Demonstrationen in der Duisburger Innenstadt und am Bahnhof am Montag, 19. Januar

polizei-nrw-duFür Montagabend (19.Januar 2015) sind in Duisburg mehrere Demonstrationen in der Duisburger Innenstadt und im Bereich des Hauptbahnhofs angemeldet. Die Polizei wird mit mehreren Hundertschaften dafür sorgen, dass alle Bürger ihr Versammlungsrecht friedlich wahrnehmen können.

„Wir bitten unbeteiligte Bürger um Verständnis für die Behinderungen, die eine solche Großveranstaltung nach sich zieht“, setzt Einsatzleiter Rüdiger Wollgramm auf Unterstützung aller Betroffenen. Ab 16 Uhr muss mit Verkehrsbeeinträchtigungen und Halteverbotszonen gerechnet werden. Im Zuge der Veranstaltungen wird die Polizei die Zufahrten zur Innenstadt von der Saarstraße, Mainstraße, Am Burgacker, Mercatorstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße/Düsseldorfer Straße angepasst an die Lageentwicklung sperren. „Wir werden die Verkehrsbeeinträchtigungen durch flexible Regelungen so gering wie möglich halten“, verspricht Wollgramm.

„Pegida“ wird um 18 Uhr mit einer Versammlung am Fernbusbahnhof beginnen. Der anschließende Aufzug erfolgt über die Mercator-, Wittekind-, Fürsten-, Günther-, Hohe Straße zurück über die Friedrich-Wilhelm-Straße zum Bahnhofsvorplatz. Der Versammlungsleiter rechnet mit 500 Teilnehmern.

Dagegen wollen drei Organisationen demonstrieren:

Der DGB hat eine Kundgebung auf der Landfermannstraße/Theatervorplatz in der Zeit von 18 bis 20 Uhr angekündigt und erwartet 1.000 Teilnehmer.

Die „Initiative gegen Duisburger Zustände“ hat eine Kundgebung von 17.30 bis 21.30 Uhr auf der Düsseldorfer Straße/Friedrich-Wilhelm-Straße angemeldet und erwartet 200 Teilnehmer.

Das „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ plant eine Kundgebung ab 17.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof auf dem Portsmouthplatz und erwartet 100 Teilnehmer.

Sperren und Behinderungen in der Innenstadt

Die Fernreisebusse von der Haltestelle am Hauptbahnhof werden planmäßig abfahren. Der Einstieg wird jedoch auf der Mercatorstraße (Nähe Gallenkampstraße) sein. Die DVG ist informiert und hat Umleitungen eingerichtet.

Ab 16 Uhr werden von der Stadt entlang der Zugstrecke Halteverbote eingerichtet, die bis zum Einsatzende der Polizei bestehen bleiben.
Fahrzeuge, die nach 16 Uhr noch dort parken, werden abgeschleppt.

Die Polizei richtet für Bürgerinnen und Bürger am Montag in der Zeit von 8 bis 22 Uhr ein Servicetelefon ein. Die Telefonnummer lautet 280-1065.

– Pressemeldung der Polizei Duisburg –

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IHK-Neujahrsempfang 2015 im Duisburger Theater am Marientor

Präsident Burkhard Landers fordert Weichenstellung für die Zukunft:
Duale Ausbildung und Willkommenskultur – für mehr Fachkräfte
Von Petra Grünendahl

IHK-Präsident Burkhard Landers begrüßte rund 900 geladene Gäste zum Neujahrsempfang im Theater am Marientor. Foto: Petra Grünendahl.

IHK-Präsident Burkhard Landers begrüßte rund 900 geladene Gäste zum Neujahrsempfang im Theater am Marientor. Foto: Petra Grünendahl.

„Um unser System der dualen Berufsausbildung beneidet uns die ganze Welt. Dennoch beginnen aktuell zum ersten Mal in der deutschen Geschichte mehr junge Menschen ein Studium anstatt einer Ausbildung“, erklärte Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen IHK, in seiner Begrüßungsrede. „Viele Jugendliche und ihre Eltern erliegen dem Irrglauben, eine akademische Ausbildung sichere per se bessere Chancen auf einen beruflichen Erfolg.“ Absolventen einer dualen Ausbildung seinen aber in den Betrieben besser einzusetzen als Hochschulabsolventen ohne Praxiserfahrung. Für 2020 prognostizieren die Industrie- und Handelskammern einen Fachkräftebedarf in NRW von 500.000 Menschen, davon allerdings nur 30.000 Akademiker.

Gastreder Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, RWI-Präsident und Wirtscahftsweise, beim Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK im Theater am Marientor. Foto: Petra Grünendahl.

Gastreder Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, RWI-Präsident und Wirtscahftsweise, beim Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK im Theater am Marientor. Foto: Petra Grünendahl.

Mit rund 900 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung feierte die Niederrheinische IHK Duisburg, Kleve, Wesel ihren Neujahrsempfang im Theater am Marientor (TaM). Als Gastredner äußerte sich in diesem Jahr Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und Vorsitzender des Sachverständigenrates (Wirtschaftsweise), zum Thema „Wirtschaftsstandort Deutschland: Chancen und Herausforderungen“. Nach dem offiziellen Teil gingen die Gäste zum geselligen Teil und zum Netzwerken über, vertieften bestehende und knüpften neue Kontakte.

Rechtzeitige Weichenstellungen sichern Wohlstand langfristig
Den Fachkräftemangel spüren viele Unternehmen heute schon, besonders drängend übrigens, seit mit der „Rente mit 63“ Fachkräfte früher als geplant ausscheiden und so schnell nicht zu ersetzen sind. Burkhard Landers appellierte, jungen Menschen die Vorteilen und Chancen einer betrieblichen Ausbildung schmackhaft zu machen: „Wir müssen beides tun: Wir müssen unsere exzellente Hochschul-Landschaft nutzen und gleichzeitig auf die attraktiven und zukunftsorientierten Chancen der beruflichen Bildung hinweisen.“ Auch schwächere Jugendliche hätten eine Perspektive verdient, nahm der Weseler Unternehmer auch seine IHK-Mitgliedsunternehmen in die Pflicht: „Wir brauchen sie alle, jeden mit seinen individuellen Begabungen und Talenten.“ Angesichts des nicht mehr umzukehrenden demografischen Wandels reichten die Schulabgänger allein zur Lösung der Fachkräfte-Frage nicht aus: „Wir brauchen Zuwanderung, die sicher klug gesteuert werden muss. Wesentlich ist aber, dass Deutschland sich auch weiterhin als weltoffener Wirtschaftsstandort präsentiert und wir eine echte Willkommenskultur pflegen“, brachte er die Interessen der Wirtschaft auf den Punkt.

„Unsere Unternehmen schätzen den Wirtschaftsstandort Niederrhein und sehen hier ihre Zukunft“, erklärte Landers. Allerdings, so aktuelle Konjunkturumfragen der IHK, bereiten den Unternehmern einige Entwicklungen Sorgen. Hohe Energiekosten, eine marode Infrastruktur, die gerade für die Logistik-Region Niederrhein wichtig ist, fehlende Flächen für Gewerbeansiedlungen und das Drehen so mancher Kommune an der Steuerschraube belaste den Standort, so der IHK-Präsident. Landers mahnte vor allem Investitionen in die Infrastruktur an – die A40-Querung Neuenkamp hob er hier in ihrer Bedeutung ebenso hervor wie Schleusen und Schienenwege, für eine integrierte Logistik am Wirtschaftsstandort Niederrhein lebenswichtig sind – sowie eine ausreichende Ausweisung von Gewerbeflächen: Industriebrachen seien hier nur bedingt geeignet. „Unternehmen müssen wachsen können und neu investieren, um so Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen.“

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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WIR SIND DUISBURG! – Aufruf zur Kundgebung am 19. Januar 2015

aufruf-kundgebung-19.01.2015Duisburger Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und Vielfalt.

Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von „Pegida“ in Duisburg entgegen.
Am Montag, 19. Januar, plant die sogenannte „Pegida NRW“ in Duisburg einen ihrer „Spaziergänge“, um ihre rassistischen, rechtspopulistischen und menschenverachtenden Parolen zu verbreiten.

Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen.

Wir stehen zusammen für Demokratie, Respekt und Vielfalt:

Am Montag, 19. Januar 2015 um 18.30 Uhr
auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg

Duisburg ist eine tolerante, weltoffene Stadt!

Bisherige Unterstützer:
Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, DGB Niederrhein, DGB-Jugend Niederrhein, Evangelische Kirche in Duisburg, EVG Duisburg, GdP und GEW Duisburg, IG Metall Duisburg-Dinslaken, IG BCE Bezirk Duisburg, IG BAU Duisburg-Niederrhein, Integrationsrat der Stadt Duisburg, Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Jugendring Duisburg, NGG Region Nordrhein, SJD-Die Falken Duisburg, ver.di Bezirk Duisburg/Niederrhein …

– Pressemeldung des Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage –

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Oberbürgermeister Sören Link: „Wir sind Duisburg“

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Stadt Duisburg.

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Stadt Duisburg.

Als Reaktion auf die angekündigte Pegida Demonstration am kommenden Montag wird es in Duisburg eine Gegenveranstaltung geben. Unter dem Motto „Wir sind Duisburg“ laden Oberbürgermeister Sören Link, das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und der DGB Niederrhein alle Duisburgerinnen und Duisburger ein, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzen. Am Montag, 19. Januar, 18.30 Uhr, wird es deshalb am Opernplatz vor dem Stadttheater eine Gegenveranstaltung geben.

„In Duisburg ist kein Platz für Hetze und Populismus gegen Religionsgemeinschaften: nicht gegen Juden, nicht gegen Christen, nicht gegen den Islam. Eins ist sicher: in Duisburg kann und wird eine solche Kundgebung nicht unerwidert bleiben. Duisburg ist unsere Stadt – die lassen wir nicht diskreditieren, ohne selbst auf die Barrikaden zu steigen. Wir sind Duisburg – nicht Pegida!“

Die Lichter des Theaters werden deshalb symbolisch verlöschen. Außerdem haben Oberbürgermeister Sören Link und DVG-Vorstandssprecher Marcus Wittig vereinbart, dass auch am Stadtwerketurm weithin sichtbar die Lichter ausgehen.

Kulturdezernent Thomas Krützberg kündigte an, dass sich selbstverständlich auch die Duisburger Philharmoniker, die immerhin 15 Nationen friedlich in ihrem Orchester vereinen, an der Kundgebung beteiligen werden.

– Pressemitteilung der Stadt Duisburg –

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Integrationsrat verurteilt Pariser Attentat: „Terrorismus hat keine Religion“

Erkan Üstünay, Vorsitzende des Integrationsrat. Foto: Stadt Duisburg.

Erkan Üstünay, Vorsitzende des Integrationsrat. Foto: Stadt Duisburg.

Der Integrationsrat der Stadt Duisburg ist erschüttert über die Terroranschläge auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ und den jüdischen Supermarkt in Paris und verurteilt diese aufs Schärfste. „Das Leid, das den Opfern des Anschlags und ihren Angehörigen zugefügt wurde, ist unerträglich“, sagte Erkan Üstünay, der Vorsitzende des integrationspolitischen Gremiums.

„Der Anschlag richtete sich nicht nur gegen die Meinungsfreiheit in Frankreich, sondern zielte auf die gemeinsamen Werte aller friedliebenden Menschen in Europa und weltweit. Er trifft uns alle – ob Christen, Muslime, Juden oder Atheisten, die wir hier friedlich und in Freiheit zusammen leben.“ Auch wenn sich die Attentäter auf die Religion beriefen, Terrorismus habe weder eine Nationalität noch eine Religion. „Angesichts dieser Anschläge ist es heute wichtiger denn je, zusammen zu stehen und uns auf unsere Gemeinsamkeiten zu besinnen – unabhängig von Herkunft und Glauben“, so Üstünay.

– Presseinformation der Stadt Duisburg –

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Ballett am Rhein: Premiere für b.22 am 23. Januar im Theater Duisburg

Erste Duisburger Ballettpremiere der Spielzeit mit Martin Schläpfers Uraufführung „verwundert seyn – zu sehn“, Jerome Robbins’ „Moves“ und Martin Schläpfers „ein Wald, ein See“
Ballettwerkstatt am Dienstag, 20. Januar, um 18.00 Uhr im Theater Duisburg

„verwundert seyn – zu sehn“ – ein schöner Titel für ein Ballett von Martin Schläpfer. Seine Uraufführung eröffnet am Freitag, dem 23. Januar, um 19.30 Uhr den neuen, dreiteiligen Ballettabend b.22, die erste Ballettpremiere der Spielzeit im Theater Duisburg. „verwundert seyn – zu hören“ könnte man ergänzen, denn das Ballett am Rhein tanzt zu Live-Musik in kleiner Besetzung und erforscht höchst unterschiedliche akustische Welten. Die Ballett­werkstatt am Dienstag, 20. Januar, um 18.00 Uhr, im Theater Duisburg gibt mit Probenaus­schnitten und Gesprächen Einblick und Hintergrundinformationen zum neuen Ballettprogramm. Der Eintritt ist frei.

Foto: Gert Weigelt.

Foto: Gert Weigelt.

„Ich wollte unbedingt für Duisburg eine Uraufführung kreieren und begann Musik zu suchen“, sagt Martin Schläpfer zur Programmierung von b.22. „Klar war mir dabei: Was Jerome Robbins’ in sogenannter Stille stattfindendes Ballett ‚Moves’ einrahmt, muss sinnlich, farbig – ja ‚großartig’ – sein, und der Musiker nicht nur virtuos, brillant und emotional, sondern ein Klangkünstler. Denys Proshayev kam mir sofort in den Sinn – und dann die Kombination von Skrjabin und Liszt, waren beide doch unvergleichliche Musiker.“ Live am Flügel stellt der Pianist, der regelmäßig große Konzertsäle füllt und mit ausgezeichneten CD-Einspielungen Aufsehen erregt, Franz Liszts Grande Valse di bravura „Le bal de Berne“ Alexander Skrjabins Klaviersonaten Nr. 6 und 10 gegenüber. Martin Schläpfer hat sein Ballett „verwundert seyn – zu sehn“ für insgesamt 15 Tänzerinnen und Tänzer als inneren Dialog für einen einzigen Akteur angelegt: Marcos Menha führt uns tief in die emotionale Gedankenwelt eines Menschen, den die Sehnsucht nach Vergang­en­em genauso umtreibt wie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Je mehr Mosaiksteine Martin Schläpfer der Choreo­graphie hinzu fügt, desto klarer ergibt sich das Bild eines Menschen, der zum Spielball seiner widersprüch­lichen Bedürfnisse wird. Von philosophischen Gedanken Arthur Schopenhauers ließ er sich dabei ebenso inspirieren wie von der dichten und exzentrischen Atmosphäre der verwendeten Kompositionen. Auch dem Bühnen- und Kostümbildner Keso Dekker dienten Alexander Skrjabin und seine Musik als Inspirations­quelle.

Nach „Afternoon of a Faun“ nimmt das Ballett am Rhein Jerome Robbins’ legendäres Ballett „Moves“ als zweites Stück des Amerikaners in sein Repertoire auf – ein Stück ohne Musik, aber alles andere als ein stilles Stück: Die einzigen Klänge, die zu hören sind, erzeugen die Tänzerinnen und Tänzer selbst. Mit dem Knallen und Schleifen der Spitzen­schuhe auf dem Bühnenboden und dem Klatschen der Handflächen auf den Oberschenkeln erschaffen sie ihren eigenen Soundtrack. Jerome Robbins, der mit seinen 66 Choreographien und seinen Arbeiten für den Broadway zu den wichtigsten amerikanischen Choreo­graphen des 20. Jahrhun­derts zählt, hat „Moves“ 1959 für seine damalige Compagnie Ballets: U.S.A. entwickelt. In höchster Konzentration und im permanenten Bewusstsein füreinander werden Gesten aufgegriffen, variiert, weiterent­wickelt, verbinden sich abstrakte Beziehungen immer wieder auch mit emotionalen Momenten. In seine an George Balanchine geschulte Tanzsprache integriert Robbins Elemente des Modern Dance, ohne auf die Virtuosität und Technik des klassischen Balletts zu verzichten.

Schließlich kommt Paul Pavey mit seinem vielseitigen Schlag- und Blas-Instrumentarium ins Spiel. Der Musiker, Komponist und Live-Performer hat die Musik zu Martin Schläpfers 2006 für das ballettmainz entwickelten Stück „ein Wald, ein See“ geschaffen. Es klingt, als wäre man nachts draußen in der Natur, wahrnehmend, was man nur noch hören, aber nicht mehr sehen kann. Fremde, live gespielte Instrumentalklänge mischen sich mit rauem Obertongesang und elektronischen Zuspielungen und fügen sich zu einer Klanglandschaft, die Martin Schläpfer mit seinen 19 Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne durchstreift: „ein Wald, ein See“, eine archaische Welt voll wilder und poetischer Dunkelheit. Die Atmosphäre ist erotisch aufgeladen mit einer fremden Kraft zwischen Zärtlichkeit und Brutalität, Kuss und Erwürgen. Man blickt in eine durchaus reale Welt, aber von Menschen besiedelt, die nicht nur uns, sondern auch sich selbst fremd sind – ein unbekannter Stamm vielleicht, mit seinen ganz eigenen Riten. Archaisch, kraftvoll, extrem.

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b.22

verwundert seyn – zu sehn (Uraufführung)
Musik Sonaten für Klavier Nr. 6 und Nr. 10 von Alexander Skrjabin, „Grande Valse di bravura ‚Le bal de Berne‘“ von Franz Liszt ž Choreographie Martin Schläpfer ž Bühne und Kostüme Keso Dekker­ ž Video Keso Dekker und Christoph Schödel ž Licht Franz-Xaver Schaffer

Moves – A Ballet in Silence
Choreographie Jerome Robbins ž Kostümrealisation Gabriela Oehmchen ž Licht Jennifer Tipton
Choreographische Einstudierung Ben Huys

ein Wald, ein See
Musik und Live-Performance Paul Pavey­ ž Choreographie Martin Schläpfer ž Bühne Thomas Ziegler ž Kostüme Catherine Voeffray Licht Franz-Xaver Schaffer
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Vorstellungen im Theater Duisburg:
Fr 23.01. – 19.30 Uhr­ / So 25.01. – 18.30 Uhr­ / Fr 30.01. / Do 05.02. / Sa 07.02. / Mi 11.02. – jeweils um 19.30 Uhr
Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf:
Fr 22.05. / Sa 30.05. / Mi 03.06. / Sa 06.06. / Di 23.06. – jeweils um 19.30 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, Telefon 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211, sowie über http://www.ballettamrhein.de.

– Presseinformation der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Gert Weigelt

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Oper am Rhein: Giuseppe Verdis „Rigoletto“ begeisterte bei der Wiederaufführung im Theater Duisburg

Tosender Applaus belohnte glänzende Sänger für eine brillante Aufführung
Von Petra Grünendahl

Der Hofnarr Rigoletto (l., hier: Boris Statsenko) verspottet den Grafen Ceprano (hier: Rolf Broman), dessen Frau vom Herzog von Mantua (hier: Andrej Dunaev) verführt worden war. Im Hintergrund: Chor und Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Thilo Beu.

Der Hofnarr Rigoletto (l., hier: Boris Statsenko) verspottet den Grafen Ceprano (hier: Rolf Broman), dessen Frau vom Herzog von Mantua (hier: Andrej Dunaev) verführt worden war. Im Hintergrund: Chor und Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Thilo Beu.

Der Herzog von Mantua (Georgy Vasiliev) sucht die erotischen Abwechslung, um sich von seiner Langeweile abzulenken. Neues Objekt seiner Begierden ist die Gräfin Ceprano (Monika Rydzkowski). Ihren erbosten Gatten (Felix Rathgeber) verspottet des Herzogs Hofnarr Rigoletto (Melih Tepretmez). Als der Graf Monterone (Daniel Djambazian) den Herzog für die Verführung seiner Tochter zur Rechenschaft ziehen will, verspottet Rigoletto auch diesen. Monterone verflucht den Herzog und seinen Narren, weil sie den Schmerz des Vaters verspotten.

Boris Statsenko als Rigoletto. Foto: Thilo Beu.

Boris Statsenko als Rigoletto. Foto: Thilo Beu.

„Der Fluch“ hatte Giuseppe Verdis (1813 – 1901) Oper ursprünglich heißen sollen, aber der Komponist und sein Librettist Francesco Maria Piave beugten sich der Zensur. „Rigoletto“ (1851), so der neue Name, gilt als Giuseppe Verdis erstes Meisterwerk und begründete seinen Ruhm. „Rigoletto“ (1851), „Der Troubadour“ und „La Traviata“ (beide 1853) als „populäre Trilogie“ galten als ein Höhepunkt in Verdis Schaffen und festigten seinen internationalen Ruhm. Das Melodrama in drei Akten spielt im 16. Jahrhundert in Mantua (Italien), auf gute zweieinhalb Stunden (inkl. Pause) ist das Stück angelegt. Das Libretto von Francesco Maria Piave beruht auf dem Theaterstück „Le Roi s’amuse“ (Der König amüsiert sich) von Victor Hugo (1832). Schon bei der Uraufführung 1851 am Teatro La Fenice in Venedig war Verdis Oper ein Riesenerfolg. Seit über 160 Jahren gehört sie als eine der meistgespielten italienischen Opern zum Repertoire vieler Opernhäuser. Gespielt wird an der Deutschen Oper am Rhein die Inszenierung von David Hermann, die seit 2009 immer noch – und zu Recht! – mit großen Erfolg im Programm läuft. Im fast voll besetzten Theater Duisburg traf die Wiederaufführung der Oper in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln auf ein begeistertes Publikum, welches die herausragenden Akteure mit tosendem Applaus auch zwischen den Szenen feierte.

Rigoletto (hier: Boris Statsenko) versteckt seine Tochter Gilda (hier: Olesva Golovneva) und halt sie fast wie eine Gefangene. Foto: Thilo Beu.

Rigoletto (hier: Boris Statsenko) versteckt seine Tochter Gilda (hier: Olesva Golovneva) und halt sie fast wie eine Gefangene. Foto: Thilo Beu.

Die Höflinge, die ihrerseits den Narren Rigoletto verachten, wollen herausgefunden haben, dass dieser eine Geliebte habe. Rigoletto hält aber seine Tochter Gilda (Elena Sancho Pereg) versteckt und unter Verschluss. Lediglich zur Kirche darf sie gehen – nicht allein, sondern in Begleitung von Giovanna (Maria Popa). Dort hat sich Gilda in einen charmanten jungen Mann verliebt, der sich ihr gegenüber als armer Student ausgibt: in den Herzog von Mantua. Die Höflinge des Herzogs entführen Gilda, um sich an Rigoletto zu rächen. Während Rigoletto sich an den Fluch Monterones erinnert. klagt der Herzog ob des Verlusts, wegen Gilda und ihrer unschuldigen Liebe habe er fast redlich werden können. Als die Höflinge ihm das Mädchen bringen, verführt er die Verliebte jedoch wie alle anderen Frauen auch.
Als Gilda dem Vater ihre Liebe und ihre Verfehlung gesteht, schwört Rigoletto Rache: Der käufliche Mörder Sparafucile (Lukasz Konieczny) soll den Herzog töten. Obwohl Rigoletto seiner Tochter die Treulosigkeit des Herzogs nachweist, opfert sie sich aus Liebe für ihn. Für Rigoletto bricht die Welt zusammen, als er die Leiche seiner Tochter im Leichsack findet, in dem der Herzog liegen sollte. Monterones Fluch hat sich an ihm erfüllt.

Der Herzog von Mantua (hier: Andrej Dunaev in dieser Rolle) wil Gilda (hier: Olesya Golovneva) verführen. Foto: Thilo Beu.

Der Herzog von Mantua (hier: Andrej Dunaev in dieser Rolle) wil Gilda (hier: Olesya Golovneva) verführen. Foto: Thilo Beu.

Die Oper lebte von wunderbaren Sängern, die ihre musikalisch anspruchsvollen Rollen nicht nur stimmlich brillant, sondern auch schauspielerisch glänzend ausfüllten. Die teils ambivalenten Charaktere erwachen zum Leben und entwickeln ihre eigene Dynamik. Gewohnt perfekt instrumentierten und akzentuieren die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Giuliano Betta das Bühnenspiel. Die Vokalsolisten unterstützte der Herrenchor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski. Ein sehr reduziertes Bühnenbild von Alexander Polzin lässt den Charakteren auch optisch Raum zur Entfaltung. Akzente setzt das Lichtdesign von Volker Weinhart. Kostüme von Cristina Nyffeler runden das Bild einer hervorragenden Inszenierung ab.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 17. Januar 2015 | 19:30 Uhr und
Sa | 24. Januar 2015 | 19:30 Uhr.
Ab April 2015 läuft „Rigoletto“ im Opernhaus Düsseldorf.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 20,30 bis 70,30 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Thilo Beu / Deutsche Oper am Rhein

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Für Junges Publikum der Deutschen Oper am Rhein: Räuber, Rumpelwichte und richtig gute Freunde gesucht

Ronja Räubertochter: Maria Kataeva als Ronja. Foto: Hans Jörg MIchel.

Ronja Räubertochter: Maria Kataeva als Ronja. Foto: Hans Jörg MIchel.

Am 26. Februar präsentiert die Deutsche Oper am Rhein im Theater Duisburg die Uraufführung der Familienoper „Ronja Räubertochter“. Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren können sich zu zwei begleitenden Kreativ-Werkstätten im Theater Duisburg anmelden: Am 20. Januar beginnt das sechswöchige Patenprojekt zu „Ronja Räubertochter“. Und in einer Tanzwerkstatt entwickeln die Kinder bereits ab 14. Januar sechs Monate lang „Collagen zu Ronja Räubertochter“. Die Teilnahme an beiden Angeboten ist kostenfrei.

Ronja und Birk sind die besten Freunde, doch ihre Familien kämpfen gegeneinander. Was macht eine gute Freundschaft aus und was kann sie bewirken? Wie klingt es im Mattiswald und woran erkennt man einen Rumpelwicht? Im Patenprojekt ab Dienstag, dem 20. Januar, um 15.30 Uhr setzen sich Kinder zwischen 8 und 10 Jahren in szenischen und musikalischen Übungen intensiv mit den Themen aus „Ronja Räubertochter“ auseinander und bekommen Einblick in den Entstehungs­prozess der Familienoper. Die fünf Treffen finden jeweils dienstags nachmittags im Theater Duisburg statt und sind kostenfrei. Als kleine „Experten“ werden die Teilnehmer am Ende des Projektes aktiv in die Familienopernwerkstatt am 21. Februar eingebunden und dürfen einzelne Arbeitsergebnisse präsentieren.

Die Drei von der Abteilung "Junges Publikum": Anja Fürstenberg, Krysztina Winkel, Anna-Mareike Vohn. Foto: Klaudia Taday.

Die Drei von der Abteilung „Junges Publikum“: Anja Fürstenberg, Krysztina Winkel, Anna-Mareike Vohn. Foto: Klaudia Taday.

Noch intensiver als im Patenprojekt setzen sich rund 90 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren von Januar bis Juni im Mitmach-Projekt „Collagen zu Ronja Räubertochter“ mit Astrid Lindgrens Erzählung auseinander. Einige Plätze sind kurzfristig in der Tanzwerkstatt im Theater Duisburg frei: Unter der Leitung von Eva Zamazalová entwickeln die Teilnehmer ab 14. Januar jeweils mittwochs von 15.30 bis 17.00 Uhr Choreographien zu Motiven aus der Erzählung. Die Ergebnisse der einzelnen Werkstätten Komposition, Tanz, Bühnenbild und Kostüme werden im Juni in Düsseldorf und Duisburg als „Collagen zu Ronja Räubertochter“ präsentiert.

Weitere Informationen, die genauen Termine sowie das Anmeldeformular erhält man auf Anfrage bei Anja Fürstenberg, Junges Publikum, unter a.fuerstenberg@operamrhein.de oder telefonisch unter 0211 / 8925-152.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel und Klaudia Taday

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Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ am 11. Januar im Theater Duisburg

Internationale Besetzung: 13 Solisten aus elf Ländern

Boris Statsenko (Rigoletto). Foto: Thilo Beu.

Boris Statsenko (Rigoletto). Foto: Thilo Beu.

Giuseppe Verdis berühmte Oper „Rigoletto“ über den gleichnamigen Hofnarren, der seine Tochter Gilda nicht vor den Annäherungen des Herzogs von Mantua und den Übergriffen seines Hofstaats schützen kann, steht wieder auf dem Spielplan. Die Inszenierung des deutsch-französischen Regisseurs David Hermann ist ab 11. Januar, 18.30 Uhr, dreimal im Theater Duisburg zu erleben.

Wie bei vielen Produktionen der Deutschen Oper am Rhein ist die Besetzung sehr international: Die 13 Solisten der Wiederaufnahme von „Rigoletto“ stammen aus elf verschiedenen Ländern.

Andrej Dunaev (Il Duca di Mantova), Olesya Golovneva (Gilda). Foto: Thilo Beu.

Andrej Dunaev (Il Duca di Mantova), Olesya Golovneva (Gilda). Foto: Thilo Beu.

Der türkische Bariton Melih Tepretmez, der in dieser und der vergangenen Spielzeit in Ludger Vollmers Oper „Gegen die Wand“ den Hochzeitssänger verkörperte, debütiert im Theater Duisburg in der Titelpartie. Ensembleneuzugang Elena Sancho Pereg aus Spanien, Publikumsliebling in Düsseldorf als Zerbinetta in „Ariadne aus Naxos“, gibt ihr Gilda-Debüt an der Deutschen Oper am Rhein.

Der russische Tenor Georgy Vasiliev ist als Herzog von Mantua zu erleben, das französisch-armenische Ensemblemitglied Daniel Djambazian verkörpert den Graf von Monterone. Ramona Zaharia aus Rumänien und Lukasz Konieczny aus Polen, ebenfalls im Sängerensemble der Deutschen Oper am Rhein, singen die Partien der Maddalena und des Sparafucile. Monika Rydzkowski (Gräfin von Ceprano) aus Polen sowie Felix Rathgeber (Graf von Ceprano) und Florian Simson (Borsa) aus Deutschland stehen außerdem auf der Bühne. Die neuen Opernstudiomitglieder Maria Popa (Giovanna) aus Rumänien und Anna Tsartsidze (Page) aus Georgien, Jwa-Kyeom Kim (Henker) aus Korea und Roman Hoza (Marullo) aus Tschechien sowie der Chor der Deutschen Oper am Rhein komplettieren die Besetzung. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung des aus Italien stammenden Dirigenten Giuliano Betta.
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„Rigoletto“ im Theater Duisburg:
So 11.01. 18.30 Uhr | Sa 17.01. 19.30 Uhr | Sa 24.01. 19.30 Uhr
„Rigoletto“ im Opernhaus Düsseldorf:
Fr 10.04. 19.30 Uhr | Sa 18.04. 19.30 Uhr | Sa 23.05. 19.30 Uhr | So 14.06. 18.30 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211 / 8925211 bzw. 0203 / 9407777, sowie über http://www.operamrhein.de.

– Presseinformation der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Thilo Beu

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Men in Black: Ein Chorprojekt für Männerstimmen in Duisburg

Der Polizeichor Duisburg lädt zum Mitsingen ein
Von Petra Grünendahl

Lieder von Phil Collins, Andrew Lloyd Webber, Leonhard Cohen, Reinhard May oder John Lennon & Paul McCartney (Beatles) gelten nicht ohne Grund als Ohrwürmer. Geschrieben von genialen Liedermachern für Solostimmen, verraten sie dadurch ihre Klasse, dass sie auch anders interpretiert, von Ensembles oder Chören gesungen immer noch ihren ganz besonderen Reiz haben. Dies will der Polizeichor Duisburg nicht nur auf seinem Frühlingskonzert realisieren: Er sucht dafür noch Männerstimmen als Chor-Verstärkung.

Polizeichor Duisburg, der Frauenchor der Polizei Duisburg und das Orchester Oberhausen beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Polizeichor Duisburg, der Frauenchor der Polizei Duisburg und das Orchester Oberhausen beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Frühlingskonzert im Steinhof in Huckingen soll dann das gemischte Männer-Ensemble auf der Bühne und vor großem Publikum stehen. Mitsingen kann jeder, der Interesse und Freude an der Musik hat. Notenkenntnisse wären von Vorteil, sind aber nicht zwingend. Die Grundkenntnisse erlernen die „Mit“-Sänger bei den Proben. Das Projekt steht unter der musikalischen Gesamtleitung von Musikdirektor Axel Quast, Chorleiter des Polizeichores. Kosten fallen für die Mitsänger keine an, es entsteht keine Mitgliedschaft. Oder vielleicht auch einfach „noch nicht“? Sänger im Polizeichor müssen nicht unbedingt im Polizeidienst tätig sein. Musikalisch zählt der Polizeichor jedenfalls zu den besten Adressen in Duisburg, was er traditionell im Frühjahr und zu Weihnachten mit großen Konzerten unter Beweis stellt..

men-in-blackDie erste Probe des Projektchore.s findet am Montag, 12. Januar 2015, um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn statt. Ein Einstieg ist aber bis zu zwei Wochen später noch möglich. Die regelmäßige Teilnahme an den Proben wäre Pflicht, ansonsten entstehen keine Kosten. Am Samstag, 9. Mai 2015, steigt das traditionelle Frühlingskonzert des Polizeichors Duisburg im Kulturzentrum Steinhof Huckingen. Unterstützt wird der Männerchor dabei vom Frauenchor der Polizei Duisburg sowie vom Landespolizeiorchester NRW.

Der Polizeichor Duisburg
Der Polizeichor (Männerchor) besteht nicht nur aus Polizisten, sondern steht auch nichtpolizeiangehörigen interessierten Sängern offen. Geprobt wird einmal wöchentlich montags um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn (Kulturzentrum …kulturiges…) an der Duisburger Straße 213. Wer Interesse am Chorprojekt hat, nimmt ganz einfach mit dem Vorsitzenden des Polizeichors, Rolf Holz, Kontakt auf.
Kontaktdaten finden sich hier …

Die traditionellen Weihnachtskonzerte des Polizeichors Duisburg durften wir in den letzten Jahren begleiten:

Weitere Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man hier …

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Hafengruppe DeltaPort in Wesel peilt 2015 neue Ansiedlungen an

GS Recycling investiert gut 50 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren
Von Petra Grünendahl

DeltaPort-Hafenchef Jans Briese (l.) und Guido Schmidt, Geschäftsführer von GS Recycling, vor dem Bio-Klärwerk. Foto: Petra Grünendahl.

DeltaPort-Hafenchef Jans Briese (l.) und Guido Schmidt, Geschäftsführer von GS Recycling, vor dem Bio-Klärwerk. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben einen Standort zum Umschlag auf Binnenschiffe gesucht“, erzählte Guido Schmidt, Geschäftsführer der GS Recycling GmbH. In Duisburg hatte er auch angefragt, war aber mangels Flächen nicht fündig geworden. Dann kam das Angebot aus Wesel, sich mit einem Zweigbetrieb im Rhein-Lippe-Hafen niederzulassen. Auf etwa 5,5 Hektar baut das in Sonsbeck (ebenfalls Kreis Wesel) ansässige Unternehmen einen neuen Logistik- und Produktionsstandort. Das auch als Ölhafen bezeichnete Areal bietet neben GS Recycling, dem Tanklager von Tan Quid, Rhenus Partnership (Koppelstelle für Schubleichter) und dem neuen Lager von Hegmann Transit (Schwergutumschlag) noch reichlich wassernahe Flächen für die Ansiedlung Hafen-affiner Betriebe. Insgesamt 14 Hektar sind hier kurzfristig verfügbar, für weitere 15 Hektar sind die Bebauungspläne in Vorbereitung.

Jens Briese, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG in Wesel. Foto: DeltaPort.

Jens Briese, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG in Wesel. Foto: DeltaPort.

Der Hafenverbund DeltaPort mit dem Hafen Emmelsum, Rhein-Lippe-Hafen und Stadthafen Wesel. Foto: DeltaPort.

Der Hafenverbund DeltaPort mit dem Hafen Emmelsum, Rhein-Lippe-Hafen und Stadthafen Wesel. Foto: DeltaPort.

Gute 50 Jahre wurden die Häfen in Wesel und Voerde von ihren kommunalen Eigentümern eher stiefmütterlich verwaltet. Im Jahr 2012 legten die beteiligten Städte und der Kreis Wesel dann mit der Gründung der DeltaPort GmbH & Co. KG den Grundstein für die künftige Hafenentwicklung. Mit Jens Briese holte man sich einen Mann vom Fach, der zuvor den JadeWeserPort in Wilhelmshaven geführt hatte. Unter seiner Fittiche werden im Stadthafen Wesel, im Rhein-Lippe-Hafen sowie im Hafen Emmelsum (Voerde) unter dem Dach der Hafengesellschaft DeltaPort bestehende Anlagen saniert und freie Areale weiter entwickelt. Der Hafenverbund wird jetzt zwei Jahre alt: „Wir sind mit der Marke ‚DeltaPort’ sehr viel weiter gekommen. Wir machen hier unsere Hausaufgaben und DeltaPort entwickelt sich gut“, bekräftigte Jens Briese. Bei einer Tour durch die Hafenstandorte stellte er Fachjournalisten die aktuellen Entwicklungen in Wesel und Voerde vor.

Politik und Verwaltung fördern Unternehmensansiedlungen
„Die Richtung stimmt. Neuansiedlungen ist hier Chefinsache“, erklärte Ludger Hovest, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Wesel und stellvertretender Aufsichtsratschef der DeltaPort GmbH & Co. KG, in Anspielung auf Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD), die auch das Dezernat für Stadtentwicklung leitet. Das tut der Stadt und ihren Finanzen gut, denn Neuansiedlungen bringen Gewerbesteuern in die Kassen der Stadt. Und sie schaffen neue Arbeitsplätze. Probleme mit Anwohner-Protesten gebe es nicht, so Hovest: „Es besteht großer Konsens mit den Bürgern, die von Anfang an informiert und ‚mitgenommen’ wurden.“

Das neue Tanklager von GS Recycling im Rhein-Lippe-Hafen in Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

Das neue Tanklager von GS Recycling im Rhein-Lippe-Hafen in Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

„Rund 50 Mio. Euro investieren wir hier in den nächsten vier bis fünf Jahren“, erklärte Guido Schmidt. Damit schafft GS Recycling etwa 40 bis 50 Arbeitsplätze an seinem neuen Standort am Rhein-Lippe-Hafen – zusätzlich zum bestehenden Betrieb in Sonsbeck. Es stehen schließlich Erweiterungen des Geschäftsbetriebes an, die im Hinterland ohne Hafenanbindung nicht möglich waren: „Wir wollen hier beispielsweise Schiffsreinigung, Entsorgung von Schiffsreinigern, die Entgasung von Tankschiffen und weitere Dienstleistungen rund um Binnenschiff anbieten“, so Schmidt. Lagerhalle, Öltanks und eine Bio-Kläranlage sind auf dem Areal im Bau, eine befahrbare Kaimauer zum Umschlag von Ölprodukten auf Binnenschiffe – das Recycling von Altöl ist das Kerngeschäft der Sonsbecker – sowie die Anlage zur Schiffreinigung sind in der Planungsphase.

Anfang 2015 soll im Rhein-Lippe-Hafen auch das neue Lager von Hegmann Transit mit einer Hallenfläche von 15.0000 Quadratmetern und einer neuen Kaimauer mit Schwerlastkränen in Betrieb gehen. Währendessen wird dann „nebenan“ im Hafen Emmelsum mit dem Neubau eines KV-Terminals von Contargo Trimodal Network begonnen: Contargo baut im trimodal angebundenen Voerder Hafen (Wasser, Schiene, Straße) seine Drehscheibe für den Kombinierten Verkehr (KV) weiter aus. Auf knapp 46.000 Quadratmetern Geländefläche entstehen Infrastruktur sowie Lager- und Abstellflächen für Container. Ende des Jahres, spätestens Anfang 2016 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen und die Verladekapazitäten des Hafenverbundes um weitere 20.000 TEU (also Standardcontainer) erweitern. Den Bedarf sehen die Verlader, sonst würden sie nicht Millionen von Euro für Investitionen in die Hand nehmen.

Investitionen bringen den Standort voran

Die Anlage zur Verladung von Salz aus Rheinberg-Borth hat Hülskens im Stadthafen neu gebaut. Foto: Petra Grünendahl.

Die Anlage zur Verladung von Salz aus Rheinberg-Borth hat Hülskens im Stadthafen neu gebaut. Foto: Petra Grünendahl.

Aus seinem Dornröschenschlaf erwacht der Stadthafen Wesel: Rund 11 Mio. Euro investierten die Hafeneigner in Kaimauer, Gleisanlagen und die Sanierung der Gleise bis zum Bahnhof Wesel, wo die Güterzüge ins Netz der Deutschen Bahn wechseln. Letzte Baumaßnahmen liefen im Dezember bei unseren Besuch im Betrieb von Hülskens GmbH & Co. KG: Zusätzlich zur Verladung von Sand und Kies läuft hier am 5. Januar 2015 die Verladung von Salz aus dem Esco-Bergwerk in Rheinberg-Borth an. Gute 350.000 Tonnen wurden zuletzt auf der alten Anlage in Ossenberg auf der anderen Rheinseite umschlagen. Bis zu 400.000 Tonnen im Jahr werden künftig im Stadthafen Wesel auf Binnenschiffe verladen werden. Die Anlage in Ossenberg wird stillgelegt.

Ab dem 5. Januar 2015 befüllen die neuen Förderbänder Binnenschiffe mit Salz aus Rheinberg, die per Lkw angeliefert werden. Foto: Petra Grünendahl.

Ab dem 5. Januar 2015 befüllen die neuen Förderbänder Binnenschiffe mit Salz aus Rheinberg, die per Lkw angeliefert werden. Foto: Petra Grünendahl.

Während im Stadthafen die Zeichen vor allem auf Sanierung und Ausbau bestehender Anlagen stehen – freie Flächen gibt es dort nicht –, sind außer im Rhein-Lippe-Hafen auch im Hafen Emmelsum noch Ansiedlungsflächen verfügbar. Kurzfristig können sich in Voerde auf 6 Hektar neue Betriebe niederlassen. Längerfristig sind im Hafen Emmelsum zusätzliche 15 Hektar als Westerweiterung vorgesehen. Die Planfeststellung wird im Februar 2015 anlaufen.

Zukunftsaussichten vielversprechend!
Als einziger deutscher Binnenhafen ist DeltaPort Mitglied im EcoPorts-Netzwerk: „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal – und das ist der richtige Weg“, ist Briese überzeugt. Die PERS-Zertifizierung (Ports Environment Review System) will der Hafenverbund-Geschäftsführer bis Mitte 2015 abgeschlossen haben. Nicht nur der Hafenbetrieb wird nach Umweltgesichtspunkten organisiert: Die Sanierung und der Ausbau der Hafenbecken ermöglichte die Renaturierung des Lippedeltas, wo vorher lediglich ein Kanal in den Rhein mündete. Das Lippedelta bietet dadurch nun echte Naherholungsqualitäten.

Die DeltaPort GmbH & Co. KG agiere als reiner Landlord, betonte Jens Briese. Mit 12 festen Mitarbeitern sei man für das Tagesgeschäft gut aufgestellt. Juristischen Sachverstand beispielsweise hole man sich nur projektbezogen auf Honorarbasis dazu. Für 2013 verzeichnete DeltaPort einen Gesamtumschlag von 3,2 Tonnen. Dank der Kapazitätsverlagerungen und Neuansiedlungen ist die Tendenz steigend. Die Zukunft ist auf Wachstum gestellt.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), DeltaPort (2)

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Einen guten Start ins Jahr 2015 wünscht „Duisburg am Rhein – Betrachtungen“!

Silvester-/Neujahrsfeuerwerk 2014
© 2015 Petra Grünendahl

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Wir wünschen unseren Lesern frohe und gesegnete Weihnachtstage!

xmasgreetings_2014

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Loveparade-Strafverfahren: Stand des Zwischenverfahrens im Dezember 2014

Stellungnahmen zu Anklagevorwürfen bis 31. März 2015

Im Loveparade-Strafverfahren hat der Vorsitzende den Beteiligten nun-mehr weitergehende Akteneinsicht gewährt und die Frist zur Stellungnahme zu den Anklagevorwürfen auf den 31.03.2015 festgesetzt.

Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Diese auf Antrag der Verteidiger bereits mehrfach verlängerte Frist hatte das Gericht zuletzt ausgesetzt. Grund dafür war die Ankündigung der Staatsanwaltschaft Duisburg, zu den Angriffen gegen das von ihr eingeholte Sachverständigengutachten weitere Informationen einzuholen und weiteres Original-Bildmaterial vorzulegen. Die von der Staatsanwaltschaft eingeholten Stellungnahmen zu der Frage, inwieweit neben dem Gutachter weitere Personen an der Erstellung des Gutachtens beteiligt waren, liegen nunmehr vor. Auch liegen weitergehende Stellungnahmen des Gutachters in der Sache und eine Neuübersetzung des Gutachtens vor. Ferner hat die Staatsanwaltschaft Datenträger mit dem Bild- und Videomaterial vorgelegt, mit dem der Sachverständige gearbeitet hat. Schließlich hat die Staatsanwaltschaft die in der Anklage als Beweismittel bezeichneten Bild- und Videodateien neu aufbereitet und die elektronische Akte überarbeitet. All dies ist Gegenstand der jetzt gewährten Akteneinsicht. Diese umfasst jeweils die Übersendung von vier Festplatten und einer DVD.

Die zuständige 5. große Strafkammer des Landgerichts setzt ihre unun-terbrochene Arbeit im Zwischenverfahren unter Einbeziehung des genannten Materials fort. In die Prüfung über die Zulassung der Anklage werden auch die noch zu erwartenden weiteren Stellungnahmen der Beteiligten einzubeziehen sein, so dass mit einer Entscheidung über die Zulassung der Anklage nicht unmittelbar nach Fristablauf zu rechnen ist.

Aktenzeichen: 35 KLs 5/14
– Presseinformation des Landgerichts Duisburg –
Foto: Petra Grünendahl

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Polizeichor Duisburg begeisterte bei seinem Weihnachtskonzert 2014 im Theater am Marientor

Bunter Kinderchor wurde umjubelter Höhepunkt
Von Petra Grünendahl

Ein bunter Haufen mit viel Spaß beim Singen: der Polizei-Kinderchor unter der Leitung von Kathrin Schmitz. Foto: Petra Grünendahl.

Ein bunter Haufen mit viel Spaß beim Singen: der Polizei-Kinderchor unter der Leitung von Kathrin Schmitz. Foto: Petra Grünendahl.

Als Überraschung kündigte Rolf Holz, 1. Vorsitzender des Polizeichors Duisburg, eine „bunte Truppe“ an. Farbig waren nicht nur die Shirts der jungen Sänger, sondern auch ihre Herkunft: Kinder zwischen 8 und 14 Jahren aus unterschiedlichen sozialen Schichten zumeist mit einem schwierigen sozialen Hintergrund bilden seit dem Frühjahr 2014 den Polizei-Kinderchor. Die Kinder stammen aus acht Nationen, Deutsche sind ebenso dabei wie zum Beispiel Polen, Bulgaren, Pakistani oder Afrikaner. „Ihre Lieder haben sich die Kinder selber ausgesucht“, so Holz, „Und wenn sie ‚Maria durch den Dornbusch ging’ singen, kann man sich denken, dass sie einiges mitgemacht haben.“ Sie gaben allerdings auch Lieder zum besten, die eine fröhliche Weihnacht spiegelten. Das gibt Hoffnung! Mit Engagement und ihrer Singfreude begeisterten sie bei ihrem bislang größten Auftritt das Publikum.

Polizeichor Duisburg, der Frauenchor der Polizei Duisburg und das Orchester Oberhausen beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Polizeichor Duisburg, der Frauenchor der Polizei Duisburg und das Orchester Oberhausen beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Der Kinderchor unter der musikalischen Leitung von Kathrin Schmitz, Musikpädagogin und ausgebildete Kinderchorleiterin, war ein viel umjubelter Höhepunkt im voll besetzten Theater am Marientor (TaM). Der Polizeichor Duisburg 1928 e. V. lädt traditionell am vierten Adventswochenende zu seinen drei Weihnachtskonzerten ein. Dabei steht neben dem Polizeichor Duisburg als Männerchor auch der Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 auf der Bühne. Für die instrumentale Begleitung sorgte – wie in früheren Jahren – das Orchester Oberhausen. Neben den beiden Solisten aus eigenen Reihen, Conny Herrmann (Mezzosopran) und Klaus Hermann (Bass) hatte sich Musikdirektor Axel Quast als Gesamtverantwortlicher weitere Unterstützung aus dem Opernfach ins TaM geholt: die Sopranistin Antje Bitterlich (lyrischer Koloratursopran) sowie den Tenor Andreas Hermann. In der Pause und nach Veranstaltung sammelten die Sängerinnen des Frauenchors mit kleinen Sparschweinchen für einen guten Zweck: Dieses Jahr ging die Spende an den Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Duisburg.

Weihnachtliche Weisen: Bekanntes und Unbekanntes

Die Solisten Antje Bitterlich (Sopran) und Andreas Hermann (Tenor) beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Die Solisten Antje Bitterlich (Sopran) und Andreas Hermann (Tenor) beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Waren es in der ersten Hälfte noch eher unbekannte weihnachtliche Stücke klassischer Komponisten aus Messen oder Oratorien – Mozart, Bach, Händel oder Mendelssohn-Bartholdy –, so wurde das Repertoire nach der Pause allmählich vielen bekannter. Dann kamen auch die Weihnachtsklassiker, die man mit der Familie unter dem geschmückten Baum im Wohnzimmer singt. Stimmlich glänzend aufgelegte Chöre, ein harmonisches Orchester sowie Solisten, die musikalische Akzente setzten, bereiteten dem Publikum viel Freude.

Sein "Jerusalem" berührt die Zuschauer beim Weihnachtskonzert 2014; Bass Klaus Hermann. Foto: Petra Grünendahl.

Sein „Jerusalem“ berührt die Zuschauer beim Weihnachtskonzert 2014; Bass Klaus Hermann. Foto: Petra Grünendahl.

Furios war wie alle Jahre wieder das Finale – nach dem „Halleluja“ aus Händels „Messias“ – die vom Publikum heiß ersehnte Zugabe: Ohne „Jerusalem“ mit Bass Klaus Hermann als Solist und den Polizeichören als Begleitung ist das Weihnachtskonzert undenkbar – und rührte es wieder einmal so manchen Zuschauer zu Tränen. Mit einem vom rhythmischen Klatschen der Zuschauer begleiteten „Feliz Navidad“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“, bei dem viele im Publikum einstimmten, entließen die Akteure auf der Bühne die begeisterten Zuschauer in die verbleibende Vorweihnachtszeit. Heiligabend kann kommen!

 
 

Solistin Conny Herrmann beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

Solistin Conny Herrmann beim Weihnachtskonzert 2014 im TaM. Foto: Petra Grünendahl.

(Mit-)Sänger gesucht
Der Polizeichor (Männerchor) besteht nicht nur aus Polizisten, sondern steht auch nichtpolizeiangehörigen interessierten Sängern offen. Geprobt wird einmal wöchentlich montags um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn (Kulturzentrum …kulturiges…) an der Duisburger Straße 213.
Auch für den Polizei-Kinderchor würde sich Rolf Holz weitere Mitsänger wünschen. Der Kinderchor probt dienstags ab 17 Uhr auf dem Polizeirevier in der Innenstadt an der Düsseldorfer Straße 161. Interessierte können einfach mal vorbeikommen.
Weitere Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man hier … (www.polizeichor-duisburg.de)

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Lehrer brauchen mehr Zeit für die Berufsorientierung ihrer Schüler

Der Unternehmerverband zieht positive Jahresbilanz seiner Arbeit mit Schülern und Lehrern

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen zeigen es eindeutig: Der Kontakt zu Schulen und Hochschulen wird für die Wirtschaft immer wichtiger. „Die Unternehmen nutzen ihre Chancen und wollen frühzeitig den Kontakt mit den Fachkräften von morgen“, erläutert Wolfang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des heimischen Unternehmverbandes. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen baut der Unternehmerverband deswegen Brücken und geht auf Schulen und Hochschulen in der Region zu. Dabei sind die Formate der Kooperation unterschiedlich.

Die Fachkräfte von morgen: Der Unternehmerverband versucht Schülern die Berufswahl zu erleichtern. (Foto: Unternehmerverband).

Die Fachkräfte von morgen: Der Unternehmerverband versucht Schülern die Berufswahl zu erleichtern. (Foto: Unternehmerverband).

In den Schulen reichen sie vom Arbeitskreis Schule/Wirtschaft, der Lehrern einen Einblick in die Unternehmenspraxis geben soll, bis zum Einsatz des sog. Infomobils. Dieser Hightech-Bus soll Schülern die Ausbildungschancen in der Metall- und Elektroindustrie näher bringen. Rund 10mal begab sich der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft in diesem Jahr mit Lehrern in die örtlichen Betriebe, fast 30mal hielt das Infomobil an den Schulen der Region. „Akademiker von morgen“ sucht der Unternehmerverband mit dem vom ihm initiierten Dualen Orientierungspraktikum, das sich an Schüler in Bocholt, Emmerich, Duisburg, Mülheim und Oberhausen richtet und vor allem Einblicke auch in technische Studiengänge und Berufe bietet.

„All unsere Bemühungen an den Schulen haben das gemeinsame Ziel, den Schülern Perspektiven aufzuzeigen und sie bei der Berufswahl in einer immer komplexer werdenden Welt zu unterstützen“, erläutert Elisabeth Schulte, die beim Unternehmerband für den Bereich Schule/Wirtschaft zuständig ist. Im Sektor der Berufsorientierung hätte der Unternehmerverband gemeinsam mit allen anderen Akteuren aber noch viel Arbeit vor sich. Aktuelle Umfragezahlen der Vodafone-Stiftung sind alarmierend. Demnach wissen über die Hälfte der befragten Schüler nicht, welche Berufe gute Zukunftsaussichten bieten. Insbesondere die Chancen der betrieblichen Ausbildung werden zu oft verkannt. Dabei bieten gerade Ausbildungsberufe gute Perspektiven.

„Entscheidend ist, dass wir Schule und Wirtschaft konkret zusammen bringen. Dafür muss allerdings mehr Zeit an den Schulen zur Verfügung stehen, damit Lehrer selbst auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Bescheid wissen und dies ihren Schülern vermitteln können“, fordert Schulte. Schüler lernten nicht für die Schule, sondern für ihr Leben – und dazu gehörte wesentlich der Beruf. Gerade Lehrer bekämen immer mehr Aufgaben übertragen und hätten dadurch zu wenig Zeit, sich um die Berufsorientierung ihrer Schüler zu kümmern. „Viele Angebote aus der Wirtschaft zur Berufsorientierung werden nicht genutzt, weil Schulen keine Zeit dafür haben“, bedauert Schulte. „Wir müssen den Lehrern dringend den Rücken stärken. Es ist nicht nur eine freiwillige Zugabe, wenn Schüler über ihre Berufschancen aufgeklärt werden. Im Gegenteil: Es ist elementar für ihre Zukunft, frühzeitig die Weichen richtig zu stellen“, ergänzt Wolfgang Schmitz. Schmitz verweist dabei auf die hohe Zahl an Ausbildungs- und Studienabbrechern. „Unsere Arbeit an den Schulen hilft, diesen Realitätsschock zu vermeiden“, ist sich Schmitz sicher.

Bei der Umsetzung des neuen Übergangssystems zwischen Schule und Beruf „Kein Abschluss ohne Anschluss“ hilft der Verband. Er sieht aber noch erhebliche Praxisprobleme. „Es muss alles mit der schulischen und betrieblichen Realität vereinbar sein. Wir wollen gemeinsam Schüler fördern, dürfen aber dabei Unternehmen, Lehrer und Schüler auch nicht durch unpraktikable Vorgaben überfordern“, warnt Schulte. Auch im kommenden Jahr will der Unternehmerverband sein Engagement im Bereich Schule/Wirtschaft fortsetzen und sogar ausbauen. Um für die Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie zu werben, wird der Verband zum Beispiel einen nagelneuen doppelstöckigen „Truck“ einsetzen, der auf den Schulhöfen für viel Aufmerksamkeit sorgen dürfte.

– Presseinformation des Unternehmerverbandes Duisburg –

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Richard Wagners Operntrilogie in der Version von Loriot: Wiederaufnahme von „Der Ring an einem Abend“ im Theater Duisburg

Loriots Kurzfassung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ läuft ab 23. Dezember, 19 Uhr, mit Rudolf Kowalski im Theater Duisburg

Der Wagner-Bewunderer Vicco von Bülow alias Loriot komprimierte die mythisch verschachtelte Handlung von Richard Wagners vierteiligem Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ von original über 16-stündiger Spieldauer auf gut drei Stunden und wollte damit Wagner-Skeptikern Mut machen, das dramatische Geschehen um Liebe, Neid, Herrschsucht und Verrat zu verfolgen.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Ab 23. Dezember, 19 Uhr, führt Schauspieler Rudolf Kowalski (bekannt aus den TV-Krimiserien „Stolberg“, „Bella Block“, „Tatort“ und diversen Loriot-Sketchen) mit Loriots augenzwinkernden Kommentaren durch die einzigartige „Ring“-Paraphrase „Der Ring an einem Abend“.

Linda Watson, Ensemblemitglied und international gefragte Wagner-Interpretin, ist als Brünnhilde zu erleben, Heike Wessels verkörpert Sieglinde. Die anderen wichtigen Hauptpartien sind mit Corby Welch (Siegfried und Siegmund), Stefan Heidemann (Wotan), Wolfgang Schmidt (Mime), Katarzyna Kuncio (Fricka und Waltraute) und Oleg Bryjak (Alberich) besetzt. Weitere Wagner-erfahrene Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein komplettieren die Besetzung. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von Kapellmeister Wen-Pin Chien.

Unsere Berichte einer früheren Aufführung finden Sie hier …
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„Der Ring an einem Abend“ im Theater Duisburg:
Di 23.12. 19.00 Uhr | Sa 27.12. 19.00 Uhr | So 04.01. 18.30 Uhr | Sa 10.01. 19.00 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, und Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Hans Jörg Michel

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Unternehmerverband Duisburg: Unsicherheit dämpft Konjunktur-Erwartungen

“Wenn die Stadt mehr Gewerbesteuern haben will, brauchen wir mehr Gewerbeflächen, um Betriebe anzusiedeln“
Von Petra Grünendahl

„Mit der wirtschaftlichen Entwicklung 2014 können wir insgesamt zufrieden sein“, erklärte Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft. Dabei ist der Arbeitsmarkt robust: „Unternehmen wollen lieber einstellen als Stellen abbauen“, so Lison weiter. Allerdings macht ihm die Binnennachfrage Sorge. Im Maschinen- und Anlagenbau ist hier besonders die Nachfrage nach Investitionsgütern gemeint. Für 2015 verkündete Lison einen verhaltenen Optimismus der regionalen Wirtschaft, wobei allerdings Auswirkungen aktueller Krisen (insbesondere deren Verschärfung) noch nicht berücksichtigt sind. „Wir haben nicht mehr den Rückenwind wie im Frühjahr 2014“, so Lison.

Stellten beim Unternehmerverband die Konjunktur-Umfrage Herbst 2014: Heinz Lison und Wolfgang Schmitz (v.l.)

Stellten beim Unternehmerverband die Konjunktur-Umfrage Herbst 2014: Heinz Lison und Wolfgang Schmitz (v.l.)

Der Unternehmerverband Duisburg stellte die halbjährliche Konjunktur-Umfrage vor. Unternehmersprecher Heinz Lison und Hauptgeschäftsführer standen der Presse Rede und Antwort. Insgesamt 300 Unternehmen im Ruhrgebiet hatten sich beteiligt, darunter waren rund 80 Mitgliedsbetriebe des heimischen Unternehmerverbandes. Diese Zahlen unterscheiden sich grundsätzlich von bundesweiten Erhebungen, da die Entwicklungen im Ruhrgebiet immer etwas unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Das Ruhrgebiet müsse sich wieder auf seine industriellen Stärken besinnen, so Lison. Ein Wandel des Reviers zu einer reinen Dienstleistungsgesellschaft sei falsch und töricht. „Wir haben nicht nur eine starke und wettbewerbsfähige Industrie im Ruhrgebiet, sondern alle Chancen auch im digitalen Zeitalter industriell vorne mit zu spielen“, meinte Lison und nannte insbesondere die dynamische und dichte Hochschullandschaft als „Pfund“ für zukünftige Herausforderungen. Das Ruhrgebiet müsse die Chancen des digitalen Wandel entschlossen ergreifen.

Rahmenbedingungen stimmen nicht
„Wir brauchen mehr Gewerbeflächen, um hier Industrie anzusiedeln“, forderte der Unternehmersprecher. „Nur mit neuen Industrieansiedlungen steigt das Gewerbesteueraufkommen.“ Womit er Recht hat: Die letzte Hebesatzerhöhung, die der Duisburger Stadtrat beschlossen hatte, brachte der Stadt Duisburg sinkende Gewerbesteuereinnahmen ein. Denn da, wo mehrere Faktoren zusammen kamen – fehlende Flächen plus höhere Hebesätze beispielsweise –, haben Unternehmen ihre Betriebe in Nachbarstädte verlagert und erweitert. Das ist weder im Sinne kommunaler Finanzen noch im Sinne des immer noch schwierigen Arbeitsmarktes.
„Wir sind hier auf keinem guten Weg“, tadelte Lison das beständige Drehen an der Steuerschraube. Eine Konsolidierung der Kommunen auf Knochen der Wirtschaft – über Anhebungen von Gewerbe- und Grundsteuern – schwächt deren Möglichkeiten zu investieren. Hier regt der Unternehmerverband an, dass sich der Bund von Staatsbeteiligungen wie Telekom oder Bahn trennen sollte, um die Kommunen zu entlasten. Diese brechen bekanntlich gerade in strukturschwachen Regionen gerade unter den Lasten zusammen, die Bund und Länder über Jahrzehnte immer gerne nach unten weitergereicht haben, ohne sie vernünftig zu finanzieren.
Die Erwartungen der Wirtschaft schwächeln im Vergleich zum Führjahr. Positive Erwartungen an Geschäftslage, Aufträge, Umsätze oder Erträge liegen unter oder nur knapp über der 60-Prozent-Marke. In der Metall- und Elektroindustrie, die hier in der Region stark vertreten ist, erreichen diese Zahlen nicht einmal die 50-Prozent-Schwelle. Dennoch halten die Unternehmen an ihren Mitarbeitern fest, um dem aufkommenden Fachkräfteengpass vorzubeugen.

Fachkräftemangel: Gebraucht werden Facharbeiter
„Unsere Unternehmen tun sich immer schwerer, geeignete Auszubildende zu finden“, bilanzierte Lison gerade im Hinblick auf die Metall- und Elektroindustrie, wo die Entwicklung bei den Ausbildungsplätzen negativ ist. „Einer der Gründe ist eine überzogenen Akademisierung zulasten der dualen Ausbildung. Zu viele junge Leute ziehen ein Studium vor“, erläuterte der Unternehmersprecher, der in Mülheim seinen Betrieb (Lison-Systemtechnik & Consulting GmbH) führt. Ein zweites Problem sieht er in den „Bildungsverlierern“, von denen es gerade im Ruhrgebiet zu viele gebe: „Die Betriebe können das nicht auffangen.“ Und das, obwohl viele Betriebe wieder verstärkt auf Auszubildende mit mittleren Abschlüssen setzen. „Wir können nicht oft genug den Wert einer Ausbildung und die guten Perspektiven dort unterstreichen. Diese Botschaft muss noch stärker in Schulen und Elternhäuser“, forderte Lison. „Es gibt auch ein Leben ohne Abitur – das sogar erfolgreich und sehr gut sein kann.“

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Ehemaliges St.-Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl wird zur Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber

Ab Samstag sollen die ersten 100 Plätze belegt werden,
Endausbau auf 300 Plätze vorgesehen

Von Petra Grünendahl

„Die Unterbringen im St.-Barbara-Hospital ist eine Landeseinrichtung. Sie wird eingerichtet und bezahlt vom Land“, stellte Thomas Sommer, bei der Bezirksregierung Arnsberg verantwortlicher Dezernent für die Unterbringung von Asylbewerbern, klar. Betreut werden die Flüchtlinge in der Einrichtung durch Sozialpädagogen und geschulte Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das bundesweit mehrere solcher Einrichtungen betreuen. Die bis zu 300 Asylbewerber, die hier untergebracht werden, werden auf das Kontingent der Stadt angerechnet. Zu Deutsch: Zu nehmen hatte Duisburg diese Anzahl sowieso, aber ohne das Landesasyl hätte die Stadt Duisburg für Unterbringung, Verpflegung etc. aufkommen müssen.

Thomas Sommer (Bezirksregierung Arnsberg, l.) und Stadtdirektor Reinhold Spaniel (r.) informierten über die Landesaufnahmeeinrichtung im ehemaligen St.-Barbara-Hospital in Neumühl. Foto: Jürgen Rohn.

Thomas Sommer (Bezirksregierung Arnsberg, l.) und Stadtdirektor Reinhold Spaniel (r.) informierten über die Landesaufnahmeeinrichtung im ehemaligen St.-Barbara-Hospital in Neumühl. Foto: Jürgen Rohn.

Ab Samstag sollen die ersten Flüchtlinge nach Neumühl kommen. Auf einer Pressekonferenz informierte die Bezirksregierung Arnsberg zusammen mit der Stadt Duisburg über die Einrichtung: Man startet mit 100 Plätzen, die zunächst im ehemaligen Schwesternwohnheim eingerichtet wurden. Im Endausbau sollen im St.-Barbara-Hospital 300 Plätze zur Verfügung stehen. Der Eigentümer der Immobilie, die IPG Immobilien Projekt Gesellschaft, hat in Brandschutz und Renovierungen investiert, um die Unterbringung auf einen ordentlichen Standard zu bringen. Die Brandschutz-Endabnahme soll noch am Freitag erfolgen. Einen Mietvertrag hat die IPG auf drei Jahre mit der Bezirksregierung Arnsberg abgeschlossen. Für diese drei Jahre hat der Duisburger Stadtrat eine Nutzungsänderung beschlossen. Danach will man auf dem Areal eine höherwertige Wohnbebauung entwickeln.

„Die Nachbarschaft wird in persönlichen Gesprächen informiert“, wusste Peter Rieck vom der IPG zu berichten. „Wir müssen die Leute vor Ort mitnehmen“, erklärte Thomas Sommer von der Bezirksregierung. Auch Duisburgs Sozialdezernent Reinhold Spaniel kündigte Gespräche mit Verbänden und Sozialträgern im Umfeld an, um die Einrichtung im Stadtteil einzubinden. Außerdem sollten Anwohner von der Stadt über Flugblätter informiert werden. „Es ist gut, dass diese Einrichtung im Wohngebiet liegt“, urteilte Zehra Yilmaz, die seitens des Deutschen Roten Kreuzes für die Einrichtung verantwortlich sein wird. „Wichtig ist uns, mit den Nachbarn zusammen zu arbeiten. Wir müssen den Anwohnern die Ängste nehmen.“

© 2014 Petra Grünendahl (Text), Foto: Jürgen Rohn

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Neues Buch von der Zeitzeugenbörse Duisburg: Archivbilder Meiderich

Von ländlichen Anfängen bis zur Industrialisierung, die Meiderich wachsen ließ
Von Petra Grünendahl

Auch wenn Meiderich erst nach der Trennung von Ruhrort 1874 eine eigenständige Bürgermeisterei wurde und 1894 die Stadtrechte bekam, geht die Besiedlung von Meiderich bis vor das Jahr 874 zurück, als Meiderich erstmals in der Urkunde des Gerresheimer Klosters erwähnt wurde. Nur elf Jahre dauerte die Selbstständigkeit der Stadt Meiderich, die dann 1905 zusammen mit Ruhrort nach Duisburg eingemeindet wurde. Viele Jahrhunderte lang war Meiderich ländlich geprägt, auch wenn zum Beispiel der größte Teil der Ruhrorter Häfen auf Meidericher Gebiet lag. Verstärkte Ansiedlungen von Industriebetrieben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen Meiderich an Bedeutung und Einwohnern gewinnen.

Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag.

Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag.

Mit dem Buch „Duisburg-Meiderich“ aus der Reihe „Archivbilder“ legte die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. nun schon ihr zehntes Buch in Zusammenarbeit mit dem Erfurter Sutton Verlag vor. Das Autorenteam um Harald Molder hat die Bilder in neun Kapitel sortiert, um thematische Schwerpunkte setzen zu können. Von den „Bäuerlichen Anfängen“ und „Alten Ansichten“ arbeiteten sie sich über „Firmen und Geschäfte“ sowie „Hafen, Zechen und Industrie“ bis ins tägliche Leben – mit „Gaststätten und Kneipen“ sowie „Kirchen und Schulen“ oder „Einrichtungen und Institutionen“ – vor, um die Bilderschau mit Geselligkeit, „Vereinen und Vereinigungen“, Ereignissen und Begebenheiten aus dem Leben der Meidericher abzurunden.

Erste Kirche in Meiderich schon 874 urkundlich erwähnt
In Bild und Wort lassen die Autoren die Geschichte Meiderichs Revue passieren. Die heutige Evangelische Kirche beispielsweise, die wohl aus dem Jahr 1487 datiert, steht auf den Fundamenten der früheren Kirche, die Gegenstand der Urkunde von 874 ist. Eine katholische Kirche wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts mit der Zuwanderung von Arbeitern katholischen Glaubens aus Polen wieder begründet. St. Michael an der Von-der-Mark-Straße stammt aus diesem Jahrzehnt, das direkt nebenan erbaute St.-Elisabeth-Hospital wurde längst abgerissen. Einige einstmals bedeutende Gebäude wie das Haus Hagen, das Meidericher Rathaus, die Zeche Westend, Schloss Meiderich oder der Schlachthof sind mehr oder weniger lange Vergangenheit.

Ihre Geschichte ist hier aber festgehalten. Anblicke, die alte Meidericher noch kennen dürften, und jüngere Meidericher nur durch historische Bildbände erkunden können.
Historische Fotos spiegeln auch Alltag und Vereinsleben. So liegen die Wurzeln des heutigen MSV Duisburg e. V. in Meiderich. Lange Traditionen haben auch das Schützenwesen oder der Karneval: Schützenzug, Elferrat oder die Tanzgarde wurden schon vor vielen Jahrzehnten gerne im Bild festgehalten. Die Aufnahmen zeigen aber auch die Bedeutung der Fotografie in ihrer Frühzeit: Abgelichtet wurden Belegschaften oder Gästerunden von Gaststätten, Tante-Emma-Läden oder zum Beispiel Brauereien (drei Brauereien gab es um 1875 in Meiderich, verraten die Autoren) herausgeputzt oder sogar im Sonntagsstaat. Alles perfekt arrangiert, unbemerkt konnte der Fotograf sein Werk nicht verrichten: Wenn er mit dem großen Kasten kam, schmiss man sich in Schale. Der Aufwand war für beide Seiten groß, so dass die wenigen Fotos bleibende Werte waren. Schnappschüsse sind eine Erfindung der Neuzeit, als die Kameras handlicher wurden.

Zum neu Entdecken und Wiederentdecken
zzb_duisburg-meiderich_finalDas Buch „Duisburg-Meiderich“ ist wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Erfurter Sutton Verlag erschienen. Auf 124 Seiten findet der Leser 160 bislang unveröffentlichte Abbildungen. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten sind zum Teil über 100 Jahre alt, bis hin zum Kampf um die Eigenständigkeit und die Eingemeindung nach Duisburg. Abbildungen und Textinformationen stammen von Frank Bocek, Rainer Bongart, Harald Moder, Heinz Pischke und Reinhold Stausberg von der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. sowie von Bodo Gröters (Duisburg-Meidericher Schützenverein von 1895), Steffen Ranisch (MCV Meiderich von 1979) und Herbert Strahl. Zugriff hatten die Autoren auch auf die umfangreiche Sammlung, die Dr. Peter Cinka zu seinen Lebzeiten zur Meidericher Geschichte angelegt hatte. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-424-9).

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben berufen. Unter seinem Vorsitz ist sie 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2014 Petra Grünendahl
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag

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Erweiterungsbau für das MKM Museum Küppersmühle in Duisburg: Herzog & de Meuron mit der Planung beauftragt

Abbildung: Erweiterung MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Modellfoto, © Herzog & de Meuron.

Abbildung: Erweiterung MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Modellfoto, © Herzog & de Meuron.

Das MKM Museum Küppersmühle erhält einen Erweiterungsbau. Das Sammlerehepaar Sylvia und Ulrich Ströher hat mit der Gründung der MKM-Stiftung die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und das Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron mit der Planung beauftragt.

Die Stiftung für Kunst und Kultur e.V., die das Museum Küppersmühle nun schon seit 15 Jahren betreibt, freut sich sehr über diese Entwicklung und über das Vertrauen der Familie Ströher, die den Betreibervertrag gleichzeitig um weitere 12 Jahre verlängert hat.

„Zukünftig gibt es weitere wichtige Gründe, das MKM in Duisburg zu besuchen, denn die Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher wird durch den Erweiterungsbau in ihrer ganzen Dimension sichtbar. Die Entwicklung der deutschen Kunst nach 1945 mit all ihren Auswirkungen, mit ihren Schlüsselwerken und kunsthistorischen Bezügen wird in besonderer Weise durch die Vergleichsmöglichkeiten der künstlerischen Positionen verdeutlicht“, erläutert MKM-Direktor Walter Smerling.

Abbildung: Erweiterung MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Modellfoto, © Herzog & de Meuron.

Abbildung: Erweiterung MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Modellfoto, © Herzog & de Meuron.

Ein erster Entwurf existiert bereits. Dieser sieht die Realisierung des Erweiterungsbaus mit einer Ausstellungsfläche von ca. 2.600 m2 auf vier oberirdischen Geschossen an der Ostseite des Museums Küppersmühle mit direkter Anbindung zum Stammhaus vor. Die Abbildungen in der Anlage vermitteln einen Eindruck von den Dimensionen des neuen Gebäudes. Dem Baubeginn wird eine etwa einjährige Planungsphase vorausgehen, so dass voraussichtlich im Jahr 2016 die Bautätigkeiten aufgenommen und der Erweiterungsbau im Jahr 2018 fertiggestellt werden kann. Sobald die Planungen abgeschlossen sind, werden im Rahmen einer Pressekonferenz die Details zum Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Der geplante Erweiterungsbau reiht sich in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein und komplettiert so den bestehenden Museumskomplex. Zugleich definiert der neue Kopfbau den Abschluss der gesamten Gebäudezeile am Hafenbecken. Das neue Projekt ist eine integrierte und ergänzende Architektur.

Wir freuen uns, an dem Ort, wo wir vor Jahren bereits einen wichtigen Museumsbau realisierten, aus heutiger Sicht weiterzubauen“, so die Architekten Herzog & de Meuron aus Basel.

Rückansicht des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Manfred Wakolbinger, Wien.

Rückansicht des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Manfred Wakolbinger, Wien.

Die Sammlung Ströher umfasst mit rund 1.500 Werken zentrale Positionen deutscher Kunst von internationalem Rang, ausgehend von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart, darunter Georg Baselitz, Peter Brüning, Hanne Darboven, K.O. Götz, Candida Höfer, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Gerhard Richter, Emil Schumacher, Bernard Schultze u.v.a. Die erweiterten Sammlungsräume werden es zukünftig ermöglichen, die Künstler und ihre Werke im großen Zusammenhang zu präsentieren. Die Besucher erhalten somit sowohl Einblicke in die Kunstentwicklung einzelner Künstler als auch Vergleichsmöglichkeiten künstlerischer Produktion.

– Presseinformation der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. –
Abbildungen: Erweiterung MKM Museum Küppersmühle, Duisburg,
Modellfoto © Herzog & de Meuron

Foto MKM Rückansicht: Manfred Wakolbinger, Wien

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Traditionelles Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp begeisterte im ausverkauften TaM

Weihnachtsstimmung für Jung und Alt
Von Petra Grünendahl

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor und der Duisburger Sinfonietta sowie der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor und der Duisburger Sinfonietta sowie der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Von traditionell christlich über klassisch weihnachtlich bis hin zu modern, peppig und swingend reichte das vielfältige musikalische Repertoire: Drei Chöre, ein Solist (Bariton), eine Solopianistin und ein Kammerorchester zauberten im Theater am Marientor (TaM) Generationen übergreifende Weihnachtsstimmung auf die Bühne. Neben dem ThyssenKrupp-Chor, der unter der Leitung von Peter Stockschläder quasi Heimspiel hat, bereicherten der Bariton Franz Preihs, die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller sowie der Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Sabina López Miguez mit ihren jeweiligen musikalischen Schwerpunkten das Programm. Bekanntes wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „White Christmas“ durfte natürlich nicht fehlen, „Jerusalem“ – hier mit Bariton Franz Preihs als Solist – ist zu Weihnachten ein absolutes Muss. Aber das Spektrum der weihnachtlichen Lieder reicht natürlich noch viel weiter, was die Akteure hier eindrucksvoll unter Beweis stellten. Instrumental begleiteten Cécile Tallec, Pianistin an der Deutschen Oper am Rhein, und die Duisburger Sinfonietta, das Kammerorchester der Folkwang-Hochschule, die Begleitung der Sänger, steuerten aber auch eigene Melodien – wie „Sleigh Ride“ als instrumentale Schlittenfahrt – bei.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor, den Gelsenkirchener Swingfonikern, dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein und der Duisburger Sinfonietta sowie der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor, den Gelsenkirchener Swingfonikern, dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein und der Duisburger Sinfonietta sowie der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell lud die Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp am dritten Adventswochenende zu ihrem Weihnachtskonzert ins Theater am Marientor ein. Thomas Rabus-Schneider, Vorsitzender der Jubilaren-Vereinigung, konnte die Zuschauer zu zwei ausverkauften Konzerten begrüßen. Ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Konzertprogramms bewies wieder einmal Peter Stockschläder, der als Chorleiter des ThyssenKrupp-Chores auch die musikalische Gesamtleitung für das Weihnachtskonzert inne hatte. Von ihm stammten auch die Arrangements fürs Orchester, die Gesang und Instrumentierung harmonisch in Einklang brachten. Die Akteure begeisterten mit einem vielfältigen weihnachtlichen Programm, das die Zuschauer nach dem großen Finale und einem gemeinsamen „Oh du Fröhliche“ mit großem Applaus und stehenden Ovationen feierten.

ThyssenKrupp-Chor Duisburg und Jubilaren-Vereinigung

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor und der Duisburger Sinfonietta sowie dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor und der Duisburger Sinfonietta sowie dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Petra Grünendahl.

Sowohl die Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp als auch der ThyssenKrupp-Chor lehnen sich an den Unternehmensnamen an. Beide entstammen ursprünglich den Werken von Thyssen in Duisburg. Der Chor entstand 1999 als Zusammenschluss der Werkschöre Ruhrort/Meiderich (1871/77) und Hamborn (1906), bevor er dann nach der Fusion in ThyssenKrupp-Chor umbenannt wurde. Sitz und Probelokal ist das Hotel Montan in Hamborn. Informationen zum ThyssenKrupp-Chor, Kontaktdaten und Probetermine findet man unter https://www.thyssenkrupp-chor-duisburg.de/.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit Barition Franz Preihs und der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit Barition Franz Preihs und der Pianistin Cécile Tallec. Foto: Petra Grünendahl.

Die Vereinigung der Jubilare entstand vor gut 100 Jahren in der August-Thyssen-Hütte, später Thyssen Stahl AG, bis zur heutigen ThyssenKrupp Steel Europe, deren Hauptsitz immer noch Duisburg ist. Zu besten Zeiten – als die Stahlindustrie in Duisburg einige Zehntausend Arbeitskräfte beschäftigte – gehörten etwa 15.000 Jubilare dem Verein an, heute hat der Verein immerhin noch gut 8.000 Mitglieder, die mindestens ihre 25jährige Betriebszugehörigkeit bei Thyssen oder ThyssenKrupp in Duisburg feiern durften.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein: Feiertagsprogramm mit 21 Aufführungen Oper und Ballett in 14 Tagen

Das Silvesterprogramm ist ausgebucht, für die Vorstellungen zwischen dem vierten Advent und Silvester gibt es noch Karten für Oper, Operette und Tanz

Rund um die Feiertage bieten die Deutsche Oper am Rhein und das Ballett am Rhein mit 21 Aufführungen in 14 Tagen vom 21. Dezember bis zum 4. Januar große Oper, Operette und Tanz. Die beliebten Silvestervorstellungen sind bereits ausgebucht, für die Weihnachtstage und die Zeit zwischen den Jahren und kurz nach dem Jahreswechsel gibt es noch Karten.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer, Ensemble. Foto: Hans Jörg Michel.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer, Ensemble. Foto: Hans Jörg Michel.

Im Theater Duisburg ist an diesen Tagen mit der „Zirkusprinzessin“ gleich viermal die erfolgreiche Operetteninszenierung von Josef E. Köpplinger zu erleben – am 21. Dezember familienfreundlich um 15 Uhr, am 2. Weihnachtsfeiertag um 18.30 Uhr, an Silvester und am 3. Januar um 19.30 Uhr. Die Vorstellung am 31. Dezember ist ausverkauft. Mit der „Csárdásfürstin“ wird am 4. Januar, 18.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf eine weitere Operette aus der Feder von Emmerich Kálmán gezeigt. Unser Bericht …

Martin Schläpfer: 7 – Anne Marchand, Ensemble © Gert Weigelt

Martin Schläpfer: 7 – Anne Marchand, Ensemble © Gert Weigelt

Das Ballett am Rhein, die „Kompanie des Jahres 2014“ (tanz Jahrbuch 2014), präsentiert drei Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf: Die vorerst letzte Vorstellung von b.21 am 21. Dezember ist ausverkauft, für die beiden Aufführungen des abendfüllenden Balletts b.17 am 26. Dezember, 18.30 Uhr, und 3. Januar, 19.30 Uhr, gibt es noch Karten. Martin Schläpfers Stück „7“ aus dem siebzehnten Ballettprogramm des Balletts am Rhein zur 7. Sinfonie von Gustav Mahler wurde in der vergangenen Spielzeit von der Presse bundesweit gefeiert und wird nach vier Vorstellungen in Düsseldorf in der ersten Jahreshälfte 2015 auch im Nationaltheater München und Stanislawski-Musiktheater Moskau zu sehen sein.

Der Klassiker zur Weihnachtszeit, Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“, ist in beiden Häusern zu erleben – am 22. Dezember, 18 Uhr, in Düsseldorf und am 1. Weihnachtsfeiertag, 18 Uhr, in Duisburg. Unser Bericht …

Mit „Carmen“ (23. und 27. Dezember, jeweils 19.30 Uhr) von Georges Bizet und „Aida“ (28. Dezember, 18.30 Uhr und 30. Dezember, 19.30 Uhr) von Giuseppe Verdi stehen im Opernhaus Düsseldorf große Opern auf dem Programm. Am 2. Januar, 19.30 Uhr, findet die erste Vorstellung der Deutschen Oper am Rhein im Jahr 2015 statt: „La traviata“, Giuseppe Verdis beliebteste Oper. Unser Bericht zu „La Traviata“ …

Im Theater Duisburg wird am 28. Dezember, 18.30 Uhr, Jules Massenets Oper „Werther“ nach Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ aufgeführt. Unser Bericht …

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Rudolf Kowalski (Erzähler), Axel Kober, Duisburger Philharmoniker © Hans Jörg Michel.

Am 23. und 27. Dezember, jeweils um 19.00 Uhr, und am 4. Januar um 18.30 Uhr steht mit „Der Ring an einem Abend“ das beliebte Loriot-Komprimat von Richard Wagners vierteiligem Opernzyklus mit Rudolf Kowalski als Erzähler im Theater Duisburg auf dem Programm. Unser Bericht …

Zum Jahreswechsel findet am 31. Dezember im Opernhaus Düsseldorf das bereits ausverkaufte „Große Silvester-Konzert“ statt.

Eintrittskarten für alle Vorstellungen sind in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg erhältlich.
Öffnungszeiten: montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr und an Heiligabend von 10 bis 13 Uhr – am 1. und 2. Weihnachtstag, an Silvester und Neujahr bleiben beide Opernshops geschlossen.

Die Abendkassen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg öffnen an allen Vorstellungstagen 60 Minuten vor Beginn. Tickets gibt es außerdem unter Telefon 0203 9407777 oder 0211 / 8925211 sowie über http://www.operamrhein.de.

Neben den beliebten Geschenkgutscheinen gibt es wieder besondere Weihnachtsangebote in den Opernshops. Das „Geschenkpaket Düsseldorf“ bietet ab 48 € mit „Il trittico“, „Carmen“ und Ballett am Rhein – b.23 zwei Opernabende und einen Tanzabend. Im „Geschenkpaket Duisburg“ stecken ab 28 € je eine Karte für „Rigoletto“ und Ballett am Rhein – b.22 an zwei Abenden. Das „Ballett für 2“ besteht aus jeweils zwei Eintrittskarten, entweder für b.17 im Opernhaus Düsseldorf am 7. Januar (ab 68 €) oder b.22 im Theater Duisburg am 25. Januar (ab 52 €), und dem exklusiven DuMont Kalender „Ballett am Rhein 2015“.

– Presseinformation der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Gert Weigelt (1), Hans Jörg Michel (2)

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Museum DKM in Duisburg: Der Plastiker Ernst Hermanns

Sonderausstellung: “Raum, Statik und Bewegung“
Von Petra Grünendahl

Erinnert ein wenig an Stonehenge: Plastik aus Eisenguss, 7 Teile, von 1961.  Foto: Petra Grünendahl.

Erinnert ein wenig an Stonehenge: Plastik aus Eisenguss, 7 Teile, von 1961. Foto: Petra Grünendahl.

Seine Werke erschließen sich nicht auf den ersten Blick, sondern im verweilen, in der Betrachtung und der gedanklichen Beschäftigung mit dem Objekt. Seine Materialien sind Kunststein, Zement/Zementguss, Steinguss, Eisen/Eisenguss, Leichtmetall, Edelstahl, Bronze oder V2-Stahl. Waren frühe Werke noch ohne festen Boden oder nur auf einem Sockel angebracht, ging er in den 1960-er Jahren dazu über, seine Skulpturen von einer festen Bodenplatte aus Eisen als Grundplatte aus zu entwickeln. Seine Arbeiten werden geregelter, Formen und Präsentation strenger vorgeben. Für eine Gruppierung eines siebenteiligen Eisenguss-Objekts aus dem Jahr 1961, das ein wenig an Stonehenge erinnert, gibt es Fotos von zwei verschiedenen Präsentationen des Künstlers selber. Dagegen liegt dem ebenfalls hier ausgestellten scheinbar zufällig gestalteten „Düsseldorfer Raum“ (1994) ein präziser Plan zugrunde, wie Säulen, Kugeln und Stäbe aufzubauen seien.

Klaus Maas (Mitte) stellt zusammen mit Gottried Böhm (l.) und Erich Franz (r.) die Ausstellung zum Plastiker Ernst Hermanns vor. Foto: Petra Grünendahl.

Klaus Maas (Mitte) stellt zusammen mit Gottried Böhm (l.) und Erich Franz (r.) die Ausstellung zum Plastiker Ernst Hermanns vor. Foto: Petra Grünendahl.

Am 12. Dezember eröffnet im Duisburger Museum DKM die Ausstellung „Raum, Statik und Bewegung – Der Plastiker Ernst Hermanns“. Im Pressegespräch erklärte Klaus Maas, einer der beiden Museumsgründer, Leben und Werk des Künstlers. Unterstützt wurde er von den beiden Kunsthistorikern Prof. Dr. Erich Franz, verantwortlicher Kurator der Hermanns-Ausstellung, und Prof. Dr. Gottfried Böhm, ein ausgewiesener Experte und Kenner der Arbeiten Hermanns.

Im Jahr 1994 schuf Hermanns eine Plastik, die den großen Raum des Düsseldorfer Kunstvereins zusammenfasste. Eine detaillierte Zeichnung ermöglichte den maßstabsgerechten Aufbau im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Im Jahr 1994 schuf Hermanns eine Plastik, die den großen Raum des Düsseldorfer Kunstvereins zusammenfasste. Eine detaillierte Zeichnung ermöglichte den maßstabsgerechten Aufbau im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren wurde Ernst Hermanns 1914 in Münster, er starb 2000 in Bad Aibling iny Bayern. Er studierte Kunst und Bildhauerei in Aachen und Düsseldorf und lehrte später auch als Kunstprofessor in Münster. Nationalsozialismus und Kriegsdienst verhinderten zunächst seine künstlerische Entwicklung. Nach dem zweiten Weltkrieg orientierte er sich zunächst an den damals wichtigsten europäischen Bildhauern: Hans Arp und Alberto Giacometti. Unter diesem Einfluss entwickelte er auch sein Grundthema der Einheit von materiellen Körpern im leeren Raum. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung Hermanns’ zwischen 1952 und 2000 nach: Von frühen Werken mit poröseren Oberflächen und natürlich geformten Objekten, die sich im Raum „bewegen“, über seine großformatigen Zeichnungen, in denen er Bewegungskräfte flächig gestaltete, bis hin zu den glatten Flächen streng geometrischer Körper seiner Spätwerke.

Objekt mit vier Teilen aus Leichtmetall, massiv, gegossen, auf einer Eisenplatte (1963). Foto: Petra Grünendahl.

Objekt mit vier Teilen aus Leichtmetall, massiv, gegossen, auf einer Eisenplatte (1963). Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum DKM zeigt hier 62 Arbeiten von Ernst Hermanns, davon 25 Leihgaben, sowie mehrere Referenzarbeiten, von denen sechs von privaten und institutionellen Leihgebern beigesteuert sind. Zum Rahmenprogramm zählen Kuratorenführungen, bei denen der Kunsthistoriker Erich Franz Einblicke in das Werk des Künstlers gibt. Ein Katalog zur Ausstellung erscheint Anfang 2015. Gefördert wird die Sonderschau von der Kunststiftung NRW und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Das Museum DKM

Frühe Werke von Ernst Hermanns sowie ZIeichnungen aus den Jahren zwischen 1956 und 1959. Foto: Petra Grünendahl.

Frühe Werke von Ernst Hermanns sowie ZIeichnungen aus den Jahren zwischen 1956 und 1959. Foto: Petra Grünendahl.

Die Stiftung DKM betreibt an der Güntherstraße 13-15 unweit des Duisburger Hauptbahnhofs das Museum DKM. Seit Anfang 2009 präsentiert das Museum dort in einer umgebauten ehemaligen Gewerbeimmobilie die private Kunstsammlung der Stifter Dirk Krämer und Klaus Maas. So unscheinbar das Haus aus den 1960-er Jahren von außen auch aussieht: Im Innern beherbergt es in den vom Schweizer Architekten Hans Rohr umgebauten Räumen 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Unter dem Titel „Linien stiller Schönheit“ zeigt die Dauerausstellung das Ergebnis von 40 Jahren Sammlertätigkeit der Museumsgründer. Sonderausstellungen wie aktuell zu Ernst Hermanns runden das Angebot ab.

Spätere Werk von geometrischer Strenge: Vorne  Objekt aus verchromtem Stahl (1969), direkt dahinter eine geteilte Kugel aus Eisen (1970) und im Hintergrund weitere Objekte aus Edelstahl, Eisen oder Leichtmetall. Foto: Petra Grünendahl.

Spätere Werk von geometrischer Strenge: Vorne Objekt aus verchromtem Stahl (1969), direkt dahinter eine geteilte Kugel aus Eisen (1970) und im Hintergrund weitere Objekte aus Edelstahl, Eisen oder Leichtmetall. Foto: Petra Grünendahl.

Preise und Öffnungszeiten
Die Sonderausstellung „Raum, Statik und Bewegung“ ist noch bis zum 26. April 2015 zu sehen. Die Kuratorenführungen sind angesetzt für
Freitag, 2. Januar 2015, um 15 Uhr,
Sonntag, 22. Februar 2015, um 15 Uhr,
Sonntag, 22. März 2015, um 15 Uhr und
(Oster-)Montag, 6. April 2015, um 15 Uhr.
Die Teilnahme ist in Verbindung mit der Eintrittskarte kostenfrei.

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg: Krohne und Deutag als besonders familienfreundliche Unternehmen ausgezeichnet

Duisburger Bündnis für Familie würdigt erstmalig vorbildliches Engagement heimischer Betriebe

Die Sieger des 1. Preises: Katrin Große und Ingo Wald (KROHNE Messetechnik GmbH& Co. KG) und Jörg Rasch (Deutag GmbH & Co. KG) (v. l. n. r.). Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Die Sieger des 1. Preises: Katrin Große und Ingo Wald (KROHNE Messetechnik GmbH& Co. KG) und Jörg Rasch (Deutag GmbH & Co. KG) (v. l. n. r.). Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Das Unternehmen Krohne Messtechnik und die Niederlassung West der Deutag GmbH & CO. KG sind jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Haus der Unternehmer für ihr Engagement in Sachen Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden. Das Anfang dieses Jahres gegründete Duisburger Bündnis für Familie hatte den Preis erstmalig ausgelobt. Das Bündnis war auf Initiative der Wirtschaft ins Leben gerufen worden und wird von Oberbürgermeister Sören Link unterstützt. Bündnispartner sind neben Unternehmerverband, Niederrheinische IHK und Stadt Duisburg der DGB, die Wirtschaftsjunioren, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Wohlfahrtsverbände. Ihr gemeinsames Ziel: Etwas für Familien und damit auch für den Standort Duisburg tun. Oberbürgermeister Sören Link ist sich in diesem Sinne sicher: „Unternehmen, die sich um familienfreundliche Rahmenbedingungen kümmern, werben damit für sich und unseren Wirtschaftsstandort.“

In dem Wettbewerb haben sich insgesamt 13 Unternehmen um den Titel „Familienfreundliches Unternehmen 2014“ beworben. „Nach Sichtung der Bewerbungen und Besuchen in jedem Unternehmen war für uns schnell klar, dass es in diesem Wettbewerb keine Verlierer geben darf. Alle Unternehmen sind besonders familienfreundlich und damit wirkliche Vorbilder“, betonte die Jury gleich zu Beginn der Preisverleihung. Deswegen bekam auch jedes Unternehmen für die erfolgreiche Teilnahme eine eigens für diese Auszeichnung erstellte Grafik mit der Überschrift „Platz für Familie ist Raum für Zukunft“ des bekannten Cartoonisten Dirk Meissner. Für die erfolgreiche Teilnahme wurden ausgezeichnet: das Ev. Christophoruswerk, die Daimler AG mit ihrer Niederlassung Rhein/Ruhr, die Sparkasse Duisburg, die ThyssenKrupp Steel Europe AG, die Siemens AG, die Xella International GmbH, die Franz Haniel & Cie. GmbH, die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, die Rütgers Holding Germany GmbH, die Krankikom GmbH und die Kindernothilfe e. V.

Gruppenbild mit allen Teilnehmern: Insgesamt haben sich 13 Duisburger Unternehmen am Wettbewerb beteiligt. Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Gruppenbild mit allen Teilnehmern: Insgesamt haben sich 13 Duisburger Unternehmen am Wettbewerb beteiligt. Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Durch die Entscheidung für zwei Preisträger erhoffe man sich trotz vieler toller Bewerbungen eine positive Signalwirkung. In der Kategorie der kleineren Unternehmen mit bis zu 150 Mitarbeitern wurde die Duisburger Niederlassung West der Deutag GmbH ausgezeichnet. Das in der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum beheimatete Unternehmen macht in einer eher männerdominierten Branche, der Baustoffindustrie, mit viel Verständnis für familiäre Belange auf sich aufmerksam. Niederlassungsleiter Jörg Rasch, selbst Vater von 3 Kindern, hat mit seiner Führungsmannschaft ein umfassendes Konzept zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf den Weg gebracht. Die Jury würdigt insbesondere den familienfreundlichen Pioniergeist des Unternehmens in einem sonst eher klassisch aufgestellten Branchenumfeld. In der Laudatio auf den Preisträger heißt es: „Für ein produzierendes Unternehmen ist es aufgrund vorgegebener Produktionsabläufe häufig schwieriger, sich ‚pro Familie‘ zu engagieren. Umso bemerkenswerter empfand die Jury die umgesetzten Maßnahmen. Sie sind Teil einer ganzheitlichen Strategie, die auch andere wichtige gesellschaftliche Bereiche wie z.B. die Ausbildung von Nachwuchs (u.a. von Mitarbeiterkindern) sowie die Qualifizierung und Gesundheit der Beschäftigten in den Blick nimmt.“

In der Kategorie der größeren Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern gewann die Firma Krohne Messtechnik aus Duissern. Krohne hat 750 Mitarbeiter allein am Standort Duisburg und fast 3.000 weltweit. Das Unternehmen ist führend im Bereich der sogenannten Prozessinstrumentierung. Nach Ansicht der Jury ist das Unternehmen nicht nur familiengeführt, sondern auch besonders familienfreundlich. Krohne Messtechnik sei in vorbildlicher Weise darauf bedacht, Familien zu stärken. Dabei habe das Unternehmen alle Phasen des familiären Lebens im Blick. So bietet die Firma Krohne nicht nur Unterstützung im Bereich der Kleinkindbetreuung, sondern auch Angebote für Mitarbeiterkinder in Teenageralter. Die Jury nennt hier beispielhaft das internationale Austauschprogramm FLOW. Hierbei haben Kinder von Mitarbeitern im Alter zwischen 15 und 19 Jahren die Möglichkeit, in eine Austauschfamilie an einen der vielen Krohne-Standorte weltweit zu kommen. Krohne übernimmt die Reisekosten, spendiert ein Taschengeld, schließt eine Auslandsreisekrankenversicherung ab und zahlt den aufnehmenden Familien eine Aufwandsentschädigung. In der Laudatio auf das Unternehmen Krohne heißt es: „Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst für jeden Mitarbeiter ein optimales individuelles Paket zu schnüren. Die Jury haben die vielen Standards der Familienfreundlichkeit im Unternehmen begeistert.“

Gruppenbild der Teilnehmer mit Oberbürgermeister Link. Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Gruppenbild der Teilnehmer mit Oberbürgermeister Link. Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Oberbürgermeister Sören Link freute sich auf der Feierstunde über die Qualität der eingegangenen Bewerbungen. Er sieht die bestehende familienfreundliche Arbeit in Duisburger Unternehmen bestätigt: „Betriebskindergartenplätze, Beratungsangebote für familiäre Ausnahmesituationen, flexible Arbeitszeitmodelle aber auch Geldleistungen sind nur einige Rahmenbedingungen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern“. Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, betonte bei der Feierstunde die Signalwirkung für andere Unternehmen: „Familienfreundliche Leistungen sind nicht nur eine Zugabe des Arbeitgebers, sondern mehr und mehr harte Faktoren in Wettbewerb um die besten Köpfe. Deswegen ist es gut, dass wir familienfreundliche Vorbilder herausstellen.“ Schmitz ist sich sicher, dass man mit dem Bündnis für Familie auch etwas für das Image des Standorts Duisburg tue. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, dass Familien gerne hier leben und gute Bedingungen vorfinden“, so Schmitz.

Auch Dr.-Ing. Wolf-Eberhard Reiff, Geschäftsführer Bildung und Technologie der Niederrheinischen IHK, unterstrich auf der Veranstaltung, dass sich Familienfreundlichkeit für die Unternehmen lohnt: „Unternehmen, die die Wichtigkeit einer familienorientierten Personalpolitik erkannt haben, sind nicht nur attraktiv für qualifizierte Fach- und Führungskräfte, sie beweisen auch gesellschaftliche Verantwortung. Zufriedene Beschäftigte sind zudem leistungsfähiger und motivierter.“ Somit sei auch ein klarer ökonomischer Vorteil von Familienfreundlichkeit im Unternehmen erkennbar. Reiff sieht das große Engagement vieler Unternehmen in diesem Bereich oft im Verborgenem. „Wir wünschen uns, dass sich mit dieser öffentlichen Auszeichnung viele Unternehmen angesprochen fühlen, sich an dieser Initiative zu beteiligen“, so der Vertreter der IHK.

– Pressemeldung des Unternehmerverbandes – Die Gruppe, Duisburg –
Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg

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duisport steigert Gesamtumschlag auf 65 Mio. Tonnen

  • Gesamtumschlag in Häfen der duisport-Gruppe erreicht Spitzenwert
  • Erneut zweistelliges Wachstum im Containerumschlag / Kombinierten Verkehr

Bahnkran auf Containerterminal logport III. Foto: Rolf Köppen / duisport.

Bahnkran auf Containerterminal logport III.
Foto: Rolf Köppen / duisport.

Nach aktuellen Hochrechnungen wird die duisport-Gruppe im Jahr 2014 Güter mit einem Gesamtvolumen von rund 65 Mio. Tonnen (2013: 62 Mio. Tonnen) umschlagen. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere das positive Ergebnis im Kombinierten Verkehr. Der Containerumschlag per Schiff, Bahn und Lkw wird um 13 Prozent auf rund 3,4 Mio. TEU (2013: 3 Mio. TEU) wachsen und erreicht damit eine weitere Höchstmarke.

„Im Containerbereich verzeichnen wir ein zweistelliges Wachstum bei allen Verkehrsträgern. Diese erfreuliche Entwicklung wurde maßgeblich von den erfolgreichen Investitionen der letzten Jahre und den damit verbundenen Umschlagmengen beeinflusst“, sagt Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.

Wesentliche Treiber waren der Automobil-, Chemie- und Konsumgüterbereich. Das marktbedingt schwache Kohlegeschäft im 2. Halbjahr 2014 konnte durch das starke Wachstum im Containerbereich kompensiert werden.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung des KV-Terminals logport III, welches Anfang 2013 seinen Tagesbetrieb aufgenommen hat. Inzwischen werden auf logport III über 80 Züge pro Woche abgewickelt. Damit wird nicht nur das internationale Bahnnetzwerk gestärkt, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene geleistet.

Auch für das kommende Jahr sieht sich die duisport-Gruppe gut aufgestellt. „Durch den gezielten Aus- und Neubau der Terminalkapazitäten haben wir die Bedingungen für weiteres Wachstum geschaffen. Wir sind daher zuversichtlich, unsere Position als größter Containerumschlagplatz in Zentraleuropa auch im kommenden Jahr weiter ausbauen zu können“, so Erich Staake.

– Pressemeldung der Duisburger Hafen AG –
Foto: duisport/ Rolf Köppen

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Oper am Rhein: Jules Massenets „Werther“ im Theater Duisburg frenetisch gefeiert

Zwischen Pflicht und Liebe: Grandiose Sarah Ferede
Von Petra Grünendahl

Elena Sancho Pereg (Sophie), Kinderchor, Günes Gürle (Le Bailli). Foto: Matthias Jung.

Elena Sancho Pereg (Sophie), Kinderchor, Günes Gürle (Le Bailli). Foto: Matthias Jung.

Quirlig übt die Geschwisterschar (Kinderchor am Rhein) unter der Anleitung ihres Vaters (Günes Gürle) Weihnachtslieder. Die ruhige Charlotte (Sarah Ferede) hat ihrer Mutter auf dem Totenbett versprochen, Albert (Richard Sveda) zu heiraten. Da sich dieser seit sechs Monaten auf Geschäftsreise befindet, geht sie nun mit Werther (Andrej Dunaev) aus, der sich in sie verliebt. Als ihr Verlobter zurückkehrt, verabschiedet sie sich. Werther bleibt alleine und verzweifelt zurück. Als Charlotte und Albert heiraten, quält sich der schwermütige und depressive Werther mit dem Gedanken, dass sie einen anderen liebt. Als Charlotte ihn fortschickt, hegt er erste Selbstmordgedanken und geht.

Sarah Ferede (Charlotte), Andrej Dunaev (Werther). Foto: Matthias Jung.

Sarah Ferede (Charlotte), Andrej Dunaev (Werther). Foto: Matthias Jung.

Der Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe diente zwar als Vorlage für die Oper von Jules Massenet, jedoch gab der Komponist seinen Librettisten (Textern) Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann Änderungen in der Handlung vor. Im Gegensatz zu Goethes Lotte ist Charlotte von Werther angetan, verliebt sich sogar in ihn. Die Charaktere des Stücks werden nicht allein aus der Perspektive des Werther interpretiert, sondern leben als eigenständige Figuren auf. Ihre Uraufführung erlebte „Werther“ 1892 an der Wiener Hofoper. Massenets französischsprachige Oper (mit deutschen Übertiteln) in vier Akten feierte nun ihre Premiere vor fast ausverkauften Haus im Theater Duisburg in der Inszenierung von Joan Anton Rechi. Und „feierte“ ist der passende Ausdruck: Das Publikum bejubelte die Akteure, allen voran eine brillant agierende Sarah Ferede nach der gut zweieinhalbstündigen Aufführung mit minutenlangen Bravo-Rufen und stehenden Ovationen.

Packendes Drama bis zum tödlichen Finale

Sarah Ferede (Charlotte). Foto: Matthias Jung.

Sarah Ferede (Charlotte). Foto: Matthias Jung.

Charlotte, die in den ersten beiden Akten gedeckte, helle Farben trug, kehrt nach der Pause in Rot gekleidet zurück. Glücklich scheint ihre Ehe nicht zu sein, denn sie sehnt sich nach Werther, den sie fortgeschickt hatte. Eine schauspielerisch wie gesanglich überzeugende Sarah Ferede haucht der zwischen zwei Männern – zwischen Pflicht und Liebe – stehenden Charlotte Leben ein. Kaum weniger grandios spielte Andrej Dunaev den schwermütigen Werther. Runde Charaktere hatten die Librettisten auch mit Charlottes lebenslustiger Schwester Sophie (Elena Sancho Pereg) und dem soliden Albert (Richard Sveda) geschaffen. Der depressive Werther erschießt sich schließlich, weil der die Frau seiner Sehnsucht nicht bekommt. Charlotte liest seinen Abschiedsbrief, kann ihn aber nicht mehr retten. Dem tragischen Ende zum Trotz bescherten Können und Spielfreude, die den Akteuren deutlich anzumerken war, einem begeisterten Publikum einen mehr als unterhaltsamen Abend.

Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Foto: Matthias Jung.

Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Foto: Matthias Jung.

Abwechslungsreich und wechselnde Stimmungen spiegelnd unterlegt die Musik Massenets die Handlung, treibt sie bislang im Wechsel von ruhigen zu dramatischen Partien sogar voran. Glänzend umgesetzt haben dies die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher. Akzente setzt das Bühnenbild von Alfons Flores, wirkungsvoll in Szene gesetzt von Lichtdesigner Volker Weinhart. Kostüme von Sebastian Ellrich unterstreichen die Charaktere wirkungsvoll in ihrer Ausstrahlung. Mit dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein feierte dessen neue Leiterin Sabina López Miguez ihr Operndebüt am Rhein.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Di | 9. Dezember 2014 | 19:30 Uhr,
Sa | 20. Dezember 2014 | 19:30 Uhr und
So | 28. Dezember 2014 | 18:30 Uhr.

Vorne: Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Hinten: Elena Sancho Pereg (Sophie). FOTO: Matthias Junh.

Vorne: Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Hinten: Elena Sancho Pereg (Sophie). FOTO: Matthias Junh.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Matthias Jung, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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Extra für Schulklassen am Vormittag: „Die Zauberflöte“ im Theater Duisburg

Der dritte Termin am 17. Dezember im Theater Duisburg ist bereits fast ausverkauft

Oben: Bernhard Berchtold (Tamino), Thorsten Grümbel (Sarastro), Anke Krabbe (Pamina).  Unten: Richard Šveda (Papageno) FOTO: Hans Jörg Michel.

Oben: Bernhard Berchtold (Tamino), Thorsten Grümbel (Sarastro), Anke Krabbe (Pamina). Unten: Richard Šveda (Papageno) FOTO: Hans Jörg Michel.

Große Oper für junges Publikum ist Generalintendant Prof. Christoph Meyer ein besonderes Anliegen. Daher zeigt die Deutsche Oper am Rhein die bildgewaltige, von Publikum und Presse gefeierte Inszenierung der „Zauberflöte“ von Barrie Kosky und der britischen Theatergruppe „1927“ an drei Vormittagen speziell für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie Schulklassen.

Thorsten Grümbel (Sarastro), Johannes Preißinger (Monostatos), Chor der Deutschen Ope ram Rhein FOTO: Hans Jörg Michel.

Thorsten Grümbel (Sarastro), Johannes Preißinger (Monostatos), Chor der Deutschen Ope ram Rhein FOTO: Hans Jörg Michel.

Für den Termin am 17. Dezember im Theater Duisburg gibt es nur noch wenige Restkarten, für die beiden Vorstellungen am 9. und 11. Dezember, jeweils 10.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf sind noch Karten erhältlich. Die Schulklassen-Tickets zum Preis von 8 Euro sind nur telefonisch unter 0211 / 8925328 oder per Mail unter gruppen@operamrhein.de buchbar. Reguläre Tickets sind in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, unter Telefon 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211 sowie über http://www.operamrhein.de erhältlich.

Die Inszenierung von Barrie Kosky und der britischen Theatergruppe „1927“ (Suzanne Andrade & Paul Barritt) begeistert vor allem durch ihr virtuoses Spiel mit den Sehgewohnheiten und Assoziationen des Publikums. Auf überraschende und berührende Weise verschmelzen in Koskys Inszenierung Solisten und Chor mit handgezeichneten Filmanimationen zu einer Art Bühnenstummfilm.

Eine Produktion der Komischen Oper Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper am Rhein.

– Presseinfo der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel

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Jules Massenets „Werther“ feiert Premiere im Theater Duisburg

Vorne: Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Hinten: Elena Sancho Pereg (Sophie). FOTO: Matthias Junh.

Vorne: Andrej Dunaev (Werther), Sarah Ferede (Charlotte). Hinten: Elena Sancho Pereg (Sophie). FOTO: Matthias Junh.

Am 6. Dezember, um 19.30 Uhr, hebt sich im Theater Duisburg der Vorhang für einen wahren Klangrausch: Jules Massenets „Werther“ ist eine in musikalischer Farbenpracht schillernde Oper, die nach ihrer triumphalen Uraufführung 1892 in Wien einen beispiellosen Erfolg feierte. Regisseur Joan Anton Rechi setzt das von Goethes dramatischem Briefroman inspirierte Werk in tiefgründigen Bildern in Szene. Erste Einblicke in sein Konzept und die Ausstattung gibt bei freiem Eintritt die Opernwerkstatt mit anschließendem Probenbesuch am 2. Dezember, um 18.00 Uhr, im Theater Duisburg.

Die Geschichte der unglücklichen Liebe Werthers zu der bereits einem anderen Mann versprochenen Charlotte und sein Freitod berühren das Publikum heute wie damals. Aus Goethes berühmtem Romanstoff entwickelte Massenet eine Opernhandlung, die nicht mehr ausschließlich aus der Perspektive des unglücklich verliebten Dichters Werther erzählt ist. Auch Charlotte, Albert und Sophie gewinnen als eigenständige Figuren an Tiefe. Mit großer Raffinesse fasst Massenet Werthers unerfüllte Liebe zu Charlotte in Töne und durchdringt mit psychologischem Feingefühl die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren.

Die passende Szenerie zu der tragischen Liebesgeschichte entwickelte der andorranische Regisseur Joan Anton Rechi im bewährten Team mit Bühnenbildner Alfons Flores und Kostümbildner Sebastian Ellrich.

Die Titelpartie übernimmt Andrej Dunaev, der in diesem Sommer beim Glyndebourne Festival und den Londoner Proms zu erleben war. Als Charlotte steht ihm Sarah Ferede zur Seite und als deren eifersüchtiger Ehemann Albert ist Richard Šveda zu erleben. Elena Sancho Pereg, zurzeit in Dietrich W. Hilsdorfs Neuinszenierung von Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ gefeiert, ist Charlottes schwärmerische Schwester Sophie. Mit Günes Gürle als Le Bailli, Bruce Rankin als Schmidt und Bruno Balmelli als Johann stehen weitere erfahrene Ensemblemitglieder auf der Bühne des Theaters Duisburg. Die Opernstudiomitglieder Dogus Güney und Maria Popa (als Brühlmann und Käthchen) sowie der Kinderchor am Rhein unter der Leitung von Sabina López-Miguez komplettieren die Besetzung. Am Pult der Duisburger Philharmoniker steht Kapellmeister Lukas Beikircher.

Der „Werther“ im Theater Duisburg
Sa 06.12. 19.30 Uhr | Di 09.12. 19.30 Uhr | Sa 20.12. 19.30 Uhr | So 28.12. 18.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf,
Telefon 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211, sowie über www.operamrhein.de.

– Presseinfo der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Matthias Jung

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Neue Skyline für Duisburg

Seit heute gibt es eine neue Skyline für Duisburg. Das Kreativteam rund um Sabine Engel von der Agentur Deutsche Handarbeit präsentierte sie heute Oberbürgermeister Sören Link im Rathaus: „Ich bin begeistert von der Idee der jungen Künstler, etwas von Duisburgern für die Duisburger zu gestalten. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Es freut mich, dass sich junge Menschen so positiv mit unserer Stadt auseinandersetzen. Mein Dank gilt allen, die sich so tatkräftig an der Realisierung beteiligt haben.“

Organisatorin Sabine Engel überreicht Oberbürgermeister Sören Link die neue Skyline (Mitte). Die Illustratoren von links: Anastasia Chernetskaya, Govad Ahmed, Fabio Bellato, Laura Lehmann, Nitharsan Yogalingam, Benjamin Bäder und Marian Prill, Agentur Deutsche Handarbeit. Nicht auf dem Foto: Christian Eckert, Andreo Brzosa, Say Klinger  und Maria Lyubimova.  Foto: Stadt Duisburg.

Organisatorin Sabine Engel überreicht Oberbürgermeister Sören Link die neue Skyline (Mitte). Die Illustratoren von links: Anastasia Chernetskaya, Govad Ahmed, Fabio Bellato, Laura Lehmann, Nitharsan Yogalingam, Benjamin Bäder und Marian Prill, Agentur Deutsche Handarbeit. Nicht auf dem Foto: Christian Eckert, Andreo Brzosa, Say Klinger und Maria Lyubimova. Foto: Stadt Duisburg.

Die Kreativ-Agentur „Deutsche Handarbeit“ hatte die Idee, ein Logo in Form der Duisburger Skyline als Gemeinschaftsarbeit zu entwerfen. Aufhänger war ein Auftrag der DMG zum Entwurf einer Tasche für die Ehefrau des Chinesischen Staatspräsidenten anlässlich seines Besuches in Duisburg.

Alle Duisburger waren zunächst aufgerufen, aus ihrer Sicht für Duisburg typische Silhouetten vorzuschlagen, über die dann in einem zweiten Schritt abgestimmt werden konnten. An der Abstimmung beteiligten sich gut 4.600 Duisburger. Auf den vordersten Plätzen fanden sich der Landschaftspark Duisburg Nord, Tiger & Turtle, der Stadtwerketurm, das Stadttheater, die Salvatorkirche, die Brücke der Solidarität, der Live Saver Brunnen, das Stadion, der Zoo und das Stadtwappen.

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Mitte November trafen sich zehn Illustratoren im Rathaus, um die Zeichnungen für die Skyline zu erstellen. Die fertige Skyline wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie steht zukünftig für jeden frei zur Verfügung. Sie kann im Internet unter folgendem Link herunterladen werden:
https://druck.deutschehandarbeit.de/duisburg-bekommt-neue-skyline/

– Pressemeldung der Stadt Duisburg –

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Essen Motor-Show 2014: License to Speed

Sportliche Fahrzeuge, Tuning, Designstudien und Kuriositäten
Von Petra Grünendahl

Seit einigen Jahren steht in Essen der Motor- und Rennsport wieder verstärkt im Fokus. Rennsportfahrzeuge, Formel 1 und bekannte Motorsportler als Gäste während der zehntätigen Messe locken die Besucher. Überhaupt kommen Freunde sportlicher, veredelter und individualisierter Fahrzeuge hier auf ihre Kosten.

Zum Preview Day durften wir einen ersten Blick auf die Essen Motor-Show 2014 werfen. Den Schwerpunkt bilden in Essen die sportlichen Fahrzeuge, Designstudien, Unikate, Kuriositäten, Rennwagen und Formel 1 …und nicht zuletzt Tuning von den großen Tunern ebenso wie private Tuningfahrzeuge sowie das nötige Zubehör. Automobilhersteller mit ihren aktuellen Modellpaletten sind hier eher vertreten durch lokale Händler oder mit ihren Sportabteilungen. Skoda bildet die Ausnahme: der neue Fabia Combi feiert hier seine Deutschlandpremiere, das sportliche Fabia R5 Concept Car, ein Ausblick in die Rallye-Zukunft von Skoda, sogar Weltpremiere. Der Ford Mustang nebenan steht für seine Deutschlandpremiere an einem Händlerstand, der in Essen auch schon Tradition ist. Auch Freunde der automobilen Individualisierung (auch „Tuning“ genannt), die Schrauber, Bastler und Sammler finden reichlich „Material“ für ihr Hobby.

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Die Essen Motor-Show läuft noch bis Sonntag, 7. Dezember 2014. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 16 Euro (ermäßigt 13 Euro). Ein Nachmittagsticket (ab 15 Uhr) ist für 8 Euro zu haben. Parken kostet 8 Euro. Günstiger ist da für den ganzen Tag ein Kombi-Ticket für Eintritt und ÖPNV, welches nur im Online-Vorverkauf zu haben ist: 19 Euro (ermäßigt 16 Euro). Weitere Ticket-Variationen und Infos gibt es unter https://www.essen-motorshow.de. Im letzten Jahr besuchten fast 360.000 Besucher die Essen Motor-Show.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Ratssitzung in Duisburg: Haushalt 2015 wird teuer für die Bürger

Wahl zwischen Pest und Cholera – Ein Kommentar
Von Petra Grünendahl

Foto: Petra Grünendahl.

Foto: Petra Grünendahl.

Mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, den Grünen und den Linken wurde der Haushalt 2015 verabschiedet. Verschiedene Kürzungen in den Bereichen Sport, Kultur, Jugend und Bildung sind vom Tisch. Bezahlen müssen das alle Duisburger: Eine um 23 Prozent erhöhte Grundsteuer B, ein fünfter Blitzerwagen und zehn zusätzliche Politessen sollen zusätzliches Geld in die klamme Stadtkasse spülen. Dazu kommen diverse Gebührenerhöhungen für städtische Leistungen. Ob und in wie weit diesen Erhöhungen tatsächlich entsprechende Mehreinnahmen gegenüberstehen, wird sich zeigen. Bei der Gewerbesteuer war dies ja eine Milchmädchenrechnungen, denn trotz gestiegener Hebesätze sanken die Einnahmen – insgesamt sogar im zweistelligen Millionenbereich.

SPD, die Grünen und die Linken halten die Steuererhöhungen für alternativlos, die FDP hätte lieber das „Tafelsilber“ verkauft. Aber das Tafelsilber verkauft man nur einmal, auch die Gebührenschraube ist irgendwann ausgereizt, wenn die, die es bezahlen sollen, mit Füßen abstimmen. Leisten können sich das aber am ehesten die Gut- oder Besserverdienenden, die man gerne in der Stadt halten will. Keiner will die Stadt kaputt sparen – und das ist auch gut so. Nachhaltig sind aber keine der Maßnahmen, die Lokalpolitiker beschließen könnten. Der Rat hat das nur die Wahl zwischen Pest und Cholera!

Gemeindefinanzierung ist das Problem
uebrigens!Dringend nötig wäre eine Reform der Gemeindefinanzierung. Solange die Kommunen nur über Erhöhungen von Gebühren, Grund- und Gewerbesteuer mehr Einnahmen generieren können, beißt sich der Hund in den Schwanz. Erhöht man hierüber die Hebesätze, heißt das noch lange nicht, dass auch mehr Geld in die Kassen kommt. Schließlich sind benachbarte Städte und Gemeinden Konkurrenten um Ansiedlungen – sei es Gewerbe oder seien es (gutverdienende) Bürger.

Andererseits haben Land und Bund in der Vergangenheit immer gerne Lasten auf die Kommunen geschoben, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen: Hartz IV und Grundsicherung, U3-Betreuung, Inklusion, um hier nur ein paar Stichworte zu nennen. Das Kausalitätsprinzip wird missachtet: Denn wer die Musik bestellt, sollte sie auch bezahlen. Das rächt sich gerade dort, wo ohnehin strukturelle Probleme zu bewältigen sind. Das gesamte Ruhrgebiet ist praktisch pleite! Der Stärkungspakt Stadtfinanzen ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil er auch nicht das Problem angeht, dass Städte chronisch unterfinanziert sind. Und hier ist der Bund gefordert, eine solide Gemeindefinanzierung dauerhaft sicherzustellen.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Sculpture 21st: Antony Gormleys „Loss“ im Lehmbruck Museum Duisburg

Vom in sich Ruhen, von Einsamkeit oder Melancholie
Von Petra Grünendahl

Fünfter Teil der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ im Lehmbruck Museum Duisubrg: Antony Gormleys "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Fünfter Teil der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ im Lehmbruck Museum Duisubrg: Antony Gormleys „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Kleine Stahlblöcke bilden den Körper. Sie scheinen sich kaum zu berühren. Die Figur wirkt wie in Auflösung begriffen, fast schwebend. Mit etwas Abstand wirken die Stahlblöcke wie digitale Pixel, aber doch dreidimensional. Den Kopf trägt die Figur gesenkt: In sich gekehrt, während der Körper nach außen wirkt. Einsamkeit, Melancholie, ein Abbild vom Menschen: Der britische Künstler Antony Gormley (*1950) sieht den Menschen als einem Objekt im Raum. Er arbeitet in Lebensgröße: Seine Skulptur ist 1,73 Meter hoch, mit dem gesenkten Kopf also ungefähr so groß wie Gormley selbst. So leicht, wie sie scheint, ist sie nicht: Die Edelstahl-Skulptur wiegt 417 Kilogramm.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Mit Antony Gormleys Skulptur „Loss“ eröffnete der fünfte und letzte Part der Reihe „Sculpture 21st“ in der Glashalle des Duisburger Lehmbruck Museums. Diese Ausstellungsreihe rundete die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des von Manfred Lehmbruck erbauten Museums eindrucksvoll ab. Sechs Wochen lang sind die Skulpturen jeweils ausgestellt, zuletzt war hier Eija-Liisa Ahtila mit „Horizontal“ zu sehen gewesen. Antony Gormley habe sich die Glashalle angesehen, nachdem das Lehmbruck Museum bei ihm für eine Skulptur angefragt hatte, erzählte Ronja Friedrich, Kuratorische Assistenz im Museum. Dazu habe er dann die Skulptur „Loss“ ausgewählt. Die nach außen offene Nordhalle ist ein idealer Ort für Präsentationen, denn das „Fenster“ in den Kantpark lockt immer wieder Neugierige, sie die ausgestellten Werke anzusehen.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Figur „Loss“ steht auf dem Boden. Halt gibt ihr ein Klebeband unter den Füßen, welches gerade für solchen schweren Lasten ausgelegt ist. Die Statue wirkt in der großen Halle keineswegs verloren. Vielmehr gibt die Halle dem Besucher Raum, sich mit der Figur zu beschäftigen. Die 2006 entstandene Skulptur beeindruckt auch aus der Nähe mit ihren fein geschweißten Stahlblöcken unterschiedlicher Kantenlängen. Mit etwas Abstand jedoch gewinnt das Abbild des Menschen mit seinem gesenkten Kopf eine Bedeutung: Wenn der Beobachter mit seinen Gedanken über den Körper hinaus geht, inspiriert von dem, was die Figur ihm mitteilt. Der Raum für verschiedene Perspektiven und Blickwinkel ist jedenfalls gegeben.

Unterstützung durch die Sparkasse Duisburg

Antony Gormleys Skulptur "Loss" mit Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Ronja Friedrichs (Kuratorische AssistenzI und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormleys Skulptur „Loss“ mit Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Ronja Friedrichs (Kuratorische AssistenzI und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

„Jeder Mensch kann durch kreatives Handeln zum Wohl der Gesellschaft beitragen“, zitierte Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, den Künstler Gormley bei der Pressekonferenz zur neuen „Sculpture 21st“-Präsentation. Rund 85.000 Euro hat die Sparkasse neben anderen Förderern zum Sponsoring der Jubiläumsschau „Sculpture 21st“ beigetragen. „Kunst hat Werte, die man nicht in Zahlen ausdrücken kann“, begründete Bonn das Engagement der Sparkasse in der lokalen Kulturszene. Und: „Kunst muss zugänglich sein, damit jeder Interessierte was davon hat: Deswegen ist auch Kunst im öffentlichen Raum so wichtig.“ In der Glashalle ist die Skulptur „Loss“ auch für Menschen sichtbar, die im Kantpark spazieren gehen. Im Dunkeln wird sie von einem Spot angeleuchtet werden. Vielleicht lockt der Anblick ja doch den einen oder anderen, sich das Werk einmal näher anzuschauen. Gormleys Skulptur, aber auch das ganze Lehmbruck Museum haben auf jeden Fall die Aufmerksamkeit verdient.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Präsentation von Antony Gormleys „Loss“ läuft bis zum 18. Januar 2015. Mittwochs bis samstags ist das Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Neues Buch der Zeitzeugenbörse: Zeitsprünge Duisburg-Süd

Von Bauern- und Fischerdörfern zu Industrie und Werkssiedlungen
Von Petra Grünendahl

zzb_zeitspruenge_duisburg-suedBeim Duisburger Süden denkt man eher an eine ländliche Gegend. Wie sehr die Industrie die überwiegend 1929 eingemeindeten Ortsteile beeinflusste, ist nicht so offensichtlich. Die Preußische und später Deutsche Reichsbahn in Wedau, die Hahnschen Werke in Großenbaum und die Mannesmann-Hüttenwerke in Hüttenheim bauten um ihre Werke herum Siedlungen mit Geschosswohnungen oder Einfamilienhäusern für ihre Mitarbeiter, die ganze Stadtteile prägten – und es vielfach heute noch tun. Die ehemaligen Werkssiedlungen sind bis heute begehrte Wohngebiete auch für Zugezogene, auch wenn dort die Interessen des Denkmalschutzes mit denen der Bewohner mitunter nicht unbedingt auf einen Nenner kommen.

Düsseldorfer Landstraße zwischen Sittartdsberg und Huckingen. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Düsseldorfer Landstraße zwischen Sittartdsberg und Huckingen. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Das alte Hotel Sittardsberg (hier ein Foto von 1910) wurde im Zuge der Umgestaltung der Kreuzung abgerissen. Das neue Hotel steht gegenüber. Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Das alte Hotel Sittardsberg (hier ein Foto von 1910) wurde im Zuge der Umgestaltung der Kreuzung abgerissen. Das neue Hotel steht gegenüber. Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg.

In der Reihe „Zeitsprünge“ hat die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. ihr neuestes Buch veröffentlicht: Duisburg-Süd. Dabei stöberten die Autoren alten Fotos oder Postkarten nach und zeigen auf, was aus den alten Ansichten geworden ist. Liebevoll zusammengestellt und sachkundig kommentiert ist diese Sammlung von Bildern aus Duisburgs flächenmäßig größtem Bezirk. Die Veränderungen sind mitunter sehr massiv. Auf ehemals freiem Feld wurden Straßen angelegt und Siedlungen gebaut für die durch Industrialisierung schnell wachsende Bevölkerung. Die Nord-Süd-Achse und spätere Verbreiterungen der Hauptausfallstraße (B8) und Kreuzungen veränderte Straßenverläufe: Ganze Häuserzeilen fielen den Baumaßnahmen zum Opfer. Das erforderte mitunter viel Detektivarbeit, die Positionen der Fotografen von damals im heutigen Stadtbild wiederzufinden. Die Zeitreise in die Vergangenheit verdeutlicht Entwicklungen – manche positiv, manche nicht. Gerade die Düsseldorfer Landstraße oder die Münchener Straße liefern „gute“ Beispiele für radikalen Verzicht auf das Alte. Mittlerweile geht man behutsamer mit alten Gebäuden um, wo in früheren Jahrzehnten einfach nur abgerissen und überplant wurde, wird heute erhaltenswertes Altes auch saniert und einbezogen in die neue Bebauung.

Früher freies Feld, heute Einkaufswelt bei Edeka am Angerbogen. In Hintergrund erkennt man rechts die Turmspitze vom Steinhof. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Früher freies Feld, heute Einkaufswelt bei Edeka am Angerbogen. In Hintergrund erkennt man rechts die Turmspitze vom Steinhof. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Völlig umgekrempelt wurde im Laufe der Entwicklung vom Dorf zum Stadtteil das alte (mittelalterliche) Huckingen. Der alte Steinhof, der erstmals 1454 urkundlich erwähnt worden ist, ist heute noch das sichtbarste Zeichen vom Alter der ehemals selbstständigen Gemeinde. Ländliche Dörfer wie Buchholz, Wedau oder Großenbaum entwickelten sich zu Stadtteilen. Duisburgs jüngster Stadtteil, Ungelsheim, entstand erst vor sechzig Jahren, als Mannesmann anfing, dort Häuser für seine Arbeiter zu bauen. Auch von den alten Fischerdörfern Mündelheim und Ehingen ist mal mehr, mal weniger übrig geblieben.
An anderen Stellen hat sich eher wenig geändert von den ersten Fotos, die von gerade errichteten Siedlungen künden. Das gilt vor allem in den alten Werkssiedlungen oder den Siedlungen von nach dem Krieg, wo heute lediglich die Bäume größer, die Häuser farbig angestrichen sind und die Straßen belebter sind – oder an anderer Stelle auch mal ruhiger als früher. Einige dieser alten Werkssiedlungen stehen heute unter Denkmalschutz. Veränderungen sind da nur noch behutsam möglich: Das Stadtbild dankt!

Blick vom Heimweg in den Birkenweg in Wedau um 1920 und heute. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Blick vom Heimweg in den Birkenweg in Wedau um 1920 und heute. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Informativ kommentierte Zeitsprünge
aus dem Duisburger Süden

Das Buch „Zeitsprünge Duisburg-Süd“ ist wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Erfurter Sutton Verlag erschienen. Auf 126 Seiten findet der Leser 119 Abbildungen, in denen alte Fotos aus verschiedensten Privatsammlungen neuen Aufnahmen gegenüber gestellt sind. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten sind zum Teil über 100 Jahre alt, viele auch aus den Zwanziger oder Fünfziger Jahren.. Sie stammen aus den Sammlungen von Rainer Bongart, Heiner Lambertz, Richard Luthard, Harald Moder und Reinhold Stausberg. Für die aktuellen Fotos gingen neben Harald Molder auch Detlef Schmidt und Reinhold Stausberg auf Motivsuche. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Zeitsprünge“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-410-2).

Die Gaststätte "Zum Deutschen Eck" (auch bekannt nach dem Jahrzehntelangen Wirt Fritz Lösken) an der Ecke Ehinger Straße / Mündelheimer Straße gegenüber von Tor 1. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Die Gaststätte „Zum Deutschen Eck“ (auch bekannt nach dem Jahrzehntelangen Wirt Fritz Lösken) an der Ecke Ehinger Straße / Mündelheimer Straße gegenüber von Tor 1. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben berufen. Unter seinem Vorsitz ist sie 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

Düsseldorfer Landstraße in Buhcholz um 1920 und heute. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Düsseldorfer Landstraße in Buhcholz um 1920 und heute. Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg.

© 2014 Petra Grünendahl
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.

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„Chöre singen zur Weihnacht“ – Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp lädt am 13. und 14. Dezember zu öffentlichen Weihnachtskonzerten ins Theater am Marientor

Vorverkauf hat begonnen

Chor der ThyssenKrupp Jubilaren-Vereinigung beim Weihnachtskonzert. Foto: TKSE.

Chor der ThyssenKrupp Jubilaren-Vereinigung beim Weihnachtskonzert. Foto: TKSE.

Wie seit vielen Jahren um diese Jahreszeit arbeitet der Vorstand der Jubilaren-Vereinigung der ThyssenKrupp AG intensiv an der Vorbereitung der öffentlichen Weihnachtskonzerte: Die beliebten Veranstaltungen im Theater am Marientor in der Duisburger Innenstadt bieten für Mitglieder wie für Gäste am zweiten Dezemberwochenende zweimal zweieinhalb Stunden lang musikalischen Hochgenuss mit festlichem Weihnachtscharakter. Mitwirkende wie der ThyssenKrupp-Chor, die Gelsenkirchener Swingfoniker, der Kinderchor der Deutsche Oper am Rhein, die Duisburger Sinfonietta, Pianistin Cécile Tallec und Bariton Franz Preihs bereiten sich unter der Leitung von Dirigent Peter Stockschläder derzeit intensiv auf die anspruchsvollen Konzerte vor. Highlights des bunten Weihnachtslieder-Potpourris sind Klassiker wie die „Fröhliche Weihnacht überall“, „Have yourself a merry little Christmas“, „White Christmas“ oder „Still, still, still“. Den Abschluss der Konzerte bildet traditionell „O du fröhliche“ – hier sind alle Mitwirkenden inklusive die Zuschauer gefordert, mitzusingen – was sie alljährlich begeistert tun.

Die Konzerte finden am Samstag, 13. Dezember, und Sonntag, 14. Dezember, jeweils um 15 Uhr im Theater am Marientor in Duisburg statt. In diesem Jahr werden die Konzerte durch den Kooperationspartner Deutsche Post DHL unterstützt, der das Umweltschutzprogramm GOGREEN vorstellt. Über den klimaneutralen Sendungstransport werden die Nachhaltigkeitsbestrebungen von ThyssenKrupp gefördert.

Alle sind herzlich eingeladen! Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro pro Veranstaltung. Karten für dieses musikalische Highlight der Vorweihnachtszeit sind erhältlich bei Edith Bartnicki (Montag bis Donnerstag zwischen 9 Uhr und 15 Uhr) unter der Telefonnummer 0203-52 45704 oder per Email: Edith.Bartnicki@thyssenkrupp.com.

Unsere Berichterstattung über das Weihnachtskonzert 2012 und das Weihnachtskonzert 2013 des Chores der ThyssenKrupp Jubilaren-Vereinigung …

– Presseinfo und Foto von ThyssenKrupp Steel Europe –

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DJK Wanheimerort: Stellungnahme des Vorstandes zur Kündigung der Sportanlage

Am Freitagabend (14. November 2014) stellte die Kinder und Jugendlichen vor dem DJK-Emblem 96 Kerzen auf, für jedes Jahr eine Kerze. Foto: DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Am Freitagabend (14. November 2014) stellte die Kinder und Jugendlichen vor dem DJK-Emblem 96 Kerzen auf, für jedes Jahr eine Kerze. Foto: DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Die DJK Wanheimerort ist erschüttert und erzürnt über die Entscheidung der Stadt, der Kündigung zu entsprechen. Hier werden mal eben so im Vorbeigehen 95 Jahre Duisburger Sport und Tradition versenkt.

Die Stadtspitze hat sich in dieser Angelegenheit beschämend verhalten!

Welcher Partei gehören Sie noch einmal an, Herr Spaniel? Den Sozial-Demokraten???
Zwei Worte die in diesem Zusammenhang wie blanker Hohn klingen. Denn es ist weder sozial, wenn Menschen, die sich teilweise über Jahrzehnte mit dem Verein identifizieren und ihre Freizeit opfern, vor die Tür gesetzt werden – noch demokratisch, wie in diesem Prozess mit der DJK umgegangen wurde. Da werden Ehrenamtler auf bloße Zahlen reduziert, aber ach nein, selbst die Zahlen haben ja gar keinen Wert mehr.

Doch der Reihe nach:

Herr Spaniel hat im Oktober gefordert, dass die DJK Wanheimerort eine Fusion mit dem DSV 1900 eingehen sol. Die DJK hat mit einstimmiger Zustimmung bei der Mitgliederversammlung am 7. November signalisiert, dass sie diesen Weg mitgehen will. Das einzige Druckmittel, was gegenüber dem DSV 1900 für eine Fusion besteht, ist die Ablehnung der Kündigung. Dieses Druckmittel wollte Herr Spaniel aber zu keinem Zeitpunkt einsetzen. Warum nicht? Im Nachgang anzuregen, dass die Fusion doch noch eine tolle Sache wäre, ist ungefähr damit gleichzusetzen, Asylbewerbern zunächst eine Bleibe in einer sicheren Unterkunft anzubieten und sie anschließend zu fragen, ob sie nicht doch lieber in eine Zeltstadt ziehen möchten.

Um das Ergebnis der Mitgliederversammlung und die daraus resultierenden Konsequenzen zu besprechen, wurde ein fester Termin, am Montag, den 10. November 2014, bei Duisburg Sport vereinbart. Dieser Termin wurde knapp drei Stunden vorher telefonisch abgesagt.

Herr Spaniel rief am 11. November 2014 den Vorsitzenden der DJK an und bat um eine detaillierte Mitgliederliste mit personenbezogenen Daten, da die Mitgliedsanzahl angezweifelt wurde. Der Vorsitzende fragte Herrn Spaniel, ob dieser ernsthaft der DJK unterstellen würde, dass die vorgelegte Liste mit den Namen der Mitglieder (ohne Adresse, etc.) nicht korrekt wäre. Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Satzung der DJK Wanheimerort die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte verbietet, sondern dass Herr Spaniel auch irgendwo in seinem Arbeitsumfeld schon einmal etwas vom Bundesdatenschutzgesetz gehört hat. Die DJK bot Herrn Spaniel an, in die Liste Einblick zu nehmen, wenn dabei der Datenschutzbeauftragte der Stadt Duisburg anwesend wäre. – Es kann nicht sein, dass der Verein vom Stadtdirektor zum Rechtsbruch (Herausgabe von persönlichen Daten) aufgefordert wird.

Außerdem sollte es ja noch einmal ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten geben. Dieses hat jedoch nicht stattgefunden, stattdessen wurde im stillen Kämmerlein entschieden, der Kündigung zu entsprechen. – Dieser Stil ist einem Stadtdirektor nicht würdig, bestehende Absprachen und Termine werden bzw. wurden nicht eingehalten. So kann man sein Ressort nicht führen und so darf man nicht mit Duisburger Bürgerinnen und Bürgern umgehen. Rückblickend kann die Absage des Gesprächs am Montagabend nur noch als Farce betrachtet werden.

In diese Bild passt auch sehr gut, dass Herr Spaniel immer darauf hingewiesen hat, dass er die Entscheidung zur Zustimmung/Ablehnung der Kündigung trifft. Die Kündigung hat aber nicht Herr Spaniel unterschrieben, sondern der Betriebsleiter von Duisburg Sport, Herr Dietz. – Die Krönung: Die Kündigung wurde persönlich vorbeigebracht, welch Ehre. Leider war der Vorsitzende nicht persönlich anwesend und erfuhr somit erst über die die Presse von der frohen Botschaft. Auch diese Vorgehensweise ist nur als unwürdig zu bezeichnen.

Man sollte auch nicht vergessen, dass der Vorstand und einige Funktionsträger der DJK auf das Gröbste diskriminiert wurden, weil Herr Brag bei einem Gespräch mit Duisburg Sport geäußert hatte, dass er diese Personen nicht im DSV 1900 haben wollte. Es gab hierzu von Duisburg Sport keinerlei Entgegnung – ein Unding. Hier sollten die DSV-Mitglieder einmal darüber nachdenken, ob dies im Sinne der sportlichen Kameradschaft ist und dem Demokratieverständnis der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Noch können die Mitglieder des DSV einen Vorsitzenden wählen – wer weiß, wie lange noch. Und auch die Duisburger können wählen, ob sie ein solches Gebaren durch ihren Besuch auf der Platzanlage unterstützen wollen, da respektvoller und toleranter Umgang anders aussieht.

Wir sollten aber auch nicht den Oberbürgermeister, Herrn Link, vergessen. Der OB hat es nicht für notwendig erachtet, auf Briefe von Wanheimerorter Bürgern und Mitgliedern (darunter auch SPD-Mitglieder) zu antworten. Lediglich auf das Schreiben des DJK-Verbandes wurde nur mit einem kurzen Verweis auf die Zuständigkeit des Herrn Spaniel reagiert, der es allerdings auch nicht für notwendig erachtet hat, auf irgendeinen dieser Briefe zu antworten. Dies wäre einem Josef Krings oder Adolf Sauerland garantiert nicht passiert – beide hätten sich persönlich vor Ort informiert und sich eine Meinung gebildet. – Lieber Wähler – bitte langfristig merken und bei den nächsten Wahlen berücksichtigen.

Der Stadtsportbund hatte angeboten, die Moderation der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 7. November 2014 zu übernehmen, zwei Tage vorher wurde die Teilnahme abgesagt. Die Fachschaft Fußballsport im Stadtsportbund hat nie das Gespräch mit der DJK gesucht. – Fast hätten wir es vergessen: Der Fachschaftsleiter, Peter Thomas, ist ja 2. Vorsitzender beim DSV 1900 und hatte bereits im Vorstand des DSV 1900 dem Antrag zugestimmt, dass uns gekündigt werden sollte. Zumindest wurde in der Presse berichtet, dass dies einstimmig erfolgt wäre. Somit ist es dann natürlich auch schwer, als offizieller Vertreter der Fachschaft Fußball das konstruktive Gespräch mit der DJK zu suchen und diese vielleicht sogar zu unterstützen. Aber wenn es jemandem verständlicherweise so schwer fällt, den eigentlichen Aufgaben im SSB nachzugehen, könnte man doch wenigstens Charakter zeigen und von diesem Posten zurück treten. Dann hätte man auch mehr Zeit, sich den Belangen des DSV zu widmen.

Unser Fazit ist:
Die Stadt hat von Anfang an Druck auf die DJK gemacht, wir sollten immer nur gehorchen und bloß nicht aufbegehren. Auch sollten wir einfach verschwinden und einer Fusion light zustimmen (dies ist gleichbedeutend mit einer Auflösung des Vereins). Wir haben 40 Jahre lang die Kosten für die Anlage mittragen dürfen, der Kunstrasenplatz wurde mit dem Argument – hier spielen ja zwei Vereine – gebaut. Der Breitensport ist der große Verlierer, hier werden ohne Not gestandene Strukturen geopfert. Die Beteuerung, dass die beste Sozialarbeit im Sportverein ohne große KOSTEN für die Stadt praktiziert wird, scheint hier absolut ins Leere zu laufen. Aber dies scheint für die Stadt akzeptabel, genauso wie die Opferung der ehrenamtlichen Mitglieder, die teilweise jahrzehntelang ihre Freizeit in den Verein investiert und Jugendarbeit geleistet haben. Vielleicht erhalten Sie ja zum Abschied als Entschädigung von der Stadt – eine Ehrenamtskarte – wäre bestimmt eine tolle Geste.

Wir wünschen den anderen Sportvereinen mehr Glück als die DJK hatte und verbleiben
mit sportlichem Gruß
DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Joachim Schneider, Vorsitzender
Ralf Fleischer, 2. Vorsitzender
Tobias Wegner, Schatzmeister
Tim Giesenberg, Geschäftsführer
Edgar Schwarz, Fußballobmann
Sascha Nowak, Jugendobmann
Heinz Becker, Ehrenamtsbeauftragter

– Presseinformation des DJK Wanheimerort 1919 e.V. –

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Oper am Rhein: Emmerich Kálmáns Operette „Die Zirkusprinzessin“ feierte Premiere im Theater Duisburg

Schein und Sein zu schwungvollen Wiener Klängen
Von Petra Grünendahl

Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska). Foto: Hans Jörg Michel.

Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska). Foto: Hans Jörg Michel.

Die schöne russische Fürstin Fedora Palinska (Romana Noack) wird von den Männern umgarnt. Der Zar fordert die Witwe auf, sich wieder zu verheiraten. „Ich will nicht müssen, ich will wollen“, fordert sie, ihre eigene Entscheidung treffen zu dürfen. Der fesche Zirkusreiter Mister X (Carsten Süss), der sich nur mit Maske zeigt, könnte ihr ja schon gefallen, aber als Zirkusartist ist er natürlich keine standesgemäße Partie. Da ist der „Prinz“ (ebenfalls Carsten Süss), den ihr Prinz Sergius Wladimir (Wolfgang Schmidt) vorstellt, schon ein anderes Kaliber. Prinz Sergius verfolgt jedoch eigene Interessen, da er Fürstin selber heiraten will. Als Fedora den angeblichen „Prinzen“ geheiratet hat, verlacht Prinz Sergius sie höhnisch als Zirkusprinzessin – bis Mister X enthüllt, wer er wirklich ist.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

„Die Zirkusprinzessin“ vom ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán (1882 – 1953) feierte Premiere im Theater Duisburg. Auch die Folgevorstellung war – obwohl mitten in der Woche – nahezu ausverkauft und begeisterte ihr Publikum. Kálmáns Operette in drei Akten dauert drei Stunden inkl. einer Pause. Gesungen wird in deutscher Sprache. Übertitel erleichtern das Verständnis der Gesangsparte, die „österreichischen“ Dialoge versteht man ohnehin. Die Texte (Libretto) stammen von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Die Deutsche Oper am Rhein bringt „Die Zauberprinzessin“ in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger, dem Intendanten des Staatstheaters am Gärtnerplatz München. Die Uraufführung im Jahre 1926 im Theater an der Wien war ein überwältigender Erfolg, der Kálmán den Weg zum New Yorker Broadway öffnete. Kálmáns „Die Zirkuskprinzessin“ ein bisschen ähnlich revue-haft wie seine „Csárdásfürstin“ (1915), allerdings mit ganz eigenem Flair und üppigem Lokalkolorit. Um dieses Lokalkolorit zu transportieren, hat die Deutsche Oper am Rhein lediglich die Partien der Gräfin Fedora (Romana Noack) und des russischen Prinzen Sergius Wladimir (Wolfgang Schmidt) mit Ensemble-Mitgliedern besetzt. Andere Rollen sind an Gastspieler aus Österreich vergeben, die dem Stück mit ihrem Dialekt die „lokale“ Note geben, die einfach von einem „Nichtmuttersprachler“ nicht nachzuahmen ist. Schließlich gibt es in einer Operette nicht nur Gesang und Tanz, sondern auch Dialoge, die dem Dialekt ihr besonderes Flair verdanken.

„Selbst der feinste Husar wird ein Narr, wenn das Leben will“

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Sein Onkel, Fürst Palinsky, hatte ihn enterbt, weil Fedja sich in Fedora verliebt hatte („Die oder keine!“), die die Braut des Onkels war. Die militärische Karriere des Husarenoffiziers war damit ebenfalls am Ende. Seine Reiterkünste nutzend ging Fedja zum Zirkus, wo er sich maskiert einen Namen machte: Mister X. In diesem Zirkus, der in St. Petersburg gastiert, trifft er nun die Witwe seines Onkels wieder, die er immer noch liebt. Mehr Schein als Sein offenbaren nicht nur die Zirkus-Charaktere, sondern auch jene, die vermeintlich im richtigen Leben stehen. Im Prinzen-Palais kommen die Verwicklungen zu Höhepunkt: Fedora heiratet den angeblichen Prinzen und der „Sohn vom Erzherzog Karl“ (Christoph Filler) die Zirkusartistin Miss Mable (Susanne Grosssteiner), die eigentlich Österreicherin ist und das Englisch, was sie singt, nicht einmal versteht. Dafür ist der Sohn vom Erzherzog Karl auch nur der Sohn aus der Hoteliersfamilie vom Traditionshotel „Erzherzog Karl“ in Wien, wo sich schließlich im dritten Akt Intrigen und Wirrungen auflösen. Beide Paare – Fedora und Fedja sowie Toni und Liesel – werden schließlich als standesgemäß akzeptiert und gehen glücklich in die Zukunft.

Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Die Geschichte ist eher einfach gestrickt, spiegelt aber – angereichert mit bunten Kostümen (Marie-Luise Walek) vor einem grellbunten Zirkusbühnenbild (Rainer Sinell), vom Lichtdesign von Michael Heidinger wirkungsvoll in Szene gesetzt – mit schwungvollen Wiener Klängen (und ein paar russischen Weisen) das pralle Leben dieser bunten Welt wider. Hervorragend agierende Sänger trieben die fast komödienhafte Geschichte auf ihren Höhepunkt – und zum Happy End auch darüber hinaus. Glänzend aufgelegte Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Wolfram Koloseus begleiteten das Spektakel gewohnt perfekt. Als Gegenpart hatte Kálmán eine Zirkuskapelle auf die „Manegenempore“ gesetzt, die ihrerseits musikalisch das Stimmungsbild vervollständigten. Zu den Texten seiner Librettisten, die Komik und Gefühlsüberschwang transportierten, hatte Kálmán Melodien mit Ohrwurm-Qualitäten komponiert, die einen launigen wie sehr vergnüglichen Abend versprechen. Ein begeistertes Publikum in nahezu voll besetzten Theater belohnte die glänzenden Akteure denn auch mit lang anhaltendem tosendem Applaus.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 15. November 2014 | 19:30 Uhr,
Sa | 29. November 2014 | 19:30 Uhr,
So | 21. Dezember 2014 | 15:00 Uhr,
Fr | 26. Dezember 2014 | 18:30 Uhr,
Mi | 31. Dezember 2014 | 18:00 Uhr,
Sa | 3. Januar 2015 | 19:30 Uhr und
Mi | 17. Juni 2015 | 18:30 Uhr.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska). Foto: Hans Jörg Michel.

Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska). Foto: Hans Jörg Michel.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Stelldichein der Binnenschiffer: Ball der Schiffahrt 2014 in der Homberger Glückauf-Halle

Vielseitiges Programm, gute Gespräche und
Tanz bis in den frühen Morgen

Von Petra Grünendahl

Rund herum mit Wimpeln und Flaggen von Reedereien und SChiffahrtsgesellschaften geschmuckt: Der "Ball der Schiffahrt" findet seit 2003 in der Homberger Glückauf-Halle statt. Foto: Petra Grünendahl.

Rund herum mit Wimpeln und Flaggen von Reedereien und SChiffahrtsgesellschaften geschmuckt: Der „Ball der Schiffahrt“ findet seit 2003 in der Homberger Glückauf-Halle statt. Foto: Petra Grünendahl.


„Lassen Sie uns heute Abend miteinander feiern”, leitete Frank Wittig als einer der Organisatoren den „Ball der Schiffahrt 2014“ ein. Traditionell verbindet der Ball ein vielfältiges Bühnen- und Showprogramm mit Tanzmusik bis in den frühen Morgen. Bei der Zusammenstellung des Abends hatten die Organisatoren ein gutes Händchen: Mit Artistik, Akrobatik, Magie und Musikprogrammen war für jeden etwas dabei. Viel Applaus zeigte, dass auch das Publikum ganz auf seine Kosten kam. Gute Gespräche im Saal und im Foyer rundeten beim Stelldichein der Binnenschifffahrts-Branche einen gelungenen Abend ab.

Die Formation Al Dente spielt schon seit vielen Jahren zum Tanz bis in den frühen Morgen auf.  Foto: Petra Grünendahl.

Die Formation Al Dente spielt schon seit vielen Jahren zum Tanz bis in den frühen Morgen auf. Foto: Petra Grünendahl.

Zum zwölften Mal fand der „Ball der Schiffahrt“ in diesem Jahr in der Glückauf-Halle in Homberg statt. Ins Leben gerufen wurde er Anfang der Fünfziger Jahre von vier Duisburger Schifffahrtsvereinen – damals aber noch deutlich kleiner als heute. Zum 43. Mal fand der „Ball der Schiffahrt“ als Großveranstaltung in diesem Rahmen statt: Mit 680 Besuchern war die Glückauf-Halle voll besetzt. Liebevoll geschmückt und mit Hunderten von Wimpeln und Flaggen von Reedereien und Schifffahrtsgesellschaften hatte der Schifferverein Homberg von 1892 die Halle rund herum dekoriert. Seit 1990 organisiert der Verein „Ball der Schiffahrt Duisburg e. V.“ die Veranstaltung. Früher war der Ball in der alten Mercatorhalle beheimatet gewesen. Nach einem zweijährigen Zwischenspiel in der Rheinhausen-Halle ist der „Ball der Schiffahrt“ seit 2003 in Homberg neben dem Schiffer-Berufskolleg und dem Schulschiff Rhein zur dritten „Schiffer-Institution“ geworden.

Für Jung und Alt

Die Magie des Traumwandlers: Klaus Lüpertz mit seinen Kandidaten aus dem Publikum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Magie des Traumwandlers: Klaus Lüpertz mit seinen Kandidaten aus dem Publikum. Foto: Petra Grünendahl.

Moderator Axel S. führte nicht nur witzig und charmant durch den Abend, sondern bot mit artistischen Einlagen und Diabolo-Jonglage auch eine gute Show. Der akrobatische Mechaniker Robert Choinka war vor allem für die Damenwelt ein Augenschmaus, bei dem so mancher Herr neidisch werden konnte. In die Welt der Experimentalmagie entführte der Traumwandler Klaus Lüpertz, der die Gedanken seiner Kandidaten las. Die Vokalformation VoicesQ mit Frontsänger Carsten Rode und seinen Mitstreitern Robert Schukalla und Martin Kratzenberg servierte variantenreiche musikalische Leckerbissen. Kurz vor Mitternacht brachten die kölschen Mädel von Ech Lecker („Frech – jung – anders“) noch einmal richtig Stimmung in die Bude: Sie kamen ohne Zugabe nicht von der Bühne. Zum Tanz bis in den frühen Morgen spielte wie in Vorjahren die Formation Al Dente auf. Erst nach 3 Uhr morgens machten sich die letzten Gäste auf den Heimweg.

Man kennt sich: die Branche ist übersichtlich

Die kölschen Mädels von Ech Lecker. Foto: Petra Grünendahl.

Die kölschen Mädels von Ech Lecker. Foto: Petra Grünendahl.

Wichtiger als das Programm ist alle Jahre wieder in der ausverkauften Glückauf-Halle die Kommunikation: Aus allen Bereichen der Branche waren die Besucher gekommen. Das Einzugsgebiet des Schiffer-Balls reicht weit über die Grenzen des Duisburger Hafens und der Häfen im Kreis Wesel hinaus. Hier trifft man sich im Herbst ohne Zwang und Geschäft – zumeist mit dem Lebenspartner –, um in geselliger Runde einen entspannten Abend zu verbringen. So mancher ist schon seit über 40 Jahren jedes Jahr dabei, aber nicht nur die „alten Hasen“ finden ihren Weg in die Glückauf-Halle. Auch Jüngere nutzen gerne die Gelegenheit zum Netzwerken und Kontakte knüpfen. Der Termin hier ist Pflicht. Viele Besucher kommen seit Ewigkeiten. Andere – jüngere – sind noch nicht so lange dabei, werden die Tradition dafür aber weiterführen.

Organisation ist Familientradition

Bis tief in die Nacht feierte die Binnenschifffahrtsbranche den "Ball der Schiffahrt" mit 680 Besuchern. Foto: Petra Grünendahl.

Bis tief in die Nacht feierte die Binnenschifffahrtsbranche den „Ball der Schiffahrt“ mit 680 Besuchern. Foto: Petra Grünendahl.

Die Organisation des Abends liegt in den bewährten Händen des fünfköpfigen Vorstandes vom „Ball der Schiffahrt Duisburg e. V.“ Der Verein wurde gegründet, um die Risiken für die Ausrichtung des traditionellen Schiffer-Abends auszulagern. Bis dato lag es bei den an der Organisation beteiligten Schiffervereinen. Im Vorstand des Vereins sitzen die Vorsitzenden oder Vertreter der drei beteiligten Vereine – Duisburger Schifferverein 1895 / 1897, Schifferverein Homberg von 1892 und St.-Nikolaus-Schifferverein Ruhrort 1880 – sowie als Geschäftsführer Frank und Ralf Wittig, die damit 2005 die Nachfolge ihres Vaters Karl-Ernst Wittig angetreten hatten. Der Schifferverein Homberg ist erst seit 2008 beteiligt. Die im Logo weiterhin vorhandene Inspektorenvereinigung Duisburg ist dagegen nicht mehr dabei: sie hatte sich erst 2009 aufgelöst.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein: 45 Jahre „Hänsel und Gretel“

Die Kult-Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno feiert Geburtstag und bringt zur Winterzeit festliche Stimmung in die Spielstätten der Deutschen Oper am Rhein

Märchen-Oper Hänsel und Gretel: Romana Noack, Katarzyna Kuncio. Foto: Frank Heller.

Märchen-Oper Hänsel und Gretel: Romana Noack, Katarzyna Kuncio. Foto: Frank Heller.

Liebevoll gehegt und gepflegt kommen alle Jahre wieder das Knusperhaus, die märchenhaften Kulissen und nostalgisch-anmutenden Kostüme von „Hänsel und Gretel“ auf die Bühnen der Deutschen Oper am Rhein. – Und das, nahezu unverändert, schon im 45. Jahr! Denn nicht nur das Märchen der Brüder Grimm und die danach von Engelbert Humperdinck komponierte Oper „Hänsel und Gretel“ sind Kult: die Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno ist es auch. Ab 16. November, 18.30 Uhr besteht für Jung und Alt ab 8 Jahren wieder die Möglichkeit, sich bei den Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf und Theater Duisburg die Weihnachts- und Winterzeit zu versüßen.

Romana Noack (Gretel), Torsten Hoffmann (Hexe), Katarzyna Kuncio (Hänsel). Foto: Frank Heller.

Romana Noack (Gretel), Torsten Hoffmann (Hexe), Katarzyna Kuncio (Hänsel). Foto: Frank Heller.

Die Musik des bekennenden Wagnerianers Engelbert Humperdinck ist eine gelungene Mischung aus volkstümlichen Kinderliedern und spätromantischen Orchesterklängen, die bereits bei der Uraufführung unter der Leitung von Richard Strauss einen ungeheuren Erfolg erzielte.

Bei der Wiederaufnahme am 16. November im Opernhaus Düsseldorf sind Katarzyna Kuncio und Heidi Elisabeth Meier als Hänsel und Gretel zu erleben, Renée Morloc und Stefan Heidemann verkörpern die Eltern Gertrud und Peter. Wolfgang Schmidt übernimmt den Part der Hexe. Außerdem stehen das neue Opernstudiomitglied Maria Popa als Sandmännchen, Linda Hergarten als Taumännchen und der Düsseldorfer Mädchen- und Jungenchor auf der Bühne. Die Düsseldorfer Symphoniker spielen unter der Leitung von Kapellmeister Lukas Beikircher.

Auch wir haben die Vorstellung schon besucht …
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„Hänsel und Gretel“ im Theater Duisburg:
So 07.12. 15.00 Uhr | So 07.12. 18.30 Uhr | Sa 13.12. 18.00 Uhr | Do 18.12. 18.00 Uhr
Do 25.12. 18.00 Uhr | Sa 21.02.2015 19.30 Uhr

„Hänsel und Gretel“ im Opernhaus Düsseldorf:
So 16.11. 18.30 Uhr | Sa 22.11. 18.00 Uhr | Sa 29.11. 18.00 Uhr
Mo 22.12. 18.00 Uhr | So 18.01.2015 18.30 Uhr

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg,
Telefon 0203 / 9407777, oder Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, sowie über http://www.operamrhein.de.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –

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Gegen das Vergessen: Stolpersteine in Wanheimerort

Nie wieder Faschismus!
Von Petra Grünendahl

Der Stein von Wilhelmine Struth befindet sich vor dem Haus Erlenstraße 127a. Foto: Petra Grünendahl.

Der Stein von Wilhelmine Struth befindet sich vor dem Haus Erlenstraße 127a. Foto: Petra Grünendahl.

Sie war 28 Jahre alt, als die SS sie durch das Fenster ihres Wohnhauses an der Erlenstraße 127b erschoss. Es war der 2. Februar 1933 – nur drei Tage nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, als die Nazis anfingen, unliebsame Bürger zu beseitigen. Wilhelmine Struth (1904 – 1933) war Arbeiterfrau, in der Deutschen Arbeiterbewegung aktiv und Kassiererin der KPD in Wanheimerort. Damit galt sie den neuen Herrschern in Deutschland als gefährlich. Und ganz offensichtlich hatten sich die Nationalsozialisten schon vor der Übernahme der Macht genau nach solchen Leuten umgesehen, sonst hätten sich nicht so zügig mit der Beseitigung und Ermordung potenzieller Widerständler anfangen können. In Wanheimerort erinnert ein Stolperstein vor ihrem Haus an Wilhelmine Struth.

Stolpersteine mahnen: Still fordern sie auf, inne zu halten. Wer die Inschriften liest, wird an Menschen erinnert, die im Nationalsozialismus den Regierenden ein Dorn im Auge waren: Juden, politisch Andersdenkende, Gewerkschafter, Kirchenvertreter, Menschen, die sich gegen die Diktatur zur Wehr setzten und die von den Nazis als gefährlich eingestuft wurden. Drei dieser Stolpersteine gibt es auch in Wanheimerort: Vor den Häusern in den Bürgersteig eingelassen sind sie an der Erlenstraße 127a, Schmiedestraße 15 und Ginsterstraße 14. Diese Steine erinnern an Wilhelmine Struth, Heinrich Bachler und Michael Rodenstock.

Vor dem Haus Schmiedestraße 15 erinnert ein Stein an Heinrich Bachler. Sein Sohn Bruno, der im Widerstand aktiv war, überlebte den Krieg. Foto: Petra Grünendahl.

Vor dem Haus Schmiedestraße 15 erinnert ein Stein an Heinrich Bachler. Sein Sohn Bruno, der im Widerstand aktiv war, überlebte den Krieg. Foto: Petra Grünendahl.

Heinrich Bachler (1900 – 1944) war aus Ostpreußen ins Ruhrgebiet zugewandert, weil er hier Arbeit in der Fabrik finden wollte. Politisch war er in der KPD aktiv. Am Tag des Reichstagsbrandes, am 27. Februar 1933, wurde er in „Schutzhaft“ genommen. Die Nationalsozialisten deportierten ihn zunächst ins KZ Börgermoor im Emsland, später wurde er in andere KZs verlegt. Er starb an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen am 14. Januar 1944.

Sein Sohn Bruno engagierte sich im Widerstand bei den Edelweißpiraten. Nach seiner Gesellenprüfung als Dreher wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Dort verteilte er Flugblätter der Engländer im Umfeld der Kaserne, was zu seiner Internierung im KZ Buchenwald führte. In einer Strafkompanie an der Ostfront wurde er zum Minenräumen eingesetzt, bis er desertierte und sich nach Sachsen absetzte, wo er das Kriegsende abwartete. Er starb erst 2011 mit 87 Jahren.

Die Inschrift auf dem Stein an der Ginsterstraße 14 ist wie wegpoliert und kaum noch zu entziffern: „Hier wohnte Michael Rodenstock Jg. 1885 Gewerkschafter ermordet 2. Mai 1933“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Inschrift auf dem Stein an der Ginsterstraße 14 ist wie wegpoliert und kaum noch zu entziffern: „Hier wohnte Michael Rodenstock Jg. 1885 Gewerkschafter ermordet 2. Mai 1933“. Foto: Petra Grünendahl.

Michael Rodenstock (1885 – 1933) ist heute wohl der Präsenteste der drei Nazi-Opfer. Die Wanheimerorter SPD ehrt ihn seit 2009 mit dem Michael-Rodenstock-Haus am Posadowskiplatz, in dem sich die Büros des Ortsverbandes befinden. An der Ruhrorter Straße 11 erinnern vier Stühle an vier am 2. Mai 1933 dort im Keller des damaligen Gewerkschaftshauses ermordete Gewerkschafter: Julius Birck, Emil Rentmeister, Johann Schlösser und eben Michael Rodenstock. Außerdem ist ein Tagungsraum im DGB-Haus am Stapeltor nach dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär benannt. Vor dem DGB-Haus erinnert ein Mahnmal an die vier Ermordeten.
Michael Rodenstock war Gewerkschafter, Distriktvorsitzender der SPD Wanheimerort und saß im Rat der Stadt Duisburg. Er war Vorsitzender des „Reichsbanners“ Duisburg und Mitbegründer des Kleingartenvereins Heimaterde. Wenige Wochen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er von Angehörigen der SA verschleppt, zusammen mit Gewerkschaftskollegen im Keller an der Ruhrorter Straße gefoltert und schließlich erschlagen. Die Leichen wurden im Hünxer Wald in Dinslaken verscharrt. Sie seien mit der Gewerkschaftskasse ins Ausland geflüchtet, verbreiteten die Nazis, um ihre Tat zu vertuschen. Im April 1934 fand man die Leichen, die anschließend auf dem Dinslakener Friedhof beigesetzt wurden.

Stolpersteine

Die würfelförmigen Steine werden in den Bürgersteinbelag eingelassen. Foto: Petra Grünendahl.

Die würfelförmigen Steine werden in den Bürgersteinbelag eingelassen. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Stolpersteine“ sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Diese Gedenktafeln erinnern an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind quaderförmige Betonsteine mit einer Kantenlänge rund 10 Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Mittlerweile finden sich rund 45.000 Steine nicht nur in Deutschland, sondern auch in 17 weiteren europäischen Ländern. [Quelle: Wikipedia]

Mehr über das Projekt Stolpersteine erfahren Sie hier: https://www.stolpersteine.eu/ und unter https://www.stolpersteine-online.com/.

In Duisburg koordiniert die Verlegung der Stolpersteine der Jugendring der Stadt Duisburg e.V., Claubergstr. 20-22, 47051 Duisburg, Telefon 0203 / 26246, eMail jugendring-duisburg@t-online.de, https://www.jugendringduisburg.de/.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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