
Mit Gasbrennern wird der Heißstrang in der Stranggießanlage Beeckerwerth zu Brammen geschnitten. Ein nach der Modernisierung eingesetztes spezifisches Kühlsystem für den Heißstrang sorgt für ein noch breiteres Produktspektrum bei gesteigerter Stahlbrammenqualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.
Die Modernisierung ist mit einem Kostenaufwand von rund 90 Millionen Euro verbunden. „Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir trotz aller Bürden, die uns zum Beispiel bei den Energiepreisen auferlegt werden, weiter auf den Standort Duisburg setzen und in dessen Zukunftsfähigkeit investieren“, betont Dr. Herbert Eichelkraut, Produktions-Vorstand bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Dies ist ein wichtiges Signal für die Mitarbeiter, aber auch für unsere Kunden und Lieferanten.“
Neue Luft-Wasser-Kühlung ist zielgenauer und schonender

ThyssenKrupp Steel Europe investiert 90 Millionen Euro in die Erneuerung der Stranggießanlage in Duisburg-Beeckerwerth: Moderne Kühltechnologie verbessert Brammen-Qualität. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.
Künftig ist es möglich, einzelne Düsen an- und auszustellen, so dass beispielsweise definierte Zonen bezogen auf die Strangbreite spezifisch gekühlt werden können. „Dank dieser Zweistoffkühlung haben wir kaum noch Kantenfehler bei den Brammen“, erklärt Dr. Arnd Köfler, Leiter Rohstahl bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Gerade bei den zunehmend von unseren Kunden gewünschten hochfesteren Güten wird dadurch die Oberflächenqualität des Stahls deutlich verbessert.“
Die überarbeitete Anlage wird nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch optisch. Die farbliche Gestaltung der SGA 1 lehnt sich an den Produktionsfluss an, vergleichbar mit dem orange-roten Hochofen 8, der auch außerhalb des Werkgeländes sichtbar ein Wahrzeichen von Hamborn geworden ist. Dabei stehen neben den positiven Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre auch Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Durch die auffällig farbliche Kennzeichnung z. B. von Handläufen an Treppen wird die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter erhöht.
SGA 1 in Beeckerwerth produziert seit 40 Jahren
Die SGA 1 ist 1974 gebaut und seitdem zweimal modernisiert worden. Vor diesem Hintergrund war eine Ertüchtigung notwendig geworden. Neben diesem Aggregat gibt es noch eine zweite Stranggießanlage in Beeckerwerth sowie eine weitere im Werkteil Bruckhausen. Die Kapazität der SGA 1 liegt bei rund 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr, d. h. seit ihrer Inbetriebnahme vor 40 Jahren wurden insgesamt mehr als 80 Millionen Tonnen produziert. Daraus hätten ungefähr fast 1.100 Exemplare der Golden Gate Bridge in San Francisco gebaut werden können. An den beiden Stranggießanlagen in Beeckerwerth sind zusammen etwa 170 Mitarbeiter tätig. Produziert wird hier hochwertiges Vormaterial für spezielle Stähle vor allem für die Automobilindustrie sowie Weißblech für die Verpackungsindustrie, Festigkeitsstähle, Rohrband und Quartogrobblech.
Beim Strangguss entstehen Brammen im Endlosverfahren

Reisschalen in Säcken kommen beim Strangguss in der Verteilerrinne zum Einsatz, damit der Stahl in der Rinne die nötige Temperatur hält. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe AG.
In der Stahlproduktion werden auch Reisschalen verwendet
Wer hätte das gewusst? Bei der Stahlproduktion kommen auch Reisschalen zum Einsatz. Damit die Oberfläche des Rohstahls, der bei einer Stranggießanlage oder Gießwalzanlage in einer Rinne schwimmt, nicht zu viel seine Hitze abgibt, werfen Stahlarbeiter Säcke mit diesem Abfallprodukt aus der Lebensmittelherstellung auf die glühende Flüssigkeit. Dort lösen sich die Reisschalen rückstandsfrei auf, helfen aber die Temperatur bis zum Abfluss aus der Rinne zu halten.
– Pressemeldung und Fotos der ThyssenKrupp Steel Europe AG –
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