Ballet am Rhein: Martin Schläpfers b.14 feierte Premiere

Bravourös getanzte Gefühle, Stimmungen und Geschichten

Antony Tudor THE LEAVES ARE FADING
Marcos Menha, So-Yeon Kim Foto © Gert Weigelt

Unterschiedlicher konnten die vier Stücke kaum sein, die Martin Schläpfer für seine 14. Inszenierung mit dem Ballett am Rhein (deswegen „b.14“) ausgewählt hatte: Stimmungen, Gefühle, aber auch kleine Geschichten setzten die Tänzer auf der Bühne …. in Szene. Im Mittelpunkt des Abends stand die britische Ballett-Tradition. Drei Stücke von zwei führenden britischen Choreographen – Antony Tudor (1908 – 1987) und Frederick Ashton (1904 – 1988) – hatte Schläpfer mit seiner eigenen Choreographie zur Symphonie Nr. 2 von Johannes Brahms für einen stimmungsvollen und phantastischen Ballettabend kombiniert.

Premiere feierte im Theater Duisburg das Ballett b.14 von Martin Schläpfer. Nach der ausverkauften Premiere vom Samstagabend waren auch bei der zweiten Vorstellung des Ballett-Ensembles der Deutschen Oper am Rhein am Sonntag fast alle Karten verkauft. Und auch hier feierte das Publikum die Musiker und Tänzer frenetisch und mit anhaltendem Applaus.

Frederick Ashton FIVE BRAHMS WALTZES
IN THE MANNER OF ISADORA DUNCAN
Camille Andriot Foto © Gert Weigelt

Den Auftakt machte „The Leaves are fading“ (von Antonin Dvorak) in der Choreographie von Antony Tudor (1975), ein Pas de deux (französisch „Schritte/Tanz zu Zweit“, also ein Duett beim Ballett), bei dem die Tänzer Ann-Kathrin Adam und Helge Freiberg das Herbstlaub förmlich spüren ließen. Das zweite Tudor-Stück, „Jardin aux lilas“ (frz. Fliedergarten) von Ernest Chausson, erzählt die Geschichte einer Frau, die einen Mann heiraten will, den sie nicht liebt, und die verzweifelt versucht, sich von ihrem Liebhaber zu verabschieden. Neben dem Bräutigam und einer Frau aus seiner Vergangenheit sind es „Freunde und Verwandte“, die den Abschied unmöglich machen. Vier Solotänzer und acht Ensemble-Tänzer brachten Liebe und Sehnsucht, Begierde und Leidenschaft ausdrucksvoll dem Publikum nahe. Die fünf Brahms-Walzer, zu denen Frederick Ashton „In the Manner of Isadora Duncan“ (amerikanische Tänzerin und Choreografin und die Wegbereiterin des modernen sinfonischen Ausdruckstanzes) die Choreographie geschrieben hatte, tanzte Solistin Camille Andriot nur in Begleitung des Pianisten Dirk Wedmann: Reduziert in den Stilmitteln, mit einem Maximum an Ausdruck und Gefühl.

Martin Schläpfers eigene Ballett-Choreographie von Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 2 erlebte hier ihre Uraufführung. Schläpfers Choreographie nimmt die Leichtigkeit und Beschwingtheit der Symphonie auf. Die vier Sätze der Symphonie hat Schläpfer sehr individuell in grazile Bewegungen, harmonische Körperlichkeit und tänzerische Ästhetik umgesetzt. Ein Genuss für die Sinne!

Die Duisburger Philharmoniker glänzten unter der Leitung von Wen-Pin Chien, der die Ballett-Abende von b.14 im Wechsel mit Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, dirigiert. Unterstützt wurden die Philharmoniker beim „Jardin aux lilas“ von Solistin Natasha Korsakova (Violine).

Antony Tudor JARDIN AUX LILAS
Alexandre Simões, Nicole Morel, Andriy Boyetskyy, Julie Thirault
Foto © Gert Weigelt

Weitere Vorstellungen gibt das Ballet am Rhein im Duisburger Theater am
Samstag, 16. Februar, 19.30 Uhr,
Samstag, 30. März, 19.30 Uhr,
Donnerstag, 9. Mai (Feiertag), 18.30 Uhr,
Sonntag, 19. Mai (Pfingstsonntag), 18.30 Uhr,
Sonntag, 2. Juni, 15 Uhr und
Samstag, 8. Juni, 19.30 Uhr.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Ticketpreise liegen zwischen 16,10 und 56 Euro in der Woche und von 18,10 bis 62,80 Euro am Wochenende. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

Martin Schläpfer JOHANNES BRAHMS – SYMPHONIE NR. 2
Sonny Locsin, So-Yeon Kim, Helge Freiberg, Doris Becker Foto © Gert Weigelt

© 2013 Petra Grünendahl (Text), Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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Eine Antwort zu Ballet am Rhein: Martin Schläpfers b.14 feierte Premiere

  1. Petra Grünendahl schreibt:

    Einen Trailer veröffentlichte das Ballett am Rhein heute auf seinem Youtube-Kanal:

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