BI Lopa 2010 e. V. – Leistet die WAZ Duisburg mit einem Artikel ungewollte Hilfe zum möglichen Betrug?

Mit dem Titel „Stadt, Land und Schaller sollen helfen“ stellt Alfons Winterseel in der WAZ den neugegründeten Verein „Betroffenen Initiative LoPa 2010“ vor. Dieser Verein möchte u. a. eine Stiftung gründen. Finanziell sollten Stadt, Land und Veranstalter dafür den Grundstock legen, so Dirk Schales von BI Lopa2010 e. V. Nun ist es aber ausgerechnet Schales, der im Vorstand des gemeinnützigen Vereins „Never Forget den Opfern der Loveparade“ als 2. Vorsitzender mit dafür verantwortlich sein soll, dass der Verein durch Dritte liquidiert werden musste. Gerüchten folgend wurde über Unregelmäßigkeiten gemunkelt.

money-moneyFür mögliche Spender des neuen Vereins ist dies eine überaus wichtige Information. Daher wurde dieser Sachverhalt im Kommentarbereich zum Artikel in der WAZ auch angesprochen. Das passte anscheinend nicht in die Pläne der „Betroffenen Initiative LoPa 2010“ und veranlasste die WAZ, den Kommentar zu löschen. Dass der Zeitungsverlag durch Unterdrücken dieser Fakten eine „Heile Welt“ für mögliche Spender suggeriert, ist den Verantwortlichen scheinbar nicht bewusst. Deshalb veröffentlichen wir den Kommentar, den die WAZ zweimal löschte. Denn die Wahrheit lässt sich nicht unterdrücken.

Der Kommentar
Nun erstaunt diese Veranstaltung, werden doch die Betroffenen durch die Loveparade Selbsthilfe e.V. seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Baum und Reiter in Düsseldorf betreut. Schnelle Hilfe forderte Julius F. Reiter q für seine 76 Mandanten, die allesamt Opfer der Loveparade 2010 sind. Man könnte den Eindruck gewinnen, Schales und Co. versuchen sich nach Jahren an dieses Thema zu hängen, allein, um in die Medien zu kommen.

Bekannt wurde Dirk Schales als 2. Vorsitzender in Konni Hendrix’ berüchtigtem Lopa-Verein “Never Forget den Opfern der Loveparade”. Never Forget ging pleite und wurde liquidiert. Auch dort wurden Spenden eingenommen. Ob man Schales und Co. in einer Stiftung wieder die Möglichkeit geben sollte, an die Spendentröge zu kommen, möchte ich für mich verneinen. Man nimmt ihnen zudem ihre Berufsbetroffenheit kaum mehr ab.

waz1-300x148

WAZ-Zensur – siehe dazu:
https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadt-land-und-schaller-sollen-helfen-id8352559.html
oder auch:
https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/kritik-an-der-notfallseelsorge-aimp-id8354426.html

© 2013 Jürgen Rohn

Quelle: https://www.lopa-2010.de/2013/08/24/duisburg-waz-artikel-ueber-neuen-lopa-2010-verein-ungewollte-hilfe-zum-moeglichen-betrug/

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Logistikzentrum der Audi AG im Logport II in Wanheim-Angerhausen eröffnet

Duisburg wird neue Drehscheibe automobiler Logistik

Eröffnung des Audi-Logistikzentrums im Logport II Wanheim-Angerhausen„Hier entsteht unser größter CKD-Hub, der auch als Pionier für andere Logistikzentren fungiert“, erklärte Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG, bei der feierlichen Eröffnung. „CKD“ ist die Abkürzung für „Completely Knocked Down“ und steht für die Bauteile, die zur Montage an einen anderen Ort gebracht werden. Dass Audi auf seinen Wachstumsmärkten neue Werke baut, heißt nicht, dass alle Teile – auch die von Zulieferern – vor Ort in hoher Qualität und für den jeweiligen Hersteller rentabel gefertigt werden können. Hier gibt es gerade in Deutschland und NRW viele Zulieferbetriebe, die als Hidden Champions technologische Marktführer sind, für die sich aber die Produktion für kleine Märkte in Übersee nur in Deutschland rechnet.

Die Talkrunde auf dem Podium unterstrich die Bedeutung des neuen Logistikstandortes (v. l.): Andreas Wagner, Vorstand Operatives Geschäft bei Schnellecke Logistics, Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender Duisburger Hafen AG, und Moderator Franz Rother, Stv. Chefredakteur der Wirtschaftswoche.

Die Talkrunde auf dem Podium unterstrich die Bedeutung des neuen Logistikstandortes (v. l.): Andreas Wagner, Vorstand Operatives Geschäft bei Schnellecke Logistics, Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender Duisburger Hafen AG, und Moderator Franz Rother, Stv. Chefredakteur der Wirtschaftswoche.

Im Duisburger Logport II in Wanheim-Angerhausen eröffnete das neue und weltweit größte Logistikzentrum von Audi offiziell seinen Betrieb. Mit Prominenz aus der lokalen Wirtschaft und Verwaltung, aber auch ranghohen „Logistikern“ aus Ingolstadt und Wolfsburg wurde die Eröffnung groß gefeiert, was die Bedeutung des neuen Standortes unterstreicht. Zumal diese Ansiedlung nur die erste des Konzerns in Duisburg ist, denn für Volkswagen wird bereits ein Logistikzentrum etwas kleineren Ausmaßes (aber auch mit Erweiterungsmöglichkeiten) in Autobahnnähe und mit eigenem Autobahnanschluss an der A40 in Kaßlerfeld gebaut. Die multimodale Anbindung und ein integriertes Konzept der Duisburger Hafen AG hatte nach den Verantwortlichen in Ingolstadt auch die Wolfsburger überzeugt. Gute 25 Mio. Euro hat die Duisburger Hafen AG auf dem Logport II für das Audi-Logistikzentrum investiert, Schnellecke Logistics als Betreiber weitere 2,5 Mio. Euro. Mit Schnellecke gibt es langfristige Verträge zur Nutzung des über 100.000 Quadratmeter großen Areals mit ca. 53.000 Quadratmeter Hallenflächen und Optionen für eine Erweiterung.

Eröffnung des Audi-Logistikzentrums im Logport II Wanheim-Angerhausen

 

Eröffnung des Audi-Logistikzentrums im Logport II Wanheim-AngerhausenBetrieb ist bereits angelaufen: Erste Container verschifft
Seit Anfang Juli werden von hier aus Autoteile überwiegend nach Antwerpen verschifft. Aus dem Überseehafen geht der Transport dann weiter nach China und Indien. Ab 2016, wenn Audis neues Werk in Mexiko die Produktion aufnimmt, gehen die Container mit Komponenten auch nach Mittelamerika. Bislang sind Mitarbeiter in zwei der fünf Hallen damit beschäftig, die angelieferten Teile für den Übersee-Transport versandfertig zu machen. Bis Jahresende sollen der Standort im Volllast-Betrieb laufen. Dann werden ca. 500 Mitarbeiter hier tätig sein: 450 bei Schnellecke Logistics, die den Transport und die logistische Abwicklung für Audi übernehmen, und ca. 50 bei der Thimm-Gruppe, die in einer ca. 8.000 Quadratmeter großen Halle Verpackungen produzieren. Die Verpackungsproduktion im Logport II erspart den deutschen Autobahnen eine vierstellige Summe an Lkw-Fahrten im Jahr.

Im Pressegespräche (v. l.): Matthias Schliep (Thimm-Gruppe), Dr. Michael Hauf (Audi AG), Erich Staake (Duisburger Hafen AG), Oberbürgermeister Sören Link, Klaus Wagner (Schnellecke Logistics)

Im Pressegespräche (v. l.): Matthias Schliep (Thimm-Gruppe), Dr. Michael Hauf (Audi AG), Erich Staake (Duisburger Hafen AG), Oberbürgermeister Sören Link, Klaus Wagner (Schnellecke Logistics)

Angeliefert werden die Autoteile aus allen Teilen Deutschlands, wenn auch überwiegend aus NRW, zur Zeit noch ausschließlich per Lkw (ca. 60 Lkw sind es pro Tag). Wenn der Gleisanschluss auf dem Areal vollständig ausgebaut ist, sollen auch Züge mit Komponenten anrollen. Im Vollbetrieb kann man mit ca. 120 Lkw-Anfahrten am Tag rechnen. Abtransportiert wird fast komplett über den Wasserweg: Rund 800.000 Kubikmeter Autoteile in 16.000 Containern per Binnenschiff nach Amsterdam ersparen jährlich ca. 13.000 Lkw-Fahrten über die Autobahnen.

Eröffnung des Audi-Logistikzentrums im Logport II Wanheim-AngerhausenVon Duisburg werden die Wachstumsmärkte von Audi beliefert. Das reicht von Kleinteilen und Schrauben bis hin zu lackierten Karosserien, die dann nach Indien gehen, wo es – für einen Absatzmarkt von ca. 10.000 Fahrzeugen im Jahr – nur eine Endmontage gibt. In China mit einem Absatzmarkt von 300.000 Fahrzeugen im Jahr steht eine Vollfunktionsfabrik. Hier kommen – ja nach Modell – 50 bis 85 Prozent der Teile aus lokaler Produktion, die restlichen 15 bis 50 Prozent werden von Deutschland an die Produktionsbänder geliefert. Über 4.000 verschiedene Einzelteile sind hier gelistet, die über EDV passgenau für die Produktion in Übersee zusammengepackt werden.

Viele qualifizierte Bewerber

Mit dem Firmenschild zur Eröffnung (v. l.): Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG, Christian Graeff, Leiter Internationale Logistik der Audi AG, Klaus Wagner, Vorstand Operatives Geschäft bei Schnellecke Logistics, Prof. Rolf Schnellecke, Aufsichtsratsvorsitzender der Schnellecke-Gruppe, Dr. Thomas Fusch, Geschäftsführer von Schnellecke Wolfsburg, sowie René Elbert, Betriebsleiter der Schnellecke Logistics in Duisburg

Mit dem Firmenschild zur Eröffnung (v. l.): Dr. Michael Hauf, Leiter Markenlogistik der Audi AG, Christian Graeff, Leiter Internationale Logistik der Audi AG, Klaus Wagner, Vorstand Operatives Geschäft bei Schnellecke Logistics, Prof. Rolf Schnellecke, Aufsichtsratsvorsitzender der Schnellecke-Gruppe, Dr. Thomas Fusch, Geschäftsführer von Schnellecke Wolfsburg, sowie René Elbert, Betriebsleiter der Schnellecke Logistics in Duisburg

Hochzufrieden zeigte sich René Elbert, Betriebsleiter des Logistikzentrum von der Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur in Duisburg. „Wir hatten hier einen große Pool von qualifizierten Bewerbungen“, erzählte auch Klaus Wagner, Vorstand Operatives Geschäft am Firmenhauptsitz in Wolfsburg. Frühzeitig habe man sich auf die Suche nach Fachkräften gemacht. Mit Hilfe eines Assessment Centers wurde eine Auswahl getroffen und die Leute zum Teil an anderen Standorten der weltweit tätigen Logistik-Gruppe schon vorqualifiziert. „Sogar Bewerbungen von Opelanern aus Bochum hat es gegeben“, berichtete Wagner, der mit dem Ablauf der Rekrutierung vollauf zufrieden ist. Dem weiteren Ausbau bis zum Volllastbetrieb steht nichts mehr im Weg.

Neben vielen anderen spannenden Berichten aus der Binnenschifffahrt gibt es diesen Artikel auch hier im Schifffahrts-Magazin, Seite 34 …
© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Verleumder Dirk Schales lädt Betroffene der Loveparade 2010 in Duisburg ein

justiz-300x279Dirk Schales lädt zusammen mit Jörn Teich als Vertreter der Betroffenen Initiative LoPa 2010 e. V. ein. Die Fachanwältin für Sozialrecht Bärbel Schönhof soll drei Jahre nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg den Betroffenen ihre Ansprüche erklären:

Nun erstaunt diese Veranstaltung, werden doch die Betroffenen durch die Loveparade Selbsthilfe e. V. seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Baum und Reiter in Düsseldorf betreut. Schnelle Hilfe forderte Julius F. Reiter schon 2011 für seine 76 Mandanten, die allesamt Opfer der Loveparade 2010 sind. Man könnte den Eindruck gewinnen, Schales und Co. versuchen, sich nach Jahren an dieses Thema zu hängen, allein um in die Medien zu kommen.

Zum dritten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe hatte unlängst die “Loveparade Selbsthilfe” die Hinterbliebenen, Verletzten und Interessierten zu einer Bestandsaufnahme eingeladen. Thema von Prof. Julius Reiter, Rechtsanwalt und Angehörigen-Vertreter von der Düsseldorfer Kanzlei baum, reiter & collegen, war unter anderem, wie den Hinterbliebenen, Verletzten und Traumatisierten dauerhaft geholfen werden kann. Da drängt sich möglicherweise schon der Eindruck auf, der erst kürzlich gegründete Verein BI LoPa 2010 e. V. möchte sich lediglich profilieren und sucht einen Aufhänger.

Möglich aber auch, dass Dirk Schales, jovial und bieder wirkender Frontmann im Verein, seinen Ruf aufpolieren möchte. Denn es ist ausgerechnet Dirk Schales, der seit dem letzten Jahr bewusst wahrheitswidrig den Geschäftsführer der “Rundschau Duisburg UG” und Sprecher der Bürgerinitiative “Duisburg gegen Rechts” , Jürgen Rohn, am Fließband verleumdet. Da widmet Schales mehrere Hetzartikel gegen Rohn in einem Blog und verleumdet diesen u.a. als „Stalker Jürgen“ mit vorgeblich rechtsradikaler Vergangenheit.

Der Vertreter der Betroffenen Initiative zog damit strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf sich. Er lässt allerdings nicht nach, Rohn und dessen Verlobte Petra Grünendahl durch Horrorgeschichten in Misskredit zu bringen. Ob die Betroffenen der Lopa 2010 gut beraten sind, der Einladung von Verleumder Dirk Schales zu folgen, müssen diese selbst entscheiden. Dass sie dabei instrumentalisiert werden könnten, um Schales brüchig gewordene bürgerliche Fassade zu reparieren, kann nicht ausgeschlossen werden.

Veranstaltung: 24. August 2013 um 18.00 Uhr.
Ort: Verein Bürger für Bürger e.V. Brahmsstraße 5a, 47226 Duisburg.

https://www.lopa-2010.de/2013/07/30/duisburg-stalker-jurgen-dreiste-lugengeschichten-um-lopa2010-aktivistin/

© 2013 Jürgen Rohn

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Rolf Karling verleumdet Sprecher der “BI Duisburg gegen Rechts”

nazis-auf-maulRolf Karling, streitbarer Sozialaktivist und Unterstützer der Loveparade-Gedenkstätte, streute heute Abend in mindestens zwei Facebook-Gruppen die Verleumdung, der Sprecher der „BI Duisburg gegen Rechts”, Jürgen Rohn, sei ursächlich für die Farbschmierereien in Rheinhausen. Bekanntlich waren rassistische Parolen ans Duisburger Roma Haus geschmiert worden. Die Polizei ermittelt deshalb in einem laufenden Verfahren.

rolf_karlingKarling dazu unter seinem bekannten Nick „Jan Dödel“ wörtlich: „das ist jetzt aber wirklich nicht nett! böse zungen behaupten das unser aller geschätzter Saubermann Jürgen rohn unter die bildenden Künstler im Großformat gegangen sein soll. sein Erstlingswerk soll er im Großformat in rheinhausen vorgestellt haben! wie gesagt, böse zungen!!”

„Das ist der billige Versuch von Rolf Karling, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen”, so Jürgen Rohn. Der Sprecher der „BI Duisburg gegen Rechts” hatte Mitte Juli Karling bei einem Farbanschlag auf einen PKW erkannt und das der Polizei mitgeteilt.

Kurz darauf zeigte Karling den BI-Sprecher wegen Bedrohung an, worauf dieser gegen Karling Strafanzeige wegen Vortäuschung einer Straftat stellte.

„Ich habe den aktuellen Sachverhalt heute Abend der Polizei mitgeteilt und Herrn Karling wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt”, teilt uns der sichtlich genervte Sprecher der „BI Duisburg gegen Rechts” mit. „Ich finde es ungeheuerlich”, so Jürgen Rohn weiter, „dass ein einschlägig und mehrfach Vorbestrafter, wie Rolf Karling, unbelehrbar weiter beleidigt.”

Wir werden über den weiteren Verlauf die Leser auf dem Laufenden halten.

© 2013 pet

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“: Eisern Sparen Ja, Kaputtsparen Nein

Strukturschwache Kommunen machen ihre Hausaufgaben und fordern erneut „Hilfe zur Selbsthilfe“

„Das Führen einer strukturschwachen Stadt wird für jeden Oberbürgermeister und jedes Ratsmitglied immer schwieriger. Die dramatischen Finanzprobleme der meisten Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind trotz des Stärkungspaktes Stadtfinanzen des Landes und der Bundeshilfe bei der Entlastung von Sozialausgaben nicht wirklich gelöst. Überall vor Ort wird seit Jahren eisern gespart. Viele Kommunen sind inzwischen wie ausgepresste Zitronen. Dringend notwendig und dauerhaft wirksam ist nur eine umfassende Neuordnung der Kommunalfinanzen in der kommenden Legislaturperiode des Deutschen Bundestages.“

Diese Zustandsbeschreibung gibt die langjährige Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD), die gemeinsam mit ihrem Wuppertaler Amtskollege Peter Jung (CDU) als Sprecher des Aktionsbündnisses „Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte“ fungiert. Dieses Bündnis strukturschwacher Kommunen aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land, denen sich auch Mönchengladbach angeschlossen hat, fordert seit Jahren im Verteilungskampf um Steuermittel von Land und Bund die im Grundgesetz verankerte ausreichende kommunale Finanzausstattung. Sie ist den deutschen Kommunen seit Jahrzehnten versprochen, jedoch nie umfassend realisiert worden.

Dazu der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link und Kämmerer Dr. Peter Langner: „Der Vergleich mit der ausgepressten Zitrone gilt auch für unsere Stadt. Sparen bleibt bei uns wie in allen anderen Kommunen unseres Aktionsbündnisses noch lange oberstes Gebot. Weil Kaputtsparen allerdings den Tod der kommunalen Selbstverwaltung bedeutet und damit unser gesamtes politisches System bedroht, hoffen wir auf weitere Unterstützung durch Bund und Land. Uns geht es um Hilfe zur Selbsthilfe!“

Dass nahezu alle nordrhein-westfälischen Kommunen in den letzten Jahren enorme eigene Sparanstrengungen realisiert haben, bestätigten jüngste Berechnungen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA), vorgetragen beim Fachverband der Kämmerer in Nordrhein-Westfalen. Sie beziffern den kommunalen Konsolidierungsbeitrag allein in den vom Stärkungspakt Stadtfinanzen profitierenden Städten und Gemeinden auf 5 Milliarden Euro. Er setzt sich zusammen aus bereits vollzogenen bzw. geplanten Effizienzsteigerungen bei der Personalwirtschaft – insbesondere Personalabbau, steigender Gewinnabführung aus kommunalen Beteiligungen und höheren Grund- und Gewerbesteuern.

Der in Duisburg zur Sanierung der Stadtfinanzen beschlossene Konsolidierungsbeitrag beträgt bis zu 272,2 Millionen Euro pro Jahr (gesamt 2012 bis 2021 rund 2,1 Millarden Euro). Dabei verdeckt der Blick auf die reinen Zahlen zum Personalabbau, dass die Kommunen im gleichen Zeitraum durch Bundes- und Leistungsgesetze gezwungen wurden, zusätzlich Personal einzustellen – so beim Ausbau der Kitas, der U3-Betreuung oder der Verschärfung der Brandschutzrichtlinien.

Konkret mussten die Kommunalpolitiker der verarmten Städte mit der Streichung sogenannter „freiwilliger Leistungen“ viele unpopuläre Beschlüsse fassen. Sie zwingen die Bürger auf der einen Seite stärker zur kommunalen Kasse und schränken auf der anderen Seite gleichzeitig die Lebensqualität oft massiv ein. Beispielsweise durch Schließungen von Bädern, drastischer Einschränkung des kulturellen Angebots, Aufgabe von Jugendeinrichtungen und Stadtteilarbeit sowie dauernden Ärger über marode Straßen und Brücken.

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik, Region | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Südosteuropäer in Duisburg: „Hilfe der Landesregierung ist ein gutes Zeichen“

„Die Stadt Duisburg begrüßt die Initiative der Landesregierung, die betroffenen Kommunen beim Thema Südosteuropa zu unterstützen“, erklärt Stadtdirektor Reinhold Spaniel: „Es ist ein gutes Zeichen. Allerdings wird die Summe von 7,5 Millionen Euro für die betroffenen Städte nicht ausreichen.“ Deshalb fordert Spaniel die Bundesregierung auf, die Lage der Kommunen nicht mehr zu ignorieren und sie ebenfalls finanziell zu unterstützen.

Die Regierung habe der EU-Osterweiterung zugestimmt, ohne sich über die Konsequenzen klar zu sein. Jetzt müssten die Städte die Folgen einer verfehlten Einwanderungspolitik tragen. In Duisburg leben zur Zeit rund 8000 Menschen aus Rumänien und Bulgarien. Monatlich ziehen im Durchschnitt rund 250 Menschen aus Südosteuropa nach Duisburg. „In den ersten sieben Monaten des Jahres sind schon mehr Menschen gekommen, als im gesamten vergangenen Jahr“, so Spaniel: „Und wir sind verpflichtet, uns beispielsweise um die Gesundheit der Kinder zu kümmern, sie in Schulen unterrichten zu lassen und Sprachkurse anzubieten. Außerdem kümmern wir uns auch gerade dort um den sozialen Frieden, wo viele Zuwanderer wohnen.“ Das alles kostet die Stadt Duisburg Geld in Millionenhöhe, das im Haushalt nicht vorhanden ist.

Ab 2014 wird die finanzielle Situation noch schwieriger, wenn die Menschen aus Rumänien und Bulgarien das Recht auf Sozialleistungen haben werden. Stadtdirektor Spaniel: „Die Stadt muss dabei die Kosten der Unterkunft tragen. Wir rechnen mit fast 15 Millionen Euro Mehrkosten. Das ist ohne zusätzliche finanzielle Hilfe aus Berlin nicht möglich.“

– Pressemmitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

Siehe auch Pressemitteilung des Landes Nordrhein-Westfalen unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2013/08/08/armutszuwanderung-in-duisburg-land-nrw-will-die-stadte-nicht-allein-lassen

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik, Region | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Armutszuwanderung in Duisburg: Land NRW will die Städte nicht allein lassen

„Wir lassen die Städte nicht allein“

Integrationsminister Guntram Schneider und Innenminister Ralf Jäger haben Maßnahmen der Landesregierung zur Unterstützung der von Armutszuwanderung betroffenen Kommunen vorgestellt. „Insgesamt werden wir jährlich rund 7,5 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen zur Verfügung stellen, damit Städte wie Duisburg oder Dortmund den sozialen Frieden sichern und die zu uns gekommenen Menschen angemessen unterstützen können,“ sagte Minister Schneider in Düsseldorf.

„Das Land lässt die Städte nicht allein, obwohl wir die Probleme auf Landesebene allein nicht lösen können“, ergänzte Innenminister Jäger. „Der Bund hat für die EU-Osterweiterung gestimmt. Gleichzeitig hat die Regierung Merkel aber jahrelang nichts dafür getan, dass die Lebensverhältnisse insbesondere der Roma in Rumänien und Bulgarien verbessert werden.“

Auch wenn nicht alle Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien Armutsmigranten seien, sei offensichtlich, dass viele Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und geringer beruflicher Qualifizierung zu uns kommen, sagte Integrationsminister Schneider. „Bildung und Qualifizierung sind die Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration. Wir wollen vor allem bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen, bei der Qualifizierung und Beschäftigungsfähigkeit Erwachsener und der gesundheitlichen Grundversorgung ansetzen.“

Vorgesehen sind beispielsweise:

  • Integrationslotsen, die als Brückenbauer in den Stadtteilen eingesetzt werden und den Kontakt zwischen Neuzuwanderern und Behörden, Ämtern und sozialen Einrichtungen erleichtern.
  • Niedrigschwellige und flexible Bildungsangebote für Kinder unter sechs Jahren (zum Beispiel Spielgruppen und Sprachförderung).
  • Sicherung des regulären Schulbesuchs von Zuwandererkindern. Durch den Einsatz von Integrationslehrern wird die ausreichende Versorgung mit Integrationsklassen vor Ort sichergestellt. Ziel ist die baldige Einmündung der Kinder und Jugendlichen in Regelklassen; hierfür werden Lehrerinnen und Lehrer gezielt vorbereitet.
  • Heranführung an den Arbeitsmarkt, beispielsweise durch eine auf die Arbeitswelt bezogene Sprachförderung, die Kompetenzfeststellung bei Zugewanderten und beschäftigungsorientierte Qualifizierungsangebote.
  • Unterstützung der Kommunen bei einer vorbeugenden Gesundheitshilfe. Besonderen Vorrang haben Impfungen und Maßnahmen für unversorgte Kinder und Jugendliche sowie schwangere Frauen.
  • Die NRW-Polizei unterstützt die kommunalen Ordnungsbehörden gezielt in Ordnungspartnerschaften. Die Polizei hat zudem ihre Präsenz in besonders betroffenen Wohngebieten erhöht, um die Sicherheit der Menschen vor Ort zu gewährleisten.

Hinzu kommen die schon vorhandenen Strukturen, wie die vom Land geförderten Kommunalen Integrationszentren oder die Integrationsagenturen der Freien Wohlfahrtspflege.

Innenminister Jäger wird mit einer Delegation der Innenministerkonferenz in die betroffenen EU-Staaten reisen, um zu klären, wie die vorhandenen EU-Hilfen dort schneller und effektiver ausgeschöpft werden können. „Die Hilfe muss bei den Menschen ankommen. Bulgarien und Rumänien standen in der laufenden Förderperiode Milliardenbeträge aus dem Europäischen Sozialfonds zu, von denen aber nur 10 bis 20 Prozent abgerufen worden sind. Hier müssten Bund und EU helfen, damit die Fördermilliarden in den Heimatländern der Armutszuwanderer auch eingesetzt werden können“, sagte Jäger.

Seit dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 ist die Zahl der in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen aus diesen Ländern deutlich gestiegen, allein von 2011 bis 2012 um ein Fünftel. Ende 2012 waren es rund 60.000 Menschen, ein Jahr zuvor rund 48.000. Die Zuwanderung aus beiden Ländern hält weiter an. Minister Schneider: „Nicht alle Einwanderinnen und Einwanderer aus Rumänien und Bulgarien sind Armutsmigranten, ein Teil von ihnen ist gut qualifiziert und stellt einen Gewinn für unsere Wirtschaft dar. Andere dagegen lebten schon in ihrer Heimat in großer Armut und sind dort teilweise Opfer von Diskriminierungen geworden. Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil, gehören nicht alle Armutszuwanderer der Gruppe der Roma an. Umgekehrt sind auch unter den gut qualifizierten Einwanderern viele Roma.“

– Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Sozialesund des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Landesregierung Nordrhein-Westfalen –

Siehe auch Reaktion der Stadt Duisburg unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2013/08/08/sudosteuropaer-in-duisburg-hilfe-der-landesregierung-ist-ein-gutes-zeichen

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik, Region | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Die Not vieler Städte: Soziallasten weiter auf Wachstumskurs

Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“ unterstützt die Forderungen zur Übernahme der Eingliederungshilfe für Behinderte durch den Bund

Angesichts von Steuereinnahmen auf Rekordhöhe bei Bund und Ländern fordert das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden/Für die Würde unserer Städte“ für die strukturschwachen Kommunen einen stärkeren Beitrag von Berlin und Düsseldorf zur Finanzierung der trotz guter Konjunktur immer weiter steigenden Soziallasten. Die finanziellen Landeshilfen durch den „Stärkungspakt Stadtfinanzen“, die vielen Städten einen Zeitgewinn zur Haushaltssanierung ermöglicht, und die Übernahme der Kosten für Grundsicherung durch den Bund entlasten die Haushalte nur teilweise. Die vollständige Übernahme der Grundsicherung im Alter hat die kommunalen Sozialetats in Nordrhein-Westfalen zwar um rund sieben Prozent entlastet. Mehr als 93 Prozent der Sozial- und Jugendhilfekosten sind aber weiterhin zu finanzieren. Damit vergrößert sich die Schere zwischen reichen und armen Kommunen zusehends.

Deshalb meldet sich das parteiübergreifende Aktionsbündnis, dem 20 Städte insbesondere aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land angehören, im Vorfeld der nahenden Bundestagswahl wieder zu Wort. Angeführt wird es von der Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD) und ihrem Kämmerer Uwe Bonan sowie dem Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) mit seinem Kämmerer Dr. Johannes Slawig. Engagierte Mitstreiter sind Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link und Kämmerer Dr. Peter Langner: „Die Soziallasten, im Kern eine staatliche und keine städtische Aufgabe, belasten auch unsere Stadt. Was Duisburg nicht mehr schafft, schafft in dieser Situation keine andere strukturschwache Kommune!“

Deshalb unterstützen OB Link und Kämmerer Dr. Langner das angekündigte Reformvorhaben des Bundes und der Länder in der neuen Legislaturperiode des Deutschen Bundestages für ein neues Bundesleistungsgesetz. Damit wird einerseits die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen an die veränderten Bedingungen angepasst und darüber hinaus kann die den Kommunen bereits zugesagte finanzielle Entlastung zügig realisiert wird. Der Appell des Aktionsbündnisses an die Kandidaten zur Bundestagswahl: „Versprechen Sie uns, sich nach Ihrer Wahl sofort dieser Initiative anzuschließen.“

Allein zur Finanzierung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen müssen die zum Aktionsbündnis zählenden Städte und Kreise mittlerweile pro Jahr mehr als 1,1 Milliarden Euro aufbringen. Die Finanzhilfen des Bundes in diesem Bereich würden eine Reduzierung der von den Kommunen aufzubringenden Umlagen an die Landschaftsverbände bedeuten. Angesichts von zurzeit 6,5 Millionen Euro Aufwand im Haushalt der Stadt Duisburg und rund 85 Millionen Euro Eingliederungshilfe für Menschen in Duisburg aus dem Haushalt des LVR lässt eine Kostenübernahme vom Bund Entlastungen für Duisburg in zweistelliger Millionenhöhe erwarten, die sich insbesondere in einer Reduzierung der Umlage an den LVR (zur Zeit 132,9 Millionen Euro) niederschlagen werden. Weil auch dieses Geld nicht zur Verfügung steht, muss auch die Landschaftsumlage – wie bei sämtlichen Mitgliedern des Aktionsbündnisses ebenfalls – per Kassenkredit, also auf Pump, finanziert werden. Dazu OB Link und Kämmerer Dr. Langner: „Sozialausgaben auf Pump, das ist ein haltloser Zustand. Er steht völlig im Widerspruch zu den aktuellen Meldungen über die so üppig fließenden Steuergelder an Bund und Länder.“

Was das Aktionsbündnis durch parteiübergreifendes Handeln und Zusammenstehen erreichen kann, war in den vergangenen Jahren für viele Beobachter erstaunlich. Es zwang den Landtag NRW durch öffentlichen Druck zur bundesweit ersten und bisher einzigen Sondersitzung eines Länderparlamentes zur Kommunalen Finanznot und die Landesregierung zum „Stärkungspakt Stadtfinanzen“. Für die strukturschwachen NRW-Kommunen ein Hoffnungsschimmer

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik, Region | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

DU mein Duisburg – von Marco Hofmann

„DU mein Duisburg – eine Stadt mit Charakter“ im Anno-Verlag
Persönliche Streifzüge durch eine faszinierende Stadt

du-mein-duisburg_cover Duisburg könnte man nicht einmal dann auf 220 Seiten umfassend beschreiben, wenn man die Bilder wegließe. Aber Entdeckungsreisen ohne Bilder gehen natürlich gar nicht, so dass Autor Marco Hofmann, der als Freier Journalist u. a. für die Neue Ruhr-Zeitung (NRZ) reichlich in Duisburg rumkommt, auch eifrig zur Kamera griff, um interessante Punkte im Bild festzuhalten. Ca. 200 Aufnahmen (auch von anderen Fotografen) illustrieren Duisburgs faszinierende Seiten – nicht alle, aber zumindest einen Teil davon.

In sechs Abschnitten führt uns Marco Hofmann durch die Stadt. Jedes Kapitel ist einem anderen Thema gewidmet und streift die wichtigsten Aspekte, die man über unsere Stadt wissen sollte. Natürlich setzt Hofmann in diesem Buch subjektive Schwerpunkte. Und sie könne für jeden Leser der Beginn eines persönlichen Streifzugs werden, wenn man sich auf diese Stadt einlässt.

Von der „Stadt am Wasser“ und dem „Arbeiter-, Industrie- und Bildungsstadt“ (nein, das ist kein Widerspruch!) über Verkehrsknoten und Freizeitgestaltung bis hin zur Einkaufsstadt und den Möglichkeiten, hier zu übernachten (an einem Tag ist die Stadt ohnehin nicht zu schaffen ;-)), hat Marco Hofmann Geschichten und Geschichte recherchiert. Seine „Entdeckungsreise durch eine Stadt mit Charakter“ – so der Untertitel – ist wahrlich „ein Buch für jeden, der Duisburg liebt, kennen lernen möchte, falsch verstanden hat, nie satt hat“, wie Marco Hofmann seine Intention zusammen fasst. Auch wer schon einiges oder viel von Duisburg kennt, wird etwas Neues erfahren. Und zu entdecken gibt es viel meiner Heimatstadt, die von Norden bis in den Süden, vom Osten bis hinein in den Westen auf der anderen Rheinseite eine Vielfalt zu bieten hat, die zu erkunden EIN Buch niemals leisten kann – wohl aber zu weiteren Erkundungen anregen: Hofmanns Buch macht auch neugierig.

Duisburg: Eine faszinierende Stadt
Bei Hofmanns Streifzügen wird man Seiten der Stadt wiedererkennen, andere ganz neu entdecken. Duisburg ist so vielseitig, dass auch interessierte Bürger nicht alles kennen (können). Das Buch gibt viele Anregungen, selber auf Entdeckungstour zu gehen – für Auswärtige wie für Einheimische! Duisburg hat so viele schöne, interessante und spannende Seiten. Höchste Zeit, sie zu erkunden!

Hofmanns Schlusssatz: Man sollte Duisburg in zehn Jahren wieder besuchen … – Nicht erst dann, hoffe ich doch, denn der Wandel ist hier schon längst im Gang. Und wenn man nur nachguckt, um festzustellen, ob Entwicklungen, die Marco Hofmann schon als vollendet beschrieben hat, wirklich eingetroffen sind … An der einen oder anderen Stelle darf man zweifeln. Und ein solches Buch wie „DU mein Duisburg“ wird schneller zum Dokument der Zeitgeschichte, als manche Leute meinen …

Das Buch „DU mein Duisburg – Entdeckungsreise durch eine Stadt mit Charakter“ von Marco Hofmann ist erschienen im Anno-Verlag, Rheinberg (ISBN 978-3-939256-07-6). Der reich bebilderte Band mit Klappbroschur-Einband (224 Seiten) ist im lokalen Buchhandel erhältlich und kostet 16,95 Euro.

© 2012 Petra Grünendahl (Text)
Buchcover: Anno-Verlag, Rheinberg

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , | Schreib einen Kommentar

Anschlag auf Duisburgs Ex-OB Adolf Sauerland und Dezernent Wolfgang Rabe geplant?

Am Freitag, den 26. Juli 2013, zwei Tage nach dem dritten Jahrestag der Loveparade 2010, rannte ein Betroffener, Jascha R., ins Rathaus. Er soll die Empfangsdame massiv bedroht haben, so dass diese angeblich sogar Oberbürgermeister Sören Link aus einer Sitzung holte.

eure-galgen-werden-schon-gezimmertJörn Teich, erster Vorsitzender der BI Lopa 2010 e. V. (Betroffenen Initiative LoPa 2010 e. V.), vermerkte hierzu in seiner Facebook-Chronik, Herr R. wolle an Sauerland und Rabe Gerechtigkeit üben und hätte alle bedroht. Sogar die Polizei soll gerufen worden sein. Teich befürchtete Schlimmes und bat, man möge ihm oder OB Sören Link den Aufenthaltsort von Jascha mitteilen, damit R. geholfen würde. Das Büro des Oberbürgermeisters hat uns den Vorfall bestätigt. Innerhalb der „Rundschau Duisburg“-Redaktion haben wir anschließend eine Diskussion geführt, ob wir damit an die Öffentlichkeit gehen wollen.

Jörn Teich von der BI Lopa 2010 e. V. hat seinen Eintrag auf Facebook zwischenzeitlich gelöscht [Anmerkung: ein Screenshot des Eintrages liegt uns aber vor, auch wenn er hier nicht veröffentlicht wird]. Wir sind allerdings zu der Auffassung gelangt, dass höherwertige Güter, der Schutz der Gesellschaft und körperliche Unversehrtheit von Individuen an erster Stelle stehen müssen. Zudem ist derzeit unklar, ob Sauerland und Rabe ausreichend informiert worden sind und eine von Jascha R. ausgehende Wiederholungsgefahr zukünftig ausgeschlossen ist.

© 2013 Jürgen Rohn

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) nach Katastrophen wie der Loveparade 2010 in Duisburg

Wenn der Blick zurück zur Qual wird
Die Angst kommt oft ganz unvermittelt: im Gedränge auf dem Wochenmarkt, beim Anstehen an der Kinokasse oder in der überfüllten Bar. Das muss nicht direkt nach der Katastrophe sein: Monate oder Jahre später kann ein an sich harmloses Ereignis wie das Martinshorn eines Rettungsfahrzeugs draußen vor dem Haus der Auslöser sein. Die Enge, die Schreie – plötzlich sind die Erinnerungen an die schrecklichen Geschehnisse wieder präsent.

Loveparade 2010 - von findling99Hunderttausende Musikfans machten sich am 24. Juli 2010 auf den Weg zur Duisburger Loveparade. Doch statt der größten Party des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010 erlebten sie eine Massenpanik mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten. Ein Unglück, das nicht nur körperliche Narben hinterlässt. Nach einer Katastrophe wie der in Duisburg erleiden nicht nur Opfer (körperlich Verletzte) und Helfer häufig akute Belastungsreaktionen. Auch viele Anwesende, die körperlich ungeschoren davon kommen, stellen früher oder später fest, dass die Katastrophe an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen ist. Was sie gesehen haben, bricht irgendwann wieder hervor und lässt sie dann nicht mehr los.

oberbergkliniken_dr-paulus

Dr. Hermann Paulus, Chefarzt der Oberbergklinik in Extertal-Laßbruch (Weserbergland)

„Schon einfache Sinneswahrnehmungen wie Gerüche, Bilder oder Geräusche können traumatische Erlebnisse wieder ins Bewusstsein Betroffener rücken“, erklärt Dr. Hermann Paulus, Chefarzt der Oberbergklinik Weserbergland in Extertal-Laßbruch, die auf die Behandlung von Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out sowie Angst- und Panikstörungen spezialisiert ist.

Zwar verfüge jeder Mensch über Selbstheilungskräfte, die helfen, bestimmte Erfahrungen zu überwinden, doch „sofern das auslösende Erlebnis zu intensiv war, kann es leicht zu Trauma-Folgeschäden kommen“, erklärt Dr. Paulus. Wer mit starken oder lang anhaltenden Symptomen kämpft, sollte sich fachärztliche Hilfe suchen. „Mit einer professionellen Trauma-Therapie sind die Aussichten sehr gut, das Erlebte erfolgreich zu verarbeiten“, betont der Chefarzt.

Loveparade 2010 - von romaViele Traumatisierte der Loveparade haben schon mehr als eine Therapie hinter sich. Sie beklagen häufig, dass sie von Versicherungsträgern zu Therapeuten geschickt wurden, die nicht auf posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) spezialisiert waren. Diese Therapien waren nach Aussagen der Betroffenen wenig hilfreich, weil sie den Kern ihren Problems nicht tangierten. Therapie ist nicht gleich Therapie, und die Therapie beim Spezialisten durch nichts zu ersetzten, auch wenn Krankenkassen lieber auf den Euro schielen … Deswegen raten auch die unabhängigen Berater oder andere Betroffene den Loveparade-Opfern, die immer noch Hilfe brauchen, zum Spezialisten zu gehen.

Vorsätzliche Taten schaden am meisten
Ob jemand Opfer von Gewalt oder Zeuge einer Katastrophe wird, einen schweren Unfall erleidet oder lebensgefährlich erkrankt: Eine Traumatisierung kann viele Ursachen haben – und tiefe seelische Wunden reißen. Wie sehr die durchlebten Geschehnisse der Psyche schaden, ist von verschiedenen Umständen abhängig. Wie alt sind die Betroffenen? Wie stabil sind ihre sozialen Beziehungen? Sind sie durch ähnliche Ereignisse vorbelastet? All das beeinflusst den Umgang des Gehirns mit bedrohlichen Situationen. „Schon ein stabiles soziales Umfeld hilft Betroffenen, mit traumatischen Erlebnissen besser fertig zu werden“, sagt Dr. Paulus. Aber auch die Art des auslösenden Geschehens spielt eine Rolle. So verläuft der Heilungsprozess bei Vergewaltigungsopfern oder Kriegsverletzten langsamer als bei Opfern von Verkehrsunfällen. „Menschen, die Opfer vorsätzlicher Gewalt wurden, bewahren oft ein tiefes Misstrauen gegenüber anderen“, erklärt der Experte.

Schleichende Gefahr für Beziehung und Karriere
Bei etwa 25 Prozent der Personen, die eine existenziell bedrohliche Situation erlebt haben, entwickelt sich ohne psychologische Unterstützung eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die Symptome der Folgeerkrankung sind vielschichtig: Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Emotionslosigkeit, Überreiztheit und starke Muskelverspannungen können auf eine PTBS hindeuten.

Besonders bedrohlich für das Privatleben wird ein Trauma, wenn sich die Betroffenen zurückziehen. „Häufig habe Betroffene mit sogenanntem Vermeidungsverhaltens zu kämpfen. Dabei schützen sich Patienten vor inneren und äußeren Reizen, um nicht mehr an das Trauma erinnert zu werden“, erklärt Dr. Paulus. Doch die Rechnung geht selten auf. Wer sich isoliert, verstärkt das Gefühl, mit seinen Erlebnissen allein zu sein und von anderen nicht verstanden zu werden – eine Zerreißprobe für Beziehung, Freundschaften und soziale Bindungen. Auch das Berufsleben leidet: Viele Traumatisierte reagieren am Arbeitsplatz übersensibel, geraten in Konflikte mit Kollegen und bekommen Probleme mit ihren Vorgesetzten.

Heilsame Innenschau
Damit es gar nicht erst soweit kommt, kann eine Trauma-Therapie eine heilsame Selbstreflexion ermöglichen. „Betroffene nehmen ihre eigenen Gefühle sogar als unsinnig oder verrückt war. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie auf unnormale Ereignisse normal reagieren“, ergänzt der Chefarzt. Der Weg, mit dem Erlebten umgehen zu können, ist allerdings nicht einfach. Früher oder später müssen sich die Patienten ihren Erfahrungen stellen. Nach einer Stabilisierungsphase, in der die Therapeuten ihnen Sicherheit vermitteln, heißt das: kontrollierte Konfrontation. Dr. Hermann Paulus ist sich sicher, dass darin der Schlüssel zum Erfolg liegt: „Nur wenn Sie traumatischen Erinnerungen aktiv begegnen, haben Sie eine Chance, den Alltag zu bewältigen – und wieder zurück ins Leben zu finden.“

*********************************

Die Oberbergkliniken
oberbergklinik-weserberglandDie Oberbergkliniken sind Ansprechpartner für Menschen mit Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out, Angst- und Panikstörungen. In den Akutkliniken wird eine intensive, individuelle und innovative Psychotherapie nach dem Oberberg-Konzept angeboten. Im Vordergrund des Heilungsprozesses stehen das persönliche emotionale Profil und der achtsame Umgang mit den inneren Ressourcen der Patienten. Die Oberbergkliniken arbeiten nach dem Prinzip eines integrativen Konzepts, das die Bereiche Gesundheit, Medizin und Gesellschaft verbindet. Die Selbstverantwortung und die Persönlichkeitsentwicklung der Patienten werden gefördert. Das Therapeuten-Patienten-Verhältnis ist mit 1:2 optimal und gewährleistet die dem Konzept entsprechende Therapiedichte.

Die Kliniken sind an den Standorten Wendisch Rietz in Brandenburg, Hornberg im Schwarzwald und in Extertal-Laßbruch im Weserbergland vertreten. Darüber hinaus wird in den zentral gelegenen Oberberg-City-Berlin, München und Trier zusätzlich eine prä- und poststationäre psychotherapeutische Behandlung angeboten. Die Oberbergkliniken bieten Hilfe bei der Kostenklärung an. Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.oberbergkliniken.de.

© 2013 Petra Grünendahl nach einer Pressemitteilung der Oberbergkliniken
Fotos: Oberbergkliniken, Loveparade-Fotos eingebunden von Loveparade2010doku.wordpress.com (von findling99 und roma)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Dritter Jahrestag der Loveparade Duisburg: Gedenkveranstaltung in der Salvatorkirche

Grußwort von Oberbürgermeister Sören Link

Sehr geehrte Angehörige, sehr geehrte Verletzte und Betroffene der Loveparade,
sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, liebe Hannelore,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

es war für mich ein sehr bewegender Moment, als ich eben gemeinsam mit den Angehörigen an der Gedenkstätte Blumen niedergelegt habe.

Gerade am heutigen Jahrestag der Tragödie und gerade an dem Unglücksort war das Geschehene wieder ganz nah. Genau hier hat man vor drei Jahren deutlich das Wummern der Beats und Bässe von den Mottowagen der Loveparade hören können. Nur noch wenige Meter Fußweg die Rampe hinauf und man war angekommen auf der größten Party des Jahres. Tausende von Technofans befanden sich bereits auf dem Gelände. Tausende waren noch auf dem Weg. Die Party hatte längst begonnen. Die jungen Menschen feierten, sie tanzten und hatten Spaß. Die Stimmung war ausgezeichnet. Genau dafür waren alle nach Duisburg gekommen.

Darauf hatte man sich seit Wochen gefreut; hatte mit Freunden Pläne geschmiedet:
• Was anziehen?
• Wie hinkommen?
• Wo übernachten?
• Wie zurück?
Die Loveparade in Duisburg sollte die beste aller Zeiten werden.

Wir alle wissen: Sie wurde zur Tragödie. 21 junge Menschen fanden den Tod. Unzählige Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer; viele sind seither traumatisiert.

Ihnen, meine Damen und Herren, gilt diese Gedenkveranstaltung, zu der ich Sie im Namen der Stadt Duisburg herzlich willkommen heiße. Ich bin dankbar dafür, dass Sie, liebe Angehörige, liebe Verletzte und Betroffene, heute gekommen sind, gekommen um sich gemeinsam mit uns zu erinnern und um der Opfer zu gedenken.

Niemand kann wiedergutmachen, was am 24. Juli 2010 geschehen ist.
Niemand kann den Tod, das Leid und Verletzungen ungeschehen machen.
Aber wir können die Erinnerung lebendig halten; wir können den Opfern ein würdiges Gedenken schaffen.

Drei Jahre sind seit der Loveparade-Tragödie vergangen.
Trauer und Schmerz mögen sich seither verändert haben, aber sie sind geblieben.
Denn die Leere, die der Verlust des geliebten Menschen hinterlassen hat, diese Leere lässt sich nicht füllen. Umso mehr empfindet diese Stadt, empfinde ich tiefe Dankbarkeit für Ihre Anwesenheit am heutigen Tag.

Meine Damen und Herren, ich habe vor einem Jahr versprochen, die Planungen für die Gedenkstätte zu begleiten. Das habe ich getan. Es war ein langer Weg bis hin zur Fertigstellung der Gedenkstätte. Und es war ein Prozess, der allen Beteiligten, insbesondere den Hinterbliebenen und Betroffenen, sehr viel Kraft abverlangt hat.

Für diese Kraft, für diese Stärke sage ich von ganzem Herzen: Danke!
Ebenso danke ich den Beteiligten für das Vertrauen, dass sie mir im letzten Jahr geschenkt und entgegengebracht haben. Auch, als die Verhandlungen schwieriger wurden.

Ich hoffe sehr, dass dieses gegenseitige Vertrauen auch in Zukunft fortbestehen wird. Unabhängig vom städtischen Ombudsmann, Herrn Widera, und von seiner Funktion als Bindeglied, Vermittler, Berater, aber eben auch Zuhörer, möchte und werde ich weiterhin für Sie da sein.

Zum dritten Jahrestag des Loveparade-Unglücks, meine Damen und Herren, ist die Gedenkstätte in weiten Teilen fertiggestellt. Ich hoffe, dass sie angenommen wird.
Denn: Der Ort der Tragödie ist nun auch zu einer Stätte des würdigen Gedenkens geworden, wie alle die, die gestern bei der „Nacht der 1000 Lichter“ dabei waren, sicherlich bestätigen können.

Ich bin überzeugt, dass sie einen Beitrag zur Trauerarbeit und zur Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse leisten kann und hoffentlich leisten wird. Zur Verarbeitung gehört auch Gewissheit.

Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle deutlich sagen: Ich wünsche mir für alle Beteiligten, dass das lange Warten auf juristische Klarheit endlich seinen Abschluss findet und Gewissheit einkehrt.

Meine Damen und Herren, das Loveparade-Unglück hat die Lebenspläne, die Träume und Hoffnungen von 21 jungen Menschen zunichte gemacht und den Hinterbliebenen der Opfer großes Leid zugefügt. Selbst die Zeit kann diese Wunden nicht heilen.

Vielleicht aber, meine Damen und Herren, kann es durch unser gemeinsames Erinnern an diesem 3. Jahrestag gelingen, den Angehörigen der Verstorbenen sowie den körperlich und seelisch verletzten Menschen Trost, Kraft und Zuversicht zu vermitteln.
Und vielleicht denken wir in dieser Stunde auch an die vielen Menschen, die in dieser schwierigen Situation selbstlos geholfen haben.

Das jedenfalls wäre mein großer Wunsch für diesen Abend!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg –

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | 1 Kommentar

Dritter Jahrestag der Loveparade 2010: Gegen das Vergessen – 24. Juli 2013

In stiller Trauer!

© 2013 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 3 Kommentare

Loveparade 2010 in Duisburg: Den Worten müssen Taten folgen …

Forderungen der Loveparade Selbsthilfe e. V. zum dritten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link hat in seiner Rede zum zweiten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe ein Versprechen abgegeben, „alles zu tun, um die Aufarbeitung des 24. Juli 2010 zu unterstützen und voranzubringen. Rückhaltlos und transparent …“

Ein Jahr später:

  • hat die Stadtverwaltung nicht ein einziges neues Dokument zur Loveparade-Katastrophe veröffentlicht.
  • stützt sich die Verwaltung immer noch auf das Auftragswerk „Bericht zur Untersuchung des Verwaltungshandelns auf Seiten der Stadt Duisburg anlässlich der Loveparade“ von Dr. Ute Jasper und Andreas Berstermann vom 1. September 2010.
  • ist kein Mitarbeiter der Stadt Duisburg auch nur versetzt, geschweige denn ein Disziplinarverfahren in Gang gesetzt worden.
  • lässt sich die Stadt Duisburg immer noch von der Kölner AXA, Haftpflichtversicherung des Loveparade–Veranstalters Lopavent, vertreten.

Rampe zum Alten Güterbahnhof, Karl-Lehr-Straße. Unglücksort der LoveparadeSören Links Worte vor einem Jahr haben uns beeindruckt. Er hat sich bei den Hinterbliebenen und Verletzten entschuldigt und sich für einen Ort des Gedenkens am Ort der Loveparade–Katastrophe eingesetzt. Die Einlösung des Versprechens, „rückhaltlos aufzuklären“ ist Sören Link jedoch schuldig geblieben.

Es ist für uns kaum zu ertragen, dass die Stadt Duisburg, mit Link zu einem Neuanfang aufgebrochen, in der Würdigung der Loveparade-Katastrophe auf der überholten Verwaltungsmeinung der Ära Sauerland, Greulich und Rabe vom Herbst 2010 verharrt:
„Die Stadt Duisburg hat bei der Planung und Vorbereitung der Loveparade nicht gegen Amtspflichten verstoßen. Die Mitarbeiter haben rechtmäßig gehandelt.“

Zusammenfassung des Berichtes auf der städtischen Webseite:
https://www.duisburg.de/news/102010100000334392.php

Es ist an der Zeit für Oberbürgermeister Link, sein Versprechen vom letzten Jahr einzulösen. Zeit auch für den Duisburger Rat und seine Fraktionen, dem verbal angekündigten „Neuanfang“ Taten folgen zu lassen.

*************************************************

Folgende erste Schritte schlagen wir vor:
1. Die Dokumente zum Abschlussbericht der Stadt Duisburg vollständig veröffentlichen …

Neben dem Abschlussbericht von Frau Dr. Jasper und Herrn Berstermann sollten auch die von ihnen verarbeiteten Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So lässt sich feststellen, ob diese Dokumente im Vorfeld selektiert wurden oder die groben Lücken und Auslassungen des Berichtes auf die beiden Autoren zurück fallen.

Die Lücken des Berichts sollten außerdem durch eine unabhängige Kommission schnell geschlossen werden.

2. Dienstvergehen ermitteln … / Datensicherung ernst nehmen

Wie gezeigt, geht auch die „Neuanfang – Stadtverwaltung“ unter OB Link davon aus, dass bei der Loveparade 2010 kein einziges dienstliches Vergehen seitens ihrer Angestellten stattgefunden habe. Das glaubt außer den Verantwortlichen in Duisburgs Stadtverwaltung und Parteien niemand, scheint aber der Parteien- und personenübergreifende Konsens in Duisburg zu sein. Aussitzen als Strategie!

Es wird höchste Zeit erste Schritte zur Aufklärung dienstlicher Vergehen zu leisten. Es gibt den begründeten Verdacht, dass Dezernenten und andere städtische Mitarbeiter Emails zur Loveparade gelöscht haben. Noch schlimmer: diese Löschungen ließen sich auch durch die Datensicherungsbänder bei Duisburg–IT nicht rekonstruieren.

Das Löschen von Emails ist ein Dienstvergehen und möglicherweise sogar strafbar. Sollte bei Duisburg–IT mit gelöscht worden sein, wäre dies ein weiteres Dienstvergehen, möglicherweise sogar Strafvereitelung.

In jedem Fall:
ein Datensicherungssystem, das schon nach einem halben Jahr gelöschte Dateien nicht mehr her gibt, ist keins und sollte dringend überprüft und verbessert werden. Jede Menge Aufklärungsarbeit, für Oberbürgermeister, Verwaltung und Rat.

3. Den AXA-Vertrag kündigen

Warum sich die Stadt Duisburg ausgerechnet durch die Haftpflichtversicherung von Rainer Schallers Lopavent gegenüber den Geschädigten vertreten lässt, begründete weder Adolf Sauerland noch Sören Link. Die Loveparade war unterversichert. Eine Haftpflichtversicherung deckt Schäden nur bis zur Deckungshöhe und ist außerdem meist daran interessiert, Schadenersatz abzuwehren und klein zu halten.

Die Stadt Duisburg sollte daher so schnell wie möglich aus dem Joint Venture mit der AXA aussteigen und direkt in öffentlicher Verantwortung auf die Geschädigten der Loveparade zugehen.

Köln, den 23. Juli 2013
Loveparade Selbsthilfe e. V.
Der Vorstand
Jürgen Hagemann, Sabine Siebenlist, Christiane Krause, Lidija Vujnic

– Pressemitteilung der Loveparade Selbsthilfe Verein der Hinterbliebenen und Verletzten des 24. Juli 2010 und ihrer Angehörigen e. V. –
© 2013 Petra Grünendahl (Foto)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Lopa2010-Aktivistin Konni Hendrix ruft zur Gewalt auf – erneut PKW in Duisburg durch Farbanschlag zerstört

(pet) Diesen Artikel hat mein Kollege Jürgen Rohn verfasst. Sämtliche Zitate und Belege habe ich selber gesehen und größtenteils auch gesichert. Screenshots und Belege können beim Verfasser des Artikels unter www.lopa-2010.de angefordert werden.

Der dritte Jahrestag der Loveparade 2010 steht vor der Tür. Vereine und Initiativen werden an die Opfer der Lopa2010 erinnern in der neu errichteten Gedenkstätte. Ohne Konni Hendrix wäre es wahrscheinlich an der Rampe nicht zu dem Ort des Gedenkens gekommen. Die Oberhausenerin hat für diesen Platz gekämpft und wird deshalb auch mitunter als „Mutter der Gedenkstätte“ eingestuft. Doch welche Gründe liegen vor, dass die Presse sie scheinbar fallengelassen hat, sie so umstritten ist?

Schon vor Jahren schrieb die streitbare Aktivistin aus Oberhausen Schlagzeilen, ihre Kritiker zu mobben. So berichtet DER WESTEN, „Wer sie kritisierte, habe damit rechnen müssen, auf den Seiten sozialer Netzwerke im Internet regelrecht an den Pranger gestellt zu werden.“ Und die Internetzeitung Xtranews meldete, „Nun wurden Stimmen laut, die Hendrix Mobbing vorwerfen und die Aktivistin in ein schlechtes Licht stellen. … Hendrix würde jede inhaltliche Kritik immer persönlich nehmen, diese löschen und schlussendlich den Kritiker mobben.“

Im Januar 2013 bedrohte Hendrix die Journalisten Grünendahl und Rohn, sie sollten sich zurückziehen, es könnte sonst ein „böses Ende“ nehmen. Die aufgebrachte Aktivistin teilte per Tondokument mit, Rohn „das Leben zur Hölle zu machen und zu zeigen, wo der Hammer hängt“. In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar wurde darauf ein Eimer Teer, genauer gesagt ein Bitumengemisch, über ein Auto abgekippt, das man Rohn scheinbar zuordnete, in Wirklichkeit aber dessen Mutter gehörte.

Erst kürzlich verwies die Staatsanwaltschaft nach Anfangsverdacht und Ermittlungen gegen die Lopa-Aktivistin auf den Privatklageweg, da eine Sachbeschädigung auf diesem Wege strafrechtlich geahndet werden könne. Worauf Hendrix per Tondokument erklärte, sie wolle Rohn alle machen. Am 7. Juli drohte die Lopa2010 Streiterin an die Adresse von Jürgen Rohn gerichtet: „Na komm doch vorbei du feiges Schwein. Lass es uns zu Ende bringen […….] Er ist ein KRANKES ETWAS!!!! UND DER MUSS GESTOPPT WERDEN! EGAL WIE!!!!!!!!!!!!!!!!!! […….] Ich habe Gewalt immer abgelehnt … nun bin ich dafür.“

20130717jr100_0394Es gibt Videos und Facebook-Einträge, die zeigen, dass Hendrix ihre Bekannten aufhetzt und zu Übergriffen anstiftet. Zehn Tage nach ihren Gewaltaufruf fand die Mutter des Journalisten ihr neues Auto durch einen weiteren Farbanschlag zerstört vor. Das Attentat erfolgte zur Mittagszeit auf einer kleinen Anliegerstraße.

Der Exfreund der streitbaren Oberhausenerin, Andreas D. aus Dortmund, fühlt sich mittlerweile gestalkt: „von Schicksal aus Oberhausen gefickt..gestalkt ..und schlecht gemacht..und ich hoffe sie geht mit fliegenden Fahnen unter.“ Allerdings kann er sich nicht vorstellen, dass seine ehemalige Freundin mit den Farbanschlägen zu tun hat. Sie habe eine Beteiligung am ersten Anschlag bestritten, so ihr Exfreund, sich allerdings diebisch gefreut und gesagt: „jetzt hat Rohn endlich das bekommen, was er verdient“. Andreas D. ist sich sicher, dass Konni Hendrix auch mit dem zweiten Übergriff auf ein weiteres Auto nichts zu tun hat. „Sie hat zwar immer danach gefragt, welches Auto Rohn nun fahren würde. Man hätte ihr aber gesagt, man wüsste es nicht und er hätte jetzt eine Garage.“

Dass man das Auto schlussendlich fand, belegt der zweite Farbanschlag. Konni Hendrix hat mittlerweile ihre Zelte abgebrochen und sich mit dem Möbelwagen unbekannt abgesetzt.

Siehe dazu auch:

© Jürgen Rohn (Text und Foto), Juli 2013

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Duisburg: Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 am 19. Juli 2013

Am Mittag des 19. Juli 2013 fand an der endgültigen Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 unterhalb des Alten Güterbahnhofs ein Pressetermin statt. Die Fotos hier sind eine Momentaufnahme …

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es war ein dezenter, ein würdiger Ort des Gedenkens – bis Leute kamen, die wieder die Gestaltungshoheit über die Gedenkstätte übernahmen. Sie haben ihre gesammelten Kinkerlitzchen und Unmengen an Kitsch an einem Ort abgeladen, an dem Menschen den Opfern einer Katastophe gedenken wollen … Würdig gedenken wollen!

Stattdessen: Disneyland lässt grüßen!

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Duisburg: Loveparade-Katastrophe jährt sich zum dritten Mal

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in DuisburgErinnerung und Gedenken
Die Katastrophe der Loveparade 2010 jährt sich in den nächsten Tagen zum dritten Mal. Dieser Jahrestag wird ruhiger ausfallen als die beiden vorangegangenen. Nach den großen Gedenkveranstaltungen – 2011 vom Land organisiert in der MSV-Arena, 2012 von der Loveparade Selbsthilfe e. V. auf den König-Heinrich-Platz – wird auf Wunsch der Angehörigen und Betroffenen alles etwas kleiner. Der historische Ort ist verschwunden, eine endgültige Gedenkstätte auf kleinerem Grund entstanden.

In einem Pressegespräch stellte Oberbürgermeister Sören Link zusammen mit Lopa-Obmann Jürgen Widera, Dr. Uwe Rieske von der Notfallseelsorge und Edda Metz, Projektleiterin von Kriegerbau, die Gedenkstätte für die Opfer vor. Dezent ist der Ort jetzt gestaltet, würdig für ein angemessenes Gedenken: ohne Kinkerlitzchen und ohne Kitsch. Die Treppe ist gesäumt von den bekannten Holzkreuzen mit den Namen der Todesopfer. Blumentöpfe mit Sonnenblumen stehen dabei. Zwei Blumenkübel stehen mit Schnittblumen am Fuß der Treppe. Am unteren Ende der Gedenkstätte (zur Unterführung hin) ragt das „Vorfahrt gewähren“-Schild, welches auf vielen Film- und Fotoaufnahmen mit Katastrophenszenen zu sehen war, schief empor. Ein großer Bilderrahmen mit Fotos von Todesopfern steht an dem Teil der Wand, der von der alten Rampe erhalten geblieben ist.

Grober Split bedeckt den ehemaligen Seitenstreifen des Zugangs zum Alten Güterbahnhof. Der Boden der Gedenkstätte ist mit den alten Pflastersteinen neu bedeckt worden. Der kaskadenförmige Aufgang zum künftigen Möbelhausgelände ist bepflanzt, der stufige Weg hinauf mit Steinen aus Basaltlava verlegt. Der Lebensbaum oben an der Rampe ist ca. 12 – 13 Meter hoch und sechs Tonnen schwer.

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg„Wir haben weitgehend die Dinge erhalten, die Angehörigen und Betroffenen wichtig waren“, erklärte Edda Metz, als Projektleiterin bei Kriegerbau verantwortlich für die Realisierung des Projektes am Alten Güterbahnhof („Duisburger Freiheit“). Die alte Stützwand konnte auf 18 Metern mit der Treppe zum (inzwischen abgerissenen) Stellwerkhäuschen erhalten bleiben. Die Breite reicht von acht Metern im unteren Bereich mit einem Zugang von fünf Metern Breite auf bis zu elf Metern, ab wo sich das Gelände rampenförmig bis zur geplanten Geländeoberfläche erhebt. Die ursprüngliche Rampe als Zugang zum Gelände des Alten Güterbahnhofs war etwa 26 Meter breit.

Das ansteigende Gelände ist – neben einer Treppe nach oben – bepflanzt und landschaftsarchitektonisch gestaltet. Die seitlichen Einfassungen der Gedenkstätte mit einer 6,30 Meter hohen Stützwand sind zwischen 30 und 33 Metern lang. Die Fläche des gesamten Areal betrage, so Metz etwa 500 qm. Davon befänden sich im unteren Bereich (Pflaster und Splitfläche) ca. 150 qm. Die Böschung mit Pflanzflächen und Treppe zum Gelände oben belegt weitere ca. 300 qm.

Verschiedene Aktionen zum Gedenken
Zur Podiumsdiskussion „Bestandsaufnahme Loveparade“ hatte der Verein Loveparade Selbsthilfe e. V. bereits am gestrigen Freitag eingeladen. Am Vorabend des Jahrestages findet an der Gedenkstätte die „Nacht der Tausend Lichter“ statt. Diese Veranstaltung ist öffentlich, allerdings ist das Gelände der Gedenkstätte für maximal 100 Leute zugelassen. Bis zu weitere 200 Leute dürfen sich parallel in der (noch immer gesperrten) Unterführung aufhalten, die an der Gedenkstätte vorbeiläuft. Die Unterführung bietet aktuell den einzige Zugang zum Gedenkort.

Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in DuisburgAm Mittwoch, 24 Juli 2013, steht der ohnehin für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrte Tunnel (Unterführung) ab 14.30 Uhr nur noch Angehörigen und Opfern als Zugang zur Gedenkstätte offen (bis etwa 18.30 Uhr, mit den genannten Zugangsbeschränkungen).

Zwischen 15 und 18 Uhr hat die Loveparade Selbsthilfe e. V. ein öffentliches Get-Together im Kantpark (auf der Wiese neben dem Cafe Museum) geplant. Mit den hohen Betonwänden rundherum ist die Gedenkstätte heute für viele Opfer der Katastrophe zu eng. Die Zusammenkunft in einem öffentlichen (und offenen) Park bietet Menschen, die die ja doch beklemmende Enge der heutigen Gedenkstätte nicht ertragen, die Möglichkeit, Zeit im Gedenken und der Erinnerung mit Gleichgesinnten zu verbringen.

Um 17 Uhr läuten die Kirchenglocken in der Innenstadt: Ungefähr um diese Zeit waren damals die ersten Toten zu beklagen. Parallel startet in der Liebfrauenkirche in der Innenstadt eine Ökumenischen Andacht, die von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ausgerichtet wird. Diese Veranstaltung ist ebenso öffentlich wie die offizielle Gedenkfeier, die in diesem Jahr erstmals von der Stadt Duisburg ausgerichtet wird. Sie findet ab 19.30 Uhr in der Salvatorkirche am Burgplatz statt.

Ab dem 25. Juli wird dann auch die Unterführung an der Karl-Lehr-Straße wieder für den Kraftfahrzeugverkehr freigegeben.

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Deutsch-Bulgarischer Verein in Duisburg-Hochfeld braucht finanzielle Unterstützung

„Wir wollen uns integrieren – und dazu müssen wir Deutsch lernen“

“Hier beißt sich der Hund in den Schwanz: Wir brauchen Deutschkurse, um uns integrieren zu können, aber ohne Deutschkenntnisse haben wir Schwierigkeiten mit der Antragstellung auf Fördergelder“, erklärte Asan Eliman Dzhavail*. Der 26-jährige Akademiker (studierte IT-Fachkraft) ist Vorsitzender des Deutsch-Bulgarischen Vereins für Jugend- und Sozialarbeit e. V. in Hochfeld und hat sich schon in Bulgarien ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert. Die Bulgaren, deren Interessen der Verein vertritt, haben nicht das Geld, den Verein finanziell zu unterstützen. Der Verein ist somit für seine Arbeit auf Spenden und Fördergelder angewiesen.

Zur Pressekonferenz hatte der Deutsch-Bulgarische Verein in sein Vereinsheim an der Paulusstraße in Hochfeld eingeladen, um über Probleme zu sprechen, die seine Arbeit für die Integration behindern. Vereinsvorsitzender Dzhavail hielt die Pressekonferenz in türkischer Sprache, die er als Zweitsprache spricht und in der er sich eloquent und flüssig auszudrücken versteht. Seit sieben Monaten lebt er in Hochfeld und besucht den ersten Deutschkurs des Vereins, den dieser mit Hilfe und finanzieller Unterstützung einer türkischen-muslimischen Gemeinde, einem privaten Verein, anbietet. Der Deutschkurs läuft seit dem 7. Juni mit etwa 70 Teilnehmern.

Als Übersetzer agierten beim Pressegespräch Cilem Karahan (DAL, sachkundige Einwohnerin im Jugendhilfeausschuss), Ratsherr Rainer Grün (DAL/DWG-Fraktion im Rat, u. a. Mitglied im Integrationsrat) sowie Erol Kaya (MTB, Mitglied im Integrationsrat und für die DWG-Fraktion als stv. sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit), die alle sowohl Türkisch als auch Deutsch sprechen. Türkisch ist in Bulgarien als Zweitsprache sehr verbreitet. Das erleichtert den Kontakt der Bulgaren zu den türkisch-stämmigen Duisburgern, mit denen man sich nicht nur verständigt, sondern auch gut versteht.

Neue Heimat in Hochfeld
„Zentrales Anliegen unseres Vereins ist die Integrationsarbeit, zu der neben Informationsveranstaltungen vor allem Sprachkurse gehören“, so Dzhavail. Dass es Probleme gibt mit Mitbürgern, die ihrem Müll aus dem Fenster werfen, will Dzhavail nicht bestreiten: „Das ist aber eine Minderheit. Auch wir sind gegen Schmutz. Die Verallgemeinerung, die Stigmatisierung und dass man schlecht über uns redet, das tut uns weh!“ Der Hochfelder Verein versteht sich als Vertretung für ALLE Bulgaren – egal ob christlichen oder muslimischen Glaubens. „Bulgaren haben Probleme und wir wollen ihre Stimme sein. Wir möchten dem Rat und der Stadt zeigen, dass wir da sind, um zu bleiben. Deswegen haben wir im Februar unseren Verein gegründet.“

Asan Eliman Dzhavail kann ein Lied von Problemen bei der Integration singen: Als studierter Informatiker und Mathematiker wäre der 26-Jährige hier eine gefragte Fachkraft, wenn er Deutsch und/oder Englisch könnte. Er könnte sogar eine Arbeitsstelle vor der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 2014 kriegen, wenn die Stelle mit keinem Deutschen besetzt werden könnte (der viel zitierte Fachkräftemangel). Andere bulgarisch-stämmige Duisburger haben allerdings das Problem, dass sie nicht über „gefragte“ Ausbildungen verfügen. Wenn sie mit selbstständiger Arbeit nicht genug Geld verdienen, haben sie erst nach dem Jahreswechsel die Möglichkeit, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufzunehmen oder als Arbeitssuchende Sozialleistungen zu beziehen.

Um auf dem Arbeitsmarkt Chancen zu haben, brauchen sie aber zumindest grundlegende Deutschkenntnisse. In Hochfeld bietet lediglich der Deutsch-Bulgarische Verein bislang einen solchen Kurs an. Es sollten weitere folgen, denn Alternativen haben die Zugezogenen nicht: Kurse finden entweder zu weit weg statt, oder sie sind kostenpflichtig. Weder für Fahrten zu entfernten Schulungen noch für Kurse der VHS oder ähnlicher Träger haben diese Menschen, die hier von der Hand in den Mund leben, das nötige Geld. Finanzielle Hilfen und Fördergelder, Sprach- und Integrationskurse direkt in Hochfeld anzubieten, sind also dringend nötig. Und wenn es hilft, Bulgaren in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist es gut investiertes Geld!

Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) verwaltet Fördergelder
„Die EG DU hat uns bislang kein Angebot gemacht. Sie haben zwei Mitarbeiter bei uns vorbeigeschickt. Einer von denen (mit SPD-Parteibuch) sagte ganz klar: ‚Ihr bekommt keine Hilfe beim Stellen von Anträgen, denn ihr arbeitet mit Gürsel Dogan (Anmerkung des Autors: Hochfelder Ratsherr mit CDU-Parteibuch) und Sevket Avci (Anmerkung: Vorsitzender des Integrationsrates vom Muslimischen Türken Bund MTB) zusammen.’ Die waren ihm wohl ein Dorn im Auge“, erklärte Dzhavail. Die Namen seien so genannt worden, bestätigen auch die anderen, ebenso wie der Bezug zur Parteizugehörigkeit. Daraus kann man folgern, dass hier Parteibuch-Politik gemacht wird. Die ist hier aber – im Sinne der Menschen – völlig fehl am Platz!

„Dass man mit Fördergeldern von ca. 1 Mio. Euro nicht alles fördern kann, ist klar. Wir haben zwei Anträge für Deutschkurse und Integrationsarbeit über 9.000 bzw. 7.000 Euro gestellt, bislang aber noch keinerlei Antwort oder Reaktion auf die Briefe bekommen“, führte Dzhavail fort. Etwas mehr Augenmaß wäre hier von der EG DU zu wünschen, deren Topf zumindest für eine kleine Unterstützung reichen müsste. „Wir sind überparteilich“, betonte Asan Eliman Dzhavail. „Wir wollen hierbleiben, hier ist unsere neue Heimat – und wir wollen uns integrieren. Dafür brauchen wir Unterstützung.“

Trotz der kaum vorhandenen finanziellen Mittel gelingt es dem Verein während des Ramadan, durch Spenden jeden Abend zum traditionellen Fastenbrechen (Iftar) ins Vereinsheim an der Paulusstraße einzuladen. Rainer Grün erzählte: „Da kommen auch Kinder und Jugendliche, die Hunger haben – und das nicht deswegen, weil sie fasten …“

*) Die bulgarische Sprache nutzt die kyrillische Schrift, was die Transkription (Übertragung in die hier gebräuchliche lateinische Schrift) schwierig macht.

© 2013 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Opern von Rossini und Verdi zum Spielzeitausklang in Duisburg

Bienenfleißig bis zum 21. Juli: Mit „Il barbiere di Siviglia“ und „Luisa Miller“ verabschiedet sich die Deutsche Oper am Rhein in Duisburg in die Spielzeitferien

opernsofaBevor es sich der spanische Tenor José Manuel Zapata auch ohne sein Bienenkostüm aus Rossinis unterhaltsamer Oper „Il barbiere di Siviglia“ auf dem Sofa gemütlich macht, singt er noch zweimal in der sommerlichen Inszenierung von Claus Guth die Rolle des Grafen Almaviva. Außerdem gibt es am Samstag, 20. Juli noch einmal Verdis „Luisa Miller“ in der jüngst gefeierten Neuinszenierung von Carlos Wagner zu erleben. Die Vorstellung am 21. Juli im Theater Duisburg ist nicht nur die vorerst letzte vom „Il barbiere di Siviglia“, sondern zugleich auch das Ende der aktuellen Theater-Saison.

Während der Theaterferien laden Oper und Ballett am Rhein ein, auf dem roten Opern- und dem blauen Ballettsofa unter freiem Himmel Platz zu nehmen und die Aussicht auf das über 100jährige Theater zu genießen.

Ab 20. September hebt sich im Theater Duisburg wieder der Vorhang für Ballett und Oper am Rhein. Zuvor gibt es jedoch mit dem „1. Haniel Klassik Open Air“ am 13. September Operngenuss bei freiem Eintritt, wenn auf dem Opernplatz vor dem Theater die neue Spielzeit eingeläutet wird. Hinter die Kulissen des Duisburger Theaters kann das Publikum beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. September schauen.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Heide Koch

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Erwerb der Bundesanteile an der Duisburger Hafen AG durch das Land NRW

Anteile liegen bei der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mbH

Die Landesregierung hat in der Kabinettsitzung (16.07.2013) dem Ankauf des Bundesanteils an der Duisburger Hafen AG durch die Beteiligungsverwaltungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mbH (BVG) zugestimmt. Die BVG hält bereits ein Drittel der Anteile an der Duisburger Hafen AG, neben dem Bund und der Stadt Duisburg.

Der Erwerb setzt noch die Zustimmung der Gesellschaft und ihres Aufsichtsrates voraus. Der entsprechende Vorstandsbeschluss liegt bereits vor. Die Zustimmung des Aufsichtsrates der Gesellschaft wird in Kürze erwartet. Außerdem ist die Zustimmung der Kartellbehörde für das Zustandekommen des Kaufes erforderlich. Mit dem Erwerb der Bundesanteile an der Duisburger Hafen AG hält das Land zwei Drittel der Unternehmensanteile, die Stadt Duisburg ist weiterhin zu einem Drittel beteiligt.

„Der Duisburger Hafen ist die Handels- und Verkehrsdrehscheibe der Rhein-Ruhr-Region und als weltgrößter Binnenhafen Zentrum der nordrhein-westfälischen Logistikwirtschaft. Vor dem Hintergrund des zu erwartenden weiter stark wachsenden Verkehrsaufkommens kommt dem Hafen eine immer größere verkehrspolitische Bedeutung zu. Gleichzeitig ist er einer der größten Arbeitgeber in der Region“, sagte NRWVerkehrsminister Michael Groschek nach der Kabinettsentscheidung.

An der Geschäftspolitik der Gesellschaft wird sich nach der Übernahme der Anteile nichts ändern. Das Land setzt vielmehr auf Kontinuität des Bewährten. Die Übertragung des Anteils erfolgt auf der Grundlage eines objektiven Wertgutachtens zu einem Kaufpreis in Höhe von rund 47,7 Mio. €. Dazu Finanzminister Dr. Walter-
Borjans: „Die Übernahme der Bundesanteile am Duisburger Hafen durch das Land sichert eine enorm wichtige Drehscheibe des Güterverkehrs für die Interessen der Wirtschaft in NRW und weit darüber hinaus. Bei einer so wichtigen Stütze der nordrhein-westfälischen Infrastruktur darf es keine Experimente mit Investoren geben, deren Motive unbekannt sind. Der Kauf der Anteile ist dagegen die beste Versicherung, noch dazu, weil sie aus liquiden Mitteln der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft des Landes finanziert wird und den Landeshaushalt nicht belastet.“

Mehr als 300 Firmen haben sich im Bereich des Duisburger Hafens angesiedelt, die Duisburger Hafen AG selbst beschäftigt derzeit etwa 900 Mitarbeiter. Jedes Jahr fahren den Duisburger Hafen mehr als 20.000 Schiffe und etwa 20.000 Züge an. Per Schiff, Bahn und Lastwagen wurden in den Duisburger Häfen im vergangenen Jahr rund 110 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

– Pressemitteilung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen –

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Wie viel „Freiheit“ darf „Sicherheit“ kosten? – Ein Kommentar

uebrigens!Hier mal ein Lesetipp aus meiner Blogroll.
Jens Berger veröffentlichte am 9. Juli 2013 auf NachDenkSeiten folgenden Artikel:
„Google und Facebook – gefährliche Datenkraken oder Blender? Ein Selbstversuch“
Mittlerweile dürfte es sich bereits bis zum arglosesten Internetnutzer herumgesprochen haben, dass die Dienste der beiden Internetgiganten Google und Facebook im großen Maßstab Nutzerdaten speichern und zu einem Profil zusammenfügen, das von ihnen vor allem zu Werbezwecken genutzt wird. Welche Daten dieses Profil erhält, lässt sich über die gut versteckte Selbstauskunftsfunktion dieser Dienste in Erfahrung bringen. Das Ergebnis lädt dabei zunächst zum Schmunzeln ein. Erst beim zweiten Blick offenbart sich die Gefahr der gesammelten Daten – vor allem dann, wenn Geheimdienste Zugriff auf die Daten haben. Mehr …

Was Google über ihn zu Werbezwecken gespeichert hat, hat Berger dann auch überprüft. Ein Link, mit der jeder seine eigenen Daten überprüfen kann, findet sich in seinem Text (oder hier …). Sein Fazit: „Was sagen mir diese Ergebnisse? Vor allem eins: Google und Facebook sind Blender, die Werbekunden personalisierte Anzeigen für teures Geld verkaufen und dabei eine Zielgruppenorientierung vorgaukeln, die gar nicht vorhanden ist.“

Mein „Selbstversuch“ bestätigt Jens Berger: Ein paar klitzekleine korrekte Infos, viele Belanglosigkeiten (die auch nicht immer ganz korrekt oder zumindest weit weg von den Tatsachen sind) … und ein paar Auskünfte, die schlichtweg FALSCH sind! Ein bisschen wenig dafür, dass Google immer noch die Suchmaschine meiner Wahl ist, ich ein Google+-Profil habe und meistens „eingeloggt“ suche … 😉 – Es müsste eigentlich mehr stimmen, tut es aber nicht!

Die Belanglosigkeiten und Falschinformationen, die Google, Facebook oder welche Datenkraken auch immer (von der NSA mit Prism über den britischen Geheimdienst mit Tempora bis hin zur Vorratsdatenspeicherung) sich zusammenstückeln, zeigen aber vor allem eins: Das Sammeln von Daten kann nicht zielführend sein, Verbrechen oder Terror zu bekämpfen oder Verbrechen aufzuklären. Das „Profil“ aus Daten, die man öffentlich, beruflich oder privat hinterlässt, ist zusammengestückelt und teilweise schlichtweg FALSCH. Überwacht haben zwar die Amerikaner, aber: Auch die deutschen Sicherheitsbehörden haben an der Datensammlung durch die NSA partizipiert, zumal Deutschland von der NSA am stärksten überwacht wurde. Auch hier wurde das Konglomerat an Daten ausgewertet. Die Datensammlung und Auswertung beschneidet aber – hier wie dort – das Recht des Bürgers auf Datenschutz und informelle Selbstbestimmung für ein mehr als zweifelhaftes „Mehr“ an Sicherheit! Zumal: Wer kontrolliert die Kontrolleure und ihre Suchalgorithmen?

Freiheit heißt „Rechte haben“
Was uns allerdings auch wieder an den Punkt bringt und das kann man gar nicht oft genug sagen: Es nimmt MIR niemand die Verantwortung dafür ab, was ich freiwillig von mir öffentlich im Internet preisgebe! Aber: Was ich in privaten Nachrichten und eMails austausche, mit wem ich wann und wie lange telefoniere, gehört jedoch nicht in fremde Hände und geht – außer meinen jeweiligen Kommunikationspartner und mich – niemanden was an!

Um es mal laut zu sagen: Hier wird ein einfachstes Grundrecht der Demokratie und Bestandteil unserer freiheitlichen Grundordnung einfach außer Kraft gesetzt – und jeder Bürger unter Generalverdacht gestellt. In unserem Rechtstaat galt einmal die Unschuldsvermutung bis eine Schuld eindeutig erwiesen ist … Es war einmal!

Bürger in einer Demokratie hatten mal ein Recht auf Privatsphäre. Dieses Recht wurde nur in absolutistischen Systemen und Diktaturen nicht anerkannt und „zur Sicherheit des Staates“ verletzt. Der Nationalsozialismus und die ehemaligen kommunistischen Staaten des Ostblocks (mit ihren Geheimdiensten wie zum Beispiel der Stasi) waren gute Beispiele dafür, denn „die Sicherheit des Staates“ war gleichbedeutend mit dem Machterhalt ihrer Führungen.

Die technischen Möglichkeiten der Überwachung von Bürgern hat sich seitdem rasend schnell weiter entwickelt. Und mit den Möglichkeiten wuchs auch die Anzahl ihrer Anwendungen. Diese technischen Möglichkeiten werden heute auch von solchen Staaten genutzt, die sich eigentlich die Freiheit und demokratische Rechte auf die Fahnen geschrieben haben. Auch die deutschen Behörden wollen Zugriff auf private Daten: Bundestrojaner und Vorratsdatenspeicherung sollen angeblich der Strafverfolgung und Verbrechensbekämpfung dienen. Bekämpft und verletzt werden aber in erster Linie Grundrechte freier (und fast ausschließlich UNSCHULDIGER!) Bürger.

Und noch etwas: Merkel verteidigt Abhöraktionen durch Geheimdienste …
Frau Bundeskanzlerin, schämen Sie sich!
Aber was erwarten wir von einem Menschen, für den im Jahr 2013 (!) das Internet immer noch Neuland ist, und der als promovierter Physiker (!) erst nach der Fukushima-Katastrophe die Gefährlichkeit der Atomkraft erkannt hat … OHNE WORTE!

NACHTRAG: Noch zwei Lesetipps zum Thema
SPIEGELFECHTER: Das „Glasfaserspiel“: Wie wird es sein, wenn unser Verhalten „gemacht“ wird? geschrieben am 11. Juli 2013 von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf und
Wie schnell aus einem “braven” Bürger ein Bösewicht werden kann, zeigt dieser Bericht: https://www.scilogs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/usa/2013-07-06/sollten-sich-anst-ndiger-b-rger-wegen-der-berwachung-sorgen-ein-erfahrungsbericht-aus-den-schattenkriegen

© 2013 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Meinung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Umbau der Mercatorstraße: Stadt Duisburg lädt zur Informationsveranstaltung ein

Platanenallee an der Mercatorstraße gegenüber vom HauptbahnhofDer geplante Umbau der Mercatorstraße wird derzeit intensiv in Öffentlichkeit diskutiert. Im Fokus der Kritik steht dabei die mittlerweile durch die Bezirksvertretung Mitte beschlossene Fällung der Straßenbäume. Alle Interessierten sind herzlich zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, in der die Planungen erläutert werden. Die Veranstaltung am Mittwoch, 17. Juli, beginnt um 19 Uhr im Konferenz- und Beratungszentrum „Der Kleine Prinz“ auf der Schwanenstraße 5-7 in Duisburg-Mitte.

Die Planung sieht eine Reduzierung der Straße auf zwei Spuren vor, mit der die Verkehrsströme reduziert und gleichzeitig Platz für die Errichtung eines Gebäudes zwischen Mercatorstraße und Bahnhofsplatz geschaffen werden soll. Der Rat der Stadt hat diese Planung in seiner Sitzung am 8. Juli grundsätzlich beschlossen. Wegen der Kritik aus der Bevölkerung hat Oberbürgermeister Sören Link zugesagt, den Beschluss zur Baumfällung zunächst nicht umzusetzen, bis interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit gegeben worden ist, sich über die Planung zu informieren und dazu äußern zu können.

Als Ansprechpartner stehen Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum, Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz sowie Vertreter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement und des Amtes für Umwelt und Grün zur Verfügung.

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –
Foto: Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Auto, Duisburg, Panorama, Politik, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Opern-Premiere in Duisburg: Giuseppe Verdis „Luisa Miller“

Mehr starke Heldin als Opfer!

Giancarlo Monsalve als Rodolfo, Olesya Golovneva als Luisa, Boris Statsenko als Vater Miller (v.l.). Foto: Hans Jörg Michel

Giancarlo Monsalve als Rodolfo, Olesya Golovneva als Luisa, Boris Statsenko als Vater Miller (v.l.). Foto: Hans Jörg Michel

Luisa Miller (Olesya Golovneva), Titelheldin der gleichnamigen Oper, ist jung und vielleicht ein wenig naiv in ihrer Liebe zu Rodolfo (Giancarlo Monsalve), der dem einfachen Mädchen zunächst seine Herkunft verschweigt. Aber es ist auch gerade die Unschuld und die Unerschütterlichkeit ihrer Liebe, die Luisa als Charakter so stark macht. Sie macht die Schwäche der sie umgebenden Männer – von ihrem Vater (Boris Statsenko) über den geliebten Rodolfo bis hin zum Grafen Walter (Thorsten Grümbel), dem Vater Rodolfos, und ihrem intriganten Verehrer Wurm (Sami Luttinen), dem Sekretär des Grafen – umso deutlicher. Luisa stirbt in der Schlussszene nicht als Opfer Rodolfos, der sie vergiftet hat, sondern als starke Heldin. Die Männer bleiben zurück mit ihrer Schuld.

Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr (ebenso wie den Richard Wagners) feiern, gehörte neben Wagner zu den große Komponisten seiner Zeit. Seine Oper „Luisa Miller“ mit Texten von Salvatore Cammarano erlebte ihre Uraufführung im Jahr 1849 in Neapel. Rossini bediente sich gerne der „großen“ literarischen Vorlagen: Bei Victor Hugo (Ernani, Rigoletto) beispielsweise, bei William Shakespeare (Macbeth, Othello, Falstaff) und eben auch bei Friedrich Schiller, der mit „Kabale und Liebe“ die Vorlage für „Luisa Miller“ lieferte. Dennoch wird „Luisa Miller“ eher selten auf den Bühnen der großen Opernhäuser gespielt. Sehr zu Unrecht, denn mit Luisa haben Verdi und sein Texter – mit ein wenig Nachhilfe von Regisseur Carlos Wagner – einen starken Charakter geschaffen, der aufrecht seiner Umgebung trotzt und diese selbst sterbend noch besiegt: Eine tragische Heldin!

Von kindlicher Unschuld zur starken Frau

Wurm (Sami Luttinen) zwingt Luisa (Olesya Golovneva) einen diskreditierenden Brief zu schreiben. Foto: Hans Jörg Michel

Wurm (Sami Luttinen) zwingt Luisa (Olesya Golovneva) einen diskreditierenden Brief zu schreiben. Foto: Hans Jörg Michel

Zentraler Bestandteil des Bühnenbildes ist ein kleines Haus mit Kinderbildern an den Wänden, welches im Laufe der Inszenierung immer wieder kehrt – und immer kleiner wird: Luisas Zimmer. Die kindliche Unschuld des Charakters, die seine Stärke noch unterstreicht, wird hier betont. Weniger sozialkritisch als die literarische Vorlage von Schillers Drama lebt das Stück von der präsenten Stärke seiner Titelfigur, der Regisseur Carlos Wagner mehr als Verdi selbst (und Librettist Salvatore Cammarano) diese prägnante Rolle zuweist. Entworfen hat das Bühnenbild mit markanten Säulen, die ihrerseits wechselnde Orte markieren, und dem immer wiederkehrenden kleinen Häuschen der freischaffende Bühnengestalter Kaspar Zwimpfer, mit dem Licht-Design von Volker Weinhart wirkungsvoll in Szene gesetzt; die Kostümentwürfe stammen von Christof Cremer.

Der Chor Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski spiegelt in kindlichen Fantasiekostümen Luisas Seelenleben. Mal in kleineren, mal in größeren Gruppen rauschen die Spielfiguren durch die Szenerie, Luisa tröstend, sie stützend – ihr Kraft gebend. Diese Kraft braucht sie: Um ihre Liebe und gegen Intrigen kämpfend, den Vater schützend, der sich für sie einsetzt, – um dann vor die Wahl zwischen ihrem Vater und ihrer Liebe gestellt zu werden. Und im Sterben erkennt sie, dass ihre Liebe Rodolfo im Grunde nur ein Schwächling und ihrer Liebe nicht wert ist.
Famos begleiten die Sänger und ihr großes Theater die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi. Von der Ouvertüre, die das folgende Intrigenspiel musikalisch andeutet, bis zum Schlussakkord, der einer tragischen Heldin ein dickes Ausrufezeichen setzt, glänzten die brillanten Musiker mit effektvollen Klängen.

Auf Druck von Wurm (Sami Luttinen, hinten rechts) und Graf Walter (Thorsten Grümbel, hinten links) erklärt Luisa (Olesya Golovneva, vorne links) der Gräfin Federica (Susan Maclean, vorne rechst), Rodolfo nie geliebt zu haben. Foto: Hans Jörg Michel

Auf Druck von Wurm (Sami Luttinen, hinten rechts) und Graf Walter (Thorsten Grümbel, hinten links) erklärt Luisa (Olesya Golovneva, vorne links) der Gräfin Federica (Susan Maclean, vorne rechst), Rodolfo nie geliebt zu haben. Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein (DOR) spielt die Oper in drei Akten (ca.2 ¾ Stunden, inkl. Pause) in der hervorragenden Inszenierung von Carlos Wagner und hier von DOR-Dramaturg Bernhard F. Loges zuerst auf die Duisburger Bühne gebracht. Voll besetzt waren Parkett und Ränge zur Premierenvorstellung im Duisburger Theater. Auch zahlreiche Düsseldorfer Opernfreunde zog es ins Theater am König-Heinrich-Platz, da Luisa Miller in der Nachbarstadt erst im Herbst seine (lokale) Premiere feiern wird. Viel Szenenapplaus und stehende, nicht enden wollende Ovationen zum Abschluss belohnten die hervorragenden Akteure.

***********************************************

Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg
Sonntag, 7. Juli, 18.30 Uhr
Freitag, 12. Juli,
Mittwoch, 17. Juli,
Samstag, 20. Juli, jeweils um 19.30 Uhr

Hier ein Trailer der Oper vom YouTube-Kanal der Deutschen Oper am Rhein

Karten und weitere Informationen sind erhältlich im Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in der Mittwochs-Vorstellung zwischen 16,10 und 56,00 Euro sowie freitags, samstags und sonntags zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2013 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Harald Molder stellt neues Buch der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. vor

„Zeitsprünge Alt-Duisburg“ zeigt massive Veränderungen in der Innenstadt

alt-duisburg_cover Das aus „alt“ und „neu“ zusammengefügte Titel-Foto vom König-Heinrich-Platz macht eine Andeutung davon, dass neben markanten Punkten, die man seit Jahrzehnten kennt, Veränderungen stattgefunden haben, die das Stadtbild neu prägen oder geprägt haben. Die Kleinteiligkeit der Innenstadt (Altstadt) ist dabei auch im zweite Weltkrieg zerstört worden. Aber vor allem in den Fünfziger Jahren ist im mittelalterlichen Stadtkern vieles abgerissen worden, um Platz für die großen breiten Straßen zu bekommen, die wir nun auch schon seit Jahrzehnten kennen.

Überraschende Einblicke in die sehr massiven Veränderungen der Innenstadt gibt das Buch „Alt-Duisburg“ der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., welches der Sutton Verlag in seiner Reihe „Zeitsprünge“ veröffentlicht hat. Die alten Aufnahmen stammen von Harald Molder und Reinhold Stausberg, die seit Jahrzehnten alte Postkarten und Fotos von Duisburg sammeln. Ausgewählt haben sie 45 Aufnahmen, die Duisburg zwischen 1890 und 1950 zeigen. Mit diesen Bildern ist Detlef Schmidt mit seiner Kamera losgezogen, um von den alten Standorten der Fotografen aktuelle Aufnahmen zu machen.

alt-duisburg_1Historischer Bildband über den Wandel im Herzen Duisburgs
Umfassende Texte erläutern im zeitlichen Zusammenhang die Veränderungen von den alten Bildern zu den aktuellen Fotos. Wobei an manchen Stellen drei Fotos fast angebrachter gewesen wären, wo sich nämlich zwei Mal das Erscheinungsbild total verändert hat. Das beste Beispiel zeigt an dieser Stelle das Titelbild: Das alte Foto zeigt ganz rechts im Bild (vollständiges Foto auf Seite 22) noch die Tonhalle von 1886/87, die im Krieg 1942 zerstört worden war. Vor der „neuen“ Mercatorhalle im Citypalais (Seite 23) hatte an dieser Stelle gute vierzig Jahre die alte Mercatorhalle gestanden. Dieser Ort hat demnach in den letzten … knapp 70 Jahren drei Mal ganz massiv sein Gesicht verändert.

alt-duisburg_2

Viele Veränderungen, die in dem Buch dokumentiert sind, zeigen „Neugestaltungen“ der Stadt, die man zum Teil schon Jahrzehnte so kennt. Es ist spannend – auch für gebürtige Duisburger – zu sehen, wie es früher mal ausgesehen hat, bevor die Stadt im Laufe von wenigen Jahrzehnten ein Stadtbild verloren hat: Eher mittelalterlich geprägt vom Zuschnitt war Duisburgs Innenstadt an vielen Stellen bis nach dem zweiten Weltkrieg kleinteilig bebaut mit schmalen Straßen. Seit den späten Fünfziger Jahren erst ist das „alte Duisburg“ dem typischen Bild einer modernen Großstadt gewichen.

Aktuelle Fotos schon bald wieder Geschichte
Dieses Buch sollte auf jeden Fall ein Ansporn sein, sich mehr mit seiner Stadt und ihrer Vergangenheit zu beschäftigen. Zumal auch angesichts aktueller Bautätigkeit und Planungen einige der heute „aktuellen“ Ansichten schon bald Geschichte sein werden. Die alten Bilder haben Seltenheitswert, da Fotografieren früher deutlich aufwändiger war als heute. Das Aufwändige an den neuen Bildern war eher, den Standpunkt des alten Fotografen wiederzufinden, so massiv haben sich zum Teil die Örtlichkeiten geändert. Künftige Veränderungen werden kommen, teils sind sie absehbar, teils werden sie nicht zu verhindern sein. Da wird es nicht lange dauern, bis auch dieser Bildband schon wieder historischen Wert hat.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Buch der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., „Alt-Duisburg“, ist erschienen in der Reihe „Zeitsprünge“ im Erfurter Sutton Verlag (ISBN 978-3-95400-169-9). Es dürfte in allen lokalen Buchhandlungen vorrätig sein und kostet 19,95 Euro (gebunden). Im Sutton Verlag gibt es weitere Bücher über Duisburg, zum Beispiel in der Reihe „Zeitsprünge“ einen Band über Meiderich. Auch die Zeitzeugenbörse hat bei dem Erfurter Verlag weitere Bücher mit lokalem Bezug veröffentlicht, in denen die Mitglieder der Zeitzeugenbörse ihre Sammlungen mit informativen Texten einem interessierten Publikum zugänglich machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2013 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: historische Aufnahmen bzw. Detlef Schmidt

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

Grünes Licht für Multi Development und Ostermann

Platanen trotz Gesprächsangebot lange noch nicht gerettet

Oberbürgermeister Sören Link hatte vor der Abstimmung zu Tagesordnungspunkt 33 angekündigt, die von der Bezirksvertretung beschlossene Fällung der Platanen an der Mercatorstraße vor dem Hauptbahnhof (Punkt 2 der Beschlussvorlage) aussetzen zu wollen, um in Gesprächen mit Bürgerinitiative, Investor und anderen Betroffenen wie DVG und Feuerwehr zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Über die Punkte 1 und 3 dieser Beschlussvorlage ließ er abstimmen. Mit Gegenstimmen der Grünen wurde der Beschluss durchgewinkt.

Keine Überraschungen gab es bei der letzten Sitzung des Stadtrates vor der Sommerpause. Die meisten Beschlussvorlagen waren schon in vorgelagerten Gremien abgesegnet wurden. Diskussionsbedarf im Stadtrat bestand kaum noch. So wurden nicht nur alle Beschlussvorlagen zur Zusammenlegung und ggf. Schließung von Schulen, die nicht ausreichend Anmeldungen für Eingangsklassen hatten, beschlossen. Da halfen auch die lautstarken Proteste von Kindern der Sonnenblumenschule vor dem Rathaus und auf der Besuchertribüne unmittelbar vor der Ratssitzung nichts. Wobei es sich um Kinder handelte, die die Schule bereits besuchen und die von deren Auslaufen gar nicht oder kaum betroffen sind, weil die Schulen sukzessive auslaufen, weil „nur“ keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden.

Einig war sich der Stadtrat über Fraktionsgrenzen hinweg über die Ansiedlung von Ostermann in Meiderich. Der Flächennutzungsplan und die drei zugehörigen Bebauungspläne wurden ohne Aussprache einstimmig verabschiedet. Die vorgelagerten Gremien wie die Bezirksausschüsse Hamborn und Meiderich/Beeck sowie der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr hatten sich bereits im Juni mit den Beschlussvorlagen zur Planung befasst und die Satzungsänderungen befürwortet. Nun hat auch der Stadtrat grünes Licht gegeben und die Satzungen beschlossen, die Ostermann den Bau seines Möbelhauses auf dem ehemaligen Zeus-Gelände ermöglichen.

Augenwischerei an der Mercatorstraße
Platanenallee an der Mercatorstraße gegenüber vom HauptbahnhofDiskutiert wurde hingegen die Beschlussvorlage zur Umgestaltung der Mercatorstraße. Fast alle Redner betonten, dem Investor eine möglichst zügige Realisierung seiner Pläne ermöglichen zu wollen und plädierten dafür, den Baumbestand nur dort abzuholzen, wo es sich nicht umgehen ließe. Viel guter Wille bei allen Parteien, einem Investor zügig entgegen zu kommen. Dagegen konnte Ratsfrau Claudia Leiße (Grüne) nicht ankommen, als sie zu Recht argumentierte, dass die Aussetzung der Fällung die Platanen nicht retten würde, wenn man im gleichen Atemzug die Beschlussvorlage mit der zukünftigen einspurigen Verkehrsführung auf der Mercatorstraße absegnet. Die damit einhergehende Verengung der bislang großzügigen „Verkehrsflächen“ wird vor allem große Fahrzeuge behindern: Lkw, Busse und die großen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr.

Der Antrag der Grünen auf „erste Lesung“ scheiterte. Nur dies hätte Gespräche ermöglicht, die auch die einspurige Straßenführung der Mercatorstraße noch einmal in Frage gestellt hätten. Diese einspurige Straßenführung (Punkt 1 der Beschlussvorlage) wurde aber bei Gegenstimmen der Grünen abgesegnet. Folge: weder Investor Multi Development noch die Bürgerinitiative werden etwas zu melden haben, wenn die Feuerwehr und die DVG sagen, dass ihre Fahrzeuge bei Erhalt der Platanen an dieser Stelle der Verkehrsführung Probleme bekommen. Das Angebot von Sören Link, weitere Gespräche über den Erhalt der Platanen führen zu wollen, endet dort, wo massive Sicherheitsbedenken gegen die Platanen bestehen – und die werden bei der geplanten (und vom Rat beschlossenen) Verkehrsführung nicht vom Tisch zu kriegen sein!

© 2013 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Wieder im Programm: Oper „Der Barbier von Sevilla“ im Theater Duisburg

Von Bienen, Blumen, Insekten und den Wirrungen der Liebe

Dmitri Vargin (Figaro), Lena Belkina (Rosina), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva) Foto: Hans Jörg Michel

Dmitri Vargin (Figaro), Lena Belkina (Rosina), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva)
Foto: Hans Jörg Michel

Um Rosina (Annika Kaschenz), den hübschen jungen Schmetterling, kreist die Männerwelt. Ihr Vormund, der alte Doktor Bartolo (Bruno Balmelli), wacht – als „dicke Spinne“ passend charakterisiert – eifersüchtig über sie. Wegen ihrer stattlichen Mitgift will er sie selber heiraten und gönnt sie keinem anderen. Da kommt ihm der jüngere Graf Almaviva (José Manuel Zapata) sehr ungelegen, der als Hummel den hübschen Falter umschwirrt. Figaro (Bogdan Bacio), der umtriebige Barbier von Sevilla, spornt den Grafen an und unterstützt ihn bei seinem Werben um die schöne Rosina tatkräftig.

Die Oper „Il Barbiere di Siviglia“ (Der Barbier von Sevilla) von Gioacchino Rossini ist eine „opera buffa“ (komischen Oper) in zwei Akten. In italienischer Sprache gesungen, mit deutschen Übertiteln, dauert der Opernabend inklusive einer Pause gute drei Stunden bis zum Happy End. Wie bei Mozarts „Hochzeit des Figaro“ stammt auch hier die Vorlage, eine Komödie, von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Das erklärt die zuweilen gleichen Namen in beiden Opern.

Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Chor der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Chor der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Hans Jörg Michel

Weniger sozialkritisch als Figaros Hochzeit soll der „Barbier von Sevilla“, den Rossini zu Texten von Cesare Sterbini vertonte, in erster Linie unterhalten und das Publikum amüsieren. Und so herzerfrischend ebenso wie unkonventionell hat Regisseur Claus Guth das Stück denn auch auf die Bühne gebracht. Seine Inszenierung, die hier – nach erfolgreichen Aufführungen zum Beispiel in Basel, München oder Leipzig – bei der Deutschen Oper am Rhein läuft, versetzt den Zuschauer in einen Insektenschwarm.

Wo Figuren nicht mit Charakter punkte, ziehen sie mit Intrigen ihre Fäden
Die Eigenschaften der Figuren, ihre Charaktere spiegeln sich in ihrer Verkörperung der Insekten wieder. Die Sänger der Deutsche Oper am Rhein intonieren nicht nur, sondern gehen erkennbar mit Elan in ihren Rollen auf. Mimik und Gestik verstärkt die Bedeutung des Gesangs. Gelegentliche Lacher aus dem Publikum und reichlich Szenenapplaus würdigten die Leistung der Akteure auf und vor der Bühne.

Phantastisch aufgelegt und in Höchstform präsentierten sich die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Christoph Stöcker, die von den leichten und flockigen Klängen – dem Schwirren der Insekten gleichenden – bis hin zu den eindringlichen und fordernden Tönen das Repertoire eines Rossini meisterhaft spielten. Als Instrumental-Solisten glänzten Dagmar Thelen am Flügel und Christian Kiefer mit der Gitarre. Neben den Statisten des Ensembles positioniert sich der Herrenchor der Oper unter der Leitung von Christoph Kurig nicht nur optisch (als Eintagsfliegen), sondern auch akustisch.

Liebesspiel der Insekten im Labor
Schlicht, aber wirkungsvoll ist vor allem im ersten Akt das von Christian Schmidt entworfene Bühnenbild mit einer großen Blüte, die sich dreht und im Licht die Farben wechselt: So stehen doch der Schmetterling, die Biene und die Blume auch für amourösen Irrungen und Wirrungen der Handlung – in Insektenkostümen, die ebenfalls von Schmidt entworfen wurden. Im zweiten Akt weicht die überdimensionierte Blüte einem sterileren Hintergrund mit Maßraster, welches eine „Erfassung“ der Tierchen und ihrer Maße möglich macht. Die Kostüme werden menschlicher. Intrigen werden ausgespielt und aufgelöst, bis der Graf Almaviva (im gelb-schwarz gestreiften Pullover) seine Rosina für sich gewinnt, wobei sich die „triebhaften Tierchen“ letztlich sehr menschlich geben.

Herren des Chores der Deutschen Oper am Rhein, Dmitri Vargin (Figaro), Attila Fodre (Ein Offizier), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Lena Belkina (Rosina), Sami Luttinen (Don Basilio), Bruno Balmelli (Bartolo), Romana Noack (Berta). Foto: Hans Jörg Michel

Herren des Chores der Deutschen Oper am Rhein, Dmitri Vargin (Figaro), Attila Fodre (Ein Offizier), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Lena Belkina (Rosina), Sami Luttinen (Don Basilio), Bruno Balmelli (Bartolo), Romana Noack (Berta). Foto: Hans Jörg Michel

***********************************************

Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg
Samstag, 13. Juli 2013,
Dienstag, 16. Juli 2013,
Freitag, 19.Juli 2013 – jeweils um 19.30 Uhr,
und zum vorerst letzten Mal:
Sonntag, 21. Juli 2013, 18.30 Uhr.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich im Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro sowie samstags zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2013 Petra Grünendahl
Fotos:
Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Am Donnerstag, 4. Juli, in Duisburg: Zu Verdis 200. Geburtstag feiert „Luisa Miller“ Premiere

Letzte Opernpremiere der Spielzeit am Donnerstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg

luisa-miller_255Eigentliches Thema in „Luisa Miller“ ist der Konflikt der Titelheldin, deren Liebe zu Rodolfo, dem Sohn des Grafen von Walter, an den unüberwindbaren sozialen Schranken scheitert. Sie wird Opfer einer Intrige des hinterhältigen Schlossverwalters Wurm, der Luisa besitzen will. Als sie sich ihm verwehrt, zwingt er sie unter dem Siegel der Verschwiegenheit, ihre Liebe zu ihm in einem Brief zu beeiden, anderenfalls käme ihr Vater beim Grafen Walter in Haft. Daraufhin beschließt Luisa, sich das Leben zu nehmen. Miller kann sie davon abhalten, doch plötzlich taucht Rodolfo auf und zwingt sie, Rechenschaft abzulegen. Luisa, gebunden durch ihren Eid, kann erst, als sie den von ihrem Geliebten vergifteten Wein getrunken hat, in Todesgewissheit die ganze Wahrheit sagen.

2013 ist ein Jahr der runden Komponistengeburtstage: Nicht nur Richard Wagner, sondern auch Giuseppe Verdi wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Am Donnerstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr feiert die Deutsche Oper am Rhein das Jubiläum mit der Premiere von „Luisa Miller“ im Theater Duisburg. Carlos Wagner, zuletzt mit Bizets „Carmen“ auf den Bühnen in Duisburg und Düsseldorf erfolgreich, führt Regie und setzt gemeinsam mit Kaspar Zwimpfer, der an der Deutschen Oper am Rhein mit eindrucksvollen Bühnenbildern für Benjamin Brittens „Peter Grimes“ und „The Turn of the Screw“ vertreten war, das Drama um die junge Luisa Miller in Szene.

Die Titelrolle übernimmt Olesya Golovneva, die an der Deutschen Oper am Rhein unter anderem ein umjubeltes Debüt als Gilda (Verdi „Rigoletto“) feierte. Ein international gefeierter Gast ist auch der chilenische Tenor Giancarlo Monsalve, der in Duisburg als Rodolfo zu erleben ist. Die musikalische Leitung hat Giordano Bellincampi, Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker.

„Luisa Miller“ ist die letzte Opernpremiere der Deutschen Oper am Rhein in der Spielzeit 2012/13. Nach der Sommerpause eröffnet das Stück am 28. September die neue Spielzeit 2013/14 als erste Premiere im Opernhaus Düsseldorf.

***********************************************

Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg
Sonntag, 7. Juli, 18.30 Uhr
Freitag, 12. Juli,
Mittwoch, 17. Juli,
Samstag, 20. Juli, jeweils um 19.30 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich im Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in der Mittwochs-Vorstellung zwischen 16,10 und 56,00 Euro sowie freitags, samstags und sonntags zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreib einen Kommentar

ThyssenKrupp Steel: „Treffpunkt Ausbildung“ in Duisburg am 6. Juli 2013

Praktische Tipps und Infos rund um die Ausbildung bei ThyssenKrupp Steel Europe

Schüler, Eltern und Lehrer sind am kommenden Samstag, 6. Juli, herzlich im Bildungszentrum von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg willkommen: Wie in den vergangenen Jahren bietet das Stahlunternehmen wieder einen Tag lang ausführliche Infos rund um das Thema Ausbildung in allen industriell-technischen und kaufmännischen Berufen an. Eine Übersicht über die Ausbildungsberufe finden Sie im Internet unter https://www.thyssenkrupp-steel-europe.com/de/career/ausbildung/. Die Türen des Bildungszentrums an der Franz-Lenze-Straße stehen Besuchern von 9.00 bis 16.00 Uhr offen.

Das Unternehmen bietet im Rahmen des „Treffpunkts Ausbildung“ ein umfangreiches Programm: Beispielsweise ein Bewerberforum, bei dem es Interessenten Tipps für erfolgreiche Bewerbungsschreiben gibt, Einstellungstests und Vorstellungsgespräche mit Kandidaten trainiert sowie Infos zu den verschiedenen Ausbildungsberufen bei Deutschlands größtem Stahlhersteller zur Verfügung stellt. Außerdem erfährt man Wissenswertes zur Kombination von Ausbildung und Studium. Ausbilder und Auszubildende stehen zur Beantwortung von Fragen künftiger Bewerber bereit und laden zu Führungen durch das moderne Bildungszentrum der ThyssenKrupp Steel Europe AG und Fahrten per Bus über das Werk ein. Mitmachübungen runden das Programm ab.

Der „Treffpunkt Ausbildung“ findet am Samstag, 6. Juli 2013, von 9 bis 16 Uhr im Bildungszentrum der ThyssenKrupp Steel Europe AG, Franz-Lenze-Straße in Duisburg, statt. Jeder ist willkommen. Eine Anfahrtsskizze finden Sie im Internet unter https://www.thyssenkrupp-steel-europe.com/de/kontakt/anfahrt.jsp.

– Pressemitteilung von ThyssenKrupp Steel Europe, Duisburg –

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Zeitzeugenbörse Duisburg: Archivbilder aus Rheinhausen im Sutton Verlag

Harald Molder stellte gemeinsames Buch-Projekt mit Reinhold Stausberg vor

rheinhausen-buch Schon das Titelbild des Buches stellt das Spannungsverhältnis der Rheinhauser Geschichte dar: Zu Römerzeiten bereits besiedelt und Jahrhunderte lang ländlich geprägte Dörfer, die dann – an der Schwelle zum 20. Jahrhundert – durch die Industrieansiedlung der Krupp’schen Hochöfen der Friedrich-Alfred-Hütte zur Stadt Rheinhausen zusammenwuchsen, was die Bevölkerung von überschaubaren 5.000 auf über 73.000 (1966) ansteigen ließ.

Reichhaltig bebildert auf 128 Seiten ist das neue Buch der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. nun erschienen: „Rheinhausen“. Die rund 200 überwiegend „neuen“, bislang unveröffentlichten Motive stammen größtenteils aus den Bildarchiven von Harald Molder und Reinhold Stausberg, die im Laufe der Jahrzehnte beeindruckende Sammlungen von Duisburger Bildern und den dazugehörigen Informationen aufgebaut haben, die sie nun in Publikationen einem breiteren Interessentenkreis zugänglich machen. Auch andere Mitglieder der Zeitzeugenbörse öffneten ihre Archive, so dass hier das Leben in Rheinhausen zwischen 1890 und den 1980er Jahren vielfältig dokumentiert werden konnte.

In elf Kapitel sind die bebilderten Erzählungen thematisch gegliedert. Es beginnt mit verschiedenen Aspekten der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Abgerundet haben die Autoren das Bild mit den Bereichen des täglichen Lebens neben der Arbeitswelt. Darunter fallen zum Beispiel Kirchen und Schulen, Vereinsleben oder die Gaststätten und Kneipen, die vielfach heute verschwunden sind. In weiteren Bildern spiegeln sich die kontinuierliche Verkehrsanbindung oder besondere Ereignisse im Stadtteil, die keiner bestimmten Kategorie zugeordnet werden können. Das Buch endet mit einer schon klassischen Aufnahme der streikenden Stahlarbeiter auf der Brücke der Solidarität aus dem Jahr 1987, wo sich – nach dem Titelbild vom frühen Stahlwerk – ein Kreis der Historie schließt.

Die Reihe Archivbilder
Lesung und Fotoausstellung 25 Jahre Krupp-Arbeitskampf in RheinhausenDas Buch „Rheinhausen – Bergheim, Friemersheim, Hochemmerich, Rumeln-Kaldenhausen“ aus der Reihe „Archivbilder“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag (ISBN 978-3-95400-152-1), im lokalen Buchhandel erhältlich und kostet 18.95 Euro. Dort gibt es auch weitere Bücher der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. zu lokalen Themen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2013 Petra Grünendahl (Text)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare

Neue Logistikanlage im Duisburger Hafen für Volkswagen

Infrastrukturanbindung und Logistikkonzept des Hafenstandorts entscheidend für die Neuansiedlung / Export-Hub wird von Goodman errichtet

Duisburg13055907 LuftbildDuisburg, 27. Juni 2013 – Der Duisburger Hafen wird zu einem neuen Export-Hub zur Versorgung der außereuropäischen Werke des Volkswagen Konzerns. Bei der Standortwahl war für den Automobilhersteller vor allem die gute infrastrukturelle Anbindung des Duisburger Hafens entscheidend. Für die Neuansiedlung entwickelte die duisport-Gruppe ein maßgeschneidertes Leistungspaket. Durch den Abriss einer benachbarten Immobilie ermöglichte duisport den notwendigen Zuschnitt für das Grundstück. „Wir freuen uns, dass wir mit Volkswagen einen bedeutenden Automobilhersteller für den Logistikstandort duisport gewinnen konnten“, sagt Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Errichtet wird die neue Logistikanlage auf dem direkt an der Autobahn A40 gelegenen, 50.000 m² großen Grundstück vom Immobilienentwickler Goodman. Bis zu neue 230 Arbeitsplätze sollen durch die Ansiedlung entstehen.

– Pressemitteilung der Duisburger Hafen AG, Foto: duisport –

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ als Insektenspektakel in Duisburg und Düsseldorf

Rossinis Oper im Juni und Juli auf den Bühnen der Deutschen Oper am Rhein

Dmitri Vargin (Figaro), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Bruno Balmelli (Bartolo), Romana Noack (Berta), Sami Luttinen (Don Basilio) Foto: Hans Jörg Michel

Dmitri Vargin (Figaro), Jose Manuel Zapata (Graf Almaviva), Bruno Balmelli (Bartolo), Romana Noack (Berta), Sami Luttinen (Don Basilio)
Foto: Hans Jörg Michel

Es summt und brummt wieder auf den Wiesen – und auch auf den Bühnen der Deutschen Oper am Rhein, denn „Il barbiere di Siviglia“, der bereits in der dritten Spielzeit in Düsseldorf und Duisburg zu erleben ist, spielt in einem Insektenlaboratorium. Das Sirren, Flirren und Zischeln der Musik von Gioacchino Rossini ist von solch narkotisierender Wirkung, dass sich Regisseur Claus Guth dadurch zu seiner Inszenierung inspirieren ließ. Hier lässt er den Grafen Almaviva, die von ihm begehrte schöne Rosina und den umtriebigen Barbier Figaro, die gemeinsam den alten Querkopf Bartolo übertölpeln wollen, als liebestolle Gliederfüßer im wahrsten Sinne des Wortes ins Netz gehen. Seine in Basel, München und Leipzig umjubelte Inszenierung entwickelt aus der Musik Verhaltensmuster, die tumbe Hummeln, flotte Falter und hyperaktive Eintagsfliegen in ihrem triebgesteuerten Liebeswahnsinn erstaunlich menschlich erscheinen lassen.

Nachdem „Il barbiere di Siviglia“ vergangenen Donnerstag am Theater Duisburg wieder ins Programm genommen wurde, wird es noch sechs weitere Vorstellungen geben, bevor die Oper am 21. Juli zum vorerst letzten Mal gezeigt wird. Mit José Manuel Zapata ist Graf Almaviva in Premierenbesetzung zu erleben. Die Rolle des Figaro übernehmen alternierend der russische Bariton Dmitry Lavrov und der rumänische Bariton Bogdan Baciu.

***********************************************

Weitere Vorstellungen
Fr 28. Juni, 19.30 Uhr / So 30. Juni, 18.30 Uhr im Theater Duisburg
Do 11. Juli, 19.30 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
Sa 13. Juli / Di 16. Juli / Fr 19.Juli – jeweils um 19.30 Uhr im Theater Duisburg
Zum vorerst letzten Mal:
So 21. Juli, 18.30 Uhr im Theater Duisburg

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 / 89-25211 bzw. 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro, samstags zwischen 18,10 und 62,80 Euro sowie 14,50 bis 67,50 Euro in Düsseldorf. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Link fordert direkte Hilfe der Bundesregierung: „Städte brauchen jetzt Lösungen“

Sören Link Pressefoto. Stadt Duisburg„Es ärgert mich, dass der Bundesinnenminister den Eindruck erweckt, als würden die Städte nichts tun, um gegen Kriminalität und Sozialmissbrauch bei der Gruppe der Zuwanderer vorzugehen“, reagiert Oberbürgermeister Sören Link auf Äußerungen von Hans-Peter Friedrich: „In Duisburg sind Polizei, Zoll und Ordnungsamt regelmäßig vor Ort, kontrollieren, prüfen und greifen ein, wenn es notwendig wird. Gegenüber Verbrechen und Sozialmissbrauch zeigen wir Null Toleranz unabhängig von der Nationalität.“

Als Oberbürgermeister von Duisburg hat Link jedoch rechtliche Vorgaben von Bund und EU gegenüber den Zuwanderern zu berücksichtigen. So genießen Zuwanderer aus EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich uneingeschränkte Freizügigkeit, also das Recht sich auch in Duisburg niederzulassen. Link: „Ich muss jetzt Lösungen für die Probleme vor Ort finden – für die Kinder der Rumänen und Bulgaren, für die direkten Nachbarn, damit das soziale Umfeld nicht kippt. Die Anforderungen und finanziellen Auswirkungen sind hoch und übersteigen oft die Kraft betroffener Kommunen. Ich fühle mich bisher von der Bundesregierung allein gelassen.“

Dass der Innenminister nunmehr als Lösung anbiete, die rechtlichen Grundlagen für den Zuzug zu verbessern, zeige zumindest, dass die Bundesregierung das Problem vieler Städte endlich erkannt hat. Aber dieser Lösungsvorschlag helfe der Realität in den Städten aktuell überhaupt nicht weiter. „Da Menschen aus Rumänien und Bulgarien nach dem EU-Beitritt das Recht der Freizügigkeit genießen, sind die Städte, in denen sie wohnen, in der Verantwortung“, so Link. „Eine Aberkennung der Freizügigkeit mit einer möglichen Abschiebung – etwa wegen Gesetzesverstößen oder Sozialmissbrauch – festzustellen und durchzusetzen, ist auf Basis der aktuellen bundesrechtlichen Vorgaben jedoch sehr schwierig.“ Dies müsse sich ändern.

Schon im nächsten Jahr jedoch kommen zusätzliche Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro auf Duisburg zu, wenn Rumänen und Bulgaren Sozialhilfe in Anspruch nehmen können. „Dafür benötigen wir unter anderem die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung. Der Bundesinnenminister sollte seine Verantwortung für die kommunale Familie wahrnehmen und handeln.“ Vorher könne er sich aber noch aktuell über die Situation vor Ort informieren. Oberbürgermeister Sören Link: „Innenminister Friedrich ist herzlich eingeladen, nach Duisburg zu kommen.“

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreib einen Kommentar

Wiederaufführung von Richard Wagners „Die Walküre“ in Duisburg

Wenn der Göttervater seine Kinder straft

Elisabet Strid (Sieglinde), Michael Weinius (Siegmund) Foto: Matthias Jung

Elisabet Strid (Sieglinde), Michael Weinius (Siegmund)
Foto: Matthias Jung

Dass es die Götter mit der ehelichen Treue noch nie so genau nahmen, weiß man aus der griechischen Mythologie. Das gilt aber nicht minder für die germanische Götter- und Sagenwelt, die den Komponisten Richard Wagner so fasziniert hat und zu fantastischen Opernwerken inspirierte. Wotans (Jürgen Linn) Kinder, die Zwillinge Siegmund (Michael Weinius) und Sieglind (Elisabet Strid), wachsen getrennt auf und verlieben sich als Erwachsene in einander, obwohl Sieglind mit Hunding (Thorsten Grümbel) verheiratet ist. Wotans Frau Fricka (Martina Dike) verlangt wegen des Ehebruchs Siegmunds Tod. Wotan will erst nicht, dann doch … Seine Tochter, die Walküre Brünnhilde (Sabine Hogrefe), widersetzt sich Wotans Urteil und schützt die Liebenden, worauf Wotan die Walküre aus Zorn aus Walhalla verbannt.

In vorgeschichtlicher Zeit spielt Richard Wagners Opern-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“, deren erster Tag, „Die Walküre“, im Duisburger Theater ihre Wiederaufführung erlebte. Die Walküre hat sich zum beim Publikum beliebtesten Stück der Tetralogie entwickelt. Zur Uraufführung kam die Wagner-Oper 1870 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München, die aktuelle Inszenierung feierte bei der Deutschen Oper am Rhein 1990 in Düsseldorf Premiere. Regisseur Kurt Horres (Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein 1986 – 1996) versetzte die Handlung in ein eher modernes Bühnenbild der Gründerzeit mit hohen Sälen und üppigen Kronleuchtern. Passend dazu hatte Bühnenbildner Andreas Reinhardt die Kostüme entworfen. Genial waren bei dieser Opern-Aufführung im Theater Duisburg wieder einmal die Installationen des Lichtdesigners Klaus Gärditz, dessen Lichtinszenierung in ihrem wechselnden Farben- und Formenspiel Stimmungen darstellte, veränderte und Akzente setzte.

Martina Dike (Fricka), Jürgen Linn (Wotan) Foto: Matthias Jung

Martina Dike (Fricka), Jürgen Linn (Wotan)
Foto: Matthias Jung

Musikalischen Hochgenuss boten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, die die Wagnersche Klangvielfalt von ruhig und besinnlich bis voluminös und bombastisch meisterhaft beherrschen. Gut bei Stimme präsentierten sich dabei auch die Sänger, die immer wieder auch gegen die Wucht des Instrumentalen mit Bravour bestanden. Die Akustik des Theaters war dabei nur das Transportmedium für die musikalisch nahezu perfekte Darbietung. Auch schauspielerisch „lebte“ die Dramatik des Geschehens auf der Bühne, so dass sich der Zuschauer fallen lassen und genießen konnte.

Richard Wagner polarisierte schon zu Lebzeiten
Man muss nicht seine politischen Ansichten oder seinen Antisemitismus teilen, um Richard Wagners Werke gut zu finden. Seine fantastischen Kompositionen sprengen ohnehin alle Grenzen. Die Operntexte, die Wagner selber schrieb und reimte, sind Wagners Interpretation der alten Sagen und Mythen – oder wohl eher seine Interpretation von späteren Nacherzählungen der alten Sagen, die sich auch inhaltlich schon von den alten Mythen entfernt und sie neu interpretiert hatten. Alten Sagen und Mythen haben einen Geist der Universalität, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu interpretiert und anders erzählt wurde – und dabei auch immer wieder zur Verherrlichung der „eigenen“ Herkunft missbraucht wurde. Wagner war da keine Ausnahme! Dass spätere Generationen diesen Missbrauch seines Werkes auf die Spitze getrieben haben, steht auf einem anderen Blatt und kann, darf, sollte nicht dem genialen Komponisten angelastet werden.

Das Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ ist ein monströses Werk. Selten werden alle vier Teile der Tetralogie an aufeinanderfolgenden Abenden aufgeführt: Die Festspiele von Bayreuth sind hier die große Ausnahme. Der Auftakt „Das Rheingold“ (Vorabend) ist mit seinen zweieinhalb Stunden Dauer (inklusive Pause) noch gut zu bewältigen, die drei Hauptteile – neben „Der Walküre“ (Erster Tag) sind dies „Siegfried“ (Zweiter Tag) und die „Götterdämmerung“ (Dritter Tag) – sind mit jeweils zwei halbstündigen Pausen insgesamt fünf Stunden lang. Anstrengend für Akteure und Publikum, aber das ist es definitiv wert!

Sabine Hogrefe (Brünnhilde), Jürgen Linn (Wotan) Foto: Matthias Jung

Sabine Hogrefe (Brünnhilde), Jürgen Linn (Wotan)
Foto: Matthias Jung

Mit dem „Ring“-Zyklus entwickelte Richard Wagner ein Gesamtkunstwerk als mehrtägiges Bühnenfestspiel, zu dem er – eher ungewöhnlich für einen Komponisten – auch den Text schrieb: Insgesamt handgeschriebene 700 Seiten, die der nach und nach „vertonte“. Dabei ging er nicht chronologisch vor: mit „Siegfried“ begann er zuerst, arbeitete dann aber zwischendurch auch schon ein wenig an den anderen Opern. „Das Rheingold“ erlebte seine Uraufführung 1869, „Die Walküre“ 1870, „Siegfried“ und die „Götterdämmerung“ mussten bis zur Aufführung des Gesamtwerks warten. Das Bayreuther Festspielhaus wurde eigens für den „Ring des Nibelungen“-Zyklus erbaut. Im August 1876 wurde das Gesamtwerk dort als viertägiges Festspiel uraufgeführt.

Weitere Aufführungen der „Walküre“ im Theater Duisburg
Sonntag, 9. Juni und
Sonntag, 16. Juni, jeweils um 17 Uhr.
Karten gibt im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2013 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Matthias Jung für die Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Im Theater Duisburg: „Zauberglöckchen“ – ein außergewöhnliches Opernprojekt

Die gekürzte „Zauberflöte für Kinder“ der Deutschen Oper am Rhein faszinierte junge Besucher aus der Heilpädagogischen Kindertagesstätte Kreis Mettmann

Foto: Frank Heller

Foto: Frank Heller

Ganz nah dran und ganz spielerisch auf den Punkt gebracht konnten Kinder mit ihren Erzieherinnen aus der Heilpädagogischen Kindertagesstätte Kreis Mettmann im Foyer des Duisburger Theaters eine gekürzte Version von Mozarts „Zauberflöte“ erleben. Um dieses Erlebnis zu ermöglichen, wurde die beliebte Kinderfassung des Opernklassikers nochmals reduziert und ging in spannungsreichen 17 Minuten über die Bühne. Sechs Sänger aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein, die in phantasievollen Kostümen und vor liebevoll gestalteten Kulissen direkt vor ihrem Publikum auftreten, spielten die Geschichte von Tamino, Pamina, Papageno und Papagena. Vorbereitet haben sich die jungen Besucher seit 8 Monaten mit einem eigenen Projekt, dem „Zauberglöckchen“, dessen Realisierung durch die großzügige Unterstützung der Kutscheit-Stiftung möglich wurde. Unter Anleitung einer Musiktheaterpädagogin der Deutschen Oper am Rhein, Karoline Philippi, der Bühnenbildnerin Alice Nierentz und mit Unterstützung des gesamten KiTa-Teams, wurde in regelmäßigen Workshops gebastelt, der Geschichte und der Musik zur „Zauberflöte“ gelauscht und selbst musiziert. Auf spielerische Weise sind so Bühnenelemente und ein eigener Bühnenraum entstanden, den die Kinder nach ihren individuellen Möglichkeiten mit Leben füllen. Der Besuch bei den Profi-Musikern hat alle inspiriert und motiviert für den eigenen Auftritt, mit dem das musikpädagogische Projekt seinen Abschluss feiert: Für ihre Eltern zeigen die Kinder ihr „Zauberglöckchen“ am 20. Juni in der KiTa.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein
Foto: Frank Heller für die Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

So geht Bank heute!

Nicht was der Kunde will, interessiert den Anbieter …

Zuerst gibt sich die Deutsche Telekom ganz besonders kundenfreundlich: Morgen wird das Online-Banking bei Deutschlands (noch) führendem Telekommunikationsdienstleister abgeschaltet. Weder über die T-Online-Banking-Software noch web-basiert über T-Online-Webbanking ist dann noch Banking möglich. Die hervorragende Software war auch ein Kundenbindungsinstrument, seit man sie nur noch mit einem T-Online-Internetzugang nutzen konnte. Jetzt müssen sich Millionen Online-Banking-Kunden der Telekom nach anderen Möglichkeiten umsehen.

Die von der Telekom vorgeschlagene Alternative bietet nicht nur eine – meiner Meinung nach – grottenschlechte Bedienung. Nein, das Forum der Telekom ist voll von Leuten, die Probleme mit dem Datenimport haben. Und sie drohen, der Telekom den Rücken zu kehren, denn jetzt sind sie ja für das Online-Banking nicht mehr auf die Telekom und deren Zugang angewiesen, wenn sie mit einer anderen Software arbeiten.

Das OnlineBankingPlus von Buhl, welches von der Telekom zum Download empfohlen wurde, entspricht weder meinem Bedürfnis nach klarer Anzeige und Eingabe (die Telekom hatte das schon ein sehr gutes „eigenes“ Programm!), auch ein Importversuch hakt an allen Ecken und Kanten. Immerhin kriege ich das Programm ohne Datenimport zum Laufen: Die letzten Umsätze werden runtergeladen, ansonsten fange ich bei „Null“ an. Aber ein Programm zum Arbeiten ist es für mich nicht!

Eine andere Software hingegen begeistert mich: die Subsembly GmbH hat eine sehr schöne Banking-Software, die übrigens auch als Engine beim Steganos Online-Banking läuft. Klar, übersichtlich und einfach in der Handhabung. Ein erstes Konto ist ratz-fatz eingerichtet und läuft. Dann das Girokonto von der Targobank … Nein, es wird nicht unterstützt. Die Eingabe der Daten von Hand wird vom Targobank-Server auch nicht akzeptiert. Anruf bei der Hotline der Targobank: „NEIN, wir unterstützen keine Online-Banking-Programme. JA, manche Kunden haben Programme, die funktionieren.“ Das millionenfach verbreitete von der Telekom zählte ja auch dazu! Das Programm meiner Wahl aber nicht … „NEIN, ich kann Ihnen nicht weiterhelfen!“ Ich solle web-basiert arbeiten. WILL ich aber nicht! Und wenn ich höre: Viele Kunden arbeiten mit Programmen (das eine oder andere funktioniert ja), dann heißt das auch: Auch diese Kunden WOLLEN nicht web-basiert arbeiten. Sie wollen mit ihrer Software auf dem PC …

Auch wenn die Targobank mit der Sicherheit des web-basierten Zugangs wirbt: Viele Kunden schätzen die Funktionalität, die eine Software auf dem eigenen PC bietet, die Benutzeroberfläche der Bank hingegen nicht. Eine langfristige Lösung stellt die für mich ebenso wenig dar wie die von der Telekom empfohlene Software, die in puncto Übersichtlichkeit, Funktionalität und Handhabung meilenweit von meinen (sehr bescheidenen) Ansprüchen entfernt ist. Ich kann nur hoffen, dass das Programm, was mir die Basics ohne Schnickschnack mehr oder weniger genau nach meinem Geschmack zu bieten hat, bald eine Möglichkeit eröffnet, auch das Targobank-Konto zu verwalten!

Fazit
Das ist also der Kundenservice bei der Targobank: Was der Kunde will (Online-Banking über eine auf dem PC installierte Software), interessiert die Bank nicht. Der Kunde soll nehmen, was die Bank ihm anbietet: die web-basierte Eingabe über die Internet-Seite der Bank. Das ist für die Bank wohl billiger. Kundenfreundlichkeit ist etwas anderes.
So geht Bank heute!

© 2013 Petra Grünendahl (Text)

Veröffentlicht unter Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Verband Duisburger Bürgervereine plant Sommerfest im Strandbad Wedau

Sascha Westerhoven neuer Schatzmeister

Brauerei-Führung bei König-Pilsener an der Friedrich-Ebert-Straße in BeeckZum letzten Mal legte Schatzmeister Theo Küpper den Delegierten der Duisburger Bürgervereine seinen jährlichen Kassenbericht vor. Hermann Weßlau, 1. Vorsitzender des Verbandes, dankte ihm für über 20 Jahren Engagement im Vorstand, die letzten elf Jahre hatte er die Kasse geführt. Aus gesundheitlichen Gründen machte Küpper vorzeitig den Weg für einen Nachfolger frei: Der bisherige Beisitzer Sascha Westerhoven wurde ohne Gegenstimmen zum neuen Schatzmeister gewählt. Als Beisitzer rückte Klaus Dieter Drechsler in den Vorstand nach.

Zur Delegiertenversammlung trafen sich die Abgeordneten von 18 Duisburger Bürgervereinen im Theodor-König-Keller der König-Brauerei in Beeck. Vor der Versammlung fand für die Delegierten noch eine anderthalbstündige Brauerei-Führung statt, bei der sich Interessierte davon überzeugen konnten, dass das heimische Pils nicht nur nach dem Reinheitsgebot von 1516, sondern auch mit allergrößter Sorgfalt hergestellt wird. Von der Qualität des Gebrauten überzeugten sich die Delegierten anschließend bei einem deftigen Imbiss, bevor es dann „an die Arbeit“ ging.

Neben Berichten des vergangenen Jahres und den Neuwahlen ging es vor allem um die Aktivitäten, die der Verband in diesem Jahr für seine Mitgliedsvereine und deren Mitglieder anbietet. Zu den Höhepunkten dieses Jahres zählt sicherlich das große Sommerfest auf dem Grillplatz im Strandbad Wedau am Freitag, 19. Juli. Die Einladung an die Vorsitzenden der Mitgliedsvereine geht in den nächsten Tagen raus. Terminiert sind außerdem eine Führung durch das Hamborner Stahlwerk von ThyssenKrupp Steel am 29. August und die Verleihung der Bürgerehrenwappen 2013 am 8. November.

– Pressemitteilung des Verbandes Duisburger Bürgervereine e. V. –

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Benjamin Brittens Kinderoper „Arche Noah“ feierte Premiere im Theater Duisburg

Kleine Sänger schnuppern große Bühnenluft

Kinderchor am Rhein, Unterstufenchor der Liebfrauenschule Ratingen, Bruno Balmelli (Noah), © Foto: Frank Heller

Kinderchor am Rhein, Unterstufenchor der Liebfrauenschule Ratingen, Bruno Balmelli (Noah), © Foto: Frank Heller

Das kleine Bühnenbild der „Arche Noah“ mit dem kleinen Orchestergraben ermöglicht für die Aufführung der Kinderoper, die Zuschauerränge mit auf der großen Bühne des Theaters aufzubauen. Die Zuschauer sitzen damit mitten drin im Geschehen: Die Karawane der „Tiere“, die Noah vor der drohenden Flut mit auf die Arche nimmt, zieht singend durch die Stuhlreihen und Gänge und direkt an den Theaterbesuchern vorbei. Vor allem die jüngeren Zuschauer genossen bei der Premiere eine Nähe zur Handlung, die sie in anderen Kinderopern (oder bei Kindertheatern) nicht haben.

Ganz groß raus kommen bei der Kinderoper „Arche Noah“ des englischen Komponisten Benjamin Britten die Kinder. Neben Noah (Bruno Balmelli) und seiner Frau (Katarzyna Kuncio) spielen und singen hier fast ausschließlich Kinder und Jugendliche: Der Kinderchor am Rhein (mit Sängern zwischen 9 und 18 Jahren) und der Unterstufenchor der Liebfrauenschule Ratingen (Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren) steht dafür auf den Bühnenbrettern des Duisburger Theaters. Als Stimme Gottes, die überwiegend nur zu hören war, kommt Peter Nikolaus Kante als dritter Erwachsener in der Handlung erst ganz zum Schluss mit auf die Bühne, nachdem Noah, seine Familie und alle Tiere wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Sami Kim (Sem), Antonia Schindelmann (Sems Frau), Anna Geldsetzer (Jaffetts Frau), Katarzyna Kuncio (Noahs Frau), Bruno Balmelli (Noah), Laurin Bräunig (Ham), Jonathan Pletziger (Jaffett), © Foto: Frank Heller

Sami Kim (Sem), Antonia Schindelmann (Sems Frau), Anna Geldsetzer (Jaffetts Frau), Katarzyna Kuncio (Noahs Frau), Bruno Balmelli (Noah), Laurin Bräunig (Ham), Jonathan Pletziger (Jaffett), © Foto: Frank Heller

Benjamin Britten, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, komponierte mehrere so genannte Kirchenparabeln, die alle in der Pfarrkirchen von Oxford uraufgeführt wurden. Die Kinderoper „Arche Noah“ (oder „Noahs Sintflut“, engl. „Noye’s Fludde“) machte 1958 den Anfang. Als Grundlage benutzte Britten ein altes „Chester Miracle Play“ (Schauspiel), mit denen man vor über 500 Jahren den einfachen Menschen biblische Geschichten erzählte.

Kindgerechte Inszenierung begeistert

Jonathan Pletziger (Jaffett), Sami Kim (Sem), Katarzyna Kuncio (Noahs Frau), Laurin Bräunig (Ham), © Foto: Frank Heller

Jonathan Pletziger (Jaffett), Sami Kim (Sem), Katarzyna Kuncio (Noahs Frau), Laurin Bräunig (Ham),
© Foto: Frank Heller

Die Geschichte aus der Bibel kommt bei den Kindern an. Begeistert verfolgen sie die als Tiere verkleideten kleinen Sänger, die durch die Zuschauerreihen zur Arche ziehen. Die Tierkostüme haben Schülerinnen der Liebfrauenschule Ratingen (unter Leitung von Maria Mund-Marek und Bärbel Schöne) nach Entwürfen von Alice Nierentz geschneidert. Paarweise haben die Tiere Einzug7 auf der Arche gehalten. Fast alles ist bereit für die Abfahrt: wer fehlt an Bord ist Noahs Frau, die lieber bei den Freundinnen an Land bleiben will. Noahs Söhne Sem, Ham und Jaffett (Sami Kim, Laurin Bräunig und Jonathan Pletziger), deren Frauen (Antonia Schindelmann, Julina Pletziger und Anna Geldsetzer) längst an Bord der Arche sind, holen sie schließlich, kurz bevor das Gewitter losgeht und der lange Regen das Land überflutet. Die „Special Effects“ sind mit einfachen Mitteln sehr wirkungsvoll gestaltet. Der Zuschauer taucht – auch angesichts der räumlichen Nähe – ein in die Handlung. Im kleinen Orchestergraben finden nicht alle der an dem Stück beteiligten Musiker der Duisburger Philharmoniker Platz. Einige sitzen hinter den seitlichen Bühnenverkleidungen unsichtbar für die Zuschauer. Zu hören sind sie umso besser, denn der Akustik tut dies keinen Abbruch.

Sängernachwuchs immer willkommen
Der Kinderchor am Rhein probt jeden Freitag zwischen 16 und 18 Uhr im Theater Duisburg unter der Leitung von Karoline Philippi. Einen Vorchor mit Kindern zwischen 6 und Jahren gibt es mittlerweile auch: Die Kleinen proben freitags zwischen 16 und 17 Uhr unter der Leitung von Svenja Lehmann. Interessierte Kinder dürfen gerne vorbeischauen und probehören …

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Kinderoper kriegt man hier … https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=1Xx8Hq9zREs

Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg

  • Sonntag, 23. Juni, um 15 bzw. um 18 Uhr,
  • Freitag, 5. Juli, um 18 Uhr,
  • Samstag, 28. September, um 18 Uhr sowie
  • Sonntag, 6. Oktober, um 11 bzw. um 15 Uhr.

Infos und Karten
Tickets kosten 10 Euro (bei freier Platzwahl).
Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, und
Opernshop Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, oder
unter http://www.operamrhein.de.
Arrangements für Gruppen und Schulklassen: Telefon 0211 / 8925328.
Lehrermappen & Workshops: Junges Publikum, Telefon 0211 / 8925457.

© 2013 Petra Grünendahl (Text, Header-Foto)
Fotos: Frank Heller für die Deutschen Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

Am Sonntag, 26. Mai: Wagner in Duisburg – „Die Walküre“

Der beim Publikum beliebteste Teil von Wagners „Ring“ feiert am Sonntag, 26. Mai um 17.00 Uhr, Wiederaufnahme im Theater Duisburg

Den Geburtstag des großen Komponisten Richard Wagner, der am 22. Mai vor 200 Jahren geboren wurde, feiert die Deutsche Oper am Rhein am Sonntag, 26. Mai um 17.00 Uhr, im Theater Duisburg mit „Die Walküre“ in der Inszenierung von Kurt Horres. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober sind international gefragte Wagner-Interpreten wie Michael Weinius, Elisabet Strid, Jürgen Linn und Martina Dike gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern zu erleben.

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan)  Foto: Hans Jörg Michel

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan)
Foto: Hans Jörg Michel

Mit Begeisterung berichtete Richard Wagner (1813–1883) seinem Freund und späteren Schwiegervater Franz Liszt 1851 von seinem Großprojekt „Der Ring des Nibelungen“, das zu diesem Zeitpunkt als Tetralogie endgültig Gestalt angenommen hatte. Nach dem „Rheingold“-Vorspiel sollte als Erster Tag des Bühnenfestspiels „Die Walküre“ folgen. Bis heute steht dieser Teil des „Ring“-Zyklus an vorderster Stelle in der Gunst des Publikums.

Die Liebesgeschichte des Geschwisterpaares Siegmund und Sieglinde, die Vaterliebe der Wotanstochter Brünnhilde, der furiose Ritt ihrer Walküren-Schwestern und der bewegende Abschied des Weltengotts von seinem Lieblingskind – mit diesen Szenen hat Wagner großes Gefühlstheater geschrieben.

Kurt Horres nahm in seiner Inszenierung von 1990/91 auf die Entstehungszeit des Werkes Bezug und schuf ein bildmächtiges Konzept, das seine zeitlose Gültigkeit bewahrt hat.

Die beiden Solisten Thorsten Grümbel, der ab der kommenden Spielzeit wieder zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein gehört, und Elisabet Strid, renommierte Wagner-Interpretin aus Schweden, überzeugen zur Zeit auch in Wagners „Tannhäuser“ im Düsseldorfer Opernhaus.
___

„Die Walküre“ im Theater Duisburg am König-Heinrich-Platz:
Sonntag, 26. Mai 2013,
Donnerstag, 6. Juni 2013 sowie
Sonntag, 16. Juni 2013 – jeweils 17.00 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, Telefon 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211 sowie unter https://www.operamrhein.de.

– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein, Foto: Hans Jörg Michel –

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Zwischen Hochofen und Fuchsbau in Duisburg

Naturfotograf domkumentiert Tierwelt auf dem Hamborner Werksgelände von ThyssenKrupp Steel Europe

Auf dem mehr als 9 Quadratkilometer großen Werksgelände von ThyssenKrupp Steel Europe im Duisburger Norden leben zahlreiche Wildtiere – weitgehend unbeeindruckt von Industrieanlagen und Lastwagenverkehr. Harald Wolter (64) beobachtet und fotografiert sie seit 13 Jahren: Rehe, Füchse, Falken, Hasen und Fasane, die in direkter Nachbarschaft zu Industrieanlagen äsen, jagen und brüten.

Der Feldhase, der sich hier auf einer Bramme räkelt, ist uns bei einer Werksbesichtigung auf dem Gelände auch über den Weg gelaufen. Foto: Harald Wolter

Der Feldhase, der sich hier auf einer Bramme räkelt, ist uns bei einer Werksbesichtigung auf dem Gelände auch über den Weg gelaufen.
Foto: Harald Wolter

Seit seiner Pfadfinderzeit in den 50er Jahren sucht Harald Wolter die Nähe zu Tieren und Pflanzen: „Die Zusammenhänge zwischen Lebewesen und Umwelt, die finde ich spannend“, so der heute 64-Jährige. Ihn fasziniert vor allem, wie die Natur sich zwischen Hochöfen, Bahnschienen und Schlammbecken immer wieder neue Nischen erobert.

40 Jahre lang hat Wolter als technischer Angestellter bei Thyssen und später im Bereich Bau und Entsorgung bei ThyssenKrupp Steel Europe gearbeitet. Das Werksgelände und die Grünstreifen darin kennt er auswendig. Vor allem weiß er, wann und wo Wild unterwegs ist. Hinter den Hochöfen Schwelgern 1 und 2 zum Beispiel verlässt bei Dämmerung regelmäßig gut ein Dutzend Rehe den Schutz der Brombeerbüsche um zu äsen. Wolter weiß auch, warum: „auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens finden sie reichlich Ackerwildblumen und Kräuter.“

Feldhasen, in Teilen Deutschlands bereits eine gefährdete Art, sind auf dem Werksgelände zwischen Beeckerwerth und Schwelgern ein alltägliches Bild. Rechts und links der Eisenbahngleise, über die Tag und Nacht Torpedopfannen, Schlackebehälter und Waggons mit Stahl-Coils rollen, finden sie Futtergründe und Hecken als Rückzugsmöglichkeit. Ungestört von landwirtschaftlichen Maschinen, Wanderern und Hunden reguliert dort allein die Natur die Bestände: Vor allem im Frühjahr beobachtet Wolter durch sein Fernglas Füchse und Krähen bei der Jagd auf junge Hasen.

Auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens in Schwelgern finden Rehe reichlich Wildblumen und Kräuter. Foto: Harald Wolter

Auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens in Schwelgern finden Rehe reichlich Wildblumen und Kräuter.
Foto: Harald Wolter

Neben „Kulturfolgern“ – also Tieren, die vom Menschen geschaffene Landschaften bevölkern – hat Wolter bei ThyssenKrupp über die Jahre mehr als 40 Tierarten gezählt. Darunter Flussregenpfeifer, Graureiher und Fasane, aber auch Turm- und Wanderfalken.
Schornsteine, Fließbänder und Schwerlaster lassen die Wildtiere kalt. „Sie lernen, dass die Industrieanlagen für sie keine Gefahr bedeuten und agieren wie in freier Wildbahn“, so Wolter. Wenn der passionierte Jäger mit Kamera und 500er Objektiv die grünen Randbereiche des Werkgeländes durchstreift, läuft ihm immer etwas vor die Linse. Mehr als 20.000 Bilder von Tieren und Pflanzen hat der Hobby-Fotograf auf dem ThyssenKrupp Gelände bereits geschossen. Sein Lieblingsfoto zeigt einen ausgewachsenen Hasen, der sich auf einer Bramme im Sonnenlicht rekelt.

– Pressemitteilung von ThyssenKrupp Steel Europe vom 17. Mai 2013 –

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

BI „Neuanfang Duisburg“: Appell an Rat und Verwaltung

Bürgerbeteiligung nicht ins Abseits laufen lassen!!!

Die Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ hat in ihrer Presseerklärung die Ablehnung aller Sparvorschläge der Bürgerinnen und Bürger scharf kritisiert. Starke Zustimmung von vielen Bürgerinnen und Bürgern hat uns darin bestärkt, dass hier ein großes Problem liegt. Die BI will das an einem exemplarischen Vorschlag deutlich machen.

Im Vorschlag Nr. 92 (Pflege von Grünflächen) wird ausgeführt:
„Pflege und Gestaltung/Patenschaft durch Kleingartenvereine/Wettbewerb unsere Schule/Schulumfeld soll schöner werden“
Dieser Vorschlag kommt so oder ähnlich häufiger vor.

Die Antwort der Verwaltung ist in diesen Fällen immer die gleiche:
„Der Wert bürgerschaftlichen Engagements lässt sich nicht mit Wirtschaftsdaten bemessen: Wenngleich der Vorschlag auf ein Sparpotential hinweist, lassen sich bürgerschaftliches Engagement und der Ausbau bürgerschaftlichen Engagements nicht auf quantifizierbare Daten von Aufwand und Ertrag reduzieren. Die Reduzierung auf ausschließlich ökonomische Kriterien lenkt den Blick weg von dem immateriellen Kapital, das durch bürgerschaftliches Engagement aufgebaut wird. Weil sich der Umfang von bürgerschaftlichen Engagement in der Zukunft nicht vorhersagen lässt, lässt sich nicht mit der nötigen Sicherheit im vornhinein beziffern, in welchem Umfang pro Jahr ein Spareffekt eintreten wird. Ein solches Projekt lässt sich daher nur außerhalb der systembedingten Zwänge und der perspektivischen Beschränkung einer HSP-Maßnahme umsetzen.“

Die Stellungnahme der Verwaltung trieft vor schulmeisterlicher Belehrung und Arroganz.

Der Rat der Stadt lässt dieses aus Desinteresse oder Inkompetenz zu!!!!
Patenschaften für Straßenabschnitte, kleine Parkanlagen oder Freibäder durch Anlieger oder (Kleingarten-)vereine stärken gerade das bürgerschaftliche Engagement. Zahlreiche Beispiele belegen das, z.B. das Freibad in Großenbaum oder Homberg oder die Übernahme von Patenschaften für Baumscheiben. Ohne dieses bürgerschaftliche Engagement würde es diese Angebote nicht mehr geben und unsere Stadt wäre viel weniger attraktiv.

Auch das „Argument“, das ließe sich alles nicht rechnen, ist falsch. Jeder Wirtschaftplan geht von realistischen Annahmen aus. So hat man ja auch 120.000 € für die Einnahmen durch Gebühren für Lehrerparkplätze unterstellt, die noch gar nicht realisiert sind.

Erstaunlich ist der (persönliche) Angriff der Linkspartei mit der Unterstellung, dieser Vorschlag würde Arbeitsplätze in der Verwaltung gefährden.

Im zuständigen Grünflächenamt arbeiten kaum noch Festangestellte. Die öffentlichen Grünflächen werden über Ein-Euro Jobber bedient, organisiert von Trägern wie der GfB oder der Wohlfahrtsverbände.

Angestellte Gärtnerinnen und Gärtner erhalten nach TVÖD 2.200 € brutto. Nach unseren Berechnungen könnten anstelle der von rot/rot/grün zusätzlich eingerichteten zwei Vorstandsposten in den Wirtschaftsbetrieben mehr als zehn Arbeitsplätze für Gärtnerinnen für fünf Jahre eingerichtet werden – dabei sind die Pensionsrückstellungen für diese Vorstandsposten noch nicht berücksichtigt.

Bei solchem Verhalten von Rat und Verwaltung gegenüber bürgerschaftlichen Vorschlägen muss man sich nicht wundern, dass die Zahl der Vorschläge von rund 20.000 im Jahr 2012 auf 566 zurückgegangen ist.

Dieses Verhalten von Rat und Verwaltung zeigt den tiefen Riss, der zwischen der etablierten Politik und der Bürgerschaft mittlerweile herrscht.

Eine niedrige Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen wundert uns daher nicht.

Die BI Neuanfang schlägt folgendes vor:
Aufgreifen des Vorschlages Nr. 35 der „Einrichtung eines ständigen Internetportals“, in dem die Bürgerinnen und Bürger Verbesserungsvorschläge einreichen können. Zusätzlich sollte ein ehrenamtlicher, von Rat und Verwaltung unabhängiger Moderatoren-Pool eingerichtet werden, der die Umsetzung der Vorschläge prüft und bei Nichtrealisierbarkeit dem Einreicher (wenn er bereit ist, seinen Namen zu nennen, und das werden viele sein) die Gründe erläutert.

Das erhält die Motivation der Bürgerinnen und Bürger, sich für die Belange der Stadt einzusetzen und wird in vielen Betrieben so praktiziert.

Für die BI „Neuanfang Duisburg“:
Theo Steegmann, Dr. Richard Wittsiepe, Jürgen Schröder

– Presseerklärung der BI „Neuanfang Duisburg“ vom 17. Mai 2013 –

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar