Deutsches Asylrecht geht von der
Schutzbedürftigkeit der Opfer aus Von Petra Grünendahl
Dr. h. c. Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.
„Unser Asylrecht basiert auf den Erfahrungen des Dritten Reiches“, erklärte Nikolaus Schneider, aus Duisburg stammender ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Wie viele Juden hätte gerettet werden können, wenn andere Länder die Verfolgten aufgenommen, ihnen Asyl gewährt hätten. Unser Asylrecht geht von den Opfern aus, der Schutzbedürftigkeit derer, die flüchten müssen.“ Damals hat die Welt versagt, heute stehe Europa davor, gleiches zu tun und sehenden Auges eine humanitäre Katastrophe zuzulassen: „Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, das Flüchtlinge aufnimmt und mit so vielen Ehrenamtlichen hilft!“
Pressegespräch vor der Preisverleihung des Bundnisses für Toleranz und Zivilcourage (v. l.): Angelika Wagner, Superintendent Armin Schneider und Laudator Nikolaus Schneider. Foto: Petra Grünendahl.
Vor der Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage hatten Geschäftsführerin Angelika Wagner (Vorsitzende des DGB Duisburg) und Bündnis-Sprecher Armin Schneider (Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg) zum Pressegespräch mit Dr. h. c. Nikolaus Schneider, den man als Laudator hatte gewinnen können, eingeladen. Der Jahrestag der Auschwitz-Befreiung, traditionell auch der Tag der Preisverleihung, so Nikolaus Schneider, sei ein guter Tag, sich zu diesem Thema zu äußern: „Auch die Mitläufer der rechten Ideologie tragen Verantwortung für ihr Tun.“ Keinerlei Verständnis hat Schneider für Politiker, die Verständnis für „besorgte Bürger“ hätten. Politiker-Vorschläge zu Änderungen im Asylrecht zielten vor allem auf eins, so Schneider: Wählerstimmen. „Der Untergang des Nationalsozialismus und des Dritten Reichs bedeutete den Zusammenbruch der Gesellschaft. Unser Grundgesetz mit seinem Recht auf Asyl ist die Konsequenz daraus – und das ist gut so!“
„Besorgte Bürger“ auf der Suche nach einfachen Lösungen
Oberbürgermeister Sören Link bei der Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und anderen Städten haben verändert, wie Flüchtlinge wahrgenommen werden. „Die Ereignisse von Köln sind geeignet, extremen Gruppierungen Menschen in die Hände zu treiben, die einfache Lösungen suchen“, sagte Oberbürgermeister Sören Link in seinem Grußwort bei der Preisverleihung. Die Hetze Rechter sei unerträglich für jeden Demokraten, so Link. Er machte aber bezüglich der Asylbewerber auch klar: „Wer deutsches Recht nicht akzeptieren will, hat hier kein Bleiberecht!“ Denselben klaren Standpunkt vertritt auch Nikolaus Schneider: „Wir brauchen im Umgang mit Flüchtlingen eine klare Ansage: Unser Recht gilt! Es gibt keine Sonderräume für anderes Recht. Unsere staatliche Ordnung muss hier gelten – ohne wenn und aber!“
„Wir müssen schneller wissen, wer bleiben kann und wer nicht, um dann Maßnahmen zur Integration, zum Spracherwerb und zur Kulturvermittlung vorantreiben.“ Das müssten diejenigen respektieren, die bleiben wollen! Und: „Wir brauchen Menschen, die bereit sind, das zu vermitteln.“ – „Integration heißt, unsere Werte vertreten, die nicht verhandelbar sind“, stellte Armin Schneider klar. Und: “Das gilt für Menschenwürde und Gleichberechtigung ebenso wie für die Ablehnung von Antisemitismus, der in den Herkunftsländern vieler Flüchtlinge normal ist.“
Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg und Sprecher des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
Auch Europa ist gefordert
„Wir müssen Menschen in Not Schutz und Zuflucht gewähren: Europa kann jetzt zeigen, dass es mehr kann als marode Banken retten und Subventionen verteilen“, stellte Armin Schneider klar. Nikolaus Schneider mahnte, dass man nicht der Eindruck entstehen dürfe, dass Flüchtlinge bevorzugt würden: Die Sorge von „Menschen auf der Kippe“ – wirtschaftlich Schwachen, Menschen am Existenzminimum – treibe diese sonst in die Hände der Rechtspopulisten und der rechten Hetzer. Das Problem hier ist allerdings, dass Rechte speziell die sozialen Netzwerke für ihre Propaganda nutzen, eine angebliche Bevorzugung von Flüchtlingen und Asylbewerbern mit immer neuen „Nachrichten“ zu streuen, denen schlichte Menschen allzu schnell auf den Leim gehen und für bare Münze nehmen – und sich von keinen noch so plausiblen Argumenten davon abbringen lassen.
Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Niederrhein und Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
„Es war eine wichtige humanitäre Geste der Kanzlerin, Flüchtlinge unbegrenzt aufzunehmen“, so Nikolaus Schneider. „Jetzt muss sich aber auch Europa darum kümmern. Wer Europa abschotten will, rennt sehendes Auges in eine humanitäre Katastrophe.“ Der Kirchenmann stellte die Chance heraus, die sich für Deutschland bietet – und beschränkte dies nicht auf den demographischen Wandel: „Wer seine Identität hat, kann mit anderen Kulturen besser, souveräner umgehen. Dies ist eine Chance für unser Land, uns zu erneuern und stärker zu werden.“ Dabei darf man nicht vergessen: „Wir in Deutschland profitieren von offenen Grenzen“, stellte Angelika Wagner klar. Dafür braucht es die Stärke von Menschen, sich zu positionieren und aufzuklären. Hier hob Laudator Schneider die Preisträger des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage, den Initiativkreis „Neumühler Erklärung“ hervor, der „seinen Protest gegen Rechts mit einem gut begründeten Bekenntnis und klar durchdachen Positionen formuliert hatte.“ Jeder Einzelne ist gefordert, seinen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben ohne Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu leisten!
In der Titelpartie gastiert Gerd Grochowski
erstmals an der Deutschen Oper am Rhein
Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
In hervorragender Sängerbesetzung stehen ab Donnerstag, 28. Februar, im Theater Duisburg drei Vorstellungen von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ auf dem Programm. In den ersten beiden Aufführungen am 28. Januar und 5. Februar ist Gert Grochowski als Holländer und damit zum ersten Mal an der Deutschen Oper am Rhein zu erleben. Mit den großen Wagner-Partien seines Fachs gastiert der Bariton an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt, etwa als Gunther („Götterdämmerung“) an der Mailänder Scala, als Telramund („Lohengrin“) an der San Francisco Opera und als Klingsor („Parsifal“) an der Bayerischen Staatsoper. In dieser Partie gibt er im Sommer 2016 sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen. Mit ihm alterniert Egils Silins, der schon in der vergangenen Spielzeit als Holländer zu hören war und die Titelpartie jetzt in der dritten Vorstellung am 18. März übernimmt. Ebenso prominent ist die Senta mit Elisabet Strid und Josefine Weber besetzt, ihr Vater Daland mit Thorsten Grümbel und Hans-Peter König. Corby Welch ist als Erik zu hören. Als Steuermann treten Cornel Frey und Johannes Preißinger gemeinsam mit Rena Kleifeld als Mary, dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern unter Leitung von Lukas Beikircher auf.
Herzstück von Wagners romantischer Oper „Der fliegende Holländer“ ist die Ballade der Senta. Darin erzählt die junge Kapitänstochter ihren Spinnstubengefährtinnen von dem bleichen Mann, der verflucht ist ewig auf den Weltmeeren umher zu segeln, bis er ein Weib fände, das ihn durch ihre Treue erlöst. Senta glaubt an die Vorsehung, diese Erlöserin zu sein. Wie ein Bild aus längst vergangener Zeit taucht der Holländer plötzlich in ihrem Leben auf. Sie gelobt ihm Treue bis in den Tod und hält ihr Versprechen, um ihre Sendung zu erfüllen.
Die Deutschen Oper am Rhein präsentiert die szenische Ballade vom fliegenden Holländer mit großen Emotionen und Schauereffekten in der bildmächtigen Inszenierung von Adolf Dresen.
„Der fliegende Holländer“ im Theater Duisburg:
Fr 05.02. – 19.30 Uhr
Fr 18.03. – 19.30 Uhr
Dauer ca. 2 ¼ Stunden, keine Pause
Karten und weitere Informationen gibt es an der
Theaterkasse Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, im
Opernshop Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211,
und über www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Matthias Jung
Gelebtes Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Von Petra Grünendahl
Laudator Nikolaus Schneider bei der Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
“’Da kann man nichts machen’ ist ein gottloser Satz”, erklärte Laudator Dr. h. c. Nikolaus Schneider, ehem. Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und weiter: „Es reicht nicht, einfach ‚dagegen’ zu sein.“ Als rechte Kräfte von außerhalb im Herbst 2013 in Neumühl versuchten, „besorgte Bürger“ auf ihre Seite zu ziehen und mit „Kein Asyl in Neumühl“ Stimmung gegen Schutz suchende Menschen machten, schloss sich eine Gruppe Neumühler Bürger, Organisationen und Institutionen zusammen, um dem etwas entgegen zu setzen. Mit der „Neumühler Erklärung“ (Infos zur Entstehung der Erklärung) verfassten sie eine – so Schneider – „gut begründete Basis für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für Willkommenskultur und Integrationshilfe“ und bezogen nachdrücklich Stellung gegen Rechts. Das Landesasyl im ehemaligen St. Barbara Hospital wurde Ende 2014 eröffnet und ist mittlerweile im Stadtteil angekommen.
Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage (v.l.): Laudator Nikolaus Schneider, Dmitrij Yegudin (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde), Michale Hüter (Initiativkreis Neumühler Erklärung), Oberbürgermeister Sören Link, Reiner Terhorst (Initiativkreis Neumühler Erklärung), Superintendent Armin Schneider und Angelika Wagner. Foto: Petra Grünendahl.
Alljährlich am Auschwitz-Gedenktag ehrt das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage Menschen, Gruppen oder Initiativen, die sich für das Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt besonders einsetzen. Ein Fokus hatte bei der diesjährigen Preis-Ausschreibung darauf gelegen, jemanden zu würdigen, der „sich im alltäglichen Bereich besonders gegen rechte Tendenzen in unserer Stadt einsetzt“. Der Initiativkreis hat nicht nur mit der „Neumühler Erklärung“ ein ausdruckstarkes Zeichen gegen Rechts gesetzt, sondern engagiert sich mit vielen ehrenamtlichen Helfern im Sinne dieser Erklärung für Menschenwürde und Integration in ihrem Stadtteil. Rechten Kräften entzog man damit den Boden für ihre menschenverachtende Hetze. Ein gelungenes Beispiel, fand Ärmin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg und Sprecher des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage [mit dem Laudator nicht verwandt und nicht verschwägert], für die Idee „Wir sind Duisburg. 365 Tage im Jahr“.
Auch Mitläufer tragen Verantwortung
Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage: Michael Hüter, Reiner Terhorst, Nikolaus Schneider und Armin Schneider (vorne von links), während sich im Hintergrund eine Auswahl der vielen ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer aufreiht. Foto: Petra Grünendahl.
Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage: Michael Hüter und Reiner Terhorst mit der „Duisburger Hand“, im Hintergrund eine Auswahl der vielen ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer. Foto: Petra Grünendahl.
Die Feierstunde fand traditionell bei der Jüdischen Gemeinde im Innenhafen statt. Im vollbesetzten Gemeindesaal hatten sich geladene Gäste aus Verwaltung, Organisationen, Religionsgemeinschaften und engagierte Bürger unserer Stadt versammelt. Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist auch immer eine Aufforderung zum Handeln: So etwas darf nie wieder geschehen! Wehret den Anfängen! Ein „Verständnis“ für „besorgte Bürger“ deklarierte Laudator Nikolaus Schneider unangebracht: „Auch Mitläufer tragen die Verantwortung dafür, was geschieht.“ Der aus Duisburg stammende Kirchenmann forderte vielmehr die Zivilgesellschaft auf, sich dagegen zu stellen und sich klar gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu positionieren. So, wie es Neumühler Bürger in ihrem Entsetzen über rechte Stimmungsmache in ihrem Stadtteil getan haben. Alle gesellschaftlich relevanten Gruppen und viele Einzelpersonen hätte sich der Neumühler Erklärung angeschlossen, erzählte Michael Hüter, Pastor der Evangelischen Kirchengemeinde Neumühl, der zusammen mit Reiner Terhorst, dem 2. Vorsitzenden des Initiativkreises, und über 20 ehrenamtlichen Helfern die Ehrung entgegen nahm. So viele Preisträger habe sie noch nie auf der Bühne gehabt, erklärte Angelika Wagner, Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Und die, die auf der Bühne standen, repräsentierten nur die vielen anderen Neumühler Bürger, die sich in der Flüchtlingshilfe rund um das Landesasyl (Erstaufnahmereinrichtung) engagieren. Großen Respekt zollte Nikolaus Schneider den engagierten Bürgern: „Wer sich für Flüchtlinge einsetzt, braucht einen langen Atem und Frustrationstoleranz. Da kommen nicht nur die ‚Guten’, das sind Menschen wie du und ich mit allen ihren Schwächen.“
Gedenken als Brücke zum friedlichen Zusammenleben
Oberbürgermeister Sören Link bei der Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Shoa hat auch das Leben der Nachgeborenen geprägt“, stellte Superintendent Armin Schneider fest. Er mahnte die Anwesenden, alles in ihrer Macht stehende zu tun, dass das Grauen wieder geschehe. Den Bogen zu aktuellen Ereignissen spannte Oberbürgermeister Sören Link in seinem Grußwort: „Die Ereignisse von Köln sind geeignet, extremen Gruppierungen Menschen in die Hände zu treiben, die einfache Lösungen suchen.“ Hetze sei unerträglich für jede Demokratie: „Wir brauchen die Brücken zur Vergangenheit als Schutz vor Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.“ Klare Worte aller Redner umrahmten die Ehrung von engagierten Bürgern, die mit Unterzeichnung der „Neumühler Erklärung“ ein klares Bekenntnis abgelegt hatten gegen rechte Hetze. „Frieden, Toleranz und Menschlichkeit, die man nicht im eigenen Umfeld lebt, können nicht weltweit gelten“, erinnerte Reiner Terhorst, dass jeder Einzelne den Anfang machen muss, um eine nicht hinzunehmende Situation zu ändern. Er sei stolz, Duisburger zu sein, schloss Laudator Schneider, angesichts von so viel Engagement für ein friedliches Zusammenleben. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten gesanglich anspruchsvoll und dem Anlass entsprechend würdig die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller.
Zu viel Rückschau, zu wenig Visionen für Zukunft:
„Wir müssen Stärken des Ruhrgebiets besser kommunizieren“ Von Petra Grünendahl
Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein: Gastredner Rasmus Beck über die neue Standortkampagne der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr). Foto: Petra Grünendahl.
„Die öffentliche Hand muss mit Wirtschaftsförderung dort agieren, wo der Markt versagt, wo Stärken nicht wahrgenommen werden“, erklärte Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr), als Gastredner beim Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Restaurant Küppersmühle. „Wir als Wirtschaftsförderung allein können die Region im übertragenen Sinne nicht ‚retten’“, so Beck, der die Rolle der wmr als Dienstleister und Impulsgeber verstanden sehen will: Als übergeordnete Instanz in der Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsförderungen der Städte für ein gemeinsames Standortmarketing und die Initiierung neuer Projekte. „Das Ruhrgebiet hat viele Potenziale, aber es ist schwierig, sie zu kommunizieren.“ Markenbildung sei mehr als nur Wirtschaft, so Beck: „Wir haben Kultur, Sport, über 160.000 umsatzstarke Unternehmen und 21 Universitäten mit 261.000 Studierenden. Die Absolventen müssen wir aber in der Region halten. Es bringt uns nichts, wenn die in den Süden abwandern.“
Marco Pfotenhauer, Präsident des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein, begrüßte die zahlreich erschienen Mitglieder und Gäste beim Neujahrsempfang im Clubraum des Restaurants Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Im Marketing für Duisburg engagiert sich der Marketing-Club schon etwas länger, wie Präsident Marco Pfotenhauer den anwesenden Mitgliedern und Gästen beim traditionellen Neujahrsempfang berichtete. So unterstützt der Club das City-Management Duisburg unter der Leitung von Dagmar Bungardt beim Marketing für die Innenstadt. Darüber hinaus engagieren sich die Marketing-Fachleute im Arbeitskreis „Image“ beim Masterplan Wirtschaft der Niederrheinischen IHK. „Wir freuen uns, uns hier einbringen zu können“, so Pfotenhauer in seiner Begrüßung. Einen Ausblick über den Duisburg-Niederrheinischen Tellerrand hinaus gab Gastredner Rasmus Beck zur neuen Standortkampagne für das Ruhrgebiet. Er zeigte Potenziale auf, aber kam ebenso auf die Baustellen zu sprechen: „Das Ruhrgebiet hat nicht mehr so viele Schüsse im Lauf, einen Imagewechsel voranzubringen.“
Standortkampagne der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr). Foto: Petra Grünendahl.
Standortkampagne der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr). Foto: Petra Grünendahl.
„Ich habe am Anfang im Ruhrgebiet gefremdelt, aber mittlerweile will ich hier gar nicht mehr weg“, erklärte der oberste Wirtschaftsförderer des Ruhrgebiets. Der aus Stuttgart stammende Rasmus Beck ging nach seinem Studium in Tübingen zur Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. Von dort wechselte er zur Wirtschaftsförderung der Stadt Hannover, bevor er im November 2013 die Wirtschaftsförderung für das Ruhrgebiet übernahm. Als Metropolregion mit rund 5 Mio. Einwohnern sei das Ruhrgebiet mit London oder Paris vergleichbar, allerdings: Die Konkurrenz sitze in Düsseldorf, Köln, Ostwestfalen und Südwestfalen: Mit diesen Regionen konkurriere man um die Ansieldung von Unternehmen, Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen. Hier will Beck das Ruhrgebiet neu positionieren. Vorurteile gäbe es in Stuttgart, München oder Berlin, nicht jedoch im Ausland: „Die Türkei oder China haben größere Probleme und schauen, wie das Ruhrgebiet sie gelöst hat.“ Mehr nach außen ausgerichtet als frühere Kampagnen in den 1980er und 1990er Jahren („Das Ruhrgebiet. Ein starkes Stück Deutschland“ oder „Der Pott kocht“) werde die neue Kampagne sein, kündigte Beck an. Sie zielt auf eine deutschlandweite und internationale Wirkung, um Unternehmen und Fachkräfte in die Region zu ziehen und zu halten.
Standortkampagne der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr). Foto: Petra Grünendahl.
Der gut besuchte Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Restaurant Küppersmühle lockte mit Informationen über die neue Standortkampagne der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr). Foto: Petra Grünendahl.
„Was das Ruhrgebiet durchläuft, kann anderen Regionen genau so passieren“, warnte Beck, wenn „alte“ Industrien „neuen“ weichen müssten. Kohle und Stahl stiften Identität, aber Beck sieht zu viel Rückschau in die Vergangenheit: „Wir müssen dem Stolz auf die Vergangenheit auch Zukunft entgegensetzen, so wie es die Bayern mit ‚Laptop und Lederhose’ tun.“ Im Schatten von Montan gebe es andere Industrien, deren Zukunftspotenziale besser kommuniziert werden müssten, so der Wirtschaftsförderer. „Wir wollen Menschen erreichen, die Entscheider sind. Wir wollen Menschen ins Ruhrgebiet ziehen, die eine Bereicherung für den Standort sind.“ Die neue Imagekampagne, die zunächst mit einer Imageanalyse anläuft, soll durch den Regionalverband Ruhr (RVR) finanziert werden. Finanzielle Unterstützung durch Unternehmen im Ruhrgebiet wäre wünschenswert. Die Pluspunkte des Reviers gilt es herauszustellen, zukunftsträchtige Branchen in den Fokus zu rücken und zu kommunizieren, um die wirtschaftliche Entwicklung voran zu bringen. Zum Beispiel: „Im Ruhrgebiet funktionieren Megaprojekte“, so Rasmus Beck. Das gilt für die Emscher-Renaturierung ebenso wie für das das Kulturhauptstadtjahr „Ruhr.2010“. Ein Flughafen Berlin-Brandenburg würde im Ruhrgebiet ebenso wenig Negativschlagzeilen schreiben wie ein Bahnhof Stuttgart21: Vielleicht braucht Deutschland ja manchmal einfach „mehr Ruhrgebiet“!
Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr)
In Form einer GmbH ging die Wirtschaftsförderung metropoleruhr 2007 an den Start. Sie beschäftigt heute rund 30 Mitarbeiter. Für die gesamte Region ist sie gemeinsam mit den kommunalen Wirtschaftsförderern zentraler Dienstleister und Ansprechpartner für alle wirtschaftsrelevanten Fragen. National und international bewirbt sie den Standort Ruhrgebiet mit seinen 53 Kommunen, begleitet regionale Netzwerke und Kompetenzzentren und berät Unternehmen bei der Standortsuche. http://www.business.metropoleruhr.de/
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs unter www.mc-duisburg.de. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend.
Geschäftsführer Jens Briese hinterlässt seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld Von Petra Grünendahl
Zufrieden blickte Geschäftsführer Jens Briese beim Jahrespressegespräch auf das, was er bei der Weseler Hafengesellschaft DeltaPort in drei Jahren erreicht hat. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir konnten unseren Umschlag 2015 auf 3,8 Mio. Tonnen steigern, das ist ein Plus von 517.000 Tonnen“, bilanzierte Jens Briese, Geschäftsführer der Weseler Hafengesellschaft DeltaPort GmbH & Co. KG. Größten Anteil an der Umschlagssteigerung von 15,77 Prozent hat die neue Salzverladungsanlage, die Hülskens Anfang letzten Jahres im Stadthafen in Betrieb genommen hat. Die Verladung vom Borther Esco-Steinsalz-Bergwerk wurde von Rheinberg in den Weseler Stadthafen verlegt. „Es gab keine Beschwerden von Anwohnern wegen des vermehrten Lkw-Verkehrs oder einem gestiegenem Lärmpegel“, freute sich Briese, macht der älteste Hafen im Verbund doch mittlerweile 1,4 Mio. Tonnen Umschlag (nach 900.000 Tonnen im Vorjahr). Mehr Umschlag durch neuere Anlagen und Verdichtung der Kapazitäten heißt denn auch im Stadthafen der Schlüssel zur mehr Umschlag, sind dort doch mangels verfügbarer Flächen keine Neuansiedlungen möglich. Mit der Erneuerung von Anlagen und der Verbesserung und dem Ausbau der Infrastruktur stellen Hafenbetreiber und Anlieger aber mittlerweile wichtige Weichen für die Zukunft.
Zeigten Licht und Schatten im Stadthafen Wesel (v.l.): Kai Gebert, Geschäftsführer von MG & Partner, Ralf Wittig, Geschäftsführender Gesellschafter der Wittig GmbH, und Jens Briese, Geschäftsführer von DeltaPort GmbH & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.
Zufrieden kann Hafenchef Jens Briese nach Abschluss seines dritten voll verantwortlichen Jahres als Geschäftsführer von DeltaPort sein. Wenn er Ende März den Niederrhein Richtung Norddeutschland verlässt, hinterlässt er nach drei Jahren und drei Monaten an der Spitze ein hervorragend bestelltes Feld für seinen Nachfolger mit weiterem Entwicklungspotenzial für die Zukunft. Beim Jahrespressegespräch erläuterte er zusammen mit Kooperationspartnern und Vertretern der Anteilseigner letzte Entwicklungen. Wobei es zumindest im Stadthafen neben Licht auch immer noch Schatten gibt. Einige dort angesiedelte Unternehmen wie Hülskens, HoMa und Rhenus entwickeln sich erfreulich, erneuern Anlagen und bauen Kapazitäten aus, der Ausbau der Schienenverbindung und die neue Kaimauer warten auf steigende Güterverkehre. An anderer Stelle „hoffen wir auf Ergebnisse, wie es dort weitergeht“, so Briese diplomatisch.
Wachstum in Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum
Containerverladung von Jerich im Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.
Auch die beiden anderen Hafenstandorte an der Mündung des Wesel-Datteln-Kanals in den Rhein entwickeln sich prächtig. Im Hafen Emmelsum (Voerde) lag der Umschlag auf Vorjahresniveau. Contargo beginnt jetzt mit dem Ausbau seiner Anlagen: Das neue Terminal mit einer Kapazität von 85.000 TEU auf 46.000 Quadratmetern Fläche ist dann das Modernste an der Rheinschiene. Sappi investiert 12,6 Mio. Euro und baut eine neue Halle mit Bahnanschluss, deren 20.000 Quadratmetern Fläche nicht nur den Partnern Sappi und Kooperationspartner Jerich, sondern auch „Drittgeschäften“ zur Verfügung stehen. Weitere Flächen sind am Hafenbecken Emmelsum nicht mehr verfügbar, solange die neuen Genehmigungen noch nicht erteilt sind. „Hier wäre die Westerweiterung wichtig!“, erklärte Hafenchef Briese, und: „Wir müssen noch 2016 die Genehmigung kriegen, um weiter entwickeln zu können.“ Damit würde dann – wegen des Brutverhaltens der Vögel und wegen des Rheinhochwassers – ein Baubeginn im Spätsommer 2017 möglich. Auf der Ostseite hat DeltaPort ein Verwaltungsgebäude angedacht für mögliche weitere Ansiedlungen: „Auch hier hoffen wir auf die Genehmigung.“
Sofort bebaubare freie Flächen für neue Ansiedlungen sind aktuell nur im Rhein-Lippe-Hafen auf Weseler Stadtgebiet verfügbar: Für ein Areal von 14 Hektar ist ein Bebauungsplan erstellt, die nötigen Genehmigungen erteilt. GS Recycling hat Teile seiner Anlagen wie Magazin und Hochleistungskläranlage bereits in Betrieb genommen. Der Steiger für die Entsorgung von Schiffen soll 2017/2018 in Betrieb gehen. Das Genehmigungsverfahren ist aber wegen der Umweltproblematik kompliziert und noch nicht abgeschlossen. Hegmann Schwertransport ging im letzten Jahr planmäßig in Betrieb und auch ohne die noch zu bauende Kaimauer ist der Umschlag schon ordentlich angelaufen. Insgesamt lag der Umschlag im Rhein-Lippe-Hafen auf Vorjahresniveau. DeltaPort bemüht sich, zusätzlich zu den baureifen 14 Hektar Flächen weitere Teile des Hafenareals für künftige Ansiedlungen zu erschließen. Für den Bebauungsplan Nord rechnet Jens Briese noch in diesem Jahr mit Rechtskraft. Für die Kaimauer steht eine Proberammung an: Hülskens Wasserbau hatte nach europaweiter Ausschreibung den Auftrag an niederrheinisches Land gezogen. „Wir hoffen, die erste Baustufe noch in diesem Jahr beginnen zu können“, so Briese. Eine Genehmigung fehle noch. „Mit zwei potenziellen Ansiedlern laufen Gespräche“, mehr wollte Briese aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Auch der Bebauungsplan für das Südufer des Hafenbeckens ist noch nicht in trockenen Tüchern: Hier hofft Briese ebenfalls auf weiteres Erweiterungspotenzial für Ansiedlungen. „Die fachliche Zusammenarbeit auf diesem Sektor insbesondere mit den Verwaltungen beim Kreis Wesel sowie den Städten Wesel und Voerde lief reibungslos“, resümierte der Hafenchef.
Alleinstellungsmerkmal EcoPort
Gut zwei Jahre dauerte der Zertifizierungsprozess nach PERS (Port Environmental Review System), den die drei Weseler Binnenhäfen unter dem Dach von DeltaPort als erster und bislang einziger europäischer Binnenhafen durchlaufen haben. Dieses Zertifikat zeichnet DeltaPort als einen „EcoPort“ aus, als ein besonders umweltfreundlich agierendes Unternehmen. Für die Qualifizierung als EcoPort haben die Prüfer alle Aktivitäten Produkte und nautisch-logistische Dienstleistungen der Hafenverwaltung unter die Lupe genommen. Als Alleinstellungsmerkmal qualifiziert das Umweltzertifikat gegenüber der kompletten Logistikbranche und lässt sich damit zur Gewinnung neuer Kunden einsetzen. Die eigentliche Urkunde wird allerdings im Juni erst Brieses Nachfolger entgegennehmen können: auf dem Jahreskongress der verleihenden Institution der „European Sea Port Organisation“ (ESPO).
Hinterlässt seinem Nachfolger bei DeltaPort ein gut bestelltes Feld mit weiterem Entwicklungspotenzial: Geschäftsführer Jens Briese geht zum 31. März. Foto: Petra Grünendahl.
Mit der Suche nach einem neuen Geschäftsführer für DeltaPort ist eine Personalberatung beauftragt. „Wir hoffen, bis zu den Gremiensitzungen im März einen Kandidaten zu haben“, erklärte Frank Berger, Mitglied der Gesellschafterversammlung und CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Wesel. Wenn die Stadträte Wesel und Voerde und der Kreistag Wesel als Anteilseigner zustimmen, könnte ein neuer Geschäftsführer bereits zum 1. April bestellt werden. Politische Neutralität gegenüber den Gesellschaftern gibt Briese seinem Nachfolger als Rat mit auf den Weg, eigene Ziele solle er verfolgen. Außerdem legt Briese ihm nahe, seine Mitarbeiter zu motivieren: „Wir sind ein gutes Team!“ Neben einem Stamm von rund einem Dutzend Mitarbeitern gibt es projektabhängig eine Anzahl Freier, die bei Bedarf tätig werden. Ihren ersten Auszubildenden konnte die im Juli 2012 gestartete Hafengesellschaft übernehmen, eine neue Azubine ist im ersten Ausbildungsjahr neu dabei.
Duisburger Schiffsausrüster Wittig beliefert
Binnenschifffahrt im Weseler Hafen
Neu in den DeltaPort-Häfen aktiv ist ab Februar die Firma Wittig, einer der europaweit größten Schiffsausrüster aus Duisburg. Das in Kaßlerfeld beheimatete Familienunternehmen, das bereits 117 Jahre am Markt erfolgreich ist, wird ein Lager beim Hafenmeister einrichten und außer den drei DeltaPort-Häfen Schiffe in der Schleuse Friedrichsfeld beliefern, damit die Schiffer auf dem Wesel-Datteln-Kanal ihre Fahrt nicht unterbrechen müssen. „Seit Mitte letzten Jahres haben wir Gespräche geführt“, erzählte Ralf Wittig, gemeinsam mit seinem Bruder Frank Geschäftsführende Gesellschafter der Wittig-Gruppe, und: „wir sind froh, jetzt hier einen neuen Standort zu haben:“ Nach Duisburg und Wien ist Wesel der dritte Standort der Gruppe, an dem Binnenschiffer alles bekommen, was sie zum reibungslosen Betrieb an Bord brauchen. Bestellungen sind von unterwegs möglich, so dass direkt nach der Ankunft die bestellten Waren von Anstrichfarben über Reinigungsmittel Arbeitsschutz-Materialien bis hin zu allen Gebrauchsgütern des täglichen Bedarfs. an Bord genommen werden können. Noch ist der Service in der Testphase, aber Jens Briese ist zuversichtlich, dass er gut angenommen wird. Ein weiteres Plus für DeltaPort!
Vor 300 Jahren, im September 1716, wurde in Ruhrort das erste Hafenbecken gebaut. Dass sich daraus der größte Binnenhafen der Welt und Europas führende Logistikdrehscheibe entwickeln sollte, hat damals niemand geahnt. Diese einzigartige Erfolgsgeschichte wollen die 37. Duisburger Akzente vom 26.2. – 13.3.2016 unter dem Titel „NAH UND FERN – 300 Jahre Duisburger Hafen“ würdigen. Unterstützt wird das Festival der Stadt Duisburg vom Partner „Landesregierung NRW“ und den Hauptsponsoren Duisburger Hafen AG, Sparkasse Duisburg, GEBAG und Haniel.
„Gerne nehmen wir das 300-jährige Jubiläum des Duisburger Hafens zum Anlass, das traditionsreiche Kulturfestival Duisburger Akzente im Jahr 2016 besonders zu unterstützen. Die Partnerschaft ermöglicht andere Sichtweisen auf den Hafen, als wir sie gewöhnt sind: Unser Arbeitsplatz als Schauplatz kultureller Betätigung, der Hafen als Ort der Begegnung unterschiedlicher Kulturen, auch als Ort, an dem gesellschaftliche Zukunftsentwicklungen beginnen. Die 37. Duisburger Akzente und das vielfältige Programm zeigen eindrucksvoll, wie sich der Duisburger Hafen, der mittlerweile für über 45.000 Arbeitsplätze steht, auch in kultureller Hinsicht für die Region engagiert“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Als spartenübergreifendes Kulturfestival wollen die „Akzente“ programmatisch über einen regional- oder wirtschaftshistorischen Rückblick deutlich hinausgehen. Häfen sind Umschlagplätze von Waren, aber zugleich auch Orte, an denen Menschen, Ideen und Kulturen aufeinander treffen. Die 37. Duisburger Akzente wollen die Resultate dieser Begegnungen erforschen und zugleich den zahlreichen Bildern und Assoziationen nachspüren, die mit dem Hafen verbunden werden. In rund 100 Veranstaltungen u.a. aus Theater, Literatur, bildender Kunst oder Musik erzählt das Festival auch von Heim- und Fernweh, Landratten und Seebären oder Abschied und Wiederkehr.
Das Plakat der 37. Duisburger Akzente zeigt eine Wand aus Containern. Wie kein anderer Gegenstand hat sich der Container weltweit als Sinnbild für Häfen, Logistik und Warenströme etabliert. Er überschreitet die Grenzen von Ländern oder Kontinenten und setzt Unternehmen und Menschen zueinander in Beziehung. Genormt in Größe und Gestalt, kann man ihn nur durch Farben und Logos unterscheiden. Seine vielfältigen Inhalte sieht man erst, wenn man ihn öffnet. „Container sind daher wie Überraschungseier oder Wundertüten“, merkt die Oberhausener Kommunikationsagentur Benning, Gluth & Partner an, die das Motiv entwickelt hat.
Eröffnet werden die „Akzente“ am 26. Februar im Landschaftspark Duisburg-Nord mit dem Konzert „Hafenzeit“ des Klangkraft-Orchesters. Der sinfonisch besetzte Klangkörper lässt sich vom Tagesablauf in einem Hafen zu einem Programm aus Klassik, Jazz und Pop inspirieren. Die Musik wird durch Videos und Texte, gesprochen von dem Schauspieler Thomas Krause, ergänzt. Solist ist der Tenor Rainer Maria Röhr vom Essener Aalto-Theater.
Mit 30 Aufführungen bildet die Sparte Theater / Tanz / Kabarett / Performance zahlenmäßig den Schwerpunkt. Im Zentrum steht das „Akzente-Theatertreffen“ mit hochkarätigem deutschsprachigem Theater. Zu den Höhepunkten dürften die Gastspiele des Wiener Burgtheaters mit Shakespeares Alterswerk „Sturm“ und des Schauspiels Hannover werden. Regisseur Lars-Ole Walburg hat den Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ dramatisieret.
Räumlich gesehen schlägt das Herz der „Akzente“ in diesem Jahr in Ruhrort. Ehemalige Ladenlokale und Kneipen, aber auch öffentliche Plätze oder Kultureinrichtungen bieten über 50 Projekten aus bildender Kunst, Theater, Musik, Literatur und Wissenschaft eine Heimat. Tägliches Programm, aber auch die Möglichkeit zu Gesprächen bei Bier oder Kaffee, bietet das Festivalzentrum „Heimathafen“ in der Landwehrstraße 55.
Theater
Zehn Sprechtheater-Produktionen sowie eine Oper („Ariadne auf Naxos“) und ein Konzert („Symphonie of Jazz“ mit der Big Chris Barber Band und den Duisburger Philharmonikern) stehen 2016 auf dem Programm des Akzente-Theatertreffens. Der Höhepunkt dürfte da ganz am Ende stehen. Das Wiener Burgtheater bringt am 12.3. Shakespeare „Sturm“ nach Duisburg. Barbara Frey arbeitet in ihrer gerade wegen der Schauspieler hoch gelobten Inszenierung nur mit drei Akteuren: Maria Happel, Joachim Meyerhof und Johann Adam Oest.
Auch Oliver Reeses Adaption der „Blechtrommel“ für das Schauspiel Frankfurt (11.3.) ist ein Schauspielertriumph. In diesem Einpersonenstück beherrscht Nico Holonics die Bühne. Er ist Erzähler und Nach-Spieler des Lebens von Oskar Matzerath. Neben weiteren Gastspielen u.a. vom Schauspiel Hannover („Im Westen nichts Neues“, Regie Lars-Ole Walburg, 6. und 7. März) oder vom Puppen- und Maskentheater „Familie Flöz“ mit „Haydi“ am 28.2., steht auch eine Eigenproduktion des Duisburger Theaters. Intendant Michael Steindl inszeniert Ingrid Lausunds Stück „Bin nebenan“ (Premiere am 5.3.), in dem acht skurrile und vereinsamte Zeitgenossen Überlebenskämpfe mit sich und ihrer Umwelt ausfechten.
Auch außerhalb des Theatertreffens präsentieren die „Akzente“ Bühnenkunst. Regisseur Olaf Reifegerste spitzt in seiner Textfassung Tankred Dorsts Stück „Herr Paul“ ganz auf aktuelle Entwicklungen in Ruhrort zu. Seine Inszenierung feiert am 3. März im Ruhrorter „Lokal Harmonie“ Premiere, weitere Aufführungen folgen am 3., 11. und 12. März.
Die beiden Schauspieler Nils und Till Beckmann nähern sich gemeinsam mit dem Musiker Peter Eisold in dem Projekt „Der Übersee Container oder Cargo Cendrars“ (5. und 6.3. im Festivalzentrum „Heimathafen“) dem Motiv der „Reise“ im Werk des Schriftstellers und Abenteurers Blaise Cendrars. Einen Begriff aus der Navigation hat Max Bilitza als Titel seiner choreografischen Installation „Dead Reckoning“ gewählt, in der es u.a. um die Spannung zwischen Lebensentwürfen, selbst gewählten Koordinaten und Orientierungslosigkeit geht (29.2. und 1.3. im „Heimathafen“).
Die „Akzente“ in Ruhrort
Dass die „Akzente“ nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 zum zweiten Mal in Ruhrort einen Schwerpunkt setzen, liegt beim diesjährigen Thema nahe. Unübersehbar wird die Licht-Word-Projektion „Tausendfensterhaus“ von Sigrid Sandmann sein. Gedanken, Erinnerungen und Schlagworte von Duisburgerinnen und Duisburgern zum Thema „Hafen“ sind die Ausgangspunkte für die Projektionen, die die Künstlerin auf die gesamte Fassade des Gebäudes wirft. Scheinbar in ein riesiges Aquarium voller Meeressäuger der verschiedensten Arten verwandelt Jörg Mazurs „Ein Hoch aufs H2O“ einen gläsernen Übergang zwischen zwei Gebäuden von „Haniel“ auf der Harmoniestraße. Zu sehen sind darüber hinaus u.a. die Ausstellung „Orangelicht“ von Künstlerinnen und Künstler des Atelierhauses „hafenkult“ im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Neumarkt oder die Installation aus Video, Tuch und Tauwerk „transartlantico“ von Jens. J. Meyer, die einen Segeltörn von Hamburg nach Buenos Aires künstlerisch reflektiert.
Festivalzentrum „Heimathafen“
Veranstaltungsort mit täglichem Programm und Treffpunkt für Publikum und Künstler will das Festivalzentrum „Heimathafen“ an der Landwehrstraße 55 sein. Für den Festivalzeitraum beleben und gestalten die „Akzente“ die traditionsreiche Hafenkneipe mit Hilfe einer Bühnenbildnerin neu. Neben den unter „Theater“ bereits erwähnten Produktionen „Dead Reckoning“ und „Der Übersee Container oder Cargo Cendrars“ ist hier der Schauspieler und Sprecher Rufus Beck zu erleben (27.2.), der – musikalisch unterstützt von Tom Liwa und Guiseppe Mautone – mit seiner „Jahrhundertstimme“ an den Belugawal erinnert, der 1966 den Rhein herauf schwamm. „Chansons mit Seegang“ von Hans Albers bis Rio Reiser spielt das Hamburger Trio „Hafennacht“ (3.3.). Streicher der Duisburger Philharmoniker und ein griechisch-türkischen Ensemble schlagen unter dem Titel „Liebe, Stolz und Sehnsucht -Tango und Rembetiko“ (13.3.) eine musikalische Brücke von Buenos Aires nach Piräus. „Fern-Wehen“ (2.3.) ist der Titel eines Lyrik- und Video-Abends, den die Autoren Joris Hartmann aus Hamburg („Bordsteinsequenzen“) und der Kölner Stan Lafleur („Rhein-Meditationen“) gemeinsam mit der Duisburgerin Lütfiye Güzel („hadi hugs“) aus ihren aktuellen Büchern gestalten. Der Kabarettist Kai Magnus Sting und der Sänger Jupp Goetz treffen sich unter dem Titel „Pötte, Puff und Paukenschläge“ (9.3.) zu einem Abend, an dem Spontanität ganz groß geschrieben wird.
Literatur
Namhafte Autorinnen und Autoren wie Renan Demirkan, Feridun Zaimoglu oder Alex Capus stellt die Duisburger Stadtbibliothek im Konferenzzentrum „Der kleine Prinz“ vor. Texte aus 33 Jahren hat die Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan in ihrem aktuellen Buch „Migration – Das unbekannte Leben“ versammelt, das sie am 2.3. präsentieren wird. Feridun Zaimoglu greift in „Siebentürmeviertel“ (7.3.) das Thema deutscher Emigration nach Istanbul von 1933 bis 1945 auf. Auf die Spur des Autors der „Schatzinsel“, Robert Louis Stevenson, begibt sich der für seine ungewöhnlichen Lesungen bekannte Schweizer Autor Alex Capus mit „Reisen im Licht der Sterne“ (10.3.). Der lungenkranke Stevenson trotzte jahrelang dem Tropenklima, lebte eine leidenschaftliche Liebe und fand vielleicht sogar Piratenschätze.
Beinahe schon Stammgast der Stadtbibliothek ist Christian Brückner. Der legendäre Synchron- und Hörbuchsprecher widmet sich in diesem Jahr gemeinsam mit seinem Sohn, dem Gitarristen Kai Brückner, Autoren der Beat Generation wie Kerouac, Ginsberg oder Burroughs.
Ausstellungen
Den bemerkenswertesten tschechischen Medienkünstler, Jakub Nepraš stellt das Lehmbruck Museum unter dem Titel „State of Flux“ vor. Seine Videoskulpturen „Landscape“ und „Ayahuasca“, bringen das Naturelement Wasser in Einklang mit modernen Technologien. Objekte des Künstlers, Erfinders und Wissenschaftlers Paul Schatz, die in Zusammenhang mit der Rheinschifffahrt stehen, zeigt die Ausstellung „Neue Horizonte 16 – Dynamik im Fluss“ des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt. Die Ausstellung wird ergänzt durch einen Forschungstag mit jungen Wissenschaftlern des Paul Schatz Forschungslaboratoriums und Künstlern.
Nebel, Kneipen und Schimanski – Filme, Vorträge und Exkursionen
Wenn es in Duisburg um den Hafen geht, darf eine fiktive Figur nicht fehlen. „Schimanski“ ermittelte links und rechts der Hafenbecken, soff, fluchte und träumte in Ruhrorter Kneipen. Eine „Schimanski-Nacht“ (5.3.) im „filmforum“ zeigt vier Klassiker mit dem „Tatort-Kommissar“. Im Eintritt enthalten ist eine Curry-Wurst. Die ganz reale Geschichte der Duisburger Häfen dokumentiert eine „Zeitreise“ am 9.3., die historische Filme aus den letzten neun Jahrzehnten präsentiert. Der von filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob moderierte Abend wird von dem Stummfilmpianisten Joachim Bärenz begleitet. Was Häfen als Drehorte so beliebt macht, zeigt die ganze Akzente Filmreihe von „Hafen im Nebel“ über die „Große Freiheit Nr. 7“ bis hin zu „Le Havre“.
Dass ein Hafen immer auch ein Ort durstiger Seelen ist, beweist die Zahl von rund 80 Kneipen, die es allein im kleinen Ruhrort gegeben haben soll. Dr. Andreas Pilger vom Stadtarchiv Duisburg taucht am 8.3. tief in die gastronomische Geschichte des Stadtteils ein. Am 11. und 12. März zeigt die Journalistin Dagmar Dahmen, bekannt durch ihre „Schimanski-Führungen“, bei ihrer „Kneipen-Kiez-Tour“ was heute davon geblieben ist.
Das Duo MOS (v.l.): Natalia Demina an der Violine und Olga Andryushchenko am Klavier. Foto: Duo MOS.
In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft e. V. lädt die VHS am Freitag,
29. Januar, um 20 Uhr zu einem Konzert des „Duo MOS“ ein. Veranstaltungsort ist der Saal der VHS im Stadtfenster an der Steinschen Gasse 26.
Olga Andryushchenko am Klavier und Natalia Demina an der Violine spielen Klassiker der französischen Musik von Erik Satie, Gabriel Fauré, Camille Saint-Saëns, Francis Poulenc, Jean-Marie Leclair, Claude Debussy und Maurice Ravel. Mit Einfühlungsvermögen und großer Meisterschaft an ihren jeweiligen Instrumenten verzaubern die beiden Künstlerinnen ihr Publikum. Beide stammen aus Moskau und haben ihre Studienjahre gemeinsam absolviert. Nachdem sie sich lange Zeit aus den Augen verloren hatten, haben sie in Deutschland wieder zueinander gefunden und das Duo MOS – abgeleitet von Moskau – gegründet.
Der Eintritt an der Abendkasse kostet zehn Euro. VVK in allen Geschäftsstellen der VHS. Weiterführende Informationen erteilt Dr. Claudia Kleinert unter (0203) 283-4157.
– Pressemeldung der Stadt Duisburg, Referat für Kommunikation –
Von getanzter Lebensfreude und Heiterkeit über
Trauer und Schmerz zum energiegeladenen Kampf Von Petra Grünendahl
August Bournonville: Bournonville Divertissement – Sonny Locsin, Alexandra Inculet, Feline van Dijken. Foto: Gert Weigelt.
Den Einstieg machte Ballettdirektor Martin Schläpfer seinem Publikum leicht: Temperamentvolle Tänze, die die pure Lebensfreude versprühten bildeten schon einen furiosen Auftakt, dem weitere Highlights ganz anderer Stimmungen folgten. Für die Bournonville Divertissement (divertissement, frz. Unterhaltung, Zeitvertreib) hat der dänische Choreograph August Bournonville (1805-1879) drei Stücke von Edvard Mads Ebbe Helstedt und Holger Simon Paulli ausgewählt: ein Pas de deux (Tanz für Zwei) aus Blumenfest in Genzano sowie ein Pas de six (Tanz für Sechs) und die Taratella aus Napoli, die fünf Tänzerinnen und fünf Tänzer der Ballettkompanie heiter und mit einer beschwingten Leichtigkeit auf die Bühne zauberten. Mit der Ballettkompanie erarbeitet hat das Stück der Däne Johnny Eliasen als Spezialist für die Choreographien Bournonvilles.
August Bournonville: Bournonville Divertissement – Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Im ausverkauften Theater Duisburg feierte Martin Schläpfer Ballettabend b.26 vor einem begeisterten Publikum eine umjubelte Premiere. Drei Choreographen hatte Schläpfer für diesen Abend ausgewählt, die mit unterschiedlichen Akzenten ihre Schwerpunkte in einem rundum gelungen Ballettabend setzten, den das Publikum feierte – zum Teil auch mit Szenenapplaus –, der der Leistung der Akteure auf, vor und hinter der Bühne voll gerecht wurde. Dem Publikum machten sowohl die Auswahl der Stücke als auch ihre hochprofessionelle und anspruchsvolle Darbietung auf der Bühne große Freude. Zwei Pausen trennen drei Stücke in einen hochemotionalen zweieinhalbstündigen Ballettabend, der die Gefühle der Zuschauer nicht kalt lies.
Die Kindertotenlieder auf Gedichte von Friedrich Rückert (1788-1866), der damit den Tod zweier seiner Kinder verarbeitet (sie waren 3 und 5 Jahre alt, als sie an Scharlach starben), hat Gustav Mahler (1860-191) für Bariton (ganz hervorragend: Dmitri Vargin) und Orchester vertont. Sie riefen mit einer Choreographie des Engländers Antony Tudor (1908-1987) ganz andere Stimmungen hervor als der erste Teil. Tudor hatte mit Dark Elegies 1937 für sich auch die Schrecken des spanischen Bürgerkriegs verarbeitet. Gefühle von Trauer, Schmerz, aber auch die Hoffnung auf ein Morgen brachten die zwölf Tänzer als Soli, Pas de deux oder im Ensemble auf die Bühne: Die Familie lebt weiter, Trauer und Schmerz überwindend, auch wenn zwei der Kinder tot sind. Die Einstudierung der Choreographie hatten Amanda McKerrow und John Gardner vom Antony Tudor Ballet Trust übernommen.
One von Terence Kohler Das Finale des Abends bestritt mit One auf die Sinfone Nr. 1 von Johannes Brahms (1833-1897) eine Choreographie von Terence Kohler (*1984) als Uraufführung. Der gebürtige Australier lässt seine Tänzer in einem von Verena Hämmerlein entworfenen Raum mit monolithischen Säulen ankämpfen gegen die hohen Fassaden, die keinen Ausweg bieten, miteinander ringend, kraftvoll und energiegeladen – solo, als Paar oder in kleineren und größeren Gruppen. Im unwirklichen Ambiente erkämpfen sich die Tänzer ihren Weg durch die Nacht zum Licht. Der australische Tänzer und Choreograph erarbeitete diesen Part selber mit dem Ensemble.
Terence Kohler: ONE mit Yuko Kato. Foto: Gert Weigelt.
Glänzend aufgelegt präsentierten sich die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein: Sie spielten ihre musikalische Klasse ebenso wie ihre Vielseitigkeit angesichts des anspruchsvollen und variantenreichen Programms sicher und souverän aus. Für das stimmungsvolle Lichtdesign des Programms zeichnet in allen drei Teilen Franz-Xaver Schaffer verantwortlich. Für die Kostüme der Bournonville Divertissement zeichnet Maja Ravn verantwortlich, Thomas Ziegler entwarf Bühne und Kostüme für Dark Elegies, die Kostüme für One Lousie Flanagan.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Fr | 22. Januar 2016 | 19:30 Uhr,
Sa | 30. Januar 2016 | 19:30 Uhr,
Sa | 6. Februar 2016 | 19:30 Uhr,
Sa | 20. Februar 2016 | 19:30 Uhr und
Sa | 16. April 2016 | 19:30 Uhr.
Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Gastredner Prof. Julian Nida-Rümelin:
Wir müssen verteidigen, was unsere Wirtschaft stark macht Von Petra Grünendahl
Neujahrsempfang 2016 der Niederrheinischen IHK mit Gastredner Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (im Theater am Marientor TaM in Duisburg) Foto: Petra Grünendahl,
“Die Bildungsideologie, die die OECD* seit Jahren in die Welt setzt, ist ein Akademisierungswahn, der nicht berücksichtigt, dass die akademischen Systeme in Deutschland und beispielsweise den USA oder Großbritannien nicht vergleichbar sind“, warnte Gastredner Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin, Philosophieprofessor aus München und Kulturstaatsminister a. D. (2001-2002). Er hob eine ganz andere Messlatte für den Erfolg einer Wirtschaft hervor: die Jugendarbeitslosigkeit, die in Ländern mit einer dualen Berufsausbildung – neben Deutschland sind dies Österreich und die Schweiz – konkurrenzlos niedrig ist. Eine solche Form der Berufsausbildung gibt es nirgends sonst und sie ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Facharbeiter und Fachangestellte bilden in Deutschland einen Mittelstand, den es sonst nirgends so gibt: Zum Mittelstand gehören in anderen Ländern Akademiker. Wer nicht studiert hat, ist Unterschicht.
IHK-Präsident Burkhard Landers begrüßt die Gäste zum Neujahrsempfang 2016 der Niederrheinischen IHK mit Gastredner Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (im Theater am Marientor TaM in Duisburg). Foto: Petra Grünendahl,
Warnende Worte waren dies – zum einen natürlich auch an die anwesenden Vertreter der Wirtschaft gerichtet, ihre Anstrengungen in der Ausbildung junger Menschen nicht zu vernachlässigen. Zum anderen galten sie aber auch der Bundespolitik, die – siehe Bologna-Reform – schon einmal Ideale deutscher Bildung zugunsten Gleichschaltung von Systemen geopfert hatte. Ein gutes Händchen bei der Auswahl ihres Gastredners hatte wieder einmal die Niederrheinische IHK um Präsident Burkhard Landers und Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang im Theater am Marientor (TaM) bewiesen, denn er las gerade der Bundespolitik da die Leviten, wo sie Interessen der Wirtschaft einen Bärendienst erweist.
Duale Ausbildung ist Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg
Der arg verschulte „Bachelor“ an deutschen Universitäten verträgt sich kaum mit dem deutschen Bildungsideal von akademischer Forschung und Lehre, von der Freiheit einer humanen (und humanistischen) Bildung. Länder mit höherer Akademikerquote haben nicht das Humboldtsche Bildungsideal. Wenn in Amerika ein High-School-Absolvent ein zweijähriges Community-College mit einem Bachelor abschließt, entspricht das hier einem Abitur. In Amerika hingegen gilt er als Akademiker. Eine berufliche Ausbildung wie in Deutschland gibt es überhaupt nicht. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ebnet in Deutschland vielen Menschen den Weg in den Mittelstand. In den USA oder Großbritannien ist der Abschluss eines Studiums die Voraussetzung für den Einstieg in die Mittelschicht, während andere – Angelernte und Ungelernte – zur Unterschicht zählen.
Neujahrsempfang 2016 der Niederrheinischen IHK mit Gastredner Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (im Theater am Marientor TaM in Duisburg). Foto: Petra Grünendahl,
Dagegen hat Deutschland nicht nur ein hervorragendes System dualer Berufsausbildungen mit ca. 300 Ausbildungsberufen, sondern auch Weiterbildungen zum Beispiel zum Techniker oder Meister. Auch hier kritisierte Nida-Rümelin zu Recht, dass die Bundespolitik auf EU-Geheiß die Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen dem von der EU propagierten „ungehinderten Zugang zum Arbeitsmarkt“ geopfert hatte. Nicht nur sind hier, wie der Philosophieprofessor ausführte, nicht mehr Arbeitsplätze entstanden, ganz im Gegenteil: Ein-Mann-Betriebe machten dem etablierten Handwerk überwiegend über den Preis, aber mit unzureichenden Fachkenntnissen das Leben schwer, was so manchen zur Aufgabe zwang. Dazuu kommt – und dies lies der Theoretiker unerwähnt: Ohne Meisterbrief gibt es auch keine Ausbildung im Handwerk, denn diese Qualifikation ist dafür nach wie vor und zu Recht zwingend vorgeschrieben. Wenn dann die Zahlen der Ausbildungsverträge sinken: Auch hier ist ein Grund dafür zu suchen.
Fachkräfte sind überwiegend Facharbeiter
Wenn die deutsche Wirtschaft von „Fachkräftemangel“ spricht, sind natürlich in manchen Bereichen auch Akademiker gemeint, aber überwiegend sind es Facharbeiter und Fachangestellte, Menschen, die in der Praxis ausgebildet wurden. Gerade sie gehen in vielen Branchen in höheren Zahlen in Rente als Nachwuchs da ist zum Ausbilden. Die Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung drängt es zunehmend an die ohnehin schon überfüllten Universitäten. Zu wenig wird ihnen (und ihren Eltern) klar gemacht, dass gut verdienende Facharbeiter durchaus deutlich mehr verdienen als Universitätsabsolventen. Solche Facharbeiter sind vor allem dort gefragt, wo das Herz der deutschen Wirtschaft schlägt: im Mittelstand. Auch dies ist eine deutsche Eigenart, die die Stärke der deutschen Wirtschaft ausmacht: Eine mittelständische Industrie, bei dem es einige Unternehmen in ihren Branchen durch ihre Innovationskraft zu Weltmarktführern gebracht haben. Der Mittelstand, nicht die Großindustrie ist der Jobmotor der deutschen Wirtschaft. Die französische und britische Wirtschaft kennzeichnet vor allem eins: Deindustrialisierung, eine weitgehende Verlagerung der Erwerbstätigkeit in den Bereich Dienstleistungen. Die Industrienation Deutschland mit ihrer konsensorientierten Mitbestimmung ließ andere Nationen weltweit in der letzten großen Wirtschaftskrise 2008/2009 mit seiner Krisenbewältigung sehr alt aussehen.
Warnung vor „Reformitis“ und „Helikopterpolitik“:
IHK-Präsident Burkhard Landers begrüßt die Gäste zum Neujahrsempfang 2016 der Niederrheinischen IHK mit Gastredner Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (im Theater am Marientor TaM in Duisburg). Foto: Petra Grünendahl,
Stärken der deutschen Wirtschaft verteidigen
Diesen Standortvorteil darf die Politik nicht verspielen. Die „Reformitis“ in Sachen Bildung, Ausbildung und Akademisierung mache ihm Sorgen, sagte Nida-Rümelin. Eine humane Bildung wäre das nicht, denn die würde Fähigkeiten und Fertigkeiten des Einzelnen fördern, was passgenau zu den Anforderungen der mittelständisch geprägten deutschen Wirtschaft sei. Die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland sei der Beleg dafür! Ebenso wenig darf die Politik, um den Bogen zur Begrüßungs-Rede von IHK-Präsident Landers zu schlagen, mit (im Vergleich zu anderen Ländern) übertriebenen Umweltauflagen die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich schwächen. Landers forderte zur Abkehr von einer „Helikopterpolitik“ auf: „Wir brauchen eine Politik, der wir vertrauen können.“ Verlässlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Nachhaltigkeit nannte der Weseler Unternehmer als Richtschnur: „Die Wirtschaft braucht Berechenbarkeit und tragfähige Lösungen, die auch zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit beitragen“, so Landers.
*) OECD = Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Prof. Julian Nida-Rümelin belegte seinen Vortrag zum Akademisierungswahn mit Zahlen. Hier eine Auswahl:
Probe „Bournonville“: Feline van Dijken, Johnny Eliasen. Foto: Gert Weigelt.
Mit der Premiere des dreiteiligen Programms b.26 am Samstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr, präsentiert das Ballett am Rhein im Theater Duisburg einen kunstvollen Spagat zwischen Romantik und Gegenwart. Mit drei Stücken aus drei Jahrhunderten zeigt Martin Schläpfers Compagnie die faszinierende Spannbreite ihres technischen und darstellerischen Könnens und entführt in vollkommen unterschiedliche Tanzwelten. Die Ballettwerkstatt zu b.26 am Montag, 11. Januar, um 19.00 Uhr, zeigt Ausschnitte aus den Choreographien und liefert spannende Hintergrundinformationen durch Gespräche mit den beteiligten Künstlern.
Mit einem brillanten Divertissement aus Werken des dänischen Romantikers August Bournonville – zusammengestellt und einstudiert von dem Bournonville-Experten Johnny Eliasen – präsentiert das Ballett am Rhein im Programm b.26 erstmals ein Stück aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im scharfen Kontrast zu romantischer Leichtigkeit und Eleganz folgen im zweiten Teil Antony Tudors „Dark Elegies“. Tudor gelang im Jahr 1937 mit seiner ausdrucksstarken Choreographie auf Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ ein Stück, das unfassbaren Schmerz und tiefste Trauer fühlen lässt.
Terence Kohler probt „ONE“. Foto: Gert Weigelt.
Den Abschluss des Programms bildet die Uraufführung „ONE“ des australischen Choreographen Terence Kohler. Inspiriert haben ihn für sein erstes Stück mit Martin Schläpfers Compagnie unter anderem die verschiedenen Stadien eines Sturms – von seiner leisen Vorahnung über das Toben im Inneren bis hin zu seiner puren Kraft und der plötzlichen Ruhe danach. Aus einer Welt der Bedrängnis begibt er sich auf die Suche nach einem Zustand der Freude. Als musikalische Basis für „ONE“ wählte Kohler die Sinfonie Nr. 1 von Johannes Brahms.
In „Dark Elegies“ übernimmt Bariton Dmitri Vargin den Solopart der Mahlerschen „Kindertotenlieder“. Es spielen die Duisburger Philharmoniker, alternierend unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober und Kapellmeister Wen-Pin Chien.
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Vorstellungen im Theater Duisburg: Sa 16.01. – 19.30 Uhr | Fr 22.01. – 19.30 Uhr | Sa 30.01. – 19.30 Uhr | Sa 06.02. – 19.30 Uhr | Sa 20.02. – 19.30 Uhr | Sa 16.04. – 19.30 Uhr
Die Ballettwerkstatt am Montag, 11. Januar 2016, 19.00 Uhr im Theater Duisburg, gibt mit Gesprächen und Probenausschnitten Einblick und Hintergrundinformationen zu dem neuen Ballettprogramm. Der Eintritt ist frei.
Karten und weitere Informationen sind erhältlich an der Theaterkasse Duisburg (0203 9407777), im Opernshop Düsseldorf (0211 8925211) und online unter www.operamrhein.de
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Fotos: Gert Weigelt
Firmengründer in der Region fördern,
die soziale Probleme lösen wollen Von Petra Grünendahl
Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter und Nachhaltigkeit bei Haniel, berichtet vom Social Impact Lab in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir wollen Jungunternehmer fördern, die mit ihrer Unternehmenstätigkeit helfen, soziale Probleme zu lösen“, erklärte Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter und Nachhaltigkeit beim Ruhrorter Familienunternehmen Haniel. Dazu habe Haniel die Idee des „Social Impact Lab“ aus Berlin aufgegriffen, das im Frühjahr auch in Duisburg an den Start gehen soll. Mit Büroarbeitsplätzen und der nötigen Infrastruktur, Netzwerken und Mentoren, Coaching und Beratung will das alteingesessene Familienunternehmen am Standort Ruhrort jene Startups in der Region unterstützen, deren Firmenideen gesellschaftliche Veränderungen und Verbesserungen bewirken.
Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter und Nachhaltigkeit bei Haniel, und MC-Präsident Marco Pfotenhauser. Foto: Petra Grünendahl.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte Jutta Stolle in die VIP-Lounge des CityPalais eingeladen, um über Haniels neue Initiative für Unternehmensgründer zu berichten. Nach der Begrüßung durch MC-Präsident Marco Pfotenhauer schlug Referentin Stolle einleitend den Bogen zur Firmenphilosophie der Haniels, von Standortverantwortung und langfristigen Strategien, von Nachhaltigkeit und Werteorientierung, denen auch das Management verpflichtet ist, das seit 1916 nicht mehr der Familie angehört. Zu den Schwerpunkten sozialer Förderung des Ruhrorter Unternehmens zählen auch die Jugend- und Bildungsförderung (zum Beispiel BAC Bildung als Chance, ein Programm, das sich um Schulabbrecher kümmert und ihnen Wege zu Schulabschluss und Ausbildungsplatz ermöglicht). Auf dieser Basis ist ein Engagement Haniels bei der Gründung von Social Starups nur folgerichtig. So setzt das Ruhrorter Unternehmen Impulse für seinen Firmenstandort und die Region.
Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter und Nachhaltigkeit bei Haniel. Foto: Petra Grünendahl.
Die Franz Haniel & Cie. GmbH ist für die Idee des Social Impact Lab in Duisburg nicht nur Initiator und bietet auf seinem Firmengelände Räumlichkeiten dafür an, sondern setzt auch seine Verbindungen und Netzwerke ein, um Mentoren für die Unternehmensgründer zu gewinnen, in Kooperationen Coaching und Beratung anbieten bzw. vermitteln zu können, ggf. auch über die anderen Social Impact Labs, von denen es fünf weitere in ganz Deutschland gibt. Zur Zeit werden noch provisorische Räumlichkeiten genutzt, endgültiger Standort soll allerdings auf dem Haniel-Gelände in Ruhrort ein Gebäude neben dem Haniel-Museum werden. Dort entstehen auf drei Etagen 400 Quadratmeter Büroflächen für 30 Co-Working-Arbeitsplätze. Im Frühjahr zum Anlauf des Programms soll alles fertig sein. Zur Finanzierung des Duisburger Projekts tragen neben Haniel die Prof. Otto Beisheim Stiftung Deutschland (Otto Beisheim war Gründer der Metro, an der Haniel bis heute Anteile hält) sowie die KfW Stiftung bei.
Social Impact Lab
Das erste Social Impact Lab wurde 2011 in Berlin gegründet, weitere folgten in Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Potsdam. Haniel holt nun die Idee mit seinen Kooperationspartnern nach Duisburg (duisburg.socialimpactlab.eu), wo das Familienunternehmen ein Gebäude auf seinem Campus in Ruhrort zur Verfügung stellt. Die erste Bewerbungsrunde für die Aufnahme in den Kreis von geförderten Unternehmen läuft schon: Interessierte Jungunternehmer können sich bis zum 25. Februar 2016 unter https://andersgruender.eu/bewerben bewerben. Eine Jury wählt aus den eingereichten Bewerbungen aus: „Wir wollen mindestens 40 Unternehmen in den nächsten drei Jahren beim Start helfen“, so Jutta Stolle.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist Mitglied im Deutschen Marketing Verband. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs (www.mc-duisburg.de). Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend.
Krisenstimmung zieht auf: Keine guten
Signale aus der regionalen Wirtschaft Von Petra Grünendahl
Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft. Foto: Petra Grünendahl.
„Nur noch 60 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das sind erneut weniger als bei unserer letzten Umfrage im Frühjahr“, zitierte Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft im Unternehmerverband Duisburg und Unternehmer aus Mülheim, aus der jüngsten Konjunktur-Umfrage. „Die aktuellen Zahlen sollten eine Warnung sein an Politik, Verwaltung und Gewerkschaften, den Bogen nicht zu überspannen“, kommentierte er.
Stellten gemeinsam im Haus der Unternehmer in Buchholz das Konjunktur-Barometer Ruhrgebiet Herbst 2015 vor (v.l.): Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft, und Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation, Foto: Petra Grünendahl.
An der 25. Konjunktur-Umfrage „arbeitgeber ruhr“ hatten sich über 300 Unternehmen aus der Region beteiligt. „arbeitgeber ruhr“ ist ein Zusammenschluss von Arbeitgeber- und Unternehmerverbänden der gesamten Region. Während die Konjuktur-Daten der Wirtschaft insgesamt nur trübe sind, sieht es in der Metall- und Elektro-Industrie schon eher dunkel aus: „Nur noch 44 Prozentbezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Vor einem halben Jahr waren es noch über die Hälfte“, erklärte Lison, der zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz, und Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation, im Haus der Unternehmer in Buchholz das Konjunktur-Barometer Ruhrgebiet Herbst 2015 vorstellte. „Damit sind wir in der Metall-Industrie auf das Niveau der Herbstumfrage 2008 zurückgefallen“, so der Mülheimer Unternehmer. Auch die Zufriedenheit mit Umsätzen und Erträgen ist deutlich gesunken. Gerade in der Metall- und Elektro-Industrie würden einige Unternehmen schon Kurzarbeit fahren, andere hätten sie zum 1. Januar beantragt, wusste Lison zu berichten.
Krisenstimmung als Warnsignal
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Foto: Petra Grünendahl.
Die neue Riege der „jungen Oberbürgermeister“ im Revier sieht Lison auch als Chance für die Wirtschaft: Neue Ideen und mehr Zusammenarbeit der Kommunen, um Kosten zu sparen, dafür eine Abkehr vom Drehen an der Gewerbesteuerspirale, die das Ruhrgebiet deutschlandweit eher ins Abseits wirtschaftlicher Entwicklung bringt. Eine Neuordnung der Kommunalfinanzierung regte er hier nicht zum ersten Mal an. Wobei allerdings bei der Beseitigung des Investitionsstaus bei der Infrastruktur nicht nur Städte, sondern auch Land und Bund gefordert sind: „Die Staus auf der A40 sollten doch nicht der Normalfall sein.“ Ebenso nötig wie die Ertüchtigung der Infrastruktur sei aber auch die Ausweisung von Gewerbeflächen von ausreichender Größe: Vieles ist zu kleinteilig, als dass sich Unternehmen, die künftigen Expansionsbedarf haben, dort ansiedeln. Wenn die hier in der Region nicht fündig werden, siedeln sie sich wohlmöglich woanders an. Und mögliche Gewerbesteueraufkommen sind damit für die Region verloren. Auch die Gewerkschaften mahnte der Wirtschaftssprecher zur Zurückhaltung: „Die 3,4 Prozent Lohnerhöhung von 2015 ist für viele Betriebe in der Metall- und Elektro-Industrie schwer zu verkraften angesichts aufziehender Zeichen einer neuen Krise.“ Und im kommenden Jahr stehen wieder Gehaltstarifverhandlungen an.
„Wer nicht investiert, verliert!“
Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft. Foto: Petra Grünendahl.
Einziger Hoffnungsschimmer in der aktuellen Konjunktur-Umfrage ist die Investitionsneigung, die branchenübergreifend immerhin auf Frühjahrsniveau liegt. „Wer nicht investiert, verliert“ – und das gelte auch für Krisenzeiten, so Heinz Lison. Investieren tun auch immer mehr Unternehmer angesichts des Fachkräftemangels in ihre Mitarbeiter, denn deren Aus- und Weiterbildung nutzt auch dem Unternehmen. So würde man zum Beispiel Flüchtlinge und Asylbewerber gerne in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren, aber es müsse sich für Unternehmer auch lohnen: „3+3“ nannte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes da als Messlatte: drei Jahre Ausbildung, dann mindestens drei Jahre im Betrieb. „Entsprechende Aufenthaltsgarantien müssen die Zugewanderten schon bekommen, denn Sprachkurse und Ausbildung rechnen sich sonst für den Unternehmer nicht“, so Schmitz. Die Auswertung der Umfrage insgesamt lässt für den Unternehmerverband nur eine Schluss zu: Die Gesamtwirtschaft stagniert, einen Aufschwung wird es in der Region im nächsten Jahr nicht geben. Die Zeichen stehen eher – vor allem in der Metall- und Elektro-Industrie – auf Krise!
Die Unternehmerverbandsgruppe
… mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg-Buchholz reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).
Ende der Durststrecke fast erreicht Von Petra Grünendahl
Konnten endlich die Eröffnung des Großen Saales in der Mercatorhalle verkünden (v.l.): Peter Joppa (Duisburg Kontor), Kulturdezernent Thomas Krützberg, Oberbürgermeister Sören Link, Uwe Rohde (Immobilien-Management Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.
„Bislang haben wir den Großen Saal der Mercatorhalle für die Spielzeit 2016 nur passiv vermarktet“, erklärte Peter Joppa, Geschäftsführer des Duisburg Kontor, das ab 1. Januar auch als Vermarkter der Mercatorhalle an den Start geht. Optionale Verträge können jetzt fest abgeschlossen werden. Neben den Duisburger Philharmonikern, die am 5. September ihr erstes Konzert im angestammten Domizil geben werden, wird auch die die eine oder andere Veranstaltung schon angekündigt. Aber: „Erst mit den Veranstaltungen kommt das Vertrauen zurück“, so Joppa. „Das Theater am Marientor war eine gute Alternative, aber kein Ersatz für die herrliche Akustik der Mercatorhalle“, stellte Thomas Krützberg, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, fest. Die 2016er Spielzeit sei von den großen Veranstaltern wohl schon weitgehend abgefrühstückt. Aber für 2017 wolle man mit einer aktiven Vermarktung punkten: Für den Großen Saal, den Kleinen Saal und den Tagungsbereich, der auch jetzt schon wieder sehr gut ausgelastet ist. „Für die ganz großen Kongresse fehlen uns hier noch Hotelkapazitäten, aber die werden gerade am Hauptbahnhof gebaut“, bemerkte Joppa.
Hans-Joachim Geiser, planender Architekt der Sanierungsarbeiten, stand den Journalisten Rede und Antwort. Foto: Petra Grünendahl.
„Je tiefer man buddelte, umso mehr Probleme traten zu Tage. Das war Schlamperei und kriminelle Energie“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link, als er im Pressegespräch zusammen mit Uwe Rohde (Geschäftführer Immobilien-Management Duisburg IMD), Peter Joppa (Duisburg Kontor) und Kulturdezernent Thomas Krützberg das Ende der Durststrecke verkünden konnte: Am 1. September 2016 eröffnet nun auch der Große Saal der sanierten Mercatorhalle. „Die Duisburger können dann wieder stolz auf ihre Mercatorhalle sein“, so IMD-Geschäftsführer Rohde, der betonte, dass Besucher dann auch wirklich sicher in der Halle seien. Zusammen mit Hans-Joachim Geiser, dem planenden Architekten der Sanierungsarbeiten, präsentierte Rohde auf dem Gang durch die Mercatorhalle die „Highlights“ der Sanierung, die allein für den Großen Saal mit seinen Nebenräumen mit Kosten von 9,87 Mio. Euro beziffert wird.
Im großen Foyer des Großen Saales mussten Löcher für Ventilatoren in die Decke gebohrt werden. Foto: Petra Grünendahl.
Alle Gewerke sind ausgeschrieben, die Baumaßnahmen sind in vollem Gänge, während nebenan im Kleinen Saal oder im Tagungsbereich schon wieder Tagesgeschäft herrscht: „Wir arbeiten hier im laufenden Betrieb“, so Kulturdezernent Krützberg. 14 Planungs-, Ingenieur- und Sachverständigenbüros waren im Vorfeld tätig, 28 Firmen für den Ausbau und die Haustechnik sind mit insgesamt 80 Mitarbeitern in der heißen Phase am Bau beschäftigt. Bis Ende Juni sollen die großen Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sein, danach folgen letzte Anpassungen und optischer Feinschliff, bevor Mitte August die Abnahmen der Arbeiten beginnen. Eine erste Akustikprobe der Duisburger Philharmoniker steht am 11. Juli an. Die Übergabe des Großen Saals inklusive Technikräumen und Nebenräumen erfolgt zum 1. September.
Herkulesaufgabe: Baumängelbeseitigung
Mit gut 1 Mio. Euro kostete die Komplettsanierung des Ranges im Großen Saal. Foto: Petra Grünendahl.
Nachdem man im August 2012 erste Brandschutzmängel festgestellt und die Halle für Publikumsveranstaltungen geschlossen wurde, begann die Bestandsaufnahme. Hinter geöffneten Decken- oder Wandverkleidungen traten weitere Baumängel zu Tage. „Wenn wir nicht überall hinter Wänden und Decken hätten nachgucken müssen, hätten wir die Mängel gar nicht bemerkt“, so Uwe Rohde. „Manche Bereiche konnten gar nicht entlüftet werden“, ergänzte Bauleiter Geiser. Diese Bereiche wären im Brandfall für Besucher zur tödlichen Falle geworden. So mussten in die Betondecke im großen Foyer Löcher für große Ventilatoranlagen zur Entrauchung im Brandfall gebohrt werden. Für nachströmende Frischluft müssen noch die Glasfassaden geöffnet werden. An anderen Stellen waren Aufhängungen nicht für die Gewichte ausgelegt, die daran gefestigt waren. Die Wandverkleidungen im Großen Saal zählen ebenso dazu wie die Deckenkonstruktion der fast 17 Meter hohen Halle: Rund 200 neue Dübel mussten dort gesetzt werden, um die Gewichte von Hallendecken, Obermaschinerie und Saaltechnik „stemmen“ zu können. „Große Kraftanstrengungen waren nötig, auch wegen der Komplexität der Mängel, die Beseitigung bautechnisch wie vertragstechnisch in trockene Tücher zu kriegen“, erklärte Uwe Rohde den langen Zeitraum der Schließung. Nachdem zuvor schon Tagungsbereich und Kleiner Saal saniert worden waren – beide haben ihren Betrieb auch schon längst wieder aufgenommen –, konnte nach Bestandsaufnahme und Planung am 31. August dieses Jahres auch der Startschuss für die Arbeiten im Großen Saal gegeben werden.
Mit dem Beginn des neuen Jahres werden die Duisburger auch von außen etwas von den Bauarbeiten mitkriegen: Die Mercatorhalle wird eingerüstet, um in die Fensterfronten Kippfenster einzubauen. Durch diese soll Luft nachströmen, wenn über die Ventilatoren in der Hallendecke im Foyer eventueller Rauch nach oben abgeleitet wird. Ab Februar soll es, so Kulturdezernent Krützberg, öffentliche Führungen geben, bei denen sich Duisburger über die Sanierungsmaßnahmen informieren können.
Gerichtliches Nachspiel
Wenn sich ab 1. September die Tore im großen Saal der Mercatorhalle wieder für Veranstaltungen öffnen, ist das Kapitel Sanierung aber noch lange nicht abgeschlossen. Das IMD hatte akribisch alle Baumängel dokumentiert. Das soll der Stadt Duisburg helfen, mögliche Schadenersatzansprüche gegen Baufirmen, Planer oder Sachverständige geltend zu machen. Darüber entscheiden dann die Gerichte, das ist aber noch ein langer Weg. Zu den entstandenen Schäden zählen ja nicht nur die Kosten der Sanierung von insgesamt etwa 16 Mio. Euro, sondern auch Mietausfälle für bis zu vier Jahre.
Weltneuheit: Thorsten Stürmer vom Team „Technologie Erz und Eisen“ bei der thys-senkrupp Steel Europe AG ist für die automatisierte Sinterversuchsanlage zuständig. Mit ihr kann der Einsatz unterschiedlicher Rohstoffe besonders effizient gesteuert und dadurch eine optimierte, umweltverträgliche Zusammensetzung in der Stahlproduktion erzielt wer-den. Foto: TKSE.
Unterschiedliche Rohstoffe besonders effizient einzusetzen und dadurch eine optimierte und umweltverträgliche Zusammensetzung in der Stahlproduktion zu erzielen – das ist jetzt bei thyssenkrupp in Duisburg möglich. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit hat Steel Eu-rope eine weltweit einzigartige, automatisierte Sinterversuchsanlage in Betrieb genommen, mit deren Hilfe zukünftig auch Emissionen der betrieblichen Sinteranlage reduziert werden sollen. Ziel des Stahlherstellers ist es, mit der versuchsweisen Sinterproduktion sich auf das Problem schwankender Rohstoffqualitäten einstellen zu können: „Mit der Anlage versu-chen wir frühzeitig auf die weltweiten Veränderungen von Erzqualitäten zu reagieren und flexibel Schwankungen auszugleichen. Durch die vollständige Digitalisierung der Ver-suchsprozesses haben wir nicht nur exakte Qualitätskennzahlen, sondern gleichzeitig den Emissionsgehalt der Einsatzstoffe im Blick“, sagt Dr. Urban Janhsen, Leiter des Teams „Technologie Erz und Eisen“ bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. Mit der Versuchsan-lage kann in kleinen Chargen getestet werden, wie sich Rohstoffe in der Massenproduktion verhalten werden.
Beim Sintern wird das feinkörnige Eisenerz mit anderen Stoffen vermengt, stark erhitzt und durch Anschmelzen der Erzkornränder zu größeren Stücken zusammengebacken. Die Bro-ckenform des so genannten Sinterkuchens ist für die Produktion von Roheisen im Hochofen erforderlich. Für die tägliche Massenproduktion von Sinter können mithilfe der Versuchs-anlage im Forschungsbereich binnen weniger Stunden exakte Vorhersagen über optimale Mischverhältnisse der Einsatzstoffe getroffen werden. Vom Wiegen der Probe vor der Un-tersuchung bis zur Prüfung des fertigen Sinters übernimmt ein Roboter alle Füll- und Transportschritte. Zudem bietet die Anlage für ältere oder leistungseingeschränkte Mitar-beiter aufgrund der Automatisierung der Umfüll- und Transportprozesse ein hohes Maß an Ergonomie und Arbeitssicherheit.
Eine weitere, maßgebliche Innovation stellt die bis ins kleinste Detail mögliche Staubanaly-se des gesamten Versuchsprozesses dar, wodurch das Reduzieren von Emissionen ermög-licht werden soll. Mit einem Laser werden Austrittsstoffe gemessen und können als reprä-sentative Proben bewertet werden. Dank des vollautomatisierten Ablaufs können staubarme Einsatzstoffe identifiziert und ihr optimaler Einsatz bestimmt werden. Die Anlage wurde mit der Unterstützung der Ingenieursfirma Heat and Power Engineering GmbH (Stuttgart) gebaut. Das Steuerungsmodell stammt von der Siemens AG.
Die Sinterversuchsanlage stellt einen weiteren aktiven Beitrag für eine bessere Umweltsitu-ation in Duisburg dar. Erst kürzlich hat thyssenkrupp Steel Europe mit dem Bau eines wei-teren, modernen Tuchfilters begonnen, mit dem nahezu 99,99 Prozent des Sinterstaubs verursacht durch die Sinterproduktion eingefangen werden können. Diese Anlage soll im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen werden.
– Pressemeldung und Foto: thyssenkrupp Steel Europe –
Wolfgang Schmitz: Mangelnde Mobilitäts- nicht mangelnde Ausbildungsbereitschaft ist das Hauptproblem
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe. Foto: Unternehmerverband.
Mit Verwunderung hat der hiesige Unternehmerverband auf die erneute Forderung des DGB NRW nach einer gesetzlichen Ausbildungsumlage reagiert. Diese war im Zuge der jüngsten Gespräche im Rahmen des NRW-Ausbildungskonsenses erhoben worden. „Bei diesen Forderungen handelt es sich um einen alten Hut. Sie werden den aktuellen Anforderungen am Ausbildungsmarkt nicht gerecht“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. „Eine Zwangsabgabe schafft keine zusätzlichen Ausbildungsplätze und bestraft Unternehmen, die in der Vergangenheit ausgebildet haben“, so Schmitz weiter. Aktuell sähen sich die Unternehmen durch die Flüchtlingspolitik zudem noch weiteren Herausforderungen gegenüber gestellt, die es zu meistern gelte.
Es sei deswegen nicht gerechtfertigt, die Unternehmen immer wieder pauschal zu kritisieren. „Die Unternehmen haben im Jahr 2015 mehr als 2.200 zusätzliche Lehrstellen gemeldet und zudem mit insgesamt mehr als 100.000 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen ein Angebot auf Rekordniveau erreicht“, so Schmitz.
Schmitz rät dazu, die Situation auch von einer anderen Seite zu beleuchten. Aktuelle Zahlen des Ländermonitors berufliche Bildung würden belegen, dass sich in NRW immer weniger junge Menschen um einen Ausbildungsplatz bewerben. „Die Zahl der Bewerber ist in den letzten acht Jahren um 11 Prozent gesunken, bundesweit sogar um 19 Prozent“, zitiert Schmitz aktuelle Zahlen. Dies sei unter anderem auf den Trend weg von der klassischen Ausbildung hin zum Studium zurückzuführen. Der hiesige Unternehmerverband hatte wiederholt davor gewarnt, die klassische Berufsausbildung als Auslaufmodell darzustellen. „Trotz des Trends zum Studium, brauchen wir auch in Zukunft die Ausbildung“, ist sich Schmitz sicher.
Ein weiteres Problem sieht er an anderer Stelle: „Wir müssen uns fragen, wie Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage nach Berufen und Regionen zusammengebracht werden können.“ Viele Jugendliche seien nicht bereit, einen Ausbildungsplatz in einer anderen Stadt anzutreten. Die Herausforderung sei also, zu überlegen, wie man den Jugendlichen ein Arbeitsplatzangebot in einer anderen Stadt schmackhaft machen könne bzw. sie zur Suche einer attraktiven und zukunftsfähigen beruflichen Alternative in ihrem Umfeld zu motivieren.
– Pressemeldung und Foto: Unternehmerverband Duisburg –
Gesamtumschlag in Häfen der duisport-Gruppe erneut gesteigert / Kombinierter Verkehr bleibt Wachstumstreiber / verhaltende Entwicklung in 2016 erwartet
Im Jahr 2015 wird die duisport-Gruppe Güter mit einem Gesamtvolumen von 68 Mio. Tonnen umschlagen. Der Containerumschlag per Schiff, Bahn und Lkw wird voraussichtlich um 6 Prozent auf 3,6 Mio. TEU (2014: 3,4 Mio. TEU) wachsen. Foto: duisport/ Rolf Köppen.
Nach aktuellen Hochrechnungen wird die duisport-Gruppe im Jahr 2015 Güter mit einem Gesamtvolumen von
68 Mio. Tonnen (2014: 64,7 Mio. Tonnen) umschlagen. Dies entspricht einem Plus von rund
5 Prozent. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere das positive Ergebnis im Kombinierten Verkehr. „Der Containerumschlag per Schiff, Bahn und Lkw wird voraussichtlich um 6 Prozent auf 3,6 Mio. TEU (2014: 3,4 Mio. TEU) wachsen und erreicht damit eine weitere Höchstmarke. Mit Blick auf stagnierende Logistikmärkte in Europa, können wir mit den erreichten Ergebnissen mehr als zufrieden sein“, sagt Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
„Erstmalig seit der Wirtschaftskrise in 2008/09 gibt es einen leichten Rückgang des Seecontainerumschlags in der Hamburg – Le Havre Range. Angesichts dieser Entwicklung bin ich recht zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr. Offensichtlich haben wir uns gut geschlagen und konnten weitere Marktanteile hinzugewinnen“, so Staake.
Wesentliche Treiber im Jahr 2015 waren die Segmente Mineralöle, chemische Erzeugnisse sowie der Kombinierte Verkehr / Containerumschlag. Das marktbedingt schwache Stahlgeschäft konnte durch das Wachstum in diesen Bereichen kompensiert werden.
Für das kommende Jahr erwartet duisport keine nennenswerte Verbesserung des globalen Welthandels. Große asiatische Seehäfen verzeichnen zum Teil erhebliche Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr. Dies hat auch Auswirkungen auf die Asia-Europe trades. „Derzeit gibt es keinen echten Treiber für weltwirtschaftliches Wachstum. Wachstumsimpulse im kommenden Jahr sind daher nicht zu erwarten, so dass auch wir von einer verhaltenden Entwicklung in 2016 ausgehen“, so Staake abschließend.
– Pressemeldung und Foto: Duisburger Hafen AG duisport – Foto: duisport / Rolf Köppen
Mit Weihnachtsstimmung in den „Frühling“ entlassen Von Petra Grünendahl
Weihnachtskonzert 2015 mit dem Polizeichor Duisburg 1928 e. V., dem Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V. und dem Orchester Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Bass-Solist Klaus Hermann vom Polizeichor Duisburg 1928 e. V. Foto: Petra Grünendahl.
Die Solisten im Vordergrund (v.l.): Tenor José Manuel Montero, Sopran Francesca Caligari und Bass Klaus Hermann. Foto: Petra Grünendahl.
„Auch wenn einem bei den frühlingshaften Temperaturen draußen nicht wirklich weihnachtlich zumute ist, schließen Sie doch bitte einfach die Augen, stellen sich den Schnee unter ihren Füßen vor und lassen sich von uns entführen“, begrüßte Rolf Holz, Vorsitzender des Polizeichores Duisburg, die Besucher in fast ausverkauften Theater am Marientor (TaM). Ein buntes Programm von besinnlichen bis heiteren Weihnachtsliedern und Liedern passend zur Weihnachtszeit, manche bekannter, andere eher nicht, warteten auf die Zuschauer. Nach der Zugabe „Jerusalem“ von Klaus Hermann (alle Jahre wieder ein Erlebnis!) beschloss ein gemeinsam gesungenes Finale mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ ein rundum gelungenes Weihnachtskonzert. Tosender Applaus belohnte die engagierten Sänger, bevor das begeisterte Publikum mit Weihnachtsstimmung im Gepäck in den viel zu warmen Abend ging.
Zu drei Weihnachtskonzerten lädt der Polizeichor Duisburg 1928 e. V. traditionell am vierten Adventswochenende ein. In diesem Jahr allerdings glänzte gerade der letzte Advent mit einem Wetter, das so manchen Konzertbesucher die Jacken im Auto lassen und nur in Saal-Garderobe ins TaM kommen ließ. Den Sängern des Polizeichors Duisburg, den Sängerinnen des Frauenchors der Polizei Duisburg 1983 e. V. sowie den Solisten gelang dann aber, dem gut gefüllten Theatersaal das passende Weihnachtsfeeling einzuhauchen. Der Name des Programms – „adeste fideles“ (Ihr Gläubigen) – war da nicht ganz unpassend ;-). In bewährter Tradition begleitete ein hervorragendes Orchester Oberhausen die Sänger instrumental. Als Solisten boten die Chöre Klaus Hermann (Bass aus eigenen Reihen), Francesca Caligaris (Sopran) aus Florenz und José Manuel Montero (Tenor) aus Madrid auf, die das Programm mit ihrem Können und ihrer stimmlichen Vielfalt bereicherten.
Sopran Francesca Caligari aus Florenz. Foto: Petra Grünendahl.
Die Überraschung beim beim Weihnachtskonzert 2015: das Streichquartett Joker aus Oberhausen/Mülheim. Foto: Petra Grünendahl.
Die musikalische Gesamtleitung oblag Musikdirektor Axel Quast, dem Leiter des Polizeichors Duisburg. Erstmalig tatkräftig unterstützt wurde Quast vom neuen Leiter des Frauenchors der Polizei Duisburg, Sebastian M. Ostmeyer, der zudem neue eigene Arrangements zu diversen Stücken beigesteuert hatte.
Die Überraschung hat Tradition
Traditionell gibt es in der zweiten Hälfte des Konzerts einen Überraschungsgast. In diesem Jahr holte der Polizeichor das Streichquartett Joker aus Oberhausen/Mülheim auf die Bühne. Die vier jungen Damen – Melissa (erste Geige), Sofia (zweite Geige), Chea (Cello) und Sophie (Bratsche) – kennen sich vom Jungen Orchester Oberhausen, spielen seit zweieinhalb Jahren zusammen und präsentieren ein modernes Repertoire mit eigenen Arrangements. Sie gaben den Weihnachtsklassikern des 20. Jahrhunderts – von White Christmas bis zum unvermeidlichen Last Christmas – einen klassischen, aber zeitgemäß flotteren Anstrich.
Polizeichor Duisburg:
(Mit-)Sänger gesucht
Gast-Tenor José Manuel Montero aus Madrid. Foto: Petra Grünendahl.
Der Polizeichor (Männerchor) besteht nicht nur aus Polizisten, sondern steht auch nichtpolizeiangehörigen interessierten Sängern offen. Geprobt wird einmal wöchentlich montags um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn (Kulturzentrum …kulturiges…) an der Duisburger Straße 213.
Interessierte können einfach mal vorbeikommen.
Weitere Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man hier …
Als dritter Chor glänzte das Publikum
zu traditionellen Weihnaachtsliedern Von Petra Grünendahl
Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor Duisburg und der Duisburger SInfonietta. Foto: Petra Grünendahl.
Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit der Solistin Evelyn Ziegler (Sopran). Foto: Petra Grünendahl.
Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem Solisten Jakob Kim (Bass-Bariton). Foto: Petra Grünendahl.
Nicht nur ausgesprochene Weihnachtslieder passen gut in die Weihnachtszeit, nicht nur religiöse/christliche Werke klassischer Komponisten (Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Stolz, Georg Friedrich Händel). Auch beispielsweise der Chor der Gefangenen aus Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ oder auch das Trommellied von Wolfgang Lüderitz reihten sich nahtlos ein in ein vielfältiges Programm, das von ernst und getragen bis fröhlich und heiter die ganze Palette möglicher Weihnachtsstimmen und Stimmungen bot. Und nicht nur für das abschließende „Oh du fröhliche“ setzte der Programmverantwortliche Peter Stockschläder auf das Publikum: Schon den Part mit den klassischen deutschen Weihnachtsliedern sangen die beiden Chöre auf der Bühne mit einem engagierten Publikum, das – für die weniger Textfesten – Liedtexte zum Programm mitbekommen hatte. Wie eine große Familie sang man um den Tannenbaum, der die Bühne schmückte.
Zu ihrem traditionellen Weihnachtskonzert hatte die Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp am dritten Adventswochenende ins TaM (Theater am Marientor) eingeladen. Ein gutes Händchen hatte Peter Stockschläder bei der Zusammenstellung von Programm und mitwirkenden Musikern und Sängern bewiesen: Der Leiter des ThyssenKrupp-Chores und musikalisch Gesamtverantwortliche für das Weihnachtskonzert hatte eine bunte Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem, aus traditionellen Weihnachtsliedern, klassischer Musik mit weihnachtlichem Ambiente, Kirchenmusik und Volksweisen zusammen gestellt. Interpreten waren neben dem ThyssenKrupp-Chor die dem Publikum von früheren Konzerten bekannten Solisten Evelyn Ziegler (Sopran) und Jakob Kim (Bass-Bariton) sowie der Projektchor „Weihnachten“ des Sängerkreises Duisburg-Dinslaken. Instrumental begleiteten traditionell die Duisburger Sinfonietta, das Kammerorchester der Folkwang-Universität der Künste, diesmal unterstützt von Lucie Samson am Klavier die Sänger. Vor nahezu ausverkauftem Haus begeisterten sie das Publikum, das nach einem stimmungsvollen Nachmittag gut eingestimmt in Restweihnachtszeit gehen konnte.
ThyssenKrupp-Chor Duisburg und Jubilaren-Vereinigung
Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor Duisburg und der Duisburger SInfonietta. Foto: Petra Grünendahl.
Sowohl die Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp als auch der ThyssenKrupp-Chor lehnen sich an den Unternehmensnamen an. Beide entstammen ursprünglich den Werken von Thyssen in Duisburg. Der Chor entstand 1999 als Zusammenschluss der Werkschöre Ruhrort/Meiderich (1871/77) und Hamborn (1906), bevor er dann nach der Fusion in ThyssenKrupp-Chor umbenannt wurde. Sitz und Probelokal ist das Hotel Montan in Hamborn. Informationen zum ThyssenKrupp-Chor, Kontaktdaten und Probetermine findet man unter https://www.thyssenkrupp-chor-duisburg.de/.
Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor Duisburg, dem Projektchor „Weihnachten“ des Sängerkreises Duisburg-Dinslaken und der Duisburger SInfonietta. Foto: Petra Grünendahl.
Die Vereinigung der Jubilare entstand vor gut 100 Jahren in der August-Thyssen-Hütte, später Thyssen Stahl AG, bis zur heutigen ThyssenKrupp Steel Europe, deren Hauptsitz immer noch Duisburg ist. Zu besten Zeiten – als die Stahlindustrie in Duisburg einige Zehntausend Arbeitskräfte beschäftigte – gehörten etwa 15.000 Jubilare dem Verein an, heute hat der Verein immerhin noch gut 8.000 Mitglieder, die mindestens ihre 25jährige Betriebszugehörigkeit bei Thyssen oder ThyssenKrupp in Duisburg feiern durften.
Ganze Region profitiert wirtschaftlich von der
positiven Entwicklung des Standortes Von Petra Grünendahl
Stellten die neue Studie vor (v. l.): Oberbürgermeister Sören Link, Erich Staake (Vorstandsvorsitzender Duisburger Hafen AG), Staatssekretär Michael von der Mühlen (Land NRW), Dr. Michael Göbel (Geschäftsführer Regionomica GmbH). Foto: duisport / Heike Kaldenhoff.
Jeder achte Arbeitsplatz in Duisburg ist vom Hafen abhängig, ergab eine Untersuchung des Berliner Marktforschungsinstituts Regionomica GmbH. Von den fast 22.000 Arbeitsplätzen, was 13 Prozent des lokalen Beschäftigungsmarktes entspricht, sind 14.810 direkt bei im Hafen ansässigen Unternehmen angesiedelt. Indirekt hängen nur in Duisburg weitere 7.120 Arbeitsplätze an der Hafenwirtschaft. Insgesamt nennt die Studie eine Zahl von 45.300 direkt oder indirekt hafenabhängig Beschäftigten in Duisburg und der Region, was ein Wachstum von 12 Prozent gegenüber der letzten Untersuchung im Jahr 2011 (damals 40.600 Beschäftigte) darstellt. Die Wertschöpfung durch den Hafen und sein wirtschaftliches Umfeld summiert sich auf 2,8 Mrd. Euro, ein Wachstum um 4 Prozent gegenüber 2011. Der Hafen brummt: als Jobmotor ebenso wie als Motor der Wirtschaft in der Region.
Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport), stellte die Ergebnisse dieser Studie zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link, Michael von der Mühlen, Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Nordrhein-Westfalen und Aufsichtsratsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, und Dr. Michael Göbel, Geschäftsführer der Regionomica GmbH, vor. Seit dem Jahr 2000 lässt die Duisburger Hafen AG in regelmäßigen Abständen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftseffekte des Logistikstandortes in einer umfangreichen Studie ermitteln. Die Ergebnisse unterstreichen die schon seit vielen Jahren anhaltende positive wirtschaftliche Entwicklung des Duisburger Hafens. Die Stadt Duisburg profitiert davon gleich mehrfach: Über die Gewerbesteuern der Betriebe, über die Dividende als Anteilseigner des Hafens (1/3 Stadt Duisburg, 2/3 Land NRW) und von den Beschäftigten, die ihr Geld hier wieder ausgeben und damit auch weitere Arbeitsplätze sichern.
Positive Entwicklungen
„Als ich hier vor über 17 Jahren anfing, hatten wir 20.000 von Hafenbetrieb abhängige Arbeitsplätze“, erinnerte sich Erich Staake, seit 1998 Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Damals begann der Wandel vom reinen Flächenvermarkter („Landlord“) zum Konzept-, Dienstleistungs- und Full-Service-Anbieter. Von den damals über 500 Hektar Freiflächen sind heute nur noch 20 Hektar übrig. Das Filetstück unter den Freiflächen im Hafengebiet ist die Mercatorinsel mit 14 Hektar, aber einem schmalen Zuschnitt, der nicht für jedes Unternehmen geeignet ist. „Ich will hier aber nicht den Erstbesten ansiedeln“, erklärte Hafenchef Staake, warum das Areal noch nicht vermarktet ist.
Rund 300 Betriebe sind heute im öffentlichen Hafen ansässig. Sie bieten nicht nur reine Transportdienstleistungen, sondern auch produktive Wertschöpfung an. Weitere Unternehmen aus Produktion und Logistik haben sich drum herum angesiedelt, um von den Vorteilen des Standortes zu profitieren. Die spektakulärsten Neuansiedlungen der letzten Jahre – die Logistikzentren (CKD-Zentren) von Audi und VW – konnten nur deswegen angesiedelt werden, weil die Wachstumsmärkte in Übersee liegen und dort hohe Importzölle eine Endmontage vor Ort wirtschaftlich sinnvoll machen. Die in ganz Deutschland vorproduzierten Komponenten und Systeme werden über Duisburg nach China, Indien oder Lateinamerika verschifft.
Logistik ist mehr als der Lkw-Lärm, der von betroffenen Anwohnern wahrgenommen wird. „Die Logistik ist heute Teil der Produktion“, erklärte Staatssekretär Michael von der Mühlen. „Verbesserungen vor Ort gehen aber nicht von heute auf morgen, wenn wir Industrieland bleiben wollen“, so Oberbürgermeister Sören Link. Investitionen in Infrastruktur, in Parkplätze und Autohöfe stehen da an. Die Hafengesellschaft hat in Umgehungsstraßen und einen Lkw-Parkplatz investiert, erprobt ein Verkehrsleitsystem, auch Land und Stadt (mit Investitionshilfen von Land und Bund) wollen investieren. Gerade die Infrastruktur und die Erreichbarkeit des Hafens spielen bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes eine wichtige Rolle, wie die Untersuchungen zeigten. Mit der Sperrung der A59 im vergangenen und Lkw-Sperren auf der A40 in diesem Jahr war die Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt worden. Umso wichtiger, dass die Ertüchtigungen bis zum notwendigen Neubau – die Neuenkamper Rheinquerung soll 2023 fertig sein – halten. Immer wichtiger werde aber auch Aufklärung und Information der Bevölkerung, so Erich Staake. Neben Lärm und Umweltverschmutzung sind es vor allem Giftstofflager und Gefahrstofftransporte, die bei den Anwohnern Ängste auslösen und Ablehnung hervorrufen. Ansiedlungen müssen für die Bevölkerung sicher sein und das muss dann auch kommuniziert werden.
Befragt hatte das Marktforschungsinstitut Regionomica die im Hafen ansässigen Unternehmen, Logistikunternehmen in der Region (in Duisburg außerhalb des Hafens) sowie Industrie und Großhandel in Duisburg und der Region. Simulations- und Wirkungsberechnungen bauten darauf auf. Fachgespräche und Interviews mit ausgewählten Unternehmen und relevanten Akteuren lieferten dabei ergänzende qualitative Einschätzungen. Von der hohen Rücklaufquote (26 Prozent) profitierte nicht nur die Studie, sondern über eine Spende (5 Euro pro Antwortbogen) jeweils zur Hälfte auch das Schifferkinderheim Nikolausburg und der Immersatt Kinder- und Jugendtisch e.V. Duisburg.
duisport
Die Duisburger Hafen AG ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full-Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inklusive Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik.
http//www.duisport.de
Entwicklung des neuen Lkw-Verkehrsleitsystems erreicht nächste Projektphase
Aufbau von Verkehrserfassungssystem und dynamischen Hinweisschildern im Duisburger Hafen
Duisport-Zentrale in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.
Die im Frühjahr zwischen Siemens und der Duisburger Hafen AG (duisport) vereinbarte strategische Zusammenarbeit zur Realisierung eines Verkehrsleitsystems erreicht seine nächste Projektphase. Nach Vorliegen sämtlicher Genehmigungen werden ab nächster Woche in den Bereichen logport I in Rheinhausen und Ruhrort Systeme zur Verkehrserfassung sowie dynamische Hinweisschilder montiert. Der Testbetrieb des Pilotprojektes erfolgt Anfang kommenden Jahres.
„Mit diesen ersten Maßnahmen kommen wir unserem Ziel, die Effizienz der Verkehrsflüsse im Duisburger Hafen zu optimieren, einen großen Schritt näher. Mit der intelligenten Lkw-Zulaufsteuerung werden zukünftig nicht nur Engpässe und Staus reduziert, sondern auch neue Kapazitäten geschaffen. Dadurch werden wir die Leistungsfähigkeit unseres Logistikstandortes nachhaltig steigern können“, betont Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Dank der guten Kooperation mit der Stadt Duisburg und dem Land NRW konnte diese nächste Projektphase so schnell in die Umsetzung gehen. Das Verkehrserfassungssystem nimmt die Verkehrsdaten der Lkw auf und leitet diese anonymisiert und über standardisierte Schnittstellen an eine von Siemens betriebene Zentralebene weiter. Das neue Verkehrserfassungssystem erfüllt alle datenschutzrechtlichen Auflagen, da ausnahmslos nur Verkehrsinformationen und keine persönlichen Daten erfasst werden.
Nach einer Testphase zu Beginn des kommenden Jahres wird das System freigeschaltet. Zusätzliche Hinweisschilder mit Fahrzeitinformationen ermöglichen es den Lkw-Fahrern, die optimale Route zu wählen. Eine intelligente App, die sowohl Fahrer, Logistikdienstleister als auch Terminalbetreiber stets darüber informiert, ob die geplanten und voraussichtlichen Ankunftszeiten übereinstimmen, ist parallel in der Entwicklung. Dabei wird das System die Lkw-Daten erfassen, diese Informationen anonymisieren, sie mit regionalen Echtzeit-Verkehrsdaten wie etwa Reisezeiten, Verkehrslagen sowie -störungen bündeln und diese zudem an mobile Endgeräte spielen. Ankommende Lkw-Fahrer erhalten so künftig alle wichtigen Verkehrsinformationen, um koordiniert und schnell zu ihrem Zielort zu gelangen.
Einladung zur Barbarafeider 2015. Foto: Petra Grünendahl.
Die Barbarafeier am zweiten Advent hat schon Tradition im Duisburger Süden: Zum elften Mal luden die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) zum Ökumenischen Gottesdienst in ihre Werkshalle. Die Liturgien, Lesungen und Predigt zum Thema „Bündnis für Toleranz“ – Willkommenskultur und Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern – waren eingerahmt von einem musikalisch vielfältigem Programm: Es spielten und sangen der Posaunenchor des CVJM Duisburg-Süd, der Gospelchor Trinitatis, die Duisburg Voices, Axel Kaden & Okko Herlyn sowie das Sreichquartett der Duisburger Philharmoniker mit Peter Bonk, Sascha BAuditz, Judith Bach und Florian Sebeld. Den Gottesdienst leiteten Pfarrer Rainer Kaspers (Evangelische Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd) und Pastor Rolf Schragmann (Katholische Gemeinden Duisburg Süd), die Predigt hielt Superintendent Armin Schneider (Evangelischer Kirchenkreis Duisburg, Sprecher des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage in Duisburg) zusammen mit Pastor Rolf Schragmann, der für den erkrankten Duisburger Stadtdechanten Bernhard Lücking (Katholische Kirche) eingesprungen war.
Gruppenbild mit den diesjährigen Gewinnern: (v. l. n. r.) Dirk Suceska (TARGOBANK), Dr. Stefan Dietzfelbinger (IHK Duisburg), Rainer Morawitz (TARGOBANK), Oberbürgermeister Sören Link, Martina Tinnefeld (Franz Haniel) und Wolfgang Schmitz (Unternehmerverband). Foto: Unternehmerverband.
Zwölf Unternehmen sind jetzt im Rahmen einer Feierstunde im HAUS DER UNTERNEHMER für ihr Engagement in Sachen Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden. Zwei davon besonders: Das Unternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH und die TARGO Dienstleistungs GmbH. Damit ging der Wettbewerb, den das Duisburger Bündnis für Familie im letzten Jahr zum ersten Mal ausgelobt hatte, in die zweite Runde. Zwölf Bewerbungen waren eingegangen. Alle Unternehmen seien Vorbilder, es gebe keine Verlierer, betonte die Jury gleich zu Beginn.
Beworben hatten sich: INDUNORM Bewegungstechnik GmbH, Haeger & Schmidt International GmbH, Wirtschaftsbetriebe Duisburg – AöR, TARGO Dienstleistungs GmbH, Volksbank Rhein-Ruhr eG, START Zeitarbeit NRW GmbH, Deutscher Kinderschutzbund Duisburg e. V., Franz Haniel & Cie. GmbH, KROHNE Messtechnik GmbH, Siemens AG, Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und Krankikom GmbH. Jedes Unternehmen bekam für die erfolgreiche Teilnahme eine eigens für diese Auszeichnung erstellte Grafik mit der Überschrift „Platz für Familie ist Raum für Zukunft“ des bekannten Cartoonisten Dirk Meissner.
Oberbürgermeister Sören Link freut sich über die Qualität der eingegangenen Bewerbungen. Er sieht die bestehende familienfreundliche Arbeit in Duisburger Unternehmen bestätigt: „Betriebe, die sich um gute Rahmenbedingungen für Familien kümmern, werben damit für sich und unseren Wirtschaftsstandort.“ Davon ist auch Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, überzeugt: „In Duisburg bewegt sich etwas. Das zeigen Wettbewerbe wie diese. Die Stadt hat das Potential für eine gute wirtschaftliche Zukunft, das zeigt der Blick auf die modernen Arbeitgeber. Wir müssen die guten Seiten dieser Stadt viel öfter herausstellen.“
Alle Initiatoren betonten den hohen Stellenwert von Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor für Unternehmen. „Wer Mitarbeiter für sich gewinnen und langfristig an sich binden möchte, muss ihre familiäre Situation berücksichtigen“, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve. Das habe der Wettbewerb erneut eindrucksvoll gezeigt. „Es ist faszinierend, wie vielfältig die familienfreundlichen Leistungen der Unternehmen für ihre Beschäftigten sind. Das fängt bei der freien Arbeitszeitgestaltung an, geht über verschiedene Teilzeitmodelle und hört bei Notfallbetreuungsangeboten auf“, ergänzt Holger Pethke, Jugendamtsleiter und Jurymitglied.
Am Ende konnten sich zum einen das umfassendste und zum anderen das innovativste Konzept durchsetzen. Das familienfreundlichste Duisburger Unternehmen des Jahres 2015 ist Haniel. „Das entscheidende Kriterium für den Preisträger war die unglaubliche Breite des familienfreundlichen Angebots“, so Jurymitglied Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation beim Unternehmerverband. Deshalb gewann das Family Equity-Unternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH mit seinen rund 200 Mitarbeitern am Standort Duisburg den Preis für sein besonders umfassendes Konzept.
„Man weiß in diesem Unternehmen offenbar sehr genau, was Familien brauchen, weil man trotz seiner wirtschaftlichen Größe immer ein Familienbetrieb geblieben ist. Die Prinzipien funktionierender Familien gehören zur dna dieses Unternehmens. In einer funktionierenden Familie übernehmen die Familienmitglieder Verantwortung für einander. Haniel übernimmt Verantwortung – für seine Mitarbeiter, aber auch für seinen Unternehmensstandort“, so Heidmeier in der Laudatio. Die familienfreundlichen Maßnahmen des Unternehmens – von freiwilligen Sozialleistungen über flexible Arbeitszeiten bis hin zu Notfall-Betreuungsangeboten – seien so umfangreich, das sie ein kleines Buch füllen, verwies Heidmeier auf eine Publikation des Unternehmens, die alle Maßnahmen bündelt.
Den Preis für ihr besonders innovatives Konzept bekam die TARGO Dienstleistungs GmbH (TDG). Die TARGOBANK gehört zur französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel und ist eine Privatkundenbank. Die Unternehmenszentrale hat ihren Sitz in Düsseldorf, das Dienstleistungscenter in Duisburg.
„Mit einer Mischung aus familienfreundlichen Standards und besonders innovativen Angeboten hat die TARGO Dienstleistungs GmbH die Jury überzeugt. KITA-Plätze in unmittelbarer Büronähe, Kinderbetreuung bei Seminaren in der unternehmenseigenen Akademie, ein Event bei dem Auszubildende den Eltern ihren Arbeitsplatz zeigen, ein mehrfach ausgezeichnetes Gesundheitsmanagement, ein Fußballturnier für Mitarbeiterkinder sowie ein jährliches Weihnachtsfamilienfest sind nur einige der zahlreichen Angebote die das Unternehmen als attraktiven und familienfreundlichen Arbeitgeber auszeichnen“, erläuterte Jurymitglied Nadine Deutschmann von der Niederrheinischen IHK. „Darüber hinaus engagiert sich die TARGO Dienstleistungs GmbH nicht nur für ihre eigenen Beschäftigten, sondern auch für den Standort Duisburg, etwa mit dem jährlichen Firmenlauf in der Innenstadt, dessen Erlös für gute Zwecke gespendet wird“, so Deutschmann in ihrer Laudatio.
Im letzten Jahr gewannen die Unternehmen KROHNE Messtechnik und die Niederlassung West der DEUTAG GmbH & CO. KG. Die Initiative für das Bündnis hatte seinerzeit die Wirtschaft ergriffen. Nach Ansicht der Bündnispartner entscheidet die Familienfreundlichkeit mit über die Zukunft der Stadt. Bündnispartner sind neben Unternehmerverband, Niederrheinische IHK und Stadt Duisburg der DGB, die Wirtschaftsjunioren, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Wohlfahrtsverbände. Gemeinsam will man dem demographischen Wandel mit positiven Signalen begegnen.
– Pressemitteilung und Foto: Unternehmerverband Duisburg –
Die Macht der Liebe siegt
über die eiskalte Prinzessin Von Petra Grünendahl
Bruce Rankin (Altoum), Zoran Todorovich (Kalaf), Chor Foto: Hans Jörg Michel.
Drei Rätsel muss ein Mann lösen, um die unnahbare Prinzessin Turandot (Linda Watson) zur Braut zu gewinnen. Wer versagt, verliert seinen Kopf. Gut beschäftigt ist ihr Henker, denn Turandots Schönheit zieht Freier an wie Licht die Fliegen. Auch Kalaf (Zoran Todorovich), Sohn des Tartarenkönigs Timur (Sami Luttinen), verfällt ihr und will sie für sich gewinnen. Kalaf löst die Rätsel, will aber Turandots Liebe wecken statt die Unnahbare zu besiegen. Die Liebe der Sklavin Liù (Brigitta Kele), die für Kalaf in den Tod geht, leitet die Wendung der kaltherzigen Prinzessin ein, die nach einen innigen Kuss Kalafs die Wärme der Liebe entdeckt.
Zoran Todorovich (Kalaf), Linda Watson (Turandot), Statisterie. Foto: Hans Jörg Michel.
Bogdan Baciu (Ping), Linda Watson (Turandot), Florian Simson (Pang), Cornel Frey (Pong). Foto: Hans Jörg Michel.
Minutenlanger tosender Applaus belohnte im ausverkauften Theater Duisburg die Akteure der Deutschen Oper am Rhein zur Premiere von „Turandot“ in der Inszenierung des Chinesen Huan-Hsiung Li. Die Oper „Turandot“ war Giacomo Puccinis (1858-1924) letztes Werk und krönender Abschluss seines Schaffens. Grundlage für sein Werk ist ein chinesischer Stoff, der allerdings zum Beispiel auch in Klassikern wie 1001 Nacht oder Grimms Märchen neu interpretiert worden war: Die unnahbare Herrscherin, die schlussendlich von der Liebe besiegt wird. Ein Stoff wie geschaffen auch für eine Oper, wie sie Puccini mit seinen Librettisten Giuseppe Adami und Renato Simoni realisierte. Bis zu seinem Tod rang Puccini mit einem glaubhaften Wandel seiner Protagonistin von der eiskalten Prinzessin zur liebenden Braut. Die Uraufführung am 25. April 1926 in der Mailänder Scala bricht mit der Sterbeszene von Liù im dritten Akt ab (weiter hatte Puccini das Werk bei seinem Tod noch nicht durchkomponiert), ab der zweiten Vorstellung am 27. April ist „Turandot“ von Franco Alfano nach Puccinis Aufzeichnungen bis zum Finale des dritten Aktes ergänzt. Die zweieinhalbstündige Oper (inkl. Pause) wird in italienischer Sprache gesungen, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung.
Stolz der unberührten Reinheit
Yi-An Chen (Tänzerin), Sami Luttinen (Timur), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Linda Watson (Turandot), Brigitta Kele (Liù ), Bogdan Baciu (Ping), Florian Simson (Pang), Cornel Frey (Pong), Statisterie. Foto: Hans Jörg Michel.
Brigitta Kele (Liù ), Zoran Todorovich (Kalaf). Foto: Hans Jörg Michel.
Eingebettet hat Regisseur Huan-Hsiung Li die Geschichte der Turandot aus dem 14. Jahrhundert, der Zeit Marco Polos und der mongolischen Herrschaft in China, in den Traum einer jungen Frau (Tänzerin Yi-An Chen) im heutigen Hongkong, das ähnlich wie Taiwan ein eher zwiespältiges Verhältnis zur Großmacht China pflegt, das seine Macht mitunter ebenso unmenschlich ausspielt wie die Protagonistin der Oper. Videosequenzen im Bühnenbild stellen immer wieder diese Verbindung von Handlung (Vergangenheit) und Gegenwart dar.
Die kalte Herrscherin Turandot will mit ihrer Rätselprobe ihre Ahnin Lou-Ling rächen, die einst von einem Fremden missbraucht und umgebracht worden war. Niemandem soll es gelingen, sie, Turandot, zu bezwingen, ihren „Stolz der unberührten Reinheit“ besingend, die sie hochhält und der sie alles opfert. Letztendlich gewinnt Kalaf die Prinzessin, ohne sie besiegt zu haben. Erst dann verrät er seinen Namen, den Turandot zuvor mit Gewalt und Folter herauszubekommen versucht hat, und führt sie als seine Braut heim.
Deutsche Oper am Rhein in China
Brigitta Kele (Liù ), Chor Foto: Hans Jörg Michel.
Vorne: Zoran Todorovich (Kalaf). im Hintergrund: Florian Simson (Pang), Bogdan Baciu (Ping), Cornel Frey (Pong). Foto: Hans Jörg Michel.
Die Duisburger Philharmoniker glänzten unter der musikalischen
Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. „Turandot“ entstand als Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), das in der Hafenmetropole Kaohsiung im Süden Taiwans als hochmodernes Kulturzentrum für mehr als 6.000 Opern-, Theater- und Konzertbesucher entsteht und 2017 mit der „Turandot“-Produktion der Deutschen Oper am Rhein eröffnet wird. Für die „chinesische“ Inszenierung der italienischen Oper zeichnet Regisseur Huan-Hsiung Li mit seinem Team verantwortlich: das Bühnenbild entwarf Jo-Shan Liang, die Kostüme Hsuan-Wu Lai und das Video/Media-Design Jun-Jieh Wang. Das Licht-Design lag in den bewährten Händen von Volker Weinhart. Puccinis großartige Chorszenen meisterten bravourös Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski und der Kinderchor am Rhein unter der Leitung von Sabina López Miguez.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 9. Dezember 2015 | 19:30 Uhr,
Sa | 12. Dezember 2015 | 19:30 Uhr,
Do | 17. Dezember 2015 | 19:30 Uhr,
So | 20. Dezember 2015 | 18:30 Uhr und
Sa | 26. Dezember 2015 | 18:30 Uhr.
Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 20,30 und 70,30 Euro. Für die fünf Restvorstellungen gab es (Stand zur Premiere) allerdings nur noch 300 Restkarten. Einzelne Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Linda Watson (Turandot), Zoran Todorovich (Kalaf), den Kinderchor am Rhein und Statisten der Deutschen Oper am Rhein. FOTO: Hans Jörg Michel.
Am Samstag, 5. Dezember, um 19.30 Uhr ist Premiere für Giacomo Puccinis Oper „Turandot“: Mit Spannung erwartet das Publikum im bereits ausverkauften Theater Duisburg, wie das Team um Regisseur Huan-Hsiung Li das berühmte Märchen über die chinesische Prinzessin Turandot in Szene setzt. Die Neuproduktion entsteht als Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), das in der Hafenmetropole Kaohsiung im Süden Taiwans als hochmodernes Kulturzentrum für mehr als 6.000 Opern-, Theater- und Konzertbesucher entsteht und 2017 mit der „Turandot“-Produktion der Deutschen Oper am Rhein eröffnet wird. In Duisburg ist die Oper bis zum 26. Dezember 2015 zu sehen, bevor sie in der kommenden Spielzeit 2016/17 auch in Düsseldorf Premiere feiert.
Generalmusikdirektor Axel Kober übernimmt alternierend mit Kapellmeister Wen-Pin Chien die musikalische Leitung der Neuinszenierung. In der Titelpartie ist Linda Watson zu erleben. Die international gefragte Wagner- und Strauss-Interpretin, die seit 2013 wieder dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein angehört, gibt ihr Debüt als Turandot. Als Kalaf gastiert Zoran Todorovich am Rhein. Erstmals sind Brigitta Kele als Liù, Bogdan Baciu als Ping, Florian Simson als Pang, Cornel Frey als Pong und Bruce Rankin als Altoum zu hören – gemeinsam mit Sami Luttinen als Timur, Daniel Djambazian als Mandarin, dem Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein und dem Kinderchor am Rhein.
Brigitta Kele (Liù), Sami Luttinen (Timur) mit Chor, Extrachor und Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. FOTO: Hans Jörg Michel.
Die als grausam und unnahbar bekannte Prinzessin Turandot steht im Mittelpunkt des chinesischen Märchens. Wer sie zur Frau begehrt, muss drei Rätsel lösen. Unzählige junge Männer scheitern an dieser Aufgabe und werden mit dem Tod bestraft. Doch je grausamer die Prinzessin ihr Spiel mit ihnen treibt, umso stärker erstrahlt ihre Aura, der auch der fremde Prinz Kalaf verfällt. Doch er besteht die Rätselprobe und stellt die Prinzessin selbst vor eine Prüfung, um das Eis ihres Herzens zum Schmelzen zu bringen.
Regisseur Huan-Hsiung Li, der als Gast aus Fernost zum ersten Mal in Europa inszeniert, betrachtet Puccinis „Turandot“ aus dem Blickwinkel seiner eigenen kulturellen Herkunft und versteht die Oper als märchenhafte Parabel auf ein heutiges China, das die Wunden seiner Vergangenheit durch den Aufstieg zu einer beherrschenden Weltmacht zu überdecken sucht. Der künstlerische Leiter der „Creative Society“, einer der populärsten und innovativsten Theatergruppen Taiwans, realisierte bereits 2006 zusammen mit Wen-Pin Chien in Taipeh die vielbeachtete erste Produktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ im chinesischen Sprachraum. Im Team mit der Bühnenbildnerin Jo-Shan Liang, dem Kostümbildner Hsuan-Wu Lai und dem Mediendesigner Jun-Jieh Wang entstehen symbolkräftige Bilder und Kostüme.
„Turandot“ im Theater Duisburg:
Sa 05.12. – 19.30 Uhr | Mi 09.12. – 19.30 Uhr | Sa 12.12. – 19.30 Uhr | Do 17.12 – 19.30 Uhr | So 20.12. – 18.30 Uhr | Sa 26.12. – 18.30 Uhr
Karten (zu Preisen zwischen 20,30 und 70,30 Euro) und weitere Informationen sind erhältlich an der Theaterkasse im Theater Duisburg (Telefon 0203 / 9407777), im Opernshop Düsseldorf (Telefon 0211 / 8925211) sowie online über www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Fotos: Hans Jörg Michel
Sportliche Fahrzeuge, Tuning, Designstudien,
Oldtimer und Kuriositäten Von Petra Grünendahl
Essen Motor Show 2015. Foto: Petra Grünendahl.
Im Fokus der Essen Motor Show stehen der Motor- und Rennsport, Formel 1 und bekannte Motorsportler als Gäste, aber auch Tuning und Zubehör locken während der zehntätigen Messe die Besucher. Überhaupt kommen Freunde sportlicher, veredelter und individualisierter Fahrzeuge hier auf ihre Kosten.
Zum Preview Day durften wir einen ersten Blick auf die Essen Motor Show 2015 werfen. Den Schwerpunkt bilden die sportlichen Fahrzeuge, Designstudien, Unikate und Kuriositäten, Oldtimer, Rennwagen und Formel 1 … und nicht zuletzt Tuning von den großen Tunern ebenso wie private Tuningfahrzeuge sowie das nötige Zubehör, aber auch Automobilzulieferer der Segmente Reifen (Continental, Hankook, Toyo), Felgen und Fahrwerk. Skoda zeigt den neue Superb, Superb Combi sowie den Superb als glitzerndes Showcar Goldie, den Rallye-Boliden Fabia R5, mit dem das Fahrer-Duo Fabian Kreim/Frank Christian diverse Siege erringen konnte, und weitere sportlich gestylte Modelle aller Baureihen. Peugeot präsentiert neben seinen Rallye-Fahrzeugen wie dem 208 T16 Pikes Peak des Rennfahrers Sebastian Loeb auch die sportlichen GTi-Modelle von Peugeot Sport wie 208 GTi und 308 GTi sowie die GT- bzw. GT-Line-Modelle der 208er und 308er Baureihen. Der neue Focus RS steht am Stand eines Fordhändlers, der die Marke in Essen schon seit Jahren vertritt. Citroen Racing, DS Automobiles Motorsport und Lexus Racing vertreten die Motorsportabteilungen von Automobilherstellern. Freunde der automobilen Individualisierung (auch „Tuning“ genannt), die Schrauber, Bastler und Sammler finden reichlich „Material“ für ihr Hobby. Über 500 Aussteller zeigen auf mehr als 100.000 Quadratmetern Hallenflächen über 1.000 Fahrzeuge.
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Die Essen Motor Show läuft noch bis Sonntag, 6. Dezember 2015. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 16 Euro (ermäßigt 13 Euro). Ein Nachmittagsticket (ab 15 Uhr) ist für 10 bzw. 8 Euro zu haben, ein Zwei-Tages-Ticket 28 Euro. An Ticket-Specials gibt es das Girls-Day-Ticket (30. November, nur an der Tageskasse) für 6 Euro, das Vater-Sohn-Ticket (am 4. Dezember, nur mit Söhnen unter 18) für 20 Euro sowie das Ticket4You (vier Personen inkl. Parken, nur im Vorverkauf) für 59 Euro. Parken kostet 8 Euro. Kombi-Ticket mit freier Hin- und Rückfahrt (VRR und ÖPNV Deutsche Bahn, 2. Klasse) gibt es ebenfalls nur im Vorverkauf (Servicegebühr 4 Euro). Weitere Ticket-Variationen und Infos gibt es unter https://www.essen-motorshow.de. Der Ticket-Vorverkauf läuft über die Webseite sowie an Vorverkaufsstellen mit Ticketservice von Eventim.
Fraktion Piraten-SGU-BL fordert:
Imageschädigenden Stillstand beenden Von Petra Grünendahl
Lärmdemo der Bewohner der Zinkhüttensieldung (Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz) vor der Ratssitzung im November 2013. Foto: Petra Grünendahl.
Seit Jahren demonstrieren die Bewohner des Zinkhüttenplatzes in Hamborn mehr oder weniger lautstark vor jeder Ratssitzung für den Erhalt ihrer Siedlung. Die Siedlung sollte abgerissen, ein Parkhaus fürs dann benachbarte Factory Outlet Center (FOC), auch Douvil (Duisburg Outlet Village) genannt, an dieser Stelle gebaut werden. Die Immeo Wohnen hatte Grundstück und Häuser an den Entwickler verkauft, der sie abreißen lassen wollte, parallel zum Grundstücksverkauf der Stadt (Stadtbad Hamborn und Rhein-Ruhr-Halle). Immeo hatte schon längst den Kaufvertrag wieder rückgängig gemacht, nachdem die Douvil GmbH die Grunderwerbssteuern nicht zahlte. Dennoch schwebt das Damoklesschwert des Abrisses über der Siedlung, solange Politiker in Duisburg die Hoffnung nähren, dass das geplante – oder wohl eher angedachte FOC (mit den „Planungen“ ist es ja nach wie vor nicht weit her) doch noch Realität werden könnte.
Vor über einem Jahr verlängerte der Rat der Stadt Duisburg das Rücktrittsrecht der Stadt zum Grundstückskaufvertrag mit der Douvil GmbH zum 31. Dezember 2016. Zu wenig hatte sich bewegt in der Planung des Factory Outlet Centers (FOC) in Hamborn: Von einer Realisierung war der Käufer weit entfernt. Geändert hat sich seitdem … NICHTS! Geforderte Unterlagen und Gutachten wurden nicht beigebracht, eine Realisierung steht in den Sternen. Die Fraktion der Piraten-SGU-BürgerlichLiberalen (PSL) wollte nun endlich Nägel mit Köpfen machen und weiteren Aufschüben einen Riegel vorschieben: Kurz und schmerzlos forderten sie unter Tagesordnungspunkt TOP 75 der Ratssitzung vom 23. November die Stadtverwaltung auf, von ihrem Recht Gebrauch zu machen und vom Grundstückskaufvertrag zurückzutreten.
Notwendige „Meilensteine“ habe der Investor nicht erbracht. Alternative Planungen seien nötig, den Stillstand zu beenden und den Standort anderweitig zu entwickeln. „In Anbetracht des Image schädigenden Stillstandes sollte die Stadt von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und mit alternativen Planungen den Standort zügig entwickeln“, so die Antragsbegründung.
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab! Indianisches Sprichwort
Als „totes Pferd“ bestätigte PSL-Fraktionschef Karlheinz Hagenbuck in der Sitzungspause das FOC ebenso wie den Imageschaden für die Stadt. Leerstände sogar in bevorzugter Lage in der Innenstadt deuten den wirtschaftlichen Schaden an, den der Beschluss zum FOC sowie das unsinnige Festhalten an der Planung mit sich bringen. Nägel mit Köpfen wären hier mehr als angebracht: Ein totes Pferd bleibt tot, auch wenn man es als goldenes Kalb aufhübschen will, wie es besonders die großen Ratsfraktionen immer noch versuchen.
Den endgültigen Sargnagel wollte aber außer der PSL keiner dem Projekt einschlagen. Anstelle des klaren Antrages der PSL, der mehrheitlich (bei zwei Enthaltungen) abgelehnt wurde, beschloss der Rat bei fünf Enthaltungen und den drei Gegenstimmen der PSL, dem gemeinsamen Antrag der SPD und CDU (Duisburger GroKo) unter TOP 75/1 zu folgen: Die Stadtverwaltung solle erst einmal prüfen, ob man denn aussteigen könne. „Unter Einbeziehung des Prüfergebnisses soll über die Fortführung des Projektes in der nächsten Sitzung im Rat entschieden werden“, heißt es im GroKo-Antrag. Stillstand quasi per Ratsbeschluss abgesegnet! Rainer Enzweiler, Fraktionsvorsitzender der CDU, hatte seinem liebsten Kind auch in seiner Haushaltsrede den Rücken gestärkt: die Verwaltung solle ihren Umgang mit Investoren überprüfen, mahnte er an. Das mag dort sinnvoll sein, wo es voran gehen könnte. Davon ist das Projekt FOC aber weit entfernt. Von einem Nutzen für die Stadt hier mal ganz zu schweigen.
Foto: Petra Grünendahl.
Mutloser Rat:
Abgesegneter Stillstand
Dass der Antrag der Fraktion Piraten-SGU-BürgerlichLiberale (PSL) abgelehnt wurde, war ebenso klar wie die mehrheitliche Zustimmung zum „GroKo“-Antrag, dem gemeinsamen Antrag von SPD und CDU. Jetzt kann man nur hoffen, dass in der Verwaltung jemand mutig genug ist, dem fast toten Pferd den Gnadenschuss zu geben. Obwohl: Verwaltungsbehörde, Mut und Entscheidungsfreude schließen sich eigentlich aus (siehe auch Kommentar zur Klageerhebung im Loveparade-Strafverfahren). Stillstand, Konzeptionslosigkeit und Imageschaden sind aber keine guten Voraussetzungen, dringend benötigte Investoren in die Stadt zu locken. Eine verpasste Gelegenheit, Klartext zu reden, wo klare Worte neue (und bessere) Entwicklungen hätten anstoßen können!
Dr. Peter Langners letzter Haushalt,
Dr. Dörte Diemert zur neuen Stadtkämmerin gewählt Von Petra Grünendahl
Oberbürgermeister Sören Link gratuliert der frisch gewählten neuen Stadtkämmerin Dr. Dörte Diemert zur Wahl. Foto: Petra Grünendahl.
Bevor es in die Haushaltsdebatte für 2016 ging, standen nach der Verpflichtung zweier neuer Ratsherren – Torsten Steinke und Sebastian Haak (beide SPD) – die Wahl des neuen Stadtkämmerers an: Mit überwältigender Mehrheit wählte der Rat der Stadt Duisburg Dr. Dörte Diemert, aktuell noch Hauptreferentin beim Deutschen Städtetag in Köln, zur neuen Finanzdezernentin. Die parteilose 41-jährige Juristin wird die Nachfolge von Dr. Peter Langner (CDU) antreten, der nach 16 Jahren als Stadtkämmerer in den Ruhestand geht.
Die Verabschiedung der Haushaltssatzung 2016 war nur eine Formsache, hatten sich doch die Fraktionen von SPD und CDU im Vorfeld auf eine gemeinsame Linie geeinigt, um den Haushalt mit großer Mehrheit zu verabschieden. Gegen die Stimmen von den Linken, den Grünen, der FDP, der Fraktion „Junges Duisburg / DAL“ etcetera pp. winkte die „Große Koalition“ die Satzung durch. Berechtigte Kritik zum Beispiel von den Linken und den Grünen, die im vergangenen Jahr die Erhöhungen von Grund- und Gewerbesteuern mitgetragen hatten, blieben ungehört: Dass der damit verbundene „Mehrwert“ für die Bürger nicht umgesetzt worden war, monierte Claudia Leiße, Franktionssprecherin der Grünen. Viel war von „gekauften Versprechungen“, von Geschäftsführerposten und der Konzeptionslosigkeit der Duisburger-GroKo-Pläne die Rede. Die Resignation der kleineren Fraktionen und Gruppierungen im Rat in Bezug auf eigene Anträge brachte Karhlheinz Hagenbuck, Fraktionsvorsitzender Piraten-SGU-BürgerlichLiberale, auf den Punkt: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass unsere Anträge zum Haushalt von der Ratsmehrheit abgelehnt wurden.“ Wer Ratssitzungen verfolgt, stellt den Wahrheitsgehalt dieser Aussage wieder und wieder in Abstimmungen fest – egal, um welches Thema es geht.
Haushalt auf tönernen Füßen
Einig war man sich allerdings der Tatsache bewusst, dass der Haushalt auf tönernen Füßen steht, wenn die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber weiter steigt, ohne dass Bund und Land für die vollen Kosten aufkommen. „Dann fliegt uns hier der Haushalt um die Ohren“, sprach Herbert Mettler, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat, Klartext. Nicht eine Flüchtlingskrise machte Linken-Fraktionschefin Martina Ammann-Hilberath aus, sondern: „Wir haben eine Krise der sozialen Gerechtigkeit.“ Duisburg leide unter anhaltender ausgeprägter Armut, die Quote läge bei 20 Prozent der Stadtbevölkerung, die in prekären Lebensverhältnissen wohnen, so die Lokalpolitikerin. Dass „Duisburg regelmäßig die rote Laterne in der Arbeitslosenstatistik NRW“, so Ammann-Hilberath, lässt sich statistisch belegen. Auch hier liegt künftiger Sprengstoff für die kommunalen Finanzen: Niedriglöhne führen zu Altersarmut – und Perspektiven für die jüngere Bevölkerung sind nicht zum Nulltarif zu haben: „Das wichtigste politische Handlungsfeld in Duisburg ist die Sozialpolitik. Hier brauchen die Kommunen die Unterstützung von Land und Bund. Aber gerade in der Sozialpolitik versagt insbesondere die Bundespolitik völlig.“
Der jetzt erstmals seit 23 Jahren ausgeglichene Haushalt ist ein schöner Abschied für den scheidenden Kämmerer Dr. Peter Langner. Baustellen und Unabwägbarkeiten gibt es für die neue Finanzdezernentin da mehr als genug, zumal die Zuschüsse des Landes (Stärkungspakt Stadtfinanzen) bis 2021 von jetzt 53 Mio. Euro auf Null runter gefahren werden, was weitere Anpassungen bei den Ausgaben der Stadt nach unten bedeutet. Dr. Dörte Diemert steht vor großen Herausforderungen.
Der Vorverkauf für die öffentlichen Konzerte am 12. und 13. Dezember hat begonnen
Weihnachtskonzert 2014 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem ThyssenKrupp-Chor und der Duisburger Sinfonietta sowie dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Petra Grünendahl.
Zur Einstimmung auf eine besinnliche Weihnachtszeit lädt die Jubilaren-Vereinigung von ThyssenKrupp herzlich zu ihren beliebten Konzerten mit Chorgesängen und Soloauftritten ein. Im Theater am Marientor in der Duisburger Innenstadt findet am zweiten Adventswochenende jeweils ein Konzert statt. Rund zweieinhalb Stunden lang können die Gäste einen Streifzug durch klassische und traditionelle Weihnachtslieder hören, von Joseph Haydns „Il mondo della luna“, über Guiseppe Verdis „Chor der Gefangenen“ aus der Oper „Nabucco“ oder Antonín Dvořáks „Weihnachtszeit, schöne Zeit“ bis zu deutschen Weihnachtsliedern wie „Vom Himmel hoch da komm‘ ich her“.
Der Dirigent Peter Stockschläder arrangiert auch dieses Jahr das Orchester und die instrumentalen Begleitsätze. Mit Evelyn Ziegler (Sopran) und Jakob Kim (Bass-Bariton) konnten zwei Künstler gewonnen werden, die dem Duisburger Publikum wohl bekannt sind. Auch der ThyssenKrupp-Chor und die Duisburger Sinfonietta sind wieder dabei. Erstmals nimmt der Projektchor „Weihnacht“ teil, der sich zusammen setzt aus 56 Sängerinnen und Sänger aus dem Sängerkreis Duisburg/Dinslaken. Zu den musikalischen Highlights gehören auch Wolfgang A. Mozarts „Halleluja“, „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer sowie der „Cherubinische Lobgesang“ von Dimitri Bortnianski. Den Abschluss der Konzerte bildet traditionell das Mitsingen des Publikums – dieses Mal sogar bei mehreren deutschen Weihnachtsliedern.
Auch in diesem Jahr erfolgt eine Unterstützung durch den Kooperationspartner Deutsche Post DHL, der im Rahmen des Umweltschutzprogramms GoGreen Regional Elektrofahrzeuge für den Postversand ausstellt. Über den klimaneutralen Sendungstransport werden auch die Nachhaltigkeitsbestrebungen von ThyssenKrupp gefördert.
Die Vorbereitungen auf dieses anspruchsvolle Programm haben bereits begonnen, der Vorverkauf auch: Die Konzerte finden am Samstag, 12. Dezember, und Sonntag, 13. Dezember, jeweils um 15 Uhr im Theater am Marientor in Duisburg statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro pro Veranstaltung. Karten für die beliebte Musikveranstaltung sind bei Herrn Justin Walker erhältlich unter der Telefonnummer 0203/52-23794 oder per E-Mail: justin.walker@thyssenkrupp.com.
Über die Weihnachtskonzerte der THyssenKrupp Mubilaren-Vereinigung haben wir in den Jahren 2014, 2013 und 2012 berichtet.
– Pressemeldung von ThyssenKrupp Steel Europe – Fotos: Petra Grünendahl
Maßnahmen bei der Stahlherstellung führen schon jetzt zu enormen Einsparungen
Gutes Beispiel für Energieeffizienz bei ThyssenKrupp Steel Europe: Die modernisierte Entspannungsturbine am Hochofen 8 erzeugt etwa 30.000 Strom pro Jahr. Foto: TKSE.
Ein zentrales Ziel der Energiewende ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Um dies zu erreichen hat die Bundesregierung eine Initiative zur Gründung von rund 500 Netzwerken auf den Weg gebracht. Die deutsche Industrie wie z. B. die Wirtschaftsvereinigung Stahl haben zugesagt, dies bis zum Jahr 2020 umzusetzen. ThyssenKrupp Steel Europe hat jetzt das eigene Netzwerk „Steel energy+“ eingerichtet und sich der Initiative angeschlossen. Neben den Standorten der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind daran auch die Tochtergesellschaften ThyssenKrupp Rasselstein, ThyssenKrupp Electrical Steel, Hoesch Hohenlimburg sowie die Kokerei Schwelgern und HKM beteiligt. Ziel des neuen Energieeffizienz- Netzwerkes ist es, den langjährig praktizierten, systematischen Erfahrungs- und Ideenaustausch zur Steigerung der Energieeffizienz zu intensivieren. „Mit „Steel energy+“ leisten wir einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Energie-Einsparziele der Bundesregierung“, betont Klaus Kurke, Leiter Technische Dienstleistungen & Energie bei ThyssenKrupp Steel Europe.
Um bei der energieintensiven Herstellung von Stahl Einsparungen zu erreichen, hat ThyssenKrupp Steel Europe auch bisher schon umfangreich Maßnahmen zur Effizienzverbesserung umgesetzt. Beispiele dafür sind bei der Roheisenerzeugung zwei spezielle Turbinen an den Hochöfen 2 und 8. Hier wird der Gichtgasdruck von 1,2 bzw. 2 bar gezielt entspannt und in Strom umgewandelt. Nach Optimierungen in der Konstruktion der Entspannungsturbine am Hochofen 8 in Hamborn und einer Überholung im Zuge einer Turbinenrevision am Hochofen 2 in Schwelgern wird erwartet, künftig im Jahr etwa 30.000 bzw. 100.000 Megawattstunden Strom zu erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 30.000 Vier-Personen-Haushalten. Auch scheinbar kleinere Maßnahmen tragen zu den gesamten Energieeinsparungen auf dem Werkgelände in Duisburg bei. So konnte durch den Einsatz neuester Leittechnik am Kraftwerksblock Hamborn 3 die Dampfaustrittstemperatur des Kessels um 5 auf 525 Grad gesteigert werden. Damit verbunden ist ein Wirkungsgrad-Gewinn des Blockes, der zu einer durchschnittlichen Mehrerzeugung von 100 Megawattstunden pro Jahr führt. Im Ganzen betrug das nachhaltige Energie- Einsparvolumen von ThyssenKrupp Steel Europe in den letzten beiden Geschäftsjahren zusammen rund 600 Gigawattstunden. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch aller Haushalte einer mittleren Großstadt.
Mit „Steel energy+“ will der Stahlhersteller da weitermachen. Im Verbund mit den Tochtergesellschaften in der Business Area Steel Europe und HKM können durch den intensivierten Erfahrungsaustausch zusätzliche Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz ermittelt und umgesetzt werden. Erste Themen des neuen Netzwerks werden Energieeinsparpotenziale in hydraulischen Systemen und in der Beleuchtungstechnik sein.
Initiative will bis 2020 rund 500 neue Energieeffizienz-Netzwerke erreichen
Rund 500 Energieeffizienz-Netzwerke sollen im Zuge der Initiative bis 2020 entstehen.
Die Bundesregierung hat mit einer Reihe von Verbänden und Organisationen der deutschen Wirtschaft Ende 2014 eine Vereinbarung über die Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken abgeschlossen. Die Initiative unterstützt die Energiewende und sieht eine weitere Steigerung der Energieeffizienz durch wirtschaftliche Maßnahmen als wichtiges Instrument auch zur Erhöhung der Kosteneffizienz des gesamten Energiesystems. Dabei werden Energieeffizienz-Netzwerke als geeigneter Ansatz eingestuft, also der freiwillige, systematische und zielgerichtete Erfahrungsaustausch von Unternehmen aus einer Region oder Branche. Gemeinsames Ziel von Bundesregierung und Wirtschaft ist die Initiierung und Durchführung von rund 500 neuen Energieeffizienz-Netzwerken bis Ende 2020. Die Bundesregierung geht davon aus, dass dies zu Einsparungen von bis zu 75 PetaJoule Primärenergie bzw. 5 Millionen Tonnen CO2 führen kann. Damit soll die Netzwerk-Initiative einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele in Deutschland leisten.
– Pressemitteilung und Foto: ThyssenKrupp Steel Europe –
ThyssenKrupp und TU Berlin entwickeln neues Verfahren zur umweltschonenden Verwertung von Prozessgasen
Mit Weiß ins Schwarze getroffen: Koksabfall wird in der Pilotanlage umweltfreundlich zu Hirschhornsalz umgewandelt. Foto: TKSE.
Aus Kohle Kekse zu machen – das ist theoretisch mit einer völlig neuartigen Technologie möglich, die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts von der Kokerei Schwelgern (KBS), dem Anlagenbauer ThyssenKrupp Industrial Solutions und der Technischen Universität Berlin entwickelt wurde. Auf dem Werkgelände von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg ist jetzt eine Pilotanlage in Betrieb genommen worden, die eine Substanz produziert, die tatsächlich auch als Backpulver einsetzbar ist. Im Vordergrund steht aber nicht, mit der Herstellung dieses sogenannten Hirschhornsalzes in die Lebensmittelindustrie einzusteigen. Vielmehr nutzt das Versuchsaggregat bestimmte Prozessgase, die bei der Herstellung von Koks ohnehin entstehen, und wandelt diese umweltschonend um. Daraus entstehen zum einen vermarktbare Stoffe wie Düngemittel und Treibmittel für die Chemieindustrie. Und: der CO2-Ausstoß wird vermindert. Die Anlage ist die weltweit erste ihrer Art.
Bahnbrechende Technologie wandelt Prozessgas in verwertbare Stoffe um
„Kokereien gibt es auf der ganzen Welt. Wir wollen mit dem neu entwickelten Verfahren den Betreibern die Chance bieten, ihre Prozessgase sinnvoll weiterzuverwenden und die Produktivität ihrer Anlagen zu steigern“, erläutert Dr. Holger Thielert von ThyssenKrupp Industrial Solutions: „Hierfür haben wir ein Verfahren entwickelt und patentiert, das Koksofengase ressourcenschonend in verwertbare Stoffe umwandelt. Dieses Verfahren können wir weltweit vermarkten oder auch in bestehenden Anlagen installieren.“
Am Anfang des neuen Verfahrens steht die Produktion von Koks, neben Eisenerz der Haupteinsatzstoff zur Herstellung von Roheisen im Hochofen. „Dabei wird in der Kokerei Kohle unter hohen Temperaturen ‚gebacken‘. Die in diesem Prozess entstehenden heißen Gase führen eine Reihe von Stoffen mit sich. In der Versuchsanlage wird nun in ein einem komplexen Verfahren das Koksofengas gewaschen. Unter Beigabe von Kohlenstoffdioxid entsteht Ammoniumbikarbonat – umgangssprachlich Hirschhornsalz“, erklärt Dr. Thielert. Die entstehenden Endprodukte sind vielfältig einsetzbar: als Stickstoffdünger, als Treib- und Schäumungsmittel für Kunststoffe oder poröse Keramiken und letztlich auch in der Nahrungsmittelindustrie.
Auf dem Weg zum Einsatz im Großmaßstab
Nach erfolgreichen Testläufen unter Laborbedingungen wurden zwei Forscher der Technischen Universität Berlin mit dem Bau der Pilotanlage in Duisburg beauftragt. „Die entscheidenden Versuche können nur unter realen Bedingungen stattfinden“, erläutert Sebastian Riethof, Wissenschaftler von der TU Berlin. Für die Testphase bietet die Kokerei Schwelgern als Teil des integrierten Hüttenwerks von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg optimale Bedingungen. „Läuft hier auf der Kokerei alles wie geplant, kann das neue Verfahren auch im Großmaßstab angewendet werden“. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend: „95 Prozent des im Koksofengases enthaltenen Ammoniaks können genutzt werden. Aus 15 Kubikmetern Koksofengas und zwei Kubikmetern Kohlenstoffdioxid entstehen so pro Stunde 15 Kilogramm Feststoffe“, erläutert Riethof die Effizienz der Anlage. Die Chemieprodukte können so zu marktfähigen Kosten hergestellt werden.
Zwei Tüftler unter sich: Kokerei-Chef Peter Liszio (r.) und Holger Thielert von ThyssenKrupp Industrial Solutions schätzen sich und haben das Gemeinschaftsprojekt auf den Weg gebracht, das viele Vorteile vereint. „Was liegt näher als aus Gas, das ohnehin anfällt, etwas Neues herzustellen, das sich verkaufen lässt“, fasst Thielert zusammen. Foto: TKSE.
Pilotanlage verringert umweltschonend CO2-Emissionen
Laufen die Tests weiter erfolgreich, wäre dies ein echter Durchbruch in Sachen Produktivität und Ressourceneffizienz – auch für die Kokerei Schwelgern: „Schon jetzt werden hier in Duisburg nahezu alle anfallenden Prozessgase möglichst effizient verwertet“, erklärt KBS-Geschäftsführer Peter Liszio. „Gelingt es uns jetzt noch langfristig, sowohl aus den Koksofengasen am Markt absetzbare Produkte für andere Industriezweige herzustellen und zugleich den CO2-Ausstoß des Hüttenwerks zu senken, wäre das ein echter Mehrwert, der auch der Umwelt zugutekommt.“ Deshalb könnten Idee und Anlagentyp bei positivem Fortschritt künftig auch weltweit zum Einsatz kommen.
Kokerei versorgt Hochöfen im Duisburger Norden mit Koks
Die Kokerei Schwelgern stellt jährlich 2,6 Millionen Tonnen Brennstoff für die Duisburger Hochöfen her. Sie ist die modernste Anlage ihrer Art in Europa und besitzt die weltweit größten Öfen. Derzeit sind rund 300 Mitarbeiter dort beschäftigt. Der Betrieb der Kokerei erfolgt unter der zu ThyssenKrupp Steel Europe gehörenden Betriebsführungsgesellschaft Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH (KBS).
– Pressemitteilung und Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe –
Von den ländlichen Dörfern über die Industriestadt zum heutigem Dienstleistungsstandort Von Petra Grünendahl
Titelbild: Sutton Verlag.
Mit Kohle und Stahl wurden die Bauerdörfer zur Stadt Rheinhausen. Geblieben ist von Kohle und Stahl nichts. Die Zechen Mevissen und Diergardt sind ebenso wie das Kruppsche Hüttenwerk oder auch die Brauerei Rheingold Geschichte. Die Spuren dieser industriellen Vergangenheit sind heute im Straßenbild nur schwer festzumachen. Gänzlich neue Gewerbegebiete entstanden nach Abriss der alten Gebäude und Betriebe. Das machte die Spurensuche schwierig. Und auch wenn das Ländliche der vorindustriellen Zeit längst aus dem Stadtbild verschwunden ist: Grüner als heute war Rheinhausen auch nie, das belegen die Fotos der Gegenwart. An anderen Stellen wiederum scheint die Zeit fast stehen geblieben, so gleichen sich die Bilder. Von ländlichen Dörfern zur eigenständigen Industriestadt (1934) und zur Eingemeindung nach Duisburg (1975) mit einer Wirtschaft, die heute ihren Schwerpunkt im Dienstleistungsbereich hat, blieben Veränderungen nicht aus. Die „Zeitsprünge Rheinhausen“ dokumentieren sie für nachfolgende Generationen, solange es Zeitzeugen gibt, die berichten können.
Mit den Zeitsprüngen „Rheinhausen – Früher und heute“ legt die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. ihr neustes Werk zur Stadtgeschichte vor. Nachdem Fotosammlungen durchforstet und Bilder ausgewählt worden waren, gingen Mitglieder der Zeitzeugenbörse auf die Suche nach den Standorten der jeweiligen Fotografen. Mit Melanie Patten und Andre Sommer hat die Zeitzeugenbörse zwei engagierte Mitglieder in ihren Reihe, die in Rheinhausen aufgewachsen sind und wertvolle Hilfe leisten konnten, die Standorte der Fotografen zu identifizieren. Wer sich die Fotos im Vergleich anschaut, wird mitunter staunen, wie wenig sich von der ursprünglichen Ansicht im aktuellen Foto wiederfindet. Mal ist es ein Kirchturm im Hintergrund, mal eine Mühle oder Schornsteine. Gerade nach Abriss von Kohlezechen und Stahlwerk braucht man zur Spurensuche alte Bilder mit informativen Texten, die die Zusammenhänge erläutern: Im Stadtbild finden sich kaum noch – oder nur vereinzelt wenige – Zeugen der alten Zeit.
Zum Entdecken und Erinnern
Das Buch „Rheinhausen – Früher und heute“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, in Deutschland führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser 110 Abbildungen (davon 55 zumeist unveröffentlichte historische Aufnahmen), auf denen alte Ansichten Fotografien gegenüber gestellt sind, die die Orte in ihrem aktuellen Zustand zeigen. Das Buch ist nach Straßennamen alphabethisch gegliedert. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren überwiegend aus den 1920-er und 1930-er Jahren. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen des Rheinhausers Kurt Dittmann sowie von Reinhold Stausberg, Andre Sommer und Harald Molder von der Zeitzeugenbörse Duisburg. In die Texte flossen Informationen der Bildgeber, Helmut Colombo und Heinz Pischke steuerten weitere Informationen bei. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Zeitsprünge“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-572-7).
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Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Das Archetypische, Surreale nimmt plastische Gestalt(en) an Von Petra Grünendahl
Yvonne Roeb mit ihren Schlangen-Teppichen in der Glashalle des Lehmbruck Museums. Foto: Petra Grünendahl.
EIn Blickfang in der Glashalle – Yvonne Roeb: Eine plastische Schlange aufgewebt auf einen Teppich. Foto: Petra Grünendahl.
In einem Stahlrahmen, den HKM nach ihren Wünscnen anfertigte, präsentiert Yvonne Roeb ausgewählte Arbeiten aus den letzten 10 Jahren. Foto: Petra Grünendahl.
Archetypische Sinnbilder greift sie gerne auf in ihren Skulpturen und gibt ihnen neue Strukturen und Erscheinungsformen. Den Klassiker, die Schlange, hat die Künstlerin Yvonne Roeb in zwei großflächige Teppiche (4,06 x 2,20 m2) eingearbeitet: Mit bis zu fünf Helfern war sie vier Wochen lang täglich zehn Stunden beschäftigt, ihre Entwürfe mit aufgestickten Wollfäden plastisch umzusetzen und auf den Teppichen anzubringen. Andere, kleinere Werke finden sich eingerahmt von einem Stahlgerüst, das ihren Skulpturen einen „Denkrahmen“ setzt, in der großen Glashalle, die dem Besucher des Kantparks das Museum öffnet. Der Stahlrahmen, den HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann) der Künstlerin für diese Ausstellung gebaut hat, nimmt die Architektur der Glashalle auf, verkleinert sie auf den Maßstab 1:20 und stutzt sie damit auf ein Maß, in dem die Kunstwerke angemessen – maßvoll – zur Geltung kommen. Angenähert an den Stahlrahmen gewinnen die Werke im Auge des Betrachters an Kontur, wirken sie als einzelne Objekte, die sie sind: Roeb hat die Ausstellung selbst konzipiert und Werke aus den letzten zehn Jahren ihres Schaffens dafür ausgewählt.
Mit der Ausstellung „Divine Beast“ von Yvonne Roeb greift das Lehmbruck Museum seine erfolgreiche Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ wieder auf, die Positionen der Skulptur des 21. Jahrhunderts Raum gibt. Zu sehen ist mit Yvonne Roeb (*1976 in Frankfurt/Main, lebt in Berlin), erstmals eine junge Künstlerin, die noch kein „Weltstar“ ist. Im Pressegespräch stellte Roeb ihre Werke zusammen mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Kurator Dr. Michael Krajewski vor. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 5. November, um 19 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin.
Ein neues Kapitel von Sculpture 21st: Yvonne Roeb erklärt ihre Ausstellung in der Glashalle im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Yvonne Roeb: Go Go Gadget (2015). Foto: Petra Grünendahl.
Yvonne Roeb: Käfer (2012). Foto: Petra Grünendahl.
Yvonne Roeb: Midnight Rider (Ausschnitt, 2009). Foto: Petra Grünendahl
Yvonne Roeb: Fossil (2013). Foto: Petra Grünendahl.
Yvonne Roeb: weltempfänger (2015). Foto: Petra Grünendahl.
EIne Dauerleihgabe aus Privatbesitz steht dem Lehmbruck Museum schon seit 2012 zur Verfügung: Yvonne Roeb „13“ (2011). Foto: Petra Grünendahl.
Yvonne Roeb: Animale (2012). Foto: Petra Grünendahl.
Das „Beast“ als Schöpfung
„Für mich ist der Begriff ‚Divine Beast’ nicht negativ besetzt, sondern steht für Kreation, Schöpfung“, erklärte die Künstlerin. Archetypische Symbole und immer wieder die Thematik Leben/Tod bestimmen ihr Schaffen, das nicht nur von abendländisch-christlicher Kultur, sondern auch von anderen Gedankenströmungen beeinflusst wird. „Für mich ist nichts tot“, erklärte Roeb, die dem Tod die Endgültigkeit abspricht. Sie thematisiert in ihren Arbeiten immer wieder das Archetypische, das Geisterhafte, das Surreale – das aber nicht irgendwie abstrakt, sondern körperlich, figurativ, so dass jeder schnell einen eigenen Zugang dazu findet. Das Bildliche fordert geradezu Assoziationen heraus, provoziert, sich mit dem Werk zu befassen. Die Künstlerin verwendet verschiedenste Materialien: von weichen Stoffen wie Wachs, Silikon, Ton oder Tierhaar bis hin zu schweren wie Keramik, Metall, Polyester oder Bauschaum. Oft gibt sie Materialien andere Oberflächen, die den Schein erwecken, das Objekt bestünde aus einem anderen Material. Andere Oberflächen sind prädestiniert, „Patina“ anzusetzen: die Werke verändern sich im Laufe der Zeit, entwickeln sich.
Es gehe ihr um innere Kreisläufe und körperliche Prozesse, äußerte Roeb im August in einem Gespräch mit Museumsdirektorin Dinkla. Gut ein halbes Jahr dauerten die Vorarbeiten zu ihrer Ausstellung, bei der Roeb als Kurator Dr. Michael Krajewski zur Seite stand, der ihre emotionale Nähe zu ihren Werken als Erfahrung aus dieser Kooperation mitnahm. Neben den Ausstellungsstücken in der Glashalle zum Kantpark, wo Roebs Werke rund um die Uhr angeleuchtet stehen und damit nach außen sichtbar sind, runden eine Videoinstallation (auch die ist nach außen zur Düsseldorfer Straße hin zu sehen) im Untergeschoss sowie eine Dauerleihgabe im Emporenbereich der Haupthalle („13“, 2011) die Werkschau der Künstlerin im Lehmbruck Museum ab.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung von Yvonne Roebs „Divine Beast“ läuft bis zum 10. Januar 2016. Den Ausstellungskatalog gibt es bereits: Das reich bebilderte 112-seitige Werk aus dem Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, mit einem Essay von Kurator Dr. Michael Krajewski und einer Einleitung von Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla ist für 24 Euro an der Museumskasse erhältlich (im Buchhandel kostet es 34 Euro, ISBN 978-3-86335-852-5). Das Lehmbruck Museum bietet im Rahmenprogramm zur Ausstellung zwei Öffentliche Sonntagsführungen durch die Ausstellung (am 8. und am 22. November) sowie am 10. Januar als Finissage einen Künstlertalk und eine Führung durch die Ausstellung. Die Sonntagsführungen kosten sie 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für weitere Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung.
Mittwochs bis samstags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Richard Šveda (Papageno), Luiza Fatyol (Papagena) – und die schwarze Katze. Foto: Hans Jörg Michel.
Sie war der Publikumsliebling der letzten beiden Spielzeiten, und sie gehört mit 41 ausverkauften Vorstellungen seit 2013 zu den begehrtesten Produktionen im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein: Mozarts „Die Zauberflöte“ in der außergewöhnlichen Inszenierung von Barrie Kosky und Suzanne Andrade. Am Donnerstag, 5. November um 19.30 Uhr hebt sich im Theater Duisburg in dieser Spielzeit zum ersten Mal wieder der Vorhang für das Opernspektakel in Stummfilmästhetik. In präziser Abstimmung interagieren Solisten und Chor mit einem fantasievollen Animationsfilm, der dem musikalischen Zauber Mozarts folgt. Die einzigartige Mischung aus Film und Oper begeistert mit unerwarteten Effekten und hält auf kluge und vielschichtige Weise die Spannung von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht.
Thorsten Grümbel (Sarastro), Johannes Preißinger (Monostatos), Chor der Deutschen Ope ram Rhein FOTO: Hans Jörg Michel.
Seit ihrer Uraufführung haben sich immer wieder Künstler mit dem visuellen Charakter der „Zauberflöte“ beschäftigt. Die britische Theatergruppe „1927“ – Suzanne Andrade (Regie) und Paul Barritt (Animationen) – steht mit ihren handgezeichneten und auf die musikalische Interpretation animierten Bildern in dieser Tradition. Für Regisseur Barrie Kosky besteht die Herausforderung der „Zauberflöte“ darin, sich ihrer Vielschichtigkeit anzunehmen: „Jeder Versuch, das Stück nur in einer Richtung zu deuten, muss scheitern. Man muss die Ungereimtheiten der Handlung und der Figuren ebenso wie die Mischung aus Fantasy, Surrealismus, Magie und tief berührenden menschlichen Emotionen geradezu zelebrieren.“ Seine gemeinsam mit „1927“ entwickelte Inszenierung, die 2012 an der Komischen Oper Berlin Premiere hatte und inzwischen von Los Angeles bis Shanghai für Furore sorgte, verblüfft ihr Publikum durch ein virtuoses Spiel mit den eigenen Assoziationen und Sehgewohnheiten.
NRW-Umweltminister Remmel gibt offiziellen Startschuss für Baubeginn
NRW-Umweltminister Johannes Remmel – Baubeginn für den neuen Gewebefilter. Foto: TKSE.
Mit dem Bau eines weiteren modernen Gewebefilters für die Sinteranlage Schwelgern hat ThyssenKrupp Steel Europe kürzlich begonnen. Diese wird künftig für eine zusätzliche Entstaubung sorgen und dadurch die Umweltsituation in Duisburg weiter verbessern. „Wir erwarten von dieser Maßnahme einen großen Effekt auf die Luftreinhaltung“, so Andreas Theuer, Leiter Umwelt- und Klimaschutz bei ThyssenKrupp Steel Europe. Den offiziellen Startschuss für den Baubeginn gab jetzt NRW-Umweltminister Johannes Remmel. „Die Investitionen sind ein aktiver Beitrag zu mehr Gesundheitsschutz der Duisburger Bürgerinnen und Bürger und dienen gleichzeitig dem Umweltschutz. Die neuen Filteranlagen sind ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort Duisburg und damit nicht nur eine ökologische, sondern auch ökonomische Chance sich auf die Zukunft vorzubereiten“, so Remmel bei seinem Besuch auf der Baustelle in Duisburg. Die neue Abgasreinigungsanlage soll spätestens im März 2017 in Betrieb gehen. In die damit einhergehende, beträchtliche Verringerung der Staub-Emissionen investiert ThyssenKrupp Steel Europe allein in diesem Projekt rund 46 Millionen Euro. Bereits 2014 hatte der Stahlhersteller rund 20 Prozent weniger Staub ausgestoßen als im Jahr 2010.
Die Sinteranlage von ThyssenKrupp Steel Europe bekommt neue Tuchfilter. Foto: TKSE.
In einer Sinteranlage werden feinkörnige Eisenerze mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk vermengt, erhitzt und so zusammengebacken. Dieses Gemisch wird zerkleinert und danach abgekühlt. Der fertige Sinter ist unter anderem wegen seiner großen Gasdurchlässigkeit sehr gut für den Einsatz im Hochofen geeignet, wo er zusammen mit anderen Stoffen zu Roheisen erschmolzen wird. Zur Herstellung des Erz-Koks-Kuchens ist Saugluft erforderlich, die danach Staub enthält. Dieser wird bislang schon durch mehrere herkömmliche Elektrofilter eingefangen und gelangt so nicht nach draußen. „Unsere Elektrofilter haben bereits eine sehr gute Leistung. Aber wir können noch besser werden“, betont Umwelt-Experte Theuer. Bereits jetzt gibt es einen nachgeschalteten Gewebefilter für das kleinste der drei Bänder in der Sinteranlage Schwelgern. Dort fließt die Luft, die den Elektrofilter zuvor schon durchlaufen hat, noch einmal durch rund 15.000 etwa drei Meter lange, extrem feine Gewebeschläuche. In diesen bleibt auch Feinstaub hängen. Diese im Herbst 2011 in Betrieb gegangene Reinigungsanlage entstaubt stündlich bis zu 450.000 Kubikmeter Abluft. Mit diesen modernen Tuchfilteranlagen kann die Staubbelastung der Umwelt noch einmal verringert werden. „So können wir fast 99,99 Prozent des Sinterstaubs einfangen. Hinter den Filtern hat man also wirklich saubere Luft und das heißt weniger Staub in Duisburg und Umgebung“, erklärt Theuer.
Nach den guten Erfahrungen mit dem ersten Gewebefilter installiert ThyssenKrupp Steel Europe nun Reinigungsanlagen mit derselben Technologie für die beiden anderen Sinterbänder. Mit dem Bau der Anlage am größten Sinterband ist jetzt begonnen worden; er soll Anfang 2017 abgeschlossen sein. Dieser Neubau wird die weltweit größte Filteranlage für den Sinterprozess sein und große Mengen Staub zusätzlich einfangen. „Die neue Filteranlage ist ein weiterer großer Schritt zur Verbesserung der Luftqualität in Duisburg“, ist Theuer daher überzeugt. Bis zum Jahr 2020 soll auch der dritte Gewebefilter fertig sein.
Aus Eisenerz und Koks wird ein Kuchen für den Hochofen „gesintert“
Ein gebrochenes Stück Sinter: An seiner breitesten Stelle misst es 6 Zentimeter und er wiegt genau 160 Gramm. Foto: Petra Grünendahl.
Feinkörnige Eisenerze müssen für den Einsatz im Hochofen zunächst in einer Sinteranlage „stückig“ gemacht werden. Beim Sinter-Prozess wird eine Mischung aus Feinerzen, Koks und Zuschlagstoffen wie z. B. Kalk auf das Sinterband aufgegeben, unter einem Ofen bei Temperaturen von ca. 1.200 Grad gezündet und gesintert. Die für den Prozess erforderliche Verbrennungsluft wird dabei mittels großer Gebläse durch die Mischung gesaugt, um den Koks zu verbrennen. Am Ende des Sinterbandes wird der sogenannte „Sinter-Kuchen“ abgeworfen, abgekühlt und auf ein mittleres Kornmaß von etwa 20 Millimeter heruntergebrochen. Das nennen die Fachleute „stückig“ machen. Von der Sinteranlage Schwelgern mit ihren drei Sinterbändern wandert das Material dann in die vier Hochöfen von ThyssenKrupp Steel Europe im Duisburger Norden.
– Pressemeldung von ThyssenKrupp Steel Europe – Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe (2), Petra Grünendahl (1)
Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Termine vom 12. November 2015 aufgehoben
Anträge auf Prozesskostenhilfe abgelehnt
In den Loveparade-Zivilverfahren hat die 4. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg die für den 12. November 2015 vorgesehenen Termine zur mündlichen Verhandlung aufgehoben. Grund hierfür sind Beschwerden von zwei Klägerinnen gegen die Ablehnung ihrer Befangenheitsanträge und die Erkrankung einer weiteren Klägerin.
Die 4. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg ist für vier Schadensersatzklagen wegen der tragischen Ereignisse bei der Loveparade-Veranstaltung 2010 zuständig. Die Kammer hat in diesen Verfahren zuletzt Befangenheitsanträge der Klägerinnen gegen die Vorsitzende Richterin abgelehnt (siehe Presseerklärung vom 1. Oktober 2015). Zwei Klägerinnen haben inzwischen Beschwerde hiergegen eingelegt. Daraufhin hat die Kammer die bislang vorgesehenen Termine aufgehoben, damit zunächst über diese Beschwerden entschieden werden kann. Auch die Termine in den beiden anderen Verfahren hat die Kammer aufgehoben, um wie bislang geplant alle vier Verfahren an einem Sitzungstag erörtern zu können. Zudem hatte eine Klägerin mitgeteilt, wegen einer Erkrankung nicht an dem vorgesehenen Termin teilnehmen zu können. Neue Termine sollen nach einer Entscheidung über die Beschwerden bestimmt werden.
Aktenzeichen: 4 O 256/14, 4 O 412/14, 4 O 413/14, 4 O 414/14
Keine Prozesskostenhilfe
Die 3. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg hat vier Anträge auf Prozesskostenhilfe in Loveparade-Zivilverfahren abgelehnt. Mit Beschlüssen von Anfang Oktober hat die Kammer die Erfolgsaussichten für beabsichtigte Klagen gegen die Veranstalterin L. GmbH, deren Geschäftsführer, die Stadt Duisburg und das Land Nordrhein-Westfalen verneint.
Ein Duisburger war auf der Loveparade-Veranstaltung 2010 als Sicherheitskraft eines Privatunternehmens tätig. Er wurde selbst nicht verletzt, gibt aber an, aufgrund seiner dortigen Erlebnisse an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt zu sein. Er könne deswegen nur noch eingeschränkt arbeiten. Für seine geplante Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld sieht die Kammer keine Erfolgsaussichten. Ebenso wie im Fall des Feuerwehrmanns (vgl. Presseerklärung vom 28. September 2015) führe das bloße Miterleben der Verletzung Dritter nicht zu Ansprüchen gegen den Schädiger.
Auch die Anträge eines Pärchens aus Hamburg und einer Frau aus Essen hatten keinen Erfolg. Alle drei waren als Veranstaltungsbesucher in dem Gedränge und geben an, deswegen an einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden. Die Stadt Duisburg, das Land Nordrhein-Westfalen und der Geschäftsführer der Veranstalterin haften nach den Beschlüssen aus Rechtsgründen nicht. Nach Auffassung der Kammer kommen Ansprüche gegen die L. GmbH zwar grundsätzlich in Betracht. Sie seien jedoch in den vorliegenden Fällen aus mehreren Gründen nicht ausreichend dargestellt und belegt. Die beiden Antragsteller aus Hamburg hätten insbesondere nicht nachvollziehbar dargelegt, dass sie aufgrund der Loveparade überhaupt an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Im Fall der Essenerin, reiche deren Darstellung insbesondere nicht dazu aus, zwischen ihren bereits vorher vorhandenen psychischen Beeinträchtigungen und den angeblich durch die Loveparade erlittenen zu unterscheiden.
Den Antragstellern steht es frei, ihre Ansprüche auf eigene Kosten im Klagewege weiter zu verfolgen. Auch können sie gegen die Entscheidung binnen eines Monats sofortige Beschwerde einlegen. Beschwerdegericht ist das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Hintergrundinformation
Einen Überblick zum Stand der Loveparade-Zivilverfahren finden Sie hier..
– Pressemitteilung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Von Liebestränken und dem Zauber der Liebe Von Petra Grünendahl
Nemorino glaubt, nur mit Hilfe eines Zaubertranks Adina für sich gewinnen zu können: Bruno Balmelli (Dulcamara), Georgy Vasiliev (Nemorino). Foto: Hans Jörg Michel.
Der schüchterne Nemorino (brillant: Georgy Vasiliev) ist in die schöne Adina (eine hinreißende Luiza Fatyol in ihrem Rollen-Debüt) verliebt. Die lebenslustige Frau weist ihn ab und rät ihm, die Liebe nicht so ernst zu nehmen. Die Geschichte von Tristan und Isolde mit dem Liebestrank, die Adina auf der Hochzeit ihrer Freundin Giannetta (Anna Tsartsidze) zum besten gibt, setzt Nemorino den Floh ins Ohr, seine Angebetete nur mit einem Zaubertrank erobern zu können. Einen vermeintlichen solchen Trank kauft Nemorino beim Quacksalber Dulcamara (Bruno Balmelli), wobei es sich allerdings um nichts anderes als einfachen Bordeaux handelt. Der Wein (und die Vorstellung, sie mit Hilfe des „Liebestranks“ am nächsten Tag für sich zu gewinnen) lässt Nemorino Adina gegenüber gelassener agieren, was diese aus verletztem Stolz in die Arme des blasierten Belcore (Laimonas Pautienius) treibt, den sie zuvor abgewiesen hatte.
Scharlatan Dulcamara verkauft Tränke und Tinkturen für für jedes Wehwehschen: Bruno Balmelli (Dulcamara), Anna Tsartzidze (Giannetta), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Ein begeistertes Publikum erlebte im Theater Duisburg die Premiere von Gaetano Donizettis „L’elisir d’a “ – zu Deutsch: „Der Liebestrank“ – in der Inszenierung von Joan Anton Rechi. Das Libretto dieser „Opera buffa“ (komischen Oper) stammt von Felice Romani und basiert auf dem französischen Stück „Le philtre“ („Der Trank“) von Eugène Scribes. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Uraufgeführt wurde das etwa zweieinhalbstündige Werk (mit einer Pause) 1832 am Mailänder Teatro della Canobbiana vor einem begeisterten Publikum, in der vergangenen Spielzeit feierte diese Inszenierung ihre Premiere im Opernhaus Düsseldorf.
Plötzlich begehrt
Als jemand das Gerücht streut, Nemorinos Onkel sei gestorben und habe dem jungen Mann sein Geld vererbt, zieht dies die jungen Frauen des Dorfes an. Dass so viele Frauen den naiven jungen Mann umgarnen, weckt nun auch Adinas Interesse. Als er sich als Soldat verpflichtet, weil er Geld braucht für weiteren Liebestrank und – von Adina zurückgewiesen – lieber sterben will, entdeckt sie ihre Liebe für Nemorino. Sie kauft dem Anwerber Belcore seinen Vertrag ab: Er ist frei. Adina gesteht Nemorino ihre Liebe. Während Dulcamara seinen Trank als erfolgreich feiert, verflucht Belcore den Scharlatan, der ihm die Tour bei einer Frau vermasselt hat.
Nemorions lässt sich wegen des Soldes anwerben: Georgy Vasiliev (Nemorino), Laimonas Pautienius (Belcore). Foto: Hans Jörg Michel.
Herausragende und engagierte Akteure verliehen der zuweilen etwas plakativen Handlung mit spitz gezeichneten Charakteren Leben, Glaubwürdigkeit und Charme. Das Publikum quittierte das hervorragende Spiel immer wieder – und völlig zu Recht – mit ausgiebigem Szenenapplaus. Im Vordergrund agierte weitgehend auch der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig, der als Hochzeitsgesellschaft oder im Dorf mehr Akteur als Kulisse war. Die Leichtigkeit und den Schwung von Donizettis Komposition setzten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung des neuen Opern-Kapellmeisters Giuliano Betta brillant um. Flavius Petrescu (Solo Trompete) und Christian Dammann (Hammerklavier) setzten klangliche Akzente im Orchesterspiel. Ein geniales Bühnenbild von Alfons Flores mit einer Decke aus über 3.400 am Stiel aufgehängten Sekt- und Weingläsern, die passend zur Handlung in Bewegung waren und von Lichtdesigner Licht Volker Weinhart angemessen in Szene gesetzt wurden, spiegelte veränderte Stimmungen. Für die farbenprächtigen Kostüme, die die Lebendigkeit und Komik des Stücks unterstreichen, zeichnet Sebastian Ellrich verantwortlich.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 31. Oktober 2015 | 19:30 Uhr,
Fr | 8. November 2015 | 15 Uhr,
Sa | 14. November 2015 | 19:30 Uhr und
Fr | 1. April 2016 | 19:30 Uhr.
Ab dem 21. April 2016 steht „L’elisir d’a “ wieder in Düsseldorf auf dem Programm.
Luiza Fatyol (Adina), Bruno Balmelli (Dulcamara). Foto: Hans Jörg Michel.
Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten je nach Aufführung zwischen 18,10 und 62,80 Euro bzw. 20,30 bis 70,30 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
In vier der Loveparade-Zivilverfahren hat das Landgericht Duisburg die Anträge der Klägerinnen, die Vorsitzende Richterin der 4. Zivilkammer wegen der Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, zurückgewiesen.
Provisorische Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade im April 2012. Foto: Petra Grünendahl.
Die 4. Zivilkammer ist für vier im Jahre 2014 erhobene Schadensersatzklagen wegen der Ereignisse bei der Loveparade-Veranstaltung am 24. Juli 2010 zuständig. Der Ehemann der Vorsitzenden Richterin dieser Kammer ist als Rechtsanwalt in einer Düsseldorfer Kanzlei tätig, die noch im Jahr 2010 für die Stadt Duisburg ein Rechtsgutachten zu den Ereignissen der Loveparade erstellt hatte. Nachdem die Vorsitzende Richterin die Tätigkeit ihres Ehemannes den Verfahrensbeteiligten offengelegt hat, haben die Klägerinnen aller vier Verfahren die Richterin wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.
D
as Gericht hat diese Anträge mit einem heute den Verfahrensbeteiligten übersandten Beschluss – ohne Mitwirkung der abgelehnten Richterin – als unbegründet zurückgewiesen. Gründe, die ein Misstrauen gegen die Unparteilichkeit der Richterin rechtfertigen, seien nicht festzustellen. Insbesondere begründe die Tätigkeit des Ehemanns der Richterin diese Sorge nicht. Der Ehemann und seine Kanzlei seien an dem Verfahren nicht beteiligt. Der Ehemann habe kein wirtschaftliches Interesse am Ausgang des Verfahrens, so dass dies für die Richterin erst Recht gelte. Das seinerzeit von der Stadt Duisburg an die Kanzlei gezahlte Honorar sei unabhängig vom jetzigen Verfahren gezahlt worden und betreffe nur einen sehr kleinen Bruchteil des damaligen Gesamtumsatzes der Kanzlei. Die Richterin habe zu den am Gutachten beteiligten Anwälten keine persönliche Beziehung und habe mit diesen auch nicht über das Gutachten gesprochen. Es sei auch nicht zu beanstanden, dass die Richterin die Verfahrensbeteiligten über die Tätigkeit ihres Ehemannes erst nach einer Beratung der Fälle in der Kammer informiert habe, zumal sie in drei der vier Fälle zuvor ohnehin nicht zuständig gewesen sei.
Gegen die Entscheidung ist das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde gegeben. Beschwerdegericht ist das Oberlandesgericht Düsseldorf. Ob die derzeit für den 12. November 2015 angesetzten mündlichen Verhandlungen in den vier Verfahren wie geplant stattfinden können, wird davon abhängen, ob Beschwerde eingelegt wird und wie lange ein etwaiges Beschwerdeverfahren dauert. Derzeit besteht kein Anlass, die Termine aufzuheben.
Aktenzeichen: 4 O 256/14, 4 O 412/14, 4 O 413/14, 4 O 414/14
– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Kunst im Spiegel und Bezug zu Duisburg und der Region Von Petra Grünendahl
Der Jüngling von Johanna Schwarz. Foto: Petra Grünendahl.
„Man muss sich für diese Ausstellung Zeit nehmen“, hob Uwe Haddenhorst vom Vorstand der Sparkasse Duisburg seine eigenen Erfahrungen hervor: „Die Werke fordern den Betrachter heraus, über sie nachzudenken.“ Im Pressegespräch stellte Sparkassenvorstand Haddenhorst als Vertreter des Sponsors zusammen mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Kuratorin Dr. Marion Bornscheuer und Wolf Lipka, Sprecher der IG Duisburger Künstler, die Sonderausstellung „Wahlverwandtschaften“ im Anbau des Lehmbruck Museums vor. Sie und die anwesenden Künstler gaben Einblicke in eine vielfältige Werkschau moderner Kunst, die hier in der Region verwurzelt ist und von Malerei über Fotografie und Skulpturen bis hin zu Installationen reicht.
Christoph Breitmars „Ohne Titel“. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung „Wahlverwandtschaften“ zeigt ausgewählte Werke von Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk und Engagement das Leben in Duisburg prägen, und setzt sie in Beziehung zu Werken junger Künstler, die aus Duisburg, dem Rheinland, Ruhrgebiet oder Westfalen stammen oder hier arbeiten. Wobei die etablierten Künstler die jungen Talente für die Ausstellung nominiert haben, deswegen die Anspielung auf die „Wahlverwandtschaften“. Aus 160 Bewerbungen und Nominierungen wählte eine Jury aus Vertretern der Duisburger Künstlerverbände sowie Mitarbeitern des Museums unter dem Vorsitz von Museumsdirektorin Dinkla 43 Künstler aus, die sich nun im Lehmbruck Muiseum präsentieren dürfen. Die Ausstellung öffnet ihre Pforten am Samstag, 3. Oktober, um 16 Uhr.
Verwurzelt in der Region: Eine Überblickschau
Janaa Casparys „Thorax“. Foto: Petra Grünendahl.
Einen „Landeplatz für Gedanken“ hält Manfred Gliedt für die Besucher bereit. Foto: Petra Grünendahl.
„Nylons in Space“ von Ulrike Kessl. Foto: Petra Grünendahl.
Kathrin Wegemanns „Aufsteigen 16“: Reflektierende Helumsballons mit Spulmotoren. Foto: Petra Grünendahl.
Duisburger Ansichten – Fotografien von Wolfgang van Triel aus Bruckhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Jede der hier gezeigten Arbeiten stehe exemplarisch für das gesamte Werk des Künstlers, so Ausstellungskuratorin Dr. Marion Bornscheuer, wirke aber auch für sich alleine. Mit Emre Abut, Sigrid Beuting, Christoph Breitmar, Barbara Deblitz, Gabriella Fekete, Manfred Gliedt, Elisabeth Höller, Evangelos Koukouwitakis, Britta Lauer, Walter Schernstein, Cornelia Schweinoch-Kröning, Wolfgang van Triel und Ulrike Waltemathe präsentiert das Lehmbruck Museum in seinem Anbau Künstler, die in Duisburg leben und/oder arbeiten. Maroan el Sani (Berlin), Anke Lohrer (Düsseldorf), Martin de Mattia (München), Reiner Maria Matysik (Berlin), Joachim Poths (Mülheim/Oberhausen), Harald Schmitz-Schmelzer (Mülheim) und Johanna Schwarz (Essen) haben ihre Wurzeln in Duisburg, wirken aber heute woanders.
Einen Katalog zur Ausstellung Duisburger Künstler und junger Talente unter dem Titel „Wahlverwandtschaften“ gibt es bereits mit Beginn der Ausstellung. Herausgeber sind die Interessengemeinschaft Duisburger Künstler und die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum. Das 96-seitige Werk kostet 7,50 Euro.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung „Wahlverwandtschaften“ läuft bis zum 31. Januar 2016. Das Lehmbruck Museum bietet im Rahmenprogramm zur Ausstellung zwei Veranstaltungen in der plastikBAR (am 29. Oktober mit dem StattChor und am 12. November mit „Kunst und Punsch – Öffentliche Führung durch die Ausstellung“) sowie beim Künstlerstammtisch mit Rundgang durch die Ausstellung (4. November, 2. Dezember und 6. Januar, jeweils ab 13 Uhr). Kuratorenführungen am 13. Dezember und 31. Januar, jeweils um 11:30 Uhr, runden das Rahmenprogramm ab. Diese Führungen sind zum Teil kostenfrei, zum Teil kosten sie 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für weitere Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung.
Mittwochs bis samstags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.