Optimierte Trimodalität zieht Logistiker in den Lippe-Mündungsraum Von Petra Grünendahl
Vor drei Jahren ging der Hafenverbund DeltaPort an den Start: Stadthafen Wesel, Rhein-Lippen-Hafen und Hafen Emmelsum werden seitdem gemeinsam geführt und vermarktet. Foto: Petra Grünendahl.
Seine verkehrsgünstige Lage verdankt DeltaPort nicht nur dem Rhein mit seiner direkten Verbindung zur Nordsee und nach Süddeutschland, sondern auch dem Wesel-Datteln-Kanal, der den Lippe-Mündungsraum am Niederrhein als Durchgangswasserstraße via Dortmund-Ems-Kanal mit dem östlichen Ruhrgebiet und weiter über den Mittellandkanal mit dem Osten der Republik verbindet. Im Radius von maximal drei Autostunden leben 60 Mio. Menschen. Der vor gut drei Jahren gegründete Hafenverbund DeltaPort GmbH & Co. KG positioniert sich hier als starker Partner, der mit dem Weseler Stadthafen, dem Rhein-Lippe-Hafen (Wesel) und dem Hafen Emmelsum (Voerde) über drei Standorte verfügt, die mit guter Verkehrsanbindung und Ausbaureserven punkten. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung: DeltaPort ist in der Branche angekommen“, resümierte Geschäftsführer Jens Briese.
Bereits zum dritten Mal hatte DeltaPort zu einer Schiffstour auf der „River Lady“ durch die Häfen der Weseler Hafengesellschaft – Stadthafen, Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum – eingeladen. Hafenchef Jens Briese und DeltaPort-Mitarbeiter zeigten rund 200 Gästen aus Logistikbranche und Politik, welche Fortschritte die Hafengesellschaft in den drei Jahren ihres Bestehens in den einzelnen Hafenstandorten erzielen konnte. Und die Veränderungen fallen jedem ins Auge, der die Häfen von früheren Touren kennt: Es tut sich was an allen Ecken und Enden, wovon sich auch die Vertreter der Gesellschafter – Stadt und Kreis Wesel sowie die Stadt Voerde – mit eigenen Augen überzeugen konnten.
Die neue Salzverladung von Hülskens ging Anfang des Jahres in Betrieb. Foto: Petra Grünendahl.
Stadthafen Wesel
Anfang des Jahres in Betrieb gegangen ist die neue Salzverladeanlage von Hülskens im Weseler Stadthafen, zusätzlich zur bereits länger bestehenden Kiesverladung. Für weitere Umschlagzuwächse sorgt auch die weitgehend abgeschlossene Sanierung der Infrastruktur: Optimiert wurde die trimodale Anbindung mit dem Neubau einer Kaianlage und der Erneuerung des Schienennetzes der Hafenbahn bis zum Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn. Umsatzsteigerungen bei HOMA Raiffeisen GmbH lassen künftige Investitionen in den Standort erwarten. Der Schwerpunkt der Verladung im Stadthafen liegt bei Mineralölerzeugnissen, Agrarprodukten und Schüttgütern. Freiflächen gibt es hier keine, allerdings bauen die Anliegerunternehmen ihre Anlagen ebenso wie die Umschlagkapazitäten kontinuierlich aus.
GS Recycling (l.) und Tan Quid (r.) im Rhein-Lippe-Hafen (auch: Ölhafen). Foto: Petra Grünendahl.
Rhein-Lippe-Hafen in Wesel
Rund um die Tanklager der Firma Tan Quid haben sich die Hegmann Transit GmbH mit einem Schwerlast-Terminal und die Firma GS Recycling mit Kläranlage und Lagertanks niedergelassen, so dass sich der Verlade-Schwerpunkt vom „Ölhafen“, so die frühere Bezeichnung, auch in Richtung Stück- und Schwergut sowie Container entwickelt. Für die Kaianlagen der Firma Hegmann rechnet Hafenchef Briese mit einem Baubeginn in 2016: eine echte Kaimauer löst dann die bisherige Böschungslösung ab. Freiflächen und Ausbaureserven stehen für weitere Ansiedlungen zur Verfügung, die unmittelbare bimodale Anbindung ergänzt ein Bahngleis-Anschluss in 2,5 Kilometern Entfernung.
Logistiker Jerich im Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.
Hafen Emmelsum in Voerde
Anlieger wie die Logistiker Sappi und umd Jerich sowie der Aluminium-Produzent Trimet (früher: Voerdal) nutzen die trimodale Anbindung des Hafens schon seit Jahren, Contargo ergänzt seine vorhandenen Einrichtungen um ein modernes Terminal für Kombinierte Verkehre (KV-Terminal): Mit der neuen Infrastruktur aus Lager- und Abstellflächen auf 46.000 Quadratmetern will der Logistiker Mitte 2016 in Betrieb gehen. Auf einem 88.000 Quadratmeter großen Grundstück entwickelt der Düsseldorfer Projektentwickler Greenfield einen Logistikpark. Und auf 30.000 Quadratmetern hat sich gerade die bislang in Dinslaken beheimatete Spedition Möller in nagelneuen Gebäuden für Stückgut- und Container-Transporte niedergelassen. Bereits verfügbare Flächen und Erweiterungsflächen bieten auch hier Potenziale für zukünftige Ansiedlungen.
Gut aufgestellt präsentierte sich der Weseler Hafenverbund: Der Zusammenschluss der drei Häfen mit Investitionen in die Infrastruktur sowie Vermarktung unter einer gemeinsamen Dachmarke hat den Weseler Häfen Zuwächse und Neuansiedlungen beschert, von denen andere Standorte mit entsprechenden Freiflächen nur träumen können. Dank umsichtiger Führung und einer wirtschaftsfreundlichen Politik der Gesellschafter ist hier auch künftig weiteres Wachstum zu erwarten.
Provisorische Gedenkstätte an der Rampe am Alten Güterbahnhof. Foto:Ö Petra Grünendahl
Mit der Verkündung eines abweisenden Urteils vom heutigen Tage ging der erste Schadensersatzprozess eines Opfers des Loveparade-Unglücks vom 24. Juli 2010 zu Ende. Geklagt hatte ein 53-jähriger Feuerwehrmann, der am Tag der tragisch endenden Veranstaltung als Retter im Einsatz war und das Unglück mit ansehen musste. Gegenstand des Verfahrens waren Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche in Höhe von insgesamt EUR 90.000,00.
Geklagt hatte der Feuerwehrmann gegen den Veranstalter, die Lopavent GmbH, dessen Geschäftsführer sowie gegen das Land Nordrhein-Westfalen. In der Klage hatte die Rechtsvertreterin des Klägers, Frau Rechtsanwältin Bärbel Schönhoff der Lopavent GmbH eine fehlerhafte Planung vorgeworfen. Auch die anwesenden Polizeibeamten hätten Fehler begangen. Daher hafte auch das Land Nordrhein-Westfalen für die von ihrem Mandanten erlittenen Schäden. Bei dem Kläger seien posttraumatische Belastungsstörungen diagnostiziert worden. Er könne sei dem Unglück seinen Beruf als Feuerwehrmann nicht mehr ausüben. Dies rechtfertige ein Schmerzensgeld in der beantragten Höhe.
Die Entscheidung des Landgerichts Duisburg beruht auf rein rechtlichen Erwägungen mit der Kernfrage, inwieweit auch Personen aus Risikoberufen Schadensersatzansprüche zustehen können. Nach Ansicht des Landgerichts Duisburg liegen die Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme der Beklagten nicht vor. Es sei insbesondere die Stellung des Klägers als Feuerwehrmann, aufgrund derer Ansprüche ausscheiden. Es habe sich schlicht ein typisches Berufsrisiko verwirklicht. Zudem sei der Kläger als „Beobachter“ kein unmittelbar Betroffener des Unglücks gewesen.
„Der vorliegende Schadensersatzprozess zeichnet ein völlig falsches Bild der Interessen der Opfer“, so Prof. Dr. Reiter von der Kanzlei Baum Reiter & Collegen, die selbst eine große Anzahl an Opfern vertritt. Es sei strategisch völlig verfehlt, eine Klage derart öffentlichkeitswirksam zu führen, bei der es kaum auf die eigentlichen Geschehnisse des Unglücks, sondern auf eine spezielle Rechtsfrage des Einzelfalls ankommt.
Weiter führt Prof. Dr. Reiter aus: „Wir halten den Ansatz, die Ansprüche der Opfer vorschnell, teilweise in überzogener Höhe, auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen, für verfehlt. Im Zivilverfahren muss der Kläger beweisen, wer für den Schaden verantwortlich ist. Aufgrund der Komplexität und Schwierigkeit des Sachverhalts dürfte dies dem jeweiligen Kläger vor Abschluss des Strafverfahrens schwerfallen. Ohnehin erwarten wir, dass das Zivilgericht im Zweifelsfall die rechtshängigen Verfahren aussetzen wird, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg sowie der zuständigen Strafkammer abzuwarten“.
In der Tat sind die beiden vorgenannten Stellen seit nunmehr fünf Jahren um eine vollumfängliche Aufklärung bemüht. Zentrales Beweismittel ist dabei ein Sachverständigengutachten, dessen Geeignetheit zur verlässlichen Aufklärung der Geschehnisse vom 24. Juli 2010 jedoch umstritten ist. Das Strafverfahren befindet sich fünf Jahren nach dem Unglück noch immer im Zwischenverfahren. Eine Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde vom Landgericht Duisburg noch nicht getroffen.
Das sich nun bereits seit gut eineinhalb Jahren hinziehende Zwischenverfahren bei den Strafbehörden stellt eine große Belastung für Opfer und Hinterbliebene dar. Dennoch ist sich Prof. Dr. Reiter sicher: „Die Geltendmachung der Ansprüche der Geschädigten als Nebenkläger im Strafverfahren ist der richtige Weg. Die Betroffenen können erst dann abschließen, wenn die Frage der Verantwortung geklärt ist“.
Der klagende Feuerwehrmann muss nun zusammen mit seiner Rechtsvertreterin entscheiden, ob er gegen das abweisende Urteil des Landgerichts Duisburg Berufung einlegt. Ob das Oberlandesgericht Düsseldorf als zuständiges Berufungsgericht dann eine vom Landgericht Duisburg abweichende Rechtsposition einnimmt, bleibt ungewiss.
Zivilverfahren LG Duisburg (Az. 8 O 361/14)
Urteilsverkündung vom: 28.09.2015
Kanzleiprofil:
Baum ∙ Reiter & Collegen nehmen eine Spitzenposition bei den bundesweit tätigen Kanzleien im Kapitalanlegerschutz ein. Daneben ist die Kanzlei auf die Geltendmachung der Rechte der Opfer von Großkatastrophen spezialisiert und vertritt dabei zum Beispiel auch die Interessen von Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes. Julius Reiter tritt regelmäßig als Sachverständiger im Bundestag auf. Gerhart Baum war früher Bundesinnenminister.
– Pressemitteilung von Prof. Dr. Julius Reiter – Foto: Petra Grünendahl
Gedekstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.
Kein Schmerzensgeld für nur mittelbar verursachte psychische Schäden
Mit einem heute verkündeten Urteil hat die 8. Zivilkammer des Landge-richts Duisburg die Klage eines Feuerwehrmannes auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen der tragischen Ereignisse bei der Loveparade 2010 abgewiesen. Der Kläger hat von der Veranstalterin L. GmbH, deren Geschäftsführer Rainer S. und dem Land Nordrhein-Westfalen zuletzt rund 90.000 Euro verlangt.
Die Entscheidung entspricht der vom Gericht in der mündlichen Verhandlung vom 1. September 2015 mitgeteilten Auffassung. Dabei ist die Kammer der Frage, wie es zu den dramatischen Ereignissen am 24. Juli 2010 kommen konnte, nicht nachgegangen. Denn selbst wenn die Beklagten hierfür die Verantwortung tragen müssten, hätte der Kläger nach Auffassung des Gerichts keinen Anspruch.
Grund hierfür sei, dass nur der unmittelbar Verletzte Ansprüche habe, nicht aber derjenige, der die Verletzung oder den Tod Anderer lediglich miterlebe. Die von der Rechtsprechung hiervon anerkannten Ausnahmen träfen auf den Kläger nicht zu. Insbesondere habe er nicht die Verletzung oder den Tod naher Angehöriger erleben müssen.
Die Kammer hat deshalb offen gelassen, ob der Kläger – wie von ihm behauptet – an einer posttraumatischen Belastungsstörung infolge seiner Erlebnisse bei der Loveparade erkrankt ist. Eine solche Belastungsstörung würde nicht unmittelbar auf einer Handlung oder einem Unterlassen der Beklagten, sondern auf einer psychisch vermittelten Schädigung im Rahmen eines Rettungseinsatzes beruhen. Die Ersatzpflicht eines Schädigers gehe nicht so weit, dass eine nur durch den Anblick des Leides Anderer ausgelöste psychische Erkrankung des Retters zu entschädigen sei. Polizisten oder Feuerwehrleute seien aufgrund ihrer Berufswahl vermehrt seelisch belastenden Situationen ausgesetzt. Entstehe hieraus eine psychische Erkrankung, sei dies dem Berufsrisko zuzuordnen. Hierfür müsse gegebenenfalls der Dienstherr nach versorgungsrechtlichen Grundsätzen einstehen, nicht aber der Verursacher einer solchen belastenden Situation.
Gegen das Urteil kann der Kläger binnen eines Monats Berufung zum Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.
Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 im Februar 2014. Foto: Petra Grünendahl.
Das Landgericht hat die Frist zur Stellungnahme für Verteidiger und Nebenkläger bis zum 31. Oktober 2015 verlängert. Die weitere Fristverlängerung hat das Landgericht damit begründet, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 14. September 2015 potentielle Beweismittel vorgelegt habe. Dazu ist Folgendes zu bemerken:
Mit ihrem Schriftsatz vom 14. September 2015 hat die Staatsanwaltschaft innerhalb der gerichtlichen Frist umfänglich zu den Antworten des Sachverständigen auf die 75 Fragen des Gerichts Stellung genommen. Dazu hat sie Unterlagen vorgelegt, die die Ausführungen lediglich erläutern. Dabei handelt es sich etwa um eine Sammlung von DIN-Vorschriften, einen Sonderband mit der Allgemeinen Dienstanweisung der Stadt Duisburg sowie eine Vermessung der Tunnelanlage Karl-Lehr-Straße, die das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen auf Bitte der Staatsanwaltschaft Ende Juli 2015 erstellt hat.
Den vorgelegten weiteren Unterlagen kommt insgesamt keine besondere Bedeutung für das Verfahren zu, da sie einerseits für die Würdigung der Ereignisse unwesentlich sind und sie andererseits lediglich bereits vorhandene Erkenntnisse bestätigen.
Die Staatsanwaltschaft respektiert die Entscheidung des Gerichts, sieht aber jedenfalls zu weiteren Fristverlängerungen keinen Anlass.
– Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Fertig gestellte Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Auf den Antrag einiger Verteidiger hat der Vorsitzende der 5. Großen Strafkammer die heute ablaufende Frist zur Stellungnahme im Zwischenverfahren bis zum 31. Oktober 2015 verlängert. Die Verteidiger geben an, von der Staatsanwaltschaft Duisburg neu eingereichte Unter- lagen näher prüfen zu müssen. Dies bezieht sich auf Unterlagen, die die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche bei Gericht eingereicht hat. Im Hinblick auf die nunmehr zu den Akten gereichten potentiellen Beweismittel hat der Vorsitzende die Frist verlängert.
Aktenzeichen: 35 KLs 5/14
– Pressemitteilung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Der Stadtrat hat jetzt den Bebauungsplan 1172 Duissern beschlossen. Damit kommt ein Planungsprozess zum Abschluss, der eine Neubebauung mit acht Stadtvillen unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Villa Henle am Kaiserberg ermöglicht.
Visualisierung der Planungen zum B-Plan Wilhelmshöhe. Foto: Blankbau | DundG | HHVISION.
Die Erhaltung und Einbeziehung der leerstehenden Villa in ein Nutzungskonzept stellte lange Zeit ein Hindernis zur Bebauung der knapp 10.000 m² Grundstücksfläche dar. Das jetzt beschlossene Planungskonzept bezieht die Villa mit dem Anbau in die Wohnbebauung ein. Insgesamt sind acht Stadtvillen mit 45 Wohneinheiten rund um die Henle Villa geplant.
Die erforderlichen Stellplätze für Autos werden auf dem Gelände in drei Tiefgaragen angelegt, pro Wohnung gibt es zwei Garagenplätze, so dass oberirdisch auf dem Grundstück lediglich einige Besucherparkplätze erstellt werden. Die Villen werden auf dem parkähnlich angelegten Grundstück von viel Grün umgeben, das Gelände wird terrassenförmig angelegt. Alle Gebäude öffnen sich in Richtung Süden und Westen.
Die Lage am Kaiserberg gehört zu den nachgefragtesten Adressen in Duisburg, die Nähe zur Universität und das insgesamt hochwertige Wohnumfeld erzeugt hier eine große Nachfrage nach komfortablem Wohnraum. „Mit diesem Bebauungsplan können wir jetzt mehrere stadtentwicklerische Ziele erreichen: Erstellung von zusätzlichem, qualitativ hochwertigem, nachgefragtem, Wohnraum in einem bestehenden Wohnquartier sowie die Erhaltung und Neunutzung eines Baudenkmals“, kommentiert Beigeordneter Carsten Tum den Beschluss zum Bebauungsplan. Oberbürgermeister Sören Link fügt hinzu: „Dieses Bauvorhaben ist ein wichtiger Beitrag zur Einwohnerförderung. Hier können wir Wohnraum in einer Lage bieten, der Menschen nach Duisburg zieht und an die Stadt bindet.“
Geplant wurde vom Duisburger Architekturbüro Druschke + Grosser, der Investor ist die Duisburger blankbau Gruppe.
– Pressemittelung der Stadt Duisburg – Foto: Blankbau | DundG | HHVISION.
In diese herausfordernden Zeiten müssen wir Journalisten mit einem alten Grundsatz von Hajo Friedrichs brechen: Sich nicht gemein zu machen mit einer Sache, auch nicht mit einer Guten.
Hilfreich zur Seite stehen auch (Foto) Schwester Ursula und Azubi Muhammad Ali Saado (aus einer libanesischen Clanfamilie) ,der im Petershof eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht. Foto: Andreas Probst.
Das geht angesichts des Flüchtlingsdramas, das uns auch hier in Duisburg erreicht, nicht. Darüber haben wir alle berichtet, ein Teil von uns auch in Duisburg-Marxloh, von der Polizei als „No Go Area“ verbrämt, von Flüchtlingswellen aus Europa und Syrien gebeutelt und von der Stadtpolitik größtenteils allein gelassen. Dort versucht Pater Oliver Potschien, sich dem Alleinlassen entgegen zu stellen und organisiert mit seinen freiwilligen Helfern und dem von Ihm gegründeten „Georgswerk“ unter anderem soziale und medizinische Hilfe, zu der weder Stadt noch Land sich bisher bereit gefunden haben, abseits von Formularen oder Zuweisungen.
Wenn die Behörden versagen, müssen die Menschen einspringen, diese Erkenntnis haben wir nicht erst am Münchner Hauptbahnhof eindrucksvoll dokumentieren können. Deshalb wollen auch wir nicht zurückstehen, sondern als Duisburger Journalisten ein Zeichen setzen. Der Unterstützungsverein des Duisburger Pressevereins, der sich um in Not geratene Duisburger Journalisten kümmert und der Hauptverein, die Gewerkschaftsorganisation des Deutschen Journalisten Verbandes in Duisburg, haben deshalb zu gleichen Teilen zusammen 5000 Euro an Pater Oliver übergeben, um seine Arbeit zu unterstützen und mit zu finanzieren. Der Vorsitzende des Pressevereins Niederrhein-Ruhr, Thomas Münten, und der Vorsitzende des Unterstützungsvereins, Andreas Probst, haben die Spende in diesen Tagen überreicht. Auf den Fotos sind sie nicht zu sehen, weil es Ihnen nicht um ihre Spende, sondern um Pater Oliver geht. Täglich kommen 100 – 120 Hilfesuchende in das Pfarrhaus.
Einmal die Woche werden 50-60 Flüchtlinge von ehrenamtlich tätigen Ärzten und Krankenschwestern medizinisch betreut. Vor der medizinischen Untersuchung bekommt jeder Kranke einen Teller Eintopf.
Es gibt zudem eine Kleiderkammer und einen Tafel-Laden.
– Pressemeldung des Pressevereins Niederrhein-Ruhr e. V. – Foto: Andreas Probst
Diesen Text und weitere Kommentare finden Sie auch hier …!
Nicht nur die Briefzusteller der Deutschen Post AG glänzen mit einem unterirdischen Qualitätsniveau bei der Zustellung von Sendungen. Auch der Paketdienst DHL aus dem Hause Deutsche Post, auf den man bislang zumindest große Stücke halten konnte, glänzt nun mit eigenwilligen Zustellversuchen, die nicht den Regeln korrekter und für Absender und Empfänger zuverlässiger Zustellung entsprechen.
Wenn es für den auf dem Paket genannten Empfänger weder Klingel noch Briefkasten gibt und man im Haus gesagt bekommt „der wohnt hier nicht“, hat der Bote das Paket wieder mitzunehmen und als „unbekannt“ an den Absender zurück gehen zu lassen. Alles andere ist Betrug – am Absender ebenso wie am Empfänger!
Es geht jedenfalls nicht, dass der Paketbote jemand anderen im Haus für das Paket unterschreiben lässt: Woher will er wissen, ob das Paket den Empfänger erreicht, denn dass die unterschreibende Person Kontakt zum woanders wohnenden Empfänger hat, kann der Bote nicht sicher stellen.
Und als Krönung der Schlamperei wird die Benachrichtigungskarte wird dann einfach in den einzigen Briefkasten im Haus gesteckt, der KEINEN Namen trägt … Wer Zugriff zu diesem Briefkasten hat und wann er vielleicht das nächste Mal geleert wird, ist dem Paketboten wohl völlig egal gewesen. Hauptsache ein Paket weniger, welches man mit zurück nehmen muss!
Völlig überflüssig, hier zu erwähnen, dass in diesen Briefkasten einige Tagen zuvor der Briefzusteller auch noch BRIEFE eingeworfen hatte, obwohl das Namenschild bereits entfernt war …
Nach erfolgreichen Premieren in Düsseldorf und Duisburg kehrt Verdis großes Operndrama „Aida“ am Mittwoch, 23. September, unter der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov auf die Bühne des Duisburger Theaters zurück. Der 26-jährige Dirigent, seit Beginn der Spielzeit neuer Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein, gilt als außergewöhnliches Talent.
Noch sind sie glücklich: Morenike Fadayomi (Aida), Sergej Khomov (Radamès). Foto: Matthias Jung.
Die Königstochter Amneris findet ihre stärkste Rivalin ausgerechnet in der eigenen Hausangestellten Aida, an die Radamès sein Herz verschenkt hat. Doch während Amneris und Radamès Sieger sind, gehört Aida mit ihrem Volk zu den Besiegten. Den Held, den sie liebt, muss sie gleichzeitig hassen. Am Ende kann sie nur der Tod aus diesem Zwiespalt befreien. Die Inszenierung von Philipp Himmelmann ist kein Fest unter Pyramiden, sondern eine bittere Lektion über gesellschaftliche Machtgefüge, für die das Leben des Einzelnen wertlos ist. Das Bühnenbild von Johannes Leiacker und 160 historische, von Gesine Völlm entworfene und mit größter Handwerkskunst gefertigte Kostüme aus der Verdi-Epoche erinnern an die Entstehungszeit der Oper um 1875 und den von Faszination und imperialer Distanz geprägten westlichen Blick auf den Orient.
Morenike Fadayomi singt die Titelpartie, Sergej Khomov ist Aidas Geliebter Radamès. Ihren Vater Amonasro gibt Anooshah Golesorkhi alternierend mit Boris Statsenko. Als Königstochter Amneris verkörpert Renée Morloc die starke Rivalin Aidas. Bogdan Taloş als König und Sami Luttinen (alternierend mit Adrian Sâmpetrean) als Ramfis stehen an der Spitze des Machtgefüges am ägyptischen Hof.
Sergej Khomov (Radamès), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Matthias Jung.
In seiner neuen Rolle als Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein steht Aziz Shokhakimov am Pult der Duisburger Philharmoniker. Der 1988 in der usbekischen Hauptstadt Taschkent geborene Dirigent gilt als außergewöhnliche Begabung: Schon mit 13 Jahren gab er sein Dirigentendebüt, von 2006-2012 war er Chefdirigent des Nationalen Symphonieorchesters Usbekistan. Schlagartig ins internationale Rampenlicht rückte Shokhakimov 2010, als er – erst 21 Jahre alt – den Zweiten Preis des Internationalen Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs der Bamberger Symphoniker gewann. Seitdem folgte er Einladungen von international renommierten Klangkörpern und gab vielbeachtete Debüts u. a. in Dresden, Bologna, Venedig und den USA. Sein Einstand bei den Düsseldorfer Symphonikern im April 2015 wurde von Presse und Publikum gefeiert. Als Kapellmeister arbeitet Aziz Shokhakimov nun kontinuierlich mit den Duisburger Philharmonikern und den Düsseldorfer Symphonikern sowie dem großen Sängerensemble der Deutschen Oper am Rhein zusammen. In seiner ersten Spielzeit in Düsseldorf und Duisburg dirigiert er neben „Aida“, „Rigoletto“ und „Les Contes d’Hoffmann“ die Neuproduktion von Rimski-Korsakows Oper „Der goldene Hahn“ und das Ballettprogramm b.28.
„Aida“ im Theater Duisburg:
Mi 23.09. – 19.30 Uhr / Fr 02.10. – 19.30 Uhr / Sa 10.10. – 19.30 Uhr / Do 12.11. – 19.30 Uhr / Fr 22.04. – 19.30 Uhr / Di 28.06. – 19.30 Uhr „Aida“ im Opernhaus Düsseldorf:
Fr 15.01. – 19.30 Uhr / Sa 23.01. – 19.30 Uhr / So 31.01. – 15.00 Uhr / Mi 24.02. – 19.30 Uhr / Do 26.05. – 18.30 Uhr / Sa 18.06. – 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen an der Theaterkasse Duisburg, Telefon 0203 / 9407777, im Opernshop Düsseldorf, Telefon 0211 / 8925211, und unter http://www.operamrhein.de.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Mattias Jung
Industriebetriebe öffnen ihre Türen am Donnerstag, 29. Oktober 2015
Die Lange Nacht der Industrie: hier ein Bild, das im Rahmen der Veranstaltung beim Duisburger Unternehmen DK Recycling und Roheisen GmbH in Duisburg-Hochfeld aufgenommen wurde. Foto: Ullrich Sorbe, Duisburg.
Die „Lange Nacht der Industrie“ geht in diesem Jahr bereits in die fünfte Runde. Am 29. Oktober stellen sich die Unternehmen der Region vor und bieten den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen. Der Ansturm auf die Touren ist wie erwartet groß, jedoch gibt es noch freie Plätze. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve ruft interessierte Besucher auf, sich jetzt noch einen der begehrten Plätze zu sichern.
Auch am Niederrhein beteiligen sich zahlreiche Betriebe an der Aktion, die von der Gesellschaftsinitiative Zukunft durch Industrie e. V., den Industrie- und Handelskammern, Unternehmerverbänden und den Industriegewerkschaften der Region getragen wird. In 100-minütigen Führungen erhalten die Besucher Einblicke in Produktions- und Arbeitsprozesse, können Fragen stellen und sich ein direktes Bild von den ansässigen Unternehmen machen.
Am Abend der Veranstaltung werden von 17 bis 22.30 Uhr nacheinander jeweils zwei Unternehmen besichtigt. Folgende Touren werden in der Region angeboten:
Evonik Industries AG (Krefeld) & Kreis Weseler Abfallgesellschaft mbH & Co. KG (Kamp-Lintfort)
Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim an der Ruhr) & ThyssenKrupp Steel Europe AG (Duisburg)
Brenntag AG/Brenntag GmbH (Duisburg) & Grillo-Werke AG (Duisburg)
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (Duisburg) & TSR Recycling GmbH & Co. KG (Duisburg)
DK Recycling und Roheisen GmbH (Duisburg) & Siemens AG (Duisburg)
Westnetz GmbH (Wesel) & Siemens AG (Bocholt)
Siemens AG (Voerde) & Solvay Chemicals GmbH (Rheinberg)
Die Arbeiten für den Lkw-Parkplatz für Zugmaschinen auf dem Gelände vor der alten Waggonreparaturhalle in Hohenbudberg sind abgeschlossen. Morgen wird der rund 1.400m2 große Parkplatz für Zugmaschinen mit 50 Stellplätzen sowie sanitären Anlagen für Lkw-Fahrerinnen und Fahrer (Toiletten, Duschanlagen) in Betrieb gehen. Die Investitionen inklusive der Unterhaltung liegen im sechsstelligen Bereich und werden von duisport getragen.
„Der Parkplatz direkt vor dem Terminal logport III wird zu einer deutlichen Entspannung der Situation vor Ort führen“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Der Parkplatz wird 24 Stunden, sieben Tage pro Woche geöffnet und bewacht sein. Durch eine permanente Einlasskontrolle wird gewährleistet, dass der Parkplatz ausschließlich von Zugmaschinen genutzt wird, die das logport III Terminal in Hohenbudberg ansteuern.
Neben einer Beschilderung des Parkplatzes rund um das Terminal wird duisport Flugblätter in insgesamt sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Russisch, Bulgarisch, Polnisch, Ungarisch, Rumänisch) auslegen, ähnlich wie bereits bei der A40 Sperrung vor einigen Monaten. Diese enthalten auch Benutzungsregeln für den Parkplatz.
Bereits seit Ende letzten Jahres arbeitete duisport gemeinsam mit Vertretern der Stadt Duisburg an einer Lösung für parkende Lkw-Zugmaschinen entlang der Erschließungsstraßen rund um das Terminal logport III in Hohenbudberg. Da seitens des Terminalnutzers keine Maßnahmen unternommen worden waren, hatte sich duisport bereit erklärt, dieses Thema selbst voranzutreiben.
– Pressemeldung der Duisburger Hafen AG duisport –
Der Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V. übernimmt die Patenschaft für ein Zebra im Zoo Duisburg. Foto: Andreas Probst.
Ein Zebra im Zoo Duisburg hat einen neuen Tierpaten: Der Presseverein Niederrhein-Ruhr hat die Patenschaft übernommen und finanziert damit für ein Jahr die Futterkosten des Tieres. Tierpaten leisten einen wichtigen Beitrag, dass eines der beliebtesten Ausflugsziele in NRW die Qualität seiner Arbeit aufrecht erhalten kann. Der Presseverein Niederrhein-Ruhr dokumentiert mit seiner Zebra-Patenschaft seine Verbundenheit mit Duisburg.
Als Sommerfest hatte der Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V. seine Mitglieder mit Familie eingeladen zum Zoospaziergang im Zoo Duisburg. Ausgewählte Stationen bei Elefanten, Koalas, Robben, im Affenhaus und bei den Zebras standen ebenso auf dem Programm wie eine Vorführung im Delfinarium. Neben den fachkundigen und informativen Erzählungen von Zooführern und Tierpflegern und vielen Blicken hinter die Kulissen standen auch immer die Kinder im Mittelpunkt, die die Tiere streicheln oder füttern durften. Zum Abschluss konnten die Besucher noch auf eigene Faust durch den Tierpark ziehen.
Der Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V. ist der Duisburger Ortverein des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), dem Journalisten und Pressesprecher angehören, die in Duisburg und Umgebung – dem angrenzenden Niederrhein und Ruhrgebiet – leben oder arbeiten.
Das Bild als Vorstellung einer Landschaft Von Petra Grünendahl
Shin Hanga – japanische Landschaften: Sven Drühl erklärt seine Werke bei einer Pressevorbesichtigung der Sonderausstellung im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Die Vorlagen für seine eigenen großformatigen Bilder japanischer Landschaften fand Sven Drühl (*1968) in den kleinformatigen Bildern der „Shin Hanga“ (japanisches New Print Movement). Dabei entnimmt er Teile der Vorlagen, einzelnen Elemente wie Bäume oder Berge, aus diesem Bild, aus jenem Bild, und setzt sie neu zusammen: Kollagen von japanischer und europäischer Kunst, deren Grenzen verschwimmen. „Ich mache Kunst über Kunst. Motive suche ich nach dem Motto aus: Was passt zu dem, wie ich mit Malerei umgehe“, so der in Berlin lebende Künstler. Das Bild spiegelt seine Vorstellung von einer Landschaft – mit den technischen Mitteln der Malerei.
Shin Hanga – japanische Landschaften: Sven Drühl (m.) und Museumssstifter Klasu Maas erklären Ausstellung und Werke bei einer Pressevorbesichtigung. Foto: Petra Grünendahl.
Am Samstag, 12. September, eröffnet im Museum DKM eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Sven Drühl: Shin Hanga – japanische Landschaften“. Die Ausstellung umfasst zum einen Werke des Künstlers selber, aber auch Shin-Hanga-Werke aus seiner Sammlung, die ihn teils auch zu eigenen Werken inspiriert haben. Der Betrachter erkennt Parallelen zwischen den Werken: Fremdwerke dienen als Vorlagen, um seine Ideen von Kunst zu gestalten: Im Pressegespräch zusammen mit DKM-Stiftern Klaus Maas und Dirk Krämer gewährte erste Einblicke in seine Ausstellung. „Japan ist hier überall“, erklärte Klaus Maas, warum die neue Sonderausstellung perfekt zur Sammlung der beiden Museumsstifter passt. Als „Best of Shin Hanga“ bezeichnete es Dirk Krämer, was Drühl kommentierte: „Ich kombiniere: Es ist mein Stil, aber die Bilder tragen doch erkennbar japanische Züge. Mich interessiert, mit meiner Kunst auf Shin Hanga zu reagieren.“ Shin Hanga verbindet japanische Maltechnik zum Teil auch mit Anleihen aus der europäischen Malerei: Kunst als grenzüberschreitender Dialog.
Landschaften in Elfenbeinschwarz. Foto: Petra Grünendahl.
„Die schwarzen Landschaften male ich an einem Tag, anders ist das mit der Beschaffenheit der Farben nicht zu machen“, erklärte Drühl und präzisierte: „Das sind 16 Stunden am Stück – und hinterher habe ich drei Wochen lang eine Sehnenscheidenentzündung.“ Die schwarzen Landschaften leben mehr als die bunten oder „weißen“ von den Konturen, die Drühl mit Silikon auf die Leinwand bringt. Für Landschafts- und Architekturmotive, wie er sie in seinen Shin-Hanga-Werken gestaltet, hatte er schon immer einen Faible, wofür er früher belächelt wurde: „Das war einfach nicht hip“, lachte Drühl. Motive der Shin Hanga zitiert er in seinem Werken und lässt sie – neu kombiniert aus verschiedenen Werken, aber auch mit Zitaten europäischer Kunst – in ganz neue Konstruktionen einfließen.
Sven Drühl. Foto: Petra Grünendahl.
Sven Drühl
Geboren wurde er 1968 in Nassau an der Lahn. Er studierte Kunst und Mathematik auf Lehramt an der Universität-Gesamthochschule Essen – Kunst für sich, Mathe und Lehramt für die Eltern. Das Studium schloss er erfolgreich ab, er promovierte schließlich 2005 sogar in Kunstwissenschaft. Nach dem Studium bekam er Lehraufträge an Universitäten. In den Schuldienst ging er nie. Heute hat er für Lehraufträge neben seiner Kunst gar keine Zeit mehr. Bereits seit 2007 beschäftigt sich Drühl intensiv mit dem japanischen New Print Movement, dem so genannten Shin-Hanga: „Ich wollte einmal ein Original besitzen“, so Drühl, der dann in der „Sammlerfalle“ landete: Rund 40 dieser kleinformatigen Werke nennt er heute sein Eigen, von denen einige neben den großformatigen Landschaften im Museum DKM präsentiert werden. Seine eigenen Werke entstehen aus Lacken und Ölfarbe sowie Silikon für die Konturierung.
Das sogenannte Shin-Hanga hat seine Wurzeln im Japan der 1910er und 1920er Jahre. Die Shin-Hanga-Künstler bezogen sich einerseits auf die Tradition des japanischen Farbholzschnitts wie andererseits auf Einflüsse aus der westlichen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, wie der Romantik und der Lichtsetzung des Impressionismus.
Das Museum DKM
Shin Hanga – japanische Landschaften: Sven Drühl führt duch die Ausstellung im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Die Stiftung DKM betreibt an der Güntherstraße 13-15 unweit des Duisburger Hauptbahnhofs das Museum DKM. Seit Anfang 2009 präsentiert das Museum dort in einer umgebauten ehemaligen Gewerbeimmobilie die private Kunstsammlung der Stifter Dirk Krämer und Klaus Maas. So unscheinbar das Haus aus den 1960-er Jahren von außen auch aussieht: Im Innern beherbergt es in den vom Schweizer Architekten Hans Rohr umgebauten Räumen 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Unter dem Titel „Linien stiller Schönheit“ zeigt die Dauerausstellung das Ergebnis von 40 Jahren Sammlertätigkeit der Museumsgründer. Sonderausstellungen wie aktuell zu Sven Drühl runden das Angebot ab.
Shin Hanga – japanische Landschaften von Sven Drühl im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Preise und Öffnungszeiten
Die Sonderausstellung „Sven Drühl: Shin Hanga – japanische Landschaften“ ist noch bis zum 10. Januar 2016 zu sehen. Während der Laufzeit der Ausstellung wird es dazu verschiedene Führungen geben. Die Teilnahme ist in Verbindung mit der Eintrittskarte kostenfrei.
Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.
Verkündungstermin nunmehr: 28. September 2015, 14:00 Uhr
Die Stahltafel wurde gestiftet von HKM und ThyssenKrupp Steel Europe: Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 im Juli 2015. Foto: Petra Grünendahl.
In dem am 1. September 2015 verhandelten Verfahren hat das Gericht den ursprünglich auf den 5. Oktober 2015 anberaumten Verkündungstermin auf Montag, den 28. September 2015, 14:00 Uhr vorverlegt. Der ursprüngliche Termin war versehentlich in den Herbstferien anberaumt worden.
In der mündlichen Verhandlung vom 1. September 2015 hat das Gericht darauf hingewiesen, dass die Klage des 53-jährigen Feuerwehrmannes aus Duisburg aus Rechtsgründen keine Aussicht auf Erfolg haben dürfte.
Zu der Entscheidung gibt die Pressestelle am 28. September 2015 kurz nach 14:00 Uhr eine Presseerklärung heraus. Der Verkündungstermin findet in öffentlicher Sitzung in Saal 256 statt.
Aktenzeichen: 8 O 361/14
– Pressemeldung des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Tänzer in Stiefeln und dunklen Mänteln erobern zu markanten Klängen die Bühne: Ziehen ein in ein „Land“, die ihnen vielleicht Heimat werden könnte. Als Choreograph spielt Martin Schläpfer mit den Assoziationen Heimat, Sehnsucht, Verzweiflung – seine Tänzer von der ausdruckstarken Dramatik von Gustav Mahlers Komposition meisterhaft in Szene gesetzt. Wie ein roter Faden zieht sich die Suche nach Heimat eines verzweifelten Entwurzelten – Mahler beschrieb sich als Böhme unter Österreichern, als Österreicher unter Deutschen. Er war ein Jude in Europa und wurde Opfer von Intrigen an der Hofoper in Wien. Diese biografischen Details Mahlers, die seine Komposition der „Siebten“ mehr als bei andere Sinfonien beeinflussten, griff Schläpfer in seiner Choreographie auf, setzte sie in Bewegungen und getanzte Geschichten um, die Verzweiflung ebenso wie die Sehnsucht nach Heimat spiegeln.
Seinen 17. Ballettabend (b.17) hat Ballettdirektor Martin Schläpfer zu Gustav Mahlers (1860 – 1911) 7. Sinfonie e-Moll choreographiert: er läuft entsprechend unter dem Sub-Titel „7“. Mahlers musikalische Vorlage, die Episoden seiner Biografie spiegelt, setzte Schläpfer in Tanz um: Tanz für Paare und kleine Gruppe, aber auch für die ganze Kompanie, die dann mit über 40 Tänzern auf der Bühne agiert. Ein bombastisches Werk für eine brillante Ballettkompanie, die gerade zum dritten Mal den Titel „Kompanie des Jahres“ verliehen bekam. Uraufgeführt wurde Schläpfers Choreographie bereits vor zwei Jahren in Düsseldorf. In dieser Spielzeit steht „7“ nach der Premiere im Theater Duisburg vor einem restlos begeisterten Publikum noch weitere drei Male auf dem Spielplan. Mit stehenden Ovationen verabschiedete das Premierenpublikum nach einer in jeder Hinsicht hochklassigen anderthalb-stündigen Aufführung (ohne Pause) Schläpfer, Tänzer und Philharmoniker.
Seine 7. Sinfonie schrieb Gustav Mahler nicht in einem Stück: Die Nachtmusiken des zweiten und vierten Satzes entstanden früher als der Rest. Die fünf Sätze der Sinfonie dokumentieren damit auch biografische Krisen, Stimmungsschwankungen und Risse im Leben Mahlers, der nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik sondern auch Dirigent und Operndirektor war. Groß und dramatisch der Eingangs- und Schlusssatz, das Scherzo im dritten Satz eingerahmt von zwei Nachtmusiken im zweiten und vierten Satz. Das musikalisch anspruchsvolle Werk meisterten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Wen-Pin Chien bravourös. Ihre Vielseitigkeit spielten die Musiker in den unterschiedlichen Passagen der variantenreichen Sinfonie brillant aus. Die Dramatik in Musik und Tanz kommt auf der minimalistischen Bühne mit den schlichten schwarzen Kostümen – beides entworfen von Florian Etti – gut zur Geltung. Volker Weinharts Lichtdesign setzt für die Inszenierung passende Akzente auf der Bühne.
Ein kleiner Vorgeschmack von der Uraufführung
im Opernhaus Düsseldorf vor zwei Jahren:
Weitere Termine
im Theater Duisburg:
So | 13. September 2015 | 18:30 Uhr,
Sa | 19. September 2015 | 19:30 Uhr,
Fr | 25. September 2015 | 19:30 Uhr.
Karten gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten samstags zwischen 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Duisburgs Sorgenkind; Chancen zur Wiederbelebung der Altstadt. Foto: Petra Grünenedahl.
„Rund vier Monate nach ‚Amtsantritt‘ der Altstadtmanager möchten wir als Stadtplanungsdezernat gemeinsam mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg Einblick geben in bereits angestoßene Aktivitäten im Quartier, den Status quo und künftige Pläne“, skizziert Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum und steckt sogleich den Handlungsrahmen der Quartiersmanager Yvonne Bleidorn und Francesco Mannarino ab. Deren Aufgaben leiten sich aus dem integrierten Handlungskonzept der Stadt, kurz IHI, ab. „Das Altstadtmanagement wurde eingerichtet, um die Themenstellungen im Quartier intensiver zu bearbeiten, als das im Regelbetrieb von Verwaltung und GFW Duisburg geleistet werden kann“, betont Tum. Der Stadtentwicklungsdezernent fährt fort: „Unsere Partner im Städtebauministerium und bei der Bezirksregierung in Düsseldorf haben das Konzept zur Einrichtung eines Quartiersmanagements in unserer Altstadt sofort unterstützt. Strategische Ziele sind insbesondere, die Situation im Bereich der Beekstraße sowie der unteren Münzstraße mit ihrem Übergang zum Innenhafen zu stabilisieren. Daneben steht die Bündelung und Kanalisierung der endogenen Potenziale im Quartier für gemeinsame und zielgerichtete Aktionen und Kampagnen.“
Und Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg) stellt klar: „Um ihre Ziele zu erreichen, müssen die Quartiersmanager Unterstützer, engagierte Händler und investitionsbereite Immobilieneigentümer vor Ort gewinnen. Deren Einbindung wird maßgeblich für den Erfolg ihrer Ideen und Konzepte sein. Die Quartiersmanager können moderieren und aktivieren. Eine nachhaltige Gestaltung wird aber nur möglich sein, wenn Immobilieneigentümer und Nutzer ‚mitspielen‘. Schließlich verfügen die Quartiersmanager über keine eigenen Investitionsmittel zur Realisierung.“ Weil das so ist, wird ein Verfügungsfonds angestrebt, der den Protagonisten die Möglichkeit gibt, damit auch Maßnahmen und Aktivitäten zu unterstützen, die von den Akteuren aus dem Quartier kommen.
Ergänzend zeigt der GFW-Chef den konkreten Handlungsrahmen seiner beiden Mitarbeiter Bleidorn und Mannarino auf: „Die Quartiersmanager sind angetreten, um das Quartier zu beleben, die Immobilien-Inwertsetzung voranzutreiben und die Anliegen der Immobilieneigentümer mit denen der jetzigen oder potenziellen Nutzer – Unternehmer und Anwohner – in Einklang zu bringen.“ Der Handlungsrahmen, in dem sich die Quartiersmanager ‚bewegen‘, geht von Stadtteilfesten und der ‚Bespielung‘ des öffentlichen Raumes über die Entwicklung von Nutzungsvorstellungen für Komplettimmobilien bis hin zu Beteiligungsverfahren für Bürger und Anwohner. Der Ideenworkshop Ende Juli 2015 sowie geplante Fachveranstaltungen für Eigentümer und Nutzer gleichermaßen sind Beispiele dafür.
Stadtentwicklungsdezernat und GFW Duisburg zeigen sich einig, dass über alle Ideen und Vorhaben immer noch die Schablone der Machbarkeit gelegt werden muss. „Fest steht, dass die Quartiersmanager auch auf strukturelle und ökonomische Hürden stoßen werden, die ihnen Grenzen setzen. Die Aufgabe, die beide mit jeweils einer halben Stelle operativ ausfüllen, ist alles andere als einfach“, bekennt Meurer.
Dass Erwartungshaltung und Handlungsdruck der Protagonisten aus dem Viertel riesengroß sind, erfahren die Quartiersmanager tagtäglich. „Gleichzeitig sind mein Kollege Mannarino und ich auf eine ausgeprägte Mitwirkungsbereitschaft engagierter Bürger gestoßen. Gute Ideen kamen sowohl von Altstädtern als auch Akteuren anderer Stadtteile, die uns unterstützen wollen“, berichtet Bleidorn. So konnten und mussten die beiden Quartiersmanager auch gleich mit ersten Aktionen beginnen. Seit Mai 2015 haben sie sich bei 25 Immobilieneigentümern und -verwaltern, rund 50 Unternehmern und zehn sonstigen Multiplikatoren, beispielsweise vom Stadtfenster, der evangelischen Kirche, der Diakonie, der dortigen Grundschule sowie von Immersatt e.V. vorgestellt. „Insbesondere Einzelhändler, Gastronomen und einzelne Dienstleister bringen sich bereits ein, um in gemeinsamen Aktionen mit uns das Viertel aufzuwerten und den Leerstand zu bespielen“, resümiert Bleidorn. Die Quartiersmanager bündeln die Interessen der unterschiedlichen Zielgruppen, mit der Absicht, mehr Publikum und damit mehr Kaufkraft ins Viertel zu holen.
„Die Quartiersmanager werden darauf abzielend Events organisieren“, stellt Meurer in Aussicht. Der Wirtschaftsförderer weist in diesem Kontext auch noch einmal auf die wesentliche Bedeutung des Knüllermarktes für das Viertel hin: „Petra Manoah, Geschäftsführerin des Knüllermarktes und Eigentümerin der Immobilie, ist das beste Aushängeschild für das Viertel, wenn es um unternehmerische Aktivitäten im öffentlichen Raum geht. Sie hat den Münzplatz beispielhaft bespielt und ist damit Vorreiterin und Wegweiserin.“
Multiplikatoren sind unerlässlich für ein erfolgreiches Quartiersmanagement – ob beim Ideenworkshop oder dem Vorbereitungs-Treffen mit Einzelhändlern für das Projekt „Heimat shoppen“. „Beide Veranstaltungen zeigten bereits die Stärken und Schwächen des Quartiers sowie potenzielle Nutzergruppen auf“, fasst Bleidorn zusammen. „Mit circa 60 Teilnehmern und etwa 100 Wortbeiträgen können wir von einem großen Erfolg sprechen. Nun gilt es, die Machbarkeit der Ideen zu prüfen und in dem nächsten Workshop Prioritäten zu setzen sowie Mitstreiter zu finden. Für die Vorbereitung auf das Wochenende des „Heimat shoppens“ haben sich die Akteure regelmäßig getroffen und wir können stolz mit mehr als 15 Aktionen werben. Kurzfristig gilt es, bestehende Netzwerke zu erweitern, neue themenbezogene Netzwerke zu gründen und insgesamt zu verstetigen. Mittelfristig konzentrieren wir uns auf die Vermittlung der Leerstände sowohl als Zwischennutzungsoption als auch für langfristige Nutzungen und die Bespielung des öffentlichen Raums zum Zwecke der Frequenzerhöhung und Imagebildung. Langfristig wollen wir die Inwertsetzung des gesamten Gebietes Altstadt und den Abbau von Sanierungsstau angehen – insbesondere bei den Großimmobilien. Die Prioritätenliste wird aktuell angeführt von der konzeptionellen Entwicklung, der Weiterführung des Ideenworkshops und der Weiterarbeit mit interessierten Akteuren der Altstadt“, berichtet Mannarino.
Am 22. August 2015 waren Bleidorn und Mannarino mit einem Informationsstand des Quartiersbüros vertreten, als die Volkshochschule der Stadt Duisburg die Neueröffnung des Gebäudes an der Steinschen Gasse feierte. „Gelegenheiten wie diese sind für uns eine Chance, neue und für das Viertel interessante Zielgruppen zu erschließen. So können wir mit zahlreichen Multiplikatoren ins Gespräch kommen und zuhören, was sich warum ändern soll. Das ermöglicht uns, gemeinsam auszuloten, wie wir uns künftig einbringen können“, so Mannarino, der damit den Blick auf die perspektivischen ‚To do`s‘ der Quartiersmanager lenkt: „Unsere Hausaufgabenliste ist lang. Sie beginnt ganz profan bei der Gestaltung eines ansprechenden Flyers für unsere Zielgruppe, geht über den Ausbau und die Pflege unseres Facebook-Auftritts fürs Viertel bis zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe für ein Kulturzentrum. Letzteres ist übrigens einer vieler Vorschläge aus dem Ideenworkshop, der weiterverfolgt und konkretisiert werden soll.“ Auch wie es mit potenziellen Pop Up-Stores und dem angedachten Projekt „Grün in grauen Zonen“ weitergeht, muss sich zeigen. „Es gibt rechtliche Hürden und Abstimmungen mit den Füßen“, weiß der Quartiersmanager. Eines steht für Mannarino fest: „Wir müssen für das Quartier bei potenziellen Geldgebern werben. Wichtig sind realisierbare und zugleich innovative Einzelhandels- und Gastrokonzepte, die einladend und anziehend wirken – zum Beispiel auf Gründer und Kreative. Eine attraktive W-LAN-Versorgung für die Altstadt kann dazu ebenso beitragen wie die Ausarbeitung touristischer Ansatzpunkte. Leerstehende ehemalige Möbel- und Kaufhäuser bedürfen der Um- oder Neunutzung. Hieran zeigt sich, dass wir noch viel trommeln und dicke Bretter bohren müssen.“
Zumindest an einigen Stellen ist der Investitionsstau bereits beendet worden. „Der Aufbruch hat solitär schon ein Gesicht bekommen. Private Investments Einzelner sind sichtbare Zeichen positiver Veränderung, vielleicht auch Reaktionen auf bereits Angestoßenes und die Folge der Anziehungskraft, die vom Knüllermarkt und dem Neubau des Stadtfensters ausgeht“, schlussfolgert Stadtentwicklungsdezernent Tum. Als zwei positive Signale sind die aktuellen Investitionen von Immobilieneigentümern im Bereich der Universitätsstraße sowie im Bereich der ehemaligen Druckerei und der Kasinostraße zu nennen. Umso wichtiger sei es gerade jetzt, dass die Quartiersmanager ihre Grundlagenarbeit vorantreiben, damit in der Altstadt immer mehr Leben Einzug halten kann.
Klangraum Theater für eigenes Hörspiel entdecken
Junge Oper am Rhein startet 4-monatiges Hörspielprojekt im Theater Duisburg
Hörspielprojekt für Jugendliche. Foto: Deutsche Oper am Rhein.
Verzweigte Gänge, schiefe Treppen, fremde Gesichter und Geräusche – das Theater ist der perfekte Ort für eine spannende Geschichte! Mit Aufnahmegerät und Kopfhörer können Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren ab 15. September das Theater erkunden, ein Drehbuch entwickeln und zum Abschluss ihr eigenes Hörspiel im Tonstudio produzieren. Ein passendes CD-Booklet darf natürlich auch nicht fehlen.
Noch gibt es freie Plätze für das Hörspielprojekt „R(h)eingefallen“, das die Junge Oper am Rhein in Kooperation mit dem „Kulturrucksack NRW Duisburg“ anbietet. Die wöchentlichen Treffen finden vom 15. September bis Dezember 2015 immer dienstags von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Duisburger Theater statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bis zum 6. September kann man sich über schule@operamrhein.de zum Hörspielprojekt anmelden. Fragen beantwortet die Junge Oper am Rhein unter Tel. 0211.89 25 457.
Tanz- und Theaterwerkstatt in Duisburg-Ruhrort
Junge Oper am Rhein „on the road“ in Duisburg-Ruhrort
Tanzwerkstatt für Jugendliche. Foto: Deutsche Oper am Rhein.
Tänzer in schweren Stiefeln? Tänzerinnen in schwarzen Mänteln? Wie vielfältig und beeindruckend Ballett heute sein kann, zeigt das Ballett am Rhein ab 5. September mit seinem Programm b.17 im Theater Duisburg.
In der Tanz- und Theaterwerkstatt „On the road“ können 10- bis 14-jährige Teilnehmer die Musik und Tanzsprache von Martin Schläpfers Choreographie „7“ selbst erforschen: „Unterwegs“ mit Choreographin Eva Zamazalová und Theaterpädagogin Krysztina Winkel, erfahren Sie durch Tanz, Theater und Bewegung, was Ballett heute ausmacht.
Zur Werkstatt, die die Junge Oper am Rhein in Kooperation mit dem „Kulturrucksack NRW Duisburg“ anbietet, treffen sich die Teilnehmer für jeweils drei Stunden am Freitag, 18. September, ab 16.00 Uhr und am Samstag, 19. September, ab 13.00 Uhr bei den „Ruhrorter Hafenkids“ in der Homberger Straße 15 in Duisburg-Ruhrort. Am Freitag, 25. September, geht es dann gemeinsam ins Ballett: Der Besuch von „b.17“ im Theater Duisburg ist in der Teilnahmegebühr von 3,50 € bereits enthalten.
„On the road“ ist bereits die fünfte Stadtteil-Werkstatt, die die Junge Oper am Rhein in Kooperation mit dem „Kulturrucksack NRW Duisburg“ in verschiedenen Duisburger Stadtteilen veranstaltet. Damit ermöglicht die Deutsche Oper am Rhein spannende Begegnungen mit Oper und Ballett auch im eigenen Umfeld.
Anmelden kann man sich bis 14. September über schule@operamrhein.de. Fragen beantwortet die Junge Oper am Rhein, unter Telefon 0211 / 8925457.
Vor allem Betriebserkundungen sorgen für wertvolle Einblicke in die Praxis
Bei der DK Recycling und Roheisen GmbH wagten sich die Lehrer bis an den Schmelzofen heran. Foto: Unternehmerverband.
Zwischen riesigen Turbinen, vor der CNC-Maschine, in der Kläranlage, im Krankenhaus, an der Schweißkabine, in der Großküche, zwischen schicken Autos oder im Forschungslabor: 300 Lehrer, die der Unternehmerverband regelmäßig zu Arbeitskreisen Schule/Wirtschaft in dieser Region einlädt, sind schon viel herumgekommen. In diesem Jahr steht ein beachtliches Jubiläum an: 50 Jahre lang schon organisiert der Unternehmerverband solche Arbeitskreise Schule/Wirtschaft. Dabei können sich Lehrer vor allem direkt in den Betrieben über die Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Schüler informieren wie auch generell über wirtschaftliche Zusammenhänge.
1965 begann die Geschichte der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft, als der Unternehmerverband die Lehrer von Gymnasien zur Betriebserkundung bei der FINA-Raffinerie AG in Duisburg-Neuenkamp einlud. Sukzessive wurde dann das Einzugsgebiet von Schulen und Firmen erweitert, sodass heute regelmäßig Treffen in Duisburg, Mülheim, Oberhausen und Bocholt sowie im Kreis Wesel (rechtsrheinisch) stattfinden. „Damals wie heute steht im Mittelpunkt, Einblick in die Wirtschaft vor Ort zu bekommen, die Anforderungen an Mitarbeiter kennenzulernen sowie Kontakte für Schüler- und Lehrerbetriebspraktika zu knüpfen“, erläutert Elisabeth Schulte, die seit Jahrzehnten die Arbeitskreise des Unternehmerverbandes organisiert. Sie weiß: „Eine Karriere beginnt öfter als mancher denkt mit der Ausbildung.“ Deshalb setze sich der Unternehmerverband so massiv für die Duale Ausbildung ein – im Sinne der Schüler und der Unternehmen, die nach wie vor dringend Nachwuchs benötigen. Und im Zusammenhang mit dem neuen Übergangssystem Schule-Beruf NRW „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sind die Betriebserkundungen für die Lehrer wichtiger denn je. Denn sie müssen jetzt für alle Schüler des 8. Jahrgangs eintägige Berufsfelderkundungen in Unternehmen organisieren.
Der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Duisburg
Die Bilanz nach einem halben Jahrhundert Arbeitskreise Schule/Wirtschaft ist beachtenswert: Insgesamt gehören den fünf Arbeitskreisen rund 300 Pädagogen weiterführender Schulen an. Highlights in der 50-jährigen Geschichte in Duisburg sind die Betriebserkundungen, die mehrfach pro Jahr stattfinden. So erkundeten die Lehrer den duisport, die großen Arbeitgeber ThyssenKrupp, Siemens und HKM, das Bayer-Werk in Wuppertal, das MSV-Stadion oder mittelständische Unternehmen wie Standardkessel, Mercedes Benz, Lobbe Industrieservice, Bechtle IT, DK Recycling, WOMA, Espera-Werke oder Wittig. Viele der besuchten Firmen sind Mitglieder des Unternehmerverbandes, sodass auch nachhaltig Kontakte zwischen den Schulen und den Unternehmen gefördert werden konnten. Fester Bestandteil der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft sind auch Vortragsveranstaltungen, Seminare und Workshops. Die Themen sind auf die Lehrer zugeschnitten und griffen etwa Debatten wie Kopfnoten, Doppelabiturjahrgänge oder aktuell den Übergang Schule-Beruf (KAoA: Kein Abschluss ohne Anschluss) auf. Bis zu 200 Pädagogen kommen zu solchen Veranstaltungen im Duisburger HAUS DER UNTERNEHMER zusammen, um mit Unternehmern und Bildungsverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.
Nicht zuletzt sind die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft für die Schulen wie für die Unternehmen erste Schritte aufeinander zu. Der Unternehmerverband organisiert für Schulen auch weitere Aktivitäten: Lehrerbetriebspraktika, InfoMobil und InfoTruck – das sind Informationsbusse über die Ausbildungsmöglichkeiten der Metall- und Elektroindustrie –, Firmenpatenschaften, Auszeichnung „MINT Schule NRW“, Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T!“, Duale Orientierungspraktika mit Unternehmen und Hochschulen oder Schülerfirmen im Rahmen des Projektes „Junior“. Elisabeth Schulte macht deutlich, warum der Unternehmerverband an der Schnittstelle Schule-Unternehmen so intensiv und nachhaltig unterstützt und warum er besonders auch Schülern mit Hauptschulabschluss Berufsperspektiven aufzeigen möchte: „Wer meint, allein durch das Abitur oder durch Warteschleifen an Berufskollegs automatisch einen guten Job zu finden, liegt falsch. Viele Unternehmen suchen praktisch begabte Leute, die nach der Ausbildung auch gerne und engagiert im Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten – und nicht unbedingt mit Studium oder Weiterbildung nach Höherem streben.“
beth Schulte organisiert seit Jahrzehnten die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft des Unternehmerverbandes. Foto: Unternehmerverband.
Leider werden die zahlreichen Angebote der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft zu wenig genutzt. Von 2000 bis 2013 konnte der Unternehmerverband z. B. jährlich 3.500 Schüler mit wirtschaftsbezogenen Schulprojekten in der Berufsorientierung unterstützen. „Heute gibt es nur ein einheitliches Übergangssystem für alle Schulen, das erst neu aufgebaut werden muss. Die Lehrer sind aber mit Verwaltung, Inklusion und Schulzusammenlegungen so zugedeckt, dass sie leider viel zu wenig Zeit haben, unsere praxisnahen Angebote anzuschauen und zu nutzen“, bedauert Schulte. So entgingen vor allem den Schülern wertvolle Chancen, ihren Weg in die Berufswelt zu finden.
Wer Interesse an der Mitgliedschaft im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Duisburg hat, ist herzlich eingeladen. Voraussetzung ist, an einer weiterführenden Schule in dieser Stadt als Lehrer beschäftigt zu sein. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und kostenfrei. Busfahrten und gegebenenfalls weitere Kosten finanziert der Unternehmerverband. Weitere Infos bei Elisabeth Schulte, Telefon: 0203 99637-125, E-Mail: schulte@unternehmerverband.org, und unter http://www.unternehmerverband.org (Service>Schule/Wirtschaft).
– Pressemitteilung und Fotos: Unternehmerverband Duisburg –
Der Unternehmerverband wirbt für eine
konkrete Willkommenskultur vor Ort
Über „Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Duisburg“ sprach Wolfgang Schmitz vom Unternehmerverband in Buchholz. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir müssen vor Ort nun jene Flexibilität im Umgang mit Flüchtlingen unter Beweis stellen, die die Bundeskanzlerin zu Recht einfordert“, sagt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, mit Blick auf die erwarteten 800.000 Flüchtlinge in diesem Jahr. Insbesondere gelte es, die Chancen für die Wirtschaft aus dieser Zuwanderung stärker in den Blick zu nehmen. Doch dafür bedürfe es einer konkreten Willkommenskultur vor Ort.
Es gehe dabei nicht um Abschottung, sondern um Öffnung des Arbeitsmarktes für die ankommenden Menschen. „Angesichts über einer halben Million offener Stellen bundesweit, kann die deutsche Wirtschaft motivierte Arbeitskräfte gut brauchen“, ist sich Schmitz sicher. Entgegen mancher Vorurteile, seien Qualifikationen bei vielen Flüchtlingen durchaus vorhanden. „Viele Syrer bringen zum Beispiel profunde berufliche Kenntnisse mit, die uns auch hier weiterbringen können“, so Schmitz. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse müsse deswegen erleichtert werden. „Davon ab gilt: Unseren Betrieben ist jeder engagierte Flüchtling als Arbeitnehmer lieber, als ein Deutscher, der gegen andere Menschen hetzt“, bringt es Schmitz mit Blick auf die aktuellen Ereignisse auf den Punkt.
Es müsse grundsätzlich ein uneingeschränkter Arbeitsmarktzugang für Geduldete ohne Arbeitsverbot ab Erteilung der Duldung und für Asylsuchende nach sechs Monaten ohne Vorrangprüfung erlaubt sein. „Die Unternehmen brauchen mehr Rechtssicherheit. Es ist gut, einem jugendlichen Flüchtling die Chance auf eine Ausbildung zu eröffnen. Die Betriebe müssen jedoch die Gewissheit haben, dass dieser nicht schon während der Ausbildungszeit abgeschoben wird. Und wer erfolgreich eine Ausbildung absolviert, sollte auch seine berufliche Zukunft hier finden dürfen“, meint Schmitz. Es sei im ureigenen Interesse Deutschlands, eine frühzeitige Integration in Ausbildung und Beschäftigung für all jene ankommenden Menschen zu ermöglichen, die auf jeden Fall lange oder auf Dauer in Deutschland bleiben.
„Damit die Integration gelingt, müssen die engagierten Unternehmen deutlich stärker unterstützt werden als bisher. Gerade die Sprachförderung muss massiv ausgeweitet werden“, fordert Schmitz, der sich hier auch vom Berliner Flüchtlingsgipfel in diesem Monat Impulse erwartet. Neue, flexible Wege seien gefragt. „Warum nicht gezielt mehr Lehrer, die im Ruhestand sind, für den Sprachunterricht bei Flüchtlingen gewinnen?“, fragt Schmitz. Auch sollten Arbeitsagentur und Jobcenter möglichst nah an den Flüchtlingen sein, um direkt zu bei der Vermittlung in Arbeit zu helfen.
Für Menschen aus schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen, die aber nicht Verfolgte im Sinne des Asylrechts sind und deshalb umgehend wieder ins Herkunftsland zurückkehren müssen, sei die Beschleunigung des Asylverfahrens dringend geboten. Doch für Schmitz und die Unternehmerschaft ist auch glasklar: „Hass, Beleidigungen oder Gewalt gegen Asylsuchende sind völlig inakzeptabel, egal ob es eine Bleibeperspektive gibt oder nicht. Die Weltoffenheit der deutschen Wirtschaft ist mit Fremdhass nicht vereinbar.“
Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken). – Pressemeldung des Unternehmerverbandes Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Ein Spiel mit Wahrnehmung und Deutung Von Petra Grünendahl
In der „Sprechblasenwand“ von Dejan Saaric spiegeln sich die Betrachter. Kommen sie auch ins Gespräch? Foto: Petra Grünendahl.
Marmor poliert: Der „Heliotroph“ von Venske & Spänle benötigt, um Vollständigkeit zu erlangen, einen „Wirt“: Er will auf den Schoß genommen werden. Foto: Petra Grünendahl.
Im Vordergrund die „Quadratur des Kreises“ von Troika, hinten an der Wand „Moderne Zeiten“ (2013) von Dejan Saric. Foto: Petra Grünendahl.
Der Ausstellungsraum im Souterrain des Lehmbruck Museums ist dunkel. Der Besucher kann sich ganz auf die Betrachtung, die Wahrnehmung der ausgestellten Kunstwerke und auf seine eigenen Gedanken konzentrieren. Nicht nur der Titel der Ausstellung „Blackbox“ spielt mit dem Modell der „Black Box“, des schwarzen Kastens, dessen Inhalt rätselhaft und vor der Außenwelt verborgen ist. Die Sinneswahrnehmung ist ebenso wichtig wie die persönliche Deutung des Werks: Der Betrachter bringt sein „ich“ mit ein in die Kunst. „Ohne die Entwicklungen der 1960-er Jahre – unter dem Credo ‚der Betrachter vervollständigt das Kunstwerk’ – wäre diese Ausstellung nicht denkbar“, so Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla. Der Betrachter und seine Wahrnehmung, seine Deutung der Kunst stehen im Mittelpunkt.
Die Kunstvermittlerinnen, die die neue Sonderausstellung „Blackbox“ im Lehmbruck Museum kuratiert haben, legten ihren Focus mehr auf Wahrnehmung und Deutung, auf das sinnliche Erfahren denn auf kunsthistorische Bedeutung, die bei Kunsthistorikern im Vordergrund steht. Söke Dinkla stellte zusammen mit Kulturdezernent Thomas Krützberg, den Kunstvermittlerinnen Claudia Thümler und Sybille Kastner sowie den Künstlern Jörg Wagner, Sonja Alhäuser und Dejan Saric die Ausstellung „Blackbox“ in einem Pressegespräch vor. „Wir wollen die Eindrücke der Besucher sammeln“, erklärte Claudia Thümler, die schon gespannt ist, was da an Deutungen auf sie und ihre Kolleginnen von der Kunstvermittlung zukommt. Schließlich bringt jeder Betrachter seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen, sein Leben in die Deutung mit ein. Eröffnet wird die Ausstellung von 20 Künstlern am Donnerstag, 3. September 2015, um 19 Uhr.
„Sie hören in mich rein“, erklärte Künstler Jörg Wagner über seine Skulptur, in deren Innern der Besucher seinen (Wagners) Atem hört. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir könnten aber“ (1992): Welche Geschichte erzählen die Axte von Ralf Thiesen? Foto: Petra Grünendahl.
Ein Kunstwerk braucht immer den Besucher, der dieses eingeschlossene Wissen in eine subjektive, sinnliche Erfahrung überführt: Den Klang einer Farbe, die Dynamik einer Bewegung, die Beschaffenheit einer Oberfläche. Sie zeigen sich nur, wenn es jemanden gibt, der dem Kunstwerk seine Aufmerksamkeit schenkt. Die präsentierten Arbeiten in der „Blackbox“ verstehen die Kunstvermittlerinnen als Angebote, Vorschläge, aber auch als Statements und Fragen. Sie rufen sinnliche Erlebnisse wach und laden ein, sie zu deuten, zu diskutieren und zu handeln. Die Besucher können dabei eine aktive Haltung gegenüber den Exponaten einnehmen, um sich ihre eigene Realität zu schaffen. Werke von Künstlern wie Jörg Wagner, Sonja Alhäuser, Ralf Thiesen, Troika, Dejan Saric oder Venske & Spänle werfen Fragen auf und fordern die Kreativität des Betrachters heraus: Sehen, riechen, hören, schmecken, tasten. Was ein Kunstwerk auslöst und was der Betrachter interpretiert, hängt von den subjektiven Gefühlen, Erfahrungen, den individuellen Wahrnehmungsmustern und den Strategien ab, diese zu deuten. So eröffnet sich ein großer Spielraum. In der Kunst ist diese Vielfalt angelegt und die Ausstellung „Blackbox“ bietet ein reiches Reservoir, das die Kraft der Imagination aktiviert. So legt sie die Deutungshoheit in die Hände der Besucher.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Einerseits ist das braune Schokoladenbad überaus anziehend, andererseits ist es dekadent. Das Wort Dekadenz steht für Überfluss, ausufernde Lebensweise, Foto: Petra Grünendahl. Völlerei und das Vergessen der Vernunft.
Die Ausstellung „Blackbox“ läuft bis zum 3. April 2016. Das Lehmbruck Museum bietet im Rahmenprogramm zur Ausstellung mehrere unterschiedliche Führungen in der „Blackbox“ an: Ein Wahrnehmungsatelier“ sonntags von 12.30 bis 16 Uhr, „Blind Dates“ mit Führungen für Jung und Alt, Magische Führungen „Lass dich (nicht) täuschen“ oder die Zaubershow „Fantastikbar“ (im Rahmen der plastikBAR am 3. Dezember um 19 Uhr) mit Eva Henning, Ferien-Workshops für Kinder von 6 bis 12 Jahren (Herbst- und Osterferien), „Input Output“-Wahrnehmungs-Workshops mit der litauischen Schauspielerin Karolina Zernyté sowie Führungen für besondere Zielgruppen wie Menschen mit Demenz oder mit Sehbeeinträchtigungen. Diese Führungen sind zum Teil kostenfrei, zum Teil kosten sie 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für weitere Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung.
Mittwochs bis samstags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.
Jorge Iglesias‘ Figure de murales (2009): Der von den Surrealisten beeinflusste Künstler beschäftigte sich viel mit den physikalischen Eigenschaften von Licht und optischen Phänomenen. Durch bestimmte Techniken gelingt es ihm, eine perfekte Täuschung des menschlichen Auges zu erzeugen. Foto: Petra Grünendahl.
Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Seit dem Zweiten Weltkrieg waren noch nie
so viele Menschen auf der Flucht Von Petra Grünendahl
Vor Entwürdigung und Entrechtung seien sie damals aus Deutschland geflohen, nach Holland, Großbritannien oder in die Schweiz, erzählte Anne Ley-Schalles, Kuratorin der Ausstellung „Jüdisches Leben in Duisburg 1918 – 1945“, die aktuell im Kultur- und Stadthistorischen Museum (KSM) im Innenhafen läuft. Auch heute fliehen Menschen aus ihrer Heimat – so viele, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Manche davon kommen nach Deutschland, traumatisiert von den Erlebnissen in der Heimat, die sie notgedrungen verlassen haben. „Wir müssen verhindern, dass sie ähnliches Leid hier erfahren“, erklärte Angelika Wagner im Hinblick auf Brandanschläge auf Asylbewerberheime, die jüngst Schlagzeilen machten.
Traditionell findet der Antikriegstag des DGB Niederrhein im Ratssaal am Burgplatz statt. Foto: Petra Grünendahl.
Traditionell gedenkt der DGB Niederrhein am 1. September dem Kriegsbeginn 1939 unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ mit einer Veranstaltung im Ratssaal der Stadt Duisburg. Oberbürgermeister Sören Link erzählte in seinem Grußwort vom Brief eines heute 92-jährigen ehemaligen australischen Bomberpiloten, der an Städte geschrieben hatte, an deren Bombardierung er im Zweiten Weltkrieg beteiligt war. Er bedauere das Leid, das er über die Zivilbevölkerung gebracht hatte, zutiefst, zitierte Link, mahnte aber, man dürfe die Ursachen nicht ausblenden. Der Krieg sei von Deutschland ausgegangen und habe Leid über die ganze Welt gebracht. DGB-Chefin Wagner forderte zu Recht, die Ursachen von Krieg zu bekämpfen: „Nur Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit können Frieden sichern.“ – „Es gab damals keine Zivilgesellschaft, die gesagt hätte: Nein, das wollen wir nicht“, führte Sören Link eine der Ursachen an die den Zweiten Weltkrieg möglich gemacht hatten: Menschen, die sich nicht von rechten Ideologien distanzierten. „Ich bin froh, dass sich viele Duisburger für Flüchtlinge engagieren. Hier und heute stehen viele auf – in Duisburg und in anderen Städten: Wir sind die Mehrheit!“
Zwei Redner hatte der Duisburger DGB eingeladen, mit ihren Ausführungen Brücken zu schlagen vom Gedenken in die Gegenwart. Neben der Historikerin Anne Ley-Schalles war dies Ünsal Başer, gebürtiger Wanheimerorter und Betriebsrat bei HKM, der von einer Gedenkstättenfahrt der DGB-Jugend nach Auschwitz berichtete.
Jüdisches Leben war und ist Duisburger Leben
Ünsal Başer vermittelte Eindrücke von der Fahrt der DGB-Jugend nach Auschwitz: „„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit, aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr es nicht wissen wollt“, so Zeitzeugin Ester. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung „Jüdisches Leben in Duisburg 1933 – 1945“ ist untertitelt „Noch viele Jahre lang habe ich nachts von Duisburg geträumt“: Gedanken eines entwurzelten ehemaligen jüdischen Mitbürgers. Die jüdischen Gemeinden waren Teil der Stadtgesellschaft, die Juden lebten „mittendrin“: Ressentiment gab es praktisch nicht. Mit der Machtergreifung der Nazis begann die Entwürdigung und Entrechtung der Juden, die in der Pogromnacht am 9. November 1938 einen Höhepunkt fand. Die Enteignung jüdischer Geschäfte und dann die Deportationen von Juden in den Osten (zumeist Polen) zwischen 1942 und 1945 löschten jüdisches Leben in Duisburg praktisch aus. Die Ausstellungsstücke dokumentieren dies eindrucksvoll. Es ist die erste Ausstellung des neuen Zentrums für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie (ZfE), welches in den Räumen des Kultur- und Stadthistorischen Museums angesiedelt ist. Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Januar 2016.
Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
Gedenken an die Opfer des Faschismus in Deutschland: Kranzniedelegung am Mahnmal für die 1933 ermordeten Gewerkschafter. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir müssen die Jugend an Auschwitz heranführen. Es ist erschreckend, wie wenig heutzutage in der Schule zu dem Thema vermittelt wird“, erklärte Ünsal Başer. Die DGB-Jugend war zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zusammen mit andere Jugendorganisationen – zum Beispiel der evangelischen und katholischen Kirche, einiger Parteien (SPD, Grüne, Linke) sowie Jugendorganisationen aus Österreich und Israel – nach Auschwitz gereist, um dort Vergangenheit aufzuarbeiten. Im Gespräch mit den Jugendlichen äußerte Zeitzeugin Ester: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit, aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr es nicht wissen wollt.“ Denn erinnern heißt auch: Dafür sorgen, dass es nicht wieder passiert!
Musikalisch begleitete der Stattchor die Veranstaltung mit Liedern von der Judenverfolgung und als Mahnung gegen den Krieg. Die traditionelle Kranzniederlegung am Mahnmal für die 1933 ermordeten Gewerkschafter an der Ruhrorter Straße 11 rundete die Gedenkveranstaltung ab.
Grandioser Abend mit vielseitigem Programm vor
rund 7.000 Zuschauer auf dem König-Heinrich-Platz Von Petra Grünendahl
„Ich hab Sie doch vor zwei Jahren schon mal hier gesehen“, begrüßte Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender des Ruhrorter Familienunternehmens Haniel, das Publikum. Die Veranstaltung vor dem Theater Duisburg hat in der Tat ein gewissen Suchtpotenzial: Die meisten Besucher dürften tatsächlich „Wiederholungstäter“ gewesen sein.
2. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Rund begeisterte 7.000 Zuschauer auf dem König-Heinrich-Platz bildeten eine mehr als beeindruckende Kulisse für einen Event, der langsam zur guten Tradition in Duisburg wird: Schließlich ist das 2. Haniel Klassik Open Air nach der ersten Veranstaltung 2013 und dem Klassik Open Air zum Theater-Jubiläum 2012 (bzw. hier) schon der dritte Event dieser Art an diesem Ort. Wieder einmal gelang es in großem Stil, auch Menschen zu erreichen, die vielleicht nie ins Theater oder in die Oper gehen würden. Das gelang mit einer bunten Programm-Mischung, die vor allem – und wieder einmal – die Klasse und die Vielseitigkeit von Opern-Ensemble wie auch von den Duisburger Philharmonikern beeindruckend unter Beweis stellten. Bekanntes und Ohrwürmer standen ebenso auf dem Programm wie Klassiker der Operngeschichte. Man merkte den Akteuren an, mit wie viel Leidenschaft und Herzblut sie auf der Opernbühne stehen: Die Begeisterung steckte auch die Besucher an.
Für den Brückenschlag zur Moderne hatte man die Formation VCO Rock aus Duisburgs litauischer Partnerstadt Vilnius gewonnen: Der aus Litauen stammende Ensemblesänger Laimonas Pautienius hatte den Kontakt hergestellt. Zusammen mit der rumänischen Sopranistin Luiza Fatyol und dem ungarischen Bariton Bogdan Baciu präsentierte Bariton Pautienius mitreißende Opernarien zu rockiger Musik. Als Solisten begeisterten darüber hinaus auch Ramona Zaharia, Maria Popa, Brigitta Kele, Ovidiu Purcel und Zoran Todorovich sowie der Chor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor am Rhein. Die Duisburger Philharmoniker spielten unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi und des Opern-Kapellmeisters Giuliano Betta. Die Filmmusik von „Gladiator“ beendete zum großen Finale mit einem Feuerwerk den rundum gelungen Abend. In zwei Jahren sieht man sich bestimmt wieder!
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Tolle Werbung für die Deutsche Oper am Rhein
2. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg, Foto: Petra Grünendahl.
Die neue Spielzeit der Deutschen Oper am Rhein beginnt in Duisburg am Samstag, 5. September mit der Premiere von Martin Schläpfers Ballettabend „b.17“ (weitere Infos gibt es hier …). Karten für Opern- oder Ballettaufführungen gibt es im Opernshop, der sich zur Zeit im Theater Duisburg in der Kassenhalle befindet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr), oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Theaterkasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.
Nach Gastspielen in München, Moskau und Edinburgh zeigt das Ballett am Rhein als erste Premiere der neuen Spielzeit am 5. September 2015 im Theater Duisburg das Programm b.17: Martin Schläpfers Choreographie „7“ auf Mahlers 7. Sinfonie.
In der Ballettwerkstatt zu b.17, am Montag, 31. August um 18.00 Uhr, sprechen Martin Schläpfer, Bühnenbildner Florian Etti und Dirigent Wen-Pin Chien mit Dramaturgin Anne do Paço über Choreographie, Ausstattung und Besonderheiten der Komposition. Die kostenlose Info-Veranstaltung im Theater Duisburg bietet überdies die Gelegenheit, den Tänzerinnen und Tänzern bei einer Bühnenprobe mit den Duisburger Philharmonikern zuzuschauen.
„Liebe, Verlust, Einsamkeit und Verzweiflung: In feinsten Abstufungen entfalten die großartigen Tänzer des Balletts am Rhein eine faszinierende Stilcollage und bringen eine hohe emotionale Intelligenz mit absoluter technischer Souveränität in Einklang“, schreibt Mary Brennan über das Ballett „7“ in „The Herald“. Als eine Glanzleistung an Energie und Erfindungsreichtum wurde Schläpfers Stück beim Edinburgh International Festival gelobt, wo es in der vergangenen Woche an drei Abenden von einem internationalen Publikum gefeiert wurde. Auf die fünf Sätze der Sinfonie von Gustav Mahler hat Martin Schläpfer ein Ballett geschaffen, das die Stimmungen der Musik aufgreift und mit der ganzen Virtuosität seiner Tanzsprache ihre leuchtende Fülle offenbart. Wie Mahler in seiner Musik viele Sprachen spricht, Tonfälle aus einer akustischen Umgebung aufnimmt und verarbeitet – vom Naturlaut über Volkslieder, Signale, Zitate und Anklänge an andere Kunstmusik –, so spricht auch Martin Schläpfer viele Bewegungssprachen. Hochemotionale, gestische und durchaus konkrete Bilder treffen in „7“ auf reine Tanzszenen. Collagenhaft reihen sich die fünf Teile seiner Choreographie aneinander und entfalten ihre eigenen Stimmungen. Schläpfers tänzerische Erzählungen in „7“ kreisen um Suche, Abschied und das Ringen nach Erneuerung – Themen, mit denen sich Gustav Mahler in seinen Kompositionen zeitlebens auseinandersetzte.
Den musikalischen Part bestreiten die Duisburger Philharmoniker, die unter der Leitung von Wen-Pin Chien Mahlers Sinfonie Nr. 7 e-Moll interpretieren.
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Aufführungen von b.17 im Theater Duisburg:
Sa 05.09. – 19.30 Uhr | So 13.09. – 18.30 Uhr | Sa 19.09. – 19.30 Uhr | Fr 25.09. – 19.30 Uhr | Do 10.12. – 19.30 Uhr | Sa 19.12. – 19.30 Uhr
Karten und weitere Informationen sind erhältlich in den Opernshops Duisburg und Düsseldorf,
Telefpm 0203 / 9407777 bzw. 0211 / 8925211, sowie über www.operamrhein.de
Alljährlich am 1. September, dem Antikriegstag, erinnert der Deutsche Gewerkschaftsbund an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. In diesen Kriegen fanden Millionen Menschen einen grausamen Tod. Unzählige wurden verwundet und blieben für ihr Leben an Körper und Seele gezeichnet.
70 Jahre nach der Befreiung Europas von Faschismus und Krieg möchte der DGB weiterhin dazu beitragen, dass Erinnerungen und Erkenntnisse weitergegeben werden an die jüngeren Generationen und dass auch zukünftig aus der Geschichte gelernt wird.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Duisburg lädt am Dienstag, dem 1. September 2015 um 17:00 Uhr zur Antikriegstagsveranstaltung in den Sitzungssaal des Duisburger Rathauses ein. Nach der Begrüßung durch die DGB-Vorsitzende Angelika Wagner und dem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg, Sören Link, wird in diesem Jahr die Historikerin Anne Ley-Schalles, über das „Jüdische Leben in Duisburg von 1918 – 1945“ berichten. Zu diesem Thema findet zeitgleich eine Ausstellung im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie statt.
Antikriegstag 2014: Angelika Wagner (r.) bei der abschließenden Kranzniederlegung am Mahnmal an der Ruhrorter Straße. Foto: Petra Grünendahl.
Im Anschluss daran werden Vertreter der DGB-Jugend ihre Eindrücke von der diesjährigen Gedenkstättenfahrt zu den Gedenkstätten des ehemaligen KZ Ausschwitz schildern. 70 Jahre nach der Befreiung des KZ Ausschwitz haben die demokratischen Jugendverbände mit rund 1000 Jugendlichen diesen Besuch in Krakau und Ausschwitz organisiert. Eine Fahrt die bei allen Teilnehmern bleibende Eindrücke hinterlassen hat.
Die Gedenkveranstaltung im Duisburger Rathaus wird begleitet vom Stattchor und endet mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal, für die vier am 2. Mai 1933 ermordeten Gewerkschafter, Ruhrorter Str. 11.
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich Willkommen. Anmeldungen sind unter duisburg@dgb.de oder telefonisch unter 0203 – 992750 möglich.
Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 im Februar 2014. Foto: Petra Grünendahl.
In dem Loveparade-Zivilverfahren, für das am 1. September durch den Vorsitzenden der 8. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg Termin anberaumt worden ist, ist eine Klageerweiterung eingegangen.
Der Kläger, ein 53-jähriger Duisburger Feuerwehrmann, begehrt nunmehr Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von rund 90.000 EUR. Ursprünglich hatte er Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 65.000 EUR gefordert.
Der Schriftsatz, der die Klageerweiterung enthält, stammt vom 18.August 2015 und ist am 24. August 2015 bei Gericht eingegangen. Das Ge-richt hat den Schriftsatz noch am Tag des Eingangs bei Gericht per Fax an die Beklagten übersandt.
Derzeit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Termin am 1. September 2015 verlegt werden müsste.
Am Freitag, 28. August, um 20.00 Uhr präsentieren die Duisburger Philharmoniker mit Solisten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie Special Guest „VCO Rock“ aus Vilnius ein vielfältiges Klassik-Programm bei freiem Eintritt auf dem Opernplatz vor dem Theater
Klassik Open Air: Die Premiere zum Theaterjubiläum 2012. Foto: Frank Heller.
Mit einem stimmungsvollen Klassik-Abend bei freiem Eintritt auf dem Opernplatz starten die Deutsche Oper am Rhein, die Duisburger Philharmoniker und das Theater Duisburg am Freitag, 28. August, um 20.00 Uhr in die neue Spielzeit 2015/16. Gemeinsam mit der Duisburger Franz Haniel & Cie. GmbH laden sie zum 2. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg ein. Die Duisburger Philharmoniker präsentieren unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi und Giuliano Betta, Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein, gemeinsam mit Solisten der Deutschen Oper am Rhein, dem Opernchor und dem Kinderchor am Rhein Arien und Ensembleszenen aus Verdis Oper „Otello“, Donizettis komischer Oper „L’elisir d’a “, Bizets „Carmen“, Puccinis „Turandot“ und Lehárs Operette „Giuditta“.
Der international gefeierte Tenor Zoran Todorovich und die Ensemblemitglieder Luiza Fatyol, Brigitta Kele, Maria Popa, Ramona Zaharia, Bogdan Baciu, Laimonas Pautienius und Ovidiu Purcel machen Lust auf die neue Opernsaison – etwa mit dem berühmten „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“ und dem Liebeslied „Una furtiva lagrima“ aus Donizettis „L’elisir d’a “. Götz Alsmann führt das Publikum wie schon beim 1. Haniel Klassik Open Air 2013 als Moderator durch das Programm.
Der Special Guest kommt aus Vilnius: Aus Anlass der 30-jährigen Städtepartnerschaft, die Duisburg mit der litauischen Hauptstadt verbindet, präsentiert die Rockband „VCO Rock“ gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern der Deutschen Oper am Rhein ihren überraschend neuen Sound für bekannte Opernklassiker von Händel, Mozart und Puccini. Ein Höhepunkt ist sicher das „Te deum“ aus Puccinis „Tosca“, dem „VCO Rock“ zusammen mit Laimonas Pautienius, dem Opernchor und den Duisburger Philharmonikern eine rockig-sinfonische Note gibt.
Schostakowitschs Fest-Ouvertüre op. 96, Musik aus Strawinskys Ballettmusik „Der Feuervogel“ und Filmmusik aus „Gladiator“ umrahmen das Opernprogramm.
Das Open-Air-Programm geht am Samstag, 29. August, ab 13.00 Uhr weiter: Bei „Theater Duisburg rockt!“ zeigen sieben Duisburger Bands den Facettenreichtum der hiesigen Rock- und Pop-Szene, bevor die bekannte Rock-Cover-Band „RoxxBusters“ den Hauptakt des Abends gestaltet. Auch hier ist der Eintritt frei.
Praktische Hinweise:
Von Dienstag, 25. August, 10.00 Uhr, bis Montag, 31. August, 19.00 Uhr wird die Landfermannstraße im Abschnitt zwischen Mosel- und Neckarstraße in beide Richtungen gesperrt. Der Verkehr – auch der ÖPNV – wird umgeleitet. So weicht die Linie 934 von ihrem normalen Linienweg ab, die Haltestellen „Stadttheater“, „Schäferturm“ und „Stapeltor“ werden verlegt (Infos unter http://www.dvg-duisburg.de und Tel. 0203.60 44 555). Am Freitag, 28. und Samstag, 29. August sind auch die Moselstraße im Abschnitt Landfermannstraße – Erftstraße und die Neckarstraße im Abschnitt Landfermannstraße – Lahnstraße gesperrt.
Die Parkhäuser am Theater und am CityPalais sind an allen Tagen regulär geöffnet, lediglich die Zufahrt am König-Heinrich-Platz kann nicht genutzt werden. Die Parkhäuser sind aus Richtung Hauptbahnhof erreichbar. Für Besucher, die mit dem Fahrrad anreisen, steht der Schulhof der Gustav-Heinemann-Realschule als kostenloser Fahrrad-Stellplatz zur Verfügung (Gustav-Heinemann-Realschule, Landgerichtsstr. 17, 47051 Duisburg).
– Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Frank Heller
Unternehmerverband sieht bei Steuern und Abgaben vor allem Revierstädte selbst in der Pflicht
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Revierstädte müssen sich aus der Opferrolle befreien und ihre Hausaufgaben machen“, fordert der Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz, mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Höhe von Grund- und Gewerbesteuern im Ruhrgebiet. Hohe Steuersätze seien nicht alternativlos.
Ein Rekordanstieg der kommunalen Steuern in Deutschland hatte jüngst der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ermittelt. Die höchsten kommunalen Steuersätze und den höchsten Anstieg in den vergangenen Jahren hat im bundesweiten Vergleich das Ruhrgebiet zu verzeichnen. Die bundesweite Gewerbesteuerliste wird von Oberhausen angeführt, Duisburg und Mülheim an der Ruhr sind ebenfalls in der Spitzengruppe zu finden. Bei der für die Betriebe auch relevanten Grundsteuer ergibt sich ein ähnliches Bild.
„Gewerbe- und Grundsteuern sind bei der Betrachtung eines Standorts gewiss nicht das einzige Kriterium. Aber wenn sie vollkommen aus dem Ruder laufen, hat der Wirtschaftsstandort ein Problem“, ist sich Wolfgang Schmitz sicher. Investoren würden dann abgeschreckt, neue Arbeitsplätze somit verhindert. Für die Politik scheine es bequemer zu sein, an der Steuer- und Abgabenspirale zu drehen, statt substantielle Sparanstrengungen vorzunehmen. Zu oft verweigere man sich dem notwendigen Personalabbau in der Verwaltung, zu viel Geld werde bei unzähligen städtischen Gesellschaften ausgegeben.
Auch das Thema ‚Zusammenarbeit im Revier‘ werde immer noch sträflich vernachlässigt. „Statt Aufgaben gemeinsam und damit günstiger sowie effizienter zu erledigen, arbeitet man nebeneinander her“, so Schmitz. Bei Beschaffung, Verkehr, Personalwirtschaft, Flächenvermarktung, Gebäude- oder Grünflächenmanagement zum Beispiel lägen Synergien auf der Hand. Die Chancen des neuen RVR-Gesetzes für mehr Kooperation der Revierstädte müssten deswegen jetzt entschlossen genutzt werden.
Das Potential des Ruhrgebiets werde erst deutlich, wenn man das Kirchturmdenken ablegt und die gesamte Region in den Blick nimmt. „Auf die Alimentierung von Land und Bund zu setzen, ist keine Perspektive für die Region. Wir müssen selbst die Zeichen auf Wachstum setzen – durch ein starkes Bekenntnis zur Industrie, ausreichend Flächen und wettbewerbsfähige Steuersätze“, so Schmitz abschließend.
– Pressemeldung des Unternehmerverbandes Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
„Kompanie des Jahres“: das Ballett am Rhein. Foto: Gert Weigelt.
Zum dritten Mal in Folge ist das von Martin Schläpfer geführte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg in der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift „tanz“ zur „Kompanie des Jahres“ gewählt worden. „Weil es keinen altbackenen Corps-Geist pflegt, sondern sich aus erlesenen Körperinstrumenten zusammensetzt – die wunderbar klingen, einzeln wie im Kollektiv“, heißt es in der Begründung. Martin Schläpfer beglückwünschte seine Tänzerinnen und Tänzer vor der allmorgendlichen Class, die zurzeit nicht im Düsseldorfer Balletthaus stattfindet sondern im schottischen Playhouse Theatre Edinburgh. Heute feiert das Ballett am Rhein mit Schläpfers Choreographie „7“ auf Mahlers 7. Sinfonie Premiere beim Edinburgh International Festival. Ab 5. September ist das Stück auf der heimischen Bühne in Duisburg zu erleben.
„Ihr habt es wieder geschafft“, begrüßte Martin Schläpfer seine Compagnie. Die Nachricht, dass das Ballett am Rhein es bei der Expertenumfrage der Zeitschrift „tanz“ nach 2013 und 2014 auch 2015 wieder an die Spitze geschafft hat, sorgte beim Leitungsteam von Oper und Ballett am Rhein und bei den Tänzerinnen und Tänzern für große Begeisterung. An den kommenden drei Abenden wird die Compagnie vor internationalem Publikum in Edinburgh die Farben von Schläpfers fünfteiliger Choreographie „7“ zum Leuchten bringen.
Ballettdirektor und Chefchoreograph Martin Schläpfer zeigte sich über die neuerliche Auszeichnung stolz und berührt: „Ich konnte die Neuigkeiten, die uns hier am Tag unserer Premiere von ‚7‘ in Edinburgh erreichte, zuerst kaum fassen, dachte ‚no way‘. Jetzt bin ich voller Freude und Stolz auf mein Ensemble – uns alle! Glücklich! Ein wunderbares Zeichen für den Start in die neue Spielzeit.“
Generalintendant Prof. Christoph Meyer, der die Compagnie bei ihrem Gastspiel besucht, gratulierte den Tänzerinnen und Tänzern und freut sich aufs Herzlichste mit ihnen: „Wir alle sind sehr stolz auf diese weitere große Auszeichnung für unser fantastisches Ballett am Rhein.“
„Choreograph des Jahres“ wurde in der Expertenabstimmung der Künstler Marco Goecke, der u.a. im Mai dieses Jahres mit „Lonesome George“ eine beeindruckende Choreographie für das Ballett am Rhein geschaffen hat.
– Pressemeldung der Deutschen Oper am Rhein – Foto: Gert Weigelt
duisport belegt Rang 41 der weltweit größten Containerhäfen: Fachzeitschrift Container Management bestätigt Position duisports als weltweit größter Containerumschlagplatz im Hinterland
logport I: Hafen Rheinhausen mit Containerterminal. Foto: Petra Grünendahl
Unter dem Titel „WORLD TOP CONTAINER PORTS“ veröffentlicht die englische Fachzeitschrift Container Management jedes Jahr ein Ranking der größten Containerhäfen der Welt. In der aktuellen Ausgabe wird der Duisburger Hafen mit einem Containerumschlag von 3,4 Mio. TEU (2014) auf Rang 41 geführt. Damit liegt duisport vor europäischen Häfen wie Le Havre (2,6 Mio. TEU), Barcelona (1,9 Mio. TEU) und Marseille (1,2 Mio. TEU) sowie vor US-amerikanischen Häfen wie Houston (2,0 Mio. TEU) und Miami (0,9 Mio. TEU).
„Als einziger Binnenhafen unter den TOP 100 Containerhäfen unterstreicht duisport damit seine Position als weltgrößter Containerumschlagplatz im Hinterland“, betont Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Weitere Maßnahmen, wie das in den letzten Jahren von duisport aufgebaute Hub-Konzept für Kunden aus der Logistik- und der verladenen Wirtschaft, stärken darüber hinaus die Attraktivität des Standorts. Diese positive Entwicklung beruht maßgeblich auf den erfolgreichen Investitionen der letzten Jahre, den damit verbundenen Ansiedlungen internationaler Kunden sowie auf dem Ausbau der Umschlagkapazitäten im Duisburger Hafen. Inzwischen verfügt der Duisburger Hafen über eine Umschlagkapazität von insgesamt 5 Mio. TEU.
„Der Kombinierte Verkehr wird auch in Zukunft der wesentliche Wachstumstreiber im Duisburger Hafen sein. Durch den nachfrageorientieren Aus- und Neubau der Terminalkapazitäten haben wir die Bedingungen für weiteres Wachstum geschaffen“, so Staake.
Im September werden zwei weitere Bahnkräne im logport I-DIT-Terminal und logport III-Terminal den operativen Betrieb aufnehmen.
Trotz eines aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds konnte der Containerumschlag so im ersten Halbjahr 2015 um 10% auf rund 1,8 Millionen TEU (Januar-Juni 2014: 1,6 Mio. TEU) gesteigert werden.
„Natürlich haben die Streiks im Schienengüterverkehr und das deutlich abgeschwächte Wirtschaftswachstum Chinas Einfluss auf die Umschlagentwicklung in Duisburg. Die positive Entwicklung im Containerbereich zeigt aber, dass man mit integrierten Transport- und Logistikkonzepten auch bei stagnierenden Umschlagzahlen in den Seehäfen Wachstum generieren kann. In 2015 wollen wir unseren Marktanteil, wie in den letzten Jahren, daher weiter ausbauen“, so Staake.
Für das laufende Jahr rechnet duisport mit einem Wachstum im Containerumschlag von insgesamt sechs bis sieben Prozent.
– Pressemeldung der Duisburer Hafen AG duisport – Fotos: Petra Grünendahl
Oberbürgermeister Sören LInk, Foto: Petra Grünendahl.
Oberbürgermeister Sören Link begrüßt die jüngsten Forderungen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, dass die Bundesregierung endlich für beschleunigte Asylverfahren sorgen sollte. Die Stadt Duisburg kämpft seit Monaten, wie viele andere Kommunen, mit ständig steigenden Zuweisungszahlen.
Dass die Ministerpräsidentin zugleich eine dauerhafte und strukturelle Beteiligung des Bundes an den Kosten für Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge verlangt, befürwortet Oberbürgermeister Sören Link ebenfalls und ergänzt: „Hannelore Kraft hat völlig recht: Die Städte in Deutschland brauchen dringend erheblich mehr Geld, um bei den seit Monaten stark steigenden Asylbewerberzahlen auch weiterhin das Grundrecht auf Asyl vor Ort umsetzen und menschenwürdige Unterkünfte und Betreuung anbieten zu können. Außerdem muss der Bund als Herr des Asylverfahrens endlich dafür sorgen, dass die Ankündigungen in die Tat umgesetzt werden, die Verfahrensdauer zu beschleunigen. Rückstände von mehr als sechs Monaten sind für die betroffenen Menschen eine Zumutung – und für die Kommunen eine enorme Belastung.“
Überlegungen, verstärkt Sachleistungen für bestimmte Asylbewerber-Gruppen bereitzustellen, hält Oberbürgermeister Sören Link nicht für zielführend: „Solche Forderungen führen zu finanziellen und personellen Mehrbelastungen – vor allem der Kommunen. So etwas bringt uns nicht weiter und lenkt von den tatsächlichen Problemen ab. Hier wird Politik auf dem Rücken der Städte in Deutschland gemacht. Wir brauchen endlich eine klare Ansage der Bundeskanzlerin – und das Handeln des Bundesinnenministers.“
– Pressemeldung der Stadt Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
89 Industriebetriebe in der Region Rhein/Ruhr
öffnen 2015 ihre Pforten für rund 3.500 Gäste
Die LANGE NACHT DER INDUSTRIE Rhein-Ruhr feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Am 29. Oktober 2015 findet sie zum fünften Mal hier in der Region statt. Jetzt startet auch die Anmeldephase. Interessierte haben ab sofort die Möglichkeit, sich online auf einen der begehrten Plätze zu bewerben. Am Abend der Veranstaltung werden von 17:00 bis 22:30 Uhr nacheinander jeweils zwei Unternehmen besichtigt. Das Mindestalter ist 14 Jahre. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Lange Nacht der Industrie: hier ein Bild, das im Rahmen der Veranstaltung beim Duisburger Unternehmen DK Recycling und Roheisen GmbH in Duisburg-Hochfeld aufgenommen wurde. Foto: Ullrich Sorbe, Duisburg.
Die Gesellschaftsinitiative Zukunft durch Industrie möchte im Schulterschluss mit Unternehmerverbänden, Industrie- und Handelskammern und Industriegewerkschaften auch in diesem Herbst der Bevölkerung einen hautnahen Einblick in Produktionsprozesse ermöglichen. Auch der hiesige Unternehmerverband unterstützt die Initiative. „Wer glaubt, die Industrie sei etwas von gestern, der irrt sich gewaltig. Die Industrie mit ihren innovativen Produkten bedeutet Zukunft. Mit der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE bieten die Unternehmen einen spannenden Blick hinter die Kulissen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz.
Die bedeutende Rolle, die Industrieunternehmen an Rhein und Ruhr auf den Weltmärkten spielen, ist vielen Menschen noch nicht klar. „Die Industrieunternehmen sind das wirtschaftliche Rückgrat, sie sind innovative und moderne Arbeitgeber und Ausbilder“ ergänzt Rolf A. Königs, Vorstandsvorsitzender von Zukunft durch Industrie e. V. „Mit der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE wollen wir der Bevölkerung Einblicke gewähren, die ihr sonst nicht möglich sind. Wir wollen zeigen, was die Unternehmen produzieren und warum sie – häufig als Weltmarktführer – so erfolgreich sind“, erklärt Rolf A. Königs.
Am 29. Oktober sind 89 Unternehmen dabei. Folgende Mitglieder des Unternehmerverbandes machen mit: DK Recycling und Roheisen GmbH (Duisburg), Grillo-Werke AG (Duisburg), Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim an der Ruhr) und Siemens AG (Bocholt, Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Voerde). Wie in den Vorjahren auch wird ein großer Andrang auf die verfügbaren Plätze erwartet. Die Menschen sind daran interessiert, live zu erleben, wie die Produkte hergestellt werden, die wir täglich verwenden und die uns den Alltag erleichtern. Die interessante Mischung der teilnehmenden Unternehmen spiegelt wider, wie vielfältig die Industrie hier in der Region aufgestellt ist, um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu meistern.
„Die Industrie in Nordrhein-Westfalen ist im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung moderner, innovativer und leistungsfähiger geworden als jemals zuvor“ sagt die Schirmherrin der Veranstaltung, die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. „Machen Sie sich ein eigenes Bild davon, warum Nordrhein-Westfalen das industrielle Zentrum Deutschlands und eine der stärksten Wirtschaftsregionen in ganz Europa ist“, ermutigt die Ministerpräsidentin die Bürgerinnen und Bürger.
Bei der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE gibt es aufgrund des großen Einzugsgebiets mehrere Startpunkte, von denen die Touren zu in der Regel jeweils zwei Unternehmen am Abend beginnen. In 100-minütigen Führungen erhalten die Besucher Einblicke in Produktions- und Arbeitsprozesse, sie können Fragen stellen und sich ein direktes und persönliches Bild vom Unternehmen machen.
Über „Zukunft durch Industrie e. V.“
„Zukunft durch Industrie e. V.“ ist als gesamtgesellschaftliche Initiative unabhängig von einzelnen Unternehmen, Parteien, Verbänden oder sonstigen Institutionen. Der Verein versteht sich als Kommunikationsplattform, die alle gesellschaftlichen Gruppen zum Dialog einlädt, um den Nutzen einer modernen Industrie für die Gesellschaft verständlich aufzuzeigen und bestehende Chancen und Risiken zu diskutieren. Dem Verein „Zukunft durch Industrie“ gehören über 160 Mitglieder an. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetpräsenz des Vereins: https://www.zukunft-durch-industrie.de/
Über die LANGE NACHT DER INDUSTRIE
Die LANGE NACHT DER INDUSTRIE ist ein bundesweit einzigartiges Veranstaltungskonzept, in dessen Rahmen Unternehmen potenziellen Mitarbeitern, Schülern, Studierenden und anderen Interessierten einen Blick hinter ihre Werkstore gewähren. Ziel ist es, die Industriebetriebe und die Menschen in einer Region in Kontakt zu bringen. In spannenden Führungen erhalten die Besucher Einblicke in Arbeitsprozesse, sie können Fragen stellen und sich ein persönliches Bild vom Betrieb als möglicher zukünftiger Arbeitgeber machen.
Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Petra Grünendahl.
Mit Beschlüssen vom 10. August 2015 hat das Landgericht Duisburg zwei Anträge auf Prozesskostenhilfe in Loveparade-Zivilverfahren abgelehnt. Grund hierfür sind fehlende Erfolgsaussichten der beabsichtigten Klagen. Daneben sind weitere acht Prozesskostenhilfeanträge und neun Klageverfahren anhängig. Verhandlungstermine in einzelnen dieser Klageverfahren finden am 1. September 2015 und 12. November 2015 statt. In den übrigen Verfahren stehen Entscheidungen zum weiteren Verfahrensablauf noch aus.
In den nunmehr entschiedenen Verfahren haben zwei Frauen aus Duisburg (29 und 35 Jahre) Prozesskostenhilfe für beabsichtigte Klagen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld beantragt. Diese Klagen sollen sich gegen vier Beklagte, nämlich die Veranstalterin L. GmbH, deren Geschäftsführer Rainer S., die Stadt Duisburg und das Land Nordrhein-Westfalen richten. Die Antragstellerinnen berufen sich darauf, aufgrund der tragischen Ereignisse bei der Loveparade-Veranstaltung am 24. Juli 2010 psychisch erkrankt zu sein, insbesondere eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten zu haben.
Die 35-jährige Antragstellerin gibt an, in der Menschenmasse zu Fall gekommen zu sein. Es hätten sieben oder acht Personen auf ihr gelegen. Sie sei insbesondere am linken Bein verletzt worden und habe das Bewusstsein verloren. Noch heute müsse sie Schmerzmittel und Medikamente wegen ihrer psychischen Leiden einnehmen. Die Versicherung der L. GmbH hat verschiedene Sachaufwendungen übernommen und
25.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Die Antragstellerin verlangt nunmehr weitere etwa 105.000 Euro, davon 70.000 Euro Schmerzensgeld.
Die 29-jährige Antragstellerin gibt an, während der Veranstaltung insbesondere eine Gehirnerschütterung und eine Brustkorbprellung erlitten zu haben und zunächst vier Tage stationär im Krankenhaus behandelt worden zu sein. Sie sei auf der ersten Stufe der auf dem Veranstaltungsgelände befindlichen Treppe gestürzt und bewusstlos geworden. Weitere Personen seien auf sie gefallen. Aufgewacht sei sie dann erst wieder auf der Intensivstation. Sie verlangt von den Antragsgegnern insgesamt etwa 140.000 Euro, davon 70.000 Euro Schmerzensgeld.
Das Gericht hat die Erfolgsaussichten für diese Klagen verneint und Prozesskostenhilfe abgelehnt, da die Antragstellerinnen trotz verschiedener rechtlicher Hinweise des Gerichts ihre Ansprüche bislang nicht ausreichend begründet haben. Die geltend gemachten Ansprüche gegen drei der Antragsgegner schieden schon aufgrund allgemeiner rechtlicher Erwägungen aus.
Keine Ansprüche gegen Stadt Duisburg und Land NRW
Die Antragstellerinnen machen für ihre Verletzungen alle Antragsgegner verantwortlich und wollen diese als Gesamtschuldner gemeinsam in die Haftung nehmen. Sie werfen der Stadt und dem Land dabei fahrlässige Amtspflichtverletzungen vor. Derartige Ansprüche hat das Gericht abgelehnt, da der Staat für bloß fahrlässig begangene Amtspflichtverletzungen nach dem Gesetz nur nachrangig hafte. Voraussetzung sei, dass Schadensersatz oder Schmerzensgeld anderweitig nicht zu erlangen seien. Eine Haftung neben der L. GmbH komme daher nicht in Betracht.
Keine Ansprüche gegen den Geschäftsführer Rainer S.
Soweit die Antragstellerinnen dem Geschäftsführer der L. GmbH Pflichtverletzungen vorwerfen, sieht das Gericht keine gesetzliche Grundlage für dessen persönliche Haftung. Der Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) hafte Dritten gegenüber kraft Gesetzes grundsätzlich nicht für Fehler der Gesellschaft oder ihrer Mitarbeiter. Dies schließe auch etwaige eigene Fehler als Geschäftsführer ein. Es hafte jeweils nur die GmbH.
Unzureichende Darstellung der behaupteten Schäden
Den geltend gemachten Zahlungsanspruch gegen die vierte Antragsgegnerin, die L. GmbH, haben die Antragstellerinnen den Beschlüssen zufolge ebenfalls nicht ausreichend begründet. Hier fehle es teilweise an einer ausreichend detaillierten Schilderung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, teilweise an entsprechenden Beweisangeboten. Um ein Schmerzensgeld der Höhe nach bemessen zu können, bedürfe es – worauf das Gericht die Antragstellerinnen bereits hingewiesen hatte – einer detaillierteren Darstellung ihrer individuellen Leiden. Beide waren bereits vor der Loveparade-Veranstaltung psychisch erkrankt. Sie hätten nach Auffassung des Gerichts daher auch zu ihren Vorerkrankungen detaillierter vortragen müssen. Denn bei der Bemessung von Schmerzensgeld müsse bestimmt werden, in welchem Umfang ihre geltend gemachten Leiden auf die Vorerkrankungen und in welchem Umfang sie auf die Erlebnisse bei der Loveparade zurückgehen. Dies sei dem Gericht auf der Grundlage der von den Antragstellerinnen gegebenen Darstellungen nicht möglich. Bei der 35-jährigen Duisburgerin komme hinzu, dass sie bereits 25.000 Euro Schmerzensgeld erhalten habe. Insgesamt habe das Gericht daher bei beiden Antragstellerinnen keine Erfolgsaussichten für eine über den Betrag von 5.000 Euro hinausgehende Zahlungsklage – bis zu dieser Summe wäre die Klage beim Amtsgericht zu erheben – feststellen können.
Da die Anträge nach Auffassung des Gerichts bereits aus den vorstehenden Gründen abzulehnen waren, hat es sich nicht mit der Frage befasst, ob die Antragsgegner für das Entstehen des tödlichen Gedränges bei der Veranstaltung eine rechtliche Verantwortung tragen.
Den Antragstellerinnen steht es frei, ihre Ansprüche auf eigene Kosten im Klagewege weiter zu verfolgen. Auch können sie gegen die Entscheidung binnen eines Monats sofortige Beschwerde einlegen. Beschwerdegericht ist das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Geschützter Raum für Ertüchtigung und
Erholung der Duisburger Bevölkerung Von Petra Grünendahl
Von links: Markus Micken, ThyssenKrupp Steel Europe AG, Thomas Schlenz, Personalvorstand ThyssenKrupp Steel Europe AG, Oberbürgermeister Sören Link, Stadtdirektor Reinhold Spaniel und Uwe Rohde, Geschäftsführer Immobilien-Management Duisburg, am Barbarasee. Foto: Petra Grünendahl.
Friedrich Krupp hatte im 19. Jahrhundert unfangreiche Flächen im heutigen Neudorf-Süd erworben. Ein Stahlwerk am Rhein wollte er bauen, aber weitere Flächen Richtung Wasserstraße bekam Krupp nicht: Die Wanheimerorter Bauern wollten nicht verkaufen. Das Areal blieb vom Rhein abgeschnitten, sein Hüttenwerk baute Krupp in den 1890-er Jahren bekanntlich woanders: Die Friemersheimer Bauern waren für Krupps Angebot empfänglicher … Auf den rechtsrheinischen Duisburger Flächen blieb es bei der Gewinnung von Sand und Kies, die aber irgendwann eingestellt wurde: Durch die Auskiesung entstanden Margaretensee, Bertasee und Barbarasee. Und 1919 fing die Friedrich Krupp AG an, sich von den Flächen zu trennen, die sie nicht mehr wirtschaftlich nutzen konnten. Krupp schenkte sie der Stadt Duisburg, die dort Sportanlagen baute.
Oberbürgermeister Sören Link (m.) erläuterte zusammen mit Thomas Schlenz, Personalvorstand von TKSE (l.), und Sportdezernent Reinhold Spaniel (r.) die Schenkung. Foto: Petra Grünendahl.
Oberbürgermeister Sören Link stellte zusammen mit Thomas Schlenz, Personalvorstand der ThyssenKrupp Steel Europe (TKSE), Markus Micken, Leiter des Funktionsbereichs Sicherheit/Dienstleistungen bei TKSE, Sportdezernent Reinhold Spaniel und Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilien-Managements Duisburg, die Flächenübertragung und ihre Rahmenbedingungen vor. Nach ersten Schenkungen 1919 und 1931 bekam die Stadt Duisburg nun die letzten Flächen rund um den östlichen Teil des Barbarasees zusammen mit der 78.000 Quadratmeter großen Wasserfläche (ein insgesamt 101.000 Quadratmeter Grundstück) im Rahmen eines Schenkungsvertrages von der ThyssenKrupp AG (als Rechtsnachfolger der Friedrich Krupp AG) übereignet. Wie schon bei den früheren Schenkungen mit der Maßgabe, die Flächen zur Nutzung für Ertüchtigung und Erholung der Duisburger Bevölkerung zugänglich zu machen.
Pächter sehr entspannt: Sportliche Nutzung gesichert
Das blau umrandete Gebiet markiert die Fläche der Schenkung. Karte: Stadt Duisburg.
Die Pachtverträge der Sportvereine für die Ufernutzung gehen auf die Stadt über. Ändern wird sie für sie nicht viel, außer dass rechtliche und versicherungsrechtliche Maßgaben mit nur einem Gründstückseigentümer einfacher werden, denn ein Überschreiten der Gründstücksgrenzen im Wasser ließ sich nicht unbedingt vermeiden. „Die Pächter sind alle ganz entspannt“, bestätigte auch Sportdezernent Reinhold Spaniel. Die Vertragsverhandlungen hatten sieben Jahre in Anspruch genommen, um Erholung und Ertüchtigung – auch im Sinne früherer Schenkungen – langfristig auf dem Gelände zu garantieren. „Ich bin heute ein glücklicher Sportdezernent: dies ist ein sehr guter Tag für Duisburg und Duisburger Sport“, erklärte Spaniel. Auch Oberbürgermeister Sören Link freute sich über die einvernehmliche Einigung: „Dadurch bleibt der Sportpark Duisburg in seiner Gesamtheit mit Regattabahn, dem Kanuleistungszentrum, dem Stadion und den ansässigen Vereinen und öffentlichen Grünflächen für folgende Generationen erhalten. Ich danke der Thyssen Krupp AG, dass sie – wie in der Vergangenheit auch – Verantwortung für die Menschen im Industrie- und Stahlstandort Duisburg übernehmen. Den Duisburger Bürgern sowie den zahlreichen Besuchern stehen auch zukünftig zentrumsnah Freizeitflächen zur Erholung und Ertüchtigung zur Verfügung.“
ThyssenKrupp engagiert sich in Duisburg
Der Barbarasee war längs durchgetrennt durch einen Damm, der als Gleistrasse zum Abtransport von Kies und Sand genutzt wurde. Schon lange ist der Damm in Teilbereichen unterbrochen und nicht mehr mit den „Festland“ verbunden. Übrig geblieben sind zwei mit Bäumen bewachsene lang gestreckte Inseln, die die frühere Teilung andeuten. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir sind nicht nur der größte Arbeitgeber der Stadt, sondern wir wollen als guter Nachbar auch ein geeignetes Umfeld für Freizeitaktivitäten bieten“, erklärte Thomas Schlenz, Personalvorstand von ThyssenKrupp Steel Europe als Duisburger Standort der ThyssenKrupp AG, in deren Händen das Duisburger Engagement des Essener Konzerns liegen. Das Engagement des Stahlkonzerns findet sich an vielen Stellen in unserer Stadt wieder – zuletzt an der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010.
Oberbürgermeister Sören Link mit TKSE-Personalvorstand Thomas Schlenz am Barbarasee. Foto: Petra Grünendahl.
Der Barbarasee mit einer Gesamtfläche von ca. 150.000 Quadratmetern geht in die Veraltung der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, die Landflächen gehören zum Bilanzeigentum der DuisburgSport. Die ausschließlich sportliche Nutzung garantieren die vermietete Wassersportanlage mit ihrem Trägerverein Sportheim Wedau (mit Angelsportverein Niederrhein 1932 e. V. und Tauchclub „Bleienten“ Duisburg e. V.), die verpachtete Wassersportanlage WSV Niederrhein e. V. und verpachtete Grundstücksflächen des Vereins Freie Schwimmer 1920 e. V.
„Neue Bilder aus alter Zeit“ machen
Stadtteilgeschichten und Zeitgeschichte lebendig Von Petra Grünendahl
Das Team der A-Jugend der DJK Wanheimerort 1919 e. V. auf der Bernhards-Kampfbahn.
Aus der Turnabteilung des katholischen Jünglingsvereins heraus entstand die DJK Wanheimerort 1919 e. V. „DJK“ steht für „Deutsche Jugendkraft“ – damals ein geläufiger Begriff. Der Verein kam aus der katholischen Jugend St. Michael – viele Vereine hatten damals „kirchliche“ Wurzeln, die heute kaum einer mehr kennt. Der Spielbetrieb im Fußball, Handball oder Turnen lief unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen (erst Inflation, dann Wirtschaftskrise).
Die Katholische Volksschule an der Eschenstraße (heute: Förderschule): Das Gebäude hat sich kaum verändert.
Ende der 1920-er Jahre begann der Verein an der Forststraße den Bau einer eigenen Sportanlage: Die Bernhards-Kampfbahn wurde 1932 mit kirchlicher Weihe (!) eröffnet. Bis in die 1970-er Jahre reichen die veröffentlichten Dokumente aus der Vereinshistorie, die Familie Ilgen beigesteuert hatte: Josef Ilgen (81) engagierte sich viele Jahrzehnte ehrenamtlich bei der DJK Wanheimerort, wo er heute Ehrenmitglied ist.
Oben Kultushafen mit Eisenbahnbrücke, unten Blick von der Wanheimerstraße in die Schmiedestraße, an deren Ende man zur rechten Straßenseite hin die Evanglische Volksschule erkennt.
Für sein zweites Buch über Duisburg-Wanheimerort – „Neue Bilder aus alter Zeit“ – hat sich Joachim Schneider nach neuen Anregungen und mit neuem „Futter“ wieder auf Spurensuche begeben: Familienfotoalben verschiedener alteingesessener Wanheimerorter taten sich auf, das Stadtarchiv und das Archiv von Reinhold Stausberg boten reichlich Material für ein zweites Buch. Auch dieses ist in der Reihe „Archivbilder“ im Erfurter Sutton Verlag erschienen. Die neuen Bilder legen die Schwerpunkte mehr auf ganze „Geschichten“, die auch mehr an Hintergrundinformationen zu den vielen Bildern geben. Teils stammen sie von Unternehmenseignern bzw. deren Familien, teils von langjährigen engagierten Mitgliedern von Vereinen oder Institutionen, die die Historie ihrer Betriebe oder Vereine in Wort und Bild festgehalten hatten und nun hier öffentlich gemacht haben: Wenn Großmutter oder Großvater ihr Fotoalbum öffnen und Geschichten erzählen, werden individuelle Geschichten in der Zeitgeschichte lebendig.
Alteingesessene Unternehmen wie die Didier-Werke
Das Verwaltungsgebäude der Didier-Werke in den frühen 1960-er Jahren. Das Gebäude steht noch, auch wenn das Betriebsgelände still gelegt worden ist.
Im Jahr 1883 gründeten Scheidhauer & Giessing ihre Fabrikation für feuerfeste Steine an der Düsseldorfer Straße: An einem Standort in der Nähe zum Kunden, der Industrie. Gebraucht werden feuerfeste Steine zum Beispiel zum Ausmauern von Hochöfen zur Roheisenproduktion. Die Scheidhauer & Giessing AG fusionierte 1932 mit der Didier-Werke AG und übernahm den Namen. Zuletzt gehörte das Unternehmen zur RHI AG, die Ende 2013 den Standort in Duisburg endgültig stilllegte. Die Aufnahmen im Buch stammen aus den späten 1940-er bis frühen 1960-er Jahren und zeigen Produktionsstätten und Fabrikation im Werk. Heute steht auf einem Teilbereich des alten Firmengeländes (Ecke Kulturstraße) ein Lidl-Markt, das verbliebene Werk liegt brach und wartet auf eine neuen Nutzung des Areals.
Blick von der Düsseldorfer Straße in die Fischerstraße in den 1960-er Jahren, bevor sie zur Basarstraße umgebaut wurde. Die Sparkasse rechts und die Marienapotheke links gibt es heute noch.
Spannend zu sehen sind nicht nur die eigentlichen Motive der Aufnahmen, sondern auch die Umgebung, die häufig im Hintergrund zu sehen ist. Egal, ob Fotos der Firmengeschichte oder aus dem Vereinsleben: Straßenzüge aus alter Zeit, auf denen kleine Details einen Hinweis darauf geben, wo man diese Orte heute zu suchen hat. Da schaut man sich doch seinen Stadtteil gleich noch ein wenig genauer an, wenn man das nächste Mal „draußen“ unterwegs ist. Da ist nicht nur „erinnern“ gefragt, sondern auch „wieder“ oder „neu“ entdecken. Auch die Unternehmensgeschichten von Reifen Geise, Möbel Dvorak, der Paracelsus-Apotheke bzw. Industrie-Apotheke sowie der Möbelspedition Paul Stockhorst – alles auch heute noch bekannte Namen – bieten neben spannender Firmengeschichte gute Rückblicke in längst vergangene Stadtteilansichten.
Katholische Kirche St. Michael mit dem Wochenmarkt auf dem Michaelplatz, 1957.
Zum Stöbern und erinnern
Der zweite Teil der Wanheimerorter „Archivbilder“ ist etwas textlastiger als der erste, insbesondere bei den Firmen oder Vereinen, die hier den Schwerpunkt bilden. Interessant jedenfalls ist das Buch nicht nur für alte Wanheimerorter oder Ehemalige, sondern auch für Zugezogene, die Spuren der Vergangenheit im heutigen Zustand erkunden wollen. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1900 bis in die 1980-er Jahre. Die Bilder sind zum Teil aus Schneiders eigener Sammlung entnommen, aber auch aus anderen Sammlungen und Familienfotoalben. Reinhold Stausberg mit der vermutlich größten Sammlung von Duisburger Ansichtskarten, historischen Fotos und Devotionalien hat natürlich auch zu diesem Werk über Duisburg beigesteuert. Darüber hinaus sind es vor allem Alteingesessene aus dem Stadtteil, die Bilder und Unterlagen beisteuern konnten: die Familien Ilgen, Geise und Werner zum Beispiel, ebenso wie Heinz Becker, F. Bönsch, Jörg Dixkens, Horst Dvorak, Dr. Christoph Herrmann, Klaus Pfrötschner, H. Sander, Detlef Stauf und das Stadtarchiv Duisburg.
Auf 128 Seiten hat Joachim Schneider 180 überwiegend bislang unveröffentlichte historische Ansichtskarten, Fotos und historische Dokumente zusammengestellt, die Wanheimerort und die dort lebenden Menschen von verschiedensten Blickwinkeln im Alltag ihrer Zeit zeigen und Einblicke geben die das Arbeitsleben. Informative Texte vermitteln Bezüge zur Geschichte Wanheimerorts, seiner Firmen und Vereine und zur Zeitgeschichte. Fünf Kapitel erleichtern die Einordnung der Bilder und Informationen: Von den unvermeidlichen „Alten Ansichten“, der Kolpingfamilie Wanheimerort und der Katholischen Kirche über das Vereinsleben – DJK Wanheimerort 1919 e. V., TV Wanheimerort 1880 e. V. und Kleingartenverein „Feldmark“ e. V. – bis hin zu alteingesessenen Unternehmen wie Reifen Geise, Möbel Dvorak, Möbelspedition Paul Stockhorst, Paracelsus-Apotheke / Industrie-Apotheke und den Didier-Werken (RHI) reichen die Geschichten, die Schneider hier reich bebildert nachzeichnet. Das Buch mit Broschur-Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ im Erfurter Sutton Verlag Ende 2012 erschienen und kostet 18,95 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-120-0).
Sutton Verlag und weitere Publikationen
St. Michael noch ohne den großen Kirchturm. Links die Erlenstraße, rechts die Markusstraße.
Ein junger Stadtteil mit reicher Geschichte Von Petra Grünendahl
Kultushafen mit erster Eisenbahnbrücke nach Rheinhausen. Auf der anderen Rheinseite erkennt man die Krupp’schen Hüttenwerke. Die Eisenbahntrassen im Vordergrund gibt es zum Teil immer noch.
Als 1874 die erste Eisenbahnbrücke zwischen Hochfeld und Rheinhausen in Betrieb ging, war dies die erste feste Verbindung zwischen den beiden Rheinseiten am Niederrhein. Schon gute fünfzig Jahre später baute man eine neue Brücke, die zweigleisigen Bahnverkehr ermöglichte. Die verkehrsgünstige Lage am Rhein zog nicht nur Industrieunternehmen (das Kabelwerk mit 2.000 Arbeitern war einmal Wanheimerorts größter Arbeitgeber), sondern auch die Logistik, die sowohl Güter als auch Personen beförderte.
Kultushafen und Südhafen in Wanheimerort. Südlich des Kultushafens rechts im Bild ist das Duisburger Kabelwerk.
Den Kultushafen und den Südhafen auf Wanheimerorter Gebiet sowie den Nordhafen in Hochfeld baute um 1870 herum die Rheinische Eisenbahngesellschaft, die 1866 – 74 zwischen Hochfeld und Rheinhausen eine Trajektverbindung betrieb: Züge wurden auf Fähren über den Rhein verschifft. Einer festen Rheinquerung standen Vorbehalte des preußischen Militärs entgegen.
Wanheimer Straße / Ecke Schmiedestraße: Links die alte Industrieapotheke, rechts das Textilgeschäft von Gerhard Driesen. Die Ansichtskarte wurde 1910 verschickt.
Wanheimerort ist einer der jüngsten Duisburger Stadtteile. Erst in den 1840-er Jahren wurde der Wald gerodet und siedelten sich Menschen hier an. Zunächst Teil von Hochfeld wurde Wanheimerort 1885 eigenständiger Stadtteil. Der Name geht auf eine alte Rheininsel zurück („ort“ = altdt. Insel), die im Zuge des Hafenausbaus abgetragen worden war. Direkt am Rheinufer und an den Verkehrswegen siedelte sich schnell Industrie an, die die gute Verkehrsanbindung nutzte. Für sein Buch „Duisburg-Wanheimerort“ hat sich Joachim Schneider auf Spurensuche begeben: Auf eine eigene Ansichtskarten-Sammlung konnte er da ebenso zurückgreifen wie auf Familienalben verschiedener alteingesessener Wanheimerorter, das Stadtarchiv und das Archiv von Reinhold Stausberg.
Duisburger Kabelwerk mit den Produktionshallen lind und der alten Verwaltung rechs im Bild. Die wurde zur Verbreiterung der Wanheimer Straße abgerissen.
Das Kapitel „Alteingesessene Unternehmen“ ist überwiegend dem Duisburger Kabelwerk (1894 – 1996) und der Firma Brabender (seit 1923, heute: Brabender Technologie KG) gewidmet. Siedlungsbaugesellschaften wie die Gebag oder der Wanheimerorter Bauverein schufen Wohnraum für die Arbeiter. Die rechtwinkligen Straßen deuten die Planung am Reißbrett an.
Düsseldorfer Chaussee / Ecke Kulturstraße: Hitzblecksiedlung mit einer Esso–Tankstelle in den 1950-er Jahren.
Die Wanheimer Straße war damals die Haupteinkaufsstraße. Auch ein Kino hat es gegeben in den 1950-er/1960-er Jahren: Das Gebäude steht noch an der Düsseldorfer Straße, wird aber schon lange anderweitig genutzt. Eine Tankstelle befand sich in den 1950-er Jahren ungefähr dort, wo heute vor der Hitzbleck-Siedlung die Straßenbahn hält. Auch ein Kiosk war an dieser Stelle einmal dokumentiert, als die Siedlung Ende der 1920-er Jahre im Bau war. Faszinierende Einblicke gewährt das Kapitel „Dickelsbachsiedlung“, auch wenn man meint, es habe sich kaum etwas verändert in der Siedlung, mit deren Bau man im Jahr 1926 begonnen hatte und die heute unter Denkmalschutz steht.
Rechts mündet die Fischerstraße in die Wanheimerstraße. Die Häuser zwischen Fischerstraße und Schmiedestraße stehen heute alle noch. Links steht das Duisburger Kabelwerk.
Zum Stöbern und erinnern
Manch einer hat die alten Ansichten noch erlebt, andere kennen die alte Zeit vielleicht vom Hörensagen. Manche alten Ansichten erkennt man aber auch im heutigen Stadtbild nur wenig verändert wieder. Oder man findet in dem Buch Spuren dessen, was längst vergangen ist. Spannend jedenfalls ist das Buch nicht nur für alte Wanheimerorter oder für Ehemalige, sondern auch für Zugezogene, die Vergangenheit im heutigen Zustand erkunden wollen. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1900 bis in die 1970-er Jahre.
Rechts hinter den Bäumen an der Eschenstraße stand die Evangelische Volksschule.
Die Bilder stammen zum Teil aus Schneiders eigener Sammlung, aber auch aus anderen Sammlungen und Familienfotoalben. Reinhold Stausberg mit der vermutlich größten Sammlung von Duisburger Ansichtskarten, historischen Fotos und Devotionalien hat natürlich auch zu diesem Werk über Duisburg beigesteuert. Darüber hinaus sind es vor allem Alteingesessene aus dem Stadtteil, die Bilder beisteuern konnten: die Familien Burger, Ilgen, Schnabel und Serdarusic zum Beispiel, ebenso wie Willi Schneider, Christel Schröer, Horst-Rainer Wintgens und das Stadtarchiv Duisburg.
Auf 128 Seiten hat Joachim Schneider 180 überwiegend bislang unveröffentlichte historische Ansichtskarten und Fotos zusammengestellt, die Wanheimerort und die dort lebenden Menschen von verschiedensten Blickwinkeln im Alltag ihrer Zeit zeigen. Informative Texte vermitteln Bezüge zur Geschichte Wanheimerorts ebenso wie zur Zeitgeschichte – und geben hier Einblicke in das Leben früherer Generationen. Elf Kapitel erleichtern die Einordnung der Bilder und Informationen: Von den „Alten Ansichten“, der Dickelsbachsiedlung oder „Weltkriege und Nachkriegszeit“ über die Eisenbahnbrücke Hochfeld-Rheinhausen, den Kultushafen und die (alte) Rheinbrücke sowie alteingesessenen Unternehmen bis hin zu Kirchen, Restaurants und Gaststätten, Sportvereine, St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft von 1420 e. V. und dem Wasserflughafen, der 1927 zwischen Wanheimerort und Wanheim lag und nach nur fünf Monaten den Betrieb wieder dicht machte. Das Buch ist 2011 im Erfurter Sutton Verlag erschienen und mittlerweile in zweiter Auflage erhältlich. Das reich bebilderte Buch mit Broschur-Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ erschienen und kostet 18,95 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86680-912-3).
Sutton Verlag und weitere Publikationen
Die katholische Kirche St. Michael, rechts dahinter das Pfarrhaus, 1903.
„Demokratie Leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ heißt das neue Bundesprogramm für das sich das Jugendamt erfolgreich beworben hat. Der jetzt eingegangene positive Bescheid bestätigt die jährliche Fördersumme in Höhe von 20.000 Euro. Das auf fünf Jahre angelegte Bundesprogramm fördert ziviles Engagement und demokratisches Verhalten auf der kommunalen, regionalen und überregionalen Ebene.
In den verbleibenden Monaten dieses Jahres werden zunächst erste Schritte zum Aufbau einer „Partnerschaft für Demokratie“ umgesetzt. Im Rahmen des Aktions- und Initiativfonds steht die volle Summe für öffentlichkeitswirksame Einzelprojekte zur Verfügung.
Jugendamtsleiter Holger Pethke wendet sich direkt an die Akteure: „Mit den finanziellen Mitteln können wir jetzt wieder Vereine, Projekte und Initiativen unterstützen, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen und insbesondere gegen Rechtsextremismus und Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie zum Beispiel Rassismus und Antisemitismus arbeiten. Da wir in diesem Jahr schon erste Erfolge erzielen wollen, müssen sich die Akteure aber zügig bewerben. Die Frist läuft!“
In der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember soll durch Einzelprojekte das neue Bundesprogramm der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Über Netzwerke werden zudem flächenübergreifend erste wichtige Maßnahmen zur erfolgreichen Entwicklung einer lokalen Partnerschaft umgesetzt.
„Demokratie Leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ ist das Nachfolgeprogramm zu „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ FÖRDERN“, das im Dezember 2014 endete. Hierbei wurden –ebenfalls unter Federführung des Jugendamtes- in den vergangenen vier Jahren insgesamt 80 Einzelprojekte, die sich gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit und für ein tolerantes Miteinander einsetzten, erfolgreich durchgeführt. Diese wirksame Arbeit kann jetzt mit dem Nachfolgeprogramm fortgeführt werden.
Vereine, Projekte und Initiativen, die aktiv an der Gestaltung der „Partnerschaft für Demokratie“ mitwirken möchten, schicken einen formlosen Antrag, der die Projektbeschreibung und einen Finanzierungsplan enthalten muss, bis spätestens Dienstag, 18. August, (Poststempel) an: Stadt Duisburg, Jugendamt, Herbert Dräger, Kuhstr. 6, 47051 Duisburg.
Strukturwandel hautnah erleben: Programm für die ganze Familie
Ein Beispiel für erfolgreichen Strukturwandel: Früher waren hier die Krupp’schen Hüttenwerke angesiedelt, heute rund 50 Logistik-Unternehmen. Foto: Hans Blossey / duisport.
Das Logistikzentrum logport I in Duisburg-Rheinhausen wird am 16. August ab 11:00 Uhr seine Pforten für Bürgerinnen und Bürger öffnen. Dabei erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm: Führungen über das Gelände, Hallenbesichtigungen bei ansässigen Kunden, Hubschrauberrundflüge sowie jede Menge Informationen über die Entwicklung des erfolgreichsten Projektes für Strukturwandel im Ruhrgebiet.
„Mit dem Tag der offenen Tür möchten wir den Besuchern die Möglichkeit geben einen Einblick in die Aktivitäten des Logistikzentrums zu erhalten. Das vielfältige Programm richtet sich an jede Altersgruppe, so dass auch Familien mit Kindern ausdrücklich willkommen sind“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Um das Logistikareal näher kennenzulernen, werden geführte Rundfahrten mit dem Bus sowie einer eigenen „Bimmelbahn“, dem sogenannten logport-Express, angeboten. Darüber hinaus gibt es geführte Hallenbesichtigungen, bei denen den Besuchern ein Blick hinter die Kulissen modernster Distributionszentren gewährt wird. Wer das Gelände einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen möchte, kann sogar einen Hubschrauberrundflug vor Ort buchen.
Neben diesen logistischen Programmpunkten können die Besucher an verschiedenen Informationsständen mehr über die Entwicklung von duisport / logport erfahren. Außerdem besteht die Möglichkeit sich bei Mitarbeitern aus dem Personalmanagement über Berufs-, Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten bei der duisport-Gruppe zu informieren.
Auch für kleine Gäste gibt es ein abwechslungsreiches Programm: so können sie u.a. unter professioneller Anleitung mit Kinder-Gabelstaplern fahren, sich auf einer Hüpfburg vergnügen oder kleine Container basteln.
All diese Programmpunkte sind in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet. Für das leibliche Wohl wird ebenso gesorgt wie für Unterhaltung: die beiden Bands Fools Errant und Käpt’n Moby werden für eine tolle Stimmung sorgen. Parallel findet über den ganzen Tag verteilt ein Preisausschreiben statt, bei dem attraktive Preise auf die Gewinner warten. Dazu zählen, unter anderem, eine Fahrt mit unserem Konferenzschiff „Karl Jarres“ inklusive Mittagessen, eine Besichtigung des größten Krans in einem Binnenhafen oder eine Fahrt mit einer Lok von duisport rail.
logport – Aushängeschild für Duisburg
duisport hat bereits 1998 unter der Marke logport mit der Entwicklung des 2.650.000 m² großen ehemaligen Krupp-Hüttenwerk-Areals in Duisburg-Rheinhausen begonnen. Heute sind auf logport I rund 50 Unternehmen angesiedelt, darunter führende Logistikunternehmen wie Kühne + Nagel, DB Schenker, DHL oder NYK / Yusen Logistics. Neben drei intermodalen Container-Terminals gibt es rund 650.000 m² Hallenfläche am Standort, darunter mehr als ein halbes Dutzend europäischer Distributionszentren für Firmen wie Danone Waters, Hewlett Packard, Johnson & Johnson oder Siemens. Über 4.000 direkte Arbeitsplätze sind bereits seit 1998 auf logport I entstanden.
Der MSV Duisburg und duisport haben eine neue Kooperation zur Talentförderung bei den Zebras abgeschlossen. duisport wird in den kommenden beiden Jahren die MSV-Jugend als Hauptsponsor unterstützen.
Die „U17“-Mannschaft des MSV Duisburg. Foto: MSV.
„Als international ausgerichtete Unternehmensgruppe mit Sitz in Duisburg fühlen wir uns den Menschen in der Region verbunden. Talentförderung ist für uns ein wichtiger Schwerpunkt, denn sie bildet die Basis für die Führungskräfte von morgen – sowohl im Sport als auch in unserem Hauptgeschäft Logistik. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen ihre Fähigkeiten optimal entfalten können, um sich als wertvolle Teamplayer und künftige Leistungsträger in unserer Gesellschaft einzubringen“, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.
Die „U19“-Mannschaft des MSV Duisburg. Foto: MSV.
„Der MSV steht mit seinem von Uwe Schubert geleiteten NachwuchsLeistungsZentrum traditionell dafür, junge Talente auszubilden und zu entwickeln – auf dem Platz, aber auch in der persönlichen Entwicklung, die uns bei den jungen Leuten sehr wichtig ist. Umso mehr freuen wir uns, dass duisport als weltbekanntes Duisburger Unternehmen nach vielen Jahren der Unterstützung des Frauenfußballs jetzt die Förderung dieses wichtigen Bereichs übernommen hat“, verdeutlicht Peter Mohnhaupt, Geschäftsführer der MSV Duisburg GmbH & Co KGaA.
Die Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, der führenden Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa, wird mit ihrem Schriftzug duisport auf der Trikotbrust der U19 des MSV und der U17 des MSV werben. Beide Teams spielen in ihrer Altersklasse in der Bundesliga.
– Pressemitteilung der Duisburger Hafen AG duisport – Fotos: MSV Duisburg
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Heute habe ich das dritte Mal innerhalb von zehn Tagen (!!!) die Post wieder nur durch den Zeitungsschlitz geschoben worgefunden. Und das wieder einmal nicht komplett durchgeschoben, sondern so, dass man es von außen herausfischen kann.
Am 23. Juli musste ich gegen 10 Uhr zu einem Termin. Am Tag vorher hatte ich das Haus gar nicht verlassen. Unten im Hausflur entdeckte ich die Post im Zeitungsschlitz (die vom Vortag wohlgemerkt!). Leider hatte ich die Briefe schon verteilt, als mir einfiel, dass ich es auf Foto hätte dokumentieren sollen …
Gestern ging ich nach der MIttagszeit runter, um Müll zu entsorgen. Leider hatte ich nur den Mull, aber keine Knipse dabei, um wieder einmal im Zeitungsschlitz deponierten Briefe zu fotografieren.
Heute war ich schlauer, denn als bis 14 Uhr kein Postzusteller geklingelt hatte, ging ich im Kamera in der Hand runter. Mein Gefühl hatte mich nicht getrogen: Die Post steckte wieder im Zeitungsschlitz – von außen gut erreichbar und damit entwendbar.Beweisfotos sind bemacht, sie werden heute noch nachgereicht …. (siehe unten)
Ich möchte nicht wissen, welche Postsendungen mit dieser mehrfachen Nachlässigkeit nicht beim Empfänger angekommen sind, sondern schlichtweg geklaut wurden. Verlass ist auf die Deutsche Post nur bei Preiserhöhungen, nicht aber bei der Zustellung von Briefsendungen!
Und noch einer von Ende Juni: Da hinterließ der Briefzusteller ein Magazin auf der Briefkastenanlage. Als das Teil drei Tage später immer noch da stand, habe ich mal draufgeguckt. DIe Hausnummer stimmte immerhin, aber es war nicht unsere Straße … Dann kann mam für den Empfänger auch keinen Briefkasten finden, um die Sendung ordnungsgemäß zuzustellen.
Sorgfalt ist bei denen wohl ein Fremdwort, denn wenn ich keinen passenden Namen auf den Briefkästen finden, sollte ich vielleicht einen zweiten Blick auf die Adresse werfen, ob ich in diesem Haus wirklich richtig bin!
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
„Aus Sicht der Wirtschaft ist das überfällig“, mit diesen Worten begrüßt der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz, Überlegungen der Politik für eine neue Image-Kampagne für das Ruhrgebiet. „Wir haben im Revier eine gewaltige Investitionsschwäche und die liegt auch daran, dass sich die Region schlecht verkauft“, ist Schmitz sicher.
„Kirchturmdenken“ habe im Revier schon zu lange eine gemeinsame Vermarktung des Standorts verhindert. „Die Städte im Ruhrgebiet können vor allem gemeinsam punkten. Bei Infrastruktur, Kultur und Bildung muss man die gesamte Region mit ihren Leistungen und Angeboten in den Blick nehmen, erst dann kommt ihre wahre Qualität zum Vorschein“, so Schmitz.
Es gehe auch darum, aus Schwächen Stärken zu machen. „Leerstand und günstige Mieten können ein toller Anreiz für junge Leute und Existenzgründer sein. In welchem anderen Ballungsraum kann man noch so günstig leben?“, fragt Schmitz.
Der Unternehmerverband warnt aber davor, mit „Hochglanzplakaten“ die Probleme des Reviers einfach „zuzukleistern“. „Die neue Werbung muss ehrlich und authentisch sein – Defizite dürfen nicht vertuscht, sondern müssen weiterhin angepackt werden“, fordert Schmitz. Die Politik müsse neben einer Image-Kampagne genauso entschlossen, die konkreten Rahmenbedingungen am Standort verbessern. „Bei den kommunalen Steuersätzen sind wir nicht wettbewerbsfähig und bei der Sanierung der städtischen Finanzen fehlen substantielle Schritte“, verweist Schmitz auf eine mangelnde Kooperation der Städte, die durch die gemeinsame Erledigung von kommunalen Aufgaben viel Geld sparen könnten.
Es reiche auch nicht, sich über den Erfolg anderer Städte und Regionen zu „beschweren“. „Man müsse im Gegenteil den Erfolg von Städten wie Düsseldorf anerkennen und ihn als Ansporn begreifen, es besser zu machen“, erklärt Schmitz. Der Blick auf die erfolgreiche Werbung anderer zeige vor allem, dass eine gutgemachte Image-Kampagne und eine gute Standortpolitik zwei Seiten einer Medaille seien.
Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).
– Pressemeldung der Unternehmerverbandsgruppe Duisburg – Foto: Petra Grünendahl