Frank Schwarz, Harald Molder und Werner Halverkamps geehrt Von Petra Grünendahl
Bürgerehrenwappen-Träger Harald Molder, Bürgerreporter beim Lokalkompass, engagierter Erforscher der Lokalgeschichte sowie Gründer und Vorsitzender der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. Foto: Petra Grünendahl.
„Harald Molder hat sich immer zuerst als Einzelkämpfer für den Erhalt von Kulturgütern eingesetzt“, erklärte Bürgermeister Manfred Osenger, Laudator für den neuen Bürgerehrenwappen-Träger. Als Beispiele führte er die Initiative „Rettet Hüttenheim“ in den 1980er-Jahren, die Gründung des Bürgervereins Hüttenheim, der Matthias-Lixenfeld-Gesellschaft oder auch der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. an. Immer hat sich Molder für sein Engagement Mitstreiter gesucht, um Kulturgüter und Stadtgeschichte Duisburgs zu bewahren und für die Zukunft zu sichern. In vielen dieser Initiativen war Harald Molder federführend und dann auch in Vorstandsämtern aktiv. Darüber hinaus, so der Laudator, engagiere sich Molder in der Stadtgeschichtsforschung, im Sammeln und Bewahren von Zeitzeugenberichten aus der Vergangenheit und sei als Bürgerreporter beim Lokalkompass in ganz Duisburg ein gern gesehener Gast.
Mit dem Bürgerehrenwappen zeichnete der Verband Duisburger Bürgervereine 2017 für ihr Engagement für die Stadt Duisburg aus (v. l.): Frank Schwarz (Geschäftsführender Gesellschafter und Inhaber der Frank Schwarz Gastro Group FSGG), Hermann Weßlau (Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine), Harald Molder (Bürgerreporter beim Lokalkompass, engagierter Erforscher der Lokalgeschichte sowie Gründer und Vorsitzender der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.) und Werner Halverkamps (seit über 15 Jahren erster Vorsitzender des Wanheimerorter Bürgervereins von 1874 e. V.). Foto: Petra Grünendahl.
Überall in Duisburg engagieren sich Menschen ehrenamtlich für die Stadt und ihre Bewohner. Jedes Jahr ehrt der Verband Duisburger Bürgervereine Menschen oder Organisationen für ihr besonders Engagement. Traditionell verleiht der Dachverband von Bürgervereinen in unserer Stadt diese Auszeichnungen im Ratssaal im Rathaus am Burgplatz – und das schon seit 1980. Drei neue Bürgerehrenwappen-Träger kommen in jedem Jahr hinzu. Ein Jeder von ihnen hat Außergewöhnliches für Duisburg geleistet. Die meisten von ihnen tun dies eher im Verborgenen. Mit dem Bürgerehrenwappen holen die Bürgervereine das Engagement dieser Menschen in die Öffentlichkeit, um vielleicht auch anderen einen Ansporn zu geben, sich in ihrer Stadt zu engagieren.
Frank Schwarz
Bürgerehrenwappen-Träger Frank Schwarz, geschäftsführender Gesellschafter und Inhaber der Frank Schwarz Gastro Group FSGG. Foto: Petra Grünendahl.
Aus bescheidenen Verhältnissen stammend hat sich Frank Schwarz nach einer Lehre als Fleischer und einer anschließenden Ausbildung zum Koch hochgearbeitet. Mit einem Party-Service machte er sich schließlich selbstständig. Die Schwerpunkte der heutigen Frank Schwarz Gastro Group (FSGG) auf dem Großmarkt in Kaßlerfeld liegen im Party-Service und Event-Catering. Vor dem Umzug nach Kaßlerfeld war Schwarz mit seinem Unternehmen Jahrzehnte in der Ruhrorter Schifferbörse ansässig. Seit 2014 übernimmt er dort bei Veranstaltungen das Event-Catering. Besonders am Herzen liege ihm die Ausbildung, weiß Laudator Hermann Hövelmann zu berichten. Gerade sei die FSGG im Wettbewerb „Ausbildungs-Ass 2017“ vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet worden, erzählt Hövelmann, der 2011 selber das Bürgerehrenwappen erhalten hatte. Besonders engagiere sich Schwarz für Menschen mit Behinderung, denen er in seinem Betrieb Ausbildung und Arbeitsstelle gibt: „Sie glauben gar nicht, wie dankbar diese Menschen für den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt sind“, berichtete der Geehrte.
Werner Halverkamps
Bürgerehrenwappen-Träger Werner Halverkamps, seit über 15 Jahren erster Vorsitzender des Wanheimerorter Bürgervereins von 1874 e. V. Foto: Petra Grünendahl.
Werner Halverkamps ist ein Wanheimerorter Urgestein, der sich seit gut 50 Jahren in und für seinen Stadtteil engagiert. Angefangen hatte es in der Schulpflegschaft der Karl-Lehr-Realschule, wo sein Sohn zur Schule ging. Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten folgten. Seit 15 Jahren führt der in Holland geborene Halverkamps als erster Vorsitzender den Wanheimerorter Bürgerverein von 1874, in dem er schon vorher Jahrzehnte aktiv war. „Seine Hartnäckigkeit zeichnet ihn aus“, erzählte Laudatorin Sarah Philipp, Landtagsabgeordnete für den Duisburger Süden. Viele Erfolge habe er für seinen Stadtteil erreichen können. Die Arbeit mit der Verwaltung sei manchmal schwierig, meinte Werner Halverkamps, sei aber ansonsten angenehm. Die Ehrung nehme er jetzt als Ansporn für die Zukunft mit.
Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten wie in früheren Jahren die Restroom-Singers. Foto: Petra Grünendahl.
Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten wie in früheren Jahren die Restroom-Singers, die zum Abschluss der Veranstaltung noch reichlich Zugaben geben durften.
Stimmungsvolle Aufnahmen von den vielen Gesichtern unserer Stadt Von Petra Grünendahl
Dieter Ebels und Heinz Pischke: „Duisburg Vielfalt an Rhein und Ruhr“ ist erschienen im Wartberg Verlag.
Duisburg ist nicht nur Industrie und Hafen, Sportpark und MSV, auch wenn diese Dinge natürlich zur Identität unserer Stadt untrennbar dazu gehören. Was unsere Stadt ausmacht reicht von bekannten Ansichten wie Rathaus, Innenstadt, Innenhafen oder Landschaftspark Nord zu den eher unbekannten, aber doch einzigartigen Motiven wie Straßenzügen mit charakteristischen Häusern, Kirchen und Gebäuden, an denen auch Duisburger nicht alltäglich vorbei kommen. Das reicht vom Rathaus Hamborn und der Abteikirche über die Baerler Mühle oder die Bliersheimer Villenkolonie bis hin zum Eventschloss Pulp oder der St.-Hubertus-Kirche in Rahm mit ihrem Zwiebelturm. Streifzüge gehen nicht nur durch die Innenstadt und den Landschaftspark in Meiderich, sondern über auch über den Kaiserberg in Duissern mit Zoo und Ehrenfriedhof, den Mattlerbusch oder den Sportpark und die Sechs-Seen-Platte. Vieles offenbart Einblicke, die man nicht gleich mit einer Industriestadt wie Duisburg verbinden würde. Dazu gibt es gut verdauliche Informationen zu den Motiven.
Der Lifesaver Brunnen der Künstlerin Niki de Saint Phalle auf dem Titelbild signalisiert, wohin die Reise von Fotograf Heinz Pischke und Autor Dieter Ebels geht: Durch eine bunte Stadt, die hier ihre vielen unterschiedlichen Seiten zeigen darf. Die Reise geht mehr oder weniger durch das ganze Stadtgebiet, wobei man natürlich ob der Fülle der Möglichkeiten letztendlich eine Auswahl treffen musste, was an Bildern und Informationen schließlich den Weg ins Buch finden sollte. Die verschiedenen Perspektiven der Fotos schließt nicht nur Aufnahmen auf Augenhöhe oder aus höheren Gebäuden ein, sondern auch Luftbilder, die faszinierende Überblicke bieten. Autor und Fotograf haben schöne und stimmungsvolle Fotos für ihren Bildband ausgewählt, die immer wieder zum Blättern und Stöbern animieren. Mit Texten in drei Sprachen und ganz phantastischen Fotografien führen Ebels und Pischke mit ihrem Buch „Vielfalt an Rhein und Ruhr“ durch ihre Heimatstadt Duisburg.
Natürlich hatten Ebels und Pischke die Qual der Wahl, weil nur eine begrenzte Auswahl an Material verarbeitet werden konnte. Das Buch bietet jedoch auch dem Duisburger reichlich Anregungen, sich die Orte seiner Heimatstadt anzuschauen, die er noch nicht kennt. In drei Sprachen verfasst wendet sich das Buch aber nicht nur an Einheimische und Besucher aus Deutschland, sondern auch an Gäste aus dem Ausland. Für Besucher stellt der Bildband eine farbenprächtige Erinnerung an eine faszinierende Stadt, angereichert mit vielen Informationen dar – und vielleicht ebenfalls eine Aufforderung, für weitere Entdeckungen zurückzukommen.
Im lokalen Buchhandel erhältlich
Der Farbbildband ist im Wartberg Verlag als Hardcoverbuch mit 64 Seiten und über 80 hochwertigen Fotografien erschienen. Das Buch ist zum Preis von 14,90 Euro ist im lokalen Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-8313-3122-2).
Der Fluch des Rings: Von der Gier nach Gold und den Verlockungen der Macht Von Petra Grünendahl
Die Rheintöchter (Kimberley Boettger-Soller, Iryna Vakula und Heidi Elisabeth Meier) verspotten den Zwerg Alberich (Stefan Heidemann). Foto: Hans Jörg Michel.
Die Rheintöchter (Heidi Elisabeth Meier, Kimberley Boettger-Soller und Irina Vakula) spielen ein übles Spiel mit dem „hässlichen“ Zwerg Alberich (Stefan Heidemann): Erst locken sie ihn mit ihren Reizen, dann demütigen sie ihn und weisen ihn ab. In ihrer Naivität verraten sie Alberich jedoch das Geheimnis ihres Schatzes, des Rheingolds. Der nach Zuwendung gierende Alberich schwört der Liebe ab, raubt das Gold, das ihm die Weltherrschaft verleiht, und schmiedet einen magischen Ring. Währenddessen hat Gott Wotan (James Rutherford) die Riesen Fasolt (Thorsten Grümbel) und Fafner (Lukasz Konieczny) seine Burg Walhalla bauen lassen – und ihnen dafür seine Schwägerin Freia (Anna Princeva) als Bezahlung versprochen. Nun fordern die Beiden ihren Preis. Sein Berater Loge (Raymond Very) hatte dem Gott versprochen, einen Weg aus diesem Handel zu finden. Für das Rheingold würden die Riesen auf Freia verzichten, so dass nun Wotan alles dran setzen muss, dem Nibelungen Alberich den Goldschatz abzujagen, was ihm und Loge nur mit einer List gelingt. Als sie dem Zwerg auch die Tarnkappe, die ihm sein Bruder Mime (Florian Simson) gefertigt hatte, und den Ring abnehmen, verflucht dieser den Ring und jeden unrechtmäßigen Besitzer.
Wotan (James Rutherford, m.) hat die Riesen Fafner (Lukasz Konieczny) und Fasolt,(Thorsten Grümbel) seine Burg Walhalla bauen lassen. Foto: Hans Jörg Michel.
Richard Wagners (1813–1883) „Das Rheingold“ feierte in der Neuinszenierung von Dietrich W. Hilsdorf eine begeisternde Premiere vor praktisch ausverkauftem Haus im Theater Duisburg. Der Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ führt in die Geschichte ein, die Wagner in seinem Hauptwerk erzählt. Hier zeigen Zwerge (die Nibelungen), Riesen und Götter ihre „menschlichen“ Züge: Im Spiel um Macht und Herrschaft brillieren die Darsteller nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch. Neben Sängern des eigenen Ensembles hatte die Deutsche Oper am Rhein namhafte Sänger verpflichtet, die entweder schon früher hier erfolgreich auf der Bühne gestanden hatten, oder – wie „Wotan“ James Rutherford – als Star in dieser Rolle weltweit gefragt. Ein Aufgebot, was sich sehen und hören lassen konnte: Die Zuschauer verabschiedeten die Akteure zu Recht mit teils stehenden Ovationen.
Leidenschaft und Verderben
Raymond Very (Loge), Katarzyna Kuncio (Fricka), Bernhard Berchtold (Froh), Heidi Elisabeth Meier (die Rheintochter Woglinde), David Jerusalem (Donner). Foto: Hans Jörg Michel.
Die beiden Riesen bestehen auf vollständiger Bezahlung. Wotan muss nachgeben, ist Freia doch für die Götter als Pflegerin der Jugend der Schlüssel zu ihrer Unsterblichkeit. Zu dem Gold verlangen die Riesen die Tarnkappe und den Ring. Wotan trennt sich nur widerwillig von dem machtvollen Ring, nachdem Erda (Ramona Zaharia) ihn gewarnt hat, den Fluch ernst zu nehmen. Fafner nimmt den Ring an sich – und erschlägt seinen Bruder im Streit um die Beute. Während Fafner mit dem Goldschatz abzieht, ziehen Wotan und seine Frau Fricka (Katarzyna Kuncio) in die Burg Walhalla ein. In ihrem Vertrauen in Wotan erschüttert, wenden sich die anderen Götter Donner (David Jerusalem) und Froh (Bernhard Berchtold) ebenso wie Loge von ihm ab. Der Verfall der göttlichen Macht, die in der „Götterdämmerung“ ihren Höhepunkt findet, nimmt hier ihren Anfang.
Vorne: Raymond Very (Loge), James Rutherford (Wotan), Katarzyna Kuncio (Fricka). Hinten: Kimberley Boettger-Soller (Rheintochter Wellgunde), Iryna Vakula (Rheintochter Floßhilde), Heidi Elisabeth Meier (Rheintochter Woglinde) und David Jerusalem (Donner). Foto: Hans Jörg Michel
Im „Rheingold“ stellt Richard Wagner die Grundpfeiler auf, auf denen sein „Ring des Nibelungen“ ruht: Macht und Herrschaft und – im Widerspruch dazu – Vertrauen und Liebe. Etabliert werden Charaktere und Themen – die Macht des Rings und der Fluch, mit dem ihn sein Schöpfer belegt –, die uns bis zum Abschluss der Tetralogie in der „Götterdämmerung“ begleiten. Mit Unterbrechungen hat der Komponist von 1848 bis 1874 an der Tetralogie gearbeitet. Entwickelt hat er den Opernzyklus in vier Teilen als eine Collage unterschiedlicher Sagen vom Ende, der „Götterdämmerung“, her bis zu ihrer Einleitung im „Rheingold“, bevor er ans komponieren ging. Uraufgeführt wurde „Das Rheingold“ 1869 im Nationaltheater München. Die Texte in deutscher Sprache stammen vom Wagner selbst, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Zu Text und Musik gab der Komponist detaillierte szenische Anweisungen zur Inszenierung vor. Die Oper in vier Bildern ist durchkomponiert (also ohne Pause) und dauert etwa zweieinhalb Stunden.
Der Nibelung Alberich (Stefan Heidemann) aht seinen Bruder Mime (Florian Simson) gezwungen, ihm eine goldene Tarnkappe zu fertigen, Foto: Hans Jörg Michel.
Die anspruchsvolle, durchkomponierte Komposition meisterten glänzend aufspielende Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. Hilsdorfs „Rheingold“ spielt nicht am Rhein (das war Richard Wagners Vorgabe), sondern in Räumen; die wechselnden Szenerien sind mit wenig Umräumen zu erzielen: Hinter einem geschickt beleuchtete Vorhang in Begleitung von Orchestermusik, kommt das „Rheingold“ doch ohne Pause aus. Für das wandlungsfähige Bühnenbild zeichnete Dieter Richter verantwortlich, ins rechte Licht gerückt von Volker Weinhart. Die Kostüme entwarf Renate Schmitzer.
Ein kleiner Vorgeschmack: 30 seconds of …
Der Zwerg Alberich (Stefan Heidemann) tyrannisiert seine Nibelungen (Statisterie), darunter Bruder Mime,(Florian Simson). Foto: Hans Jörg Michel.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Do | 9. November 2017 | 19:30 Uhr,
Fr | 24. November 2017 | 19:30 Uhr,
So | 3. Dezember 2017 | 15 Uhr,
Sa | 16. Dezember 2017 | 19:30 Uhr,
Do | 21. Dezember 2017 | 19:30 Uhr und
Do | 23. Mai 2018 | 19:30 Uhr.
Am 13. Juni 2018 geht die Oper für eine letzte Aufführung in dieser Spielzeit zurück an das Opernhaus Düsseldorf.
Der auf den Vorabend („Das Rheingold“) folgende erste Tag – „Die Walküre“ – wird im Mai 2018 im Theater Duisburg ihre Premiere feiern.
Erda (Ramona Zaharia) warnt Wotan (James Rutherford) vor dem Fluch, der auf dem Ring liegt, Im Hintergrund:, Bernhard Berchtold (Froh), David Jerusalem (Donner). Foto: Hans Jörg Michel.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 53,90 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Ergänzungsschöffin ist bei der Stadt Duisburg beschäftigt
Amts- und Landgericht Duisburg an der Königstraße. Foto: Petra Grünendahl,
Mit Beschluss vom 30. Oktober 2017 hat die 6. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg eine Ergänzungsschöffin im Loveparade- Strafverfahren wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Die Ergänzungsschöffin ist bei der Denkmalbehörde der Stadt Duisburg beschäftigt. Einer der Angeklagten war früher der hierfür zuständige Dezernent der Stadt Duisburg. Zwei Angeklagte sind derzeit Vorgesetzte der Ergänzungsschöffin. Diese Umstände hat die Ergänzungsschöffin dem Gericht selbst mitgeteilt.
Das Gericht sieht einen nicht aufzulösenden Interessenkonflikt für die Ergänzungsschöffin darin, dass sie einerseits im Verfahren (im Fall ihres Nachrückens) über die Schuld ihrer Vorgesetzten entscheiden, andererseits aber im Berufsleben Anweisungen ihrer Vorgesetzten befolgen müsste. Zudem würden im Verfahren möglicherweise zahlreiche Arbeitskollegen der Ergänzungsschöffin als Zeugen vernommen.
Die Ablehnung wegen der Besorgnis der Befangenheit haben sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch mehrere Verteidiger und mehrere Nebenklagevertreter beantragt.
Bereits mit Beschluss vom 8. September 2017 hat das Gericht einen Schöffen wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.
Zum Hintergrund: Ergänzungsschöffen gehören nicht dem erkennenden Gericht in der aktuellen Besetzung an, rücken aber als Ersatz für die Hauptschöffen nach, wenn einer von ihnen etwa aufgrund von Krankheit ausfallen würde. Zur Sicherung des Verfahrens hat die 6. Große Strafkammer für das Loveparade-Strafverfahren fünf Ergänzungsschöffen bestellt.
– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg – Fotos: Petra Grünendahl
Vom Vorläufer Dampfeisenbahn bis zur
letzten Fahrt der Oberleitungsbusse Von Petra Grünendahl
Die Steinstraße am Neumarkt in Moers. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verkehrten Postkutschen auf der heutigen Homberger Straße in Moers und der anschließenden Moerser Straße in Homberg (damals: Moers-Homberger Aktienstraße). Rege und wachsende Personenverkehre sorgten schließlich 1881 für den Beschluss, eine mit Dampfkraft betriebene Kleinbahn als feste Verbindung zwischen den beiden Städten im Landkreis Moers zu errichten. Allen Protesten zum Trotz – die Bahnstrecke verlief in Homberg und Hochheide nah an der Wohnbebauung – wurde die Linie gebaut, die am 1. November 1883 ihren Betrieb aufnahm. Der Schacht IV der Zeche Rheinpreußen machte Moers zur Bergbaustadt, die Kohleförderung zog Menschen in die Region, die die Dampfeisenbahn stärker nutzten. Beliebt war die Dampfbahn nie, so dass man schließlich über den Bau einer elektrischen Straßenbahn nachdachte.
Die Straßenbahnen fuhren vom Staatsbahnhof Homberg über die Bahnhofstraße und die Ruhrorter Straße bis zum Moltkeplatz. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Der 1. Oktober 1908 markiert den eigentlichen Start der „Straßenbahnen im Altkreis Moers“, den Stephan Lücke in seinem gleichnamigen Buch reich bebildert dokumentiert und kenntnisreich kommentiert. Der in Moers aufgewachsene Fachjournalist ist ein profunder Kenner der Geschichte des Nahverkehrs auch in seiner Heimatstadt. Neben seinem eigenen Archiv nutzte Lücke das Stadtarchiv Moers sowie die Archive privater Sammler und Bildgeber für seine Recherchen, um den öffentlichen Personennahverkehr dieser Zeit im damaligen Kreis Moers anschaulich und detailliert zu beschreiben. Die Geschichte der Moerser Straßenbahn umfasste nicht nur die Strecke zwischen Moers und Homberg, sondern reichte bis nach Rheinhausen und Baerl im heutigen Duisburger Stadtgebiet sowie nach Duisburg-Ruhrort, Düsseldorf und Krefeld. Die Linien der Straßenbahn Moers-Homberg GmbH wurden ab 1952 auf Obus-Verkehr umgestellt, auf der Straßenbahnverbindung Moers – Homberg ging die Strab am 16. Mai 1953 auf ihre letzte Fahrt. Die Geschichte der Straßenbahn im Altkreis Moers endete gute 10 Jahre später am 2. November 1963 mit der letzten Fahrt der Linie 12 zwischen Moers und Krefeld. Dem Obus-Streckennetz im Kreis Moers, Anfang der 1960er-Jahre das größte in der Bundesrepublik, war keine lange Lebensdauer vergönnt. Bis 1968 ersetzte regulärer Busbetrieb die Obus-Linien.
Straßenbahnverkehre über den Altkreis Moers hinaus
Über die Brücke zwischen Ruhrort und Homberg gelangte man ohne Umstieg von Moers bis zum Friedrichsplatz. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Schritt für Schritt verlängerte die Moers-Homberger Straßenbahn ihre Strecke – in beide Richtungen. Als 1907 Straßenbrücke von Homberg nach Ruhrort (später Admiral-Scheer-Brücke) eingeweiht wurde, bediente zunächst die Ruhrorter Straßenbahn AG die Verlängerung der Strecke bis zum Friedrichsplatz. Sie wurde 1913 übernommen. Vom Steintor am Königlichen Hof in Moers, ab 1914 vom Neutor, dann Repelener Straße ging die Fahrt bis nach Ruhrort, das seit 1905 Teil von Duisburg war.
Rheinhausen: Straßenbahn an der Krupp’schen Bierhalle, Kreuzung von Atroper Straße und Margarethenstraße / Schwarzenberger Straße in Hochemmerich. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Diese Postkarte der Rheinbrücke wurde 1921 verschickt. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
1913 wurde die Linie über die Kruppstraße zum heutigen Bahnhof und 1914 weiter in südlicher Richtung bis nach Friemersheim verlängert. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Rheinhausen: Straßenbahn auf der Friedrich-Alfred-Straße in Hochemmerich. Foto: Sammlung Stefan Lücke / Sutton Verlag.
Weitere Verlängerungen der Strecke gab es in Richtung Gerdt und Baerl sowie nach Hochemmerich, Rheinhausen und Friemersheim, die von der Straßenbahn-Gesellschaft Homberg angefahren wurden. Die Straßenbahn-Gesellschaft Moers-Kamp-Rheinberg erschloss eine weitere Strecke zur Anbindung industrieller Ansiedlungen (hier die Deutschen Solvay-Werke mit Standorten in Rheinberg, Wallach und Borth sowie der Bergbau in Lintfort). Linienverbindungen reichten einst auch bis nach Krefeld oder Düsseldorf (wie die Linie M der Rheinischen Bahngesellschaft Düsseldorf). Nach und nach wurden die Straßenbahnverbindungen eingestellt, die Schienenwege verschwanden größtenteils. Zunächst ersetzten Obusse die gleisgebundene Beförderung, bis auch diese schließlich bis 1968 auf regulären Busbetrieb umgestellt wurden und aus dem Straßenbild verschwanden.
Mitte der 1920er-Jahre, in der Blütezeit der Moerser Straßenbahn-Ära, wurden die verschiedenen im Altkreis Moers fahrenden Straßenbahngesellschaften zur Straßenbahn Moers-Homberg vereinigt. Alle Verkehrsträger am linken Niederrhein schlossen sich schließlich 1967 zur Niederrheinischen Automobilgesellschaft (NIAG) zusammen.
Das Buch „Straßenbahnen im Altkreis Moers“ von Stephan Lücke ist im Sutton Verlag, Erfurt, erschienen. Neben Texten zur Geschichte, den Strecken und Fahrzeugen enthält es alte Ansichtskarten und Fotografien von Straßenbahnen sowie Straßenansichten rund um Schienenwege und Haltestellen. Interessant ist das Werk nicht nur für „Moerser“ Historiker und für Straßenbahn-Fans, sondern auch für Duisburger, gehören doch viele ehemals selbstständige Ortschaften des Altkreises Moers, die man auf den alten Ansichten erkennen kann, heute zur Stadt Duisburg. Für das 128 Seiten starke Werk hat der Autor ca. 120 Abbildungen ausgewählt. Eine zweiseitige Kurzchronik rundet den Überblick ab über dieses Kapitel der Geschichte des niederrheinischen Personennahverkehrs. Das Werk mit Hardcover-Einband ist zum Preis von 20 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-95400-850-6).
Sutton Verlag
Titelbild: Sutton Verlag.
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört der Sutton Verlag zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. hat 2014 im Sutton Verlag ein Buch zur „Duisburger Straßenbahn“ veröffentlicht. Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Gedenktstätte für Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg am Alten Güterbahnhof. Foto: Petra Grünendahl,
Prof. Dr. Gerlach, der von der Staatsanwaltschaft beauftragte weitere Sachverständige, hat heute den ersten Teil seines schriftlichen Gutachtens zu den Ursachen für die tragischen Geschehnisse bei der Loveparade 2010 vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft hat dieses Gutachten dem Landgericht Duisburg als weiteres Beweismittel übergeben.
Der Schwerpunkt der umfangreichen Ausführungen des Sachverständigen (ca. 2.000 Seiten) liegt in der Betrachtung des Planungs- und Genehmigungsprozesses im Vorfeld der Loveparade 2010. Nach einer ersten – vorläufigen – Einschätzung stützen die bisherigen Erkenntnisse des Gutachters die Auffassung der Staatsanwaltschaft zu den Ursachen und Verantwortlichkeiten für das Unglück und ergänzen die bereits vorhandenen Beweismittel. Eine abschließende Bewertung der Gutachtenergebnisse setzt eine eingehende Prüfung des Gesamtgutachtens voraus.
Der Sachverständige arbeitet derzeit noch an einem weiteren Teil des Gutachtens, in dem er sich überwiegend mit den Abläufen am Veranstaltungstag befassen wird. Wie lange die Fertigstellung dauern wird, ist noch nicht absehbar.
Prof. Dr. Gerlach ist ein ausgewiesener Experte für Sicherheit und Besucherverkehr bei (Groß-)Veranstaltungen und verfügt über umfangreiche Qualifikationen und Erfahrungen, da er seit über 25 Jahren vielfach als Gutachter in diesem Bereich tätig geworden ist.
– Presseinformation der Staatsanwaltschaft Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Gott und die Welt: Rossinis Kirchenmusik in der Lebendigkeit und Heiterkeit des Tanzes Von Petra Grünendahl
Martin Schläpfer: Petite Messe solennelle – Christine Jaroszewski, Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Drei Arkaden säumen den Platz in einem italienischen Dorf. Die Akteure sind einfach gekleidet im Stil der 1940er-Jahre, Leute vom Land halt. „Fülle des Lebens, Zwiegespräch mit Gott, Tanz mit dem Tod“, fasste es Anne do Paço, Dramaturgin an der Deutschen Oper am Rhein, in der Einführung zusammen, was die Zuschauer auf der Bühne erwartet. Es sind Szenen voll getanzter Interaktion: Leidenschaft, aber auch Trauer oder Verzweiflung. In die sakralen Klänge von Solo- und Chorgesängen in Begleitung Klavier und Harmonium hat der Komponist Gioacchino Rossini (1792-1868) aber auch lebhafte und eher an sein Metier der komischen Oper erinnernde Klänge eingearbeitet. Diese Mischung aus Weltlichem und Göttlichem transportieren auch die Choreographie Martin Schläpfers und die ausdrucksstarken Ensemble-Tänzer vom Ballett am Rhein.
Martin Schläpfer: Petite Messe solennelle – Christine Jaroszewski, Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Martin Schläpfers Ballettabend b.32 mit seiner Choreographie von Gioacchino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ feierte nach der Uraufführung in Düsseldorf im Juni nun eine begeistert gefeierte Premiere im Theater Duisburg. Minutelange teils stehende Ovationen verabschiedeten Schläpfer und die Akteure auf und hinter der Bühne. Rossini hatte das Werk 1863 für die Einweihung einer Privatkapelle eines Adligen komponiert. Was Rossini, der erfolgreichste und meistgespielte Opernkomponist seiner Zeit, als „Alterssünde“ bezeichnete, war sein sakrales Hauptwerk: eine Kirchenmusik, die Elemente seines Opernmetiers, der „Opera buffa“ (komischen Oper) aufgriff und integrierte. Diese sakrale Musik hat Martin Schläpfer in Tanz umgesetzt und eine Ballettchoreographie geschrieben, die die Stimmungen der Musik in Bildern und kleinen Szenen erzählt.
Ballett mit Opernelementen
Martin Schläpfer: Petite Messe solennelle – Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Martin Schläpfer: Petite Messe solennelle – Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Zwölf Cherubine (Sänger des Chors der Deutschen Oper am Rhein) sowie die Ensemble-Sänger Sarah Ferede (Sopran), Susan Maclean (Alt), Ovidiu Purcel (Tenor) und Torben Jürgens (Bass) begleiteten die Tänzer vokal aus ungewohnter Position: vom Orchestergraben aus. Instrumental untermalten Gesang ung Tanz Wolfgang Wiechert & Dagmar Thelen (für Petite Messe Solennelle) bzw. Eduardo Boechat (für die Klavierstücke aus Péches de vieillesse) an den Pleyel-Flügeln sowie Patrick Francis Chestnut am Harmonium. Die musikalische Gesamtleitung und Einstudierung oblag Gerhard Michalski, Leiter des Opernchores. Bühne und Kostüme gestaltete Florian Etti, der schon früher mit Schläpfer zusammengearbeitet und auch für die Deutsche Oper am Rhein tätig gewesen war. In Szene setzt hat die sparsamen Bühnenaufbauten das Lichtdesign von Volker Weinhart.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 21. Oktober 2017 | 19:30 Uhr,
So | 12. November 2017 | 15 Uhr und
Do | 16. November 2017 | 19:30 Uhr.
Danach gibt es weitere Termine in Düsseldorf.
Martin Schläpfer: Petite Messe solennelle – Norma Magalhães, Ensemble. Foto: Gert Weigelt.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 53,90 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Mit einzigartigem Produktionsverfahren erfolgreich in
der Wiederverwertung eisenhaltiger Abfallprodukte Von Petra Grünendahl
Dr. Carsten Hillmann, Technischer Geschäftsführer von DK Recycling und Roheisen in Duisburg-Hochfeld, führte Besuchergruppen durch die Produktion. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir sind nicht die größten Produzenten von Roheisen, bieten aber mit rund 100 Legierungen eine einzigartige Vielfalt an“, erklärte Dr. Carsten Hillnann, Technischer Geschäftsführer von DK Recycling & Roheisen in Duisburg-Hochfeld. Rund 40 Besucher hatten sich zur ersten Führung der „Langen Nacht der Industrie“ eingefunden, um in zwei Gruppen durch die Produktion am Hochofen und in der Sinteranlage geführt zu werden. Duisburgs kleinster Hochofen* ist den wenigsten Duisburgern bekannt. Mit der Kupferhütte können sie mehr anfangen, aber das ist schon lange Vergangenheit. Kupfer wird hier schon lange nicht mehr gewonnen. In erster Linie ist es heute Roheisen, aber auch Zink, welche aus Abfallstoffen gewonnen und als Rohstoffe zur weiteren Verarbeitung in Gießereien geliefert werden.
DK Recycling und Roheisen in Duisburg-Hochfeld. Foto: Petra Grünendahl.
Zur Langen Nacht der Industrie hatte auch DK Recycling und Roheisen sein Tor für Werksführungen geöffnet, bei denen interessierte Besucher einem Einblick in die Produktionsprozesse bekamen. Neben dem Technischen Geschäftsführer begleiteten Leitende Angestellte des Unternehmens als Ansprechpartner die Gruppen. „Wir wollen den Leuten zeigen, was wir hier machen“, erklärte Dr. Hillmann die Intention, sich alle Jahre wieder an der Langen Nacht der Industrie zu beteiligen. Produziert wird sieben Tage die Woche im Drei-Schicht-Betrieb: im Hochofen, der Sinteranlage und im eigenen Kraftwerk, wo das Gichtgas der Hochofenproduktion überwiegend für den Eigenbedarf verstromt wird. Die DK ist trimodal angebunden an die Verkehrsträger Lkw, Bahn und Binnenschiff: Das Unternehmen verfügt am Rheinufer über eigene Kaianlagen.
DK Recycling und Roheisen
Die Sinteranlage von DK Recycling und Roheisen in Duisburg-Hochfeld. Foto: Petra Grünendahl.
Die heutige DK Recycling und Roheisen GmbH hat ihre historischen Wurzeln in der Duisburger Kupferhütte, die 1876 von Unternehmen der Chemischen Industrie um die Unternehmer Julius Curtius und Julius Weber gegründet worden war. Die Duisburger Kupferhütte war das erste Recycling-Unternehmen weltweit. Bis Anfang der 1980-er-Jahre verarbeitete sie mit rund 1.400 Mitarbeitern neben eisenhaltigen Reststoffen der Stahlindustrie auch noch flüssige Abfallprodukte aus der Schwefelherstellung. Veränderungen in den Produktionsprozessen der Chemischen Industrie beendeten die Verarbeitung der Flüssigprodukte. Übrig blieb die Verarbeitung von eisenhaltigen Abfallstoffen und Alt-Batterien, mit denen sich das Unternehmen mit dem Namen „DK Recycling und Roheisen“ neu aufstellte. Lediglich das „DK“ im Namen und die Zufahrtsstraße „Zur Kupferhütte“ legen noch Zeugnis von der Vergangenheit ab, die so manchem Hochfelder oder Wanheimerorter noch in Erinnerung ist.
Der kleinste Hochofen Duisburgs steht bei der DK Recycling und Roheisen in Hochfeld. Foto: Petra Grünendahl.
Rund 500.000 Tonnen eisenhaltige Abfallstoffe aus der Stahlindustrie verarbeitet DK jährlich und produziert damit 300.000 Tonnen sortenreines Roheisen in rund 100 Speziallegierungen für die Gießerei-Industrie. Dabei ist DK in der Lage Abfallstoffe mit hohem Zinkanteil zu verarbeiten und auch dieses Metall als Rohstoff zur Weiterverarbeitung liefern zu können. Dabei setzt das Unternehmen auf ein selbst entwickeltes, einzigartiges Verfahren, den DK-Prozess, um aus den angelieferten Reststoffen einen Anteil von 98 Prozent als Wertstoff zurückzugewinnen. Lediglich 2 Prozent des verarbeiteten Materials bleibt als Abfallstoff übrig, der entsorgt werden muss. Fast 300 Mitarbeiter arbeiten bei DK, darunter 15 Auszubildende unterschiedlichster Berufszweige, die man hier für den eigenen Bedarf ausbildet. http://www.dk-duisburg.de/
*) Er hat eine Kapazität von ca. 1.000 bis 1.100 Tonnen täglich, die anderen (zwei bei HKM, vier bei thyssenkrupp) haben Kapazitäten zwischen 6.000 und 12.000 Tonnen.
Tigernachwuchs Makar und Arila toben mit Mutter Dasha im naturnahen Tigergehege im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Mit einem Körpergewicht von bis zu 250 kg ist der Sibirische Tiger die größte Unterart des Tigers. Ehemals über große Teile Ostsibiriens, Nordostchinas und Koreas verbreitet, überlebt der Sibirische Tiger heute nur noch in wenigen Schutzgebieten im äußersten Osten Russlands. Der Wildbestand war in den 1930er Jahren bis auf etwa 30 Tiere zurückgegangen. Dank intensiver Schutzmaßnahmen hat er sich nach der Jahrtausendwende wieder auf etwa 400 Tiere erholt.
Tigernachwuchs Makar und Arila toben mit Mutter Dasha im naturnahen Tigergehege im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Tigernachwuchs Makar und Arila toben mit Mutter Dasha im naturnahen Tigergehege im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Tigernachwuchs Makar und Arila toben mit Mutter Dasha im naturnahen Tigergehege im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
DuisburgTigernachwuchs Makar und Arila toben mit Mutter Dasha im naturnahen Tigergehege im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Riesengroß war die Freude im Zoo Duisburg als im vergangenen Jahr auf der großen naturnahen neuen Tigeranlage Nachwuchs zu vermelden war. Zwischen dem Tigermann El-Roi und seiner neuen Auserwählten Dasha hatte es nach der Zusammenführung auf Anhieb gefunkt. Das Ergebnis: Makar und Arila, zwei Tigerkinder die seither die Besucher begeistern. Beim Fangen und Versteckspielen nutzen die mittlerweile gut 150 Kilogramm schweren Tiere das gesamte Gehege und machen auch nicht vor dem Teich halt. Kein Wunder, dass Tag ein Tag aus Fotografen und Besuchergruppen schon kurz nach Parköffnung vor dem Gehege stehen, um Zeuge von der nächsten Tiger-Spielrunde zu werden.
Aufgrund sehr erfolgreicher Zuchtbemühungen leben heutzutage mehr Sibirische Tiger in den Zoos der Welt als im Freiland. Jeder einzelne im Zoo geborene Tiger ist in einem Internationalen Zuchtbuch erfasst. Ein weltweit koordiniertes Erhaltungszuchtprogramm gibt Empfehlungen, welche Tiere verpaart werden oder wohin der Nachwuchs abgegeben werden soll, so dass eine möglichst große genetische Vielfalt des Zoobestandes bewahrt werden kann. Die Zoopopulation der Tiger bildet somit eine wichtige Basis für Wiederansiedlungsprojekte, um die Bestände der Sibirischen Tiger im Freiland zu erhalten. Das in menschlicher Obhut geborene und 2013 ausgewilderte Tigerweibchen ZOLUSHKA bekam im Jahr 2015 erstmals Nachwuchs im Freiland.
Auch wenn MAKAR und ARILA sicher nicht ausgewildert werden, tragen sie doch dazu bei, dass für diese faszinierende Tierart auch in Zukunft Artenschutzprojekte finanziert werden können.
– Pressemeldung vom Zoo Duisburg – Fotos: Petra Grünendahl
Raumerlebnisse: Wenn die Spiegelung interessanter ist als das Original Von Petra Grünendahl
DKM-Museumsgründer Klaus Maas. Foto: Petra Grünendahl.
„Nikolaus Koliusis haben wir die meisten Ausstellungen gewidmet“, erklärte Klaus Maas, Gründer des Museums DKM. „Ihr ward die ersten, die meine Werke gekauft haben“, entgegnete der Künstler. Schon in der früheren Galerie der Stiftung DKM im Innenhafen waren Werke von Nikolaus Koliusis (*1953) zu sehen gewesen. Der frühere Architektur-Fotograf entwickelt in der Kunst „Räume“, in denen seine Werke wirken. Er macht Materialien und Techniken der Fotografie zum Gegenstand seiner künstlerischen Arbeit, die häufig dreidimensional ist und räumlich wirkt. Er spielt mit Reflektionen und Blickwinkeln, sich verändernden Perspektiven vom realen Objekt und seiner Spiegelung. Spiegelung, Transparenz und die Farbe Blau durchziehen seine Arbeiten wie der sprichwörtliche rote Faden. Einige seiner Werke sind in der Dauerausstellung laufend zu sehen. Nun haben ihm die Museumsgründer der Stiftung DKM eine Wechselausstellung gewidmet.
Lichtkünstler Nikolaus Koliusis. Foto: Petra Grünendahl.
Ab dem 14. Oktober 2017 zeigt das Museum DKM unter dem Titel „Blaubeziehung“ eine umfassende Werkschau des Lichtkünstlers Nikolaus Koliusis‘ (*1953) mit Arbeiten seit den frühen achtziger Jahren, die größte bislang in Deutschland gezeigte Einzelausstellung des Künstlers. Die Farbe Blau ruft vielfältige Reaktionen hervor. Sie wirkt beruhigend, ausgleichend, aber auch kühl. Wir assoziieren Blau mit Himmel und Meer, mit Weite, Ferne und Sehnsucht. Für Koliusis, dessen Werk von der Farbe Blau bestimmt ist, handelt es sich sowohl um eine romantische, eine poetische wie auch eine abstrakte Farbe. Der Titel meint nicht nur diesen Beziehungsreichtum der realen Farbe Blau zu imaginären Konzepten. Er bezieht sich zum einen auf Koliusis‘ letztjährige Präsentation Blau im Museum DKM, zum anderen auf seine langjährige Beziehung zu den Museumsgründern Dirk Krämer und Klaus Maas.
Museum DKM
Lichtkünstler Nikolaus Koliusis. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung „Blaubeziehung“ von Nikolaus Koliusis ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.
Von der Dörflichkeit erster Zechensiedlungen
hin zur Industrie-Großstadt Von Petra Grünendahl
Beeckerwerth: „Haus Knipp“, 1292 erstmals urkundlich erwähnt und hier in einer Ansicht um 1930, musste 1939 einer Deicherhöhung weichen. Bildquelle: Reinhold Stausberg/ Sutton Verlag.
August Thyssen kaufte Anfang des 20. Jahrhunderts den Großteil des Grundeigentums Beeckerwerth auf, der Ortsname bedeutet so viel wie „Beecker Insel“. Haus Knipp, 1292 erstmals urkundlich erwähnt und eines der fünf Gebäude, die damals auf Karten des Areals verzeichnet waren, musste 1939 einer Rheindeicherhöhung weichen. Ab 1894 zogen fünf Ziegeleien Arbeiter und ihre Familien nach Beeckerwerth, ab 1916 war es die Zeche. Die Kohleförderung in der Beeckerwerther Zeche wurde 1963 stillgelegt, ebenso wie früher oder später die Zechen in Laar und Beeck. Lediglich Thyssens Stahlwerk ist noch in Betrieb.
Das „Restaurant zum Schützenhaus“ am Ortseingang von Beeck: Blick von Laar aus in die Kaierstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße). Bildquelle: Heinz Pischke/ Sutton Verlag.
Wichtig für die Geschichte von Beeck ist der 947 erstmals erwähnte Oberhof. In Beeck haben sich die Beecker Kirmes (seit 1549) und die König Brauerei (seit 1858) bis heute gehalten. Laar wurde erstmals 1280 urkundlich erwähnt. In Laar ist das Hütten- und Stahlwerk der Aktiengesellschaft Phoenix Vergangenheit. Das Werk war 1926 mit den Rheinischen Stahlwerken zur Vereinigte Stahlwerke AG Hütte Ruhrort-Meiderich zusammengelegt worden. 1973 übernahm die August-Thyssen-Hütte AG die Mehrheit. Was noch an Betriebsteilen und Anlagen von Phoenix steht, gehört entweder thyssenkrupp – wie zum Beispiel das Kraftwerk „Hermann Wenzel“ – oder Arcelor-Mittal.
Der Laarer Dom an der Kaierstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) auf einer Ansichtskarte, die 1910 verschickt wurde. Bildquelle: Reinhold Stausberg/ Sutton Verlag.
In ihrem neuen Buch „Laar, Beeck, Beeckerwerth in historischen Fotografien“ haben die Autoren der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. den größten Raum dem Kapitel mit den Stadtteilansichten gewidmet. Das ist nur zu verständlich, geht der Spaziergang in die Vergangenheit doch durch drei Stadtteile, die bis zur Eingemeindung nach Ruhrort 1904 alle ab 1886 der Bürgermeister Beeck angehörten. Am Donnerstag, 19. Oktober 2017, um 19 Uhr stellt Harald Molder das Buch im „Deichtreff“ der Bürgervereinigung Laar an der Deichstraße 55 vor.
Die Kaierstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) in Beeck: rechts das Bürgermeisteramt an der Ecke Windmühlenstraße, links das Postamt. Davor zweigte die Poststraße ab (heute Pothmannstraße). Bildquelle: Reinhold Stausberg/ Sutton Verlag.
Die Industrie zog Menschen an, so dass Siedlungen entstanden und wuchsen, mit ihnen kamen weiteres Gewerbe, Gastronomie kamen. Weitere Einrichtungen wie Schulen, Kirchen, Krankenhäuser folgten und schließlich Vereine und Vereinigungen zur Freizeitgestaltung wie Sport-, Karnevals- oder Schützenvereine. Die Bilder spiegeln diese Entwicklung. Manches ist immer noch nachvollziehbar, auch wenn viele Ansichten längst aus dem Ortbild verschwunden sind.
Bewährtes Konzept
Der Duisburger Architekt Leo Winkel fertigte im August 1916 den ersten Bebauungsplan für eine Wohnsiedlung in Beeckerwerth: Blick in die Siebengebirgsstraße 1924, im Hintergrund die neu gebaute Katholische Kirche. Bildquelle: Reinhold Stausberg/ Sutton Verlag.
Das Team um Harald Molder hat die bewährte Gliederung in acht Kapitel beibehalten, die außer den Stadtteilansichten die Kapitel Firmen & Geschäfte, Gaststätten & Cafes, Kirchen & Schule, Rheinrede Industrie & Zechen, Einrichtungen & Institutionen, Menschen Vereine & Vereinigungen sowie Ereignisse & Begebenheiten für alles, was nicht anderweitig einzuordnen war, umfasst. Aus Hunderten von Bildern wählten sie rund 160 zumeist bislang unveröffentlichte Ansichten aus, zu denen sie recherchierten und teils auch aus eigenem Kenntnis- und Erfahrungsschatz berichten konnten. Eine Kurzchronik rundet mit den wichtigsten Stationen der Entwicklung zwischen 695 (!) und 1990 die Ausführungen ab.
Zum Entdecken und Erinnern
Titelbild: Sutton Verlag.
Das Buch „Laar, Beeck, Beeckerwerth in historischen Fotografien“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 126 Seiten findet der Leser rund 160 bis dato unveröffentlichten Aufnahmen und Postkarten aus privaten Sammlungen. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten reichen von 1864 bis in die 1960er-Jahre. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen von Mitgliedern der Zeitzeugenbörse Duisburg wie Reinhold Stausberg und Harald Molder bzw. dem Studio der Heimat, welches die Zeitzeugenbörse größtenteils übernehmen konnte. Des weiteren stammen Bilder aus den Archiven von Vereinen wie der St. Ewaldi Schützenbruderschaft, der KG Rot-Gold Laar oder der Bürgervereinigung Laar, von Firmen und Institutionen sowie aus privaten Sammlungen. Neben Erzählungen der Bildgeber und von Zeitzeugen trugen die Autoren auch aus Archiven vielfältige Informationen zu den Texten bei. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband ist im Sutton Verlag in der Reihe „Sutton Heimat“ erschienen und kostet 20 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-791-2).
Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Als der kleine Schiffsjunge zum Riesen und zum Friedensstifter wurde Von Petra Grünendahl
Bruno Balmelli (König), Richard Šveda (Skyresch), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
In einer stürmischen Nacht kann sich nur der Schiffsjunge Gulliver (Ibrahim Yesilay) mit Hilfe eines magischen Rubin-Rings vom kenternden Schiff retten. Auf der Insel Liliput angespült drückt er dort erst einmal die Flotte des Königs platt, die für ihn eher Spielzeuggröße hat. Obwohl das Mädchen Vaniliput (Iryna Vakula) ihren König (Bruno Balmelli) davon überzeugt, dass Gulliver ein „guter“ Riese ist, findet er dort nicht nur Freunde. Sowohl der Großadmiral Skyresch (Richard Šveda), der den Krieg für seine Macht braucht, und Königstochter Rosalila (Lavinia Dames), die ihrerseits auf Gullivers Rubin-Ring scharf ist, sind ihm feindlich gesinnt. Er schlägt die feindlichen Blefuscudier in die Flucht, bevor diese ihn vor dem seinen Tod fordernden Skyresch retten und zur Flucht verhelfen.
Ibrahim Yeşilay (Gulliver). Foto: Hans Jörg Michel.
Gerald Reschs (*1975) Familienoper „Gullivers Reise“ ist die vierte Auftragskomposition im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“. Nach ihrer Uraufführung in Dortmund feierte das Stück jetzt auch vor einem begeisterten Publikum im Theater Duisburg seine Premiere. Viele Kinder insbesondere im Grundschulalter kamen mit Eltern, die häufig ebenfalls zum ersten Mal das Stadt-Theater besuchten. Nicht wenige von ihnen hatten den „Türöffner“-Tag des Theaters genutzt, um vorher schon einen ersten Eindruck vom Theaterbetrieb zu bekommen.
Kindgerecht umgesetzt hatte Schauspielautor John von Düffel ein Kapitel aus dem Buch „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift: Sein Theaterstück hat er schließlich weiterentwickelt für einen Operntext (Libretto), den der österreichische Komponist Resch dann vertonte. Für die „Jungen Opern Rhein-Ruhr“ inszenierte Regisseur Marcelo Diaz das Kinderstück. Die Familienoper in deutscher Sprache mit Übertitel wird empfohlen ab 6 Jahren. Mit Vorspiel und sechs Bildern dauert die Vorstellung gute anderthalb Stunden (ohne Pause). „Gullivers“ Reise ist eine Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn im Rahmen von „Junge Opern Rhein-Ruhr“.
Überzeugende Akteure auf und hinter der Bühne
Iryna Vakula (Vaniliput). Foto: Hans Jörg Michel.
Iryna Vakula (Vaniliput), Ibrahim Yeşilay (Gulliver). Foto: Hans Jörg Michel.
Ganz phantastisch bebildert hat die Märchenoper Bühnenbildnerin Tatjana Ivschina, die bei der Deutschen Oper am Rhein federführend die Bühnen und Kostüme der Kinderopern entwirft und gestaltet. Ideenreich hat sie umgesetzt, wie sich Gulliver als „Riese“ in der Welt der Liliputaner bewegt und mit diesen agiert. Ins rechte Licht rückt Volker Weinhart Ivschinas Bühnenbild. Unter der Leitung von Kapellmeister Lukas Beikircher begleiteten hervorragend aufspielende Duisburger Philharmoniker die Sänger. Die Ensemble-Sänger unterstützte der vokal überzeugende Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 25. November 2017 | 18:00 Uhr,
Di | 28. November 2017 | 11:00 Uhr,
Di | 12. Juni 2018 | 11:00 Uhr,
Mi | 4. Juli 2018 | 11:00 Uhr und
Mi | 14. Juli 2018 | 11:00 Uhr,
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Iryna Vakula (Vaniliput), Ibrahim Yeşilay (Gulliver), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Lavinia Dames (Rosalila), Bruno Balmelli (König), David Jerusalem (Besuffliput), Iryna Vakula (Vaniliput), Richard Šveda (Skyresch), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 8 und 18 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Fahrradmechaniker der Radstation prüfen Schülerfahrräder:
Nur Armleuchter fahren ohne Licht Von Petra Grünendahl
Sehen und gesehen werden: Fahrrad-Lichtcheck am Krupp-Gymnasium in Rheinhausen: Fahrradmechaniker Roland van der Heijden überprüft das Fahrrad, während PHK Jörg Woytena Tipps zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr gibt. Foto: Petra Grünendahl.
„Wie oft kriegen wir von Autofahrern zu hören: Ich habe den Radfahrer nicht gesehen“, erzählte Polizeihauptkommissar (PHK) Jörg Woytena von der Verkehrunfall-Prävention der Polizei Duisburg. Rund 30 Jahre habe er als Streifenpolizist Unfälle aufgenommen: Die Klagen blieben die gleichen. Und „nicht gesehen“ bedeutet nur allzu häufig: Dunkle Kleidung und weder funktionierende Beleuchtung noch Reflektoren am Fahrrad, die sämtlich heutzutage laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) Pflicht sind. Dort, wo Eltern oder Erwachsene überhaupt eher mit schlechtem Beispiel voran gehen, will die Stadt Duisburg bei den Kindern gegensteuern: Mit einem Lichtcheck beim Fahrrad für Schüler der Klassen 5 bis 7. Denn: „Es ist schon erschreckend, wie Eltern ihre Kinder mit Fahrrädern auf die Straße schicken“, klagte Peter Steinbicker, Fahrradbeauftragter der Stadt.
Fahrrad-Lichtcheck am Krupp-Gymnasiumin Rheinhausen: Während Yvonne Heynk das Fahrrad überprüft, beantworteten Wolfgang Voßkamp (ADFC) und PHK Jörg Woytena die Fragen der Schüler. Foto: Petra Grünendahl.
In Zusammenarbeit mit der Polizei Duisburg, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte NRW (AGFS), dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und der Radstation Duisburg lädt die Stadt jedes Jahr zum Herbstbeginn alle Schulen in Duisburg zur Aktion „Sehen und gesehen werden: Nur Armleuchter fahren ohne Licht“ ein. Die Aktion findet bereits seit fünf Jahren statt. In diesem Jahr dabei sind die beiden Rheinhauser Schule auf dem Flutweg: die Heinrich-Heine-Gesamtschule und die Europaschule Krupp-Gymnasium, welches zum vierten Mal dabei war. Resonanz und Begeisterung bei Lehrern und Schülern habe sich über die Jahre gehalten, erzählte die stellvertretende Schulleiterin Benedikte Herrmann.
Krupp-Gymnaniasten zeigten Fahrräder in Top-Zustand
Der Strahler mit Reflektor sei ihr gestern abgebrochen, erzählte Paule. Provisorisch hat sie einen Strahler am Lenker. Foto: Petra Grünendahl.
„In diesem Jahr sind viele Fahrräder topp in Schuss“, lobte Peter Steinbicker. „Bislang gab es erst einen fehlenden Reflektor“, so der Duisburger Fahrradbeauftragte. Erst gestern sei ihr der Frontscheinwerfer mit dem Rundreflektor abgebrochen, erzählte Paula. Als Ersatz hatte die Fünftklässlerin immerhin provisorisch eine Leuchte an die Lenkerstange montiert, was Steinbicker gerade noch durchgehen ließ – mit dem guten Rat, die kaputte Leuchte schnellstmöglich zu ersetzen. Der Fahrradlichtcheck, den die Zweiradmechaniker der Fahrradstation für die Räder der Schüler durchführen, soll die technischen Mängel an den Rädern aufzeigen. In einer Checkliste halten Wolfgang Voßkamp (ADFC), Yvonne Heynk und Roland van der Heijden (beide Fahrradstation) die Mängel fest, die nicht sofort bei der Untersuchung behoben werden können. Oft sind es Kleinigkeiten, beispielsweise ein falsch sitzender Dynamo oder ein loses Kabel, die die notwendige Beleuchtung des Rades verhindern.
Sehen und gesehen werden: Fahrrad-Lichtcheck am Krupp-Gymnasium in Rheinhausen. Foto: Petra Grünendahl.
„Eltern wollen ihre Kinder am liebsten bis vor die Klassenzimmertür mit dem Auto bringen“, brachte der Polizeibeamte das Problem „Helikopter-Eltern auf den Punkt. Eltern klagten über Raser vor Schulen und Kindergärten: Wen sie in den Tempo-30-Zonen aber überwiegend bei solchen Geschwindigkeitsübertretungen erwischten, seien am frühen Morgen die Eltern der Kinder, verriet der Verkehrssicherheitsbeamte. Da sind Kinder gefährdet, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen und nicht deutlich für andere wahrnehmbar sind.
Giveaways und Informationen für die Fünft- bis Siebentklässler. Foto: Petra Grünendahl.
Zum einem gab es den kostenlosen Lichtcheck fürs Fahrrad, bei dem auch Kleinigkeiten gleich mit dem passenden Werkzeug behoben wurden, außerdem gab PHK Woytena den Kindern Tipps für die richtige Kleidung, die das Licht reflektieren und die sie als Fahrradfahrer für die anderen Verkehrsteilnehmer sichtbar machen. Denn neben „sehen“ ist „gesehen werden“ gerade in der dunklen Jahreszeit ein ganz zentrales Sicherheitselement. Außerdem verteilten die beteiligten Organisationen neben kleinen Reflektoren und Gummi-Enten Flyer und Broschüren mit Tipps und Wissen rund um sicheren Fahrradverkehr, die sich auch so manche Eltern mal durchlesen sollten. Denn wo Eltern Bescheid wüssten, wären die Kinder mit verkehrssicheren Fahrrädern und auch insgesamt sicherer im Straßenverkehr unterwegs, so Peter Steinbicker.
Sicherung der Fußgängerzone Königstraße sowie Erschließungen und Planverfahren einstimmig verabschiedet Von Petra Grünendahl
Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
„Der Haushalt 2018 steht für Kontinuität, Seriosität und zielgerichtete Investitionen. Und er hilft uns dabei, die Weichen Richtung Zukunft zu stellen“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link in seiner Etatrede im Rat der Stadt. Er zählte Faktoren wie das Wiedererstarken kommunaler Töchter, die Ansiedlung von Hotels, Ausweisung neuer Wohngebiete und Gewerbeflächen sowie die Stärkung des Wirtschaftsstandortes auf, die zum erreichen des ausgeglichenen Haushalts beigetragen hätten. „Ich werde mich auch zukünftig für solide Haushaltspolitik in dieser Stadt stark machen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir nur den Rotstift kreisen lassen. Ganz im Gegenteil: Mit zielgerichteten Investitionen tragen wir zu einer nachhaltigen Entlastung der Stadt bei“, sagte der Oberbürgermeister. Duisburg werde bei Investoren wieder wahrgenommen, so Link. Er versprach aber auch nicht nachzulassen, da eine volle Kostenerstattung einzufordern, wo Land und Bund den Kommunen Aufgaben übertragen. Wer die Musik bestellt, müsse sie bitteschön auch bezahlen, forderte auch Stadtkämmerin Prof. Dr. Dörte Diemert in ihrer Etatrede.
Rathaus am Burgplatz. Foto: Petra Grünendahl.
Nachdem der gerade wiedergewählte Oberbürgermeister Sören Link Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister, die Mitte Oktober Duisburg in Richtung Düsseldorf verlässt, verabschiedet und für ihre Verdienste in den letzten drei Jahren gewürdigt sowie Sevket Avci als neuen CDU-Ratsherren verpflichtet hatte, brachte er den Haushaltsentwurf für 2018 in die Ratssitzung ein. Mit dem Haushaltsplanentwurf hat die Stadtverwaltung dem Rat der Stadt Duisburg seit dem Jahresabschluss 2015 zum vierten Mal in Folge einen ausgeglichen Haushalt präsentiert. Trotz im zweiten Jahr hintereinander sinkender Konsolidierungshilfen aus dem Stärkungspakt Stadtfinanzen gelang es Kämmerin Diemert, die aktuellen Planungen mit einem schmalen Plus abzuschließen.
Allerdings zeigte gerade die Kämmerin auf, wo in Zukunft die Fallstricke lägen, die alle Etatplanungen zunichte machen könnten: Angefangen von Kostenabwälzungen der neuen Landesregierung, die sie als Wahlgeschenke bezeichnete, über Umwälzungen in der Gemeindefinanzierung, die allein steuerstarken Städten wie Monheim und Düsseldorf zugute kämen, die bei der Umlage für den Stärkungspakt Stadtfinanzen vollständig entlastet würden, während alle anderen (inklusive Duisburg) weiter zahlen müssten. Auch mahnte sie an, dass Kostenerstattungen vom Bund zum Beispiel für die Unterbringung von Asylbewerbern und die Kosten von Integrationsmaßnahmen vollständig an die Stadt weiter zu leiten seien: Auf Duisburg runtergerechnet blieben rund 10 Mio. Euro „an den klebrigen Fingern des NRW-Finanzministers hängen“, so Diemert, obwohl gerade hier die Union zu Oppositionszeiten noch die 100-prozentige Weitergabe verlangt habe.
Nach der Einbringung des Haushaltsentwurfs wird dieser nun bis zur nächsten Ratssitzung in Fraktionen und Ratsausschüssen beraten und modifiziert, bis am 25. November ein Etatentwurf im Rat zur Abstimmung gestellt werden kann.
Viele Tagesordnungspunkte ohne große Diskussion abgehakt
Diskussionen vor der Sitzung des Stadtrates. Foto: Petra Grünendahl.
Der zur Sprenung vorgesehene Weiße Riese an der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 in Homberg-Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.
Gerüchte um den Abriss des Weißen Riesen an der Friedrich-Ebert-Straße gab es schon länger – seit der erste Termin für die Sprengung am 3. September 2017 abgesagt worden war. Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch, die der Rat der Stadt Duisburg in seiner morgigen Sitzung absegnen wird, damit es auf der Abrissbaustelle in Hochheide endlich weiter geht. Hier die Erklärung der Stadt Duisburg:
Die Abbrucharbeiten des „Weißen Riesen“ in Homberg-Hochheide mussten verschoben werden, da Gutachter weiteren Asbest in Putz- und Spachtelmassen gefunden hatten. Nach jetzigem Stand wird deshalb mit einer Verlängerung der Abbruchdauer um sieben bis acht Monate gerechnet. Es entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro.
Da der Abbruch mit Fördermitteln des Landes NRW erfolgt, mussten diese unvorhergesehenen Mittel zunächst mit dem Fördergeber abgestimmt werden. Dieser hat nun bestätigt, dass Kostensteigerungen im laufenden Verfahren förderfähig sind.
Um den Baustillstand zu beenden, soll die Abbruchfirma jetzt mit der zusätzlichen Asbestsanierung beauftragt werden. Der Rat der Stadt wird in seiner Sitzung am 28. September über das weitere Vorgehen beschließen. Bei Beschlussfassung können die Abbrucharbeiten umgehend fortgesetzt werden.
Asbest wurde wegen seiner vielen praktischen Eigenschaften in so großen Mengen wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet – bis er in Deutschland im Jahr 1993 verboten wurde, da er krebserregend ist. Alle Putze und Spachtelmassen in diesem Gebäude sind mit Asbestfasern belastet. Eine Sprengung oder ein Abriss im unsanierten Zustand ist nicht möglich, weil die Gefahr von Asbestfreisetzung zu groß wäre. Vor einer Sprengung, die weiterhin geplant ist, müssen ca. 84.500 m² Wand- und Deckenflächen von asbesthaltigen Materialien befreit werden. Dabei wird ein aufwändiges Hochdruck-Wasserstrahlverfahren angewendet.
– Pressemitteilung der Stadt Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Duisburg noch fest in SPD-Hand vor der CDU,
aber AfD als drittstärkste Kraft Von Petra Grünendahl
Oberbürgermeister Sören Link mit Ehefrau Sonja nach seinem Wahlsieg auf dem Weg zum Ratssaal. Foto: Petra Grünendahl,
Während Oberbürgermeister Sören Link nach Bärbel Bas und Mahmut Özdemir (alle SPD) schon relativ früh jubeln konnte, mussten die DOC-Gegner und –Befürworter bis spät in die Nacht gedulden, als alle Stimmbezirke ausgezählt und gemeldet worden waren: Denkbar knapp war das Ergebnis und der Vorsprung derer, die ein DOC in Duisburg ablehnen. Der amtierende OB hatte sich in einem überschaubaren Kandidatenfeld für viele (auch Genossen) überraschend schon im ersten Wahlgang durchgesetzt. Unangefochten im Rennen waren aber auch die Direktkandidaten der SPD. Die AfD wurde drittstärkste Kraft nach SPD und CDU (in dieser Reinfolge zumindest in Duisburg, bundesweit war es eher umgekehrt). Nicht wirklich eine Überraschung, hatten sich doch allzu viele in Protest von SPD und CDU abgewandt.
Spannung und Feierlaune im Wahlinformationszentrum im Duisburger Rathaus Foto: Petra Grünendahl,
Mit der absoluten Mehrheit von 56,88 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen führt Oberbürgermeister Sören Link jetzt weitere acht Jahre in Duisburg Amtsgeschäfte und Verwaltung. Relative Mehrheiten fuhren auch die Direktkandidaten der SPD für den Bundestag ein, die für Bärbel Bas (38,27 Prozent im Wahlkreis 115) und Mahmut Özdemir (34,73 Prozent im Wahlkreis 116) die Rückkehr nach Berlin bedeuten. Thomas Mahlberg (CDU, 28,67 Prozent im Wahlkreis 115) wird wohl über die Landesliste in den Bundestag einziehen, Volker Mosblech (CDU, 26,46 Prozent im Wahlkreis 116) dürfte wohl nicht wieder nach Berlin fahren. Den Bürgerentscheid zum DOC entschieden die Outlet-Gegner von „Ja zu Duisburg“ ganz knapp für sich (51,09 Prozent).
Protestwähler wenden sich von SPD und CDU ab
Oberbürgermeister Sören Link betritt nach seinem Wahlsieg mit Ehefrau Sonja den Ratssaal. Foto: Petra Grünendahl,
Bundesweiten Umfragen zufolge waren es vor allem die Themen Terrorbekämpfung, Kriminalität und Flüchtlinge, die Wähler von den Volksparteien weg an den rechten Rand trieben. Rund 328.000 Duisburgerinnen und Duisburger waren zur Bundestagswahl aufgerufen; zudem konnten sich ca. 366.000 Personen an der OB-Wahl sowie an dem Bürgerentscheid zum DOC beteiligen. Die Wahlergebnisse sind bislang vorläufiger Natur: Erst am 27. und am 29. September tagen die Wahlausschüsse (Kommunale Wahlen respektive Bundestagswahlen), die das endgültige Wahlergebnis amtlich feststellen. Die Wahlbeteiligung lag bei der OB-Wahl (62,27 Prozent) und dem DOC-Bürgerentscheid (59,93 Prozent) niedriger als bei der Bundestagswahl (68,68 Prozent), allerdings waren bei den kommunalen Wahlen auch mehr Duisburger wahlberechtigt.
Die vorläuftigen Wahlergebnisse vom 24. september 2017. Quelle: Stadt Duisburg.
Beim Bürgerentscheid zum Designer Outlet Center (DOC) stimmten 51,09 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit „Ja“ und 48,91 Prozent mit „Nein“. Das Quorum, das heißt die Mehrheit entspricht mindestens 10 Prozent der Wahlberechtigten, wurde erreicht. Das bedeutet, dass das Bürgerbegehren erfolgreich war, der Grundsatzbeschluss des Rates aufgehoben wird und die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens unterbleibt.
Ausweisung neuer Ansiedlungsflächen, Baumaßnahmen und Inbetriebnahme von Anlagen Von Petra Grünendahl
DeltaPort-Hafenchef Andreas Stolte. Foto: Petra Grünendahl.
Bestehende Partnerschaften weiter stärken, Wertschöpfung in die Region tragen und Arbeitsplätze schaffen: Auf diesen drei Standbeinen will Andreas Stolte, seit gut 15 Monaten Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG, die Hafenverbundgesellschaft der Städte Wesel und Voerde sowie des Kreises Wesel für die Zukunft aufstellen. Nachhaltige Investitionen stellten die Zukunftsfähigkeit sicher, denn Anlagen in der Logistik seien extrem langlebige Wirtschaftsgüter, so Stolte. Auf gutem Kurs sieht er die drei Häfen des Verbundes, die sich jeder für sich spezialisiert hätten: Im Stadthafen liege der Schwerpunkt auf Schüttgut, in Emmelsum bei Stückgut und Containern und im Rhein-Lippe-Hafen (der ehemalige Ölhafen) würden primär Schwergut und Flüssiggut verladen.
Die Weseler Rheinbrücke. Im Hintergrund sieht man den Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.
Bereits zum fünften Mal seit seiner Gründung 2012 hatte der Hafenverbund DeltaPort gemeinsam mit seinen Partnerunternehmen in den Häfen Kunden aus der Logistik sowie der lokalen Politik und Verwaltung eingeladen, sich an den einzelnen Hafenstandorten einen Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklungen zu verschaffen. Rund 200 Interessierte fuhren auf dem Weseler Fahrgastschiff „River Lady“ durch die Hafenstandorte. Neben Andreas Stolte zeigten Unternehmen wie Contargo Rhein-Waal-Lippe, Hülskens, Jerich, Rhenus Port Logistics, Sappi Logistcs Wesel sowie Hegmann Schwerlast Terminal Niederrhein ihre Fortschritte in den Häfen und gaben Ausblicke auf künftige Entwicklungen.
Zukunftsaussichten positiv
Mit seinen Gästen auf der MS River Dream feierte Contargo trimodal network die Eröffnung seines neuen Container-Terminals im Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir freuen uns, dass wir mit Contargo eine hervorragende trimodale Anlage zur Verfügung stellen können, die den Lückenschluss zwischen Emmerich und Duisburg bildet. Das Terminal verfügt nicht nur über große Kapazitäten, sondern liegt auch abseits des täglichen Verkehrsinfarkts in den Ballungszentren. Gleichzeitig verkürzt das Terminal für viele Kunden in der Region die letzte Meile auf der Straße“, so Stolte. Direkt angrenzend an das Containerterminal wird der Hafen Emmelsum zukünftig um 15 Hektar erweitert: Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RV) hat die Änderung des Regionalplanes zur Erweiterung des Hafens Emmelsum beschlossen.
Baubeginn an der neuen Kaimauer: Die Spundbohle wird mit Hilfe einer Ramme in die Erde „gerüttelt“. Foto: Petra Grünendahl.
Im Rhein-Lippe Hafen Wesel gab es den Baufortschritt einer 300 Meter langen Kaianlage zu begutachten. Die Wasserfront ist nahezu fertig. Lediglich die Aufschüttungen und Befestigungen hinter den Bohlen fehlen noch. Ende des Jahres 2017 soll dieses Invest von rund 9 Mio. Euro, unter anderem finanziert aus Fördermitteln des Bundes sowie des Landes, fertig gestellt sein. An die neue Kaianlage im Rhein-Lippe-Hafen schließen sich rund 65 Hektar entwicklungsfähige Ansiedlungsfläche für hafenaffine Gewerbe- und Industriebetriebe.
Stand lange in der Kritik: Jetzt wird das Mischfutterwerk der RWZ zurückgebaut. Foto: Petra Grünendahl.
Das Mischfutterwerk der RWZ (Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG) im Stadthafen Wesel wird bis Ende 2017 zurückgebaut. Stärken will DeltaPort auf dem nun frei werdenden 15.000 Quadratmeter großen Grundstück (1,5 Hektar) im Stadthafen den Leistungsschwerpunkt des Schüttgutumschlages durch eine Neuansiedlung. Die Agrar-Genossenschaft Raiffeisen Hohe Mark hat bereits ihre drei neuen ca. 30 Meter hohen Getreidesilos im Stadthafen Wesel in Betrieb genommen. Die Silhouette des Stadthafens wird mit den bisherigen Baumaßnahmen und der erwarteten Neuansieldung ein völlig neues Gesicht erhalten.
Positionen abgesteckt: Pro und Contra Designer Outlet auf dem alten Güterbahnhof Von Petra Grünendahl
Sebastian Sommer, Geschäftsführer von Neinver Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.
„Auch in Zweibrücken war der Widerstand groß, als wir das Outlet 2008 übernahmen“, erzählte Sebastian Sommer, Geschäftsführer von Neinver Deutschland. Neinver ist der potenzielle Betreiber für ein Designer Outlet, welches auf dem alten Güterbahnhofsgelände entstehen soll. Dieses Projekt ist in Duisburg umstritten, ein Bürgerentscheid soll klären, ob Stadt und Investor ihre Planungen weiter verfolgen können. Mit aktuell 15 Outlet-Centern in sieben Ländern ist das in Spanien beheimatete inhabergeführte Familienunternehmen Neinver zweitgrößter Outlet-Betreiber in Europa. Sommer schilderte Zweibrücken als Erfolgsgeschichte – nicht nur für Neinver, sondern auch für die Region. Rund 1.200 Arbeitsplätze seien dort entstanden, über 70 Prozent sozialversicherungspflichtig, führte Sommer an. Mit 1.500 Arbeitsplätzen rechne er für Duisburg.
Diskutierten über Pro und Contra DOC (v. l.): Sebastian Sommer (Neinver), Kurt Krieger (Eigentümer des Grundstücks), Uwe Gerste (Sachkundiger Bürger) und Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum. Foto: Petra Grünendahl.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte die Investoren eines möglichen DOC (Designer Outlet Center) auf dem alten Güterbahnhofsgelände, Befürworter und Gegner des Projekts eingeladen. Bei einer Podiumsdiskussion im TecTower konnten sich Club-Mitglieder und Gäste über das Für und Wider einer solchen Ansiedlung auseinander setzen. Neben Sebastian Sommer vertraten Grundstückseigentümer und Projektentwickler Kurt Krieger, Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum sowie als erklärter Outlet-Gegner der Sachkundige Bürger Uwe Gerste, Touristik-Experte und ehemaliger Geschäftsführer der Duisburg Marketing, auf dem Podium ihren Standpunkt. Die Diskussion und Stimmen aus dem Publikum rundeten einen Event ab, der interessante Einblicke vermittelte und von dem man durchaus neue Blickwinkel mitnehmen konnte.
Pro und Contra
Dass er als Outlet-Betreiber Leute nach Zweibrücken zieht, indem er die Region auch touristisch anpreist, führte er als Vorzug an. Ein Outlet sei nicht mehr nur als Schnäppchen-Anbieter gefragt, sondern müsse Erlebnis- und Aufenthaltsqualität auch drum herum bieten. Wobei man allerdings die Region Zweibrücken in Rheinland-Pfalz mit Metropolen in weitere Entfernung in keinster Weise mit der Metropolregion Ruhr vergleichen kann, in der Duisburg durchaus als Oberzentrum gilt. Allerdings, so merkte Carsten Tum an: „Duisburg hat Nachholbedarf, weil zu viel Kaufkraft in Nachbarstädte abwandert.“ – „Wir haben es besonders auf die Kaufkraft abgesehen, die ins Centro, nach Düsseldorf oder Roermond abwandert“, argumentierte Outlet-Betreiber Sommer. Der Gegenwind, der seinem Vorhaben in Duisburg ins Gesicht weht, überrasche ihn nicht, meinte er. Wohl aber, dass dieser doch ganz massiv auch aus der Bevölkerung kommt.
Diskutierten über Pro und Contra DOC (v. l.): Sebastian Sommer (Neinver), Kurt Krieger (Eigentümer des Grundstücks), Uwe Gerste (Sachkundiger Bürger) und Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum. Foto: Petra Grünendahl.
„Nur gut die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Jobs sind Vollzeitstellen“, warf Uwe Gerste mit Blick auf die vorgelegte Statistik ein. Er zog mit seiner Ablehnung einer Outlet-Ansiedlung am Güterbahnhof – in Innenstadtnähe, aber nicht wirklich fußläufiger Entfernung – Argumente aus der Diskussion um das MultiCasa heran, welches 2005 unter Oberbürgermeister Adolf Sauerland ad Acta gelegt worden war. Dass ein großes Einkaufzentrum auf der „grünen Wiese“ der Innenstadt schadet, hätten gerade in der Nachbarschaft Mülheim (Rhein-Ruhr-Zentrum) und Oberhausen (Centro) gezeigt, so Gerste. Auch das Argument, dass sich das Textilangebot von dem der Innenstadt, wo es ebenfalls höherwertige Textiler gibt, unterscheiden würde, zieht nur begrenzt, denn den Euro kann man nur einmal ausgeben und dem Bedarf an neuer Kleidung setzt doch der eine oder andere Kleiderschrank Grenzen. Das kann der Marken-Textiler in der Innenstadt sein, bei dem eingekauft wird – oder das Designer Outlet mit Schnäppchen-Angeboten. Wobei hier das Outlet-Center durch das dichtere Angebot an Textil-Shops mit entsprechend größerer Auswahl im Wettbewerbsvorteil ist. Das Nachsehen haben Einkaufsstraßen, die nicht über diese Textiler-Dichte verfügen. Duisburgs Königstraße gehört trotz Forum, Citypalais und Königsgalerie mit Sicherheit dazu.
Schon 2005 hatte Sir Norman Foster argumentiert: Für sich genommen wird ein Einkaufszentrum (egal, ob MultiCasa oder Outlet) auf dem Güterbahnhofsgelände ein Erfolg werden, aber den Preis werde die Innenstadt zahlen. Das hatte damals der Stararchitekt prophezeit, bevor man in der Stadt Duisburg Abstand vom MultiCasa nahm. Die Entfernung zur Innenstadt sei einfach zu groß, als dass diese in irgendeiner Art und Weise profitieren könnte. Kurt Krieger argumentierte allerdings damit, dass der Standort wegen seiner Innenstadtnähe genehmigungsfähig sei und mit seiner Verkehrsanbindung (Autobahn, Hauptbahnhof und Flughafen) einfach „ein affengeiler Standort“ für eine solche Ansiedlung sei. Er habe nach Aufgabe seiner Möbelhaus-Pläne versucht, Büroansiedlungen zu gewinnen: Ohne Erfolg. Für eine reine Wohnbebauung sei das Gelände eingeschlossen zwischen Eisenbahnverkehr und Autobahn nicht geeignet.
Man werde die Verträglichkeit mit der Innenstadtentwicklung, Verkehrsbelastung und allen relevanten Parametern genau prüfen, sicherte Carsten Tum als Voraussetzung dafür zu, dass überhaupt gebaut werden dürfe. Denn die Ablehnung des Bürgerentscheids setzt ja erst einmal in Gang, dass das Genehmigungsverfahren weiterverfolgt werden kann. Über dessen Ausgang sei aber noch in keinster Weise entschieden, betonte Tum. Bislang gibt es eine Grundsatzentscheidung des Rates, dass ein solches Vorhaben auf dem Gelände geprüft bzw. ein Genehmigungsverfahren eingeleitet werden kann. Was die Gewerbesteuern angeht, musste selbst der Stadtentwicklungsdezernent einräumen, dass diese wohl eher in geringerem Maße in die Duisburger Stadtkasse fließen würden. Dafür fließt aber immerhin die Grundsteuer, die in Duisburg ja nicht gerade knapp bemessen ist.
Foto: Petra Grünendahl.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.
Das „Prinzip Landschaft“ auf Leinwand und in Objektkunst Von Petra Grünendahl
Das MKM zeigt Karl Fred Dahmen „Das Prinzip Landschaft“ in der Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Ausgehend vom Frühwerk, in dem sich der Einfluss Pariser Künstler spiegelt, legt das Museum Küppersmühle den Fokus auf die abstrakten und informellen Gemälde der 1950er- und 1960er-Jahre, die seine Schaffensphase im Rheinland prägen. Objektkästen und Polsterbilder der späten 1960er- und 1970er-Jahre stammen aus seiner Zeit im Chiemgau, wohin er 1967 für eine Professur an der Münchner Akademie für Bildende Künste umgesiedelt war. Und schließlich schlägt die Ausstellung den Bogen zu den ‚Furchenbildern‘, mit denen Karl Fred Dahmen (1917-1981) in den letzten Jahren vor seinem Tod zur Leinwand zurückkehrt. Wie vielen seiner Künstlerkollegen ging es ihm um nichts weniger als einen grundlegenden Neuanfang in der Kunst nach der Zäsur durch Nationalsozialismus und Weltkrieg. Als Mitbegründer der „Gruppe 53“ und Teilnehmer der „documenta II“ ist Dahmens Name insbesondere mit dem deutschen Informel verbunden, dabei hat er die „Abstraktion als Weltsprache“ immer als Experiment mit offenem Ausgang begriffen.
Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling (rechts) stellte zusammen mit Kuratorin Ina Hesselmann (Mitte) und der Dürener Museumsdirektorin Renate Goldmann (links) die Doppel-Werkschau im MKM vor. Foto: Petra Grünendahl.
Dass Karl Fred Dahmen in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern würde, hat das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zum Anlass genommen, zusammen mit dem Leopold-Hoesch-Museum in Düren die bislang umfangreichste Retrospektive mit weit über 100 Werken des Künstlers zu zeigen. Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte zusammen mit Kuratorin Ina Hesselmann und der Dürener Museumsdirektorin Renate Goldmann die Doppel-Werkschau im MKM vor. Dabei liegt der Duisburger Schwerpunkt auf der Malerei und der Objektkunst, während in Düren das graphische Werk gezeigt wird. Neben Werken aus dem Bestand der Sammlung des Darmstädter Ehepaares Sylvia und Ulrich Ströher komplettieren viele Leihgaben die Sonderschau. Die Ausstellung in den Erdgeschossräumen des MKM eröffnet Museumsdirektor Smerling zusammen mit dem neuen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet und Thomas Rüschen, Vorstandsvorsitzender von Ausstellungssponsor Sal. Oppenheim Privatbank, am Donnerstag, 21. September, um 19 Uhr.
Der Künstler in seiner Entwicklung
Karl Fred Dahmen: Lanzarote, 1963. Foto: Petra Grünendahl.
Karl Fred Dahmen: Rustikale Komposition, Leder, 1968. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung ist chronologisch angeordnet vom Frühwerk bis zu seinen späten Schaffensphasen: Gemälde, Collagen und Objekte. Das erleichtert den Überblick über seine Entwicklung als Maler und bildender Künstler. In Stolberg bei Aachen geboren beginnt er seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Aachen 1931. Die Zeit des Faschismus unterbricht seine künstlerische Tätigkeit, die er erst nach dem Krieg mit einem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie wieder aufnimmt. Er zählt zu den Vätern der deutschen Nachkriegsmoderne, die der deutschen Kunst die verlorene Würde und Freiheit zurückgaben.
Ein Katalog zur Ausstellungskooperation mit Textbeiträgen von Kuratorin Ina Hesselmann, Klaus Honnef, Manfred de la Motte und anderen ist für 34 Euro als Museumsausgabe an der Museumskasse zu erwerben. Das 240-seitige Werk enthält 173 Color- und 43 Schwarzweiß-Abbildungen und ist im Wienand Verlag, Köln, erschienen (ISBN 978-3-86832-386-3).
Museum Küppersmühle:
Karl Fred Dahmen: Chiemgaulegende, 1972, eine Leihgabe des Lenbach Museums München. Foto: Petra Grünendahl.
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
Die Arbeiten sind bis zum 5. November 2017 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.
Karl Fred Dahmen: An die geschundene Kreatur, 1972774. Foto: Petra Grünendahl.
Am Donnerstag, 2. November, um 17 Uhr findet eine Führung der Reihe „Kunst und Genuss“ durch die Ausstellung statt: inklusive Getränk und Imbiss zum Ausklang im Restaurant Küppersmühle beträgt der Teilnahmepreis 21 Euro (Anmeldung unter https://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm). Offene Führungen durch die Ausstellung und die Sammlung finden jeden Sonntag um 15 Uhr statt oder sind individuell buchbar. Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.
Für Absolventen aller Schulformen interessant Von Petra Grünendahl
Auch die konventionelle Maschinentechnik will beherrscht werden: Schlosser-Azubi Florian bei der Arbeit. Foto. Petra Grünendahl.
In der Ausbildungswerkstatt 2 erklärte Azubi Vincent interessierten Besuchern verschiedene Schweißnähte beim MAG-Schweißen. Eine Station weiter zeigte Dennis Figuren aus Stahl, die er mit einem Wasserstrahlschneider mit 3.600 bar Druck „geschnitten“ hatte. Schlosser-Azubi Florian erklärt den Maschinenpark: Konventionelle Maschinen ebenso wie die modernen computergesteuerten CNC-Maschinen, die heute vielfach im Einsatz sind. Aber nicht nur Azubis waren für interessierte Jugendliche und Schüler ansprechbar, auch Mitarbeiter in der Ausbildung standen Rede und Antwort. Im Bereich für Instandhaltung und Steuerungstechnik erklärte Oscar Hammerschmidt (heute freigestellter Betriebsrat, davor 32 Jahre lang in der Aus- und Weiterbildung beschäftigt), den Aufbau der Ausbildung mit zwei Jahren Grundausbildung und weiteren anderthalb Jahren (bei Lehrzeitverkürzung ein Jahr) fachlicher Diversifizierung und Spezialisierung sowie die Anforderungen für die Abschlussprüfung.
Nachwuchswerbung bei HKM: die „Nacht der Ausbildung“ fand bereits zum fünften Mal statt. Foto: Petra Grünendahl.
Bereits zum fünften Mal gab HKM, die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, mit einer speziellen „Nacht der Ausbildung“ Einblicke in sein Ausbildungswesen und die Möglichkeiten, die Schulabgängern im Hüttenheimer Stahlwerk offen stehen. Die HKM GmbH ist Tochter von thyssenkrupp Steel Europe AG, Salzgitter Mannesmann GmbH und Vallourec Tubes SAS (ehemals Mannesmannröhren-Werke), für die HKM mit rund 3.000 Mitarbeitern auch ausschließlich in der Vormaterialerzeugung tätig ist. Rund 50 Auszubildende stellt HKM in jedem Jahr neu ein. Entsprechend rundete ein Bewerbungscenter die „Nacht der Ausbildung“ ab.
Berufsausbildung als eigenständiges Standbein am Standort
Ausbilder und Azubis erklärten Interessierten die Ausbildung in der Ausbildungswerkstatt 1 (Grundlagen Metall). Foto: Petra Grünendahl.
„Die technische Berufsausbildung läuft bei HKM autark in zwei Ausbildungswerkstätten und einer Projektwerkstatt“, erklärte Ünsal Baser bei der Führung. Der heute freigestellte Betriebsrat ist für die Bereiche Berufsausbildung und den Bereich Stahlguss zuständig und hatte selber vor Jahren bei HKM Elektroniker für Betriebstechnik gelernt. In den Lehrwerkstätten werden die technischen Auszubildenden in beruflichen Grundlagen im Elektro- oder Metallbereich ebenso geschult wie in der praktischen Arbeit in der Schweißerei, in den Bereichen Instandhaltung, Steuerungstechnik, Zerspannung und am Wasserstrahlschneider.
Azubis in der Ausbildungswerkstatt 1 (Grundlagen Metall) an der Werkbank. Foto: Petra Grünendahl.
Zur „Nacht der Ausbildung“ führen Auszubildende ihre erworbenen Kenntnisse vor und erzählen von ihrer Ausbildung. Ausbilder vermitteln interessierten Jugendlichen (und teils deren Eltern), worauf es in den jeweiligen Berufszweigen ankommt und was man schließlich in der Abschlussprüfung für den Facharbeiterbrief nachweisen muss. Viele der Besucher sind Mitarbeiter mit ihren Kindern und/oder Nachbarskindern, aber auch Schulklassen samt Lehrern sind angesprochen. „Wir suchen Schulabgänger aller Schulformen“, betonte Detlef Weiler, Leiter Erstausbildung bei HKM.
Ausbildung und Duales Studium
Wer erst mal schnuppern mag, kann ein Praktikum bei HKM machen. Foto: Petra Grünendahl.
Sechs Ausbildungsgänge sowie drei Ausbildungsgänge mit parallelem Studium (Duales Studium) bietet HKM zur Zeit im technischen Bereich für den Ausbildungsbeginn im September 2018 an. Ausbildungsgänge im kaufmännischen Bereich und in der IT sind aktuell noch nicht ausgeschrieben. Bewerben kann man sich heutzutage nur noch online. Mehr Informationen zu Ausbildung und Bewerbung gibt es im HKM-Jobportal. www.hkm.de
Auf der Mercatorinsel (v.l.n.r.): Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG, Volker Heimann, Leiter Amt für Umwelt und Grün, Mahmut Özdemir MdB, Oberbürgermeistern Sören Link, Erich Staake, Vorstandsvorsitzender Duisburger Hafen AG und Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz. Foto: Stadt Duisburg.
„An kaum einem anderen Ort in Duisburg lässt sich das spannende Zusammenspiel zwischen Natur, Industriekulisse und Hafen so gut erleben wie hier. Schon lange gab es Pläne, diese Fläche zu entwickeln. Nun werden sie Realität. Ich freue mich sehr, dass wir den Duisburgerinnen und Duisburgern, aber auch unseren Besuchern bald ein neues attraktives Ausflugsziel bieten können,“ so Oberbürgermeister Sören Link. Erich Staake ergänzt: „Damit schaffen wir ein attraktives Umfeld für unsere Skulptur ,Echo des Poseidon‘ von Markus Lüpertz. Dies eindrucksvolle Kunstwerk hat sich zu einem touristischen Publikumsmagneten weit über Duisburg hinaus entwickelt. Wir schaffen also Arbeitsplätze auf der Mercatorinsel und werten diese gleichzeitig durch die Parkanlage für Bürger und Touristen auf.“
Auf der Spitze der Mercatorinsel soll ein Park das „Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz umsäumen. Entwurf: Architekturbüro Danielzik + Leuchter.
An der Nordspitze der Mercatorinsel wird es zukünftig einen Park geben. Finanziert wird der Ausbau aus Fördermitteln des Bundes im Rahmen der Kommunalen Investitionsoffensive (KIDU). Realisiert wird der Ausbau in Kooperation der Stadt Duisburg und duisport. Die Planung erfolgte durch das Duisburger Landschaftsarchitekturbüro Danielzik + Leuchter. Oberbürgermeister Sören Link und Erich Staake, Vorstandvorsitzender Duisburger Hafen AG, stellten heute die Planungen vor.
Im Zuge des Ausbaus der Mercatorinsel wird nun auch die Spitze der Insel, eine in der Vergangenheit nicht zugängliche Industriefläche, als Grünfläche für die Öffentlichkeit hergerichtet. Dabei bleibt der industrielle Charakter durch die Oberflächenstruktur erhalten. Die so entstehenden speziellen Lebensräume schaffen die Verbindung zwischen historischer Industrienutzung und der Nutzung als Erholungsraum.
Eine rund 2,5 ha große Fläche wird als extensive Naturlandschaft über wassergebundene Wege erschlossen. Gepflasterte Flächen werden mit Bänken und Papierkörben ausgestattet und bieten so die Möglichkeit zum Verweilen. Als Absturzsicherung zu den angrenzenden Gewässern wird ein Geländer eingebaut. Im südöstlichen Bereich schließt sich eine Fläche für den Artenschutz an, die zusätzlich über einen bepflanzten Erdwall sowie einen Weidezaun von der Grünanlage abgetrennt wird. Die Skulptur Echo des Poseidon, die vis-á-vis zur Rheinorange steht, bildet an der Ruhrmündung zusammen mit der Rheinorange einen Kunstraum, der zur Attraktivität der Grünfläche beiträgt. Insgesamt stehen für die Maßnahme Projektmittel in Höhe von rund 450.000 Euro zur Verfügung.
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Auf der Spitze der Mercatorinsel soll ein Park das „Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz umsäumen. Entwurf und Fotos: Architekturbüro Danielzik + Leuchter.
– Pressemeldung und Foto oben: Stadt Duisburg und Duisburger Hafen AG – Entwurf: Architekturbüro Danielzik + Leuchter
Von Strahlkraft und Identitätsstiftung Von Petra Grünendahl
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
“Orange ist die Farbe mit der größten Strahlkraft auch im schlechter werdenden Licht von Sonnenauf- oder –untergängen“, erklärte der Kölner Künstler Lutz Fritsch (*1955) seine Farbwahl, zu der er ebenso wie Ort und Form der Skulptur erst im Laufe eines Findungsprozesses gekommen war. Dass das „Rheinorange“ in seiner seidenglänzenden Lackierung in Reinorange (RAL 2004) später zu ihrem Beinamen „Glühende Stahlbramme“ gekommen ist, zeige, so Fritsch, wie sehr diese erste Landmarke Deutschlands in Duisburg angenommen und zum Identitätsstifter wurde. Von der Initiierung über Ideenfindung bis hin zur Realisation hat das Lehmbruck Museum zusammen mit dem Kölner Künstler Briefe, Zeichnungen und Materialien zusammengestellt. Ein Film über den Zusammenbau der 120 Einzelbleche, die alle in Duisburg gefertigt und von Arbeitern der Krupp Industrietechnik Rheinhausen zusammengeschweißt worden waren, rundet die Dokumentation des Duisburger Wahrzeichens ab
Gruppenbild mit Rheinorange (v. l.): Kulturdezernent Thomas Krützberg, der Kölner Künstler Lutz Fritsch, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Anja Süselbeck (Sprecherin der Wirtschaftsjunioren). Foto: Petra Grünendahl.
Ein gutes Jahr nach der Restaurierung feiert das Rheinorange sein 25-jähriges Jubiläum. In seiner Studio-Ausstellung zeigt das Lehmbruck Museum die Entstehungsgeschichte des Rheinorange. Die Wirtschaftsjunioren Duisburg hatten 1989 initiiert, Kunst in den Duisburger Hafen zu bringen, und bei Unternehmern und in der lokalen Wirtschaft für finanzielle Unterstützung geworben. Diese Unterstützung der Wirtschaft hält bis heute an: Erst im vergangenen Jahr hatte die Skulptur aufwendig restauriert werden müssen. Das bis dahin ein wenig in die Jahre gekommene Kunstwerk erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Die 83 Tonnen schwere Skulptur an der Mündung von Rhein und Ruhr gehört dem Lehmbruck Museum. Eröffnet wird die Studio-Ausstellung in den Museumsräumen am Samstag, 16. September.
Bürgerfest und ein neues Buch zum Kunstwerk
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
Am Sonntag, 17. September, wird das Rheinorange zwischen 11 und 17 Uhr mit einem Bürgerfest vor Ort gefeiert. Jeder ist eingeladen, allerdings ist das Rheinorange direkt nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Ein Pkw-Parkplatz ist aber auf der Kaßlerfelder Straße ausgeschildert. An zwei Sonntagen steht „25 Jahre Rheinorange“ im Mittelpunkt der Öffentlichen Führung im Lehmbruck Museum. Die Termine sind der 1. und der 15. Oktober, jeweils um 11.30 Uhr. Die Teilnahme an der Führung kostet zwei Euro zusätzlich zum Eintritt. „Kunst & Kaffee“ gibt es am Dienstag, 17. Oktober, um 15 Uhr: Jörg Mascherrek führt durch die Ausstellung. Die Teilnahmegebühr von 12 Euro beinhaltet neben dem Eintritt Kaffee und ein Stück Kuchen.
Das erste Buch zur Skulptur mit der Entstehungsgeschichte des Rheinorange ist seit langem vergriffen. Nun hat der Künstler ein neues Werk konzipiert: Begleitend zur Ausstellung erscheint mit Unterstützung der Wirtschaftsjunioren das Buch „Rheinorange“ mit Fotos und Texten von Söke Dinkla, Bettina Böttinger, Jörg Mascherrek u. a. im Wienand Verlag, Köln, zum Preis von 29,80 Euro.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
Studio-Ausstellung im Lehmbruck Museum: 25 Jahre Rheinorange von Lutz Fritsch mit seiner Entstehungsgeschichte. Foto: Petra Grünendahl.
Die Studio-Ausstellung „Rheinorange“ läuft bis zum 31. Oktober 2017. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Stilvoll Feiern im Industriekultur-Ambiente mit Oldtimern Von Petra Grünendahl
Die ehemalige Maschinenhalle des Bergwerks Rheinpreußem beherbergt heute „Sammlerstücke“. Foto: Petra Grünendahl.
Zur Eröffnung zeigte die neue Event-Location „Sammlerstücke“ den Besuchern ihre Möglichkeiten auf. Foto: Petra Grünendahl.
Die alte Maschinenhalle der Zeche Rheinpreußen ist fachmännisch und mit viel Liebe zum Detail saniert. Der Ort atmet Industriekultur mit ihrem sehr eigenen Ambiente. In diesem Umfeld finden nun auch eine Reihe von Oldtimern ihren Standplatz in Glasgaragen, zu denen die Stellplatzinhaber rund um die Uhr Zutritt haben, die allerdings hochmodern abgesichert sind. „Sammlerstücke“ heißt dieser Ort, an dem gerade mit Catering und der durch den Hallenkomplex ziehende Band Speedo für die passende Stimmung die offizielle Eröffnung gefeiert wurde. Die Eigentümer, die hier auch ihre eigenen Oldtimer stehen haben, möchten diesen Ort für Veranstaltungen etablieren, der Unternehmen wie Privatleuten Tagungen, Kongresse, Präsentationen und eben Feierlichkeiten in einem einzigartigen Ambiente ermöglicht. Auch Kulturveranstaltungen und Konzerte können sich die Eigentümer der Halle vorstellen, in ihre Location nach Moers zu holen.
Wollen ihre Location „Sammlerstücke“ für Veranstaltungen in der Region etablieren (v. l.): Peter Gilardone und Carlo Philippi. Foto: Petra Grünendahl.
Die historische Bausubstanz hatte die Unternehmer Peter Gilardone und Carlo Philippi gelockt, als eine der alten Hallen am Eurotec-Ring in Moers zum Verkauf stand. „Als wir die sanierungsbedürftige Halle zum ersten Mal sahen, sollte sie als Lager für Akten genutzt werden“, erklärt Peter Gilardone, der im Technologiepark ein eigenes Maschinenbau-Unternehmen führt, die Entstehungsgeschichte. „Aber vor unserem geistigen Auge entstanden gleich lebendige Bilder einer Halle mit vielen, spannenden Möglichkeiten. Neben der Unterbringung von exklusiven Fahrzeugen haben wir direkt das Potenzial für eine außergewöhnliche Event Location erkannt.“ – „Wir wollen Unternehmen aus ganz NRW und auch Kulturveranstaltungen nach Moers holen“, so Carlo Philippi, der bereits seit Jahren in Gelsenkirchen erfolgreich die Event-Location Lüttinghof – Burg am Wasser betreibt. Mehr als 150 geladene Gäste, zu denen auch der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer zählte, ließen sich bei der Eröffnungsfeier in die Möglichkeiten des Ortes einweihen. Auch Unternehmen aus der Region sowie überregionale Konzerne und Agenturen hätten bereits Interesse bekundet, so Philippi.
Technologiepark Eurotec: Strukturwandel als Erfolgsgeschichte
Die Band Speedo spielte zur Eröffnung der neuen Event-Location „Sammlerstücke“. Foto: Petra Grünendahl.
Seit 1990 das Bergwerk Rheinpreußen Schacht 5/9 geschlossen wurde, ist an dieser Stelle und zum Teil in den alten Zechengebäuden der Technologiepark Eurotec entstanden. Es siedelten sich überwiegend Industrie- und Dienstleistungsunternehmen modernster Ausrichtung in vielfach den alten Werkshallen des Bergwerks an. Heute besteht der Technologiepark aus einer faszinierenden Kombination aus alt und modern, aus historischer Industriekulissen und moderner Architektur.
Zur Eröffnung zeigte die neue Event-Location „Sammlerstücke“ den Besuchern ihre Möglichkeiten auf. Foto: Petra Grünendahl.
Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe kann man auf verschiedenen Eventflächen im ehemaligen Zechengebäude umsetzen. Die 480 qm große „Classic Hall“ ist das Herzstück der Sammlerstücke: Historisches Ambiente mit Backsteinwänden, hohen Fenstern und Decken, einem alten Holztor und eine Krananlage aus dem Betrieb der Zechen sind von der alten Substanz erhalten und restauriert. Dort lassen sich mittels modernster Licht- und Tontechnik Galas, Konzerte oder Fahrzeug- und Produktpräsentationen perfekt inszenieren. Die „Drivers Lounge“ genannte Licht durchflutete Galerie neben der Haupthalle, der zweite Nebenraum „Workshop“ und der Innenhof „Paddock“ ermöglichen die Realisierung von kleineren und großen Events drinnen und draußen.
Die ehemalige Maschinenhalle des Bergwerks Rheinpreußem beherbergt heute „Sammlerstücke“. Foto: Petra Grünendahl.
Für die Planung und Umsetzung der Location haben die beiden Inhaber die Eventagentur passepartout als Partner ins Boot geholt. Carlo Philippi kennt den Anspruch als Betreiber des Lüttinghofs den Anspruch von Kunden exklusiver Veranstaltungen: „Wer in einem solchen Ambiente feiert, hat selbstverständlich Anspruch auf Perfektion. Da braucht es ein eingespieltes Team an Spezialisten.“ Auch Peter Gilardone weiß um die Vorzüge eines professionellen Teams: „Kreative Köpfe, Erfahrung und Expertise sind der Schlüssel zum Erfolg – im Maschinenbau wie im Eventbereich.“ Wer eine Veranstaltung hier plant, ist nicht an ein festes Catering oder eine Agentur gebunden, sondern kann durchaus frei planen, wenn er nicht auf die Angebote des Hauses zurückgreifen will. Mehr Informationen finden Interessenten für die Oldtimer-Stellplätze oder für die Event-Location unter http://www.sammlerstuecke.eu.
Amts- und Landgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz. Foto: Petra Grünendahl,
Mit Beschluss vom 7. September 2017 hat die 6. Große Strafkammer im Loveparade-Strafverfahren einen der beiden Hauptschöffen aufgrund einer Selbstanzeige wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.
Der Schöffe hatte im August 2010 gegenüber einer Zeitung geäußert, er verstehe nicht, wie man so etwas [die Loveparade 2010] planen könne. Es seien nur „Dilettanten am Werk gewesen“. Weiter äußerte er, dass „Köpfe rollen“ müssten und „die ganze Bande weg“ müsse.
Diese Äußerungen stellen nach Auffassung der Kammer bei der gebotenen Gesamtschau einen Grund dar, der aus Sicht eines Angeklagten bei verständiger Würdigung geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des Schöffen zu rechtfertigen. Insbesondere die zitierten Formulierungen ließen befürchten, dass der Schöffe eine innere Haltung eingenommen habe, die seine Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit störend beeinflussen könne. Hieran ändere auch der zwischenzeitliche Zeitablauf nichts.
Ein Schöffe ist ein ehrenamtlicher Richter und kann unter denselben Voraussetzungen wie ein hauptberuflicher Richter abgelehnt werden. Bei der Ablehnung wegen der Besorgnis der Befangenheit muss nicht feststehen, dass ein (ehrenamtlicher) Richter tatsächlich befangen ist, also die gebotene Unvoreingenommenheit vermissen lässt. Ausreichend ist die objektive Besorgnis hierfür. Das bedeutet, dass aus Sicht eines besonnenen Prozessbeteiligten objektive Anhaltspunkte dafür bestehen müssen, dass der (ehrenamtliche) Richter dem Verfahren nicht unvoreingenommen gegenübersteht. Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17
– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Der Hafen Emmelsum in Voerde (Kreis Wesel). Foto: deltaport.
Durch die neue Festlegung als Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) mit der Zweckbindung „Standort des kombinierten Güterverkehrs“ im Gebiet der Stadt Voerde besteht für die Bezirksregierung Düsseldorf nunmehr die rechtliche Voraussetzung, ein Planfeststellungsverfahren für die konkretere Hafenplanung u. a. eine Vergrößerung der Logistikflächen um ca. 15 Hektar durchzuführen. Die Vorbereitung der Antragsunterlagen wird zur Zeit von der Hafengesellschaft DeltaPort vorgenommen.
Mit der Bekanntmachung der 81. Änderung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Düsseldorf (GEP 99) im aktuellen Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes NRW am 23.08.2017 ist ein wichtiger Schritt für die weitere Planung der Hafenerweiterung in Emmelsum-Voerde erreicht. Die Änderung des Regionalplans war erforderlich, weil andere Ziele der Raumordnung für den Erweiterungsbereich bestanden. In einem umfangreichen Planungsprozess konnte insbesondere die Verträglichkeit des Vorhabens gegenüber dem angrenzenden Vogelschutzgebiet und dem Hochwasserschutz nachgewiesen werden.
DeltaPort bedankt sich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Voerde, die federführend das Regionalplanänderungsverfahren beantragt hat sowie bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel für die fachliche Unterstützung in Fragen des Natur- und Artenschutzes.
– Prssemitteilung und Foto: DeltaPort GmbH & Co. KG –
Besucher- und Medienecho stärkt die Bekanntheit
der Marke „Schauinsland-Reisen“ Von Petra Grünendahl
Die Weltrekord-Sandburg habe in diesem Jahr deutlich mehr Event-Charakter, erklärte Michael Jacobi, Leiter Unternehmenskommunikation von Schauinsland-Reisen, den Fachleuten vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im Landschaftspark Nord in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Sommer, Strand und Urlaub – die liegt die Sandburg gar nicht so weit entfernt. Zum zweiten Mal hatte der Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen in diesem Jahr den Weltrekordversuch mit einer Sandburg initiiert. Die Sandburg 2016 hatte mit ihrem „Weltrekord der Herzen“ ein bei weitem größeres Echo hervorgerufen, als die Macher im Vorfeld erwartet hatten. Das gab letztendlich den Ausschlag, diesen Weltrekordversuch erneut anzugehen. Allerdings war die Messlatte, die im letzten Jahr mit dem alten Weltrekord noch bei 14,15 Metern gelegen hatte, jetzt höher: Der aktuelle Rekord aus Indien lag zuletzt bei 14,84 Metern. Den galt es zu übertreffen – und es hat geklappt: Gemessene 16,68 Meter türmen sich im Landschaftspark Nord zu einer phantastisch ausgeformten Sandburg, die 19 Sandkünstler von internationalem Renommee – die „Champions League“, so Michael Jacobi – innerhalb drei Wochen in über 3,500 Tonnen Sand geschnitzt hatten.
Die Weltrekord-Sandburg habe in diesem Jahr deutlich mehr Event-Charakter, erklärte Michael Jacobi, Leiter Unternehmenskommunikation von Schauinsland-Reisen, den Fachleuten vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im Landschaftspark Nord in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Der Leiter Unternehmenskommunikation der Schauinsland-Reisen GmbH, Michael Jacobi, informierte im Landschaftspark Nord die Mitglieder des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein über den Sandburg-Weltrekordversuch (Guinness World Records) und seine Hintergründe. Das Engagement von Schauinsland-Reisen galt nicht der Werbung für ein Produkt, sondern der Stärkung des Markennamens, verriet Jacobi den anwesenden Marketing-Fachleuten. Mit einem Medienecho, welches schon im vergangenen Jahr überraschte und in diesem Jahr nicht geringer geworden ist, dürfte dieses Ziel mehr als erreicht worden sein.
Die Weltrekord-Sandburg habe in diesem Jahr deutlich mehr Event-Charakter, erklärte Michael Jacobi, Leiter Unternehmenskommunikation von Schauinsland-Reisen, den Fachleuten vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im Landschaftspark Nord in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Dafür waren ab dem 8. August über 3.500 Tonnen Sand (2016 waren es „nur“ 2.500 Tonnen gewesen) mit 30-Tonnern in 130 Fahrten in den Landschaftspark gefahren worden. Dort wurden sie aufgetürmt, gewässert und verdichtet, bevor nach einer guten Woche die „Carver“ (Sandschnitzer) anfangen konnten zu arbeiten. Zu Beginn an der Spitze mit zwei Leuten, dann drei, bis zum Schluss am breiten Unterbau 19 Sandkünstler aus der ganzen Welt damit beschäftigt waren, ganz klassisch Türme und Mauerwerk, aber auch Motive von Reisezielen, Strand und Urlaub in den Sandberg zu schnitzen.
Die Sandburg und Schauinsland-Reisen
Die Weltrekord-Sandburg habe in diesem Jahr deutlich mehr Event-Charakter, erklärte Michael Jacobi, Leiter Unternehmenskommunikation von Schauinsland-Reisen, den Fachleuten vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im Landschaftspark Nord in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir wollten die Sandburg ja erst mitten in der Stadt aufbauen“, erzählte Michael Jacobi. Das aber habe die Statik auf dem Opernplatz mit dem darunter befindlichen Parkhaus nicht hergegeben. Auch das Centro in Oberhausen sei als Standort mal angedacht worden, so Jacobi. „Und dann kam Parkleiter Ralf Winkels und sagte, er habe im Landschaftspark Nord noch so eine Brachfläche.“ Der Besuchermagnet im Duisburger Norden wurde somit um eine Attraktion reicher. Die Marke „Schauinsland-Reisen“ profitierte von der Wahrnehmung als Initiator des Weltrekordversuchs. Über eigene Medien (Sandburg-Blog, Facebook und andere soziale Medien), über bezahlte Medien (Werbung) und ein verdientes Medienecho durch diejenigen, die ihrerseits die Sandburg in klassischen und sozialen Medien verbreiteten, weil es sie einfach ansprach, erzielte der Reisenveranstalter aus dem Duisburger Innenhafen sich eine Aufmerksamkeit, die nicht in Euro zu beziffern ist: „Das Invest hat sich an Medienwert gerechnet“, betonte Michael Jacobi mit Blick auf die weltweite Nennung der Marke „Schauinsland-Reisen“ in Bezug auf die Weltrekord-Sandburg.
Die Weltrekord-Sandburg habe in diesem Jahr deutlich mehr Event-Charakter, erklärte Michael Jacobi, Leiter Unternehmenskommunikation von Schauinsland-Reisen, den Fachleuten vom Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im Landschaftspark Nord in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Ab dem 25. September muss die Sandburg dann zurückgebaut werden, um die Fläche wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. Bis dahin wird es aber noch den einen oder anderen Event geben, der zusätzliches Publikum anlockt. Zumal in diesem Jahr die Sandburg als Event sehr viel größer mit Sandstrand und Gastronomie drum herum aufgezogen worden ist, die ein Mehr an Aufenthaltsqualität bieten. Zu den Highlights zählt da mit Sicherheit noch die Licht-und-Feuer-Nacht am Samstag, 9. September, mit Lichtinstallation und Feuerwerk.
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Foto: Petra Grünendahl.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.
“Kein Grund zum Feiern, dass es uns seit 50 Jahren geben muss“ Von Petra Grünendahl
Angelika Wagner (l.), Geschäftsführerin des DGB Region Niederrhein, ehrte das Friedensdorf International, vertreten durch Rebecca Wagner (m.) und Franziska Nolte (r.) vom Bildungswerk. Foto: Petra Grünendajhl.
„Den Anstoß zu unserer Gründung gaben vor 50 Jahren der 6-Tage-Krieg in Israel und der Vietnam-Krieg“, erklärte Rebecca Wenzel vom Bildungswerk des Friedensdorf International e. V. Seit 1967 holt das Friedensdorf Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland: „Voraussetzung dafür ist, dass eine Behandlung im Herkunftsland nicht möglich ist, aber in Deutschland erfolgen kann“, so Wenzel. Nach erfolgreicher Operation und einem halben Jahr Rehabilitation im Friedensdorf gingen die Kinder dann zurück in ihre Heimat, erzählte Wenzel. Diese 50 Jahre Engagement, die Folgen von Krieg zumindest bei Kindern zu lindern, ehrte der DGB Niederrhein in dieser Veranstaltung, nachdem Rebecca Wenzel zusammen mit ihrer Kollegin Franziska Nolte ausführlich – auch mit O-Tönen von ehrenamtlich Engagierten – über die beeindruckende Arbeit des Friedensdorfs berichtet hatte.
Über 40 Jahre Tradition hat die Gedenkveranstaltung, die der DGB im Rathaus Duisburg alljährlich zum Antikriegstag am 1. September nutzt, sich gegen Krieg und Faschismus und für ein friedliches Miteinander zu positionieren. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ greift der DGB Niederrhein hierfür immer wieder Themen auf, die den Irrweg Faschismus anprangern oder die negativen Auswirkungen von Krieg verdeutlichen, denn „Erinnern hilft vorbeugen“, so Angelika Wagner, Geschäftsführerin des DGB Region Niederrhein. Deutschland und Europa müssten eine friedenssichernde Politik betreiben und unterstützen, mahnte sie, und: „Konflikte lassen sich nicht mit Waffen lösen.“ Immerhin 226 gewaltsam ausgetragene Konflikte hatte er allein für 2016 ausgemacht, teilte Bürgermeister Manfred Osenger in seinem Grußwort mit.
Friedensdorf International: Drei Standbeine
Bei der Kranzniedelegung am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus (v. l.): Franziska Nolte, Rebecca Wenzel, Angelika Wagner und Bürgermeister Manfred Osenger. Foto: Petra Grünendahl.
Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus vor dem Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.
Die Arbeit des Friedensdorfes gliedert sich in drei Bereiche, von denen die Einzelfallhilfe der wichtigste ist: Kinder, die zur medizinischen Versorgung nach Deutschland gebracht und anschließend im Friedensdorf mit erheblichem ehrenamtlichen Engagement betreut werden, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren. Gerade Kindern würden als Opfer von Krieg Perspektiven und Zukunft genommen, betonte Angelika Wagner. Die Organisation finanziert ihre Arbeit allein mit Spenden. Die beiden anderen Standbeine sind Projektarbeit (zumeist in Form von Hilfslieferungen und Paketsendungen in bedürftige Gebiete) sowie Bildungsarbeit (als Begegnungsstätte, mit Vorträgen und Seminaren zur Prävention und Weiterbildung).
Musikalisch begleitet die Veranstaltung traditionell der Statt Chor. Im Anschluss legten der DGB und die Stadt am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Rathaus auf dem Burgplatz Kränze nieder.
Sören Link: „Wir wollen verhindern, dass kriminelle Strukturen von Zuwanderung profitieren“ Von Petra Grünendahl
Stellten die Absicht der Stadt zum Ankauf von Problemimmobilien vor (v. l.): Arne Lorz (Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement), Gebag-Chef Bernd Wormeyer, Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum und Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
„Verhandlungsbasis ist grundsätzlich der Verkehrswert und nicht die Preisvorstellung des Eigentümers“, stellte Bernd Wortmann, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag, klar. Dieser Verkehrswert ist nicht besonders hoch, wenn Eigentümer die Immobilie über Jahre oder gar Jahrzehnte haben verkommen lassen. Ein Haus in Marxloh, welches seit gut sieben Jahren leer steht und nur noch Ratten anzieht – deswegen wird es auch „Rattenhaus“ genannt –, sei nun für einen Betrag deutlich unter 50.000 Euro erworben worden, betonte Wortmeyer. Investoren aus Süddeutschland waren wohl mit dem Kaufpreis übern Tisch gezogen worden – und hatten mittlerweile eingesehen, dass die unbewohnbare Immobilie zum Fass ohne Boden zu werden drohte. Das erleichterte die Verhandlungen, da der Eigentümer seinem Verlust kein weiteres Geld hinterher schmeißen wollte. Denn Kosten produziert ein solches Haus auch ohne Mieter.
Die ehemalige Landesregierung NRW hatte das Modellprojekt zum Ankauf von Problemimmobilien gestartet. Ziel des Projektes ist es, in den Großstädten, die aufgrund des EU-Freizügigkeitsrechts eine besondere Armutszuwanderung aus Rumänien und Bulgarien haben (neben Duisburg sind dies insbesondere Gelsenkirchen und Dortmund), unbewohnbaren Wohnraum vom Markt zu nehmen. Duisburg hat insgesamt Fördermittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro beantragt. Das Projekt soll gemeinsam mit der Gebag umgesetzt werden. Im Vorgriff auf den in Aussicht gestellten Förderbescheid hat die Gebag nun das erste Haus in Marxloh erworben: „Da die Mittel zugesagt wurden, können wir schon mal anfangen“, freute sich Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum. Eine Untersuchung der Bausubstand stehe noch aus, so Wortmeyer, – und damit die Entscheidung, was mit dem Haus nun geschehen solle: Lohnt sich eine Sanierung? Oder wird es abgerissen?
Strategie gegen kriminelle Strukturen und zur Aufwertung des Wohnumfeldes
Die von der Gebag erworbene Immobilie in Marxloh. Foto: Expofair / Nicole Gerber.
„Neben der Task Force Problemimmobilien ist uns mit den Fördermitteln eine zweite Möglichkeit in die Hand gegeben worden, um zu verhindern, dass kriminelle Strukturen von solch unbewohnbaren Immobilien profitieren, indem sie sie überteuert an Zuwanderer aus Südosteuropa vermieten“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. „Dass wir hier solche Immobilien vom Markt nehmen können, sendet Signale an das Umfeld in den Straßenzügen und im Quartier, das solche Schrottimmobilien nur herunter ziehen.“ Gegensteuern will die Stadt hier, die unvermeidliche Abwärtsspirale stoppen. „Als städtische Wohnungsbaugesellschaft setzen wir uns für die Stadtentwicklung in Duisburg ein, wo immer es uns möglich ist“, ergänzte Gebag-Geschäftsführer Wortmeyer. „Wir wollen dazu beitragen, Schandflecke und auch Angsträume zu beseitigen. Das können wir durch den Ankauf solcher Objekte, den Abriss der Gebäude und die Entwicklung von Konzepten für den Standort tun.“
Problemimmobilien identifizieren
„Schrottimmobilien sind eine Gefahr für Bewohner und Nachbarn. Wir haben in den letzten Monaten gezeigt, dass wir so etwas nicht tolerieren. Überall dort, wo es uns möglich ist, nehmen wir solche Häuser vom Markt. Wir haben im Rahmen des Projektes vor allem leerstehende Objekte im Blick. Mit der Unterstützung der Gebag werden diese Häuser entweder saniert oder abgerissen“, sagte Oberbürgermeister Link. Die Liste der Problemimmobilien sei flexibel, sie werde immer wieder aktualisiert: Bei den Überprüfungen werden sehr häufig mangelhafte Elektrik, bauliche Mängel, Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Glasbruch, mangelhafte sanitäre Anlagen, beschädigte Haustüren, defekte und / oder nicht vorhandene Klingelanlagen bzw. Briefkastenanlagen vorgefunden, hinzu kommt ein häufig sehr hoher Grad an Vermüllung und in der Folge Schädlingsbefall. Auch der Brandschutz ist oftmals zu bemängeln (kein zweiter Rettungsweg, Brandlasten in den Fluren, keine feuerfesten Türen). Aktuell stehen inklusive der bereits von der Task Force Problemimmobilien für unbewohnbar erklärten Häuser noch 53 auf der Liste. Seit Herbst letzten Jahres wurden 23 Häuser begutachtet, davon 20 komplett geschlossen, zwei teilweise und eins nicht geschlossen. „Oft reicht es schon aus, wenn man einzelne Häuser einer Straße vom Markt nimmt, um ganze Straßenzüge vor dem Abrutschen zu bewahren. Die einfache Herrichtung als Grünfläche verbessert deutlich den Wohnwert in der betroffenen Straße“, ergänzte der Stadtentwicklungsdezernent.
Die von der Gebag erworbene Immobilie in Marxloh. Foto: Expofair / Nicole Gerber.
Bei dem Haus auf der Kaiser-Wilhelm-Straße in Marxloh soll es nicht bleiben: Fördermittel könnten eingesetzt werden für den Immobilienankauf in den Stadtteilen Marxloh, Bruckhausen, Hochfeld und Beeck – Stadtteile, in denen besondere Handlungsbedarf festgestellt worden sei. Aktuell befinde man sich in vier konkreten Gesprächen zum Ankauf weitere Immobilien, erklärte der Gebag-Chef. Dabei könnten aber bei den heruntergekommen Immobilien nicht die Preisvorstellungen des Verkäufers Maßstab sein, sondern rein das, was die Immobilie heute am Markt wert wäre: „Wer bereit ist, sich von seiner Immobilie zum Verkehrswert zu trennen, kann uns ansprechen“, so Carsten Tum. „Wir wollen vermeiden, dass sich aus Schrottimmobilien weitere Problem ergeben.“
Wahrzeichen von „Macht und Pracht“ öffnen ihre Pforten Von Petra Grünendahl
Blick in den Gewerkensaal um 1935. Foto: TKSE.
Der Gewerkensaal der alten Hauptverwaltung von Thyssen an der Franz-Lenze-Straße ist zwar jedem Mitarbeiter für Veranstaltungen zugänglich, nicht aber der Öffentlichkeit. Erstmals öffnet thyssenkrupp Steel Europe beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals seine Türen. Das ab 1904 im neugotischen Stil erbaute Backstein-Gebäude (es gab später Erweiterungsbauten) ist ein Hingucker, der im Vorbeifahren einfach auffällt. Nachdem sein Werk (erst Kohleförderung, dann auch Hütten- und Stahlwerk) über viele Jahre aus einem ehemaligen Schulgebäude heraus verwaltet worden war, hatte Firmengründer August Thyssen diesen repräsentativen Sitz bauen lassen. Im holzvertäfelten Gewerkensaal* hatten früher die Anteilseigner der Gewerkschaft Deutscher Kaiser getagt, an deren Kohleförderung Thyssen zunächst Anteile hielt, ab 1891 die Mehrheit, bevor er die Gewerkschaft schließlich ganz übernahm.
Stellten das Programm zum Tag des offenen Denkmals im Gewerkensaal vor (v. l.): Michael Clarke (Besucherguide TKSE, Regionalverband Ruhr / Route Industriekultur), Theresa Junk (Pressesprecherin TKSE), Carsten Tum (Beigeordneter für Stadtentwicklung), Petra Kastner (Untere Denkmalbehörde), Jörg Weißmann (Vorsitzender des Heimatvereins Hamborn e. V.) und Anja Geer (Leiterin Amt für Baurecht und Baubearbeitung). Foto: Petra Grünendahl.
Exakt 704 Denkmäler sind in Duisburg in die Denkmalliste eingetragen. Davon öffnen zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, 14 ihre Türen für interessierte Besucher. Vier von diesen Orten – unter anderem die alte Thyssen-Hauptverwaltung – sind in diesem Jahr erstmals dabei. Im Pressegespräch stellten Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum, Anja Geer (Leiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung), Petra Kastner (Untere Denkmalbehörde Duisburg), Jörg Weißmann (Vorsitzender des Heimatvereins Hamborn e. V.), Michael Clarke (Besucherguide thyssenkrupp Steel Europe) und Theresa Junk (Pressesprecherin thyssenkrupp Steel Europe) das Programm des Tages unter dem Motto „Macht und Pracht“ vor. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 4.000 Personen allein die in Duisburg geöffneten Denkmäler.
14 Denkmäler zu besichtigen
Gewerkschaft Deutscher Kaiser, Hütte Bruckhausen: Verwaltungsgebäude mit Anbau, um 1917. Foto: TKSE.
Neben der alten Thyssen-Hauptverwaltung sind weitere Orte im ganzen Duisburger Stadtgebiet für Besucher geöffnet. Eigentümer und Denkmalpfleger bieten hier sach- und fachkundige Führungen an. Sie bieten ein repräsentatives Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit von allen Akteuren zum Wohle des Denkmalschutzes. „Ein ganz besonderer Dank gebührt den Denkmaleigentümern, den Unternehmen, den Initiativen und den Vereinen, die sich ehrenamtlich hier engagieren, um das kulturelle Bauerbe zu erhalten, zu pflegen und an diesem Tag zu präsentieren“, sagt Beigeordneter Carsten Tum zum umfangreichen Programm 2017.
Die alte Hauptverwaltung von Thyssen (Hütte Bruckhausen, davor Gewerkschaft Deutscher Kaiser) heute. Foto: Petra Grünendahl.
Zu besichtigen sind in Duisburg-Mitte eine Industriellenvilla am Kaiserberg (Wilhelmshöhe), das Landesarchiv NRW (ehemaliger Getreidespeicher im Innenhafen), das Lehmbruck Museum und das Theater Duisburg. Im Süden bieten die Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Huckingen, der Huckinger Bürgerverein e. V. sowie die Evangelische Kirche Wanheim Führungen, Vorträge und Informationen an. Im Westen – auf der anderen Rheinseite – lädt die Rheinpreußensiedlung zu Führung, Themenausstellung und Austausch mit Bewohnern. Im Norden sind neben thyssenkrupp Steel Europe und dem Heimatverein Hamborn (mit einer Führung „auf den Spuren der Gewerkschaft Deutscher Kaiser“) die Katholische Kirche St. Peter und die Kreuzeskirche (beide in Marxloh) sowie das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort dabei. Am Landschaftspark Nord präsentiert die Stadtarchäologie passend dazu eine Ausstellung zum Thema „Kaiserpfalz – Orte der Macht“.
Teils sind Anmeldungen im Vorfeld nötig (siehe Links zum Besucherprogramm unten): Man sollte sich aber auch nach Überschreiten des Termins nicht vom Nachfragen abhalten lassen. Wenn die Teilnehmerlisten noch nicht voll sind, findet sich immer ein Plätzchen.
*) Gewerke sind die Anteilseigner einer bergrechtlichen Gewerkschaft
Das große Musikfest auf dem Opernplatz hat sich etabliert Von Petra Grünendahl
„Als wir uns entschieden hatten, 2012 das Konzert zum 100. Geburtstag des Theaters zu unterstützen, ahnten wir nicht, dass dies die Geburtsstunde einer neuen Veranstaltungsreihe bedeuten würde“, erklärte Haniel-Chef Stephan Gemkow. International renommierte Solisten des Opern-Emsembles, der Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker präsentieren unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober Höhepunkte er italienischen und russischen Oper. Stargast ist der russische Gitarrist Victor Smolski, der Rockmusik mit klassischer Musik verbindet. Begleitet wird er nicht nur von den Philharmonikern, sondern auch von der „Peter Bursch’s All Star Band“, die in Duisburg eine feste Größe ist. Durch das Programm führt Götz Alsmann. Mittlerweile zum dritten Mal lockt eine von klassischer Musik geprägte Veranstaltung, die aber auch moderne oder rockige Elemente zu integrieren versteht, Tausende Menschen aus der Region, die nicht unbedingt auf die Idee kämen die Duisburger Philharmoniker oder die Deutsche Oper am Rhein zu besuchen.
Stellten das Programm des 3. Haniel Klassik Open Air vor (v. l.): Oberbürgermeister Sören Link, Stephan Gemkow, Vorstandsvorstizender der Franz Haniel & Cie., und Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Nicht im Bild die weiteren Teilnehmer des Pressegesprächs: Kulturdezernent Thomas Krützberg, Karoline Hoell, Leiterin der Kulturbetriebe Duisburg, Bülent Aksen (Agentur BA Coaching) und Martin Schie, Orchestermanager der Duisburger Philharmoniker. Foto: Petra Grünendahl.
Alle zwei Jahre eröffnet das Haniel Klassik Open Air, welches in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet, die neue Spielzeit von Duisburger Philharmonikern und der Deutschen Oper am Rhein, die die Duisburger Kulturbetriebe gemeinsam mit der Franz Haniel & Cie. GmbH auf die Beine stellen. Am Freitag, 8. September, startet um 20 Uhr das große Musikfest mit einem Konzertereignis, welches, so Oberbürgermeister Sören Link: „zur Kulturstadt Duisburg und zur Weltoffenheit unser Stadt passt.“ Und wo die Bühne auf dem Opernplatz und die Sicherungen rund um den König-Heinrich-Platz schon mal stehen, schließt sich dem eher klassisch orientierten Freitag ein Samstag mit Konzerten ganz anderer Musikrichtung an. Der Eintritt ist an beiden Konzerttage frei.
Theater Duisburg rockt!
Auch der zweite Tag des Musikfest-Wochenendes (Samstag, 9. September) kann schon als Brauchtum gelten. Das „Klangkraft Orchester“ beginnt um 15.30 Uhr mit Klassikern, insbesondere aus dem Filmgenre. Im Anschluss übernimmt die Schülerband „Zu Laut“ die Bühne, deren Gitarrist Felix Theiss bereits Bühnenerfahrung von Auftritten bei „Starlight Express“ hat. Anschließend folgt „The Boy Who Cried Wolf“. Die Songs dieser Alternative / Indie Rock Band aus Duisburg bieten eine perfekte Mischung aus Härte und Melodie. „Doris D“ mixen dann das „Haus am See“ von Peter Fox mit etwas „Sommer“ von Peter Maffay; die Ärzte treffen auf Silbermond und Ich+Ich auf die Spider Murphy Gang: insgesamt eine Mischung von Rock & Pop, Punk und Schlager, und das Ganze mit zwei Gitarren, einem Cajon und drei Stimmen.
Als Highlight von „Theater Duisburg rockt!“ konnten die Organisation um Bülent Aksen dank der nötige Sponsoren Manfred Mann’s Earth Band gewinnen. Die 1971 gegründete britische Band hatte zahllose Welthits, die bis heute viel gecovered werden. Ihr eigener wohl größter Erfolg jedoch – „Blinded by the Light“ –, der ihnen den Durchbruch in den USA einbrachte, war die Cover-Version eines Bruce-Springsteen-Titels. Ab 20.15 Uhr stehen sie auf der Bühne am Opernplatz.
Sicherheitsmaßnahmen
Die Organisatoren empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Parkmöglichkeiten gibt es in den Parkhäusern der Innenstadt, lediglich die Einfahrt am Opernplatz ist an den Veranstaltungstagen gesperrt. Als Fahrradparkplätze hat man die Schulhöfe des Landfermann-Gynmasiums und der Gustav-Heinemann-Realschule eingerichtet. Das Fahrverbot auf dem Opernplatz gilt auch für Radfahrer. Auf den Programmen, die zur Veranstaltung verteilt werden, gibt es auch Hinweise auf Gastronomie, WC, Sitz- und Behindertenplatze, DRK etc. Besucher sollten keine Taschen ab der Größen DIN A4 mitbringen, Tische und Stühle gar nicht und Getränke nur in PET-Flaschen. Nur wenn sich alle an die Spielregeln und an die Ansagen des Ordnungsdienstes halten, ist eine Veranstaltung dieser Größenordnung (gerechnet wird wieder mit ca. 7.000 Besuchern) in der Innenstadt überhaupt möglich.
Im Containerumschlag-Ranking landet der Duisburger Hafen für 2016 auf Platz 36 der weltweit größten Häfen. Foto: duisport/ Rolf Köppen.
Der Duisburger Hafen belegt Platz 36 unter den weltweit größten Häfen. Mit einem Containerumschlag von 3,7 Mio. TEU in 2016 verbesserte sich duisport damit um zwei Plätze im Vergleich zu 2015. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Ranking der internationalen Zeitschrift „Container Management“ hervor.
duisport ist unter den Top 100 weltweit der einzige Binnenhafen und einer von insgesamt drei deutschen Häfen. Nur die beiden Seehäfen Hamburg (Platz 17) und Bremerhaven (Platz 26) haben 2016 mehr Container umgeschlagen.
Im europäischen Vergleich liegt duisport beispielsweise noch vor den Häfen aus Italien und Frankreich.
„Das Ranking zeigt, dass wir unsere Bedeutung als wichtigste Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa stetig ausbauen“, so duisports Vorstandsvorsitzender Erich Staake.
– Pressemeldung der Duisburger Hafen AG – Foto: duisport/ Rolf Köppen
Dreharbeiten zur Hape-Kerkeling-Verfilmung „Der Junge muss an die frische Luft“ in Duisburg Von Petra Grünendahl
Karneval in Wanheimerort: Dreharbeiten für den Hape-Kerkeling-Film im 1970er-Jahre Ambiente. Foto: Petra Grünendahl.
Mitten im August erschallt „Helau“ aus vielen Kehlen in den Straßen von Wanheimerort. Eine Seitenstraße mit vielen Altbauten ist im Stil der 1970er-Jahre mit den passenden Autos ausstaffiert. Auf der Durchgangsstraße zieht der Rosenmontagszug von Recklinghausen vorbei an Menschen, die ausgelassen feiern. In Duisburg? Ja, denn hier laufen gerade Dreharbeiten zu einer Handvoll Szenen für den Film „Der Junge muss an die frische Luft“ nach dem gleichnamigen autobiografischen Buch von Hape Kerkeling. Den damals Neunjährigen spielt Julius Weckauf unter der Regie von Oscar-Preisträgerin Caroline Link. Ende des Jahres kommt die UFA-Produktion in die Kinos.
Vier Tage Party an Rhein und Rhein Von Petra Grünendahl
Informierten über das Programm des 24. Ruhrorter Hafenfestes (v. l.): Mario Adams, Dr. Bernhard Weber, „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstädt und Rudi Gande (alle Ruhrorter Hafenfest e. V.) sowie Stella Tarala, 2. Vorsitzende des Ruhrorter Bürgervereins, der sich diesmal erstmals an Planung und Organisation beteiligte. Foto: Petra Grünendahl.
Mit menschlichem Antrieb ein Schiff voranbringen wollen zwei Duisburger Schwimmvereine: Der ASCD und der DSSC 09/20 werden sich messen, wer am schnellsten ein Schiff über eine „Rennstrecke“ ziehen kann. Der Samstag hat somit ab 14 Uhr eines der Highlights der diesjährigen Veranstaltung zu bieten. Viele Highlights hat das große Show-Programm auf der Haniel-Bühne von Freitag bis Sonntag zu bieten: Mit vielen Coverbands und unterschiedlichsten Musikstilen. Nicht wegzudenken sind vom Hafenfest die Reeper Boys, die den ganzen Samstag über durch die Ruhrorter Straßen ziehend Programm machen.
Im Pressegespräch stellte der Vorstand der Ruhrorter Hafenfest e. V. das Programm zum diesjährigen Großevent (24. Ruhrorter Hafenfest vom 18. bis 21. August) in Duisburgs Hafenstadtteil vor. Im Jahr nach dem großen Hafenjubiläum ist die Veranstaltung wieder an ihrem traditionellen Termin am dritten August-Wochenende zurückgekehrt. Auch in diesem Jahr haben Vorstand, viele Aktive und Sponsoren ihr möglichstes getan, das Programm auf einem hohen und für die Ansprüche des Publikums attraktivem Niveau anzusiedeln. Viele Einrichtungen und Akteure beteiligen sich, ihren Stadtteil im besten Licht zu präsentieren. Von der großen Haniel-Bühne am Richard-Hindorf-Platz (mit Live-Auftritten) und der Kirmes auf der Mühlenweide bis zum Imperial-Festbereich (mit kleinerer Bühne, Gastronomie, Kochshow mit Frank Schwarz und eher Tanzpavillon als großem Live-Programm) auf dem Gustav-Sander-Platz (Schifferbörse) sowie bis in den Stadtteil hinein zum Neumarkt, zum Haniel-Museum, zur St. Maximilian Kirche und dem Binnenschifffahrtsmuseum im Norden reichen Programmpunkte und Attraktionen. Dazu kommt die stimmungsvolle Beleuchtung der Mercatorinsel (gesponsert von den Stadtwerken Duisburg) sowie das Feuerwerk (gesponsert von duisport) am Freitagabend.
Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.
Impressionen vom Hafenfest 2012. Fotos: Petra Grünendahl.
Erstmals steht ein Hinterhof-Trödel auf dem Programm: Sonntag bieten zwischen 11 und 17 Uhr, Ruhrorter und Interessierte, die einen Hinterhof-Platz gefunden haben, über den ganzen Stadtteil verteilt klassischen Trödel an. Bislang sind 23 Hinterhöfe „unter Vertrag“, es könnten aber auch noch mehr werden. Tradition haben der Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt u. a. mit 75 Künstlern auf dem Neumarkt (Sonntag 11 – 18 Uhr), das Ruhrorter Lichtermeer am Samstag oder Museumsbesuche bei freien Eintritt – im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt (mit Kinderfest am Sonntag, 12 – 18 Uhr), bei der Besichtigung der Kirche St. Maximilian oder im Haniel-Museum (Anmeldung erforderlich, begrenzte Kapazitäten). Der Schiffskorso zum Feuerwerk ebenso wie Hafenrundfahrten nicht nur mit der Ruhrorter Personenschifffahrt (Rheinfels) und der Weißen Flotte (Gerhard Mercator und Stadt Duisburg), sondern auch mit historischen Schiffen aus Holland – ein Highlight ist hier die Dampfschiff George Stephenson, das sein Besitzer aus alten Teilen selber zusammengebaut hat – sollen ebenfalls viele Interessierte locken.
Eine Flaniermeile am Leinpfad (Hafenpromenade) mit Informationsständen und Gastronomie rundet die große Sause im Hafenstadtteil ab, die Freitag, 18. August, um 17 Uhr auf dem Gustav-Sander-Platz eröffnet wird (nach dem Schiffergottesdienst um 16.30 Uhr) und am Montag auf der Kirmes mit einem Familientag seinen Abschluss findet.
Das Programm und weitere Informationen
Den Programm-Flyer gibt es auf der Webseite des Veranstalters als pdf zum Download. Weitere Informationen inklusive Lageplan mit Bezeichnungen von Veranstaltungsorten und Parkplätzen (unter „Allgemeine Informationen“) gibt es hier … Zum Auftakt-Freitag ist ein (gebührenpflichtiger) Parkplatz auf der Mercatorinsel verfügbar, mit Shuttle-Bussen zur Schifferbörse zwischen 17 und 1 Uhr. Zum Feuerwerk ist die Friedrich-Ebert-Brücke ab etwa 21.30 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt – und wird erst nach Reinigungsarbeiten ca. 45 Minuten nach Ende des Feuerwerks für jeden Zugang wieder freigegeben. Parken im öffentlichen Raum dürfte in Ruhrort wie alle Jahre wieder ein Problem sein.
Claudia und Rainer Peitz, Organisatoren des Charity-Golfturniers vom Lions Club Duisburg-Concordia, beglückwünschen einen der Sieger. Foto: Heinz Brommundt / Lions Club Duisburg-Concordia.
Lions Club Duisburg-Concordia verbindet Freude am Golfen mit Sportsgeist und Wohltätigkeit
Erlös des Charity-Golfturniers für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Duisburg
Sportsgeist, Stimmung und sommerliche Temperaturen zeichneten das Cha-rity Golf-Turnier des Lions Clubs Duisburg-Concordia aus. 93 Golferinnen und Golfer nahmen daran teil. Am Ende des Tages siegten Klaus Müller, Fabian Rockelsberg, Hein-rich Lücke sowie Markus Kriedel und Heike Werwach-Schlichtenbrede.
Die Abendveranstaltung mit Klängen der Band Trionova und des Disc Jokeys genossen rund 150 Akteure. Zum Ausklang des Golfturniers gehört mittlerweile traditionell eine Tombola, mittels derer die Lions von Duisburg-Concordia Gelder für den guten Zweck einwerben. Hauptpreis diesmal war eine einwöchige Golfreise nach Mallorca inklusive Flug und Appartement für zwei Personen.
Der Erlös der Aktivität in Höhe von rund 8.000 Euro kommt sozial benachteiligten Kin-dern und Jugendlichen zugute.
– Pressemeldung des Lions Club Duisburg-Concordia – Foto: Heinz Brommundt / Lions Club Duisburg-Concordia
Präsentierten die aktuellen Zahlen der Konjunkturumfrage: Der Sprecher der regionalen Wirtschaft Heinz Lison (r.) und der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Wolfgang Schmitz. Foto: Unternehmerverband.
„Die Unternehmen haben im ersten Halbjahr einen optimalen Start hingelegt. Der Motor läuft auf Hochtouren. Allerdings ist es noch zu früh, von einem wirklichen Aufschwung zu sprechen. Dazu müssen sich die Zahlen erst noch verstetigen“, erläutert der Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes Heinz Lison die aktuelle Erhebung. Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände des Ruhrgebiets belegten, so Lison, dass sich die Ruhrwirtschaft im Konjunktur-Hoch befinde. Eine Verbesserung sei auch in der Metall- und Elektroindustrie zu verzeichnen, die in den vergangenen Jahren der Gesamtwirtschaft regelmäßig hinterhergehinkt sei.
Die Konjunkturumfrage wird durchgeführt von der Arbeitsgemeinschaft „arbeitgeber ruhr“, der insgesamt 17 regionale Arbeitgeber- und Unternehmerverbände in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen und Duisburg angehören. Auch der hiesige Unternehmerverband ist mit seinen Mitgliedsunternehmen bei der Umfrage vertreten. Rund 250 Unternehmen haben bei der Erhebung insgesamt mitgemacht, 71 Unternehmen sind Mitglieder des heimischen Unternehmerverbandes und kommen unter anderem aus Duisburg, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und dem Kreis Wesel.
„Es ist aber auch dringend notwendig, dass das Ruhrgebiet zur Aufholjagd bläst“, meint Lison zu den aktuellen Zahlen. Die Arbeitslosigkeit sei im Revier nach wie vor deutlich zu hoch. Bei Wachstum und Investitionen befände sich das Ruhrgebiet immer noch nicht auf Augenhöhe mit anderen Regionen der Bundesrepublik. Umso erfreulicher sind die aktuellen Daten des Konjunkturbarometers: 88 Prozent aller befragten Unternehmen melden eine befriedigende bzw. gute Geschäftslage – vor einem Jahr waren dies noch 74 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Umsätzen und Erträgen. „Bei der Geschäftslage haben wir damit einen Allzeitbestwert seit Beginn der Konjunkturumfrage 2002 erreicht“, so Lison.
Auch die neue Landesregierung findet damit nach Ansicht von Lison eine gute Ausgangslage für den angepeilten wirtschaftlichen Aufbruch vor. Die Regierungsparteien dürften nun keine Zeit verlieren. „Die von der Landesregierung geplante Ruhrkonferenz sollte unserer Meinung nach deswegen noch in diesem Jahr stattfinden“, erklärt Lison. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern und den Wirtschaftsförderern habe man bereits Vorschläge zur Stärkung des Industriestandorts vorgelegt.
Es brauche insgesamt mehr Investitionen in die digitale Zukunft. Deswegen bereitet die nach wie vor zurückhaltende Investitionsneigung der Unternehmen Lison Sorge. Diese fällt laut der Umfrage deutlich hinter andere Parameter wie Umsatz- und Geschäftserwartung zurück. „Wir müssen diese Lücke schließen, um mehr sozialversicherungspflichte Jobs im Ruhrgebiet zu erhalten“, so Lison. Zwar sei die Entwicklung auch bei den Investitionen positiv, doch immer noch nicht zufriedenstellend. Bei den Investitionen verzeichnet die Umfrage 62 Prozent Positivmeldungen; bei der Geschäftserwartung allerdings die bereits erwähnten deutlich besseren 88 Prozent positive Rückmeldungen.
Derzeit sind die Unternehmen mit Blick auf das zweite Halbjahr 2017 aber vor allem optimistisch gestimmt. 87 Prozent der Unternehmen erwarten gute bzw. sogar bessere Geschäfte. „Doch wir alle wissen auch um die konjunkturellen Risiken der kommenden Monate: Wie werden sich die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA entwickeln? Welche Folgen hat der Brexit? Wie geht es bei der Automobilwirtschaft weiter, die wichtiger Motor der Konjunktur ist?“, fragt Lison.
Mehr Rückenwind für die Duale Ausbildung
So wenige Auszubildende wie nie gibt es derzeit in Nordrhein-Westfalen: Knapp 300.000 junge Menschen absolvieren eine Duale Ausbildung – ein Rekordtief seit Erfassungsbeginn im Jahr 1976 durch das Statistische Landesamt. „Das zeigt: Wir müssen dem Thema Ausbildung eine noch viel größere Aufmerksamkeit schenken als bisher – deswegen achten wir auch in unserer Konjunkturumfrage sehr darauf“, erläutert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes.
Es sei positiv, dass die im Rahmen der Konjunkturumfrage befragten Unternehmen ihr Ausbildungsangebot in den vergangenen Monaten im Durchschnitt klar verbessert hätten. „Sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der Metall- und Elektroindustrie speziell hat sich das Angebot verbessert“, erklärt Schmitz. Der Verband errechnet hierfür einen sog. Ausbildungsplatz-Saldo, also das Verhältnis zwischen dem Auf- und Abbau bei den Ausbildungsplätzen. Lag dieses Verhältnis in der Gesamtwirtschaft vor einem Jahr noch bei mageren plus 1 Prozent, liegt es nun schon bei plus 8 Prozent.
In der Metall- und Elektroindustrie ist der Sprung noch größer. Hier kommt man von einem minus von 13 Prozent im vergangenen Jahr und steht derzeit bei plus 5 Prozent. Die Ausbildungszahlen hätten sich zwar verbessert, aber sie böten keinen Anlass zu Entwarnung. „Für jeden angebotenen Ausbildungsplatz muss sich erst einmal ein Bewerber finden – und das ist schwer“, erklärt Schmitz.
Der Unternehmerverband fordert eine gemeinsame Kraftanstrengung für die Duale Ausbildung: „Wir müssen den Ruf der Dualen Ausbildung wieder verbessern und sie technologisch zukunftsfähig machen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind unser Pfund. ‚Made in Germany‘ ist auch durch sie ein global angesehenes Qualitätsmerkmal.“ Die Duale Ausbildung sei genauso wertvoll wie ein Studium. Der Industriestandort Deutschland dürfe nicht einfach zusehen, wie ein überzogener Akademisierungswahn die Berufsausbildung gefährde.
– Pressemeldung und Foto: Unternehmerverband Duisburg –
Eine Kerze im Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.
Mit mehreren Veranstaltungen gestern und heute gedenken Menschen in Duisburg der 21 Toten und Hunderten Verletzten und Traumatisierten der Loveparade 2010. Wir schließen uns mit einer symbolischen Kerze dem Gedenken an …
Grundlagen für „Das Rote Hamborn“ und „Tatort Duisburg“: Stadtarchiv arbeitet Dokumente auf Von Petra Grünendahl
Mit einer Auswahl der übergebenen Unterlagen (v. l.): Doris Michel und Christa Bröcher von der VVN mit dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Andreas Pilger . Foto: Petra Grünendahl.
Pressegespräch mit (v. l.) Doris Michel (Kreisvorsiitzende VVN), Christa Bröcher (Vorstandsmitglied VVN), Dr. Andreas Pilger (Leiter Stadtarchiv) und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir hatten Probleme, diese Dokumente so einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie eine Nachfrage bestand“, erklärte Doris Michel, Vorsitzende des Kreisverbandes der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten). Zudem waren der VVN im vergangenen Jahr die Ausstellungsräume in einem Schulpavillon an der Wrangelstraße in Kaßlerfeld gekündigt worden. Stadt und IMD suchen seitdem mit der VVN nach neuen Räumlichkeiten für die Ausstellung, die dafür auch neu gestaltet werden soll. Um die umfassenden Bestände an Originaldokumenten zu sichern, nahmen Michel und Vorstandskollegin Christa Bröcher, selber Enkelin eines Widerstandskämpfers, Kontakte zum Stadtarchiv auf. Über Jahrzehnte hatten Mitglieder der VVN und insbesondere Manfred Tietz (ehem. Geschichtslehrer am Steinbart-Gymnasium), der sich u. a. mit „Tatort Duisburg“ einen Namen gemacht hatte, Dokumente zusammen getragen aus dem Privatbesitz von überlebenden Widerstandskämpfern und deren Nachfahren. Diese sollen nun professionell gesichert und erschlossen werden: Das Stadtarchiv kann sie nicht nur erhalten und konservieren, sondern vor allem auch einer breiteren Öffentlichkeit zu Forschungszwecken verfügbar machen.
Rund 90 Ordner mit historischen Dokumenten haben Doris Michel und Christa Bröcher von der VVN dem Zentrum für Erinnerungskultur (ZfE) übergeben. Die Fülle an Material war nicht nur in die beiden Bände von „Tatort Duisburg“ und in die gleichnamige Ausstellung der VVN eingeflossen, sondern auch in die aktuelle Ausstellung des ZfE, „Das rote Hamborn. Politischer Widerstand in Duisburg 1933 – 1945“ (bis 28. Januar 2018).
Stadtarchiv plant professionelle Erschließung
Mit einer Auswahl der übergebenen Unterlagen (v. l.): Dr. Andreas Pilger (Leiter Stadtarchiv), Doris Michel (VVN), Anne Ley-Schalles (Wissenschaftliche Mitarbeiterin des ZfE), Christa Bröcher (VVN) und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.
Die Unterlagen sind im Stadtarchiv am Karmelplatz als eigener Bestand erfasst und stehen für die Benutzung im Lesesaal zur Verfügung. Das anschauliche und authentische Material unterstützt Workshops des ZfE, in denen das Wissen über den Widerstand in Duisburg vor allem Schülern vermittelt wird. Ein grober Überblick ermöglicht schon jetzt gute Einblicke in das Material, allerdings fängt das Stadtarchiv gerade erst an, Einzelheiten für ein Findbuch zu erfassen und die Unterlagen konservatorisch aufzubereiten, um ihre Langlebigkeit sicherzustellen. Ein gutes Jahr Arbeit hat Dr. Andreas Pilger Leiter des Stadtarchivs, dafür veranschlagt. Dieses Findbuch wird dann nicht nur im Stadtarchiv als Buch und digital verfügbar sein, sondern digital auch überregional in Landes- oder Bundesarchiv.
Solidargemeinschaft: Gedenken soll künftig öffentlicher gestalten Von Petra Grünendahl
Informierten auf einer Pressekonferenz im Haus der Kirche zum Jahrestages 2017 (v. l.): Birgit Nellen (Vorstand), Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratorium), Jürgen Widera (Vorstand), Angelika Köhler (Geschäftsstelle), Ulrike Stender (Kuratorium) und Edith Jakubassa (Mutter von Marina). Foto: Petra Grünendahl.
„Wir wollen das Gedenken ins öffentlichen Bewusstsein zurück holen“, erklärte Kuratoriumssprecher Jürgen Thiesbonenkamp die signifikanteste Änderung beim diesjährigen Gedenken an die Opfer der Loveparade-Katastrophe. Der Gottesdienst am Vorabend des Gedenktages für die Opfer der Loveparade 2010 wird die einzige geschlossene Veranstaltung bleiben, die nur Angehörigen und Opfern der Katastrophe vorbehalten bleibt. Die eigentliche Gedenkveranstaltung am Unglücksort am 24. Juli gegen 17 Uhr wird öffentlich begangen, um auch Duisburgern, die ihre Solidarität mit den Opfern bekunden wollen, die Gelegenheit zur Teilnahme zu geben. Diese Änderungen würden auch von den Angehörigen mit getragen, wie Edith Jakubassa, Mutter der verstorbenen Marina, bestätigte. Mit 22 Glockenschlägen wird zu Beginn der Gedenkveranstaltung an die 21 Toten und – mit dem 22. Glockenschlag – erstmals an die vielen Hundert Verletzten und Traumatisierten erinnert. Die Einbeziehung einer Öffentlichkeit soll eine Solidargemeinschaft im Gedenken schaffen, aber: „Wir haben nicht den Anspruch, möglichst viele Leute anzuziehen. Wer Interesse hat, der kommt“, meinte Stiftungsvorstand Jürgen Widera.
Informierten auf einer Pressekonferenz im Haus der Kirche zum Jahrestages 2017 (v. l.): Birgit Nellen (Vorstand), Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratorium) und Jürgen Widera (Vorstand). Foto: Petra Grünendahl.
Mit einigen Änderungen der bisherigen Praxis wartet der siebte Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in diesem Jahr auf, wie Jürgen Thiesbonenkamp, Sprecher des Kuratoriums der Stiftung Duisburg 24.7.2010, auf einer Pressekonferenz erläuterte. Die jetzt öffentliche Gedenkveranstaltung am Jahrestag an der Rampe soll neben Begrüßungsworten und einem Gebet erstmals auch einen musikalischen Part enthalten, für den man Marissa Möller vom Schlosstheater Moers gewinnen konnte. Die traditionelle „Nacht der 1.000 Lichter“, eine schon immer öffentliche Veranstaltung, die im letzten Jahr auf den eigentlichen Gedenktag verlegt worden war, findet wieder am Vorabend des Gedenkens statt. Die Organisation übernimmt der Verein Bürger für Bürger mit seinem Vorsitzenden Rolf Karling; die 1.000 Kerzen hat die Stiftung finanziert. Sie beginnt mit Einbruch der Dunkelheit.
Arbeit der Stiftung weiter dringend nötig
„Der Prozess wirft seine Schatten voraus“, erklärte Stiftungsvorstand Widera. Dem wird die Stiftung am Jahrestag mit einer internen Info-Veranstaltung für Angehörige und Betroffene Rechnung tragen, bei der Landgerichts-Pressesprecher Dr. Michael Breidenstein und ein Oberstaatsanwalt Betroffene in die Abläufe eines Gerichtsprozesses einweihen. Besonders Angehörige und Betroffene aus dem Ausland wären hierfür dankbar, weil es ihnen einen Einblick in das deutsche Rechtssystem gebe, so Widera. Angehörige und Betroffene, die Prozesstagen beiwohnen wollten, würden vor Ort seelsorgerisch betreut, erzählte Kuratoriumsmitglied Ulrike Stender. Für diese Aufgabe habe die Stiftung gerade eine Arbeitsgruppe gebildet, der auch Richard Bannert, Koordinator der Notfallseelsorger in Duisburg, angehört. Die Initiative hierzu war vom Landgericht Duisburg an die Stiftung herangetragen worden. Der Prozess wird am 8. Dezember 2017 eröffnet und sich wahrscheinlich über zwei Jahre hinziehen.
Informierten auf einer Pressekonferenz im Haus der Kirche zum Jahrestages 2017 (v. l.): Birgit Nellen (Vorstand), Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratorium), Jürgen Widera (Vorstand), Angelika Köhler (Geschäftsstelle) und Ulrike Stender (Kuratorium). Foto: Petra Grünendahl.
Auch sieben Jahre nach der Katastrophe gibt es immer noch Hilfegesuche von Leuten, die sich erstmals um Hilfe bemühen. Bei zwei Therapiesuchen sowie einer Therapiefinanzierung konnte die Stiftung im vergangenen Jahr helfen. Zudem gibt es alle sechs Wochen Sitzungen der Selbsthilfegruppe. Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Stiftung gehört auch die Pflege der Gedenkstätte, die man jetzt in die Hände eines Gärtners gegeben hat. Darüber hinaus stehe sie immer noch für Hilfen beim Ausfüllen von Formularen und Antragen zur Verfügung, erklärte Angelika Köhler, einzige hauptamtliche Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle der Stiftung. Auch hier gebe es ebenso immer noch Bedarf und manchmal habe sie einfach mal ein offenes Ohr für Betroffene, die sich aussprechen wollten: auch das komme vor. „Es kommen nicht die Massen, aber immer wieder Einzelne“, so Jürgen Widera. Ihnen müsse auch weiterhin geholfen werden.
Von den beiden aus dem Beirat ausgeschiedenen Betroffenen der Loveparade konnte bislang nur einer ersetzt werden: Aus dem Kreis der für die Besetzung infrage Kommenden habe es keine Meldungen bzw. Vorschläge gegeben, so Jürgen Widera. Ein Gesprächsangebot von Stiftungsvorstand und Kuratorium mit der Stiftungsaufsicht hätten die beiden ehemaligen Beiräte ausgeschlagen.
Sperrung des Karl-Lehr-Tunnels
Für den Fahrzeugverkehr wird der Tunnel an der Karl-Lehr-Straße von Sonntag, 23. Juli, ab 18 Uhr bis Montag, 24. Juli, gegen 20 Uhr gesperrt. Umleitungsempfehlungen über die Düsseldorfer Straße und den Sternbuschweg werden ausgeschildert. Fußgänger und Radfahrer sind von der Sperrung nicht betroffen. Weitere Einschränkungen soll es nicht geben.
Spannungsfelder menschlicher Körper Von Petra Grünendahl
Der aus Österreich stammende Künstler Erwin Wurm (l.) beim Gang durch den Ausstellungsbereich im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
„Erwin Wurm stellt Dinge auf den Kopf“, erklärte Museumsdirektor Walter Smerling zur neuen Sonderausstellung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Zusammenarbeit mit dem städtischen Lehmbruck Museum. Im Spannungsfeld des menschlichen Körpers findet sich immer wieder auch Kritik an der menschlichen Gesellschaft. Einige Werke sind nur zum Schauen, andere erfordern das Mitmachen der Museumsbesucher. Im MKM liegt der Schwerpunkt eher auf den Wandarbeiten des Künstlers, im Lehmbruck Museum auf skulpturalen Werken. Neben dem aus Österreich stammenden Künstler standen im Pressegespräch vor der Ausstallungseröffnung Lehmbruck-Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Direktorin sowie die Kuratoren Rede und Antwort.
Ein Blickfang in der Glashalle des Lehmbruck Museums: Erwin Wurms „Fat Convertible“. Foto: Petra Grünendahl.
Mit Erwin Wurm (*1954) präsentieren die beiden größten Duisburger Kunstmuseen einen der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. Die Ausstellung umfasst Skulpturen im klassischen Sinn ebenso wie Strickobjekte, Tapeten, Videos oder Fotografien von Inszenierungen von Menschen im Raum. Kuratiert haben die Ausstellung Ronja Friedrichs (Lehmbruck Museum) und Jörg Mascherrek (MKM)). Rund 250 Werke sind insgesamt in beiden Museen ab Freitag, 7. Juli, zu sehen. Finanziell unterstützt haben die breit gefächerte Retrospektive Evonik Industries (für das MKM), die Sparkasse Duisburg und die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland (für das Lehmbruck Museum). Ein Kombi-Ticket zum Preis von 12 Euro (ermäßigt 10 Euro) pro Person lockt, beide Standorte der Ausstellung zu besuchen (Einzelpreise siehe unten). Ein Katalog zur Werkschau ist in Vorbereitung und wird zeitnah an den Museumskassen erhältlich sein.
Museum Küppersmühle:
Exklusiv fürs MKM Museum Küppersmühle entstanden: ein über 90 Meter breiter Strickpullover mit Rollkragen und Ärmeln zieht sich durch mehrere Räume. Foto: Petra Grünendahl.
Erwin Wurm: Kunst zum Mitmachen im MKM. Foto: Petra Grünendahl.
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
Die Arbeiten von Erwin Wurm sind im MKM bis zum 3. September 2017 in den Erdgeschossräumen zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.
Am Donnerstag, 13. Juli, um 16 Uhr findet eine Kuratorenführung mit Jörg Mascherrek statt. Informationen hat das MKM hier zusammengestellt.
Lehmbruck Museum: Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Erwin Wurm: Kunst zum Mitmachen im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Erwin Wurms „Land der Berge“: Dunkel patinierte, bronzene Skulpturen stitlisieren Bergfromationen. Foto: Petra Grünendahl.
Im Lehmbruck Museum ist Erwin Wurm sogar bis zum 29. Oktober 2017 zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Ein Philosophischer Rundgang mit Erwin Wurm und Prof. Dr. Markus Gabriel (Universität Bonn) ist für Samstag, 8. Juli, um 15.30 Uhr, terminiert; eine Kuratorenführung mit Ronja Friedrichs für Sonntag, 9. Juli, um 11.30 Uhr. Zur Sonderausstellung bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt.
Erwin Wurm lotet Spannungsfelder menschlicher Körper aus. Foto: Petra Grünendahl.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Kammer bestimmt 22 weitere Termine bis Mitte Februar
Der Vorsitzende der 6. Großen Strafkammer hat mit Verfügung vom 30. Juni 2017 den 8. Dezember 2017 als Beginn der Hauptverhandlung im Loveparade-Strafverfahren festgelegt.
Als weitere Verhandlungstermine wurden bestimmt:
Amts- und Landgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz. Foto: Petra Grünendahl,
Sämtliche Hauptverhandlungstermine finden im Congress Center Düsseldorf (CCD-Ost) statt und beginnen um 9:30 Uhr. Weitere Termine sollen zu späterer Zeit bestimmt werden.
Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17
– Pressemitteilung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl