BI „Neuanfang Duisburg“: Bürgerbeteiligung wird missachtet

Von 566 Sparvorschlägen der Bürgerschaft kein einziger umgesetzt !!!

Die Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ hält den Ausgang der Sparrunde zum Haushaltssanierungsplan 2012 aus bürgerschaftlicher Sicht für einen Skandal: Von 566 Sparvorschlägen der Bürgerinnen und Bürger ist kein einziger umgesetzt worden. Hier von einem „Bürgerhaushalt, der noch wachsen muss“ zu sprechen, wie es OB Sören Link tat, ist blanker Hohn. „Ich sehe jetzt schon unsere Spitzenpolitiker bei der nächsten Kommunalwahl 2014, wie sie Krokodiltränen über die niedrige Wahlbeteiligung vergießen“, sagt Theo Steegmann, einer der drei Sprecher der Bürgerinitiative. „Dabei sind diese Politiker ein Teil des Problems und nicht ein Teil der Lösung in Richtung mehr bürgerschaftlicher Beteiligung. „An der selbstherrlichen Politik des Rates hat sich nichts geändert, ein politischer Neuanfang ist ausgeblieben.“

Dr. Richard Wittsiepe sieht genügend Ansätze, um die Lücke von rund 3,8 Mio Euro zu schließen: „Straffung der Strukturen der städtischen Gesellschaften, Reduzierung von Spitzengehältern, so wie ich es im OB-Wahlkampf 2012 gefordert habe. Stattdessen hat man zwei weitere Vorstandsposten in den Wirtschaftsbetrieben geschaffen und zahlte Spitzengehälter an den Gebag-Chef von 400.000 Euro im Jahr. Von den unsinnigen Prestigeprojekten wie den „Schuhkarton“ auf der Küppersmühle gar nicht zu sprechen.“

Die Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ wird ihre Aufgabe als Wächter der Politik der etablierten Ratsparteien und Sprachrohr einer kritischen Bürgerschaft weiter wahrnehmen.

Die nächste öffentliche Veranstaltung zum Thema „Bruckhausen und der Grüngürtel“ ist am Mittwoch, 12. Juni 2013, um 19 Uhr in der Alten Feuerwache, Hochfeld.

– Presseerklärung der BI „Neuanfang Duisburg“ vom 8. Mai 2013 –

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Opern-Hightlights im Festlichen Ensemble-Konzert

Stimmgewalten powern gegen ein fulminantes Orchester

Sopranistin Sylvia Hamvasi (vorne), Dirigent Wen-Pin Chien Foto: Andreas Köhring

Sopranistin Sylvia Hamvasi (vorne),
Dirigent Wen-Pin Chien
Foto: Andreas Köhring

Die erste Garnitur ihrer Ensemble-Sänger hatte die Deutsche Oper am Rhein für ihr Festliches Ensemble-Konzert aufgeboten. Die fünf Sängerinnen und vier Sänger, die hier in ihren Paraderollen glänzten, stammen alle aus Osteuropa. Dort sehe er sich immer gerne nach neuen Talenten um, wie Operndirektor Stephen Harrison, einer der beiden Moderatoren des Abends, dem Publikum verriet.

Gemeinsam mit Bernhard F. Loges moderierte Harrison das sehr gut besuchte erste Festliche Ensemble-Konzert im Theater Duisburg. Ein zweites wird es am Samstag, 11. Mai 2013, ebenfalls um 19.30 Uhr geben. Einen musikalischen Leckerbissen nach dem anderen präsentierten die Ensemble-Sänger sowie die Duisburger Philharmoniker gemeinsam auf der als Musik-Salon ausstaffierten Bühne: Gute zweieinhalb Stunden Programm mit Pause;
die im Spielplan der Oper angegebenen 19.30 bis 22 Uhr reichen dafür nicht aus.

Bariton Richard Šveda, Tenor Sergej Khomov,  Dirigent Wen-Pin Chien Foto: Andreas Köhring

Bariton Richard Šveda, Tenor Sergej Khomov,
Foto: Andreas Köhring

Glanzstücke lieferten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung des taiwanesischen Dirigenten Wen-Pin Chien über den langen Konzertabend eines nach dem anderen ab. Das musikalisch anspruchvolle Programm reichte von ruhigeren und bedächtigen Tönen über lustige oder schwungvolle Stücke bis hin zu Passagen, die wuchtig und bombastisch den Saal füllten. Aus Opern von Richard Wagner oder Giuseppe Verdi, Giacomo Puccine, Peter Tschaikowsky und anderen Komponisten gaben Sylvia Hamvasi, Brigitta Kele, Nataliya Kovalova, Katarzyna Kuncio und Iulia Elena Surdi sowie Sergej Khomov, Dmitry Lavrov, Laimonas Pautienius und Richard Sveda Highlights aus ihrem Repertoire zum Besten. Mit viel Szenenapplaus und einem nicht enden wollenden Finalapplaus wurden sie ebenso wie das brillante Orchester dafür vom Publikum gefeiert!

Solisten & Moderatoren beim Schlussapplaus Foto: Andreas Köhring

Solisten & Moderatoren beim Schlussapplaus. Foto: Andreas Köhring

Ein zweites Ensemble-Konzert …
Am Samstag, 11. Mai 2013, lädt die Deutsche Oper am Rhein um 19.30 Uhr zu einem zweiten Ensemble-Konzert ins Theater Duisburg. Dann wird Bernhard Loges die Moderation alleine übernehmen. Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 16,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Header-Foto),
Fotos: Andreas Köhring für die Deutschen Oper am Rhein

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Zugabe: Familienvorstellungen „Die Prinzessin auf der Erbse“ in beiden Theatern der Deutschen Oper am Rhein

Wegen der großen Nachfrage hat die Deutsche Oper am Rhein zwei zusätzliche Familienvorstellungen der beliebten Kinderoper „Die Prinzessin auf der Erbse“ in ihren Spielplan aufgenommen (siehe auch Bericht von der Premiere):
Für Montag, 6. Mai, 18.00 Uhr im Theater Duisburg und
Freitag, 14. Juni, 18.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf läuft der Vorverkauf.

prinzessin_ddorfDer vielstimmige Ruf nach „Zugabe“, der nach jeder Kindervorstellung durch den Zuschauerraum hallt, hat bei den Planern der Deutschen Oper am Rhein Gehör gefunden. Wegen der großen Nachfrage sind am 6. Mai im Theater Duisburg und am 14. Juni im Opernhaus Düsseldorf jeweils um 18.00 Uhr zusätzliche Familienvorstellungen der Märchenoper „Die Prinzessin auf der Erbse“ zu erleben. In der phantasievollen Inszenierung des Teams um Regisseurin Svenja Tiedt, das bereits mit Frank Schwemmers „Robin Hood“, Montsalvatges „Der gestiefelte Kater“ und Strawinskys „Die Nachtigall“ mehr als 100.000 Kinder und Erwachsene in Düsseldorf und Duisburg begeisterte, ist auch diese Märchenoper ein Vergnügen für Jung und Alt. Svenja Tiedt verlegt die Geschichte in eine goldbunte Welt zwischen Zirkus und Spieluhr, und bis sich auf der Drehbühne die Matratzen türmen und die echte Prinzessin gefunden ist, muss einiges passieren. Ein Erzähler führt unterhaltsam durch die Geschichte, so dass auch die jungen Opernbesucher (empfohlen ab 6 Jahren) der Handlung mühelos folgen können.

Tickets zum Preis von 18 Euro (Erwachsene) und 10 Euro (Kinder) gibt es in den Opernshops Duisburg (0203 / 940 77 77) und Düsseldorf (0211 / 89 25-211) und online unter https://www.operamrhein.de. Inhaber der City-PowerCard und der Duisburger oder Düsseldorfer Familienkarte erhalten im Opernshop „ihrer“ Stadt 4 Karten im Paket für nur 36 Euro.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Hans Jörg Michel für die Deutsche Oper am Rhein

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Duisburger Hafen AG: Bilanzpressekonferenz 2013

Duisport-Konzept der integrierten Logistik-Dienstleistung zahlt sich aus

“Wir bieten Mehrwert und das kommt bei unseren Kunden an“, erklärte Hafenchef Erich Staake. „Wir sind nicht nur Vermarkter von Hafenflächen oder Anbieter der Infra-/Suprastruktur, sondern überzeugen unseren Kunden mit zusätzlichen Dienstleistungen.“ Wichtige Ansiedlungen wie die des Logistikzentrums für Audi sowie die Grundsteinlegung des mittlerweile fünften Erweiterungsbaus für Yusen Logistics (NYK) sprechen für sich. Yusen Logistics hatten sich 1999 als erster Kunde im logport I (Rheinhausen) angesiedelt und betreiben heute im Duisburger Hafen ihre europäische Logistik-Drehscheibe.

Bilanzpressekonferenz 2012 der duisport-Gruppe

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG bei der Bilanzpressekonferenz 2012 (v.l.): Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Thomas Schlipköther

Steigende Umsatzzahlen und einen Gesamtumsatz von 160 Mio. Euro konnte Erich Staake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Hafen AG auf der Bilanzpressekonferenz 2012 verkünden. Eine kontinuierlich steigende Ergebnisentwicklung in den letzten 15 Jahren bestätigt Staakes Konzept, sich nicht nur als reiner Flächenvermarkter zu positionieren, sondern integrierte Logistik-Dienstleistungen anzubieten. Dieses Konzept gilt mittlerweile in der Branche als Maßstab für zukunftsfähige Entwicklung von Hafenstandorten.

„Wir erwarten weitere Umsatzsteigerungen, denn trotz der schwierigen Wirtschaftslage bleibt die Logistik eine Wachstumsbranche“, verkündete Staake. „Und wir wollen weiter über dem Durchschnitt wachsen“, gab der Hafenchef als Geschäftsziel aus und prognostizierte einen Gesamtumsatz-Schub auf 170 bis 180 Mio. Euro in 2013. Die drei Geschäftsbereiche der Duisburger Hafen AG haben sich dabei unterschiedlich entwickelt. Das umgeschlagene Gütervolumen (Geschäftsbereich Verkehr & Logistik) sank nach dem Rekord 2011 (64,1 Tonnen) leicht auf 63,3 Mio. Tonnen. Auch in den Duisburger Werkshäfen, die nicht zur duisport-Gruppe gehören, war dieses gesunken. Noch keine Auswirkungen hat der Verlust des Kontraktes eines Tochterunternehmens der Deutschen Bahn, die bis dato fast alle Kohle-Transporte über die Duisburger Häfen abgewickelt hatte. Im laufenden Jahr werden von daher ca. 1 Mio. Tonnen weniger über Duisburg verschifft.

Gut entwickelt sich der Geschäftsbereich Infra-/Suprastruktur: 300.000 Quadratmeter Hallen sind im Eigentum des Hafenbetreibers, davon sind 80 Prozent mittel- und langfristig vermietet, 20 Prozent werden selber genutzt. Auf Expansionskurs ist der Geschäftsbereich Verpackungslogistik. Tochterunternehmen dpl duisport packaging logistics hat seit dem letzten Jahr eine neue Tochtergesellschaft in Indien: „Logistik ist ein globales Geschäft. Wir müssen dort hingehen, wo unsere Kunden sind und wo künftige Entwicklungen stattfinden“, begründete Staake die neue internationale Erweiterung.

Der Duisburger Hafen setzt dabei auf den Kombinierten Verkehr als intermodale Drehscheibe – Nicht-Logistiker würden sagen: die Verzahnung der Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße für den Transport von Waren. „Die Logistik bietet positive Entwicklungspotenziale für das gesamte Ruhrgebiet“, meinte Staake, der Flächen für logistische Nutzung mittlerweile jenseits des Duisburger Hafengebietes suchen muss. Aktuell entwickeln die Duisburger Areale in Kamp-Lintfort und Oberhausen und schließen sie an die großen Verkehrsnetze an: „Wir werden in den nächsten Jahren noch einmal 100 Mio. Euro investieren“, kündigte Staake an. Mit dieser Weichenstellung auf Wachstum wird die Logistik in der Region auch weiterhin zukunftsfähig aufgestellt sein!

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Donnerstag, 25. April: Festliches Ensemble-Konzert verspricht Highlights aus dem Opern-Repertoire

Ein Fest des Gesanges mit den exzellenten Solistinnen und Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein am 25. April und 11. Mai, um 19.30 Uhr, im Theater Duisburg.

Mit 55 Ensemblemitgliedern hat die Deutsche Oper am Rhein eins der größten Ensembles der Welt und kann nahezu alle wichtigen Partien des Opernrepertoires aus eigenen Reihen besetzen. Zahlreiche Solistinnen und Solisten gastieren an großen Opernhäusern in der ganzen Welt und kehren dennoch immer wieder in ihr Stammhaus am Rhein zurück, wo ihre Karriere den Ausgangspunkt nahm und in dem sie sich stets neue Partien erarbeiten.

An zwei festlichen Gala-Abenden am 25. April und am 11. Mai, um 19.30 Uhr, im Theater Duisburg, bietet sich nun die Gelegenheit, viele der wunderbaren Sängerinnen und Sänger der Deutschen Oper am Rhein in einem festlichen Konzert mit ihren Paraderollen zu erleben und sich von ihren Stimmen und ihrer Bühnenpräsenz bezaubern zu lassen.

Begleitet von den Duisburger Philharmonikern, präsentieren Sylvia Hamvasi, Nataliya Kovalova, Katarzyna Kuncio, Brigitta Kele, Iulia Elena Surdu, Sergej Khomov, Dmitry Lavrov, Laimonas Pautienius und Richard Šveda unter der Leitung von Wen-Pin Chien Arien aus Opern-Klassikern. Unter anderem werden gegeben: Szenen und Arien aus „Lohengrin“, „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“, sowie aus „Don Carlo“, „Werther“ und „Eugen Onegin“. Die Moderation des ersten Konzerts übernehmen Operndirektor Stephen Harrison und Dramaturg Bernhard F. Loges, das zweite Konzert moderiert Bernhard F. Loges.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 16,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

– Nach der Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein

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Pfarrer Jürgen Widera wird Ombudsmann der Stadt Duisburg für Loveparade 2010

Unabhängiger Ansprechpartner für Opfer und Angehörige

“Ich bleibe persönlich in Kontakt mit den Betroffenen, dies ist mir sehr wichtig“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link, als er den neuen Ombudsmann der Stadt Duisburg vorstellte, der den Betroffenen des Unglücks der Loveparade 2010 als unparteiischer Vermittler zur Seite steht zum Beispiel bei Gesprächen mit der Stadt, mit Ämtern oder Versicherungen.

Pressekonferenz: Vorstellung des neuen Ombudsmannes der Stadt Duisburg für die Betroffenen der Loveparade 2010Den Rheinhauser Pfarrer Jürgen Widera stellte Sören Link auf einer Pressekonferenz als neuen Ombudsmann der Stadt Duisburg vor. Als „Industriepfarrer“ hatte er sich schon vor über 25 Jahren eingesetzt für die streikenden Stahlarbeiter in Rheinhausen. Mit dem KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt) mischt er sich ein,, wo Kirche den „kleinen Leuten“ helfen kann. Vor diesem Hintergrund war er schon vor Monaten Sören Links erste Wahl für den ehrenamtlichen Posten. „Dass er dann aus dem Kreis der Betroffenen für dieses Ehrenamt vorgeschlagen wurde, erleichterte mir, ihn darauf anzusprechen“, so Link.

Schon 2010 habe es bei der Stadt einen Loveparade-Beauftragten gegeben (zusätzlich zu Wolfgang Riotte in Diensten des Landes NRW): German Bensch, der diese Position bis zu Sören Links Amtsantritt inne hatte, war aber ein Bediensteter der Stadt und von daher nicht so unparteiisch und neutral, wie ihn sich Betroffene gewünscht hätten. Dies wird mit Jürgen Widera nun anders, denn er übt dieses Amt ehrenamtlich neben seinem Hauptberuf als Pfarrer aus. Sören Link drückte Bensch noch einmal seinen Dank für die geleistete Arbeit aus, die er geräuschlos und mit Feingefühl geleistet habe.

Ein angemessener, verantwortungsvoller Umgang mit der Tragödie sei nötig, neutral und objektiv. Der neue Ombudsmann solle die Interessen der Betroffenen in die Verwaltung tragen, so sein Anliegen: „ich bin dankbar, dass Widera sich bereit erklärt hat, die Aufgabe zu übernehmen!“ Kontaktmöglichkeiten zu Jürgen Widera, der den Schwerpunkt seiner Arbeit in der seelsorgerischen Tätigkeit sieht, aber auch praktische Hilfen darüber hinaus geben will, sind bereits auf den Internet-Seiten der Stadt Duisburg eingebunden: https://www.duisburg.de/micro2/ombudsmann_lopa/. Telefonisch ist er zu erreichen unter 0203 / 283-4403, per eMail unter ombudsmann.lopa@stadt-duisburg.de. Auch wenn er im Auftrag der Stadt handelt, vertritt er in erster Linie die Interessen der Betroffenen: „Wir wollen Brücken bauen für Menschen, die noch lange Probleme haben werden.“

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Donnerstag, 18. April: Benjamin Brittens Kinderoper „Arche Noah“ feiert Premiere im Theater Duisburg

Benjamin Brittens Kinderoper feiert mit dem Kinderchor am Rhein am Donnerstag, 18. April, um 18 Uhr Premiere auf der großen Bühne im Theater am König-Heinrich-Platz

archenoah_03Bunt und lebhaft geht es auf der Bühne im Theater Duisburg zu, wenn am 18. April Elefanten, Füchse, Enten, Tiger und noch viele andere Tiere paarweise Platz auf Noahs Arche finden, um die von Gott angekündigte Sintflut sicher zu überstehen. Junge Sängerinnen und Sänger aus dem Kinderchor am Rhein und aus dem Unterstufenchor der Liebfrauenschule Ratingen stecken unter den vom Kunst- und Textilkurs der Liebfrauenschule gestalteten Masken und in phantasievollen Kostümen von Alice Nierentz. Sie alle haben in wochenlanger Probenarbeit mit Dirigentin und Chorleiterin Karoline Philippi und Regisseur Volker Böhm das Musikspiel einstudiert, das Benjamin Britten 1958 für einen Kirchenraum komponierte. Als Beitrag zum 100. Geburtstag des Komponisten bringt die Deutsche Oper am Rhein seine „Arche Noah“ nun auf die große Bühne im Theater Duisburg. Unterstützt werden die Kinder und Jugendlichen aus den Chören von Ensemblemitgliedern und den Duisburger Philharmonikern. Das Publikum sitzt ganz nah am Geschehen mit auf der Bühne.

Noah: Bruno Balmelli, Noahs Frau: Katarzyna Kuncio,
Stimme Gottes: Peter Nikolaus Kante
Chor: Kinderchor am Rhein, Unterstufenchor der Liebfrauenschule Ratingen
Orchester: Duisburger Philharmoniker

Vorstellungen im Theater Duisburg
Do 18.04. 18:00 Uhr
So 23.06. 15:00 Uhr
So 23.06. 18:00 Uhr
Fr 05.07. 18:00 Uhr
Sa 28.09. 18:00 Uhr
So 06.10. 11:00 Uhr
So 06.10. 15:00 Uhr

Infos und Karten
Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, und
Opernshop Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, www.operamrhein.de.
Arrangements für Gruppen und Schulklassen: Telefon 0211 / 8925328.
Lehrermappen & Workshops: Junges Publikum, Telefon 0211 / 8925457.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein, Fotos: Frank Heller –

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Duisburg: Zusteller der Deutschen Post AG verweigert ordnungsgemäße Zustellung

benachrichtigung20130412Seit Anfang April werden Briefsendungen der Deutshen Post in unserem Haus nicht mehr ordnungsgemäß (will heißen: in den Briefkasten) zustellt. Nach einer Beschwerde verweigert der Zusteller nun die Zustellung völlig. Zwei Benachrichtigungen „Ihre Sendung konnte nicht zugestellt werden“, die zum Abholen der Post in Neudorf an der Kommandantenstraße auffordern, fand ich im Hausflur rumliegen. Diese dokumentieren seinen Unwillen eindrucksvoll!

Auf die erneute (genauer gesagt: die zweite UND dritte) Reklamation und die in beiden Reklamationen geäußerte Bitte, die Post erneut zuzustellen – schließlich sei die Nichtzustellung ja vom Zusteller mutwillig verursacht – traf nun folgende eMail vom Kundenservice BRIEF der Deutschen Post AG bei mir ein:

Ihre Nachricht vom 13.04.2013 – Anliegennummer: 2013/xx-xxxxxxx

Sehr geehrte Frau G.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wie Sie uns mitteilen, hat unser Zusteller eine Benachrichtigung bei Ihnen hinterlassen, ohne vorher einen Zustellversuch unternommen zu haben. Ihre Verärgerung hierüber verstehen wir natürlich gut. Bitte entschuldigen Sie die Ihnen dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten.

Selbstverständlich haben wir die zuständige Betriebsleitung über die mangelhafte Arbeit unseres Mitarbeiters informiert. Sie können sicher sein, dass dort alles Notwendige veranlasst wird, um künftig eine einwandfreie Auslieferung Ihrer Briefpost sicherzustellen. Eine nochmalige Zustellung Ihrer Sendung können wir aus betrieblichen Gründen jedoch leider nicht veranlassen. Hierfür bitten wir Sie um Verständnis.

Wir freuen uns, wenn wir Sie bald wieder von den Leistungen unseres Unternehmens überzeugen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kundenservice BRIEF

Deutsche Post AG
Kundenservice BRIEF
53247 Bonn
Deutschland
http://www.deutschepost.de

Deutsche Post DHL – The Mail & Logistics Group
Deutsche Post AG; Sitz Bonn; Registergericht Bonn; HRB 6792

——————————————————————————————————–

benachrichtigung20130413
Die Deutsche Post AG erwartet jetzt ernsthaft, dass der um seine Post betrogene Kunde die vom Beförderungsunternehmen schuldhaft nicht zugestellte Post (eine Dienstleistung, für die die Deutsche Post die volle Bezahlung verlangt hat), jetzt auf eigene Kosten an der Kommandantenstraße in Neudorf abholt.

Das ist an Unverfrorenheit ja wohl kaum zu überbieten!
So ein Sch***laden!

© 2012 Petra Grünendahl

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Igor Strawinskys Oper „The Rake’s Progress“ feierte ihre Duisburger Premiere

Vom „Werdegang eines Wüstlings“ über Ruhm und Reichtum in den Wahnsinn

Von links: Günes Gürle (als Vater Trulove),  Anke Krabbe (als Anne Trulove),  Jussi Myllys (als Tom Rakewell) Foto: Hans Jörg Michel

Von links: Günes Gürle (als Vater Trulove),
Anke Krabbe (als Anne Trulove),
Jussi Myllys (als Tom Rakewell)
Foto: Hans Jörg Michel

Die Veranda von Annes Elternhaus, die nur einen kleine Teil der Bühne einnimmt, spiegelt die Kleinbürgerlichkeit dieser Welt im amerikanischen Mittelwesten, in der Hauptperson Tom Rakewell (Jussi Myllys) und seine Jugendliebe Anne Truelove (Anke Krabbe) zu Hause sind. Das Angebot von Annes Vater, in der Bank eines Freundes anzufangen, will sich der junge Mann erst überlegen. … als ein Mann (James Bobby) die Bühne betritt, dessen Name, Nick Shadow, seine Zwielichtigkeit ebenso andeutet wie Annes (Truelove) die „wahre Liebe“.

Marta Márquez (als Baba the Turk) und Jussi Myllys (als Tom Rakewell) Foto: Hans Jörg Michel

Marta Márquez (als Baba the Turk) und
Jussi Myllys (als Tom Rakewell)
Foto: Hans Jörg Michel

Tom fühlt sich zu Höherem ausersehen, will reich werden. Tom will mehr als das kleinbürgerliche Leben in der kleinen Stadt, auch wenn er seine Anne über alles liebt. Nicks Botschaft vom Erbe des fremden Onkels in London ist die Antwort auf Toms Wunsch. Nick nimmt also Tom, der seine geliebte Anne zurück lässt, als seinen Herren mit nach London. Seinen Lohn als Diener will er erst später einfordern. In London führt Nick Tom in das ausschweifende Leben und sinnliche Vergnügungen ein, während Anne zu Hause auf seine Rückkehr wartet. Tom heiratet aus Geltungssucht und Berechnung die skurrile Diva „Baba the Turk“ und lässt sich von Nick in einen Betrug verwickeln. Er verliert alles. Und dann fordert Nick Shadow seinen Lohn: Toms Seele!

Anne war ihrem Liebsten inzwischen nach England nachgereist. Anne wird im Laufe der Geschichte reifer und erwachsener, mehr und mehr zu einer eigenständigen Persönlichkeit, während Tom zu Wachs in den Händen eines Nick Shadow wird. Toms Heirat hat Anne schockiert. Als Baba erkennt, dass Tom Anne immer noch liebt, fordert sie sie auf, ihn zu retten. Tom gewinnt erst wieder an Profil, als ihm klar ist, worauf Nick aus ist, aber da ist es schon zu spät. Er gewinnt das (Karten-)Spiel um seine Seele gegen Nick Shadow, verliert aber den Verstand, bevor Anne ihn wieder in die Arme schließen kann. Nicht die Liebe triumphiert über Gier und Maßlosigkeit, sondern der Wahnsinn.

Prächtige Bühnenausstattung spiegelt die Handlung

Harald Beutelstahl (als Nick Shadows Gehilfe),  Marta Márquez (als Baba the Turk),  Jussi Myllys (als Tom Rakewell) Foto: Hans Jörg Michel

Harald Beutelstahl (als Nick Shadows Gehilfe),
Marta Márquez (als Baba the Turk),
Jussi Myllys (als Tom Rakewell)
Foto: Hans Jörg Michel

Von der kleinbürgerlichen Welt der Heimatstadt Tom Rakewells aus entführt uns die Bühnengestaltung von Dieter Richter in die Pracht und den Glanz der Londoner Gesellschaft: Format-füllende Säle zeugen vom Reichtum dieser Welt. Eher karg ist das Bühnenbild für die Friedhofsszene und das Irrenhaus gestaltet, wo Tom in seiner geistigen Umnachtung endet. Mit der Moral dieser Geschichte – „Für faule Hände, Herzen und Köpfe findet der Teufel eine Beschäftigung“ – entließ das Publikum die hervorragenden Akteure zu Recht erst nach langen Beifallsstürmen von der Bühne.

Der in Russland geborene Komponist Igor Strawinsky (1882 – 1971), der später zunächst die französische (1934) und später – nach seiner kriegsbedingten Emigration in die USA – die amerikanische Staatsbürgerschaft (1946) annahm, ist vor allem für seine Ballett- und Orchesterwerke bekannt. Als Vertreter der „Neuen Musik“ verband er klassische Elemente mit modernen Interpretationen. Inspirieren ließ er sich auch von der Literatur und der Malerei. Letztere – ein Bildzyklus von William Hogarth – bildete die Grundlage für die Handlung von „Rake’s Progress“, welches (nach Texten von Wystan Hugh Auden und Chester Kallman) in englischer Sprache gesungen und mit deutschen Übertiteln versehen gespielt wird. Ihre Uraufführung erlebte die Oper 1951 in Venedig.

James Bobby (als Nick Shadow),  Jussi Myllys (als Tom Rakewell) Foto: Hans Jörg Michel

James Bobby (als Nick Shadow),
Jussi Myllys (als Tom Rakewell)
Foto: Hans Jörg Michel

Die Inszenierung von Sabine Hartmannshenn wurde – im Unterschied zur Düsseldorfer Premiere in der vergangenen Spielzeit – für die Duisburger Aufführung mit neuen Darstellern nun quasi neu als Premiere auf die Bühne gebracht. Vor allen Anke Krabbe sang und spielte eine Rolle, die ihr auf den Leib geschneidert ist. Neben ihr, Jussi Myssys (Tom) und James Bobby (Nick) glänzte vor allem Marta Marquez als glamouröse Diva Baba, die Tom aus einer Laune heraus heiratet und damit seine Jugendliebe Anne verrät: Auch sie ein Charakter mit Profil, dem Marquez mit jeder Faser gerecht wird.

Die variantenreichen Melodien aus Strawinskys Opern erwecken die hervorragend aufgelegten Duisburger Philharmoniker unter der Leitung des taiwanesischen Dirigenten Wen-Pin Chien perfekt und in seiner Vielfalt zum Leben. Klanglich unterstützt werden die Philharmoniker von der Solistin Laura Poe am Cembalo. Den Solisten des Opern-Ensembles stehen szenenweise sowohl der Chor der Deutschen Oper am Rhein als auch die Statisten des Ensembles zur Seite.

Jussi Myllys als Tom Rakewell und Anke Krabbe als Anne Trulove, Foto: Hans Jörg Michel

Jussi Myllys als Tom Rakewell und
Anke Krabbe als Anne Trulove,
Foto: Hans Jörg Michel

Weitere Vorstellungen und Karten
Strawinskys „The Rake’s Progress“ ist in dieser Spielzeit weitere Male im Duisburger Theater am König-Heinrich-Platz zu Gast:

  • am Freitag, 12. April, um 19.30 Uhr,
  • am Sonntag, 14. April, um 15 Uhr,
  • am Mittwoch, 17. April, um 19.30 Uhr,
  • am Samstag, 20. April, um 19.30 Uhr und
  • am Samstag, 27. April, um 19.30 Uhr.

Zu einer Einführung in das Stück lädt die Oper jeweils eine halbe Stunde vor Beginn ins Opernfoyer. Die Aufführung selber dauert (inkl. Pause) etwa drei Stunden.
Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen zwischen 16,10 und 56 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2013 Petra Grünendahl (Text),
Fotos: Hans Jörg Michel für die Deutsche Oper am Rhein

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Nächsten Samstag, 6. April: Duisburger Premiere für Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“

Jussi Myllys als Tom Rakewell und Anke Krabbe als Anne Trulove, Foto: Hans Jörg Michel

Jussi Myllys als Tom Rakewell und Anke Krabbe als Anne Trulove, Foto: Hans Jörg Michel

Er liebt sie, seine Anne – trotzdem schwebt dem jungen Tom Rakewell etwas anderes vor als eine sichere Banklehre und ein idyllisches Leben auf dem Land. Als ein Fremder namens Nick Shadow auftaucht und ihm nicht nur eine große Erbschaft, sondern auch eine aufregende Zukunft verspricht, ist er nicht mehr zu halten: „Nach London!“ heißt seine Devise, wo er sich Freiheit, Glück, Erfolg und Geld erhofft, aber stattdessen von einem Desaster ins nächste stolpert und schließlich erkennen muss, dass er seine Seele verkauft hat …

Nach der umjubelten Düsseldorfer Premiere im Mai 2012 feiert „The Rake’s Progress“ am Samstag, dem 6. April, um 19.30 Uhr Premiere im Theater Duisburg. Unter der musikalischen Leitung von Wen-Pin Chien ist Strawinkys Meisterwerk – in neoklassizistischer Manier von Mozart bis hin zu Musical-Anklängen ein abenteuerlicher Ritt durch die Musikgeschichte – in komplett neuer Besetzung zu erleben: Jussi Myllys gibt sein Debüt als Tom Rakewell, Anke Krabbe (alternierend mit Elisabeth Selle) als Anne, James Bobby als selbsternannter „Meister“ Nick Shadow und Marta Márquez als Baba the Turk.

Die Regisseurin Sabine Hartmannshenn, die in Duisburg schon mit Hans Werner Henzes „Phaedra“ begeisterte, ging so differenziert mit den einzelnen Charakteren und deren Entwicklung um, dass Strawinskys Oper alles andere ist als ein schwarz-weiß gezeichnetes Moralstück. „Der Düsseldorfer ‚Rake’s Progress‘ steckt voller schräger Einfälle und das Schöne daran ist, dass sie funktionie­ren“, schwärmt Dagmar Kurtz im „theaterkompass“. Und Christoph Schulte im Walde auf „theater­pur.net“: „Das Konzept funktioniert, ohne auch nur an einer Stelle flach zu wirken. Denn Hartmannshenn lässt die Geschichte ungezügelt fließen, ja sprudeln, so dass man dieser Moritat gern folgt.“

Viel Lob erhielt auch die opulente und phantasievolle Ausstattung durch Dieter Richter (Bühne) und Susana Mendoza (Kostüme), die in der jährlichen Kritikerumfrage der „Opernwelt“ für diese Produktion als beste Kostümbildnerin nominiert wurde. „Alle 20 Minuten wechselt das Ambiente, und man freut sich wie ein Kind auf die nächste Bebilderung“, so Lars Wallerang in der „Westdeutschen Zeitung“. „Die Inszenierung überzeichnet die im Stück angelegten Stereotype bis zum Karikaturhaften. Und genau das macht den Reiz der Produktion aus.“

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 18,10 und 62,80 Euro für die Premiere sowie zwischen 16,10 und 56 Euro bei weiteren Aufführungen. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

– Nach der Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Hans Jörg Michel für die Deutsche Oper am Rhein

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ThyssenKrupp Steel Hamborn baut Hochofen 4 zurück

Ein Wahrzeichen verschwindet aus dem Stadtbild

Hochofen 4 in Bruckhausen: Die ersten 20 Meter sind schon abgetragen ...

Hochofen 4 in Bruckhausen: Die ersten 20 Meter sind schon abgetragen …
(Hier ein Foto aus dem letzten Jahr …)

Horst Schimanski machte ihn im Tatort als Industriekulisse berühmt, für viele Duisburger ist er ein Wahrzeichen: der Hochofen 4 im ThyssenKrupp-Steel-Werk Hamborn. Für ThyssenKrupp Steel (oder früher Thyssen Stahl) war der Hochofen aber weit mehr als ein Imageträger. Seit 1975, als er angeblasen wurden, hat er rund 43 Millionen Tonnen Roheisen erzeugt. Zwei Mal wurde er neu zugestellt. Viele Innovationen wurden hier getestet und erprobt, bevor sie später weltweit in der Produktion eingesetzt wurden.

Nach dem letzten Abstich, der vielen Stahlkochern doch sehr nahe gegangen war, war der Hochofen noch ein paar Jahre als „Kaltreserve“ stehen geblieben für den Fall, dass die Nachfrage nach Stahl-Nachfrage dauerhaft stark ansteigen würde. Hochofen 8 (der mit dem orange-roten Anstrich) als modernster Hochofen der Welt, der den Hochofen 4 in der laufenden Produktion ersetzt hat, ist schon seit ein paar Jahren in Betrieb. Nachdem Hochofen 9 im letzten Jahr neu zugestellt worden war und nun als „Kaltreserve“ auf sein Anblasen wartet, hatte man sich – auch angesichts der weiter laufenden Kosten u. a. für die Sicherung der Anlage – entschlossen, diese zurückzubauen. Seit dem Spätsommer letzten Jahres läuft der Rückbau des Großaggregats. Im Juli soll von dem Stahl-Koloss nicht mehr als eine ebenerdige Brachfläche übrig sein.

„Letzter Abstich hat schon weh getan“, so Volker van Outvorst

Rückbauer Friedhelm Conrad (l.) und Betriebsleiter Volker van Outvorst (r.) vor der Baustelle am Hochofen 4

Rückbauer Friedhelm Conrad (l.) und
Betriebsleiter Volker van Outvorst (r.)
vor der Baustelle am Hochofen 4

Volker van Outvorst ist Betriebsleiter im Hochofenbetrieb Hamborn und verantwortlich für die Produktion. Am 19. Mai 2008 hat er den letzten Abstich erlebt: Ein letztes Mal ist das rötlich glühende Roheisen aus dem Hochofen 4 in die Torpedopfannen geflossen, danach war „Schicht im Schacht“. Heute kommt die ca. 1.500 Grad heiße Flüssigkeit aus dem Hochofen 8. Die Torpedopfannen-Wagons transportieren das flüssige Roheisen zunächst ins Oxygenstahlwerk. Dort veredelt man in einem nächsten Schritt das Roheisen zu Rohstahl. Zurückgebaut wird der Hochofen 4 im laufenden Betrieb, d. h. die Werkszüge müssen an der Baustelle vorbei. „Entweder müssen die Züge mit den Torpedopfannen auf die Weiterfahrt warten, oder der Abbruch wird für die Durchfahrt der Torpedopfannen kurz unterbrochen“, erklärt Friedhelm Conrad, der als Objektleiter Rückbau für die Demontage verantwortlich ist. Die Sicherheit wird groß geschrieben!

ThyssenKrupp Steel - Rückbau vom Hochofen 4 im Stahlwerk in Duisburg-Hamborn„Nachdem das Asbest fachgerecht entsorgt worden ist, werden alle anderen Bestandteile des Hochofens der Wiederverwertung zugeführt“, erklärte Rückbau-Experte Conrad, der hier bereits seine fünfte Anlage demontiert. Neben der Wiederaufbereitung der feuerfesten Steine und rund 7,5 Tonnen Schrott sind dies (inkl. Nebenanlagen) ca. 10.000 Tonnen Stahl, die im Stahlwerk Beeckerwerth wieder eingeschmolzen werden. Beim Abbau eines solch schweren Großaggregats braucht man deshalb auch etwas größer ausgelegtes Abbau-Geräte: Zwei außergewöhnliche Spezialkräne kommen hier zum Einsatz. Die „Schwerstarbeit“ verrichtet ein 132 Meter hoher und 732 Tonnen schwerer Raupenkran, der Lasten bis zu 600 Tonnen transportieren kann. Der Zweite ist ein Mobilkran von 55 Metern Höhe, dessen Ausleger eine Reichweiter von 96 Metern hat. Mit ihrer Hilfe zerlegt ein 40-köpfiges Team den Hochofen beim Abbau fein säuberlich in seine Einzelteile.

Hamborn ist Keimzelle des späteren Thyssen-Konzern
Im heutigen ThyssenKrupp-Standort Hamborn wird seit 1891 Roheisen produziert. Der erste Abstich in der damals neu errichteten Eisenhütte und die Übernahme der Steinkohlenzeche vor Ort (Gewerkschaft Deutscher Kaiser) gelten als Gründungsdatum des späteren Thyssen-Konzerns. Die Standortentscheidung für die Errichtung des Stahlwerkes damals: die verkehrsgünstige Lage am Rhein mit eigenem Hafen (Schwelgern), ein Anschluss an das Eisenbahnnetz sowie die Kohlenförderung in einer Zeche direkt am Standort schienen August Thyssen ideal, um ein integriertes Hütten- und Stahlwerk zu errichten – und sie sind es bis heute, auch wenn schon längst keine Kohle mehr vor Ort gefördert wird. Das heutige Betriebsgelände des Stammwerks erstreckt sich über ca. 9,5 Quadratmeter und mehrere Stadtteile im Bezirk Hamborn.

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Übrigens: Thomas Richter hat einen schönen Bericht für die WAZ geschrieben, die Fotos von Tanja Pickartz (WAZ-Fotopool) gibt es hier …

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Erster Spatenstich: Yusen Logistics erweitert in Duisburg-Rheinhausen

Letzte Freifläche im logport I vermarktet

“Mit New Wave Logistics, wie Yusen damals noch hieß, haben wir 1998 im logport als erstem Kunden angefangen“, erzählte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, als er zusammen mit Seji Yuzen, Geschäftsführer der Yusen Logistics (Deutschland) GmbH, mit dem Doppelspaten den ersten Sand auf dem neuen Baugrundstück bewegte. Seit 1999 wickelt die deutsche Tochter der japanischen, weltweit agierenden NYK-Gruppe, die Distribution ihrer Kunden für Deutschland und Europa über Rheinhausen ab. „Duisburg hat wichtige Aktivposten für unsere künftige Entwicklung. Deswegen erweitern wir hier unseren Standort“, begründete Yuzen das kontinuierliche Engagement der Japaner.

 

Yusen Logistics und der Duisburger Hafen gehen im logport I seit 1998 gemeinsame Wege: Geschäftsführer Seji Yuzen und Hafenchef Erich Staake packen es gemeinsam an (pet)

Yusen Logistics und der Duisburger Hafen gehen im logport I seit 1998 gemeinsame Wege: Seji Yuzen, Geschäftsführer der Yusen Logistics (Deutschland) GmbH, und Hafenchef Erich Staake packen es an (pet)

Zum Fototermin des ersten Spatenstichs hatten Hafenchef Erich Staake und Seji Yuzen an die Marseiller Straße im logport I geladen. Mit dem neuen, 26.000 qm großen Hallenkomplex wachsen die Logistikflächen der Yusen Logistics auf ca. 70.000 qm. Mit einem integrierten Gefahrgutlager von 6.000 qm erweitert Yusen zudem sein Leistungsportfolio. Nach Kühne & Nagel, die im Duisburger Hafen über insgesamt ca. 190.000 qm Logistikflächen verfügen, ist Yusen der zweitgrößte Kunde der duisport-Gruppe.

 

„Logport I ist jetzt komplett vermarktet“, erklärte Staake. Noch nicht bebaute Flächen sind von den anliegenden Firmen bereits für Erweiterungen der Betriebsflächen aufgekauft worden. Für Yusen Logistics ist der Hallenneubau bereits die fünfte Erweiterung. Die Konzern-Mutter NYK Line ist im logport I auch Miteigentümerin des D3T-Containerterminals in Hafen Rheinhausen. Für den Neubau wird die duisport-Gruppe etwa 15 bis 20 Mio. Euro investieren, um ihn dann schlüsselfertig an Yusen weiterzureichen. „Die Entscheidung von Yusen Logistics, seine Aktivitäten hier weiter strategisch zu manifestieren, ist Beleg für die Attraktivität von logport I und die Bedeutung des Duisburger Hafens als internationale Drehscheibe für weltweit agierende Logistikunternehmen in globalen Wertschöpfungsketten“, so Erich Staake.

 

Perfekter Deal: Seji Yuzen und Erich Staake sind sich einig (rk)

Perfekter Deal: Seji Yuzen, Geschäftsführer der Yusen Logistics (Deutschland) GmbH, und Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, sind sich einig (rk)

In dieser Woche rollen die Bagger an, um mit dem Bau zu beginnen. Bis zum Jahresende soll alles fertig sein, die Einweihung bis spätestens zum 1. Januar 2014 erfolgt sein. Rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen hier, 250 Mitarbeiter beschäftigt Yusen zur Zeit vor Ort. Dabei wird auch die Anzahl der Büro-Arbeitsplätze erhöht: Von jetzt 35 im alten Gebäude auf 55 im Neuen.

 

© 2013 Petra Grünendahl (Text), Fotos: Petra Grünendahl (2), Rolf Köppen / duisport (1)

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Kundgebung in Duisburg-Rheinhausen: „Gemeinsam gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“

Integration beginnt beim gemeinsamen Lernen in der Schule

“ProNRW ist ein Wanderzirkus in Sachen Ausländerfeindlichkeit“, erklärte Rainer Bischoff, Landtagsabgeordneter aus Rheinhausen, bei der Pressekonferenz des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Damit positionierte der die Kundgebung „Wir sind Duisburg“ als Gegendemo zu einer Demonstration von ProNRW, zu der die Rechtspopulisten ihre Anhänger in Kleinbussen u. a. am 12. März, an dem sie in Duisburg Station machen, durch NRW karren, um an sensiblen Orten aufzumarschieren und Stimmung zu machen. „Das sind politischen Brandstifter. Wir lösen hier vor Ort unsere Probleme selber“, betonte Bischoff. Das Flugblatt zur Kundgebung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage finden sie hier …

„Wir wollen Zeichen setzen gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“, so Angelika Wagner, die als Bischoffs Nachfolgerin Vorsitzende des DGB Duisburg-Niederrhein ist und in dieser Funktion auch die Geschäftsführung des Duisburger Bündnisses übernommen hat. Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ist breit aufgestellt in der Duisburger Gesellschaft: Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeber-/Unternehmerverbände gehören ebenso dazu wie Sozial- und Bildungsreinrichtungen. Gegründet wurde das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage nach zwei Brandanschlägen auf die Synagoge in Düsseldorf im Jahr 2000.

Zeichen setzen gegen Rechtspopulismus
Mit dem provokanten Slogan „Gegen Asylmissbrauch“ ziehen die Provokateure von ProNRW zur Zeit durch unser Land. Ihre Demo hatten sie in Rheinhausen-Bergheim, vor dem Haus In den Peschen 1-3, angemeldet. Seit gut einem Jahr wohnen dort Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien in eher beengten Verhältnissen. Die hygienischen Zustände rund um das Haus hatten nicht nur in Duisburg für Schlagzeilen gesorgt. Dass es sich bei den Bewohnern des Hauses um EU-Bürger handelt, die ganz legal in Deutschland leben, ist den Rechtspopulisten völlig egal. Ebenso, dass selbst Anwohner mittlerweile bestätigen, dass sich die Zustände verbessert hätten.

Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage hatte seine Kundgebung für genau den gleichen Ort angemeldet (In den Peschen 1 – 3), mit der Folge, dass beide Kundgebungen, die nach Art. 8 Grundgesetz (Versammlungsfreiheit) geschützt sind, gut zweihundert Meter weiter entfernt stattfinden (Schwarzenberger Straße, Ecke Krefelder Straße). Zur Kundgebung des Duisburger Bündnisses rufen mittlerweile auch eine ganze Reihe anderer Organisationen auf, die sich dem Kampf gegen Rechts verschrieben haben.

Neben Angelika Wagner, Oberbürgermeister Sören Link (als Schirmherr des Bündnisses), dem Rheinhauser Pfarrer Heiner Augustin und der diesjährigen Preisträgerin des Preises für Toleranz und Zivilcourage, Helga Maria Poll, wird eine 14-jährige Schülerin der Alfred-Hitz-Hauptschule sprechen. Die junge Rumänin wohnt in dem Haus, vor dem ProNRW aufziehen wollte. Sie ist eine von wenigen Kindern aus dem Haus, die zur Schule gehen (es sind nicht ausreichend Plätze vorhanden), und ein gelungenes Beispiel für Integration. Schulleiterin Barbara Laakmann hatte das junge Mädchen dafür gewinnen können.

„Wir sind Duisburg“ oder „Meine Stadt – Deine Stadt!?“
Und die Schülerin ist dann auch Brücke zu einer Veranstaltung, die sich zeitlich an die Kundgebung anschließt. In der nahe gelegenen Lise-Meitner-Gesamtschule (LMG, an der Lessingstraße) begegnen bulgarische und rumänische Jugendliche Rheinhauser Schülern unter dem Motto „Meine Stadt – Deine Stadt!?“ Neben Schülern der LMG sich auch Schüler der Alfred-Hitz-Hauptschule sowie von der Globus-Gesamtschule am Dellplatz (auch dort wird ein hoher Anteil der hier betroffenen Jugendlichen beschult) dabei.

Unterstützt wird die Veranstaltung im Schul-Forum vom Kom’ma Theater Rheinhausen, der Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg (MKS) und vom Jungen Ensemble Ruhr. Eine Übersicht über die Planung der Werkstätten dieser Jugendkulturveranstaltung gibt es hier … Die Nachhaltigkeit dieser Aktion (Bulgarische und rumänischen Jugendliche begegnen Rheinhauser Schülern), die sich Elisabeth Pater vom Referat zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) wünscht, wird sich aber wohl erst dann einstellen, wenn allen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen aus dieser Zuwanderergruppe Plätze in Duisburger Schulen vermittelt werden konnten. Denn nur über die Bildung und Ausbildung der Jugendlichen haben die Familien eine Zukunft und können hier dauerhaft integriert werden.

In Bochum und Essen waren die rechten Rattenfänger heute (an einem Sonntag) – so der Bericht eines Kollegen (https://www.derwesten.de/staedte/essen/klares-zeichen-gegen-rechts-id7705946.html) – mit ca. 20 Leuten aufmarschiert. Man darf gespannt sein, mit wie vielen Leuten sie am Dienstag, 12. März, in Duisburg und Gelsenkirchen auflaufen wollen. Rainer Bischoff rechnet mit einigen Hunderten Gegendemonstranten.

© 2013 Petra Grünendahl

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Wir sind Duisburg! – Gemeinsam gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit

Aufruf zur Kundgebung: „WIR SIND DUISBURG“
Dienstag, 12.03.2013 um 11.00 Uhr
DU-Rheinhausen, Ecke Krefelder Straße / Schwarzenberger Straße
Hier gibt es den Aufruf zur Kundgebung als pdf zum Download

Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ruft zu einer Kundgebung am Dienstag, den 12. März 2013, um 11 Uhr in Rheinhausen-Bergheim auf.

Erneut hat proNRW landesweit mehrere Aufmärsche angekündigt. in Duisburg werden die Rechtspopulisten am 12. März versuchen, mit ihren diskriminierenden und menschenverachtenden Außerungen Beachtung zu finden.

Wir werden dies als Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage nicht zulassen und rufen deswegen alle Bürger und Bürgerinnen zur Teilnahme an unserer Kundgebung „WIR SIND DUISBURG!“ auf. Wir werden auf dieser Kundgebung deutlich machen, dass die Duisburger Bürgerinnen und Bürger für ein buntes, friedliches und tolerantes Miteinander stehen.

Unsere Aktion beginnt am Dienstag, den 12. März 2013, um 11 Uhr am Kundgebungsort Kreuzung Krefelder Straße / Schwarzenberger Straße.

Unter der Moderation der Geschäftsführerin des Bündnisses, Angelika Wagner, wird Oberbürgermeister Sören Link, der Rheinhauser Pfarrer Heiner Augustin, die Preisträgerin des diesjährigen Preises für Toleranz und Zivilcourage, Helga Maria Poll, sowie Schüler aus einem gemeinsamen Jugendkulturprojekt zu den Teilnehmern
unserer Kundgebung sprechen.

Wir bitten um rege Teilnahme an unserer Kundgebung, damit unser gemeinsames Motto „WIR SIND DUISBURG“ auch in der Öffentlichkeit und medialen Berichterstattung die angemessene Aufmerksamkeit erhält.

– Aufruf des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage –

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Martin Schläpfers preisgekröntes Brahms-Ballett „b.09 – Ein deutsches Requiem“ zur besten Sendezeit im Fernsehen

Ein heißer Tipp für alle, die die Aufführungen des Ballett am Rhein im Theater Duisburg verpasst haben: Die Duisburger Premiere von Martin Schläpfers preisgekröntem Brahms-Ballett wird am Samstag, 9. März, um 20.15 Uhr auf 3sat ausgestrahlt.

b.09_aDas Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg ist wieder im Fernsehen zu erleben: Martin Schläpfers gefeiertes Brahms-Ballett „Ein Deutsches Requiem“, das nach vielfach ausverkauften Vorstellungen in Düsseldorf und Duisburg im November 2012 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wurde, wird am Samstag, dem 9. März, um 20.15 Uhr auf 3sat ausgestrahlt. Die musikalische Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober vereint rund 150 Künstler: 41 Tänzerinnen und Tänzer des Ballettsam Rhein, die Gesangssolisten Sylvia Hamvasi und Laimonas Pautienius, den Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker.

In einer aufwändigen Fernsehproduktion zeichnete ein Team des ZDF die Endproben und die Premiere des Ballettabends im September 2012 in Duisburg auf. „Sechs Kameras brauchen wir schon, um unseren Sehgewohn­ heiten im Fernsehen gerecht zu werden“, erklärt der für die Produktion verantwortlich Regisseur Roger Bisson. „Wir wollen die Situation ja filmisch auflösen. Deshalb gehen wir mit der Kamera rein in die Bühne, rein ins Geschehen, um die Energien aufzunehmen, die auf der Bühne erzeugt werden.“ Gleichzeitig muss der Zuschauer die Gesamtsituation erfassen können, die räumliche Beziehung zwischen Bühne, Chor und Orchester, die großen Tänzerformationen.

b.09_bSchon die begeisterte Resonanz von Presse und Publikum nach der Uraufführung im Sommer 2011 in Düssel­ dorf machte deutlich, dass Martin Schläpfer gemeinsam mit allen künstlerischen Ensembles der Deutschen Oper am Rhein ein bewegendes Meisterwerk geschaffen hatte. Größtes Lob für „eine kongeniale Umsetzung der Musik in Bewegung“ (WDR 2), „eine Choreografie, die überbordende Freude genauso kennt wie tiefe Verzweiflung“ (Rheinische Post) und „die in neue Freiheiten hinausgestoßenen Tänzer, die Unglaubliches leisten im ,Deutschen Requiem“‚ (FAZ).

Brahms‘ Totenmesse leuchtet die großen Themen Vergänglichkeit und Tod, Trauer, Trost und Zuversicht aus. „Dennoch ist das Requiem ein sehr hoffnungsvolles Werk“, erklärt Martin Schläpfer. „Es geht nicht um den Stillstand im Tod, sondern immer um das Gegenüber – das Ich, dasDu – den realen Menschen.“ In Brahms‘ mutiger und fast rebellischer Zusammenstellung der Bibeltexte aus dem Alten und Neuen Testament sieht er viele Aspekte des Loslassens und ist sich sicher: „Im Brahms hat es wirklich Platz für die ganze Ambivalenz des modernen Menschen.“

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein, Fotos: Gert Weigelt, Köln –

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Theater am Marientor: „Sissi. Liebe, Macht & Leidenschaft“ – Musical gastiert in Duisburg

Am Dienstag, 10. März2013, um 19 Uhr im TaM (Theater am Marientor)

Ihr Leben war gezeichnet von Glück und Selbstzweifeln – es glich gleichzeitig einem Märchen und einer Tragödie. So würdigt das Musical jetzt diese großartige Persönlichkeit, die als schönste Frau ihrer Zeit galt und der es nicht vergönnt war, wie eine normale Frau zu leben und zu sterben.

Ihre Kindheit verbrachte sie unbekümmert auf Schloss Possenhofen am Starnberger See. Im Alter von 15 Jahren traf sie den 23-jährigen österreichischen Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl. Der Liebesromanze und der spontanen Verlobung folgte eine prunkvolle Hochzeit in der Wiener Augustinerkirche – ihr Leben glich von außen betrachtet einem Traum. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter kommt es zum Konflikt mit ihrer Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie. Diese empfindet Sissi als zu jung und entzieht ihr das Kind.

sissiNachdem sich auch Franz Joseph auf die Seite der Erzherzogin stellt, flüchtet die junge Kaiserin verzweifelt in die bayerische Heimat. Während dessen steuert Österreich, befeuert vom ungarischen Revolutionär Graf Andrassy, auf einen Krieg mit Ungarn zu.

Nachdem Franz Joseph ihr das Kind zurückbringt, kommt es in Possenhofen zur Wiedervereinigung zwischen dem Kaiserpaar. Er verspricht ihr, künftig mehr Zeit für sie zu haben. Sissi wiederum will ihn bei seinen Regierungsgeschäften mehr unterstützen. Anschließend löst sie mit Diplomatie und Menschlichkeit den
Konflikt mit den rebellierenden Ungarn, wobei das österreichische Kaiserpaar in einem großen Finale zur Königin und zum König von Ungarn gekrönt werden.

Wie in den berühmten Filmen zeigt auch die Bühnenversion die große Kaiserepoche in Österreich – Ruhm, Glanz, Reichtum und den ausschweifenden Lebensstil am Hofe. Die Darstellung dieser opulenten Welt erfordert viel bühnentechnische Raffinesse und wird durch hohen technischen Aufwand und modernste Projektionstechnik auf der Bühne visualisiert. Einprägsame Melodien, ein großes Ballettensemble sowie von der Presse hochgelobte Darsteller vervollständigen dieses Musical zu einem wunderbaren Erlebnis.

    Tickets sind erhältlich:

  • an allen bekannten Vorverkaufsstellen,
  • im Internet unter http://www.sissi-musical.com und
  • unter der Eventim Ticket Hotline 01805-570 000 (0,14 €/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 €/Minute).

– Pressemitteilung (und Foto) der Asa Event GmbH

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Schleusen des WSA Duisburg-Meiderich für 24 Stunden „dicht“

Erster Warnstreik in NRW an der Schleuse Meiderich

„Wenn Ramsauer und Friedrich nicht verhandeln, dann machen wir die Wasserstraßen nicht nur für 24 Stunden dicht“, erklärte Michael Kötzing vom ver.di-Landesbezirk NRW von der Rednertribüne im Schatten der Schleuse Meiderich. „Mein Gefühl sagt mir, es wird nicht der letzte Streiktag sein.“

Kämpferisch gaben sich zum ersten Warnstreik in NRW am Donnerstagmorgen ca. 600 Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen (WSV) an der Schleuse in Duisburg-Meiderich. Gute drei Stunden dauerte die Kundgebung, bei der Gewerkschafter und Streikende ihrem Ärger Luft machten. Seit Mitternacht waren die Schleusen im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes WSA Duisburg-Meiderich – Schleuse Meiderich, Ruhrschleuse und Friedrichsfeld – dicht und bestreikt. Der Warnstreik lief bundesweit, in Meiderich fand die zentrale Kundgebung für NRW statt. In Bussen waren die WSV-Belegschaften von den weiter entfernten Standorten wie Minden, Rheine, Bochum-Herne oder Datteln angereist.

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Auf ca. 12.500 Mitarbeiter ist die Belegschaft der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen bundesweit schon geschrumpft. Jetzt sind weitere Reduzierungen auf etwa 9.800 Mitarbeiter geplant. Damit lassen sich die Aufgaben der Wasser- und Schifffahrtsämter natürlich nicht in bisherigen Umfang durchführen. Der Anteil der Fremdvergaben würde weiter steigen, was weniger zu höherer Qualität, aber vor allem zu mehr Kosten führen würden, denn schließlich wollen private Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Dagegen wehren sich Mitarbeiter und Gewerkschaften: „Nicht der Profit sollte im Vordergrund stehen, sondern die Dienstleistung für den Wirtschaftszweig Binnenschifffahrt“, forderte Uli Dettmann, Stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di NRW. Schließlich sei die Binnenschifffahrt umweltfreundlichster Güterverkehrsträger, so Dettmann. „Infrastruktur und deren Betreuung gehören in staatliche Hand“, stellte Michael Groß, Bundestagsabgeordneter aus Datteln und Mitglied im Bundestags-Verkehrsausschuss, klar. Und weiter sagte er: „Unsere Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist leistungsfähig und nicht eingestaubt. Private Unternehmen sind nicht billiger – und sie wollen Gewinne erwirtschaften.“

„Wenn es schon zu einem weiteren Umbau bei den Wasser- und Schifffahrtsämtern kommen soll, wollen wir mit dem ‚Tarifvertrag Zukunftssicherung’ einen Sozialplan aushandeln“, meinte auch Rüdiger Simon vom Betriebsrat des WSA Duisburg-Meiderich. Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen stehen hier ebenso im Forderungskatalog wie eine Übernahme der Auszubildenden oder finanzieller Ausgleich von höheren Kosten bei Versetzungen. Ohne Verhandlungen mit den Mitarbeitern bzw. deren Gewerkschaft ver.di und ohne Zustimmung der Länder wollen hingegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Innenminister Hans-Peter Friedrich, oberster Dienstherr und Tarifpartner der WSV-Mitarbeiter, die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen durchdrücken – und das möglichst noch vor der Bundestagswahl.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos),
auch veröffentlicht online im Schifffahrts-Magazin

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Duisburg: Konni Hendrix demonstriert am Spielplatz

Mobberin läuft ihrem Opfer bis fast vor die Haustür nach

Spielplatz an der Fauststraße in Meiderich

Spielplatz an der Fauststraße in Meiderich

Gegen Mobbing will die ehemalige Vorsitzende des umstrittenen aufgelösten Vereins „Never Forget den Opfern der Loveparade“, Kornelia Hendrix, in Duisburg zu Felde  ziehen. Eine Demonstration hatte sie zu diesem Zweck für Sonntag, 24. Februar, 13 bis 17 Uhr an dem Spielplatz auf der Fauststraße in Meiderich angemeldet.

„Härtere Gesetze gegen Mobbing“ fordert die Oberhausenerin. Da stellt sich dem Leser die Frage: Warum will Hendrix, die bekanntermaßen aus Oberhausen kommt, auf der nur ca. 260 m langen Fauststraße in Meiderich, einer kleinen Anliegerstraße, eine Demonstration durchführen? Und ausgerechnet gegen Mobbing? Erklärung dazu könnte ein „Privatkrieg“ zwischen Hendrix und Jürgen Rohn sein, der auf der Fauststraße wohnt.

Per gerichtlichem Vergleich hatte sich Kornelia Hendrix mit dem Meidericher vor fast zwei Jahren geeinigt, sich gegenseitig nicht zu belästigen, zu beleidigen und keine absichtlichen Zusammentreffen herbei zu führen. Eine einstweilige Anordnung ohne rechtliches Gehör von Jürgen Rohn wurde nach nur zwei Wochen gegen ihn aufgehoben. Nach dem Vergleich kam es auf der Fauststraße zu diversen Übergriffen. So verteilte man Flugblätter mit einem Foto von Rohn, auf denen er als Kinderschänder verleumdet wurde. Ein weiterer trauriger Höhepunkt erfolgte vor nicht einmal einem Monat, als über ein von ihm genutztes Auto ein Eimer mit Bitumen gekippt wurde. Bereits vor etwa drei Monaten hatte Hendrix im Internet eine Seite veröffentlicht [https://www.youtube.com/konnihe], auf der sie fast täglich aufs Neue Rohn mobbt durch Beleidigungen,Verleumdungen und Drohungen.

Mittlerweile hat Hendrix sogar die Richterin am Amtsgericht Ruhrort, die über die Einhaltung des Vergleichs wacht, mit Dienstaufsichtsbeschwerden und Befangenheitsanträgen bedacht, nachdem sie wiederholt mit Anträgen gegen Rohn gescheitert war. Beim letzten Gerichtstermin, zu dem die Richterin die Parteien geladen hatte, verweigerte Hendrix ein Zusammentreffen mit Jürgen Rohn. Sie könne aus psychischen Gründen seine Nähe nicht ertragen. Sie muss sich davon aber sehr schnell erholt haben, da sich die Oberhausenerin nun ausgerechnet fast vor der Haustür des Meiderichers per Demonstration präsentieren möchte, wo ein Zusammentreffen ja fast unvermeidlich ist.

Petra Grünendahl – Jürgen Rohn

– Pressemitteilung der Rundschau Duisburg UG (haftungsbeschränkt) –

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Weitere Informationen zu Kornelia Hendrix und Mobbing:

  • Wer sie kritisierte, habe damit rechnen müssen, auf den Seiten sozialer Netzwerke im Internet regelrecht an den Pranger gestellt zu werden.

https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/vorwuerfe-gegen-helferin-der-loveparade-opfer-in-duisburg-id4585212.html

  • Nun wurden Stimmen laut, die Hendrix Mobbing vorwerfen und die Aktivistin in ein schlechtes Licht stellen. …Hendrix würde jede inhaltliche Kritik immer persönlich nehmen, diese löschen und schlussendlich den Kritiker mobben.

https://www.xtranews.de/2011/02/17/loveparade-strafanzeige-gegen-never-forget-aktivistin/

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Ballet am Rhein: Martin Schläpfers b.14 feierte Premiere

Bravourös getanzte Gefühle, Stimmungen und Geschichten

Antony Tudor THE LEAVES ARE FADING
Marcos Menha, So-Yeon Kim Foto © Gert Weigelt

Unterschiedlicher konnten die vier Stücke kaum sein, die Martin Schläpfer für seine 14. Inszenierung mit dem Ballett am Rhein (deswegen „b.14“) ausgewählt hatte: Stimmungen, Gefühle, aber auch kleine Geschichten setzten die Tänzer auf der Bühne …. in Szene. Im Mittelpunkt des Abends stand die britische Ballett-Tradition. Drei Stücke von zwei führenden britischen Choreographen – Antony Tudor (1908 – 1987) und Frederick Ashton (1904 – 1988) – hatte Schläpfer mit seiner eigenen Choreographie zur Symphonie Nr. 2 von Johannes Brahms für einen stimmungsvollen und phantastischen Ballettabend kombiniert.

Premiere feierte im Theater Duisburg das Ballett b.14 von Martin Schläpfer. Nach der ausverkauften Premiere vom Samstagabend waren auch bei der zweiten Vorstellung des Ballett-Ensembles der Deutschen Oper am Rhein am Sonntag fast alle Karten verkauft. Und auch hier feierte das Publikum die Musiker und Tänzer frenetisch und mit anhaltendem Applaus.

Frederick Ashton FIVE BRAHMS WALTZES
IN THE MANNER OF ISADORA DUNCAN
Camille Andriot Foto © Gert Weigelt

Den Auftakt machte „The Leaves are fading“ (von Antonin Dvorak) in der Choreographie von Antony Tudor (1975), ein Pas de deux (französisch „Schritte/Tanz zu Zweit“, also ein Duett beim Ballett), bei dem die Tänzer Ann-Kathrin Adam und Helge Freiberg das Herbstlaub förmlich spüren ließen. Das zweite Tudor-Stück, „Jardin aux lilas“ (frz. Fliedergarten) von Ernest Chausson, erzählt die Geschichte einer Frau, die einen Mann heiraten will, den sie nicht liebt, und die verzweifelt versucht, sich von ihrem Liebhaber zu verabschieden. Neben dem Bräutigam und einer Frau aus seiner Vergangenheit sind es „Freunde und Verwandte“, die den Abschied unmöglich machen. Vier Solotänzer und acht Ensemble-Tänzer brachten Liebe und Sehnsucht, Begierde und Leidenschaft ausdrucksvoll dem Publikum nahe. Die fünf Brahms-Walzer, zu denen Frederick Ashton „In the Manner of Isadora Duncan“ (amerikanische Tänzerin und Choreografin und die Wegbereiterin des modernen sinfonischen Ausdruckstanzes) die Choreographie geschrieben hatte, tanzte Solistin Camille Andriot nur in Begleitung des Pianisten Dirk Wedmann: Reduziert in den Stilmitteln, mit einem Maximum an Ausdruck und Gefühl.

Martin Schläpfers eigene Ballett-Choreographie von Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 2 erlebte hier ihre Uraufführung. Schläpfers Choreographie nimmt die Leichtigkeit und Beschwingtheit der Symphonie auf. Die vier Sätze der Symphonie hat Schläpfer sehr individuell in grazile Bewegungen, harmonische Körperlichkeit und tänzerische Ästhetik umgesetzt. Ein Genuss für die Sinne!

Die Duisburger Philharmoniker glänzten unter der Leitung von Wen-Pin Chien, der die Ballett-Abende von b.14 im Wechsel mit Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, dirigiert. Unterstützt wurden die Philharmoniker beim „Jardin aux lilas“ von Solistin Natasha Korsakova (Violine).

Antony Tudor JARDIN AUX LILAS
Alexandre Simões, Nicole Morel, Andriy Boyetskyy, Julie Thirault
Foto © Gert Weigelt

Weitere Vorstellungen gibt das Ballet am Rhein im Duisburger Theater am
Samstag, 16. Februar, 19.30 Uhr,
Samstag, 30. März, 19.30 Uhr,
Donnerstag, 9. Mai (Feiertag), 18.30 Uhr,
Sonntag, 19. Mai (Pfingstsonntag), 18.30 Uhr,
Sonntag, 2. Juni, 15 Uhr und
Samstag, 8. Juni, 19.30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 16,10 und 56 Euro in der Woche und von 18,10 bis 62,80 Euro am Wochenende. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

Martin Schläpfer JOHANNES BRAHMS – SYMPHONIE NR. 2
Sonny Locsin, So-Yeon Kim, Helge Freiberg, Doris Becker Foto © Gert Weigelt

© 2013 Petra Grünendahl (Text), Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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Damensitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953

Besser als in Köln … ist der Karneval in Duisburg!

Zur Einstimmung und zum Aufheizen des ausgelassenen weiblichen Publikums machten die Duisburger Showtanz-Formation Crazy Devils ihrem Namen alle Ehre: Sie waren nicht nur als kleine Teufelinnen ausstaffiert, sondern absolvierten ihre Show einfach nur teuflisch gut! Das war allererste Sahne und ein furioser Auftakt für einen mehr als gelungenen Abend.

Beim der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ ging mal wieder mächtig die Post ab: Zur Damensitzung hatten sich Närrinnen und Jeckinnen, bayrische Mädels (wobei die hübschesten „Bayerinnen“ immer noch aus Duisburg kommen! ;-)), Bauarbeiterinnen und Piratinnen, Clowninnen, Teufelinnen und Prinzessinnen sowie ein halber Zoo und vieles mehr in der Pausenhalle der Gesamtschule Mitte an der Falkstraße eingefunden. Und wie schon bei der Prunksitzung zwei Wochen zuvor begeisterte das überwiegend aus Duisburg stammende, hochklassige Programm.

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An den Nacktnasen Jürgen und Willi waren wirklich nur die Nasen nackig, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Vielmehr brachte das Party-Duo mit seinem Gesang die Halle zum Schunkeln und zum Beben. Big Mama & Company aus Essen setzten mit ihrem „Festival der Travestie“ einen weiteren Glanzpunkt in einem über vierstündigen Programm. Natürlich durften auch die Prinzen und Prinzessin Karneval nicht fehlen: Prinz Dirk II. mit seiner Prinzencrew machte den Blau-Roten ebenso seine Aufwartung wie das Kinderprinzenpaar Nico I. und Joanna I. mit Pagin Lisa Marie und Hofmarschall Niklas. Ihre überaus gelungenen Vorstellungen rissen die närrischen Damen von den Sitzen.

Den Schlusspunkt und das herbeigesehnte Highlight des Abends setzte der Elferrat (oder vielmehr ein Teil davon): der berühmte Show-Akt der fünf jungen Männer – im Vergleich zur Prunksitzung noch etwas erweitert und ausgebaut – erheiterte, strapazierte die Lachmuskeln und ließ so manches Auge tränen vor Lachen. Den musikalischen Rahmen sowie Musik zum Tanzen und Schunkeln bot die Hausband der aus Wanheimerort stammenden Karnevalsgesellschaft, die AFP-Combo, die zeigte, dass man auch in Duisburg zu gut gemachter Stimmungsmusik und den unvermeidlichen „kölsche Tön“, die man auch bei uns hervorragend beherrscht, so richtig Party machen kann.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Helga Maria Poll erhielt Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement

Duisburgs „Runder Tisch“ verleiht zwölften Preis für Toleranz und Zivilcourage

“Wir haben gemeinsam Plakate durch die Stadt getragen: ‚WIR sind DU!’. Ich war froh, Frau Poll, Sie an meiner Seite zu haben“, erklärte Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB-Niederrhein und Vertreterin des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage, als sie den diesjährigen Preis für Toleranz und Zivilcourage überreichte. Ehrenamtlich engagiert sich Helga Maria Poll seit Jahrzehnten für die Stadt Duisburg, erst „nur“ kommunalpolitisch, später auch für Integration. Heute ist sie Stellvertretende Vorsitzende der DITIB-Bildungs- und Begegnungsstätte e. V. in Marxloh. Für diese Begegnungsstätte hat sie sich von Beginn an stark gemacht und gekämpft.

Für ihr Engagement erhielt sie den Preis für Toleranz und Zivilcourage: Helga Maria Poll bei ihrer Dankesrede

Für ihr Engagement erhielt sie den Preis für Toleranz und Zivilcourage: Helga Maria Poll bei ihrer Dankesrede

Zum zwölften Mal zeichnete das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage („Runder Tisch“) einen Duisburger Bürger aus, der sich um das Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt verdient gemacht hat. Dieser Preis wird seit 2001 jedes Jahr am 27. Januar verliehen, dem Jahrestag der Auschwitz-Befreiung 1945. Dieser Tag wird in Deutschland seit 1996 als Auschwitz-Gedenktag begangen, mittlerweile sogar international als Holocaust-Gedenktag. Schirmherr des Bündnisses ist – wie schon seine beiden Amtsvorgänger – heute Oberbürgermeister Sören Link. „Dass Menschen schweigen, passiert viel zu oft. Allein die Erinnerung an Unrecht wird nie genug sein, ’vorwärts erinnern’ ist nötig“, so Link in seinem Grußwort. „Es ist ein schönes und wichtiges Zeichen, dass wir hier zu Gast sein dürfen. Danke, dass es etwas Selbstverständliches geworden ist!“ Die Preisverleihung findet traditionell im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde im Innenhafen statt, wo sich Juden, Christen, Muslime und Menschen, die keiner Religion angehören, versammelt hatten. „Wir haben eine bunte Stadtgesellschaft“, hatte Link gesagt. Beispielhaft war diese hier zur Feierstunde zusammen gekommen.

„Mit diesem Preis wollen wir Zeichen setzen. Deswegen sind wir hier bei der Jüdischen Gemeinde im Herzen der Stadt“, erklärte Superintendent Armin Schneider von der Evangelischen Kirche in Duisburg, Sprecher des Duisburger Bündnisses. „Ort und Datum der Verleihung mahnen symbolisch den Sinn des Preises an.“ Wobei Schneider aber zu Recht anmerkte: „Die Integration in Duisburg kann sich sehen lassen. Das Zusammenleben ist geprägt von gegenseitiger Toleranz und Respekt.“

„Helga Poll hat mit Worten und Taten bewiesen, dass sie Werte wie Zivilcourage lebt“, befand Laudator Ralf Jäger über die Frau, mit der er bei politischen Diskussionen eher gegensätzliche Positionen vertritt. „Die Moschee und die Begegnungsstätte setzen Zeichen für ein Miteinander. Wir danken Ihnen, Frau Poll, und sind stolz auf das, was Sie getan haben.“ Dabei warnte der nordrhein-westfälische Innenminister aber auch: „Verbote und Gerichte können keinen Rechtspopulismus verhindern, das geht nur aus der Mitte der Gesellschaft heraus: Wir brauchen aktive Solidarität – und in Duisburg haben wir eine Kultur der Solidarität!“

„Diesen Preis nehme ich stellvertretend an, denn er gehört der Begegnungsstätte“, bedankte sich Helga Poll bescheiden. „Ohne die vielen Helfer wäre diese Begegnungsstätte nicht möglich geworden. Viele Menschen, die guten Willens sind, räumten mit mir die Felsbrocken mit aus dem Weg. Diese Begegnungsstätte ist ein wunderbares Modell und sie ist einmalig in ihrer Art, da es kein Vorbild dafür gab.“ Mit stehenden Ovationen zollte das Publikum der neuen Preisträgerin seinen Respekt.

Zum zweiten Mal gestalteten die Gelsenkirchener Swingfoniker das musikalische Begleitprogramm: Musikalisch anspruchsvoll und in seiner Vielfältigkeit passend zum Anlass. Dem Wunsch vieler Gäste, dies möge nicht die letzte Begegnung mit den Gelsenkirchenern gewesen sein, sondern vielmehr dauerhaft Teil der Veranstaltung werden, wird hoffentlich Rechnung getragen!

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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BI „Neuanfang Duisburg“ zum Jahrestag der Abwahl Adolf Sauerlands

Ein Jahr nach der Abwahl von Adolf Sauerland:
Würdiger Umgang mit der Loveparade-Katastrophe erreicht,
Chance auf politischen Neuanfang vertan

Ein Jahr nach dem erfolgreichen Abwahlverfahren bilanziert die Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ die Ereignisse:

Das von den Bürgerinnen und Bürgern Duisburgs, organisiert von der BI Neuanfang, erzwungene Abwahlverfahren mit der am 12.Februar 2012 mit über 130.000 Stimmen erfolgten Abwahl war ein großer politischer Erfolg: Zum ersten Mal wurde ein Bürgermeister einer NRW-Großstadt von den Bürgern des Amtes enthoben. Damit konnte die unsägliche Politik Adolf Sauerlands des Verschweigens und Vertuschens dieser vermeidbaren Katastrophe beendet werden und die Stadt gewann politische Würde zurück.

21 Magnolien auf der Bahnhofsplatte, die an die 21 Opfer des 24. Juli 2010 erinnern, sind sichtbarer Ausdruck des Erfolges und helfen, die Erinnerung zu bewahren. Dieser Erfolg ist genauso Verdienst der Opferverbände, der Initiativen zur Einrichtung einer Gedenkstätte und der Künstlerinnen und Künstler, die an beiden Jahrestagen durch beeindruckende Konzerte die Erinnerung wachgehalten haben.

Der ernsthafte Umgang mit der Verantwortung der Stadt durch die neue Stadtspitze muss sich allerdings noch erweisen, wenn das Verfahren gehen die Verantwortlichen der Verwaltung, des Veranstalters und der Polizei eröffnet wird.

Der verantwortliche Rechtsdezernent und Leiter des Krisenstabes geht nach wie vor jeden Morgen ins Rathaus, als wenn nichts passiert wäre.

Der von den Bürgern gewünschte politische Neuanfang wurde allerdings vertan:

Der Versuch des Abwahlbündnisses, in drei Runden einen unabhängigen Oberbürgermeister/in zu finden, scheiterte, weil er politisch von den z.Zt. im Rat regierenden Parteien nicht wirklich gewollt war.

Der von Sören Link im Wahlkampf versprochene „Neue Stil“ stellte sich in Wirklichkeit als der alte Stil heraus: Lukrative Posten werden zur Beute der regierenden Ratsparteien in der Hoffnung, der Bürger wird das schon bis zur nächsten Wahl vergessen.

Durch die Schaffung zweier neuer Vorstandsposten in den Wirtschaftsbetrieben entstehen hunderttausende Euro an zusätzlichen Kosten, die Arbeit der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft GfB wird nicht mehr transparent.

Wo an anderen Stellen Bürgervereinen durch Einsparungen im Bereich von ein paar hundert Euro ihre Arbeit unmöglich gemacht wird, hat man an anderer Stelle offensichtlich genug Geld.

Die Fraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei im Rat haben sich durch dieses Verhalten den Bürgern gegenüber völlig unglaubwürdig gemacht.

Viele weitere Beispiele wären zu nennen:

Das zynische Verhalten des Rates gegenüber den Siedlern der Zinkhüttensiedlung, das unbeirrte Festhalten an Größenwahnprojekten wie dem Outletcenter und dem Schuhkarton Küppersmühle, das Verschleudern städtischer Grundstücke an der Sechs-Seenplatte usw.

Das ist kein neuer Stil und kein guter Plan – also typisch Ratspolitik Duisburg, wie wir sie seit Jahren kennen.

Wir sind überzeugt: Diese Stadt braucht weiter eine starke bürgerschaftliche Opposition.

Die BI „Neuanfang Duisburg“ trifft sich regelmäßig jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Cafe Museum im Kantpark. Die nächsten Treffen sind am 13. Februar, 13. März und 10. April.

Theo Steegmann Dr. Richard Wittsiepe Jürgen Schröder

– Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ vom 6. Februar 2013 –

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Endspurt für den Kostümverkauf der Oper im Forum Duisburg

Letzte Verkaufstage bis Samstag, 9. Februar

kostuemfundus2Am kommenden Samstag, 9. Februar 2013, endet das einmalige „Gastspiel“ der Deutschen Oper am Rhein im Einkaufszentrum FORUM an der Duisburger Königstraße – in fünf Wochen wurden mehr als 4.000 Kostüme, Hüte und Schuhe aus dem Opern- und Ballettfundus verkauft. Das Echo der Gäste und der Presse war enorm: Am Dienstag, 5. Februar, sendet das ZDF in der „drehscheibe“ zwischen 12.10 und 13.00 Uhr noch eine Reportage über den temporären Shop.

Zum letzten Mal kommt jetzt Nachschub: Kopfbedeckungen, Schuhe, Jacken, Hosen, Umhänge und Reststücke werden an den letzten Verkaufstagen des temporären „Opern- und Ballettkostümshops“ der Deutschen Oper am Rhein im FORUM Duisburg bis zum 9. Februar 2013 noch angeboten. Seit der einzigartige Kostümverkauf am 4. Januar seine „Premiere“ feierte, haben die Teams der Kostümabteilung, des Transports und des Shop-Personals der Oper unter Hochdruck gearbeitet, um der außergewöhnlich großen Nachfrage nachzukommen: Über 4.000 Kostüme, Hüte und Schuhe aus dem Fundus wurden innerhalb kurzer Zeit verkauft!

kostuemfundus1Karnevalisten, Kostümfans und Theaterbegeisterte sind beim Stöbern im Kostümshop auf ihre Kosten gekommen – viele haben sich ihr individuelles Traum-Outfit zusammengestellt, manche kamen mehrfach, um immer wieder zu schauen, was es „Neues“ gab. Damit ist jetzt Schluss: Nachdem die letzte Lieferung angekommen ist werden die Reste verkauft, solange der Vorrat reicht. Am allerletzten Verkaufstag, Samstag, 9. Februar, heißt es ab 9.30 Uhr „Reste ‘raus!“: Was bis dahin keinen Käufer gefunden hat, wird zum halben Preis angeboten, bis der Laden leer ist, maximal bis 20.00 Uhr.

Über den deutschlandweit einzigartigen Kostümshop in Duisburg haben in den vergangenen Wochen viele Medien berichtet – das ZDF zeigt in der Sendung „drehscheibe“ eine Reportage (Dienstag, 5. Februar, 12.10-13.00 Uhr).

Kurzinfo: Opern- und Ballettkostümshop im FORUM Duisburg, Erdgeschoss, Eingang Tonhallenstraße gegenüber der Apotheke – Anfahrt: Königstr. 48/König-Heinrich-Platz, 47051 Duisburg.
Geöffnet täglich bis einschließlich 9. Februar 2013 von 9.30 bis 20.00 Uhr – ab 10. Februar geschlossen.

– Presssemitteilung der Deutschen Oper am Rhein vom 4. Februar 2013 –

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Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953

Zum Jubiläum außer Rand und Band

Wo man keine Tanzgarde hat, muss der Elferrat halt selber ran ;-). Ok, die sportlich-tänzerischen Qualitäten lagen eher an anderer Stelle im Programm, aber der traditionelle Show-Act des Elferrates machte nicht nur den Akteuren sichtlich Freude. Er zielte mehr auf die Lachmuskel der Zuschauer und traf damit ganz den Nerv des Publikums in der sehr gut gefüllten Pausenhalle der Gesamtschule Mitte, das mehr als begeistert applaudierte.

Zur Jubiläums-Prunksitzung anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens hatte die KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 in die Gesamtschule Mitte an der Falkstraße eingeladen. Dort hatten die ehemals in Wanheimerort ansässigen Jecken nicht nur ein bodenständiges, sondern auch ein peppiges Programm auf die Bühne gebracht, welches das närrische Publikum begeisterte. Das war klassischer Saalkarneval vom Feinsten, der hauptsächlich über „eigene“ bzw. Akteure von „vor Ort“ die Jecken buchstäblich von den Stühlen riss. Dass diese nicht zum Schluss auch noch auf den Tischen tanzten, war wohl der niedrigen Deckenhöhe zu verdanken, die vor allem den Tanztruppen bei Hebefiguren doch ein wenig Probleme bereitete.

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Red Diamonds und Eternal Flames
Gleich zwei Tanzgruppen der Spitzenklasse zeigten Garde- und Showtanz vom Feinsten, der so locker, fetzig und beschwingt rüber kam, dass man darüber fast vergessen kann, wie viel harte Arbeit und intensives Training dahinter stecken. Den Auftakt machten die Red Diamonds, die Kinder- und Jugend-Showtanzgruppe der KG Grün-Weiß Walsum. Die sehr junge bis gerade jugendliche Truppe mischte den Saal gleich zu Beginn mächtig auf – und das mit einem knapp halbstündigen Programm, bei dem man angesichts vor allem der kleinsten Tänzerinnen nur sagen kann: Respekt! Eine tolle und harmonische Truppe, die da aus dem Norden kommt.

Zweites tänzerisches Highlight waren die Eternal Flames, die Garde- und Showtanztruppe der KG Narrenzunft Homberg. Auch die Homberger haben hier in jahrelanger Arbeit eine Truppe aufgebaut, die absolut professionellen Ansprüchen genügt und dies auf Turnieren mit absoluten Spitzenplatzierungen auch schon bewiesen hat. Zumal gerade diese jungen Damen bei ihren Hebefiguren mit den Widrigkeiten der Pausenhalle und der niedrigen Decke zu kämpfen hatten.

Fehlen dürfen auf keiner Karnevalssitzung die Tollitäten der Stadt: Außer den Duisburgern – Prinz Dirk II. mit seiner Prinzencrew und dem Kinderprinzenpaar Nico I. und Joanna I. mit Pagin Lisa Marie und Hofmarschall Niklas – machten auch Jörg I. und Ingrid I., Prinzenpaar des Komitees Moerser Karneval (KMK), begleitet vom BSW-Musikcorps Hohenbudberg ihre närrische Aufwartung. Auch von ihnen allen kam keiner ohne Zugabe von der Bühne – und das Musikcorps durfte schlussendlich noch einen drauflegen: Die Musiker rissen dann auch den letzten Jecken von den Stühlen, bevor sie unter tosendem Applaus mit ihren Tollitäten den Saal verließen.

Kölsche Töne und Bombenstimmung
Natürlich durften auch die „kölschen Töne“ im Duisburger Karneval nicht fehlen: die AFP-Combo, Hauskapelle der Blau-Roten, begleitete den ganzen Abend musikalisch und heizte die jecke Stimmung mit der passenden Musik – kölsche und Stimmungsmusik – weiter auf. Zum Finale brachte Entertainer Dirk Elfken noch einmal – nach mittlerweile über vier Stunden Programm, in denen ein Höhepunkt den anderen gejagt hatte – die Stimmung zum Kochen und begeisterte mit seiner Show.

Die KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. findet man auch im Internet unter http://www.kg-sonniger-sueden.de. Am Samstag, 2. Februar, steigt ab 19 Uhr die Damensitzung – ebenfalls in der Gesamtschule Mitte an der Falkstraße.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Kein reines Migranten-Thema: Integration geht uns alle an!

Bürgerstiftung Duisburg lud zum zweiten Dialog „Typisch Duisburg?!“
Thema: „Kulturelle Vielfalt in der Stadtentwicklung“

Typisch Duisburg II: Dr. Mark Terkessidis über Kulturelle Vielfalt, in der Alten Feuerwache Hochfeld“Rund ein Drittel aller Schüler in Deutschland haben heute einen Migrationshintergrund“, erklärte Dr. Mark Terkessidis, Migrationsforscher, Autor und Journalist aus Berlin, im voll besetzten Veranstaltungssaal der Alten Feuerwache in Hochfeld. „Migration wird immer als Verlust dargestellt: Verlust von Sprache, von Heimat. Damit stellt man paradoxe Erwartungen an Migranten“, so Terkessidis, der Integration als einen langfristigen Prozess versteht. „Wir leben alle mit Klischees unserer Nationalität, aber Nationalität steht in Zeiten von EU und Globalisierung unter Druck.“ Viel entscheidender ist heute die Stadt als unmittelbarer Lebensraum.

Zum zweiten Dialog „Typisch Duisburg?!“ hatte die Bürgerstiftung Duisburg zusammen mit dem Referat für Integration der Stadt Duisburg und dem ARIC-NRW e. V. (Anti-Rassismus Informations-Centrum) in die Alte Feuerwache nach Hochfeld eingeladen. Eingeladen als Referent war der Journalist, Autor und Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis, der zum Thema „Kulturelle Vielfalt in der Stadtentwicklung“ sprach. Im zweiten Teil beleuchtete Moderatorin Petra Weis mit einem Podium verschiedene Bereiche, in denen die Kulturen aufeinander treffen und wo mehr Kooperation wünschenswert wäre. Gesprächspartner waren Hartmut Reiners (ARIC-NRW), Integrationsbeauftragte Leyla Özmal, Pater Oliver OPraem (St. Peter und Paul in Marxloh), Markus Drews (Im-mobilis), Mevlüt Kurban (MUT migranten-unternehmen e.V.), Wolfgang Trefzger (Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V.) sowie Roger Zacks (Duisburger Philharmoniker) zu Gast. Hoch motiviert beteiligte sich auch das Publikum an der Diskussion.

„Integrationskultur wird immer als Angelegenheit der Migranten behandelt, und nicht als Angelegenheit von uns allen“, zitierte Moderatorin Petra Weis aus der Rezension eines Buches von Terkessidis. Recht hat der Rezensent: Es geht nicht nur darum, dass sich Migranten in die Gesellschaft ihrer neuen Heimat einbringen, sondern auch dass man die neuen Bürger aufnimmt. „Nie hat jemand von Stadt, Land oder Bund gesagt: ‚Ihr gehört zu uns!’ und als Christian Wulff sagte ‚Der Islam gehört zu Deutschland!’ ist er in seiner eigenen Partei wegen dieser Äußerung angegriffen worden“, beklagte Gürsel Dogan. Ihnen fehle das Gefühl, „angekommen“ zu sein, so der studierte Diplom-Ingenieur, für die CDU im Duisburger Stadtrat sitzt. Immer wieder rät er jungen Menschen zum Studium: Menschen, die in der zweiten oder dritten Generation hier leben, hier zur Schule gegangen sind. Das sind junge, hochqualifizierte Menschen, die sich – auch nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium – immer noch in unserer Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Zu viele von ihnen wandern dann in die alte Heimat ihrer Eltern oder Großeltern aus. Menschen, die sich in ihrer eigenen Heimat nicht willkommen fühlen: Was für eine unglaubliche Verschwendung angesichts des so oft zitierten Fachkräftemangels!

„Stadt war schon immer Einwanderung“, sagte Terkessidis. Noch vor 200 Jahren, als die Industrialisierung begann, zählte Duisburg knapp 5.000 Einwohner. Als die aufkommende Industrie im Ruhrgebiet Arbeiter brauchte, begann die Zuwanderung in die Städte: zunächst aus ländlichen Gebieten, dann aus Osteuropa. In Wirtschaftswunderzeiten kamen sie dann aus Südeuropa und der Türkei. Heute suchen Menschen aus Südosteuropa hier Arbeit, ein besseres Leben und eine Zukunft für ihre Kinder. Es hat immer Zuwanderung und Integration gegeben, und wir alle werden uns auch in Zukunft darum bemühen müssen.

Natürlich bringt Migration Probleme mit sich: Sprachprobleme zum Beispiel, oder paternalistische Familienstrukturen, die sich mit unserer Gesellschaftsordnung nicht immer vertragen, aber: „Man sollte sich nicht auf ihre Probleme fokussieren, sondern auf den Zugewinn an Vielfalt“, forderte Terkessidis. Diese Vielfalt sei etwas besonderes, was eine Stadt auch so herausstellen kann und sollte: „Kreuzberg ist nicht schön, aber die Touristen kommen trotzdem. Was es überall gibt ist nicht das, was eine Stadt interessant macht.“

„Der Straßenbahnfahrer fragt ja auch nicht, wo wir herkommen, sondern wo wir hinwollen“, bemerkte Hermann Weßlau, Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine, sehr treffend. Und wer gemeinsam Straßenbahn fahren kann, kann auch gemeinsam nach einem Weg in die Zukunft suchen. Auch wenn man in Duisburg (leider!) immer mal wieder auf Fremdenfeindlichkeit trifft, so hat hier die „rechte Szene“ nie Fuß fassen können – und das ist auch gut so! Was in den letzten 200 Jahren in Duisburg an Integration geleistet wurde, ist großartig: Da können wir als Duisburger stolz drauf sein! Künftige Herausforderungen werden wir angesichts dessen, was schon geleistet wurde, auch noch meistern. Das Thema „Migration und Integration“ ist weit und vielfältig und nicht in einer einzigen Veranstaltung dieser Art zu lösen, ein paar wichtige Punkte wurden aber angesprochen und sollten weiter entwickelt werden.

Typisch Duisburg II: Kulturelle Vielfalt, in der Alten Feuerwache Hochfeld

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Loveparade-Gedenkstätte: Resolution mit drei Gegenstimmen angenommen

Gemeinsamer Antrag der Mehrheitsfraktionen im Duisburger Stadtrat appelliert an Investor

Duisburger Rathaus am BurgplatzMit Spannung erwartete das Gros der Zuschauer (u. a. waren die ehemaligen Mitstreiter des umstrittenen Vereins Never Forget den Opfern der Loveparade 2010 im Ratssaal des Duisburger Rathauses erschienen) auf die Tagesordnungspunkte 22 und 23 zur Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. TOP 22 war die Mitteilungsvorlage, die – so Oberbürgermeister Sören Link als Erklärung an die Zuschauer im Rat – lediglich über den Sachstand (Einreichung des Bauantrages) informierte. Deren Aussehen war in den Anlagen zur Mitteilungsvorlage skizziert und den Ratsmitgliedern lediglich zur Kenntnisnahme vorgelegt worden.

Unter dem TOP 23 stimmte der Stadtrat seiner ersten Sitzung des neuen Jahres über den gemeinsamen Antrag der Mehrheitsfraktionen (SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Linke) ab. Die Mehrheitsfraktionen bekamen ihn mit Zustimmung von CDU und FDP nur mit Gegenstimmen der DWG durch. Sören Link hatte vor der Abstimmung erklärt, er hoffe auf weitere Gespräche. Der Investor habe aber schon sehr viel getan, obwohl er zu nichts verpflichtet gewesen wäre, so Link.

Der gemeinsame Antrag lautete wie folgt:
„Der Rat der Stadt Duisburg begrüßt, dass in einem intensiven Dialogprozess wichtige Ziele für die geplante Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer der LoveParade 2010 erreicht werden konnten, und dankt insbesondere dem Investor sowie den Vertretern der Hinterbliebenen und Opfer für ihr Engagement zugunsten des gemeinsamen Zieles, einen würdigen Gedenkort in Duisburg zu schaffen. Dank dieses Engagements konnte vieles erreicht werden, auch wenn in zwei Punkten bislang kein Konsens gefunden wurde. Eine konsensuale Lösung aber liegt im Interesse aller Beteiligten.
Zu diesem Zeitpunkt, da der Bauantrag für die geplante Gedenkstätte der Stadt Duisburg entscheidungsreif und genehmigungsfähig vorliegt, appelliert der Rat der Stadt Duisburg sowohl an den Investor als auch an die Vertreter der Hinterbliebenen und Opfer, den Dialogprozess fortzusetzen und sich weiteren Gesprächen im Hinblick auf einen umfassenderen Konsens nicht zu verschließen.“

Den von Kriegerbau eingereichten Bauantrag wird das Bauamt genehmigen müssen. Die Ratsleute konnten aber mit der Resolution guten Willen beweisen, an den jedoch der Investor in keinster Weise gebunden ist. Und wer mitgekriegt hat, welche Verleumdungskampagnen schon seit dem gescheiterten letzten Gespräch mit den Opfern und Angehörigen (am 5. Januar) gegen Kurt Krieger liefen und dass illegale Mitschnitte aus diesem Gespräch (unter Verletzung der Vertraulichkeit sowie von Persönlichkeitsrechten) veröffentlicht worden sind, wird sich nicht wundern, wenn Krieger weitere Gespräche kategorisch ablehnt.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Wirtschaftklima wird wieder rauher: “Wir schrauben unsere Erwartungen zurück“

Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK im TaM

„Unsere lokale Wirtschaft ist immer noch zuversichtlich, aber zurückhaltender“, zitierte Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen IHK, aus einer Mitgliederbefragung bei den Unternehmen aus dem Einzugsgebiet Duisburg sowie den Kreisen Wesel und Kleve. „Das Klima wird rauer“, so Landers, bevor er auf die drängendsten Probleme der Zukunft einging.

Burkhard Landers beim IHK Neujahrsempfang 2013 im Theater am MarientorZum Neujahrsempfang 2013 begrüßte Burkhard Landers über 800 geladene Gäste der Niederrheinischen IHK im Theater am Marientor (TaM). Passend zu Landers’ Neujahrsrede, die sich auch stark mit dem Thema „Verantwortung“ befasste, sprach anschließend Dr. Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, als Gastredner über „Wirtschaft und Ethik“.

Im sechsten Jahr der Euro-Krise ist noch kein Ende abzusehen. Die Staatsfinanzen unter Kontrolle zu kriegen sah Landers als vordringlich. Er kritisierte sie allerdings dort, wo die Wirtschaft nach der Erhöhung von Gewerbesteuern in einigen Städten des Einzugsgebietes über Gebühr (und zum Nachteil der ihrer Wettbewerbsfähigkeit) belastet wird. Darunter leidet der Wirtschaftsstandort Niederrhein, der dringend auf eine gesunde Wirtschaft bzw. auch auf Neuansiedlungen angewiesen ist. Die hohen Energiepreise werden ebenso Thema bleiben: „Industriestrom in Deutschland ist etwa 50 Prozent teurer als in Frankreich – ein Wettbewerbsnachteil, der schwer auszugleichen ist“, bekräftigte Landers. Den demografischen Wandel bezeichnete Landers als Herausforderung. Der doppelte Abiturjahrgang gibt es letztes Mal die Gelegenheit, einer größeren Anzahl qualifizierter Schulabgänger Ausbildungsplätze anzubieten, die auch genutzt werden sollte. Wo die eigene Ausbildung nicht reicht, um den Bedarf an Fachkräften zu decken, soll künftig die Integration ausländischer Fachkräfte durch angemessene Anerkennung der Berufsabschlüsse erleichtert werden. Auch hier engagiert sich die Niederrheinische IHK. Den Bogen zum Gastredner spannte Burkhard Landers über die Verantwortung der Wirtschaft, die über den eigenen Betrieb weit hinaus geht.

Im vergangenen Jahr ging am Niederrhein eine Ära zu Ende: Schicht im Schacht im Bergwerk West in Kamp-Lintfort. Die letzten 2.500 Arbeitsplätze gingen hier verloren. In besten Zeiten hatte der Bergbau allein hier in der Region 66.000 Menschen beschäftigt, im ganzen Ruhrgebiet waren es rund 600.000 Arbeitsplätze, die die Region geprägt haben. „Die Folgen des Strukturwandels werden wir noch lange spüren“, erklärte Landers. „Die bisherigen Erfolge bei seiner Bewältigung können sich sehen lassen. Aber wir sind mit dieser Aufgabe noch lange nicht fertig.“

Präses Nikolaus Schneider beim IHK Neujahrsempfang 2013 im Theater am Marientor„Evangelium und wirtschaftliches Denken – das kommt nicht leicht zusammen“, gab Präses Nikolaus Schneider zu. „Die Wirtschaft zielt auf materiellen Gewinn, wo das Evangelium die Menschen auffordert, sich um ihr Seelenheil zu kümmern. Nichts, was wir auf Erden gestalten, können wir mitnehmen“, mahnte er die Entscheider und Verantwortliche aus der lokalen Wirtschaft und Gesellschaft. Und weiter: „Der Weg zu Gott führt uns zu dem Bemühen um ein gerechtes, nachhaltiges und dem Leben dienliches Wirtschaften. Zu einem Wirtschaften, das die Interessen unserer Mitmenschen und das Wohl unserer Erde im Blick behält.“ Nach dem offiziellen Teil im Theatersaal ging es dann zum geselligen Teil des Abends über, oder wie man heutzutage neudeutsch sagt: zum „networking“.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Premiere der Kinderoper „Die Prinzessin auf der Erbse“ im Theater Duisburg

Poppig-buntes Vergnügen in der Zirkusmanege

Der Prinz (Corby Welch) sucht eine Frau. Viele Prinzessinnen werben um ihn ...

Der Prinz (Corby Welch) sucht eine Frau.
Viele Prinzessinnen werben um ihn …

In eine poppig-bunte Zirkuswelt hatte Regisseurin Svenja Tiedt das königliche Schloss gesetzt, in dem acht heiratswütige Prinzessinnen in der Manege um die Gunst des Prinzen (Corby Welch) stritten. Unter der musikalischen Leitung von Christoph Altstaedt trafen die Duisburger Philharmoniker brillant die harmonischen wie die (gewollt) schrägen Töne. Und von denen gab es passenderweise reichlich, als die fremde Prinzessin (Alma Sadé), in die sich der Prinz verliebt hatte, auf dem Berg von Matratzen und Daumendecken wegen der Erbse nicht schlafen konnte (Inhalt: siehe Vorankündigung).

Zur Premiere hatte die Deutsche Oper am Rhein ins Theater Duisburg geladen. Mehr noch als der fast zweistündige Klassiker “Hänsel und Gretel” (mit Pause), lockte die „Prinzessin auf der Erbse“ mit ihren 50 Minuten Spielzeit auch kleinere Kinder. Empfohlen war die Aufführung ab 6 Jahren. Aber auch Fünfjährige oder „Fast-Fünfjährige“ waren mit Eltern oder Großeltern ins Theater am König-Heinrich-Platz gekommen – auch aus den umliegenden Städten und Gemeinden (zum Beispiel vom Niederrhein). Philipp (9) aus Ratingen-Lintorf hatte im Duisburger Zoo 20 Eintrittskarten für die „Prinzessin“ gewonnen. Mit vielen Freunden aus seiner Nachbarschaft und deren Eltern waren sie dann ins Duisburger Theater zur Aufführung gekommen. Und die Kinder zwischen 5 und 10 Jahren hatten ihren Spaß!

Die fremde Prinzessin (Alma Sadé) verbringt auf Bergen von Matratzen und Daumendecken eine unruhige Nacht.

Die fremde Prinzessin (Alma Sadé) verbringt auf Bergen von Matratzen und Daumendecken eine unruhige Nacht.

Der österreichische Komponist Ernst Toch (1887 – 1964) hatte die Kinderoper 1927 als Auftragsarbeit für die Deutschen Kammermusiktage in Baden-Baden komponiert. Der mit Toch befreundete Bildhauer Benno Elkan schrieb den Text, basierend auf dem gleichnamigen Märchen von Hans-Christian Andersen. Die etwas groteske Charakterisierung der skurrilen Figuren machen die Märchenoper zu einer der humorvollsten des 20. Jahrhunderts, was Tiedt mit ihrer poppigen Inszenierung noch ein wenig auf die Spitze treibt.

Neben Alma Sadé als Prinzessin und Corby Welch als Prinzen überzeugten in weiteren Hauptrollen Elisabeth Selle als Königin und Timo Riihonen als König. Neben dem singenden Hofstaat – James Bobby als Kanzler, Florian Simson als Minister und Susan Maclean als Amme – kam dem Erzähler (Guido Wachter) eine wichtige Rolle zu. Prächtig gekleidete, tanzende Prinzessinnen, die um den Prinzen warben, und ein Dutzend Clowns, die in der Manege ihr Unwesen trieben, verwandelten die Bühne in eine bunte Zirkuswelt.

Happy end!

Happy end!

Auch bei ihrer vierten Inszenierung einer Kinderoper konnte Svenja Tiedt auf das bewährte Team mit Tatjana Ivschina (Bühne und Kostüme) und Amelie Jalowy (Choreographie) zurückgreifen, mit der sie schon „Der gestiefelte Kater“, „Robin Hood“ und „Die Nachtigall“ auf die Bühne der Oper am Rhein gebracht hatte. In ihrer unkonventionell bunten Art war die Oper ganz auf das junge Publikum zugeschnitten, das sie begeistert annahm.

Weitere Termine für die „Prinzessin auf der Erbse“ sind der 15., 16. und 17. Januar, 4. und 6. Februar. Leider läuft die Oper nur noch vormittags, nämlich jeweils um 11 Uhr. Die 11-Uhr-Vorstellungen in der Woche bieten sich besonders an für Exkursionen in der Schule, aber weniger für „Familienbesuche“. Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Kasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets für die „Prinzessin auf der Erbe“ kosten 18 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

NACHTRAG! Einen kleinen Filmbeitrag hat die Deutsche Oper am Rhein auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht:

© 2013 Petra Grünendahl (Text),
Fotos: Hans Jörg Michel für die Deutsche Oper am Rhein

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Loveparade-Gedenkstätte: „Wir wollen den Dialog!“

Loveparade Selbsthilfe erläuterte Wünsche der Betroffenen

“Wir hatten am Samstag, nach den gescheiterten Gesprächen, mit der Stadt vereinbart, die Ergebnisse gemeinsam zu kommunizieren“, erklärte Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Vereins Loveparade Selbsthilfe, im Pressegespräch, dass er zusammen mit Lothar Evers für den Arbeitskreis Gedenken führte. „Aber schon am Samstag war klar, dass die Stadt die Presse für Montag handverlesen eingeladen hatte“, ergänzte Evers.
Nachdem es keine gemeinsame Kommunikation der Gesprächsergebnisse gegeben hatte, aber alle anderen Beteiligten bereits ihre Sicht der Dinge kommuniziert hatten, sah sich auch Loveparade Selbsthilfe in der Pflicht, ihre Standpunkte deutlich zu machen. „Der Rat hat in seinem Bebauungsplan-Beschluss (B-Plan) vom 4. Juli einen Dialog gefordert, aber der hat noch nicht stattgefunden“, so Evers. „Wir wollen den Dialog fortsetzen, einen Konsens finden“, bekräftigte Hagemann.

Geplatzt waren die Gespräche am vergangenen Samstag schon nach den Eingangsstatements von Klaus-Peter Mogendorf (Vater eines Verstorbenen), Jörn Teich (Opfer) und Lothar Evers. Nach wenigen eigenen Worten verließ Krieger den Verhandlungsort, ohne auf die Wünsche aus den drei Statements einzugehen. Beleidigende Äußerungen gegen Krieger stritten Evers und Hagemann unisono ab. Es sei aber auch zu keinem Dialog gekommen, den sie nach wie vor fordern.

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Zwei Punkte sind für den Bauantrag von Krieger für die Betroffenen noch nicht einvernehmlich geklärt: das Stellwerkhäuschen, dessen Verbleib manche Betroffene fordern, sowie die Breite der Gedenkstätte am unteren Rand (also zur Straße hin). „Als noch ein unterirdischer Gedenkraum zur Debatte stand, da waren dort acht Meter vorgesehen. Und jetzt sollen nur noch sieben Meter möglich sein?“ Verschiedene Änderungen der Baupläne hatte es seitdem gegeben, die Wünsche der Betroffenen berücksichtigten. Dann kam die Verabschiedung des B-Plans am 4. Juli: 650 Quadratmeter Gedenkstätte, eingezeichnet auf dem Plan waren zudem zehn Meter Breite am südlichen Ende. Seit dem Beschluss hatte es dann aber keine direkten Gespräche mehr zwischen Krieger bzw. seiner Firma Kriegerbau und den Betroffenen gegeben. Der im Ratsbeschluss geforderte Dialog blieb aus. Die abgebrochenen Gespräche vom Samstag sehen die Betroffenen aber dennoch nicht als Ende aller Gespräche: „Wir hoffen weiter auf einen Kompromiss mit dem Investor, sonst wären wir nicht hier“, betonten Hagemann und Evers. „Wir suchen den direkten Kontakt zu Kurt Krieger und Sören Link, um einen Konsens zu finden.“

Gedenkstätte für die Loveparade-Katastrophe

Die Grünfläche hat unten eine Tiefe von vier Metern. Die rote Mappe auf dem Boden liegt bei sieben Metern, Jürgen Hagemann steht bei zehn Metern Breite am unteren Ende der Rampe.

Demonstration des „Raumes“ an der Rampe
Die zehn Meter, die für das untere Ende gewünscht werden, müssten ja nicht komplett nach oben (zum Himmel) offen sein: „Den Radweg oben könnte man auf einer zweiten Ebene anlegen. Die sechs Meter Wandhöhe geben das her, ohne dass Menschen hier unten die Decke auf den Kopf fällt“, erklärte Evers bei der Begutachtung der Rampe. Hagemann demonstrierte derweil den Unterschied, der auch ohne Wände deutlich wird: Zehn Meter wirken deutlich luftiger. Die Relation von Höhe und Breite ist mit Wandhöhe 6 Meter mal 10 Meter stimmiger als mit 6 mal 7 Metern! Zumal die heute offene Fläche über der Straße wegfällt, was dann nicht nur von Ost und West, sondern auch vom Süden lange Schatten auf die Gedenkstätte wirft.
Bislang kommen Besucher der Gedenkstätte von unten, aus der Unterführung, auf die Rampe. Zukünftig soll der Zugang von oben, vom Gelände erfolgen. Was sich von unten, mit der Verbreiterung nach oben hin, großzügig anhört, ist von oben gesehen, hinunter in einen sich verengenden Raum, schon für normale Menschen „ungemütlich“. Wie müssen sich dann erst Traumatisierte fühlen, wenn sie in die Verengung kommen. Die Argumentation der Betroffenen-Vertreter ist leicht nachzuvollziehen.

Ein Kostenargument für den Radweg auf einer zweiten, oberen Ebene lässt Lothar Evers auch nicht gelten: „Es kostet Millionen, die offenen Stellen der Karl-Lehr-Straße einschließlich Bürgersteige zu überdeckeln.“ Zur Gedenkstätte hin lässt dort nach der Überdeckelung von Straße und Bürgersteig lediglich das Stück der Gedenkstätte Licht in den Tunnel (die Unterführung): zur Tunnelwand hin ein 1,70 Meter breites Glaselement, daneben steht eine Stützmauer von 1,30 Meter Breite und dann kommt der offene Zugang zur Gedenkstätte von der Karl-Lehr-Straße mit einer Breite von 4 Metern (7 Meter wären der Wunsch der Betroffenen). Wenn man weiß, dass schon heute auch manch ein Autofahrer (!) nur ungern durch die Unterführung fährt: Das wird nicht besser, wenn noch mehr „natürliche Lichtblicke“ verschwinden.

Evers kritisiert B-Plan als „zu unkonkret“
Auf dem B-Plan, den der Stadtrat am 4. Juli abgesegnet hatte, sind zehn Meter eingezeichnet als Breite für die Gedenkstätte. Diese zehn Meter sind aber nirgends beziffert, lediglich die 650 Quadratmeter Gesamtfläche. „Der B-Plan ist zu unpräzise!“ Die Menschen, die sich bei Loveparade Selbsthilfe engagiert haben, fühlen sich über den Tisch gezogen. Manch einer derer, die aus dem Ausland angereist waren, wollen nie wieder nach Duisburg oder sogar nach Deutschland kommen, so sehr habe sie das Scheitern der Gespräche getroffen, erzählte Hagemann.

Dass das Stellwerkhäuschen oben auf dem Gelände nicht zu erhalten ist, ist mittlerweile akzeptiert. Eine Landmarkt (Stele) anstelle des Stellwerkhäuschens war der Loveparade Selbsthilfe noch Ende Juni in Gesprächen mit Dr. Peter Greulich zugesichert worden. Die fehlte dann aber schon auf dem B-Plan. „Die hat aber jetzt keine Priorität, obwohl sie als markante Stelle vielen Betroffenen wichtig ist“, sagte Hagemann. „Die könnte man später nachträglich an der Seitenwand der Rampe installieren. Für die Finanzierung hätten wir Sponsoren.“ Priorität hat die Breite des Gedenkortes am unteren Ende der Rampe: „Was hier zugeschüttet wird, ist verloren. Hier müssen wir jetzt über ausreichend Platz reden!“

Interessengruppen torpedieren weitere Gespräche
Problematisch für berechtigte Anliegen der Loveparade Selbsthilfe e. V. ist die Tatsache, dass hier in Duisburg dubiose Interessengruppen, die bei der Gestaltung der Gedenkstätte mitmischen wollen, Kurt Krieger auf ihren Internet-Plattformen ganz massiv und unter der Gürtellinie angreifen. Damit schaden sie dem Verein Loveparade Selbsthilfe, der wirklich die Interessen von Betroffenen vertritt. Es ist nicht zu erwarten, dass Kurt Krieger von Berlin aus die Personen – schon gar nicht die, die ihn angreifen – den Interessengruppen zuordnen kann. Und gefallen lassen wird er sich diese Angriffe auch nicht. Hier wären klare Worte und eine deutliche Distanzierung der Loveparade Selbsthilfe e. V. von jenen Interessengruppen nötig, wenn man mit Krieger noch ernsthafte Gespräche führen will. Diese Möglichkeit ist leider in dem Pressegespräch vertan worden!

© 2012 Petra Grünendahl (Text und Fotos, soweit keine Luftaufnahmen), Luftaufnahmen: Hans Blossey, Montage: Loveparade Selbsthilfe

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Kinderoper „Prinzessin auf der Erbse“ feiert Premiere im Theater Duisburg

prinzessin_auf_der_erbseDie Deutschen Oper am Rhein präsentiert
im Theater Duisburg, 12. Januar 2013 um 18 Uhr:
Premiere der Kinderoper „Die Prinzessin auf der Erbse“.

Kapellmeister Christoph Altstaedt leitet die Duisburger Philharmoniker, die sieben Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein und einen Erzähler durch Hans Christian Andersens bekanntes Märchen: Der alte König hat große Sorgen. Sein einziger Sohn hat sich noch immer keine Braut gewählt, keine erscheint ihm gut genug, keine als eine wirkliche Prinzessin. Aber wenn sich der Prinz nicht bald entscheidet, zu heiraten und Kinder zu bekommen, ist die Dynastie gefährdet. Noch während der Hofstaat darüber debattiert, wie es möglich wäre, den Thronfolger an die Braut zu bringen, taucht ein Mädchen auf, das behauptet, königlichen Geblütes zu sein und vor ihrer bösen Stiefmutter zu fliehen. Plötzlich ist der Prinz wie verwandelt und hat sich Hals über Kopf verliebt. Doch der Hofstaat ist skeptisch: Was, wenn die Fremde nun keine Prinzessin wäre? Um das zu überprüfen, schlägt die clevere Amme die Erbsenprobe vor: Unter einem Berg von 20 Matratzen und 20 Daunendecken, auf dem das müde Mädchen sich ausruhen soll, versteckt sie eine Erbse. Eine echte Prinzessin müsste diese sofort spüren und sich beklagen. Und siehe da, die Fremde kann nicht einschlafen und brüllt in ihrer Wut den ganzen Hofstaat zusammen. Endlich ist eine würdige Braut für den Prinzen gefunden, und alle preisen die Sensibilität seiner zukünftigen Frau.

Empfohlen ist das Stück für Kinder ab 6 Jahren. Man kann aber durchaus auch jüngere Kinder mit in die Oper nehmen, wie ich in Hänsel & Gretel, einer weiteren Kinderoper der Deutschen Oper am Rhein, erfahren durfte!

Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Eine halbe Stunde vorher gibt es im Opernfoyer eine Einführung in die Oper.

2012 pet, Plakat: Deutschen Oper am Rhein

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Frohes neues Jahr!

Klassik Open Air zur Eröffnung des 100-jährigen Jubliäums des Theaters Duisburg

Allen Lesern wünsche ich
einen guten Start
ins Jahr 2013!

© 2013 Petra Grünendahl

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Besinnliche und fröhliche Weihnacht

Langsam füllen sich die Reihen für das Weihnachtskonzert des Polizeichores Duisburg im Theater am Marientor

Langsam füllen sich die Reihen für das
Weihnachtskonzert des Polizeichores Duisburg
im Theater am Marientor

Vielseitiges Repertoire des Polizeichores Duisburg begeisterte

“Auch wenn ich sie hier eher zu einem regnerischen Frühlingsabend begrüßen kann, werden wir unser Programm nicht ändern“, kündigte Rolf Holz, 1. Vorsitzender des Polizeichores Duisburg 1928 e. V. zu Beginn des Abends an. Das Wetter spielte zwar nicht mit: Weihnachtlich wurde der Abend dennoch!

Zum traditionellen Weihnachtskonzert hatte der Polizeichor Duisburg am letzten Adventswochenende ins Theater am Marientor (TaM) geladen. Verstärkung hatte sich der Männerchor geholt beim Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V. und beim Orchester Oberhausen sowie bei den Solisten Antje Bitterlich (Sopran am Nationaltheater Mannheim) und José Manuel Montero (Tenor aus Madrid). Mit Conny Herrmann (Sopran) und Klaus Hermann (Bass) haben die Polizeichöre zusätzlich zwei fantastische Solisten in eigenen Reihen. Außerdem gab es – wie alle Jahre wieder – eine musikalische Überraschung: In diesem Jahr kam als „besonderes Bonbon“ das Bläser-Quartett „Blech wech“, mit zwei Posaunen und zwei Trompeten die Weihnacht klingen ließen.

Weihnachtskonzert vom Polizeichor Duisburg 1928 e. V. im Theater am Marientor (TaM)Neu beim Polizeichor Duisburg ist Chordirektor Axel Quast. Der Duisburger ist hauptberuflich Chorleiter und arbeitet mit mehreren Chören. Da er erst seit Oktober 2012 die musikalische Verantwortung übernommen hatte, war er an diesem Wochenende auch anderweitig terminlich verpflichtet, so dass er nicht alle drei Weihnachtskonzerte des Polizeichores vollständig leiten konnte. Nach „anderthalb“ Vorstellungen übergab er im zweiten Konzert die musikalische Leitung an Stefan Büscherfeld (Moers). „Es war nicht ganz einfach, sich unter zwei Dirigenten auf die Konzerte vorzubereiten“, erzählte Rolf Holz. Wie gut den Sängern (und dem Orchester) dies gelungen ist, zeigte die hochklassige Veranstaltung zum Wochenend-Auftakt im gut besetzten TaM. Bunt gemischt und musikalisch anspruchsvoll war die Liederauswahl: Von besinnlich bis hin zu den fröhlichen Klängen, die ebenso zur Weihnachtszeit gehören.

Zum großen Finale war dann neben allen Mitwirkenden auch das Publikum als Chor gefragt, das begeistert mitsang. Bis zum nächsten Jahr sollte ich dann wohl „Oh, du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ auswendig können. Das kommt davon, wenn man den Heiligabend schon seit vielen Jahren nicht nach „deutscher“ Tradition feiert … Der gemeinsame Gesang zum Abschluss eines gelungenen Konzert-Abends hat schon was!

Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man unter https://www.polizeichor-duisburg.de. Musikalische Neuzugänge sind immer willkommen: Man muss kein Polizist sein, um im Polizeichor singen zu dürfen. Geprobt wird jeden Montag zwischen 17.30 und 19 Uhr im Kulturzentrum „…kulturiges…“ im Ratskeller Hamborn, Duisburger Straße 213, 47166 Duisburg (Hamborn). Dann bietet es sich auch für Interessenten an, mal vorbeizuschauen und erste Kontakte zu knüpfen.

© 2012 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Kostümverkauf der Deutschen Oper am Rhein im FORUM Duisburg

Einmalig vom 4. Januar bis 9. Februar 2013

kostuemfundus1Einzelstücke und Kurioses aus dem Fundus: Fünf Wochen lang „gastiert“ die Deutsche Oper am Rhein in einem Ladenlokal im Einkaufszentrum an der Königstraße. Montag bis Samstag von 9.30 – 20.00 Uhr Kostümverkauf mit wechselndem Sortiment

Türen auf für eine ganz besondere Premiere: Am Freitag, 4. Januar, eröffnet die Deutsche Oper am Rhein mitten in Duisburg einen eigenen Opernkostümshop! Bis zum Karnevalssamstag, 9. Februar, werden im FORUM Duisburg am König-Heinrich-Platz fünf Wochen lang Kostüme und Kostümteile aus dem Fundus der Deutschen Oper am Rhein angeboten. Karnevalisten, Theaterbegeisterte und Kostümfans können in den exklusiven Einzelstücken und kuriosen Unikaten stöbern und sich ihr individuelles Traum-Outfit zusammenstellen.

kostuemfundus2Ob „Don Giovanni“, „Tannhäuser“, „Le nozze di Figaro“, „Der Zigeunerbaron“ oder „La Bohème“ – in dem temporären Ladengeschäft ändert sich immer wieder das Sortiment. Die Kostümabteilung braucht in ihren Lagern Platz für Neues und liefert während des gesamten Verkaufszeitraums weitere ausgefallene Stücke aus dem Fundus nach. Es lohnt sich also, mehr als einmal hereinzuschauen.

Opern- und Ballettkostüme sind Unikate und haben keine Kleidergrößen – sie wurden individuell für die jeweiligen Sängerinnen und Sänger oder Tänzerinnen und Tänzer maßgefertigt. Stöbern und Anprobieren ist deshalb herzlich erwünscht! Weil es im Kostümfundus der Oper kaum Kleider für Kinder gibt, können keine Kinderkostüme angeboten werden. Der 9. Februar ist der letzte Verkaufstag. Danach wird der Opernkostümshop im Erdgeschoss (Eingang Tonhallenstraße) geschlossen.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein, Fotos: Hans Jörg Michel –

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Weihnachtsstimmung aus vollen Kehlen

Musikalischer „Geist der Weihnacht“ beim Weihnachtskonzert der Jubliaren-Vereinigung ThyssenKrupp

“Es war ein tolles Konzert. Vor allem zum Schluss das Lied ‚Jerusalem’: das hat mir am besten gefallen“, fand die ältere Dame, die nach dem Weihnachtskonzert im TaM am Platanenhof auf die Straßenbahn wartete. Zum Abschluss eines sehr vielseitigen weihnachtlichen Konzerts hatten sich – vor dem gemeinsamen „Oh du fröhliche“ mit dem Publikum – alle Mitwirkenden auf der Bühne versammelt zu „Jerusalem“, das tatsächlich einen Höhepunkt an seelischer Tiefe und inniger Leidenschaft markierte und damit ein bisschen zum Bewusstsein brachte, worum es beim Weihnachtsfest eigentlich geht.

Weihnachtskonzert des ThyssenKrupp-ChoresZum traditionellen Weihnachtskonzert hatte die Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp eingeladen – ins Theater am Marientor (TaM). Dabei war das TaM zwar ein Ausweichquartier, da die Mercatorhalle bekanntlich wegen Brandschutzmängeln geschlossen ist, aber mit Sicherheit kein Notstopfen. Dass die Besucher dies auch nicht so sahen, zeigten die gut gefüllten Ränge. Die Akustik in dem 1995 für „Les Misérables“ gebauten Musical-Theater ist schließlich hervorragend, auch wenn sie sich nicht ganz mit der Philharmonie Mercatorhalle messen kann.

Drei Konzerte gaben die Sänger des ThyssenKrupp-Chores unter der Leitung von Peter Stockschläder am Wochenende: jeweils knapp zweieinhalb Stunden lang begeisterten sie ihr Publikum in der ersten Programmhälfte klassisch-besinnlich, in der zweiten ausgesprochen weihnachtlich. Für die instrumentale Untermalung sorgte die Duisburger Sinfonietta, das Kammerorchester der Folkwang Universität der Künste in Duisburg, sowie Bernhard Bücker am Klavier. Für die gesangliche Unterstützung, die das musikalische Spektrum des ohnehin vielseitigen Chores erweiterte, hatte die Jubilaren-Vereinigung den Knabenchor der Chorakademie Mönchengladbach (unter der Leitung von Udo Witt) sowie als Solisten die koreanischen Sänger Jakob Kim (Bass) und Shin-Doeck Kang (Tenor) sowie Sopranistin Ursula Göller als Mitwirkende gewinnen können.

Der ThyssenKrupp-Chor, wie er seit 2006 in Anlehnung an den Unternehmensnamen heißt, entstand 1999 als Thyssen-Chor aus dem Zusammenschluss der beiden Werkschöre Ruhrort/Meiderich 1871/77 und Hamborn 1906. Auf eine ähnlich lange Geschichte blickt auch die Jubilaren-Vereinigung, Veranstalter des Weihnachtskonzerts, zurück: Vor fast 100 Jahren gegründet von den Jubilaren der August-Thyssen-Hütte, später Thyssen Stahl AG, bis zur heutigen ThyssenKrupp Steel Europe, deren Hauptsitz immer noch Duisburg ist.

Informationen zum ThyssenKrupp-Chor gibt es hier … Wer Interesse an Chorgesang hat: auch Kontaktdaten und Probentermine finden sich dort auf der Seite. Nachwuchs ist immer gerne gesehen.

© 2012 Petra Grünendahl, Foto: ThyssenKrupp

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BI Gegen das Vergessen Lopa 2010: Gaby SS. verlinkt Hassseite

Zuerst gebrauchte „BI Gegen das Vergessen Lopa 2010“ Mitglied Dirk S. das Hakenkreuz auf seinem Blog und verlinkte es auf den Rundschau Duisburg UG Zeitungsverlag. Die Gesellschafter erstatteten darauf Strafanzeige siehe dazu https://www.premiumpresse.de/gesellschafter-der-rundschau-duisburg-ug-erstatten-strafanzeige-PR2145589.html.

Im Vorfeld recherchierten wir über die aus Hamburg gesteuerte ominöse angebliche BI und zogen deren Zorn auf uns. Diese Gruppierung ist Nachfolgeorganisation von „Never Forget den Opfern der Loveparade“. Als verantwortlich im Sinne des Presserechts wird eine Gaby SS. ausgewiesen, die unter dem falschen Namen Simone Semmel auftritt.

Screenshot von FacebookNachdem wir heftige Angriffe des BI-Aktivisten Dirk. S gegen Investor Kurt Krieger in einem Artikel aufgriffen, scheint die Haut der nahe Hamburg wohnenden Gaby SS. sehr dünn geworden zu sein. Sie verlinkt auf ihrer Facebookseite einen Hetzblog – siehe Foto – mit dem Titel „Rundsau Duisburg – Selbstgerechte Schweine betexten das Weltall“. Im Teaser schreibt Gaby SS., der DJV sei informiert und glaubt dabei wohlmöglich, durch Verleumdungen beim DJV uns in der Arbeit zu behindern.

Inhaltlich werden auf diesem anonymen Blog ohne Impressum Verleumdungen am Fließband benutzt. Es sollte erhellend sein, dass Gaby SS. sich selbst outet und die Verleumdungen sich scheinbar zu eigen macht. Damit dürfte für die Stadt Duisburg und Investor Kurt Krieger erkennbar werden, mit welchen Methoden diese angebliche BI zu Werk geht. Man sollte den Herrschaften zeigen, wo der Ausgang ist.

– Pressemitteilung der Rundschau Duisburg vom 20. Dezember 2012 –

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Opern-Premiere von Mozarts „Hochzeit des Figaro“ im Theater Duisburg

Vom Aufstand gegen die Allmacht der Herrschenden

La Nozze di Figaro (v. l.): Figaro (Adam Palka) mit seiner Braut Susanna (Anett Fritsch). Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

La Nozze di Figaro (v. l.): Figaro (Adam Palka) mit seiner Braut Susanna (Anett Fritsch). Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Obwohl der Graf Almaviva (Laimonas Pautienius) des Recht des Herren auf die erste Nacht mit einer neuverheirateten Braut abgeschafft hat, ist er wild entschlossen, dieses von Figaros Braut Susanna (Anett Fritsch) einzufordern. Weder sein Diener Figaro (Adam Palka) noch Susanna als Zofe der Gräfin Almaviva (Sylvia Hamvasi) können sich dagegen wehren. Dass allerdings die Gräfin, die ihren Mann immer noch liebt, auch nichts vom „Recht der ersten Nacht“ (ius primae noctis) und den Ambitionen ihres Gatten hält, öffnet den Ränkespielen Tür und Tor.

Ihre Premiere feierte im Duisburger Theater die Oper „Hochzeit des Figaro“ (Le Nozze di Figaro), eine „komische“ Oper in vier Akten, in der hervorragenden Inszenierung von Michael Hampe. Mozarts Oper basiert auf einer französischen Komödie, in der die Allmacht des herrschenden Standes angeprangert wird und die entsprechend in ihrer Zeit (Ende des 18. Jahrhunderts, noch vor der Frz. Revolution) in französischen Theatern verboten wurde. Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, in italienischer Sprache gesungen mit Texten von Lorzenzo da Ponte, wurde 1786 im „alten“ Burgtheater am Michaelerplatz in Wien uraufgeführt. Deutsche Übertitel ebenso wie die traditionelle Einführung in das Stück im Opernfoyer erleichtern das Verständnis der Handlung. Unter der musikalischen Leitung von Axel Kober glänzten neben dem Opern-Ensemble wieder einmal die Duisburger Philharmoniker sowie als Solistin Laura Poe am Hammerflügel. Der Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie die Statisten rundeten die hervorragende Besetzung ab.

La Nozze di Figaro (v. l.): Die Gräfin Almaviva (Sylvia Hamvasi) mit ihrer Zofe Susanna (Anett Fritsch). Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

La Nozze di Figaro (v. l.): Die Gräfin Almaviva (Sylvia Hamvasi) mit ihrer Zofe Susanna (Anett Fritsch). Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Mehr als andere Opern ist „Figaros Hochzeit“ eine Schauspiel-Oper, die den Solisten nicht nur gesangliche Fähigkeiten abverlangt. Brillant spielten die Sänger – in großen wie in kleinen Rollen – auf der Bühne ihre Parts und zeigten damit, wie hochklassig das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein besetzt ist. Die Zuschauer gingen richtig mit und auf in der Handlung. Immer wieder gab es Szenenapplaus für die überzeugenden Akteure, der den Zeitplan des über drei Stunden langen Stücks doch ein wenig strapazierte.

La Nozze di Figaro (v. l.): Der Graf Almaviva (Laimonas Pautienius) umgarnt nichtsahnend seine Frau (Sylvia Hamvasi), die die Kleider ihrer Zofe trägt, hinten: der ebenfalls ahnungslose und folglich eifersüchtige Figaro (Adam Palka), Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

La Nozze di Figaro (v. l.): Der Graf Almaviva (Laimonas Pautienius) umgarnt nichtsahnend seine Frau (Sylvia Hamvasi), die die Kleider ihrer Zofe trägt, hinten: der ebenfalls ahnungslose und folglich eifersüchtige Figaro (Adam Palka), Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Wenig spektakulär, aber wirkungsvoll gestaltet war das Bühnenbild. Ein Raum, der je nach Anzahl und Größe der Türen seine Wichtigkeit verrät: vom künftigen Zimmer des Brautpaares über das Schlafgemach der Gräfin bis hin zum großen Festsaal. Der vierte Akt spielte schließlich im Garten, wo sich alle Ränke auflösen und schließlich der Graf mit seiner Gräfin und Figaro mit seiner Susanna glücklich vereint sind.

Weitere Aufführungen von „Le Nozze di Figaro“ finden statt
im Theater Duisburg, Neckarstraße 1 in 47051 Dusiburg, am

Samstag, 8. Dezember,
Mittwoch, 12. Dezember,
Samstag, 15. Dezember,
Dienstag, 18. Dezember,
Donnerstag, 20. Dezember,
Sonntag, 23. Dezember,
Mittwoch, 26. Dezember 2012 (Feiertag!),
Sonntag, 6. Januar 2013,
Freitag, 15. Februar 2013 und
Sonntag, 17. Februar 2013.

Beginn ist an Werktagen (inkl. Samstag) um 19.30 Uhr, Sonn- und Feiertags um 18.30 Uhr. Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro am Wochenende bzw. 16,10 bis 56 Euro an normalen (!) Wochentagen. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

Übrigens: Ein schöner Beitrag von Studio 47 von der Generalprobe, einen weiteren, etwas längeren Beitrag gibt es auf Youtube auf dem Kanal der Deutschen Oper am Rhein.

© 2012 Petra Grünendahl (Text),
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Stahltafel erinnert an den Arbeitskampf in Rheinhausen

Krupp-Arbeitskampf auf der Rheinbrücke (heute: Brücke der Solidarität). Foto: Manfred Vollmer.
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In Erinnerung an den Arbeitskampf in Duisburg-Rheinhausen wird Oberbürgermeister Sören Link am Samstag, 8. Dezember 2012 eine Stahltafel an der „Brücke der Solidarität“ enthüllen. Zeitzeugen wie Alt-Oberbürgermeister Josef Krings und Theo Steegmann werden ab 11 Uhr an einen der härtesten Arbeitskämpfe in Deutschland erinnern.

Vor 25 Jahren erschütterte die Nachricht von der Schließung des Hüttenwerks der Krupp Stahl AG in Duisburg-Rheinhausen die Stadt und das Ruhrgebiet. Es folgte ein beispielloser Arbeitskampf um den Erhalt des Hüttenwerkes, der tiefe Spuren im Selbstverständnis und in der kollektiven Erinnerung der Stadt hinterlassen hat. Er ist bis heute unvergessen. Zu seinen Höhepunkten zählte der ruhrgebietsweite Stahl-Aktionstag am 10. Dezember 1987, der die Menschen weit über die Grenzen Duisburgs und das Ruhrgebiet hinaus in Sorge und Protest vereinte. Der gemeinsame Kampf vieler an der Seite der Arbeiterinnen und Arbeiter machte später die Duisburger Rheinbrücke, die Hochfeld und Rheinhausen verbindet, zur „Brücke der Solidarität“.

Die Stadt Duisburg möchte mit der Stahltafel die Erinnerung an den Arbeitskampf von 1987 und 1988 lebendig halten. Die Veranstaltung, die am Beginn der „Brücke der Solidarität“ auf der Rheinhauser Seite stattfindet, ist mit einer Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Duisburg verbunden.

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation,
vom 7. Dezember 2012 –

Foto: Manfred Vollmer.

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Über Wanheim-Angerhausen nach Indien und China

Integriertes Konzept aus Infrastruktur und Transport-Netzwerk überzeugte die Ingolstädter

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“Das Container-Terminal im logport II ist längst in Betrieb, aber noch lange nicht ausgelastet. Mit der Ansiedlung des Audi-Logistikzentrums können wir künftiges Verkehrswachstum auf den Straßen rundherum noch am besten in Grenzen halten“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG in Verbindung mit der Zusage, so viel von der Anlieferung wie möglich über die Schiene abzuwickeln. Etwa 120 Lkws pro Tag würden es dann bei Vollauslastung des Logistik-Zentrums sein. Hier schließt Staake eine Optimierung der Verkehrswege nach Süden nicht aus: „Wir wollen den Straßenverkehr nicht durch Wohngebiete lotsen.“ Der Abtransport Richtung Antwerpen (und Rotterdam) erfolge dagegen überwiegend auf dem Wasser.

Gemeinsame Pressekonferenz von duisport, Audi AG und Schnellecke Logistics: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Hafenchef Erich Staake, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (v. l.)

Gemeinsame Pressekonferenz von duisport, Audi AG und Schnellecke Logistics: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Hafenchef Erich Staake, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (v. l.)

Im Pressegespräch erläuterten Hafenchef Erich Staake, Vorstand und Geschäftsführung von Schnellecke Logistics sowie Logistik-Leiter des Ingolstädter Premium-Autoherstellers Audi AG sowie den NRW-Ministern Michael Groschek (Verkehr) und Garrelt Duin (Wirtschaft) das Konzept für den neuen CKD-Standort in Duisburg (CKD = Completely Knocked Down, steht für die Bauteile, die zur Montage an einen anderen Ort gebracht werden). Rund 800.000 Kubikmeter in 16.000 Containern werden über das Duisburger Logistikzentrum dorthin verschifft, wo für Audi die großen Wachstumsmärkte liegen: nach Indien und China. Zwischen Duisburg und den Westhäfen an der Nordsee (Antwerpen und Rotterdam) wären es ca. 13.000 Lkw-Bewegungen im Jahr, die primär auf die Binnenschifffahrt sowie – zu kleineren Anteilen – auf die Schiene verlagert werden können. „Der multimodale Transport-Mix, den wir hier vorgefunden haben, mit Wasser, Schiene und Straße passt in unser Nachhaltigkeitskonzept“, so Dr. Hauf.

duisport_staake„Als reiner Flächenvermarkter hätten wir diese Ansiedlung nicht gewonnen“, so Staake. „Unser integriertes Gesamtkonzept mit der Bereitstellung der Infrastruktur und unserem Transport-Netzwerk war entscheidend, denn für Audi war letztendlich interessant: ‚Was kostet der Transport eines Containers bis Indien?’ – und hier hat unser Angebot überzeugt.“

„Mit 85 Prozent haben wir die Möglichkeiten zur Lokalisierung (Produktion von Bauteilen in der Nähe der Autoproduktion) weitgehend ausgeschöpft. Den Rest müssen wir aus Deutschland in die Werke nach Südostasien bringen“, so Dr. Hauf. Rund 500 Lieferanten fertigen ca. 4.000 verschiedene Bauteile, die zum Teil hier in Europa, zum Teil aber auch in Indien und China verbaut werden. „In Duisburg entsteht unser konzernweit größtes Export-Zentrum für Bauteile und Komponenten weltweit.“

duisport_hauf„Wir bauen Autos. Die Logistik überlassen wir gerne den Profis“, erklärte Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG. Vertragspartner von Audi (und dem ganze VW-Konzern) ist die weltweit für Kunden in der Automobilindustrie tätige Schnellecke Logistics, die ihren Firmensitz in Wolfsburg hat. Diese wiederum mietet langfristig die vom Duisburger Hafen noch zu errichtende Infrastruktur aus Gewerbeflächen und Lagerhallen. Die Duisburger Hafen AG investiert hierfür in Wanheim-Angerhausen auf dem logport-II-Areal ca. 25 Mio. Euro: „Bei uns haben sich noch alle Investitionen gerechnet“, verweist Erich Staake auf sein gutes Händchen in der Auswahl der Unternehmen, die sich im Duisburger Hafengelände ansiedeln. Und das waren immerhin 70 Unternehmen in 14 Jahren. Der 350.000 qm großen Hallenkomplex wird an Schnellecke vermietet, die die Inhouse-Logistik übernehmen. Etwa 500 Arbeitsplätze (qualifiziertes gewerbliches Personal und Verwaltungsfachkräfte) werden dort vor Ort bei Schnellecke entstehen. Schon ab dem Spätsommer 2013 soll der Versand von Teilen für die Produktion von Audi A4, A6, Q3, Q5 und Q7 über Duisburg mit Endziel Südostasien laufen. „Ein Werk in Mexico haben wir auch in Planung. Der Teileversand wird ebenfalls über Duisburg laufen“, kündigte Dr. Hauf künftiges Wachstum an.

© 2012 Petra Grünendahl, Fotos: Petra Grünendahl, Rolf Köppen (3) für duisport

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Europäischer Binnenschifffahrtspreis „Anker 2012“ für Erich Staake

Duisburger Hafenchef weltweit mit seinem Know-how gefragt

“Der Duisburger Hafen ist für uns Holländer wie Elektrizität: Man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht, aber wir können nicht ohne ihn“, umschrieb Laudator Martin van Dijk, Vorsitzender der niederländischen Internationalen Schifffahrtsvereinigung (Koninklijke Schuttevear International, Rotterdam), das, was der Preisträger aus den ehemals beschaulichen Duisburg-Ruhrorter Häfen gemacht hat. „Als Erich Staake 1998 das Ruder übernahm, hatte Duisburg eine Arbeitslosenquote von 18 Prozent. Heute beschäftigt die Logistik in Duisburg 20.000 Menschen, 40.000 Arbeitsplätze sind es in der gesamten Region.“

Im Rahmen des „Duisburg-Gipfels 2012“ zum Thema Europäische Binnenschifffahrt, Kombinierter Verkehr & Häfen im Landschaftspark Nord verlieh der Wirtschaftsjournalist Hans Erwin Riemann, Moderator des Branchen-Gipfels, dem Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG, Erich Staake, den „Anker 2012“. Erstmalig wurde dieser Preis verliehen für besondere Verdienste um die Europäische Binnenschifffahrt. „Erich Staake ist an vielen Schaltstellen der Logistik gefragt – weltweit!“, unterstrich Riemann die Verdienste des Preisträgers.

„Mit der Marke ‚duisport’ änderte sich der Auftritt des Hafens“, so Martin van Dijk in seiner Laudatio. Die Erfolgsgeschichte von „Mr. duisport“ Erich Staake fing an mit der Entwicklung von „logport I“: Als der Duisburger Hafen das stillgelegte Stahlwerk von Krupp in Rheinhausen übernahm, begann auch der Umbau von der Hafenverwaltung zum integrierten Logistik-Konzern, der sich unter der Marke ‚duisport’ in der Binnenschifffahrt, in der Logistik und im kombinierten Verkehr einen Namen gemacht hat.

„Wir müssen mit Mut und Zuversicht neue Wege gehen“, forderte Erich Staake in seiner Keynote-Rede zum Thema „Binnenschifffahrt – Auslaufmodell oder Hoffnungsträger des Transports“. „Wir mussten den Hafen umstrukturieren, denn der ‚größte Binnenhafen der Welt’ ist kein Selbstzweck. Das war eine Herausforderung“, sagte der Mann, der vor seinem Posten als Hafenchef schon als Manager u. a. bei der Preussag, bei Bertelsmann, Philipp Holzmann und Wella tätig war. Nicht mit den günstigsten Grundstückspreisen – die lagen in Duisburg etwa 25 Prozent höher – überzeugte Erich Staake unlängst einen Autohersteller, sich mit einem Logistikzentrum in „logport II“ anzusiedeln, sondern mit einem effizienten Gesamtkonzept, mit dem der Duisburger Hafen die Wettbewerber ausstach. „Der Binnenhafen ist für uns das Herzstück, auch wenn die Herausforderungen darüber hinaus gehen: Als ‚duisport’ sind wir Teil der logistischen Wertschöpfungskette. Die Logistik ist Netzwerk, nicht nur Transport.“

© 2012 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Als der Mythos „Krupp“ stürzte

Vor 25 Jahren begann der Arbeitskampf bei Krupp in Rheinhausen: Krupp ist tot, aber Rheinhausen lebt

Krupp hatte Rheinhausen geschaffen, Rheinhausen war Krupp. Von der Wiege bis zur Bahre war Krupp mehr als nur ein Arbeitgeber. Bis zu jener schockierenden Nachricht am 26. November 1987, als durchsickerte, dass Krupp das Stahlwerk in Rheinhausen, das größte integrierte Hütten- und Stahlwerk in Europa zur damaligen Zeit – schließen wollte. Einfach so!

Zur Lesung hatten Ingrid Lenders und Jürgen Kitzig für den Initiativkreis „Vorwärts erinnern – 25 Jahre Arbeitskampf Rheinhausen“ in die Bezirksbibliothek Rheinhausen geladen. Ausgewählt hatten sie eine Reihe von Texten aus Büchern, in denen Menschen ihre Erlebnisse aus dem Arbeitskampf niedergeschrieben hatten. Viele Geschichten hat der Arbeitskampf in Rheinhausen vor 25 Jahren geschrieben. Manche sind niedergeschrieben worden. Sie erleichtern heute das Erinnern. Diese Schilderungen von damals helfen in ihrer Authentizität aber auch den Menschen, die den Kampf um das Krupp-Stahlwerk nur „aus der Ferne“ kennen und es verstehen wollen.

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Vor der Lesung wurde in den Räumen eine Fotoausstellung zum Thema „25 Jahre Krupp-Arbeitskampf“ eröffnet. Erinnerungen wurden wach, denn viele der ersten Besucher waren damals dabei gewesen, als der Kampf der Stahlarbeiter um ihre Arbeitsplätze begann. Die Lesung begleitete Silvester Pece musikalisch auf seinem Akkordeon mit Liedern u. a. aus dem damaligen Arbeitskampf: „Macht die Tore zu ihr Männer“, „Stahlkocher“, „Es ist was los in Rheinhausen“, „Miteinander“ oder das legendäre „Brot und Rosen“ …

„Keiner schiebt uns weg“
„Rheinhausen muss leben“ war das Motto der Streikenden, „keiner schiebt uns weg“ der Ansporn der Männer und Frauen in Rheinhausen. Ein Arbeitsplatz bei Krupp war damals besser als jede Lebensversicherung gewesen. „Mein Großvater, mein Vater, meine Cousins und ich waren bei Krupp beschäftigt,“ erzählte ein ehemaliger Kruppianer fortgeschrittenen Alters. Auch seine Kinder und Enkel hätten wohl für Krupp gearbeitet, wenn das Werk nicht schließlich doch dicht gemacht worden wäre. Oder hätte „von Krupp gelebt“ wie so viele Geschäfte und Betriebe und fast ganz Rheinhausen zur damaligen Zeit, wo die Arbeiter in Häusern wohnten, die ebenfalls Krupp gehörten. Ein Leben ohne „Krupp“ in Rheinhausen war damals unvorstellbar, hing doch weit mehr als nur das Stahlwerk an Krupp. Die Arbeiter-Siedlungen, das Bertha-Krankenhaus, das Krupp-Gymnasium: von der Wiege bis zur Bahre – Krupp hatte hier mehr als ein Werk auf die Rheinwiesen gestellt. „Krupp“ war ein Mythos, der Arbeit und bescheidenen Wohlstand für die Arbeiter und die Stadt Rheinhausen bedeutete. Bis die Bombe platzte, dass ein modernes Werk, in dem hochmotivierte Leute arbeiteten, einfach dicht gemacht werden sollte. So, wie die Stimmung unter den Arbeitern sich aufheizte, ging der Ruf von Krupp, der Mythos „Krupp“ den Bach runter.

Die Menschen wehrten sich und kämpften, kämpften um ihre Arbeitsplätze, um ihre Existenz – gegen eine übermächtigen Gegner. Keine andere Werksschließung in Deutschland hat auch nur annähernd solche Proteste ausgelöst, eine Welle der Solidarität, die wohl einzigartig war. Über 160 Tage tobte der Arbeitskampf, der Zeichen setzte. Auch wenn sie den Kampf um ihr Werk letztendlich verloren haben – am 15. August 1993 verließ die letzte Schicht das Werk – so können die Stahlarbeiter doch einen Sieg für sich verbuchen: Rheinhausen lebt, obwohl der Mythos „Krupp“ stürzte. Auf dem Gelände das alten Stahlwerkes sind in der Logistik viele neue Arbeitsplätze entstanden. Mittlerweile kehrt auch der Stahl zurück: entsprechende Firmen-Ansiedlungen auf dem Logport-Gelände machen es möglich. Rheinhausen lebt, wo Krupp schon lange tot ist!

Ein paar empfehlenswerte Bücher zum Thema:

  • Waltraud Bierwirth / Manfred Vollmer: AufRuhr 1987-97,
  • Bernd Hendricks: 160 Tage und Nächte in Rheinhausen,
  • Der Hochofen vor unserem Fenster. Die Frauen von Rheinhausen
    (Hrsg. Schreibwerkstatt der Kruppianer-Frauen) sowie
  • Josef Krings: Begegnungen.

Leider sind alle Bücher nur noch antiquarisch zu bekommen. Ich suche auch noch – mittlerweile fehlt mir nur noch der Bildband „AufRuhr“ … 🙁

Ebenfalls zu der Zeit im Ruhrgebiet: Thyssen schließt die Henrichshütte in Hattingen …

© 2012 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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