Wo eisenhaltiger „Abfall“ zu hochwertigem Qualitätsroheisen wird Von Petra Grünendahl
Beim Abstich fließt das heiße Roheisen in eine Pfanne. Foto: Petra Grünendahl.
Der Abstich von glühendem Roheisen ist immer wieder faszinierend. In so genannte Pfannen, die in einem Graben vor dem Hochofen stehen, fließt das Roheisen hinein. Ein Kran hebt die großen Kübel dann zur Gießmaschine, wo das flüssige Roheisen in Gussformen (Kokillen) gegossen wird. Die Kokillen werden abgekühlt: zunächst mit Luft, dann mit Wasser, was dazu führt, dass das Roheisen beim Erreichen der Entleerungsstation erstarrt und transportfähig ist. Das Betriebsgelände ist an das Schienennetz angeschlossen und verfügt über eigene Kaianlagen, so dass An- und Abtransport größtenteils umweltfreundlich über die Bühne gehen.
Besuchergruppe auf dem Weg zum Hochofen bei DK Recycling und Roheisen in Duisburg-Hochfeld. Foto: Petra Grünendahl.
Die Firma DK Recycling und Roheisen in Hochfeld hatte zur Langen Nacht der Industrie ihre Tore für interessierte Besucher geöffnet. Die heutige GmbH war 1983 hervorgegangen aus der ehemaligen Duisburger Kupferhütte AG, die 1876 als weltweit erstes Recycling-Unternehmen ihren Betrieb aufgenommen hatte. Die Kunden kamen damals aus der Chemieindustrie, die Produktpalette umfasste neben Kupfer auch Zink, Blei, Kadmium und Roheisen. Mit der Neuausrichtung Anfang der 1980-er Jahre hat sich das Unternehmen auf die Verarbeitung von eisenhaltigen Reststoffen – überwiegend von Stäuben – aus der Stahlindustrie spezialisiert. Heute sind 250 Mitarbeiter am Standort beschäftigt, 21 davon in der Ausbildung.
Hier wird das jeweilige Sinter-Gemisch zu einem Kuchen verbacken. Foto: Petra Grünendahl.
Zu sehen gab es für die Besucher den Abstich am Hochofen und die Sinteranlage, in der die Füllung des Hochofens zusammengestellt und „gebacken“ wird. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb, also rund um die Uhr. Die Führung übernahmen die beiden Geschäftsführer der GmbH, Dr. Karl-Josef Sassen und Dr. Carsten Hillmann, die Gruppen von jeweils 30 Besuchern die Werksentwicklung und die Arbeitsabläufe erläuterten.
Hochmoderner Betrieb garantiert Wirtschaftlichkeit
Gut 25 Tonnen flüssiges Roheisen fasst die Pfanne. Foto: Petra Grünendahl.
Zwei Hochöfen stehen in Hochfeld auf dem Betriebsgelände der DK. Rund 1.200 Tonnen Roheisen produziert einer dieser Hochöfen, der zweite wird als Reserve vorgehalten. Insgesamt nimmt DK der eisenverarbeitenden Industrie 500.000 Tonnen eisenhaltige Reststoffe ab, die sonst auf der Mülldeponie landen würden. Daraus werden in Hochfeld wiederum 300.000 Tonnen hochwertiges Roheisen gefertigt und an die Kunden der DK – zum Beispiel Gießereien oder die Automobilindustrie – zur Weiterverarbeitung ausgeliefert. Neben dem Hauptprodukt Roheisen gewinnt die DK Hochofenschlacke, Zinkkonzentrat, zinkhaltigen Gichtstaub und Strom, was eine Verwertungsquote von 98 Prozent ermöglicht. Lediglich 2 Prozent bleiben als Deponiegut übrig.
Der Kontrollraum der Sinteranlage: Hier werden die Mengen gesteuert, die in der Sinteranlage miteinander verbacken werden, und die ablaufenden Prozesse kontrolliert. Foto: Petra Grünendahl.
Die hier verarbeiteten „Abfallstoffe“ enthalten hohe Anteile an Zink, welche normal in Hochöfen nicht verarbeitet werden können. Bei der DK hat man aber in über 30 Jahren Forschung und Entwicklung Wege gefunden, die bis zu vierhundertfach höheren Zinkanteile in der Hochofenfüllung nicht nur zu verarbeiten, sondern auch zu trennen und damit reines Zink zu gewinnen, welches an Zinkhütten weiterverkauft wird. Das ebenfalls im Hochofen gewonnene Gichtgas wird zur Strom- und Dampferzeugung ans eigene Kraftwerk weitergeleitet. Dieses Kraftwerk deckt den Stromverbrauch des Werkes komplett ab und speist darüber hinaus in das Stromnetz der Stadtwerke Duisburg ein.
Ein gebrochenes Stück Sinter: An seiner breitesten Stelle misst es 6 Zentimeter und er wiegt genau 160 Gramm. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sinteranlage gilt dank hochmoderner Filteranlagen als eine der saubersten weltweit. Hier werden die Komponenten gemischt, die später die Qualität des Roheisens ausmachen, das beim Abstich im Hochofen in die 25 Tonnen fassenden Pfannen fließt. Die überwiegend als Staub angelieferten „Rohstoffe“ werden hier gebacken und dann in grobe Stücke zerkleinert, die im Hochofen die für den Schmelzprozess benötigte Luft durchs Gemisch lassen.
Etwa 1.400 Tonnen Sinter produziert die Anlage täglich.
Der gebackene Sinter-Kuchen wird zunächst gebrochen, dann weiter zerbröselt, bevor er für den Hochofen gut ist. Foto: Petra Grünendahl.
Im Hochofen werden Sinter und Koks mit Zuschlagstoffen durch das Einblasen von 1.000 Grad heißer Luft im Eisenoxidgehalt reduziert und zu Roheisen verschmolzen. Mit einer Anschlussbehandlung im E-Ofen können durch das Hinzufügen von Zusatzstoffen wie zum Beispiel sauberem Stahlschrott höherwertige Spezial-Legierungen erzielt werden, wie sie für besondere Kundenwünsche benötigt werden. Hier nimmt die DK eine weltweit führende Marktposition ein, was den Standort in Duisburg auch für die Zukunft sichert.
Informationen über DK Recycling und Roheisen gibt es unter www.dk-duisburg.de.
Von Schulz Knaudt über Mannesmann, Krupp und Thyssen
bis hin zu Arcelor Mittal und DK Recycling und Roheisen Von Petra Grünendahl
Werkshafen der Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen 1933. Foto: ZZB.
Wenn die Engelchen Kekse backen: Das Glühen der abgekippten Schlacke nach dem Abstich färbt den Himmel rot, wo noch ältere Hochöfen stehen. Die hochmodernen Hochöfen der neuesten Generation zeigen dieses Glühen nicht mehr. Hochöfen waren früher über das ganze Stadtgebiet verteilt. Heute gibt es in Duisburg noch acht Hochöfen mit Produktionskapazitäten von 1.200 bis 12.000 Tonnen am Tag. Insgesamt zehn Hüttenwerke gab es in der „Stadt Montan“, als Kohle und Stahl einigen zehntausend Menschen Arbeit gab. Das eine oder andere Werk ist einer neuen Nutzung gewichen – die Krupp’sche Hütte Rheinhausen dem logport I, die Zinkhütte Berzelius der Heinrich-Hildebrand-Höhe und logport II –, woanders hat es sich die Natur zurück erobert, wie der Landschaftspark Duisburg-Nord mit der ehemaligen, 1985 geschlossenen Hütte Meiderich zeigt. Sie haben Spuren hinterlassen in Straßennamen, geraten aber mehr und mehr in Vergessenheit.
Die Mannesmann-Hüttenwerke Mitte der 50-er Jahre. Foto: ZZB.
Mit ihren neuesten Buch „Duisburger Hüttenwerke“ geht die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. auf Spurensuche in der Industriegeschichte. Die Autoren zeichnen die Entwicklung der Standorte nach und geben Einblicke in die harten Arbeitswelten von damals. Im Rahmen der Bildbeschreibungen fließt fundiertes Wissen über die Entwicklung von Produktionstechniken seit dem 19. Jahrhundert ein. Schon Mitte des Jahrhunderts, in den 1850-er Jahren, nahmen die ersten Hochöfen ihren Betrieb auf. Eingebettet in damals noch eher ländliche Umgebung. Es faszinieren besonders auch jene Bilder, auf denen man heutiges Duisburg wieder erkennt.
Die Hahn'schen Werke in Großenbaum: 1966 wurden die Hochöfen stillgelegt. Foto: ZZB.
Ehemalige Betriebsgelände sind lange überplant und als neue Industriegebiete bebaut, aber die alten Verwaltungsgebäude findet man immer noch: Von den Hahn’schen Werken in Großenbaum (Zum Walkmüller) zum Beispiel oder von der Hütte Phoenix (Phoenixstraße, heute Eisenbahnstraße). An anderer Stelle lässt sich die frühere Industrienutzung nicht einmal erahnen. IKEA Meiderich wäre so ein Beispiel, Kaufland in Ruhrort ein zweites. Auf den Standort der Grillo’schen Zinkhütte weist nur noch der Zinkhüttenplatz in Hamborn hin.
Zehn Hüttenwerke gaben der „Stadt Montan“ ihren Namen
Beamtenkasino der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Bruckhausen, Aufnahme von 1907. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Foto: ZZB.
Nicht nur Roheisen in unterschiedlichsten Qualitäten, sondern auch Zink, Zinn und Kupfer sowie diverse andere Metalle umfasste die Produktion der Duisburger Hüttenwerke. Namen wie Berzelius, Hahnsche Werke, die Niederrheinische Hütte, Duisburger Kupferhütte, Phoenix und das Hüttenwerk Meiderich sind lange Geschichte.
Hüttenwerk Rheinhausen 1968. Foto: ZZB.
Dort stehen heute die Achterbahn, das Industriegebiet Großenbaum, andere Betriebe oder Handel, der Rheinpark und der Landschaftspark Nord. Übrig geblieben sind die Stahlwerke von ThyssenKrupp Steel Europe im Norden und den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) im Süden. Dazu kommen Firmen wie DK Recycling und Roheisen (ehemals Deutsche Kupferhütte, dafür steht heute noch das „DK“), die Grillo-Werke (von der früheren Zinkhütte kündet heute noch der Zinkhüttenplatz in Hamborn) sowie der Produktionsstandort Ruhrort/Meiderich (auf einem Teil des ehemaligen Phoenix-Geländes), der heute zum weltweit tätigen Stahlkonzern ArcelorMittal gehört. Der Standort Hochfeld, der aus der Niederrheinischen Hütte hervorgegangen war, wurde erst in diesem Jahrzehnt von ArcelorMittal aufgegeben, die Aktivitäten mit den Neubau einer Drahtstraße komplett nach Ruhrort/Meiderich verlagert.
Eisenbahnhafen und Hütte Phoenix in Ruhrort um 1918. Foto: ZZB.
Ihrer verkehrsgünstige Lage an Rhein und Ruhr, den Schienenwegen und den Zechen verdankte die heutige Stadt Duisburg, die sich früher in viele eigenständige Städte und Gemeinden gliederte, die Ansiedlung dieser Unternehmen. Sie machten sich die Standortvorteile zunutze und brachten damit Arbeit und Wohlstand in diese Gegend. Hüttenwerke und Weiterverarbeitung sollten hier über Jahrzehnte Zehntausende von Arbeitern beschäftigen. Dann kamen Kohlekrise, Stahlkrise und die Produktion wurde effektiver: Man konnte mit einem Bruchteil der Arbeiter ein vielfaches an Material produzieren. Arbeitsplätze gingen verloren, Standorte wurden geschlossen, andere verlagert: Strukturwandel. Die historischen Fotos laden ein, in seiner eigenen Stadt auf Spurensuche zu gehen. Teilweise stehen Gebäude noch, teils kann man alte Strukturen im heutigen Stadtbild erkennen. Oder man findet Namen wie Carstanjen, Böninger, Curtius oder andere im Straßenbild wieder. Alles Zeugnisse von Duisburgs industrieller Vergangenheit. Da kann jeder Duisburger seine Stadt neu entdecken. Es lohnt sich.
Das Buch „Duisburger Hüttenwerke“ ist wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Erfurter Sutton Verlag erschienen. Auf 124 Seiten findet der Leser rund 160 Abbildungen aus verschiedensten Privatsammlungen, die weitgehend bis dato unveröffentlicht sind. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Standorte. Neben Harald Molder sorgten hier Frank Bocek, Steffen Ranisch, Detlef Schmidt und André Sommer für den fachlichen Input. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Arbeitswelten“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-364-8).
Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Krupp Hüttenwerk Rheinhausen Mitte der 20-er Jahre. Foto: ZZB.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins 9Leben berufen. Unter seinem Vorsitz ist sie 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Als Pressefotos noch eine Handschrift trugen Von Petra Grünendahl
Sonderausstellung Barbara Klemm Stefan Moses im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Pressefotografen mit einer eigenen Bildsprache sind selten geworden, obwohl es mehr Fotografen und damit mehr Bilder gibt. Das macht es nicht einfacher und gute Fotos brauchen auch einfach Zeit. Die haben Fotografen heutzutage auch immer weniger, werden sie doch vielfach von einem Termin zum nächsten gehetzt. Pressefotografen folgen häufig Standards statt eigene Maßstäbe zu setzen. Zwei Pressefotografen, die noch eigene Akzente setzen konnten, sind nun im Museum Küppersmühle in einer Sonderausstellung zu sehen.
Kurator Andreas Bee, Fotografin Barbara Klemm und Museumsdirektor Walter Smerling im Pressebespräch. Foto: Petra Grünendahl.
Mit Barbara Klemm und Stefan Moses präsentiert die Stiftung Kunst und Kultur e. V. im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in einer Sonderausstellung zwei Fotografen. Rund 200 Schwarzweiß-Fotografien haben die Fotografen jeweils zu dieser Sonderausstellung beigesteuert, die Prof. Dr. Andreas Bee kuratiert hat. Obwohl beide Fotografen auf Portraitfotos spezialisiert sind, unterscheiden sich ihre Fotos gewaltig. Das liegt nicht nur am Medium, für das sie arbeiten (Tageszeitung – Magazin), sondern auch an ihrer individuellen Herangehensweise an ihre Motive. Ihre Bildsprache trägt jeweils eine sehr eigene Handschrift. Gemeinsam ist ihnen ein eigener Stil und die Einzigartigkeit ihrer Bilder. Wer selber fotografiert (und nicht nur knipst), wird hier wahre Schätze der Fotografie entdecken, die die eigene Sicht auf Fotos und auf Bildsprache bereichern.
Zwei Fotografen dokumentieren deutsche Zeitgeschichte
Barbara Klemms Protrait von Helene Weigel. Foto: Petra Grünendahl.
Barbara Klemm (*1939) hat 40 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) fotografiert, Politik und Zeitgeschehen überwiegend in Portraits eingefangen und über Jahrzehnte die Bildsprache der FAZ geprägt. Ihre Fotografien fangen die Menschen in ihrer Umgebung lebendig ein – wie mit dem Lasso. Das unterstreicht Persönlichkeiten. „Mir war Schwarzweiß Farbe genug“, erklärte die Fotografin,
die grundsätzlich ohne Blitzlicht fotografiert. Im Spiel mit natürlichen Licht und Schatten ergeben sich faszinierende Kontraste, die Intensität der Momente unterstreichen. Schwarzweiß-Fotografie ist weit mehr als nur eine andere Farbqualität und spielt ihre Stärken gerade in der Portraitfotografie besonders gut aus. Fotografien von einer solchen Intensität und lebendigen Ausstrahlung sind in Farbe kaum zu realisieren. Ohnehin habe die Tageszeitungsfotografie an Aussagekraft verloren, so Klemm, seit allein die Textredakteure entscheiden, welches Foto zum Text kommt. Das Bild wird zum Beiwerk, weil der Texter die Bildsprache nicht einschätzen kann. Dabei können Fotos durchaus eigene Aussagen über Menschen transportieren.
Stefan Moses auf Reisen: Menschen in der DDR. Foto: Petra Grünendahl.
Stefan Moses (*1928) ist Magazin-Fotograf, hat für den Stern, die Neue Zeitung und für die berühmte Fotoagentur Magnum gearbeitet. Er fotografiert „magaziniger“: Seine Fotos sind inszeniert, ohne aber gestellt zu wirken. Die Zeit hat er sich genommen, um Menschen nicht nur ins rechte Licht zu rücken, sondern auch in ihrer Eigenart zu erfassen. In Bilderserien hat er über ein knappes halbes Jahrhundert Deutschland und die Deutschen thematisiert: Emigranten, die während der Nazi-Diktatur ihre Heimat verlassen haben, „Menschen im Wald“ mit Persönlichkeiten der Zeitgeschichte oder Menschen, die Moses auf Reisen vor und nach der Wende in der DDR fotografiert hat. Das ist Zeitgeschichte als Momentaufnahme im Bilderrahmen. Eingefangen hat Moses auf diesen DDR-Reisen auch politische Botschaften, Sprüche auf Mauern, übermalte Plakate, Protest, Abschied und Aufbruch in eine neue Zeit. Eine Reise in die nicht allzu weit entfernte deutsche Vergangenheit.
Fotografie ist mehr als nur den Auslöser drücken
Barbara Klemms Alfred Hitchcock. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung zeigt, dass Zeitungsfotografie früher mal ganz anders sein durfte: Langsamer, intensiver, einzigartiger. Und wenn es schon mal in den Zeitungen außergewöhnliche Fotos zu sehen gibt, bedauert Barbara Klemm, stehe häufig nur der Name der Agentur drunter, aber selten der Name des Fotografen, der sie dann interessieren würde. Beide Fotografen waren, so Kurator Prof. Dr. Andreas Bee, aktiv an Konzeption und der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt. Die Fotografien sind thematisch zusammengefasst, allerdings hat Bee darauf verzichtet, die Fotografen einander gegenüber zu stellen und zu differenzieren. Das bleibt dem Betrachter überlassen, der an den Bilderreihen vorbei schlendert. Im Kubus im Eingangsbereich gewähren dem Besucher Publikationen von und über die beiden Fotografen einen intensiveren Einblick in ihr Schaffen, ihr Leben, ihre Werke.
Stefan Moses‘ Bildreihe „MEnschen im Wald“. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung mit Fotografien von Barbara Klemm und Stefan Moses ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man am Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.
Wirtschaftslage ist noch gut, aber Optimismus schwindet Von Petra Grünendahl
”Noch sind die Unternehmen gut beschäftigt, aber es macht sich Unsicherheit breit”, erklärte Frank Wittig, Vizepräsident der IHK Duisburg Wesel Kleve, die Stimmung der Wirtschaft im Ruhrgebiet. Die Nachfrage schwächelt schon, aber: „Die Rahmenbedingungen, die uns die Politik vorgibt, machen uns Sorgen.“ So schmeißt die „Rente mit 63“ gerade in mittelständischen Unternehmen langfristige Personalplanungen über den Haufen. Erfahrene Fachkräfte mit entsprechender Qualifikation sind nicht mal einfach so zu ersetzen.
V. l.: Reinhard Schulz (IHK Dortmujd), Frank Wittig, Dr. Stefan Dietzfelbinger (beide Niederrheinische IHK) und Dr. Gerald Püchel (IHK Essen). Foto: Petra Grünendahl.
Den 93. Ruhrlagebericht der IHKs im Ruhrgebiet hat die Niederrheinische IHK, die in diesem Jahr federführend ist, nun vorgelegt. Frank Wittig und Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger von der Niederrheinischen IHK stellten den gemeinsamen Konjunkturbericht „Herbst 2014“ mit den Ergebnissen der jüngsten Umfragen gemeinsam mit Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund, und Dr. Gerald Püchel, Hauptgeschäftsführer der IHK Essen Mülheim Oberhausen, vor. Mit einem Konjunkturklimaindex Ruhr von 114 kann nach einem Wert von 115 im Frühjahr ist zumindest die aktuelle Wirtschaftslage stabil. Allerdings treiben die Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen so manchem Unternehmer Sorgenfalten auf die Stirn. Beteiligt hatten sich an der Umfrage rund 1.000 Unternehmen aller Branchen mit über 170.000 Beschäftigten.
Schlüsselinvestitionen bleiben aus
Rückläufige Aufträge aus dem Ausland dämpfen die Erwartungen der Wirtschaft. Die Auslastung der Produktionskapazitäten lag bei 82,5 Prozent. Bei Investitionen in den Standort halten sich vor allem Industrie-Unternehmen zurück: Ersatzbeschaffungen (74 Prozent), Rationalisierungsmaßnahmen (32 Prozent) und Produktinnovationen (30 Prozent), aber kaum Betriebserweiterungen oder Neuansiedlungen. „Auf einen Industriebetrieb, der Arbeitsplätze schaffen will, kommen zwei, die Personal einsparen wollen. Aber auch die Bereiche Handel und Dienstleistung blicken zunehmend mit Sorge in die Zukunft. Die Beschäftigung stagniert. Gesucht werden vor allem Fachkräfte.
An der Steuerschraube beißt sich der Hund in den Schwanz
„Die kommunale Finanzierung steht auf den falschen Säulen“, erklärte Wittig ein ganz massives Problem der Region Ruhrgebiet mit seinen hoch verschuldeten Städten. Zwar mahnte er die Kommunen zum Sparen, allerdings machte er auch die Umverteilung von Lasten vom Bund und Land auf die Städte als Problem aus, da sie nicht ordentlich gegenfinanziert würden. Die einzige Schraube, an der die Städte drehen könnten, um mehr Einnahmen zu erzielen, wenn ihnen die Pflichtausgaben davon laufen, sei die Steuerschraube, so Wittig: die Gewerbesteuer und die Grundsteuer. Hier beißt sich aber der Hund in den Schwanz: Hohe Steuern machen die Region unattraktiv für neue Ansiedlungen, zumal wenn schon in der Nachbarschaft Städte mit niedrigen Steuersätzen locken. „Steuern können ganz entscheidend sein, ob ich mein Unternehmen hier ansiedle oder woanders“, bestätigte auch Dietzfelbinger.
Bewährtes System steht auf dem Spiel
Der Mindestlohn macht Frank Wittig auch in Bezug auf die duale Ausbildung Sorgen. Angesichts des demographischen Wandels geben mehr Unternehmen auch schlechteren Schulabgängern eine Chance auf einen Ausbildungsplatz. Der Mindestlohn ab 18 Jahre könnte künftig so manchen schlechten Schulgänger, die meist dicht an der Volljährigkeit oder schon drüber sind, dazu verleiten, sich eine ungelernte Tätigkeit zum Mindestlohn zu suchen, statt einen Ausbildungsplatz, bei dem deutlich weniger bezahlt wird. „Hier wird ein bewährtes System konterkariert“, so Wittig. Denn nur eine gute Ausbildung bietet die Möglichkeit auf Zukunft, während ungelernte Tätigkeiten schon lange immer weniger werden.
Jede Menge Intrigen und Liebeswirren bei der Wiederaufnahme von Mozarts beliebter Opera buffa „Le nozze di Figaro“
La Nozze di Figaro (v. l.): Figaro (Adam Palka) mit seiner Braut Susanna (Anett Fritsch). Foto: Hans Jörg Michel. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Mit „Le nozze di Figaro“ wird eine der beliebtesten Opern Wolfgang Amadeus Mozarts wieder in den Spielplan der Deutschen Oper am Rhein aufgenommen. Die Wiederaufnahme ist am 26. Oktober, um 18.30 Uhr im Theater Duisburg.
Die Inszenierung des bekannten Opernregisseurs Michael Hampe verbindet feinsinnig und konsequent historische, musikalische und deutungsgeschichtliche Aspekte und besticht durch ihre szenische Perfektion und das detailfreudige Bühnenambiente, entworfen von Germán Droghetti.
Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein bringen zusammen mit dem Chor der Deutschen Oper am Rhein das meisterliche Intrigenspiel von Mozart und da Ponte auf die Bühne.
Wolfram Goertz von der Rheinischen Post hat es bei der Premiere im Theater Duisburg in der Spielzeit 2012/13 besonders der letzte Teil angetan: „Das Gelausche und Gerenne im artistisch beleuchteten vierten Akt streift fast die Grenze zum Surrealen, als sei das ein Garten von René Magritte, der selbst Regie führt.“ Lars Wallerang (Westdeutsche Zeitung) fasste die Produktion mit den Worten „rasante Liebeswirren brilliant umgesetzt“ zusammen.
Die Titelpartie singt David Jerusalem, Luiza Fatyol die Susanna. Richard Šveda und Sylvia Hamvasi sind als Graf und Gräfin Almaviva zu erleben. Annika Kaschenz ist Cherubino, Marta Márquez Marcellina, Johannes Preißinger Basilio und Sami Luttinen gibt den Bartolo. In weiteren Partien sind Daniel Djambazian, Luis Fernando Piedra, Anna Tsartsidze und Diana Klee zu erleben. Die Duisburger Philhamoniker spielen unter der Leitung von Kapellmeister Christoph Altstaedt.
„Le nozze di Figaro“ im Theater Duisburg:
So 26.10. 18.30 Uhr | So 16.11. 15.00 Uhr „Le nozze di Figaro“ im Opernhaus Düsseldorf:
Di 16.06. 19.30 Uhr | Sa 27.06. 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, und Düsseldorf, Telefon 0211 / 2589211, sowie über www.operamrhein.de.
– Presseinfo der Deutschen Oper am Rhein – Fotos: Hans Jörg Michel
DKT Duisburg wird seine Chemie-Logistik optimieren und Gefahrgut-Transporte vermehrt von der Straße auf die Schiene verlagern. Geplant ist das bestehende Bahnterminal in logport I im kommenden Jahr zusätzlich mit Gefahrstoffwannen auszurüsten. Diese Wannen sollen eine Lagerung von bis zu 375 Tankcontainern ermöglichen. Damit leistet DKT Duisburg einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Sicherheit der Chemie-Logistik und unterstützt die Anstrengungen der chemischen Industrie, Gefahrgüter verstärkt über den Verkehrsträger Schiene zu transportieren. Die Investitionen belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Bis zu zehn neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Seit 2009 betreibt DKT Duisburg in logport I ein öffentliches Bahnterminal, das nach aktuellem Stand der Sicherheitstechnik gebaut wurde. So sind beispielsweise die Terminalflächen und die Gleisanlagen nach den neusten Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) befestigt worden. „DKT Duisburg bietet Logistikleistungen für die ortsansässige chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen an und trägt maßgeblich zur Verlagerung von Transporten von der Straße auf die umweltverträgliche und sichere Schiene bei. Bereits heute verkehren wöchentlich über 30 Ganzzüge zu einer Vielzahl nationaler und internationaler Destinationen“, sagt der Geschäftsführer DKT Dirk Knüppel.
Seit einigen Jahren werden die Rohstoffe für die regionale Chemieproduktion vermehrt von ausserhalb Europas bezogen. Das wirkt sich unter anderem auch auf die Lieferketten aus, die wesentlich länger werden. Um trotzdem eine „Just in time“ Anlieferung bei Kunden sicherzustellen, müssen die Produkte vermehrt zwischengelagert werden. Dank der neuen geplanten Gefahrstoffwannen in DKT wird es möglich sein, diese Anlieferungen aus den Seehäfen konsequent über die Schiene laufen zu lassen.
Basierend auf dieser Entwicklung hat DKT Duisburg im August 2014 einen Antrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht, um die heutigen hochwertigen WHG-Abstellflächen zusätzlich mit Gefahrstoffwannen mit einer Kapazität von bis zu 375 Tankcontainern nachzurüsten. Bei der geplanten Tätigkeit handelt es sich ausschliesslich um die Lagerung von Containern. Die Container werden weder geöffnet noch werden die Produkte umgeladen oder in Gebinde abgefüllt.
Dank der Lage der Wannen in der Kranbahn können die eingehenden Container durch einmaliges Umschlagen direkt von den Bahnwaggons in den sicheren und zu jedem Zeitpunkt überwachten Lagerbereich überführt werden. Dies trägt zu einem hohen Sicherheitsstandard bei, da das Risiko von zusätzlichen Umfuhren oder Umschlägen verhindert wird. Bei den beantragten Gefahrstoffen handelt es sich ausschliesslich um Produkte der Chemieindustrie. Abfälle sind explizit ausgeschlossen.
„Mit dieser Massnahme berücksichtigt DKT alle gesetzlichen Auflagen und minimiert das zukünftige Risiko im Umgang mit Gefahrstoffen. Durch die damit verbundene Verlagerung der Verkehre von der Straße auf die Schiene wird die Sicherheit der Transporte und des Industriestandortes NRW insgesamt deutlich verbessert“, so der zuständige Projektleiter Thomas Schnider abschließend.
Über DKT Duisburg
DKT Duisburg ist ein Tochterunternehmen der Bertschi AG (Schweiz). Bertschi ist ein weltweit für die Chemische Industrie tätiger Logistikdienstleister, spezialisiert auf flüssige und rieselfähige Produkte. Das Unternehmen beschäftigt 2.200 Mitarbeiter an 55 Standorten in 21 europäischen Ländern, Russland, der Türkei, im Nahen Osten, China, Singapur und den USA. Bertschi ist ein 1956 gegründetes Familienunternehmen und erzielt einen Jahresumsatz von 550 Millionen Euro. Die Firma besitzt 21.000 Tank- und Silocontainer, 1.200 LKWs und 16 Containerterminals. Bertschi ist in Europa führend im intermodalen Chemietransport per Schiene und Short Sea und entwickelt sich zu einem bedeutenden globalen Anbieter von Tankcontainerverkehren sowie von Mehrwert-Dienstleistungen für die Chemische Industrie.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.dktduisburg.de oder www.bertschi.com.
Ein Duisburger Jung geht auf seine letzte Fahrt Von Petra Grünendahl
Friedbert Barg im Oktober 2013. Foto: Petra Grünendahl.
In die Binnenschifffahrt zog es den 1947 in Duisburg geborenen Friedbert Barg schon früh: Als Schiffsjunge und Matrose lernte er die deutschen und europäischen Binnenwasserstraßen kennen (1962-65). Dann ging er zur Kriminalpolizei (1965-72), wo er auch im Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort Streife ging. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich ab 1972 bei der WAZ in Duisburg und dann bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Nach weiteren Stationen als Redaktionsleiter beim Stadt-Panorama in Ratingen (1983-86) und als Redakteur der NRZ in Essen (1986-94) zog es ihn wieder zurück in die Binnenschifffahrt: Der Fachjournalist für Binnenschifffahrt, Häfen und Schiffstechnik verantwortete als Chefredakteur die „Binnenschifffahrt“, deren Herausgeber die Binnenschifffahrtsverbände in Ruhrort waren. 2008 gründete er das „Schifffahrts-Magazin“ (zunächst als „Schifffahrt-online“), welches redaktionell in Düsseldorf beheimatet war. Er war Mitglied im Verein Düsseldorfer Journalisten, 1994 bis 1996 auch 1. Vorsitzender. Ins Kuratorium der Fördergesellschaft des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt wählten die Mitglieder Friedbert Barg 2011. Das war ihm ein Herzensanliegen!
Auch wenn er schon vor Jahrzehnten in die Landeshauptstadt umgesiedelt war, so war und blieb Friedbert Barg doch immer ein bekennender Duisburger. Zuletzt konnte man ihn im Oktober 2013 beim „WDR Heimatabend Duisburg“ im Dritten Programm ebenso wie beim „Preview“ ein paar Tage vor der Sendung im Lehmbruck Museum auf dem Podium erleben: Aktiv und lebensfroh, von der Tu rkrankung, die ihn schließlich zerfraß, keine Spur. Noch im April bei der Bilanzpressekonferenz des Duisburger Hafens war ihm noch nichts anzumerken. Danach Die letzten drei Monate ging es jedoch rasend schnell.
Bis zum Schluss hat er gekämpft. Er wollte leben, das Schifffahrts-Magazin weiterführen: „Dienstag bin ich wieder an meinem Arbeitsplatz – und dann geht’s los“, hatte er noch am 24. August geschrieben. Vielleicht einen Tick optimistischer, als ihm nach sieben Wochen im Krankenhaus mit Bestrahlung und Chemo wirklich zumute war. Sein Zustand verschlechterte sich, immer wieder kam er ins Krankenhaus. Er spürte, er verliert den Kampf. Beim letzten Gespräch keine drei Tage vor seinem Tod deutete er dies an. Am 13. September schlief er im Alter von nur 67 Jahren für immer ein.
Sein Lebenswerk, das „Schifffahrts-Magazin“, wird nur noch in Internet als Archiv erhalten. Die Erinnerung jedoch an einen lebensfrohen, bodenständigen und verlässlichen Menschen bleibt!
Und dieser Beitrag hätte in der Wikipedia stehen sollen:
Friedbert Barg, Herausgeber und Chefredakteur vom Schifffahrts-Magazin.
Friedbert Barg Friedbert Barg (1947 – 2014) war ein deutscher Binnenschifffahrts-Fachjournalist und Fachbuchautor.
Seit 2008 Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschriften „Schifffahrt-online“ und „Schifffahrts-Magazin“, war er von 1994 bis 2008 Chefredakteur der Fachzeitschrift „Binnenschifffahrt“. Die Zeitschrift wurde während dieser Zeit vom Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB), dem Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen, der Hafentechnischen Gesellschaft und dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen herausgegeben.
Der gebürtige Duisburger lernte von 1962 bis 1965 als Schiffsjunge und Matrose die Binnenschifffahrt und die deutschen und europäischen Wasserstraßen kennen. Nach seiner Binnenschifferlehre ging er 1965 als Polizeibeamter in den Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Erste journalistische Schritte unternahm er ab 1972 bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Duisburg und dann bei der Rheinischen Post in Düsseldorf.
Barg, der auch über Erfahrungen als Pressesprecher und Fachbuchautor verfügte, war vor seiner Tätigkeit als Chefredakteur der Fachzeitschrift „Binnenschifffahrt“ von 1983 bis 1986 Redaktionsleiter des „Stadt-Panorama“ in Ratingen und von 1986 bis 1994 Redakteur der in Essen erscheinenden Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (NRZ). Im Laufe seiner beruflichen Jahre als Fachjournalist mit dem Thema Schifffahrt bereiste Barg – neben den westeuropäischen – viele Flüsse und Seen der Welt, um über die Schifffahrt, die Schiffe und die Menschen an diesen Flüssen und den Seen zu berichten.
2008 gründete der Fachjournalist das Online-Fachmagazin „Schiffstechnik / Binnenschifffahrt – Binnenhäfen – Binnenwasserstraßen“, das schon mit der Dezember-Ausgabe in „Schifffahrt online“ umbenannt wurde und seitdem monatlich erschien. Neben „Schifffahrt-online“ erschien ab Mai 2009 das „Schifffahrts-Magazin“ als gedruckte Zeitschrift im Magazin-Format in der F. Barg Verlag UG (haftungsbeschränkt).
Im November 2011 wurde Friedbert Barg in das Kuratorium der Fördergesellschaft des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt gewählt. Die Fördergesellschaft zählt 133 private und 64 Unternehmensmitgliedschaften. Barg war Mitglied im Verein Düsseldorfer Journalisten (Vorsitzender von 1994 – 1996). 1999 initiierte und gründete Friedbert Barg die Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten (VEUS), der bei ihrer Gründung 60 Schifffahrtsjournalisten aus sieben europäischen Ländern angehörten.
Friedbert Barg starb am 13. September 2014 in Düsseldorf. Mit seinem Tod wurde das Schifffahrts-Magazin eingestellt.
Auszeichnungen:
1999: Europäischer Journalistenpreis der Europäischen Bewegung Deutschland für seine Beiträge in der Zeitschrift „Binnenschifffahrt“ zur Einführung des Euro.
Auch Stranggießanlage modernisiert – Wirtschaftsminister Duin: „Positives Signal für NRW“
Abstich am Hochofen Schwelgern 1 . Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.
Das Feuer brennt, der Hochofen 2 in Duisburg-Schwelgern läuft wieder. Gut drei Monate war hier die Produktion ausgesetzt worden, um erforderliche Modernisierungsarbeiten durchzuführen. Dieser Tage wurde das Hochofengefäß mit Holz und Koks gefüllt und durch heiße Luft entfacht, das sogenannte Anblasen. Anschließend wurde die Roheisen-Erzeugung im größten Hochofen Europas schrittweise hochgefahren. Neben diesem Aggregat war auch die Stranggießanlage 1 in Beeckerwerth modernisiert worden. Die Ertüchtigung der SGA 1, einer von drei Stranggießanlagen im Duisburger Norden, fand parallel zu den Maßnahmen am „Schwelgern 2“ statt, um die Beeinträchtigungen in der Fertigungskette so gering wie möglich zu halten. Zwischenzeitlich ist auch diese Anlage wieder in Betrieb gegangen.
Zweite Ofenreise hat begonnen
Der Hochofen Schwelgern 2 gehört zu den leistungsfähigsten und größten der Welt. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.
Bis zur Produktionsunterbrechung im Juni hatte „Schwelgern 2“ seit seinem Start vor 21 Jahren insgesamt etwa 78 Millionen Tonnen Roheisen erschmolzen. Damit zählt er zu den Top zehn der größten Hochöfen weltweit. Bei dem umfassenden Modernisierungsprozess wurde unter anderem die etwa zwei Meter dicke, feuerfeste Ausmauerung des Hochofengefäßes erneuert. Allein dafür wurden mehr als 7.000 Tonnen Feuerfestmaterial benötigt. Zusätzlich wurde die Kühlung des Ofengeräts auf den neuesten Stand gebracht, die Gießhalle renoviert und Winderhitzer, Gasreinigung, Schlackengranulation sowie die Entspannungsturbine wurden repariert.
Die Neuzustellung, so der Fachjargon, war eine logistische Meisterleitung: Zeitweise arbeiteten parallel 1.000 Beschäftigte, sowohl eigene Mitarbeiter als auch Fachleute von Partnerfirmen, auf der Baustelle. Die Ertüchtigung der Anlage war mit einer Investitionssumme von insgesamt rund 200 Millionen Euro verbunden. Nun hat sich der Hochofen 2 auf seine zweite Ofenreise, die Produktionszeit zwischen zwei Modernisierungsphasen, gemacht und erschmilzt bei Temperaturen von mehr als 2.000 Grad Tag für Tag rund 12.000 Tonnen Roheisen. In rund 20 Jahren steht dann wiederum eine Neuzustellung an.
Minister Duin betont Bedeutung für Duisburg und NRW
„Mit dem Wiederanblasen des Hochofens Schwelgern 2 sendet ThyssenKrupp gute Nachrichten ins Land, setzt ein positives Signal für Nordrhein-Westfalen. Denn die umfangreichen Investitionen, die zur Modernisierung des Hochofens und weiterer Produktionsanlagen wie der Stranggießanlage erforderlich waren, zeigen: Das Unternehmens bekennt sich zum Industriestandort NRW und zu Duisburg, dem größten Stahlstandort Europas“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin anlässlich der Wiederinbetriebnahme des Hochofens.
Modernes Kühlsystem an der Stranggießanlage verbessert Brammenqualität
Mit dem Hochofen in Schwelgern hat auch die ebenfalls für rund 90 Millionen Euro modernisierte Stranggießanlage 1 in Duisburg-Beeckerwerth ihre Erzeugung wieder aufgenommen. Dieses Projekt konnte nur zeitgleich während der Stillstandzeit eines Hochofens umgesetzt werden, da sonst die Produktionsausfälle zu groß wären. In der Stranggießanlage wird nämlich das anfangs im Hochofen erschmolzene Roheisen, nachdem es im nächsten Fertigungsschritt das Stahlwerk als Stahl verlassen hat, zu rechteckförmigen Strängen im Endlosverfahren gegossen und dann weiterverarbeitet. Bei der SGA 1 wurde jetzt die komplette Gießmaschine ausgetauscht und unter anderem in einen neuen Pfannendrehturm sowie Verteilerrinnen mit entsprechenden Wagen investiert. Dadurch wird der Reinheitsgrad der Stahlqualität optimiert und damit die gestiegenen Anforderungen der Kunden z. B. aus der Automobilindustrie besser erfüllt.
Zudem wurde eine neue Technologie zur Kühlung der heißen Stahlstränge eingeführt. Mit der Zweistoffkühlung aus Luft und Wasser ist eine wesentlich genauere und schonendere Abkühlung der Brammen möglich als bei der bisher verwendeten Einstoffkühlung per Wasser. Durch die spezielle Temperaturführung lässt sich nun eine besondere Herausforderung beim Strangguss, der Kantenfehler der Bramme, auf ein Minimum reduzieren. Das Ergebnis ist eine bessere Oberflächenqualität der Bramme und der dann aufgerollten Stahlblech-Rollen, der sogenannten Coils.
Modernisierungen verbessern Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit
„Mit der Ertüchtigung des Hochofens 2 und der Modernisierung der Stranggießanlage 1 stehen uns in der Produktionskette wieder zwei Kernaggregate auf neuestem technischen Stand zur Verfügung“, betont Dr. Herbert Eichelkraut, Vorstandsmitglied von ThyssenKrupp Steel Europe. Durch diese Maßnahmen haben sich die Produktionsmengen der Anlagen nicht verändert. „Dadurch haben wir wesentliche Verbesserungen bei der Effizienz und der Qualität unseres Produktportfolios erzielt, was unsere Wettbewerbsposition und Zukunftsfähigkeit weiter stärkt“, so der Produktionsvorstand. ThyssenKrupp Steel Europe setzt neben den notwendigen Erhaltungsmaßnahmen vor allem auf Investitionen, mit deren Hilfe eine Differenzierung durch innovative Produkte und intelligente Lösungen erfolgt und damit attraktive Kunden- und Anwendungssegmente mit vielversprechenden Wachstumschancen erschlossen werden.
„Unseren Mitarbeitern gebührt ein herzlicher Dank, dass sie mit enormen, persönlichen Einsatz diese beiden herausfordernden Großprojekte gestemmt haben“, betont Dr. Eichelkraut. „Besonders erfreulich ist auch, dass es dabei angesichts der vielen Menschen auf der Baustelle zu keinem nennenswerten Unfall gekommen ist.“
– Presseinformation und Fotos von ThyssenKrupp Steel Europe –
Richard Sveda (Papageno) und Alma Sadé (Papagena). Foto: Frank Heller.
Die Version für Kinder von Mozarts Opernklassiker kehrt in der Spielzeit 2014/15 überarbeitet in die Foyers der Deutschen Oper am Rhein zurück.
Bereits in der fünften Spielzeit steht die beliebte „Zauberflöte für Kinder“ für junges Publikum ab 6 Jahren auf dem Programm der Deutschen Oper am Rhein. Hautnah erleben Kinder im Grundschulalter die Abenteuer von Tamino und Papageno aus Wolfgang Amadeus Mozarts wohl berühmtester Oper in einer für Kinder eingerichteten und in dieser Spielzeit komplett überarbeiteten Fassung von Philipp Westerbarkei nach Barbara Klimo im Bühnenbild von Sarah Büchel und Kostümen von Ronja Reinhardt. Am 24. Oktober, um 11 Uhr, ist diese Fassung bei der Wiederaufnahme im Opernfoyer des Theaters Duisburg zum ersten Mal zu sehen.
Die Termine der „Zauberflöte für Kinder“ sind bereits fast alle ausverkauft. Es gibt aber für die beiden Schulvorstellungen in Duisburg am Dienstag, 28. Oktober und am Donnerstag, 30. Oktober, jeweils um 11 Uhr, noch Restkarten.
Bei den Aufführungen im Theater Duisburg sind unter anderem die neuen Ensemblemitglieder Bogdan Taloş (Sarastro) und Lavinia Dames (Pamina) sowie die neuen Opernstudiomitglieder Hubert Walawski (Tamino) und Anna Tsartsidze (Papagena) zu erleben. Ensemblemitglieder Lisa Griffith (Königin der Nacht), David Jerusalem (Sarastro), Ovidiu Purcel (Tamino), Daniel Djambazian, Attila Fodre (Papageno), Florian Simson und Johannes Preißinger (Monostatos) stehen außerdem auf der Bühne. Mitglieder der Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von Ville Enckelmann.
„Zauberflöte für Kinder“ im Opernfoyer des Theaters Duisburg:
Fr 24.10. 11.00 Uhr | Sa 25.10. 15.00 Uhr | Mo 27.10. 11.00 Uhr | Di 28.10. 11.00 Uhr
Mi 29.10. 11.00 Uhr | Do 30.10. 11.00 Uhr | Sa 01.11. 15.00 Uhr | So 02.11. 15.00 Uhr
„Zauberflöte für Kinder“ im Foyer des Opernhauses Düsseldorf:
Mo 27.04. 11.00 Uhr | Mi 29.04. 11.00 Uhr | So 03.05. 11.00 Uhr | Mo 04.05. 11.00 Uhr
Di 05.05. 11.00 Uhr | Mi 06.05. 11.00 Uhr | Fr 08.05. 11.00 Uhr | So 10.05. 15.00 Uhr
Mo 11.05. 11.00 Uhr | Di 12.05. 11.00 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg,
Telefon 0203 / 9407777, und Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Frank Heller, Headerfoto: Petra Grünendahl
Der Steuermann ist bei der Wache eingenickt: Johannes Preißinger (Steuermann), Thorsten Grümbel (Daland). Foto: Matthias Jung.
Von der Besessenheit,
den Verfluchten zu erlösen Von Petra Grünendahl
Vor einem schweren Sturm sucht das Schiff des Norwegers Daland (Sami Luttinen) Schutz in einer Bucht. Während alle schlafen – auch der Steuermann (Johannes Preißinger), der wachen sollte, ist eingenickt – macht das Schiff des Holländers (Markus Marquardt) neben ihnen fest. Der Holländer ist verflucht: Bis in alle Ewigkeiten muss er mit seinem Geisterschiff mit den roten Segeln die Weltmeere kreuzen. Nur alle sieben Jahre darf er an Land, sich eine treue Frau zu suchen, die ihn von seinem Schicksal erlöst. Diese Zeit ist gerade wieder gekommen. Der Holländer wirbt bei Daland um dessen Tochter Senta (Elisabet Strid), bietet seine Reichtümer für eine Heimat. Daland willigt ein und nimmt ihn mit.
Der Fliegende Holländer macht neben den Norwegern fest. nacht Almas Svilpa (Holländer). Foto: Matthias Jung.
Die erste Fassung von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ feierte 1843 an der Dresdener Hofoper, wo Wagner Königlich-Sächsischen Kapellmeister war, ihre Uraufführung. Erfolgreich wurde die romantische Oper in drei Aufzügen aber erst nach einer Überarbeitung 1860. Diese erlebte nun vor einem begeisterten Publikum im sehr gut besuchten Theater Duisburg ihre Wiederaufführung. Seit dem Jahr 2000 wird sie – immer noch mit großen Erfolg – im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein gespielt. Gut zweieinviertel Stunden ist die Oper lang, allerdings ist das Stück „durchkomponiert“, das heißt: es wird ohne Pause gespielt.
Es ist Wagners erste Oper, die er für Festspiele für geeignet hielt. Er hat sie nicht nur komponiert, sondern auch getextet: Wagner schrieb – im Gegensatz zu den meisten Opernkomponisten – seine Libretti selbst. Wagners Geschichte beruht auf der Sage vom „Fliegenden Holländer“, dem niederländischen Kapitän Bernard Fokke. Die Oper spielt im 17. Jahrhundert, als die Holländer mit ihren kleinen leichten und damit schnellen Schiffen – deswegen auch „Fliegende Holländer“ genannt – auf den Weltmeeren eine bedeutende Rolle spielten. Aufgeführt wird die Oper mit deutschen Obertiteln, was das Verständnis der Handlung durchaus erleichtert.
Erfüllung eines Traumes oder Wahn?
Erik versucht, Senta zurückzugewinnen: Almas Svilpa (Holländer), Thorsten Grümbel (Daland), Corby Welch (Erik), Morenike Fadayomi (Senta), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
Senta, ihre Amme Mary (Renée Morloc) und die Mädchen in ihrem Haus, die allesamt mit den Seeleuten Dalands verheiratet sind, harren auf deren Rückkehr. Senta hat zwar dem Jäger Erik (Sergey Skorokhodov) vor längerer Zeit mal ewige Treue geschworen, in ihrem Wahn schwärmt sie nun aber für den bleichen Fremden (den Holländer), dessen Bild in ihrem Haus hängt. In ihren Träumereien taucht sie ein in die Ballade vom „Fliegenden Holländer“, für dessen Erlösung sie sich berufen fühlt. Von einer inneren Zerrissenheit Sentas kann man in dieser Inszenierung von Adolf Dresen nicht sprechen. Als der Vater ihr den Holländer als künftigen Mann vorstellt, willigt sie ein, ihn zu heiraten. Es ist die Erfüllung ihres Traumes: Senta als Erlöserin. Erik versucht, sie zurückzugewinnen. Senta aber leugnet ihren Schwur an Erik. Der Holländer weist nun jedoch Senta zurück, obwohl sie seine Rettung vor dem ewig währenden Fluch bedeutet hätte. Er segelt mit seinem Geisterschiff davon, Wie von Sinnen stürzt Senta sich – dem Holländer folgend – ins Meer und in den Tod.
Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
Großartige Chorpassagen boten dem Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig großzügigen Raum, ihr Können unter Beweis zu stellen. Brillant spielten auch die Duisburger Philharmoniker auf. Die musikalische Leitung hatte Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. Er dirigierte in diesem Jahr (wie schon 2013) in Bayreuth Wagners „Tannhäuser“, 2015 wird er bei den berühmten Festspielen den „Fliegenden Holländer“ übernehmen. Für die Kostüme ebenso wie die Kulissen zeichnet Wolf Münzer verantwortlich. Letztere setzte Klaus Gärditz mit seinem stimmungsvollen Lichtdesign ausdrucksstark in Szene. Tosender Applaus belohnte die Akteure für eine brillante Aufführung vor einem restlos begeisterten Publikum.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 19. Oktober 2014 | 15 Uhr,
Sa | 25. Oktober 2014 | 19:30 Uhr und
So | 2. November 2014 | 18:30 Uhr.
Im Januar / Februar 2015 läuft „Der fliegende Holländer“ in Düsseldorf.
Der Norweger Daland mit seiner Besatzung: Johannes Preißinger (Steuermann), Herren des Chores der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Gemeinsam die Grenzregion fördern
Neue EU-Mittel für gemeinsame Projekte nutzen
Der Schulterschluss der deutsch-niederländischen Grenzregionen gegen die vom Bundesverkehrsminister geplante Pkw-Maut wird noch enger. Das wurde jetzt bei einem Gespräch in Duisburg zwischen dem Geschäftsführer der euregio rhein-maas-nord, Andy Dritty, und Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, deutlich. Vielmehr müsse grenzüberschreitend gemeinsam die Region gefördert werden.
Dietzfelbinger bekräftigte bei diesem Gedankenaustausch die Bereitschaft der IHK, auch in der nun beginnenden und bis 2020 geltenden Strukturförderperiode in den Gremien der Euregio mitzuwirken. Gerade die intensive Arbeit der Euregios für ein Miteinander dies und jenseits der Grenze müsse nicht nur aufrechterhalten, sondern auch forciert werden. Eine Pkw-Maut, die als „Eintrittsgeld“ nach Deutschland wirke, sei kontraproduktiv.
Euregio-Geschäftsführer Andy Dritty (links) und Dr. Stefan Dietzfelbinger wollen die Zusammenarbeit intensivieren. Pressefoto: IHK.
Einig waren sich Dietzfelbinger und Dritty unter anderem auch darin, das Thema Agrobusiness künftig grenzübergreifend weiter voranzutreiben. Dass dieses Vorhaben Erfolg verspreche, werde durch jüngste Zahlen des statistischen Landesamtes IT.NRW untermauert. Demzufolge wies der Kreis Kleve bei der Herstellung landwirtschaftlicher Güter im Jahr 2012 die höchste Bruttowertschöpfung aller kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen auf. Insgesamt 4,2 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung stammen hier aus dem Agrarsektor, ebenfalls ein landesweiter Spitzenwert. Während die Bruttowertschöpfung im Kreis Kleve zwischen 2010 und 2012 um 8,4 Prozent zulegen konnte, wuchs der Agrarsektor mit 17,4 Prozent nahezu doppelt so stark. Das Potenzial werde, da sind sich Dritty und Dietzfelbinger sicher, beim Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsforum in Mönchengladbach am 19. November ins Auge stechen.
Zum Hintergrund: Die Niederrheinische IHK vertritt die Interessen der Wirtschaft als Mitglied in der Verbandsversamm-lung, dem höchsten Gremium der euregio rhein-maas-nord, deren Geschäftsstelle ihren Sitz in Mönchengladbach hat und zu deren Mitgliedern auch Kommunen im Süden des Kreises Kleve zählen, sowie im Interreg-Ausschuss. Dort wird über regionale Projekte beraten und entschieden, die durch das am 19. November startende EU-Förderprogramm Interreg kofinanziert werden. Zwischen 2014 und 2020 investiert die EU rund 220 Millionen Euro in den deutsch-niederländischen Grenzraum. Rund zwei Drittel dieses Budgets werden zur Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit in den Sektoren Agrobusiness/Food, Health & Life Sciences, Hightech-Systeme & Materialien (HTSM), Logistik und Energie/CO2-Reduzierung eingesetzt.
Ansprechpartner bei der Niederrheinischen IHK für die grenzübergreifende Zusammenarbeit in den Euregios Rhein-Waal und rhein-maas-nord ist Dr. Andreas Henseler, Telefon 0203 2821-227, eMail henseler@niederrhein.ihk.de.
Anknüpfend an die heutige Presseerklärung des Landgerichts über den Stand des Loveparade-Strafverfahrens teilt die Staatsanwaltschaft Duisburg für ihren Geschäftsbereich mit:
Die Staatsanwaltschaft wird zu den vom Landgericht angesprochenen Schriftsätzen der Verteidiger Stellung nehmen. Zur Vorbereitung wird sie – rein vorsorglich – an die Beteiligten herantreten und diese um klarstellende Stellungnahmen in schriftlicher Form bitten. Bislang sieht die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte, die Zweifel an dem Gutachten des Sachverständigen Prof. Dr. Still begründen könnten. Dies gilt namentlich für die auch in der Presseberichterstattung thematisierte angebliche Befangenheit einer „Mitarbeiterin“ von Prof. Still. Diese hat gegenüber der Staatsanwaltschaft Duisburg bereits mündlich bestätigt, an der Erstellung des Gutachtens inhaltlich nicht beteiligt gewesen zu sein. Ferner wird die Staatsanwaltschaft – ebenfalls rein vorsorglich und um für größtmögliche Transparenz zu sorgen – dem Landgericht eine ausreichende Anzahl von exakten Kopien des Datenmaterials vorlegen, das der Sachverständige von der Staatsanwaltschaft zur Erstattung seines Gutachtens erhalten hatte, damit diese zeitgleich allen Verteidigern zur Verfügung gestellt werden können.
Die Vervielfältigung des in der Presseerklärung des Landgerichts ebenfalls angesprochenen Bildmaterials, wird mit Hochdruck betrieben, um den Fortgang des Verfahrens zu gewährleisten. Die Staatsanwaltschaft betont in diesem Zusammenhang, dass es sich insoweit nur um einen geringen Teil des im Verfahren insgesamt erhobenen Bildmaterials handelt; dem weit überwiegenden Teil der Auswertungsergebnisse (insgesamt 18 von 21 Sonderbänden) waren die zugrunde liegenden Bilddaten bereits beigefügt.
– Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Duisburg –
Im Loveparade-Strafverfahren ist mit einer Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen.
Nachdem einige Verteidiger das im Ermittlungsverfahren eingeholte Gutachten des Sachverständigen Prof. Still – auch im Hinblick auf die Unbefangenheit des Gutachters – angezweifelt haben, hat die Staatsanwaltschaft Duisburg angekündigt, hierzu weitere Informationen einzuholen und dem Gericht vorzulegen. Insbesondere soll eine Stellungnahme des Sachverständigen angefordert werden.
Weiterhin hat die Staatsanwaltschaft Duisburg dem Gericht angekündigt, ca. 90 weitere DVDs und einige CD-ROMs mit Bildmaterial der Polizei zu übersenden. Die Auswertung dieses Materials sei bereits Gegenstand der Akten, allerdings seien die elektronischen Originaldaten dem Gericht bisher versehentlich nicht zugeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, das Material nunmehr in geordneter Form für das Gericht und alle Verfahrensbeteiligten zur Verfügung zu stellen.
Einige Verteidiger hatten auf diese Ankündigung der Staatsanwaltschaft beantragt, die heute ablaufende Stellungnahmefrist im Zwischenverfahren zu verlängern. Der Vorsitzende der zuständigen 5. Strafkammer hat daraufhin mitgeteilt, dass zunächst der Eingang des von der Staatsanwaltschaft angekündigten weiteren Materials abgewartet werden müsse und die Verteidiger dann eine angemessene Frist zur Stellungnahme erhalten werden. Auch die Kammer müsse das angekündigte Material erst sichten, bevor eine Entscheidung im Zwischenverfahren möglich sei.
Aktenzeichen: 35 KLs 5/14
– Pressemitteilung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Auf der Suche nach der richtigen Perspektive Von Petra Grünendahl
Wilhelm Lehmbrucks „Der Gestürzte“. Fotos: Petra Grünendahl.
Die Bronze-Figur stützt sich auf allen vieren am Boden ab. Auch der kahle Kopf berührt zwischen den Ellenbogen die Erde, steht senkrecht auf dem Boden. Das abgebrochene Schwert, seine stumpf gewordene Waffe, hat er noch in der Hand. Die abstrakt gedehnten Gliedmaße des nackten Körpers, das schemenhaft gezeichnete Gesicht zeigen kein individuelles Geschöpf: Der „Gestürzte“ ist vielmehr beispielhafte Darstellung eines „Geschlagenen“. Erschöpfung, Leiden, ein Gefallener: Ein Mensch, der gescheitert ist … „Er hat keine Rippen und kein Rückgrat“, hatte eine Museumsführerin der Besuchergruppe erzählt. Dem Gestürzten fehlt die Kraft, sich wieder zu erheben. Widerstand leisten gegen die, die ihn zu Fall brachten, kann er nicht mehr.
Wilhelm Lehmbrucks „Der Gestürzte“. Fotos: Petra Grünendahl.
Seine Plastik „Der Gestürzte“ hatte der Duisburger Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) im Jahr 1915 für die Gestaltung des Ehrenfriedhof am Kaiserberg eingereicht. Sie traf nicht den Geschmack der Jury, die sich eher einen aufrechten Soldaten und strahlenden Helden vorstellten. Dass Lehmbrucks Kunst später als „entartet“ verfemt war, überrascht da nicht. Der Erste Weltkrieg war der erste große industriell geführte Krieg in Europa. Es war auch der letzte Krieg, beim dem Männer noch mit Enthusiasmus ihrer Einberufung entgegen fieberten und mit Begeisterung in die Schlacht zogen in der Erwartung, das „Kampfspiel“ würde schnell vorbei sein. Seine Verpflichtung als Sanitäter in einem Berliner Kriegslazarett 1914 konfrontierte Wilhelm Lehmbruck mit dem Elend des Krieges. Diese Eindrücke versuchte er, in seiner Kunst zu verarbeiten: Die Kriegsjahre waren seine schöpferischste Schaffensphase. Auch aus Kriegserlebnissen resultierende Depressionen führten ihn schließlich 1919 in den Selbstmord. Der „Gestürzte“ gilt heute als Antikriegsplastik par excellence.
Wilhelm Lehmbrucks „Der Gestürzte“. Fotos: Petra Grünendahl.
Lehmbrucks „Gestürzter“ ist der Ausgangspunkt einer Ausstellung, die Kunsthistoriker Thomas Buchardt unter dem Titel „Zeichen gegen den Krieg – Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute“ kuratiert hat. Vorgestellt werden 22 Künstler, die sich mit dem Thema „Krieg“ auseinandersetzen oder auseinandergesetzt haben. Sie alle haben selber Kriegszustände unmittelbar erlebt oder haben einen entsprechenden familiären (Flüchtlings-)Hintergrund. Spannende Biographien entwickeln sich in künstlerischem Ausdruck unterschiedlichster Art. Die Spannweite von fast 100 Jahren, vom Lehmbrucks Werk 1915/16 bis in die Gegenwart, führt dem Besucher vor allem eines vor Augen: Krieg ist nicht Vergangenheit, Krieg ist Gegenwart! Und Krieg ist auch nicht so fern: Nicht erst die Krise in der Ukraine trug den Krieg zurück nach Europa. Schon seit über zwanzig Jahren bekriegen sich die Völker im ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien. Und die Verlierer sind überall die gleichen: Menschen!
Jede Interpretation beginnt mit dem eigenen Standpunkt
Wilhelm Lehmbrucks „Der Gestürzte“. Fotos: Petra Grünendahl.
Der Krieg kennt nur Opfer: Tote, Verstümmelte, Traumatisierte und Flüchtlinge, heimatlos gewordene. Die „Kriegshelden“ haben sich schon lange hier eingereiht. Auch sie sind letztendlich Opfer, was die „Zeichen gegen den Krieg“ umso wichtiger macht. Einige von denen, die es erlebt haben, setzen hier diese Zeichen: „Das war zwar einerseits eine schlimme Erfahrung, doch andererseits würde ich sonst nicht das tun, was ich heute tue“, so die aus Beirut stammende palästinensisch-britische Künstlerin Mona Hatoum (*1952). Kriegserfahrungen haben sie alle geprägt, die Künstler: Eigene oder die aus Erzählungen der Eltern, deren Erlebnisse in den Jahren unmittelbar vor der Geburt ihrer Kinder lagen, wie bei Marina Abramović (*1946 in Belgrad) oder dem Vietnamesen Danh Vō (*1975). Oder die im Frühjahr in Afghanistan erschossene Fotografin Anja Niedringhaus (1965-2014), die in den Kriegsgebieten im Nahen Osten nicht die Kriegshelden und siegreichen Soldaten, sondern vor allem die Menschen fotografiert hat. Jeder Künstler bringt seine Erfahrungen in sein „Medium“ gegossen ein. Diese Fülle an Ausprägungen, Stilen und Werken von Künstlern unterschiedlichsten Alters und aus aller Welt stammend macht diese Werkschau zu etwas besonderem.
Kriege: Hot Spots überall auf der Welt
La Grande Galerie: Danica Dakić (*1962 in Sarajevo) inszeniert Roma-Kinder vor einem Druck eines Gemäldes von Hubert Roberts, das den zu Lebzeiten des Künstlers im Bau befindlichen Louvre als Ruine zeigt. Das Gemälde mit dem Roma-Kindern davor ist umrandet vom Elend ihrer realen Lebenswirklichkeit. Fotos: Petra Grünendahl.
Der Nahe Osten mit seinen vielen Krisenherden findet sich in vielen Werken wieder und spiegelt die Krisen von unterschiedlichen Seiten: einer deutschen, einer israelischen und einer palästinensischen Sicht beispielsweise. Auch der Anfang der Neunziger Jahre zerbrochene ehemalige Vielvölkerstaat Jugoslawien bietet mit Ansichten von Kroaten, Bosniern oder Serben die ganze Bandbreite der Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen. Sieger? Gibt es nicht! Tod, Verstümmelung, Traumata und das Elend der Überlebenden sind die Früchte des Krieges. Überall.
Atmosphärische Präsentationen
Duane Hansons „War“ oder auch „Vietnam Piece“. Fotos: Petra Grünendahl.
Die dämmerige Beleuchtung lässt die Toten und Verletzten auf dem Schlachtfeld in Vietnam besonders real wirken, obwohl Details der Figuren im Dunkeln verschwinden. Der amerikanische Künstler Duane Hanson (1925-1996) hatte sein drastisches Werk „War“ 1967 konzipiert, als „Vietnam Piece“ kam es in den Siebziger Jahren erstmals nach Duisburg. Detailliert ausgearbeitete lebensgroße Figuren liegen auf einem Geröllfeld. Geschosspatronen und Handgranaten fehlen: Sie waren damals auf dem Weg nach Duisburg bei der Einreise nicht durch den Zoll gekommen. Die Toten und Sterbenden aus Hansons „Skulptur“ sind zeitlos: Jeder Krieg wird sie von neuem schaffen. Die Bilder vom Schrecken des Krieges wiederholen sich – wieder und immer wieder.
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Die M16 ist das Gewehr der amerikanischen Streitkräfte in Korea, Vietnam, Golfkrieg und auch heute ist es noch im Einsatz. „America’s Finest“ ist Lynn Hershman Leesons (*1941) Version dieser Waffe: Wer das umgebaute Gewehr in die Hand nimmt, sieht durch die Zielvorrichtung Bilder – auch bewegte Bilder – von Soldaten, Kriegsszenen, Kinder im Fadenkreuz des Suchers. Drückt man den Abzug, erscheint die eigene Silhouette mit der Waffe in der Hand im Bild, wird man Teil der Handlung. Zeitweise blickt der Beobachter in sein eigenes Gesicht, wird als Soldat an der Waffe Täter und Opfer zugleich.
Wolf Vostells „Street Corner Execution“ (1971). Fotos. Petra Grünendahl.
Wie auch andere Räume dieser Ausstellung, ist dieser Raum eher schummrig beleuchtet. Das lässt die hellen Bilder umso konzentrierter wirken. Im gleichen Raum befindet sich die Video-Installation „Tropen des Krieges“ von Harun Farocki (1944-2014) und seiner Frau, der Künstlerin und Autorin Antje Ehmann (*1968). Auf fünf Bildschirmen sind Szenen aus Kriegsfilmen zusammengeschnitten: von actionreichen Luftkampfszene und Kampfhandlungen bis zu den leisen Momenten des Krieges, in denen die Krieger auf sein Ende hoffen. Da wirkt Krieg fast schon sauber und steril, wenn der Betrachter geschützt vor dem Fernseher oder der Leinwand sitzt. Da vergisst man nur zu leicht: Krieg ist schmutzig, Krieg zerstört.
Das Trauma der eingestürzten Türme
Obwohl New York City weit weg ist, berührte der Terror von „9/11“ die Menschen in Westeuropa vielleicht mehr und unmittelbarer als der Krieg in Jugoslawien. Mit der Postkarten-Edition „Cosmos und Damian“ hatte Joseph Beuy (1921-1986) schon 1974 ein Zeichen gesetzt gegen die kapitalistischen Kälte, die die Zwillingstürme des World Trade Center schon damals symbolisierten. Zwei Fett-Stelen, die der Düsseldorfer Künstler an ihrer Stelle setzte, stehen für soziale Wärme.
Ivan Navarro: „Untitled (Twin Towers)“. Fotos: Petra Grünendahl.
Auch die Lichtinstallation von Iván Navarro (*1972) „Untitled (Twin Towers)“ ist eine Hommage an das verschwundene Symbol der Finanzwirtschaft in New York. Der heute in New York City lebende Chilene ist in der Pinochet-Diktatur aufgewachsen und thematisiert politische, ökonomische und gesellschaftliche Unterdrückung. Seine „Twin Towers“ erheben sich nicht über dem Boden, sondern senken sich tief in ihn hinein. Der Betrachter fällt quasi in ein Loch, so echt wirkt die optische Täuschung durch Licht und Spiegel, bis man am Ende der Türme die gespiegelte Decke des Museum erblickt.
Wilhelm Lehmbrucks „Mutter und Kind“. Fotos: Petra Grünendahl.
Im Foyer des Erweiterungsbaus, in dem das Lehmbruck Museum die „Zeichen gegen den Krieg“ präsentiert, stehen die Skulpturen des Vietnamesen Danh Vō (*1975). Seine Familie war 1979 als Boatpeople von einem dänischen Schiff gerettet worden. In Dänemark aufgewachsen, hat er erst in Dänemark und dann in Deutschland Kunst studiert. Fünf groß dimensionierte Bauteile, die Teil einer 1:1-Nachbildung der Freiheitsstatue sind: Sie bestehen aus dünnen Kupferplatten und sind auf Kupfergerüste gezogen. Die insgesamt 250 Teile werden nie zusammen ausgestellt, sondern über die ganze Welt verstreut. Mit dem Titel des Werks – „We the people“ – aus der Präambel der amerikanischen Verfassung keimt Hoffnung: Das Ideal der westlichen Welt von der Freiheit, Gleichheit und dem individuellen Streben nach Glück. Dieser Anspruch als Essenz des Menschlichen ist ebenso fragil wie das Material der Skulptur.
Gil Shachars „Untitled“ (l.), Jota Castros „Zeitgeist“ (r.).
Die Ausstellung
„Zeichen gegen den Krieg“
Auch wenn die Sonderausstellung unter dem Titel „Antikriegsplastik“ steht, sind hier weit mehr als nur Skulpturen zu sehen. Die Ausstellungsstücke decken die ganze Bandbreite dessen ab, was heutzutage unter Kunst verstanden wird: Bilder und Fotos, Skulpturen, Installationen, Videos und Aktionskunst (Performance) … Biographien der Künstler erleichtern die Einordnung der Werke, allerdings geben sie manchmal vielleicht schon etwas viel Interpretation vor.
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Vorne die Täter: Wolfgang Büttner thematisierte in „Drei Versuche über Nürnberg“ die Kriegsverbrecherprozesse. Hinten Gil Shachar, ein anderes Opfer: „Untitled“. Fotos: Petra Grünendahl.
Noch bis zum 7. Dezember 2014 läuft die Ausstellung im Rahmen eines Projekts des Landschaftsverbands Rheinland im Lehmbruck Museum, Friedrich-Wilhelm-Straße (Kantpark) in 47051 Duisburg. Unter dem Titel „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ (www.rheinland1914.lvr.de) erinnern Museen und Kultureinrichtungen im Rheinland in Ausstellungen und Veranstaltungen an den Beginn des Ersten Weltkrieges.
Wilhelm Lehmbrucks „Der Gestürzte“. Fotos: Petra Grünendahl.
Ein Rahmenprogramm im Lehmbruck Museum mit Filmabenden, speziellen Workshops und Führungen auch für Schulklassen sollen sowohl die Erfahrungswelten der Künstler und die künstlerische Umsetzung des Themas „Krieg“ noch einmal auf anderen Ebenen transportieren.
Mittwochs bis samstags ist das Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Wilhelm Lehmbrucks „Stürmender / Getroffener“ (1914/15). Fotos: Petra Grünendahl.
Weitere Informationen
gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Appell des Unternehmerverbandes an junge Leute:
Ausbildungschancen nutzen
Aktuell klagt das Handwerk über einen zunehmenden Nachwuchsmangel. Bundesweit können hier 20.000 freie Lehrstellen nicht besetzt werden. Auch in der hiesigen Region gibt es nach Angaben der Handwerkskammern große Probleme. Darauf, dass sich ein ähnliches Bild auch in anderen Branchen vor Ort zeigt, weist der Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz, hin: „In den Branchen, die unserem Unternehmerverband angehören, können unterm Strich rund 20 Prozent der freien Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.“ Dies sei das Ergebnis der jüngsten Ausbildungsumfrage des Verbandes. Zu den Branchen zählen vor allem die Metall- und Elektroindustrie, aber auch der Industrieservice und soziale Dienstleister.
Die Entwicklung sei besorgniserregend, weil gleichzeitig eine zunehmende Fachkräftelücke in den Unternehmen sichtbar werde. „Jedes vierte Unternehmen gibt an, Stellen gar nicht oder nur mit Zeitverzug besetzen zu können. Auf mittlere Sicht rechnen sogar zwei Drittel aller Unternehmen mit Problemen bei der Fachkräftegewinnung“, erläutert Schmitz.
Vor diesem Hintergrund fordert der Unternehmerverband eine Aufwertung der Ausbildungsberufe. „Die berufliche Bildung steht einer akademischen Ausbildung um nichts nach. Zu viele junge Leute sehen ihre Chancen nur in einem Studium“, erklärt Schmitz. Aktuell gehen über die Hälfte eines Schülerjahrgangs zur Universität oder Fachhochschule. „Hier müssen wir gegensteuern und den Wert der Ausbildung unterstreichen“, so Schmitz. Ausbildungschancen aufzuzeigen, sei deswegen eine der vordringlichsten Aufgaben. Daher sei es sehr zu begrüßen, dass dies auch ausdrückliches Ziel des neuen Übergangssystems Schule – Beruf sei. Dieses werde derzeit für Schüler in NRW eingeführt, um flächendeckend vorrangig auf Ausbildung, ggf. Studium und schließlich Beruf vorzubereiten.
In seiner Forderung sieht sich der Verband auch durch die Ergebnisse seiner jüngsten InfoMobil-Tour bestätigt. Mit dem InfoMobil, einem rollenden Berufsinformationszentrum, klärt der Unternehmerverband direkt an den Schulen über die Ausbildungschancen der Metall- und Elektroindustrie auf. 27 Schulen in der Region wurden dabei jüngst angesteuert. Zielgruppe waren schulformübergreifend Schüler der Klassen 8,9 und 10. „Die Lehrer geben uns durchgehend die gleiche Rückmeldung: Bei den Schülern zählt eine Ausbildung nur noch wenig – leider vor allem auch an Realschulen, obwohl deren Schüler hier prädestiniert sind. Viele gehen lieber auf das Berufskolleg als in die betriebliche Ausbildung. Das dürfen wir so nicht länger hinnehmen, denn hierdurch werden Lebenschancen verpasst“, warnt Schmitz.
Der Unternehmerverband unterstreicht deswegen die Chancen gerade der technischen Ausbildungsberufe. „Hier warten tolle Jobs und gutes Geld“, bringt es Schmitz auf den Punkt. Eine Ausbildung sei zudem immer auch eine gute Ausgangslage für ein weiterführendes Studium. Klar sei: „Ausgebildete Fachkräfte leisten Wertarbeit, die von den Unternehmen sehr geschätzt wird“, so Schmitz abschließend.
Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).
– Presseinfo und Foto vom Unternehemrverband Duisburg –
Solidarität mit Jutta Ditfurth? Sicherlich, aber es geht um viel mehr und nicht nur allein um Jutta Ditfurth. Es geht um unser aller Recht auf Meinungsfreiheit. Ditfurth hatte den Herausgeber des Compact-Magazins, Jürgen Elsässer, am 16.4.2014 in einem Interview in „Kulturzeit“ (3sat) einen „glühenden Antisemiten“ genannt. Die Pressekammer des Münchner Landgerichts erklärte in der Verhandlung: „Ein glühender Antisemit in Deutschland ist jemand, der mit Überzeugung sich antisemitisch äußert, mit einer Überzeugung, die das Dritte Reich nicht verurteilt und ist nicht losgelöst von 1933-45 zu betrachten, vor dem Hintergrund der Geschichte.“ Ein Antisemit wäre demzufolge einer nur dann, wenn er sich positiv auf den NS-Faschismus bezieht.
Es geht um das Recht, Antisemiten als Antisemiten bewerten zu können, auch wenn diese das 1000jährige Reich selbst nicht mehr erlebten. Antisemitismus hat in Deutschland nicht aufgehört zu existieren, als der Föööhrrer sich eine Kugel durch den Schädel schoss. Jutta Ditfurth wird wahrscheinlich die Erst Instanz verlieren und sie wird dagegen klagen. Dafür braucht man nicht nur Nerven. Dafür braucht man Geld. Heute ist es Ditfurth und morgen bist Du es, oder Du, oder auch Du vielleicht, dem die Rechten das Maul zunähen wollen.
Das Bundesverfassungsgericht hat klare Aussagen zur Meinungsfreiheit getroffen. Vorher aber muss man alle Rechtsmittel ausschöpfen. Und nur allzu gerne sprechen Provinzrichter ihr eigenes Recht und pfeifen auf die Urteile des Bundesverfassungsgerichts. Wer kann sich einem so hohen finanziellen Risiko aussetzen, dieses Recht einzuklagen? Es steht aber unsere Freiheit hier auf dem Spiel. Deshalb muss dieser Weg über die Gerichtsflure gegangen werden. Ein Like reicht da nicht. Überweist den Betrag von einer Schachtel Kippen – Kontonummer unten. Gerne auch mehr. Aber so viel kann wirklich fast jeder dazu beisteuern, dass die Meinungsfreiheit in den unteren Instanzen nicht verreckt.
Was wäre eigentlich, wenn als Streisand-Effekt Hunderte oder gar Tausende Jürgen Elsässer als “glühenden Antisemiten” bezeichnen? Würde Jürgen Elsässer dann gegen Hunderte oder Tausende Klagen führen können? Wir persönlich meinen, dass das für ihn unmöglich wäre. Zum Streisand-Effekt, dessen Namen das Phänomen Barbra Streisand verdankt, vermerkt die Wikipedia: “Als Streisand-Effekt wird ein Phänomen bezeichnet, wonach der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen, öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht und dadurch das Gegenteil erreicht wird, nämlich dass die Information einem noch größeren Personenkreis bekannt wird.”
So könnte möglicherweise die Klage von Jürgen Elsässer gegen Jutta Ditfurth genau das Gegenteil bewirken.
BI Duisburg gegen Rechts
Sprecher: Jürgen Rohn, Petra Grünendahl
Die Drei von der Abteilung „Junges Publikum“: Anja Fürstenberg, Krysztina Winkel, Anna-Mareike Vohn. Foto: Klaudia Taday.
Neue Abteilung Junges Publikum setzt die erfolgreiche Arbeit für junge Besucher fort. Der Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein fördert die umfangreichen Angebote.
Im Hinblick auf die Neuproduktion, die Aufführung und Vermittlung von Musiktheater für junges Publikum hat sich die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg in den letzten fünf Jahren zu einer der ersten Adressen in Deutschland entwickelt. Rund 36.000 junge Besucher zählte sie allein in der vergangenen Spielzeit.
Neuproduktionen für die großen Bühnen in Duisburg und Düsseldorf
Seit der Spielzeit 2009/10, in der Generalintendant Prof. Christoph Meyer die Leitung übernommen hat, produziert die Theatergemeinschaft jedes Jahr eine neue Familienoper für die großen Bühnen in Duisburg und Düsseldorf: Nach Frank Schwemmers „Robin Hood“ (2009/10) und den Märchenopern „Der gestiefelte Kater“ (Spielzeit 2010/11), „Die Nachtigall“ (Spielzeit 2011/12) und „Die Prinzessin auf der Erbse“ (2012/13) stand in der vergangenen Spielzeit die erste Uraufführung auf dem Programm: „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ handelte die Geschichte von Martin Baltscheit zur Musik von Marius Felix Lange. Der Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein hat maßgeblichen Anteil an diesem auf Kontinuität angelegten Angebot.
Junge Opern Rhein-Ruhr
Um gemeinsame Kompositionsaufträge für Familienopern zu vergeben und ein vielseitiges und zeitgemäßes Musiktheaterangebot für Kinder auf großer Bühne zu schaffen, schloss sich die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg mit den Theatern Bonn und Dortmund zusammen. Im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ ist es nun für die zweite Auftragsoper gelungen, erstmals die begehrten Rechte zur Vertonung von Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ zu erhalten. Die Uraufführung ist am 26. Februar 2015 im Theater Duisburg, und schon am 26. März feiert „Ronja Räubertochter“ Premiere im Opernhaus Düsseldorf.
Opern im Foyer und mit dem Kinderchor am Rhein
Neben den Opern für die großen Bühnen, zu denen Jahr für Jahr auch der Familienklassiker „Hänsel und Gretel“ gehört, brachte die Deutsche Oper am Rhein seit 2009/10 vier Foyerproduktionen und vier Produktionen mit dem Kinderchor am Rhein heraus. Zum Greifen nah sind die Solisten den jungen Zuschauern z. B. in der „Zauberflöte für Kinder“, deren Neueinstudierung ab 24. Oktober im Opernfoyer des Theaters Duisburg und ab 27. April 2015 im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses zu erleben ist.
Vermittlungsangebote für Schüler, Lehrer, Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Begleitend zu den Aufführungen hat sich eine Vielzahl von Vermittlungsangeboten etabliert: So erreichten die Musiktheaterpädagoginnen der Deutschen Oper am Rhein seit 2009/10 rund 24.000 Schülerinnen und Schüler in 952 aufführungsbegleitenden Workshops an Grundschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen und Förderschulen im Umkreis von Dinslaken bis Langenfeld und von Schwalmtal bis Mettmann.
Mehr als 2.000 Lehrermappen wurden zur Unterrichtsvorbereitung verschickt. Lehrern wird außerdem ein Lehrer-Infobrief, der Besuch von Generalproben und weiterbildenden Workshops angeboten. Ziel ist dabei, nicht nur den Kreis der Lehrerkräfte ständig zu erweitern, sondern auch den Austausch mit ihnen so zu gestalten, dass die Qualität der musikpädagogischen Arbeit ständig weiterentwickelt wird.
Gezielt werden auch Familien angesprochen: Mehr als 1.800 Kinder und Erwachsene haben bei über 60 Familienführungen aktiv das Opernhaus Düsseldorf und das Theater Duisburg erkundet. Neben den Familienführungen gibt es kindgerechte Einführungen zu den Familienopern und einen Familien-Infobrief.
Für Kinder, die außerhalb der Schule intensiv in eine Oper einsteigen möchten, gibt es die Patenprojekte. Selbst singen und auf der Opernbühne stehen kann man als Mitglied des 2009 von Karoline Philippi gegründeten Kinderchors am Rhein. Er probt seit dieser Spielzeit unter der neuen Leitung von Sabina López Miguez in Duisburg. Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich als „Operntester“ bei ausgewählten Vorstellungen und online über http://www.facebook.com/operntester.
Die neue Abteilung Junges Publikum an der Deutschen Oper am Rhein
Anna-Mareike Vohn (Leitung), Krysztina Winkel und Anja Fürstenberg übernehmen in dieser Spielzeit von Karoline Philippi und Maike Fölling die sehr erfolgreiche Arbeit für junges Publikum. Einen Schwerpunkt setzt das neue Team in diesem Jahr auf die Uraufführung „Ronja Räubertochter“. Lehrer oder Gruppenleiter, die das Stück mit Kindern ab 8 Jahren besuchen möchten, können einen kostenlosen Workshop vereinbaren. Im Projekt „Collagen zu Ronja Räubertochter“ sind rund 100 Kinder eingeladen, sich von Januar bis Juni 2015 künstlerisch-praktisch mit den Themen der Oper auseinander zu setzen. In einer Kompositionswerkstatt, einer Tanzgruppe, einer Bühnenbild- oder Kostümgruppe werden sie unter professioneller Leitung ihre Ideen entwickeln und zur Aufführung bringen.
Workshops und begleitende Informationen gibt es zu allen Opern- und Ballettproduktionen im Spielplan – Anruf oder E-Mail zur Kontaktaufnahme genügen. Wertvolle Informationen gibt es in der Broschüre „Junges Publikum“ und im online über http://www.operamrhein.de.
Ausblick auf aktuelle Vorstellungen und Projekte
Der nächste Operntester-Termin: So. 12. Oktober, 18.30 Uhr, „Gegen die Wand“ im Theater Duisburg. Mehr dazu: http://www.facebook.com/operntester.
Wiederaufnahme „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“: Mi. 22. Oktober, 11.00 Uhr, in Düsseldorf.
Wiederaufnahme „Die Zauberflöte für Kinder“ (Neueinstudierung): Fr. 24. Oktober, 11.00 Uhr, in Duisburg.
Patenprojekte zu „Ronja Räubertochter“ (für 8-10-Jährige): Jan./Feb. in Duisburg, Feb./März in Düsseldorf.
Familienopernwerkstatt zu „Ronja Räubertochter“: Sa. 21. Februar, 11.00 Uhr, Theater Duisburg / Sa. 21. März, 10.00 Uhr, Opernhaus Düsseldorf.
Karten für Schulklassen
Für Schulklassen gelten bei fast allen Aufführungen der Deutschen Oper und des Balletts am Rhein Sonderpreise – auf allen Plätzen, soweit verfügbar.
Opernhaus Düsseldorf: 8,00 pro Schüler / Foyer 5,00 € pro Schüler
Theater Duisburg: 5,50 pro Schüler / Foyer 4,00 € pro Schüler
Buchung: Vera Jokel, Telefon 0211 / 8925-328, Fax 0211 / 89 25-365
eMail gruppen@operamrhein.de
Videoarbeit der finnischen Künstlerin erstmals auf monumentaler LED-Wand: Neuer Hingucker im Kantpark
Prof. Dr. Christoph Landscheidt, Vorsitzender der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, Ronja Friedrichs (kuratorische Assistenz), Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Ulrich Schneidewind, Vorstandsmitglied der Sparkasse Duisburg, stellen den neuen Blickfang in der Glashalle vor. Foto: Petra Grünendahl.
Als „Horizonale“ präsentiert Eija-Liisa Ahtila (* 1959) eine Fichte ihre Videoinstallation. Im Original ist sie gute 45 Meter hoch. Mit Hilfe eines Hubwagens hat Ahtila sechs Videosequenzen gedreht, die in verschiedenen Höhen die Bewegungen der Fichte eingefangen haben. Diese Videosequenzen hat die Finnin in einen einzigen Film zusammengeschnitten, der die Fichte in ihrer Gesamtheit abbildet: in ihrem Umfeld inklusive einer Tonspur mit zwitschernden Vögeln. Der Beobachter meint fast, auch ein Rascheln der Zweige zu hören. Die sechs Videosequenzen wurden nicht gleichzeitig gedreht, sondern mit einer Kamera nacheinander von einem jeweils höheren Standpunkt: Daraus entstehen spannende Brüche auf der Leinwand, die Fragmentierung ist gewollt. Der Betrachter ist nah dran und sieht den Baum als Ganzes, aber ohne die perspektivische Verzerrung, die ein Standpunkt am Boden bietet.
Das Kind oben rechts auf der Leinwand verdeutlicht die Dimensionen. Foto: Petra Grünendahl.
Im Rahmen der Ausstellungsserie „Sculpture 21st“, die das Lehmbruck Museum anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums im monatlichen Wechsel präsentiert, eröffnet Samstag, am 11. Oktober, das filmische Portrait einer Fichte. In Duisburg wird dieses Werk nun erstmals auf einer LED-Wand gezeigt. Die gut 50 Quadratmeter große Wand (3,8 x 12 Meter) mit insgesamt 408.960 LEDs in 60 Modulen wiegt mit Trägerkonstruktion und Lautsprechern gute 3 Tonnen: Technologie als Gestaltungsmittel der Skulptur. Das Werk ist nicht statisch: es bewegt sich kontinuierlich. Der Wind spielt mit den Zweigen, der Baum wiegt sich. Ein kleines Kind oben links auf der Leinwand macht dem Betrachter die Dimensionen der Darstellung deutlich.
Ein Blickfang im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
Die sich in den Kantpark durch die riesige Glasfront öffnende Nordhalle ist prädestiniert für ein solches Werk: Von der Rotbuche im Kantpark hat man den besten Blick auf das monumentale Portrait. Nur von hier aus erfasst man auf einen Blick „das Ganze“. Die räumliche Annäherung offenbart mehr und mehr die Details der Arbeit. Wer sich in die Glashalle begibt, erfährt die dritte Dimension der Installation: die Akustik. Dort sind die Bewegungen der Fichte zu erkennen, die Fragmente der Videosequenzen. Hier erfasst man dann auch den Baum als Größendimension, auch wenn die 12 Meter breite Wand immer noch erheblich kleiner ist, als der originale Baum, der mit seinen knapp 45 Meter Höhe irgendwo in Finnland seht. Wer ganz dicht an die Projektionswand herantritt, kann die vielen roten, grünen und blauen LEDs im Detail ebenso erkennen wie die Übergänge der gestapelten LED-Module. Hier ist das Bild dann vollständig in der Technik aufgegangen. Mit der Entfernung vom Objekt kommt dann wieder die Darstellung der Fichte zum Vorschein. Eine faszinierende Verbindung von Natur und Technik.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Finanziell unterstützt wird diese die Präsentation der „Horizontale“ von der Sparkasse Duisburg und von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland. Foto: Petra Grünendahl.
Die Präsentation der „Horizontale“ läuft bis zum 9. November 2014. Eingeschaltet ist die LED-Wand zwischen 10 und 23 Uhr. Mittwochs bis samstags ist das Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder auf www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Wiederaufnahme mit Markus Marquardt und Elisabet Strid am Freitag, 17. Oktober 2014
„Der fliegende Holländer“ kehrt an die Deutsche Oper am Rhein zurück – Die Wiederaufnahme ist am Freitag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg.
Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
Anders als in den ausladenden Dimensionen Richard Wagners späterer Musikdramen ist der zweieinhalbstündige „Fliegende Holländer“ noch als eine effektvolle szenische Ballade mit großen Emotionen und Schauereffekten gefasst und so ein spannendes Stück für Wagner-Liebhaber und die, die es noch werden wollen. Die Geschichte des vom Schicksal verfluchten Seefahrers, der nur durch die Treue einer Frau von seiner ewigen Irrfahrt über die Meere erlöst werden kann, gestaltete Regisseur Adolf Dresen zu einem wirkungsvollen dramatischen Bilderbogen.
Für Generalmusikdirektor Axel Kober ist die Wiederaufnahme des „Fliegenden Holländers“ ein lang ersehntes Debüt an der Deutschen Oper am Rhein, bevor er dann im Sommer 2015 auch bei den Bayreuther Festspielen die musikalische Leitung dieser Wagner-Oper übernimmt.
Almas Svilpa (Holländer). Foto: Matthias Jung.
Der gebürtige Düsseldorfer Bassbariton Markus Marquardt war er an der Deutschen Oper am Rhein zuletzt als Gianni Schicchi (Puccini „Il trittico“) und Mr. Redburn (Britten „Billy Budd“) in der Spielzeit 2010/11 zu erleben und kehrt nun für die Titelpartie des Holländers zurück. Elisabet Strid aus Schweden begeisterte im Wagnerfach bereits beim Festival Tampere, in Detroit, Dresden, Riga und bei den Bayreuther Festspielen. Nachdem sie in Düsseldorf und Duisburg 2013 als Elisabeth („Tannhäuser“) und Sieglinde („Die Walküre“) gastierte, singt sie in der Spielzeit 2014/15 die Partie der Senta. Der russische Tenor Sergey Skorokhodov ist ebenfalls regelmäßig an den großen internationalen Opernhäusern zu Gast und als Erik zu erleben. Aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein stehen Sami Luttinen als Daland, Johannes Preißinger als Steuermann und Renée Morloc als Mary sowie der Chor der Deutschen Oper am Rhein auf der Bühne. Es spielen die Duisburger Philharmoniker.
„Der fliegende Holländer“ im Theater Duisburg:
Fr 17.10. 19.30 Uhr | So 19.10. 15.00 Uhr | Sa 25.10. 19.30 Uhr | So 02.11. 18.30 Uhr „Der fliegende Holländer“ im Opernhaus Düsseldorf:
Fr 23.01. 19.30 Uhr | So 25.01. 15.00 Uhr | Sa 31.01. 19.30 Uhr | Fr 13.02. 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, Telefon 0203 /9407777 bzw. 0211 / 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Fotos: Matthias Jung
Stiftungen im Dialog: Voneinander wissen – Miteinander fördern
“Stiftungen sind wichtig, denn sie helfen uns, Lücken im öffentlichen Engagement zu schließen“, würdigte Oberbürgermeister Sören Link ihr Wirken. „Sie sind dabei aber keine Lückenbüßer. Wir sind dankbar für jede Unterstützung“, erklärte Link zum Thema „Stiftungen und Zivilgesellschaft“ weiter. Vielmehr ermöglichen Stiftungen Dinge, die in einer Stadt wie Duisburg angesichts leerer Kassen für die öffentliche Hand nicht leistbar wären. „Stifter verfolgen bestimmte Zwecke und sind nicht an Zeit gebunden. Stiftungen sind manchmal unbequem für die Politik – und das ist gut so“, führte Link weiter aus.
Msueumsgründer Klaus Maas (Mitte) führte eine von drei Gruppen durch sein Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Bereits zum vierten Mal fand ein Stiftungsdialog in Duisburg statt – wie im Vorjahr war er an den bundesweiten Tag der Stiftungen gekoppelt, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Die Bürgerstiftung Duisburg richtete ihn in diesem Jahr bei der Stiftung DKM aus, die an der Güntherstraße 13 unweit des Duisburger Hauptbahnhofs das Museum DKM betreibt. Seit Anfang 2009 präsentiert das Museum dort in einer umgebauten ehemaligen Gewerbeimmobilie die private Kunstsammlung der Stifter Dirk Krämer und Klaus Maas. So unscheinbar das Haus aus den 1960-er Jahren von außen auch aussieht: Im Innern beherbergt es in den vom Schweizer Architekten Hans Rohr umgebauten Räumen 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Unter dem Titel „Linien stiller Schönheit“ zeigt die Dauerausstellung das Ergebnis von 40 Jahren Sammlertätigkeit der Museumsgründer. Sonderausstellungen runden das Angebot ab.
Stiftungen sind wichtig für die Gesellschaft
Stiftungszwecke reichen von der Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft über die Unterstützung sozialer und gesellschaftlicher Projekte u. a. in der Jugendarbeit bis hin zur Förderung von Bildung und der Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Rund 70 Stiftungen gibt es in Duisburg. Der „Tag der Stiftungen“ soll das gemeinnützige Engagement für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar machen, der „Duisburger Stiftungsdialog“ Stiftungsvorständen und Interessierten helfen, sich für gemeinsame Interessen und Ziele zu vernetzen. „In Duisburg machen Stiftungen viel in Kooperation mit der Stadt“, lobte Manfred Berns, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Duisburg die konstruktive Zusammenarbeit.
Die Young Voices der Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg mit ihrem Leiter von Bernhard Quast. Foto: Petra Grünendahl.
Für die musikalische Gestaltung sorgten die Young Voices der Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg unter der Leitung von Bernhard Quast. Nach dem offiziellen Teil gab es für die Besucher noch eine hochinteressante Führung durchs Museum, die sich allerdings angesichts der Fülle der Exponate auf einen kleinen Ausschnitt konzentrieren musste. Der anschließende Austausch von Stiftern und Stiftungsvorständen rundete eine gelungene Veranstaltung ab.
Haushaltsentwurf 2015 mit 105 Seiten „Streichliste“
Oberbürgermeister Sören Link gratuliert der neuen Beigeordneten Dr. Daniela Lesmeister zu ihrer Wahl. Foto: Petra Grünendahl.
Die Wahl von Dr. Daniela Lesmeister zur neuen Beigeordneten für Sicherheit und Recht war reine Formsache. Mit überwältigender Mehrheit stimmten die Ratsleute bei ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause für die stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Kleve, die in Duisburg vor allem durch ihr Engagement für I.S.A.R. Germany als Gründerin und Präsidentin bekannt sein dürfte.
Traditionell läutet diese Sitzung die Etatberatungen ein: Über 100 Seiten „Streichliste“ brachte Kämmerer Dr. Peter Langner mit seinem Entwurf für den Duisburger Haushalt 2015 in den Rat ein. Zusätzlich zu bisherigen Planungen und Kürzungen müssen weitere 10,7 Mio. Euro „eingespart“ werden – oder die Stadt muss eben irgendwo die Gebühren erhöhen. Dass an diesen fast 11 Mio. Euro kein Weg vorbei führt, machten Oberbürgermeister Sören Link und Stadtkämmerer Langner den Ratsleuten klar. Gelder aus dem Stärkungspakt Stadtfinanzen fließen nur dann vom Land an die Stadt Duisburg, wenn Duisburg seinen Haushalt bis 2016 mit Hilfe der Landesgelder ausgleichen kann. Dazu sind sowohl 2015 als auch vermutlich 2016 noch einmal zusätzliche Anstrengungen nötig, weil sich die ursprünglichen Planungen aus 2011/2011 nicht so entwickelt haben, wie vorgesehen: Mindereinnahmen und zusätzliche Kosten belasten den Etatentwurf, der so wie er jetzt vorgelegt wurde (also ohne die „Streichlisten“) nicht genehmigungsfähig ist.
Dabei hat die Stadt einigen der zusätzlichen Kosten gar nicht zu verantworten. Noch immer schiebt der Bund den Städten Verantwortlichkeiten und damit Kosten zu, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen. Das betrifft die Kosten für den U3-Ausbau der Kindergärten oder für Asylbewerber ebenso wie die Soziallasten (Grundsicherung für Arbeitssuchende ebenso wie die im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit oder der Eingliederungshilfen für Behinderte) , die die Städte seit der Agenda 2010 zusätzlich belasten. Die Übernahme der Eingliederungshilfen für Behinderte durch den Bund waren ursprünglich mal für 2015 zugesagt worden, dann aber auf 2018 verschoben worden. Die Grundsicherung im Alter wird mittlerweile vom Bund getragen, aber an anderer Stelle (bei den Erwerbsfähigen zum Beispiel oder den Asylbewerbern) ist hier noch keine Hilfe in Sicht und Duisburg bleibt auf den Kosten sitzen. Sören Link will hier weiterhin im Zusammenschluss vor allem mit anderen Bürgermeistern aus Ruhrgebietsstädten in Berlin um weitere Gelder werben.
Dr. Peter Langner machte den Ratsleuten klar, dass an einer „Streichliste“ von fast 11 Mio. Euro kein Weg vorbei geht. Positionen aus der vorgelegten Liste könnten nur dann entfallen, wenn die Ratsleute andere Einsparung in gleicher Höhe vorlegen könnten, also Streichungen von der „Streichliste“ gegenfinanziert würden. Auch wenn die erste Reaktion zum Beispiel von SPD-Fraktionschef Herbert Mettler drastisch ausfiel: „Das ist mit uns nicht zu machen“, wird der Rat um ein Streichkonzert nicht drum herum kommen. Sören Link nahm hier aber seine Ratskollegen in die Pflicht, dieses Ziel zu erreichen, um die Handlungsfähigkeit der Stadt Duisburg zu erhalten.
Bürgerdemonstrationen vor der Sitzung
Die Jugendabteilung des DJK Wanheimerort demonstriert für den Verbleib auf der Bezirkssportanlage Düsseldorfer Straße. Foto: Petra Grünendahl.
Neben den üblichen Protesten der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz gegen den Abriss ihrer Siedlung hatte auch das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage zu einer Demo gegen Rechts und zu einer Willkommensaktion „Wir sind Duisburg“ aufgerufen. Außerdem demonstrierte die Jugendabteilung des DJK Wanheimerort für ihren Verbleib auf der Bezirkssportanlage an der Düsseldorfer Straße. Hier hat der Stadtrat das letzte Wort, Alternativen hat er aber nicht zu bieten.
Montag, 29.09.2014, um 14.00 Uhr, Rathaus Duisburg, Burgplatz
Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, die Initiative „Neumühler Erklärung für ein friedliches, tolerantes Miteinander aller Menschen in Neumühl“, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die DGB – Jugend und SJD – Die Falken in Duisburg rufen zur symbolischen Willkommens-Aktion vor dem Rathaus auf.
Die Aufrufer wollen mit der Aktion deutlich machen, dass die Beteiligten für ein friedliches und tolerantes Miteinander einstehen und das Recht auf Asyl als hohes Gut befürworten. Flüchtlinge, die Verfolgung und Terror entkommen sind, finden bei uns eine sichere Zuflucht.
Duisburg ist eine weltoffene Stadt. Menschen vieler Nationalitäten, Kulturen und Religionen sind hier zu Hause.
Humanität, Solidarität und demokratischer Umgang sind die Grundwerte, die unser kommunales Zusammenleben tragen. Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft gehört zur Geschichte unserer Stadt und wird ihre Zukunft sein. Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen wir uns heute entschlossen für Menschenwürde und Freiheit einsetzen, die durch das Grundgesetz geschützt sind. Wenn wir auch morgen in einer offenen und demokratischen Gesellschaft leben wollen, müssen wir heute allen Angriffen wehren, die diese Gesellschaft bedrohen.
Wir sind Duisburg!
Ab 14.00 Uhr soll dies in kurzen Redebeiträgen vor der um 15.00 Uhr beginnenden Ratssitzung deutlich gemacht werden. Dort werden Oberbürgermeister Sören Link, Michelle Mauritz, DGB-Jugend, VertreterInnen der Neumühler Initiative, aus Politik und Gesellschaft unter der Moderation der Geschäftsführerin des Bündnisses Angelika Wagner, DGB, zu den Teilnehmern sprechen.
Wir rufen alle TeilnehmerInnen zur Besonnenheit auf.
Sirin Kiliç (Sibel), Günes Gürle (Cahit). Foto: Hans Jörg Michel.
Im Zeichen der kulturellen Vielfalt in der Stadt Duisburg steht am Sonntag, 28. September 2014, das Theaterfest im Theater Duisburg. Ab 15.00 Uhr gibt es dort bei freiem Eintritt ein volles Programm, das die Deutsche Oper am Rhein erstmals gemeinsam mit interkulturell aktiven Institutionen und Vereinen aus Duisburg präsentiert. Sängerinnen und Sänger aus dem internationalen Ensemble und dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, das Ballett am Rhein, das trio crossOper, das AFiR-Tanzensemble, eine russische Kindertanzgruppe und der Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein zeigen ein abwechslungsreiches Bühnen- und Foyerprogramm. Bei Rap- und Ballettworkshops, einem Kinderprojekt oder im Klassikworkshop können die Besucher selbst aktiv werden. In Mini-Talkrunden, den „Duisburger Dialogen“, stellen Gäste aus kulturellen Duisburger Institutionen und Vereinen ihre Angebote vor.
Zum Abschluss des Programms präsentieren die Mitwirkenden der Opernproduktion „Gegen die Wand“ und die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Wen-Pin Chien Ausschnitte aus dieser ersten deutsch-türkischen Oper, die aktuell wieder auf dem Duisburger Spielplan steht. Mit dabei ist der Komponist Ludger Vollmer, der die Idee zu seinem Werk erläutert.
Am kommenden Sonntag laden das Theater Duisburg, die Deutsche Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker zum großen Theaterfest „Tausendundeine Kultur“ ein. Ab 15.00 Uhr gibt es im Theater Duisburg bei freiem Eintritt ein imposantes Programm für Jung und Alt. Einen Querschnitt durch das multikulturelle Repertoire des Sängerensembles bieten zum Auftakt auf der großen Bühne die jungen Sängerinnen und Sänger aus dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein und die Solisten Luiza Fatyol und Luis Fernando Piedra mit dem trio crossOper.
Um 16.30 Uhr erörtert Ballettdirektor Martin Schläpfer seine Gedanken zur neuen Spielzeit und zeigt exklusiv mit „De Claudine z’lieb“ und „Quartz“ zwei von ihm choreographierte Miniatur-Ballette, die bislang nur auf Gastspielen zu erleben waren. Mit Tanz geht es auf der großen Bühne weiter, wenn um 17.15 Uhr das bekannte Folklore-Tanzensemble AFiR anatolische Tänze aus verschiedenen Regionen der Türkei vorstellt.
Den Abschluss des Bühnenprogramms bildet um 18.30 Uhr ein musikalisch-szenischer Querschnitt durch Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“, die nach dem gleichnamigen preisgekrönten Film von Fatih Akin entstand. Der Komponist und die Chefdramaturgin Hella Bartnig moderieren das Bühnengeschehen. Zuvor kann man Ludger Vollmer im Aktionsprogramm erleben. Um 16.30 Uhr spricht er über seine Komposition und stellt gemeinsam mit Musikern türkische Originalinstrumente vor, die bei „Gegen die Wand“ zum Einsatz kommen.
Unter dem Titel „Duisburger Dialoge“ berichten ab 16.15 Uhr Johanna Schie, Leiterin der Musik- und Kunstschule Duisburg, Yilmaz Holtz-Ersahin, Internationale Bibliothek der Stadtbibliothek Duisburg und Wolfgang Schwarzer, Deutsch-Französische Gesellschaft, sowie Susanne Lohaus und Mitglieder von HEROES Duisburg e.V. in drei Mini-Talkrunden über ihre interkulturellen Angebote.
Parallel zum Bühnen- und Foyerprogramm finden etliche Aktionen statt, bei denen nicht nur zugeschaut und -gehört wird. Die Theaterfest-Mitmachaktionen starten um 15.05 Uhr mit Opern- und Ballettworkshops für Kinder: Im „Märchenwald“ vermitteln Musiktheaterpädagoginnen erste eigene Bühnenerfahrungen, „Ballett für alle“ lädt ausdrücklich nicht nur Mädchen ein, ein kleines Ballettraining zu absolvieren. Um 15.30 Uhr gibt es einen Crash-Kurs zu Rap und HipHop mit Mitgliedern der Projektgruppe „Oper meets HipHop“, um 17.30 Uhr lädt der Workshop „Let’s zupf“ junges Publikum zum aktiven Kennenlernen Klassischer Musik ein. Remus Şucheană, langjähriger Tänzer und seit dieser Spielzeit Co-Direktor des Ballett am Rhein, vermittelt ab 17.00 Uhr im Praxisworkshop „Ballett für alle“ erste Ballettgrundlagen an Erwachsene.
Das Theaterfest-Ticketangebot „2 für 1“ gibt allen Besuchern Gelegenheit, im Oktober extra günstig eine Vorstellung im Theater Duisburg zu besuchen. Von 15.00 bis 20.00 Uhr erhalten am 28. September Käufer eines Tickets für Vorstellungen von Oper, Ballett und Schauspiel im Oktober das zweite Ticket in derselben Kategorie kostenlos dazu, für Veranstaltungen der Duisburger Philharmoniker gilt dieses Angebot für alle Konzerte im Theater Duisburg und im Theater am Marientor für die Monate Oktober und November. Sonderveranstaltungen und -konzerte sind von diesem Angebot ausgenommen.
Der Eintritt zum Theaterfest ist frei. Das detaillierte Programm finden Sie unter www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Hans Jörg Michel
Dazu möchte sich der Duisburger Flüchtlingsrat wie folgt erklären:
Insgesamt sechs Vertreter des Flüchtlingsrates fanden sich gegen 17.20 Uhr an den Räumlichkeiten der Herz Jesu Gemeinde,in denen die Bürgerinformationsveranstaltung stattfand ein.
Zu diesem Zeitpunkt war der Saal bereits überfüllt und die Vertreter des Flüchtlingsrates wurden trotz persönlicher Einladung, so wie andere Interessierte, geladene Gäste und einzelne Vertreter von Parteien und Verbänden nicht mehr eingelassen.
Insofern war es diesem genannten Personenkreis von vornherein nicht möglich innerhalb des Saales Position zu beziehen, wohl aber außerhalb, wie von einem nicht unerheblichen Teil geleistet, in Einzelgesprächen argumentativ und sachlich zu diskutieren.
Das angesichts einer verbal extrem aggressiven Menschenmenge dies nicht zu sonderlich großem Erfolg geführt hat und jederzeit mit einem Umschwenken in körperliche Angriffe zu rechnen war, ist sicherlich nicht dem genannten Personenkreis anzurechnen.
Wir und andere hätten von Sozialdezernent Spaniel eher deutliche und kritische Worte gegenüber dem angeheizten und aufgestachelten Mob und deren Stichwortgebern erwartet und einen daraus erwachsenen Appell des Zusammenhaltes an die demokratischen Kräfte dieser Stadt.
Mit freundlichen Grüßen Frank Noroschat für den Duisburger Flüchtlingsrat
„Wir werden Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Not fliehen müssen, bei uns willkommen heißen“, erklärt die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Duisburg, Angelika Wagner. „Man darf nicht vergessen, dass diese die schrecklichen Strapazen der Flucht nicht leichtfertig auf sich genommen haben. Sehen wir doch tagtäglich schreckliche Bilder aus Kriegs- und Krisenregionen. Deswegen ist es umso wichtiger, Flüchtlingen mit einer gesunden Neugier und Offenheit statt mit Vorurteilen zu begegnen. Die Bilder, die jetzt nach den Tumulten in Neumühl zu sehen waren, erschrecken mich. Wir müssen Menschen, die bei uns Schutz suchen, die ihre Heimat verlassen und oft auch Verwandte zurücklassen mussten, positiv aufnehmen. Dass wir Duisburgerinnen und Duisburger das können, haben wir schon häufig bewiesen. Viele Menschen und Institutionen wie Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Vereine und Gewerkschaften werden das wieder tun. Sich einsetzen für ein friedliches Zusammenleben, für ein tolerantes Miteinander in unserer Stadt.“
Für den DGB ist wichtig, dass die Flüchtlinge in einer offenen und freundlichen Atmosphäre empfangen werden. Der DGB ist Partner im Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, das sich gegen rechte Gewalt und rassistische Einstellungen richtet. Hierzu passe jedoch kein Klima der Angst vor Einwanderung und keine Stimmungsmache. Es müssten nun die vielfältigen guten Beispiele von Willkommenskultur, die es in Duisburg bereits gebe, ausgebaut und intensiviert werden.
„Deswegen richtet sich auch der nächste Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage in diesem Jahr an Menschen, die sich besonders für asylsuchende Menschen in unserer Stadt einsetzen. Sehr viele Duisburgerinnen und Duisburger engagieren sich bereits für die Aufnahme von Flüchtlingen.“ darauf weist Angelika Wagner weiter hin. „Spielzeuge, Kleidung, Möbel werden gespendet und Unterstützungsangebote vor Ort in den Unterkünften gemacht. Das ist Duisburg. Nicht zugereiste Rechte aus anderen Städten, die hier versuchen, mit ihren populistischen Parolen Gehör zu finden und Sorgen und Nöte von Menschen auszunutzen“.
„Wir Unterzeichenrinnen und Unterzeichner stehen für ein friedliches, tolerantes Miteinander aller Menschen in Neumühl“ – der DGB erinnert daran, dass so die „Neumühler Erklärung“ beginnt, die im letzten Jahr von vielen Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde. Seitdem setzten sich viele aktiv dafür ein, Vorurteile abzubauen und Maßnahmen zu entwickeln, die Flüchtlingen helfen hier Fuß zu fassen. Es gebe bereits beachtliche Beispiele bürgerschaftlichen Engagements. Diese verdienten Beachtung und sollten ausgebaut werden.“
Der Duisburger Flüchtlingsrat konnte sich am Freitag, 20. September 2014, bei der Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Erstaufnahmeunterkunft in Duisburg-Neumühl persönlich ein Bild von der erschreckenden Stimmung dort machen.
Von rechtsradikalen Gruppierungen angestachelte und offen durch PRO NRW Mitglieder angefeuerte Hetze im Netz und die folgende Anwohnerreaktion auf die geplante Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen St.-Barbara-Hospital lassen das Schlimmste befürchten. So wurde zum Niederbrennen des Unterbringungsortes aufgefordert, und Gewalt gegen die zu erwartenden Flüchtlinge angekündigt.
Wenn es zur Erstunterbringung von Flüchtlingen im St.-Barbara-Hospital kommt, müssen von Anfang Sicherheit und engmaschige Betreuung der Flüchtlinge gewährleistet sein. In der Umsetzung der Sicherheit sind in besonderem Maße Stadt und Land gefordert.
Die in Duisburg-Neumühl herrschende Grundstimmung erfordert das Zusammenwirken aller staatlichen und zivilgesellschaftlichen Kräfte vor Ort: ein dauerhafter Dialog mit den gutwilligen Anwohner muss entstehen, um rechtsradikalen Organisationen den Boden zu entziehen. Demokratiefeindlichen Tätern darf nicht das Feld überlassen werden. Nur so kann es zu einem friedlichen und verständnisvollen Zusammenwirken kommen.
Der Duisburger Flüchtlingsrat fordert die Verantwortlichen von Stadt und Land auf mit allen Möglichkeiten des Rechtsstaates auf die dort Hass, Rassismus und Gewalt predigenden Bürger zu reagieren und gleichzeitig alle zivilgesellschaftlichen Kräfte, die sich für ein friedliches Miteinander, für eine andere Willkommenskultur einsetzen, zu unterstützen.
Alle menschlich und demokratisch gesinnten Duisburger Bürgerinnen und Bürgern sollten ihre Kräfte bündeln, um zu zeigen, dass diese Stadt anders ist, toleranter und weltoffener, als einige Hetzer und Verhetzte zeigen.
Wer dieses Ziel des Flüchtlingsrates Duisburg unterstützen will, ist zu seiner Veranstaltung “Willkommenskultur statt Abschreckung und Mängelverwaltung: Unterbringung von Flüchtlingen in Duisburg” eingeladen: am Dienstag, 23. September 2014, um 19.00 Uhr im Gemeindesaal der Ev. Gemeinde Pauluskirche (Paulusstr. 28-30, 47053 Duisburg Hochfeld).
Wolf-Dieter Just und Frank Noroschat für den Duisburger Flüchtlingsrat
Stimme der Migranten kämpfen gegen Rassismus. Foto: Jürgen Rohn
Zwei Romni wurden als Kinderfänger in Neumühl hingestellt und auf Facebook öffentlich abgebildet. Und prompt hagelten “gute Ratschläge” der braven Neumühler. Das ehemalige St.-Barbara-Hospital als künftige Asylbewerberunterkunft möge man anzünden, die beiden Frauen totschlagen. Besser noch, alle Roma organisiert vernichten, da man sie ohnehin nicht auseinanderhalten würde.
Man könnte meinen, man hätte in Neumühl zu einen Wettbewerb der Hassbotschaften und rassistischen Widerwärtigkeiten aufgerufen.
Während die Polizei Duisburg eine Kindesentführung dementierte, hält sich das Gerücht nach wie vor in sozialen Netzwerken, dabei stets angefeuert von schlichten und einfältigen Gemütern. Die miese Masche dagegen ist hinreichend bekannt, wie die Rechten Stimmung machen mit dieser Hoax und immer wieder Idioten finden, die solche Hetze unkritisch verbreiten. Nur Neumühler Deppen fallen scheinbar noch auf Lügenmärchen von rechten Rattenfängern rein.
Der Stadtteil Neumühl, mit seinem teils braunen Gesocks, ist dabei, die Stadt Duisburg mehr in Verruf zu bringen, als es die Loveparade 2010 geschafft hat. Vielleicht kann man das Zeltlager in Walsum als Boot Camp für rechte Spinner und boshafte Volksverhetzer nutzen. Denn neben der gewaltigen Aufgabe der Integration muss möglichweise die Stadt Duisburg auch die Entnazifizierung etlicher Bürger stemmen.
Als zweite Wiederaufnahme der Spielzeit 2014/15 zeigt die Deutsche Oper am Rhein ab Mittwoch, 24. September, um 19.30 Uhr, im Theater Duisburg eine der beliebtesten Opern von Giuseppe Verdi. Die Erfolgsinszenierung von Andreas Homoki in Kooperation mit dem Theater Bonn erzählt die Tragödie einer „vom rechten Weg Abgekommenen“ („La traviata“) nach Alexandre Dumas’ Roman „Die Kameliendame“ und ist zugleich ein schonungsloser Blick auf die Gesellschaft. Auf Frank Philipp Schlößmanns spiegelglatter und schnörkelloser Bühne erlebt die Titelheldin Violetta Valéry ihre Triumphe und ihren Untergang.
„Homokis Inszenierung besitzt jedenfalls alles, was mit Verdi und seinem Realismus in der Partitur verbunden werden kann: Dramatik, Dynamik, Gefühlskonflikt, Liebe und Sterben. Homokis plastische Bildhaftigkeit erweitert die Geschichte zur nachvollziehbaren Stationen-Oper. Der Tod spielt von Beginn an mit… das wird zwingend vermittelt. Kitsch? Nein. Tiefe und leidenschaftliche Gefühle: Ja.“ (Jörg Loskill, theaterpur.net)
Die Titelpartie ist mit Anna Virovlansky, die 2009 bis 2011 Ensemblemitglied war und nun für diese Produktion wieder an der Deutschen Oper am Rhein gastiert, und Olesya Golovneva hochkarätig besetzt: Beide begeisterten bereits in der vergangenen Spielzeit als Violetta Valéry. In weiteren Partien präsentieren sich Ensemblemitglieder Andrej Dunaev und Ovidiu Purcel alternierend als Alfredo Germont, Laimonas Pautienius als Giorgio Germont, Annika Kaschenz als Annina; außerdem Johannes Preißinger, Cornel Frey, Bruno Balmelli, Daniel Djambazian und David Jerusalem. Die neuen Opernstudiomitglieder Maria Popa und Dogus Güney geben ihre Bühnendebüts an der Deutschen Oper am Rhein als Flora Bervoix und Marchese d‘ Obigny. In weiteren Solopartien stehen Chormitglieder sowie der Chor der Deutschen Oper am Rhein auf der Bühne. Bei den Duisburger Vorstellungen spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Christopher Ward / Kapellmeister Lukas Beikircher.
„La traviata“ im Theater Duisburg:
Mi 24.09. 19.30 Uhr | Sa 04.10. 19.30 Uhr | Mi 08.10. 19.30 Uhr | Do 16.10. 19.30 Uhr | Sa 01.11. 18.30 Uhr
„La traviata“ im Opernhaus Düsseldorf:
Mi 10.12. 19.30 Uhr | Fr 02.01. 19.30 Uhr | Di 10.02. 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 / 8925211 bzw. 0203 / 940 77 77, sowie über http://www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Fotos: Hans Jörg Michel
Ludger Vollmers Oper in deutscher und türkischer Sprache kommt für drei Vorstellungen ab dem 21. September wieder an das Theater Duisburg
Als mittlerweile eine der bekanntesten Gegenwartsopern feierte „Gegen die Wand“ vom Komponisten Ludger Vollmer im Juni 2014 an der Deutschen Oper am Rhein in der Inszenierung von Gregor Horres Premiere. Nun wird diese Produktion der ersten Oper in deutscher und türkischer Sprache noch dreimal im Theater Duisburg gezeigt. – Die Wiederaufnahme ist am Sonntag, 21. September um 18.30 Uhr.
Sirin Kiliç (Sibel), Günes Gürle (Cahit). Foto: Hans Jörg Michel.
„Gegen die Wand“ nach dem Film von Fatih Akin erzählt die dramatische Geschichte der jungen Deutschtürken Sibel und Cahit, die im Spannungsfeld zwischen Familientraditionen und den Verlockungen moderner ungebundener Lebensformen auf der schmerzhaften Suche nach ihrer Identität sind.
„Große Filmstoffe wirken auf der Opernbühne ganz anders und nur ganz selten erfolgversprechend. Ludger Vollmers Oper ‚Gegen die Wand‘ nach den Kultstreifen von Fatih Akin scheint eine Ausnahme zu bilden und unterstreicht […] auch an der Deutschen Oper am Rhein ihre Repertoirequalitäten.“ (Pedro Obiera, Westfälischer Anzeiger)
In Ludger Vollmers Komposition wird die klassische Orchesterinstrumentierung durch traditionell türkische Instrumente wie Kaval und Saz bereichtert. Als Besonderheit der Duisburger Inszenierung von Gregor Horres sind außerdem acht Rapper und Breakdancer, die sich unter dem Projektnamen „Oper meets HipHop“ formiert haben, in das musikalische und szenische Geschehen integriert.
„Gegen die Wand“ präsentiert sich in einer internationalen Besetzung: Ensemblemitglied Günes Gürle verkörpert Cahit, Sirin Kiliç, die bereits bei der Uraufführung in Bremen zu erleben war und sich in gleicher Partie auch am Theater Freiburg präsentierte, ist Sibel. In weiteren Partien stehen die Ensemblemitglieder Sarah Ferede und Elisabeth Selle sowie die Chormitglieder Ortwin Rave und Ömer Temizel auf der Bühne. Als Gäste begrüßt die Deutsche Oper am Rhein Michail Milanov, Tansel Akzeybek, Melih Tepretmez und Conny Thimander. Die beiden Tänzerrollen übernehmen David Laera und Caterina Mascia. Studenten der Robert Schumann Musikhochschule und Mitglieder des Extrachors der Deutschen Oper am Rhein bilden den Projektchor. Die Duisburger Philharmoniker spielen zusammen mit den Spezialisten für türkische Instrumente unter der Leitung von Wen-Pin Chien.
„Gegen die Wand“ im Theater Duisburg:
So 21.09. 18.30 Uhr | So 05.10. 18.30 Uhr | So 12.10. 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, und Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, sowie über www.operamrhein.de.
Ab Mai 1940 war der „Kabeljau“ im Visier der Royal Air Force
Links das zerstörte Kaufhaus Horten Münzstraße / Ecke Beekstraße nach dem Luftangriff vom 20. Dezember 1942. Das Kaufhaus Fahning (dahinter) mit seinem markannten Turmaufbau blieb fast unbeschädigt.
Auf den gezielten Einsatz von Bomberflotten gegen den “Feind” setzten beide Seiten im Zweiten Weltkrieg. Dass darunter in erster Linie die Zivilbevölkerung zu leiden hatte, war den Kriegführenden bewusst. Das erste großflächige Bombardement einer deutschen Großstadt flogen die Engländer vom 15. auf den 16. Mai 1940 auf Duisburg (nach ersten Sprengbomben am 12./13. Mai). Die Industriemetropole am westlichen Rand des Ruhrgebiets sollte in den nächsten Jahren häufiger das Ziel alliierter Luftangriffe werden: gezielte Bombardierungen, aber auch Abwürfe durch Bomberpiloten, die eigentlich weiter ins Ruhrgebiet hinein hätten fliegen und dort erst ihre Bomben abwerfen sollen. Die ersten drei Luftkriegstoten in Duisburg gab es am 16. Mai in Hochfeld an der Bachstraße.
Bereits im Jahr 2012 erschienen ist das Buch “Duisburg im Bombenhagel” – damals in der ersten Auflage noch unter dem Titel “Bomben auf Duisburg”. „Geschichte von unten“ will das Autorenteam von der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. hier erzählen. Es ist nicht die Geschichte von „Siegern“, sondern jene von denen, die verloren haben: ihr Hab und Gut, ihre Lieben, ihr Leben, ihre Heimat. Eine Stadt in Schutt und Asche gelegt: Dokumentiert ist das Grauen in neun Kapiteln mit 200 dato weitgehend unveröffentlichten Bildern auf 128 Seiten.
Mülheimer Straße / Ecke Bechemstraße in Duissern nach dem Luftangriff vom 6./7. September 1942.
Duisburg, englischer Codename „cod“ (= Kabeljau), war als Industriestandort und wichtiger Verkehrsknotenpunkt ein bevorzugtes Angriffsziel. Und mit seiner Lage im westlichen Ruhrgebiet (als „Einflugschneise ins Ruhrgebiet“) von der anderen Seite des Ärmelkanals war es gut zu erreichen.
Die Einsätze der britischen und später amerikanischen Luftwaffe sind gut dokumentiert, ihre Folgen auf den Fotos zu erkennen. Weitere kleine Puzzlestücke, die jeden faszinieren, der sich für die stadtgeschichtliche Entwicklung interessiert, aber auch bedrücken werden. Bilder der Zerstörung in einem überflüssigen Krieg!
Der 132. Luftangriff gegen die Stadt Duisburg zerstörte am 20./21. Dezember 1942 auch das Theater am König-Heinrich-Platz.
Akribisch zeichnen die Autoren die belegten Fakten nach: Vom Ausbau des Luftschutzes bereits in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft – Verdunklungsübungen 1933, Luftschutzpflicht ab 1935 oder Probe-Fliegeralarm ab 1938, den Bau der Flakkaserne in Wanheim 1937 sowie weitere Kriegsvorbereitungen lange vor den ersten Schüssen in Polen 1939. Schon viele Jahre vor Kriegsbeginn hatten die nationalsozialistischen Machthaber den Luftschutz militarisiert, Deutschland für einen Luftkrieg vorbereitet und für die Verteidigung gegen Luftangriffe gerüstet – zu Deutsch: aufgerüstet und den Krieg vorbereitet.
„Arsenal des Schreckens“ ging auf Duisburg nieder
Rechts der vor ein paar Jahren abgerissene Hochbunker an der Universitätsstraße. Die kleinen Häuser an der Steinschen Gasse (links) waren nach einem Luftangriff alle ausgebrannt.
Insgesamt 311 Luftangriffe hatte es auf den Luftschutzbezirk Duisburg (Duisburg und Walsum) gegeben. Dazu kamen 23 gezielte Angriffe auf Homberg und zehn auf Rheinhausen. Seinen einzigen Großangriff erlebte Rheinhausen erst im Januar 1945. 22 Großangriffe mit über 100 Bombern trafen Duisburg, neun weitere Homberg mit der Rheinpreußen-Raffinerie. Der Leser erfährt Hintergrunde zu Angriffs- und Verteidigungsstrategien ebenso wie zu den eingesetzten Bomben. Dem „Arsenal des Schreckens“ hat Harald Molder ein ganzes Kapitel gewidmet, für das Feuerwerker Friedrich Steinke als Experte Rede und Antwort stand. So unterscheidet man Luftminen („Wohnblockknacker“*), Sprengbomben, Brandbomben (1,7 kg) und Phosphorbrandbomben (14 kg). Es gibt Bomben mit Aufschlagzündern oder Säurezündern (Langzeitzünder), die auch heute noch für unterschiedliche Handhabung regelmäßig bei ihrer Entschärfung Schlagzeilen machen.
Im Frühjahr 1943 wurde der Mercator-Palast schwer beschädigt. Hier liefen vor dem Krieg viele Uraufführungen der UFA.
Erst als die Frontlinie ab März 1945 in Duisburg stand, hatte der Terror von oben ein Ende. Der 13. April 1945 markierte in Duisburg das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Fotos amerikanischer Soldaten zeigen schließlich erste Lichtblicke einer zerstörten Stadt, nachdem die gröbsten Schuttberge beseitigt sind und sich die Duisburger an den Wiederaufbau machen konnten. Der dauerte bis in die fünfziger und sogar sechziger Jahre an: Bis die alte Mercatorhalle 1962 als Ersatz für die im Krieg zerstörte Tonhalle eröffnet wurde.
Tag für Tag gingen mehr Erinnerungen an das alte Duisburg verloren
Bismarckstraße / Ecke Kammerstraße in Neudorf nach dem Angriff vom 29./30. März 1943: Ein einziges Trümmerfeld.
Selbst da, wo Industrieanlagen, Rangierbahnhöfe oder Häfen Ziel der Bombardierungen waren, standen Wohnhäuser zu dicht an den Werken, um nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Ansonsten waren markante Punkte immer wieder Ziele von Angriffen: Straßenkreuzungen etwa, die aus der Luft gut zu erkennen waren, oder Kirchtürme („aiming point cathedral“), die Innenstädte markierten. Zivile Ziele wurden vor allem in späteren Kriegsjahren immer gezielter angeflogen.
Nicht mehr nur die Rüstungsindustrie, die im Ruhrgebiet stark vertreten war, sollte unschädlich gemacht werden. Auch die Zivilbevölkerung und ihre Widerstandskraft sollten geschwächt werden. Das war bei der „Luftschlacht um England“ 1940/41 nicht anders als bei den alliierte Luftangriffen auf das Ruhrgebiet. Luftangriffe zielten nicht auf Landtruppen, sondern „hinter“ die Kampflinien, auf die Zivilbevölkerung. Rund 1,5 Mio. Menschen starben im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe.
Zielpunkt des Angriffes vom 12./13. Mai 1943 war die Salvatorkirche (Mitte). Links die Liebfrauenkirche (steht heute nicht mehr). Durch den massiven Einsatz von Brandbomben brannten vor allem die mittelalterlichen Gebäude völlig aus.
Allein beim schwersten Angriff auf die Stadt am 14./15. Oktober 1944 (Duisburg war eines der Hauptziele der „Operation Hurricane“ mit drei Angriffswellen) warfen die Bomber rund 9.000 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Stadt, die damit in Schutt und Asche gelegt ihr Gesicht verlor. Etwa 3.400 Duisburger fielen den Luftangriffe der Briten und Amerikaner allein im Oktober 1944 zum Opfer. Rund 39 Prozent der Wohnbebauung im Stadtgebiet wurden insgesamt vernichtet, so die Bilanz nach der Kapitulation.
Blindgänger findet man auch heute noch regelmäßig bei der Auswertung alter Luftbildaufnahmen oder bei Bauarbeiten in der Stadt. Auch wenn der Umgang mit Bombenentschärfungen fast schon Routine geworden ist: Gefährlich sind diese Relikte immer noch! Seit Jahresanfang gilt in NRW die Richtlinie, dass Bombenfunde noch am gleichen Tag zu entschärfen sind. Dafür werden dann schon mal der Bahnhof, die Gleisstrecken und die Autobahnen für ein, zwei Stunden gesperrt. Und niemand weiß, wie viele dieser Relikte des letzten Krieges noch im Duisburger Boden schlummern.
Massengräber in Bombentrichtern
Das Mercator-Gymnasium an der Musfeldstraße fiel den Angriffen vom 21./22. Mai 1944 zum Opfer.
Vor allem die Zitate aus Originalquellen erschüttern. Luftmarschall Arthur „Bomber“ Harris hatte die Wirkung der Brandbombe bei der deutschen Bombardierung der englischen Industriestadt Coventry durch die deutsche Luftwaffe gesehen. Darauf baute er dann auch seine Taktik gegen Deutschland auf und entfachte Feuerstürme in den Städten, denen ganze Straßenzüge und sogar Stadtteile zum Opfer fielen. Die Angriffe konzentrierten sich mehr und mehr auf die Zivilbevölkerung und die Industriearbeiter. Als die Zahl der Todesopfer stieg, ging man nicht nur in Duisburg dazu über, sie in Massengräbern zu verscharren. Dabei verwendete man auch Bombentrichter auf Friedhöfen, die das Graben ersparten.
Neben Erzählungen von Zeitzeugen schwerpunktmäßig aus Duisburg und aus England konnten bekamen die Zeitzeugen-Forscher um Harald Molder auch Zugang zu diversen Archiven in Deutschland, England und den USA, die sie auswerteten und Erkenntnisse über den Luftkrieg in Duisburg auf den neuesten Stand zu bringen. Je mehr die Erinnerung derer verblasst, die dabei waren, umso wichtiger werden Bücher wie dieses, die uns vor allem zu einem mahnen: NIE WIEDER!
Das reich bebilderte Buch „Duisburg im Bombenhagel“ (2. Auflage, früher: „Bomben auf Duisburg“) ist – wie andere Bücher der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. auch – im Erfurter Sutton Verlag erschienen. Das Werk (ISBN 978-3-95400-107-1) kann für 18.95 Euro über den lokalen Buchhandel bezogen werden.
Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben berufen. Unter seinem Vorsitz ist sie 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
*) Luftminen von besonders hoher Sprengkraft dienten als „Wohnblockknacker“ („block buster“), die mit ihrer Druckwelle vor allem Türen und Fensterrahmen herausrissen und die Dächer abdeckten und damit den Weg freimachten für die Brandbomben, die in den Dachböden reichlich Brandfutter fanden.
Besucher sollten NICHT in den Büchern von Anselm Kiefer blättern. Museumsdirektor Walter Smerling zeigt hier ein Exemplar. Foto: Petra Grünendahl.
Neu gestaltete Räume für Anselm Kiefer und Peter Brüning
„Wir haben mittlerweile einen guten Ruf in der Kunstwelt und werden deshalb auch schon mal um Leihgaben für Sonderausstellungen gebeten”, erklärte Prof. Walter Smerling, Direktor des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Gleich zwei Werke von Anselm Kiefer (*1945) sind auf eine längere Ausstellungstournee nach London und Paris gegangen, so dass Smerling den Raum der Kiefer-Ausstellung neu gestalten musste. Komplett neu gestaltet hat er darüber hinaus einen Raum für den Ratinger Künstler Peter Brüning.
Zwei Bilder von Hann Trier ergänzen in der zweiten Etage den Raum von K. O. Götz. Foto: Petra Grünendahl.
Zum Auftakt nach der Sommerpause präsentiert sich das Museum Küppersmühle mit zwei komplett neugestalteten Räumen sowie leichten Änderungen in anderen Räumen der Dauerausstellung. Bei einem Pressetermin stellte der Museumsdirektor die Neuheiten im Detail vor. Nachdem Werke von Karl Otto Götz (K. O. Götz, *1914) verliehen sind, hat Smerling auch diesen Raum ergänzt: mit Werken des Götz-Schülers Hann Trier. Hier findet die Entwicklungsgeschichte den künstlerischen Wirkens von Götz nun einen Anschluss im Einfluss, den er auf seine Schüler und deren Wirken hatte. Das Aufzeigen künstlerischer Werdegänge und Entwicklungen ist ein Markenzeichen des MKM.
Künstlerische Entwicklungen aufzeigen
Anselm Kiefers Buch aus Ton und Tonschlamm auf Fotos über Karton mit Kupferdraht und Keramikschwerben. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir sind in der Lage, im Museum Küppersmühle Bilderserien eines Künstlers zu zeigen, die seine künstlerische Entwicklung sichtbar machen“, so Walter Smerling. Ein Alleinstellungsmerkmal der Sammlung in MKM, wie Smerling betont. Die sehr umfangreiche Sammlung des Darmstädter Ehepaares Sylvia und Ulrich Ströher mit Werken deutscher Nachkriegskunst (ab 1945) macht dies möglich: „Wir sind sehr dankbar, hier ihre Sammlung als Dauerleihgabe präsentieren zu dürfen“, so Smerling.
Anselm Kiefer und Peter Brüning
Peter Brünning: Landschaft kartographisch zweidimensional. Foto: Petra Grünendahl.
Im Anselm-Kiefer-Raum hatten die Werke „Die Treppe“ (1982) und „Dem unbekannte Maler“ (1983) Lücken hinterlassen, die Walter Smerling mit zwei Gemälden sowie zwei Büchern geschlossen hat. In diesen Büchern stellt der in Frankreich lebende Künstler mit Blei, Lehm, Pflanzen und Fotografien Figuren und Ereignisse der Geschichte dar. Der in Düsseldorf geborene Peter Brüning (1929 – 1970), Anfang der fünfziger Jahre Schüler von Willi Baumeister, dem gerade im Erdgeschoss eine Sonderausstellung gewidmet ist, lebte und wirkte bis zu seinem Tod im benachbarten Ratingen. Von ihm präsentiert das MKM fünf Werke vom Anfang der 1960er Jahre. Die einen sind gestisch-abstrakte Bildkompositionen, die Landschaften dreidimensional darstellen. Zwei andere nehmen sich der Landschaft in einer kartographischen Zeichensprache an.
Donnerstags für Duisburger freier Eintritt
Landschaft abstrakt dreidimensional: Im neuen Peter-Brüning-Raum in der ersten Etage. Foto: Petra Grünendahl.
Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 11 Uhr und um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.
Dr. Dirk Reinhardt las aus seinem Buch „Edelweißpiraten“. Foto: Petra Grünendahl.
Von der jugendlichen Rebellion zum Widerstand
In Tagebuchform erzählt ein Edelweißpirat seine Geschichte von jugendlicher Rebellion über Widerstand gegen ein totalitäres Regime bis hin zur Verfolgung durch SS und Gestapo. “Ihr Aufbegehren war zunächst unpolitisch. Sie wollten sich nicht von der Hitlerjugend vereinnahmen lassen. Sie wollten ihre Freiheit“, erklärte Autor Dr. Dirk Reinhardt. „Wenn die Nazis sie in Ruhe gelassen hätten, wären sie wohl nie im politischen Widerstand gelandet“, beschrieb er den historischen Hintergrund seines Jugendromans „Edelweißpiraten“, aus dem er hier vorlas.
Musikalisch begleitete der Stattchor die Gedenkveranstaltung. Foto: Petra Grünendahl.
Widerstand war das zentrale
Thema, „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ das Anliegen: Im Gedenken an die Opfer aller Kriege lädt der DGB Niederrhein alljährlich zum 1. September ins Rathaus Duisburg. Ein besonderes Gedenken in diesem Jahr, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal und just am 1. September der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen als Beginn des Zweiten Weltkrieges zum 75. Male jährt.
Keine Waffenlieferungen in Krisengebiete!
Gedenken an alle Opfer von Kriegen im Ratssaal. Foto: Petra Grünendahl.
Zustimmender Applaus des Publikums brandete auf, als Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Niederrhein forderte: „Keine Rüstungslieferungen in Kriegsgebiete!“ Denn: „Waffen sind nicht die richtige Antwort“, plädierte die Gewerkschaftlerin nachdrücklich. „Erinnern lehrt Vorbeugen“, mahnte sie zum Widerstand gegen Krieg, stünden doch die Gewerkschaften nach wie vor aus ihrer Tradition heraus für Frieden, Demokratie und Freiheit. „Krieg ist allgegenwärtiger denn je, aber Krieg löst keinen Konflikte“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. Seit 20 Jahren sei die Bundeswehr in Kriegsgebieten weltweit im Einsatz, erinnerte Max Komp, Vorsitzender der DGB-Jugend. Auch den heute eher zivilen Opfern von Kriegen ist dieser Gedenktag gewidmet.
Angelika Wagner (r.) bei der abschließenden Kranzniederlegung am Mahnmal an der Ruhrorter Straße. Foto: Petra Grünendahl.
Musikalisch begleitete die Veranstaltung der Stattchor. Abschließend zogen die Gedenkenden zur Kranzniederlegung ans Mahnmal für die 1933 von den Nazis ermordeten Gewerkschafter an der Ruhrorter Straße. Begleitet vom Stattchor klangt dort mit „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ die Veranstaltung aus.
Wer in der Nähe einer Schule wohnt, kennt das allmorgendliche Chaos: Eltern fahren mit dem Auto bis vor das Schultor, um ihre Kinder sicher in die Schule zu entlassen. Das beschränkt sich nicht nur auf Grundschulen, auch an weiterführenden Schulen kann man das Phänomen überfürsorglicher Eltern beobachten. Dass sie dabei die Kinder gefährden, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu Schule kommen, ist den meisten Taxi-Eltern wohl nicht klar: Hauptsache, der eigene Nachwuchs kommt bequem und sicher an!
An der Gemeinschaftsgrundschule Albert-Schweitzer-Straße in Huckingen hat die Stadt Duisburg jetzt zum Schulanfang eine „Elternhaltestelle“ ausgewiesen. Den Haltestreifen für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, stellten Stadtentwickungsdezernent Carsten Tum, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Schulleiter Andreas Geselbracht und Manfred Berns, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Duisburg, nun bei einem Pressetermin vor. „Die Elternhaltestelle ist ein Angebot an die Eltern“, so Manfred Berns. „Ihnen muss klar gemacht werden, dass ein Halten vor der Schule gar nicht geht!“
Stadtentwickungsdezernent Carsten Tum, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Schulleiter Andreas Geselbracht und Manfred Berns, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Duisburg, stellten die Elternhaltestelle vor. Foto: Petra Grünendahl
Diese Elternhaltestelle liegt nicht direkt vorm Schultor, sondern um die Ecke an der Straße Im Ährenfeld. „Das ist so gewollt“, so Carsten Tum. Weil Kinder nämlich unmittelbar vor der Schule besonders gefährdet sind, herrscht dort absolutes Halteverbot, – an das sich aber viele Eltern nicht halten. Dieses neue Angebot soll Eltern ermöglichen, ihre Sprösslinge sicher zur Schule zu bringen, ohne dabei andere Schulkinder zu gefährden. Die GGS Albert-Schweitzer-Straße ist eine von vier Pilotschulen im Duisburger Stadtgebiet. Weitere Schulen sind die GGS Bergheimer Straße in Rheinhausen sowie zwei Grundschulen in Marxloh – an der Sandstraße und an der Ottostraße.
Duisburg. Aber sicher!
Entwickelt wurde die „Elternhaltestelle“ vom lokalen Netzwerk „Duisburg. Aber sicher!“, in dem die Stadt Duisburg, die Polizei Duisburg, die Bürgerstiftung Duisburg, die Verkehrsbetriebe DVG und die Duisburg Marketing Gesellschaft DMG zusammenarbeiten. Das lokale Netzwerk ist eingebunden in das landesweite Netzwerk Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen. Vom Land kommen auch Fördermittel, um die Projekte hier vor Ort zu finanzieren. Zwei Schilder markieren Anfang und Ende der Elternhaltestelle. Dazwischen finden vier bis fünf haltende Autos Platz.
Das Duisburger Netzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ ist sehr eifrig und engagiert um die Sicherheit bemüht: Im letzten Jahr startete man mit Merkblättern zum sicheren Schulweg, erst in der vergangenen Woche wurde die Aktion „Lern – Mal – Verkehr“ für die Verkehrserziehung von Erstklässlern vorgestellt und nun als jüngstes Projekt die Elternhaltestelle. „Wir wollen hier auch Erfahrungen sammeln, wie solche Haltestellen am besten angenommen und eventuell verbessert werden können“, erklärte Carsten Tum. Nur dann können sie für Kinder ihr größtes Sicherheitspotenzial entfalten.
Ordnungswidrigkeit bislang eher kulant gehandhabt
„Wir beobachten dieses Fehlverhalten der Eltern schon seit Jahren“, erklärte Dr. Elke Bartels. Ordnungshüter hätten bislang aber eher kulant reagiert. Sollte die Elternhaltestelle nicht wie gewünscht angenommen werden, müsste man aber über Ordnungsmaßnahmen wie Strafzettel nachdenken, so Bartels. Das ist auch dringend nötig, um das Gefahrenpotenzial für die Schulkinder zu senken. Wenn der Autoverkehr direkt vor den Schulen auf ein absolut notwendiges Minimum reduziert werden kann, ist viel gewonnen.
„Wir haben die Eltern informiert, was es mit der Elternhaltestelle auf sich hat und dass sie ihre Kinder künftig dort absetzen sollen“, erklärte Andreas Geselbracht, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Grundschule. Eltern sollen ihre Kinder an der Haltestelle absetzen und die restlichen guten hundert Meter zu Fuß gehen lassen. Bis das in den Köpfen der Eltern ankommen ist, scheint aber auch noch ein bisschen zu dauern. Manche Eltern parken nämlich an der Elternhaltestelle, um ihre Sprösslingen die letzten Meter zu Fuß zu begleiten. SO ist das aber nicht gedacht, denn die letzen Meter sollten die Kinder eigenständig bewältigen. Hier können Eltern einen guten Beitrag leisten, ihre Kinder zu mündigen und kompetenten Verkehrsteilnehmern zu erziehen.
Schule mit großen Einzugsgebiet
„Wir sind mit 400 Kindern die größte Grundschule in Duisburg“, erzählte Schulleiter. Rund 100 Kinder würden regelmäßig von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Bei Regen wäre wären es sogar 150 Schüler. „Zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule wäre wünschenswert“, so Carsten Tum. Das ist aber nicht immer zu realisieren. Das Einzugsgebiet der Huckinger Schule ist sehr groß. „Da gibt es auch Kinder, die zwei Kilometer Schulweg haben“, wusste der Grundschulrektor zu berichten. Die will gerade bei Regen keiner zu Fuß gehen lassen. Ansonsten ist aber auch bei den Eltern noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, ab welchem Alter man dem Kind welche Strecken alleine zutrauen kann. Wenn die Elternhaltestelle angenommen wird, sollte dies auch zur Folge haben, dass direkt vor der Schule weniger Autos vorbeifahren und dort Kinder gefährden, die die Straßenseite wechseln.
In der Albert-Schweitzer-Straße sind außer den Elterntaxis praktisch nur Anwohner unterwegs. Das Gefahrenpotenzial für die Grundschüler stellen in erster Linie der geballte Eltern-Verkehr morgens und mittags dar. Inwieweit der absolut und unbedingt notwendig ist, liegt natürlich in der Entscheidung der Eltern. Aber es hat noch keinem Kind geschadet, wenn ihm Eltern altersgemäß mehr zugetraut haben. Nur so lernen sie Eigenständigkeit und Verantwortung. Siehe hierzu auch den Kommentar: „Kinder haben ein Problem – nicht nur mit dem Fahrradfahren“.
Im Loveparade-Strafverfahren hat der Vorsitzende die den Verteidigern gesetzte Stellungnahmefrist zur Anklageschrift um einen Monat verlängert. Die Verteidiger können sich nunmehr bis zum 15. Oktober 2014 zu den Anklagevorwürfen äußern. Anschließend muss die Kammer diese Stellungnahmen in ihre Prüfung über die Zulassung der Anklage einbeziehen, so dass mit einer entsprechenden Entscheidung noch nicht unmittelbar nach Fristablauf zu rechnen ist.
Im Zwischenverfahren haben die Beschuldigten und deren Verteidiger Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen der Anklageschrift zu äußern. Im Juli und August wurden den Verteidigern weitere Aktenbestandteile übermittelt. Daraufhin haben einige Verteidiger eine Verlängerung der Äußerungsfrist beantragt.
(Aktenzeichen: 35 KLs 5/14)
– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Kreatives Projekt für Kinder ab 6 Jahren
zur Wiederaufnahme der Kinderoper
Die Deutsche Oper am Rhein lädt auch in der Spielzeit 2014/15 wieder Kinder zwischen 6 und 8 Jahren ein, noch vor der Wiederaufnahme am 24. Oktober, 11 Uhr, im Opernfoyer des Theaters Duisburg, die beliebte Kinderoper „Zauberflöte für Kinder“ nach Wolfgang Amadeus Mozart intensiv zu erleben.
Richard Sveda (Papageno) und Alma Sadé (Papagena). Foto: Frank Heller.
Bei der kindgerechten Fassung der „Zauberflöte“ erleben Kinder im Grundschulalter hautnah die Abenteuer von Tamino und Papageno aus Mozarts wohl berühmtester Oper in unseren Opernfoyers – zunächst im Theater Duisburg und ab April 2015 dann auch im Opernhaus Düsseldorf.
Für das Patenprojekt des Jungen Publikums werden junge Operninteressierte gesucht, die durch eigenes Musizieren und Darstellen das Stück kreativ entdecken möchten. Bei einer Führung, praktischen Workshops und dem Besuch der Generalprobe bekommen die Kinder einen Einblick in das Stück und dessen Entstehung. Mit etwas Glück kann sogar den Profis über die Schulter geschaut werden.
Das erste Treffen des kostenlosen Patenprojekts ist am 18. September um 15.30 Uhr, die vier weiteren Termine finden jeweils donnerstagnachmittags statt. Die genauen Zeiten sowie das Anmeldeformular erhält man auf Anfrage bei Krysztina Winkel, Junges Publikum unter k.winkel@operamrhein.de oder telefonisch unter 0211.89 25-457. Achtung: Die Plätze sind begrenzt.
„Zauberflöte für Kinder“ im Opernfoyer des Theaters Duisburg:
Fr 24.10. 11.00 Uhr | Sa 25.10. 15.00 Uhr | Mo 27.10. 11.00 Uhr | Di 28.10. 11.00 Uhr | Mi 29.10. 11.00 Uhr | Do 30.10. 11.00 Uhr | Sa 01.11. 15.00 Uhr | So 02.11. 15.00 Uhr.
„Zauberflöte für Kinder“ im Rangfoyer des Opernhauses Düsseldorf:
Mo 27.04. 11.00 Uhr | Mi 29.04. 11.00 Uhr | So 03.05. 11.00 Uhr | Mo 04.05. 11.00 Uhr | Di 05.05. 11.00 Uhr | Mi 06.05. 11.00 Uhr | Fr 08.05. 11.00 Uhr | So 10.05. 15.00 Uhr | Mo 11.05. 11.00 Uhr | Di 12.05. 11.00 Uhr.
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0203 / 9407777 oder 0211 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de. Tickets für Gruppen und Schulklassen unter Telefon 0211 8925328.
Unseren Bericht über eine Aufführung der „Zauberflöte für Kinder“ finden Sie hier …
– Presseinformation der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Frank Heller
Erste Stufe der Kapazitätserweiterung auf Containerterminal logport III abgeschlossen – Zweiter Kran folgt bis Ende des Jahres
– Investitionen von rund 10 Millionen Euro
Bahnkran auf Containerterminal logport III. Foto: Rolf Köppen / duisport.
Die Anfang des Jahres angekündigten Kapazitätserweiterungen auf den linksrheinisch gelegenen Containerterminals in logport I und logport III haben die nächste Stufe erreicht. Am 12. August hat der erste Bahnkran mit einer Kapazität von 90.000 Ladeeinheiten pro Jahr seinen Vollbetrieb auf logport III aufgenommen. Ein zweiter, baugleicher Bahnkran folgt bis Ende des Jahres. Mit dieser Kapazitätserweiterung wird der verstärkten Nachfrage und den zusätzlichen Bahnverkehren auf logport III Rechnung getragen.
„Seit der Inbetriebnahme von logport III Anfang 2013 konnten die umgeschlagenen Mengen kontinuierlich gesteigert werden, insbesondere durch unseren Hauptkunden Samskip Van Dieren Multimodal. Darüber hinaus nutzen inzwischen auch weitere Kunden unser Terminal bei steigender Tendenz“, freut sich Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, über die positive Entwicklung des KV-Terminals in Duisburg-Hohenbudberg.
So fährt beispielsweise ein belgischer Bahnoperateur drei Züge pro Woche von logport III nach Novara in Italien. Lübeck wird inzwischen sogar mit sechs Zügen pro Woche durch einen deutschen Bahnoperateur von logport III angefahren. Hinzu kommen Mengen von im Chempark Krefeld-Uerdingen ansässigen Kunden wie Lanxess, die von der duisport agency GmbH, einem Tochterunternehmen der Duisburger Hafen AG, abgewickelt werden. Die verstärkten Bahnrelationen führen zu kontinuierlichen Verkehrsverlagerungen auf die Schiene und entlasten somit den Straßenverkehr um Tausende Lkw.
Um auch künftig weitere Mengensteigerungen auf logport III abwickeln zu können, hat duisport bereits einen zweiten, baugleichen Bahnkran in Auftrag gegeben. Dieser soll bis Ende des Jahres montiert werden und anschließend in Betrieb gehen. Beide Kräne sind mit technischen Innovationen ausgestattet, um das Lärmniveau so gering wie möglich zu halten. Begleitet werden diese lärmreduzierenden Innovationen durch verschiedene Forschungsprojekte.
Die Gesamtinvestitionen für beide Kräne, die über 700m langen Kranbahnen sowie die Erweiterung der Terminalfläche um 3 Hektar belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.
Die kontinuierlichen Kapazitätserweiterungen an den Duisburger Containerterminals folgen einem Gesamtkonzept der duisport-Gruppe, um die Bedingungen für weiteres Wachstum zu schaffen. „Schon im Januar 2015 werden wir Kapazitäten für einen Umschlag von
5 Mio. Standard-Containern aufweisen. Damit können wir unsere Position als größter Containerumschlagplatz in Zentraleuropa weiter ausbauen“, so Staake.
– Pressemeldung der Duisburger Hafen AG – Foto: Rolf Köppen / duisport
Wim Abbing gibt Startschuss für InfoMobil-Tour in der Region.
Aktuell 27 Stationen geplant.
Für die Ausbildungschancen in der Metall- und Elektroindustrie wirbt der heimische Unternehmerverband aktuell wieder an den Schulen der Region. Er nutzt hierfür sein sog. InfoMobil. Das InfoMobil ist ein Hightech-Bus, der Schülerinnen und Schüler die Berufe der Branche anschaulich und vor allem anfassbar vorstellt. Hierfür sind in dem 18 Meter langen Gelenkbus viele berufstypische Maschinen und Anlagen aufgebaut. Sie sollen zeigen, wie die Arbeit von z. B. CNC-Drehern und CNC-Fräsern heutzutage konkret aussieht und auf welche Fertigkeiten es besonders ankommt. Ein praxiserfahrener Ingenieur führt die Schüler durch die verschiedenen Stationen des InfoMobils. Um Berufseinblicke auf „Augenhöhe“ zu ermöglichen, stehen im InfoMobil oft Auszubildende heimischer Betriebe Rede und Antwort. Azubis, die aktuell genau jene Erfahrungen machen, die die Schüler als mögliche künftige Azubis brennend interessieren.
Standen den Schülern im InfoMobil Rede und Antwort: (v. l. n. r.) Azubi André Hülksen, ihr Chef, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbandes, Wim Abbing und Azubi Lisa Mann (Foto: Unternehmerverband)
Der Startschuss für die InfoMobil-Tour fiel jetzt an der Städtischen Hanse-Realschule in Emmerich. An Bord des Busses waren auch zwei Auszubildende der Probat-Werke. Die Schüler der Klassen 9 und 10 machten von dem Gesprächsangebot mit den Auszubildenden reichlich Gebrauch. Die Azubis Lisa Mann und André Hülksen absolvieren derzeit ihr zweites Lehrjahr bei dem Weltmarktführer für Kaffeeröstmaschinen. Sie konnten somit schon ein wenig aus dem Nähkästchen über ihre ersten Arbeitserfahrungen plaudern. Wieviel verdient man denn so? Wann fängt das morgens an? Wie sind die Kollegen? Und: Braucht man viel Mathe in Eurem Job? Das waren nur einige jener Aspekte, die die Schüler im Gespräch brennend interessierten.
Anlässlich des Tourstarts des InfoMobils war auch der Chef der beiden Auszubildenden, der geschäftsführende Gesellschafter der Probat-Werke, Wim Abbing, zur Hanse-Realschule gekommen. Abbing, der auch Vorstandsvorsitzender des organisierenden Unternehmerverbandes ist, schickte das InfoMobil auf seine Reise durch die Region. Nach seinem Tourstart jetzt in Emmerich wird der Bus noch an 26 weiteren Schulen Halt machen. Unter anderem wird das Fahrzeug von Schülern in Duisburg, Oberhausen, Bocholt, Wesel und Mülheim an der Ruhr erwartet.
Wim Abbing betonte aus diesem Anlass noch einmal die Ausbildungschancen der Metall- und Elektroindustrie: „Wir sind eine Ausbildungsbranche mit guten Berufsperspektiven.“ Der Unternehmer wies daraufhin, dass sich die Informationsangebote insbesondere auch an junge Mädchen richten. Diese ergreifen nämlich noch viel zu selten ihre Ausbildungschancen in der Metallbranche. Bei den technischen Berufen sind nur 7 Prozent der Ausbildungsanfänger junge Frauen. Dabei handelt es sich bei den allermeisten Berufen längst nicht mehr um klassische Männerberufe. Im Gegenteil: Vor allem Präzision und Fingerspitzengefühl sind in modernen Technikberufen gefragt. Vielen Frauen kommt das sogar entgegen.
Wim Abbing betonte ferner, dass der Unternehmerverband angesichts des zunehmenden Fachkräfteengpasses den Wert einer Ausbildung auch generell „dick“ unterstreiche: „Junge Leute sollten nicht nur auf die Chancen eines Studiums setzen, sondern auch die Möglichkeiten einer Ausbildung in den Blick nehmen. Facharbeiter sind das Rückgrat unserer Industrie.“ Dabei ist die Vielfalt der Ausbildungsberufe genauso bemerkenswert wie die zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten im Beruf. Längst ist nicht jedem Schulabgänger bekannt, dass es sogar über 350 Berufe gibt, die durch eine Ausbildung erlernt werden können. Die meisten Jugendlichen entscheiden sich immer noch für wenige Ausbildungsklassiker. „Es ist für jeden Jugendlichen ratsam, auch einmal über den Tellerrand zu schauen. Das erhöht die Chancen“, empfiehlt Abbing.
Die Unternehmerverbandsgruppe
… mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).
– Presseinformation des Unternehmerverbandes in Duisburg –
Glänzend aufgelegte Musiker hielten die Zuschauer bis zum Schlussapplaus
Duisburger Philharmoniker beim Open-Air-Konzert im Kantpark: Moderator Friedmann Dreßler (Bildmitte l.) und Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi (r.). Foto: Petra Grünnedahl.
Bunt gemischt hatte Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi das Programm seiner Duisburger Philharmoniker für das nun mittlerweile dritte (?) Konzert im Park. Von den Klassikern der Oper und der klassischen Musik über Musical und Orientalische Musik bis hin zur Filmmusik aus Star Wars reichte das Repertoire, welches die Duisburger Philharmoniker meisterhaft beherrschen. Der Ruf eines der international renommiertesten Konzertorchester geht ihnen da nicht ohne Grund voraus: Erst in der Spielzeit 2009/2010 wurden die Duisburger Philharmoniker vom Deutschen Musikverlagerverband für das bundesweit beste Konzertprogramm ausgezeichnet. Hier bewiesen sie wieder einmal ihre Klasse – und das bei freiem Eintritt für die Parkbesucher, die sich zu vielen Hunderten um die Bühne und auf den Wegen unter den Bäumen scharten.
Fast zwei Stunden Konzert der Spitzenklasse boten die Duisburger Philharmoniker im Kantpark beim Open-Air-Konzert. Dem begeisterten Publikum konnte da auch der gegen Ende des Konzert einsetzende Regen die Laune nicht verderben. Bis zum finalen Applaus harrten sie aus, bevor sie sich langsam von Wiesen und Wegen aus dem Park verabschiedeten. Das Konzert war ein kleiner Dank der Philharmoniker an die Duisburger, die ihren Kampf um den Fortbestand der Opernehe mit Düsseldorf (Deutsche Oper am Rhein) vor zwei Jahren so engagiert unterstützt hatten.
Duisburger Philharmoniker beim Open-Air-Konzert im Kantpark. Foto: Petra Grünnedahl.
Durch das musikalisch anspruchsvolle Programm führte Friedmann Dreßler, Solocellist bei den Philharmonikern. Mit der Sopranistin Morenike Fayadomi hatte man ein Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein für die Vokalparte gewinnen können. Und der aus Istanbul stammende und in Duisburg wohnende Bağlama-Spieler Erdal Akkaya brachte mit zwei von Evelyn Pillichshammer arrangierten traditionellen türkischen Stücken eine orientalische Note in das musikalisch vielfältige Programm. Tosender Applaus belohnte die herausragenden Leistungen aller Musiker.
Schulkinder lernen, Wege im Straßenverkehr zu meistern Mit viel Liebe zum Detail erweckt Cartoonist und Illustrator Dirk Pietrzak in seinen Bilder im neuen Verkehrserziehungs-Arbeitsheft die Schulkinder Lisa und Emre zum Leben. Der Verkehrslotse Traffy leitet die beiden im Arbeitsheft für Erstklässler sicher durch alle möglichen Situationen im Verkehr. Bilder zum Ausmalen geben den Schülern Gelegenheit, sich mit den Situationen auch inhaltlich auseinander zu setzen. Der kurzen Texte im Arbeitsheft richten sich an Lehrer und Eltern und weisen sie darauf hin, worauf es in den jeweiligen Situationen besonders ankommt. Schließlich sollen die so erarbeiteten, spielerisch gestalteten „Lektionen“ den Verkehrsanfängern ermöglichen, sich eigenständig und sicher zur Schule zu bewegen – am liebsten zu Fuß.
Das Verteilen der Hefte machte allen Beteiligten richtig Spaß (v. l.): Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Bürgermeister Manfred Osenger, DMG-Geschäcftsführer Uwe Gerste und Bürgerstiftungs-Geschäftsführer Manfred Berns überreichen den Kindern ihre neuen Arbeitshefte. Foto: Petra Grünendahl.
Die ersten Klassensätze des Arbeitsheftes „Lern – Mal – Verkehr“ haben nun Bürgermeister Manfred Osenger, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Bürgerstiftung-Geschäftsführer Manfred Berns und Georg Puhe von der Stadt Duisburg an die Schulanfänger der Katholischen Grundschule Grabenstraße in Neudorf übergeben und verteilt. Das Heft bietet durch seine Bebilderung die Möglichkeit, Informationen spielerisch auch Kinder zu vermitteln, die noch nicht lesen können. Dass sich die Kinder kreativ mit dem Heft beschäftigen (ausmalen, schneiden, kleben), hilft ihnen, die dargestellten Sachverhalte zu verarbeiten und zu trainieren.
Cartoonist und Illustrator Dirk Pietrzak ist stolz auf sein Werk. Foto: Petra Grünendahl.
„Ich bin richtig stolz, dass ich für die Illustrationen sorgen durfte. Hoffentlich trägt das Arbeitsheft dazu bei, dass sich in Zukunft viel weniger Unfälle mit Kindern ereignen“, erklärte Dirk Pietrzak seine Motivation, sich in dem Projekt zu engagieren. Und: „Das wäre für mich der schönste Lohn, denn Kinder sind und bleiben immer noch das schützenswerteste Gut.“ Und seine phantastisch gezeichneten „Charakterköpfe“ machen das Heft zu einem echten Hingucker. Auf 20 Seiten können sich die Kinder im Malbuch austoben.
Da sind die Erstklässler erst den zweiten Tag in der Schule und schon im Mittelpunkt des medialen Interesses. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir hatten 2013 in Duisburg 46 Schulwegunfälle. Jeder Schulwegunfall ist einer zu viel“, erklärte Elke Bartels. „Die Polizei hat ein großes Interesse daran, dass Kinder früh lernen, sich im Verkehr sicher zu bewegen. Eltern müssen aber Vorbilder sein: zu schnell fahren vor Schulen oder unnötige Wege mit dem Auto gehören nicht dazu. Kinder sollen alleine zur Schule gehen. Wir müssen Kinder stark machen.“ Das heißt vor allem: Zu Fuß zur Schule gehen, damit das Kind lernt, sich im Verkehrsgeschehen zurecht zu finden. Denn: „Was Hänschen nicht lernt“, appellierte die Polizeipräsidentin an die Eltern, ihren Teil der Verantwortung für die Verkehrserziehung ihrer Kinder zu übernehmen.
„Diese Hefte sind das Beste, was wir zur Zeit im Bereich Verkehrserziehung von Schulkindern haben“, erklärte Rolf Holz von der Verkehrsunfallprävention der Polizei Duisburg. Reich bebildert hält es die Verkehrsneulinge zur aktiven Beschäftigung mit wichtigen Verkehrssituationen an, ohne sie durch Texte zu überfordern. Sie sind zielgruppengerecht gestaltet und helfen Lehrern und Eltern mit Begleittexten, den Kinder das Einmaleins des Straßenverkehrs zu vermitteln.
Sie stellten das neue Arbeitsheft für Schulanfänger vor (v. l.): Gerhard Kamps (Polizei Duisburg), Brigitte Vogel (Verkehrserziehungskoordination für Grundschulen), Ariela Cataloluk (Autorin des Arbeitsheftes), Rolf Holz (Polizei Duisburg, Verkehrsunfallprävention), Cartoonist und Illustrator Dirk Pietrzak, Inka Schwarzer, Georg Puhe (beide Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement), Herbert Becker, Manfred Berns (beide Bürgerstiftung Duisburg), Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Bürgermeister Manfred Osenger. Foto: Petra Grünendahl.
Das Arbeitsheft ist eine Eigenproduktion des Netzwerks „Duisburg. Aber sicher!“, in dem sich die Polizei Duisburg, die Bürgerstiftung Duisburg und die Stadt Duisburg mit Ordnungsamt und Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement vor drei Jahren zusammen geschlossen haben. Gemeinsam konzipiert und gestaltet hat das Heft eine Arbeitsgruppe mit den Verkehrskoordinatorinnen der Grundschulen, Mitarbeitern der Verkehrsunfallprävention der Polizei Duisburg, die seit Jahren Kindergärten und Schulen beratend zur Seite stehen, sowie Mitarbeitern der Straßenverkehrsbehörde. Journalistin Ariela Cataloluk und der Cartoonist und Illustrator Dirk Pietrzak haben das Konzept dann kreativ umgesetzt. Mit an Bord waren für Layout und Realisierung die Duisburg Marketing Gesellschaft DMG, die Stadt Duisburg (Fördergelder) und die Bürgerstiftung Duisburg (Sponsorengelder).
Das Heft ist in einer Auflage von 5.000 Exemplaren gedruckt und wird gerade an alle Grundschulen in Duisburg mit ihren rund 4.200 Erstklässlern verteilt. Im nächsten Jahr ist die Neuauflage geplant, was eine kurzfristige Verbesserung und Weiterentwicklung von Inhalten ermöglicht. Weitere Informationen gibt es unter http://www.duisburg-aber-sicher.de.
Dass Eltern ihren Kinder Verantwortung übertragen, verhilft diesen eher zur Eigenständigkeit als das heutzutage allzu übliche Elterntaxi! Ein Kommentar …