Ausbildung: Blick über den Tellerrand fehlt zu oft, genau der wäre aber nötig

Zu viele Jugendliche entscheiden sich für
wenige Klassiker: Mehr Aufklärung notwendig

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Beginn des Ausbildungsjahres hat das Statistische Bundesamt nun aktuelle Zahlen rund um das Thema Ausbildung veröffentlicht. Das Ergebnis: Wenige „klassische“ Ausbildungsberufe sind weiterhin mit Abstand am beliebtesten. „Dabei lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen“, gibt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, zu bedenken. Er fordert deshalb eine zielgerichtetere Aufklärungsarbeit von allen gesellschaftlichen Akteuren. „Es gibt ein riesiges Informationsangebot für junge Leute, aber offenbar wird es nicht hinreichend genutzt“, so der Arbeitgebervertreter.

Diamantschleifer, Sattler, Winzer oder Automatenfachmann – in Deutschland gibt es über 300 anerkannte Ausbildungsberufe. Auf die fünf klassischen Ausbildungswege Einzelhandel, Kaufmann für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechaniker und Industriekaufmann kommen aber allein schon ein Viertel aller Bewerber. Dabei versprechen gerade „exotischere“ Ausbildungswege mindestens so gute, wenn nicht bessere Berufschancen, da hier Fachkräfte dringend gesucht werden, so Schmitz: „Am Arbeitsmarkt machen sich dann zahlreiche Absolventen beliebter Ausbildungsberufe Konkurrenz, während für andere Berufe keine geeigneten Bewerber gefunden werden.“

Der Unternehmerverband setzt sich vor allem dafür ein, den Nachwuchs – und gerade Mädchen – für technische Berufe zu begeistern. „Viel zu wenige Mädchen beginnen eine technische Ausbildung. Dabei bieten gerade diese Jobs sichere Perspektiven und gutes Geld. Vorurteile, dass technische Berufe Männerberufe seien, sind längst nicht mehr gerechtfertigt“, stellt Schmitz klar. Deswegen fährt beispielsweise der InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie auf die Schulhöfe der Region. Regelmäßig lädt der Unternehmerverband auch Lehrer im Rahmen von Arbeitskreisen Schule/Wirtschaft in Mitgliedsbetriebe ein, damit sich die Pädagogen vor Ort über Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Schüler informieren können.

Zu viele Jugendliche würden auch auf eine Ausbildung in einem großen Unternehmen setzen. Kleine und mittlere Unternehmen kämen dabei oftmals nicht in die engere Auswahl. „Jugendliche unterschätzen die Möglichkeiten in kleineren Betrieben. Dabei ist gerade hier eine gute individuelle Förderung möglich“, sagt Schmitz. Schmitz fordert ebenso eine größere räumliche Mobilität. „Es gibt große regionale und lokale Unterschiede beim Ausbildungsplatzangebot. Es lohnt sich, andere Orte in den Blick zu nehmen“, so Schmitz.

Er appelliert aber auch an die Wirtschaft: „Der Fachkräfteengpass wird sich in Zukunft noch verschärfen, deshalb sollten die Unternehmen aktiv für ihre Ausbildungschancen werben.“ Im Endspurt für das neue Ausbildungsjahr sei noch einiges möglich. Für die Zukunft komme es vor allem darauf an, den Wert der Ausbildung – gerade gegenüber einem Studium – wieder neu zu unterstreichen.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

– Pressemitteilung der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg –
Foto: Petra Grünendahl

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22. Ruhrorter Hafenfest vom 21. bis 24. August in Duisburg

Spektakulärer Magdeburger Halbkugelversuch
mit historischen Dampfbooten und
Großfeuerwerk auf hohem Niveau

Von Petra Grünendahl

Alle Mann an Bord der Oscar Huber: Pressekonferenz zum Ruhrorter Hafenfest 2015 (v. l.): Dr. Bernhard Weber, Walter Pavenstedt, Sascha Tietze, Dr. Manfred Tröger. Foto: Petra Grünendahl.

Alle Mann an Bord der Oscar Huber: Pressekonferenz zum Ruhrorter Hafenfest 2015 (v. l.): Dr. Bernhard Weber, Walter Pavenstedt, Sascha Tietze, Dr. Manfred Tröger. Foto: Petra Grünendahl.

Die Kraft des Luftdrucks zeigt die Magdeburger Otto-von-Guericke-Gesellschaft mit dem spektakulären so genannten „Magdeburger Halbkugel“-Experiment. Dabei werden zwei hohle Halbkugeln mit 60 Zentimeter Durchmesser zusammengefügt und die Luft aus dem Innern rausgesaugt (evakuiert). Das Vakuum erzeugt einen Unterdruck, der die Kugelhälften fest zusammenhält. Das Experiment stammt aus dem Jahr 1657, als der Naturwissenschaftler Otto von Guericke bewies, dass die Halbkugeln auch mit großer Kraftaufwendung nicht auseinander zu reißen gehen. Die Otto-von-Guericke-Gesellschaft führt dieses Experiment üblicherweise mit Pferden vor (je acht auf beiden Seiten). Passend zum Hafenfest wird man historische Dampfboote an die Leine nehmen und versuchen, die Halbkugeln auseinander zu reißen. Ganz selten reißen die Kugeln tatsächlich auseinander – wenn das Vakuum nicht ganz ausreichend war. Die Versuche finden unterhalb der Schifferbörse auf dem Wasser statt: am Samstag, 22. August, 14 und 17 Uhr, am Sonntag, 23. August, um 14 und 16 Uhr.

Das Plakat zum Ruhrorter Hafenfest 2015. Gestaltung: dws Werbeagentur.

Das Plakat zum Ruhrorter Hafenfest 2015. Gestaltung: dws Werbeagentur.

Bei einem Pressegespräch auf dem Museumsschiff Oscar Huber stellten die beiden Vorsitzenden der Ruhrorter Hafenfest e. V., „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt und Dr. Bernhard Weber, das Programm zum 22. Ruhrorter Hafenfest vor. Die viertägige „große Sause“ im Duisburger Hafenstadtteil findet von Freitag, 21. August, bis Montag, 24. August, statt. Zusammen mit Dr. Manfred Tröger von der Magdeburger Otto-von-Guericke-Gesellschaft und Feuerwerker Sascha Tietze präsentierten sie eine bunte Mischung aus Bekanntem und Neuem, das für Jung und Alt und für unterschiedlichste Interessen Anknüpfungspunkte bietet.

Das Rahmenprogramm umfasst unter anderem:

  • (kostenlose) Bustouren durch den Hafen,
  • (kostenpflichtige) Hafenrundfahrten mit den Schiffen der Weißen Flotte (Fahrgastschiffe Stadt Duisburg und Gerhard Mercator der Duisburger Hafenrundfahrtsgesellschaft DHG) und dem Fahrgastschiff Rheinfels der Ruhrorter Personenschifffahrt,
  • (kostenpflichtige) Bootstouren auf den Dampfbooten „Jan de Sterke“ und „Adelaar“ sowie
  • kostenlose Führungen in den Ruhrorter Museen: im Privatmuseum Haniel ebenso wie im Binnenschifffahrtsmuseum und auf dem Museumsschiffen im Hafenmund.

Hautnah zu erleben ist auch das Feuerlöschboot. Der Ruhrorter Yachtclub veranstaltet am Eisenbahnhafen den „Tag der offenen Tür“ (Fr-Mo). Ein Fischmarkt an allen vier Tagen, Walking-Acts mit den Reeper Boys (Samstag) und Indian Power (Freitag bis Montag), Infostände an der Hafenpromenade, in denen sich Touristikziele präsentieren (u. a. auch die „Ottostadt“ Magdeburg) sowie die traditionell von Irmgard und Karl Scherf gestalteten Schaufenster („Ruhrort und Schifffahrt“) runden ein buntes Programm für Jung und Alt ab. Auch für das leibliche Wohl wird an allen Ecken und Enden gesorgt.

Party pur an Rhein und Ruhr

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Zu den Höhepunkten des viertägigen Hafenfestes zählt schon seit Jahren das große Höhenfeuerwerk an der Friedrich-Ebert-Brücke: Ruhrort in Flammen. „In der Region gibt es nichts Vergleichbares“, sagte Sascha Tietze, verantwortlicher Feuerwerker. „Runde 30 Minuten sind eine lange Zeit, wenn man sie fürs Publikum abwechslungsreich gestalten will.“ Synchron zur Musik von Radio Duisburg wird er mit seinem Team auf der Friedrich-Ebert—Brücke von drei Abschusspunkten zwischen den Brückenpfeilern die Raketen abschießen: 2.000 Kugel- und Zylinderbomben sowie 15.000 Bombetten (kleinere Feuerwerkskörper verschiedenster Art) zaubern dynamische Bilder an den Nachthimmel. „30 Minuten auf hohem Niveau“, versprach der Feuerwerker aus Familientradition: Früher hatte der Vater des 31-Jährigen das Feuerwerk zum Ruhrorter Hafenfest gemacht hatte. Die Brücke wird für das Feuerwerk am Freitagabend um 23 Uhr ab 21.30 Uhr komplett (auch für Fußgänger) gesperrt und erst nach den nötigen Reinigungsarbeiten (bis ca. 45 Minuten nach dem Feuerwerk) wieder für den Verkehr freigegeben.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Auch sonst haben es die Festtage im Hafenstadtteil in sich mit einem abwechslungsreichen Programm auf zwei Bühnen: Die größere Haniel-Bühne steht auf der Mühlenweide, die Imperial-Bühne vor der Schifferbörse. Auf der großen Bühne präsentieren die Veranstalter überregionale Bands, auf der Kleineren regionale und lokale Gruppen. Am Freitag, 21. August, eröffnen auf der Haniel-Bühne ab 18.30 Uhr Policeman’s Sting und dann Linda Hesse mit Band das Hafenfest, auf der Imperial-Bühne treten ab 18 Uhr Next Level, das Dynamische Duo und Smoking Wolf auf. Auf dem Programm stehen am Samsta, 22. August, Jokebox und Sarah Straub (beide Haniel-Bühne) sowie Accoba, Rock’n’Roll Doctors und The Secret (alle Imperial-Bühne), am Sonntag, 23. August, Pietsch und Heartchor (Haniel-Bühne) sowie Dritte Hälfte und Triple Ply (Imperial-Bühne). Am Montag, 24. August, klingt nach einem „Tag der Vereine“ und dem traditionellen Seniorennachmittag mit den Sonny Boys auf der Haniel-Bühne (ab 18 Uhr) das 22. Ruhroter Hafenfest aus.

Buntes Programm für Alt und Jung

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.

Die Musik auf den beiden Bühnen ist aber lange nicht alles, was das Hafenfest zu bieten hat: Am Freitagabend gibt es vor dem Feuerwerk einen Schiffskorso. Neben der dreitägigen grünen Beleuchtung der Mercatorinsel (Stadtwerke Duisburg) wird der Schiffskorso begleitet von einer Illumination auf dem Vinckekanal: Bengalos leuchten den Weg. Samstag locken die Ruhrorter Lichter auf den Neumarkt (ab 16 Uhr mit Aktionen und Kinderprogramm und später Musikprogramm), am Sonntag dann der Kunst- und Kulturmarkt, der mit 60 Künstler aufwartet – so viel wie noch nie – und einem reichhaltigen Bühnenprogramm. Das Kinderfest auf der Wiese vor dem Museum der Deutschen Binnenschifffahrt erwartet große und kleine Besucher am Samstag und Sonntag mit einem bunten Programm.

Der Eintritt ins Museum ebenso wie auf die Museumsschiffe im Hafenmund ist am Hafenfest-Wochenede frei. Die Firma Haniel öffnet das (private) Haniel-Museum für Besucher, hier ist allerdings vorher eine Anmeldung nötig, da die Kapazitäten auf 15 – 20 Personen pro Führung begrenzt sind (Sa und So, jeweils 14, 16 und 18 Uhr, Anmeldung am Info-Stand des Ruhrorter Hafenfest e. V., Dammstraße an der Schifferbörse). Und auf die Mühlenweide lockt die Kirmes an allen Festtagen, unter anderem mit zehn bis zwölf Großfahrgeschäften und fünf Kinderfahrgeschäften.

Zeitnah gibt es neuere Infos und das vollständige Programm unter www.ruhrorter-hafenfest.de.

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Hafenfest-Plakat: dws Werbeagentur

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Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag der Loveparade 2010

Gedenkveranstaltung in der Grünanlage Karl-Lehr-Straße
Rede von Oberbürgermeister Sören Link
 
…sich an den Dingen stoßen wollen, damit der Leib den Schmerz von der Seele nimmt…
 

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

„Liebe Angehörige, liebe Betroffene, meine Damen und Herren,

es sind berührende Worte, die das Junge Ensemble Ruhr gerade zu der Musik von Ludovico Einaudi vorgetragen hat.

Für viele werden diese Zeilen aus dem Gedicht des Lyrikers Heinz Kahlau einige der Gefühle widerspiegeln, die die Katastrophe am 24. Juli 2010 bei ihnen ausgelöst hat.

So jedenfalls geht es mir.

Fünf Jahre sind vergangen, seit jenem schönen Sommertag, dem diese Stadt und Tausende Techno-Fans weltweit schon lange entgegen gefiebert hatten.

Es war der Tag, an dem die größte Technoparty des Jahres steigen sollte, hier in Duisburg. Es war der Tag der 19. Loveparade.
Es war der Tag, an dem die Loveparade in einer unfassbaren Katastrophe endete. Für 21 Familien ist der 24. Juli 2010 mit unermesslichem Leid verbunden.
Sie trauern um den Verlust eines geliebten Menschen.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

Sie trauern
• um ihre Töchter und Söhne,
• um ihre Geschwister,
• ihre Enkelinnen und Enkel,
• Nichten und Neffen,
• um ihre Partnerinnen und Partner,
• ihre Freundinnen und Freunde.

Unzählige Menschen verbinden mit diesem Tag entsetzliche Bilder. Viele erinnern sich an Schmerzen, an Angst, an Todesangst. Und auch an hilflose Ohnmacht, während sie versuchten, zwischen Hunderten Verletzten Hilfe zu leisten.

Viele haben das Erlebte bis heute nicht verarbeiten können: fünf Jahre sind vergangen – das Trauma „Loveparade“ blieb.
Es ist den Angehörigen der Opfer kaum noch zu erklären, dass es nach fünf Jahren immer noch so viele offene Fragen und so wenig Antworten, so wenig Gewissheit gibt.
Ich kann sicher nur in Ansätzen ermessen, wie riesig die Belastung derer ist, die sich verzweifelt Aufklärung über die Geschehnisse bei der Loveparade wünschen.

Viele Menschen warten auf eine juristische Klärung, als einen wichtigen Schritt zur Aufarbeitung der Tragödie.

Nicht zuletzt auch deshalb, um diesen unvorstellbar schmerzhaften und belastenden Teil ihrer Geschichte verarbeiten zu können, einen Weg zum Weiterleben zu finden.

Mit ihnen allen wünsche ich mir, dass es bald dazu kommt.

Das Unglück wirkt in uns allen fort: In dieser Stadt und ihren Menschen, in Ihnen, liebe Anwesende, und in mir.

Deshalb rücken wir auch an diesem 5. Jahrestag der Tragödie zusammen, erinnern uns und gedenken hier am Mahnmal im Park an der Karl-Lehr-Straße gemeinsam der Opfer.

Dabei gilt unsere Verbundenheit und unser tief empfundenes Mitgefühl den Hinterbliebenen.

Auch für sie ist das Leben in den vergangenen fünf Jahren weitergegangen, doch wir wissen: Trauer hat ihre eigene Zeitrechnung, einen eigenen Kalender.

In unsere Mitte nehmen wir heute außerdem besonders diejenigen, die noch immer an den Folgen der Loveparade zu tragen haben.

Für sie wünschen wir uns, dass der gute Geist dieser Gedenkveranstaltung ihnen auch über diesen Jahrestag hinaus Erleichterung und Ermutigung sein kann.

In diesem Zusammenhang ist mir heute einmal mehr ein wichtiges Anliegen, Danke zu sagen.

Danke an die Gruppen und Initiativen, die den Loveparade-Betroffenen ein Forum schaffen und sich sehr engagiert und nachdrücklich für ihre Interessen und auch für die Aufarbeitung der Tragödie einsetzen.

Großer Dank gebührt auch fünf Jahre nach der Loveparade-Tragödie der Notfallseelsorge. Es ist wirklich eine ganz großartige Arbeit, die die Seelsorgerinnen und Seelsorger leisten, und sie ist so viel mehr, als man es sich unter „Erster Hilfe für die Seele“ zunächst vorstellen kann.

Verehrte Notfallseelsorgerinnen, verehrte Notfallseelsorger, ich danke Ihnen für die professionelle und intensive Betreuung der Angehörigen der Opfer und der Verletzen! Und lassen Sie es mich hier bitte ausdrücklich feststellen: Ich bin froh, dass es Sie gibt!

Gleiches gilt für unseren hochengagierten Ombudsmann, Jürgen Widera. Seit über zwei Jahren ist er Ansprechpartner für die Angehörigen und Betroffenen, hat beraten, vermittelt und auch ganz konkret geholfen, deren Anliegen auf den Weg zu bringen.

Vielen Dank, lieber Herr Widera, für Ihre gute und wichtige Arbeit.

Ausdrücklich geht mein herzlicher Dank auch an jene, die sich liebevoll um die Pflege der Gedenkstätte kümmern, hierfür viel Zeit und auch Geld investieren.

Dies gilt auch für die neue Gedenktafel, die auf Initiative aus dem Kreis der Angehörigen vor einigen Tagen angebracht wurde. Sie ergänzt die Gedenkstätte auf Wunsch vieler Angehöriger um die Möglichkeit individueller Gestaltung.

Möglich gemacht hat dies ThyssenKrupp Steel Europe mit Unterstützung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann.

Beide Duisburger Stahlunternehmen haben einen Entwurf des Architekten Alexander Ahlert und die von Rüdiger Eichholtz stammende künstlerische Gestaltung überzeugend umgesetzt. Sie alle setzen damit ein Zeichen der Anteilnahme und der engen Verbundenheit zu unserer Stadt.

Danke dafür an die Arbeitsdirektoren beider Unternehmen, danke lieber Thomas Schlenz und lieber Peter Gasse. Und selbstverständlich herzlichen Dank an die beiden genannten kreativen Unterstützer und ihr Team.

Unterstützung hat es in den vergangenen fünf Jahren ohnehin und glücklicherweise viel gegeben. Viele Menschen und Institutionen dieser Stadt übernahmen Verantwortung, zeigten Anteil und Mitgefühl.

Standen den Hinterbliebenen und Betroffenen in ihrem Leid unterstützend zur Seite und halfen so, die Wunden zu schließen und den Blick schrittweise wieder in die Zukunft zu richten.

Für diesen Blick nach vorn steht ab sofort auch eine Stiftung, die eine Reihe von bisher auf mehreren Schultern verteilten Aufgaben unter ihrem Dach vereinen wird.

Sie trägt den Namen „Duisburg 24. 7. 2010“ und will auch präventive Beiträge leisten, damit sich ein solches Unglück niemals wiederholt.

Ich freue mich sehr, dass der Wunsch der Angehörigen und Betroffenen nach einer solchen Einrichtung nun umgesetzt werden konnte.

Allen, die den Stiftungsgründern bei ihrer Initiative geholfen haben, danke ich sehr. Im Bewusstsein, Mitverantwortung für die Folgen der Katastrophe zu tragen, hat auch die Stadt Duisburg deren Anliegen nach Kräften unterstützt. Und wird der Stiftung auch in Zukunft zur Seite stehen.

Ich hoffe, dass die Stiftung ihren Beitrag zur Trauerarbeit und zur Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse leisten wird.

Dass sie den Schmerz, den die Hinterbliebenen in Ihren Herzen tragen, lindern kann. Dass sie die Folgen für die Betroffenen mildert.
Und dass sie Ihnen allen Hoffnung gibt.

Denn die Hoffnung ist es, die uns auch in den schlimmsten Momenten die Kraft gibt, den Blick nach vorn zu wagen.

Vielen Dank!“

– Presseinformation der Stadt Duisburg –
Fotos: Petra Grünendahl

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Fünfter Jahrestag: Wir gedenken der Opfer der Loveparade 2010

Gegen das Vergessen - EIne Kerze für die Opfer der Loveparade 2010. Aktion der BI Never Forget den Opfern der Loveparade 2010 zum 24. Januar 2012

Wir gedenken der Opfer der Loveparade 2010!

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Die Gedenkstätte im Juli 2015 …

© 2015 Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle: Startschuss für den Erweiterungsbau im Duisburger Innenhafen

Mehr Kunst für Duisburg –
Das MKM vergrößert sich: Neue Räume für eine der wichtigsten
Sammlungen deutscher Kunst nach ‘45

2016 fällt der Startschuss für den neuen Erweiterungsbau von Herzog & de Meuron. Die Neueröffnung findet 2018 statt.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Das Architekturbüro Herzog & de Meuron hat die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle abgeschlossen. Die notwendigen Grundlagen wie Finanzierung und Organisation sind gesichert – und Duisburg erhält in Kürze weiteren Raum für die Werke der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit aus der Sammlung Ströher. Der Baubeginn ist für Mitte 2016 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2018. Das Vorhaben wird durch das große Engagement der privaten MKM-Stiftung möglich, die von den Sammlern Sylvia und Ulrich Ströher gegründet wurde und den Erweiterungsbau vollständig finanziert.

Die Ausstellungsfläche wird um ca. 2.500 m2 erweitert, so dass es zukünftig möglich sein wird, Meisterwerke aus der Sammlung in weitaus größerem Umfang zu präsentieren. Direktor Walter Smerling freut sich besonders darüber, „[…] entscheidende Entwicklungen der deutschen Kunst seit 1950 in größerem Zusammenhang zu zeigen. Wer ins neue MKM kommt, tritt eine Zeitreise durch die deutsche Kunstgeschichte an. Die kunsthistorischen Vergleichsmöglichkeiten sind einzigartig. Von Baumeister bis Baselitz, von Götz bis Gursky – wir werden endlich den Umfang, den die großartige Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher bietet, ausschöpfen können.“

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Kern der Entwürfe ist ein viergeschossiger Anbau, der über die historischen Silos mit dem Stammhaus des MKM verbunden wird. Dabei gehen die Architekten gleichermaßen auf die Erfordernisse innovativer Ausstellungsarchitektur wie auf den historisch gewachsenen Baubestand des Innenhafenareals ein. „Der Erweiterungsbau“, so Jacques Herzog, „reiht sich in seiner Maßstäblichkeit und Materialisierung in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein und komplettiert so den bestehenden Museumskomplex. Zugleich definiert der neue Kopfbau den Abschluss der gesamten Gebäudezeile am Hafenbecken. Für den flüchtigen Betrachter wirken die neu hinzugefügten Baukörper so, als hätten sie schon immer dort gestanden.”

Mit ihrer Planung beschreiten die Architekten einen neuen Weg, der sich konzeptuell strikt von der 2008 entwickelten, aber nicht realisierten Idee eines schwebenden Kubus unterscheidet. Der neue Erweiterungsbau verlängert das MKM ebenerdig in Richtung der Autobahn. Er orientiert sich hinsichtlich Gebäudevolumen, Höhe und dem Fassadenmaterial Ziegel eng am Bestand des MKM. Eine zentrale Rolle spielt künftig der Silotrakt, der erstmals für Besucher zugänglich wird: „Der Erweiterungsbau soll über die Silos unmittelbar an die bestehenden Ausstellungsgeschosse angeschlossen werden. Die Silos werden zu einem räumlichen Verbindungs- und Erschließungselement zwischen dem bestehenden Museum und der Erweiterung. Sie bleiben aber in ihrer rohen, ursprünglichen Materialität erhalten, da sie unverzichtbare, plastische Bestandteile des Industriedenkmals Küppersmühle sind.” (Jacques Herzog). Geplant ist auch eine Aussichtsplattform auf den Silos.

Hier geht es zur Projektbeschreibung des Archtekturbüros Herzog & de Meuron …

– Presseinformation der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. –
Fotos: Herzog & de Meuron

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Jetzt noch bewerben: Familienfreundliche Unternehmen in Duisburg gesucht

Auszeichnung des Duisburger Bündnisses für Familie
geht in die 2. Runde: Frist läuft bis zum 21. August

Bei vielen Unternehmen wird Familienfreundlichkeit groß geschrieben – und das wird belohnt. Mit der Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen in Duisburg“ möchte das lokale Bündnis für Familie das Engagement Duisburger Firmen in Sachen Familienfreundlichkeit würdigen. „Bewerben Sie sich jetzt“, fordern die Initiatoren nun noch einmal auf. Einsendeschluss ist der 21. August 2015.

Mitmachen kann jedes Unternehmen mit Sitz in Duisburg, egal welcher Größe und Branche, das bereits konkrete Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Betrieb umsetzt. Sowohl Unternehmerinnen und Unternehmer selbst als auch Betriebsräte und Beschäftigte können ihr Unternehmen für den Preis vorschlagen. Um den Aufwand für die Unternehmen gering zu halten, werden keine detaillierten Konzepte erwartet. Das familienfreundliche Engagement sollte lediglich kurz und prägnant in dem dafür vorgesehenen Bewerbungsformular geschildert werden. Das Formular steht als Download auf der Homepage der Stadt Duisburg zur Verfügung.

Die Jury, bestehend aus Vertretern der Stifter, wird die Einsendungen wieder nach Kriterien wie Wirksamkeit, Kreativität und Inanspruchnahme beurteilen. Die Preisträger werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung gewürdigt.

Die Sieger des 1. Preises 2014: Katrin Große und Ingo Wald (KROHNE Messetechnik GmbH& Co. KG) und Jörg Rasch (Deutag GmbH & Co. KG) (v. l. n. r.). Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Die Sieger des 1. Preises 2014: Katrin Große und Ingo Wald (KROHNE Messetechnik GmbH& Co. KG) und Jörg Rasch (Deutag GmbH & Co. KG) (v. l. n. r.). Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg.

Im letzten Jahr wurden KROHNE Messtechnik und die Niederlassung West der DEUTAG GmbH & CO für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet. Bei der Firma DEUTAG GmbH lobte die Jury die ganzheitliche Strategie, die auch andere wichtige gesellschaftliche Bereiche wie z. B. die Ausbildung von Nachwuchs (u.a. von Mitarbeiterkindern) sowie die Qualifizierung und Gesundheit der Beschäftigten in den Blick nimmt. Die Firma KROHNE bietet ihren Mitarbeitern nicht nur Unterstützung im Bereich der Kleinkindbetreuung, sondern auch Angebote für Mitarbeiterkinder in Teenageralter. Die Jury verwies hier vor allem auf das internationale Austauschprogramm FLOW. Hierbei haben Kinder von Mitarbeitern im Alter zwischen 15 und 19 Jahren die Möglichkeit, in eine Austauschfamilie an einen der vielen KROHNE-Standorte weltweit zu kommen. Siehe hier ….

Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Aktion des Lokalen Bündnis für Familie in Duisburg, das Oberbürgermeister Sören Link Anfang letzten Jahres gemeinsam mit dem Unternehmerverband, der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, den Wirtschaftsjunioren Duisburg e. V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Niederrhein, der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit ein Bündnis für Familie in Duisburg begründet hatte.

Das Bewerbungsformular und alle weiteren Informationen zum Preis „Familienfreundliches Unternehmen 2015“ sind unter www.duisburg.de/familienfreundlichesunternehmen abrufbar.

Ansprechpartner sind:
Matthias Heidmeier, Unternehmerverband, Telefon: 0203 99367-205
Sabrina Schwoerer, Stadt Duisburg, Telefon: 0203 283-7082
Nadine Deutschmann, Niederrheinische IHK, Telefon: 0203 2821-289

– Presseinformation des Unternehmerverbandes Duisburg –

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OB Sören Link bedankt sich bei den Sponsoren der neuen Gedenktafel für die Opfer des Loveparade-Unglücks

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

Anlässlich des 5. Jahrestages des Loveparade-Unglücks wurde die Gedenkstätte im Karl-Lehr-Tunnel durch eine Gedenkplatte, die der Duisburger Stahlkonzern ThyssenKrupp Steel Europe heute vor Ort anbringen ließ, nun endgültig fertiggestellt. Oberbürgermeister Sören Link drückte seine große Freude darüber aus, dass durch die Gedenktafel eine angemessene und würdige Form des Gedenkens an die Opfer des tragischen Unglücks vom 24. Juli 2010 gefunden wurde.

Der Duisburger Stahlkonzern ThyssenKrupp Steel Europe unterstützt gemeinsam mit den Hüttenwerken Krupp Mannesmann das Gedenken mit der Realisierung der künstlerisch gestalteten Stahlplatte. Das Denkmal ist den 21 verstorbenen Opfern sowie den vielen Betroffenen des 24. Juli 2010 gewidmet und soll an das schreckliche Ereignis erinnern.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

Die Idee stammt von den Angehörigen der Verstorbenen und wurde gestalterisch vom Duisburger Künstler Rüdiger R. Lorenzo Eichholtz umgesetzt. Das Denkmal, welches nicht nur von ThyssenKrupp Steel Europe und den Hüttenwerken Krupp Mannesmann gesponsert, sondern auch selbst angefertigt wurde, besteht aus zwei Stahlplatten, die an der Wand und am Boden der Gedenkstätte angebracht sind. Es enthält den Satz „Liebe hört niemals auf“ in den jeweiligen Muttersprachen der Opfer. Darüber hinaus sind 21 Flächen für Tafeln vorgesehen, welche die Angehörigen individuell gestalten können und dem Denkmal so eine sehr persönliche Note verleihen.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link dankte den Sponsoren für diesen Beitrag zur Gestaltung der Gedenkstätte am Ort der Katastrophe. Die Gedenkplatte wird den Angehörigen am diesjährigen Jahrestag durch den Oberbürgermeister und Ombudsmann Jürgen Widera vorgestellt.

– Pressemeldung der Stadt Duisburg –
Fotos: Andreas Sadrina (2), Petra Grünendahl (1)

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ThyssenKrupp und HKM stiften Denkmal zum fünften Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in Duisburg

„Loveparade“-Denkmal zum fünften Jahrestag: ThyssenKrupp Steel Europe und HKM unterstützen das Gedenken mit der Stiftung einer individuell gestalteten Stahlplatte

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

Das Unglück bei der „Loveparade“ jährt sich am 24. Juli zum fünften Mal. Zum Gedenken an die 21 Opfer plant die Stadt Duisburg gemeinsam mit den Elternvertretern das Anbringen eines Denkmals am Ort dieser Katastrophe. Dieses besteht aus zwei Stahlplatten, die von ThyssenKrupp Steel Europe und HKM zur Verfügung gestellt werden. Eine etwa vier mal vier Meter große Wandtafel wird neben der Treppe im Tunnel an der Karl-Lehr-Straße installiert, eine andere davor auf dem Boden platziert. Beide sind mit Stufen versehen, die in Richtung der Treppe zeigen. Das Denkmal ist in den vergangenen Wochen in einer Werkstatt bei ThyssenKrupp Steel Europe nach dem ausgewählten Entwurf eines Bielefelder Architekturbüros hergestellt worden. Es ist den 21 Opfern vom 24. Juli 2010 gewidmet und soll an dieses schreckliche Ereignis erinnern. Anlässlich des Jahrestages ist die individuell gestaltete Stahlkonstruktion dann öffentlich zu sehen.

Montage der Beschriftung auf das Loveparade Denkmal in den Mechanischen Werkstätten Duisburg-Halmborn am 17.07.2015. Mitarbeiter Andreas Rauch montiert! Foto: TKSE.

Montage der Beschriftung auf das Loveparade Denkmal in den Mechanischen Werkstätten Duisburg-Halmborn am 17.07.2015. Mitarbeiter Andreas Rauch montiert! Foto: TKSE.

In der Nähe der Unglücksstelle wurde 2011 bereits ein Mahnmal, eine über zehn Tonnen schwere Stahlskulptur, aufgestellt. Dieses war ebenfalls von ThyssenKrupp Steel Europe gestiftet und zum Teil in der Ausbildungswerkstatt gefertigt worden. Das neue Denkmal wird direkt an Wand und Boden neben der Unglücks-Treppe installiert. Es enthält eingestanzte Gedenktexte in den jeweiligen Muttersprachen der Opfer. Darüber hinaus sind 21 Flächen für Keramiktafeln vorgesehen, die von den Familien individuell gestaltet werden können und dadurch eine sehr persönliche Note bekommen. Dieses Denkmal zum fünften Jahrestag der Katastrophe ergänzt das bisherige Mahnmal und soll als Gedenken an die Opfer aber auch als Begegnungsstätte dienen.

Montage der Beschriftung auf das Loveparade Denkmal in den Mechanischen Werkstätten Duisburg-Halmborn am 17.07.2015. Mitarbeiter Andreas Rauch montiert! Foto: TKSE.

Montage der Beschriftung auf das Loveparade Denkmal in den Mechanischen Werkstätten Duisburg-Halmborn am 17.07.2015. Mitarbeiter Andreas Rauch montiert! Foto: TKSE.

Mit seiner Beteiligung an dieser Initiative möchte ThyssenKrupp Steel Europe seine enge Verbundenheit mit Duisburg und der Region deutlich machen. „Wir sind als größter Arbeitgeber Bestandteil dieser Gesellschaft und nehmen Anteil an den Geschehnissen, die die Menschen hier bewegen“, betont Thomas Schlenz. „Mit der Realisierung der Stahlplatte möchten wir einen Beitrag zur würdigen Erinnerung an die Opfer leisten und gleichzeitig unser tief empfundenes Mitgefühl gegenüber den Angehörigen der Opfer bekunden“, erklärt der Personalvorstand von ThyssenKrupp Steel Europe. Der für das Denkmal verwendete und die Stadt Duisburg prägende Werkstoff Stahl bedeute zudem eine Verpflichtung für den größten Stahlhersteller Deutschlands, so Schlenz: „Wir möchten gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und uns an den Standorten mit unserem Umfeld solidarisch zeigen. Daher ist es für uns nicht nur eine Ehre, dieses Denkmal realisieren zu dürfen, sondern zugleich auch Ausdruck unserer inneren Haltung.“

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

ThyssenKrupp Steel Europe und HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann stiften Stahltafel zum Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Andreas Sadrina.

Auch die Geschäftsführung der HKM unterstützt die Initiative für ein Denkmal zur „Loveparade“ aus Achtung und Respekt für die Verletzten und Hinterbliebenen. „Wir wollen gegen das Vergessen angehen und die Erinnerung an das furchtbare Geschehen bewahren. Das Mahnmal steht für unser Andenken an die Todesopfer und als Mahnung für die Zukunft, damit so etwas nie wieder geschieht“, so Peter Gasse, Arbeitsdirektor der Hüttenwerke Krupp Mannesmann.

– Pressemitteilung: ThyssenKrupp Steel Europe und Stadt Duisburg –
Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe (2), Andreas Sadrina (2)

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Loveparade-Strafverfahren: Stand des Zwischenverfahrens

Ergänzungsgutachten liegt mit Übersetzung vor

Gedenkstsätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstsätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Im Loveparade-Strafverfahren hat die Kammer das eingeholte Ergänzungsgutachten mitsamt Übersetzung den Verfahrensbeteiligten zugeleitet. Diese haben nunmehr Gelegenheit, bis zum 25.09.2015 zu den 78 Seiten umfassenden Ausführungen des Sachverständigen Stellung zu nehmen. Innerhalb dieser Frist besteht zudem Gelegenheit, im Zwischenverfahren abschließend Stellung zu nehmen.

Im Loveparade-Strafverfahren prüft die Kammer, ob die Anklage der Staatsanwaltschaft Duisburg zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird (sogenanntes Zwischenverfahren). Zentrales Beweismittel des Verfahrens ist ein von der Staatsanwaltschaft eingeholtes Sachverständigengutachten. Hierzu hatte die Kammer zuletzt zahlreiche Ergänzungsfragen an den Sachverständigen gerichtet. Die vom Sachverständigen in englischer Sprache vorgelegten Antworten hat die Kammer übersetzen lassen und allen Verfahrensbeteiligten zugeleitet. Der Grundsatz rechtlichen Gehörs gebietet es, den Verfahrensbeteiligten vor einer Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens Gelegenheit zur Stellungnahme auch zu diesen Ausführungen des Sachverständigen zu geben. Der Vorsitzende hat hierfür sowie zugleich für abschließende Stellungnahmen im Zwischenverfahren eine Frist bis zum 25.09.2015 bestimmt.

Das bei der Entscheidung zu berücksichtigende Aktenmaterial beläuft sich aktuell auf mehr als 44.000 Seiten Hauptakte, 800 Aktenordner Anlagenbände und einige Terabyte Videomaterial. In die Prüfung über die Zulassung der Anklage werden außerdem die noch zu erwartenden Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten zum Ergänzungsgutachten einzubeziehen sein. Eine Entscheidung über die Zulassung der Anklage dürfte daher nicht unmittelbar nach Fristablauf ergehen. Eine etwaige Hauptverhandlung dürfte damit voraussichtlich nicht mehr im Jahr 2015 beginnen können.

Aktenzeichen: 35 KLs 5/14

– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg –
Fotos: Petra Grünendahl

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Bundeskanzler Adenauer kam zur Inbetriebnahme der Warmbreitbandstraße im Juli 1955 ins Duisburger Werk

Vor 60 Jahren feierte die Hütte einen Meilenstein beim Wiederaufbau

Großer Bahnhof: An der Feierstunde am 11. Juli 1955 in der Adjustage des neuen Walzwerks nahmen 750 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadt teil, außerdem mehr als 2.000 Mitarbeiter und 180 Jubilare. Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Großer Bahnhof: An der Feierstunde am 11. Juli 1955 in der Adjustage des neuen Walzwerks nahmen 750 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadt teil, außerdem mehr als 2.000 Mitarbeiter und 180 Jubilare.
Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Einen wichtigen Meilenstein im Zuge des Wiederaufbaus feierte die frühere August Thyssen-Hütte vor 60 Jahren: die Inbetriebnahme der Warmbreitbandstraße, das heutige Warmbandwerk 1 in Bruckhausen. Zur offiziellen Einweihung am 11. Juli 1955 waren etwa 2.000 Mitarbeiter und 750 Gäste aus Politik und Wirtschaft, angeführt von Dr. Konrad Adenauer und unter anderem begleitet von der Witwe Fritz Thyssens, Amélie Thyssen, in den Duisburger Norden geladen. „Wenn ich heute mitten aus drängendster und schwieriger politischer Arbeit heraus hierher komme, so bitte ich Sie, darin zu erblicken den Ausdruck meines Respektes vor dem Aufbauwerk, das hier in der August Thyssen-Hütte geleistet worden ist“, erklärte der damalige Bundeskanzler im Rahmen der Feierstunde. „Nun, ich hoffe, dass es der Leitung des Werkes zusammen mit der Landesregierung und der Bundesregierung gelingt, auch die letzten Fesseln im Laufe der Zeit abzustreifen, damit dieses Werk seiner Blüte – größer als es früher war – entgegengehen kann“, so Dr. Adenauer in seiner Rede.

Als erste deutsche Warmbreitbandstraße nach dem Krieg nahm die Anlage in Duisburg-Bruckhausen 1955 die Produktion in der rund 400 Meter langen Halle auf. Nach Jahren der Demontage war die Inbetriebnahme auch ein wichtiges Signal des Wiederaufbaus. Fotograf: Herbert List / Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Als erste deutsche Warmbreitbandstraße nach dem Krieg nahm die Anlage in Duisburg-Bruckhausen 1955 die Produktion in der rund 400 Meter langen Halle auf. Nach Jahren der Demontage war die Inbetriebnahme auch ein wichtiges Signal des Wiederaufbaus.
Fotograf: Herbert List / Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv.

Im September 1953 fand der erste Spatenstich für die Errichtung der Breitbandstraße statt. Zeitweilig waren über 70 Firmen mit mehr als 2.000 Arbeitskräften täglich bei den Bau- und Montagearbeiten auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände beschäftigt. Im Frühjahr 1955 wurde mit dem Einfahren der Fertigung in der rund 400 Meter langen Halle begonnen. „Ebenso interessant wie geradezu erregend war die Atmosphäre in der Walzwerkhalle, als die ersten Probeläufe in Gang kamen, als zahlreiche Beteiligte von den Vorstandsmitgliedern bis zu den Lehrlingen aus den Montagekolonnen mit dem sich von den Brammen zum Blechband verwandelnden Walzgut von den Stoßöfen bis zum Haspel förmlich um die Wette liefen, um die ersten Walzgänge zu verfolgen“, hieß es dazu in der Mitarbeiter-Zeitung der August Thyssen-Hütte.

Warmbandwerke sind Kernaggregate bei der Herstellung von Flachstahl. Das WBW 1 in Bruckhausen wurde 2013 umfangreich modernisiert und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund drei Millionen Jahrestonnen. Etwa 600 Mitarbeiter sind derzeit dort beschäftigt. Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.

Warmbandwerke sind Kernaggregate bei der Herstellung von Flachstahl. Das WBW 1 in Bruckhausen wurde 2013 umfangreich modernisiert und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund drei Millionen Jahrestonnen. Etwa 600 Mitarbeiter sind derzeit dort beschäftigt.
Foto: ThyssenKrupp Steel Europe.

Für den Standort im Duisburger Norden war der Produktionsbeginn der neuen Warmbreitbandstraße ein wichtiges Signal für den gelungenen Wiederaufbau nach dem Demontagestopp 1949. Deshalb sprach Dr. Adenauer bei der Eröffnung im Juli 1955 auch von einem „neuen Abschnitt unserer Werksgeschichte“ und lobte das „imposante und großartige Werk, geschaffen durch die Tüchtigkeit der hier arbeitenden Menschen“. Die hatten gleich doppelten Grund zur Freude: Neben den sicheren Arbeitsplätzen durch die schrittweise Ausweitung der Produktion erhielt jedes Belegschaftsmitglied der August Thyssen-Hütte aus Anlass der Feierstunde Gutscheine über 20 D-Mark, mit denen Einkäufe gemacht werden konnten.

– Pressemeldung und Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe –

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Duisburger Hafen baut Lkw-Parkplatz in Hohenbudberg

  • Kapazität für rund 50 Zugmaschinen
  • Inbetriebnahme bereits Anfang August
  • Enge Kooperation mit der Stadt Duisburg

Foto: ADAC / Simon Katzer.

Foto: ADAC / Simon Katzer.

Die Duisburger Hafen AG wird den ehemaligen Parkplatz auf dem Gelände vor der alten Waggonreparaturhalle in Hohenbudberg in Stand setzen und dort einen Lkw-Parkplatz für Zugmaschinen errichten. Darauf haben sich nun die Stadt Duisburg, NRW.Urban und duisport verständigt. Bis Anfang August entstehen hier neben 50 Parkplätzen für Zugmaschinen auch sanitäre Anlagen für Lkw-Fahrerinnen und Fahrer (Toiletten, Duschanlagen). Die Investitionen inklusive der Unterhaltung liegen im sechsstelligen Bereich und werden von duisport getragen.

Bereits seit Ende letzten Jahres arbeitet duisport gemeinsam mit Vertretern der Stadt Duisburg an einer Lösung für parkende Lkw-Zugmaschinen entlang der Erschließungsstraßen rund um das Terminal logport III in Hohenbudberg. Da der Terminalnutzer bisher keine Maßnahmen unternommen hat, hat sich duisport bereit erklärt, dieses Thema selbst voranzutreiben. Nachdem die Stadt die Fläche vor der alten Halle von NRW.Urban übernommen hat, wird duisport hier innerhalb der nächsten vier Wochen einen privaten Parkplatz auf einer Fläche von rund 1.400 m2 errichten.

„Es hat Handlungsbedarf gegeben. Der Parkplatz direkt vor dem Terminal logport III wird zu einer deutlichen Entspannung der Situation vor Ort führen“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.

Der Parkplatz wird 24 Stunden, sieben Tage pro Woche geöffnet und bewacht sein. Durch eine permanente Einlasskontrolle wird gewährleistet, dass der Parkplatz ausschließlich von Zugmaschinen genutzt wird, die das logport III Terminal in Hohenbudberg ansteuern.

„Ich freue mich, dass die Duisburger Hafen AG den Bau eines Parkplatzes in Hohenbudberg übernimmt. Ich weiß aus vielen Kontakten vor Ort, dass die Bürgerinnen und Bürger sich eine solche Lösung gewünscht haben, und bin überzeugt, dass es mit dem neuen Parkplatz schnell zu Verbesserungen für die Anwohner kommen wird“, so Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.

Neben einer Beschilderung des Parkplatzes rund um das Terminal ist auch die Auslage von mehrsprachigen Flugblättern vorgesehen, ähnlich wie es duisport bereits bei der A40 Sperrung vor einigen Wochen getan hat. Diese werden auch Benutzungsregeln für den Parkplatz enthalten.

– Pressemeldung der Duisburger Hafen AG –
Foto: ADAC / Simon Katzer.

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Duisburger Hafen: Hafen von Antwerpen beteiligt sich an maritimer Bahnverbindung

Deurganck-Dock in Antwerpen. Foto: Antwerp Port Authority.

Deurganck-Dock in Antwerpen. Foto: Antwerp Port Authority.

Der Hafen von Antwerpen und duisport verstärken ihre Zusammenarbeit. Der Antwerpener Hafen beteiligt sich dazu am Bahn-Shuttle, der die beiden Häfen miteinander verbindet. Die direkte Bahnverbindung zwischen Duisburg und Antwerpen wurde 2006 von der duisport-Gruppe unter schwierigen Wettbewerbsbedingungen in Bezug auf den Straßen- und Binnenschiffverkehr hergestellt. Die Entscheidung des Antwerpener Hafens, sich an der Bahnverbindung zu beteiligen, unterstreicht das Engagement beider Häfen, diesen wichtigen europäischen Logistikkorridor weiter auszubauen.

Seit Anfang des Jahres bietet die duisport agency GmbH (dpa), eine Tochtergesellschaft der Duisburger Hafen AG, täglich eine direkte Bahnverbindung nach Duisburg von einer Hochseeanlegestelle (Q1700) im Hafen von Antwerpen. Der Bahn-Shuttle Antwerpen-Duisburg wurde bis Ende des letzten Jahres von der dpa zusammen mit einem Bahnunternehmen angeboten, bis dieses entschieden hat, seine Dienstleistungen einzustellen. Um die strategische Bedeutung einer häufigen und zuverlässigen Verbindung mit Duisburg zu unterstreichen, hat die Antwerpener Hafenbehörde beschlossen, sich an der Verbindung für eine Dauer von fünf Jahren zu beteiligen. Dadurch wird der Zugang zum Hafen für eine bedeutende Hinterland-Region sichergestellt.

„Die Beteiligung des Antwerpener Hafens an der Bahnverbindung macht das Zugsystem noch zuverlässiger und stärkt die Rolle von duisport als führende Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa“, betont Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.

Antwerpen und Duisburg als langjährige Partner
Die Antwerpener und Duisburger Hafengesellschaften arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen in der Absicht, den intermodalen Verkehr zwischen ihren jeweiligen Regionen weiter zu entwickeln. Duisburg und Antwerpen haben bereits 1999 eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, die 2013 erneuert und erweitert wurde. duisport ist der zentrale Hub, bei dem Waren zusammenlaufen und weiter ins europäische Hinterland verteilt werden. Eine zuverlässige, beständige Bahnverbindung mit dem Antwerpener Hafen ist unerlässlich für einen weiteren Ausbau dieser Hub-Funktion. Im vergangenen Jahr wurden am Hafen von Antwerpen nahezu 200 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, ein Großteil davon für Nordrhein-Westfalen.

Der Bahn-Shuttle bietet täglich eine direkte Verbindung zwischen dem Deurganck-Dock in Antwerpen und logport I in Duisburg und sichert somit eine trimodale Verbindung zwischen den beiden Regionen. „Die Verlagerung von MSC zum Deurganck-Dock, die eine sehr hohe Containerdichte mit sich bringen wird, zeigt deutlich, wie wichtig ein umfassendes, stark intermodales Angebot ist, um einen schnellen und effizienten Umschlag dieser Güterströme zu garantieren“, sagt Marc Van Peel, Präsident der Antwerpener Hafenbehörde.

Über den Hub Duisburg bietet die Bahnverbindung dem Hafen von Antwerpen außerdem direkte Anschlussverbindungen zu anderen wichtigen Zielen in Europa, wie Ludwigshafen, Wien und Budapest.

Siehe auch: Antwerpener Hafentag im Landschaftspark Duisburg-Nord: Tor zur Welt für Duisburg und die Region

– Pressemitteilung: Duisburger Hafen AG und Port of Antwerp –
Foto: Port of Antwerp

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7. Branchenforum SchifffahrtHafenLogistik bei der Niederrheinischen IHK in Duisburg

Im Hafen wird Geld verdient:
Logistik sichert Wahlstand und Arbeitsplätze

Von Petra Grünendahl

Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL). Foto: Petra Grünendahl.

Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL). Foto: Petra Grünendahl.

„Die Industrie braucht funktionierende Logistik“, erklärte Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL). Die funktionierende Logistik ist allerdings angesichts der maroden Infrastruktur – aktuelle Beispiele sind die zeitweisen Sperrungen der A40-Rheinquerung Neuenkamp oder der A1 bei Leverkusen – längst nicht mehr gewährleistet, worunter auch der Wirtschafts- und Logistikstandort Duisburg leidet. Zumal sich Duisburg mit dem größten Binnenhafen der Welt als Hinterlandhub der westlichen Nordseehäfen*) und logistische Drehscheibe etabliert hat.
 
 
 
 

Uwe Beckmeyer, Maritimer Koordinator beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Foto: Petra Grünendahl.

Uwe Beckmeyer, Maritimer Koordinator beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum siebten Mal fand in der IHK an der Mercatorstraße das Branchenforum SchifffahrtHafenLogistik statt. Fachleute und Unternehmer aus der Branche befassten sich in diesem Jahr mit dem Thema „Maritime Verkehrspolitik des Bundes – Die Rolle der Binnenländer“. Die Traditionsveranstaltung des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) e.V., des Logistikclusters NRW in Zusammenarbeit mit der Niederrheinischen IHK, stieß mit ca. 90 Teilnehmern aus der Logistikbranche, der Industrie, Politik und dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen wieder auf ein reges Interesse. Als Gastredner hatte man Uwe Beckmeyer, Maritimer Koordinator beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, gewinnen können. Das „Hinterland“ sei kein nachgelagerter Partner, sondern ein elementarer Bestandteil der Maritimen Logistik: „Und daher sind wir im Cluster NRW auch seit Jahren so ‚vermessen‘, vom ‚Maritimen Logistikstandort NRW‘ zu sprechen“, so Christoph Kösters in seiner Begrüßung. Kösters rannte damit bei Beckmeyer offene Türen ein: „Maritime Logistik endet nicht an der Küste, da sind wir uns einig“, erwiderte Uwe Beckmeyer. Deshalb müsse der Bundesverkehrsminister mit der Düsseldorfer Liste so umgehen, wie mit der Ahrensburger Liste: Beide listen vorrangig benötigte Infrastrukturprojekte auf und müssten in einem Gesamtkonzept gleichrangig berücksichtigt werden. Deutschland müsse allerdings insgesamt seine Infrastrukturinvestitionen deutlich erhöhen, sagte Beckmeyer.

Hans Martin Müller, Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW. Foto: Petra Grünendahl.

Hans Martin Müller, Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW. Foto: Petra Grünendahl.

Nicht nur betriebswirtschaftlich,
sondern auch volkswirtschaftlich denken

Nordrhein-Westfalen ist als Logistikstandort das Binnenschifffahrtsland Nummer 1: Rund 25 Prozent des Güterverkehrs wird über das Wasser abgewickelt. So schlagzeilenträchtig wie gesperrte Autobahnbrücken sind andere Baustellen in der Infrastruktur nicht, aber auch hier besteht Nachholbedarf: Das westdeutsche Kanalnetz stammt aus Kaisers Zeiten, Sanierungen sind dort ebenso nötig wie Anpassungen der Infrastruktur an den heutigen Bedarf. zum Beispiel durch Brückenanhebungen. Hans Martin Müller, Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, ging in seinem Impulsreferat auch auf den Zustand der Wasserstraßeninfrastruktur ein und erklärte einige Probleme seien hausgemacht, da in den Fachverwaltungen das nötige Personal zur Planung fehle.
Branchenforum SchifffahrtHafenLogistik: Blick ins Auditorium. Foto: VVWL.

Branchenforum SchifffahrtHafenLogistik: Blick ins Auditorium. Foto: VVWL.

Die Sicherung der Hafenstandorte in NRW gegen städtebauliche Begehrlichkeiten brennt der Wirtschaft natürlich ebenso unter den Nägeln. Logistikflächen in Häfen sind schon jetzt knapp für die Wertschöpfende Industrie, die Steuern und Arbeitsplätze garantiert. Hier versicherte Müller, dass das Hafen- und Logistikkonzept 2015 zwar an der vielfach kritisierten Priorisierung von „landesbedeutsamen Häfen“ festhalten solle, alle anderen Binnenhäfen allerdings ebenso geschützt seien: „Im Hafen wird Geld verdient und das soll auch so bleiben!“

Gerd Deimel, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees (DSVK) und Bevollmächtigter des Lanxess-Vorstandes für die Initiative Infrastruktur des VCI. Foto: Petra Grünendahl.

Gerd Deimel, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees (DSVK) und Bevollmächtigter des Lanxess-Vorstandes für die Initiative Infrastruktur des VCI. Foto: Petra Grünendahl.

Gerd Deimel, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees (DSVK) und Bevollmächtigter des Lanxess-Vorstandes für die Initiative Infrastruktur des VCI, wies auf die strategische Bedeutung von NRW für die deutsche Wirtschaft hin. Er erinnerte daran, dass der Hamburger Hafen einen Anteil von 12 Prozent am deutschen Außenhandel hat, der Rotterdamer Hafen ihm mit einem Anteil von 10 Prozent folgt. Die Relationen dürften aber im „nordrhein-westfälischen“ Außenhandel anders aussehen. Die Bedeutung der Westhäfen* stellt in NRW keiner in Frage, die Hinterlandanbindung über den Rhein an das westdeutsche Kanalnetz ist ein bedeutender Standort- und Wirtschaftsfaktur im Land. „Wir dürfen nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern sollten auch volkswirtschaftlich denken“, so Deimel, und weiter: Die Logistik, über welchen Seehafen sie auch abgewickelt wird, sichere Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätze in ganz Deutschland.

Diskussionsrunde (v.l.): Moderator Sebastian Reimann (Stv. Chefredakteur DVZ), Ralf Düster (Setlog GmbH), Michael Viefers (Rhenus SE & Co. KG), Hans-Michael Dietmar (DB Schenker AG Global Ocean Freight) und Steffen Günner (Apanage Fashion Group (Steilmann) / NTS Bangladesh). Foto: VVWL.

Diskussionsrunde (v.l.): Moderator Sebastian Reimann (Stv. Chefredakteur DVZ), Ralf Düster (Setlog GmbH), Michael Viefers (Rhenus SE & Co. KG), Hans-Michael Dietmar (DB Schenker AG Global Ocean Freight) und Steffen Günner (Apanage Fashion Group (Steilmann) / NTS Bangladesh). Foto: VVWL.

Im zweiten Teil der Veranstaltung befasste sich eine Podiumsrunde mit „Maritime Supply Chains 4.0: Optimierung und Innovationen“ und der Logistik in globalen Produktions- und Lieferketten. Aus der Praxis schilderten Ralf Düster (Setlog GmbH) und Steffen Günner (Apanage Fashion Group (Steilmann) / NTS Bangladesh), wie heute schon globale Supply-Chains unter der Nutzung der Seeschifffahrt digital gestützt funktionieren und wohin in naher Zukunft die Reise geht. In der abschließenden Diskussionsrunde nahmen neben den beiden Referenten auch Hans-Michael Dietmar (DB Schenker AG Global Ocean Freight) und Michael Viefers (Rhenus SE & Co. KG) teil.

*) Die Westhäfen werden auch ZARA-Häfen genannt: Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), VVWL (2)

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Antwerpener Hafentag im Landschaftspark Duisburg-Nord

Tor zur Welt für Duisburg und die Region
Von Petra Grünendahl

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve. Foto: Port of Antwerp.

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve. Foto: Port of Antwerp.

„Antwerpen und Rotterdam sind für uns das Gateway zur Welt“, erklärte Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve. Das gelte für den Export der heimischen Wirtschaft in Duisburg, am Niederrhein und im Ruhrgebiet ebenso wie für den Import: Von Antwerpen und Rotterdam erreicht man über Duisburg eine starke Industrieregion und über 10 Mio. Verbraucher an Rhein und Ruhr. Nicht umsonst gelten Antwerpen und Rotterdam als Nordrhein-Westfalens wichtigste Seehäfen!

Der Hafen Antwerpen stellt sich vor. Foto: Port of Antwerp.

Der Hafen Antwerpen stellt sich vor. Foto: Port of Antwerp.

Der Hafen Antwerpen stellte sich im Landschaftspark Duisburg-Nord Fachleuten und Unternehmern aus der Logistik-Branche vor. Sowohl Verantwortliche des Hafenbetriebes als auch Partner und Dienstleister des Hafens waren nach Duisburg gekommen, um Logistik-Akteuren der Rhein-Ruhr-Region das Leistungspektrum und die Möglichkeiten des Antwerpener Hafens aufzuzeigen. Der zweitgrößte Seehafen Europas, dessen Hinterlandanbindung über den Rhein und das westdeutsche Kanalnetz bis nach Nordrhein-Westfalen führt, ist ein wichtiger Wirtschafts- und Logistikpartner dieser Region. Rund 25 Prozent des Güterverkehrs in Nordrhein-Westfalen wird in der Binnenschifffahrt transportiert: Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der über die Seehäfen Anbindungen in alle Welt bietet.

Die Redner (v.l.): Luc Arnouts (CCO Hafenbetrieb Antwerpen), Ulrike Höffken (Direktorin Logistik TKSE), Annelies de Jongh (Business Development Manager Container, Hafenbetrieb Antwerpen), Heiko Brückner (Geschäftsführer Haeger & Schmidt), Dr. Stefan Dietzfelbinger (Hauptgeschäftsführer IHK Niederrhein), Dr. Dieter Lindenblatt (Repräsentant für Deutschland, Hafenbetrieb Antwerpen), Danny Deckers (Senior Advisor Hafenbetrieb Antwerpen). Foto: Port of Antwerp.

Die Redner (v.l.): Luc Arnouts (CCO Hafenbetrieb Antwerpen), Ulrike Höffken (Direktorin Logistik TKSE), Annelies de Jongh (Business Development Manager Container, Hafenbetrieb Antwerpen), Heiko Brückner (Geschäftsführer Haeger & Schmidt), Dr. Stefan Dietzfelbinger (Hauptgeschäftsführer IHK Niederrhein), Dr. Dieter Lindenblatt (Repräsentant für Deutschland, Hafenbetrieb Antwerpen), Danny Deckers (Senior Advisor Hafenbetrieb Antwerpen). Foto: Port of Antwerp.

Der Güterumschlag im Antwerpener Hafen steigt – und dort ankommende Güter werden auch in die Region Rhein-Ruhr weiterverladen. Unternehmen wie der Duisburger Hafen oder ThyssenKrupp Steel sind bereits mit Terminalbeteiligungen im Seehafen fest engagiert. Die Binnenschifffahrt profitiert ebenso von den Gütertransporten wie die Bahn, allerdings müsste der Eisenbahngüterverkehr ausgebaut werden. Experten-Prognosen gehen von steigenden Gütermengen aus, die nach Übersee verschifft oder übers Meer nach Europa kommen. Wenn die Kapazitätsgrenzen von Wasser und Schiene erreicht sind, würden dann noch mehr Lkw-Transporte über die Straßen rollen.

Die Sanierung der Wasserwege ist da ebenso nötig – das Kanalnetz stammt noch aus Kaisers Zeiten – wie der Ausbau des Schienen-Güterverkehrs. Die Betuwe-Linie kommt. Der Eiserne Rhein – die Wiederertüchtigung einer zwischen 1879 und 1992 genutzten Verbindung zwischen Duisburg und Antwerpen – wäre dringend nötig, lässt aber allerdings noch auf sich warten.

Das Delwaidedok im Antwerpener Hafen. Foto: Port of Antwerp.

Das Delwaidedok im Antwerpener Hafen. Foto: Port of Antwerp.

Exportorientierte Wirtschaft braucht die Seehäfen
Neben dem IHK-Hauptgeschäftsführer machten auch zum Beispiel Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, oder Ulrike Höffken, Direktorin Logistik bei ThyssenKrupp Steel Europe, deutlich, welche Bedeutung die Westhäfen* und gerade Antwerpen für die Wirtschaft in der Region haben. „Die EU fördert in den nächsten Jahren die Häfen in Südeuropa mit insgesamt 350 Mrd. Euro (Juncker-Plan). Da entstehen dann schlagkräftige Wettbewerber“, erzählte Erich Staake, und machte klar: „Ohne eine exzellente Infrastruktur geht es nicht, aber wir fahren hier seit vielen Jahren auf Verschleiß. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland!“

Dr. Dieter Lindenblatt (l.), Repräsentant des Hafens Antwerpen in Deutschland, und Danny Deckers (r.), Berater des Hafens Antwerpen, im Gespräch mit Annelies de Jongh, Business Development Manager Container. Foto: Port of Antwerp.

Dr. Dieter Lindenblatt (l.), Repräsentant des Hafens Antwerpen in Deutschland, und Danny Deckers (r.), Berater des Hafens Antwerpen, im Gespräch mit Annelies de Jongh, Business Development Manager Container. Foto: Port of Antwerp.

„Wir müssen für die verladende Wirtschaft gute Konzepte entwickeln. Eine tolle Industrielandschaft haben wir hier nach wie vor. Und wir wollen exportieren, was wir hier produzieren“, so Staake. Und dazu braucht Deutschland die Seehäfen, für Nordrhein-Westfalen zählt Antwerpen da zu den ersten Adressen.
Netzwerken nach den Vorträgen. Foto: Port of Antwerp.

Netzwerken nach den Vorträgen. Foto: Port of Antwerp.

„Der Güterumschlag in Antwerpen stieg von 102 Tonnen 1990 auf 199 Tonnen 2014“, erklärte Dr. Dieter Lindenblatt, Repräsentant des Hafens Antwerpen in Deutschland. Der Umschlag soll weiter steigen, Experten erwarten in Antwerpen etwa 300 Mio. Tonnen 2030. Als Business Development Manager ist Annelies de Jongh verantwortlich für die Geschäftsentwicklung im Containerbereich. Sie berichtete, wie sich der Hafen Antwerpen auf steigende Gütermengen und die immer größer werdenden Containerschiffe – Schiffe über 15.000 TEU** werden langsam Standard – vorbereitet hat. Im Juli wird das größte Containerschiff der Welt mit 19.000 TEU** in Antwerpen erwartet. Mit Anpassungen in der Hafeninfrastruktur (höhere Containerladekräne mit größerer Reichweite) sowie einer ausgefeilten elektronischen Datenverarbeitung (APCS Antwerp Port Community System), die alle Bereiche in der Hafenkommunikation von Ladung und Logistik über Zoll und Gefahrgut bis hin zur Hafennavigation (Nautik) unterstützt, sieht de Jongh den Seehafen zukunftsfähig aufgestellt.

Das Delwaidedok im Antwerpener Hafen. Foto: Port of Antwerp.

Das Delwaidedok im Antwerpener Hafen. Foto: Port of Antwerp.

Der Bau der größten Schifffahtsschleuse der Welt am Deurganckdok für eine effizientere Nautik zählt nach der Scheldevertiefung (2005-2010) mit Sicherheit auch dazu. Für Industrieansiedlungen und Wertschöpfende Verarbeitung rund um die Hafenbecken hat sich Antwerpen als Logistikdienstleister bewährt. Zu rund 1.400 Häfen weltweit bietet der Hafen Antwerpen maritime Verbindungen an. Als führende maritime und logistische Drehscheibe will Antwerpen die über See kommenden Güter künftig mit wachsenden Binnenschiffs- und Bahntransportanteilen im Modalmix*** ins Hinterland befördern. Auch wenn dabei die Menge der Lkw-Transporte steigen wird, soll der Anteil des Lkw im Modalmix*** sinken. Eine Herausforderung auch für die deutsche Infrastruktur, die entsprechend ausgebaut und ertüchtigt werden muss.

*) auch ZARA-Häfen genannt: Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam
**) TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) bezeichnet den 20-Fuß-Standardcontainer
***) Modalmix: die Anbindung über Wasser, Schiene und Straße bezeichnet man als trimodal.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)

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Duisburger Appell

Mit wachsender Sorge nehmen wir wahr, dass Millionen von Menschen als Flüchtlinge und Vertriebene in Europa und anderen Teilen der Erde auf der Suche nach Zuflucht und Zukunft unterwegs sind. Sie haben Heimat und Sicherheit verloren und sind von den Erfahrungen einer jahrelangen Flucht oft traumatisiert.

Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht. Deshalb verpflichten wir uns, die Asylsuchenden auf dem Weg in eine sichere Zukunft zu unterstützen und in unserer Stadt willkommen zu heißen. Wir bitten die Duisburger Bürgerinnen und Bürger dabei um Unterstützung. Gemeinsam wollen wir auch weiterhin das weltoffene und tolerante Gesicht unserer Stadt zeigen.

Wir sagen deutlich: Die Unterbringung von Asylsuchenden in Duisburg ist keine zeitlich befristete Aufgabe. Angesichts der weltpolitischen Lage gehen wir davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen müssen, um Menschen auf der Flucht menschenwürdig und sicher in unserer Stadt unterzubringen, für ihre Integration in unsere Gesellschaft zu sorgen und ihnen Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen. Dabei ist es eine der Hauptaufgaben, langfristigen Wohnraum für Asylsuchende zu schaffen.

Die zunehmenden Flüchtlingszahlen stellen die Stadt Duisburg vor große Herausforderungen. So muss die Stadt Duisburg noch in diesem Jahr Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 3.000 ankommende Flüchtlinge schaffen. Um diese Herausforderung zu bestehen, bedarf es der gemeinsamen Anstrengung all derer in Duisburg, für die das Menschenrecht auf Asyl mehr als ein Lippenbekenntnis ist.

Gleichwohl ist die Stadt Duisburg in dieser Situation auch auf Unterstützung von außen angewiesen. Wir appellieren deshalb an Bund und Land, die Nothaushaltskommune Duisburg endlich nachhaltig finanziell zu unterstützen, um das Grundrecht auf Asyl umsetzen zu können. Dies kann und darf nicht allein kommunale Aufgabe sein!

Wir brauchen kostendeckende Pauschalen, um die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Duisburg nicht weiter zu überfordern!

Wir brauchen eine solidarische europäische Politik, die die Fluchtursachen präventiv bekämpft und Perspektiven in den Herkunftsländern sichert oder schafft und Asylsuchende gerecht auf alle Mitgliedsstaaten verteilt!

Eine städtische Kultur des Willkommens gelingt nur durch Offenheit, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Duisburgerinnen und Duisburger. Wir danken den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Duisburg für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement für die Asylsuchenden und bitten die Duisburgerinnen und Duisburger, die Unterstützungsnetzwerke für eine offene und nachbarschaftliche Zivilgesellschaft fortzusetzen und weiter auszubauen.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Wir halten es für absolut inakzeptabel, wenn politische Parteien und Gruppierungen versuchen, die derzeitigen Probleme auf dem Rücken der Ärmsten und Schwächsten der Stadtgesellschaft zur politischen Profilierung zu nutzen sowie Ängste in der Bevölkerung hervorzurufen oder Fremdenfeindlichkeit zu schüren. Insbesondere wenden wir uns gegen alle rechtsextremen und fremdenfeindlichen Aktivitäten und treten diesen gemeinsam entschieden und entschlossen entgegen. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf uns hierbei zu unterstützen!

Die Unterzeichner sind sich einig: Gemeinsam wollen wir weltoffen, tolerant, engagiert und solidarisch Flüchtlingen in unserer Stadt eine sichere Zuflucht und Perspektive bieten. Sie haben ein Recht hier zu sein.

Sören Link
Oberbürgermeister
der Stadt Duisburg

Die weiteren Unterzeichner des Duisburger Appells.

Die weiteren Unterzeichner des Duisburger Appells.

Die WAZ hat ein paar Stimmen dazu eingefangen …
Ärger um den „Duisburger Appell“ zur Asylpolitik
Die Erklärung zur Asylpolitik sollte einen breiten Konsens erreichen. Warum nur Kirchenvertreter, Sozialverbände und SPD-Politiker unterschrieben. … [weiter]

– Pressemeldung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

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Extraschicht 2015: Zeche Rheinpreussen Schacht IV in Moers

Wer sich für die Kulturgeschichte des Bergbaus und der Zechen im Ruhrgebiet interessierte, war bei den Führungen von Siegfried Rother richtig. Foto: Petra Grünendahl.

Wer sich für die Kulturgeschichte des Bergbaus und der Zechen im Ruhrgebiet interessierte, war bei den Führungen von Siegfried Rother richtig. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den Wurzeln der
Geschichte des Ruhrgebiets

Von Petra Grünendahl

„Wer einmal mit dem Berggeist gekämpft hat, den lässt der Berg nie wieder los“, erklärte Siegfried Rother, der an der Schachtanlage Rheinpreußen IV die kulturhistorisch orientierten Führungen macht. Nur drei Monate arbeitete er unter Tage, als er merkte, dass er mit seinem Abitur mehr machen konnte als Bergmann, der in seiner Familie Tradition war. Er machte eine Ausbildung und ging zur Finanzverwaltung. Dem Bergbau blieb er immer verbunden. Seine Sammelleidenschaft unterstützte dabei seine Frau. Die Vitrine im Kellergeschoss des Fördermaschinengebäudes enthält große Teile seiner Sammlung von – zum Teil jahrhundertealten – Liebhaberstücken aus dem Bergbau.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Die Grubenlampe leuchtet am Ende des gesicherten Kohleflözes. Foto: Petra Grünendahl.

Die Grubenlampe leuchtet am Ende des gesicherten Kohleflözes. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Zeche Rheinpreußen Schacht IV beteiligte sich Moers erstmalig an der Extraschicht, der Nacht der Industriekultur. Weithin sichtbar lockt hier das 48 Meter hohe Fördergerüst, welches das älteste und das letzte seiner Bauart im Revier ist. Bis zu 800 Metern geht darunter der Förderschacht ins Erdreich und durch die Flözschichten. Im Mittelpunkt steht natürlich zum einen das Fördermaschinengebäude selbst mit seiner historischen Funktion. Auch der westlichste Spielort der diesjährigen Extraschicht konnte als Industriedenkmal mit seiner kulturhistorischen Bedeutung punkten – Führungen gab es auf Nachfrage: „Ortskundige“ waren an Knappenuniformen oder Bergmannskluft zu erkennen.
Darüber hinaus haben die Moerser Industrie-Fotografen André Thissen und Dirk Thomas in den beiden Hallen – der Fördermaschinenhalle und der Umformerhalle – großformatige Fotografien aus der Region und dem Bergbau präsentiert. Zum Nachdenken regte das Schlosstheater Moers an mit seiner Inszenierung „Kumpelkultur am Niederrhein“, das Spannungsfeld erstreckte sich nicht nur auf die Realität in Bezug zur romantischen Verklärung der Bergbauwirklichkeit. Es spannte den Bogen bis zu Problemen und Fragestellungen der Gegenwart, in der Zuwanderung und Arbeiterrechte immer noch sehr aktuell sind.

Die Lichtinszenierung zur Zechengeschichte war auch vom Biergarten gegenüber gut zu sehen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Lichtinszenierung zur Zechengeschichte war auch vom Biergarten gegenüber gut zu sehen. Foto: Petra Grünendahl.

Lehrreich und stimmungsvoll
Für den vergnüglichen Teil des Abends sorgten die Püttrologen, eine niederrheinische Stimmungsband von aktiven und ehemaligen Bergleuten. Auf den Getränkeausschank mussten die Veranstalter aus Rücksicht auf die umliegenden Gastronomiebetriebe verzichten. Sowohl die Püttrologen als auch die Lichtinszenierung zur Zechenhistorie waren aber auch vom Biergarten der gegenüberliegenden „Sportsbar“ gut wahrzunehmen. Die Beteiligung an der Extraschicht lohnte sich dennoch ohne Zweifel: Die Nacht der Industriekultur erschloss auch Besucher von weiter weg, die sonst ihren Weg in den niederrheinischen Teil den Ruhrgebiets nicht gefunden hätten.

Die mächtige Fördermaschine mit 700 PS hat 84 Jahre lang treu seine Dienste getan, bis sie 1990 in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde .Foto: Petra Grünendahl.

Die mächtige Fördermaschine mit 700 PS hat 84 Jahre lang treu seine Dienste getan, bis sie 1990 in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde .Foto: Petra Grünendahl.

Das frühere Fördermaschinengebäude ist heute so etwas wie ein Museum. Das Gebäude wurde saniert, restauriert und in den Originalzustand von 1906 zurückversetzt: Originale Maschinen machen die Kulturgeschichte des Ruhrgebiets und die Geschichte des Bergbaus lebendig. Neben Siegfried Rother kümmern sich ehemalige Bergleute und frühere Elektrotechniker der Zeche um die eher technisch orientierten Führungen. Die Keller des Fördermaschinengebäudes geben den Zugang zu gesicherten Flözen sowie Funktionsräumen der Anlage frei. Das Rad der Fördermaschine reicht bis hier unten, man erkennt ein Stück vom Förderseil, welches in seiner kompletten Länge tonnenschwer ist, auch wenn es fast filigran dünn wirkt. Ehemalige Angehörige der Zeche haben verschiedenste Exponate als Zeugnisse ihrer Arbeit zusammengetragen, die den Besuchern hier zugänglich gemacht werden.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV
Das Fördermaschinengebäude ist auch jenseits der Extraschicht für Besucher geöffnet – allerdings nur sonntags von 14 bis 17 Uhr (Mai bis Oktober, danach Winterpause). Für Gruppen oder Schulklassen können aber auch außerhalb dieser Zeiten Termine für Führungen gemacht werden unter Telefon 02841 / 881510 oder info@gmgv-moers.de. Ansprechpartner ist der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V. Der Zechenbetrieb und die Kohleförderung wurden hier 1964 eingestellt. Das Doppelstrebengerüst und die noch erhaltenen Gebäude von Schacht IV stehen seit 1989 unter Denkmalschutz.
 
 
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Foto: Petra Grünendahl.

Foto: Petra Grünendahl.

Weitere Infos zur Anlage:
Industriedenkmal
Rheinpreußen Schacht IV
Zechenstraße 50, 47443 Moers

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Unternehmerverband Duisburg: Die duale Ausbildung braucht mehr Unterstützer

Aktuelle Zahlen von Arbeitsagentur und statistischem Landesamt zeigen „Licht und Schatten“

Ende 2014 befanden sich in Nordrhein-Westfalen 309 876 junge Menschen in einer dualen Ausbildung. Wie das statistische Landesamt mitteilt, waren das 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich bei der Zahl der Studenten an Fachhochschulen und Universitäten. Hier werden immer neue Rekordstände erreicht. Aktuell gehen bereits über die Hälfte aller Schulabgänger direkt auf die Hochschule.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Das zeigt, dass es Probleme bei der dualen Ausbildung gibt“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes. „Diejenigen, die jetzt wieder mit einem Finger in Richtung Unternehmerschaft zeigen und ihr mangelnde Ausbildungsbereitschaft vorhalten, verschließen die Augen vor den wahren Problemen“, ist sich Schmitz sicher. „Die Ausbildung hat – zu Unrecht – ein großes Image-Problem bei vielen jungen Leuten. Hier müssen sich alle gesellschaftlichen Akteure an die eigene Nase fassen“, verweist Schmitz auf die Entwertung praktischer Fähigkeiten und die Überhöhung des Abitur-Abschlusses.

„Ist es wirklich ein Erfolg, wenn sich die Bildungspolitik für Rekordstände bei den Abiturienten-Zahlen feiert?“, fragt Schmitz. Es gebe auch ein Leben ohne Abitur – und zwar ein sehr lohnenswertes, unterstreicht Schmitz.

Der Unternehmerverband verweist zum Beispiel auf die guten Perspektiven in den Ausbildungsberufen der Metall- und Elektroindustrie. „Hier verdient man gutes Geld. Gerade die technischen Disziplinen bieten ausgezeichnete Zukunftschancen“, erläutert Schmitz. Natürlich sei die duale Ausbildung aber auch für Abiturienten eine gute Basis für den beruflichen Werdegang.

„Man muss es deutlich sagen: Eine Ausbildung ist nicht schlechter als ein Studium“, meint Schmitz und fordert mehr Unterstützer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft für den Wert der Ausbildung. „Facharbeiter sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir haben hier schon heute einen größer werdenden Mangel zu verzeichnen. Deswegen ist das Werben für Ausbildung wichtig für die Zukunft des Standorts Deutschland insgesamt“, so Schmitz.

Erfreulich sei in diesem Sinne, dass die Zahl der freien Ausbildungsplätze nach Angaben der Agentur für Arbeit zunehme. „Doch es ist ein Irrtum, zu glauben, man kann die Zahl der Bewerber und die Zahl der offenen Plätze 1 zu 1 vergleichen. Wir haben – gerade im Ruhrgebiet – ein großes Qualifikationsproblem bei vielen Bewerbern“, gibt Schmitz die eindeutigen Umfragen des Unternehmerverbandes bei seinen Mitgliedern wieder. An der Qualifizierung in den Schulen müsse die Politik arbeiten.

Aktuellen Bewerbern rät Schmitz zu mehr Flexibilität: „Wer bereit ist, sich auch im Umland umzuschauen und wer bereit ist, sich nicht nur auf einen Wunschberuf zu versteifen, der wird in der Regel einen Platz finden“, ist Schmitz optimistisch.

Unternehmerverband Duisburg
Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

– Pressemitteilung der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg –

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Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort: Schiedsgericht für die Binnenschifffahrt eingerichtet

Schnellere Entscheidungen und Urteile bei Streitigkeiten

Der Vorstand der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e. V. und die 25 Schiedsrichter, in der Mitte Frank Wittig, Vorsitzender der Schifferbörse. Foto: Schifferbörse.

Der Vorstand der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e. V. und die 25 Schiedsrichter, in der Mitte Frank Wittig, Vorsitzender der Schifferbörse. Foto: Schifferbörse.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve wurde die offizielle Einrichtung des ersten Schiedsgerichts für die Binnenschifffahrt verkündet. Zuvor hatte der Börsenvorstand der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V. eine Schiedsgerichtsordnung verabschiedet. Das Schiedsgericht der Schifferbörse erlaubt der Binnenschifffahrtsbranche, Streitigkeiten zu lösen, ohne die stark überlasteten öffentlichen Gerichte anrufen zu müssen.

„Das ist ein historischer Tag in der Geschichte der Schifferbörse“, sagte Frank Wittig, Vorsitzender der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V., als er am 17. Juni in der Niederrheinischen IHK vor 40 geladenen Gästen die offizielle Einrichtung des ersten Schiedsgerichts für die Binnenschifffahrt in Deutschland verkündete. Mithilfe des Schiedsgerichts können nun Streitigkeiten eigenständig und sehr viel schneller gelöst werden, ohne die oftmals stark überlasteten öffentliche Gerichte anrufen zu müssen. Verfahren, bei denen die Parteien nach einer Entscheidung die nächste Instanz anrufen können, um Entscheidungsprozesse hinauszuzögern, sind nicht vorgesehen. Das Schiedsgericht bietet abschließende Entscheidung. Das spart Zeit und Geld.

Die Urteile des Schiedsgerichts werden von Fachleuten gefällt. Diese kommen aus allen Bereichen der Schifffahrt und können von den streitenden Parteien selbst benannt werden. Das erleichtert die Entscheidungsfindung und führt zu fachlich fundierten Urteilen. „In den vergangenen Wochen sind Schiedsgerichte im Zusammenhang mit der Diskussion um TTIP etwas in Verruf geraten. Wenn ich mir unser neues Angebot anschaue: Vollkommen zu Unrecht“, so Frank Wittig. Das Schiedsgericht der Binnenschifffahrt leiste einen Beitrag um die Branche zu stärken. „Es besteht ein hohes Interesse, Streitigkeiten schnell, kostengünstig und kompetent beizulegen“, begründet Wittig die Initiative zur Einrichtung eines Schiedsgerichts. „Unsere Gespräche haben gezeigt, dass Schiedsgerichte ein modernes Instrument der Streitbeilegung sind, das hohe Akzeptanz findet.“

Verhandelt werden alle Fälle, die in einem Zusammenhang mit der Binnenschifffahrt stehen. Die Abwicklung der Verfahren für die Schifferbörse wird die Niederrheinische IHK übernehmen. Auf eine enge fachliche oder räumliche Abgrenzung wurde bewusst verzichtet. Eine Streitigkeit aufgrund einer Kollision im Seehafen Rotterdam kann demnach genauso Anlass geben, das Schiedsgericht der Schifferbörse anzurufen, wie die fehlerhafte Beladung eines Schiffes in Mannheim oder Duisburg.

Wann das Schiedsgericht der Schifferbörse das erste Mal tätig wird, ist derzeit noch offen. Es ist jetzt an den Unternehmen, das Schiedsgericht im Streitfall einer gerichtlichen Auseinandersetzung vorzuziehen.

Zur Schifferbörse:
Die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort wurde am 31. Oktober 1901 mit dem Ziel gegründet, Frachtraum und Waren unter fairen Bedingungen zusammenzubringen. Heute ist die Hauptaufgabe der Schifferbörse, die Zusammenarbeit der am Binnenschiffsverkehr beteiligten Gruppen zu fördern und die gemeinsamen Interessen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu vertreten. Die Geschäftsführung der Schifferbörse liegt traditionell bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Mehr Details: Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e. V..

– Pressemeldung der Niederrheinischen IHK –
Foto: Schifferbörse

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Weichenstellung für die Zukunft der Deutschen Oper am Rhein

dor_logoDer Aufsichtsrat der Deutschen Oper am Rhein hat heute die Weichen für den Fortbestand der Theater­gemein­schaft Düsseldorf Duisburg bis 2022 gestellt. Wenn beide Stadträte seinem Beschluss folgen, ist die Zukunft der Deutschen Oper am Rhein für weitere fünf Jahre gesichert. „Damit haben die Gesellschafter ein klares und deutliches Zeichen für ein beispielhaftes Kooperationsmodell gesetzt. Dieses Bekenntnis wird in der nationalen und internationalen Kulturszene größte Beachtung finden. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Oper und des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg danken wir den Gesellschaftern für dieses zukunftsweisende Signal, das uns Planungssicherheit für die kommenden Jahre gibt“, so General­intendant Prof. Christoph Meyer und die Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown.

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Die Gesellschafter (Stadt Düsseldorf, Stadt Duisburg und Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein) haben sich darauf verständigt, dass die jährlichen Tarif- und Sachkostensteigerungen ab der Spielzeit 2017/2018 zu 14 Prozent von Duisburg, zu 69 Prozent von Düsseldorf und zu 17 Prozent von der Deutschen Oper am Rhein getragen werden sollen. In der aktuellen Spielzeit 2014/15 beträgt der Zuschuss der Stadt Düsseldorf 25,13 Mio Euro, die Stadt Duisburg zahlt 9,54 Mio Euro. Hinzu kommen Zuschüsse vom Land NRW (1,79 Mio Euro) und dem Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein (315.000 Euro). Die Eigenerträge der Deutschen Oper am Rhein liegen bei 7,32 Mio Euro.

Die 1956 gegründete Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg, die 2016 ihr 60-jähriges Bestehen feiern wird, gilt mit ihren beiden Sparten Oper und Ballett bundesweit als Vorzeigemodell: Die hohe künstlerische Leistungs­fähigkeit und ökonomische Effizienz der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg ist nur in Kooperation der beiden Städte Düsseldorf Duisburg zu erzielen.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Petra Grünendahl

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Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gesichert

dor_logoIn der heutigen Sitzung des Aufsichtsrates der Deutschen Oper am Rhein (DOR) ist der Fortbestand der deutschen Oper am Rhein beschlossen worden. Der Gesellschaftervertrag wurde über die Spielzeit 2017/18 für weitere fünf Jahre verlängert. Beide Stadträte müssen in der kommenden Woche noch zustimmen. Vorausgegangen waren monatelange harte, aber stets konstruktive Verhandlungen zwischen beiden Städten.

Die jährlichen zusätzlichen Kostensteigerungen werden ab der Spielzeit 2017/2018 zu 14 Prozent auf Duisburg (bisher Null) und 17 Prozent auf die Deutsche Oper am Rhein verteilt. Düsseldorf trägt anstelle von bislang 72 Prozent künftig 69 Prozent.

Dies führt in Duisburg ab dem Jahr 2017 zu einer jährlichen Belastung von rund 130.000 Euro, die haushaltsneutral erwirtschaftet werden müssen.
Oberbürgermeister Sören Link: „Die Deutsche Oper am Rhein ist aus der Duisburger Kulturlandschaft nicht wegzudenken. Ich freue mich sehr, dass wir eine einvernehmliche Lösung gefunden haben, die den Fortbestand dieses Erfolgsmodells einer interkommunalen Zusammenarbeit im besten Sinne sichert.“

Kulturdezernent Thomas Krützberg, der gemeinsam mit OB Link seit Monaten mit den Kooperationspartnern Stadt Düsseldorf und Deutschen Oper am Rhein die Verhandlungen geführt hat, freut sich vor allem, dass Intendanz und Geschäftsführung der DOR den Duisburger Weg ausdrücklich begrüßen: „Eine Reduzierung der Belastung der Deutschen Oper am Rhein ist zwingend nötig, um in beiden Spielstätten das hochwertige Angebot und die unverzichtbare Angebotsvielfalt zu erhalten.“

– Pressemeldung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –

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Buchvorstellung der Zeitzeugenbörse Duisburg: Archivbilder Hochfeld und das Dellviertel

Von Industrie und Arbeitervierteln
bis zu großbürgerlichen Wohngebieten

Von Petra Grünendahl

Die alte Eisenbahnbrücke von 1874 verband Hochfeld mit Rheinhausen. Der Kultushafen im Vordergrund war aus dem ehemaligen Trajekthafen der Rheinischen Eisenbahngesellschaft entstanden. Die neue Brücke von 1927 wurde direkt neben der alten Brücke gebaut (auf Rheinhauser Seite stehen noch die Brückentürme), im März 1945 gesprengt und bis 1949 in alter Form wieder aufgebaut. Foto: ZZB.

Die alte Eisenbahnbrücke von 1874 verband Hochfeld mit Rheinhausen. Der Kultushafen im Vordergrund war aus dem ehemaligen Trajekthafen der Rheinischen Eisenbahngesellschaft entstanden. Die neue Brücke von 1927 wurde direkt neben der alten Brücke gebaut (auf Rheinhauser Seite stehen noch die Brückentürme), im März 1945 gesprengt und bis 1949 in alter Form wieder aufgebaut. Foto: ZZB.

Die Wanheimer Straße in Hochfeld war früher eine beliebte Einkaufsstraße, die auch Kunden von außerhalb lockte. Prächtige Gründerzeitfassaden säumten die Straße. Von der Pracht der Häuser ist heute auch da nicht mehr viel übrig, wo noch die Altbauten stehen. Bei der Beseitigung von Kriegsschäden konnte man keine Rücksicht drauf nehmen: Hauptsache, die Gebäude waren wieder nutzbar. Stuck und Schnörkel verschwanden dabei vielfach. Die Industrie prägt auch heute noch den Stadtteil, allerdings ist die Luft heute sauberer und so manche ehemaligen Industrieflächen nutzt man heute zur Erholung, wie zum Beispiel den Rheinpark, wo einst die Niederrheinische Hütte stand und den Hochfeldern Arbeit und Lohn gab.

Am Brückenplatz wohn das „gutbürgerliche“ Hochfeld. Der Name wird wohl von der „Verlörkesbrücke“ abgeleitet, die nur wenige Meter entfernt über den damals noch durch Hochfeld fließenden Dickelsbach führte. Heute ist der Brückenplatz – wenn auch in moderner Form – wieder Stadtteiltreffpunkt und Veranstaltungsfläche für Bürgerfeste. Foto: ZZB.

Am Brückenplatz wohn das „gutbürgerliche“ Hochfeld. Der Name wird wohl von der „Verlörkesbrücke“ abgeleitet, die nur wenige Meter entfernt über den damals noch durch Hochfeld fließenden Dickelsbach führte. Heute ist der Brückenplatz – wenn auch in moderner Form – wieder Stadtteiltreffpunkt und Veranstaltungsfläche für Bürgerfeste. Foto: ZZB.

In der Pauluskirche in Hochfeld stellte Harald Molder mit “Hochfeld und das Dellviertel” die neueste Publikation der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. vor, die sich zweier benachbarter, aber sehr gegensätzlicher Stadtteile annimmt. Während sich in Hochfeld Industriebetriebe mit umliegenden Arbeitervierteln ansiedelten, entwickelte sich das Dellviertel, die frühere Papendelle (abgeleitet von „Pfaffental“ nach den benachbarten Johannitern), zum neuen, gehoben-bürgerlichen Wohnquartier südlich der Duisburger Altstadt. Beide Stadtteile gehören heute zum Bezirk Mitte. Zerstörungen durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg haben die Stadtteile nachhaltig verändert. Die Stadtplanung in den 1950-er und 1960-er Jahren tat ein Übriges, um alte Ansichten für immer verschwinden zu lassen. Die Autoren der Zeitzeugenbörse führen den Leser durch die wechselvolle Geschichte der Stadtteile und schlagen Brücken in die Gegenwart, um die alten Einsichten einzuordnen, denn viele der alten Ansichten sind unwiederbringlich verloren.

Die Düsseldorfer Straße war schon immer die Hauptausfallstraße Richtung Süden. Zwischen Königstraße und Friedrich-Wilhelm-Straße befanden sich Banken und die alte Getreidebörse. Weiter in Richtung Grunewald standen prächtige Stadtvillen auf großen Parkgrundstücken. Auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1915 mündet links die Krummacherstraße ein. Auf den Schienen rechts im Bild fuhr die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn seit 1900 in die Nachbarstadt. Foto: ZZB.

Die Düsseldorfer Straße war schon immer die Hauptausfallstraße Richtung Süden. Zwischen Königstraße und Friedrich-Wilhelm-Straße befanden sich Banken und die alte Getreidebörse. Weiter in Richtung Grunewald standen prächtige Stadtvillen auf großen Parkgrundstücken. Auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1915 mündet links die Krummacherstraße ein. Auf den Schienen rechts im Bild fuhr die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn seit 1900 in die Nachbarstadt. Foto: ZZB.


Von der Realschulstraße blicken wir hier um 1910 in die Düsseldorfer Straße in Richtung Innenstadt. Das Dellviertel war ein beliebtes Wohnquartier für mittlere und höhere Gesellschaftsschichten geworden, deren Villen der damals noch schmalen Straße ein großstädtisches Aussehen gaben. Auf der rechten Seite befindet sich heute der Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die beeindruckende Kulisse ging im Bombenhagel der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verloren. Foto: ZZB.

Von der Realschulstraße blicken wir hier um 1910 in die Düsseldorfer Straße in Richtung Innenstadt. Das Dellviertel war ein beliebtes Wohnquartier für mittlere und höhere Gesellschaftsschichten geworden, deren Villen der damals noch schmalen Straße ein großstädtisches Aussehen gaben. Auf der rechten Seite befindet sich heute der Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die beeindruckende Kulisse ging im Bombenhagel der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verloren. Foto: ZZB.

Das Dellviertel
Großstädtisches Flair mit Gründerzeitfassaden an der Mercatorstraße und der Kremerstraße oder prächtige Unternehmervillen mit großen Parkanlagen an der Düsseldorfer Straße weiter südlich lassen sich heute bestenfalls noch erahnen, wo einzelne Überbleibsel der alten Bebauung zu finden sind. An einige wenige Ansichten wiederum knüpft sich nahtlos die Gegenwart an, wo Gebäude oder Straßenzüge sich kaum verändert haben. Aber auch hier gilt: „früher war mehr Lametta“ – Schnörkel und Stuck der Gründerzeit fielen dem Bombenkrieg unwiederbringlich zum Opfer, selbst wenn die Häuser erhalten werden konnten. Diese Momente sind selten, aber vorhanden. Die Texte erklären Vergangenes, auch viel Verlorengegangenes und verweisen auf die Entwicklung ins Jetzt.

Aus über 1.000 Bildern haben die Autoren ausgewählt: Von Alten Ansichten über Unternehmen, Geschäfte, Kirchen und Schulen bis hin zum gesellschaftlichen Leben, besonderen Ereignissen und den Begebenheiten des Alltags reichen die Fundstücke in den Buch: Aufnahmen von Straßenzügen, die man heute nicht wiederkennt, Fotos von Menschen im Sonntagsstaat oder in Feierlaune, das Hochwasser, das 1924 über die Rheinufer auf die Straßen schwappte oder der Rhein mit Eisgang 1929, als die Menschen zu Fuß auf die andere Seite kamen.
Momente aus der Vergangenheit sind hier für die Zukunft gesammelt und bewahrt.

Zum Entdecken und Erinnern
zzb_hochfeld_coverDas Buch „Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag. Auf 128 Seiten findet der Leser 160 bislang unveröffentlichte Abbildungen. Das Buch ist thematisch in acht Kapitel gegliedert, was dem Leser eine gute Orientierung durch die Fülle an Material und Informationen bietet. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren zwischen 1900 und den 1980-er Jahren. Die Abbildungen stammen zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Sammlung von Reinhold Stausberg von der Zeitzeugenbörse Duisburg, viele andere – Mitglieder der Zeitzeugenbörse ebenso wie (ehemalige) Hochfelder Bürger – haben weitere Bilder beigesteuert. In die Texte flossen Informationen der Bildgeber ebenso ein wie Berichte von Zeitzeugen. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-545-1).

An der Heerstraße eröffnete im Jahr 1898 das Stadtbad. Diese Aufnahme entstand um 1915. Im Oktober 1944 wurde das Stadtbad total zerstört und an gleicher Stelle 1954 ein neues Stadtbad errichtet. Dieses riss man in den 1990-er Jahren ab: Heute steht hier das Parkhaus für das Theater am Marientor. Foto: ZZB.

An der Heerstraße eröffnete im Jahr 1898 das Stadtbad. Diese Aufnahme entstand um 1915. Im Oktober 1944 wurde das Stadtbad total zerstört und an gleicher Stelle 1954 ein neues Stadtbad errichtet. Dieses riss man in den 1990-er Jahren ab: Heute steht hier das Parkhaus für das Theater am Marientor. Foto: ZZB.

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2015 Petra Grünendahl
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag

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Extraschicht 2015: Spielorte in Duisburg am 20. Juni

Nacht der Industriekultur bietet
Kulturerlebnisse zwischen Moderne und Geschichte

Von Petra Grünendahl

Duisburger INnenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburger INnenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Musiker verschiedenster Stilrichtungen von Latino über Pop bis Rock setzen auf vier Bühnen rund um das Hafenbecken im Duisburger Innenhafen musikalische Akzente. Das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ lädt ein, die „Zukunftsstadt“ und ihre Lebensqualitäten zu erkunden. Und im Garten der Erinnerungen locken unter anderem die Ausstellung „Treibgut“ und Live-Musik zum Verweilen und Genießen. Die Vielfalt der Programmpunkte im weitläufigen Areal des Innenhafens lässt die Besucher durch unterschiedlichste Klang- und Erlebniswelten flanieren.
Neben dem Kultur- und Stadthistorischen Museum und dem Explorado Kindermuseum ist erstmals auch das Museum Küppersmühle an der Extraschicht beteiligt. Entdeckungsreisen und Führungen durch die Museen stehen ebenso auf dem Programm wie Theater oder andere Aktionen. Am Infozelt (Tageskasse) am Portsmouth-Damm in der Nähe vom Hafenforum bieten die Organisatoren zudem halbstündlich Architekturführungen an, die den Ort und seine Historie erklären. Und am Steiger Schwanentor starten die Hafenrundfahrten Richtung Binnenschifffahrtsmuseum. Im ganzen Innenhafen sind Akrobaten unterwegs, die Besucher zu unterhalten. Um Mitternacht verkündet ein Höhenfeuerwerk den nahenden Abschluss der sechzehnten Nacht der Industriekultur.

extraschicht2015plakatIhr 15-jähriges Jubiläum feiert die Extraschicht am Samstag, 20. Juni, in 19 Städten mit insgesamt 45 Spielorten und über 2.000 Künstlern. In Duisburg ist neben dem Innenhafen mit seinen vielen Attraktionen rund um das Hafenbecken auch das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt an der Apostelstraße in Ruhrort/Laar als Spielort dabei. Das Duisburger Programm stellten City-Managerin Dagmar Bungardt für den Innenhafen, Dr. Bernhard Weber, Direktor des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt, und Arne van den Brink, Leiter Eventmarketing bei der Ruhr Tourismus GmbH, auf einer Pressekonferenz im Binnenschifffahrtsmuseum vor. Nicht zu den Spielorten in Duisburg zählt in diesem Jahr der Landschaftspark Nord wegen des parallel stattfindenden Traumzeitfestivals. Eine solche Terminkollision soll es aber in Zukunft nicht mehr geben. „Industriekultur hat sich nach dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 als Alleinstellungsmerkmal für das Ruhrgebiet etabliert“, so van den Brink, der die Extraschicht als Kulturfestival und Bühne für Kunst und Künstler aus der Region mit organisiert und koordiniert.

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

In der ehemaligen Herrenschwimmhalle des denkmalgeschützten Stadtbades setzt eine Klang- und Lichtinstallation von Heinz Martin und Tim Ehm neue visuelle und akustische Akzente in alter Architektur. In der Damenschwimmhalle gibt der Duisburger Hafenchor maritime Lieder zum Besten. Moderne Akzente in historischem Ambiente setzt die Junge Szene Ruhr mit den Ruhrorter Hafenkids und den Galaxy Dancers. Führungen durch das Museum, das die Jahrtausende alte Geschichte der (Binnen)Schifffahrt in einer Architektur der Jahrhundertwende erzählt, runden das Programm ab.
Wer nicht mit dem Extraschicht-Shuttlebus weiterziehen möchte, hat Alternativen: Unweit des Museums fährt vom Ruhrorter Bahnhof die Regionalbahn RB36 in ausgewählten Zügen als ShantyExpress nach Oberhausen (Hauptbahnhof), von dort hat man über das im Extraschicht-Ticket enthaltene VRR-Ticket Anschluss an weitere Spielorte. Auch am Zielbahnhof Oberhausen gibt es ein maritimes Programm, das die Wartezeit auf den Anschluss im VRR zum nächsten Spielort versüßt.
Transporte zwischen den Spielorten finden in Duisburg übrigens trimodal statt, wie Museumsdirektor Dr. Weber anmerkte: zu Wasser, über Schiene und Straße – und sogar per Rad kann man auf Extraschicht gehen. Informationen gibt es im Mobilitätsplan, den man online – Extraschicht 2015: Mobilitätsplan – ebenso wie als Anhang zum Heraustrennen im Extraschicht-Programmheft findet.

Ganz nach dem eigenen Geschmack: Extraschicht „á la carte“

Shanty-Chor am Zielpunkt des ShantyExpress im Hauptbahnhof Oberhausen. Von hier aus hat der Besucher Anschluss über den VRR zu weiteren Spielorten. Foto: Extraschicht / CP Compartner.

Shanty-Chor am Zielpunkt des ShantyExpress im Hauptbahnhof Oberhausen. Von hier aus hat der Besucher Anschluss über den VRR zu weiteren Spielorten. Foto: Extraschicht / CP Compartner.

Jeder kann sich seine persönliche Extraschicht zusammenstellen. Ohnehin ist es angebracht, im Vorfeld zu planen, wohin man will und was man sehen will, denn das Angebot ist riesig. Wer zu viel gucken will, verzettelt sich schnell. Auch für den Transfer zwischen Spielorten sollte man großzügig Zeit einplanen. Drei Spielorte sind damit an einem Abend gut zu schaffen, soweit sie nicht zu weit auseinander liegen. Für die Veranstalter der Ruhr Tourismus ist nämlich wenig planbar, wohin die großen Besucherströme ziehen und wo ggf. mehr Busse eingesetzt werden sollten. Da ergeben sich trotz aller Einschätzungen im Vorfeld in jedem Jahr wieder Überraschungen. Bei seiner Tour-Planung sollte man den Öffentlichen Personennahverkehr (VRR) mit berücksichtigen, denn die Shuttlebusse von Tür zu Tür sind schon mal etwas voller. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Schiffs-Shuttle zwischen dem Duisburger Innenhafen und dem Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Obwohl hier drei Schiffe eingesetzt sind, ist mit langen Wartezeiten zu rechnen, aber die „kleine Hafentour“ auf dem Weg lohnt sich!
Die gesammelten Eindrücke von der Extraschicht, die Besucher auf Fotos festgehalten haben, können auf der Internet-Seite Extraschicht – die Nacht der Industriekultur nach dem 20. Juni für den Fotowettbewerb hochgeladen werden, wo Seitenbesuchern dann für ihre Lieblingsbilder stimmen. Verschiedene Firmenpartner und Sponsoren machen dieses Gewinnspiel und viele andere Attraktionen auf der Extraschicht und drum herum möglich.

Das Programmheft und die Tickets
Die Tickets für die Extraschicht kosten 20 Euro, ermäßigt gibt es sie für 14 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei. Im Vorverkauf sind die Tickets für 17 Euro zu haben oder ein Vierer-Ticket für 58 Euro. Ruhr.Topcard-Besitzer bekommen 50 Prozent Ermäßigung auf die Normaltickets (an ausgewählten Vorverkaufsstellen). Ermäßigte Tickets gibt es nur im Vorverkauf, nicht aber an den Tageskassen. Tickets im Vorverkauf zu erstehen lohnt sich auch deswegen, weil neben dem Eintritt zu allen Spielorten und den Extraschicht-Shuttlebussen auch Fahrten auf Strecken des VRR (2. Klasse) darin enthalten sind, so dass man schon die Fahrt zum Spielort damit bestreiten kann. Wer erst einmal nur an einem Spielort schnuppern will, kann sich auch am Spielort selbst ein Spielort-Ticket kaufen, welches aber nur für diesen Ort gilt (ohne Shuttle-Fahrten). Diese Tickets kosten einheitlich 12 Euro.
Der Vorverkauf läuft übers Internet, unter Telefon 01806 181650 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz) sowie an stationären Vorverkaufsstellen wie allen Spielorten der Extraschicht, allen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn im VRR, Reisezentren und Agenturen der Deutschen Bahn, in teilnehmenden ADAC-Geschäftsstellen und LeserService-Stellen der WAZ/NRZ/WR/WP/IKZ (in Duisburg: WAZ und NRZ). Siehe auch: https://www.extraschicht.de/tickets/ bzw. https://www.extraschicht.de/tickets/vorverkaufsstellen/.
Das komplette Programmheft sowie den Mobilitätsplan gibt es im Internet unter Service – Downloads, aber auch gedruckt – unter anderem an den Vorverkaufsstellen oder Spielorten, wo die handlichen Hefte im A6-Format jetzt schon ausliegen.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Extraschicht/CP Compartner (1)
Plakat: Ruhr.Tourismus

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Loveparade-Verfahren: Erste Schadensersatzklagen werden verhandelt

Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.

In fünf der insgesamt 19 beim Landgericht Duisburg laufenden Zivilverfahren wegen der tragischen Ereignisse bei der Loveparade 2010 hat das Gericht heute Termine zur mündlichen Verhandlung bekannt gegeben. Am 01. September 2015 beginnt vor der 8. Zivilkammer die Verhandlung über die Klage eines 53-jährigen Duisburger Feuerwehrmannes gegen die Veranstalterin L. GmbH, deren Geschäftsführer Rainer S. und das Land Nordrhein-Westfalen. Der Kläger verlangt Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 65.000 Euro. Vier weitere Verfahren werden am 12. November 2015 vor der 4. Zivilkammer verhandelt. Die Klägerinnen im Alter zwischen 36 und 53 Jahren aus Duisburg, Ratingen und Kevelaer verlangen von den drei vorgenannten Beklagten und zusätzlich von der Stadt Duisburg jeweils Schadensersatz und Schmerzensgeld zwischen 34.000 und 100.000 Euro.

Bei der Loveparade-Veranstaltung am 24. Juli 2010 kam es zu einem Gedränge, durch das 21 Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Die Kläger geben an, dies in unterschiedlichem Maße direkt oder indirekt miterlebt zu haben. Der klagende Feuerwehrmann war dort als Retter im Einsatz. Drei der Klägerinnen geben an, als Teilnehmerinnen der Veranstaltung betroffen zu sein. Die vierte Klägerin trägt vor, nach erfolglosen Versuchen, auf das Veranstaltungsgelände zu gelangen, von dem dortigen Geschehen erfahren zu haben. Sie behaupten jeweils, sie seien aufgrund ihrer Erlebnisse an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt. Die L. GmbH habe die Veranstaltung fehlerhaft geplant und durchgeführt, die Stadt Duisburg habe eine fehlerhafte und rechtswidrige Baugenehmigung erteilt und die als Sicherheitskräfte eingesetzten Polizeibeamten des Landes Nordrhein-Westfalen hätten Fehler begangen. Dies habe zu dem Gedränge und damit zu den von ihnen erlittenen Schäden geführt. Die Beklagten treten dem entgegen und bestreiten darüber hinaus das Vorliegen und den Umfang der Schäden. Gegenüber der Klage des Feuerwehrmannes berufen sich die L. GmbH und deren Geschäftsführer außerdem auf Verjährung.

Das Gericht hat in jedem dieser Zivilverfahren zu entscheiden, ob dem Kläger bzw. der Klägerin Schadensersatz und Schmerzensgeld zusteht. Eine Aufklärung der Ereignisse wird dabei insoweit erfolgen, wie dies für die Streitentscheidung im konkreten Einzelfall erforderlich ist. Zur Vorbereitung der Termine hat das Gericht den Beteiligten bereits verschiedene Hinweise zu den jeweils vertretenen Positionen erteilt. In der Verhandlung wird das Gericht die Sach- und Rechtslage mit den Anwälten diskutieren und gegebenenfalls die Möglichkeit einer gütlichen Einigung besprechen. Eine Beweiserhebung ist in den angesetzten Terminen nicht vorgesehen. Eine Entscheidung über eine Klage wird im Zivilprozess üblicherweise nicht an dem Tag der Verhandlung selbst, sondern erst einige Wochen später getroffen und bekannt gegeben. Dieser sogenannte Verkündungstermin wird zum Schluss der jeweiligen Sitzung bekannt gegeben. Auf die Hintergrundinformationen zum Zivilprozess wird hingewiesen.

– Presseinformation des Landgerichts Duisburg –

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Der Waldfriedhof in Wanheimerort – Teil 1: Gräber berühmter Duisburger

Kopie einer Büste von Wilhelm Lehmbruck. Am 9. November 2014 stand sie noch am Grab. Foto: Elke Fritzen.

Kopie einer Büste von Wilhelm Lehmbruck. Am 9. November 2014 stand sie noch am Grab. Foto: Elke Fritzen.

Letzte Ruhestätte unter Bäumen
Von Petra Grünendahl

Seine Witwe Anita hatte Anfang der Sechziger Jahren dafür gesorgt, dass Duisburgs berühmter Sohn Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) umgebettet wurde: Von Berlin auf den Waldfriedhof an der Düsseldorfer Straße in Wanheimerort. Der in Meiderich geborene Lehmbruck kehrte in seine Heimatstadt zurück. Über Jahre zierte die Grabstätte, an der dann auch Anita Lehmbruck (1879-1961) beigesetzt wurde, die Kopie einer Büste von Lehmbruck. Diese ist leider vor wenigen Monaten spurlos verschwunden.
 
 
 
 
 

Am Hauptweg weist ein Schild auf die Lehmbruck-Grabstätte hin. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Am Hauptweg weist ein Schild auf die Lehmbruck-Grabstätte hin. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Der Waldfriedhof in Wanheimerort trägt auch den Beinamen „Neuer Friedhof“. Er wurde Anfang der 1920-er Jahre angelegt, als sich eine völlige Belegung des damaligen Hauptfriedhofs Sternbuschweg in Neudorf (auch „Alter Friedhof“) abzeichnete. Im Jahr 1923 begann man mit ersten Reihengrabbeerdigungen. Die erste Bestattung fand am 14. Juni 1023 statt. Ab 1925 stand eine Einsegnungs- und Leichenhalle zur Verfügung. Der älteste Grabstein, der sich aktuell noch auf dem Waldfriedhof befindet, ist ein Findling, bei dem statt einer Eingravierung eine aufgebrachte Plakette die Daten des 1924 Verstorbenen zeigt.

Die Kopie einer Büste von Lehmbruck stand noch vor wenigen Monaten auf dem Sockel links. Die Gräber Wilhelm Lehmbruck (r.) und seiner Frau Anita (mittig hinten). Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Die Kopie einer Büste von Lehmbruck stand noch vor wenigen Monaten auf dem Sockel links. Die Gräber Wilhelm Lehmbruck (r.) und seiner Frau Anita (mittig hinten). Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Familiengrabstätte Köhler-Osbahr. Auch hier stand links auf dem Sockel neben der mittleren Grabplatte des Ehepaares eine Büste. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Familiengrabstätte Köhler-Osbahr. Auch hier stand links auf dem Sockel neben der mittleren Grabplatte des Ehepaares eine Büste. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Auf dem Waldfriedhof gibt es eine ganze Reihe von Gräbern, in denen berühmte Duisburger bestattet worden sind. Zumindest am Eingang Düsseldorfer Straße (am großen Parkplatz) gibt eine Tafel Auskunft darüber, wo sich diese Gräber befinden. Allerdings sind manche dieser Gräber schwer zu finden, weil sie bescheiden gestaltet sind und sich kaum von anderen Gräbern abheben. Andere wiederum sind deutlich aufwändiger gestaltet. Wer durch den Haupteingang an Krematorium und Trauerhallen vorbei auf den Friedhof geht, findet auf dem Hauptweg nach etwa 100 Metern links die Lehmbruck-Grabstätte (im Gräberfeld 46): großflächig, aber bescheiden gestaltet – die gestohlene Kopie einer Lehmbruck-Büste war der einzige wirkliche Schmuck in dem geschlossenen, von Hecken eingerahmten Karree.
Aber nicht nur in der Lehmbruck-Grabstätte hatten Metalldiebe zugeschlagen: Weitere 100 Meter auf Hauptweg auf der rechten Seite ist die aufwändigere Grabstätte der Köhler-Osbahrs (Gräberfeld 61). Auch hier wurde vor ein paar Monaten eine Bronze-Büste gestohlen. Traurig!

 

Familiengrabstätte Köhler-Osbahr. Auch hier stand links auf dem Sockel neben der mittleren Grabplatte des Ehepaares eine Büste. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Familiengrabstätte Köhler-Osbahr. Auch hier stand links auf dem Sockel neben der mittleren Grabplatte des Ehepaares eine Büste. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), Grafiker und einer der wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne.
Wikipedia: Wilhelm Lehmbruck
Lehmbruck Museum: Wilhelm Lehmbruck
Lehmbruck Museum: Wilhelm Lehmbruck Biografie

 

Köhler-Osbahr (Familiengrab): Herbert W. Köhler (1919-2001) war ein deutscher Politiker, der zusammen mit seiner Frau Ingeborg Köhler-Osbahr (1919–2002) 1986 die Köhler-Osbahr-Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft (Köhler-Osbahr-Stiftung) gründete.
Wikipedia: Herbert W. Köhler

 

In diesem klassisch-schlichten Bau befinden sich die Gräber von Johann Wilhelm Welker und seiner Frau. Foto: Petra Grünendahl. März 2015.

In diesem klassisch-schlichten Bau befinden sich die Gräber von Johann Wilhelm Welker und seiner Frau. Foto: Petra Grünendahl. März 2015.

Gräber von Johann Wilhelm Welker (r.) und seiner Frau. Foto: Petra Grünendahl. März 2015.

Gräber von Johann Wilhelm Welker (r.) und seiner Frau. Foto: Petra Grünendahl. März 2015.

Verschlossen und zugewachsenen mittem im Wald: die Grabstätte Peter Klöckners. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Verschlossen und zugewachsenen mittem im Wald: die Grabstätte Peter Klöckners. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Relativ leicht zu finden ist im vorderen Teil des Friedhofs auch die Grabstätte von Johann Wilhelm Welker und seiner Frau (Gräberfeld 45). Die klassisch-schlichte Anlage ist offen und gut einzusehen. Eine weitere „prominente“ Grabstätte befindet im ganz hinteren (südöstlichen) Teil des Friedhofs, nicht weit von der Autobahn entfernt: Nicht zu übersehen ist das Grabmal von Peter Klöckner (Gräberfeld 12), obwohl das Areal verschlossen, unzugänglich und wild überwuchert ist von Grün. Ein bisschen Pflege würde dem Areal gut tun. Schade eigentlich, dass an das runde Mausoleum man nicht näher dran und hinein kommt!
 

Johann Wilhelm Welker (1870-1962), Generaldirektor der Franz Haniel & Cie. 1917-44.
Wikipedia: Johann Wilhelm Welker
 
Peter Klöckner (1863-1940), Großindustrieller und Gründer des Eisen- und Stahlhandelsunternehmens Klöckner & Co.
Wikipedia: Peter Klöckner

 
 
 

 
 
 

 
 
 

Die Grabstätte von Karl Jarres, seiner Frau, Tochter und Schwiegersohn. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Die Grabstätte von Karl Jarres, seiner Frau, Tochter und Schwiegersohn. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Familiengrabstätte von Heinrich Weitz. foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Familiengrabstätte von Heinrich Weitz. foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Schwierig zu finden sind die fast konventionellen Grabstätten der beiden ehemaligen Oberbürgermeister von Duisburg: Karl Jarres und besonders Heinrich Weitz (Gräberfeld 42), zumal dessen Grab einen Gang zu weit links eingezeichnet wurde, obwohl es sich dichter an der Grabfläche von Karl Jarres befindet (Weitz liegt einen Gang weiter östlich, eine Linie im Plan deutet dies an). Beides sind Familiengrabstätten und damit auch flächenmäßig etwas größer, aber dennoch unscheinbar in der Gestaltung.
 

Karl Jarres (1874-1951), Oberbürgermeister von Duisburg 1914-1933 und Reichspolitiker in der Weimarer Republik.
Wikipedia: Karl Jarres

 

Heinrich Weitz (1890-1962), Oberbürgermeister der Stadt Duisburg 1945-47, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen 1947-52 und (ehrenamtlich) Präsident des Deutschen Roten Kreuzes 1952-61.
Wikipedia: Heinrich Weitz

 
 

Der Waldfriedhof in Wanheimerort

Waldfriedhof in Wanheimerort: Verwaltungsgebäude und neues Krematorium. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Waldfriedhof in Wanheimerort: Verwaltungsgebäude und neues Krematorium. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Waldfriedhof in Wanheimerort: die alte Trauerhalle, an die sich rechts neuere Trauerhallen anschließen. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Waldfriedhof in Wanheimerort: die alte Trauerhalle, an die sich rechts neuere Trauerhallen anschließen. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Auf einer Fläche von rund 67 Hektar ist der Friedhof in einem Waldstück an der heutigen Düsseldorfer Straße angelegt worden. Seine rund 6.000 Bäume unterstreichen den waldähnlichen Charakter. Entlang eines Wegenetzes von etwa 50 Kilometern stehen inmitten der Grabanlagen auch Eichen und Buchen, die im vorletzten Jahrhundert gepflanzt wurden und mittlerweile ein Alter von über 170 Jahren erreicht haben.
Neben klassischen Grabarten gibt es mittlerweile auch Wahlgräber für Särge und Urnen, was den Wandel der Bestattungskultur dokumentiert. Pflegefreie Gräber oder Rasengräber tragen gesellschaftlichen Änderungen Rechnung, weil Pflege von Angehörigen – soweit überhaupt vorhanden – aus verschiedensten Gründen nicht geleistet werden kann. Die Gestaltung reicht von einfachen Grabsteinen auf der Wiese mit mehr oder weniger üppigem Blumenschmuck bis hin zum anonymen Grab, das nur deswegen erahnt werden kann, weil das Gräberfeld voll belegt ist.
Schon 1927 wurde ein Begräbnisfeld für die Jüdische Gemeinde der Stadt angelegt. Hier finden auch heute noch Bestattungen der zum Ende der Achtziger Jahre neuerstandenen Jüdischen Gemeinde statt. In den Neunziger Jahren schuf man auch ein islamisches Gräberfeld für den südlichen Bestattungsbezirk. 2011 eröffnete der Memoriam Garden in Zusammenarbeit mit Friedhofsgärtner: Hier befinden sich hochwertige Grabstätten mit besonderem gestalterischen Anspruch.

Feuerbestattung seit 1932: das Krematorium

Hier stand das alte Krematorium: Die Gocke aus dem Turm erinnert daran. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Hier stand das alte Krematorium: Die Gocke aus dem Turm erinnert daran. Foto: Petra Grünendahl, März 2015.

Übersichtsplan vom Waldfriedhof. © Wirtschaftsbetriebe Duisburg.

Übersichtsplan vom Waldfriedhof. © Wirtschaftsbetriebe Duisburg.

Schon 1912 gab es erste Bestrebungen, eine Feuerbestattungsanlage in Duisburg zu bauen. Erst mit der Einrichtung des neuen Hauptfriedhofs wurde das Projekt wieder aufgegriffen. Vom Rohbau 1929 dauerte es wegen Finanzierungsschwierigkeiten bis 1932 mit der Fertigstellung. Ein Luftangriff 1944 beschädigte das Krematorium so stark, dass Einäscherungen in der Folgezeit nicht mehr möglich waren. Dem Wiederaufbau der Verbrennungsanlage bis 1950 folgte die Inbetriebnahme der Krematoriumskapelle 1952/53. Neben Ausbesserungs-, Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten investierte die Stadt auch in Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung.
Aufgrund steigender Einäscherungszahlen und wegen der veralteten Krematoriumstechnik begann man 2001 mit dem Bau eines neuen Krematoriums. Der bestehende Zellentrakt wurde bis auf die alte Trauerhalle abgerissen und ein modernes Krematorium im Frühjahr 2002 seiner Bestimmung übergeben. Äußerlich der alten Bausubstanz angepasst enthält er modernste Technik und zeitgemäße Abschieds- und Aufbahrungsräume.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (12), Elke Fritzen (1)
Friedhofsplan: © Wirtschaftsbetriebe Duisburg

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Neues Buch von der Zeitzeugenbörse Duisburg: Archivbilder Homberg und Hochheide

Als Homberg am Niederrhein noch selbstständig war
Von Petra Grünendahl

Postkarte von 1914: Oben das

Postkarte von 1914: Oben das „Restaurant Friedrich“ (später: Haus der Schiffergemeinde), unten die Brücke nach Ruhrort. Foto: ZZB / Sutton Verlag.


Schon 855 wurde Homberg erstmals urkundlich erwähnt: als “Hohon Berka” im Heberegister der Abtei Werden an der Ruhr. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Industrieunternehmen an, Eisenbahnverkehr, Schifffahrt und Kohleförderung ließen die Wirtschaft boomen und zogen Menschen an den Ort am Niederrhein. Seit 1907 wurden Homberg, Essenberg und Hochheide zu einer Gemeinde vereinigt, im gleichen Jahr die erste Brücke nach Ruhrort fertig gestellt. 1921 erhielt Homberg Stadtrechte, die es mit der Eingemeindung nach Duisburg am 1. Januar 1975 wieder verlor. Ausschnitte dieser wechselvollen Geschichte sind in Ansichtskarten und Fotografien verewigt, die die Zeitzeugenbörse Duisburg in ihrem neuesten Buch zusammen getragen und beschrieben hat.

 

Im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) an der Augustastraße 48 hat der Freundeskreis Historisches Homberg sein Museum zur Stadtgeschichte eingerichtet. Hier stellte die Zeitzeugenbörse ihr neues Buch vor. Foto: Petra Grünendahl.

Im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) an der Augustastraße 48 hat der Freundeskreis Historisches Homberg sein Museum zur Stadtgeschichte eingerichtet. Hier stellte die Zeitzeugenbörse ihr neues Buch vor. . . . . . Foto: Petra Grünendahl.

„Hotel Erholung“ hieß das Gebäude an der Augustastraße früher, wo sich heute im Dachgeschoss die „Historische Stube“ des Freundeskreises Historisches Homberg befindet (um 1910). Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Blick von der Friedenstraße in die Augustastraße. Ansichtskarte von Mitte der 1950-er Jahre. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Blick von der Friedenstraße in die Augustastraße. Ansichtskarte von Mitte der 1950-er Jahre. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Harald Molder, Vorsitzender der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., stellte mit „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ im Museum des Freundeskreises Historisches Homberg das neueste Buch des Vereins vor. Das Wachstum der damals eigenständigen Gemeinde am Niederrhein dokumentieren zum Beispiel Rheinpreußensiedlung, Arbeiter- und Beamtensiedlungen oder die repräsentativen Wohnhäuser an der Königstraße, der Bau von Kirchen, Schulen und Krankenhäusern sowie der Ausbau von Geschäftsstraßen wie der Moerser Straße oder der Augustastraße. Mit der Ansiedlung des Sägewerks der Gebr. Cloos und der Konzession zur Kohleförderung, die Franz Haniel beantragt hatte, begann ab 1851 die Industrialisierung, die Tausende von Arbeitern an den Niederrhein zog: Als Zuwanderer kamen überwiegend Österreicher, später aber auch Menschen aus Holland, Italien, Polen, Schlesien und Masuren. Die Industriegeschichte des heutigen Duisburger Stadtteils prägten Namen wie Zeche Rheinpreußen, Mühlenwerke Küpper, Maschinenfabrik Schmitz Söhne oder ab 1892 Sachtleben Chemie (heute Huntsman-Gruppe). Der Hebeturm aus den 1850-er Jahren dokumentiert auch heute noch am Stadthafen (auch Homberger Eisenbahnhafen) die Bedeutung von Transport und Logistik für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Zum neu Entdecken und Wiederentdecken

Cover des neuen Buches der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ in der Reihe Archivbilder. Foto: Sutton Verlag, Erfurt.

Cover des neuen Buches der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ in der Reihe Archivbilder. Foto: Sutton Verlag, Erfurt.

Das Buch „Duisburg-Homberg und -Hochheide“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag. Auf 128 Seiten findet der Leser 160 bislang unveröffentlichte Abbildungen. Das Buch ist thematisch in sieben Kapitel gegliedert, was dem Leser eine gute Orientierung durch die Fülle an Material und Informationen bietet. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren zwischen 1900 und den 1980-er Jahren. Die Abbildungen stammen aus Sammlungen von Uwe Bongert, Harald Moder, Heinz Pischke und Reinhold Stausberg von der Zeitzeugenbörse Duisburg sowie von Werner Welsch. In die Texte flossen Informationen von Homberger Vereinen wie dem Freundeskreis Historisches Homberg ebenso ein wie Berichte von Zeitzeugen. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-544-4).

Blick von der Moerser Straße in die Augustastraße um 1918: das

Blick von der Moerser Straße in die Augustastraße um 1918: das „Bügeleisen“ rechts bestimmt noch heute an dieser Stelle das Stadtbild. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2015 Petra Grünendahl
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag (5), Petra Grünendahl (1)

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Oper am Rhein: Furiose Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis „Un ballo in maschera“ begeisterte im Theater Duisburg

Maskenball: Das Spiel der Leidenschaften
um Freund und Feind

Von Petra Grünendahl

Renato Anckarström (Boris Statsenko) beschuldigt seine Frau Amelia (Barbara Haveman) der Untreue. Foto: Matthias Jung.

Renato Anckarström (Boris Statsenko) beschuldigt seine Frau Amelia (Barbara Haveman) der Untreue. Foto: Matthias Jung.

Die Wahrsagerin Ulrica (Ramona Zaharia) sagt König Gustavo (Najmiddin Mavlyanov) den baldigen Tod voraus, von der Hand dessen, der ihm als nächstes die Hand schüttelt. Als dies sein treuester Freund Renato Anckarström (Sebastian Catana) ist, sieht der König Ulrica als Schwindlerin enttarnt. Gustavo stellt allerdings, von Renato unbemerkt, dessen Frau Amelia (Barbara Haveman) nach. Amelia wehrt seine Nachstellungen jedoch ab, obwohl auch sie den König liebt. Renato ist unterdessen Verschwörern auf der Spur, die den König ermorden wollen, und ahnt nicht. Als Renato den vermeintlichen Betrug entdeckt, sinnt er auf Rache und schließt sich den Verschwörern an. Auf dem Maskenball im Schloss erfüllt sich das Schicksal. Zu spät erkennt Renato die Unschuld seiner Frau.

Amelia (Barbara Haveman) mit Gustavo (Zoran Todorovich) auf dem Maskenball. Foto: Matthias Jung.

Amelia (Barbara Haveman) mit Gustavo (Zoran Todorovich) auf dem Maskenball. Foto: Matthias Jung.

Der „Maskenball“ (Un ballo in maschera) von Giuseppe Verdi (1813 – 1901) vereint Komödie und Drama in drei Akten. Das Libretto stammt von Antonio Somma, dem „Hausschreiber“ der neapolitanischen Oper, wo das Stück eigentlich hätte uraufgeführt werden sollen. Die Uraufführung fand dann allerdings 1859 im Teatro Apollo in Rom statt. Die Oper basiert auf Eugène Scribes Drama „Gustav III. ou le bal masqué“. Die Inszenierung des norwegischen Regisseurs Stein Winge, die an der Rheinoper gespielt wird, orientiert sich an der Urfassung von Verdis Oper, die in Stockholm 1792 spielt. Die Zensur hatte – in Neapel wie in Rom – eine Verlegung des Handlungsortes gefordert: nach Boston, Massachusetts. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Im Theater Duisburg wurde der Klassiker kurz vor Abschluss der Spielzeit nun vor einem restlos begeisterten Publikum wieder aufgeführt. Der Opernabend dauert zweieindreiviertel Stunden (inklusive einer Pause).

König Gustavo (r., Zoran Todorovich) und sein Diener Oscar (l., Heidi Elisabeth Meier), Herrenchor. Foto: Matthias Jung.

König Gustavo (r., Zoran Todorovich) und sein Diener Oscar (l., Heidi Elisabeth Meier), Herrenchor. Foto: Matthias Jung.

Renato Anckarström (Boris Statsenko) versucht von Gustavos Diener Oscar (Heidi Elisabeth Meier) zu erfahren, welches Kostüm der König trägt. Foto: Matthias Jung.

Renato Anckarström (Boris Statsenko) versucht von Gustavos Diener Oscar (Heidi Elisabeth Meier) zu erfahren, welches Kostüm der König trägt. Foto: Matthias Jung.

Großartig agierende Solisten spielen nicht nur: sie leben das Stück, atmen Leidenschaft, Komik und Tragik. Sie ernteten immer wieder Szenenapplaus für ihre brillante Vorstellung. Der Wechsel von Komik und Tragik kennzeichnet das Stück, das für Verdi in Schritt in die Zukunft der Oper war. Entsprechend wechseln sich fröhliche und dramatische Musikstücke ab. Neben den prächtigen Soli oder Duetten – fantastisch das Liebesduett von Gustavo und Amelia im zweiten Akt – glänzt Verdis Oper auch mit großartigen Chorszenen, die Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig meisterhaft intonierten. Brillant agierte auch Elena Sancho Pereg in ihrer etwas doppeldeutigen Rolle als Königsdiener Oscar. Opern-Kapellmeister Lukas Beikircher dirigierte glänzend aufgelegte Duisburger Philharmoniker, die die Vielfalt von Verdis Komposition erklingen ließen. Das rundete einen hochklassigen Opernabend ab, den das Publikum zu Recht mit seinem begeisterten Schlussapplaus belohnte.

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Donnerstag | 18. Juni 2015 | 19:30 Uhr,
Sonntag | 21. Juni 2015 | 15:00 Uhr.

Renato Anckarström (Boris Statsenko) mit den Verschwörern Ribbing (Daniel Djambazian) und Horn (Günes Gürle), Herrenchor. Foto: Matthias Jung.

Renato Anckarström (Boris Statsenko) mit den Verschwörern Ribbing (Daniel Djambazian) und Horn (Günes Gürle), Herrenchor. Foto: Matthias Jung.

Ulrica (Renée Morloc) sagt die Zukunft und Gustavo den nahen Tod voraus. Der Damenchor im Hintergrund. Foto: Matthias Jung.

Ulrica (Renée Morloc) sagt die Zukunft und Gustavo den nahen Tod voraus. Der Damenchor im Hintergrund. Foto: Matthias Jung.

Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten wegen der Überlänge zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Matthias Jung, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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Schifferbörse fördert Karrieren in der Binnenschifffahrt

Gelungene Premiere:
Wasserstraßen-Wissen mit Zertifikat

Bei der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort können angehende Speditionskaufleute in einem sechswöchigen, freiwilligen Lehrgang die Besonderheiten und Erfolgsfaktoren für Transporte auf Wasserstraßen kennenlernen. Der erste Durchgang feierte eine erfolgreiche Premiere: Mehr als 30 Absolventen erhielten am 26. Mai in der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve in Duisburg ihre Zertifikate. Überreicht wurde die Auszeichnung den jungen Nachwuchskräften von Schifferbörsen-Vorstand Frank Wittig (Wittig GmbH, Duisburg) und dessen Stellvertreter Roberto Spranzi (DTG Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt eG, Duisburg).

Ocke Hamann (l.), IHK-Geschäftsführer, Frank Wittig (2. v. l.), Vorstand der Schifferbörse Duisburg-Ruhrort und IHK-Vizepräsident, mit dem ersten Jahrgang. Auf dem Brunnen rechts: Roberto Spranzi, stellvertretender Vorstand der Schifferbörse. Foto: Schifferbörse.

Ocke Hamann (l.), IHK-Geschäftsführer, Frank Wittig (2. v. l.), Vorstand der Schifferbörse Duisburg-Ruhrort und IHK-Vizepräsident, mit dem ersten Jahrgang. Auf dem Brunnen rechts: Roberto Spranzi, stellvertretender Vorstand der Schifferbörse. Foto: Schifferbörse.

„Leider wird der Transportträger Binnenschiff im Rahmen der schulischen Ausbildung häufig ausgeklammert“, beklagt Schifferbörsen-Vorstand Frank Wittig. Deswegen hat die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort das Programm „Quinwalo“ ins Leben gerufen, um angehenden Kaufleuten aus den Bereichen Schifffahrt sowie Spedition und Logistikdienstleistungen die Eigenschaften und Vorteile des Systems Wasserstraße näher zu bringen. „Das stärkt die gesamte Branche und ist für die spätere Karriere unserer Nachwuchskräfte förderlich“, so Wittig weiter.

„Quinwalo“ steht für Qualification Inland Waterway Logistics, zu Deutsch etwa: Qualifikation für die Logistik der Binnenschifffahrt. Bei insgesamt sechs Terminen vermittelten Vertreter aus der Binnenschifffahrt praxisnah Grundwissen und Fachkenntnisse über das System Wasserstraße. Die Absolventen lernten unter anderem, wie ein Transport mit dem Binnenschiff organisiert wird, welche Schiffstypen es gibt und wie Frachtverträge aussehen. Bei einem gemeinsamen Besuch des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) in Duisburg erhielten die Auszubildenden zudem Einblicke in die technischen Grundlagen der Binnenschifffahrt.

Den ersten Durchgang von Quinwalo bewertet Wittig sehr positiv: „Dass bereits beim ersten Mal alle zur Verfügung stehenden Plätze innerhalb kurzer Zeit ausgebucht waren, zeigt das große Interesse an einem solchen Angebot.“ Wittig kündigte an, die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort werde den Lehrgang 2016 auf jeden Fall erneut anbieten.

– Pressemeldung und Foto: Niederrheinische IHK zu Duisburg –

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Aus der Knipse gepurzelt: Von Wanheim aus am Rhein

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© 2015 Petra Grünendahl (Fotos)

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China 8 im MKM Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen: Das Vokabular der sichtbaren Welt – Malerei

Brückenschlag von der Tradition in die Moderne
Von Petra Grünendahl

Der vom Hund bewachte Mittagsschlaf des Säuglings: Zhang Xiaogangs (*1958) "Afternoon", Öl auf Leinwand, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Der vom Hund bewachte Mittagsschlaf des Säuglings: Zhang Xiaogangs (*1958) „Afternoon“, Öl auf Leinwand, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Zeng Fanzhi (+1962): Kopf eines alten Mannes Öl auf Leinwand,, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Zeng Fanzhi (+1962): Kopf eines alten Mannes Öl auf Leinwand,, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Yan Pei-Ming (*1960): Imaginäre Ahnengalerie "Spring Winter Summer Fall: Modern Identity", Polyptychon Aquarell auf Papier, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Yan Pei-Ming (*1960): Imaginäre Ahnengalerie „Spring Winter Summer Fall: Modern Identity“, Polyptychon Aquarell auf Papier, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Yan Pei-Ming (*1960): "A L'Est d'Eden" (Jenseits von Eden), Diptychon, Öl auf Leinwand, 2015. Foto: Petra Grünendahl.

Yan Pei-Ming (*1960): „A L’Est d’Eden“ (Jenseits von Eden), Diptychon, Öl auf Leinwand, 2015. Foto: Petra Grünendahl.

Yang Shaobin (*1963): Bild Nr. 6 aus der Reihe "I am My Tools - Wall Street" (Ich bin mein Werkzeug - Wall Street), Öl auf Leinwand, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Yang Shaobin (*1963): Bild Nr. 6 aus der Reihe „I am My Tools – Wall Street“ (Ich bin mein Werkzeug – Wall Street), Öl auf Leinwand, 2012. Foto: Petra Grünendahl.

Zang Enli (*1965): "The Curliness" (Die Kräuselung). Öl auf Leinwand, 2013. Foto: Petra Grünendahl.

Zang Enli (*1965): „The Curliness“ (Die Kräuselung). Öl auf Leinwand, 2013. Foto: Petra Grünendahl.

„So komprimiert wie bei China 8 finden Sie chinesische Kunst nicht einmal in China“, erklärte Prof. Dr. Walter Smerling, Sprecher des Kuratoriums. Die einzigartige museale Dichte in NRW mache dies möglich. Groß war der Andrang zur Eröffnung von China 8, der weltweit größten Ausstellung für zeitgenössische Kunst aus China, im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. „Chinesische Künstler heute sind eigenständig, entwickeln ihre Meister weiter, statt sie nur nachzuahmen. Wir präsentieren im MKM die wichtigsten etablierten Maler Chinas.“ Vor zwanzig Jahren gehörten die meisten Maler der Ausstellung zum sogenannten „Underground“, heute feiern sie zum Teil auch international Erfolge. Sie wurden an den Akademien nach den Methoden des sozialistischen Realismus unterrichtet. Die realitätsgetreue Malweise und ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten sind traditionell in der chinesischen Gesellschaft wichtige Qualitätsmerkmale, die Maler haben diese aber weiter entwickelt und ihre eigene Bildsprache gefunden.

Mit der Ausstellung “China 8” zeigen neun Museen in acht Städten im Ruhrgebiet die umfangreichste Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst, die bislang in Deutschland zu sehen war. Namhafte, weltweit bekannte und etablierte Künstler sind ebenso vertreten wie jüngere und neue Positionen. Mit dem Schwerpunkt-Thema „Das Vokabular der sichtbaren Welt – Malerei“ ist das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen an der China-Werkschau beteiligt. Zehn chinesische Maler zeigen ihre Werke im MKM und präsentieren dabei die Vielfalt chinesischer Malerei, die sich aus einem intensiven Studium der Tradition in die Moderne entwickelt hat und Strömungen und Entwicklungen der Gegenwart – auch gesellschaftlicher, politischer Art – aufgreift.

„Kunst ist eine Weltsprache“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der als Schirmherr von China 8 zur Eröffnung ins MKM gekommen war. „Kunst und Kultur haben eigenen Stellenwert und sollten sich keinen anderen Interessen unterordnen“, führte er fort und lobte, wie sich chinesische Kunst authentisch zwischen Tradition und Moderne entwickelt habe: „Kunst und Kultur zeigen andere Perspektiven auf!“

Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung „China 8: Das Vokabular der sichtbaren Welt – Malerei“ läuft in den Erdgeschossräumen im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst bis zum 13. September 2015. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

CHINA8_Logo_4c_final.inddChina 8: 500 Werke in neun Museen in acht Städten
Weitere an der Ausstellung „China 8“ beteiligte Museen sind neben dem MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst das Lehmbruck Museum in Duisburger Kantpark, Museum Folkwang in Essen, Kunstmuseum Gelsenkirchen, Osthaus Museum Hagen, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr und das Kunsthalle Recklinghausen (alle bis zum 13. September 2015) sowie das NRW-Forum in Düsseldorf (bis zum 30. August 2015).

Zhang Huan (*1965): "First Love" (Erste Liebe), Asche auf Leinwand, 2008. Foto: Petra Grünendahl.

Zhang Huan (*1965): „First Love“ (Erste Liebe), Asche auf Leinwand, 2008. Foto: Petra Grünendahl.

Zhang Huan (*1965): "Night" (Nacht), Asche auf Leinwand, 2007. Foto: Petra Grünendahl.

Zhang Huan (*1965): „Night“ (Nacht), Asche auf Leinwand, 2007. Foto: Petra Grünendahl.

Alle Museen bilden die unterschiedlichen Schwerpunkte ihrer Sammlung auch in der China-Werkschau ab. Insgesamt sind 500 Werke von 120 Künstler zu sehen: es sei die größte Schau zeitgenössischer chinesischer Kunst weltweit, erzählte der chinesische Botschafter Shi Mingde bei der Eröffnung. Nicht einmal in China fände man ein solches Angebot in dieser räumlichen Dichte, so Walter Smerling. Veranstalter ist die Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn, die unter anderem auch das MKM betreibt. Finanziell unterstützt wird die Schau von zahlreichen namhaften Sponsoren, die sich auch sonst im Bereich Kunst und Kultur engagieren.
Der Ausstellungskatalog zu „China 8“ umfasst alle Werke und alle Museen der Sonderausstellung. Herausgeber sind Walter Smerling, Tobia Bezzola (Direktor des Museum Folkwang) und Ferdinand Ullrich (Direktor der Kunsthalle Recklinghausen), das Kuratorium der Ausstellung. Der Band ist im Wienand-Verlag, Köln, erschienen (496 Seiten, 24 x 29 cm, gebunden) und in allen beteiligte Museen für 39 Euro zu erwerben (im Buchhandel für 49,80 Euro). Das Kombi-Ticket China 8 für den einmaligen Besuch in jedem der neun Museen kostet 18 Euro (ermäßigt 10 Euro). An Wochenenden (Samstag, Sonntag) bringt ein kostenloser Shuttle-Service Museumsbesucher zu den Ausstellungsorten von China 8.

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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China 8 im Lehmbruck Museum in Duisburg: Neue Figuration – Erzählende Skulptur

China verändert sich:
Erfahrungen der Künstler spiegeln sich in ihren Werken


Von Petra Grünendahl

Die Installation "Short Tree 2" von Shi Jinsong (*1969). Foto: Petra Grünendahl.

Die Installation „Short Tree 2“ von Shi Jinsong (*1969). Foto: Petra Grünendahl.

Thomas Bochardt, kuratorischer Mitarbeiter des Lehmbruck Museums, Künstler Ren Rong, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Künstler Shi Jinsong, MKM-Direktor Prof. Dr. Walter Smerling vor dem Kunstwerk von Shi Jinsong: "Short Tree 2". Foto: Petra Grünendahl.

Thomas Bochardt, kuratorischer Mitarbeiter des Lehmbruck Museums, Künstler Ren Rong, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Künstler Shi Jinsong, MKM-Direktor Prof. Dr. Walter Smerling vor dem Kunstwerk von Shi Jinsong: „Short Tree 2“. Foto: Petra Grünendahl.

Ren Rongs (*1960) "Plant People in Stahlsäulen geschnitten. Vorne im Bild (v. l.): Shi Jinsong, Ren Rong, Dr. Söke Dinkla, Prof. Dr. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

Ren Rongs (*1960) „Plant People in Stahlsäulen geschnitten. Vorne im Bild (v. l.): Shi Jinsong, Ren Rong, Dr. Söke Dinkla, Prof. Dr. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

Der Geist in Ketten gelegt. Sui Jianguos (*1956) "Earthy Force": Studenten wurden 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens Opfer staatlicher Gewalt. Foto: Petra Grünendahl.

Der Geist in Ketten gelegt. Sui Jianguos (*1956) „Earthy Force“: Studenten wurden 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens Opfer staatlicher Gewalt. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bearbeitung von Porzellan hat in China eine über tausendjährige Tradition: Porzellanarbeit von Fang Lijun (*1963). Foto: Petra Grünendahl.

Die Bearbeitung von Porzellan hat in China eine über tausendjährige Tradition: Porzellanarbeit von Fang Lijun (*1963). Foto: Petra Grünendahl.

China ist ein Land im Wandel: Wirtschaft, Politik, aber auch Kunst und Kultur entwickeln sich, obwohl man gerade letzteres in Europa eher weniger wahrnimmt. Zeitgenössische chinesische Kunst spiegelt die gesellschaftliche Veränderungen, die Veränderungen in Städten und Landschaften, greift mitunter auch soziale und politische Probleme auf. Altes wird abgerissen, Neues entsteht. Und bei allem Wechsel bleibt manches konstant: Der Geist ist frei! In dem, was neu entsteht, steckt zum Teil das Alte: In neuer Form, neuer Bedeutung basiert es aber auf dem Alten. Shi Jinsong (*1969) schafft so zum Beispiel Plastiken und Rauminstallationen aus historischer Bausubstanz.

Mit der Ausstellung “China 8” zeigen neun Museen in acht Städten im Ruhrgebiet die umfangreichste Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst, die bislang in Deutschland zu sehen war. Namhafte, auch weltweit bekannte und etablierte Künstler sind ebenso vertreten wie jüngere und neue Positionen. Mit dem Schwerpunkt-Thema „Neue Figuration – Erzählende Skulptur“ ist das Lehmbruck Museum Duisburg an der China-Werkschau beteiligt. Prof. Dr. h. c. Walter Smerling, Sprecher des Kuratoriums von China 8, und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla gaben einen ersten Einblick in die Sonderausstellung im Lehmbruck Museum. Offiziell eröffnet wird die Werkschau, die den kompletten Anbau, die Nordhalle (Glashalle zum Kantpark) sowie Skulpturen im Außenbereich des Museum umfasst, am Donnerstag, 14. Mai 2015 um 12 Uhr. Plastiken von 13 chinesischen Künstlern sind im Lehmbruck Museum zu sehen. Sie alle haben eine traditionelle Kunstausbildung absolviert, bevor sie mit Themen und Materialien eigene Wege ausloteten. Sie belegen hier auch die thematische wie stilistische Vielfalt chinesischer Gegenwartsskulptur.

Auch wenn Kritiker der Ausstellungsreihe vorwerfen wollten, sich in der gezeigten Kunst nicht kritisch mit dem aktuellen China auseinander zu setzen – der berühmteste Dissident, der Künstler Ai Weiwei (*1957), ist hier nicht vertreten –, so werden hier doch Protestbewegungen der mehr oder weniger jüngeren Vergangenheit thematisiert: Die Studentenbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Sui Jianguo, *1956, war als Student 1989 Opfer staatlicher Gewalt: sein „Earthly Force“ spiegelt die Absurdität, den menschlichen Geist zu fesseln) ebenso wie die Hongkonger Protestbewegung „Umbrella Movement“ (in der gleichnamigen Installation von Jaffa Lam, *1973, aus Hongkong). Was gezeigt wird, entschied letztendlich das Kuratorium der Ausstellung unter der Leitung von Prof. Dr. h. c. Walter Smerling, Museumsdirektor des MKM Museum Küppersmühle, der hier die künstlerische Gesamtverantwortung für das Kooperationsprojekt der neun beteiligten Ruhr-Museen trägt.

Installation von Jaffa Lam (*1973): Umbrella Movement. Foto: Petra Grünendahl.

Installation von Jaffa Lam (*1973): Umbrella Movement. Foto: Petra Grünendahl.

Ziegel in rosa Seide: "Pink Utopia" von Jiang Jie (*1963). Foto: Petra Grünendahl.

Ziegel in rosa Seide: „Pink Utopia“ von Jiang Jie (*1963). Foto: Petra Grünendahl.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung „China 8: Neue Figuration – Erzählende Skulptur“ läuft im Lehmbruck Museum in Kantpark bis zum 13. September 2015. Das Lehmbruck Museum bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Ausstellung an, welches dem Besucher ermöglicht, sich auf die unterschiedlichste Weise mit den Werken vertraut zu machen und auseinander zu setzen.
Mittwochs bis samstags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

CHINA8_Logo_4c_final.inddChina 8:
500 Werke in neun Museen in acht Städten

Weitere an der Ausstellung „China 8“ beteiligte Museen sind neben dem Lehmbruck Museum das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen, Museum Folkwang in Essen, Kunstmuseum Gelsenkirchen, Osthaus Museum Hagen, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr und das Kunsthalle Recklinghausen (alle bis zum 13. September 2015) sowie das NRW-Forum in Düsseldorf (bis zum 30. August 2015).

Die "Virgin with cigarette" steht in der Glashalle zum Kantpark: Nahezu lebensgroße Fiberglasfigur von Xiang Jing (*1968). Foto: Petra Grünendahl.

Die „Virgin with cigarette“ steht in der Glashalle zum Kantpark: Nahezu lebensgroße Fiberglasfigur von Xiang Jing (*1968). Foto: Petra Grünendahl.

Alle Museen bilden die unterschiedlichen Schwerpunkte ihrer Sammlung auch in der China-Werkschau ab. Veranstalter ist die Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn, die unter anderem auch das MKM betreibt. Finanziell unterstützt wird die Schau von zahlreichen namhaften Sponsoren, die sich auch sonst im Bereich Kunst und Kultur engagieren.
Der Ausstellungskatalog zu „China 8“ umfasst alle Werke und alle Museen der Sonderausstellung. Herausgeber sind Walter Smerling, Tobia Bezzola (Direktor des Museum Folkwang) und Ferdinand Ullrich (Direktor der Kunsthalle Recklinghausen), das Kuratorium der Ausstellung. Er ist im Wienand-Verlag, Köln, erschienen (496 Seiten, 24 x 29 cm, gebunden) und in allen beteiligte Museen für 39 Euro zu erwerben (im Buchhandel für 49,80 Euro). Das Kombi-Ticket China 8 für den einmaligen Besuch in jedem der neun Museen kostet 18 Euro (ermäßigt 10 Euro). Das Kombi-Ticket China 8 für den einmaligen Besuch in jedem der neun Museen kostet 18 Euro (ermäßigt 10 Euro). An Wochenenden (Samstag, Sonntag) bringt ein kostenloser Shuttle-Service Museumsbesucher zu den Ausstellungsorten von China 8.

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Ballett am Rhein: b.24 – Drei Uraufführungen begeisterten im Theater Duisburg

Kleine Episoden von Geschichten und Gefühlen
Von Petra Grünendahl

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Illusion“ von Young soon hue: Alexandre Simões, Yuko Kato. Foto: Gert Weigelt.

Die Tänzerin (Yuko Kato) lässt ihr Leben an sich vorbei ziehen. Zwischen der Realität, der Vergangenheit, den Träumen und der Illusion bewegen sich ihre Schritte und Gesten. Dabei begleiten die Liebe (Alexandre Simões) und der Schutzengel (Marcos Menha) ihren Weg, kreuzen ihn wieder und wieder. Zu einem Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchster von Philip Glass hat die südkoreanische Choreographin Young Soon Hue ihr Stück „Illusion“ rund um eine Frauenfigur herum aufgebaut, zu der sich Yuko Kato inspiriert hatte. Diese Figur steht im Mittelpunkt, um die Tänzerin herum kreist das Leben und die anderen Tänzer – neben Simões und Menha drei Traum-Paare und das Ensemble.

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Illusion“ von Young soon hue: Ensemble. Foto: Gert Weigelt.

Fast schon klassisch mutet der neue Ballettabend von Martin Schläpfer an, der unter dem Titel „b.24“ im Theater Duisburg eine viel umjubelte Premiere feierte. Drei Stücke moderner Choreographen hatte Ballettdirektor Schläpfer mit dem Ballett am Rhein auf die Bühne gebracht, die hier ihre Uraufführung erlebten. Die kleinen Episoden getanzter Geschichten und Emotionen kamen beim Publikum gut an. Jedem Choreographen war ein eigener Abschnitt des zweieinviertelstündigen Programms gewidmet, unterbrochen von zwei Pausen. Mit tosendem Applaus verabschiedete das Publikum die Akteure nach jeder Sequenz, die jede in sich abgeschlossen und mit eigenem Charakter zugleich ein stimmiger Teil eines Gesamtarrangements darstellte, das Martin Schläpfer passend zusammengestellt hatte.

Von der Einsamkeit zur Annäherung

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Lonesome George“ von Marco Goecke: Christian Bloßfeld, Nathalie Guth. Foto: Gert Weigelt.

Als die Riesenschildkröte „Lonesome George“ 2012 über 100-jährig auf den Galápagos-Inseln starb, galt sie als letzte ihrer Art (verwandte Arten wurden erst nach seinem Tod auf Nachbarinseln gefunden). Das Aussterben einer Art hatte den Wuppertaler Choreographen Marco Goecke zu seinem Stück „Lonesome George“ inspiriert. Die musikalischen Grundlage ist Dmitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 C-Moll op. 110, das Rudolf Barschai als Kammersinfonie bearbeitet und umgeschrieben hatte. Dieses Werk griff Goecke auf für sein Spiel von Einsamkeit und der Suche nach „anderen“. Während die Beine der Tänzer in ihren dunklen Hosen mit minimalen Bewegungen fast unsichtbar sind, lebt das Stück vom immensen Bewegungsdrang der Oberkörper – als „hibbelig“ bezeichnete es Dramaturgin Anne do Paço in der Einführung sehr treffend –, die sich einander annähern und wieder auf Abstand gehen. Eine Ode an ein Miteinander, welches „Lonesome George“ als vermeintlich letztem seiner Art nicht mehr vergönnt war.

Von der Lust an der Bewegung

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Voices borrowed“ von Amanda Miller: Ensemble. Foto: Gert Weigelt.

Den Ballettabend beschließt eine Choreographie von Amanda Miller, „Borrowed Voices“, zu Arnold Schönbergs Konzert für Streichquartett und Orchester B-Dur nach Georg Friedrich Händesl barockem Concerto grosso op. 6 Nr. 7 B-Dur. Das fröhliche, temperamentvolle Stück setzte die amerikanische Choreographin in lebendigen Tanz um. Wie auch die beiden anderen Choreographen des Abends hatte Miller eine Ballettausbildung absolviert und selber getanzt, bevor sie anfing, eigene Stücke zu kreieren. Ähnlich dem Komponisten Schönberg, der 1933 aus Nazideutschland emigriert war, ist auch Miller das Finden einer neuen Heimat nicht fremd: ein Motiv, welches sich in „Borrowed Voices“ wieder findet. Dabei lässt Miller den Tänzern Raum für eigene Kreationen, die in der intuitiven Lust am Tanzen ihren Ausdruck finden.

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Voices borrowed“ von Amanda Miller: Helen Clare Kinney, Richard Jones. Foto: Gert Weigelt.

Wie ein roter Faden zieht sich das Bildhafte durch den Abend: Getanzte Geschichten, die dem Publikum den Zugang zu den Stücken sehr erleichtern. Die Verbindung mit einem Ensemble, das neben seinem Können auch die pure Tanzfreude rüber bringt, verspricht dem Publikum einen genussvollen Ballettabend, den die begeisterten Zuschauer denn auch bei der Premiere im Theater Duisburg mit tosendem Applaus würdigten. Die Duisburger Philharmoniker glänzten unter der Leitung von Wen-Pin Chien. Als Solisten aus eigenen Reihen setzten Siegfried Rivinius, Matthias Bruns (beide Violine), Mathias Feger (Viola) und Friedemann Pardall (Violoncello) musikalische Akzente, wo eine besondere Betonung der Streicher gefordert war.

Ein kleiner Vorgeschmack …

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Lonesome George“ von Marco Goecke: Nathalie Guth, Christian Bloßfeld. Foto: Gert Weigelt.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 13. Mai 2015 | 19:30 Uhr,
Mi | 17. Mai 2015 | 15:00 Uhr,
Mi | 23. Mai 2015 | 19:30 Uhr,
Mi | 29. Mai 2015 | 19:30 Uhr,
Mi | 19. Juni 2015 | 19:30 Uhr und
Mi | 26. Juni 2015 | 19:30 Uhr.

b.24 Ballett am Rhein

b.24 Ballett am Rhein „Lonesome George“ von Marco Goecke: Sonny Locsin, Mariana Dias. Foto: Gert Weigelt

Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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2. Haniel Klassik Open Air eröffnet zweitägiges Musikfest auf dem Opernplatz

Unterschiedlichster Musikgenuss für höchste Ansprüche
Von Petra Grünendahl

Haniel-Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow. Foto: Petra Grünendahl.

Haniel-Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir als 259-jähriges Duisburger Unternehmen freuen uns, mit dieser nachhaltigen Veranstaltungsreihe etwas von unserem Unternehmenserfolg an die Stadt und ihre Bürger zurückzugeben“, erklärte Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender des Ruhrorter Familienunternehmens Haniel, das Engagement seines Unternehmens. Zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link, Operndirektor Stephen Harrison, Opern-Generalintendant Prof. Christoph Meyer, Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker, und Kulturdezernent Thomas Krützberg stellte Gemkow im Rathaus das Open-Air-Highlight des kommenden Kultursommers vor. „Besucher erwartet wieder ein großes musikalisches Ereignis vor beeindruckender Kulisse“, freute sich Sören Link.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem großen Erfolg des 1. Haniel Klassik Open Air vor zwei Jahren geht die Veranstaltung in diesem Jahr in die zweite Runde. Dem bewährten Konzept, klassische Musik und Oper sowohl traditionell als auch stilübergreifend modern zu präsentieren, bleiben die Organisatoren treu. Neben der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern engagiert sich hier das Theater Duisburg sowie die Franz Haniel & Cie. GmbH als Sponsor. Und da die Bühne vor dem Theater am König-Heinrich-Platz schon mal steht und das Bombenwetter mit Petrus fest vereinbart ist, lässt man dem Klassik-Abend am Freitag, 28. August, am folgenden Samstag unter dem Titel „Theater Duisburg rockt!“ ein Festival mit Bands aus der Duisburger Rockszene folgen. Sieben heimische Bands zeigen, wie vielfältig und lebendig die lokale Musikszene ist. Zu beiden Veranstaltungen haben die Zuschauer freien Eintritt.

2. Haniel Klassik Open Air
hkoa_logo_850Den Auftakt zum Musikwochenende macht am 28. August um 20 Uhr die Klassik. Das 2. Haniel Klassik Open Air eröffnet gleichzeitig die Klassik-Saison mit den neuen Spielzeiten der Deutschen Oper am Rhein und der Duisburger Philharmoniker. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter Leitung von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi und Opern-Kapellmeister Lukas Beikircher. Vom Ensemble der Deutschen Oper am Rhein sind als Solisten Luiza Fatyol (Sopran), Brigitta Kele (Sopran), Maria Popa (Mezzosopran) und Ramona Zaharia (Mezzosopran) sowie Bogdan Baciu (Bariton), Laimonas Pautienius (Bariton), Ovidiu Purcel (Tenor) und Zoran Todorovich (Tenor) zu erleben. Unterstützt werden sie durch den Chor der Deutschen Oper am Rhein und den Kinderchor. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der italienischen und französischen Oper mit Werken von Giuseppe Verdi, Gaetano Donizetti, Georges Bizet und Giacomo Puccini sowie Franz Lehár, Dmitri Schostakowitsch und Igor Strawinsky. Die Moderation übernimmt Götz Alsmann.
Special guest des Abends ist „VCO Rock“ aus der litauischen Hauptstadt Vilnius, seit dreißig Jahren Partnerstadt von Duisburg. Die fünf Musiker spielen Werke von Mozart und Co. in neuem Sound: Klassische Opernarien, die Luiza Fatyol (Sopran) und Laimonas Pautientius (Bariton) in einer „verrockten“ Version zum Besten geben. Der aus Litauen stammende Pautientius, seit 2009/10 Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein, hatte seine Landsleute für diesen Auftritt gewonnen.

Theater Duisburg rockt!

Käpt'n Moby. Foto: Käpt'n Moby.

Käpt’n Moby. Foto: Käpt’n Moby.

Am 29. August geht es ab 13 Uhr in den zweiten Teil des Musikfestivals, der sich als die Alternative aufstellt zur Park-Kult-Tour am Parkhaus Meiderich, die in diesem Jahr ausfällt. Sieben der Bands stammen aus Duisburg: Käpt’n Moby, The Atrium (beide sind auch auf dem Traumzeitfestival zu sehen), Paperstreet Empire, Flash Preuszen und die noch unbenannte Band des ehemaligen „Leo Can Dive“-Schlagzeugers Guido Conrad sowie die Indie Rock Bands Gorilla Taxi und Die Ganz Normalen Bürger.
Hauptact von "Theater Duisburg rockt!": RoxxBusters. Foto: Heiko Kapeller.

Hauptact von „Theater Duisburg rockt!“: RoxxBusters. Foto: Heiko Kapeller.

Hauptband des bis 22 Uhr angelegten Festivalprogramms sind die RoxxBusters mit Rock und Pop der 70-er und 80-er Jahre. Von Pink Floyd bis Supertramp, von Deep Purple bis Queen, aber auch Phil Collins, Michael Jackson, U2, Aerosmith oder AC/DC fehlen nicht im Repertoire. Kopf der Band ist Frank Rohles, der viele Jahre zum festen Ensemble des „We Will Rock You“-Musicals in Köln gehörte, für das er von Queen-Gitarrist Brian May persönlich ausgewählt worden war. Daneben war Rohles viele Jahre Leadgitarrist der besten deutschen Queen-Tribute-Band Queenkings.

hkoa_logo_850Der unbeschränkte Zugang zum König-Heinrich-Platz garantiert freien Eintritt zu beiden Angeboten des von Haniel gesponserten Wochenend-Musikfestes. Rund 6.000 Zuschauer lockte das erste Haniel Klassik Open Air, so dass man bei gutem Wetter in diesem Jahr am Auftaktabend mit ähnlichen Zahlen rechnen muss. Eine beeindruckende Kulisse für einen stimmungsvollen Abend. Auch das „Theater Duisburg rockt!“ dürfte – wenn auch mit einem anderen Publikum – auf einem gut gefüllte Platz gastieren. Lohnen tut sich der Besuch für Musikbegeisterte auf jeden Fall.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Heiko Kapeller (1), Käpt’n Moby (1)
Haniel Klassik Open Air – Logo: Haniel

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Ballett am Rhein: Tanzwerkstatt für 10- bis 14-Jährige in Duisburg-Großenbaum

Tanzend Tanz erkunden: Noch Plätze für Interessierte frei

Tanzend mit Eva Zamazaková (vorne) Tanz erkunden: Noch Plätze für Interessierte frei. Foto: Daniel Senzek.

Tanzend mit Eva Zamazaková (vorne) Tanz erkunden: Noch Plätze für Interessierte frei. Foto: Daniel Senzek.

Am 8. Mai feiert das Ballett am Rhein im Theater Duisburg mit dem neuen Programm b.24 Premiere. Drei Choreographen zeigen darin ihre eigenen Tanzwelten, erzählen Geschichten zu ganz unterschiedlichen Musikstücken. Ein guter Anlass für die Musiktheaterpädagoginnen der Deutschen Oper am Rhein in Kooperation mit dem Kulturrucksack NRW, mit bewegungslustigen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren herauszufinden, wie das eigentlich geht – mit Tanz Geschichten zu erzählen. Für alle, die glauben, fürs Ballett braucht man Strumpfhosen, Spitzenschuhe und klassische Musik, bietet die Tanz- und Theaterwerkstatt „Flashback“ im Spielzentrum Süd in Duisburg-Großenbaum am Freitag, 15. Mai, 15.00-18.00 Uhr und am Samstag, 16. Mai, 14.00-17.00 Uhr die Gelegenheit, selbst aktiv herauszufinden, dass es auch anders geht. Egal ob mit oder ohne Tanzerfahrung lernen die Teilnehmer unter der Anleitung der Tanzpädagogin und Choreographin Eva Zamazalová und der Theaterpädagogin Krysztina Winkel die Musikstile und Tanzsprachen des neuen Ballettprogramms kennen und probieren selber aus, welche unterschiedlichen Tanztechniken es gibt. Am Ende wird eine eigene Choreographie entwickelt. Höhepunkt und großer Abschluss der Werkstatt ist ein gemeinsamer Besuch der Nachmittagsvorstellung von b.24 am Sonntag, 17. Mai, um 15.00 Uhr im Theater Duisburg. Für eine Teilnahmegebühr von 3,50 Euro für Werkstatt- und Vorstellungsbesuch können sich interessierte Kinder und Jugendliche ab sofort unter schule@operamrhein.de oder unter 0211 / 8925-457 anmelden.

Tanzwerkstatt für 10- bis 14-Jährige in Duisburg-Großenbaum mit Eva Zamazaková. Foto: Daniel Senzek.

Tanzwerkstatt für 10- bis 14-Jährige in Duisburg-Großenbaum mit Eva Zamazaková. Foto: Daniel Senzek.

Weitere Informationen, den Flyer mit allen Terminen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es bei Krysztina Winkel, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Junges Publikum, unter schule@operamrhein.de oder telefonisch unter 0211 / 8925-457.

Die Tanz- und Theaterwerkstatt findet statt am Freitag, 15. Mai, 15.00 bis 18.00 Uhr und Samstag, 16. Mai, 14.00 bis 17.00 Uhr im Spielzentrum Süd, Rotdornstraße 1, 47269 Duisburg-Großenbaum.

Der gemeinsame Vorstellungsbesuch des Ballettprogramms b.24 ist am Sonntag, 17. Mai, 15.00 bis 17.15 Uhr im Theater Duisburg.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Daniel Senzek

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Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve

Gute Konjunkturlage, aber Infrastrukturprobleme schaden dem Standort
Von Petra Grünendahl

Infrastrukturprobleme: Marode Brücken im Raum Duisburg. Grafik: Niederrheinische IHK.

Infrastrukturprobleme: Marode Brücken im Raum Duisburg. Grafik: Niederrheinische IHK.

„Auch wenn die wirtschaftliche Lage in der Region im Moment gut bewertet wird, so drücken uns Unternehmer doch Sorgen, was die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes angeht“, erklärte Burkhard Landers, Unternehmer aus Wesel und Präsident der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve. Die A40-Rheinbrücke ist ein Nadelöhr, das bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke die Wirtschaft mindestens zehn Jahre ausbremsen dürfte: „Pro Woche entsteht durch die Sperrung für Lkw pro Fahrtrichtung ein volkswirtschaftlicher Schaden von 3,5 Mio. Euro“, präsentierte Landers das Ergebnis von IHK-Berechnungen. Mehrkosten entstehen durch längere Wege nicht nur für Sprit, sondern auch für Lkw-Maut. Vom Zeitverlust mal ganz zu schweigen. Betroffen ist der Güterverkehr vom Niederrhein, von Holland oder Belgien ins Ruhrgebiet. Bis ein Neubau steht, wird die alte Brücke immer wieder wegen Reparaturarbeiten nur eingeschränkt nutzbar sein – mit entsprechendem Schaden für den Wirtschaftsstandort. Der Neubau müsse ebenso konsequent vorangetrieben werden wie der Erhalt von Infrastruktur, auf die die Region als Logistikstandort angewiesen sein, so Landers.

Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve (v.l.): IHK-Pressesprecher Alfred Kilian, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve (v.l.): IHK-Pressesprecher Alfred Kilian, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

Zusammen mit dem Geschäftsbericht „Profile“ stellte die Niederrheinische IHK zu Duisburg auch ihre Konjunkturumfrage zum Frühsommer 2015 vor. Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger präsentierte die Ergebnisse im Detail. Die Lage gilt als gleichbleibend gut, der Konjunkturklimaindex ist sogar leicht von 110 auf 115 gestiegen: Der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und historisch niedrige Zinsen befeuern Konjunktur und Zukunftserwartungen. Insbesondere Exportaussichten sind aber getrübt von der ungewissen Situation Griechenlands, der Ukrainekrise und den damit verbundenen Sanktionen gegen Russland sowie einem Exporteinbruch in China im ersten Quartal. Angaben von über 300 Unternehmen aller Branchen mit rund 50.000 Beschäftigten waren in die Umfrage-Ergebnisse eingeflossen. Neben der maroden Infrastruktur sind es aber auch die hohen Preise für Industriestrom, der den Betrieben der Region in einem internationalen Wettbewerbsumfeld zu schaffen macht. Der industrielle Energieverbrauch im Niederrheinischen Kammerbezirk beträgt 29 Prozent des Verbrauchs im ganzen Land NRW, was unterstreicht, wie energieintensiv manche der hiesigen Industriezweige sind.

Stahlstandort Duisburg durch Investitionen gestärkt

Autobahnschild als Teil einer Image-Kampagne für die Region. Foto: Petra Grünendahl.

Autobahnschild als Teil einer Image-Kampagne für die Region. Foto: Petra Grünendahl.

„Auch wenn in Europa in der Stahlproduktion Überkapazitäten bestehen, so sind wir doch am Standort Duisburg gut aufgestellt“, bilanzierte Stefan Dietzfelbinger. Alle Stahlproduzenten vor Ort – ThyssenKrupp Steel Europe, HKM und Arcelor Mittal – haben in den letzten Jahren Millionen von Euro in ihre Anlagen und deren Modernisierung investiert und ihre Geschäft für die Zukunft in Position gebracht. Das spreche eine deutliche Sprache gegen die Aufgabe des Standortes, so Dietzfelbinger. Als Stahlstandort hat Duisburg mit seinen hochmodernen Anlagen auf jeden Fall gute Karten.

Initiative „Heimat Shoppen“ – Innenstädte stärken

Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve (v.l.): IHK-Pressesprecher Alfred Kilian, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve (v.l.): IHK-Pressesprecher Alfred Kilian, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

„Wer attraktive Innenstädte haben will, muss dort den Handel und die Gastronomie stärken“, begründete Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger die Initiative der Niederrheinischen IHK, Werbegemeinschaften und Händlerorganisationen in den Innenstädten des Einzugsgebiets mit einer Werbeplattform zu unterstützen. Zwei Aktionstage sind vorgesehen, am 11. und 12. September, an denen Händler gezielt bei ihren Kunden für den Standort werben sollen. „Wir bieten nur die Plattform, jetzt müssen die Händler und Werbegemeinschaften aktiv werden“, erklärte Michael Rüscher, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Handel, Dienstleistungen, Mittelstand, Außenwirtschaft. Die Innenstädte gefährden nicht nur der Online-Handel, sondern auch Ansiedlungen von Shopping-Centern an der Peripherie, Möbelhäuser mit großen „innenstadtrelevanten“ Randsortimenten sowie geplante Factory Outlet Center (FOC), die alle Kaufkraft aus den bestehenden Zentren abziehen. Das erschwert Neuansiedlungen und die Beseitigung von Leerständen. Gerade gewachsene Innenstädte gelte es zu erhalten und zu stärken, so Dietzfelbinger. Die beiden Aktionstage unter der Dachmarke „Heimat shoppen“ können aber nur ein Anfang sein, den der Handel vor Ort dann kontinuierlich mit eigenen Aktionen mit Leben füllen muss.

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Infografik: Niederrheinische IHK

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Deutsche Oper am Rhein: Neuproduktion von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ in Duisburg und Düsseldorf

Der neue Ring am Rhein kommt in den Spielzeiten 2016/17 bis 2018/19

Generalintendant Prof. Christoph Meyer und Generalmusikdirektor Axel Kober haben den mehrfach preisgekrönten Regisseur Dietrich W. Hilsdorf für die Neuinszenierung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ an der Deutsche Oper am Rhein gewonnen. Als erste Premiere kommt am 23. Juni 2017 „Das Rheingold“ auf die Bühne. „Die Walküre“ folgt am 28. Januar 2018, „Siegfried“ am 7. April 2018, bevor die „Götterdämmerung“ am 27. Oktober 2018 den vierteiligen Opernzyklus zum Abschluss bringt.

Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan)  Foto: Hans Jörg Michel

Aus der Kurt-Horres-Inszenierung des „Rings“ lief „Die Walküre“ bis in die letzte Spielzeit: Linda Watson (Brünnhilde), Almas Svilpa (Wotan)
Foto: Hans Jörg Michel

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Axel Kober, für den das Werk Richard Wagners einen Schwerpunkt seiner Arbeit darstellt, und der als bedeutender Wagner-Dirigent seit 2013 regel­mäßiger Gast bei den Bayreuther Festspielen ist. Die hochkarätigen Solisten gehören größtenteils zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein: Simon Neal (Wotan/Wanderer), Ks. Linda Watson (Brünnhilde), Corby Welch (Siegmund), Elisabet Strid (Sieglinde), Michael Weinius (Siegfried), Norbert Ernst (Loge), Renée Morloc (Fricka), Susan Maclean (Erda), Ks. Hans-Peter König (Hagen), Thorsten Grümbel (Fasolt), Sami Luttinen (Fafner), Dmitri Vargin (Gunther), Sylvia Hamvasi (Gutrune), Katarzyna Kuncio (Waltraute) sind neben weiteren erfahrenen Wagner-Interpreten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein auf der Bühne zu erleben.

Der seit über dreißig Jahren in Schauspiel und Oper außerordentlich erfolgreiche Regisseur Dietrich W. Hilsdorf widmet sich erstmals in seiner Karriere dem kompletten „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Die produktive Zusammenarbeit der Deutschen Oper am Rhein mit Dietrich W. Hilsdorf und seinen künstlerischen Partnern Dieter Richter (Bühne) und Renate Schmitzer (Kostüme) manifestierte sich zu Beginn dieser Spielzeit in einer gefeierten Inszenierung von Richard Strauss‘ Oper „Ariadne auf Naxos“.

Elisabet Strid (Sieglinde), Michael Weinius (Siegmund) Foto: Matthias Jung

Aus der Kurt-Horres-Inszenierung des “Rings” lief “Die Walküre” bis in die letzte Spielzeit: Elisabet Strid (Sieglinde), Michael Weinius (Siegmund)
Foto: Matthias Jung

Mit dem neuen „Ring am Rhein“ bringt die Deutsche Oper am Rhein zum vierten Mal in ihrer sechzigjährigen Geschichte Richard Wagners Opernzyklus die Bühne. Den Anfang machte die Inszenierung von Kurt Erhardt Ende der 50er Jahre unter musikalischer Leitung von Fritz Zaun. Ab 1966/67 folgte die zweite Produktion in der Regie von Georg Reinhardt unter Leitung von Generalmusikdirektor Günther Wich. Der dritte „Ring“ von Kurt Horres entstand ab 1989/90 unter der musikalischen Leitung des erst kürzlich verstorbenen Dirigenten Hans Wallat und gehörte über zwanzig Jahre lang zum Kern des Opernrepertoires.

Generalintendant Prof. Christoph Meyer: „Das Ring-Projekt ist eine enorm spannende künstlerische Herausforderung, und Axel Kober und ich freuen uns gemeinsam mit Dietrich W. Hilsdorf und dem Ensemble ganz außerordentlich darauf.“

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Fotos: Hans Jörg Michel, Matthias Jung

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Ballett am Rhein: Drei Top-Choreographen zeigen Uraufführungen im neuen Ballettprogramm b.24

Für das Ballettprogramm b.24, das am Freitag, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg Premiere feiert, konnte Martin Schläpfer drei bedeutende Choreographen aus der zeitgenössischen Tanzszene gewinnen. Young Soon Hue, Marco Goecke und Amanda Miller lassen mit dem Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg komplett unterschiedliche Tanzwelten auf der Bühne lebendig werden. Den musikalischen Part übernehmen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Wen-Pin Chien. Einen Vorgeschmack auf b.24 bietet die Ballettwerkstatt am Dienstag, 5. Mai, um 18.00 Uhr im Theater Duisburg bei freiem Eintritt. Nach einem Podiumsgespräch, zu dem sich Young Soon Hue, Amanda Miller und Marco Goecke angekündigt haben, besteht die Gelegenheit, die Tänzer bei einer Bühnenorchesterprobe von “Illusion“ zu erleben.

Foto: Gert Weigelt.

Foto: Gert Weigelt.

In Martin Schläpfers neuem Ballettprogramm b.24, das ausschließlich im Theater Duisburg zu erleben ist, reihen sich choreographische Superlative der aktuellen Tanzszene aneinander. Die ehemalige Tänzerin und seit 2001 international erfolgreiche Choreographin Young Soon Hue eröffnet den Abend mit der Uraufführung „Illusion“. Zu Musik des jüngst mit dem kanadischen Glenn Gould-Preis ausgezeichneten Minimal-Art Komponisten Philip Glass schuf Hue ein Kaleidoskop aus Bildern zwischen Traum und Wirklichkeit. Ihr Stück kreist um die Gedanken der Rückschau auf das eigene Leben, befasst sich mit Reflexionen und Tagträumereien darüber, was geschehen wäre, wenn der eingeschlagene Weg ein anderer gewesen wäre.

Mit Marco Goecke ist es Martin Schläpfer gelungen, einen der derzeit gefragtesten Choreographen für eine neue Kreation zu gewinnen. „Lonesome George“ nennt er seine Uraufführung auf die Kammersinfonie op. 110a von Schostakowitsch nach jener 2012 auf den Galapagos verstorbenen Riesenschildkröte. Goecke selbst bemerkte dazu: „Lange hatte man gedacht dass George der letzte seiner Art gewesen sei, aber es gibt doch noch zumindest verwandte Exemplare. Die Geschichte könnte als Allegorie meiner Choreographie gelesen werden: Auch in ihr scheinen die Tänzer manchmal allein zu sein, aber eigentlich sind sie es nicht. Es gibt noch Hoffnung.“

Den Schlussteil des Programms gestaltet Amanda Miller, die bereits in der Spielzeit 2012/13 mit ihrer Uraufführung „Crop“ ein Stück für das Ballett am Rhein schuf. Die Amerikanerin tanzte viele Jahre bei William Forsythe in Frankfurt und gründete schließlich mit Pretty Ugly ihre eigene Company. Für ihre Uraufführung „Voices Borrowed“ ließ sie sich von einer Bearbeitung inspirieren, die Schönberg im amerikanischen Exil von Händels Concerto grosso op. 6 Nr. 7 anfertigte: „Schönberg ist mit der Musik von Händel umgegangen, wie ich mit meinem klassischen Tanzstil umgehe. Wie er sich Händels ‚Stimme ausleiht‘, entleihe ich mir auch aus dem klassischen Ballett Elemente, baue auf sie auf und verändere sie, damit etwas Neues entsteht“.

Vorstellungen im Theater Duisburg:
Fr 08.05. 19.30 Uhr | Mi 13.05. 19.30 Uhr | So 17.05. 15.00 Uhr | Sa 23.05. 19.30 Uhr | Fr 29.05. 19.30 Uhr | Fr 19.06. 19.30 Uhr | Fr 26.06. 19.30 Uhr

Die Ballettwerkstatt am Dienstag, 5. Mai, um 18.00 Uhr, im Theater Duisburg gibt mit Probenausschnitten aus „Illusion“ Einblicke in das neue Ballettprogramm. Als Gesprächspartner der Dramaturgin Anne do Paço haben sich Young Soon Hue, Amanda Miller und Marco Goecke angekündigt. Der Eintritt ist frei.

Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf, unter Tel. 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211, sowie über www.ballettamrhein.de.

– Presseinfo der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Gert Weigelt

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Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ruft auf: Demokratisch, bunt, gewaltfrei

Aufruf zu den 1. Mai-Kundgebungen in Duisburg

Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ruft die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf, sich an den zahlreichen 1. Mai-Kundgebungen zu beteiligen

aufruf-1-mai-2015Auch in diesem Jahr soll der Maifeiertag die herausragende Bedeutung für das demokratische und tolerante Miteinander unserer Gesellschaft unterstreichen. Der DGB wird diesen Tag traditionell mit seinem Demonstrationszug einläuten, welcher um 11:00 Uhr auf dem Hamborner Amtsgerichtsvorplatz beginnt und in die Großkundgebung im Landschaftspark mündet. In diesem Jahr steht der 1. Mai unter einem besonderen Stern, da sich der Tag der Arbeit zum 125. Mal jährt.
Leider halten es wieder einige Störenfriede aus dem rechten Spektrum für nötig, ausgerechnet den Maifeiertag mit ihrem neofaschistischen und fremdenfeindlichen Gedankengut für sich zu beanspruchen. Hintergrund: Am 01. Mai 1933 deklarierte die damalige NS-Regierung den einstigen Feiertag der Arbeiterbewegung zum Feiertag der nationalen Arbeit, um am Folgetag bundesweit die Gewerkschaftshäuser gewaltsam in Beschlag zu nehmen.
Wie auch im Vorjahr, wird es vermutlich auch diesmal einen Aufmarsch von Neonazis in der Duisburger Innenstadt geben. Gerade an diesem Tag müssen Wir als Duisburgerinnen und Duisburger demokratisch, bunt, gewaltfrei, aber auch mit aller Entschlossenheit zeigen, dass Wir keine Anti-Demokraten in unserer Stadt dulden!
Daher rufen wir als Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage alle demokratischen Duisburgerinnen und Duisburger dazu auf, sich den verschiedenen gewaltfreien Gegenkundgebungen des 1.Maifeiertags anzuschließen, um ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen. Der 1. Mai ist und bleibt der Tag der Arbeiterbewegung!

– Pressemeldung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage –

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Deutsche Oper am Rhein: Oleg Bryjak posthum zum Ehrenmitglied ernannt

Oleg Bryjak. Foto: Hans Jörg Michel.

Oleg Bryjak. Foto: Hans Jörg Michel.

Der bei dem tragischen Absturz des Germanwings Airbus’ ums Leben gekommene Bassbariton Oleg Bryjak wurde von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg mit Zustimmung der Oberbürgermeister beider Städte posthum zum Ehrenmitglied ernannt. Sie würdigt damit sein bedeutungsvolles Wirken an der Deutschen Oper am Rhein, in deren Ensemble er seit der Spielzeit 1996/97 Mitglied war. Außerdem trug Bryjak durch seine zahlreichen Erfolge in der internationalen Opernwelt zum Renommee seines Stammhauses bei. Nach Gastauftritten u.a. in Leipzig, Dresden, Zürich, Madrid, Tokio, Los Angeles, Straßburg sowie an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin, der Lyric Opera of Chicago, der Opéra National de Paris und des Royal Opera House Covent Garden London debütierte Bryjak im vergangenen Jahr erfolgreich in Bayreuth als Alberich in Richard Wagners „Siegfried“ und erhielt dort Folgeengagements für weitere Jahre. Als Alberich hatte Oleg Bryjak auch im Gran Teatre del Liceu in Barcelona gastiert, bevor er am 24. März den schicksalhaften Rückflug nach Düsseldorf antrat.

Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied bleibe Bryjaks Name besonders mit der Deutschen Oper am Rhein verbunden, die mit ihm einen großartigen Sänger und hoch geschätzten Kollegen verloren habe, so Generalintendant Prof. Christoph Meyer. Der Titel drücke zudem die große Wertschätzung aus, die Oleg Bryjak gebühre und den Dank für fast zwei Jahrzehnte großer Verbundenheit.

– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein –
Foto: Hans Jörg Michel

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Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“: Berliner Demonstration trägt erste Früchte

Kämmerer Bonan und Slawig vertraten das Aktionsbündnis im Bundestag

Die Forderungen des parteiübergreifenden Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ mit inzwischen 60 Städten und Kreisen nach mehr Bundeshilfe finden in der Hauptstadt zunehmend Gehör. Nachdem Oberbürgermeister, Landräte und Finanzdezernenten am 24. Februar in Berlin vor dem Reichstag mit ihren Ortsschildern demonstrierten und mit allen Fraktionen Gespräche führten, beobachteten die Kämmerer-Sprecher Uwe Bonan (Mülheim an der Ruhr) und Johannes Slawig (Wuppertal) auf Einladung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann am Donnerstag (23. April) im Bundestag die von den Koalitionsfraktionen CDU und SPD aufgerufene Diskussion über den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen und zur Entlastung von Ländern und Kommunen bei der Unterbringung von Asylbewerbern. Dabei zollten Finanzminister Wolfgang Schäuble und mehrere Abgeordnete dem Aktionsbündnis großen Respekt, weil ihr Auftritt vom Februar der eigentliche Antrieb für mehr Kommunalhilfen durch den Bund im zu beratenden Nachtragshaushalt sei.

Die beiden Kämmerer waren sich in der Beurteilung einig: „Wir sind beeindruckt, dass sich die Bundespolitik wirklich bewegt und Abschied nimmt von einer Politik, bei der Geld mit der Gießkanne verteilt wird – also sowohl auf reiche als auch auf arme Kommunen. Deshalb haben wir uns über die beabsichtigten Investitionshilfen speziell für finanzschwache Kommunen gefreut. Wir sind davon überzeugt, dass die Mittel schnell, unkompliziert und vollständig an diese Kommunen weitergeleitet werden. Das schafft vor Ort neue Handlungsspielräume für dringend notwendige Infrastrukturinvestitionen. Für die Weiterleitung müssen auf jeden Fall die Bundeskriterien „Arbeitslosenquote“ und „Kassenkreditbestand“ herangezogen werden, denn es kann nicht sein, dass plötzlich alle Kommunen als finanzschwach angesehen werden.“

Beide Finanzchefs machen deutlich, dass die anstehenden Investitionshilfe keine abschließende Lösung für die grundlegenden finanziellen Probleme in vielen Städten ist: „Daher erwarten wir zeitnah im Bundestag die unserem Bündnis von allen Fraktionen versprochene sehr grundsätzliche Plenardebatte über die nicht mehr vorhandene Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Städten mit meist unverschuldeter finanzieller Notlage und anderen, die keine Finanzprobleme haben.“

Dem parteiübergreifenden Aktionsbündnis hatten alle Bundestagsfraktionen im Februar diese Plenardebatte versprochen. Dass es bereits zu dieser ersten Teildiskussion gekommen ist, freut das Bündnis zwar, doch es pocht ausdrücklich darauf, dass sie die Zusage nach der größeren Plenardebatte ohne Wenn und Aber bald erfüllt wird. Die Zeichen dafür stehen gut. So hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann noch vor wenigen Tagen an die politischen Sprecher des Bündnisses, Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD) und Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) geschrieben: „Ihr unermüdlicher Einsatz für die Belange finanzschwacher Kommunen trägt erste Früchte“. Als wertschätzende Geste für die das Aktionsbündnis empfanden die Kämmerer Bonan und Slawig, dass Bundestagsvizepräsident Peter Hintze zu ihnen auf die Gästetribüne kam und sie nach Ende der Debatte zu einem persönlichen Gespräch einlud.

OB Sören Link, Stadtkämmerer Dr. Peter Langner und den beiden Duisburger Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir. Foto: Stadt Duisburg.

OB Sören Link, Stadtkämmerer Dr. Peter Langner und den beiden Duisburger Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir. Foto: Stadt Duisburg.

Auch bei der Terminierung der eingeforderten Gesamtdebatte hofft das Bündnis auf die Unterstützung des Bundestagsvizepräsidenten. Dann wollen die Stadtspitzen und Finanzdezernenten des inzwischen in sieben Bundesländern aktiven Aktionsbündnisses in großer Zahl und gemeinsam mit Vertretern der einzelnen Stadtgesellschaften ein weiteres Mal zum Deutschen Bundestag reisen.

Dazu Oberbürgermeister Sören Link und Stadtkämmerer Dr. Peter Langner:
„Duisburg ist eine der Gründerstädte des Aktionsbündnisses. Die Teilnahme war gut investierte Zeit. Selbst in Berlin werden wir zwischenzeitlich als Institution wahrgenommen! Das macht Hoffnung für die nahe Zukunft, auch in Duisburg.“

– Pressemeldung der Stadt Duisburg –

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Bilanzpressekonferenz der Duisburger Hafen AG: Auch 2014 zu neuen Rekordergebnissen

Integriertes Dienstleistungsportfolio bleibt Garant für den Erfolg
Von Petra Grünendahl

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG (v.l.): Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Rolf Köppen / duisport.

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG (v.l.): Markus Bangen, Erich Staake (Vorsitzender) und Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Rolf Köppen / duisport.

„Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind der Garant für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Wir sind daher zuversichtlich, auch in 2015 an das hervorragende Ergebnis des abgelaufenen Jahres anknüpfen zu können“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, bei der Bilanzpressekonferenz in Ruhrort. Erstmals habe die duisport-Gruppe im Laufe des Jahres 2014 die Marke von 1.000 Mitarbeitern überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr (920 Mitarbeiter) habe sich das Beschäftigungsniveau um rund 9 Prozent erhöht, zeigte sich Staake erfreut über die Mitarbeiterentwicklung.

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einer wirtschaftlichen Gesamtleitung von 198 Mio. Euro (plus 13 Prozent gegenüber 175 Mio. Euro 2013) hat die duisport-Gruppe inklusive der Umsätze aus strategischen Beteiligungen 2014 einen neuen Höchstwert erzielt. Das Ergebnis vor Ertragssteuern erreichte mit 14 Mio. Euro (nach 12 Mio. Euro 2013) ebenfalls einen Rekordwert. „Zur sehr guten Gesamtleistung der duisport-Gruppe haben alle drei Geschäftsbereiche beigetragen. Trotz eines preislich schwierigen Marktumfeldes im Logistik- und Verpackungsbereich, ist es gelungen, mit vielen Prozessverbesserungen die Gesamtrendite der Unternehmensgruppe zu steigern. Unser integriertes Dienstleistungsportfolio stellt somit weiterhin die Basis für eine stabile Ergebnisentwicklung“, betonte Hafenchef Staake. Im Geschäftsjahr 2014 hat die duisport-Gruppe Investitionen in Höhe von rund 17 Mio. Euro getätigt (nach 50 Mio. Euro 2013). Der Schwerpunkt lag dabei auf den Erweiterungen der Umschlag- und Terminalkapazitäten.

Weitere Steigerung der Transportleistungen
nach Erweiterung der Umschlagskapazitäten

Duisburger Hafen (Luftbild). Foto: Hans Blossey.

Duisburger Hafen (Luftbild). Foto: Hans Blossey.

Die Zeichen stehen auf Wachstum im Duisburger Hafen. Der Gesamtumschlag aller Häfen (inklusive Werkshäfen) stieg 2014 auf 131 Mio. Tonnen (vorläufige Zahlen; 2013: 123 Mio. Tonnen). Die Häfen der duisport-Gruppe hatten daran einen Anteil von 65 Mio. Tonnen (2013: 62 Mio. Tonnen). Gesteigert hat sich der Umschlag sowohl auf der Schiene (17 Mio. Tonnen) als auch auf dem Wasser (16 Mio. Tonnen). „Im Containerbereich verzeichnen wir ein zweistelliges Wachstum bei allen Verkehrsträgern. Auch in 2015 wollen wir unseren Marktanteil wie in den letzten Jahren weiter ausbauen“, so Staake. Der Containerumschlag wuchs 2014 um 13 Prozent auf 3,4 Mio. TEU (Containereinheiten). Die positive Entwicklung in 2014 beruhe maßgeblich auf den erfolgreichen Investitionen der letzten Jahre, den damit verbundenen Ansiedlungen internationaler Kunden sowie auf dem nachfragebasierten Ausbau der Terminal- und Umschlagkapazitäten im Duisburger Hafen, erklärte der Hafenchef.

Bahnkran im Containerterminal (Containerbrücke). foto: duisport.

Bahnkran im Containerterminal (Containerbrücke). foto: duisport.

Der Duisburger Hafen hat seine Terminal- und Umschlagkapazitäten in den linksrheinischen Logistikzentren logport I und logport III weiter ausgebaut, ebenso die Bahninfrastruktur und die Umschlag- und Depotflächen. Ende Juni dieses Jahres wird der letzte Bahnkran der vier neu in Auftrag gegebenen Containterbrücken seinen Betrieb im logport III aufnehmen. Damit verfügen dann 21 Containerbrücken über Umschlagkapazitäten von insgesamt 5 Mio. TEU. „Der Kombinierte Verkehr (Drehscheibe von Binnenschiff, Bahn und Lkw) wird auch in Zukunft der wesentliche Wachstumstreiber im Duisburger Hafen sein. Durch den nachfrageorientierten Aus- und Neubau der Terminalkapazitäten schaffen wir die Bedingungen für weiteres Wachstum. Damit können wir unsere Position als größter Containerumschlagplatz in Zentraleuropa weiter ausbauen“, so Staake.

Lokale Vermarktung und
Ausbau des internationalen Engagements

Der neueste Lagerhallenkomplex von Yusen Logistics. Foto: Rolf Köppen/duisport.

Der neueste Lagerhallenkomplex von Yusen Logistics.
Foto: Rolf Köppen/duisport.

Nach 265.000 Quadratmetern 2013 konnte im vergangenen Jahr mit 232.000 Quadratmetern eine ähnliche Vermarktungsleistung für Neuansiedlungen erzielt werden. Dazu zählen unter anderen die Reaktivierung der Kohleinsel, aber auch Erweiterungsbauten für NYK / Yusen Logistics auf logport I (Einweihung März 2014). Benteler Distribution baut in Kaßlerfeld ein neues Hochregallager (Grundsteinlegung April 2014), das in der zweiten Jahreshälfte seinen Betrieb aufnehmen und das alte Lager in Ratingen ersetzen soll.
Die Ruhr-Mündung in den Rhein. Foto: Hans Blossey / duisport.

Die Ruhr-Mündung in den Rhein. Foto: Hans Blossey / duisport.

Den Bereich Verpackungslogistik forciert duisport auch deutschlandweit und international zur Erschließung neuer Märkte. Neben Süddeutschland und Rotterdam wurden Aktivitäten in China und Indien weiterentwickelt. Damit ist duisport packaging logistics (dpl) an 20 Standorten in sechs Ländern vertreten, um Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau bei der logistischen Optimierung ihrer Warenströme zu unterstützen. Weiter ausgebaut hat duisport zusammen mit verschiedenen Bahnoperateuren die transkontinentalen Zugverbindungen nach China, die vor allem die deutsche Automobilindustrie für den Transport in ihre dortigen Produktionsstätten nutzt. „Die Wachstumsmärkte in Asien sowie in unserer europäischen Nachbarschaft sind für uns sehr interessant. Auch in Südosteuropa sind Engagements vorstellbar“, so Staake abschließend.

Duisburger Hafen AG
duisport_logoDie Duisburger Hafen AG ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Ruhrort ist unter dem Markennamen duisport nicht nur am Hafen- und Logistikstandort Duisburg, sondern weltweit zum Teil in Joint Ventures, aber auch Tochtergesellschaften tätig. Am Unternehmensstandort bietet duisport Full-Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inklusive Ansiedlungsmanagment. Tochtergesellschaften erbringen logistische Dienstleistungen wie zum Beispiel den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik. Seit 1997 ist Erich Staake Hafenchef am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr – und seit fast ebenso vielen Jahren schon erzielt der Hafen jährlich neue Rekordergebnisse. Zu einem Drittel gehört Hafengesellschaft der Stadt Duisburg, zu zwei Dritteln dem Land NRW.

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Hans Blossey (2), Rolf Köppen / duisport (2), duisport (1)

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