Gott und die Welt: Rossinis Kirchenmusik in der Lebendigkeit und Heiterkeit des TanzesVon Petra Grünendahl
Drei Arkaden säumen den Platz in einem italienischen Dorf. Die Akteure sind einfach gekleidet im Stil der 1940er-Jahre, Leute vom Land halt. „Fülle des Lebens, Zwiegespräch mit Gott, Tanz mit dem Tod“, fasste es Anne do Paço, Dramaturgin an der Deutschen Oper am Rhein, in der Einführung zusammen, was die Zuschauer auf der Bühne erwartet. Es sind Szenen voll getanzter Interaktion: Leidenschaft, aber auch Trauer oder Verzweiflung. In die sakralen Klänge von Solo- und Chorgesängen in Begleitung Klavier und Harmonium hat der Komponist Gioacchino Rossini (1792-1868) aber auch lebhafte und eher an sein Metier der komischen Oper erinnernde Klänge eingearbeitet. Diese Mischung aus Weltlichem und Göttlichem transportieren auch die Choreographie Martin Schläpfers und die ausdrucksstarken Ensemble-Tänzer vom Ballett am Rhein. Martin Schläpfers Ballettabend b.32 mit seiner Choreographie von Gioacchino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ feierte nach der Uraufführung in Düsseldorf im Juni nun eine begeistert gefeierte Premiere im Theater Duisburg. Minutelange teils stehende Ovationen verabschiedeten Schläpfer und die Akteure auf und hinter der Bühne. Rossini hatte das Werk 1863 für die Einweihung einer Privatkapelle eines Adligen komponiert. Was Rossini, der erfolgreichste und meistgespielte Opernkomponist seiner Zeit, als „Alterssünde“ bezeichnete, war sein sakrales Hauptwerk: eine Kirchenmusik, die Elemente seines Opernmetiers, der „Opera buffa“ (komischen Oper) aufgriff und integrierte. Diese sakrale Musik hat Martin Schläpfer in Tanz umgesetzt und eine Ballettchoreographie geschrieben, die die Stimmungen der Musik in Bildern und kleinen Szenen erzählt.
Ballett mit Opernelementen
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 21. Oktober 2017 | 19:30 Uhr,
So | 12. November 2017 | 15 Uhr und
Do | 16. November 2017 | 19:30 Uhr.
Danach gibt es weitere Termine in Düsseldorf.
© 2017 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein
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