Mehr starke Heldin als Opfer!

Giancarlo Monsalve als Rodolfo, Olesya Golovneva als Luisa, Boris Statsenko als Vater Miller (v.l.). Foto: Hans Jörg Michel
Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr (ebenso wie den Richard Wagners) feiern, gehörte neben Wagner zu den große Komponisten seiner Zeit. Seine Oper „Luisa Miller“ mit Texten von Salvatore Cammarano erlebte ihre Uraufführung im Jahr 1849 in Neapel. Rossini bediente sich gerne der „großen“ literarischen Vorlagen: Bei Victor Hugo (Ernani, Rigoletto) beispielsweise, bei William Shakespeare (Macbeth, Othello, Falstaff) und eben auch bei Friedrich Schiller, der mit „Kabale und Liebe“ die Vorlage für „Luisa Miller“ lieferte. Dennoch wird „Luisa Miller“ eher selten auf den Bühnen der großen Opernhäuser gespielt. Sehr zu Unrecht, denn mit Luisa haben Verdi und sein Texter – mit ein wenig Nachhilfe von Regisseur Carlos Wagner – einen starken Charakter geschaffen, der aufrecht seiner Umgebung trotzt und diese selbst sterbend noch besiegt: Eine tragische Heldin!
Von kindlicher Unschuld zur starken Frau

Wurm (Sami Luttinen) zwingt Luisa (Olesya Golovneva) einen diskreditierenden Brief zu schreiben. Foto: Hans Jörg Michel
Der Chor Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski spiegelt in kindlichen Fantasiekostümen Luisas Seelenleben. Mal in kleineren, mal in größeren Gruppen rauschen die Spielfiguren durch die Szenerie, Luisa tröstend, sie stützend – ihr Kraft gebend. Diese Kraft braucht sie: Um ihre Liebe und gegen Intrigen kämpfend, den Vater schützend, der sich für sie einsetzt, – um dann vor die Wahl zwischen ihrem Vater und ihrer Liebe gestellt zu werden. Und im Sterben erkennt sie, dass ihre Liebe Rodolfo im Grunde nur ein Schwächling und ihrer Liebe nicht wert ist.
Famos begleiten die Sänger und ihr großes Theater die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi. Von der Ouvertüre, die das folgende Intrigenspiel musikalisch andeutet, bis zum Schlussakkord, der einer tragischen Heldin ein dickes Ausrufezeichen setzt, glänzten die brillanten Musiker mit effektvollen Klängen.

Auf Druck von Wurm (Sami Luttinen, hinten rechts) und Graf Walter (Thorsten Grümbel, hinten links) erklärt Luisa (Olesya Golovneva, vorne links) der Gräfin Federica (Susan Maclean, vorne rechst), Rodolfo nie geliebt zu haben. Foto: Hans Jörg Michel
Die Deutsche Oper am Rhein (DOR) spielt die Oper in drei Akten (ca.2 ¾ Stunden, inkl. Pause) in der hervorragenden Inszenierung von Carlos Wagner und hier von DOR-Dramaturg Bernhard F. Loges zuerst auf die Duisburger Bühne gebracht. Voll besetzt waren Parkett und Ränge zur Premierenvorstellung im Duisburger Theater. Auch zahlreiche Düsseldorfer Opernfreunde zog es ins Theater am König-Heinrich-Platz, da Luisa Miller in der Nachbarstadt erst im Herbst seine (lokale) Premiere feiern wird. Viel Szenenapplaus und stehende, nicht enden wollende Ovationen zum Abschluss belohnten die hervorragenden Akteure.
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Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg
Sonntag, 7. Juli, 18.30 Uhr
Freitag, 12. Juli,
Mittwoch, 17. Juli,
Samstag, 20. Juli, jeweils um 19.30 Uhr
Hier ein Trailer der Oper vom YouTube-Kanal der Deutschen Oper am Rhein
Karten und weitere Informationen sind erhältlich im Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in der Mittwochs-Vorstellung zwischen 16,10 und 56,00 Euro sowie freitags, samstags und sonntags zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
© 2013 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein
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