Martin Schläpfer: b.16 – Ballett am Rhein. Foto: Gert Weigelt.
Choreographien von Jerome Robbins, Hans van Manen und eine Uraufführung von Martin Schläpfer in der ersten Ballettpremiere der Spielzeit 2013/14 in Duisburg
Der sechszehnte Ballettabend der Ära Schläpfer feiert am Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr Premiere im Theater Duisburg. Das dreiteilige Ballettprogramm b.16 begeisterte im Juli bereits im Opernhaus Düsseldorf und sorgte auch in den Folgevorstellungen für ein ausverkauftes Haus.
Jerome Robbins Werke sind in Europa eher selten zu sehen – somit setzt die Choreographie „Afternoon of a Faun“ einen besonderen Akzent im Spielplan. Robbins erzählt die Begegnung zwischen einem Tänzer und einer Tänzerin als erotischen und zugleich naiven Pas de deux zur Musik von Claude Debussy.
In Hans van Manens „Without Words“ zu den vier nur am Flügel, also tatsächlich ohne Worte interpretierten Mignon-Liedern von Hugo Wolf, geht es ebenfalls um das Zusammentreffen von Mann und Frau. „Without Words“ entstand 2010 für Het Nationale Ballet Amsterdam und wurde dem Ballett am Rhein als erster deutscher Compagnie anvertraut.
Martin Schläpfer: b.16 – Ballett am Rhein. Foto: Gert Weigelt.
Für seine Uraufführung „Nacht umstellt“ kreierte sich Martin Schläpfer eine Art eigene Partitur aus der Kombination und Konfrontation der beiden Komponisten Franz Schubert und Salvatore Sciarrino. Im letzten Teil des Ballettabends ist das jüngst von der Zeitschrift „tanz“ als beste Compagnie des Jahres 2013 ausgezeichnete Ballett am Rhein in großer Besetzung auf der Bühne zu erleben.
Begleitet wird das Ballett am Rhein bei „Afternoon of a Faun“ und „Nacht umstellt“ von den Duisburger Philhamonikern unter der Leitung von Wen-Pin Chien. „Without Words“ wird von Operndirektor Stephen Harrison am Klavier interpretiert. „Nacht umstellt“ wird gefördert im Rahmen des Fonds Neues Musiktheater 2013.
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Termine im Theater Duisburg
Do 21.11. 19.30 Uhr | Di 03.12. 19.30 Uhr | Sa 07.12. 19.30 Uhr | Do 12.12. 19.30 Uhr
Sa 14.12. 19.30 Uhr | Fr 20.12. 19.30 Uhr | Do 26.12. 18.30 Uhr | Sa 28.12. 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 – 89 25 211 bzw. 0203 – 940 77 77, sowie über Deutsche Oper am Rhein. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in Duisburg zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
OB Link: Neue Bundesregierung muss Gestaltungskraft der Kommunen sichern
Oberbürgermeister Sören Link hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie Innenminister Ralf Jäger und Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans gebeten, sich bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin für eine finanzielle Stärkung strukturschwacher Städte wie Duisburg einzusetzen. Link: „In den letzten Jahren hat die Bundesregierung die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und Gestaltungskraft der Städte vernachlässigt.“
Die Landesregierung habe dankenswerter Weise die Notwendigkeit erkannt, die kommunalen Finanzen auf eine solide Grundlage zu stellen, und in Nordrhein-Westfalen dafür schon wichtige Weichen gestellt. Aber es gebe weitreichendere Forderungen an die neue Bundesregierung. In seinem Brief an die Landesvertreter bei den Koalitionsverhandlungen zeigt Oberbürgermeister Link Notwendigkeiten auf, die „aus Sicht der Stadt Duisburg unbedingt in die Koalitionsverhandlungen einfließen sollten“:
Es ist Abhilfe bei den erdrückenden Lasten durch die Altschulden, insbesondere der Kassenkredite, zu schaffen, indem künftig auch strukturschwache Städte in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben ohne Haushaltsdefizite zu erfüllen. Die Kommunen müssen nach ihren Bedarfen gefördert werden, nicht nach Himmelsrichtung.
Hinsichtlich des immensen Liquiditätsbedarfs der strukturschwachen Kommunen – in Duisburg belaufen sich die Liquiditätskredite auf rund 1,7 Milliarden Euro – drohen nicht nur steigende Finanzierungskosten, sondern auch Engpässe bei der Liquiditätsbereitstellung und bei langfristigen Zinsbindungen. Durch eine Manifestierung des Haftungsverbundes von Bund, Land und Kommunen, zum Beispiel durch eine Beteiligungsmöglichkeit von Kommunen an Deutschland-Anleihen, könnten die Finanzierungskonditionen und der Liquiditätszugang, der insbesondere durch die verschärften Bankenaufsichtsregeln zunehmend erschwert wird, für die Städte deutlich verbessert werden.
Die Stadt fordert eine Steuerpolitik, die die Interessen und Bedürfnisse der Kommunen hinreichend berücksichtigt. So sind Steuerentlastungen, die im Ergebnis von den Städten zu finanzieren wären, abzulehnen. Vielmehr ist die zum Beispiel Gewerbesteuer als ureigenstes Finanzierungsinstrument der Städte zu stärken, beispielsweise – auch mit Blick auf eine größere Steuergerechtigkeit – durch die Ausweitung auf die freien Berufe. Eine grundlegende Modernisierung der Grundsteuer, die ebenfalls eine der wichtigsten – und vor allem am verlässlichsten kalkulierbaren – kommunalen Einnahmequellen ist, sollte angestrebt werden. Vor allem sollte hier von weiteren Befreiungen und Ausnahmen abgesehen werden.
Im Gegenzug sind steuerliche Regelungen, die zu zusätzlichen unmittelbaren finanziellen Belastungen führen bzw. den Sparbemühungen der kommunalen Familie entgegenwirken, indem sie zum Beispiel eine interkommunale Kooperationen mit Umsatzsteuer belasten, zu vermeiden. Der Bund muss an dieser Stelle auf die erforderlichen Änderungen des Umsatzsteuergesetzes und der entsprechenden EU-Richtlinien hinwirken.
Insbesondere die Soziallasten treiben die strukturschwachen Städte zunehmend in die Verschuldungsspirale. Hier muss der Bund aufgefordert werden, die Belastungen für die Kommunen aufzufangen.
So müssen die Städte von den kontinuierlich steigenden Kosten der Eingliederungshilfe entlastet werden. Dass die Förderung von Menschen mit Behinderungen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe durch ein eigenes Bundesleistungsgesetz manifestiert werden soll, ist zu begrüßen. Jedoch müssen diese Entlastungen auch unmittelbar bei den Kommunen ankommen, andernfalls sind die steigenden Aufwendungen in diesem Bereich durch die Kommunen nicht mehr zu schultern. Allein in den Jahren von 2007 bis 2011 sind die Nettoausgaben in diesem Bereich um fast 22 Prozent gestiegen. Duisburg erwartet hier eine Entlastung (direkt und indirekt über niedrigere Umlagen an den Landschaftsverband Rheinland) in zweistelliger Millionenhöhe.
Die Kosten der Unterkunft für Leistungsbezieher von „Hartz – IV“ sinken aufgrund der Sozialstruktur in Duisburg trotz des Umfelds auf dem Arbeitsmarkt nicht ab. Als zusätzliches Problem werden diese Kosten ab dem Jahr 2014 aufgrund der hohen Zuwanderung von Menschen ethnischer Minderheiten aus Süd-Ost-Europa weiter steigen. Auch eine erneute Zuzugswelle ab 2014 wird dieses Problem gravierend verstärken. Zumindest bei den zusätzlichen Kosten der Unterkunft für die Zuwanderer aus Süd-Ost-Europa ist die Stadt Duisburg auf weitere Unterstützung seitens des Bundes angewiesen. Die geschätzten zusätzlichen Aufwendungen werden bereits im Jahr 2014 rund elf Millionen Euro betragen.
Um den bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung (U 3-Ausbau) nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs nachhaltig stemmen zu können, bedarf es in diesem Bereich eines nachhaltigen Engagements von Bund und Land, und zwar nicht nur bei den Investitions-, sondern insbesondere bei den Betriebskosten. Andernfalls werden allein die entstehenden Aufwendungen – in Duisburg belaufen sich allein die Personalkosten für das aktuelle Ausbauprogramm auf über fünf Millionen Euro im Jahr zusätzlich – eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung nahezu unmöglich machen. Da die erforderlichen Eigenmittel, auch bei den Investitionen, kaum aufzubringen sind, ist eine 100-Prozent-Förderung einzufordern.
Angeregt wird eine durchgehende weitere finanzielle Beteiligung des Bundes und des Landes beim U 3-Ausbau (Bau- und Ausstattungskosten) auch in den kommenden Jahren 2015 bis 2018, um den weiterhin erforderlichen Aus- und Umbau von Einrichtungen zur Schaffung von U 3-Plätzen sicherzustellen.
Die Umsetzung dieser Programme muss auch hinsichtlich der zeitlichen Abwicklung unter realistischen Rahmenbedingungen erfolgen können. In Duisburg stehen aus dem Förderprogramm des Bundes „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013″ bewilligte Fördermittel für laufende Baumaßnahmen der Stadt und der freien Träger bis zum 31. Dezember 2013 zur Verfügung. Durch Bauverzögerungen können bis zu diesem Zeitpunkt nicht alle bewilligten Mittel abgerufen werden. Eine Übertragung dieser Mittel über den 31. Dezember 2013 hinaus wird zurzeit noch vom Bund abgelehnt, obwohl verschiedene Initiativen seitens des Landes als auch der Stadt in dieser Hinsicht laufen und gelaufen sind. Verlängert der Bund den Durchführungs- und Bewilligungszeitraum nicht deutlich über das Jahresende hinaus, gehen der Stadt und den Duisburger Trägern rund eine Million Euro an Fördergeldern verloren, gleichzeitig verschärft sich damit das Problem der fehlenden Eigenmittel, da die laufenden Baumaßnahmen nicht gestoppt werden können und somit nachfinanziert werden müssen.
Hinsichtlich der Ganztagsbetreuung an Schulen, die an Bedeutung gewinnen wird, muss zunächst durch Beteiligung von Bund und Land die Finanzierung auf eine solide Basis gestellt werden, bevor ein weiterer Rechtsanspruch geschaffen wird.
– Pressemitteilung des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg –
Karten für den 14. und 15. Dezember ab sofort erhältlich
Wie seit vielen Jahren um diese Jahreszeit arbeitet der Vorstand der Jubilaren-Vereinigung der ThyssenKrupp AG intensiv an der Vorbereitung der öffentlichen Weihnachtskonzerte: Die beliebten Veranstaltungen, die dieses Jahr wieder im Theater am Marientor in der Duisburger Innenstadt stattfinden, bieten für Mitglieder genauso wie für Gäste am dritten Dezemberwochenende gleich drei Mal zweieinhalb Stunden lang musikalischen Hochgenuss mit festlichem Weihnachtscharakter. Mitwirkende wie der ThyssenKrupp-Chor, Sopranistin Evelyn Ziegler, die Gelsenkirchener Swingfoniker, die Duisburger Sinfonietta, Bassist Jakob Kim und der Pianist Bernhard Bücker bereiten sich unter der Ägide von Dirigent Peter Stockschläder derzeit intensiv auf die anspruchsvolle Konzertreihe vor. Highlights des bunten Weihnachtslieder-Potpourris sind Klassiker wie die Ouvertüre zur Oper „Cosi fan tutte“, „Freude schöner Götterfunken“, „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ oder „White Christmas“. Den traditionellen Abschluss der Konzerte bildet traditionell „O du fröhliche“ – hier sind alle Mitwirkenden inklusive die Zuschauer gefordert, mitzusingen – was sie alljährlich begeistert tun.
Die Konzerte finden am
Samstag, 14. Dezember 2013, um 14.30 Uhr und um 19 Uhr sowie am
Sonntag, 15. Dezember 2013, um 14.30 Uhr
im Theater am Marientor in Duisburg statt.
Alle sind herzlich eingeladen!
Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro pro Veranstaltung. Karten für dieses musikalische Highlight der Vorweihnachtszeit sind erhältlich bei Edith Bartnicki (Mo – Do zwischen 9 und 15 Uhr) unter der Telefonnummer 0203 / 52-45704 oder per eMail Edith.Bartnicki@thyssenkrupp.com sowie ab dem 3. Dezember 2013 am Empfang in der Hauptverwaltung der ThyssenKrupp Steel Europe AG in Duisburg-Hamborn (Kaiser-Wilhelm-Straße 100, 47166 Duisburg).
Bunt gestaltete Verteilerkästen Ecke Mercatorstraße sind echte Hingucker
Graffiti-Künstler Marten Dalimot
“Die Graffiti auf diesen Verteilerkästen erzählen eine Geschichte: Vom herumliegenden Müll und Unrat und der Aufforderung, etwas zu tun, um Duisburg sauberer und schöner zu machen, über den Griff zum Besen bis hin zur sauberen Ecke“, erzählte Kommunikationsdesigner Marten Dalimot, der das Motiv entwickelt und gestaltet hatte. „Wir freuen uns, hier den Start setzen zu können“, so Manfred Osenger, Vorsitzender der Offensive für ein Sauberes Duisburg e. V., die den ersten Anstrich in Auftrag gegeben hatte.
Die Stadtwerke hatten es vorgemacht und bislang etwa 80 Verteilerkästen, Netzstationen oder Gasdruckregelanlagen im ganzen Stadtgebiet von Marten Dalimot farblich auffrischen lassen. Jetzt hat City-Manager Klaus-Peter Tomberg die gute Idee aufgegriffen und will Dalimot auch auf der Königstraße zur Spraydose greifen lassen. Die Gruppe von Verteilerkästen wurde schon gereinigt, grundiert und besprüht – mit Motiven der Offensive für ein Sauberes Duisburg, die diese erste Farbaktion mit dem Motiv von Maskottchen „SchrubbiDU“ gesponsert hatte.
Saubere Sache (v. l.): Graffiti-Künstler Marten Dalimot, Manfred Osenger (Offensive für ein sauberes Duisburg e. V.), Klaus-Peter Tomberg (City-Management Duisburg e. V.), Helmut Schoofs (Stadtwerke-Kommunikation) und Ingrid Baer (Offensive für ein Sauberes Duisburg e. v.)
Natürlich gibt es auf der Königstraße noch viele weitere Verteilerkästen, die größtenteils der Telekom, den Wirtschaftsbetrieben, den Stadtwerken oder dem Frischekontor gehören. Bislang sind sie eher in Einheitsgrau gestaltet und mit unschönen Schriftzügen individualisiert. Auch sie sollen nach dem Willen von City-Manager Tomberg gereinigt und farblich neu gestaltet werden. Diese Aktion kostet allerdings eine ganze Menge Geld, denn allein in der Fußgängerzone gibt es 15 Standorte, an denen zumeist mehrere dieser grauen Kästen zusammen stehen. Nötig sind angesichts leerer Stadtkassen allerdings Sponsoren, die ein Interesse haben, die Innenstadt ansprechender, farbiger zu gestalten. Die Stadtwerke Duisburg, die Sparkasse Duisburg, die Volksbank Rhein-Ruhr, Galeria Kaufhof und die Offensive für ein Sauberes Duisburg e. V. unterstützen die Farbgestaltung bereits und haben entsprechende Aufträge bereits zugesagt. Weitere Interessenten werden noch gesucht.
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„Wir hoffen, dass die gestalteten Verteilerkästen dann nicht mehr beschmiert werden“, so Helmut Schoofs, stellvertretender Leiter Konzernkommunikation bei den Stadtwerken. Das war 2009/2010 auch eine der Motivationen des Energieversorgers gewesen, bislang etwa 80 Kästen stadtweit bemalen zu lassen. Bei etwa 6.500 Kästen unterschiedlichster Art und Größe in ganz Duisburg eine Lebensaufgabe. Rund zehn Jahre ist die Graffiti farbecht, danach verblasst sie allmählich. Dabei ist sie gegen Verunreinigungen geschützt, d. h. diese können mit einem Reinigungsmittel entfernt werden und beschädigen den Anstrich nicht.
„Zwischen einem Tag und einer Woche brauche ich für die Gestaltung – je nach Größe der Verteilerstation“, erzählte Dalimot. Zunächst müssen sie mit Hilfe eines Hochdruckreinigers gesäubert werden. Auf einer Schicht Grundierung kann Dalimot dann seine Farben aufbringen. Das kostenintensivste ist die Reinigung: „Allein der Hochdruckreiniger kostet 400 Euro am Tag“, so der Graffiti-Künstler. Wenn gleich mehrere Verteilerkästen auf einmal gemacht werden können, wird es pro Kasten günstiger – auch für mögliche Sponsoren. Ansonsten muss man wohl inkl. aller Arbeiten von der Reinigung bis zur Fertigstellung mit ca. 500 Euro für einen Verteilerkasten rechnen.
Oberbürgermeister Sören Link startet Initiative Richtung Bundesregierung
Auf Initiative von Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link haben 15 weitere Städte einen Forderungskatalog zur Armutszuwanderung unterschrieben, der an die Parteivorsitzenden der CDU, SPD und CSU gerichtet ist. Die betroffene Kommunen aus verschiedenen Bundesländern fordern von Dr. Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer eine finanzielle Soforthilfe, damit die Probleme der Zuwanderung aus Südost-Europa bewältigt werden können. Die schwierige Situation der Städte müsse bei den Koalitionsverhandlungen auch auf Bundesebene berücksichtigt werden.
Schon lange sind nicht nur Städte aus dem Ruhrgebiet von der Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien betroffen, sondern Kommunen im ganzen Bundesgebiet, wie aus der Liste der Unterzeichner hervorgeht. Link: „Ich finde es gut, dass wir die Verantwortlichen in Berlin gemeinsam auf die Probleme der Städte hinweisen. Wir sind das letzte Glied in der Kette und müssen uns um die Menschen vor Ort kümmern. Das kostet viel Geld, das vor allem strukturschwache Kommunen nicht haben und das wir in Zukunft vom Bund und Europa erwarten.“
Duisburg hatte für dieses Jahr zusätzlich eine Million Euro für akute Integrationsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. „Das war ein außergewöhnlicher Kraftakt, der ein zweites Mal nicht mehr zu stemmen ist. Die Erfolge in den Stadtteilen zeigen aber, dass wir Integration auch unter schweren Bedingungen können – wenn die nötigen Finanzmittel vorhanden sind.“
In dem Brief beschreiben die 16 Oberbürgermeisterinnen, Oberbürgermeister und ein Stadtrat ausführlich die Situation in ihren Städten, die im Rahmen der EU-Osterweiterung und der Arbeitnehmerfreizügigkeit entstanden ist. „Gerade aus Bulgarien und Rumänien kommen viele Menschen in die Städte und Gemeinden, weil sie hier Arbeit suchen und sich ein besseres Leben aufbauen wollen. Sie kommen, um längerfristig zu bleiben und nehmen damit ihre Rechte als Unionsbürgerinnen und -bürger in Anspruch“, heißt es in dem Brief.
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Die betroffenen Kommunen verzeichnen aber auch einen seit mehreren Jahren anhaltenden und sich aktuell verstärkenden Zuzug von Menschen, die aus prekären Verhältnissen stammen und auch hierzulande unter prekären Bedingungen leben. Häufig würden sie Opfer von kriminellen Strukturen, die ihre Notlage ausnutzten. Hieraus resultierten oft Probleme, die für die betroffenen Kommunen eine völlig neue Qualität hätten.
„Vielerorts ist daher eine Situation entstanden, die die Nachbarschaften völlig überfordert und die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Kommunen übersteigt“, schreiben die Städte weiter: „Hinzu kommt, dass häufig Städte und Gemeinden besonders betroffen sind, die ohnehin unter schweren finanziellen Problemen leiden. Auch wenn es regionale und lokale Schwerpunkte gibt, kann die Problemlösung deshalb nicht einfach dorthin delegiert werden.“ Die Ursachen seien letztlich im europäischen Kontext zu suchen. Und diese Probleme betreffen inzwischen Kommunen im ganzen Bundesgebiet. „Deshalb ist seitens des Bundes und der Länder, aber ebenso von der europäischen Politik zügiges Handeln erforderlich, um die Situation in den Herkunftsländern zu verbessern und hierzulande die Kommunen bei der Bewältigung sozialer und integrativer Herausforderungen zu unterstützen.“
Die Unterzeichner des Briefes fordern die neue Bundesregierung auf, dass die Herausforderung der Armutszuwanderung mit einer Größenordnung von mehreren zehntausend betroffenen Menschen endlich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anerkannt wird, dass Bund und Europäische Union (EU) die Verantwortung der Herkunftsländer für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Zuwandernden einfordern und diese Länder dabei unterstützen. Der Bund solle sich gegenüber der EU dafür einsetzen, dass Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) flexibler genutzt und in den Herkunfts- und Zielländern der Armutszuwanderung eingesetzt werden können.
Vor allem fordern die Städte aber, dass der Bund Soforthilfe leistet: mit ESF-finanzierten Bundesprogrammen, einer ausreichenden Ausstattung und Aufstockung von Programmen wie die „Soziale Stadt“, einem Lastenausgleich, der die erhöhten Sozialausgaben zugunsten betroffener Kommunen deckt. Außerdem sollen ordnungsrechtliche Maßnahmen geprüft und umgesetzt werden, wo Leistungsmissbrauch, kriminelle Strukturen und Ausbeutung Integration behindern und zulasten der Zuwandernden selbst gehen. Oberbürgermeister Sören Link: „Wir möchten die Parteivorsitzenden nachdrücklich darum bitten, die geschilderten Probleme und Maßnahmen zügig in Angriff zu nehmen.“
Folgende Städte unterstützen die Initiative der Stadt Duisburg:
Bochum, Delmenhorst, Dortmund, Gelsenkirchen, Hannover, Hamm, Herne, Hof, Köln, Mannheim, Mülheim a.d.R., Münster, Nürnberg, Offenbach, Regensburg.
Der Jahrestag sollte kein Tag der Phrasendrescher werden: Eine kleine Truppe, die zu den hohlen Parolen ihrer Anführer Fahnen schwenkend durch die Straße zogen und als Äußerung ihres Trüppchens viel mehr als ein „ihr seid scheiße!“ nicht hinbekamen. Unterstützer fanden sie in Rheinhausen nicht.
Wie auch an anderen Orten in Duisburg und im Ruhrgebiet gingen Menschen in Rheinhausen am 9. November im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und im Protest gegen Rechtspopulisten und Rassismus auf die Straße. Mehrere Demonstrationen hatten unterschiedliche Gruppen auch in Rheinhausen angemeldet, um – mal still, mal lautstark – Zeichen zu setzen: Rheinhausen wehrt sich!
Dank und Anerkennung für geleistete Arbeit zum Wohle der Stadt Duisburg und ihrer Bürger
„Ehrenamtliches Engagement macht unsere Stadt reicher“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link in seiner Begrüßung. Engagement heißt: an Lösungen mitarbeiten. „Kritik ohne Lösungen ist nur bla-bla“, bekräftigte Hermann Weßlau, 1. Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine.
Im großen Ratssaal ehrte Hermann Weßlau im Beisein von Oberbürgermeister Sören Link die diesjährigen Bürgerehrenwappen-Träger des Verbandes Duisburger Bürgervereine. Diese Auszeichnung erhalten jedes Jahr drei Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich um Duisburg verdient gemacht haben. Den musikalischen Rahmen der Verleihung gestalten traditionell die Restroom Singers.
Die Bürgerehrenwappen-Träger 2013 Ludwig Krohne GmbH & Co. KG
Das 1921 gegründete Familienunternehmen ist heute in Duissern ansässig und als „Hidden Champion“ einer der weltweit führenden Anbieter für innovative Prozessmesstechnik. Vor Ort engagiert sich Krohne u. a. beim Sponsoring großer und kleiner Vereine sowie dort, wo Ehrenamt finanzielle Hilfe braucht, z. B. beim Ruhrdax – Wirtschaft triff Ehrenamt.
Die Ehrung für Krohne nahm Firmenchef Michael Rademacher-Dubbick, Urenkel des Firmengründers, entgegen. Krohne hilft eher unauffällig, ehrenamtliches Engagement zu fördern und zu finanzieren, wie Monika Scharmach von der Bürgerstiftung Duisburg in ihrer Laudatio in Details ausführte.
Walter Pavenstedt
„Mister Hafenfest“ organisiert seit 1994 Jahren ehrenamtlich – früher als Leiter des Ruhrorter Shanty-Chores, heute als Vorsitzender des Ruhrorter Hafenfest e. V. – das große Sommerfest in Duisburgs Hafenstadtteil.
„Sein Name ist dem meisten Duisburger nicht bekannt, aber das Ruhrorter Hafenfest strahlt weit über Duisburg hinaus ins Umland“, so Laudator Dr. Bernhard Weber, Leiter des Binnenschifffahrtsmuseums in Ruhrort, der Pavenstedts vielschichtiges Engagement als Künstler, Kaufmann und Kommunikator hervorhob. Was als „Singen mit Grillwürstchen“ 1994 angefangen hatte, wurde immer größer. Seit 2007 tritt aus rechtlichen Gründen ein Verein als Organisator auf: Eine Handvoll Ehrenamtler, die unter der Leitung von Pavenstedt einen ganzen Stadtteil zum Magneten eines Wochenendes machen. Pavenstedt wollte diese Ehrung „für den Verein mitnehmen.“
Allgemeiner Bürgerverein Kaßlerfeld
Der Allgemeine Bürgerverein Kasslerfeld wurde 1913 gegründet und feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Er kümmert sich um die Belange der Kasslerfelder Bürger, gestaltet mit diversen Veranstaltungen das Stadtteilleben, betreibt Denkmalpflege und ist dabei, ein Stadtteilarchiv aufzubauen.
Die Ehrung nahm Sascha Westerhoven als 1. Vorsitzender entgegen. Laudator Bürgermeister Manfred Osenger strich vor allem das Engagement hervor, mit dem der Bürgerverein es in seiner 100-jährigen Geschichte geschafft hat, Kaßlerfeld zwischen den dominierenden Polen Königstraße und Ruhrort nicht nur ins Bewusstsein der lokalen Politik, sondern auch an die Fördertöpfe für Maßnahmen zu bringen. Durch solche Förderung konnten sowohl Verbesserungen beim Verkehrsfluss erzielt werden als auch die Kultur im Stadtteil gefördert werden.
Evangelische und Katholische Kirchengemeinden in DU-Rheinhausen Runder Tisch „Offenes Rheinhausen“
9. November 2013
Am Samstag, dem 9. November, erinnern wir daran, dass vor 75 Jahren in Deutschland Synagogen angezündet, jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen gedemütigt und ihre Geschäfte geplündert wurden. Auch
Rheinhausen machte keine Ausnahme.
Wie vor 75 Jahren werden auch 2013 in Rheinhausen wieder Paro len laut, mit denen rechte Gruppen Hass sähen und die Gesellschaft in erwünschte und unerwünschte Menschen spalten wollen.
Stellvertretend für die vielen Opfer nationalsozialistischer Gewalt in der Vergangenheit suchen wir drei Orte auf, an denen jüdischen Mitbürgern mit Stolpersteinen gedacht wird . Die Erinnerung an die Ereignisse von 1938 ist für uns zugleich Warnung vor Gleichgültigkeit und vor Verharmlosung rechter Parolen jetzt und in Zukunft.
An den Stolpersteinen vor dem Bezirksamt am Körnerplatz treffen wir uns Samstag, 9. November 2013, um 15.00 Uhr. Von dort geht der Weg zur Annastraße und zur Friedrich-Aifred-Straße.
Es laden ein:
Evangelische und Katholische Kirchengemeinden in DU-Rheinhausen
Runder Tisch „Offenes Rheinhausen“
Die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf hat mit Beschluss vom heutigen Tage im Eilverfahren einen Bescheid des Duisburger Polizeipräsidiums bestätigt, mit dem zwei von der „Bürgerbewegung Pro NRW“ angemeldete Versammlungen am 9. November 2013 untersagt wurden.
Verwaltungsgericht Düsseldorf im Stahlhof an der Bastionstraße, Foto: Luekk/Wikipedia
Die Entscheidung der Polizei, die beiden Versammlungen mit den Themen „Kein Asyl in Neumühl – Kein Asylantenheim ins St. Barbara-Hospital“ und „Rheinhausen darf nicht Klein-Bukarest werden – Recht und Ordnung wieder herstellen“ dürften nicht am 9. November durchgeführt werden, sah das Gericht als rechtmäßig an. Es ist der Argumentation der Polizei gefolgt, dass eine Gefahr für die öffentliche Ordnung bestehe, wenn die Demonstrationen am Gedenktag zur Reichspogromnacht stattfänden. Die „Bürgerbewegung Pro NRW“ mache sich bewusst die Symbolkraft dieses Tages zunutze, indem sie eine Parallele herstelle zwischen aus ihrer Sicht bestehenden sozialen Missständen auf Grund des Zuzugs von Ausländern und den Geschehnissen in der Reichspogromnacht. Hierdurch werde unterschwellig ein Bedrohungsszenario dahingehend aufgebaut, dass der Ausbruch rechtsradikaler Gewalt jedenfalls eine nahe liegende Folge der von der Bürgerbewegung thematisierten Missstände sein könne.
Gegen den Beschluss steht die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Münster offen.
Aktenzeichen: 18 L 2231/13
– Presseservice des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen – pet 2013
„Duisburg zwischen Traum und Wirklichkeit“ “Einen Regenbogen kann ich nicht im richtigen Moment hinzaubern, aber der Mond im Bogen von Tiger & Turtle war schon so abgepasst“, erklärte Fotograf Siegfried Dammrath bei der Führung durch die Ausstellung. Zwischen Licht und Dunkelheit, mit Stativ und Langzeitbelichtung hat Dammrath fantastische Impressionen von Duisburg eingefangen – irgendwo zwischen Illusion und Realität. Viele Stunden hat er manchmal auf der Lauer gelegen – nach dem richtigen Moment, dem passenden Licht. Wieder andere Momente (wie die lange Wolke im Header-Foto) sind dann auch schon mal Zufall und reine Glückssache.
Michaela Spatz-Feddeck vom Center-Management und Fotograf Siegfried Dammrath stellen die Ausstellung vor
Siegfried Dammrath hat sich in den letzten 13 Jahren mit seinen Duisburg-Kalendern einen Fankreis geschaffen. Nun stellt er 36 seiner aktuellen Bilder (fast alle stammen aus 2012 und 2013) im Forum aus. Zwischen dem Eingang Claubergstraße (Zugang Parkhaus) und der Treppe zu Saturn zieht sich die Reihe mit den Glaswänden, an denen Dammraths Fotos zu neun Themeninseln gruppiert hängen. Die Bilder im Format 60×90 bzw. 50×100 und das Wolken-Panorama im Format 50×200 ziehen Passanten an mit ihren leuchtenden Farben, mystischen Stimmungen und bekannten Motiven. Zusammen mit Michaela Spatz-Feddeck, Marketing-Managerin des Forum, eröffnete Dammrath mit einem Pressegespräch die Ausstellung.
In der Ausstellung hängen u. a. alle dreizehn Motive, die Dammrath für seinen Kalender für 2014 ausgewählt hat. Der im Eigenverlag herausgegebene großformatige Kalender ist für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Viele weitere Aufnahmen vom schönen Duisburg findet man auch in Siegfried Dammraths Bildband „Duisburg“, der ebenfalls im Eigenverlag erschienen und im Buchhandel für 19,90 Euro erhältlich ist.
Zu sehen gibt es die Fotoausstellung von Siegfried Dammrath im Forum Duisburg im Erdgeschoss noch bis Samstag, 16. November 2013. Die Bilder sind zugänglich zu den Öffnungszeiten des Forums: montags bis samstags zwischen 8.30 und 20.15 Uhr sowie sonntags zwischen 11 und 18 Uhr. Einen ersten „kleinen“ Eindruck von den Bildern vermittelt Siegfried Dammrath auf seiner Seite https://www.duisburg-kalender.de/Ausstellung_Bilder.html. Es lohnt sich aber allemal, sich auch die großen „Originale“ anzuschauen.
Ein Aufruf des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage:
Am 9. November 2013 ist es 75 Jahre her, dass in ganz Deutschland die Synagogen
brannten. Auch hier bei uns in Duisburg gingen während der Reichspogromnacht
Synagogen in Flammen auf, Geschäfte jüdischer Familien wurden geplündert, zerstört
und angezündet. Ausgerechnet an diesem Jahrestag, dem 9. November 2013, sollen
wieder hasserfüllte Parolen durch Duisburgs Straßen hallen und wieder richten sie
sich gegen Menschen? Verhindern können wir das nicht.
Was wir aber tun können: Wir wollen ein positives Zeichen setzten. Nicht als Gegendemonstration,
sondern eigenständig und losgelöst von allen Krawallmenschen für
eine weltoffene Stadt Duisburg eintreten. Das Duisburger Bündnis für Toleranz und
Zivilcourage wird dieses Zeichen setzen.
Deshalb laden wir Sie ein …
Der Gedanke einer Lopa-Stiftung für Angehörige und Betroffene scheint grundsätzlich nicht falsch zu sein. Die Notfallseelsorge, die bisher gute Arbeit geleistet hat, zieht sich zurück. Ombudsmann Jürgen Widera, Vertreter der Betroffenen und Angehörigen sowie der Stadt Duisburg diskutierten daher am Samstag über Konzepte der Begleitung und Nachsorge. Zu den Gesprächen aufgerufen hatte die „Betroffenen-Initiative LoPa 2010 e.V.” (BI Lopa 2010 e. V.). Ergebnis: Nun sollen Juristen prüfen, wie mögliche Rahmenbedingungen einer Stiftung aussehen könnten.
Einer der Initiatoren, Dirk Schales, war zuvor im Vorstand des gemeinnützigen Vereins “Never Forget den Opfern der Loveparade”. Bekanntlich wurde der steuerbegünstigte Verein durch Dritte liquidiert. Das schafft nicht unbedingt Vertrauen bei Spendern.
Einem Geschäftsführer, der seine GmbH in die Insolvenz führt, trauen Geldgeber so wenig wie einem Vereinsvorstand Schales, der seinen gemeinnützigen Verein mitverantwortlich gegen die Wand fuhr. Dass ausgerechnet Schales im Vorstand der “Betroffenen-Initiative LoPa 2010 e.V.” ist, belastet die eigentlich gute Idee durch mangelhafte Manpower.
In erster Linie bedarf es daher eines unbelasteten Trägers für eine mögliche Stiftung. Denn sollten Stadt und Land sich daran beteiligen und es kommt wieder zu Unregelmäßigkeiten, dann steht auch die Politik unter Beschuss.
Auferstanden aus Ruinen lässt Konni Hendrix, von Kritikern auch „Trümmerlotte“ genannt, mittels Facebook ihre umstrittene Initiative „Never Forget den Opfern der Loveparade“ aufleben. Als gemeinnütziger Verein scheiterte die Initiative und das Vereinsregister vermerkt mittlerweile eine Liquidierung durch Dritte. Im Vorfeld hatten die Vorstandsmitglieder des Lopa Vereins sich heillos zerstritten. Sogar Regressforderungen wurden gegenseitig über einen Rechtsanwalt zugestellt. Nun macht die ehemalige Frontfrau von „Never Forget den Opfern der Loveparade“ scheinbar einen neuen Anlauf.
Ohne Konni Hendrix wäre es wahrscheinlich nicht zu dem Ort des Gedenkens an der ehemaligen Rampe in Duisburg gekommen. Die Oberhausenerin hat für diesen Platz gekämpft und wird deshalb auch mitunter von Anhängern als Mutter der Gedenkstätte eingestuft. Doch welche Gründe liegen vor, dass die Presse sie scheinbar fallengelassen hat, sie so umstritten ist?
Schon vor Jahren schrieb die streitbare Aktivistin aus Oberhausen Schlagzeilen, ihre Kritiker zu mobben. So berichtet DER WESTEN, „Wer sie kritisierte, habe damit rechnen müssen, auf den Seiten sozialer Netzwerke im Internet regelrecht an den Pranger gestellt zu werden“. Und die Internetzeitung Xtranews meldete, „Nun wurden Stimmen laut, die Hendrix Mobbing vorwerfen und die Aktivistin in ein schlechtes Licht stellen. Hendrix würde jede inhaltliche Kritik immer persönlich nehmen, diese löschen und schlussendlich den Kritiker mobben“ (hier die Artikel aus: Der Westen, Xtranews).
An ihre Freunde gewandt, wer auch immer das noch sein soll, verkündet „Never Forget den Opfern der Loveparade“ eine Einladung für den 24.12.2013 um 11 Uhr. Eine Andacht und Kranzniederlegung sei vorgesehen. Wer sich mit dem Spektakel der ehemaligen Fachfrau für Events und Entertainment zu Heiligabend beglücken möchte, der sollte sich den Termin schon jetzt vormerken.
Ensemble und Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.
Dunkel ist die Bühne, düster, zuweilen ziehen Nebelschwaden über das Fischerdorf an der englischen Ostküste im 19. Jahrhundert. Man spürt förmlich die Kälte. Rau wie das Klima und das Land sind hier auch seine Bewohner: Protagonist Peter Grimes (Corby Welch) vielleicht noch ein bisschen mehr als die anderen, die Dorfgemeinschaft, von der sich der Einzelgänger doch lieber absondert.
Bei der Wiederaufführung der Oper „Peter Grimes“ anlässlich des 100sten Geburtstages von Komponist Benjamin Britten erlebten die Opernbesucher erstmals den amerikanischen Tenor Corby Welch in der Titelfigur. Ihre Uraufführung feierte Brittens erste Oper 1945 in der Sadler’s Wells Opera in London, mit Peter Pears, dem Lebensgefährten des Komponisten, in der Hauptrolle. Der Außenseiter Peter Grimes trägt biographische Züge des in Suffolk (an der englischen Ostküste) geborenen Komponisten, der sich als Homosexueller nie in der Mitte der Gesellschaft wieder fand.
„Es hat nichts mit dem Meer zu tun, es hat mit den Leuten im Dorf zu tun. Oder nein, diese Leute sind überall gleich, wo sie auch sind.“ Benjamin Britten
Tod des Lehrlings provoziert die Dorfbewohner
Im Prolog soll ein Gericht klären, ob Peter Grimes Schuld am Tod seines Lehrlings ist. Die Dorfbewohner wollen ihn schuldig gesprochen sehen, Richter Swallow (Günes Gürle) urteilt auf eine Verkettung unglücklicher Umstände. Wie sehr die Dorfbewohner Grimes zum Schuldigen, zum Sündenbock machen wollen, wird er im Laufe der Handlung klar. Zum einen ist er der Außenseiter ihrer Gemeinschaft: „Wer sich von uns absondert, den zerstören wir“, singen sie im Chor (Dritter Akt). Zum anderen wollen sie damit von ihren eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen ablenken, die in den drei Akten des Stücks nach und nach deutlich werden: Alkoholismus, Drogenkonsum oder Prostitution, die neben dem Tratsch auch Teil des dörflichen Lebens sind.
Corby Welch (Peter Grimes), Sylvia Hamvasi (Ellen Orford), Gregor von Kerssenbrock-Krosigk (Der Junge). Foto: Hans Jörg Michel.
In der Vorlage zu „Peter Grimes“, der Verserzählung „The Borough“ (1810) von George Crabbe, ist die Hauptfigur eine böse, negative Gestalt. Dies ließ Britten seinen Librettisten Montagu Slater mehrfach modifizieren, bis Grimes als Außenseiter, rauer Kerl, aber menschlich erschien. Nicht mehr unmotivierter Psychopath war, sondern gesellschaftlicher Außenseiter, der seine Träume von einem besseren Leben und Anerkennung verfolgte. Corby Welch füllte diese Rolle nicht nur sängerisch mit Leben, sondern auch schauspielerisch in allen seinen Dimensionen, die hervorsticht gegen Eindimensionalität der anderen Charaktere. Einzige Ausnahme ist vielleicht die Lehrerin Ellen Orford (Sylvia Hamvasi), die Figur, die noch am weitesten zu ihm steht –und mit der sich Peter eine gemeinsame Zukunft wünscht.
Corby Welch (Peter Grimes), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.
Peter Grimes holt sich mit Hilfe von Ellen und Kapitän Balstrode (Tomasz Konieczny) einen neuen Lehrjungen ins Haus. Als auch dieser durch ein Unglück stirbt, rät Balstrode Grimes, aufs Meer hinaus zu fahren und … nicht wieder zu kommen, sein Boot dort zu versenken. So verschwindet Grimes, ohne je rehabilitiert zu werden. Die Dorfbewohner haben ihren Sündenbock, so dass im Dorf wieder Friede einkehren kann.
Dramatisch und anstrengend
Die Musik ist bombastisch und überwiegend hochdramatisch. Das ist anstrengend, denn ruhige Passagen gibt es kaum, entspannt zurücklehnen ist unmöglich. Das gilt sowohl für die Gesangspassagen als auch für die langen instrumentalen Zwischenspiele der Duisburger Philharmoniker, die unter der Leitung von Wen-Pin Chien die lauten wie die leisen Töne meisterhaft beherrschen. Neben dem brillanten Corby Welch, Sylvia Hamvasi, Tomasz Konieczny und Günes Gürle glänzen unter anderem Renée Morloc als Wirtin Auntie, Florian Simson als Methodist, Marta Márquez als Mrs. Sedley und Dawid Kimberg als Apotheker. Eine bedeutende Rolle spielt hier auch der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski (mit Statisten) als „die Dorfbewohner“, die zum Teil auch in Solopassagen zu Wort kommen.
Die Deutsche Oper am Rhein spielt Peter Grimes seit 2009 in der Inszenierung des vielfach ausgezeichneten Regisseurs Immo Karaman, mit einer Choreographe von Fabian Posca. Für sein Bühnenbild zu „Peter Grimes“ wurde Kaspar Zwimpfer 2010 für den deutschen Theaterpreis „Faust“ nominiert: Holzfassaden türmen sich zu Wellen auf. Sie symbolisieren die zerstörerische Kraft des Meeres, was immer wieder durch „herumliegendes Strandgut“ verstärkt wird. Brillant in Szene gesetzt wird die Bühnendekoration durch das Lichtdesign von Volker Weinhart. Die dunklen Kostüme von Nicola Reichert spiegeln Armut, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Das sind eindringliche, grandiose Bilder, die zur dramatisch tosenden Musik passen.
Ein kleiner Vorgeschmack auf den Britten-Zyklus, den die Deutschen Oper am Rhein gerade in ihren Häusern auf die Bühne bringt:
Termine im Theater Duisburg:
am Freitag, 01. November, um 18.30 Uhr.
Termine im Opernhaus Düsseldorf:
am Sonntag, 24.November, um 18.30 Uhr und
am Freitag, 29. November, um 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 – 89 25 211 bzw. 0203 – 940 77 77, sowie über Deutsche Oper am Rhein. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in Duisburg zwischen 16,10 und 56,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Die Talkrunde mit Zeitzeugen nach der Aufführung des Films (v. l.): Friedbert Barg, Ali Güzel (geb. 1966, kam 1976 mit 9 Jahren nach Deutschland), Annegret Finke (war bei Thyssen), Bernhard Dietz, Alt-OB Josef Krings und WDR-Moderatorin Ines Rothmeier.
Alle Wege führen nach Duisburg „Die Solidarität ist die Seele Duisburgs“, äußerte Alt-Oberbürgermeister Josef „Jupp“ Krings in der Talkrunde auf die Frage der Moderatorin Ines Rothmeier, was für ihn Duisburg ausmache. Andere in der Talkrunde äußerten sich ähnlich, um das gemeinsame Ärmelaufkrempeln und das Zusammenstehen für gemeinsame Ziele zu umschreiben. Dies habe zuletzt beim Kampf um die Lizenzerteilung für den MSV Duisburg so beeindruckt, erinnerte Fußballlegende Bernhard „Ennatz“ Dietz.
Zehn Folgen „Heimatabend“ stehen beim WDR im Oktober und November auf dem Programm: Zehn Städte in alten Bildern, kommentiert von Zeitzeugen. Zum Preview-Abend des „Heimatabend Duisburg“ hatte der WDR Interessierte und Zeitzeugen ins Foyer des Lehmbruck-Museums eingeladen. Nach dem 60-minütigen Film (im Fernsehen laufen jeweils nur 45 Minuten) kamen in einer Talkrunde Zeitzeugen zu Wort. Den Duisburger „Heimatabend“-Film hat der aus Gelsenkirchen stammende Frank Bürgin gedreht. Der Preview-Abend war auch Thema in der „WDR-Lokalzeit Duisburg“, für die Chadia Hamadé Stimmen einfing.
Live-Schaltung in die Lokalzeit Duisburg: Chadia Hamadé im Gespräch mit Friedbert Barg auf dem Preview-Abend des Film „Heimatabend Duisburg“.
Ruhrorter Kneipen – Ruhrorter Flair
Geboren, aufgewachsen und ins Berufsleben eingetreten ist auch Friedbert Barg, Chefredakteur des Schifffahrts-Magazins, in Duisburg. Und den Duisburger will er auch nicht verleugnen: „In Duisburg habe ich mein Selbstbewusstsein bekommen.“ Viele Strecken der alten Filmsequenzen, die in den Film eingeflossen und von Zeitzeugen ergänzt und kommentiert wurden, stammen aus Ruhrort, den Häfen und der Binnenschifffahrt, die den Duisburger Hafenstadtteil früher ganz anders prägte als heute. „Damals gingen die Matrosen von den auf Entladung wartenden Schiffen in die Kneipen in Ruhrort, wo schon morgens viel los war“, erzählte Friedbert Barg, der diese Zeit noch miterlebt hat, als er als Schiffsjunge in der Binnenschifffahrt anfing. Heute warten die Schiffe nicht mehr auf das Löschen der Ladung. Die Abläufe sind effizienter. Dafür ist der Hafenstadtteil deutlich beschaulicher. Manch einer mag das bedauern.
Chadia Hamadé berichtet live aus dem Lehmbruck-Museum für die Lokalzeit Duisburg vom Preview-Abend des Film „Heimatabend Duisburg“.
Viel Filmmaterial konnte das Stadtarchiv aus den Zwanziger Jahren beisteuern, als für Duisburg alle Zeichen auf Aufschwung und Wohlstand standen. Hafen und Industrie brummten. Tief berührt haben so manch einen im Publikum die Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg, von den Luftangriffen und der zerstörten Stadt. Emmi Pannenbecker mit ihren fast 100 Jahren erzählte im Film, wie sie den Krieg in Duisburg erlebt hatte. Die lokal engagierte ehemalige Kulturpolitikerin erzählte auch vom Wiederaufbau der Kultur und des Theaters nach dem Krieg. Andere kamen aus dem Kriegsgeschehen zurück in ihre zerstörte Heimatstadt: „Ich habe mich hingesetzt und geheult“, bekannte Werner Konrad als Zeitzeuge im Film.
Duisburgs Wirtschaft blüht wieder auf
Der Boom der Nachkriegsindustrie brauchte Arbeitskräfte. Erst kamen die Kriegsheimkehrer. Dann wurden sie in Südeuropa und der Türkei angeworben. „Am Hochofen hat niemand erkannt, ob welcher Herkunft du warst. Man hat zusammen gearbeitet“, erzählte Josef Krings. Das bestätigte auch Ali Güzel. Sein Vater war in den Sechziger Jahren nach Duisburg gekommen, um im Stahlwerk zu arbeiten. Erst mit neun Jahren durfte er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nachkommen: „Es war ein Kulturschock damals.“
Dreck, Lärm und Abgase aus jener Zeit lassen sich nicht wegdiskutieren, sind sie doch Teil der Industrie gewesen: der Preis für Arbeitsplätze und Wohlstand. Dass man es bei diesen grauen Bildern belassen hat, ohne das deutlich sauberere „Heute“ zu zeigen, kann man den Film ankreiden. Denn Duisburg und das Ruhrgebiet haben sich verändert seit damals. Blauen Himmel und Grün gibt es mittlerweile trotz Schwerindustrie. Duisburg ist eine Stadt der Vielfalt geworden – und der Gegensätze. „Ich bin Duisburger und will hier auch nie wieder weg. Ich habe zwei Wurzeln“, sprach Güzel vielen Duisburgern mit Migrationshintergrund aus der Seele.
Der sehr gut besuchte Preview-Abend fand im Foyer des Lehmbruck-Museums statt.
TV-Kommissar ist heute Kult
Kein Film über Duisburg kommt ohne Horst Schimanski aus. Der Proll-Kommissar, der damals polarisierte, zumal: „Kein Polizist in Duisburg sah so runtergekommen aus wie Schimanski“, wie Friedbert Barg anmerkte, der nach seiner Zeit als Schiffsjunge und Matrose in der Binnenschifffahrt von 1968 bis 1971 Polizeibeamter im Duisburger Schutzbereich II (Hafen) war. Auch der Alt-OB Krings war damals von der seiner Meinung nach schlechten Werbung durch den TV-Kommissar gar nicht begeistert. Dass Schimanski mit seiner Ehrlichkeit und Direktheit Spiegel des kleinen Mannes im Revier ist, wird ihm indes hoch angerechnet: Heute ist er Kult!
Der Blüte der Stahlindustrie folgte die Krise. der Krupp-Arbeitskampf in Rheinhausen setzte Zeichen. „So gut die Sozialpläne für die ausscheidenden Mitarbeiter waren, das Schlechte war: Die Arbeitsplätze waren weg“, erzählte Annegret Finke, Betriebsrätin bei ThyssenKrupp Steel. Egal, ob Krupp, Thyssen oder Mannesmann: Alle Stahlarbeiter waren damals zum Protest gegen die Schließung der Krupp-Hütte auf die Straße gegangen – gelebte Solidarität auch hier.
Duisburg ist immer noch ein bedeutender Industriestandort, der Hafen hat und hatte immer großen Anteil daran. Um ihn dreht sich auch heute im Wirtschaftsleben eine ganze Menge, auch wenn er nicht der alleinige Dreh- und Angelpunkt des Verkehrs ist. Alle Wege führen nach Duisburg: Per Schiff, per Eisenbahn oder über die Straße. Dass es auch mal Flugplätze in Duisburg gegeben hat, hat der Film leider verschwiegen. Gut, diese eigneten sich nur für Kleinflugzeuge (Neuenkamp) und Wasserflugzeuge (Wanheim), also nicht für die Anreise von Menschenmassen. Aber immerhin: Duisburg war auch mal aus der Luft erreichbar.
Duisburg wurde als dreckige Industriestadt dargestellt, ohne den immer vorhandenen Gegenpol zu thematisieren. Zeitmangel (bei 60 Min.) oder Nachlässigkeit? Insgesamt blieb der Film sehr an der Oberfläche. Aus über 200 Stunden Filmmaterial galt es auszuwählen. Da musste viel auf der Strecke bleiben. Zumal Duisburg allein in der Gegenwart so vielfältig ist, dass man Hunderte von Büchern oder Filmen damit füllen könnte, ohne sich zu wiederholen.
Rund „15 Prozent Zuwanderer“ wurden im Film erwähnt. Das ist etwas undifferenziert: Knappe 15 Prozent beträgt der „Ausländeranteil“. Eine echte „Zuwandererzahl“ wird statistisch gar nicht erfasst – wie auch? – Ein gutes Drittel der Duisburger hat einen Migrationshintergrund. Was nicht heißt, dass Duisburger mit Migrationshintergrund nicht mittlerweile überwiegend in Duisburg geboren, aufgewachsen und deutscher Nationalität sind. Ebenfalls verschwiegen (weil statistisch nicht erfassbar) werden die Zugezogenen ohne Migrationshintergrund: Auch sie gibt es, die freiwillig 🙂 in Duisburg leben und stolz auf unsere Stadt sind. Josef Krings ist hier wohl das beste Beispiel!
Warum wir Duisburg lieben
„Duisburg ist eine starke Stadt“, antwortete Friedbert Barg. „Wegen der Solidarität“, meinte Ali Güzel, und: „weil die Menschen füreinander einstehen“, so „Ennatz“ Dietz. Solche abschließenden Aussagen aus der Talkrunde im Lehmbruck-Museum haben übrigens manche Fernsehzuschauer, die nur den Film im Fernsehen sahen, schmerzlich vermisst. Das hätte den Film so richtig rund gemacht!
Abschlussfoto beim Preview-Abend im Lehmbruck-Museum. Hintere Reihe (v. l.): WDR-Moderatorin Ines Rothmeier, WDR-Programmgruppenleiterin Christiane Hinz, Ali Güzel, Friedbert Barg, Josef Krings. Vordere Reihe (v. l.): Annegret Finke, Emmi Pannenbecker, Bernhard Dietz, Frank Bürglin.
Was bleibt …
Es wäre zu wünschen, dass man sich wieder darauf besinnt, was Duisburg zu etwas Besonderem macht. Denn nur damit lassen sich die Probleme in unserer Stadt lösen. Projekte wie das von Annegret Finke erwähnte „Tausche Bildung gegen Wohnen“ im Norden unserer Stadt sind da ein guter Anfang, denn Kinder sind die Zukunft – auch da, wo einer Integration der älteren Generation insbesondere in den Arbeitsmarkt Grenzen gesetzt sind. WIR sind Duisburg!
Die Deutsche Oper am Rhein feiert den 100. Geburtstag des Komponisten Benjamin Britten mit einem Britten-Zyklus – den Anfang macht am 26. Oktober „Peter Grimes“ im Theater Duisburg
Mit „Peter Grimes“ begann Regisseur Immo Karaman gemeinsam mit Bühnenbildner Kaspar Zwimpfer, Kostümbildnerin Nicola Reichert und Choreograph Fabian Posca in der Spielzeit 2009/10 seinen Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein. Anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten werden die drei großen Britten-Opern „Peter Grimes“, „Billy Budd“ und „The Turn of the Screw“ kurz hintereinander mit jeweils vier Vorstellungen noch einmal gezeigt.
Den Anfang macht am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg „Peter Grimes“. Erstmals übernimmt Corby Welch in Duisburg und Düsseldorf die Titelpartie, Sylvia Hamvasi ist als Ellen Orford zu erleben, Tomasz Konieczny als Balstrode, Renée Morloc übernimmt alternierend mit Carole Wilson die Rolle der Auntie. Unter der musikalischen Leitung von Wen-Pin Chien sind weitere Ensemblemitglieder, der Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker zu erleben.
Termine im Theater Duisburg:
am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr und
am Freitag, 01. November, um 18.30 Uhr.
Termine im Opernhaus Düsseldorf:
am Sonntag, 24.November, um 18.30 Uhr und
am Freitag, 29. NOvember, um 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 – 89 25 211 bzw. 0203 – 940 77 77, sowie über Deutsche Oper am Rhein. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten in Duisburg zwischen 16,10 und 56,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010, Foto: Jürgen Rohn
Schon wieder gibt es Ärger um die so genannte Betroffenen Initiative LoPa 2010 e. V. In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert die Initiative die Loveparade-Nachsorge in Duisburg und findet dabei wenig Verständnis für Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller. Der will sich nicht an den Gesprächen über die Gründung einer Stiftung durch den Verein BI Lopa 2010 e.V. beteiligen. Stattdessen will Schaller weiterhin an die Düsseldorfer Stiftung der Notfallseelsorge spenden.
Finanziell sollen nach Vorstellungen der Initiative ausgerechnet die hochverschuldete Stadt Duisburg, das nicht minder verschuldete Land NRW und Veranstalter Schaller den Grundstock legen für eine Stiftung, die die BI Lopa 2010 e. V. gründen möchte. Jetzt kritisiert der Verein, “zum Leidwesen des ein oder anderen Betroffenen“ habe Schaller „kräftig in den Topf der Stiftung Notfallseelsorge eingezahlt“. Dass aber Schaller als Veranstalter in den Topf der BI Lopa 2010 e.V. einzahlen soll, erweckt bei den Betroffenen weniger Leid? Glaubwürdig ist das nicht. Es erscheint eher der Eindruck, was man selbst gern hätte, gönnt man einer anderen Stiftung nicht.
Derzeit wird die BI Lopa 2010 e. V. durch zwei Vorsitzende vertreten. Einer davon, Dirk Schales, soll im gemeinnützigen Verein „Never Forget den Opfern der Loveparade“ zuvor als zweiter Vorsitzender mit dafür verantwortlich gewesen sein, dass Never Forget durch Dritte liquidiert werden musste, so das Vereinsregister. Gerüchten zufolge habe es auch dabei Unregelmäßigkeiten gegeben.
Für mögliche Spender einer Stiftung, wie Rainer Schaller, ist dies möglicherweise eine überaus wichtige Information über die Seriosität der Aktivisten. Im Internet finden sich zudem weitere Hinweise, die Bedenken wecken könnten. So schrieb der damals für die Vereinskasse von “Never Forget den Opfern der Loveparade e. V.” als Schatzmeister zuständige Willi Valentin am 20. Juli 2012 auf der Internetseite des WDR an den jetzigen Vorsitzenden der BI Lopa 2010 e. V., Dirk Schales: “Für dich war es nur wichtig wenn die Presse anwesend war und so ist es auch heute. […..] Sollen doch alle selbst über dich eine Meinung bilden genauso wie du mich auf dem Schulden sitzen lässt, Dirk Schales, ist eine Sauerei” (hier der WDR-Kommentar im Original).
Solche Aussagen lassen wahrscheinlich nicht nur Rainer Schaller, sondern auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf Abstand gehen. Wer will ihnen das verübeln? Die Gründer einer Stiftung müssen integer sein und über jeden Zweifel erhaben. Das scheint bei der Betroffenen Initiative Lopa 2010 e. V. mehr als fraglich zu sein.
Abseits von Aktionen und Jahrestagen liegt sie einsam und verlassen da, die Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 an der Karl-Lehr-Straße …
Zu unteressieren scheint sie Aktivisten nur noch dann, wenn sie sich mit ihr in der Öffentlichkeit und in den Medien präsentieren können.
Die Fotos hat Jürgen Rohn am 23. Oktober 2013 gemacht …
Am 9. November findet der Tag des Dialogs in Duisburg statt. Unter dem Motto „Wir sind DU – Offen in den Dialog“ kommen Menschen an vielen verschiedenen Orten über das interkulturelle Zusammenleben in unserer Stadt miteinander ins Gespräch.
Gleichzeitig gedenken wir an diesem Tag im Rahmen der Dialogtische der Opfer der Reichspogromnacht des Jahres 1938.
Dieses Datum nehmen rechtsradikale Gruppierungen zum Anlass, erneut in einer Kundgebung Ihre rassistischen Parolen gegen neuzugewanderte Duisburgerinnen und Duisburger zu richten.
Der Tag des Dialogs setzt auch gegen diese Stimmungsmache. Das gemeinsame Gespräch über das Miteinander in der Nachbarschaft und im Stadtteil ist die zukunftsweisende Kultur.
Wir rufen alle Menschen in Duisburg dazu auf, Zeichen gegen rassistische Parolen zu setzen. Eine gute Möglichkeit ist, sich am Tag des Dialogs zu beteiligen und damit ein deutliches Zeichen für die Offenheit und gegen Rassismus in unserer Stadt zu setzen. (Die dezentrale Organisation des Tags des Dialogs vermeidet Konfrontationen mit rechten Aktionisten und entzieht ihnen gleichzeitig eine mögliche Bühne.)
Mitmachen beim „Tag des Dialogs“ können alle Duisburgerinnen und Duisburger. Entweder als Gastgeber oder als Gast und Gesprächspartner an einem der Dialogtische. Unterstützung gibt es dabei von den Veranstaltern mit Informationsmaterial, Einladungskarten, persönlicher Beratung für Gastgeber und Dialogbegleiter.
Sopranistin Brigitta Kele glänzte als Violetta Valéry: „Schön isse jestorben!“
Brigitta Kele als Violetta Valéry mit dem Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.
Die Kurtisane Violetta Valéry (Brigitta Kele) führt in Paris ein luxuriöses Leben. Die Männer umschwärmen die selbstbewusste und unabhängige junge Frau, die ihr Leben mitten in der feinen Gesellschaft genießt. Als sie ihre Fast-Genesung (Tuberkulose) feiert, gesteht ihr Alfredo Germont (Jussi Myllys) in einem ruhigen Moment seine Liebe. Gemeinsam ziehen sie aufs Land, wo aber Alfredos Vater Giorgio (Laimonas Pautienius) Violetta überredet, seinen Sohn zu verlassen, da diese Liaison nicht standesgemäß ist.
Das erste und einzige Mal arbeitete Giuseppe Verdi für seine Oper „La Traviata“ mit einer Romanvorlage: der „Kameliendame“ von Alexandre Dumas d. J. (1848), die im Februar 1852 auch als Schauspiel uraufgeführt wurde. Dieser Stoff sticht auch noch aus anderen Gründen aus seinem Werk hervor: es ist der einzige zeitgenössische Stoff, der nicht – wie es damals Konvention war – historisch war oder historisiert wurde. Im Jahr 1853 wurde die Oper in drei Akten in Venedig, im Teatro La Fenice, uraufgeführt. Die Premiere war eine Pleite, wie Verdi schrieb. Erst eine spätere, leicht veränderte Aufführung wurde zum Erfolg. Ein Erfolg, der bis heute andauert, ist doch heute „La Traviata“ die meistgespielte Oper Verdis. Das Libretto (Texte) schrieb Francesco Maria Piave, gesungen wird in italienischer Sprache (mit deutschen Übertiteln).
Zwischen Lebenslust und Todeshauch
Jussi Myllys (Alfredo Germont), Brigitta Kele (Violetta Valéry) Foto: Hans Jörg Michel
Die todkranke Violetta geht zurück nach Paris, um dort das Leben wieder aufzunehmen, welches sie für ihre große Liebe zurückgelassen hatte. Alfredo folgt ihr eifersüchtig, denn er verkennt ihre Motivation. Nach dem Duell mit seinem vermeintlichen Rivalen muss Alfredo ins Ausland fliehen. Er wird schließlich von seinem Vater über Violettas wahre Beweggründe aufgeklärt und will sie zurückholen. Ein Happy End scheint sich anzubahnen, aber die schwindsüchtige Violetta stirbt schließlich in seinen Armen.
Eine absolut brillante Vorstellung bot Brigitta Kele als Violetta. Sowohl sängerisch als auch schauspielerisch bot die rumänische Sopranistin eine Meisterleistung, die einen Herren nach der Vorstellung zur Bemerkung hinriss: „Schön isse jestorben!“ – Nicht nur gestorben: Ihre Präsenz trug das ganze Stück und sie erfüllte die Hauptfigur mit ihrem Leben. Von der lebenslustigen, eigenständigen und selbstbewussten, aber schwerkranken, fragilen Frau über die Kämpferin mit den Konventionen ihrer Zeit, als Giorgio sie bittet, seinen Sohn zu verlassen, um seiner Familie keine Schande zu machen, bis hin zur Rückkehr von Alfredo und ihrem Todeskampf war sie einfach umwerfend und ergreifend.
Brigitta Kele (Violetta Valéry), Laimonas Pautienius (Giorgio Germont). Foto: Hans Jörg Michel.
Zwei starke Charaktere hat sie an ihrer Seite: Alfredo als ihren Liebhaber und vor allem Alfredos Vater Giorgio, der Violetta zunächst diese Liaison ausredet, ihr später (zu spät!) dann aber doch seinen Segen gibt, als er erkennt, dass sein Sohn nicht ohne sie leben kann. In Nebenrollen glänzten unter anderem Sarah Ferede als Violettas Freundin Flora Bervoix, Annika Kaschenz als ihre Dienerin Annina, Bruno Balmelli als ihr ehemaliger Liebhaber Barone Douphol und Cornel Frey als Gastone, einem Bekannten von Alfredo und Violetta.
Reduziert auf das Wesentliche
Verzichtet hat Regisseur Andreas Homoki auf ein Bühnenbild im klassischen Sinne. Umgesetzt wurde dies von Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann Der unifarbene Hintergrund wechselt im Licht seine Farben. Die Bühnenboden ist eine leicht schräg gestellte Fläche, die die Zuschauer einsehen können. Passend zu jeweiligen Szene stellt sie das glatte gesellschaftliche Parkett oder eine ländliche Blumenwiese – auch plastisch – dar. Lichtinstallationen (von Volker Weinhart) markieren die „Räume“ der Handlung. Lediglich die prachtvollen Kostüme von Gabriele Jaenecke verweisen auf die Zeit der Handlung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit lebt das Stück umso mehr von seinen Akteuren, die auch darstellerisch überzeugen. Neben den Solisten in den Haupt- und Nebenrollen sind dies der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig und die Statisten.
Brigitta Kele (Violetta Valéry), Laimonas Pautienius (Giorgio Germont). Foto: Hans Jörg Michel.
Auch wenn Verdi bei seiner Komposition das Orchester dem Gesang unterordnete, so sind die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher doch weit mehr als nur musikalische Begleitung und Untermalung. Von der puren Lebenslust in der Ouvertüre bis hin zum Todeskampf der Titelheldin setzten sie auch, aber nicht nur bei den instrumentalen Passagen Akzente.
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier:
Die Produktion entstand in Kooperation mit dem Theater Bonn, die Erstaufführung fand statt an der Oper Leipzig, 1996/97.
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Termine im Theater Duisburg:
Dienstag, 08. Oktober 2013, 19.30 Uhr,
Dienstag, 15. Oktober 2013, 19.30 Uhr,
Freitag, 18. Oktober 2013, 19.30 Uhr,
Freitag, 25. Oktober 2013, 19.30 Uhr,
Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19.30 Uhr,
Sonntag, 03. November 2013, 15.00 Uhr,
Samstag, 09. November 2013, 19.30 Uhr,
Mittwoch, 13. November 2013, 19.30 Uhr,
Samstag, 30. November 2013, 19.30 Uhr und
Sonntag, 08. Dezember 2013, 18.30 Uhr.
Premiere im Opernhaus Düsseldorf ist am Samstag, 22. Februar 2014, 19.30 Uhr.
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 / 8925211 bzw. 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Pro NRW organisiert „zusammen mit Bürgerinitiativen vor Ort“ zwei Kundgebungen in Rheinhausen und Neumühl Von Jürgen Rohn auf Duisburg gegen Rechts
Bis jetzt empörten sich Wutbürger aus Rheinhausen, wenn man ihnen rechtslastiges Denken oder Handeln vorwarf. Mit „Zigeuner raus”-Flugblättern hatten sie im letzten Jahr vor dem Duisburger Rathaus gestanden. Doch mit der rechten Szene wollten sie nicht in einen Topf geworfen werden. So wurde auch in die Klamottenkiste der dümmsten Ausreden gegriffen, als man Mitglieder des Nationalen Widerstands mit Ordnerbinde auf einem Rheinhauser Bürgerprotest ausmachte. „Das könnten ja nur Fotomontagen sein”, hieß es, oder: „Wir kennen die gar nicht.”
Jetzt überführt ausgerechnet die Kleinpartei Pro NRW auf ihrer Homepage die „empörten Bürger” und weist eine Zusammenarbeit nach. Zitat: „[…….] organisiert Pro NRW zusammen mit Bürgerinitiativen vor Ort für den 09. November und den 07. Dezember je zwei Kundgebungen in Rheinhausen und Neumühl.” – So stand es z. B. am 12. Oktober auf deren Homepage zu lesen:
Hier wird deutlich, was die Spatzen schon längst von den Dächern pfeifen. Denn Aufforderungen an die Bürgerprotestler, sich öffentlich klar und deutlich vom rechten Rand zu distanzieren, blieben ohne Resonanz. Zahlreiche Hausbesitzer sind darunter, die allein deshalb gegen eine Ethnie hetzen, weil sie den Wert ihrer Immobilie sinken sehen. Ihr Wohnumfeld haben sie selbst kaputt geredet. Seit Monaten hämmert man über Presse und soziale Netzwerke den Duisburgern ein, Rheinhausen würde durch Sinti und Roma in den Grundfesten bedroht. Müllberge verschandeln angeblich überall das Straßenbild, so die Hetze, Überfälle an jeder Ecke. Man könne nicht mehr alleine vor die Türe gehen, wird frech behauptet.
Die Horrorvisionen übernahm nicht nur eine sensationsgeile Presse für ihre monatelange Medienhetze. Auch Polizeisprecher und Oberbürgermeister schwadronierten selbst da noch vom so genannten „Problemhaus In den Peschen” und „die gehören nicht hier her“, als bereits Aufrufe zum Niederbrennen die Runde machten. Inzwischen brannte tatsächlich ein Haus in Duisburg-Homberg, das überwiegend von Roma bewohnt war. Um Brandstiftung handelt es sich, so der Gutachter. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund will man allerdings nicht ausmachen, meint eine Polizeisprecherin. Dabei drängt sich auf: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Wir haben ein Problem in Duisburg, das unsere öffentliche Ordnung und Sicherheit bedroht. Ein Problem, das uns beschmutzt und uns alle betrifft. Seit Monaten stacheln Wölfe im Schafspelz „besorgter Bürger” auf zum Hass gegen Sinti und Roma. Sie betreiben häufig Volksverhetzung am Fließband. Oberbürgermeister Sören Link, an dem inzwischen nur die Gesichtsfarbe rot erscheint, schwätzt populistisch zu, dass man sich nicht mehr in Duisburg, sondern in einem Bierzelt der CSU zu sein fühlt.
Zeit wird es, dass Antifaschisten zum rechtsstaatlichen Kampf aufrufen gegen ein solches Szenario. Das Maß ist voll. Ungeniert outet sich die Pro NRW, das sie zusammen mit Bürgerinitiativen vor Ort für den 9. November (Kleine Info am Rande: ein historisches Datum … https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938) und den 7. Dezember (Kleine Info am Rande: NOCH ein historisches Datum … https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht-und-Nebel-Erlass, Danke, Guido!) je zwei Kundgebungen in Rheinhausen und Neumühl organisiert. Die Fassaden, die längst bröckelig schienen, sind eindeutig gefallen. Der faulig süße Geruch der Verwesung geht um, Rassismus macht sich breit in Duisburg.
Lasst nicht zu, dass in Rheinhausen und Neumühl ein Bett für die Rechten bereitet wird. Gegen die „Duisburger Zustände“!
Erinnerung an 100 Jahre Stahlproduktion – Wandel zum Logistikstandort
„Dieser Ort steht dafür, dass der Strukturwandel des Ruhrgebiets erfolgreich sein kann“, betonte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp, dem Rechtsnachfolger der ehemaligen Krupp AG. Logport I in Rheinhausen stehe dafür, dass „es gelingen kann, die wirtschaftliche Basis einer Region grundlegend zu verändern – so schmerzhaft solche Prozesse auch sein können“, führte er fort, bevor er gemeinsam mit Erich Staake, dem Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG, die Gedenktafel enthüllte.
Die Duisburger Hafen AG (duisport) stiftete hier an Tor 1, dem ehemaligen Haupteingang zum Krupp-Stahlwerk, mehr als nur ein Denkmal. In knapp sechs Monaten entstand von der ersten Planung bis zur Fertigstellung bzw. Einweihung hier eine richtige Gedenkstätte mit völlig neuer Gestaltung unter Einbeziehung des markanten Spannbeton-Tores. Hafenchef Erich Staake hatte hier nach dem Abriss des alten Pförtnerhauses vor fast einem Jahr Nägel mit Köpfen gemacht, denn die Diskussion um eine Gestaltung des unter Denkmalschutz stehenden „Tor 1“ ist vermutlich mindestens so alt wie Abriss des Stahlwerks Ende des letzten Jahrhunderts.
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Ein abgeschlossenes und ein neues Kapitel
Die Gedenktafel erinnert zum einen an die 100 Jahre, in denen Krupp hier vom Bau des Stahlwerks ab 1893 bis zum Ende der Stahlproduktion im Jahr 1993 den Standort dominierte. Aber ebenso an den Meilenstein des seit 1998 laufenden Strukturwandels, der mit dem Abriss der alten Werksanlagen begann, über die Ansiedlung von Logistikunternehmen bis zur jüngsten „völligen Vermarktung“ des logport-Areals nur den Beginn einer hoffentlich noch längeren Erfolgsgeschichte markiert.
Die Gestaltung des Grundstückes hatte Hafenchef Staake, dem ein angemessener Erinnerungsort an dieser Stelle ein Bedürfnis war, in die Hände des Architekturbüros RKW (Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau) gegeben. Die Architekten haben hier ein ebenso unaufdringliches wie schmuckes Areal um die Gedenktafel herum und unter Einbeziehung der markanten Torkonstruktion gestaltet. Neben der parkähnlichen Gestaltung wurde auch das vom Lauf der Jahrzehnte etwas verwitterte Tor gestrichen und aufgefrischt. Insgesamt ist in die Gestaltung des neuen Einfallstores zum „logport I“ ein sechsstelliger Betrag geflossen.
Neubeginn nach dem Ende der Stahlproduktion von Krupp
„Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit Herrn Dr. Hiesinger diese Einweihung vornehmen können“, äußerte Erich Staake. Zumal sein Gast hier nicht allein für die Vergangenheit stand und steht: Aus seinem Stahlwerk in Hamborn liefert ThyssenKrupp heute Stahl nach Rheinhausen, wo er bei neu angesiedelten Stahlbau-Unternehmen weiter verarbeitet wird.
Auf dem insgesamt 265 Hektar großen „logport I“-Gelände haben sich inzwischen rund 50 Unternehmen, darunter zahlreiche Weltkonzerne wie Kühne & Nagel, DB Schenker oder Siemens, angesiedelt. Auch wenn noch nicht alle Grundstücke bebaut sind: Das komplette Areal ist vollständig vermarktet, über 4.000 direkte Arbeitsplätze sind hier seit 1998 neu entstanden. Das sind mehr als zuletzt im Krupp’schen Hüttenwerk in Rheinhausen auf der Lohnliste standen: „Mit der Gedenktafel erinnern wir an die vielen Menschen, die im Laufe der Zeit hier beschäftigt waren. Wir wollen den Blick gleichzeitig aber auch in die Zukunft richten. Hier sind heute schon so viele Arbeitsplätze entstanden wie noch zu Zeiten des Stahlwerks Mitte der 1980er Jahre“, erklärte Erich Staake.
Städte müssen finanziell stärker unterstützt werden
„Ich habe klare Erwartungen an die neue Bundesregierung – in welcher Konstellation auch immer“, äußert sich Oberbürgermeister Sören Link zu den Sondierungsgesprächen der Parteien in Berlin. „Die zukünftige Regierung muss die finanzielle Leistungsfähigkeit der Städte sicherstellen. Dabei erwarte ich insbesondere mehr Geld für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur in den Kommunen wie etwa Straßen, Gebäude und Einrichtungen.“ Diese Unterstützung müsse unabhängig von der Himmelsrichtung nach Bedürftigkeit erfolgen.
„Ich fordere alle Parteien auf, die demnächst Regierungsverantwortung übernehmen wollen, sich endlich auch zur Konnexität zu bekennen.“ Wer die Musik bestellt, müsse sie auch bezahlen. „Das gilt beispielsweise für den U 3-Ausbau in unseren Städten, die Kosten der Unterkunft und die Eingliederungshilfe.“ Für politisch gewollte Maßnahmen des Bundes, müssen Finanzmittel in die Städte fließen, deren Haushalte schon jetzt unter Sanierungszwang stehen. Sören Link: „Wir befinden uns am Ende der Fahnenstange.“
Eine besondere Belastung einiger Städte sei die Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa. „Bisher hat sich Berlin geweigert, dieses Problem überhaupt wahr zu nehmen. Duisburg kämpft tagtäglich für die Integration der Zuwanderer und den sozialen Frieden in der Stadt.“ Kinder müssten unterrichtet, ihre Gesundheit durch Impfaktionen gefördert werden. „Das alles kostet sehr viel Geld. Deshalb fordere ich von der neuen Regierung, dass sie die finanziellen Folgen einer verfehlten Europapolitik trägt. Und sie muss rechtliche Rahmenbedingungen wie etwa ein Wiedereinreiseverbot für Straftäter schaffen, die die Städte in die Lage versetzen, gegen Missbrauch vorzugehen.“
– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –
Deutscher Logistikimmobilien Award für Bau des Audi Logistikzentrums auf logport II: Verleihung auf weltgrößter Immobilienmesse Expo Real
Duisburg, 08.10.2013 – Die duisport-Gruppe ist gestern Abend auf der weltgrößten Immobilienmesse Expo Real mit dem Logix, dem Deutschen Logistikimmobilien Award, ausgezeichnet worden. Dieser wird künftig alle zwei Jahre für Logistikimmobilien vergeben, die in hohem Maße den Ansprüchen von Nutzern und Investoren gerecht werden und sich darüber hinaus durch städtebauliche, ökologische und soziale Aspekte auszeichnen. duisport erhält den Logix Award für den Bau des Logistikzentrums für den von Audi beauftragten Automobillogistiker Schnellecke Logistics, der für Audi das CKD-Geschäft (Completely Knocked Down) übernimmt. Insgesamt umfasst der weltweit größte CKD-Standort für den Audi-Konzern auf dem 106.500 qm großen Grundstück rund 53.000 qm Hallenfläche. Der Logistikkomplex ist an Schiene, Straße und Wasserwege angeschlossen und verfügt über einen eigenen Inhouse-Gleisanschluss für die Anlieferung konventionell verpackter Teile per Bahn. Die Gesamtinvestitionen betrugen mehr als 25 Millionen Euro. Mit der Ansiedlung entstehen in Duisburg rund 500 neue Arbeitsplätze.
„Die Auszeichnung bekräftigt uns in unserem Full-Service-Ansatz weiter zu arbeiten und innovative Lösungen zu entwickeln“, freut sich Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG, über den Erhalt des Logix Awards. Ausschlaggebend für die Jury war unter anderem die Tatsache, dass der Logistikkomplex auf logport II, einer revitalisierten Industriebrache, realisiert wurde. Darüber hinaus hat das Lösungskonzept von duisport überzeugt, welches die Anforderungen und Möglichkeiten von Industrie, Logistik und Immobilien ideal miteinander verknüpft.
„Eine großartige Würdigung dieser Teamarbeit, aber auch der Logistik-Immobilienmarkt an sich gewinnt durch diesen erstmalig verliehenen Preis an dringend benötigter Wertschätzung“, betont Richard Schwarze, Hauptabteilungsleiter für Immobilien bei der duisport-Gruppe.
Verliehen wurde der Logix Award von der Initiative Logistikimmobilien GmbH, ein Zusammenschluss mehrerer Persönlichkeiten aus der deutschen Immobilienbranche mit dem Ziel, das Ansehen von Logistikimmobilien zu stärken. Die Jury setzt sich aus zehn Branchenexperten zusammen, deren Mitglieder mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen die nominierten Immobilien aus Sicht eines Nutzers, Entwicklers, Bauunternehmens, institutionellen Anlegers, Beraters oder Finanziers bewerten. Bewertet wurde nach quantitativen und qualitativen Kriterien. Zu den quantitativen Kriterien zählen beispielsweise die Einhaltung modernster Baustandards, Multifunktionsfähigkeit, Qualität der technischen Gebäudeausstattung oder der Standort der Immobilie. Zu den qualitativen Kriterien zählen ökologische, städtebauliche und soziale Aspekte, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Projektentwickler und den städtischen Institutionen. Ingesamt wurden 17 Projekte nominiert.
– Pressemitteilung der Duisburger Hafen AG – Foto: Petra Grünendahl
Diesen Text und weitere Kommentare finden Sie auch hier …!
Meine Nachbarin vom Erdgeschoss erzählte mir heute Morgen, dass aktuell als Zusteller für die Deutsche Post jeden Tag jemand anders käme. Und von ordnungsgemäßer Zustellung könne deswegen seit einiger Zeit auch nicht mehr die Rede sein. Briefe würden meistens nur in den Zeitungsschlitz der Hauseingangstür gesteckt. Und diese Briefe würden natürlich nicht einmal richtig durchgeschoben, dass sie im Hausflur – unerreichbar von außen – landen …Nein, dazu müsste man ja das Fahrrad ordentlich abstellen und richtig die Stufen hoch kommen. Und dann käme man sogar an die Klingeln dran …
Die Briefe stecken, so die Auskunft der Nachbarin, stattdessen so im Zeitungsschlitz in der Tür, dass sie von außen wieder rausgefischt werden können. Will die Post so eine ordnungsgemäße Briefzustellung garantieren? Mit Zustellern, die sich nicht einmal an die Vorgaben der Post halten?
Briefe gehören ordnungsgemäß in den Briefkasten zugestellt. Und wenn die Briefkästen im Haus sind, muss der Zusteller halt klingeln. Zumal irgendwo im Haus immer jemand da ist …
Ich habe schon sehr viel von dem, was ich früher mal regelmäßig per Briefpost bekommen habe, auf elektronischen Versand umgestellt. Das hat die Post auch schon ein paar Euro jeden Monat an Umsatz gekostet, Denn nur damit (per eMail) ist garantiert, dass Post auch bei mir ankommt. Das geht leider nicht mit allem. Schade aber auch!
ProNRW protestierte gegen Flüchtlinge und Zuwanderer!
“Die werden langsam mehr als lästig“, hatte Rainer Bischoff, Rheinhauser Bürger und Landtagsabgeordneter, bereits im Vorfeld geäußert (https://www.xtranews.de/2013/09/25/rainer-bischoff-mdl-zum-erneuten-auftritt-von-pro-deutschland-in-rheinhausen-langsam-mehr-als-laestig/). Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr versuchten rechte Populisten, u. a. vor dem Haus In den Peschen im Rheinhauser Stadtteil Bergheim, Stimmung gegen Ausländer und solche, die sie dafür halten, zu machen. Ab 17 Uhr war ihre Demonstration angesetzt. Gegendemonstranten, Sympathisanten sowie drei Hundertschaften Polizei (aus Bochum, Gelsenkirchen und Duisburg) waren pünktlich vor Ort, ProNRW kam mit einem Bus und ca. 35 Leutchen erst gute anderthalb Stunden später angereist. Nach anstrengenden Demonstrationen in Bochum und Essen hatte man wohl auf der Fahrt nach Duisburg unterwegs noch an einer Raststätte halt gemacht.
Gegenwind bekamen sie nach ihrer Ankunft in Bergheim reichlich. Aber: Für ihre hohlen Sprüche wie „Ausländer raus“ und „Stoppt Asylmissbrauch“ bekamen das Häuflein von ProNRW neben seinem eigenen frenetischen Applaus auch Beifall von einigen Anwohnern und rechten Demonstranten, die sich hinter den Gegendemonstranten auf der gegenüberliegenden Ecke der Kreuzung Neue Krefelder Straße / Schwarzenberger Straße / In den Peschen platziert hatten. Vier Redner hatte die rechte „Bürgerbewegung“ aufgeboten (davon war einer für den Raum Duisburg „zuständig“), um Stimmung zu machen und damit praktisch ihren Kommunalwahlkampf (Wahlen sind am 25. Mai 2014) zu starten. Sie versprachen eine Politik, die auf „keine Zuwanderung“ und „Ausländer raus“ oder auch „Geld nur für Deutsche“ hinausliefen. Wobei man natürlich die Frage stellen muss, was die ProNRWler von eingebürgerten Migranten halten: „Deutsche“ sind es für sie ja nicht! Sollen diese Deutschen auch „raus aus Deutschland“? – Konkrete Vorstellungen, wie man die Probleme vor Ort angehen kann, hatten sie jedenfalls nicht zu vermelden. Umso beängstigender ist der Applaus von Anwohnern und Sympathisanten! Und der ist ebenso erschreckend wie der hohe Stimmanteil, den ausgesprochen rechte Gruppierungen bei der Bundestagswahl vor gut zwei Wochen in bestimmten Stadtteilen und Stimmbezirken erhalten hatten. Wehret den Anfängen!
Teils stiller, teils lautstarker Protest
Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage hatte zum stillen Protest „Wir sind Duisburg“ aufgerufen. Der engagierte Rheinhauser Pfarrer Heiner Augustin von der Evangelischen Friedenskirchengemeinde sowie vom Runden Tisch Offenes Rheinhausen verteilte unermüdlich Aufkleber mit diesem Schriftzug, mit dem Gegendemonstranten den Rechtspopulisten den Rücken zukehren sollten. Ähnliches hatte man bei der „Pro Deutschland“-Demo Ende August in Marxloh praktiziert: Man zeigte ihnen die kalte Schulter. Eine große Demonstration wie im August (https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2013/08/29/pro-deutschland-mitleid-erregendes-hauflein-elend-kam-kaum-in-sichtweite-des-hochhauses-in-den-peschen-in-rheinhausen-bergheim/) hatte man diesmal nicht auf die Beine gestellt.
Das Duisburger Netzwerk gegen Rechts hatte ebenso wie das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage zur Gegendemo aufgerufen. Dass es hier traditionell sichtbarer und vor allem lauter zuging, wurde vor Ort eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch wenn es nicht ganz so vehement zur Sache ging wie im August (https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2013/08/29/pro-deutschland-mitleid-erregendes-hauflein-elend-kam-kaum-in-sichtweite-des-hochhauses-in-den-peschen-in-rheinhausen-bergheim/), wo der Redner von Pro Deutschland trotz Lautsprecheranlage nur in unmittelbarer Nähe seiner Truppe gut zu verstehen war. Ein Trupp von der Antifa hatte sich mit großen Plakat und lautstark zur Gegendemo gesellt und tönte laut: „Nazis raus“ und „niemand ist illegal“, was sich plakativ gegen die Forderungen von ProNRW richtete, EU-Bürger und andere Ausländer auszuweisen.
Insgesamt waren geschätzte 350 Gegendemonstranten in Bergheim, die den etwa 35 ProNRWlern gegenüber standen. Vereinzelt bekamen die Rechtspopulisten Applaus von einigen Anwohnern, in deren Reihen sich aber auch eindeutig rechts einzuordnende Gestalten befanden. Schon vor dem sehr verspäteten Eintreffen des ProNRW-Trüppchens waren verbal an der Kreuzung die Fetzen geflogen. Rechte Parolen aus der einen Ecke trafen auf „Wir sind Duisburg Rheinhausen“ und Antifa-Gesänge auf der anderen Seite. Eine Polizeikette mitten über die Kreuzung trennte die Gruppen dann sichtbar voneinander ab. Die Bergheimer Demonstration verlief aber friedlich. Gegen Halb Acht zogen die rechtspopulistischen Wanderprediger weiter zu ihrer letzten Station in Neumühl.
Weitere Berichte zu den Demonstrationen vom 5. Oktober in Rheinhausen und Neumühl finden sich hier:
Das Verdi-Jahr 2013 feiert Duisburg mit der Eröffnungspremiere von „La traviata“ am 8. Oktober, um 19.30 Uhr. Die Erfolgsinszenierung von Andreas Homoki kommt in Kooperation mit dem Theater Bonn auf die Bühnen der Deutschen Oper am Rhein. Gemeinsam mit Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann macht Homoki das spiegelglatte gesellschaftliche Parkett sichtbar, auf dem die Titelheldin ihre Triumphe und ihren Untergang erlebt.
Sopranistin Brigitta Kele in der Rolle der Kurtisane Violetta Valéry. Foto: Hans Jörg Michel.
Die Rolle der Kurtisane Violetta Valéry übernimmt die rumänische Sopranistin Brigitta Kele, der junge finnische Tenor Jussi Myllys ist als Alfredo Germont zu erleben, Laimonas Pautienius als sein Vater Giorgio Germont. Es spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher, der sich nach seinem Duisburger Einstand mit dem 1. Haniel Klassik Open Air und der Wiederaufnahme von Mozarts „Don Giovanni“ als Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein jetzt mit dieser Neuproduktion vorstellt.
Die Produktion entstand in Kooperation mit dem Theater Bonn, die Erstaufführung fand statt an der Oper Leipzig, 1996/97.
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Termine im Theater Duisburg:
Di 08. Oktober 2013, 19.30 Uhr |
Di 15. Oktober 2013, 19.30 Uhr |
Fr 18. Oktober 2013, 19.30 Uhr |
Fr 25. Oktober 2013, 19.30 Uhr |
Mi 30. Oktober 2013, 19.30 Uhr |
So 03. November 2013, 15.00 Uhr |
Sa 09. November 2013, 19.30 Uhr |
Mi 13. November 2013, 19.30 Uhr |
Sa 30. November 2013, 19.30 Uhr und
So 08. Dezember 2013, 18.30 Uhr.
Premiere im Opernhaus Düsseldorf am Samstag, 22. Februar 2014, 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211.89 25 211 // 0203.940 77 77, sowie über www.operamrhein.de.
Kinder ab 6 Jahren können als Paten die Wiederaufnahme der Kinderoper nach Wolfgang Amadeus Mozart noch intensiver erleben
Die Deutsche Oper am Rhein bietet Kindern von 6 bis 8 Jahren für die Oper „Zauberflöte für Kinder“, die ab dem 27. November wieder im Opernfoyer des Theaters Duisburg aufgeführt wird, die Möglichkeit tiefer in das Stück und dessen Entstehung einzutauchen.
Für das Patenprojekt werden junge Operninteressierte gesucht, die nicht nur Theaterluft schnuppern, sondern auch durch eigenes Musizieren und Darstellen das Stück kreativ und intensiv entdecken möchten. Mit etwas Glück kann sogar den Profis bei einer Probe über die Schulter geschaut werden. Nach Erkundungen hinter den Kulissen besuchen die Paten als Abschluss die Wiederaufnahme.
Die fünf Treffen für das kostenlose Patenprojekt finden vom 4. bis zum 27. November einmal wöchentlich immer montags statt. Die genauen Termine und das Anmeldeformular erhält man auf Anfrage beim Jungen Publikum unter schule@operamrhein.de oder telefonisch unter 0211.89 25-457.
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Vorstellungen von „Zauberflöte für Kinder“ im Opernfoyer des Theaters Duisburg:
Mi 27.11. 11.00 Uhr |
Do 28.11. 11.00 Uhr |
Fr 29.11. 11.00 Uhr |
So 01.12. 11.00 Uhr |
Mo 02.12. 11.00 Uhr |
Di 03.12. 11.00 Uhr |
Di 17.06.2014 11.00 Uhr |
Mi 18.06.20114 11.00 Uhr |
Do 19.06.2014 11.00 Uhr |
So 22.06.2014 11.00 Uhr |
Di 24.06.2014 11.00 Uhr |
Mi 25.06.2014 11.00 Uhr.
Infos und Karten: Opernshops Duisburg (Telefon 0203.9 40 77 77) und Düsseldorf, (Telefon 0211.89 25 211), www.operamrhein.de Tickets für Gruppen und Schulklassen: Telefon 0211.89 25 328
Infos zum Kinderchor am Rhein: Junges Publikum, Telefon 0211.89 25 457
Montag, 30. September 2013. Zum dritten Mal in diesem Jahr hat sich ein rechtes Grüppchen das Haus In den Peschen als Kundgebungsort ausgesucht.
Nach zwei Gegenkundgebungen in diesem Jahr haben wir alles gesagt, was zu sagen wäre. Deshalb wird es diesmal keine Gegenkundgebung im eigentlichen Sinne geben. Diese Leute sind uns im wahrsten Sinne des Wortes keiner Rede mehr wert. Stattdessen rufen wir dazu auf ihnen den Rücken zuzudrehen. Dort wird dann der Schriftzug „Wir sind Duisburg“ zu lesen sein.
Zerlina (Iulia Elena Surdu), Masetto (David Jerusalem), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.
Masetto und Zerlina, ein junges Paar, finden in einer stürmischen Nacht Zuflucht auf dem Schloss Don Giovannis, welches ihnen ein wenig unheimlich ist. Anspielungen auf die „Rocky Horror Picture Show“ sind deutlich und von Regisseurin Karoline Gruber gewollt. Ebenso wie Brad und Janet dem triebhaften Frank Furter verfallen Masetto (Lukasz Konieczny) und Zerlina (Anna Lucia Richter) – und nicht nur sie – der Anziehungskraft eines Don Giovanni (Bodgan Baciu), dem man unter dem Namen „Don Juan“ nachsagte, Tausende von Frauen verführt zu haben.
Don Giovanni (Richard Šveda), Zerlina (Iulia Elena Surdu), Masetto (David Jerusalem). Foto: Hans Jörg Michel.
Ihre Wiederaufführung erlebte Grubers prachtvolle Inszenierung von „Don Giovanni“ nun im Theater Duisburg. In der vergangenen Spielzeit hatte die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, die vollständig „Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni“ (ital. „Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni“) heißt, sowohl im Theater Duisburg als auch im Opernhaus in Düsseldorf ihre Premiere bei der Deutschen Oper am Rhein gefeiert. Seine Uraufführung erlebte „Don Giovanni“ 1787 im Prager Nationaltheater. Die italienischen Texte (mit deutschen Obertiteln) dieses „dramma giocoso“, was man durchaus mit komischer Oper übersetzten kann, stammen vom Librettisten Lorenzo Da Ponte, mit dem Mozart hier nach der „Hochzeit des Figaro“ zum zweiten Mal zusammenarbeitete („Da-Ponte-Zyklus“). Zur Aufführung kommt die erste, so genannte „Prager Fassung“ (für die Wiener Premiere gab es später ein paar Änderungen) in ihrer originalen Form, wobei es für die Duisburger Wiederaufführung nun zahlreiche Premieren gab. Zunächst übernahm Lukas Beikircher, der neue Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein, hier die musikalische Leitung. Außerdem sang hier erstmals der rumänische Bariton Bogdan Baciu den Part des Don Giovanni. Don Giovanni läuft in dieser Saison nur im Theater Duisburg, die Düsseldorfer haben das Stück nicht im Programm. Das ist doch mal wieder ein guter Grund, warum sich die Fahrt nach Duisburg lohnt!
Don Giovanni als Verführer und Opfer weiblicher Triebe
Don Ottavio (Jussi Myllys), Donna Anna (Liana Aleksanyan), Don Giovanni (Richard Šveda), Donna Elvira (Brigitta Kele). Foto: Hans Jörg Michel.
Karoline Grubers Don Giovanni ist nicht nur der Verführer und Lüstling, sondern auch Opfer der leidenschaftlichen Triebe „seiner“ Frauen. Diener Leporello (Torben Jürgens) hat da schon mal alle Hände voll zu tun, denn immerhin sind im Stück drei dieser umgarnten Frauen in Don Giovannis Schloss zu Gast. Donna Anna (Heidi Elisabeth Meier) verfällt als erste seiner Leidenschaft, auch wenn sie es hinterher gegenüber ihrem Vater und ihrem eher braven Verlobten Don Ottavio (Ovidiu Purcel) anders darstellt. Don Ottavio soll schließlich auch den Tod des Vaters rächen, des Komturs („Il Commendatore“, Roman Polisadov), der die Zweisamkeit störte und getötet wird. Donna Elvira (Romana Noack) hingegen besteht immer noch auf der Einlösung des Eheversprechens, welches Don Giovanni ihr mal gegeben hat. Und Zerlina schließlich erhofft sich durch die Verbindung mit Don Giovanni einen Aufstieg in die bessere Gesellschaft, den ihr Masetto nicht bieten kann.
Jeder der Akteure verfolgt also massiv eigene Interessen. Das Stück endet schlussendlich in der Bestrafung und dem Tod des Wüstlings, der sich nicht binden will und seine Taten nicht bereut. Zurück bleibt eine Leere, in dem sich alle fragen, wie sie ihr künftiges Leben ohne Don Giovanni gestalten wollen. Denn bei allen er hat Spuren im Leben hinterlassen und Leidenschaften geweckt: Er ist durch niemand anders zu ersetzen. Dem einen oder anderen Charakter gelingt es dadurch sogar, sich aus seinen gesellschaftlichen Fesseln zu befreien.
Opulenz unterstreicht die Triebhaftigkeit
Don Giovanni (Richard Šveda), Komtur (Hans-Peter König), Donna Anna (Liana Aleksanyan). Foto: Hans Jörg Michel.
Die opulente Inszenierung passt zu Mozarts schwerer, dramatischer, aber auch leidenschaftlicher Komposition. Zur damaligen Zeit (Ende des 18. Jahrhunderts) passend sind weitgehend die Kostüme von Mechthild Seipel gestaltet. Lediglich Masetto und Zerlina sind – ebenfalls eine Anlehnung an die „Rocky Horror Picture Show“ – moderner ausstaffiert. Das Bühnenbild von Roy Spahn spielt in seinen Variationen und „Raumwechseln“ mit dem großflächigen Gemälde mit einer leicht bekleideten jungen Frau. Sie symbolisiert die Sinnlichkeit und die Triebe, denen hier verbal und musikalisch freien Lauf gelassen wird.
Leporello (Günes Gürle), Don Giovanni (Richard Šveda), Donna Elvira (Brigitta Kele). Foto: Hans Jörg Michel.
Neben dem stimmgewaltigen Ensemble der Deutschen Oper am Rhein brillieren hier einmal mehr die Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Lukas Beikircher. Solist am Hammerklavier ist Ville Enckelmann. Der Opern-Chor unter der Leitung von Gerhard Michalski sowie Statisten unterstützen die Solisten auf der Bühne. Sehr altersgemischt war das Publikum zu dieser Wiederaufführung. Und zumindest das „Mittelalter“ im Publikum dürfte auch die Anspielungen Grubers verstanden haben auf das Kult-Musical von Richard O’Brien, das 1975 in die Kinos kam. Allerdings konnten auch die Generationen darüber und darunter einen Abend genießen, der trotz einer Spieldauer von fast drei Stunden (zzgl. einer 20-minütigen Pause) immer kurzweilig und spannend war. Das begeisterte Publikum geizte auch nicht mit Szenenapplaus, der die hervorragenden Leistungen der Akteure angemessen würdigte.
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Weitere Vorstellungen im Theater Duisburg
Sonntag, 29. September, 18.30 Uhr,
Donnerstag, 6. Februar 2014, 19.30 Uhr,
Sonntag, 9. Februar 2014, 18.30 Uhr,
Donnerstag, 17. April 2014, 19.30 Uhr, und
Sonntag, 20. April 2014, 18.30 Uhr.
Karten und weitere Informationen sind erhältlich im Opernshop Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, sowie über www.operamrhein.de. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Grandioser Erfolg: Über 6.000 Besucher
Hier sind schon mal drei kurze Filmmitschnitte, die ich beim Konzert gemacht habe.
Andrej Dunaev von Deutschen Oper am Rhein singt „La donna e mobile“ aus Giuseppe Verdis Oper Rigoletto, begleitet von den Duisburger Philharmonikern unter dern Leitung von Lukas Beikircher.
„Walkürenritt“ aus Die Walküre (Ring des Nibelungen) von Richard Wagner.
Duisburger Philharmoniker unter dern Leitung von Generaltmusikdirektor Giordano Bellincampi.
Krönender Abschluss: das Feuerwerk
Duisburger Philharmoniker unter dern Leitung von Generaltmusikdirektor Giordano Bellincampi.
Und da ich vermute, dass mir Youtube auch dieses Jahr wieder den Ton abdreht … hier ist der Link zu einem weiteren Upload meines Videos ….
Das Bild, das sich Zuschauern wie Akteuren beim Klassik Open Air anlässlich des 100-jährigen Theaterjubiläums im letzten Jahr bot, war mehr als beeindruckend. Vom Klang dieser hochklassigen Veranstaltung mal ganz zu schweigen. Es war Stephan Gemkows erster öffentlicher Auftritt in Duisburg, nachdem er gerade beim Ruhrorter Familienunternehmen Haniel den Vorstandsvorsitz übernommen hatte. Und auch er war begeistert. So begeistert, dass er sich – trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei Haniel – für eine Wiederholung stark gemacht hat. „Es ist ihm ein besonderes Anliegen, dass das Konzert für die Besucher kostenlos sein soll“, betonte Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter und Nachhaltigkeit bei Haniel, die aber auch betonte: „Geld geben ist eins, das funktioniert aber nur mit Leuten, die mitmachen, sich engagieren.“ Solche Leute finden sich – gerade in Duisburg, wo man immer wieder trotz leerer Kassen, aber mit viel ehrenamtlichem Engagement, mit Kooperationen und Sponsoren hochklassige Kulturevents auf die Beine stellt. Das ganze Wochenende zeugt genau davon!
Am kommenden Wochenende vom 13. bis 15. September gibt es in Duisburg in der Innenstadt „Volles Programm“ – vollgepackt mit einem Kulturprogramm aus allem was die Stadt zu bieten hat. Zum Auftakt und als besonderes Highlight gibt eine Neuauflage des großen Open Air Konzerts mit anschließendem Feuerwerk. „Mich freut besonders das ERSTE Haniel Klassik Open Air“, so Kulturdezernent Thomas Krützberg. Alle zwei Jahre soll es künftig stattfinden und damit einen festen Platz im Kulturprogramm unserer Stadt bekommen. „Ich habe nach dem letzten Jahr mit Theater-Jubiläum nicht so schnell mit einer Wiederholung gerechnet: Herzlichen Dank an Haniel!“
Das Programm des 1. Haniel Klassik Open Air ist weitgehend eine Hommage an Richard Wagner und Giuseppe Verdi, die in diesem Jahr runde Geburtstage gefeiert hätten. Moderiert von Götz Alsmann spielen und singen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Giordamo Bellincampi und Lukas Beikircher, Solisten (Brigitta Kele, Anke Krabbe, Andrej Dunaev, Boris Statsenko, Corby Welch), Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein sowie als Special Guests Peter Bursch und seine All Star Band. Die Liste der Akteure verrät, dass auch diesmal der Abend nicht allein der Klassik gewidmet ist. Auch Rockmusik ist in „klassischer Besetzung“ – und bei einem Orchester von der Qualität der Duisburger Philharmoniker allemal – ein Ohrenschmaus! Freuen kann sich das Publikum auf dem König-Heinrich-Platz auf drei Stunden Programm, deren Abschluss die Filmmusik aus „Pirates of the Caribbean“ bildet, die das Feuerwerk begleitet.
Die Impressionen vom letzten Jahr gibt es leider nur noch ohne Ton:
Konzert symbolisiert Duisburgs Verbundenheit mit der Kultur „Hier wurde im letzten Jahr die besondere Beziehung zwischen den Kulturschaffenden und dem Publikum deutlich“, erklärte Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. Nach dem Kampf um den Erhalt der Deutschen Oper am Rhein sprang der Funken in beide Richtungen über: „Die Verbundenheit mit der Kultur und der Zusammenhalt in dieser Stadt war zu spüren.“ Auch Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, war beeindruckt: „Ich habe schon sehr viele Open Air Events selber organisiert oder besucht, aber das Klassik Open Air auf dem König-Heinrich-Platz (letztes Jahr) war schon etwas besonderes!“
Das große Konzert auf dem König-Heinrich-.Platz ist nur der Auftakt zum Wochenende „Volles Programm“, bei dem sich am Samstag und Sonntag rund ums Theater unterschiedlichste Akteure aus Duisburgs Kulturszene präsentieren. Ab 13.45 Uhr bis in den Abend bespielen Bands und Sänger unter dem Motto „Duisburg macht Musik“ die Bühne vor dem Theater. Am Sonntag lädt das Theater zum Tag der offenen Tür.
Neben dem hauseigenen Jugendtheater „Spieltrieb“ geben auch andere Theater der Stadt („Duisburger Kulturschaffende stellen sich vor“ auf der Bühne) sowie die Deutsche Oper am Rhein (im Theater) Einblicke in ihre Arbeit. Highlights sind hier sicherlich die Ballettprobe von Ballettdirektor Martin Schläpfer, der im September mit dem Schweizer Tanzpreis ausgezeichnet wird (https://www.tanzpreise.ch/de/auszeichnungen-2013/schweizer-tanzpreis/) und hier schon mal seinen Tanz für die Preisverleihung („The Old Man and Me“ von Hans van Manen) probt, sowie der in Duisburg lebende Tenor Corby Welch, der begleitet von der Pianistin Cecile Tallec, Liederzyklen der Romantik zum besten gibt.
Ab 15 Uhr ist auf der Bühne vor dem Theater eine Kostümversteigerung mit Kai Magnus Sting angesetzt (Kostüme aus dem Opernfundus), ab 17 Uhr bringen sieben Opernsolisten mit dem Trio CrossOper den Platz zum Swingen.
Bühnenaufbau erfordert Straßensperren
Die Bühne für das Wochenend-Programm auf dem König-Heinrich-Platz wird ab Dienstag, 10. September, aufgebaut. Ab 10 Uhr ist deswegen die Landfermannstraße zwischen Moselstraße und Neckarstraße für den Autoverkehr gesperrt. Die Straße wird erst nach dem Abbau am Montag, 16. September, abe 13 Uhr wieder vollständig und dauerhaft für den Verkehr freigegeben. Wegen der Sperrung leitet auch die DVG ihren Linienbus 934 um. Während die Haltestelle „Stadttheater“ verlegt wird in die Mainstraße, in Höhe des Hauses mit der Hausnummer 11 beziehungsweise diesem gegenüber, wird die Haltestelle „Schäferturm“ in Fahrtrichtung Wedau/Großenbaum zur gleichnamigen Haltestelle in Fahrtrichtung Am Unkelstein verlegt. Des weiteren wird die Haltestelle „Stapeltor“ in Fahrtrichtung Wedau/Großenbaum um circa 30 Meter vor die reguläre Haltestelle verlegt. Infos gibt es auch unter http://www.dvg-duisburg.de. Die Parkhäuser am Citypalais und am Theater (König-Heinrich-Platz) sind regulär geöffnet, allerdings kann die Zufahrt gegenüber dem Theater nicht genutzt werden. Als Fahrrad-Parkplatz steht am Freitagabend der Schulhof der Gustav-Heinemann-Realschule (Landgerichtsstraße 17) zur Verfügung.
„Volles Programm“ zum Download
Das Volle Programm beschränkt sich aber nicht nur auf das Theater und den König-Heinrich-Platz: Von „Duisburg bewegt sich“ auf der Königstraße bis hin zum Duisburgtag mit Programm, Information, Tag der offenen Tür und Bürgerempfang des Oberbürgermeisters rund um Rathaus und Burgplatz am Samstag und dem traditionellen Weltkindertag am Sonntag im Innenhafen dürfte für jeden Duisburger was dabei sein. Den Flyer zum Wochenend-Programm gibt es hier …
Spezialkran fügt Kesselelemente von oben ins Stahlwerk ein Als letztes Großelement wurde eine knapp 45 Tonnen schwere Umlenkung für den Abhitzekessel mit einem Spezialkran durch das Dach des Oxygenstahlwerks I (Bruckhausen) gehievt und dort mit den bereits eingebauten neuen Teilen verbunden. Nach knapp einer Viertelstunde war das Bauteil oben auf dem Dach. Der eigentliche Einbau dauert dann noch einmal sieben bis acht Stunden, denn der Kran muss das überdimensionale „Rohrstück“ von vier Metern Durchmesser von außen millimetergenau auf die Anlage aufsetzen: Fisselsarbeit, nur eben ein paar Nummern größer!
„Wir bauen die alten Anlagen aus und montieren die neuen, während der Nachbarkonverter im Normalbetrieb läuft. Wir arbeiten auf zwei Ebenen: am Konverter selbst und gleichzeitig am Abhitze-Kesselsystem, das von der Konverteröffnung bis in eine Höhe von knapp 70 Metern reicht“, schilderte Chris Lindner, Hauptbereichsleiter Stahlwerk bei ThyssenKrupp Steel Europe, das Projekt, das technisch wie organisatorisch eine Herausforderung darstellt: „Es ist eher selten, dass Konverter und Kesselsysteme gleichzeitig erneuert werden.“ Im zweiten Stahlwerk in Beeckerwerth waren vor 10 Jahren nur die Konverter erneuert worden.
Der rote Spezialkran, von der Kaiser-Wilhelm-Straße gut sichtbar, war auch für die Anwohner Bruckhausens ein Hingucker. Drei der vier Kesselsegmente mussten mit Hilfe des 750-Tonnen-Raupenkrans der Firma Wagenborg mit seinem bis zu 140 Meter langem Ausleger in die Konverterhalle gehievt werden. Der Abhitzekessel ist in etwa 20 Meter Höhe, über dem Konverter positioniert. Deswegen musste auf der „oberen Baustelle“ auch von oben gearbeitet werden. Die Kesselsegmente stammen von der Essener Anlagenbaufirma Oschatz. Das schwerste Element wiegt etwa 50 Tonnen, das hier bewegte Umlenkelement immerhin 45 Tonnen.
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Stahl kochen: Auf die Zutaten kommt es an
Stahl wird „nach Rezept“ gekocht. Etwa 400 verschiedene Stahlsorten sind in Hamborn möglich. Entscheidend ist, welche Schrott-Mischungen im Konverter dem flüssige Roheisen, welches aus den Hochöfen in Torpedopfannen herüber kommt, beigefügt werden, wie viel Sauerstoff und noch ein paar andere Beigaben. Dies bestimmt letztendlich auch die Qualität des Stahls und die Möglichkeiten seiner Weiterverwertung. Im ThyssenKrupp-Werk Hamborn werden nur hochwertige Stähle gefertigt, die an Abnehmer in den verschiedensten Bereichen zur Weiterverarbeitung geliefert werden.
Der neue Konverter konnte dank neuer Konstruktionsweise innen größer ausgelegt werden. Statt 218 Kubikmeter Volumen fasst er nun 270 Kubikmeter, was bei einer unveränderten Füllmenge von bis zu 400 Tonnen Material, welches zu Stahl verkocht wird, mehr „Luft“ zur Gefäßoberkante und damit mehr Sicherheit bei den Prozessabläufen bietet. Das zusätzliche Fassungsvermögen ermöglicht zudem eine umweltfreundlichere Prozessführung und effizientere Energierückgewinnung. Das Konvertergefäß ist weltweit eines der größten seiner Art: elf Meter hoch, elf Meter Durchmesser und etwa 500 Tonnen schwer. Die Elemente – Konvertergefäß und Tragering hat der Anlagenbauer SMS Siemag in Italien gefertigt – wurden in sieben Einzelteilen im Hafen Walsum bzw. per Lkw im Stahlwerk Bruckhausen angeliefert und auf dem Werksgelände zusammengebaut. Mit Hilfe eines sechsachsigen Plattformwagens wurden zunächst die Teile zur Vormontage ins Stahlwerk und schließlich – zusammengebaut – per Hallenkran zum endgültigen Einbauort gefahren.
Seit 44 Jahren kocht das Stahlwerk Bruckhausen
Im Jahr 1969 wurde das Oxygenstahlwerk Bruckhausen errichtet. Seitdem arbeiten die Konverter im Dauerbetrieb. Etwa 80 Mio. Tonnen Stahl in 44 Jahren haben ihre Spuren hinterlassen. 1982 wurden die Kesselsysteme auf Energierückgewinnung umgebaut. Auch sie waren über dreißig Jahre lang enormen Belastungen ausgesetzt, die Konstruktion ist ermüdet und musste nun ausgetauscht werden. Die neue Konstruktion verspricht nicht nur mehr Umweltschutz, sondern auch einen effizienteren Betrieb. Da lohnen sich die 20 Mio. Euro, die ThyssenKrupp am Standort Hamborn in diesem Jahr investiert. Wenn im nächsten Jahr – ebenfalls im laufenden Betrieb – der zweite Konverter samt Kesselsystem erneuert wird, werden noch einmal 20 Mio. Euro fällig.
Während der 45 Tage des Umbaus (2. August bis 15. September) sorgen rund 1.000 Spezialisten auf den beiden übereinander liegenden Baustelle für einen reibungslosen Ablauf, während nur zehn Meter weiter der zweite Konverter im Vollbetrieb Stahl produziert. Jetzt muss der neue Konverter noch mit feuerfestem Stein ausgemauert werden. Dies und weitere „Kleinarbeiten“ dauern noch an, am 16. September soll die Produktion wieder anlaufen.
Melderechtliche Überprüfung in den Häusern „In den Peschen 3 und 5“ sowie
„Beguinenstraße 1 und 3“ – Vorläufige Bilanz
Das Bürger- und Ordnungsamt hat heute Vormittag (5. September) zum Abgleich des Melderegisters mit dem tatsächlichen Bewohnerbestand eine melderechtliche Überprüfung in den Häusern In den Peschen 3 und 5 sowie Beguinenstraße 1 und 3 in Duisburg-Bergheim durchgeführt. Ziel war eine melderechtliche Bestandsaufnahme und die Feststellung, ob dort noch ausreisepflichtige Personen wohnen.
Das Ordnungsamt war mit 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort im Einsatz und wurde von der Polizei im Wege der Amtshilfe unterstützt. Außerdem waren sechs Dolmetscher dabei.
Grundsätzliches
Die gesamte Aktion verlief ohne Zwischenfälle. Es gab keinerlei Aggressivitäten gegenüber den Einsatzkräften. Der Einsatz der Dolmetscher hat sich aus Sicht des Bürger- und Ordnungsamtes bewährt, weil dadurch von vornherein Ängste genommen werden konnten und der Grund für die Aktion in der Landesprache erklärt werden konnte. Die Nachbarn und Interessenverbände wurden vor Ort über die Maßnahme durch das Bürger- und Ordnungsamt informiert. Das Öffnen und Betreten der Wohnungen zur Überprüfung geschah freiwillig.
Ergebnis
Aktuell gemeldete Personen lt. Melderegister in den beiden Häusern sind 750 Personen. Vom Ordnungsamt heute festgestellte Personen: 411. Davon gemeldete Personen: 337, davon unangemeldete Personen: 67. Personen, von denen Mitbewohner die Pässe vorlegten: 7. Somit wurden von den offiziell gemeldeten Personen 340 nicht angetroffen.
15 der insgesamt 79 Wohnungen wurden nicht geöffnet, konnten also auch nicht überprüft werden. Acht der angetroffene Personen haben eine Ausreiseverpflichtung. Sie wurden erneut schriftlich aufgefordert ihrer Verpflichtung nachzukommen.
Besondere Vorkommnisse
Es erfolgte eine Festnahme durch die Polizei, weil im Rahmen einer Personenüberprüfung festgestellt wurde, dass die männliche Person per Haftbefehl gesucht wurde.
Außerdem wurde ein Jugendlicher ohne Ausweispapiere und ohne Erziehungsberechtigten in einer Wohnung angetroffen und dem Jugendamt übergeben.
vorläufiges Fazit
Bei der unangemeldeten Überprüfung haben sich die zum Teil sehr hohen vermuteten Bewohnerzahlen nicht bestätigt. Bei den nicht angetroffenen Personen muss noch im Einzelfall geprüft werden, ob diese noch dort wohnen; ansonsten erfolgt einen Abmeldung von Amts wegen.
– Pressemitteilung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –
Bereits seit mehreren Wochen streiten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer über das weitere Vorgehen zur Beendigung des monatelangen Streiks der Schleusenwärter in Deutschland. Während der Bundesverkehrsminister bereits ein grundsätzliches Einvernehmen mit Verdi erzielt hat, das sogar schriftlich festgehalten wurde, verweigert der in Tarifangelegenheiten federführende Bundesinnenminister seine Zustimmung. Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel wiederholt eingeforderte Machtwort zur Klärung der Angelegenheit bleibt aus. Für die nächste Woche fordert die Gewerkschaft Verdi deshalb die Angestellten des Bundes in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), insbesondere die Schleusenwärter, zur flächendeckenden Arbeitsniederlegung an sämtlichen Bundeswasserstraßen auf.
Die gesamte Logistikwirtschaft – seien es die Binnen- und die Seeschifffahrt, das Hafengewerbe oder die Spediteure – und insbesondere die Kundschaft in Industrie und Handel werden sich ab 5. September 2013 auf massive Behinderungen im Güterverkehr einstellen müssen. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) hat wiederholt sein Unverständnis für diesen Streik artikuliert. In der gegenwärtigen Situation kritisiert der Verband aber auch die Untätigkeit der Bundeskanzlerin auf das Schärfste. „Wenn tausende von Mitarbeitern des Bundes die Schifffahrt lahm legen und dadurch gut funktionierende Mittelstandsbetriebe in Deutschland ruinieren, darf das der Regierungschefin nicht egal sein!“, erklärt BDB-Präsident Hötte. „Hier wird offensichtlich, welchen Stellenwert die Logistikwirtschaft unter Beteiligung der Schifffahrt in den Augen der Regierung tatsächlich hat. Dieser Verkehrsträger und alle am System Wasserstraße Beteiligten werden zum Spielball sich streitender Minister im Bundeskabinett. Angela Merkel hätte die Angelegenheit schon vor Wochen durch eine klare Entscheidung beenden können. Statt Sonntagsreden auf Maritimen Konferenzen zu halten, sollte die Kanzlerin hier ihrer Verantwortung gerecht werden“, so Hötte weiter.
Das Schifffahrtsgewerbe verzeichnet Umsatzverluste in Millionenhöhe aufgrund der seit Anfang Juli 2013 andauernden Streiks der Schleusenwärter. Transporte auf dem Wasser verzögern sich deshalb oder müssen sogar komplett ausfallen. Neben diesem wirtschaftlichen Schaden erleidet die Schifffahrtsbranche einen erheblichen Imageverlust: Kunden in Industrie und Wirtschaft verlagern ihre Transporte notgedrungen zunehmend auf Straße und Schiene. Die besonders umweltfreundliche Binnenschifffahrt verliert Marktanteile, weil die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (eigenes Motto: „Wir machen Schifffahrt möglich“) den Schiffsverkehr blockiert.
– Pressemeldung des Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. –
Kongress „Standortvorteil NRW: Industrie und Logistik – Partner mit Perspektiven“ in Dortmund / Initiativkreis Ruhr und Landesregierung ziehen positive Bilanz
Wirtschaftsminister Garrelt Duin: „Wer nach Lösungen für die Welt von morgen sucht, der muss ins Ruhrgebiet kommen und InnovationCity oder das EffizienzCluster Logistik besuchen. Der Industriestandort Ruhr ist gut aufgestellt und kann sich im globalen Wettbewerb der Regionen behaupten.“
Rund 400 Teilnehmer nutzten beim Kongress „Industrie und Logistik – Partner mit Perspektiven“ die Möglichkeit, mit den Spitzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die Herausforderungen des Ruhrgebiets sowie die bisherigen Ergebnisse im Rahmen der Strategie „Zukunft Ruhr 2030“ zu diskutieren. Ziel der Strategie ist es, das Ruhrgebiet in wichtigen Wirtschaftsbereichen zu einer Metropolregion zu entwickeln. Die Teilnehmer zogen eine überwiegend positive Zwischenbilanz zu den 2007 vom Initiativkreis definierten Leitthemen Energie, Werkstoffe und Logistik.
Der Co-Moderator des Initiativkreises Ruhr, Erich Staake, der die Inhalte des Kongresses maßgeblich gestaltet hat, resümierte: „Es ist uns gelungen, in unseren Kompetenzfeldern Industrie und Logistik, in enger Verknüpfung mit den regionalen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, sichtbare Ergebnisse zu produzieren. Mit einer entsprechenden politischen Unterstützung scheinen die formulierten Zielsetzungen erreichbar und umsetzbar zu sein. Und darauf sollten wir uns konzentrieren.“
NRW-Wirtschaftsminister Duin hebt Bedeutung von Industrie und Logistik für die Region hervor
Der Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, wies in seiner Rede auf die enge Verknüpfung von Industrie und Logistik hin, die Wachstumstreiber und Beschäftigungsgaranten für den Standort NRW darstellen. Für Minister Duin zeigte der Kongress, wie ambitioniert und innovativ die einzelnen Branchen Energie, Werkstoffe und Logistik zusammenarbeiten: „Ob bei der Bewältigung der Energiewende, einer nachhaltigen Stadtentwicklung oder der Fokussierung auf eine innovative Industrie mit Zukunft: Mit der Strategie „Zukunft Ruhr 2030“ hat der Initiativkreis Ruhr das Ruhrgebiet zum Pionierland gemacht.“
Industrienahe Logistik als Motor des Strukturwandels
Der Standortvorteil NRWs beruht nicht nur auf der zentralen geografischen Lage und der hohen Bevölkerungs- und Konsumentendichte. Durch seine gute Infrastruktur und die Vernetzung der industriellen Kerne mit einer hocheffizienten Logistik ist NRW, und insbesondere das Ruhrgebiet, einer der führenden Logistikstandorte Deutschlands. Der Duisburger Hafen beispielsweise weiß diese Strukturen optimal zu nutzen und etabliert sich inzwischen auch als Logistikknotenpunkt der Automobilindustrie. Der Moderator des Initiativkreises Ruhr, Bodo Hombach, betonte: „Die Automobillogistik ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass Industrie und Logistik zusammengehören. Der Automobilbau ist stärkste Wirtschaftssparte unseres Landes. Von der Effizienz der Logistik an der Ruhr profitiert die ganze Region. Kaum eine andere Region verfügt über vergleichbares Potenzial in dieser Branche.“
Deutschlands größte Industrieregion auf dem Weg zum Innovationsstandort
Die Schwerpunktsetzung auf die Leitthemen Energie, Werkstoffe und Logistik folgt der Logik, dass sie an den vorhandenen wirtschaftlichen Stärken des Ruhrgebiets anknüpfen. In Zusammenarbeit mit den erstklassigen Forschungseinrichtungen will die Region eine internationale Spitzenposition erreichen. Erste Erfolge sind bereits vorzuweisen. Mit InnovationCity Ruhr wurde etwa die energieeffizienteste Tankstelle Deutschlands entwickelt, die über 50 Prozent an Energie einspart. Im Bereich Werkstoffe hat sich das Materialforschungsinstitut ICAMS (Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation) als Vorbild für Kooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten etabliert. Im Rahmen des EffizienzClusters LogistikRuhr wurde in einem von über 30 Projekten eine „Urban Business Navigation“ entwickelt, die eine bedarfsgerechte Navigationssoftware für den Lkw-Verkehr darstellt.
„Das Fundament für Wachstum ist die enge Vernetzung von Industrie und Logistik. Diese Kernbereiche haben wir im Jahr 2007 in der Vision „Zukunft Ruhr 2030“ definiert. Wir stellen uns damit dem globalen Wettbewerb der Metropolen – und der Erfolg gibt uns Recht. In Zeiten globaler Finanzkrisen hat sich unser Industriestandort Ruhr robust behauptet. Unser Weg ist richtig, und wir gehen ihn zuversichtlich und entschlossen weiter“, so der künftige Moderator des Initiativkreises Ruhr Dr. Klaus Engel.
Sören Link: „Keinen Krieg erlebt zu haben, ist ein Privileg!“ Schon kurz nach Hitlers Machtergreifung vor 80 Jahren gehörten die freien Gewerkschaften und die demokratischen Parteien zu den ersten Opfern der Nationalsozialisten, die den Reichstagsbrand – vermutlich Tat eines Einzelnen im Februar 1933 – nutzten, Freiheit und Menschenrechte in Deutschland zu beseitigen. Das Ermächtigungsgesetz vom März 1933 bot dann geeignete Mittel, unliebsame Organisationen wie freie Gewerkschaften aus dem Weg zu schaffen. Der Krieg kam Jahre später, als fast niemand mehr da war, der sich den Nationalsozialisten in den Weg stellte. Das darf nie wieder geschehen!
Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Niederrhein, eingerahmt von Bürgermeister Manfred Osenger (l.) und Bürgermeister Erkan Kocalar (r.) am Mahnmal für die Gewerkschafter
“Seit 56 Jahren erinnert der DGB jährlich an den Kriegsbeginn 1939“, erklärte Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Duisburg-Niederrhein, zur Einführung in die Gedenkveranstaltung, die traditionell im Ratssaal des Duisburger Rathauses am Burgplatz stattfindet. Die Gewerkschaften in Deutschland und gerade in Duisburg haben guten Grund, „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ zu mahnen: „Krieg kann nie mit Krieg, Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden.“ Frieden, Freiheit und Menschenwürde gehen Hand in Hand, denn nur in Freiheit können Gewerkschaften ihren sozialen Auftrag erfüllen. Heute mahnen sie, es nie wieder so weit kommen zu lassen!
„Dass meine Generation keinen Krieg erlebt hat, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link in seiner Ansprache. „In vielen Teilen der Welt sind wir vom Frieden, einem dauerhaftem Frieden weit entfernt. Das zeigt vor allem eins: Der Antikriegstag wird nicht überflüssig.“ Und mit einem Verweis auf die aktuelle Situation in Duisburg sagte er: „Ich schäme mich für Leute, wegen denen kleine Kinder nur in Anziehsachen schlafen gehen, weil sie Angst haben müssen, dass diese Leute ihr Haus abfackeln.“
Historiker Werner Milert
Erinnern heißt Vorbeugen!
Als Hauptredner hatten die Verantwortlichen den aus Duisburg stammenden Berliner Historiker Werner Milert eingeladen, der sich in seiner Mahn- und Gedenkrede mit der Zerschlagung der Mitbestimmung vor 80 Jahren und ihren Folgen für Frieden und Freiheit im Dritten Reich beschäftigte. Mit der Ermordung von Gewerkschaftern und Demokraten begannen die Nationalsozialisten einen Kreuzzug, der letztendlich etwa 55 Millionen Menschen das Leben, vielen weiteren Millionen Menschen Angehörige, ihre Gesundheit und/oder Heimat kostete. Zur Ausstellung „Zerschlagung der Mitbestimmung 1933“, die von Berlin jetzt durch ganz Deutschland zieht (und bis morgen im Duisburger Ratssaal zu sehen ist), hat Milert zusammen mit Rudolf Tschirbs den Ausstellungskatalog verfasst (siehe unten).
Mit dem ersten Betriebsrätegesetz in der Weimarer Republik (1920), so erzählte Milert, sei Deutschland Pionier der Mitbestimmung gewesen. Dieses duale System verschaffte Deutschland übrigens in den Siebziger und Achtziger Jahren insbesondere gegenüber streikgebeutelten Nationen wie Großbritannien oder Italien enorme wirtschaftliche Vorteile: auch wegen des sozialen Friedens, den die Mitbestimmung sicherte. Die Mitbestimmung war zu Beginn in den zwanziger Jahren sehr umstritten und wurde attackiert: von Rechts (Unternehmer und Wirtschaftsführer, die auch die Nationalsozialisten unterstützten und ihren alleinigen Machtanspruch sichern wollten) ebenso wie von Links (Kommunisten sprachen vom Pakt mit dem Klassenfeind). Die Mitbestimmung hat sich bis heute gehalten und in unserer Demokratie ein soziales Gleichgewicht gesichert.
Die Gewerkschaften und demokratischen Parteien hätten die Nationalsozialisten 1933 nicht gekämpft, so Milert, da sich diese zunächst auf den Grundlagen der Verfassung bewegten. Als die Nazis nach dem Ermächtigungsgesetz mit weiteren Gesetzen den Boden der Demokratie verließen, war es zu spät: Die Faschisten hatten die (sozial-)demokratischen (und linke) Kräfte schneller beseitigt und in den Untergrund (oder ins Ausland) getrieben, als – zu der Zeit – ein Widerstand entstehen konnte.
Den musikalischen Rahmen gestaltete im voll besetzten Ratssaal die litauische Sängerin und Musikerin Danaja, die eine Zeit lang in Duisburg gelebt hatte und hier kurzfristig für den Stattchor Duisburg eingesprungen war, der traditionell bei dieser Veranstaltung singt.
Kranzniederlegung am Mahnmal
Mahnmal für die getöteten Gewerkschafter vor dem Haus Ruhrorter Straße 11
Nach der Gedenkveranstaltung im Rathaus zogen die Gedenkenden zum Mahnmal für die vier Gewerkschafter, die die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 nicht nur (neben 14 anderen) verhaftet und gefoltert, sondern auch ermordet hatten. Das Mahnmal „Erfahrbare Wände“ von Gabriella Fekete – vier leere Stühle vor Steinblöcken – steht auf der Ruhrorter Straße vor dem Haus Nummer 11, wo damals das Gewerkschaftshaus stand. Dort im Keller waren die Duisburger Gewerkschafter Julius Birck, Emil Rentmeister, Johann Schlösser, und Michael Rodenstock ermordet und anschließend im Hünxer Wald verscharrt worden (siehe Schriftenreihe der DGB Jugend Duisburg: Broschüre „2. Mai 1933 – Tatort Duisburg“ https://niederrhein.dgb.de/ueber-uns/dgb-jugend/downloads/schriftenreihe/++co++8ccef56a-ad72-11e1-4192-00188b4dc422). Stellvertretend für die Opfer des Krieges wurden hier die traditionellen Kränze niedergelegt und der Opfer gedacht.
Mit 20 Demonstranten gegen Hunderte Gegendemonstranten
Die „dunklen Orte Deutschlands“ will Pro Deutschland auf seiner Wahlkampftour zu Bundestagswahl 2013 besuchen – oder das, was die Rechtspopulisten als „dunkle Orte“ ausgemacht zu haben meinen. In Essen vor einer Moschee hatte der Wanderzirkus von Pro Deutschland morgens um Halb Zehn seine Tour begonnen, gegen Halb Eins waren sie vor der Merkez-Moschee in Marxloh aufgelaufen. Ab 14.30 Uhr war dann Bergheim im Duisburger Bezirk Rheinhausen an der Reihe, bevor das „Karawänchen“ dort nach gut zwei Stunden Richtung Krefeld und einer dortigen Moschee weiter zog.
Auf einem kleine Stückchen Rasen, hinter Absperrgittern, stand jenseits der Neuen Krefelder Straßen ein kleines Häuflein Rechter, die trotz Beschallungsanlage Mühe hatten, sich über ihren kleinen Kreis hinaus verständlich zu machen. Die Häuser In den Peschen – unzweifelhaft ein Duisburger Problemgebiet – sind von hier aus kaum auszumachen. Zu den sechs bis acht, die von der Wahlkampf-Demo der selbsternannten „Bürgerbewegung“ vor der Merkez-Moschee im Kleinbus rüber nach Rheinhausen gefahren waren, hatte sich noch ein gutes Dutzend weiterer Gestalten gesellt, die kleine Schildchen mit Sprüchen hochhielten, die man schon bei den Gegendemonstranten nicht mehr lesen konnte. Zumal der Streifen zwischen den Gruppierungen, in dem sich nur Polizei und Presse aufhielten, diese auf gebührendem Abstand zueinander hielt. Die Gruppen waren so weit voneinander abgetrennt, dass Konfrontationen, die über die verbale Schiene hinausgingen, unmöglich waren. Die mehreren Hundert Polizisten, die hier ihren Dienst schoben (in Duisburg insgesamt sollen es etwa 400 gewesen sein), hatten zum Glück einen entspannten Nachmittag.
Thema verfehlt: Sechs, setzen!
Der Redner von Pro Deutschland konnte sich mit seinem Mikrophon kaum gegen die lautstarken und bunte Fahnen schwenkenden Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum durchsetzen, die das Duisburger Netzwerk gegen Rechts auf die Beine gestellt hatte. Neben ein paar verbalen Provokationen auf Kindergarten-Niveau hatte der Redner der Rechten eine abgelesene Rede parat, die ein wenig von Ausländerkriminalität und überwiegend von Asylmissbrauch handelte. Sechs, setzen: Thema verfehlt! Besser konnten die Truppe gar nicht dokumentieren, dass sie weder eine Ahnung von noch ein Interesse an den Problemen der Menschen vor Ort haben. Zumal ein Augenzeuge berichtete, der Redner habe die gleiche Rede vor der Merkez-Moschee abgespult – woraus zu folgern ist, dass er sie davor in Essen und danach in Krefeld ebenfalls und zum Amüsement von aufgeklärten Menschen zum Besten gegeben hat.
Lautstark machten sich im Kreuzungsbereich die Gegendemonstranten des Duisburger Netzwerks gegen Rechts bemerkbar, die mit ihren Sprüchen und Gesängen sowohl Rede als auch die musikalische Kulisse von Pro Deutschland übertönten. Hier das klare Bekenntnis zu Duisburg, das auf Schildern und T-Shirt deutlich wurde, und dort die zugereisten politischen Brandstifter, deren Parolen die Probleme vor Ort praktisch überhaupt nicht thematisierten. Schon eine halbe Stunde, bevor sie weiter zogen, hatten die „Pros“ alles in ihrem Kleinbus verstaut und warteten nur noch die Abfahrt ab.
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Reden, buntes Programm und Gespräche
Ein Stück jenseits der Kreuzung die Straße hoch, direkt vor den Hochhäusern In den Peschen 3-5 hatte das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ihre Bühne aufgebaut. Hier machten u. a. Oberbürgermeister Sören Link, Hans-Wilhelm Halle für die Nachbarschaft sowie ein Vertreter der Hausbewohner, Pfarrer Heiner Augustin und Angelika Wagner für das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage Mut, die Probleme mit Gesprächen und im Dialog vor Ort und miteinander zu lösen. Hier tummelten sich die Rheinhauser und Duisburger, die das Gespräch suchten und auch miteinander ins Gespräch kamen.
Verschiedene politischen Ehrenamtler (Bezirksvertretung, Stadtrat), aber auch Politprofis aus Landtag, Bundestag und der Verwaltungsspitze mischten sich unters Volk, standen dort aber auch Rede und Antwort. Auch wenn es kontroverser wurde, denn natürlich hat die Politik nicht die Lösung für alle Probleme. Sie kann daran mitarbeiten, aber sie ist nur ein kleiner Teil dessen, was den Weg zur Bewältigung der vorhandenen Probleme ebnet.
Kommentar
Probleme vor Ort lassen sich nicht durch einen Wanderzirkus von Rattenfängern lösen, denen die Probleme der Menschen bei ihrem perfiden Stimmenfang völlig egal sind. Die Rechtspopulisten ziehen weiter … Wer die Probleme lösen will, muss vor Ort ins Gespräch kommen – und offen sein für Lösungen ebenso wie dafür, dass Menschen unterschiedlich sind. Für ein einvernehmliche Lösung vor Ort werden alle Kompromisse machen müssen, aber der eine oder andere wird erst einmal seine persönlichen Abneigungen (oder doch Hassgefühle?) gegen Menschen, die anders sind, in den Griff bekommen müssen. Nur dann sind Lösungen möglich!
Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage plant Gegendemonstrationen vor der Merkez-Moschee in Marxloh und dem Haus In den Peschen in Rheinhausen-Bergheim
“Hier wollen politische Brandstifter mit rechtspopulistischen Parolen auf Stimmenfang gehen“, erklärte Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Niederrhein und Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Das im Jahr 2000 gegründete Bündnis organisiert auch diesmal wieder maßgeblich die Gegendemonstrationen an den Duisburger Demonstrationsstandorten, wo Rechtspopulisten diesmal unter dem Banner „Pro Deutschland“ aufmarschieren wollen.
Pfarrer Heiner Augustin, Landtagsabgeordneter Rainer Bischoff und Angelika Wagner, Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage (v. l.)
Am Donnerstag, 29. August 2013, wird das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage die „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ auf ihrer Wahlkampftour zur Bundestagswahl 2013 in Duisburg angemessen begrüßen. Zusammen mit Angelika Wagner erläuterten der Rheinhauser Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff und der Bergheimer Pfarrer Heiner Augustin ihre Pläne für die Gegendemonstrationen. Vor der Merkez-Moschee in Marxloh an der Warbruckstraße werden die Gegendemonstranten den Rechtspopulisten schlicht die „kalte Schulter“ zeigen. „Wenn die Rechtspopulisten meinen, hier einen Brennpunkt ausgemacht zu haben“, so Rainer Bischoff, Landtagsabgeordneter aus Rheinhausen, „dann haben sie sich geirrt: Die Marxloher Moschee steht mitten in der Gesellschaft.“ Weitere Aktionen sind hier nicht geplant. Konfliktpotenzial gibt es an anderer Stelle – und hier will man den Rechten deutlich machen, dass Duisburg sie nicht braucht!
Wir sind Duisburg! Dass es in und um die Häuser In den Peschen in Rheinhausen-Bergheim Probleme gibt, kann man nicht bestreiten. Aber: „Die pauschale Politisierung ist nicht hilfreich“, so Heiner Augustin. „Probleme müssen in Gesprächen miteinander geklärt werden. Eine Polarisierung ist kontraproduktiv.“ Gespräche sucht Pro Deutschland aber vor Ort nicht: „Die haben nicht die Absicht, hier Probleme zu lösen. Die wollen Konflikte schüren und reisen dann wieder ab“, so Angelika Wagner. Ihre Tour muss ja weitergehen, schließlich will die Truppe am Donnerstag, 29. August, nach 9.30 Uhr an einer Moschee in Essen, 12.30 Uhr an der Merkez-Moschee und 14.30 Uhr In den Peschen schon um 17.30 Uhr an der letzen Station des Tages, an einer Krefelder Moschee, ihre rechten Parolen kund tun. Mit ihren Problemen bleiben die Menschen in Bergheim dann aber zurück!
Rechte Tendenzen haben in unserer Stadt keinen Platz
„Rechtspopulisten versuchen, Angst, Hass und Gewalt zu schüren“, meinte Angelika Wagner. „Dem wollen wir entgegentreten, denn WIR sind Duisburg!“ – „Dieser politische Wanderzirkus von Rattenfängern will nur provozieren“, fand auch Rainer Bischoff. Lösungen haben sie nicht, Gespräche suchen sie nicht: „Das sind politische Brandstifter!“
Das Motto des Bündnisses, „Wir sind Duisburg!“, soll jetzt auch Bergheimer Bürger, die Bewohner der Häuser In den Peschen und Beguinenstraße sowie die Anwohner drum herum, zusammenbringen, um den Rechtspopulisten zu zeigen: „Wir sind uns einig: Für euch ist kein Platz hier. Wir lösen unsere Probleme selber!“ Vor allem die Bergheimer sind hier aufgerufen, Flagge zu zeigen, denn von einem Wanderzirkus, der nach zwei Stunden den Ort des Geschehens wieder verlässt (und vielleicht im nächsten Wahlkampf mal wieder kommt), ist keine Problemlösung zu erwarten. Nicht die Menschen vor Ort interessieren, sondern platter Populismus, der Stimmen fängt!
Mit den Menschen vor Ort
„Wir haben den Termin kurzfristig aufgedrückt bekommen: ein Werktag in den Sommerferien. Wir rechnen nicht mit so vielen Gegendemonstranten wie im März“, erklärte Wagner. Dennoch feilt das Bündnis am Programm für die Gegendemonstration: Auf einer Bühne vor dem Haus wird neben Oberbürgermeister Sören Link je ein Vertreter der Hausbewohner sowie der Anwohner, darüber hinaus Angelika Wagner und Heiner Augustin sprechen. Moderiert wird die Veranstaltung von Rainer Bischoff, der sich als Politiker aber inhaltlich raus hält. Wahlkampf will er hier nicht machen. „Wir hoffen, noch ein kulturelles Programm auf die Beine zu kriegen.“ Annegret Keller-Steegmann, die als Lehrerin an der nahe gelegenen Lise-Meitner-Gesamtschule auch Kinder aus den Häusern unterrichtet, kümmert sich darum, aber noch sind Schulferien: Ihre Schüler zu erreihen, ist da nicht einfach.
„Wir besuchen die dunklen Orte unseres Landes“ – Ein Kommentar
Das verkündet Pro Deutschland zu seiner Wahlkampftour 2013. – Und? Nimmt die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ irgend etwas mit von den Orten, die sie besuchen, oder vielmehr: heimsuchen? Nach maximal zwei Stunden in Marxloh und maximal zwei Stunden in Bergheim wird der Wanderzirkus wieder in seinen Bus steigen und weiterziehen. Sie kommen mit ihren Ansichten, und gehen auch wieder mit genau diesen Ansichten. Realitäten vor Ort interessieren nicht, denn sonst müssten sie erkennen, das Duisburg nicht „dunkel“ ist. Duisburg ist bunt – und das an vielen Stellen der Stadt. Und wo es Probleme gibt, müssen die Bürger vor Ort ins Gespräch kommen – mit allen Gruppen, die dort betroffen sind. Platter Rechtspopulismus und politische Brandstiftung können keine Lösung sein!
Oberbürgermeister Sören Link verurteilt die brutalen Übergriffe gegen Bürgerinnen und Bürger in Rheinhausen. „Gewalt kann die Probleme, die wir In den Peschen und in der Beguinenstraße haben, nicht lösen. Es ist unerträglich, dass Krawalltouristen, die zum großen Teil nicht aus Duisburg stammen, die schwierige Situation vor Ort für ihre fragwürdigen Parolen ausnutzen.“
Diese Gewalttäter hätten deutlich gemacht, dass sie von Meinungsfreiheit in diesem Staat nichts halten. „Ich finde es höchst bedauerlich, wenn man nicht mehr seine Meinung sagen darf, ohne Angst zu haben, danach belästigt zu werden. Wir Duisburger werden uns das nicht gefallen lassen. Gewalt, egal von welcher politischen oder gesellschaftlichen Seite sie kommt, ist völlig inakzeptabel.“
Sören Link bedankte sich bei der Polizei, die schnell eingegriffen hätte. „Die Polizei macht täglich eine Gefahrenanalyse. Seit Freitag hat sich die Situation in Rheinhausen deutlich verändert.“ Auch wenn Stadt und Polizei mit ihren Mitteln alles tun, um wirksam zu deeskalieren, wird man die Probleme vor Ort ohne weitere Hilfe nicht lösen können. Oberbürgermeister Link fordert: „Wir brauchen Unterstützung von der Europäischen Union, die dafür sorgen muss, dass Rumänen und Bulgaren Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat haben. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass ein Wiedereinreiseverbot endlich Realität wird. Und das Land muss mehr Stellen für die Sprachförderung zur Verfügung stellen.“
– Stellungnahme von Oberbürgermeister Sören Link zu den Ereignissen In den Peschen –