Rheinhausen mit Containerterminal. Foto: Petra Grünendahl

„duisport“ weltweit ein Begriff
Seit 2001 agiert die Duisburger Hafen AG unter dem Markennamen “duisport”. „Unser Markenname ist mittlerweile weltweit ein Begriff“, so Julian Böcker. Die Duisburger Hafen AG hat dank ihres breit gefächerten Portfolios weltweite Geschäftsbeziehungen. In Asien oder Lateinamerika wirkt der Firmenname da eher sperrig, „duisport“ kommt den Geschäfts- und Verhandlungspartnern da schon leichter über die Lippen. Die Duisburger Hafen AG ist schon lange nicht nur Betreiber der Hafenanlagen und Vermarkter von Hafenflächen („Landlord“), wie es viele Häfen klassischerweise noch heute sind. Seit Erich Staake 1998 den Vorstandsvorsitz übernahm, hat die Duisburger Hafen AG neben dem Betrieb von Infra- und Suprastruktur zwei weitere Säulen als Geschäftsbereiche aufgebaut: Verkehr und logistische Dienstleistungen sowie Verpackungslogistik.

Ein Schmuckstück ist die sanierte ehemalige Direktoren-Villa in der Beamtenkolonie (Bliersheimer VIllen) auf dem Gelände von logport I. Foto: Petra Grünendahl

Ein Schmuckstück ist die sanierte ehemalige Direktoren-Villa in der Beamtenkolonie (Bliersheimer VIllen) auf dem Gelände von logport I. Foto: Petra Grünendahl

Ansiedlungswilligen Unternehmen und Kunden kann man somit umfassende Logistik-Konzepte anbieten, die alle aus einer Hand in der duisport-Gruppe realisiert werden. Die multimodale Anbindung des Hafens macht ihn zur Drehscheibe für die weltweite Vernetzung von Warenströmen. Konzepte verbinden die Verkehrsträger mit der Wertschöpfung vor Ort. Zu den spezialisierten Tochtergesellschaften zählen unter anderem duisport rail (Schienengüterverkehr), duisport facility logistics (Facility Management), duisport consulting (Unternehmensberatung) sowie duisport packing logistics (Verpackungslogistik). Weltweit ist das Knowhow aus Duisburg gefragt, wie Joint Ventures, Tochtergesellschaften und Projekte in Asien oder Lateinamerika (z. B. Santos in Brasilien) eindrucksvoll belegen. Mittlerweile erschließt der Duisburger Hafen neue Areale jenseits von Duisburg für die Logistik, z. B. industrielle Brachflächen im Ruhrgebiet (logport IV in Kamp-Lintfort und logport ruhr in Oberhausen). Zu den namhaften Neuansiedlungen der letzten Zeit im Duisburger Hafengebiet zählen die CKD-Logistikzentren von Audi und Volkswagen.

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu Gast beim Duisburger Hafen: Club-Präsident Marco Pfotenhauer (vorne rechts) dankt Julian Böcker (links) für eine interessante Führung und gute Gespräche. Foto: Petra Grünendahl

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu Gast beim Duisburger Hafen: Club-Präsident Marco Pfotenhauer (vorne rechts) dankt Julian Böcker (links) für eine interessante Führung und gute Gespräche. Foto: Petra Grünendahl

Nach der hochinformativen Hafentour zurück in Ruhrort fand der Abend einen gemütlichen Ausklang beim Netzwerken. Mehr Informationen zum Marketing-Club Duisburg-Niederrhein sowie Ansprechpartner und Kontaktdaten findet man unter https://www.mc-duisburg.de.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Rolf Köppen/duisport (1)

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Loveparade-Strafverfahren: Presseerklärung des Landgerichts Duisburg

Die Anklagevorwürfe:
Fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung (im Amt)

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in DuisburgIm Loveparade-Strafverfahren prüft die 5. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg derzeit die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gegen die Beschuldigten im sogenannten Zwischenverfahren. Dabei prüft die Kammer unter anderem, ob das den Beschuldigten vorgeworfene Verhalten Straftatbestände verwirklicht und ob die tatsächlichen Umstände, auf die die Anklage sich stützt, in einer etwaigen Hauptverhandlung voraussichtlich bewiesen werden können. Diese zeitaufwändige Prüfung dauert derzeit an. Eine Entscheidung kann jedenfalls nicht vor Ablauf der derzeit bis Mitte September laufenden Stellungnahmefristen erfolgen. Wegen der Einzelheiten zum Verfahrensablauf verweise ich auf die Presseerklärung vom 12.02.2014 (siehe auch hier: https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2014/02/12/loveparade-2010-in-duisburg-ermittlungsverfahren-abgeschlossen-staatsanwaltschaft-erhebt-anklage/).

Die Anklagevorwürfe lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die 10 Beschuldigten sollen durch Fehler bei der Planung und/oder Genehmigung dazu beigetragen haben, dass bei der Loveparade am 24.07.2010 in Duisburg insgesamt 21 Menschen ums Leben kamen und mehr als 650 Menschen verletzt wurden. Auch soll gegen Auflagen verstoßen bzw. deren Einhaltung nicht überwacht worden sein. Die Getöteten stammten aus Deutschland, Australien, den Niederlanden, Spanien, Italien und China. Die 18 exemplarisch zum Gegenstand der Anklage gemachten Körperverletzungen betreffen 17 Veranstaltungsbesucher, darunter fünf aus Duisburg, und einen bei der Veranstaltung eingesetzten Polizeibeamten.

Die Anklage geht davon aus, dass das Zu- und Abgangssystem zur Veranstaltung am Nachmittag des 24.07.2010 aufgrund von Fehlern zusammenbrach, die bereits in einer unzureichenden Planung angelegt waren. Durch den starken Zustrom von Besuchern habe sich ein Personenstau auf der Zugangsrampe gebildet. Der immense Druck in dieser Menschenmenge habe dann zu den 21 Todesfällen und den – teilweise schweren – Verletzungen geführt.

Als Mitarbeiter der Veranstalterin L. GmbH sind der 43-jährige Kersten S., der 37-jährige Johann S., der 54-jährige Lutz W. und der 61-jährige Günther S. angeklagt. Diese sollen als Gesamtleiter, Produktionsleiter, Sicherheitsverantwortlicher und technischer Leiter des Projekts bei der L. GmbH verantwortlich gewesen sein. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, ein ungeeignetes Zu- und Abgangssystem für die Veranstaltung geplant zu haben, mit dem die Besucher nicht sicher auf das Veranstaltungsgelände geführt werden konnten. Insbesondere die als Zu- und Abgang zu dem Gelände im Bereich des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs genutzte sogenannte östliche Rampe soll zu eng gewesen sein, um die prognostizierten Besucherströme, denen die tatsächlichen in etwa entsprochen haben sollen, aufnehmen zu können.

Es soll für diese Beschuldigten vorhersehbar gewesen sein, dass es im Verlauf der Veranstaltung zwangsläufig zu lebensgefährlichen Situationen kommen musste, da zu viele Menschen auf engem Raum zusammengedrückt würden.

Angesichts der mit der Veranstaltung verbundenen baulichen Maßnahmen, unter anderem der vorgesehenen Einzäunung, hat die Veranstalterin eine Baugenehmigung beantragt, die beim Amt für Baurecht und Bauberatung der Stadt Duisburg bearbeitet wurde. In diesem Zusammenhang werden sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg angeklagt.

Beschuldigt werden der 67-jährige Jürgen D., die 48-jährige Anja G. und der 55-jährige Reimund D., die bei der Stadt Duisburg in leitender Funktion tätig waren, nämlich als damaliger für Stadtentwicklung zuständiger Beigeordneter, als Amtsleiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung und als zuständiger Abteilungsleiter. Diesen wirft die Staatsanwaltschaft vor, das Baugenehmigungsverfahren nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt zu haben. Bei pflichtgemäßer Überwachung der ihnen unterstellten Mitarbeiter, so der Vorwurf, wären die schwerwiegenden Planungsfehler erkannt und die beantragte Genehmigung nicht erteilt worden. Der Abteilungsleiter sei dabei für die Überwachung des Prüfungsteams, die Amtsleiterin für die Überwachung des Prüfungsteams und des Abteilungsleiters und der Beigeordnete für die Überwachung der Amtsleiterin verantwortlich gewesen.

Den drei weiteren städtischen Mitarbeitern wird vorgeworfen, die beantragte Genehmigung erteilt zu haben, ohne dass die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen dafür nach der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sonderbauverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vorlagen. Dabei handelt es sich um den 52-jährigen Ralf J., den 52-jährigen Peter G. und den 59-jährigen Ulrich B. Die Anklage geht davon aus, dass alle drei Sachbearbeiter ein Genehmigungsteam bildeten. In formeller Hinsicht habe insbesondere das erforderliche Einvernehmen zu dem in der Sonderbauverordnung erwähnten Sicherheitskonzept unter Beteiligung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gefehlt. Inhaltlich sei die Sicherheit der Besucher aufgrund von Planungsfehlern nicht gewährleistet gewesen.

Der tragische Verlauf der Veranstaltung soll für die beschuldigten städtischen Mitarbeiter aufgrund ihrer Kenntnisse aus Planungsunterlagen und Besprechungen vorhersehbar gewesen sein.

Allen zehn Beschuldigten wird vorgeworfen, darüber hinaus die Verantwortung für eine zusätzliche Verengung der östlichen Rampe am Veranstaltungstag zu tragen. Die an der schmalsten Stelle 18,28 Meter breite Rampe soll am Veranstaltungstag durch aufgestellte Zäune auf 10,59 Meter verengt gewesen sein. Den Mitarbeitern der Veranstalterin wird insoweit vorgeworfen, gegen Auflagen aus der Baugenehmigung verstoßen zu haben. Die Anklage geht davon aus, dass die östliche Rampe nach der Genehmigung von Hindernissen frei gehalten werden musste. Den städtischen Bediensteten wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, die Einhaltung der Genehmigungsbedingungen pflichtwidrig nicht kontrolliert zu haben. Insbesondere habe der damalige Beigeordnete die Mitarbeiter des Bauamtes rechtswidrig davon entbunden, am Veranstaltungstag eine abschließende Kontrolle vorzunehmen.

Alle Beschuldigten sollen sich daher der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung schuldig gemacht haben, wobei die Anklage hinsichtlich der städtischen Mitarbeiter jeweils von einer fahrlässigen Körperverletzung im Amt ausgeht. Die drei leitenden Funktionsträger der Stadt sollen die Tat durch Unterlassen begangen haben, die übrigen Beschuldigten durch ihre jeweiligen Handlungen.

Hintergrund: Fahrlässige Tötung / Körperverletzung

– Presseinformation des Landgerichts Duisburg –

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Deutsche Oper am Rhein – Letzte Premiere vor den Theaterferien: „Death in Venice“

Benjamin Brittens letzte Oper am Freitag, 4. Juli, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). FOTO: Hans Jörg Michel.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). FOTO: Hans Jörg Michel.

Als letzte Premiere der Spielzeit 2013/14 zeigt die Deutsche Oper am Rhein am Freitag, 4. Juli, um 19.30 Uhr „Death in Venice“ von Benjamin Britten im Theater Duisburg. Die späte Oper des britischen Komponisten gilt als sein Schlüssel- und Alterswerk und bildet damit einen spannenden Abschluss des Britten-Zyklus’. Wie zuvor bei „Peter Grimes“, „Billy Budd“ und „The Turn of the Screw“, führt Immo Karaman Regie und verleiht im Team mit Bühnenbildner Kaspar Zwimpfer, Kostümbildnerin Nicola Reichert und dem Choreographen Fabian Posca dem Stück seine Handschrift.

Für sein letztes, 1973 uraufgeführtes Opernwerk, nahm sich Benjamin Britten mit Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ über die letzte Reise und das Ende des Schriftstellers Gustav von Aschenbach ein Stück Weltliteratur vor. In seiner unverwechselbaren Klangsprache schuf er Bilder innerer Gefangenheit und brennender Sehnsucht, die sich mythenmächtig in der labyrinthischen Atmosphäre Venedigs widerspiegeln.

„Der Premierenapplaus nach dieser schwierigen Oper ist langanhaltend, laut, herzlich und ungetrübt, mit einem Wort verdient. Die Deutsche Oper am Rhein hat damit eine ihrer besten, wenn nicht die beste Produktion seit einiger Zeit. Unbedingt hingehen und erleben, am besten gleich mehrmals.“ (Martin Freitag, Der Opernfreund)

In der Rolle des Gustav von Aschenbach gibt es ein Wiedersehen mit dem amerikanischen Tenor Raymond Very, der an der Deutschen Oper am Rhein bereits als Captain Vere in Brittens „Billy Budd“ und in der Titelpartie von Zemlinskys „Der Zwerg“ begeisterte. Peter Savidge ist als der Reisende zu erleben, der Altus Yosemeh Adjei übernimmt die Stimme Apollos. In weiteren Partien stehen die Ensemblemitglieder Florian Simson, Attila Fodre, Torben Jürgens, Alma Sadé, Cornel Frey, das Opernstudiomitglied Hagar Sharvit sowie Mitglieder des Chores auf der Bühne. Die Besetzung wird komplettiert durch zahlreiche Gasttänzer, darunter Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin für die mit Knaben besetzten Partien Tadzio und Jaschiu. Unter der Leitung von Kapellmeister Lukas Beikircher sind der Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Düsseldorfer Symphoniker zu erleben.

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„Death in Venice“ im Theater Duisburg:
Fr 4. Juli 19.30 Uhr,
So 6. Juli 18.30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten für die Premiere zwischen 18,10 und 62,80 Euro, sonst 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

 

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Nachtrag zur Sitzung des Stadtrates in Duisburg am 30. Juni 2014

Duisburger Rathaus am BurgplatzBebauungsplan für neue Feuerwache abgesegnet
Bis heute Morgen tagte der Stadtrat in seiner zweiten Sitzung. Erst um 5.05 Uhr konnte Oberbürgermeister Sören Link die Sitzung schließen. Dass die Rechtspopulisten von Pro NRW bei 37 Abstimmungen die „geheime Wahl“ gefordert hatten, um Stimmen von der AfD (die NPD stimmte ohnehin für sie) zu bekommen, hatten wir schon berichtet. Dies sorgte schon für das Abarbeiten der Formalien (Besetzung von Ausschüssen, Aufsichtsräten und Gremien) für eine lange Nacht.

Auf der Marathonsitzung von über 14 Stunden wurde die Tagesordnung mit allen Punkten abgearbeitet. Taktieren und Paktieren im Geheimen war dabei das Motto der rechten Ratsvertreter, die von den zu vergebenen Plätzen in Aufsichtsräten einen Teil abbekommen wollten. Wo die etablierten Parteien noch offen ihre Absprachen trafen, setzten die Rechten mit der geheimen Abstimmung vor allem auf Intransparenz. Wo die AfD vielleicht in einer offenen Abstimmung nicht wie die NPD auf ihre Seiten zu ziehen war, wollte Pro NRW sie heimlich für sich vereinnahmen. Ob dies gelungen ist, werden die Wahlergebnisse zeigen, die bald veröffentlicht werden.

Dass sich für diesen Sitzungsmarathon die ehrenamtlichen Ratsleute Stunden um die Ohren schlagen mussten, obwohl sie größtenteils (sofern nicht Rentner) am nächsten Tag wieder einer Arbeit nachgehen, ist eine Sache. Als freier Journalist muss man sich das nicht antun, zumal es hier um Formalien ging. Die wirklich wichtigen Entscheidungen fielen erst danach. Und die kann man genau so gut am nächsten Tag in der Presseabteilung abfragen, um sie dann zu veröffentlichen.

Neuausrichtung der DMG und neue Feuerwache auf den Weg gebracht
Erwartungsgemäß wurde die Beschlussvorlage angenommen, den Vertrag von DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste zu kündigen. Eine stillschweigende Verlängerung des Vertrages wollte man so verhindern und sich den nötigen Freiraum schaffen, die Duisburg Marketing GmbH neu auszurichten und ggf. Aufgaben zurück in die Kernverwaltung zu holen. Dem Antrag der CDU, Uwe Gerste mindestens sechs Monate vor Ablauf seines Vertrages über eine mögliche Verlängerung zu informieren, wurde mit breiter Mehrheit zugestimmt.

Nachdem der Bebauungsplan für eine neue Feuerwache an der Mercatorstraße im April gescheitert war, hat die geänderte Beschlussvorlage nun – dank der geänderten Mehrheitsverhältnisse – den Rat mit einfacher Mehrheit passiert. Zugestimmt haben die SPD, die PSL und die Linken, dagegen waren geschlossen die CDU und die Grünen. Das war aber auch nach der Abstimmung im April nicht anders zu erwarten gewesen. Nicht die Positionen der Parteien hatten sich geändert, nur die Anzahl der Stimmen im Rat.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Sitzung des Rates der Stadt Duisburg am 30. Juni 2014

Geheime Wahlen beantragt: Pro NRW spekuliert, Stimmen von der AfD zu bekommen

Das Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

Das Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

Für einen Ausschuss hatten schon zwei Mitglieder der AfD-Fraktion offen der Liste der rechtspopulistischen Partei Pro NW ihre Stimme gegeben. Wie Fraktionsvorsitzender Mario Malonn einem Kollegen gegenüber äußerte, war die Hoffnung auf weitere Stimmen der AfD-Ratsleute für die Kandidatenlisten von Pro NRW der Grund für den Antrag auf geheime Abstimmung. Das NPD-Ratsmitglied hatte Pro NRW bei den Abstimmungen ohnehin schon immer als Unterstützer im Schlepptau gehabt.

Auf eine lange Nacht einstellen konnten sich die Mitglieder des Duisburger Stadtrates in ihrer zweiten ordentlichen Sitzung. Ausschüsse, Gremien und Aufsichtsräte waren neu zu besetzen. Nachdem die Ratssausschüsse noch ohne große Probleme, wenn auch schon mit einem gewissen zeitlichen Aufwand, durchgewählt worden waren, zog Mario Malonn von Pro NRW die Karte „geheime Abstimmung“. Sobald ein Ratsmitglied dies beantragt, muss geheim abgestimmt werden. Da hatte Oberbürgermeister Sören Link keine Wahl. Für jeden Wahlgang können damit – so die Erfahrung – mindestens 20 Minuten veranschlagt werden.

Wahlmarathon kommt die Stadt teuer zu stehen
Nachdem man gegen 17.30 Uhr zur ersten geheime Wahl (TOP 24) aufgerufen hatte, kann sich jeder ausrechnen, dass die Ratssitzung selbst weit nach Mitternacht nicht einmal die Formalien abgearbeitet haben wird. Die gingen bis Tagesordnungspunkt TOP 61 – von etwa 94 Tagesordnungspunkten allein im öffentlichen Teil. Wenn die Pro-NRW-Fraktion ihren Antrag auf „geheime Wahlen“ wirklich bis zum bitteren Ende durchzieht, sitzen die Ratsleute noch um 6 Uhr morgens im Ratssaal. Die für Duisburg entscheidenden Themen werden dann wohl vertagt werden (müssen). Die Kosten für die Stadt interessieren die Rechtspopulisten natürlich nicht!

„Wir ziehen das hier durch. Wer so eine Sch***e anzettelt, bleibt hier bis zum Umfallen“, machte Rainer Enzweiler, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Stimmung der großen Parteien klar. Vertagen wollte man die Wahlen nicht! Die Rekordsitzung vom März 2013, bei der der öffentliche Teil bis kurz vor Mitternacht (fast 9 Stunden) ging, dürfte locker übertroffen werden. Auch wenn die meisten Ratsleute lieber die deutsche Nationalmannschaft im Achtelfinale spielen gesehen hätten. Die Fraktion von Pro NRW gehörte aber wohl offensichtlich nicht dazu!

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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ThyssenKrupp Steel Europes Warmbandwerk in Duisburg-Beeckerwerth ging vor 50 Jahren in Betrieb

Investitionen in die Modernisierung des Kernaggregats werden fortgesetzt

Großbaustelle Beeckerwerth vor 50 Jahren. ThyssenKrupp Archiv – Foto: Karl Lang.

Großbaustelle Beeckerwerth vor 50 Jahren. ThyssenKrupp Archiv – Foto: Karl Lang.

Ende der 1950er Jahre wurden die Planungen für eine umfangreiche Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten am Standort Duisburg-Nord aufgenommen, ein zusätzlicher Werkskomplex am Rhein entstand. Im Zuge dessen wurden verschiedene Anlagen in Beeckerwerth errichtet, unter anderem ein großes Oxygen-Stahlwerk. Die neuen Anlagen erstreckten sich auf eine Länge von fast drei Kilometern und bedeckten eine Fläche von rund 200.000 Quadratmetern. Vor 50 Jahren, im Juni 1964, ging als letztes der großen Kernaggregate das Warmbandwerk 2 in Beeckerwerth offiziell in Betrieb. Um den Kunden nach wie vor eine hohe Produktqualität zu bieten, werden die im vergangenen Jahr aufgenommenen Modernisierungen der Anlage in diesem Sommer fortgesetzt. „Der Standort Beeckerwerth ist das Rückgrat und die Lebensader der Stahlerzeugung in Duisburg und hierbei spielt ganz besonders das Warmbandwerk eine entscheidende Rolle“, beschreibt Dr. Herbert Eichelkraut, Vorstandsmitglied bei ThyssenKrupp Steel Europe, die Bedeutung dieser Anlage, einer der leistungsfähigsten in Europa.

Die Produktion im Warmbandwerk 2 in den Sechziger Jahren. Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Die Produktion im Warmbandwerk 2 in den Sechziger Jahren. Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Die Entstehung des Werksteils Beeckerwerth war ein Meilenstein für die Entwicklung des gesamten, integrierten Hüttenwerks im Duisburger Norden. „Damit ist in nur vier Jahren – gerechnet von der Anlagen-Planung bis zur Inbetriebnahme des Kaltbandwerks – ein weiterer ebenso bedeutsamer Investitionsabschnitt im Wesentlichen abgeschlossen“, schrieb der frühere Hüttendirektor Dr. Alfred Michel in der Mitarbeiterzeitung, „Über 800 Millionen D-Mark sind in diesen Jahren für das neue Werk aufgewandt worden.“ Das Warmbandwerk selbst verarbeitete am 25. März 1964 die erste Bramme – nach einer Montagezeit der Walzgerüste von nur 16 Monaten. Danach erfolgte der Hochlauf der Produktion. Bei der Planung war Dr. Michel besonders vorausschauend. So ermöglichte die Anlage schon damals die Produktion von Abmessungen der Stahlbleche, wie sie von den Kunden später stark nachgefragt wurden. Diese Weitsicht machte Beeckerwerth zu einem äußerst entwicklungsfähigen Standort und sichert bis heute die Bedeutung dieses Werksteils für den Fortbestand der Stahlherstellung in Duisburg.

Produktion im Warmbandwerk 2. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Produktion im Warmbandwerk 2. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Im vergangenen Jahr stellte die Anlage ihre insgesamt 200 Millionste Tonne Warmband her, genug Stahl für den Bau von 27.400 Eiffeltürmen. Warmband ist die Basis aller Flachstahl-Produkte von ThyssenKrupp Steel Europe. Das Unternehmen betreibt vier Warmbandwerke an den Standorten Duisburg und Bochum mit einer jährlichen Produktion von fast 12 Millionen Tonnen. Dabei ist das Warmbandwerk in Beeckerwerth mit einer Kapazität von rund 6 Millionen Tonnen pro Jahr das größte von ThyssenKrupp Steel Europe. Bei der Warmband-Fertigung werden Stahlblöcke bei mehr als 1.000 Grad Celsius in mehreren, hintereinander liegenden Walzgerüsten zu dünnen Blechen gewalzt. Dieses Material wird von den Kunden entweder direkt eingesetzt oder an den Standorten von ThyssenKrupp Steel Europe weiterverarbeitet und dann z. B. an Automobilhersteller ausgeliefert. Die Halle des Warmbreitbandwerks ist mit einer Länge von über 570 Metern nach wie vor eine der größten Produktionsstätten bei ThyssenKrupp und in der deutschen Industrie. Im so genannten WBW 2 sind insgesamt rund 450 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Warmbandwerk 2 in Duisburg-Beeckerwerth hat schon mehr als 200 Millionen Tonnen Stahlblech produziert. Bei einer mittleren Banddicke von drei Millimetern und einer Breite von 1.300 Millimeter entspricht dies einer Zuglänge von 32.800 Kilometern. Dieser Zug würde mit 50 Stundenkilometern 39 Tage lang an einem Bahnübergang vorbeifahren. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Das Warmbandwerk 2 in Duisburg-Beeckerwerth hat schon mehr als 200 Millionen Tonnen Stahlblech produziert. Bei einer mittleren Banddicke von drei Millimetern und einer Breite von 1.300 Millimeter entspricht dies einer Zuglänge von 32.800 Kilometern. Dieser Zug würde mit 50 Stundenkilometern 39 Tage lang an einem Bahnübergang vorbeifahren. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.

In den zurückliegenden Jahren wurde das Warmbandwerk in Beeckerwerth umfangreich modernisiert. So wurde eine neue Intensivkühlung installiert, mit der ThyssenKrupp Steel Europe unter anderem das Produktspektrum bei höherfesten Stählen für Öl- und Erdgaspipelines ausgebaut hat. Zusätzliche Investitionen gingen in eine rechnerbasierte Steuerung der Vor- und Fertigstraße und in die Ausstattung weiterer Walzantriebe mit Großmotoren. Die Ertüchtigung der Anlage wird in diesem Jahr fortgesetzt. So werden ab August Walzarmaturen, Antriebe sowie Anlagen für Transport und Probennahme der fertigen Warmband-Coils erneuert. Mit den jetzt anstehenden Maßnahmen sind noch einmal Investitionen über rund 40 Millionen Euro verbunden. „Damit können wir unsere Produktqualität weiter verbessern und das bringt auch Vorteile für unsere Kunden mit sich“, so Michael Bössler, Leiter des Warmbandwerks 2. Sollten sich beispielsweise die Anforderungen aus der Automobil-Industrie erhöhen – und das geschieht ständig -, dann ist ThyssenKrupp Steel Europe mit der anstehenden Modernisierung bestens darauf vorbereitet.

– Pressemeldung und Fotos von ThyssenKrupp Steel Europe –
Grafik im Header: Kircher Burkhardt

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Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein unterstützt „Gegen die Wand“: Projekte mit Jugendlichen

Ludger Vollmer, Komponist der Oper "Gegen die Wand", und Frank Nierhaus, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises der Deutschen Oper am Rhein, in der Schüler-Fotoausstellung zu Themen der Oper. Foto: Frank Heller.

Ludger Vollmer, Komponist der Oper „Gegen die Wand“, und Frank Nierhaus, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises der Deutschen Oper am Rhein, in der Schüler-Fotoausstellung zu Themen der Oper. Foto: Frank Heller.

Am Freitag, 20. Juni, feierte Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“ Premiere im Theater Duisburg. Die Neuproduktion der deutsch-türkischen Oper nach dem Film von Fatih Akin wurde vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein e.V. in besonderer Weise unterstützt, so dass die zeitgenössische Oper unter Mitwirkung des Jugend-Projekts „Oper meets HipHop“ auf die Bühne gebracht und dazu ein Schulprojekt mit zwei Duisburger Schulen und mit Unterstützung der Duisburger HeRoes realisiert werden konnte. Dieses Engagement wurde durch die großzügigen Zuwendungen der Commerzbank-Stiftung (15.000 Euro) und der Ralf und Uschi Kutscheit Stiftung (16.000 Euro) an den Freundeskreis ermöglicht.

Über 50 Duisburger Schüler der Jahrgangsstufen 9 der Realschule Fahrn und der Gesamtschule Emschertal beschäftigten sich in den vergangenen Wochen unter Anleitung der Musiktheaterpädagogin Maike Fölling und mit Unterstützung der Duisburger HeRoes intensiv mit Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“. Von März bis Juni widmeten sie sich den Themen der einzigen deutsch-türkischen Oper und diskutierten darüber, welche Konflikte im Kontext von sogenannten Ehrenkulturen entstehen können. Die Schüler entwickelten dazu eigene Schauspielszenen und wählten Orte im Duisburger Stadtgebiet, an denen sie diese Szenen unter professioneller Anleitung von Frank Heller fotografierten. In der Ausstellung, die jetzt im Foyer des Theaters Duisburg präsentiert wird, sind ausgewählte Ergebnisse dieses vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein geförderten Schülerprojekts zu sehen.

Eine Besonderheit der Neuproduktion von „Gegen die Wand“ an der Deutschen Oper am Rhein ist die Mitwirkung von jungen Rappern und Breakdancern aus Duisburg, Essen und Oberhausen. Ihr Engagement gehört zum Projekt „Oper meets HipHop“ des aktuellen forums nrw e.V.. Aus der Beschäftigung der jungen Künstler mit der Oper „Gegen die Wand“ sind drei Rap-Songs und verschiedene Breakdance-Einlagen hervorgegangen. Das Crossover ist in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Ludger Vollmer, dem Dirigenten Wen-Pin Chien und dem Regisseur Gregor Horres entstanden, seine Umsetzung wurde maßgeblich vom Opernfreundeskreis unterstützt.

„Unser intensives Engagement für das Heranführen Jugendlicher an die Oper wäre ohne die Unterstützung des Freundeskreises in dieser Größenordnung nicht möglich“, bedankte sich Generalintendant Christoph Meyer anlässlich der Ausstellungseröffnung am Premierentag bei Frank Nierhaus, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises der Deutschen Oper am Rhein. Dieser gab den Dank besonders weiter an Dietmar Denkler als Vertreter der Kutscheit-Stiftung und Astrid Kießling-Taskin als Vertreterin der Commerzbank-Stiftung, die sich mit Großspenden an den Freundeskreis von 16.000 Euro und 15.000 Euro speziell für Sonderprojekte im Zusammenhang mit der Oper „Gegen die Wand“ eingesetzt haben.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Frank Heller (1), Petra Grünendahl (x)

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Stahlsternchen wachsen: Betriebskindertagesstätte von ThyssenKrupp Steel Europe wird erweitert – zu sehen beim Tag der Architektur am 28. und 29. Juni 2014

418 Bauwerke gibt es am Tag der Architektur in ganz Nordrhein-Westfalen zu bestaunen – eins davon ist die Betriebskita von ThyssenKrupp Steel Europe. Am 28. und 29. Juni sind Architekturfans eingeladen, sich das Gebäude der ‚Stahlsternchen‘ an der Franz-Lenze-Straße in Duisburg-Hamborn näher anzusehen. Das Bauwerk besticht durch eine moderne Architektur und farbenfrohe Stahlfassade. Aktuell befindet sich die Kita im zweiten Bauabschnitt: In Anlehnung an das bisherige Bau- und Gestaltungskonzept wird sie um Gruppenräume erweitert.

Die Betriebskita von ThyssenKrupp Steel Europe zeigt sich farbenfroh: Die Farbgebung spiegelt sich in den Innenräumen wider und setzt sich auch für den Neubau konsequent fort. Foto: TKSE.

Die Betriebskita von ThyssenKrupp Steel Europe zeigt sich farbenfroh: Die Farbgebung spiegelt sich in den Innenräumen wider und setzt sich auch für den Neubau konsequent fort. Foto: TKSE.

Ausbau um 37 weitere Plätze
77 Kinder haben künftig in der Betriebskita des Duisburger Stahlunternehmens Platz. Durch einen Anbau wird die Kita um zwei Gruppenräume und damit 37 Plätze erweitert. Die neuen Räumlichkeiten schließen sich hinter das bestehende Gebäude an. So sind sie direkt mit Kantine, Turnhalle, Gemeinschafts- und Ruheräumen verbunden. „Die Einrichtung wurde von Anfang an so konzipiert, dass wir sie bei Bedarf erweitern können. Anfang des Jahres haben wir mit dem Anbau begonnen. Der Rohbau ist fertig. Jetzt werden Fenster eingebaut und Arbeiten am Dach durchgeführt. Ab Oktober können die Kinder in den neuen Gruppenräumen spielen“, erklärt Markus Micken, Leiter des Bereichs Sicherheit und Dienstleistungen bei ThyssenKrupp Steel Europe.

Seit Mai 2013 ist die 800 Quadratmeter große Einrichtung mit angrenzenden Sand- und Spielflächen in Betrieb. Kinder vom vierten Lebensmonat bis zur Einschulung werden dort fast ganzjährig betreut. Ein Konzept das überzeugt, wie Personalvorstand Thomas Schlenz berichtet: „Für uns stand schnell fest, dass wir die Erweiterung realisieren. Die große Nachfrage im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie gut das Betreuungsangebot bei der Belegschaft ankommt. Insbesondere die Nähe zu den Arbeitsplätzen, flexible Öffnungszeiten und eine individuelle Förderung der Kinder erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Durch ihre besondere Architektur und Farbgebung ist die Kita in direkter Umgebung zu den Betriebsstätten und Verwaltungsgebäuden ein echter Blickfang.“

Thorsten Holtermann, verantwortlich für den Bereich "Corporate Architecture/Color" bei ThyssenKrupp Steel Europe, hat das Farbkonzept für die Kita entworfen. Durch die Coil-Coating-Beschichtung ReflectionsPearl werden Ästhetik und Schutzwirkung miteinander kombiniert. Foto: TKSE.

Thorsten Holtermann, verantwortlich für den Bereich „Corporate Architecture/Color“ bei ThyssenKrupp Steel Europe, hat das Farbkonzept für die Kita entworfen. Durch die Coil-Coating-Beschichtung ReflectionsPearl werden Ästhetik und Schutzwirkung miteinander kombiniert. Foto: TKSE.

Kita setzt farbige Akzente
Für die Farbgestaltung der Betriebskindertagesstätte setzt ThyssenKrupp Steel Europe auf Ideen aus dem eigenen Haus: Die Coil-Coating-Beschichtung ReflectionsPearl verleiht dem Gebäude eine besondere Optik und Wirkung. Entlang der Außenfassade wechseln sich metallische Rot-, Grün- und Blautöne ab. „Die Kombination aus Lackierung und leichter Oberflächenstruktur erzeugt einen lebendigen, aber dennoch dezenten Farbeffekt, der je nach Blickwinkel und Lichteinfall variiert“, erklärt Thorsten Holtermann, verantwortlich für den Bereich „Corporate Architecture/Color“ bei ThyssenKrupp Steel Europe. Der gelernte Architekt hat das Farbkonzept für die Kita entworfen. „Die Bauaufgabe ist kaum vergleichbar mit vorher realisierten Projekten in unserem Haus. Die Nutzung als Spiel- und Erholungsstätte für Kinder setzte ganz neue Anforderungen an Entwurf und Gestaltung. Was im Inneren passiert, sollte auch außen ablesbar werden – das heißt Spiel, Spaß und Lebendigkeit. Genauso wollten wir eine Wiedererkennbarkeit für die Kinder in ihren Gruppenräumen erreichen.“ Daher spiegelt sich die Farbgebung in den Innenräumen wider und setzt sich auch für den Neubau konsequent fort.

Die neuen Räumlichkeiten der Betriebskita schließen sich hinter das bestehende Gebäude an. Dadurch wird die Kita um zwei Gruppenräume und 37 Plätze erweitert. Foto: TKSE.

Die neuen Räumlichkeiten der Betriebskita schließen sich hinter das bestehende Gebäude an. Dadurch wird die Kita um zwei Gruppenräume und 37 Plätze erweitert. Foto: TKSE.

Die Ästhetik des Gebäudes wird mit einer hohen Schutzwirkung kombiniert. Die spezielle Kombination von Trägerwerkstoff und Beschichtungsaufbau macht das möglich: Schutz vor Korrosion bietet das feuerbeschichtete Feinblech ZM EcoProtect mit einer speziellen Zink-Magnesium-Auflage. Die Coil-Coating-Lacke schützen den Werkstoff gegen Witterung und Schmutz. So bieten die 16 aufeinander abgestimmten Farbtöne und die verlässliche Schutzwirkung von ReflectionsPearl bei der Gestaltung von Fassaden kreativen Freiraum – wie die Betriebskita von ThyssenKrupp Steel Europe zeigt.

Informationen zu Architektur, Farbgestaltung und pädagogischem Konzept gibt es am Tag der Architektur aus erster Hand: Farbexperte Thorsten Holtermann, der Architekt der Kita Carsten Karnowski, der Betreiber Zaubersterne e.V. und weitere Ansprechpartner sind am 28. und 29. Juni von 10 bis 14 Uhr vor Ort.

– Presseinformation und Fotos von ThyssenKrupp Steel Europe –

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Deutsche Oper am Rhein: Premiere von Ludger Vollmers „Gegen die Wand“ beisterte nicht nur junges Publikum

Sirin Kiliç (Sibel), Tansel Akzeybek (Yilmaz Güner), Günes Gürle (Cahit). Foto: Hans Jörg Michel.

Sirin Kiliç (Sibel), Tansel Akzeybek (Yilmaz Güner), Günes Gürle (Cahit).
Foto: Hans Jörg Michel.

Verzweifelt auf der Suche nach sich selbst

Sibel Güner (Şirin Kiliç), 21 Jahre jung und lebenshungrig, hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Im Krankenhaus begegnet sie Cahit Tomruk (Günes Gürle), gute zwanzig Jahre älter als sie, der sich ebenfalls umbringen wollte. Zwei zerrissene Seelen, die ausbrechen wollten aus einem Leben, mit dem sich nicht klarkommen. Sibel bittet Cahit, sie zu heiraten, damit sie aus den Zwängen ihrer traditionellen Familie raus kommt. Cahit willigt schließlich ein. Auch ihre Familie – Vater Yunus (Michail Milanov), Mutter Birsen (Sarah Ferede) und Bruder Yilmaz (Tansel Akzeybek) – stimmt zu. Sie heiraten.

 

Tansel Akzeybek (Yilmaz Güner), Sarah Ferede (Birsen Güner), Sirin Kiliç (Sibel), Michail Milanov (Yunus Güner). Foto: Hans Jörg Michel.

Tansel Akzeybek (Yilmaz Güner), Sarah Ferede (Birsen Güner), Sirin Kiliç (Sibel), Michail Milanov (Yunus Güner). Foto: Hans Jörg Michel.

„In sehr katholischen Familien sind die Wertvorstellungen nicht viel anders als die von Sibels Familie“, erklärte Komponist Ludger Vollmer bei der Einführung in seine Oper. Dies habe ihn an dem Film so berührt, dass er den Stoff und das Drehbuch als Grundlage für eine Oper wählte. Entstanden ist „Gegen die Wand“ nach dem gleichnamigen Film des deutschtürkischen Filmemachers Fatih Akin. Auch wenn die Handlung ganz in diesem Kulturkreis angesiedelt ist, geht die Thematik und die mit ihr verbundenen Emotionen doch weit darüber hinaus. Hier konnten auch jene im Publikum anknüpfen, die anderer Herkunft sind. In deutsche und türkischer Sprache gesungen, erleichtern Übertitel in beiden Sprachen das Verständnis der Handlung.

 

Ein „Spiel der Welt“, dass die Emotionen der Zuschauer traf
Aufgewühlt und emotional berührt waren die Zuschauer – unabhängig von Herkunft und Alter übrigens. Denn bis ins hohe Alter fühlten sich Menschen angesprochen, wie mir ein Mann jenseits der Achtzig versicherte. Mit „Gegen die Wand“ erreichte die Deutsche Oper am Rhein auch in einem viel größeren Rahmen ein jugendliches Publikum, Schüler, aber auch Studenten.

In Schulen war die Thematik im Vorfeld besprochen worden, die Schüler hatten sich intensiv damit befasst. Die Ergebnisse der Schülerarbeiten und wie sehr sie sich in der Thematik selber wieder finden, kann man in einer Fotoausstellung vor dem Opernfoyer sehen.

Breakdancer der Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw, Projektchor. Foto: Hans Jörg Michel.

Breakdancer der Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw, Projektchor.
Foto: Hans Jörg Michel.

Wer eine nüchterne Präsentation von „Hochkultur“ erwartet hatte, wurde nachvollziehbar „enttäuscht“. Eine Oper spiegelt mit ihren eigenen Mitteln das Leben von Menschen: Liebe, Leidenschaften, das Leben und den Tod. Der ausgesprochene Lebenshunger Sibels und die Zerrissenheit der Charaktere auf der Suche nach sich selbst sind der Stoff für sehr emotionale Inszenierung. Die Sänger erweckten die Charaktere regelrecht zum Leben: Heute ist neben dem Gesang auch die schauspielerische Darstellung gefordert. Wer sich im Vorfeld ein bisschen inhaltlich mit dem Thema von „Gegen die Wand“ beschäftigt hatte, wurde mit der Umsetzung auf die Bühne nicht enttäuscht. Gestrafft in Handlung und Dialogen, reduzierte die Oper die Handlung auf wesentliche Stränge, die in sich immer noch schlüssig sind. Allerdings erleichtert es die Einordnung von Zusammenhängen ungemein, wenn man vorher den Film gesehen hat.

Disharmonien zeigen Zerrissenheit der Charaktere
Bereits 2008 war die Oper von Ludger Vollmer in Bremen uraufgeführt worden. Vollmer arbeitet mit einem eigenen Libretto (Text), welches sich sehr nah am Drehbuch orientiert. Das Theater Duisburg ist das fünfte Haus, an dem die Oper läuft. Die Duisburger Philharmoniker sitzen bei diesem Stück nicht im Orchestergraben, sondern hinter der Bühne auf einer Empore. Die Bühne ist bis zu den Zuschauerreihen gezogen, ein Steg führt mitten ins Publikum. Selten sitzt man im Parkett dermaßen dicht an der Handlung – oder sogar zuweilen mittendrin.

Günes Gürle (Cahit), Sirin Kiliç (Sibel). Foto: Hans Jörg Michel.

Günes Gürle (Cahit), Sirin Kiliç (Sibel).
Foto: Hans Jörg Michel.

Disharmonien in der Komposition Vollmers sind gewollt, spiegeln sie doch die innere Zerrissenheit der Charaktere wider – und von den Duisburger Philharmonikern brillant umgesetzt. Gerne arbeitet Komponist Ludger Vollmer auch orientalische Klänge und Instrumente in seine Werke ein. Die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Wen-Pin Chien integrierten hier Solisten wie Enikö Ginzery (Cymbalon), Önder Baloglu (Violine) oder Christian Dammann (Klavier, Keyboard), aber auch Taylan Acar (Kaval, Duduk, Mey und Zurna) und Gökhan Kamverdi (Saz) mit ihren türkischen Instrumenten und orientalischen Klängen. Nachdem der Chor der Deutschen Oper am Rhein wegen einer ursprünglich andere Spielzeit-Planung in Düsseldorf („Death in Venice“) im Einsatz war, übernahmen Studenten der Robert-Schumann-Hochschule zusammen mit dem Extrachor der Rheinoper diesen Part mit Bravour.

Sirin Kiliç (Sibel), Conny Thimander (Niko), Günes Gürle (Cahit), Projektchor. Foto: Hans Jörg Michel.

Sirin Kiliç (Sibel), Conny Thimander (Niko), Günes Gürle (Cahit), Projektchor. Foto: Hans Jörg Michel.

Suche nach eigenen Leben
Nach der Hochzeit stürzt Sibel sich ins Leben, in die Freiheit, die ihr im Elternhaus verwehrt war. Cahit verliebt sich allmählich doch in seine Frau, die aber mit den für ihn erwachenden Gefühlen nicht klarkommt. Als Barkeeper Niko (Conny Thimander) Cahit mit der Untreue Sibels provoziert und bis aufs Blut reizt, erschlägt dieser ihn. Hier endet der erste Akt: Schnitt. Pause.

Cahit geht ins Gefängnis. Sibel verspricht, auf ihn zu warten. Sie geht nach Istanbul, nachdem sie von ihrer Familie – zu deren Ehrenrettung – verstoßen wurde. Dort arbeitet sie zunächst bei Cousine Selma (Elisabeth Selle) im Hotel, zieht dann aber zu Hüseyin (Conny Thimander), in dessen Bar sie zu arbeiten anfängt. Sie stürzt ab mit Drogen und Alkohol, wird vergewaltigt und dann auch noch fast tot geschlagen wird. Nach einem Neuanfang kriegt sie ihr Leben in den Griff.

Jahre später: Cahit folgt Sibel nach seiner Entlassung nach Istanbul. Sie treffen sich, lieben sich. Er bittet sie, mit ihm zu kommen. Ein Happyend? Aber als er am Busbahnhof auf sie wartet, erscheint sich nicht. Er fährt allein – auf der Suche nach seinem Platz im Leben.

Günes Gürle (Cahit), Projektchor. Foto: Hans Jörg Michel.

Günes Gürle (Cahit), Projektchor. Foto: Hans Jörg Michel.

„Oper meets HipHop“ – mittendrin, statt nur dabei
Einzigartig an der Duisburger Aufführung von „Gegen die Wand“ in der Inszenierung von Gregor Horres ist die Integration von Rap und Breakdance. Die Projektgruppe „Oper meets HipHop“ des aktuellen forum nrw hatte sich intensiv mit der Oper befasst. Jugendliche und junge Erwachsene hatten in Wochenend-Workshops Rap-Gesänge erarbeitet, die Komponist Ludger Vollmer in seine Oper und in die Partitur integrierte. Neben der gekonnten Breakdance-Einlage am Anfang, die vom sachkundigen „jungen Publikum“ applaudierend gefeiert wurde, hatten vier Rapper in drei Szenen ihren Auftritt.

Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw, Sirin Kiliç (Sibel). Foto: Hans Jörg Michel.

Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw, Sirin Kiliç (Sibel). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Rap-Einlagen sind dabei keine Fremdkörper, sondern wirken integriert wie aus einem Guss. Die vier Rapper im Wechsel stellen quasi den inneren Monolog (oder eher Dialog) dar, der in den Charakteren abläuft. In wenigen präzisen Worten bringen sie die Probleme und Konflikte auf den Punkt: „Warum ich?“, „Was ist Liebe?“ oder „Angst vor Schmerz“ waren die Themen, die die jungen Rapper angesprochen hatten, als sie sich in Workshops mit der Handlung befasst hatten. Themen, die sie bewegen, musikalisch eingebettet in die Orchestermusik.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Rap-Songs:




Und ein Teaser der Deutschen Oper am Rhein:

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sonntag | 22. Juni 2014 | 15:00 Uhr,
Mittwoch | 25. Juni 2014 | 19:30 Uhr und
Sonntag | 29. Juni 2014 | 18:30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

 

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Schüler-Fotoausstellung rahmt die Premiere von „Gegen die Wand“ im Theater Duisburg ein

Am heutigen Freitag, 20. Juni, um 19.30 Uhr, feiert Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“ Premiere im Theater Duisburg. Schüler der Duisburger Realschule Fahrn und der Gesamtschule Emschertal beschäftigten sich in einem mehrwöchigen Projekt unter Anleitung der Musiktheaterpädagogin Maike Fölling und mit Unterstützung der Duisburger HeRoes mit den Themen der Oper. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden als Fotostories im Foyer des Theaters Duisburg vorgestellt. Als Besonderheit der Neuproduktion von „Gegen die Wand“ an der Deutschen Oper am Rhein bringen Rapper und Breakdancer der Gruppe „Oper meets HipHop“ drei selbst erarbeitete Rap-Songs ein, die in die Oper integriert werden.

Michail Milanov (Yunus Güner), Sirin Kiliç (Sibel), Chor, Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw. FOTO: Hans Jörg Michel.

Michail Milanov (Yunus Güner), Sirin Kiliç (Sibel), Chor, Projektgruppe „Oper meets HipHop“ / aktuelles forum nrw. FOTO: Hans Jörg Michel.

Über 50 Duisburger Schüler der Jahrgangsstufe 9 beschäftigten sich in den vergangenen Wochen intensiv mit Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“. Von März bis Juni widmeten sie sich den Themen der deutsch-türkischen Oper und diskutierten darüber, welche Konflikte im Kontext von sogenannten Ehrenkulturen entstehen können. Die Schüler der Duisburger Realschule Fahrn und der Gesamtschule Emschertal entwickelten dazu eigene Spielszenen und wählten Orte im Duisburger Stadtgebiet, an denen sie diese Szenen unter professioneller Anleitung von Frank Heller fotografierten. In der Ausstellung, die im Foyer des Theaters Duisburg präsentiert wird, sind ausgewählte Ergebnisse dieses vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein ermöglichten Schülerprojekts zu sehen, das als Kooperation mit den beiden Schulen und der Duisburger HeRoes realisiert wurde.

Eine Besonderheit der Neuproduktion von „Gegen die Wand“ an der Deutschen Oper am Rhein ist die Mitwirkung von jungen Rappern und Breakdancern aus Duisburg, Essen und Oberhausen. Ihr Engagement gehört zum Projekt „Oper meets HipHop“ des aktuellen forums nrw e.V., das vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Aus der Beschäftigung der jungen Künstler mit der Oper „Gegen die Wand“ sind drei Rap-Songs und verschiedene Breakdance-Einlagen hervorgegangen, die in die Oper integriert werden. Das ungewöhnliche Crossover mit den Duisburger Philharmonikern ist in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Ludger Vollmer, dem Dirigenten Wen-Pin Chien und dem Regisseur Gregor Horres entstanden.

Vollmers Oper nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin wurde 2008 in Bremen uraufgeführt und kommt nun in der Inszenierung von Gregor Horres auf die Duisburger Bühne. Es ist die erste Oper in deutscher und türkischer Sprache, die neben klassischen Orchesterinstrumenten auch traditionelle türkische Instrumente wie Kaval und Saz verwendet und daraus eine energiegeladene und gefühlvolle Klangsprache gewinnt.

Sirin Kiliç (Sibel), Günes Gürle (Cahit). FOTO: Hans Jörg Michel.

Sirin Kiliç (Sibel), Günes Gürle (Cahit). FOTO: Hans Jörg Michel.

In den beiden Hauptrollen sind Günes Gürle als Cahit und Şirin Kiliç als Sibel zu erleben, Michail Milanov ist Yunus Güner, Felix Rathgeber ist Dr. Schiller, Sarah Ferede ist Birsen Güner. Tansel Akzeybek ist als Yilmaz Güner zu erleben, Conny Thimander alternierend als Niko und als Hüseyin Elisabeth Selle ist Selma, Melih Tepretmez ist der Bandsänger, Ömer Temizel der Kellner. Die Tanzperformer David Laera und Caterina Mascia, Rapper und Breakdancer der Projektgruppe „Oper meets HipHop“ und der Chor aus Studenten der Robert Schumann Musikhochschule komplettieren die Besetzung.

Der Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein e.V. fördert „Gegen die Wand“ in besonderem Maße. Ermöglicht wurde dies durch die großzügigen Zuwendungen der Commerzbank-Stiftung und der Ralf und Uschi Kutscheit Stiftung.

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„Gegen die Wand“ im Theater Duisburg:
Fr 20.06. 19.30 Uhr | So 22.06. 15.00 Uhr | Mi 25.06. 19.30 Uhr
So 29.06. 18.30 Uhr | So 21.09. 18.30 Uhr | So 05.10. 18.30 Uhr | So 12.10. 18.30 Uhr

Siehe auch:
Oper meets HipHop: Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“ mit Rap und Breakdance

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Juwel im Innenhafen: Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM)

Vielfalt deutscher Nachkriegskunst – präsentiert in einem interessanten Bauwerk

Museum Küppersmühle im InnenhafenDeutsche Nachkriegskunst hat viele Facetten und Stilrichtungen, erstreckt sie sich doch von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Das Repertoire umfasst Malerei und Fotografie, aber auch Skulpturen. Unterschiedliche Gestaltungstechniken runden den Variantenreichtum ab. Manches ist eher abstrakt, anderes gegenständlich. Die vielfältige Sammlung vereint Werke von Georg Baselitz, Hanne Darboven, K.O. Götz, Candida Höfer, Gerhard Hoehme, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Bernard Schultze, Fred Thieler und Rosemarie Trockel. Viele der Künstler gehören auch international zu den wichtigsten Vertretern moderner Kunst. Werke eines jeden Künstlers sind räumlich zusammengefasst und umfassen meist mehrere Schaffensphasen, so dass Entwicklungen erkennbar werden. Man muss weder der große Kunstkenner sein noch ein ausgesprochener Kunstliebhaber. Wer offen ist für schöne Dinge, für außergewöhnliche Dinge und begierig in eine andere Welt eintaucht, ist hier genau richtig.

mkm-logoDas 1999 eröffnete Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen beherbergt eine der umfangreichsten Sammlungen von deutscher Nachkriegskunst. Zugleich ist es eines der größten deutschen Privatmuseen. Die etwa 800 Werke des Duisburger Kunstsammlers Hans Grothe sind hier 2005 vereint worden mit der ähnlich großen Sammlung des Darmstädter Sammlerehepaars Sylvia und Ulrich Ströher. Die Sammlung ist allerdings nicht vollständig zu sehen, da ein avisierter Erweiterungsbau noch auf sich warten lässt. Finanziert wird das Museum Küppersmühle in erster Linie aus Geldern der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. in Bonn sowie aus Sponsorengeldern von Industrieunternehmen und Stiftungen aus der Region.

Kunstgenuss im Industriedenkmal
Museum Küppersmühle im InnenhafenDas Gebäude des Museums Küppersmühle wurde 1908 als siebenstöckiger Bau mit drei Flügeln errichtet. 1912 erweiterte man den Komplex um einen Anbau für Kesselhaus und Schornstsein auf der einen Seite, 1934 um die Silos auf der anderen Seite. 1972 wurde die Mühle, die erst 1969 durch die Fusion mit den Küpperswerken in Homberg ihren heutigen Namen erhielt, stillgelegt. Als der Gebäudekomplex in den Neunziger Jahren im Zuge der Wiederbelebung des Innenhafens zum Museum ausgebaut wurde, entkernte man ihn. Für die Innengestaltung zeichneten die Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron verantwortlich. „Kunst muss atmen können“, erklärte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling bei der Führung durch das heute dreistöckige Gebäude die hohen Stockwerke.

Das Kunst-U-Boot aus dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 von Andreas M. Kaufmann und Hans Ulrich Reck liegt im Hafenbecken an der Küppersmühle vor Anker.

Das Kunst-U-Boot aus dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 von Andreas M. Kaufmann und Hans Ulrich Reck liegt im Hafenbecken an der Küppersmühle vor Anker.

Rund 3.600 Quadratmeter Ausstellungsflächen stehen zur Verfügung. Die beiden oberen Stockwerke sind den Sammlungen Grothe und Ströher vorbehalten, im Erdgeschoss finden regelmäßig drei bis vier Mal im Jahr Sonderausstellungen statt. Gerade zu Ende gegangen ist die Schau von großformatigen Werken von K. O. Götz zu seinem 100-jährigen Geburtstag. Ab 4. Juli 2014 werden Werke von Willi Baumeister zu sehen sein, einem der bedeutendsten Vertretern der abstrakten Malerei. Zu den Ausstellungsstücken der ständigen Sammlung gehört seit dem letzten Jahr außerdem das Kunst-U-Boot aus dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 von Andreas M. Kaufmann und Hans Ulrich Reck. Es liegt im Hafenbecken an der Küppersmühle vor Anker.

Wo früher der Brotkorb des Ruhrgebiets hing …
Museum Küppersmühle im InnenhafenBis in die 1960er Jahre war der Duisburger Innenhafen der Brotkorb des Ruhrgebiets: mit Kornmühlen und Speichergebäuden. Bis Ende der 1980er Jahre war er zu einer Industriebrache verkommen. Gebäude verfielen, verrotteten. Nur einer Bürgerinitiative war es beispielsweise zu verdanken, dass die Küppersmühle, marode wie sie damals war, nicht abgerissen wurde. Anfang der Neunziger Jahre gab es erste Pläne (Masterplan von Foster + Partners, London, 1990), dieses Areal städtebaulich aufzuwerten, einen Zugang von der Innenstadt zum Wasser zu schaffen und einen wirtschaftlichen Strukturwandel zu vollziehen. Alte Speicher- und Mühlengebäude wurden teils restauriert, Lager- und Gewerbehallen sowie Werkstätten abgerissen. Neue Bürogebäude entstanden. Museen und Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und Büros bestimmen heute das Bild im Innenhafen: Der Portsmouth-Damm trennt den hinteren (östlichen) Teil des Innenhafens, an dessen Ende die Küppersmühle liegt, vom „fließenden“ Gewässer des westlichen Innenhafens mit der Marina und dem Steiger Schwanentor ab. Der anschließende Außenhafen wird noch wirtschaftlich genutzt und stellt die Verbindung zum Rhein dar.

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Donnerstags für Duisburger freier Eintritt
Museum Küppersmühle im InnenhafenDas Museum Küppersmühle findet man am Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Premiere der Deutschen Oper am Rhein am 4. Juli: Benjamin Brittens „Death in Venice“ im Theater Duisburg

Benjamin Brittens letztes großes Werk, „Death in Venice“ feiert am Freitag, 4. Juli, um 19.30 Uhr Premiere im Duisburger Spielhaus der Deutschen Oper am Rhein. Regie führt Immo Karaman, der damit seine vierte Britten-Inszenierung für Düsseldorf und Duisburg vorstellt.

Die letzte Oper des britischen Komponisten gilt als sein Schlüssel- und Alterswerk und bildet damit einen spannenden Abschluss des Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein. Wie zuvor bei „Peter Grimes“, „Billy Budd“ und „The Turn of the Screw“, führt bei „Death in Venice“ Immo Karaman Regie und verleiht im Team mit Bühnenbildner Kaspar Zwimpfer, Kostümbildnerin Nicola Reichert und dem Choreographen Fabian Posca dem Stück seine Handschrift.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). Foto: Hans Jörg Michel.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach). Foto: Hans Jörg Michel.

Für sein letztes, 1973 uraufgeführtes Opernwerk, nahm sich Benjamin Britten mit Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ ein Stück Weltliteratur vor. In seiner unverwechselbaren Klangsprache schuf er Bilder innerer Gefangenheit und brennender Sehnsucht, die sich mythenmächtig in der labyrinthischen Atmosphäre Venedigs widerspiegeln. Dem Schriftsteller Gustav von Aschenbach stellt Britten sieben Gegenspieler in einer Sänger-Gestalt gegenüber, die mal als Reisender, mal als ältlicher Geck, Gondoliere, Hotelmanager, Friseur oder Straßensänger erscheinen, um sich schließlich als Stimme des Gottes Dionysos zu entlarven. Der Knabe Tadzio, von dessen Anblick Aschenbach unerwartet vollkommen eingenommen ist, und dessen Familie werden von Tänzern interpretiert und so auf raffinierte Weise von der gesungenen Aktion getrennt. Mit einer äußerst feinsinnigen Instrumentierung, in der die nur von Klavier begleiteten Selbstgespräche Aschenbachs in starkem Kontrast zu den lyrischen Ausbrüchen des Orchesters stehen, findet Britten in seiner letzten Oper zu einer bewegenden Ausdruckstiefe.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach), Peter Savidge (Der Reisende). Foto: Hans Jörg Michel.

Raymond Very (Gustav von Aschenbach), Peter Savidge (Der Reisende). Foto: Hans Jörg Michel.

In der Rolle des Gustav von Aschenbach gibt es ein Wiedersehen mit dem amerikanischen Tenor Raymond Very, der an der Deutschen Oper am Rhein bereits als Captain Vere in Brittens „Billy Budd“ und in der Titelpartie von Zemlinskys „Der Zwerg“ begeisterte. Peter Savidge ist als der Reisende zu erleben, der Altus Yosemeh Adjei übernimmt die Stimme Apollos. In weiteren Partien stehen die Ensemblemitglieder Florian Simson, Attila Fodre, Torben Jürgens, Alma Sadé, Cornel Frey, das Opernstudiomitglied Hagar Sharvit sowie Mitglieder des Chores auf der Bühne. Die Besetzung wird komplettiert durch zahlreiche Gasttänzer, darunter Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin für die mit Knaben besetzten Partien Tadzio und Jaschiu. Unter der Leitung von Kapellmeister Lukas Beikircher sind der Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker zu erleben.

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Nur zwei Aufführungen von „Death in Venice“ stehen im Theater Duisburg auf dem Programm:
Freitag, 4. Juli 2014, um 19.30 Uhr sowie
Sonntag, 6. Juli 2014, um 18.30 Uhr.
Dauer ca. drei Stunden (inklusive Pause).

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten für die Premiere zwischen 18,10 und 62,80 Euro, sonst 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

 

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Ballett am Rhein: b.09 – „Ein Deutsches Requiem“ noch zweimal im Theater Duisburg

Martin Schläpfers gefeiertes Ballett aus dem Jahr 2011 vereint alle Ensembles der Deutschen Oper am Rhein. Am 28. Juni und 5. Juli ist b.09 die vorerst letzten beiden Male im Theater Duisburg zu erleben.

Martin Schläpfers Ballett b.09 – „Ein Deutsches Requiem“ im Theater Duisburg. Foto: Gert Weigelt.

Martin Schläpfers Ballett b.09 – „Ein Deutsches Requiem“ im Theater Duisburg. Foto: Gert Weigelt.

Martin Schläpfers Choreographie auf Johannes Brahms’ Komposition „Ein Deutsches Requiem“ ist eines seiner erfolgreichsten abendfüllenden Stücke. Anhaltende Begeisterung bei Publikum und Presse sorgten für ausverkaufte Vorstellungen. Zu überregionaler Popularität verhalfen dem Werk zudem eine aufwändige ZDF-Fernsehproduktion für den Sender 3sat sowie die Auszeichnung mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST 2012. Alle Ensembles der Deutschen Oper am Rhein sind in Schläpfers „Ein Deutsches Requiem“ vereint: rund 150 Künstlerinnen und Künstler, darunter 45 Tänzerinnen und Tänzer, Solisten, der Opernchor und die Duisburger Philharmoniker stellen eindrucksvoll die künstlerische Kraft der Deutschen Oper am Rhein unter Beweis. Während die Compagnie auf spiegelnd schwarzem Boden ein faszinierend abwechslungsreiches Bewegungs- und Ausdrucksrepertoire entfaltet, thronen Chor und Solisten in Florian Ettis Bühnenbild wie ein himmlisches Gericht über dem Geschehen. Die Solo-Gesangspartien übernehmen Sylvia Hamvasi und Richard Šveda. Am Pult der Duisburger Philharmoniker steht Kapellmeister Christoph Altstaedt.

Martin Schläpfers Ballett b.09 – „Ein Deutsches Requiem“ im Theater Duisburg. Foto: Gert Weigelt.

Martin Schläpfers Ballett b.09 – „Ein Deutsches Requiem“ im Theater Duisburg. Foto: Gert Weigelt.

Das Ballettprogramm b.09 aus Martin Schläpfers zweiter Spielzeit mit dem Ballett am Rhein ist noch am 28. Juni und zum vorerst letzten Mal am 5. Juli im Theater Duisburg zu erleben.

Unser Bericht von der Premiere im September 2012 …

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b.09 im Theater Duisburg:
Sa 28.06. 19.30 Uhr | Sa 05.07. 19.30 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, Telefon 0203 9407777 bzw. 0211 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Gert Weigelt

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Konstituierende Sitzung des Stadtrates in Duisburg

Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.

Wir alle sind Duisburg!

Mit überwältigender Mehrheit beschloss der Rat der Stadt Duisburg in seiner ersten Sitzung nach der Wahl den „Duisburger Konsens gegen Rechts: Wir alle sind Duisburg!“ (im Wortlaut hier …), auf den sich die demokratischen Parteien im Stadtrat im Vorfeld der Sitzung verständigt hatten. „Wir sind eine bunte Stadt und lösen unsere Probleme gemeinsam“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link nach der Ratssitzung. Mit diesem Konsens aller Demokraten wolle man sich gegen rechtspopulistische Parolen wehren, die die Stadt keinen Schritt weiterbrächten.

Oberbürgermeister Sören Link (SPD) führte seine neuen Stellvertreter in ihr Amt ein (hinten von links): Volker Mosblech (CDU), Erkan Kocalar (Die Linke) und Manni Osenger (SPD) vertreten ihn künftig bei repräsentativen Terminen.  Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link (SPD) führte seine neuen Stellvertreter in ihr Amt ein (hinten von links): Volker Mosblech (CDU), Erkan Kocalar (Die Linke) und Manni Osenger (SPD) vertreten ihn künftig bei repräsentativen Terminen. Foto: Petra Grünendahl.

Zur konstituierenden Sitzung hatte Oberbürgermeister Link den am 25. Mai gewählten neuen Stadtrat (Amtszeit bis 2020) eingeladen. Im Ratssaal am Burgplatz wird es eng in dieser Legislaturperiode, denn statt 72 Ratsleuten galt es – wegen der Überhangmandate – Plätze für 84 bereitzustellen. Neben dem Konsens stellte die Wahl der drei ehrenamtlichen Bürgermeister als repräsentative Stellvertreter des Oberbürgermeistern die wichtigste Entscheidung der Tagesordnung dar. Gewählt wurden Manfred Osenger (SPD) als erster Bürgermeister, Volker Mosblech als zweiter Bürgermeister (und damit als Nachfolger von Benno Lensdorf) sowie Erkan Kocalar (Die Linke) als dritter Bürgermeister.

Die nächste Sitzung des Stadtrates, die gleichzeitig Letzte vor dem Sommerferien, findet bereits am Montag, 30. Juni. statt. Die sieben neu gewählten Bezirksvertretungen treten morgen das erste Mal in dieser Wahlzeit zusammen. Ein Sitzungsplan für die zweite Jahreshälfte muss noch erstellt werden.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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duisport erhält Auszeichnung für Logistikimmobilie auf logport II

Zertifikat für Bau des Audi Logistikzentrums auf logport II / Nachhaltiges Bauprojekt mit Silber ausgezeichnet

Das silberne Zertifikat der DGNB für das Projekt „logport II Duisburg“. © duisport

Das silberne Zertifikat der DGNB für das Projekt „logport II Duisburg“. © duisport

Das Projekt „logport II Duisburg“ der duisport-Gruppe ist von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem DGNB-Zertifikat „Silber“ ausgezeichnet worden. Dieses belegt die Qualität des nachhaltigen Bauprojektes und ist nach dem Logix Award bereits die zweite Auszeichnung für die Logistikimmobilie.

duisport erhält das DGNB-Zertifikat für den Bau des Logistikzentrums für die von Audi beauftragten Automobillogistiker Schnellecke Logistics und Thimm Schertler, die für Audi das CKD-Geschäft (Completely Knocked Down) im vergangenen Juli übernommen haben.

Insgesamt umfasst der weltweit größte CKD-Standort für den Audi-Konzern auf dem 106.500 m2 großen Grundstück rund 53.000 Quadratmeter Hallenfläche. Der Logistikkomplex ist an Schiene, Straße und Wasserwege angeschlossen und verfügt über einen eigenen Inhouse-Gleisanschluss für die Anlieferung konventionell verpackter Teile per Bahn.

„Die Auszeichnung bekräftigt uns in unserem Full-Service Ansatz weiter zu arbeiten und innovative Lösungen zu entwickeln“, freut sich Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, über den Erhalt des Zertifikats.

Ausschlaggebend für das Ergebnis der Zertifizierung waren unter anderem wichtige Nachhaltigkeitsaspekte, wie die Reaktivierung einer alten Industriebrache, energiesparende Technologien sowie die trimodale Anbindung über die umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiff und Bahn. Verliehen wurde das Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Zur Förderung nachhaltigen Bauens hat die Non-Profit-Organisation ein Zertifizierungssystem zur Bewertung besonders umweltfreundlicher, ressourcensparender, wirtschaftlich effizienter und für den Nutzerkomfort optimierter Gebäude und Quartiere entwickelt – das DGNB-Zertifikat.

Die DGNB zählt rund 1.200 Mitglieder aus allen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft in Deutschland. Ein Netzwerk aus Partnerorganisationen in vielen Ländern sorgt für die internationale Adaptation und Anwendung des Zertifizierungssystems. Zu den Kriterien der Objektwertung zählen ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziostrukturelle und funktionale Qualität, technische Qualität und Prozessqualität.

– Pressemitteilung der Duisburger Hafen AG –

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Newsaktuells PR-Software Epicrelations für Werbebriefe missbraucht

uebrigens!Nachdem ich diesen Beitrag gestern schon auf meiner Webseite Die Motorjournalistin – ein Blog veröffentlicht hatte, bringe ich ihn nun heute auch auf „Duisburg am Rhein – Betrachtungen“. Obwohl diese Seite mittlerweile als Web-Publikation firmiert, bezeichne ich sie immer noch als Blog. Damit passt der Artikel auch hier sehr gut rein ….

 

Eine merkwürdige Kooperationsanfrage:
dpa-Tochter verschickt jetzt Werbebriefe

Heute Morgen überraschte mich eine eMail mit einer „Kooperationsanfrage – Sponsoren Post“ – so stand es im Betreff. Ein Herr „Vorname Nachname“ (Name von der Redaktion geändert) machte mir folgendes Angebot:

Sehr geehrte Frau Grünendahl,

gerne würde ich mich erkundigen ob Sie eine Möglichkeit zur Kooperation sehen. Wir beschäftigen uns aufgrund unserer Pr und SEO Agentur ebenfalls mit ähnlichen Ressorts wie Ihr Blog. Womöglich wäre ein Gastbeitrag denkbar oder ein Sponsoren post/ Advertorial. Gerne ist Ihnen unser Team auch bei regelmässigen Contenterstellungen behilflich. Wir produzieren auch eigene Videoproduktionen mit redaktionellem Schwerpunkt welche wir Ihnen gerne kostenlos bei einer Kooperation zur Verfügung stellen können. Einige unserer Autoren sind bereits in anderen Blogs als Gastautoren aktiv, so wie beispielsweise ich selbst in der Huffington Post Deutschland.

Sehr gerne höre ich von Ihnen, herzlichst Herr „Nachname“

„Firma Xyz“ UG (haftungsbeschränkt)
(mit allem Pipapo, was in so eine geschäftliche Mail halt reingehört,
inklusive Geschäftsführer, Handelsregister- und Steuernummer.)

Erst stieß mir die – zurückhaltend formuliert – sprachliche Unzulänglichkeit dieser Mail böse auf (Originalschreiben, bis auf die Absendersignatur ist nichts geändert). Dann die ganz offensichtliche Ahnungslosigkeit des Absenders: Man habe sich „meinen Blog“ angesehen (bitte welchen denn?) und würde sich mit „ähnlichen Ressorts“ (und wieder keine Details!) beschäftigen. Solch ein dilettantisches „Angebot“ schreit eigentlich danach, gar nicht erst beantwortet zu werden.

Nachdem ich dann aber später im Quelltext der eMail auf „News aktuell“ (eine Tochterfirma der dpa Deutsche Presse-Agentur) und auf „Epicrelations“ (deren PR-Software) gestoßen war, sah die Sache doch ganz anders aus. Mit dieser Mail wollte ich mich doch noch einmal befassen. Und als Journalistin habe ich hier mit meiner Webseite Die Motorjournalistin – ein Blog doch genau die richtige Plattform.

Dass man mittlerweile auch Pressemeldungen per eMail mit Anreden personalisieren kann, ist kein Geheimnis. Denn dieses „Kooperationsangebot“ ist nichts anderes als eine unpersönliche Massenmail, die über eine Software für Pressemeldungen versandt worden ist. Die persönliche Anrede gaukelt eine Individualität vor, die schon der Text der Nachricht Lügen straft. Und man muss sich doch fragen, ob die angeschriebenen „Blogger“ der Verwendung ihrer Daten durch News aktuell überhaupt zugestimmt haben. Und das wie in diesem Fall zu Werbezwecken! Zumal hier auch Journalisten als „Blogger“ kategorisiert und angeschrieben werden, nur weil sie neben anderen Veröffentlichungen auch einen (oder mehrere) Blogs betreiben.

Um hier mal Klartext (oder doch Klar-Text?) zu reden: Wenn der Empfänger ein bisschen genauer hinguckt, sieht er, was das für ein Angebot ist. Und der angebotene „Content“ ist nichts anderes als vom Auftraggeber bezahlte Werbung. Es kassiert nur nicht derjenige, der die Texte veröffentlicht, sondern die „Agentur“, die diese Texte Bloggern (oder Journalisten) unterjubelt. Wer als Journalist oder auch als Blogger ernst genommen werden will, kann sich solche Angebote nicht leisten!

Nachtrag: Solche Werbeaussendungen können nicht nur über die dpa-Tochter News aktuell bzw. Epicrelations kommen, sondern auch über Cision, Gorkana, Zimpel, DWPub etc. Auch die sammeln Daten von Journalisten und verkaufen sie … (https://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/journalistendatenbanken-ich-weiss-was-du-letzten-sommer-getan-hast.html)

© 2014 Petra Grünendahl

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Oper meets HipHop: Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“ mit Rap und Breakdance

Grenzen überschreiten, um Generationen zu verbinden
Die Identitätsfindung im Balanceakt zwischen zwei gegensätzlichen Kulturen ist ein eher modernes Thema. In seinem Film „Gegen die Wand“ hat der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin mit Sibel und Cahit dieser „gebrochenen“ Identität Leben eingehaucht. Ludger Vollmer, Komponist, Musiker und Musikpädagoge, hatte sich des Stoffes angenommen und ihn in eine klassisch-orientalische Oper in deutscher und türkischer Sprache gegossen, die 2008 in Bremen uraufgeführt wurde.

Stellten das Projekt Oper meets HipHop für die Oper „Gegen die Wand“ vor (v. l.): Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Malte Brandau und Daniel Möcklinghoff (beide aktuelles forum nrw), Komponist Ludger Vollmer, Hella Bartnig, Chefdramaturgin der Deutschen Oper am Rhein, und Hans Frey, Vorsitzender vom aktuellen forum nrw. Foto: Petra Grünendahl.

Stellten das Projekt Oper meets HipHop für die Oper „Gegen die Wand“ vor (v. l.): Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Malte Brandau und Daniel Möcklinghoff (beide aktuelles forum nrw), Komponist Ludger Vollmer, Hella Bartnig, Chefdramaturgin der Deutschen Oper am Rhein, und Hans Frey, Vorsitzender vom aktuellen forum nrw.
Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Neuinszenierung von Gregor Horres feiert Ludger Vollmers Oper “Gegen die Wand” am Freitag, 20. Juni, im Theater Duisburg seine Premiere. Durch die Einbeziehung von traditionellen türkischen Instrumenten wie Kaval und Saz ist Vollmers Oper nach dem vielfach preisgekrönten Film von Fatih Akin schon in ihrem Ursprung nicht in der klassischen Klangsprache gehalten. Mit dem Projekt „Oper meets HipHop“ geht die Deutsche Oper am Rhein hier allerdings noch einen Schritt weiter. Rap und Breakdance „trafen“ nicht nur auf die klassische Oper, sondern integrierten sich und ihre Akteure in die Aufführung.

Der Verein aktuelles forum nrw will mit Workshops im Projekt „Oper meets HipHop“ jungen Menschen Berührungsängste mit dem Thema Oper nehmen. „Wir wollen Jugendliche an den institutionellen kulturellen Sektor heranführen“, erklärte Vereinsvorsitzender Hans Frey. Das reicht von der politischen und kulturellen Beschäftigung mit dem Inhalt der Opernaufführung bis hin zu einem eigenen künstlerisch-kreativen Beitrag, der öffentlich präsentiert wird. In vier Wochenend-Workshops setzten sich die jungen Leute mit den Inhalten der Oper – Herkunft und zerrissene Identität, Liebe, warum soll ich helfen, Angst vor Schmerzen – auseinander. Drei Rap-Songs gingen aus dieser Arbeit hervor, die Ludger Vollmer dann in seine Partitur eingearbeitet hat. Damit spielen die Duisburger Philharmoniker durchgehend die gesamte Oper. Die „Beats“ zu Rap und Breakdance, die die zehn Akteure des Projekts auf der Bühne in die Oper integriert aufführen, sind also nicht elektronisch, sondern ganz klassisch Orchestermusik, allerdings dann mit entsprechendem Rhythmus. Man darf gespannt sein!

Zitat von Friedrich Schiller auf dem Giebel über der Säulenfront des Theaters Duisburg.

Zitat von Friedrich Schiller auf dem Giebel über der Säulenfront des Theaters Duisburg.

Oper spiegelt das Leben
„Oper sollte nicht als Museumsstück in der Vitrine stehen. Ich sehe Theater als Querschnitt der Gesellschaft: Hier werden zentrale Anliegen des Lebens erörtert“, so Komponist Vollmer. „Hier fließen auch die Erfahrungen der Jugendlichen mit ein: Das Loslösen von der Familie, den eigenen Standpunkt finden“, erklärte Daniel Möckinghoff, Bildungsreferent und Projektleiter aktuelles forum nrw. Auch Malte Brandau, der das Projekt kreativ betreut, ist von der Zusammenarbeit begeistert: „Wir konnten uns super einbringen. Es war ein Vergnügen, mit einem lebenden Komponisten zu reden.“ Zehn junge HipHopper aus Duisburg und drum herum werden mit erfahrenen Akteuren für „Gegen die Wand“ auf der Bühnen stehen. „Wir sind jetzt in der Probephase. Wir sind mitten im Stück drin“, so Brandau.

„Wir wollen den Weg weiterführen, den wir mit Kinder- und Jugendopern bislang sehr erfolgreich beschritten haben“, erklärte Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Es sei eine wichtige Aufgabe, auch die junge Generation zur Oper zu bringen. Zwischen Generationen können eine Entfremdung stattfinden. Diese Sprachlosigkeit will „Jugendopernkomponist“ Ludger Vollmer auch mit seinen Opern aufbrechen. „Wir wollen kulturelle Begegnungen zwischen Generationen und Gesellschaftsschichten schaffen“, begründete Malte Brandau sein Engagement und das seiner HipHop-Truppe.

Die Termine im Theater Duisburg:
Freitag, 20. Juni 2014, 19:30 Uhr (Premiere),
Sonntag, 22. Juni 2014, 15 Uhr,
Mittwoch, 25. Juni 2014, 19:30 Uhr,
Sonntag, 29. Juni 2014, 18:30 Uhr,
Sonntag, 21. September 2014, 18:30 Uhr,
Sonntag, 5. Oktober 2014, 18:30 Uhr und
Sonntag, 12. Oktober 2014, 18:30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer. Tickets kosten für die Premiere zwischen 18,10 und 62,80 Euro, danach 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Oper am Rhein: Richard Wagners „Lohengrin“ begeisterte im Theater Duisburg

Von der Unmöglichkeit, die Welt zu retten

Thorsten Grümbel (Heinrich der Vogler, Bildmitte), Stefan Heidemann (Friedrich von Telramund, rechts), Chor der Deutschen Oper am Rhein  Foto: Matthias Jung

Thorsten Grümbel (Heinrich der Vogler, Bildmitte), Stefan Heidemann (Friedrich von Telramund, rechts), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Matthias Jung

Friedrich von Telramund (Stefan Heidemann) klagt Elsa von Brabant (Sylvia Hamvasi) an, ihren Bruder getötet zu haben, um den Thron für sich zu beanspruchen. König Heinrich (Thorsten Grümbel) soll Recht sprechen, assistiert von seinem Heerrufer (Dmitri Vargin), und verfügt ein Gottesgericht: Ein Recke soll für Elsa, die den Vorwurf bestreitet, gegen Telramund um Leben und Tod kämpfen. Sieger werde von Gottes Gnaden der, auf dessen Seite das Rechts stünde. Elsa ruft nach dem Recken, den sie schon im Traum gesehen hatte. Ein Unbekannter (Corby Welch) erscheint, der für Elsa in den Kampf ziehen will. Sie verspricht sich ihm als Braut – und er nimmt ihr das Versprechen ab, ihn niemals nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen. Den Kampf entscheidet der Unbekannte für Elsa, Telramund wird mit Schimpf und Schande davon gejagt. Die überglückliche Elsa heiratet den Recken.

Thorsten Grümbel (Heinrich der Vogler), Corby Welch (Lohengrin), Sylvia Hamvasi (Elsa von Brabant), Dmitri Vargin (Der Heerrufer), Chor der Deutschen Oper am Rhein Foto: Matthias Jung

Thorsten Grümbel (Heinrich der Vogler), Corby Welch (Lohengrin), Sylvia Hamvasi (Elsa von Brabant), Dmitri Vargin (Der Heerrufer), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Matthias Jung

Tosende Begeisterungsstürme entfachte im Theater Duisburg die Premiere von Richard Wagners „Lohengrin“ in der Inszenierung von Sabine Hartmannshenn. Stehende Ovationen verabschiedeten die Akteure nach einem hochklassigen Opernabend von der Bühne. Die Duisburger Lohengrin-Premiere war schon die Zweite an der Deutschen Oper am Rhein war – nach Düsseldorf im Januar: Dank neuer Darsteller hatte sie aber ein ganz eigenes Flair. Corby Welch glänzte hier auch schauspielerisch als Heldentenor in einer Wagner-Oper mit einer Brillanz, als hätte er nie etwas anderes getan. Ihm zur Seite stand eine herausragende Sylvia Hamvasi als unschuldige Elsa, die schließlich doch noch Opfer der Intrigen von Telramund und seiner Frau Ortrud – hier überzeugte Heike Wessels als perfide Strippenzieherin – wird. Am Ende siegt die Intrigantin Ortrud, Telramund wird zwar von Lohengrin erschlagen, aber Elsa verliert ihren Mann, den Gralsritter, dem sie schlussendlich – die Intrigen Ortruds zeigten Wirkung – nicht vertraute. Und Brabant verliert seinen Erlöser. Lohengrin scheitert und er verschwindet. Letztendlich triumphiert nur die Intrigantin Ortrud.

Die Intrigantin triumphiert: Heike Wessels (Ortrud, hinten), Dmitri Vargin (Der Heerrufer, vorne), Chor der Deutschen Oper am Rhein Foto: Matthias Jung

Die Intrigantin triumphiert: Heike Wessels (Ortrud, hinten), Dmitri Vargin (Der Heerrufer, vorne), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Matthias Jung

Richard Wagners geniale Komposition besticht einmal mehr durch ihre Vielfalt. Von der sphärisch anmutenden Ouvertüre über das Wechselspiel von ruhigen und wuchtigen Passagen reichte die Bandbreite, denen die Sänger stimmlich mal weniger, mal mehr entgegenzusetzen hatten. Die Duisburger Philharmoniker setzten diese musikalische Vielfalt unter der Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, einfach nur genial um. Unterstützt wurden sie dabei im dritten Akt von vier Musikern aus der Trompetenklasse der Folkwang Universität Essen, die mit ihren Königstrompeten vom ersten Rang aus mit Trompetern des Orchesters im Wechsel musikalische Akzente setzten. Voluminösen Chorgesang, den Wagner in italienischen Belcanto-Opern so liebte, setzte er hier ein einziges Mal in einem eigenen Werk ein. Der stimmgewaltige Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski sowie weitere Solisten des Opern-Ensembles rundeten einen hochklassigen Operngenuss ab.

Der Retter nimmt Abschied: Sylvia Hamvasi (Elsa von Brabant), Corby Welch (Lohengrin), Chor der Deutschen Oper am Rhein Foto: Matthias Jung

Der Retter nimmt Abschied: Sylvia Hamvasi (Elsa von Brabant), Corby Welch (Lohengrin), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Matthias Jung

Regisseurin Sabine Hartmannshenn hat die Handlung, die Wagner im 10. Jahrhundert ansiedelte, als die deutschen Kleinstaaten unter Sachsenkönig Heinrich erstmals geeint wurden, in die Gegenwart versetzt. In einem palastartigen Bankgebäude verfolgen die Freien und Edlen von Brabant ihre konträren Interessen, die auch König Heinrich nicht in Einklang bringen kann: Hieraus entspringt der Wunsch nach einem Erlöser, der die Welt in Ordnung bringt. Für diese Rolle ist Lohengrin ausersehen, aber als Elsa die verbotene Frage stellt, ist seine Mission gescheitert.

In drei Akten hat Richard Wagner seine Oper angelegt, die er nicht nur komponiert, sondern auch gedichtet hat. Inklusive Pausen streckt sich der Opernabend über viereinhalb Stunden, die der Zuschauer allerdings nicht als so lang empfindet: keine Längen, die Handlung schreitet zügig voran. Das variantereiche Spiel der Akteure lässt das Publikum mitfiebern. Auch wenn die Oper in deutsche Sprache gesungen wird: Sehr hilfreich sind die Übertitel, die dem Zuschauer ermöglichen, der Handlung im Detail zu folgen. Für die Kostüme zeichnet Susana Mendoza verantwortlich. Die Bühnenarchitektur Dieter Richters setzt Volker Weinhart ins rechte, sich immer wieder wandelnde Licht.

Ein kleiner Vorgeschmack (aus der Düsseldorfer Premiere):

Von links: Stefan Heidemann (Friedrich von Telramund), Dmitri Vargin (Der Heerrufer), Corby Welch (Lohengrin), Chor der Deutschen Oper am Rhein Foto: Matthias Jung

Von links: Stefan Heidemann (Friedrich von Telramund), Dmitri Vargin (Der Heerrufer), Corby Welch (Lohengrin), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Matthias Jung

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Do | 29. Mai 2014 | 18:00 Uhr,
So | 1. Juni 2014 | 18:00 Uhr,
Mo | 9. Juni 2014 | 18:00 Uhr und
So | 15. Juni 2014 | 18:00 Uhr.
Erst im April und Mai 2015 steht Lohengrin in Duisburg dann wieder auf dem Programm.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer. Tickets kosten samstags zwischen 18,10 bis 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Matthias Jung / Deutsche Oper am Rhein

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Duisburger Stadtrat: Die Sitzverteilung

stadtrat2014-sitze

Hinweis: Die Sitzzahl wurde von 72 auf 84 aufgestockt.

Partei Kandidat Mandat
SPD Frese, Ilonka Helga Direktmandat im Wahlbezirk 1
SPD Falszewski, Benedikt Sebastian Paul Direktmandat im Wahlbezirk 2
SPD Mettler, Karl-Heinz Herbert Direktmandat im Wahlbezirk 3
SPD Metzlaff, Jennifer Direktmandat im Wahlbezirk 4
SPD Herrmann, Martina Direktmandat im Wahlbezirk 5
SPD Slykers, Manfred Direktmandat im Wahlbezirk 6
SPD Pflug, Ellen Direktmandat im Wahlbezirk 7
SPD Hajdenik, Michael Joachim Direktmandat im Wahlbezirk 8
SPD Blumenthal, Heiko Direktmandat im Wahlbezirk 9
SPD Eickmanns, Herbert Direktmandat im Wahlbezirk 10
SPD Kaiser, Manfred Peter Wilhelm Direktmandat im Wahlbezirk 11
SPD Nüse, Theodor Direktmandat im Wahlbezirk 12
SPD Wagner, Angelika Evelyn Direktmandat im Wahlbezirk 13
SPD Sagurna, Bruno Alfons Direktmandat im Wahlbezirk 14
SPD Özdemir, Merve Deniz Direktmandat im Wahlbezirk 15
SPD Vohl, Udo Direktmandat im Wahlbezirk 16
SPD Klabuhn, Edeltraud Direktmandat im Wahlbezirk 17
SPD Osenger, Manfred Ferdinand Direktmandat im Wahlbezirk 18
SPD Dellwo, Stefan Direktmandat im Wahlbezirk 19
SPD Junk, Katharina Charlotte Direktmandat im Wahlbezirk 20
SPD Stecker, Martina Direktmandat im Wahlbezirk 21
SPD Zander, Susanne Direktmandat im Wahlbezirk 22
SPD Demming-Rosenberg, Andrea Christiane Direktmandat im Wahlbezirk 23
SPD Peters, Theodor Direktmandat im Wahlbezirk 24
SPD Prüßmann, Friedrich Direktmandat im Wahlbezirk 25
SPD Patz, Elke Direktmandat im Wahlbezirk 26
SPD Friedrich, Reiner Direktmandat im Wahlbezirk 27
SPD Erdal, Ersin Direktmandat im Wahlbezirk 28
SPD Edel, Jürgen Direktmandat im Wahlbezirk 29
SPD Schütten, Rainer Direktmandat im Wahlbezirk 30
SPD Krossa, Manfred Direktmandat im Wahlbezirk 31
SPD von Häfen, Werner Gerd Direktmandat im Wahlbezirk 32
SPD Röser, Sascha Bernd Direktmandat im Wahlbezirk 33
SPD Lieske, Heinz Dieter Direktmandat im Wahlbezirk 34
SPD te Paß, Hans Jürgen Direktmandat im Wahlbezirk 36
CDU Susen, Thomas Direktmandat im Wahlbezirk 35
CDU Enzweiler, Rainer Jürgen Reservelistenplatz 1
CDU Volk-Cuypers, Sigrid Maria Reservelistenplatz 3
CDU Mosblech, Volker Peter Reservelistenplatz 4
CDU Klein, Elmar Karl-Heinz Reservelistenplatz 5
CDU Linn, Sylvia Reservelistenplatz 6
CDU Ibe, Peter Karl-Andre Reservelistenplatz 7
CDU Overdick, Karl-Wilhelm Reservelistenplatz 8
CDU Strajhar, Helga Reservelistenplatz 9
CDU Dogan, Gürsel Reservelistenplatz 10
CDU Wörmann, Josef Johannes Reservelistenplatz 11
CDU Seligmann-Pfennings, Iris Gisela Reservelistenplatz 12
CDU Griebeling, Peter Reservelistenplatz 13
CDU Keime, Peter Reservelistenplatz 14
CDU Bettges, Gertrud Reservelistenplatz 15
CDU Heidenreich, Frank Reservelistenplatz 16
CDU Brotzki, Ralf Jörg Reservelistenplatz 17
CDU Weber, Brigitte Reservelistenplatz 18
CDU Mönnicks, Klaus Hans Reservelistenplatz 19
CDU Lüger, Ulrich Reservelistenplatz 20
CDU Crookes-Dudziak, Svenja Reservelistenplatz 21
GRÜNE Leiße, Claudia Elise Reservelistenplatz 1
GRÜNE Keles, Sait Reservelistenplatz 2
GRÜNE Sirin, Nazan Reservelistenplatz 3
GRÜNE Schwemm, Gerhard Reservelistenplatz 4
GRÜNE von Spiczak-Brzezinski, Anna Reservelistenplatz 5
GRÜNE Aydin, Veli Reservelistenplatz 6
DIE LINKE Ammann-Hilberath, Martina Reservelistenplatz 1
DIE LINKE Kocalar, Erkan Reservelistenplatz 2
DIE LINKE Hornung-Jahn, Carmen Reservelistenplatz 3
DIE LINKE Demir, Binali Reservelistenplatz 4
DIE LINKE Ilhan, Dilay Reservelistenplatz 5
DIE LINKE Edis, Mirze Reservelistenplatz 6
FDP Bies, Wilhelm Fritz Reservelistenplatz 1
FDP Cerrah, Betül Reservelistenplatz 2
BL Bettermann, Peter Michael Reservelistenplatz 1
DAL Grün, Rainer Reservelistenplatz 1
SGU Hagenbuck, Karlheinz Reservelistenplatz 1
JUDU Krebs, Stephan Reservelistenplatz 1
JUDU Beltermann, Oliver Reservelistenplatz 2
PRO NRW Malonn, Mario Andre Reservelistenplatz 1
PRO NRW Rohmann, Egon Reservelistenplatz 2
PRO NRW Ingenillem, Helga Reservelistenplatz 3
PRO NRW Bißling, Wolfgang Josef Reservelistenplatz 4
NPD Händelkes, Melanie Reservelistenplatz 1
AfD Lücht, Holger Reservelistenplatz 1
AfD Imamura, Alan Daniel Reservelistenplatz 2
AfD Stöbbe, Marion Reservelistenplatz 3
PIRATEN Söntgerath, Britta Reservelistenplatz 1

Quelle: https://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/index.htm

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Wahlergebnisse zu Stadtrat, Bezirksvertretungen und Integrationsrat am 25. Mai 2014: Schnellmeldungen aus Duisburg

Stadtrat
stadtrat2014

Quelle: https://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/grafik2631.htm

Bezirksvertretungen
bezirksvertretungen2014

Quelle: https://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/grafik2531.htm

Integrationsrat
integrationsrat2014

Quelle: https://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/grafik2731.htm

2014 pet

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Europawahl am 25. Mai 2014: Schnellmeldungen aus Duisburg

europawahl2014

Quelle: https://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/grafik2831.htm

2014 pet

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