Weihnachtskonzerte der Jubilaren-Vereinigung von thyssenkrupp: Vorverkauf hat begonnen

Weihnachtliche Stimmung am 10. und 11. Dezember in der Mercatorhalle

Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem Solisten Jakob Kim (Bass-Bariton). Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2015 der Jubilaren-Vereinigung ThyssenKrupp mit dem Solisten Jakob Kim (Bass-Bariton). Foto: Petra Grünendahl.

Von Ouvertüren aus berühmten Opern bis zum traditionellen Weihnachtslied: Auch in diesem Jahr lädt die Jubilaren-Vereinigung von thyssenkrupp zu den beliebten festlichen Konzerten in der Vorweihnachtszeit ein. Die Veranstaltungen finden erstmals seit vielen Jahren wieder in Duisburgs „Guter Stube“ statt: der Mercatorhalle. Am 10. und 11. Dezember – jeweils um 15 Uhr – bieten sie musikalischen Hochgenuss mit festlichem Weihnachtscharakter.

Der Dirigent Peter Stockschläder arrangiert auch dieses Jahr das Orchester und die instrumentalen Begleitsätze. Drei Chöre – der Rheydter Knabenchor, der Projektchor „Weihnachten“ und natürlich der thyssenkrupp Chor – sorgen für eine festliche Stimmung. Weitere Mitwirkende sind der Bass-Bariton Jakob Kim, Lucie Samson am Flügel, Peter Storfinger an der Orgel und die Duisburger Sinfonietta.

Höhepunkte in den rund zweieinhalb Stunden dauernden Konzerten sind unter anderem klassische Weihnachtslieder aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, die Ouvertüre aus „Eine Italienerin in Algerien“ von G. Rossini und aus P. Tschaikowskis Oper „Eugen Onegin“ die Arie des Gremlin.

Vorverkauf und Tageskasse
Kartenvorbestellungen für die Konzerte am 10. und 11. Dezember jeweils um 15.00 Uhr zum Preis von 10 Euro je Karte sind schon jetzt möglich. Von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr telefonisch unter 0203/ 52-43364 oder per E-Mail an sabine.junge@thyssenkrupp.com. Bei der Bestellung wird darum gebeten, Name, Telefonnummer und Anschrift anzugeben. Auch an der Abendkasse können Karten erworben werden.

Über die Weihnachtskonzerte der THyssenKrupp Mubilaren-Vereinigung haben wir früher schon berichtet: 2015, 2014, 2013 und 2012.

– Pressemitteilung der thyssenkrupp Steel Europe –
Foto: Petra Grünendahl

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Loveparade Stiftung Duisburg 24.7.2010: Stellungnahme des Vorstandes

Die neu gestaltete Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 ist fertig: Püntlich kurz vor dem dritten Jahrestag. Foto: Petra Grünendahl.

Die neu gestaltete Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 ist fertig: Püntlich kurz vor dem dritten Jahrestag. Foto: Petra Grünendahl.

Noch bevor heute Nachmittag die zurückgetretenen Beiräte Dirk Schales und Jörn Teich mit ihren verbündeten „Betroffenen“ auf einer Pressekonferenz weiter Stimmung gegen die Stiftung Duisburg 24.7.2010 machen können, erreichte uns eine Stellungnahme des Stiftungsvorstandes.

Hier wird nicht nur klar gestellt, wie haltlos die Vorwürfe sind (siehe auch unseren Kommentar vom 8. November 2016), sondern es werden die Ursachen des Zerwürfnisses deutlich: Offensichtlich wollte der Vorstand des Vereins „Betroffenen Initiative LoPa 2010 e. V.“ (BI LoPa 2010) nach Jahren seine Gestaltungshoheit über den Gedenktag und die Gedenkveranstaltung am Unglücksort (Nacht der 1.000 Lichter) nicht widerstandslos aufgeben. Ergo wird aus Kreisen des Vereins „BI LoPa 2010“bewusst Unsicherheit geschürt, so dass Stiftungsvorstand Jürgen Widera nun bemüht ist, mit Fakten zu kontern und die Stiftung mit ihrem Engagement klar zu positionieren.

 
Stellungnahme zu den Vorwürfen des Vereins LoPa 2010
Die Stiftung „Duisburg 24.7.2010“ verwahrt sich gegen die Vorwürfe, die die ehemaligen Beiratsmitglieder Jörn Teich und Dirk Schales erhoben haben. Jürgen Widera, Vorstand der Stiftung und Ombudsmann für die Opfer der Loveparade in Duisburg: „Es sind haltlose Unterstellungen, mit denen hier gearbeitet wird, um die Stiftung in Misskredit zu bringen und Betroffene zu verunsichern. Der Verein gibt vor, im Namen aller Betroffenen zu sprechen. In Wirklichkeit vertritt er aber nur eine kleine Gruppe von Verletzten.“

Stiftung Duisburg 24.7.2010 - Pressekonferenz zum sechsten Jahrestag der Loveparade (v. l.): Birgit Nellen (Stiftungsvorstand), Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratoriumsvorsitzender), Pfarrer Jürgen Widera (Stiftungsvorstand) und Angelika Köhler (Stifungsmitarbeiterin). Foto: Petra Grünendahl.

Stiftung Duisburg 24.7.2010 – Pressekonferenz zum sechsten Jahrestag der Loveparade (v. l.): Birgit Nellen (Stiftungsvorstand), Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratoriumsvorsitzender), Pfarrer Jürgen Widera (Stiftungsvorstand) und Angelika Köhler (Stifungsmitarbeiterin). Foto: Petra Grünendahl.

Fakt sei, so der Pfarrer des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, dass es im Zuge der Planung des Jahrestages 2016 erhebliche Konflikte zwischen den ehemaligen Beiratsmitgliedern Jörn Teich und Dirk Schales auf der einen und anderen Mitgliedern sowie insbesondere den Eltern der verstorbenen Opfer auf der anderen Seite gegeben habe. Zudem wandten sich Teich und Schales mit einer Beschwerde an die Stiftungsaufsicht der Düsseldorfer Regierungsbehörde.

„Den Versuch, unter Beteiligung der Stiftungsbehörde ein klärendes Gespräch aller Stiftungsgremien in einer gemeinsamen Sitzung Anfang September zu führen, scheiterte, weil die Herren Teich und Schales durch Abwesenheit glänzten. Hier hätten sie alle Kritikpunkte ansprechen können“, kritisiert Jürgen Widera das Verhalten der ehemaligen Beiratsmitglieder. Dies habe auch der extra angereiste Vertreter der Regierungsbehörde mit großer Verwunderung zur Kenntnis nehmen müssen.

Es entspricht dem Selbstverständnis der Stiftung, möglichst allen Opfern der Loveparade-Katastrophe gerecht zu werden. Jürgen Widera: „Dabei stehen sich die Interessen der unterschiedlichen Opfergruppen manchmal aber auch sehr gegensätzlich gegenüber. Auch wenn das nicht immer einfach ist, sind wir stets um einen Konsens bemüht.“

Selbstverständlich hält die Stiftung daran fest, die Betroffenen mitwirken zu lassen und wird in der nächsten Beiratssitzung eine Nachfolge als Interessenvertreter der Betroffenen benennen.

„Natürlich stehen die Hilfsangebote der Stiftung nach wie vor allen Betroffenen und selbstverständlich auch den Mitgliedern des Vereins LoPa 2010 offen“, so Jürgen Widera. Er sorge sich darum, dass sich Betroffene verunsichern lassen und deshalb nicht auf die Hilfsangebote der Stiftung zurückgreifen würden.

– Presseinformation der Stiftung Duisburg 24.7.2010 –
Fotos: Petra Grünendahl

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Bürgerehrenwappen 2016: Duisburger für ehrenamtliches Engagement geehrt

Nach dem Eklat bei der Stiftung Duisburg 24.7.2010 kommt diese Pressemeldung des Verbandes Duisburger Bürgervereine genau passend, wird doch gerade Stiftungsvorstand Pfarrer Jürgen Widera für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement für die Opfer der Loveparade 2010 – erst als Ombudsmann der Stadt, dann als Stiftungsvorstand – als einer von drei Preisträgern geehrt. Tatkräftig unterstützt wird er bei seiner Arbeit für die Stiftung und seinem Engagement für Betroffene und Traumatisierte von Birgit Nellen, die für die Stadt Duisburg im Stiftungsvorstand sitzt, und Angelika Köhler, der hauptamtlichen Mitarbeiterin in der Kontaktstelle der Stiftung im Haus der Evangelischen Kirche.

 

Die Verleihung des Bürgerehrenwappens fand in diesem Jahr im Haus der Sparkasse Duisburg statt (v. l.): Günter Pfeiffer (2. Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine), Bürgermeister Manfred Osenger, Pfarrer Jürgen Widera, Heike Priebe, Hermann Weßlau (1. Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine), Dr. Martin Fasselt, Mahmut Özdemir MdB und Ulrich Schneidewind (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Duisburg). Foto: Heinz Pischke / Verband Duisburger Bürgervereine e. V.

Die Verleihung des Bürgerehrenwappens fand in diesem Jahr im Haus der Sparkasse Duisburg statt (v. l.): Günter Pfeiffer (2. Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine), Bürgermeister Manfred Osenger, Pfarrer Jürgen Widera, Heike Priebe, Hermann Weßlau (1. Vorsitzender des Verbandes Duisburger Bürgervereine), Dr. Martin Fasselt, Mahmut Özdemir MdB und Ulrich Schneidewind (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Duisburg). Foto: Heinz Pischke / Verband Duisburger Bürgervereine e. V.

Seit 1980 vergibt der Verband Duisburger Bürgervereine e.V. das Bürgerehrenwappen als Ehrung für außerordentlich bürgerschaftliches Engagement. Herausragend für sicherlich viele andere Bürger oder Vereinigungen waren es dieses Mal Dr. Martin Fasselt, Pfarrer Jürgen Widera, Vorstand der Stiftung „Duisburg 24-7-2010“ und Heike Priebe, Sprecherin des Bürgerforums „Runder Tisch Marxloh“.

Bei Dr. Martin Fasselt war besonders erwähnenswert der Fasselt Förderpreis ausschlaggebend, welcher regelmäßigvon der PKF Fasselt-Schlage Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft für herausragende wirtschaftswissenschaftliche Abschlussarbeiten vergeben wird.

Pfarrer Jürgen Widera wurde nicht nur geehrt für seine Aktivitäten und Begleitung Betroffener der Loveparade, sondern auch für den Einsatz beim Arbeitskampf 1989, in deren Folge er auch den Verein „Leben und Arbeiten“ gründete.

Heike Priebe, ehrenamtlich tätig bei der Selbsthilfegruppe Maki, ist zudem Sprecherin des Bürgerforums „Runder Tisch Marxloh“. Mit ihrem sozialen Engagement für den Stadtteil sei sie „das Herz von Marxlohs“, so die Laudatorin.

– Nach der Presseinformation des Verbandes Duisburger Bürgervereine e. V. –
Foto: Verband Duisburger Bürgervereine e. V.

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Loveparade-Katastrophe: Eklat bei der Stiftung Duisburg 24.7.2010 – ein Kommentar

Vertreter der BI Lopa: Rücktritt im Streit
Von Petra Grünendahl

Im Streit seien Dirk Schales und Jörn Teich (beide Vorstände des Vereins „Betroffenen Initiative LoPa 2010 e. V.“) von ihren Ämtern im Beirat der Loveparade-Stiftung zurückgetreten, überraschte Radio Duisburg am Montagmorgen in den Lokalnachrichten. Begründet hätten sie ihren Schritt damit, dass die Stiftung sich mehr um Hinterbliebene als um Betroffene kümmere. Ähnliches berichtete am gleichen Tag die Rheinische Post, auch der WDR bot ihnen in der Lokalzeit eine Plattform.

Absurd! – ein Kommentar
Der Vorwurf der zurückgetretenen Beiratsmitglieder ist absurd!

Erst im Juli hatte die Stiftung Duisburg 24.7.2010 über ihre Arbeit des vergangenen Jahres informiert (v. l.): Friedhelm Scharff (Vater), Richard Bannert (Notfallseelsorge), Ulrike Stender (Diakonie), Edith Jakubassa (Mutter), Angelika Köhler (Stifungsmitarbeiterin), Birgit Nellen (Stiftungsvorstand), Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratoriumsvorsitzender) und Pfarrer Jürgen Widera (Stiftungsvorstand). Foto: Petra Grünendahl.

Erst im Juli hatte die Stiftung Duisburg 24.7.2010 über ihre Arbeit des vergangenen Jahres informiert (v. l.): Friedhelm Scharff (Vater), Richard Bannert (Notfallseelsorge), Ulrike Stender (Diakonie), Edith Jakubassa (Mutter), Angelika Köhler (Stifungsmitarbeiterin), Birgit Nellen (Stiftungsvorstand), Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (Kuratoriumsvorsitzender) und Pfarrer Jürgen Widera (Stiftungsvorstand). Foto: Petra Grünendahl.

Die Stiftung ist vielfältig für Betroffene und Traumatisierte tätig. Allerdings ist sie in erster Linie Anlaufstelle zur Vermittlung weiterführender Hilfen. In einer Kontaktstelle zum Beispiel, die die Stiftung im Haus der Evangelischen Kirche unterhält, ist die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin der Stiftung Ansprechpartnerin für Betroffene. Nach vielen Jahren Mitarbeit in der Kontaktstelle der Loveparade Selbsthilfe e. V. verfügt sie über wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse, wo Betroffenen weitergeholfen werden kann. Bis heute kommen immer noch Menschen, die Hilfen benötigen.

In ihrem Jahresrückblick 2015/2016 hatte die Stiftung im Juli von ihrer Arbeit berichtet. Eine Selbsthilfegruppe sei seit Mai 2016 wieder für Betroffene da: Eine Diplompsychologin leitet die Gruppe, in der sich in zweimonatlichem Abstand Betroffene und Hinterbliebene austauschen können.

Darüber hinaus arbeitet die Stiftung mit einem Psychotherapeuten-Team in Frankfurt, die Betroffenen Therapieplätze vermitteln. Über diese Schiene sind im eher unterversorgten Duisburg viel schneller Therapieplätze zu bekommen: Anstelle von Wartenzeiten von sechs bis zwölf Monaten stünden Platze innerhalb weniger Wochen zur Verfügung, so Beiratsmitglied Ulrike Stender.

uebrigens!Wer hier der Stiftung vorwirft, sich mehr um die Hinterbliebenen als um die Betroffenen und Traumatisierten zu kümmern, und sich öffentlichkeitswirksam in den Medien darüber „auskotzt“ und sich als „Opfer vierter Klasse“ stilisiert, will nur eines: Mal wieder im Mittelpunkt des Interesses stehen!

 

Hintergrund:
„Neue Mitglieder für den Beirat. 28.10.2016 Die Beiratsmitglieder Jörn Teich und Dirk Schales haben ihren Rücktritt aus dem Beirat der Stiftung erklärt. Nun sucht der Beirat Vertreter aus dem Kreis der Betroffenen der Loveparade-Katastrophe.“ So lapidar formulierte es die Stiftung Duisburg 24.7.2010 in den Nachrichten auf ihrer Webseite. Radio Duisburg wird etwas konkreter: „Es gibt offenbar Streit hinter den Kulissen der Loveparade-Betroffenen-Organisationen. Die Initiative LoPa2010 beendet die Zusammenarbeit mit der Hinterbliebenen-Stiftung und der Stadt Duisburg. Sie wirft beiden vor, sich einseitig um die Hinterbliebenen der Opfer zu kümmern und weniger um die Betroffenen und Traumatisierten. Außerdem sei das Vertrauensverhältnis gestört, heißt es.“

Der Beirat vertritt die Interessen der Hinterbliebenen und Betroffenen, so die Aussage der Stiftung. Er berate Kuratorium und Geschäftsführung der Stiftung, hat aber laut Satzung keine Entscheidungsbefugnis. Eine angeregte Änderung der Stiftungssatzung solle lediglich die Zusammenarbeit der drei Gremien präzisieren, schreibt die Stiftung. Von einer Änderung des Stiftungszweckes ist nicht die Rede. Diese wäre ohnehin nach deutschem Stiftungsrecht nicht so einfach zu beschließen und umzusetzen.

Siehe auch: „Bilanz nach einem Jahr: Stiftung Duisburg 24.7.2016“ aus dem Bericht im Vorfeld des Sechsten Jahrestages …

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Zeitzeugenbörse Duisburg blickt in die Vergangenheit „Archivbilder Großenbaum und Rahm“

Gegensätze im Duisburger Süden
Von Petra Grünendahl

Großenbaum war im Mittelalter stark bewaldet. Die erste Besieldung an der Straße „an dem Großen Baum“ gab dem entstehenden Ort seinen Namen. Der „Große Baum“ war der Schlagbaum einer Zollstelle an der Grenze der Herzogtümer von Berg und Kleve in der Nähe vom heutigen Bahnhof. Von der ländlichen Prägung der ersten Jahrhunderte findet sich heute fast nichts mehr. Die Industrialisierung begann 1890, als Albert Hahn ein Stahlwalzwerk ansiedelte, die in der Folgezeit expandierten und den Stadtteil über Jahrzehnte wirtschaftlich prägen sollte. Während 1920-er Jahre beschäftigten die Hahnschen Werke 3.500 Menschen. Im Nationalsozialismus übernahm Mannesmann: Das Werk wurde arisiert. Der Schließung in den 1980-er Jahren folgte kleinteiligere Industrie- und Gewerbeansieldung, die das Ortsbild ebenso massiv veränderten wie die Reihenhaussiedlungen aus unterschiedlichsten Jahrzehnten und die Mehrfamilienhäuser, die im Zuge starken Bevölkerungswachstums entstanden.

Mit dem Buch „Duisburg-Großenbaum und Rahm“ in der Reihe „Archivbilder“ hat sich die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. den beiden Stadtteilen im tiefsten Südosten der Stadt beschäftigt. Anhand alter Fotografien und Postkarten beschreiben die Autoren Harald Molder und Reinhold Stausberg die historische Entwicklung der beiden Stadtteile. Erzählungen der Bildgeber und anderer Ortskundiger flossen ebenso in die Texte ein wie die Geschichtsforschungen der Autoren, beide seit Jahrzehnten auch eifrige Sammler von historischem Bildmaterial. In der Einleitung zeigen sie die geschichtliche Entwicklung der beiden heutigen Stadtteile auf, die im Verlauf der Lektüre in den Bildbeschreibungen in Details geht.

Siedlungen an dem Großen Baum und im Rahm
Der Band „Duisburg-Großenbaum und -Rahm“ ist das erste Werk der Zeitzeugenbörse Duisburg, welches 2011 im Sutton Verlag erschienen ist. Gegliedert ist es in die Kapitel „Großenbaum“ und „Rahm“, allerdings sind die Bilder schon thematisch ähnlich sortiert, wie sie in späteren Büchern in Kapitel zusammen gefasst werden. Die beiden Stadtteile im tiefsten Südosten der Stadt könnten gegensätzlicher nicht sein: Dem eher industriell geprägten Großenbaum steht das lange Zeit ländlich geprägte Rahm gegenüber. Schon seit dem Mittelalter siedelten Menschen „im Rahm“. Die kirchlich und verwaltungsrechtlich eng mit dem Amt Angermund verbundene Besiedlung zählte im Jahr 1700 über 61 Bauernhöfe. Seit 1929 gehört Rahm ebenso wie Mündelheim, Huckingen und Teile von Großenbaum aufgrund einer kommunalen Neugliederung zur Stadt Duisburg-Hamborn, die diesen Namen mit der Eingliederung Hamborns bis 1935 trug. Erst als nach dem Zweiten Weltkrieg die im Süden wachsende Industrie mehr Arbeiter und diese mehr Wohnraum benötigten, wurde auch Rahm urbaner. Große Neubausiedlungen auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen und Feldern (heute „Rahm-West“) veränderten das Ortsbild nachhaltig. Die zahlreichen Ansichten aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigen auf, was mit dem dörflichen Charakter der Siedlung (heute „Alt-Rahm“) verloren gegangen ist.

Zum Entdecken und Erinnern

Coverfoto: Sutton Verlag.

Coverfoto: Sutton Verlag.

Das Buch „Duisburg-Großenbaum und -Rahm“ aus der Reihe Archivbilder publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, in Deutschland führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 96 Seiten findet der Leser rund 150 bis dato unveröffentlichten Aufnahmen und Postkarten aus privaten Sammlungen. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren von etwa 1890 bis 1970. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen von Mitgliedern der Zeitzeugenbörse Duisburg wie Reinhold Stausberg und Harald Molder, aus Privatsammlungen von Petra und Jörg Bickschäfer, Sascha Albertini bzw. Edgar Reinders sowie von ortsansässigen Vereinen. Entstanden ist ein Bildband, der anhand von Bildern und Ansichten die Geschichte von Großenbaum und Rahm über einen Zeitraum von gut 80 Jahren nachzeichnet. Das reich bebilderte Buch mit Broschur-Einband ist im Sutton Verlag in der „Reihe Archivbilder“ erschienen und kostet 18,95 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86680-787-7).

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein informierte sich über „Kommunikation im digitalen Zeitalter“

Erfolgsstrategie der Start-ups: Interaktion mit dem Kunden
Von Petra Grünendahl

Sprach beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über "Kommunikation im digitalen Zeitalter": André Lapehn. Foto: Petra Grünendahl.

Sprach beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über „Kommunikation im digitalen Zeitalter“: André Lapehn. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Zahl der ‚likes’ in Sozialen Netzwerken ist nicht entscheidend für den Erfolg einer Marke, sondern die Kundenbindung: Das ‚love’, die Zuneigung, die nicht in Zahlen messbar ist“, erklärte André Lapehn, Projektleiter „Marketing & Strategie“ bei der Unternehmensberatung business4brands. Die Zuneigung zeige sich beispielsweise in der Interaktion auf den Kanälen, die ein Unternehmen in Internet bedient, wie zum Beispiel Facebook. Der potenzielle Kunde braucht Ansprechpartner in den Sozialen Netzwerken: „Etwas vermitteln kann nur jemand, der Ahnung davon hat, der sich für sein Produkt begeistern kann“, verriet Lapehn. Gefragt seien auch lokale Informationen: Facebook-Seiten von Filialen sollten zum Beispiel von Mitarbeitern vor Ort bespielt werden. Die sind näher an ihren Kunden dran. Wenn Einzelhandelsketten solche Seiten für ihre Filialen zentral füllen, findet sich der Kunde mit seinen Interessen dort nicht wieder. „Damit wird die Seite meist sehr produktlastig, weniger personenbezogen, weniger Kunden bindend und am Ende austauschbar“, so Lapehn.

Begrüßte die Gäste des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein beim monatlichen Treffen zum Thema "Kommunikation im digitalen Zeitalter": Andreas Ocklenburg,, im Hintergrund Refernt André Lapehn. Foto: Petra Grünendahl.

Begrüßte die Gäste des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein beim monatlichen Treffen zum Thema „Kommunikation im digitalen Zeitalter“: Andreas Ocklenburg,, im Hintergrund Refernt André Lapehn.
Foto: Petra Grünendahl.

Zum Workshop „Erfolgreiche Kommunikation“ hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein seine Mitglieder eingeladen. Referenet André Lapehn vermittelte in Vortrag und Gesprächen die Basics, wie sich Unternehmen erfolgreich im digitalen Zeitalter aufstellen und Soziale Netzwerke strategisch für ihre Marketing-Kommunikation nutzen. Er warnte dabei vor Aktionismus: Nicht die Masse sei entscheidend, sondern die Qualität und die Relevanz für Kunden. Dabei präsentierte er Strategien ausgewählter Unternehmen, die sich damit erfolgreich auf dem Markt etabliert haben. Diese können den Marketing-Fachleuten auch als Anregungen für eigene Projekte dienen.

"Kommunikation im digitalen Zeitalter": Refernt André Lapehn (r.) und Andreas Ocklenburg (l.), Gechäftsführer vom Markteing-Club Duisburg-Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

„Kommunikation im digitalen Zeitalter“: Refernt André Lapehn (r.) und Andreas Ocklenburg (l.), Gechäftsführer vom Markteing-Club Duisburg-Niederrhein.
Foto: Petra Grünendahl.

business4brands
Die Unternehmensberatung business4brands begleitet Marktentwicklungen und berät Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln wollen. Vom Duisburger Innenhafen aus berät business4brands lokal, regional und international Unternehmen mit dem Ziel, gemeinsam Ideen für ihre Kundenkommunikation zu erarbeiten. Das digitale Zeitalter ändert Kunden und Wettbewerber. Wer am Markt erfolgreich sein will, muss sich ebenfalls verändern, seine Strategien anpassen und Geschäftsmodelle überarbeiten. Aus der einzigartigen Situation des Unternehmens entwickelt business4brands Strategien und hilft bei ihrer operativen Umsetzung. Einige dieser Strategien konnte Lapehn in seinem Vortrag anreißen. Vertiefen ließ sich das eine oder andere in den Gesprächen nach dem Vortrag. https://business4brands.com

Foto: Petra Grünendahl.

Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs unter https://www.mc-duisburg.de. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Ballett am Rhein: Martin Schläpfers „b.29“ feierte umjubelte Premiere im Theater Duisburg

Facettenreicher Ballettabend im Spiegel der Neoklassik
Von Petra Grünendahl

Ballett am Rhein b.29: Ensemble in Martin Schläpfer "Konzert für Orchester". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Ensemble in Martin Schläpfer „Konzert für Orchester“. Foto: Gert Weigelt.

Martialisch stampfen die Tänzerinnen mit Spitzenschuhen auf den Bühnenboden, aggressiv und kampfeslustig markieren die Tänzerinnen und Tänzer ihre Dominanz. Im Kontrast dazu stehen die Tänzerinnen und Tänzer, die barfuß tanzen: Sie stehen für die Gefühlvollen, die nach Liebe und Anerkennung Strebenden. Im Überlebenskampf des Einzelnen wird die Dramatik immer wieder aufgebrochen durch die Wucht der Musik: das „Konzert für Orchester“ ist das einzige groß angelegte Werk des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski (1913 – 1994), das ihn 1954 auf einen Schlag berühmt gemacht hatte. Das Werk der polnischen Moderne ist eine Auseinandersetzung mit dem Neoklassizismus, der diesem Ballettabend einen gemeinsamen Nenner gibt.

Ballett am Rhein b.29: Bruno Narnhammer, Yoav Bosidan, Brice Asnar, Camille Andriot, Eric White in Martin Schläpfer "Konzert für Orchester". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Bruno Narnhammer, Yoav Bosidan, Brice Asnar, Camille Andriot,
Eric White in Martin Schläpfer „Konzert für Orchester“. Foto: Gert Weigelt.

Für seinen Ballettabend „b.29“ hatte Martin Schläpfer als Rahmen zur Uraufführung seiner eigenen Choreographie des „Konzerts für Orchester“ Choreographien von George Balanchine (1904 – 1983) und Jerome Robbins (1918 – 1998) ausgewählt. Zwischen dem Heiteren und dem Humoristischen bot Schläpfer einen Kontrapunkt: Die Konfrontation von archaischer Spontaneität und Gefühlswelt und der kontrollierten Aggressivität, die Machtspiele beim Aufeinandertreffen beider Welten, die sich in Witold Lutoslawskis „Konzert für Orchester“, das folkloristische Motive in klassische Traditionen einarbeitet, so trefflich kontrastiert als Ballett auf die Bühne bringen lassen.

Gefeierte Urauffährung im Rahmen eines gelungenen Ballettabends

Ballett am Rhein b.29: Alexandre Simões in George Balanchine "Mozartiana". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Alexandre Simões in George Balanchine „Mozartiana“. Foto: Gert Weigelt.

Eine gute Wahl hatte Schläpfer mit den Stücken getroffen, die seine Choreographie einrahmten, bot doch die „Mozartiana“, die Peter Tschaikowsky (1840 – 1893) als Hommage an Mozart schrieb, für Balanchine 1981 die Grundlage für ein Ballet, das in leichten Tönen die Heiterkeit der Wiener Klassik spiegelt, in die Siegfried Rivinius mit der Solo-Violine instrumentale Akzente setzte. Zur Einstimmung bot es einen fast schon beschwingten Auftakt zum doch anspruchsvollen Schläpfer-Werk.

Ballett am Rhein b.29: Feline van Dijken in George Balanchine "Mozartiana". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Feline van Dijken in George Balanchine „Mozartiana“. Foto: Gert Weigelt.

Zum Finale rundete mit Jerome Robbins ein weiterer Vertreter der amerikanischen Neoklassik mit einer witzigen „Show in the Show“ einen rundum gelungenen Ballettabend ab: Für den einen oder anderen Lacher im Publikum sorgten seine Figuren, die er als Charaktere sehr fein herausgearbeitet hatte. Der Pianist Matan Porat war auf der Bühne Teil der Handlung und spielte seinen Part auch überzeugend und mit Elan, während die Tänzer – sein Publikum – zu „The Concert“ mit diversen Klavierstücken von Frédéric Chopin in einer Orchestrierung von Clare Grundman ihren Schabernack miteinander trieben.

Begleitet wurde der komplette Ballettabend von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Wen-Pin Chien, die die Vielfalt der Stücke mit ihrer mitunter schwierigen Verbindung zum Tanz bravourös meisterten. Viel Szenenapplaus für die fantastischen Tänzer begleitete die etwa zweieinviertelstündige Aufführung (mit zwei Pausen). Das Publikum feierte aber auch insbesondere Schläpfers Uraufführung mit einem minutenlangen Schlussapplaus und „Bravo“-Rufen.

Als kleinen Vorgeschmack gibt es hier: jerome Robbins‘ „The Concert“, George Balanchines „Mozartiana“ und Martin Schäpfers „Konzert für Orchester“ (Uraufführung).

Ballett am Rhein b.29: Pianist Matan Porat und Ann-Kathrin Adam in Jerome Robbins "The Concert". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Pianist Matan Porat und Ann-Kathrin Adam in Jerome Robbins „The Concert“. Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Ensemble in Jerome Robbins "The Concert". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Ensemble in Jerome Robbins „The Concert“. Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Michael Foster, Ann-Kathrin Adam, Feline van Dijken, Brice Asnar in Jerome Robbins "The Concert". Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Michael Foster, Ann-Kathrin Adam, Feline van Dijken, Brice Asnar in Jerome Robbins „The Concert“. Foto: Gert Weigelt.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 30. Oktober 2016 | 15:00 Uhr,
Di | 1. November 2016 | 18:30 Uhr,
Sa | 5. November 2016 | 19:30 Uhr,
Mi | 16. November 2016 | 19:30 Uhr,
Do | 1. Dezember 2016 | 19:30 Uhr,
Sa | 3. Dezember 2016 | 19:30 Uhr und
Sa | 17. Dezember 2016 | 19:30 Uhr.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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Hamborn: Stadt Duisburg und thyssenkrupp planen Erschließung von Schacht 2/5

Schacht 2-5 aus der Luft. Visualisierung: thyssenkrupp.

Schacht 2-5 aus der Luft. Visualisierung: thyssenkrupp.

Ehemaliges Zechengelände wird zum Erholungs- und Gewerbegebiet umgestaltet

Zukunftsweisendes Großprojekt im Duisburger Norden: Stadt und thyssenkrupp planen Erschließung und Entwicklung von „Schacht 2/5“ – Ehemaliges Zechengelände wird zum grünen Quartier „Friedrich-Park“ umgestaltet

Neue Perspektiven für den Duisburger Norden und seine Bürger: Die Stahlsparte von thyssenkrupp und die Stadt Duisburg planen gemeinsam die Weiterentwicklung einer Fläche der ehemaligen Zeche Friedrich Thyssen. Aus dem Gelände von „Schacht 2/5“ wird dann der „Friedrich-Park“. Durch dieses städtebauliche Großprojekt entstehen zwischen den Stadtteilen Marxloh und Fahrn auf rund 25 Hektar eine weitläufige Grünfläche, die gut verbunden ist mit den bereits vorhandenen öffentlichen Grünanlagen, sowie ein Gewerbegebiet. Im Zuge dieser zukunftsweisenden Maßnahme soll auch eine Umgehungsstraße von der Autobahn A 59 kommend, die sogenannte „Süd-West-Querspange Hamborn/Walsum“, gebaut werden. Nach erfolgter Bürgerbeteiligung sowie Abschluss des Bauleitplan-Verfahrens könnte 2018 mit den ersten Maßnahmen zur Umgestaltung des gesamten Brachgeländes begonnen werden.

Plan von Schacht 2-5. Quelle: thyssenkrupp.

Plan von Schacht 2-5. Quelle: thyssenkrupp.

„Hier eröffnet sich jetzt endlich die Möglichkeit, den ersten Teilabschnitt der Süd-West-Querspange Hamborn/Walsum zu realisieren, weitere Gewerbeflächen zu erschließen und neue Naherholungsflächen für den Duisburger Norden bereitzustellen“, erklärt dazu der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link. „Gemeinsam mit dem Partner thyssenkrupp können wir das in den nächsten Jahren stemmen.“ Für die umliegenden Stadtteile sei dieser Strukturwandel eine riesige Chance, betont Thomas Schlenz. „Durch die grüne Lunge wird der Bereich deutlich und dauerhaft aufgewertet. Damit zeigen wir einmal mehr, dass wir als ,guter Nachbar‘ unserer gesellschaftlichen Verpflichtung gegenüber den Menschen in Duisburg nachkommen und verlässlicher Partner der Stadt sein wollen“, so der Personalvorstand der thyssenkrupp Steel Europe AG.

Auf der Schachtanlage „Friedrich Thyssen 2/5“ wurde 1976 die letzte Kohle gefördert. Nach 80 Jahren Betrieb wurde die Grube geschlossen, womit die Geschichte der Bergbauförderung in Hamborn endete. Das Gelände gehört thyssenkrupp und soll im Rahmen der Entwicklung der Stadt Duisburg übertragen werden. Das Konzept für das insgesamt etwa 35 Fußball-Felder große Grundstück besteht aus verschiedenen Komponenten:

  • Kernstück der künftigen Nutzung ist ein gut 10 Hektar betragendes grünes Areal, das als öffentlicher, den Bürgern zugänglicher Erholungsraum im Duisburger Norden dienen soll. Im Zuge des gesellschaftlichen Engagements als „guter Nachbar“ wird die Stahlsparte von thyssenkrupp die Begrünung übernehmen. Die konkrete Ausgestaltung der Grün- und Spielflächen wird im Laufe des weiteren Planungsverfahrens erarbeitet. Daran sollen dann auch die Duisburger Bürger mitwirken.
  • Im zentralen Teil des Geländes entsteht eine Gewerbe-Fläche. Hier sollen mit Hilfe der Duisburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Das noch zu entwickelnde Nutzungskonzept wird sich dabei am Bedarf im Duisburger Norden orientieren.
  • Zur Entlastung der Anwohner in den Duisburger Stadtteilen Marxloh und Fahrn ist eine Umgehungsstraße, die als „Süd-West Querspange Hamborn/Walsum“ bezeichnet wird, vorgesehen. Diese quert von der Autobahn A 59 ausgehend, das Plangebiet und führt im weiteren Verlauf am nördlichen Rand des thyssenkrupp-Werkes um Walsum herum. Diese Straße wird dann deutliche Erleichterungen beim innerstädtischen Verkehr mit sich bringen. Auch die geplante Hafenentwicklung „Logport VI“ auf dem Gelände der stillgelegten Papierfabrik in Duisburg-Walsum wird damit verkehrstechnisch angebunden.
  • Parallel zu dieser Umgehungsstraße wird eine Trasse der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr gelegt, die künftig viele Haushalte in Duisburg versorgen soll.

In die Pläne für den „Friedrich-Park“, dessen Name auf die „Zeche Friedrich Thyssen“ zurückgeht, werden die Menschen in Duisburg frühzeitig und umfangreich einbezogen. Eine erste Informations-Veranstaltung dazu findet am 14. November im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren statt. Der Start für die Umgestaltung soll so schnell wie möglich erfolgen. Bis die Anwohner von den Vorteilen der Grünfläche und der Entlastungsstraße profitieren können, wird es aber noch etwas dauern. Nach Abschluss der Maßnahmen wird dieses grüne Quartier für Naherholung und Gewerbetreibende ein weiteres wegweisendes Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet sein.

Zeche Friedrich Thyssen versorgte Stahlwerk mit Steinkohle
Die „Zeche Friedrich Thyssen“, benannt nach dem Vater des Industriellen August Thyssen, ging hervor aus der Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Im September 1891 gab August Thyssen bekannt, im Besitz aller Anteile an dieser Gesellschaft zu sein. Für Duisburg war dies der Startschuss zur Stahlproduktion in der Stadt. Drei Monate später fand im Beisein des Firmengründers die erste Schmelze im Stahlwerk statt. Dies ist auch der Anlass für das 125-jährige Jubiläum „Stahl aus Duisburg“, das die Stahlsparte von thyssenkrupp in diesem Jahr feiert. August Thyssen legte mit der Vereinigung von Kohleförderung und Stahlproduktion unter einem Dach den Grundstein für den Erfolg seines Unternehmens.

Die „Zeche Friedrich Thyssen“ war zeitweise die größte Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht 2/5 wurde vom 2. Januar 1896 bis zum 15. Dezember 1976 betrieben. In dieser Zeit wurden insgesamt über 91 Millionen Tonnen Steinkohle abgebaut. Das qualitativ hochwertige „schwarze Gold“ aus der Hamborner Erde wurde im Wesentlichen zu Koks verarbeitet, mit dessen Hilfe die Stahlkocher in den Hochöfen bei Thyssen Roheisen produzierten.

– Presseinformation und Bilder: thyssenkrupp Steel Europe AG und Stadt Duisburg –

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Ohne Frühstück zur Schule? – „1 Euro mehr“ unterstützt Immersatt

euro-euroFür viele Duisburger Kinder ist das leider der Alltag. Aber mit nur einem Euro kann man unkompliziert helfen und ein Kind mit einem Pausenbrot beschenken.

Die Aktion „1 Euro mehr“ möchte innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten Geld sammeln, um den Duisburger Immersatt Kinder- und Jugendtisch e. V. bei seiner täglichen Arbeit zu unterstützen. Ein Euro ermöglicht die Verteilung eines Pausenbrotes für Schüler, die ohne Frühstück in die Schule kommen.

Der Lions Club Duisburg Mercator sucht nun „mitspielende“ Gastronomiebetriebe. Diese Mitspieler kaufen eine abgestimmte Anzahl von Losen zu je 1 Euro. In den teilnehmenden Gastronomiebetrieben findet man einen Aufsteller auf dem Tisch, der den Gast über die Aktion und den Hintergrund informiert und der erklärt, wie es funktioniert.

Nachdem der Gast seine Rechnung bezahlt hat, fragt das Personal, ob er die Aktion wahrgenommen hat und teilnehmen möchte. Dann erhält der Gast für jeden Euro, den er zusätzlich gibt, ein Los und nimmt an der Verlosung teil, bei der er ein Apple iPad gewinnen kann. Die Ziehung erfolgt am 17. Januar 2017.

Als „Mitspieler“ dabei sind bereits: Einfach Brendel, das Restaurant Küppersmühle, das Achterrath’s, die Lindenwirtin, das Restaurant Mediterran, das Passione Espresso, das Grammatikoff, das Webster, das Café Kantpark oder auch das Bistro movies im filmforum.

Der Lions-Club Duisburg Mercator zählt 35 Mitglieder und wurde 1982 gegründet. Ein Schwerpunkt seines Engagements ist die Unterstützung benachteiligter Duisburger Kinder.

– Presseindormation des Lions-Club Duisburg Mercator –

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MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zeigt Baselitz – Vedova im Duisburger Innenhafen

Brüder im Geist der Moderne: eine Wahlverwandschaft
Von Petra Grünendahl

Georg Baselitz (goldumrandet) und Emilio Vedova (schwarzumrandet) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Georg Baselitz (goldumrandet) und Emilio Vedova (schwarzumrandet) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem Erwerb von Vedovas Gemälde Manifesto Universale 1957 begann eine intensive persönliche Beziehung zwischen dem deutschen Maler und Bildhauer Georg Baselitz (*1938) und dem venezianischen Maler Emilio Vedova (1919 – 2006). Dem Manifesto Universale ist im Museum Küppersmühle in der Sonderausstellung auf Wunsch des deutschen Künstlers mit Win. D. (1959) eines seiner Frühwerke gegenüber gestellt. Eine erste Begegnung, der in den frühen 1960-er Jahren das persönliche Kennenlernen in Berlin folgte. Obwohl sich eine enge Freundschaft entwickelte, die bis zum Tode Vedovas 2006 hielt, wurden die Arbeiten der beiden Künstler erst 2007 auf der Biennale in Venedig gemeinsam ausgestellt. Nach Berlin (2008) und Salzburg (2012) ist nun eine gemeinsame Werkschau im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen zu sehen.

Georg Baselitz (goldumrandet) und Emilio Vedova (schwarzumrandet) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Georg Baselitz (goldumrandet) und Emilio Vedova (schwarzumrandet) im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Im Museum Küppersmühle treffen in einer Werkschau zwei Künstler aufeinander, die die europäische Kunstgeschichte der Nachkriegszeit mit geprägt haben. Die beiden Kuratoren der Sonderausstsellung, MKM-Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling und Fabrizio Gazzarri, Sammlungsdirektor der Fonadzione Vedova in Veneding, konnte bei der Auswahl der Werke aus dem Vollen schöpfen, obwohl – oder vielleicht gerade weil – sie überwiegend auf eigenen Bestände zurückgriffen. So verfügt die Sammlung Ströher über einen der größten musealen Bestände des Künstlers, der seit den 1970-er Jahren die deutsche Nachkriegskunst mit prägte. Die Fondazione Vedova verwaltet den Nachlass des italienischen Künstlers.

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedovas "Oltre 6" (links) und "Oltre 7" (rechts). Foto: Petra Grünendahl.

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedovas „Oltre 6“ (links) und „Oltre 7“ (rechts). Foto: Petra Grünendahl.

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedova. Foto: Petra Grünendahl.

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedova. Foto: Petra Grünendahl.

Emilio Vedova (1919 – 2006)
Emilio Vedovas Werden ist eher autodidaktisch geprägt. In Florenz bekommt er ersten Kontakt zu antifaschistischen Gruppen. Seine politisch beeinflusste Kunst zog Repressalien nach sich, als beispielsweise eine Ausstellung in Mailand 1943 umgehend von der OVRA (Organisation zur Überwachung und Bekämpfung des Antifaschismus) wieder geschlossen wurde. Praktisch verschrieb er sich der Arbeit im antifaschistischen Widerstand 1944/45. Auch künstlerisch bezog er Stellung und brachte sich als Individuum ein. Der kunstschaffende Revolutionär im expressiven Kampf mit Farbe und Form wurde zu einem der einflussreichsten Vertreter der abstrakten Nachkriegsmalerei (Informel). Überwiegend zeigt das Museum Küppersmühle großformatige Werke der 1980-er Jahre, die als Vedovas fruchtbarste und interessanteste Schaffensphase gilt.

Verfremdet rumgedreht: Georg Baselitz' Fingermalerei III (1972). Foto: Petra Grünendahl.

Verfremdet rumgedreht: Georg Baselitz‘ Fingermalerei III (1972). Foto: Petra Grünendahl.

Georg Baselizt' Zyklus "Ciao America" mit insgesamt 13 Teilen. Foto: Petra Grünendahl.

Georg Baselizt‘ Zyklus „Ciao America“ mit insgesamt 13 Teilen. Foto: Petra Grünendahl.

Georg Baselitz (*1938)
Georg Baselitz, geboren im sächsischen Deutschbaselitz (bürgerlicher Name Hans-Georg Kern) war eher unpolitisch, obwohl er 1956/57 nach zwei Semestern von der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Ost-Berlin wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ verwiesen wurde und sein Studium der Malerei daraufhin in West-Berlin an der Hochschule für bildende Künste fortsetzte. Baselitz wandte sich gegen die Vermischung von Kunst und Leben. Er malte gegen die Inhalte an, die sich assoziativ mit Motiven verbinden, indem er sie verfremdet kopfüber malt und eine abstrakte Formensprache verwendet.

Neben den selten gezeigten Bilderzyklen Kleines Straßenbild (1979) und Ciao America (1988) steht eine Werksreihe von 2015 im Fokus: Ma grigio (zu Deutsch: mein Grau). Die Bilder in Schwarz, Weiß und Grautönen mit ihren mehrheitlich italienischen Titeln sind eine Reminiszenz an Vedova.

Zur Ausstellung ist im Kölner Wienand Verlag ein umfassender Katalog erschienen mit Beiträgen von den Kuratoren Fabrizio Gazzarri und Walter Smerling, von Peter Iden und Carla Schulz-Hoffmann. Die Museumsausgabe des 160-seitigen Werks mit 158 Abbildungen ist für 34 Euro an der Museumskasse im MKM erhältlich.

Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedova. Foto: Petra Grünendahl.

Großformatige Werke aus den 1980-er Jahren: Emilio Vedova. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten sind noch bis zum 29. Januar 2017 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Am Donnerstag, 1. Dezember, um 17 Uhr findet eine Führung der Reihe „Kunst und Genuss“ durch die Lüpertz-Ausstellung statt: inklusive Getränk und Imbiss zum Ausklang im Restaurant Küppersmühle beträgt der Teilnahmepreis 21 Euro (Anmeldung unter https://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm). Außerdem hat das MKM ein Begleitprogramm zur Ausstellung mit zwei Vorträgen und einer Filmvorführung konzipiert. Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. stellt mit Medizinbus ärztliche Versorgung Obdachloser neu auf

Mobiler medizinischer Dienst mit ehrenamtlichem Mediziner-Team
ergänzt Mobile Hilfen für obdachlose Menschen

Von Petra Grünendahl

„Wir helfen einfach nur“, erklärte Dr. Lothar Schulte, Facharzt im Ruhestand, der sich seit Jahren für die ambulante ärztliche Hilfe für Obdachlose engagiert. Dazu zähle auch die Ausgabe von Spritzen. Suchttherapie ist nicht ihr Anliegen, die primären Bedürfnisse der Klientel – überwiegend Männer zwischen 40 und 50, die teils jahrzehntelange Suchtkarrieren (Alkohol, Drogen) hinter sich haben – sind meistens viel grundsätzlicher Natur: Erkältungen, Zahn- oder Kopfschmerzen, Magen-Darm, Lunge oder Rücken – und Wundversorgung. „Das sind Wunden, die würde man hier nicht vermuten: Eiter, Maden, Wunden, die bis auf die Knochen gehen“, so Schulte. Die hochgradig Suchtkranken hätten kein Schmerzempfinden mehr, so der Mediziner.

Fahrzeuge der Mobiles Hilfe (links) und des Mobilen medizinischen Dienstes (rechts) mit den ehrenamtlichen Helfern (v.l.): Ärztin Dr. Ute Renkes-Hegendörfer, Krankenschwester Wiltrud Jäkel, Arzt Dr. Lothar Schulte, Krankenschwester Claudia Bunse, Friedhelm Fritschen, Stv. Vorsitzender von Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V., Kurt Schreiber, Vorsitzender von Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V., und Dr. Gerd Heiman, Leiter des Mobilen medizinischen Dienstes.. Foto: Petra Grünendahl.

Fahrzeuge der Mobiles Hilfe (links) und des Mobilen medizinischen Dienstes (rechts) mit den ehrenamtlichen Helfern (v.l.): Ärztin Dr. Ute Renkes-Hegendörfer, Krankenschwester Wiltrud Jäkel, Arzt Dr. Lothar Schulte, Krankenschwester Claudia Bunse, Friedhelm Fritschen, Stv. Vorsitzender von Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V., Kurt Schreiber, Vorsitzender von Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V., und Dr. Gerd Heiman, Leiter des Mobilen medizinischen Dienstes.. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einem neuen Medizinbus ist ein Team aus sechs Fachärzten und sechs Krankenschwestern (drei davon ausgebildete Wundexperten) jetzt unter der Flagge des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. zwei Mal die Woche in Duisburg unterwegs. Über Jahre waren die Ehrenamtler bei einem Verein in Rheinhausen angesiedelt, bis Schulte und seine Mitstreiter im Juli das Handtuch schmissen. Drei Monate hatte es gedauert, bis durch die Kooperation mit einem neuen Verein ein Fahrzeug beschafft und aufbereitet werden konnte, wie es jetzt für medizinische Basisleistungen zur Verfügung steht. Wie bislang steht auch der neue Medizinbus montags und donnerstags zunächst ab 9 Uhr am Kuhlenwall / Ecke Königstraße. Am 10. Oktober war der Medizinbus erstmals im Einsatz, ab dem 13. Oktober fährt er nun regelmäßig die bekannten Stationen wieder an: Marxloh, Hamborn und den Bahnhof in Moers. Etwa 20 bis 25 Hilfesuchende betreuen sie an einem Tag im Schnitt.

Am Einsatzort Kuhlenwall/Königstraße: Das neue Fahrzeug der Mobilen medinzinischen AMbulanz des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Am Einsatzort Kuhlenwall/Königstraße: Das neue Fahrzeug der Mobilen medinzinischen AMbulanz des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Feste Zeitpläne für die Tour des Fahrzeugs gibt es nicht: „Die Leute warten auf uns. Sie wissen, dass wir kommen“, schilderte Dr. Gerd Heimann, Leiter des Mobilen medizinischen Dienstes. Den ehemaligen Rettungswagen habe man bei einem Händler in Bielefeld gefunden: „Der war froh, ihn endlich los zu werden“, erzählte Heimann. Dennoch musste man beim Preis erst einmal verhandeln. Bei der Überführung war der Händler aber sehr entgegenkommend, war der Wagen doch so nicht mehr zulassungsfähig und musste erst nach Duisburg transportiert werden. Nach zwei Jahren Stilllegung brauchte das Fahrzeug eine Komplettabnahme für die Hauptuntersuchung – und vor der Vorführung waren noch diverse Reparaturen nötig.

Die Mercedes-Niederlassung in Meiderich ebenso wie die Firma Köppen als Sponsor für die Aufbereitung und Zulassung des Medizinbusses leisten ebenfalls wertvolle Unterstützung, die mit der Abnahme durch die Dekra erfolgreich abgeschlossen wurde. Als Soziales Kraftfahrzeug ziviler Hilfe für ärztliche Unterstützungsleistungen konnte der Wagen bei einer Versicherung in einem Tarif untergebracht werden, in den auch Fahrzeuge vom Katastrophendienst eingestuft werden – zu entsprechend günstigeren Prämien. Nach drei Monaten Pause ist das bekannte Ärzte-Pfleger-Team nun wieder für obdachlose Menschen da, die entweder über keinen Krankenversicherungsschutz verfügen oder sich in ihrem Zustand in keine Praxis mehr hineintrauen.

Problem, Obdachlose überhaupt zu erreichen

Das neue Fahrzeug der Mobilen medinzinischen AMbulanz des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Das neue Fahrzeug der Mobilen medinzinischen AMbulanz des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Parallel zum neuen Mobilen medizinischen Dienst läuft weiterhin vier Mal die Woche (montags bis donnerstags) die „Mobile Hilfe für obdachlose Menschen“, die in einem zivilen Kleinlieferwagen bekannte Anlaufpunkte abfährt, um mit Kannenweise Kaffee und Angeboten wie Hilfen bei Ämtern und Anträgen oder Schriftwechsel als ehrenamtliche Sozialarbeit eine Klientel zu unterstützen, die vielfach zur Regelung eigener Angelegenheiten mehr in der Lage ist. Und selbst mit diesem niedrigschwelligen Angebot erreicht man nicht jeden: „Eine Frau in Hochfeld holt sich ihren Kaffee und geht wieder“, erzählte Kurt Schreiber, Vorsitzender des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V.

An einer solchen Klientel scheitern auch Hilfen der Stadt, die Menschen einfach nicht erreicht, die nicht erreicht werden wollen: Für Wohnungslose bietet die Stadt Duisburg in Zusammenarbeit mit der Diakonie Duisburg über die Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle (ZABV) in der Beekstraße 45 weiterführende Hilfen an. Diese Einrichtung setzt aber voraus, dass Hilfebedürftige ihre Situation ändern wollen und dieses Angebot auch annehmen.

Spenden sollen Erhalt des Medizinbusses sichern

Im Gespräch (v.l.): Dr. Gerd Heimann, Kurt Schreiber und Friedhelm Fritschen. Foto. Petra Grünendahl.

Im Gespräch (v.l.): Dr. Gerd Heimann, Kurt Schreiber und Friedhelm Fritschen. Foto. Petra Grünendahl.

Der Medizinbus lässt sich allerdings nicht aus Mitteln des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. finanzieren oder aus den Spenden, die dem Verein für seine Mobile Hilfe zufließen. „Wir müssen uns hier um neue Spender bemühen“, so Schreiber. „Ein paar Spender unseres bisherigen medizinischen Dienstes sind dabei geblieben und unterstützen unsere Arbeit jetzt hier“, erklärte Dr. Lothar Schulte. Rund 13.000 Euro werden im Jahr benötigt, um den medizinischen Dienst im bisherigen Umfang an zwei Tagen die Woche aufrecht erhalten zu können: Kraftstoff, Kfz-Versicherung, Steuern, aber auch Medikamente und medizinisches Versorgungsmaterial wie Verbände oder auch Spritzen, die wieder neu angeschafft werden müssen. „Wir mussten ja alles in Rheinhausen zurücklassen“, so Dr. Gerd Heimann. Und etwa 40.000 Euro an Spendengeldern, über deren zweckgebundene Verwendung Rolf Karling, Vorsitzender von Bürger für Bürger e. V. keine Rechenschaft ablegen wollte. Hier sind nun Gerichte sowie – wegen der Gemeinnützigkeit – das Finanzamt gefordert. [Anmerkkung: siehe hierzu auch folgenden Kommentar https://www.rundschau-duisburg.de/2016/10/14/medizinbus-versorgt-obdachlose-in-duisburg-id448711.html#comments%5D

Der Verein Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V., der schon seit 1993 in Duisburg in der aufsuchenden Hilfe für Obdachslose unterwegs ist, hat für die „Mobile medizinische Hilfe für obdachlose Menschen“ ein eigenes zweckgebundenes Spendenkonto eingerichtet: IBAN DE57350500000200200046 bei der Sparkasse Duisburg. Kontoinhaber ist Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V. (Stichwort: „medizinischer Dienst“), allerdings werden Spendeneingänge auf diesem Konto ausschließlich für den Medizinbus, Unterhalt, Medikamente und medizinische Hilfsmittel verwandt, die das Ärzte-Pfleger-Team für die ärztliche Versorgung braucht. Zum Verein Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V. …

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Expo Real: Neuplanung Wohn- und Gewerbepark in Duisburg-Wanheimerort

Eigentümer sucht neue Perspektive:
Überplanung des alga-Geländes an der Wanheimer Straße 270-276

Neuplanung Wohn- und Gewerbepark Wanheimer Straße 270 - 276 in Wanheimerort. Foto: Horst Gaßmann.

Neuplanung Wohn- und Gewerbepark Wanheimer Straße 270 – 276 in Wanheimerort. Foto: Horst Gaßmann.

„Die Entwicklung der alga-Fläche spielt im Rahmen der gesamtstädtischen Entwicklung eine besondere Bedeutung, da es sich hierbei um einen urbanen Standort mit direkter Rheinlage, zentrumsnah und mit optimalen ÖPNV-Anbindungen handelt. Die strategische Zielsetzung ‚Duisburg an den Rhein‘ zu entwickeln und Hochfeld mit Wanheimerort über den Kultushafen zu verbinden, kann mit dieser Entwicklung maßgeblich umgesetzt werden“, betont Beigeordneter Carsten Tum, Leiter des Stadtentwicklungsdezernats.

Im Rahmen Stadtentwicklungsstrategie Duisburg 2027 hat die Stadt Duisburg die Verwaltung mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans sowie mit einer gesamtstädtischen, strategischen Planung mit einem Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren, beauftragt. Anlass waren die Aktualisierung des geltenden Flächennutzungsplans aus dem Jahr 1986 sowie die geänderten wirtschaftlichen, sozialen, umweltbezogenen und globalen Rahmenbedingungen. Ein Teil der Stadtentwicklungsstrategie umfasst den westlichen Teil von Wanheimerort und Hochfeld in Duisburg. In diesem Bereich befindet sich auch das alga-Gelände in der Wanheimer Straße 270-276. Die Gesamtgrundstücksfläche beträgt 96.287 m² und ist bebaut mit Büros, Lagerhallen und Werkstätten (ca. 67.000 m² Gesamtnutzfläche). Zurzeit sind die Flächen an diverse Gewerbetreibende aus dem Bereich Logistik, Spedition und Kfz vermietet.

Neuplanung Wohn- und Gewerbepark Wanheimer Straße 270 - 276 in Wanheimerort. Foto: Horst Gaßmann.

Neuplanung Wohn- und Gewerbepark Wanheimer Straße 270 – 276 in Wanheimerort. Foto: Horst Gaßmann.

Anfang des Jahres entschloss sich der Grundstückseigentümer Horst Gaßmann aus Sittensen zur perspektivischen Aufgabe der aktuellen industriellen Nutzung hin zu einer Entwicklung eines Wohn- und Gewerbeparks. Für die Überplanung des Areals wurde Herr Dr. Ing. Architekt Karl Josef Mraczny von der M + P Planungsgruppe GmbH aus Hamburg beauftragt. Die Neuplanung sieht auf dem Grundstück ca. 61.000 m² BGF Gewerbefläche mit Hallen, Büros, Hotel, Boardinghouse und Nahversorgung sowie ca. 93.000 m² BGF Wohnen mit Eigentumswohnungen, Gefördertes Wohnen und einem Gesundheitszentrum vor. Im Rahmen der Expo Real in München wird das überplante Grundstück potentiellen Investoren und Projektentwicklern erstmalig vorgestellt und angeboten.

Nach den Analysen der Stadtentwicklungsstrategie Duisburg 2027 ist der westliche Bereich Wanheimerorts ein Quartier mit Entwicklungsbedarf. Die Aufgabe der wirtschaftlichen Nutzung und die angedachten neuen Nutzungscluster mit den dargestellten städtebaulichen Qualitäten können ein positiven Entwicklungstrend pushen und Umweltgerechtigkeit generieren. Das Projekt der alga-Fläche kann sowohl markenbildend als auch imagefördernd sein.

– Presseinformation und Fotos von HOGA-Immobilien –

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Expo Real: „DUO am Marientor“ wird neuer Magnet in Duisburg

Bauprojekt von HOFF und Partner stellt sich
auf Expo Real erstmalig der Öffentlichkeit vor

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

In den oberen Geschossen warten insgesamt 15.000 qm auf potentielle Mieter: Unternehmen können dort ab sofort Büro- und Praxisflächen von 100 qm bis 10.000 qm anmieten, deren Gestaltung und Ausstattung absolut flexibel und individuell auf die zukünftigen Nutzer zugeschnitten wird.

Eines der derzeit spannendsten Duisburger Bauprojekte betritt im Rahmen der diesjährigen Expo Real, Europas größter Fachmesse für Immobilien und Investitionen, am 4. Oktober 2016 erstmalig die öffentliche Bühne: Auf Einladung der Stadt Duisburg präsentiert der Projektentwickler HOFF dort am Stand der Metropole Ruhr das „DUO am Marientor“. Unter diesem Namen entsteht auf einem seit Jahrzehnten brachliegenden Innenstadt-Areal an der Steinschen Gasse in unmittelbarer Nähe der Marienkirche eine neue Immobilie für Arbeit und Leben in Duisburg. Neben Verkaufsflächen für Einzelhandel im Erdgeschoss – hier laufen bereits vertiefende Gespräche mit mehreren Partnern – wird das Angebot durch einen Hotelbetrieb komplettiert.

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

Das Gesamtkonzept aus einem vielfältigen und nachhaltigen Nutzungsmix, kombiniert mit einer ausdrucksstarken Architektursprache, war der ausschlaggebende Punkt dafür, dass HOFF als Investor und Projektentwickler den Zuschlag im Rahmen des städtischen Interessenbekundungsverfahren für dieses Grundstück erhalten hat. „Hoff und Partner ist es mit dem Konzept vom DUO am Marientor hervorragend gelungen, unsere Vorstellungen für die Entwicklung der Fläche umzusetzen“, so Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

Marientor Quartier. Entwurf: HOFF und Partner.

Auch der Termin für den nächsten öffentlichen Auftritt des DUO am Marientor steht bereits fest: Auf der GIMDU 2016, der Fachmesse für Gewerbeimmobilien in Duisburg (9./10. November 2016, Kongresszentrum Mercatorhalle), können sich Interessenten direkt vor Ort über das DUO am Marientor und seine Nutzungsmöglichkeiten informieren.

Der Vermarktungszeitraum beginnt mit der Präsentation auf der Expo Real und wird sich in 2017 fortsetzen. Abhängig vom Vermarktungsstand, wäre ein Baubeginn Ende 2017 / Anfang 2018 möglich.

– Pressemeldung von HOFF und Partner –

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antagomorph: Gereon Krebber im Museum DKM in Duisburg

Faszination von Materialien und Formen
Von Petra Grünendahl

Vorne das Mobile „Willst du das wirklich?“ (2015), hinten Output (Stiller Teilhaber, 2016). Foto: Petra Grünendahl.

Vorne das Mobile „Willst du das wirklich?“ (2015), hinten Output (Stiller Teilhaber, 2016). Foto: Petra Grünendahl.

Die monströsen Skulpturen und Installationen aus unterschiedlichsten Materialien und Bearbeitungen sollten den Blick nicht verstellen für die kleinen Details, die ihren Teil zur Faszination des Ganzen beitragen. Manch eine Oberfläche wirkt aus der Nähe betrachtet noch viel spannender, man will sie berühren, spüren: (NEIN, berühren verboten! Das beschädigt das Objekt!). Die Materialien sind nicht so ohne weiteres erkennbar. Mitunter scheinen sie in Bewegung. „Ich trage andere Materialien dann schichtweise auf die Haut auf. Verschmolzen, verbrannt, dick aufgetragen, übermodelliert, gegossen, verspachtelt, geschliffen, geraspelt oder besprüht suche ich eine neue, überraschende Qualität, die auf den ersten Blick wie aus sich selbst entstanden wirkt“, erklärte Bildhauer Gereon Krebber (*1973) die Entstehung seiner Skulpturen. Krebber verwendet Trägermaterialien wie Stahl, Aluguss, Holz, Beton, Mauersteine, geschliffene Spiegel, Polyurethan oder gebrannter Manganton. Meistens gestaltet er nicht die Oberflächen des Untergrundes, sondern er überzieht sie oder formt Details aus Stoff, Klebeband, Folie, Sprühlack, Epoxidharz und Farbe. Die Werke faszinieren mit ihrer Unterschiedlichkeit an Material, Gestaltung und Formen.

Doppelgänger (2015). Foto: Petra Grünendahl.

Doppelgänger (2015). Foto: Petra Grünendahl.

Im Museum DKM, der privaten Kunstsammlung der Stiftungsgründer Dirk Krämer und Klaus Maas, eröffnet am Freitag, 30. September, die Sonderausstellung „antagomorph“ mit ausgewählten Werken von Gereon Krebber, Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Wortbildung „antagomorph“ bezieht sich Krebber auf die Gegenläufigkeit in Form und Material, die seine Werke wie ein roter Faden durchzieht. Schon seit etwa zehn Jahren kennen die Museumsgründer den Künstler und seine Arbeit: Sie präsentierten ihn erstmals 2007 – damals noch in der Galerie DKM im Innenhafen – mit der Installation „Slurp“, die 2010/11 in den Räumen an der Güntherstraße (das Museum DKM existiert erst seit Anfang 2009) gründlich restauriert ein zweites Mal gezeigt wurde.

Ontö (XT, 2015) Foto: Petra Grünendahl.

Ontö (XT, 2015) Foto: Petra Grünendahl.

Blick verliert sich in den Details
Sieben Räume umfasst der Wechselausstellungsbereich vom Eintritt in die Sammlung bis zum Übergang zum Treppenhaus. Manch kleinere Werke fallen gar nicht so leicht ins Auge angesichts der teilweise monströsen plastischen Installationen. Ins Auge springen Großskulpturen wie „Mobster“ (2013), „Ontö“ (2015), die verbrannte Holzkonstruktion „Das kommt davon“ (2012), Ynx (Aus dem Blauen, 2013), „Ready“ und „Steady“ (2014/2016) sowie das Mobile „Willst du das wirklich?“ (2015). Trotz ihrer Größe locken Details, die den Betrachter beschäftigen. Mal mehr, mal weniger auffällig (weil klein und unscheinbar) sind die kleineren Exponate, die aber ebenso einen genauen Blick wert sind.

Raumfüllende Installation Ynx (Aus dem Blauen, 2013). Foto: Petra Grünendahl.

Raumfüllende Installation Ynx (Aus dem Blauen, 2013). Foto: Petra Grünendahl.

Zu den Ausstellungen im Folkwang Museum Essen (Antikörper / OTC, 8. April bis 24. Juli 2016) und dem Museum DKM erscheint ein gemeinsamer Katalog beim Kerber Verlag, der Krebbers Arbeiten und Ausstellungen der letzten fünf Jahre dokumentiert. Textbeiträge verfassten Dr. Hans-Jürgen Lechtreck und Dr. Friedrich W. Heubach, dazu kommt ein Materialindex, zusammengestellt von Sonja Pizonka und ein Geleitwort von Dr. Thomas A. Lange. Der Katalog ist an der Museumskasse für 30 Euro erhältlich, im Buchhandel kostet er 35 Euro.

 

Detailaufnahme von Steady (2014/2016) Foto: Petra Grünendahl.

Detailaufnahme von Steady (2014/2016) Foto: Petra Grünendahl.

Links: Chunkie (2014), hinten: Mobster (2013), vorne: acolyte (2010-2013). Foto: Petra Grünendahl.

Links: Chunkie (2014), hinten: Mobster (2013), vorne: acolyte (2010-2013). Foto: Petra Grünendahl.

Museum DKM
Die Ausstellung von Gereon Krebber ist ab Freitag, 30. September, bis zum 5. März 2017 zugänglich. Zur Ausstellung gibt es am Dienstag, 1. November (Allerheiligen), um 15 Uhr eine Künstlerführung. Für die Teilnahme an der Führung wird ein Entgelt von 6 Eur (zzgl. Zum Eintrittspreis) erhoben. Um Anmeldung wird unter Telefon 0203 / 93555470 gebeten.

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Im Studio: Zeichnungen von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck Museum in Duisburg

Die schönsten graphischen Werke aus dem künstlerischen Nachlass
Von Petra Grünendahl

Aus Lehmbrucks Frühwerk: Studie nach Michelangelos "Sklaven" (1898). Foto: Petra Grünendahl

Aus Lehmbrucks Frühwerk: Studie nach Michelangelos „Sklaven“ (1898). Foto: Petra Grünendahl

„Ein gutes Drittel der hier gezeigten 60 Arbeiten Wilhelm Lehmbrucks sind vorher noch nie gezeigt worden“, erklärte Dr. Marion Bornscheuer, Kuratorin der Ausstellung „Im Studio: Wilhelm Lehmbruck“ bei der Vorbesichtigung. Zusammen mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte sie die wichtigsten Aspekte der Werkschau vor, die räumlich in fünf Kategorien präsentiert wird. Vom „Frühwerk“ über „Biographische Bezüge“ mit Portraitdarstellungen von Familie, Freunden und Bekannten, Entwürfe in „Bezüge zur Plastik“ oder „Künstlerische Experimente“, die ebenfalls in Bezug zum Werk des früh verstorbenen Bildhauers (1881 – 1919) stehen, bis hin zu einer Serie an Zeichnungen rund um Shakespeares Tragödie „Macbeth“. Mit Lehmbrucks mehrfarbiger Pastellzeichnung auf Karton, dem „Hinsinkenden Frauenakt II“ von 1913/14, bietet die Schau ein ganz besonderes Highlight. Dem „kundigen“ Betrachter wird aber auch die eine oder andere Zeichnung ins Auge springen, deren Ausformungen zu Skulptur er im Lehmbruck-Trakt schon begutachten konnte.

Lehmbrucks "Hinsinkender Frauenakt II" von 1913/14. Foto: Lehmbruck Museum.

Lehmbrucks „Hinsinkender Frauenakt II“ von 1913/14. Foto: Lehmbruck Museum.

Zur wichtigsten Sammlungs- und Forschungsstätte avancierte die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in den Jahren 2006 bis 2010 mit dem Erwerb des künstlerischen Nachlasses dieses bedeutenden Künstlers der Klassischen Moderne. Von den insgesamt 1.141 erworbenen Werken Lehmbrucks kamen 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 250 Druckgraphiken in die graphische Sammlung des Museums. Eine Auswahl der schönsten graphischen Blätter zeigt das Skulpturenmuseum im Kantpark ab Donnerstag, 29. September (Eröffnung ist um 19 Uhr) im Untergeschoss des Hauptgebäudes: „Im Studio“.

Ein Frauenkopf: Lehmbrucks Frau Anita. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Frauenkopf: Lehmbrucks Frau Anita. Foto: Petra Grünendahl.

Mutter und Kind (1910). Foto: Petra Grünendahl.

Mutter und Kind (1910). Foto: Petra Grünendahl.

Eine Kniende (1911). Foto: Petra Grünendahl.

Eine Kniende (1911). Foto: Petra Grünendahl.

Studien: Gefallender / Gestürzter (1915). Foto: Petra Grünendahl.

Studien: Gefallender / Gestürzter (1915). Foto: Petra Grünendahl.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Sonderausstellung „Im Studio: Wilhelm Lehmbruck – Die schönsten Erwerbungen aus dem Nachlass“ ist bis zum 5. Februar 2017 im Untergeschoss des Lehmbruck Museums zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Lehmbruck Lectures und andere Begleitprogramme
Zum Werk von Wilhelm Lehmbruck, des fraglos bedeutendsten deutschen Bildhauers des frühen 20. Jahrhunderts, bietet das Lehmbruck Museum mit „Lehmbruck Lectures“ eine neue Vortagsreihe an. Den Auftakt machte die junge Lehmbruck-Forscherin Dr. Teresa Ende am 15. September mit ihrem Vortag „Wilhelm Lehmbruck: Geschlechterkonstruktionen in der Plastik“. Weitere Vorträge finden am 20. Oktober und am 24. November jeweils um 18 Uhr statt. Die Reihe soll im kommenden Frühjahr fortgesetzt werden. Details findet man auf den Internet-Seiten des Museums unter https://www.lehmbruckmuseum.de/?p=8677.

Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag, sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für weitere Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (5), Lehmbruck Museum (1)

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Studienfahrt des DGB Niederrhein zur KZ-Gedenkstätte Esterwegen im Emsland

Verfolgung Andersdenkender und
Gewalt unter der NS-Herrschaft

Von Petra Grünendahl

Fietje Ausländer bei der Führung über das ehemalige Lagergelände. Foto: Petra Grünendahl.

Fietje Ausländer bei der Führung über das ehemalige Lagergelände. Foto: Petra Grünendahl.

„Mit ihrer Errichtung im Frühjahr 1933 stellte man diese Konzentrationslager als wirtschaftliches Förderprojekt für die Region dar“, erklärte Fietje Ausländer, Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen. Das Emsland sei eine arme Region gewesen, in der die Menschen größtenteils nicht einmal fließend Wasser hatten, erzählte er. Die Bewohner des Umlandes profitierten davon, dass die Versorgung von Wachen und Gefangenen über örtliche Händler lief, wie Dokumente in der Ausstellung belegen. Die Einheimischen durften im Schwimmbad des KZ schwimmen und vom 10-Meter-Turm mit Aussicht über das Lager ins Becken springen. Auch die Arbeiterkolonnen aus dem Lager zur Schwerstarbeit im Moor dürfte den Emsländern nicht verborgen geblieben sein. Zwölf Jahre profitierten die Menschen von den Lagern, aber hinterher wollte keiner gewusst haben, was in ihnen vor sich ging.

Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Petra Grünendahl.

Der DGB Niederrhein hatte zu einer Studienfahrt nach Esterwegen in der Nähe von Papenburg eingeladen, wo eine Gedenkstätte an die Opfer der Nationalsozialisten in den emsländischen Konzentrationslagern erinnert. Der DGB in Duisburg hatte die Fahrt zusammen mit der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten) Kreisvereinigung Duisburg organisiert. Mit dem Bus ging es die 220 Kilometer nach Esterwegen. Unterwegs stimmte Christa Bröcher von der VVN auf das Thema an. Ihr Großvater war 1933/1934 in Börgermoor in „Schutzhaft“ gewesen: Dem ersten von später 15 Lagern, in denen Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen bis zur Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 die Moore kultivierten und trocken legten.

Die Konzentrationslager im Emsland

Die Lage der Emslandlager nahe der holländischen Grenze. Foto: Petra Grünendahl.

Die Lage der Emslandlager nahe der holländischen Grenze. Foto: Petra Grünendahl.

Als die Nationalsozialisten nach dem Reichstagsbrand mit Hilfe der „Verordnung zum Schutze von Volk und Staat“ (Reichstagsbrandverordnung) erstmals in großem Stil politische Gegner, die antifaschistisch tätig waren, verhafteten und ohne Gerichtsverhandlung einfach wegsperrten („Schutzhaft“), traten auch Menschen aus Duisburg und Umgebung den Weg in die ersten der Lager – Börgermoor und Esterwegen – an: Johann Esser zum Beispiel, ein Bergmann aus Rheinhausen, der hier im August 1933 „Das Lied der Moorsoldaten“ schrieb, mit dem er den politischen Gefangenen und Widerständlern ein bleibendes Zeichen setzte. Das Lied gibt es mittlerweile in vielen Sprachen und es wird in aller Welt gesungen von Menschen, die sich gegen Unterdrückung und Willkürherrschaft wehren.

Das Lager in Esterwegen (Luftbild). Foto: Petra Grünendahl.

Das Lager in Esterwegen (Luftbild). Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem die Nationalsozialisten zunächst Konzentrationslager durch Umnutzung bestehender Gebäude errichtet hatte, beschloss man im März 1933 den Bau der ersten „neuen“ Konzentrationslager im Emsland. Das erste Lager, Börgermoor, war am 21. Juni 1933 bezugsfertig. Vierzehn weitere Lager folgten in der Moorlandschaft an der niedersächsischen Grenze nach Holland. Zu den berühmtesten Insassen zählte zwischen 1934 und 1936 auch Carl von Ossietzky, Friedensnobelpreisträger 1935. Esterwegen war zeitweilig nach Dachau das größte deutsche KZ.

Politische Gegner: Erst Schutzhäftlinge, dann Verurteilte –
und schließlich Kriegsgefangene

Konzentrations- und Strafgefangenenlager in Deutschland 1933 - 1935. Foto: Petra Grünendahl.

Konzentrations- und Strafgefangenenlager in Deutschland 1933 – 1935. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihrer Eröffnung standen die Emslandlager unter dem Kommando der SS. Sie waren von 1933 bis 1936 gedacht für so genannte Schutzhäftlinge als Konzentrationslager. Ende 1936 wurden die Häftlinge aus Esterwegen nach Oranienburg gebracht, wo sie das KZ Sachsenhausen aufbauten. Nach ihrer „Auflösung“ kamen die Lager unter die Kontrolle der Justiz, die dort verurteilte Strafgefangene unterbrachte (ab 1937). Natürlich gab es unter den Verurteilten auch Kriminelle: Betrug, Diebstahl, Körperverletzung. Der Großteil wurde aber verurteilt wegen „Hochverrat“, „Rassenschande“, „Heimtücke“ oder „Unsucht mit Männern“ (§175, der Homosexualität unter Strafe stellt, stammte in dieser Form aus der NS-Zeit und galt bis 1969!). Die Palette dessen, was die Faschisten ins Strafgesetzbuch geschrieben hatten, war lang und zielte auf die Ausschaltung und Beseitigung politischer Gegner und unerwünschter Personen, die nicht rechtzeitig hatten ins Ausland fliehen können.

Modell von den Häftlingsbaracken im Lager Aschendorfermoor, das ein ehemaliger Gefangener aus seinen Erinnerungen und Gefühlen gebaut hat. Foto: Petra Grünendahl.

Modell von den Häftlingsbaracken im Lager Aschendorfermoor, das ein ehemaliger Gefangener aus seinen Erinnerungen und Gefühlen gebaut hat.

Mit Kriegsausbruch ergänzten Vergehen wie Desertion/Fahnenflucht, Feigheit vor dem Feind, Unerlaubtes Entfernen von der Truppe, „Wehrkraftzersetzung“ oder Feindbegünstigung die Haftgründe: Die dritte Phase der Nutzung setzte ein. Wobei es für eine Verurteilung wegen Feindbegünstigung schon ausreichte, einem hungernden Kriegsgefangenen ein Stück trocken Brot zu reichen. Außerdem wurden einzelne Lager ausschließlich für die Unterbringung von Kriegsgefangenen verwendet, die der gleichen Prozedur der Zwangsarbeit in den Mooren unterworfen wurden: Franzosen, Belgier, Polen, Russen. Auch polnische Soldatinnen des Warschauer Aufstandes waren in einem der Lager inhaftiert. Man schätzt, dass zwischen 1933 – 1945 rund 180.000 bis 200.000 Menschen insgesamt in den 15 Lagern im Emsland unter menschenunwürdigsten Bedingungen Monate oder gar Jahre verbrachten.

Mauerreste und historische Fundstücke in der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Mauerreste und historische Fundstücke in der Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem Krieg diente Esterwegen zunächst als Internierungslager der Alliierten für Funktionsträger des NS-Staates. Von 1951 bis 1959 zogen Flüchtlinge aus Osteuropa in das Lager, bis sie anderweitig untergebracht werden konnten (Durchgangslager). In der Zeit arbeitete man ja auch noch daran, die einheimische Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen, der im Bombenkrieg flächendeckend verloren gegangen war. Nach dem Auszug der Flüchtlinge wurden über eine Auktion sämtliche Überreste des Lagers verscherbelt und abgebaut, bis an diesem Ort absolut nichts mehr an das Lager erinnerte. Als sich Anfang der 1960-er Jahre die Bundeswehr mit einem Depot dort niederließ, bauten sie neue Hallen, die sie bis 2007 nutzten. Die jenseits des ursprünglichen Lagers (also zwischen Lager und Moor) gebauten Hallen wurden für die Gedenkstätte umgebaut und werden heute für das DIZ genutzt. Das neu gebaute Foyer verbindet die ehemaligen Bundeswehrlager.

Erst nach einem einführenden Vortrag durch einen Betreuer der Gedenkstätte oder nach dem Besuch der Ausstellungsräume sollten Besucher das eigentliche Lagergelände betreten.

Gedenkstätte Esterwegen: das Foyer. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte Esterwegen: das Foyer. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte Esterwegen: das Lager
Im Jahr 2001 beschloss die Bundeswehr das Areal zu verlassen. Dann nahm man die Planung auf für die Gestaltung einer Gedenkstätte: An einem Ort, wo an sichtbaren Zeugnissen nichts mehr übrig war. Erst 2007 zog Bundeswehr ab, 2008 nahm die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen ihre Arbeit auf und 2011 konnte endlich eine Gedenkstätte mit Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) eröffnet werden.

Links im Boden eingelassen ein Stück von der alten Schotter-Lagerstraße. Die Alleebäume wurden wohl Ende der 1930-er Jahre gepflanzt. Links und rechts des Weges deuten "Baumpakete" die Standorte der Häftlingsbaracken an. Drum herum: Lava-Scchotter (Vulkanstein aus der Eifel). Foto: Petra Grünendahl.

Links im Boden eingelassen ein Stück von der alten Schotter-Lagerstraße. Die Alleebäume wurden wohl Ende der 1930-er Jahre gepflanzt. Links und rechts des Weges deuten „Baumpakete“ die Standorte der Häftlingsbaracken an. Drum herum: Lava-Scchotter (Vulkanstein aus der Eifel). Foto: Petra Grünendahl.

Seit 1981 hatte es Bestrebungen gegeben, eine solche Gedenkstätte zu errichten. Die Widerstände in der Region waren vielfältig, was die Initiatoren allerdings nicht entmutigte. Ein Aktionsbündnis für ein DIZ Emslandlager e. V. gründete sich, unterstützt von ehemaligen Häftlingen. Ein Dokumentationszentrum errichteten 1985 sie in Papenburg (nahe Esterwegen). Mit der Eröffnung der Gedenkstätte wanderte auch die bis dato schon sehr umfangreiche Dokumentation nach Esterwegen. Mit Hilfe der Ausstellung sowie im Idealfall einer Führung kann man die Dimensionen des Lagers und ihre ursprüngliche Bebauung gut einschätzen. Auf der Vorderseite des Dokumentationszentrums lädt ein schmaler Weg ins Moor, wo die damaligen Gefangenen zur harten körperlichen Zwangsarbeit eingesetzt waren.

Ein Stahlsteg führt vom Besucherzentrum direkt ins Moor. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Stahlsteg führt vom Besucherzentrum direkt ins Moor. Foto: Petra Grünendahl.

Im DIZ gibt es zur Zeit drei Ausstellungen: Der umfassendste Teil stellt die Emslandlager dar, die unterschiedlichen Phasen ihrer geschichtlichen Entwicklung (1933 – 1936, bis 1939 und bis 1945) und das Leben der Insassen. Eine zweite Ausstellung dokumentiert, was nach dem Krieg mit den Emslandlagern geschah, und zeigt, wie man den „Makel“ in der Umgebung am liebsten unter den Teppich kehren und vergessen wollte. Ein dritter Ausstellungsbereich mit einer Sonderausstellung „Die schönsten Lager Deutschlands“ befasst sich im Überblick mit Konzentrations- und Vernichtungslagern.

Durchgang in den ehemaligen Lagerbereich. Foto: Petra Grünendahl.

Durchgang in den ehemaligen Lagerbereich. Foto: Petra Grünendahl.

Das Areal des ehemaligen Lagers wurde von einem Landschaftsarchitekten gestaltet. Eine Rekonstruktion im Stil einer Hollywood-Kulisse kam nicht infrage, da Fachleuten der Vermittlungswert eines solchen Ensembles als wenig hilfreich erschien, Leben und Leiden der Gefangenen nachzuempfinden. Nachvollziehen auf einer abstrakteren Ebene kann man die Örtlichkeiten in der letztlich realisierten Gestaltung umso besser. Gruppen aus Sträuchern und Bäumen („Baumpakete“) markieren die Standorte der Baracken. Ein gepflasterter Weg läuft über die alte Lagerstraße, die sich schnurgerade durch das Gelände von den ehemaligen Bereichen der Wachen direkt hinter dem Haupteingang durch Cortenstahl-Tore in die Häftlingsbereiche bis hin zum Todesstreifen zieht.

KZ Sachsenhausen bei Oranienburg. Foto: Petra Grünendahl.

KZ Sachsenhausen bei Oranienburg. Foto: Petra Grünendahl.

Während die ehemaligen Bewacherflächen grün, fast parkähnlich wirken, hat man in den Häftlingsbereichen zwischen den stilisierten Baracken Lava-Schotter als Bodenbelag gestreut, der die unterschiedliche Anmutung der Lagerbereiche in die Gegenwart holt. Wände aus rostrotem Cortenstahl (der Stahl oxidiert an der Oberfläche) umschließen das Gelände anstelle der alten Mauern und Vierfachzaunreihen mit Stacheldraht. Stahlstelen markieren Wachtürme oder Tore, so dass der Besucher zumindest abstrakt einen Eindruck bekommt und die Topographie des Lagers sichtbar wird. Für den Rest überträgt der Besucher die Eindrücke aus dem DIZ in diese in der Sommersonne scheinbar friedliche Idylle.

Je mehr Zeitzeugen wegsterben, umso mehr braucht man solche Orte der Dokumentation ihrer Leiden, die erinnern, ja mahnen, dass so etwas nie wieder geschehen darf!

Mehr Infos: https://www.gedenkstaette-esterwegen.de

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg: Von der Dorfschule zum Bildungszentrum

Der ehemalige Schulleiter Hans-Günter Portmann stellte sein Buch
über die Geschichte der Binnenschiffer-Ausbildung in Duisburg vor

Von Petra Grünendahl

„Der Mann lebt seinen Beruf“, hatte Verlegerin Anne Kappes schon beim ersten Gespräch festgestellt, bei dem ihr Hans-Günter Portmann ein Manuskript vorgestellte. Der ehemalige Schulleiter des Schiffer-Berufskollegs Rhein in Duisburg-Homberg hatte sich nach seiner Pensionierung mit der Geschichte der Schiffer-Berufsschule befasst, die weit über das hinaus reicht, was 1949 als Schulbetrieb nach dem Krieg im damals selbstständigen Homberg (Kreis Moers) wieder aufgenommen wurde. „Das Schiffer-Berufskolleg Rhein ist ein Aushängeschild für die Stadt Duisburg“, erklärte Schul- und Kulturdezernent Thomas Krützberg. In seinen dreizehn Jahren als Schulleiter habe Portmann großen Anteil an der Bedeutung der Schule, auch weit über Duisburg hinaus. Ein Verdienst im übrigen, für den der Verband Duisburger Bürgervereine Hans-Günter Portmann im Jahr 2012 mit dem Bürgerehrenwappen geehrt habe, so Krützberg.

Buchvorstellung im Mercatorzimmer (v. l.): Ehefrau Mechthild Portmann, Autor Hans-Günter Portmann, Dezernent Thomas Krützberg, Verlegerin Anne Kappes und Manfred Wieck, Schulleiter am Schiffer-Berufskolleg Rhein. Enkel Paul-Johann (2 ½, unten im Bild) hatte auch schon eifrig geblättert. Foto: Petra Grünendahl.

Buchvorstellung im Mercatorzimmer (v. l.): Ehefrau Mechthild Portmann, Autor Hans-Günter Portmann, Dezernent Thomas Krützberg, Verlegerin Anne Kappes und Manfred Wieck, Schulleiter am Schiffer-Berufskolleg Rhein. Enkel Paul-Johann (2 ½, unten im Bild) hatte auch schon eifrig geblättert. Foto: Petra Grünendahl.

Im Mercatorzimmer im Rathaus stellte Hans-Günter Portmann zusammen mit Thomas Krützberg und Anne Kappes sein Buch „Von der Dorschule zum Bildungszentrum“ vor. „Hier schreibt jemand nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis“, lobte Krützberg. Als Mann der Praxis hatte Portmann eine Ausbildung zum Schiffbauer gemacht, bevor er nach einer Hochschulreife über den Zweiten Bildungsweg ein Studium aufnahm: zunächst Schiffstechnik, später Lehramt. Seine erste Stelle trat er 1975 im Hamborner Robert-Bosch-Berufskolleg an, wo er die Berufsschule für Boots- und Schiffsbauer aufbaute, die er 1999 mit an das Schiffer-Berufskolleg in Homberg nahm, als er dort seine Stelle als Schulleiter antrat.

Initiativen optimieren Ausbildung

Das Schiffer-Berufskolleg Rhein am Bürgermeister-Wendel-Platz in Hmberg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Schiffer-Berufskolleg Rhein am Bürgermeister-Wendel-Platz in Hmberg. Foto: Petra Grünendahl.

In seiner Zeit als Schulleiter hat er den Ausbildungsbetrieb für Schüler wie Betriebe ausgebaut und optimiert, neue Möglichkeiten der Ausbildung gefördert und das Schiffer-Berufskolleg zu einem Aushängeschild der Duisburger Schullandschaft gemacht, das mit seiner Ausbildung, aber auch seiner Fachkompetenz europaweites Ansehen genießt. Erste (Un)Ruhestandspläne, ein Studium der Wirtschaftsgeschichte aufzunehmen, hatte Portmann zurückgestellt. Für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) war er in Sachen Ausbildung in der Binnenschifffahrt weltweit unterwegs.

Inner noch interessiert war der pensionierte Schulleiter an der Entstehung und Entwicklung von Schifferberufsschulen, deren Aushängeschild – nicht nur für Duisburg oder Deutschland, sondern europaweit – er so viele Jahre geleitet hatte. Neben den Anfängen der Schifferausbildung in Deutschland erforschte er die Ursprünge seiner Schifferberufsschule, die seit 2006 neben ihren traditionellen Bildungsgängen Binnenschiffer und Boots-/Schiffbauer auch die Fachkraft für Hafenlogistik ausbildet.

Nächstes Jahr: 125 Jahre Binnenschiffer-Ausbildung in Duisburg
Als im Jahr 1892 die erste Binnenschifferschule in Duisburg gegründet wurde, diente sie der Erlangung des Schifferpatents. Von Ruhrort zog diese Schule später auf die andere Rheinseite nach Homberg, wo sie nach verschiedenen Standortwechseln seit 1989 am Bürgermeister-Wendel-Platz beheimatet ist. Eine klassische Berufsausbildung mit Lehrvertrag, Ausbildungsordnung und Abschlussprüfung gibt es erst seit 1936. „Diese Ausbildungsordnung wurde erst in meiner Zeit als Schulleiter geändert und modernisiert“, erzählte Portmann. Neben den normalen Berufschulklassen bietet das Schiffer-Berufskolleg Rhein auch seit einigen Jahren Berufschulklassen für Binnenschifffahrts-Azubis an, die bei entsprechender Vorqualifikation zur Erlangung der fachbezogenen Hochschulreife (Fach-Abi) führen. Der Lehrlingssuche von Partikulieren und Schiffseignern hat es mit Sicherheit nicht geschadet, ihren Azubis höherwertige Abschlüsse anbieten zu können.

Im Homberger Stadthafen lagen 2012 noch zwei Schulschiffe vor Anker: die Rhein I und die Rhein II. Foto: Petra Grünendahl.

Im Homberger Stadthafen lagen 2012 noch zwei Schulschiffe vor Anker: die Rhein I und die Rhein II. Foto: Petra Grünendahl.

Die Geschichte der Binnenschifferausbildung in Deutschland ist in erster Linie eine Duisburger Geschichte, denn einen besseren Standort als im Zentrum der Binnenschifffahrt konnte es dafür nicht geben. Dieser Meinung waren schon die Preußen, was zur ersten Schulgründing 1892 damals noch in Ruhrort geführt hatte. „Ohne die Unterstützung der Verbände der Binnenschifffahrt und der Stadt Duisburg wäre die Entwicklung der jetzigen Schule in Homberg nicht möglich gewesen“, bekräftigte Hans-Günter Portmann. Neben dem Schiffer-Berufskolleg Rhein mit dem angegliederten Schulschiff Rhein im Homberger Stadthafen gibt es heute in der Binnenschiffer-Ausbildung lediglich eine Fachklasse an einem Berufskolleg in Schönebeck bei Magdeburg. Pro Jahr verlassen rund 100 Bootsjungen und Bootsmädchen nach ihrem Abschluss das Duisburger Schiffer-Berufskolleg Rhein.

Hans-Günter Portmann: Von der Dorfschule zum Bildungszentrum

Das Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Ursprünglich war mal geplant, dass Friedbert Barg, Herausgeber vom Schifffahrts-Magazin, sich um den Verlag kümmert“, erzählte der Autor. Nach Bargs Tod vor zwei Jahren sei dies nicht mehr möglich gewesen. Über gute Freunde sei er mit dem AWD Verlag in Kontakt gekommen, bei dem er schließlich sein fertiges Buch (ein Manuskript in zwei Aktenordnern) hätte vorstellen können. Die Verlegerin war schnell überzeugt: „Das ist auch ein Buch für Leute, die nichts mit Binnenschifffahrt zu tun haben“, begeisterte sie sich. Es sei lehrreich und überhaupt nicht trocken geschrieben, so Kappes, obwohl Portmann verriet, er habe es ja erst als Doktorarbeit verwenden wollen. Dann hätte er aber erst noch Geschichte studieren müssen, in die Pädagogik (die er ja für Lehramt studiert hatte) habe der Stoff nicht gepasst.

Das 560 Seite starke Buch über die Entwicklung der Binnenschifferschule vom 19. bis in das 21. Jahrhundert ist mit festen Einband erschienen bei der AWD Druck + Verlag GmbH, Alsdorf (bei Aachen). Zum Preis von 39 Euro ist das Buch im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-937062-570).

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation

Botschaften zur Kundengewinnung zielgenau einsetzen
Von Petra Grünendahl

Referent Gerd Schröder über Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation. Foto: Petra Grünendahl.

Referent Gerd Schröder über Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation. Foto: Petra Grünendahl.

„Es funktioniert nicht, mit einem Imagefilm alle Zielgruppen gleichzeitig ansprechen zu wollen“, erklärte Gerd Schröder, Inhaber der Agentur K3, die Video und interaktive Formate konzipiert und erstellt für die Marketing-Kommunikation von Unternehmen. „Wenn ich mit meinem Produkt unterschiedliche Zielgruppen ansprechen will, muss ich jede mit ihren eigenen Bedürfnissen ansprechen.“ Kurz und knackig müssen die Botschaften sein, sonst ist der potenzielle Kunde weg: Wichtig sei die Verweildauer, erklärte der Marketing-Experte. „Wie viel ist der Konsument bereit zuzuhören?“ Je mehr ein Video auf seinen Adressaten zugeschnitten ist, umso mehr komme von der Botschaft an, so Schröder.

Das Tectrum in Neudorf. Foto: Petra Grünendahl.

Das Tectrum in Neudorf. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte zu seinem monatlichen Mitglieder-Treffen den Marketing-Experten Gerd Schröder ins Tectrum in Neudorf eingeladen. Der Agentur-Geschäftsführer gab einen Überblick über die Bedeutung und die Möglichkeiten von Video-Marketing in Sozialen Netzwerken wie Youtube, Facebook oder Snapchat. Seine 2010 gegründete Agentur K3 hat sich auf Video-Marketing im Internet spezialisiert. In den Social Media spielt die Musik: auf Youtube, auf Facebook und seit neuestem auch auf Snapchat und dem Twitter-Videoplattform Vine. Jeder dieser Dienste ermöglicht Kommunikatoren, über Werbung zielgruppenspezifisch genau die zu erreichen, bei denen das Video mit der jeweiligen Botschaft ankommen soll. Um diese Zielgruppe zu erreichen, muss das Video genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sein. Botschaften an andere Zielgruppen gehören in eigene Videos, die auch nur genau den jeweiligen anderen Gruppe gezeigt werden. Mit dem Versuch, mehr als eine Botschaft in einem Video unterzubringen, verpuffe die Wirkung, wie Schröder anhand von Beispielen deutlich machte.

Video-Marketing richtig konzipieren und einsetzen

Eine 360-Grad-Visualisierung aus dem Innenraum eines Autos. Foto: Petra Grünendahl.

Eine 360-Grad-Visualisierung aus dem Innenraum eines Autos. Foto: Petra Grünendahl.

„Bilder kommen immer gut an, noch besser sind bewegte Bilder“, erklärte Schröder den Stellenwert von Videos, den man sich mittlerweile auch im Marketing zunutze macht. „Video kann man machen, sollte man machen, dann aber richtig!“ Will heißen: Wenn man mehrere Zielgruppen ansprechen will, braucht man für jede Zielgruppe eine eigene Botschaft, verpackt in einem eigenen Video mit einer eigenen Geschichte. Eine hochwertige Produktion, ein gut gemachtes Video zahlen sich da aus. Mehrere kleine Video-Botschaften brauchen keinen Etat zu sprengen, wenn sie in einem Rutsch produziert werden. Dass die einzelnen Video-Plattformen sich in Punkto Anforderungen und Möglichkeiten unterscheiden, brachte der Agenturchef ebenso zur Sprache wie die Angebote an Statistiken und ihre Auswertung. Auch innovative Techniken wie VR oder 360° sprach er an mit Beispielen, wo diese im Einsatz ihre Vorteile und Möglichkeiten haben. Vom Erstkontakt über die Kaufentscheidung bis hin zur Kundenpflege schilderte Schröder ein weites Einsatzfeld von Videobotschaften, die ihre Adressaten heutzutage über unterschiedlichste Kanäle im Internet erreichen. Und als kleinen Tipp gab er den Marketing-Fachleuten mit auf den Weg: „Relevanz des Publikums ist manchmal wichtiger als die Reichweite.“

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein

Andreas Ocklenburg, Geschäftsführender Vorstand des Marketing-Clubs, und Gerd Schröder, Geschäftsführer der Agentur K3. Foto: Petra Grünendahl.

Andreas Ocklenburg, Geschäftsführender Vorstand des Marketing-Clubs, und Gerd Schröder, Geschäftsführer der Agentur K3. Foto: Petra Grünendahl.

Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs unter https://www.mc-duisburg.de. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Achtes „Fest de Jüdischen Buches“ im Rahmen der Jüdischen Kulturtage

Juden in Deutschland: “Es gab nichts deutscheres!“
Von Petra Grünendahl

Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid liest in der Synagoge aus "Davidstern und Eisernes Kreuz". Foto: Petra Grünendahl.

Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid liest in der Synagoge aus „Davidstern und Eisernes Kreuz“. Foto: Petra Grünendahl.

„1.500 jüdische Soldaten bekamen im ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz Erster Klasse“, zitierte Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid aus seinem Buch „Davidstern und Eisernes Kreuz“. Seit den Befreiungskriegen 1813 hätten Juden freiwillig für ihr deutsches Vaterland zu den Waffen gegriffen. Wirklich gedankt hat es ihnen weder Preußen noch das Deutsche Reich oder die Weimarer Republik, auch wenn viele Soldaten sogar bis ins Jahr 1934 noch mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden waren. Die letzten dieser Urkunden hatte noch Adolf Hitler als Reichskanzler unterzeichnet, bevor er seinen Feldzug nicht nur gegen die deutschen Juden, sondern nach und nach gegen Juden in ganz Europa begann. „Adolf Hitler, der sein Eisernes Kreuz, welches er ständig an der Uniform trug, seinem jüdischen Vorgesetzten zu verdanken hatte“, gab Heid zu denken. Mit dem Dienst als Soldaten hofften die Juden, eine Gleichstellung zu erreichen. Vergeblich: Eine Offizierslaufbahn durften in Deutschland (im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern) nur solche einschlagen, die sich taufen ließen, wie Ludger Heid in seinem informativen Vortrag sehr gut vermittelte. Trotz aller Opfer ernteten Juden nur Antisemitismus und Spott vom Allergemeinsten: Menschen, von denen der Historiker Golo Mann, Sohn des Schriftstellers Thomas Mann, sagte: „Es gab nichts deutscheres!“

Jüdisches Leben in Deutschland im Spiegel von Autobiographien, historischen Vorträgen oder von Literatur und Kunst präsentierte das achte „Fest des Jüdischen Buches“, welches erstmals im Rahmen der Jüdischen Kulturtage statt fand. Breit war die Palette der angebotenen Lesungen und Workshops. Gut angenommen wurde das Programm für Kinder, bei dem diese auch selbst kreativ mitmachen konnten: Entsprechend viele Jüngere konnte man in der Mittagspause durch Foyer huschen sehen.

Während das Kinderprogramm eingleisig lief, hatten die Erwachsenen bis zu drei Veranstaltungen parallel, unter denen sich entscheiden mussten. Spannende Themen und Referenten boten da schon mal die Qual der Wahl. Gemeinsam waren ihnen Einblicke in jüdischen Leben, wie man es sonst in dieser Dichte nicht präsentiert bekommt. Die Autoren kamen auch gerne mit einem interessierten Publikum ins Gespräch, das noch Antworten suchten. Der Austausch erzeugte gerade bei autobiographischen Lesungen Nähe und stellte bei den Zuhörern Bezüge zum eigenen Leben her, wo jüdisch immer auch deutsch ist.

Neue Synagoge war offen und hatte einen Garten

Prof. Daniel Hoffmann las aus "Heimat, bist du wieder mein". Oben ein Bild der aötem Synagoge in Düsseldorf an der Kaernenstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Prof. Daniel Hoffmann las aus „Heimat, bist du wieder mein“. Oben ein Bild der aötem Synagoge in Düsseldorf an der Kaernenstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Die neue Düsseldorfer Synagoge, 1958 eingeweiht, habe er wohl als Dreieinhalbjähriger 1962 das erste Mal vom Balkon des angrenzenden Hauses erblickt, erzählte Prof. Daniel Hoffmann, Literaturwissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sein Vater sei damals Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf geworden. Von einem Garten um die Synagoge herum erzählte Hoffmann. Von einem offenen Platz, einem Zaun, der eher Grundstücksmarkierung als Abschottung war. Hoffmann unterlegte seinen Vortrag mit Bildern, deren Bedeutung er im Kontext der Lesung auf sein eigenes jüdisches Leben zog. „Heimat, bist du wieder mein“ heißt das Werk, welches das Leben seines Vaters (1921-2008) nachzeichnet, der Auschwitz überlebt hatte: Der Sohn, der mit Auschwitz und der Shoa groß geworden war, erlebte später selber mit, wie die Offenheit der Synagogen zu eigenem Schutz hohen Zäunen weichen musste, als Ende der 1970-er Jahre die politische Lage der Welt neue Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland erforderte. Seit dem Brandanschlag auf die jüdische Synagoge in Düsseldorf im Jahr 2000 erhöhte der Staatsschutz die Sicherheitsanforderungen für Jüdische Einrichtungen noch einmal: Seitdem stehen Polizeiwagen rund um die Uhr in der Nachbarschaft.

“Georg, du bist noch immer mein Freund“

Walter Kaufmann mit "Schade, dass du Jude bist" in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

Walter Kaufmann mit „Schade, dass du Jude bist“ in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich bin ein Sohn dieser Stadt“, leitete Walter Kaufmann seine Lesung ein aus „Schade, dass du Jude bist“. Georg, sein Freund aus Jugendtagen, hatte dies einmal zu ihm gesagt. Seine Erzählungen handeln von Georg, aus christlicher Familie, die dem Nationalsozialismus aber nichts abgewann, und von Ruth, einer Freundin, die mit ihrer Schwester nach Amerika hätte in Sicherheit gebracht sollen, die aber wegen ihrer Lungenkrankheit kein Visum bekam. Er hat sie nie wieder gesehen. Auch nach Georg habe er nach dem Krieg gesucht. Mehr als ein „verschüttet in Warschau“ sei nicht in Erfahrung zu bringen gewesen.

Walter Kaufmann mit "Schade, dass du Jude bist" in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

Walter Kaufmann mit „Schade, dass du Jude bist“ in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

„Das Leben hat es gut mit mir gemeint“, so Kaufmann, dem man seine 92 Jahre nicht ansieht. Nicht er sei Opfer gewesen, aber seine Eltern (vielmehr: Adoptiveltern): Rechtsanwalt Dr. Sally Kaufmann war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Duisburg. Wie er nach dem November-Pogrom 1938 („Tag der Vandalen“ nennt ihn Kaufmann) die verwüstete elterliche Villa vorgefunden hatte erzählte der 92-Jährige. Die Eltern schickten daraufhin den 15-jährigen Walter 1939 über England nach Australien. 1942 deportierte man die Eheleute Kaufmann nach Theresienstadt, 1944 dann nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden. Erst 1956 kehrte Kaufmann nach Deutschland zurück, auch nach Duisburg: Die Leute, die nach den Kaufmanns das Haus für kleines Geld gekauft hatten, hätten ihn nie wieder hinein gelassen – bis heute nicht: „Alles wirkte 1956 so unwirklich, als sie mich nicht hinein ließen.“ Seit 2002 liegen an der Prinz-Albrecht-Straße 17 Stolpersteine für Sally und Johanna Kaufmann als bleibende Mahnung.

Kulturtage noch mit Programm bis zum 27. September

Die Synagoge im Jüdischen Gemeindezentrum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Synagoge im Jüdischen Gemeindezentrum. Foto: Petra Grünendahl.

Wer Walter Kaufmann („Schade, dass du Jude bist“) erleben möchte, hat Montag und Dienstag noch einmal Gelegenheit dazu: In den Volkshochschulen in Mülheim und Oberhausen. Auch Prof. Daniel Hoffmann („Heimat, bist du wieder mein“) sowie Dr. Ludger Joseph Heid mit historischen Vorträgen („Mehr Intelligenz als körperliche Kraft“) oder mit seiner Frau Karin Sommer-Heid (Else Lasker-Schüler) sind noch einmal in der VHS in Mülheim bzw. Oberhausen zu Gast. Details siehe Komplettprogramm der Jüdischen Kulturtage.

Neben der Ausstellung des Kreativquartiers Ruhrort (Francine Mayran im Gemeindehaus Ruhrort, bis 3. Oktober) stehen noch weitere interessante Veranstaltungen auf dem Programm: Vier „jüdische“ Filmabende im Filmforum sowie ein Konzert (Die Goldenen Zwanziger: Von der Kunst auf dem Vulkan zu singen) bzw. ein Jiddisch-russischer Nachmittag (für Leute, die der beiden Sprachen mächtig sind) im Jüdischen Gemeindezentrum.

WICHTIG!
Für Veranstaltungen im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist es aus Sicherheitsgründen für den Einlass unbedingt nötig, seinen Personalausweis bereit zu halten.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburger Hafen AG: Festakt zum 300. Hafengeburtstag auf der Mercatorinsel

Wirtschaftliche Stärke braucht belastbare Infrastruktur
Von Petra Grünendahl

Die Duisburger Philharmoniker beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Duisburger Philharmoniker beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einer Premiere läutete die Feier ein: Kai Gottlob vom Filmforum Duisburg hatte für einem achtminütigen Dokumentarfilm Bilder und Filmsequenzen aus 300 Jahren Duisburger Hafen zusammengeschnitten. Musikalisch unterlegt wurde das Ganze live von den Duisburger Philharmonikern mit der hierfür eigens komponierten Begleitmusik: einer Suite von Prof. Bernhard Eichner von der Folkwang Universität der Künste, die die Bilder eindrucksvoll zu unterstrich. Unter der musikalischen Leitung von Giordano Bellincampi optisch wie musikalisch ein Hochgenuss.

Eirch Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Eirch Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Zum offiziellen Festakt zum 300. Hafengeburtstag hatte die Duisburger Hafen AG auf die Mercatorinsel eingeladen. Rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur waren der Einladung gefolgt. Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, dankte den Mitarbeitern, die in den letzten 18 Jahren mit ihm zusammen den Wandel von der Hafenverwaltung zur integrierten Logistikgruppe unter der Dachmarke „duisport“ voran getrieben und begleitet hatten. „Rund 100 Unternehmen haben wir seitdem hier ansiedeln können“, bilanzierte der Hafenchef. Logport I auf den Flächen des aufgegebenen Stahlwerks in Rheinhausen sei eine Erfolgsgeschichte, Daraus sei eine ganze Familie geworden, den jüngsten Spross – logport VI – hatte man gerade erst in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Vor 18 Jahren, als Staake den Vorstandsvorsitz übernahm, sei dieses nicht absehbar, ja Träumerei gewesen. „Nirgends ist die Vernetzung von Industrie und Logistik so erfolgreich wie hier.“ Seit der Übernahme der Bundes-Anteile durch das Land NRW sei der Unternehmenswert weiter gestiegen. „Fast alle in der Branche reden über den China-Zug: Solche Konzepte brauchen wir für eine erfolgreiche Zukunft“, unterstrich Staake.

Hafen als Innovationsmotor über Generationen

Oberbürgermeister Sören Link beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir feiern hier ein besonders starkes Stuck Duisburg“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. Er hob die Rolle des Jobmotors hervor: „22.000 Arbeitsplätze in Duisburg hängen unmittelbar vom Hafen ab. Der Hafen ist als Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen Lebens unverzichtbar für gute und sichere Arbeitsplätze“, so Link. Er hob auch das finanzielle Engagement des Hafens im sozialen oder im kulturellen Bereich hervor. Wichtig sei seine ständige Weiterentwicklung: „Was wir als Stadt dazu tun können, werden wir gerne tun.“

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Ihre Unterstützung für die künftige Entwicklung des Duisburger Hafens sicherte auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu. Schließlich ist das Land NRW seit zwei Jahren zu zwei Dritteln Eigentümer des Hafens (ein Drittel gehört der Stadt Duisburg). „Die Entwicklung des Duisburger Hafens ist ein gutes Zeichen für NRW. Ja, wir können Wandel – und: Wir können Zukunft!“, so die Ministerpräsidentin. Logistik werde sich weiter wandeln, die Digitalisierung sehe sie auch in der Logistik als Chance. „Heute steht der Hafen mit beeindruckender Stärke da. Genau diese Grundhaltung brauchen und fördern wir in NRW.“ Wichtig sei, die Wirtschaft mit einer funktionierenden Infrastruktur zu unterstützen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Duisburger Hafen hat Entwicklungen frühzeitig erkannt und mit gestaltet“, lobte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Er war in Vertretung für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zum EU-Gipfel in Bratislava weilte, der Einladung des Hafens gefolgt. Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands sei ohne den Duisburger Hafen nicht denkbar, so der Minister. Zu lange sei aber die Infrastruktur vernachlässigt worden, das werde sich nun mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan ändern, der Bund halte für die avisierten Projekte und Investitionen auch die nötigen Mittel bereit, versicherte Dobrindt.

Volles Haus beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum im Zelt auf der Mercatorinsel. Foto: Petra Grünendahl.

Volles Haus beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum im Zelt auf der Mercatorinsel. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der lebhaften Sinfonie Nr. 3 – der „Rheinischen“ – von Robert Schumann setzten die Duisburger Philharmoniker dem offiziellen Festakt zum Hafengeburtstag ein stimmungsvolles Finale.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Kulturtage der Jüdischen Gemeinde: „Fest des Jüdischen Buches“ am Sonntag, 18. September

Blick in den Spiegel jüdischer Identitäten
Von Petra Grünendahl

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Vielseitige Interessen spricht das „Fest des Jüdischen Buches“ auch in diesem Jahr an. Von der Kunst über Historisches und Soziologisches bis hin zu autobiographischen Werken reicht die Spanne, aber auch für Kinder wird etwas angeboten. Zu den bekannten Namen zählt sicherlich der Berliner Schriftsteller Walter Kaufmann, der in Duissern auf der Prinz-Albrecht-Straße aufgewachsen ist. Der 92-Jährige liest unter anderem aus seinem Buch „Schade, dass du Jude bist“, das so manchem Jüngeren wertvolle Einblicke in ein unbequemes Kapitel deutscher Geschichte geben dürfte. Auch Prof. Daniel Hoffmann, Literaturwissenschaftler an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, erzählt anhand seiner Familiengeschichte aus deutsch-jüdischem Leben in Düsseldorf im Schatten des Holocaust.

Das „Fest des Jüdischen Buches“ gibt es schon seit 2006. Erstmals ist es in diesem Jahr in die Jüdischen Kulturtage eingebettet, die größere Zusammenhänge von Wechselbeziehungen jüdisch-deutscher Kultur deutlich machen. Am kommenden Sonntag, 18. September, steht nun das „Jüdische Buch“ im Fokus: Bücher von Juden, Bücher über jüdisches Leben, Lesungen und Würdigungen jüdischer Künstler und Schriftsteller. Zwischen 11 und 16.30 Uhr steht das Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen am Springwall (Innenhafen) ganz im Zeichen des Buches – und dies bereits zum achten Mal (Rückblicke gibt es hier …). Zumeist laufen mehrere Veranstaltungen parallel. Schon schade, dass man sich nicht zweiteilen kann. Den Programmablauf für den 18. September gibt es hier …

Vielfältige Einblicke in Leben und Schaffen
Einen Schwerpunkt setzt das „Fest des Jüdischen Buches“ in diesem Jahr auf Else Lasker-Schüler (1869 – 1945), die eher als Schriftstellerin bekannt ist, aber auch ein umfassendes zeichnerisches Werk hinterlassen hat, welches hier in einem Kunstworkshop „Bild und Text“ von der Künstlerin Marlis E. Glaser beleuchtet wird. Dichtung und Malerei vereint bieten auch Ludger Joseph Heid und Karin Sommer-Heid in ihrer Szenischen Lesung über die Künstlerin und Schriftstellerin.

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Russisch-jüdische Gegenwart, die auch die Jüdischen Gemeinden in Deutschland seit dem Ende der 1980-er mehr und mehr prägen, sind das Thema von Prof. Julia Bernsteins „Migrationscollagen“. Autobiographisches gibt es vom deutsch-israelischen Maler und bildendem Künstler Amos Plaut, der aus seinem Buch „Erste Rasur“ liest. In diesem Jahr nicht dabei ist Lena Gorelik (Autobiographie „Null bis unendlich“), die krankheitsbedingt absagen musste. Ein eher neues Phänomen beschreibt der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel in „Djihad und Judenhass“, das mit dem Zuzug von Menschen aus antisemitisch geprägten Gesellschaften auch hier ein Thema wird. In die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts – über jüdische Soldaten – geht Ludger Joseph Heid „Davidstern und Eisernes Kreuz“. Eher humorvoll gibt sich Gideon Böss mit „Deutschland deine Götter“, einem Streifzug durch das religiöse Leben in Deutschland.

Für Kinder gibt es eine Lesung mit Puppentheater aus dem Kinderbuch „Wie das Chamäleon Noahs Arche rettete“. Es liest und spielt Esther Krause-Paulus vom Duisburger Kindertheater „Kreuz und quer“. Anschließend steht ein Kreativ-Workshop „Hebräische Magnetbuchstaben“ mit Marina Shvartsman auf dem Programm, bei dem die Kinder auch selbst gestalten sollen.

Als Eintritt für das „Fest des Jüdischen Buches“ wird ein Unkostenbeitrag von 5 Euro erhoben. Für den Einlass ins Gemeindezentrum ist das Bereithalten des Personalausweises nötig, so die Sicherheitsauflagen des Staatsschutzes, der jüdische Einrichtungen in Deutschland rund um die Uhr bewacht. Für das leibliche Wohl gibt es im Foyer Getränke und Imbiss. Im Anschluss an das „Fest des Jüdischen Buches“ findet ein Konzert des Duos Burstein & Legnani statt: Klassik und Weltmusik für Cello und Gitarre. Wer nur für das Konzert kommt, zahlt 10 Euro. Besucher des Buchfestes sind hier ebenso wie Gemeindemitglieder mit einem ermäßigten Eintritt von 5 Euro dabei.

Kulturtage bis zum 27. September

Der Ludwigrum im Garten der Erinnerung als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig. Foto: Petra Frünendahl.

Der Ludwigrum im Garten der Erinnerung als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig. Foto: Petra Frünendahl.

Während im Gemeindezentrum das Fest des Jüdischen Buches“ gefeiert wird, ist parallel vor der Synagoge der Ludwigturm für die Ausstellung „Israelische Künstler im Deutschen Raum“ geöffnet. Weitere Veranstaltungen rund um jüdische Kunst, Musik, Literatur, Film und Buch gehen bis zum 27. September, finden aber nicht nur im Innenhafen, sondern auch darüber hinaus, auch bis nach Mülheim und Oberhausen statt. Mehr …

Hier gibt es das komplette Programm als pdf zum Download. Einige Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich, für andere wird ein Unkostenbeitrag erhoben. Der Blick ins Programm lohnt sich auf jeden Fall.

WICHTIG!
Für Veranstaltungen im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist es aus Sicherheitsgründen für den Einlass unbedingt nötig, seinen Personalausweis bereit zu halten.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Oberlandesgericht Düsseldorf: Loveparade-Strafverfahren: Beschwerden gegen Nichteröffnung des Strafverfahrens eingegangen

Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Charlie1965nrw (CC-BY-SA-3.0).

Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Charlie1965nrw (CC-BY-SA-3.0).

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat am 14. September 2016 über die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf ihre rund 750-seitige Begründung der sofortigen Beschwerde im Loveparade-Strafverfahren nebst allen Verfahrensakten beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht. Zu diesen Akten zählen auch die rund 40 Beschwerden von Nebenklägern nebst Begründungen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg sowie verschiedene Nebenkläger hatten im April 2016 sofortige Beschwerde gegen den Nichteröffnungsbeschluss der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg vom 30. März 2016 eingelegt. Mit diesem Beschluss hatte die Kammer die Eröffnung des Loveparade-Strafverfahrens abgelehnt.

Für die Entscheidung über die Beschwerden ist aufgrund des Geschäftsverteilungsplans des Oberlandesgerichts der 2. Strafsenat unter Leitung des Vorsitzenden Richters Berthold Klein zuständig. Die Verfahrensakten umfassen u. a. die rund 750-seitige Beschwerdebegründung der Staatsanwaltschaft, den rund 460 Seiten umfassenden Nichteröffnungsbeschluss, die zugrundeliegende 556 Seiten umfassende Anklageschrift, rund 45.000 Blatt Ermittlungsakten sowie ca. 700 DIN A-4-Ordner Sonderbände nebst rund 1000 Stunden Videosequenzen. Da den Angeschuldigten zunächst eine angemessene Frist zur Stellungnahme zu den Beschwerdebegründungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger einzuräumen ist, wird die Bearbeitung der Beschwerden voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Die Verfahrensvorschriften für das Beschwerdeverfahren sehen eine Entscheidung nach Aktenlage, also ohne Hauptverhandlung vor. Der Senat legt seiner Prüfung alle Akteninhalte zugrunde, auf die das Landgericht seine Entscheidung gestützt hat. Der Senat überprüft die Entscheidung des Landgerichts unter allen rechtlichen Gesichtspunkten.

Aufgrund seiner Prüfung kann der 2. Strafsenat die Entscheidung der Kammer des Landgerichts über die Nichteröffnung des Loveparade-Strafverfahrens entweder bestätigen oder abändern. Im Falle einer Abänderung kann der Senat die Eröffnung des Hauptverfahrens und damit die Durchführung der Hauptverhandlung gegen einzelne oder alle Angeschuldigte vor der 5. Großen Strafkammer, einer anderen Strafkammer des Landgerichts Duisburg oder einem anderen Landgericht im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf anordnen. Dann muss das Strafverfahren im angeordneten Umfang vor dem entsprechenden Landgericht durchgeführt werden.

Der heute 64-jährige Vorsitzende des 2. Strafsenats, Berthold Klein, hat von der im Richter- und Staatsanwältegesetz NRW vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, seine Dienstzeit über das reguläre Pensionsalter hinaus zu verlängern. Er wird daher bis voraussichtlich Oktober 2018 den Senat leiten.

Die Entscheidung des Senats ist abschließend. Gegen die Entscheidung des Senats steht kein weiteres Rechtsmittel zur Verfügung.

Aktenzeichen OLG Düsseldorf:
III-2 Ws 528/16 fortlaufend bis III-2 Ws 577/16

– Presseinformation dew Oberlandesgerichts OLG Düsseldorf –
Foto: Charlie1965nrw (CC-BY-SA-3.0)

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Loveparade-Strafverfahren: Generalstaatsanwaltschaft unterstützt Beschwerde beim OLG Düsseldorf

justiz_rgbDie Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungsakten dem zuständi-gen Strafsenat beim Oberlandesgericht Düsseldorf zur Entscheidung über die sofortigen Beschwerden der Staatsanwaltschaft Duisburg und verschiedener Nebenkläger gegen den Beschluss des Landgerichts Duisburg vom 30. März 2016, mit welchem die Eröffnung des Hauptver-fahrens gegen zehn Angeschuldigte wegen fahrlässiger Tötung u. a. gemäß § 204 Abs. 1 StPO aus tatsächlichen Gründen abgelehnt worden ist, vorgelegt.

Der umfassenden und überzeugenden Beschwerdebegründung der Staatsanwaltschaft Duisburg ist die Generalstaatsanwaltschaft nach eingehender Prüfung uneingeschränkt beigetreten.

– Pressemeldung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf –

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DeltaPort vor Ort: Festliche Übergabe der Kaimauer im Stadthafen Wesel

DeltaPort positioniert sich als Markenzeichen für Logistik am Niederrhein
Von Petra Grünendahl

Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel GmbH (vorne)  und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG (dahinter). Foto: Petra Grünendahl.

Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel GmbH (vorne) und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG (dahinter). Foto: Petra Grünendahl.

„Es bedurfte ständiger Abstimmung, die Sanierungsarbeiten an der Spundwand im laufenden Umschlagbetrieb durchzuführen“, erzählte Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel, die den Ausbau im Stadthafen Wesel betrieben hatten. Auch die Auflagen der Kampfmittelräumung seien deutlich strenger gewesen als beim Bau der ersten Spundwand in den 1950-er und 1960-er Jahren, berichtete der Stadtwerke-Chef. Rund 700 von 1.500 Metern Kaimauer waren ebenso erneuert worden wie die Gleise der Hafenbahn, die darüber hinaus bis zum Anschluss an das ‚Streckennetz der Deutschen Bahn erweitert wurde, womit der Stadthafen nun trimodal angebunden ist. Bei der mittlerweile schon fast zur Tradition gewordenen Hafentour „DeltaPort vor Ort“ übergab der Stadtwerke-Chef die fertig gestellte Kaimauer an den neuen Hafenchef Andreas Stolte, der erstmals (nach seinem Antritt auf der Kommandobrücke von DeltaPort zum 1. Juni) die rund dreistündige Tour durch die Häfen am Rhein-Lippe-Delta begleitete.

Bereits zum vierten Mal hatte der zum 2012 gegründete Hafenverbund DeltaPort GmbH & Co. KG zu einer Rundfahrt durch seine Häfen unter dem Motto „DeltaPort vor Ort“ eingeladen. Vertreter und Gremienmitglieder der Gesellschafter – Kreis Wesel sowie die Städte Wesel und Voerde – waren ebenso an Bord des Fahrgastschiffes „River Lady“ vertreten wie Führungskräfte der Hafenanlieger, die Wirtschaftsförderung des Kreises Wesel, Logistikwirtschaft und Politik. Interessante und vor allem auch neue Einblicke gewährte die Tour auch in diesem Jahr, Fortschritte sind auch in den beiden anderen Häfen, dem Rhein-Lippe-Hafen (Wesel) und dem Hafen Emmelsum (Voerde), erkennbar. Vertreter der in den Häfen angesiedelten Unternehmen erzählten den rund 180 Gästen an Bord von bisherigen Stand ihrer Bauprojekte und den avisierten Inbetriebnahmen.

Potenziale: DeltaPort. Wo die Zukunft vor Anker geht

DeltaPort-Prokurist Dieter Thurm (vorne), Joachim Tietz von Hegmann Transit (hinten rechts). Foto: Petra Grünenldahl.

DeltaPort-Prokurist Dieter Thurm (vorne), Joachim Tietz von Hegmann Transit (hinten rechts). Foto: Petra Grünenldahl.

Auch wenn sich in den mittlerweile vier Jahren im Hafenverbund des Kreises Wesel schon viel getan hat: Potenziale sind weiterhin vorhanden. Nur wenige Häfen haben noch so viele Freiflächen für Ansiedlungen in unmittelbarer Hafenbecken-Nähe. Insgesamt sind es 86 Hektar, davon stehen 20 Hektar für eine sofortige Bebauung zur Verfügung. Die Flächen finden sich größtenteils im Rhein-Lippe-Hafen (früher: Ölhafen), der jetzt rund 350 Meter feste Kaimauer anstelle der bisherigen Uferböschung bekommen soll, wie Dieter Thurm, Prokurist und Technischer Leiter von DeltaPort, berichtete. Davon profitieren wird dann auch die Hegmann Transit GmbH & Co. KG, ein Spezialist für Schwerlasttransporte, der sich erst 2015 mit einer 15.000-Quadratmeter-Halle hier angesiedelt hatte. „Mit der neuen Kaimauer erhöhen wir unsere Kapazitäten“, so Hegmann-Geschäftsführer Joachim Tietz. Von bislang 20 Mitarbeitern wollen er und sein Bruder Georg den Betrieb des Familienunternehmens im Rhein-Lippe-Hafen auf 50 Mitarbeiter erweitern.

Neue Anlagen und Ansiedlungen laufen gut an

Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink übergibt symbolische die neue Kaimauer an Geschäftsführer Andreas Stolte (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink übergibt symbolische die neue Kaimauer an Geschäftsführer Andreas Stolte (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

„Von den 650.000 Tonnen Gesamtumschlag im Stadthafen sind 450.000 Tonnen Salz, die über die neue Verladeanlage umgeschlagen werden“, erzählte Hafenchef Stolte. Die Hülskens GmbH & Co. KG hatte die neue Anlage erst Anfang 2015 in Betrieb genommen. Auch wenn es hier keinerlei Freiflächen für Neuansiedlungen gibt – Hülskens hatte mit der Salzverladung seinen bestehenden Betrieb „verdichtet“ – sind doch noch Optimierungspotenziale gegeben. „Wir sind im Gespräch“, kommentierte DeltaPort-Prokurist Dieter Thurm.

DeltaPort-Hafenchef Andreas Stolte erklärte seinen Gästen die Fortschritte in der Entwicklung der Häfen. Foto: Petra Grünendahl.

DeltaPort-Hafenchef Andreas Stolte erklärte seinen Gästen die Fortschritte in der Entwicklung der Häfen. Foto: Petra Grünendahl.

Ganz im Plan liegt Contargo Trimodal Network, die ihr neues Containerterminal für den Kombinierten Verkehr (KV) im Hafen Emmelsum zum Jahresende in Betrieb nehmen. Wobei die Vernetzung innerhalb der Unternehmensgruppe groß geschrieben wird: „Wir kooperieren mit dem Rhein-Waal-Terminal in Emmerich und haben mit der Contargo Rhein-Waal-Lippe GmbH ein gemeinsames Tochter-Unternehmen gegründet“, erzählte Contargo-Terminalmanager Ralf Gerlach. „Wir schaffen die Hubs im Hinterland, um aufzufangen, was über die Kapazitätserweiterungen in Rotterdam und Antwerpen an steigendem Güterverkehr zu erwarten ist“, positionierte sich Andreas Stolte. Auch von Hamburg würden nach einer Elbvertiefung mehr Container weiter ins Binnenland gelangen, im Idealfall natürlich über Wasserstraßen. Über die Schiene sind die DeltaPort-Häfen auch an die Betuwe-Linie in Emmerich angebunden, so dass der Hafenverbund seine Verbindungen im Kombinierten Verkehr in alle Richtungen ausspielen kann (Trimodalität). Insbesondere im Konsumgüterbereich erwartet Stolte ein weiteres Wachstum, von dem auch die DeltaPort-Häfen profitieren wollen.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Walsum: Duisburger Hafen AG plant logport VI am Standort der ehemaligen Papierfabrik

Nach der Aufbereitung der Flächen soll Jobmotor für Walsum anspringen
Von Petra Grünendahl

Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Umgehungsstraße ist schon in der Planung“, erzählte Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Während man bei der Stadt schon Baurecht schafft, kümmert man sich beim Land um die Finanzierung: „Wir schauen nach Fördertöpfen für den Bau der Straße“, erklärte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Die hier zu bauende „Querspange“ dient ja nicht nur der Anbindung des Areals der ehemaligen Papierfabrik; auch die Hövelmann Getränkelogistik hat auf dem Nachbargrundstück ihr Areal erweitert und braucht die neuen Zufahrtswege auch für ihre Lkw-Transporte. Für einen einstelligen Millionenbetrag habe man das Gelände der ehemaligen Papierfabrik von 40 Hektar Größe gekauft – mit allen Hallen, Gebäuden und Maschinen, erklärte Hafenchef Erich Staake. Am 1. Oktober werde der Kaufpreis überwiesen: „Dann kann es los gehen.“

Vor dem Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Verkehrsminister Michael Groschek und Generalbevollmächtigter Markus Teuber. Foto: Petra Grünendahl.

Vor dem Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Verkehrsminister Michael Groschek und Generalbevollmächtigter Markus Teuber. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem die Papierfabrik Walsum GmbH in die Insolvenz gegangen war, hatte Markus Teuber Gespräche mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen. In einem Pressegespräch erläuterte die Führung der Duisburger Hafen AG ihre Pläne für die Entwicklung des stillgelegten Industrieareals als „logport VI“. Neben Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Hafengesellschaft standen NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sowie die beiden Projektverantwortlichen, Markus Teuber als Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG und Dr. Ghanem Degheili als Geschäftsführer der ausführenden Logport Logistic-Center Duisburg GmbH Rede und Antwort. „Ich bin froh, dass wir hier wieder eine Fläche für Logistikentwicklung in Duisburg gefunden haben“, meinte Staake. Die beiden letzten logport-Standorte waren ehemalige Bergbauflächen, die als logport IV in Kamp-Lintfort und logport V in Oberhausen entwickelt werden.

Ziel: Zukunftssichere Arbeitsplätze

Im Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG) und Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG) und Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir wollen hier schon das Doppelte an Arbeitsplätzen schaffen“, erklärte Erich Staake. Als die Produktion hier noch voll lief, beschäftigte die Papierfabrik Walsum rund 300 Mitarbeiter. Zuletzt waren es schon deutlich weniger, als im Mai 2016 der Insolvenzverwalter den Betrieb endgültig schloss, weil er „keine tragfähige Fortführungsperspektive für eine Papierfabrik“ mehr sah. „Es ist immer bitter, wenn ein Industriestandort aufgegeben wird. Aber hier haben wir wenigstens schnell eine Perspektive für eine nachfolgende Nutzung gefunden“, sagte Groschek.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

Nun kümmert sich die duisport-Tochter Logport Logistic-Center Duisburg GmbH zunächst um den Abbau und die Verwertung der Anlagen. Geschäftsführer Dr. Ghanem Degheili hofft, hier durch Verkauf noch Erlöse zu erzielen, die dann in die brachliegende Industriefläche investiert werden. „Die Aufbereitung wird einen höheren zweistelligen Millionenbetrag kosten“, rechnet Staake. Schon Ende 2017 sollen erste Teilflächen fertig aufbereitet sein zum Verkauf. Mit der Vermarktung beginnt die Hafengruppe im kommenden Jahr.

Die Rahmenbedingungen für energieintensive Industrieproduktion seien nicht gerade rosig in Deutschland, so Markus Teuber. Die trimodale Anbindung des Areals sei ideal eine logistische Entwicklung. Zumal: das Gelände verfüge über eine exzellente Bahnanbindung, betonte Staake. Über Schiene und Wasserweg sollen Lieferverkehre in erster Linie abgewickelt werden. „Wir haben 500 Meter Kailänge. Untersuchungen müssen aber erst zeigen, mit welchem Untergrund wir es zu tun haben oder ob wir erst sanieren müssen“, erklärte Teuber. Über die Frage der Straßenanbindung ist man sich einig, die muss jetzt nur noch gebaut werden. Damit dürfte logport VI logport V schon überholt haben, wenn die Querspange nun schnellstmöglich realisiert wird.

Wertschöpfende Logistik

Luftbild des Areals der Pappierfabrik in Walsum. Foto: Duisburger Hafen AG.

Luftbild des Areals der Pappierfabrik in Walsum. Foto: Duisburger Hafen AG.

Das große Walsumer Gelände soll nach Fertigstellung Unternehmen der „wertschöpfenden Logistik“ angeboten werden. Dies liege auf der Linie des Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzeptes des Landes NRW, bestätigte der Verkehrsminister. „Wir wollen die Erfolgsgeschichte der ‚logport‘-Idee nun auch in Walsum fortschreiben“, bekundete Hafenchef Erich Staake. Auf logport I in Rheinhausen wurden seit 1998 etwa 50 führende internationale Logistikunternehmen angesiedelt, die heute mehr als 5.000 Beschäftigte zählen. Eine Stahlproduktion würde an gleicher Stelle nur rund 4.000 Menschen beschäftigen, rechnete Staake hoch. Als Vergleichsmaßstab diente ihm da HKM in Hüttenheim.

Walsum ist nach logport I das zweitgrößte Projekt der Duisburger Hafen AG in den letzten 16 Jahren. Auf dem knapp 40 Hektar großen Gelände sollen Gütertransporte von Straße, Schiene und Wasserweg trimodal koordiniert werden. Verbesserungen in der Anbindung werden in einem neuen Bebauungsplan vorgesehen. Der erste Bauabschnitt einer neuen Straßenerschließung zur Optimierung der Anbindung sowie Verlagerung der Lkw-Verkehre sei durch die Stadt Duisburg bereits eingeleitet, bestätigte Markus Teuber im Gespräch.

Ausblicke für logport V und logport VII

Hafenchef Erich Staake und Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

Hafenchef Erich Staake und Verkehrsminister Michael Groschek. Foto: Petra Grünendahl.

In Oberhausen (logport V) sei man noch nicht wo weit wie gehofft, so Staake: „Wir brauchen noch eine verträgliche Zufahrtslösung. Und da haben wir die Wohnbebauung zu berücksichtigen. Ansonsten ist das Gelände fertig aufbereitet und vermarktungsreif.“ Er schränkte aber ein: „Hier geht Nachhaltigkeit vor Eile, denn es muss für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung gefunden werden.“ Mit logport VII geht die duisport-Gruppe nach Marl: Dort ist mit der Zeche Auguste Victoria, die Ende 2015 die letzte Kohle förderte, eine weitere Montanfläche zur Entwicklung frei.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Duisburger Hafen AG (Luftbild)

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Eröffnung der Jüdischen Kulturtage am Ludwigturm im Duisburger Innenhafen

Wo jüdische Kunst zuhause ist
Von Petra Grünendahl

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

„Jeden Tag begegnen wir dem Neuen, dem Anderen: Das macht das Leben spannend“, eröffnete Dimitrij Yegudin, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen, die Kulturtage seiner Gemeinde, die Menschen in Duisburg ermuntern soll, eine den meisten von ihnen unbekannte Welt zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein hatte man kurzerhand die Eröffnung dorthin verlegt, wo ohnehin im Anschluss die zu den Kulturtagen gehörende Ausstellung „Israelische Künstler im deutschen Raum“ eröffnet werden sollte: An die Treppe des Ludwigturms im Garten der Erinnerungen. Das erleichterte auch Besuchern den Zugang, denn ins Gemeindezentrum hinein kommt man nur nach Ausweiskontrolle: Nicht weil sich die jüdische Gemeinde verschließen würde, sondern weil der Staatsschutz darauf besteht, der – so traurig das ist – jüdische Einrichtungen in Deutschland rund um die Uhr bewacht.

Jüdische Kunst im Garten der Erinnerungen: die Stahlplastik "Schwebend" von Menashe Kadishman. Foto: Petra Grünendahl.

Jüdische Kunst im Garten der Erinnerungen: die Stahlplastik „Schwebend“ von Menashe Kadishman. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihren ersten Jüdischen Kulturtagen öffnet sich die Jüdische Gemeinde in Duisburg für Interessierte, die mehr erfahren wollen darüber, wie die jüdisch-deutsche Kultur ihren Beitrag zur deutschen Gesellschaft leistet und sie bereichert. „Unsere Stadt ist vielfältig. Die Jüdische Gemeinde ist ein fester Bestandteil unserer Stadtgesellschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Bürgermeister Erkan Kocalar bei der Begrüßung hervor. „Der Austausch und das einander näher kommen ist ein Zeichen gelungener Integration, auf die wir hier in Duisburg stolz sein können.“ Er betonte aber auch: „Wir müssen weiter daran arbeiten.“

Weit mehr als nur Industriekultur: Der Garten der Erinnerungen

Andreas Benedict vom Lehmbruck Museum stellte die Ausstellung der "Israelischen Künstler im deutschen Raum" im Ludwigturm vor. Foto: Petra Grünendahl.

Andreas Benedict vom Lehmbruck Museum stellte die Ausstellung der „Israelischen Künstler im deutschen Raum“ im Ludwigturm vor. Foto: Petra Grünendahl.

Diese Aufnahmen seien mal für die Duisburger Akzente entstanden, verriet der Duisburger Fotograf Giovanni Pinna beim Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Diese Aufnahmen seien mal für die Duisburger Akzente entstanden, verriet der Duisburger Fotograf Giovanni Pinna beim Rundgang durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.

Giovanni Pinna fotografierte das Tanzprojekt "About Sky(s)" von Avi Kaiser und Sergio Antonino im Garten der Erinnerung. Foto: Petra Grünendahl.

Giovanni Pinna fotografierte das Tanzprojekt „About Sky(s)“ von Avi Kaiser und Sergio Antonino im Garten der Erinnerung. Foto: Petra Grünendahl.

„Jüdische Kunst ist sehr präsent hier“, betonte Andreas Benedict, Pressesprecher des Lehmbruck Museum, der die Ausstellung eröffnete. Benedict spannte den Bogen vom „Garten der Erinnerungen“ des israelischen Landschaftskünstlers Dani Karavan mit der Stahlplastik „Schwebend“ von Menashe Kadishman bis hin zum Jüdischen Gemeindezentrum mit Synagoge, das 1999 nach Plänen des Architekten Zvi Hecker errichtet worden ist. Nun stellte er drei künstlerische Positionen im Ludwigturm vor, die auch noch an den beiden kommenden Sonntagen, 18. und 25. September, zwischen 11 und 18 Uhr besichtigt werden können (Eintritt frei). Der Ludwigturm ist das übrig gebliebene Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig. Früher hatte auch schon das Lehmbruck Museum diesen Turm für Ausstellungen genutzt.

Nun findet man hier im ersten Stock „Bad Eye, Good Eye“ (2015), eine fünfminütige Videoanimation der Bildhauerin Rimma Arslanov (*1978 in Tadschikistan, mehr …). Eine Etage höher zeigen Fotografien des Duisburgers Giovanni Pinna ein Tanzprojekt von Avi Kaiser (*1954 in Israel) und Sergio Antonino (*1974 in Italien) im Garten der Erinnerungen: „About Sky(s)“ (mehr …). Die beiden Tänzer und Choreografen leben seit 2002 in Duisburg und waren bis 2009 „Artists in Residence“ beim Lehmbruck Museum. Pinna, der ein Faible für Industriefotografie hat, arbeitet schon seit mehr fünf Jahren mit dem Tanzensemble. Diese Aufnahmen seien mal für die Duisburger Akzente entstanden, verriet Pinna beim Rundgang durch die Ausstellung. In der dritten Etage schließlich präsentiert Gil Shachar (*1965 in Tel Aviv, Israel), der vor 20 Jahren über ein Lehmbruck-Stipendium nach Duisburg gekommen (und geblieben) ist, seine Wachs-Skulptur „Ohne Titel“ (2015): Mit zwei abgetrennten Köpfen in einem Netz gibt sie viel Raum für Interpretationen. Mehr zu Gil Shachar …

Kulturtage bis zum 27. September

Gil Shachars "Ohne Titel" (2015) im obersten Stockwerk des Ludwigturms. Foto: Petra Grünendahl.

Gil Shachars „Ohne Titel“ (2015) im obersten Stockwerk des Ludwigturms. Foto: Petra Grünendahl.

Der Zutritt zum Gemeindezentrum war natürlich erwünscht und für Besucher so offen wie möglich: Zwei Führungen bot die Gemeinde zum Auftakt der Kulturtage an, bei der Besucher Einblicke in eine doch fremde Religion und Kultur bekamen. Weitere Veranstaltungen rund um jüdische Kunst, Musik, Literatur, Film und Buch gehen bis zum 27. September, finden aber nicht nur im Innenhafen, sondern auch darüber hinaus, auch bis nach Mülheim und Oberhausen statt. Mehr …

Hier gibt es das komplette Programm als pdf zum Download. Einige Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich, für andere wird ein Unkostenbeitrag erhoben. Der Blick ins Programm lohnt sich auf jeden Fall.

Für Veranstaltungen im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist es aus Sicherheitsgründen für den Einlass unbedingt nötig, seinen Personalausweis bereit zu halten.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Stolpersteine: Nachfahren der jüdischen Familie Isaacson aus Amerika besuchen Ruhrort

Zu einer gemeinsamen Zeit des Gedenkens trafen sich am Freitagnachmittag Ruhrorter Bürger mit den Nachkommen des Ehepaars Isaacson, für das in der Landwehrstraße auf Höhe der ehemaligen Hausnummer 16 im letzten Dezember Stolpersteine verlegt wurden.

Nachfahren der Isaacsons besuchten die Stolpersteine auf der Landwehrstraße in Ruhrort. Foto: Fritz Hemberger.

Nachfahren der Isaacsons besuchten die Stolpersteine auf der Landwehrstraße in Ruhrort. Foto: Fritz Hemberger.

Familie Isaacson ist aus den USA angereist, um sich auf den Spuren ihrer Vorfahren zu begeben. Die Ruhrorter Forscherin zur jüdischen Geschichte, Ilse van Ackeren hatte die Enkel und Urenkel von Sally und Emma Isaacson eingeladen, den Ort zu besuchen, an dem ihre Familie bis zur Deportation lebte und ein Geschäft betrieb. Sally Isaacson wurde in Dinslaken geboren, lebte seit 1909 in Ruhrort und hatte eine Metzgerei. Er war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg, Mitglied des Ruhrorter Kriegervereins, musste 1933 durch Boykott sein Geschäft aufgeben und wurde 1942 nach Izbica deportiert und gilt als verschollen. Seine Frau Emma verstarb im Jahr 1941 entrechtet und gedemütigt im Kölner jüdischen Asyl.

Der Moderator des Kreativquartiers Ruhrort, Heiner Heseding übergab der Familie einen Druck des Porträts von Sally Isaacson, das die französische Malerin Francine Mayran für die am nächsten Sonntag beginnende Ausstellung im Gemeindehaus Ruhrort eigens angefertigt hat. Es wird mit vielen Porträts von Menschen, die unter Gewalt litten und Menschen, die sich für Menschen unter Zwangsgewalt eingesetzt haben in der Ausstellung „Der Mensch des Menschen Wolf? Die Shoa und ihr Schatten“ im Rahmen der Jüdischen Kulturtage gezeigt. Dass das Porträt offensichtlich treffend gelungen ist, bezeugte die Familie durch die Ähnlichkeit, die es mit dem Sohn Sally Isaacsons haben muss.

Nachdenklich gedachte man derer, die mit den Isaacsons gelitten haben und aus ihrer Heimat vertrieben oder ermordet wurden.

– Pressemeldung des Kreativkreises Ruhrort –
Foto: Fritz Hemberger

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Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen lädt zu Kulturtagen ein

Jüdische Kultur in Deutschland:
Gemeinde sucht den lokalen Dialog

Von Petra Grünendahl

Jüdisches Leben hat die deutsche Kultur über Jahrhunderte bereichert. Nach Holocaust und Flucht schrumpften die Gemeinden. Mit dem Fall des eisernen Vorhangs Mitte der 1980-er Jahre kam die zweite Zäsur, die ein neues Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte schrieb: Mit der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion seit dem Ende der 1980-er Jahre gewannen die Gemeinden neue Mitglieder. Mit der Integration der Zuwanderer stärkten sie ihre Sichtbarkeit in der deutschen Gesellschaft. Mit den Jüdischen Kulturtagen öffnet sich nun die Jüdische Gemeinde im Duisburger Innenhafen nach außen, um mit spezifischen kulturpolitischen Akzenten in einen Dialog zu treten.

Im Hintergrund der Ludwigturm im Garten der Erinnerung, vorne von links: Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid, Heike Kaminski, Stacey BLatt und Dimitrij Yegudin. Foto: Petra Grünendahl.

Im Hintergrund der Ludwigturm im Garten der Erinnerung, vorne von links: Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid, Heike Kaminski, Stacey BLatt und Dimitrij Yegudin. Foto: Petra Grünendahl.

Erstmals auf kommunaler Ebene lädt die Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen vom 11. bis 27. September ein zu ihren Kulturtagen. „Im letzten Jahr hat es so eine Veranstaltung auf Landesebene gegeben“, erzählte Dimitrij Yegudin, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. „So wollen wir uns jetzt auch hier vor Ort an die Öffentlichkeit wenden, ins Gespräch kommen. Wir hoffen zugleich, hier eine Tradition einzuleiten, die zukünftig nachwirkt.“ Unter dem Leitthema „Juden in der deutschen Kultur – eine gegenseitige Bereicherung?“ will die Jüdische Gemeinde mit den Kulturtagen die Vielfältigkeit der (im übrigen Jahrhunderte alten) deutsch-jüdischen Beziehungen und ihrer fruchtbaren Wechselbeziehung bewusst machen. Im Pressegespräch stellten Dimitrij Yegudin und Heike Kaminski, Assistentin der Geschäftsführung, zusammen mit dem Historiker Privatdozent Dr. Ludger Heid und der Duisburger Künstlerin Stacey Blatt das Programm aus Vorträgen, Theater, Musik, Film, Literatur und Kunst vor.

Vielfältige Bandbreite jüdischen Schaffens
Hochinteressant und vielfältig ist das Programm: Mit Vorträgen, Lesungen, Konzerten von traditioneller jüdischer Musik über die Zwanziger Jahre bis hin zu „jüdischer“ Klassik, mit Ausstellungen und Filmabenden sowie zum Auftakt offene Führungen durch das Gemeindezentrum. Die meisten Veranstaltungen finden in Duisburg statt: im Jüdischen Gemeindezentrum, im Garten der Erinnerungen, im Filmforum am Dellplatz, im Opernfoyer oder im Gemeindehaus Ruhrort: Es gibt aber auch Lesungen und Vorträge in Oberhausen und Mülheim (an den jeweiligen Volkshochschulen sowie in der Stadtbibliothek sowie im Haus der Stadtgeschichte in Mülheim, Details im Programm, Download siehe unten).

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

Eingebunden in die Jüdischen Kulturtage ist auch der Garten der Erinnerung, der im Innenhafen direkt vor dem Gemeindezentrum liegt. In dem 1999 vom israelischen Landschaftskünstler Dani Karavan gestaltete Park ist der Ludwigturm das übrig gebliebene Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig. Dieses Gebäude ist normalerweise verschlossen und kann für Ausstellungen genutzt werden. Nach der Eröffnung der Jüdischen Kulturtage am Sonntag, 11. Septemer um 15 Uhr im Gemeindezentrum wird dort um 15.30 Uhr die Ausstellung „Israelische Künstler in Deutschland“ eröffnet. Zu sehen sind Werke von Rimma Arslanov (Plastik und Installationen), Avi Kaiser & Gergio Antonino (Tanz- und Performance-Künstler, in Szene gesetzt vom Duisburger Fotografen Giovanni Pinna) sowie der in Duisburg lebende Künstler Gil Shachar, der schon im Lehmbruck Museum als Teil der Ausstellung „Zeichen gegen den Krieg“ gezeigt wurde. Geöffnet ist diese Ausstellung an den Sonntagen der Kulturtage (am 11. September bis 19 Uhr, am 18. und am 25. September von 11 – 18 Uhr).

Das Fest des Jüdischen Buches am Sonntag, 18. September zwischen 11 und 16.30 Uhr im Gemeindezentrum bietet eine breite Palette an Lesungen: Von autobiographischen Erzählungen reicht das Spektrum über historische Werke bis hin zur Künstlerin und Schriftstellerin Else Lasker-Schüler, die gleich in zwei Beiträgen thematisiert wird. Der in Duisburg aufgewachsene und heute in Berlin lebende Schriftsteller Walter Kaufmann (*1924) wird aus „Schade, dass du Jude bist. Kaleidoskop eines Lebens“ vortragen (weitere Lesungen gibt es an den folgenden Tagen in Mülheim und Oberhausen). Auch Prof. Dr. Daniel Hoffmann, Literaturwissenschafter der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, liest aus seiner Familien-Autobiographie „Heimat, bist du wieder mein“ – nicht nur im Gemeindezentrum, sondern ebenfalls an den Volkshochschulen in Mülheim und Oberhausen.

Kreativquartier Ruhrort, Filmforum am Dellplatz und
Duisburger Philharmoniker beteiligen sich

Die Jüdische Gemeinde hat für ihre Kulturtage auch Unterstützung bei anderen Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden in Duisburg gefunden. So zeigt das Kreativquartier Ruhrort am Sonntag, 18. September ab 15 Uhr (Eröffnung) „Der Mensch des Menschen Wolf? – Mahnung – Erinnerung – Verantwortung“ mit Bildern der Künstlerin Francine Mayran, die hier im Vergleich zu einer früheren Präsentation in der Salvatorkirche erweitert wurde. Die Ausstellung ist zwischen dem 19. September und dem 3. Oktober täglich zwischen 10 und 16 Uhr im Gemeindehaus an der Dr.-Hammacher-Straße 6 zu sehen.
Ebenfalls einen Beitrag zu den Kulturtagen leistet das Filmforum am Dellplatz mit den Filmen Rabbi Wolff, Mr. Gaga und Die Frau in Gold.
Die Duisburger Philharmoniker bestreiten ihr 1. Profile-Konzert im Rahmen der Jüdischen Kulturtag mit jüdischen Komponisten: Paul Ben Haim, Ernest Bloch, Mieczyslaw Weinberg und Sergej Prokofjew (Sonntag, 18. September um 11 Uhr im Opernfoyer).

Hier gibt es das komplette Programm als pdf zum Download. Seine ganze Vielfalt sprengt die Möglichkeiten eines Artikels, der nur einzelne Punkte aufgreifen kann. Einige (aber nicht alle) Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich. Der Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall …

Für Veranstaltungen im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist es aus Sicherheitsgründen für den Einlass unbedingt nötig, seinen Personalausweis bereit zu halten.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Zoo Duisburg: Namenswettbewerb entschied, die kleinen Tiger heißen Makar und Arila

Zoodirektor Achim Winkler (links) und Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel stellten am neuen Tigergehege die Namen des Tigernachwuchses vor. Foto: Petra Grünendahl.

Zoodirektor Achim Winkler (links) und Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel stellten am neuen Tigergehege die Namen des Tigernachwuchses vor. Foto: Petra Grünendahl.

Zehn Wochen nach ihrer Geburt haben die beiden Tiger-Babies im Duisburger Zoo am Kaiserberg offiziell ihre Namen bekommen. Makar und Arila heißen die beiden Jungtiere nun, die Ende Juni in der neugestalteten, naturnahen Tigeranlage zur Welt gekommen sind.

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender des Projektsponsors Evonik, enthüllte offiziell die Namenstafeln der kleinen Sibirischen Tiger. „Wir freuen uns, dass wir durch die Finanzierung der neuen Anlage die Nachzucht dieser seltenen Tiere unterstützen konnten“, sagte Engel. „Den Menschen aus Duisburg und der Region wünschen wir viel Freude bei dem Besuch dieser faszinierenden Raubkatzen.“ Zoo-Direktor Achim Winkler unterstrich, die Erweiterung sei ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Arterhaltung. „Im Freiland in Sibirien leben nur noch etwa 450 Tiere dieser Gattung.“

Makar (links) und Arila (rechts) heißt der Tigernachwuchs im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Makar (links) und Arila (rechts) heißt der Tigernachwuchs im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Mama: Dasha mit ihrem Nachwuchs Makar und Arila im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Mama: Dasha mit ihrem Nachwuchs Makar und Arila im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Enthüllung der Namenstafeln präsentierten Engel und Winkler zugleich das Ergebnis des Namenswettbewerbs, den der Zoo in den vergangenen Wochen durchgeführt hatte. Besucherinnen und Besucher durften über verschiedene Vorschläge abstimmen. Mit „Makar“ für das männliche Jungtier und „Arila“ für das weibliche sind schließlich zwei Namen aus dem Lebensraum der Sibirischen Tiger gewählt worden.

Erst im März dieses Jahres hatte der Zoo Duisburg die neue Tigeranlage offiziell eröffnet. Das großzügige Gehege, das nun dreimal so groß ist wie zuvor, war die Voraussetzung dafür, dass dem in Duisburg heimischen Tiger-Männchen El-Roi eine Partnerin zur Seite gestellt werden konnte. Schon wenige Wochen nach dem Einzug von Tiger-Dame Dasha konnte der Zoo verkünden, dass bald Nachwuchs zur Welt kommen würde. Für die nun anstehende Jungtieraufzucht kann das Gehege in zwei Teile getrennt werden, um eine Gefahr für die jungen Tiger durch Konkurrenzkämpfe mit dem Vater auszuschließen.

Eine Fotostrecke …


Ein Album bei Flickr gibt es dazu natürlich aucn …

Weitere Fotostrecken aus dem Zoo Duisburg gibt es hier:

– Pressemeldung vom Zoo Duisburg –
Fotos: Petra Grünendahl

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Antikriegstag 2016: DGB Niederrhein gedenkt der Opfer des Faschismus

“Erinnern für die Zukunft“ – DBG-Jugend im Gespräch mit Nachfahren von Widerständlern
Von Petra Grünendahl

Jutta Esser aus Moers, Enkelin des Widerständlers und Moorsoldatenlied-Dichters Johann Esser. Foto: Petra Grünendahl.

Jutta Esser aus Moers, Enkelin des Widerständlers und Moorsoldatenlied-Dichters Johann Esser. Foto: Petra Grünendahl.

„Vier Jahre war ich alt, als mein Großvater starb. Mit 13 fing ich so langsam an zu begreifen, dass er etwas Besonderes war“, erzählte Jutta Esser. Spürbar emotional bewegt erzählt sie von ihrem Großvater, den sie selber fast nur aus Erzählungen kannte: Johann Esser (1896 – 1971) war unter anderem Bergmann gewesen in der Zeche Diergardt in Rheinhausen. Ein Arbeiterführer, Kommunist und Dichter. Wie so viele Andersdenkende war er kurz nach dem Reichstagsbrand in „Schutzhaft“ genommen und als politischer Häftling ins KZ Börgermoor ins Emsland gebracht worden. Die Häftlinge in den Emslandlagern (insgesamt 15 Lager) – zunächst politische Häftlinge, später Sträflinge und Kriegsgefangene – legten dort die Moore trocken. „Einen Unterhaltungsnachmittag stellten die Häftlinge mit dem Titel ‚Zirkus Konzentrazani‘ auf die Beine“, erzählte Jutta Esser. Ihr Großvater habe dafür ein Lied getextet, das von seinem Haftkollegen Rudolf Goguel (1908 – 1976) vertont worden war: Das „Lied der Moorsoldaten“. „Es ist immer wieder und wird bis heute von Unterdrückten und bei Protestaktionen gesungen – in der ganzen Welt“, erzählte die Dichter-Enkelin, die in Moers wohnt und dort an einem Berufskolleg unterrichtet.

Antikriegstag 2016 (v. l.): Kristina Risch, Alice Czyborra, Michelle Mauritz und Angelika Wagner (Geschäftführerin DGB Niederrhein). Jutta Esser kam verkehrsbedingt erst zum Beginn der Veranstaltung an. Foto: Petra Grünendahl.

Antikriegstag 2016 (v. l.): Kristina Risch, Alice Czyborra, Michelle Mauritz und Angelika Wagner (Geschäftführerin DGB Niederrhein). Jutta Esser kam verkehrsbedingt erst zum Beginn der Veranstaltung an. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell lädt der DGB Niederrhein am 1. September, dem Jahrestag des Kriegsbeginns 1939, in den großen Sitzungssaal (Saal 100) ins Rathaus am Burgplatz ein zu einer Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Immer wieder gelingt es den Verantwortlichen des Regionalverbandes des DGB und der hier besonders engagierten DGB-Jugend, interessante Gäste für Beiträge zum Thema „Widerstand gegen Faschismus“ zu gewinnen. In diesem Jahr standen „Kinder des Widerstand“ im Fokus: eine Tochter und eine Enkelin von Menschen, die Widerstand gegen die Nazi-Diktatur geleistet hatten. Die Zeitzeugen sterben langsam aus, aber es gibt folgende Generationen, die sehr anschaulich aus ihrer Familiengeschichte berichten können. Neben Jutta Esser war dies Alice Czyborra, geb. Gingold Die DGB-Jugend hatte dieses Gespräch vorbereitet, Michelle Mauritz und Kristina Risch moderierten.

Jugend im Gespräch mit den Nachfahren von Widerständlern

Alice Czyborra, geb. Gingold, erzählte von ihren Eltern, die sich der französchen Résistance angeschlossen hatten. Foto: Petra Grünendahl.

Alice Czyborra, geb. Gingold, erzählte von ihren Eltern, die sich der französchen Résistance angeschlossen hatten. Foto: Petra Grünendahl.

„Mein Vater ist 17-jährig schon im Sommer 1933 mit seinen Eltern und Geschwistern von Frankfurt nach Paris emigriert“, erzählte Alice Czyborra. Schon vor 1933 habe sich ihr Vater Peter Gingold in der Gewerkschaftsjugend und im kommunistischen Jugendverband gegen den aufkommenden Faschismus engagiert. Ihre Mutter Etti, ebenfalls Jüdin, aus einer deutschstämmigen Familie aus Rumänien stammend, lernte ihren späteren Mann in Paris in einer Jugendgruppe deutscher Emigranten kennen. „Als ich 1940 geboren wurde, stand die Wehrmacht vor den Toren von Paris“, führte Czyborra fort. Ihr Vater sei zu dieser Zeit in einem Internierungslager gewesen. Nach seiner Rückkehr hätten sich ihre Eltern zusammen mit anderen deutschsprachigen Emigranten der Résistance angeschlossen: „Ihre Gruppe ‚Travail allemand‘ (deutsche Arbeit) wurde mit besonderen Aufgaben betraut.“ 1942 begannen auch in Frankreich die Deportationen von Juden, so dass die Familie in den Untergrund ging und sich versteckte. Durch Verrat sei ihr Vater dennoch in die Hände der Gestapo geraten und gefoltert worden. Er konnte fliehen und ging nach der Befreiung mit seiner Familie nach Frankfurt zurück, um ein antifaschistisches demokratisches Deutschland aufzubauen, erzählte Czyborra, die einen Bergmann aus Essen geheiratet hatte und dort seitdem wohnt.

Podium (.v.l.): Kristina Risch, Jutta Esser, Alice Czyborra und Michelle Mauritz. Foto: Petra Grünendahl.

Podium (.v.l.): Kristina Risch, Jutta Esser, Alice Czyborra und Michelle Mauritz. Foto: Petra Grünendahl.

In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens seien ihre Eltern gefragte Zeitzeugen gewesen: „Besonders mein Vater, der ein guter Redner war, konnte Jugendliche fesseln mit seinen Berichte über den Widerstand.“ In Lesungen und Gesprächen bezieht sich Czyborra auf die Erinnerungen ihres Vaters, die unter dem Titel „Paris – Boulevard St. Martin No. 11“ veröffentlicht sind. Zu den politischen Häftlingen in den Emslandlagern gibt es unter anderem das schon 1935 in Zürich erschienene Buch „Moorsoldaten – 13 Monate Konzentrationslager“, in dem der zusammen mit Esser und Goguel inhaftierte Düsseldorfer Schauspieler, Regisseur und spätere Intendant des Deutschen Theaters in Ostberlin, Wolfgang Langhoff (1901 – 1966), seine Erlebnisse und Erinnerungen verarbeitete.

Kränze am Mahnmal stellvertretend für alle Opfer

Gedenken an dem Mahnmal für die ermorderten Gewerkschafter an der Ruhrorter Straße (v.l.): Angelika Wagner, Michelle Mauritz, Kristina Risch, Alice Czyborra und Jutta Esser. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenken an dem Mahnmal für die ermorderten Gewerkschafter an der Ruhrorter Straße (v.l.): Angelika Wagner, Michelle Mauritz, Kristina Risch, Alice Czyborra und Jutta Esser. Foto: Petra Grünendahl.

Ebenfalls Tradition hat bei dieser Veranstaltung die musikalische Begleitung durch den Stattchor Duisburg, der die Veranstaltung mit Liedern vom Widerstand bereicherte. Nach einem Gedenkspaziergang endete die Veranstaltung mit der Kranzniederlegung am Mahnmal für die ermordeten Gewerkschafter, an den Stühlen vor dem Haus Ruhrorter Straße 11 in Kaßlerfeld, wo stellvertretend aller Opfer des Faschismus gedacht wurde.

Informationen über Johann Esser und Peter Gingold gibt es auch in der Dauerausstellung der VVN / BdA über „Widerstand gegen den Faschismus in Duisburg“ an der Grundschule Wrangelstraße in Kaßlerfeld. Mehr dazu …

Das Lied der Moorsoldaten …

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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300 Jahre Hafen: Niederrheinische IHK und Duisburger Hafen diskutieren über Wachstumschancen in der Region

Digitalisierung als Herausforderung
für Wirtschaft und Arbeitswelt

Von Petra Grünendahl

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„In seiner 300-jährigen Geschichte war der Hafen wesentlicher Taktgeber und Antriebsmotor für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region“, erklärte IHK-Präsident Burkhard Landers zur Begrüßung. Dabei habe sich der Hafen der Entwicklung sich verändernder Rahmenbedingungen anpassen müssen. Mit neuen Ideen hat sich der Hafen positioniert und ist heute als duisport-Gruppe nicht nur Hafeninfrastruktur-Betreiber, sondern diversifizierter, weltweit vernetzter Logistik-Dienstleister. „Infrastrukturentscheidungen sind Investitionen in Arbeitsplätze und Wachstum“, so Landers. Die Rolle des Hafens als Jobmotor betonte auch Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG: Jeder achter Arbeitsplatz in Duisburg hänge vom Hafen ab. Rund 46.000 Arbeitsplätze seien es in der Region. “Logport I war der Startschuss“, so Staake. Bis logport Zehn wolle er es als Hafenchef noch schaffen, erklärte er. Containerumsätze gehen weltweit zurück, zweistellige Wachstumsraten seien Geschichte: „Zuwächse sind künftig nur noch durch höhere Effizient und qualitativ bessere Dienstleistungen zu erwarten.“

Der Gastgeber mit den Hauptrednern des Abends (v.l.): Wolfgang Clement, Erich Staake und Prof. Jürgen Rüttgers. Foto: Petra Grünendahl.

Der Gastgeber mit den Hauptrednern des Abends (v.l.): Wolfgang Clement, Erich Staake und Prof. Jürgen Rüttgers. Foto: Petra Grünendahl.

Anlässlich des 300-jährigen Hafenjubiläums hatten die Duisburger Hafen AG und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Museum Küppersmühle eingeladen, unter den Stichwort „Industrie 4.0“ Potenziale und Perspektiven für die Wirtschaft an Rhein und Ruhr auszuloten. Als Keynote Speaker hatte man zwei ehemalige Ministerpräsidenten und Bundesminister, Wolfgang Clement und Prof. Jürgen Rüttgers, gewinnen können. In der anschließenden Podiumsdiskussion gaben Dr. Stefan Dietzfelbinger (Hauptgeschäftsführer der IHK), Gisbert Rühl (Vorstandsvorsitzender bei Klöckner), Amadou Diallo (Vorstandsvorsitzender von DHL Freight) und Kurt Leidinger (Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland) Einblicke, wie ihre Unternehmen und Organisationen sich für die Zukunft aufstellen. Hochkarätig besetzt war nicht nur das Podium im MKM: duisport und die IHK hatten Führungskräfte und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zum Meinungsaustausch eingeladen.

Neue Ideen, neue Firmen, neue Jobs:
Duisport will Start-ups unterstützen

Industrie 4.0 – Potenziale und Perspektiven für die Industrie und Logistikwirtschaft an Rhein und Ruhr war das Thema des Abends der Diskussionsteilnehmer (v.l.): Dr. Stefan Dietzfelbinger (IHK), Moderator des Abends Dr. Willi Keinhorst (Welt am Sonntag NRW), Prof. Jürgen Rüttgers (Bundesminister a. D., Ministerpräsident a. D.), Gisbert Rühl (Klöckner), die Gastgeber Erich Staake (Duisburger Hafen AG) und Burkhard Landers (IHK), Kurt Leidinger (Schenker Deutschland), Amadou Diallo (DHL Freight),  Wolfgang Clement (Ministerpräsident a. D., Bundesminister a. D.) sowie Prof. Dr. Walter Smerling (MKM Museum Küppersmühle). Foto: Petra Grünendahl.

Industrie 4.0 – Potenziale und Perspektiven für die Industrie und Logistikwirtschaft an Rhein und Ruhr war das Thema des Abends der Diskussionsteilnehmer (v.l.): Dr. Stefan Dietzfelbinger (IHK), Moderator des Abends Dr. Willi Keinhorst (Welt am Sonntag NRW), Prof. Jürgen Rüttgers (Bundesminister a. D., Ministerpräsident a. D.), Gisbert Rühl (Klöckner), die Gastgeber Erich Staake (Duisburger Hafen AG) und Burkhard Landers (IHK), Kurt Leidinger (Schenker Deutschland), Amadou Diallo (DHL Freight), Wolfgang Clement (Ministerpräsident a. D., Bundesminister a. D.) sowie Prof. Dr. Walter Smerling (MKM Museum Küppersmühle). Foto: Petra Grünendahl.

Nordrhein-Westfalen als industrielles Kernland und zugleich führende Logistikregion Europas habe allerdings große Chancen, sich zum Vorreiter der Digitalisierung auf beiden Seiten der Wertschöpfungsketten zu entwickeln. Denn hier habe die Vernetzung von Industrie und Logistik bereits Tradition. Staake kündigte zudem an, dass der Duisburger Hafen gemeinsam mit einem Dax-Unternehmen und der Universität Duisburg-Essen zum Jahreswechsel einen Inkubator für Start-ups errichten werde. „Wir wollen Gründerfirmen mit erfolgreichen Industrieunternehmen vernetzen“, sagte Staake. Daraus könne „ein Nukleus für weitere Gründerzentren in der Rhein-Ruhr-Region“ entstehen.

 

Keynote Speaker stellten die Bedeutung von Infrastruktur und Bildung heraus

Wolfgang Clement, Ministerpräsident a. D. und Bundesminister a. D. Foto: Petra Grünendahl.

Wolfgang Clement, Ministerpräsident a. D. und Bundesminister a. D. Foto: Petra Grünendahl.

Einst stritten sie im nordrhein-westfälischen Landtag, hier im MKM demonstrierten sie eher Einigkeit: Wo es um die Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit, fanden Wolfgang Clement und Prof. Jürgen Rüttgers mit Infrastruktur und Bildung einen gemeinsamen Nenner. Da ist zum einen der Sanierungsstau bei Straßen, Schienen- und Wasserwegen, aber auch der Ausbau der Datenautobahn: Deutschland und speziell NRW hinken weltweiten Standards hinterher. Einen Pluspunkt machten sie in der quantitativ wie qualitativ hochklassigen Hochschullandschaft mit ihren Lehr- und Forschungseinrichtungen aus. Als Schwachpunkte in der Bildung nannte Wolfgang Clement die Hohe Zahl der Schulabbrecher und der Schulabsolventen ohne Berufsausbildung. Hier müsse das Land ebenso mehr investieren wie in die frühkindliche Bildung: „Nie wieder sind junge Menschen so aufnahmefähig.“

Prof. Jürgen Rüttgers, Bundesminister a. D. und Ministerpräsident a., D. Foto: Petra Grünendahl.

Prof. Jürgen Rüttgers, Bundesminister a. D. und Ministerpräsident a., D. Foto: Petra Grünendahl.

„Es geht längst nicht mehr nur um quantitatives Wachstum. Wir brauchen qualitative Ergebnissteigerungen mit neuen Ideen“, forderte Jürgen Rüttgers. In NRW müssten innovative Start-ups intensiver gefördert werden, damit ihre Potenziale auch den „alten“ Industrieunternehmen nützten, die hier traditionell ihre Standorte haben und Wege in die eigene Zukunft suchen. Politische Entscheidungen würden eine Deindustrialisierung begünstigen, die den Wohlstand speziell in NRW gefährde: „Die Wohlhabenden gehen, die Armen kommen“, so Rüttgers, auch das sei eine Form der Gentrifizierung. Die Politik setze mit der Verteuerung von Energie und Emissionen gefährliche Impulse, die die Wirtschaft und damit Arbeitsplätze vor Ort gefährden: auch Clement warnte, hier werde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie massiv beschädigt. Stärkere Digitalisierung vernetze Industrieproduktion und Logistik und treibe Innovationen voran. Aber Rüttgers warnte: „Man muss Mitarbeiter für neue Wege begeistern und sie mitnehmen, sie durch Fortbildung für zukunftsfähige Arbeit fit machen.“ Neue Ideen und Gründer würden gerade in NRW dringend gebraucht, um die Potenziale der Region mit ihrem immer noch hohen und leistungsfähigen Industrieanteil zu alten Erfolgen zurückzuführen.

Digitalisierung unumgänglich,
aber Bedarf an analoger Logistik bleibt

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt auch in Transport, Handel und Verkehr: Vieles, was bislang analog veranlasst wurde, läuft künftig digital. „Wir arbeiten im Stahlhandel mittlerweile mit digitalen Plattformen“, erklärte Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Stahlhändlers Klöckner. „Die Grenzen das Handels und der Logistik verschwinden. Wer die Digitalisierung nicht vollzieht, wird aus dem Markt fallen: Das ist eine notwendige Konsolidierung“, so Rühl. Er machte aber auch klar: „Die Arbeit verändert sich und wir ermöglichen unseren Mitarbeitern entsprechende Weiterbildungen während der Arbeitszeit.“ Er will die Mitarbeiter mitnehmen, um mit deren Engagement die Zukunft seines Unternehmens zu sichern.

Podiumsdiskussion (v.l.): Dr. Stefan Dietzfelbinger (IHK), Gisbert Rühl (Klöckner),Amadou Diallo (DHL Freight), Kurt Leidinger (Schenker Deutschland) und der Moderator des Abends, Dr. Willi Keinhorst (Welt am Sonntag NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Podiumsdiskussion (v.l.): Dr. Stefan Dietzfelbinger (IHK), Gisbert Rühl (Klöckner),Amadou Diallo (DHL Freight), Kurt Leidinger (Schenker Deutschland) und der Moderator des Abends, Dr. Willi Keinhorst (Welt am Sonntag NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Die Logistik sei bei der Digitalisierung noch zu zögerlich, bemerkte Kurt Leidinger, Vorstandsvorsitzender von Schenker Deutschland, einer Logistik-Tochter der Deutschen Bahn. Zumindest im volumenreichen Business-to-Business-Bereich (wie zum Beispiel dem Stahlhandel) geht es nur noch digital. Ganz anders verhält es sich dort, wo die Geschäftstätigkeit eher klein ist oder gar im Privatkundenbereich (Business-to-Consumer). Sowohl Leidinger als auch Amadou Diallo, Vorstandsvorsitzender von DHL Freight, räumten ein, dass sie ihre Versandgeschäfte weiterhin zweigleisig fahren müssten: es gäbe Privatkunden aber auch Kleinstunternehmer, die ausschließlich den konventionellen analogen Versand nutzten. Die IHK biete allerdings, so berichtete Dr. Stefan Dietzfelbinger, Lehrgänge unter anderem auch zur Digitalisierung an, um ihren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, ihre Geschäfte zukunftsfähig aufzustellen. In der IHK sind alle Industrie-, Handels und Dienstleistungsgewerbe vom Großkonzern bis zum kleinen Trinkhallen-Betreiber und Einzelunternehmer organisiert. IHK-Umfragen zeigen schließlich, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen am Niederrhein in der Digitalisierung besondere Chancen sehen. Chancen, die die Region nutzen sollte, um an vergangene Erfolge anzuknüpfen: „Wir müssen unter die ersten Drei zurück“, erklärte Jürgen Rüttgers, der sich mit der Rolle Nordrhein-Westfalens als Schlusslicht nicht zufrieden geben mag: „Wir brauchen eine Wende in eine andere Zukunft.“

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein informiert sich zum „Heimat shoppen“ bei der IHK

Wer vor Ort einkauft, stärkt die Lebensqualität seiner Region
Von Petra Grünendahl

Die Niederrheinische IHK hat den stationären Handel im Fokus: Michael Rüscher, Geschäftsbereichsleiter Handel, Dienstleistungen, Mittelstand, Außenwirtschaft, erklärt die Marketing-Aktion "Heimat shoppen". Foto: Petra Grünendahl.

Die Niederrheinische IHK hat den stationären Handel im Fokus: Michael Rüscher, Geschäftsbereichsleiter Handel, Dienstleistungen, Mittelstand, Außenwirtschaft, erklärt die Marketing-Aktion „Heimat shoppen“. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem Internet ist dem stationären Handel ein mächtiger Konkurrent um die Gunst der Käufer entstanden. Fast alles ist nur einen Mausklick entfernt zu haben, vieles ist scheinbar billiger und per Paketboten wird bis an die Wohnungstür geliefert. Das macht dem Einzelhandel zu schaffen. Mit guten Argumenten müssen sie sich beim Kunden positionieren. Genau dies sei aber ein Problem, erklärte Michael Rüscher. Der Geschäftsbereichsleiter bei der Niederrheinschen IHK ist unter anderem verantwortlich für Handel und Dienstleistungen. Allzu häufig seien nämlich den Akteuren vor Ort selber nicht klar, womit sie sich positionieren können und sich damit vom Internet-Händler absetzen. Diese Botschaft des Handels sollte beim Kunden ankommen, der letztendlich in vielfacher Weise profitiert von eben jenem lokalen Einzelhandel, der Gastronomie und den Dienstleistungen in seinem Umfeld.

Im vergangenen Jahr hatte die Niederrheinische IHK die Aktion „Heimat shoppen“ in ihrer Region aufgegriffen, die 2014 erstmals von der IHK in Krefeld initiiert worden war. Traditionell sind die Industrie- und Handelskammern nicht nur Interessenvertretungen der Industrie, sondern auch von Handel und Dienstleistungen, die bei der Aktion „Heimat Shoppen“ im Vordergrund stehen. Die Niederrheinische IHK umfasst die Region der Stadt Duisburg sowie der Kreise Wesel und Kleve. Von 30 Städten in der Region schlüpften 29, von 60 Werbegemeinschaften 51 unter den Marketing-Schirm „Heimat shoppen“; in diesem Jahr sind sogar 53 Werbegemeinschaften mit dabei. Unterstützt wird die hiesige IHK vom Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Niederrhein e. V. und dem Einzelhandelsverband Kleve e. V. Bevor nun am 9. und 10. September die diesjährige „Heimat shoppen“-Aktionstage über die Bühne gehen, nutzte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein die Gelegenheit, sich in den Räumen der IHK an der Mercatorstraße aus erster Hand zu informieren.

Marketing für den lokalen Handel
„Wir müssen beim Konsumenten ein Bewusstsein schaffen, dass er mit seiner Kaufentscheidung erheblich zum Wohlergehen seiner unmittelbaren Umgebung und damit zu seiner eigenen Lebensqualität beiträgt“, umriss der IHK-Handelsexperte das Ziel der Marketing-Aktion für stationären Einzelhandel. Ein attraktiver Branchen-Mix mit Gastronomie und Dienstleistungen im Umfeld will gepflegt werden, denn erste Leerstände in Einkaufspassagen bedrohen auch die Existenzen der anderen Anlieger – und letztlich die Aufenthaltsqualität für Käufer: Eine Spirale nach unten, der es frühzeitig mit Marketing-Maßnahmen gegenzusteuern gilt, um Existenz bedrohende Umsatzverluste gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die Attraktivität des örtlichen Einzelhandels mit seinem Umfeld an Gastronomie schafft nicht nur unmittelbare Aufenthaltsqualität. Über ihre Abgaben (u. a. Gewerbesteuer und Grundsteuer) finanzieren sie die Arbeit der Kommune. Oft sind sie Arbeitgeber und bieten Ausbildungs- und/oder Praktikumsplätze an. Damit schaffen sie lokal auch wieder Einkommen. Und sie geben Geld, sponsern den örtlichen Sportverein oder die Aktivitäten ehrenamtlicher Vereine und Organisationen, die sich im Stadtteil engagieren. Rüscher bilanzierte: „Kunden ist selten bewusst, was sie mir ihrem Kaufverhalten in ihrer Kommune anrichten.“ Mit der Aktion „Heimat shoppen“ wollen die IHKs dies in Zusammenarbeit mit Händlern, Gastronomen und Werbegemeinschaften in den Städten und Stadtteilen ändern: Ein Bewusstsein schaffen, dass jeder vor Ort ausgegebene Euro Gutes für die lokale Gemeinschaft tut..

Kundenwerbung für Offline-Handel auch online sinnvoll
Wenn man die Kunden in die eigenen Geschäfte holen will, muss man sie auch dort abholen, wo sie nach Waren suchen: im Internet. „In Wuppertal haben lokalen Händler gemeinsam eine Shopping-Plattform gestartet“, erzählte Rüscher den Marketing-Fachleuten. Mit dem Erfolg, dass potenzielle Käufer online fanden, dass sie das Gesuchte bei sich in der Nähe auch im Geschäft kaufen können. „Der Handel muss auch digitale Kanäle bespielen, um auf sich und seine Produkte aufmerksam zu machen“, bilanzierte Rüscher. Händler und Werbegemeinschaften können hier auf Rat und Tat der zuständigen IHK zählen, wenn sie in dieser Richtung etwas auf die Beine stellen wollen.

IHK gibt Handel Schützenhilfe:
Den Kunden im Fokus

Marketing für den stationären Handel: Heimat shoppen. Foto: Petra Grünendahl.

Marketing für den stationären Handel: Heimat shoppen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Aktion „Heimat shoppen“ wurde 2014 erstmals im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein (Krefeld) durchgeführt. 2015 hat sich der Bezirk der Niederrheinischen IHK mit Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve mit großem Erfolg angeschlossen. Im dritten Jahr beteiligen sich in Nordrhein-Westfalen insgesamt sieben Industrie- und Handelskammern und die damit verbundenen Städte und Gemeinden: Aachen, Bonn, Hagen, Mittlerer Niederrhein, Münster, Niederrhein und Siegen. Die IHKs koordinieren die Aktionstage, die landesweit einheitlich am 9. und 10. September ausgerichtet werden. Nahezu alle Duisburger Werbegemeinschaften, Duisburg Kontor und das City-Management Duisburg sind dabei. Mehr dazu …

Niederrheinische IHK - Industrie- und Handelskammer Duisburg an der MercatorstraßeInhabergeführte Geschäfte leisten noch mehr
Lokaler Einzelhandel und Gastronomiebetriebe bestimmen nicht nur maßgeblich die Aufenthaltsqualität von Fußgängerzonen und Stadtteilen, sondern leisten noch viel mehr: Einer Studie der IHK Niederrhein zufolge stärken Ladeninhaber vor Ort das Gemeinwohl, dem sich gerade die inhabergeführten Betriebe verpflichtet fühlen. Hier geht es zur Studie: https://www.ihk-niederrhein.de/Studie-Handel.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs unter https://www.mc-duisburg.de. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Museum Küppersmühle: Baugenehmigung erteilt für Erweiterungsbau im Duisburger Innenhafen

Das MKM wird nach den Plänen von Herzog & de Meuron erweitert

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Die Baugenehmigung der Stadt Duisburg liegt nun vor und die Bauarbeiten am Erweiterungsbau des MKM können starten. Erste Vorbereitungen auf der Baustelle sind bereits im Gange. Der eigentliche Baubeginn ist für Anfang September terminiert. Die Grundsteinlegung mit detaillierter Vorstellung des Projektes ist für Frühjahr 2017 geplant.

Architekten der Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle sind Herzog & de Meuron aus Basel (Schweiz), die mit dem Neubau weitere 2.500m² zusätzliche Ausstellungsfläche für eine der wichtigsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst weltweit schaffen. Aktuell können nur rund 25% der Bestände im MKM gezeigt werden. Der Erweiterungsbau ermöglicht künftig eine weitaus umfassendere Präsentation. „Durch den Erweiterungsbau wird das MKM seine Leuchtturmfunktion für deutsche Kunst in NRW und darüber hinaus nachhaltig festigen“, ist Direktor Walter Smerling überzeugt.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Wie bereits beim Umbau der historischen Küppersmühle zum Museum orientieren sich die Architekten bei ihrem Entwurf für den Erweiterungsbau am Bestand des MKM und der gewachsenen Architektur des Innenhafens. „Für den flüchtigen Betrachter wird der neu hinzugefügte Baukörper so wirken, als hätte er schon immer dort gestanden. Der Erweiterungsbau reiht sich in Maßstab und Material in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein und komplettiert so den bestehenden Museums- und Innenhafenkomplex”, erläutern die Architekten.

Der viergeschossige Anbau, der das MKM in Richtung Autobahn verlängern wird, soll über den historischen Silo-Trakt mit dem Stammhaus des MKM verbunden werden. Die Silos, die zudem eine Aussichtsplattform erhalten sollen, werden damit erstmals für Besucher zugänglich sein. „Die Silos bleiben in ihrer rohen, ursprünglichen Materialität erhalten, da sie unverzichtbare, plastische Bestandteile des Industriedenkmals Küppersmühle sind“, so die Architekten Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Ermöglicht wird das Vorhaben durch das Engagement der privaten MKM-Stiftung, die von den Sammlern Sylvia und Ulrich Ströher gegründet wurde. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.

Hier geht es zur Projektbeschreibung …

– Presseinformation und Fotomaterial: Stiftung für Kunst und Kultur e. V. –

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Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. hat die Vergangenheit im Blick: „Archivbilder Duissern“

Villengegend rund um den Kaiserberg:
Vom Ratsdorf zum „Königreich“ Duissern

Von Petra Grünendahl

„Der Kaiserberg, das war da, wo die reichen Leute wohnen“, dieser Satz von Emmi Pannenbecker aus dem Film zum 100-jährigen Theaterjubiläum ist im Gedächtnis geblieben. Die im Dezember 2014 kurz nach ihrem 101. Geburtstag verstorbene (hier ist der Nachruf) ehemalige Duisburger Kulturpolitikerin war bis ins hohe Alter als Zeitzeugin gefragt (Theaterjubiläum 2012, Heimatabend Duisburg im WDR 2013) und für ihre pointierten Erinnerungen bekannt. Bis heute gilt Duissern als bessere Wohngegend. Alte Villen und Gründerzeit-Bauten sind überwiegend immer noch gut in Schuss. Manch alte Ansichten aus den „Archivbildern Duisburg-Duissern“ findet man nur wenig verändert im heutigen Stadtbild wieder, obwohl der Zweite Weltkrieg mit seinen Luftangriffen arge Schäden verursacht hatte.

Als die Stadtteile noch eigene Kinos hatten: das Park Theater in Duisssern an der Brauerstraße / Ecke Mülheimer Straße. Heute befindet sich dort die Druckerei Edel. Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Als die Stadtteile noch eigene Kinos hatten: das Park Theater in Duisssern an der Brauerstraße / Ecke Mülheimer Straße. Heute befindet sich dort die Druckerei Edel. Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg.

Alte Ansichtskarten und Fotos aus Duissern hat die Zeitzeugenbörse in einem Buch der „Reihe Archivbilder“ im Sutton Verlag veröffentlicht. Am westfälischen Hellweg, dem alten fränksichen Heerweg zur Rhein-Ruhr-Mündung, entstand das Straßendorf Duissern: Im Jahr 1059 erstmals schriftlich erwähnt und ab 1234 Standort eines Zisterzienserklosters (die Nonnen wanderten aber 1582 nach Duisburg ab). Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden Wohnhäuser im Rahmen der Industrialisierung sowie Fabrikantenvillen rund um den Kaiserberg – aus dem Dorf Duissern war der Stadtteil Duisburgs geworden, den die Einheimischen auch gerne mal als „Königreich Duissern“ bezeichnen.

Umfassend recherchiert und übersichtlich
Der Band „Duisburg-Duissern“ zählt zu den ersten Werken der Zeitzeugenbörse Duisburg im Sutton Verlag und ist im Jahr 2012 erstmals erschienen. Als erste der Sammlungen von Stadtteil-Archivbildern ist das Werk in acht Kapitel aufgeteilt, nach denen die Bilder thematisch gegliedert werden. Das erleichtert den Überblick auch für den Leser. Da sind zum einen die klassischen Themen wie Firmen & Geschäfte, Vereine & Vereinigungen, Kirchen & Schulen sowie Gaststätten, die das entsprechende Fotomaterial mit gut recherchierten Informationen zu einem Gesamtbild abrunden. Dann sind da die historisch begründeten Kapitel wie die „Bäuerliche Vergangenheit“, Industrialisierung und Bevölkerungszuwachs (Das „Königreich“ wächst) sowie „Rund um den Kaiserberg“, wo erst die Industriellen ihre Villen bauten und dann 1934 ein Tierpark angesiedelt wurde. Letzterer wuchs und gewann an Bedeutung, die er seit Jahrzehnten als Zoo Duisburg auch überregional ausspielen kann. Die abschließenden „Ereignisse und Begebenheiten“ versammeln alles an Bildmaterial, was sich anders nicht einordnen ließ, aber mit informativen Texten den Blick in die Vergangenheit des Stadtteils wirkungsvoll abrundet.

Cover-Foto: Sutton Verlag.

Cover-Foto: Sutton Verlag.

Zum Entdecken und Erinnern
Das Buch „Duisburg-Duissern“ aus der Reihe Archivbilder publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, in Deutschland führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser rund 200 bis dato unveröffentlichte Aufnahmen und Postkarten. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren von etwa 1890 bis 1960. Die Einleitung enthält einen chronologischen Abriss der Entwicklung Duisserns. Von einem Zisterzienserkloster als Filialgründung des Klosters Saarn und den ersten Bauernhöfen drum herum entwickelte sich Duissern über die ansteigende Besiedlung nach der Eingliederung nach Duisburg und Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts. Wohnhäuser für Fabrikarbeiter, die Fabrikantenvillen am Kaiserberg, der Tierpark und die Reichsautobahn markieren die Zeit bis zum zweiten Weltkrieg. Auch die erste Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg ist hier in Bildern noch dokumentiert. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen von Mitgliedern der Zeitzeugenbörse Duisburg wie Reinhold Stausberg, Markus Mosch (ehem. zweiter Vorsitzender der ZZB) und Harald Molder sowie von ortsansässigen Vereinen wie der KG Königreich Duissern oder dem Bürgerverein und von Bürgern, die weitere Bilder und Geschichten zum Stadtteil beisteuern konnten. Entstanden ist ein Bildband, der anhand von Bildern und Ansichten Duisserns Geschichte über einen Zeitraum von gut 70 Jahren nachzeichnet. Das reich bebilderte Buch mit Broschur-Einband ist im Sutton Verlag in der „Reihe Archivbilder“ erschienen und kostet 18,95 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-069-2).

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag

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Deutschlands älteste Landmarke strahlt wieder: „Rheinorange“ frisch lackiert

Gemeinsame Bemühungen setzen sichtbare Zeichen
Von Petra Grünendahl

Gruppenbild mit Rheinorange (v.l.): Dr. Frank Rieger (Wirtschaftsjunioren), Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (beide Lehmbruck Museum), Künstler Lutz Fritsch, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Oberbürgermeister Sören Link, Dr. Ulrich Kleier (ehem. Sprecher der Wirtschaftsjunioren) und Henning Grzesiek (heute Sprecher der Duisburger Wirtschaftsjunioren). Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Rheinorange (v.l.): Dr. Frank Rieger (Wirtschaftsjunioren), Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (beide Lehmbruck Museum), Künstler Lutz Fritsch, Kulturdezernent Thomas Krützberg, Oberbürgermeister Sören Link, Dr. Ulrich Kleier (ehem. Sprecher der Wirtschaftsjunioren) und Henning Grzesiek (heute Sprecher der Duisburger Wirtschaftsjunioren). Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Rheinorange: NN, Dr. Frank Rieger, Künstler Lutz Fritsch, Dr. Doris König, Dr. Ulrich Kleier, Thomas Krützberg, Dr. Söke Dinkla, Henning Grzesiek, Oberbürgermeister Sören Link und Dr. Joachim Bonn. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Rheinorange: NN, Dr. Frank Rieger, Künstler Lutz Fritsch, Dr. Doris König, Dr. Ulrich Kleier, Thomas Krützberg, Dr. Söke Dinkla, Henning Grzesiek, Oberbürgermeister Sören Link und Dr. Joachim Bonn. Foto: Petra Grünendahl.

„Rheinorange sagt Danke“, erklärte der Kölner Künstler Lutz Fritsch, der auch an die Aufstellung seiner Skulptur am 26. September 1992 erinnerte. Mit der Restaurierung wurde nach Vollendung des 230 Kilometer langen Ruhrtal-Radweges, der genau an dieser Stelle endet, ein weiteres Zeichen gesetzt. Die auf Anregung von zwei Homberger Bürgern bei den Restaurierungsarbeiten angebrachte Beleuchtung – sozusagen das Tüpfelchen auf dem „i-Punkt“, als den Fritsch seine Skulptur an dieser Stelle bezeichnet hatte – lässt die beeindruckende Skulptur nun auch im Dunkeln wie eine heiße Stahlbramme leuchten, der die 25 Meter hohe Skulptur als ein Hommage an die Industriestadt Duisburg nachempfunden ist.

Sie strahlt wieder in reinstem Orange (RAL 2004 = Reinorange): die Skulptur an der Mündung von Rhein und Ruhr, die 1992 als erste Landmarke in Deutschland geschaffen wurde. Zu einem kleinen Festakt hatten das Lehmbruck Museum und die Wirtschaftsjunioren Duisburg Sponsoren sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur eingeladen. Denn die an der Mündung der Ruhr in den Rhein gelegene und weit sichtbare Skulptur „Rheinorange“ erscheint nach einer Restaurierung nun wieder jenem reinen Orange, mit dem sie ursprünglich mal errichtet worden war. 1992 auf Initiative der Duisburger Wirtschaftsjunioren mit Unterstützung einer Vielzahl von Unternehmen durch den Kölner Künstler Lutz Fritsch errichtet, hatte „Rheinorange“ durch Witterung und Graffitis Schaden genommen. Dies und die im Zuge des Ausbaus des Ruhrtal-Radweges ermöglichte Beleuchtung hatten die Wirtschaftsjunioren zum Anlass genommen, sich für eine Instandsetzung einzusetzen. „Wir als Junge Wirtschaft setzen uns für Nachhaltigkeit ein“, betonte Henning Grzesiek, Sprecher der Duisburger Wirtschaftsjunioren. „Daher war es für uns selbstverständlich, uns dauerhaft für ‚Rheinorange’ einzusetzen und gemeinsam mit den Unternehmen der Region eine Restaurierung zu ermöglichen.“

Lokale Wirtschaft übernimmt Verantwortung

Gruppenbild mit Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Markus Lüpertz' Poseidon guckt vom anderen Ruhrufer aus zu. Foto: Petra Grünendahl.

Markus Lüpertz‘ Poseidon guckt vom anderen Ruhrufer aus zu. Foto: Petra Grünendahl.

Den etwa 30 Unternehmen und Wirtschaftsjunioren, die mit ihren Spenden die ca. 50.000 Euro teure Restaurierung von „Rheinorange“ möglich machten, gilt daher der Dank der Wirtschaftsjunioren, des Lehmbruck Museums und des Künstlers Lutz Fritsch. Mit besonders hohen Spenden ermöglichten die Volksbank Rhein-Ruhr-Stiftung und die Hülskens Unternehmensgruppe (je 10.000 Euro) sowie die Duisburger Hafen AG, die Sparkasse Duisburg und die Wirtschaftsjunioren Duisburg e.V. (je 5.000 Euro) ein Erstrahlen von „Rheinorange“ in neuem Glanz. Die für den Neuanstrich benötigte Lackfarbe im Wert von fast 5.000 Euro wurde vom weltweit führenden Additiv-Hersteller BYK-Chemie, einem Unternehmen der Altana­Gruppe mit Sitz in Wesel, gestellt. Weitere Unternehmen und Privatpersonen waren mit kleineren Summen beteiligt. „Das Restaurierungsprojekt zeigt, dass Herausforderungen, die für einen allein zu groß sind, gemeinsam bewältigt werden können und ist damit ein tolles Beispiel für Zusammenarbeit und lokale Verantwortung der Wirtschaft“, hob Henning Grzesiek hervor.

Nach der Einrüstung wurde die Skulptur vollständig angeschliffen und eine Grundierung aufgetragen. Abschließend erfolgte eine Beschichtung in reinem Orange (RAL 2004). Seitdem ist „Rheinorange“ wieder als Landmarke weithin sichtbar. Dank der inzwischen installierten Beleuchtung setzt die Skulptur auch nachts ein beeindruckendes Zeichen. „Ich finde es großartig, dass der Gedanke – „Rheinorange“ als Gemeinschaftsprojekt umzusetzen – auch bei der Restaurierung weiterlebt und in der neuen Generation von Wirtschaftsjunioren fest verankert ist“, betonte Dr. Ulrich F. Kleier, Ehrenpräsident der Niederrheinischen IHK und als Sprecher der Duisburger Wirtschaftsjunioren 1990, einer der Mitinitiatoren von „Rheinorange“.

Rheinorange

Gruppenbild mit Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Der Bildhauer Lutz Fritsch (*1955) hat speziell für diesen Ort eine Skulptur geschaffen, die in ihrer mächtigen Ausdehnung eine der bedeutendsten Landmarken Deutschlands darstellt. Die verbauten 83 Tonnen Stahl waren in 120 Einzelblechen angeliefert und vor Ort zusammen geschweißt worden. Gute 700 Kilogramm Farbe im Ton „Reinorange seidenglänzend“ gaben ihr den besonderen Anstrich, der weit über den Standort hinaus strahlt. Die Skulptur „Rheinorange“ markiert die Mündung der Ruhr in den Rhein und damit einen der wichtigsten Orte in der Region: Die Ruhr gab der Region den Namen, der Rhein ist für den Binnenhafen die Lebensader. Das Material Stahl verweist auf einen der zentralen Wirtschaftsbereiche der Stadt.

Darüber hinaus ist die Skulptur aufgrund ihres Entstehungsprozesses als Kooperationsprojekt und Teamleistung einer Vielzahl von Unternehmen mit ihren Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit dem Künstler, dem Wilhelm Lehmbruck Museum und der Stadt Duisburg ein Symbol für die gestalterische Kraft der Wirtschaft.

Ein erster Eindruck …

In größerer Auflösung gibt es das Album bei Flickr …

Schon gleich nach ihrer Aufstellung am 26. September 1992 wurde sie zu einem wichtigen Monument im Stadtbild. Mit dem klaren Orange („Reinorange“) wählte der Künstler die Farbe der größten Konzentration von Energie und Leuchtkraft. Damit wurde „Rheinorange“ zu einem Zeichen für Aufbruch und Wandel, für die Identifikation mit der Stadt Duisburg. Die Form erinnert an eine Stahlbramme. In dieser Art werden im Stranggussverfahren Blöcke z.B. aus Stahl gefertigt, um sie für die weitere Verarbeitung vorzubereiten. Das Kunstwerk ist inzwischen auch eine Art „Verkehrszeichen“ für die Schifffahrt, Zielpunkt von Wanderern und Radfahrern (Endpunkt des Ruhrwanderweges) sowie des jährlichen Ruhrmarathons.

Die Initiative zu diesem Kunstwerk wurde durch die Wirtschaftsjunioren Duisburg 1989 in Zusammenarbeit mit dem Lehmbruck Museum ergriffen. Die Skulptur wurde für diesen Ort vom Künstler geschaffen. Sie ist ein sichtbares Zeichen des erfolgreichen Strukturwandels der Stadt und ein Symbol für die gestalterische Kraft der Wirtschaft. In dreijähriger Planung ist es den Wirtschaftsjunioren gelungen, die notwendigen Mittel als Geld- und Sachspenden zusammenzutragen und mit der Aufstellung der Skulptur 1992 ihre Idee gemeinsam mit dem Künstler, der Stadt Duisburg und dem Lehmbruck Museum zu realisieren.

Gruppenbild mit Lutz Fritschs Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Gruppenbild mit Lutz Fritschs Rheinorange: Sponsoren, Förderer und Verantwortliche. Foto: Petra Grünendahl.

Der Künstler Lutz Fritsch
Der in Köln lebende Lutz Fritsch (*1955) ist Bildhauer, Fotograf und Zeichner. Seine farbigen Werke hat er für Innen- und Außenräume geschaffen, die dort die vorhandenen Dimensionen und Situationen aufnehmen, definieren und kommentieren. Der Künstler ermöglicht damit neue Sichtweisen auf Räume und Orte, seine Werke werden zu Orientierungspunkten in Städten und Landschaften. Weitere Werke von Lutz Fritsch im öffentlichen Raum umfassen zum Beispiel „Vorgang – Zustand“ in Bonn vor dem Schumannhaus, „Der Stand der Dinge“ in Pforzheim, „Bibliothek im Eis“ in der Antarktis und „Standortmitte“ in Köln.

Die Wirtschaftsjunioren Duisburg
Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Duisburg sind eine Vereinigung von jungen Unternehmern und Führungskräften mit mehr als 80 Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft. Die WJ Duisburg gehören den Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) an, die mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren bilden. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist seit 1958 Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).

© 2016 Petra Grünendahl frei nach der Presseinfo von Lehmbruck Museum und Wirtschaftsjunioren Duisburg
Fotos: Petra Grünendahl

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Zoo Duisburg: Namenswettbewerb für Tigernachwuchs

Heute durften die beiden Jungetiger erstmals die Außenanlagen des Tigergeheges im Zoo Duisburg erkunden. Foto: Petra Grünendahl.

Heute durften die beiden Jungetiger erstmals die Außenanlagen des Tigergeheges im Zoo Duisburg erkunden. Foto: Petra Grünendahl.

Sehr zufrieden ist man im Zoo mit der Entwicklung der beiden prächtigen kleinen Minitiger, die seit letzter Woche in der großen naturnahen, von Evonik Industries finanzierten Tigeranlage gemeinsam mit Tigermutter Dasha umherstreifen.

Herrlich anzusehen, wie die beiden Racker über die Anlage flitzen, sich spielerisch an ihre Mutter heranpirschen und sich auch sonst in allem üben, was man für ein Leben als Tiger später benötigt. Stolz ist man auch auf Tigermama Dasha, die zum ersten Mal Nachwuchs bekommen hat und sich vorbildlich um diesen kümmert.

Gestern konnte nun das Geschlecht der beiden Jungtiger festgestellt werden. Es sind ein Männchen und ein Weibchen. Was den beiden jetzt noch fehlt, ist ein passender Name. Alle Tiger-Freunde sind hiermit aufgerufen, aus den unten aufgeführten Namensvorschlägen ihren Favoriten auszuwählen.

Die Entscheidung soll fallen für die folgenden Namensvorschläge, die allesamt aus dem Lebensraum der Sibirischen Tiger stammen.

Für das männliche Jungtier:

  1. Ahren (Engel)
  2. Gorin (Ort in Sibirien)
  3. Makar (Sibirischer Name)

Für das weibliche Jungtier:

  1. Arila (Sonne)
  2. Luba (Liebe)
  3. Vassia (Königliche)

Unter den Einsendungen der meist gewünschten Namen werden zwei Gewinner ausgelost, die für einen halben Tag unsere Tierpfleger in der neuen Tigeranlage bei ihrer Arbeit unterstützen können.

Die Namensvorschläge können per Mail an tiger@zoo-duisburg.de gesendet werden. Einsendeschluss ist Donnerstag, der 1. September 2016.

Mehr Fotos gibt es hier in „Die Tiger sind los“ und hier bie Flickr …

– Pressemeldung des Zoo Duisburg –

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Loveparade-Zivilverfahren: Vier weitere Schadensersatzklagen werden verhandelt

Gedenktstätte für Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg am Alten Güterbahnhof.  Foto: Petra Grünendahl,

Gedenktstätte für Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg am Alten Güterbahnhof.
Foto: Petra Grünendahl,

In vier weiteren am Landgericht Duisburg laufenden Zivilverfahren wegen der tragischen Ereignisse bei der Loveparade 2010 hat das Gericht Termine zur mündlichen Verhandlung bekannt gegeben. Bei der Loveparade-Veranstaltung am 24. Juli 2010 kam es zu einem Gedränge, durch das 21 Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Sämtliche Klagen richten sich gegen die L. GmbH als Veranstalterin, deren Geschäftsführer, die Stadt Duisburg und das Land Nordrhein-Westfalen.

 
Am 1. September 2016 um 9:30 Uhr beginnt vor der 4. Zivilkammer die Verhandlung über die Klage einer 54-jährigen Frau aus Duisburg. Die Klägerin verlangt Schmerzensgeld von mindestens 40.000 EUR und Schadensersatz von knapp 16.000 EUR. Sie macht geltend, sie habe sich bei der Loveparade-Veranstaltung am 24. Juli 2010 im Gedränge befunden. Sie sei zu Boden gedrückt worden. Unter ihr hätten weitere Personen gelegen. Sie leide seitdem an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer wiederkehrenden depressiven Störung. Das Gericht hat das persönliche Erscheinen der Klägerin angeordnet.

Am 1. September 2016 um 11 Uhr verhandelt die 4. Zivilkammer die die Klage einer 47-jährigen Frau aus Ratingen. Sie begehrt Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 EUR und Schadensersatz in Höhe von knapp 4.000 EUR. Sie macht geltend, sie habe sich auf einem Fest in der Nähe der Loveparade-Veranstaltung befunden. Zeitweise habe sie in Sichtweite der Absperrung vor dem Tunnel, in dem es zu dem Unglück kam, gestanden. Sie habe auch am Eingang zu dem Gelände gestanden. Später habe sie erfahren, dass es Tote gegeben habe. Sie leide deshalb unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das Gericht hat das persönliche Erscheinen der Klägerin angeordnet.

Am 1. September 2016 um 13:30 Uhr findet vor der 4. Zivilkammer die Verhandlung über eine Klage einer 38-jährigen Frau aus Kevelaer statt. Sie begehrt Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 EUR und Schadensersatz in Höhe von knapp 21.000 EUR. Vorgerichtlich hat sie eine Zahlung von ca. 2.000 EUR erhalten. Sie macht geltend, sie habe sich bei der Loveparade-Veranstaltung 2010 im Gedränge befunden. In der Menschenmenge sei sie eingequetscht worden. Sie leide deshalb an einer posttraumatischen Belastungsstörung, wiederkehrenden Depressionen und einer Essstörung. Das Gericht hat das persönliche Erscheinen der Klägerin angeordnet.

Am 1. September 2016 um 15 Uhr beginnt die Verhandlung über die Klage einer Frau aus Duisburg. Sie beantragt die Zahlung eines Schmerzensgelds von mindestens 70.000 EUR und von Schadensersatz in Höhe von ca. 3.000 EUR. Sie hat vorprozessual 10.000 EUR erhalten. Die Klägerin macht geltend, sie habe sich in dem Gedränge befunden. Ihre Füße hätten den Boden nicht mehr berührt. Sie sei mit dem Hinterkopf gegen eine Mauer im Tunnel geschlagen und habe eine Gehirnerschütterung davongetragen. Sie habe einen erfolglosen Wiederbelebungsversuch mitangesehen. Deshalb leide sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und wiederkehrenden Depressionen. Das Gericht hat das persönliche Erscheinen der Klägerin angeordnet.

Die Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 am sechsten Jahrestag. Foto: Petra Grünendahl.

Die Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 am sechsten Jahrestag. Foto: Petra Grünendahl.

Sämtliche Klägerinnen meinen, die L. GmbH habe die Veranstaltung fehlerhaft geplant und durchgeführt, die Stadt Duisburg habe eine fehlerhafte und rechtswidrige Baugenehmigung erteilt und die als Sicherheitskräfte eingesetzten Polizeibeamten des Landes Nordrhein-Westfalen hätten Fehler begangen. Dies habe zu dem Gedränge und damit zu den von ihnen erlittenen Schäden geführt. Die Beklagten treten dem entgegen und bestreiten das Vorliegen und den Umfang der Schäden.

Das Gericht hat in jedem dieser Zivilverfahren zu entscheiden, ob dem jeweiligen Kläger Schadensersatz und Schmerzensgeld zusteht. Eine Aufklärung der Ereignisse wird dabei insoweit erfolgen, wie dies für die Streitentscheidung im konkreten Einzelfall erforderlich ist. In der Verhandlung wird das Gericht die Sach- und Rechtslage mit den Anwälten diskutieren und gegebenenfalls die Möglichkeit einer gütlichen Einigung besprechen. Eine Beweiserhebung ist in den angesetzten Terminen nicht vorgesehen. Kommt es zu einer abschließenden Entscheidung, so wird diese üblicherweise nicht an dem Tag der Verhandlung selbst, sondern erst einige Wochen später getroffen und bekannt gegeben. Dieser sogenannte Verkündungstermin wird zum Schluss der jeweiligen Sitzung bestimmt. Auf die Hintergrundinformationen zum Zivilprozess wird hingewiesen.

Aktenzeichen 4 O 412/14, 4 O 413/14, 4 O 414/14, 4 O 256/14

– Presseinformation des Landgerichts Duisburg –
Fotos: Petra Grünendahl

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Zoo Duisburg: Die Tiger sind los

Heute durften die beiden Jungetiger erstmals die Außenanlagen des Tigergeheges im Zoo Duisburg erkunden. Foto: Petra Grünendahl.

Heute durften die beiden Jungetiger erstmals die Außenanlagen des Tigergeheges im Zoo Duisburg erkunden. Foto: Petra Grünendahl.

Nun war es endlich so weit: Der Tigernachwuchs durfte die erstmals Außenanlage erkunden. Unter dem immer noch wachsamen Auge von Mutter Dasha können die Jungtiere nun auch von allen Besuchern bewundert ewrden.

Riesengroß war die Freude im Zoo Duisburg, als Ende Juni zwei junge Tiger geboren wurden. Kaum war die riesige neue von Evonik Industries finanzierte Tigeranlage zu Ostern fertiggestellt worden, erfolgte die Zusammenführung von Tigermann El-Roi mit seiner neuen Auserwählten Dasha – mit einer offensichtlich erfolgreichen Verpaarung, wie der Zuchterfolg belegt.

Allerdings blieben die Jungtiger in den ersten Lebenswochen den Blicken der Zoobesucher verborgen, denn Dasha zog ihren Nachwuchs im ungestörten Aufzuchtbereich hinter den Kulissen der Tigeranlage auf, wo die anfänglich völlig hilflosen und tolpatschigen Minitiger vorbildlich von Dasha mit der nötigen Muttermilch versorgt wurden.

Nun gut sechs Wochen später sind die Jungtiere soweit, dass diese auf mittlerweile sicheren Pranken von der Mutter auf die Außenanlage geführt werden können, um sich dort den Zoobesuchern zu zeigen.

Großformatig gibt es das Album bei Flickr …

In Scharen waren diese bereits in den letzten Wochen in den Zoo gekommen, um erste Eindrücke der beiden jungen Tiger auf einem Bildschirm zu erhaschen, auf dem Bildsequenzen von Mutter und Jungtiere gezeigt wurden. Ab jetzt wird aber das live-Erlebnis auf der Außenanlage geboten, so denn Dasha und ihre Jungen sich den Besuchern zeigen wollen, denn natürlich kann sich die junge Familie auch jederzeit in den schützenden hinteren Bereich zurückziehen. Auf zur Tiger-Safari in den Zoo!

Weitere Informationen:
https://www.zoo-duisburg.de

Und noch ein paar Bilderstrecken aus dem Tierpark am Kaiserberg:

– Frei nach der Pressemeldung des Zoo Duisburg –
Fotos: Petra Grünendahl

Und noch ein kurzer Film von VideoDU …

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Museum DKM in Duisburg: Trinkhallen und mehr – Fotografien von Tata Ronkholz

Anne Bude: Idyll der Achtziger Jahre
mit einem gewissen Schimanski-Charme

Von Petra Grünendahl

Tata Ronkholz "Trinkhallen und mehr". Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Tata Ronkholz „Trinkhallen und mehr“. Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Die Trinkhalle, im Ruhrgebiet kurz und knackig „Bude“ genannt, entstand in der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts: Vor den Werkstoren gelegen boten sie den Arbeitern die Möglichkeit, sich mit alkoholfreien Getränken zu versorgen. Die Buden gingen mit der Zeit, boten Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften, Alkohol und Süßigkeiten an, später auch – entsprechende Nachfrage bei strengen Ladenschlussgesetzen schufen hier einen Markt – allerlei Dinge des täglichen Bedarfs. Sortiment und Kundschaft änderten sich, die soziale Funktion als Treffpunkt und Ort des Austauschs blieb. Überdauert hat ihre individuelle Gestaltung bis heute, wo Supermärkte sich immer ähnlicher sehen. Diese Einzigartigkeit hat Tata Ronkholz schon in den Siebziger-/Achtziger Jahren in ihren dokumentarischen Fotografien eingefangen, als „Liebenswürdigkeit der Trinkhallen“ hatte sie es selbst einmal bezeichnet. Einige dieser Arbeiten sind nun in einer Sonderausstellung „Trinkhallen und mehr“ im Museum DKM zu sehen.

Tata Ronkholz "Trinkhallen und mehr". Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Tata Ronkholz „Trinkhallen und mehr“. Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Das „Jahr der Trinkhalle“, das die Ruhr Tourismus GmbH für 2016 ausgerufen hat, bot auch dem Museum DKM eine Gelegenheit, Flagge zu zeigen. Die beiden Sammler und Stiftungsgründer Dirk Krämer und Klaus Maas sammeln schon seit den 1980-er Jahren Fotografien von Tata Ronkholz (1940-1997). Die gebürtige Krefelderin hatte ab 1978 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Bernd Becher dokumentarische Fotografie studiert. Ihre bekannteste Fotoserie beschäftigt sich mit Trinkhallen: Im Ruhrgebiet, im Düsseldorfer und im Kölner Raum. Ihre Fotografie umfasst aber auch andere Motivserien – Werkstore oder Hafenstandorte, spätere Werke umfassen Schaufenster von Geschäften –, die ebenfalls exemplarisch in der Sonderschau zu sehen sind.

Trinkhallen und mehr

Tata Ronkholz "Trinkhallen und mehr". Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Tata Ronkholz „Trinkhallen und mehr“. Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Sie sind nüchtern, die schwarz-weißen Fotografien, die sie ab ihrem Studienbeginn Ende der 1970-er Jahre bis Mitte der 1980-er Jahre anfertigte. Fast steril wirken die Bilder: wolkenloser Himmel, die kahlen Bäume des Winters, Menschen sind nirgends zu sehen. Nur diese Trinkhallen, von denen keine einer anderen gleicht. Keine Hochglanzkulissen, sondern das gelebte Leben von Kleinunternehmern, die immer schon sehen mussten, wie sie über die Runden kommen. Die lokalen Zeitungen oder Biermarken lassen schon mal Schlusse zu, wo die „Buden“ verortet sein könnten. Sechs der 17 Trinkhallen stammen aus Duisburg, wie man der ausliegenden Werkliste entnehmen kann. Wie viele dieser Trinkhallen mag es noch geben, fragt man sich. Eine Spurensuche reizt. Auf jeden Fall der Vergangenheit angehören die Aufnahmen von Werkstoren oder Hafenanlagen: Die Düsseldorfer Rheinhafen-Aufnahmen entstanden dort, wo später der Medienhafen aus dem aufgegebenen Hafenareal gestampft wurde. Das Schwarz-Weiß der Bilder verstärkt diese Reise in die Vergangenheit. Die Ausstellung im Museum DKM entstand in Zusammenarbeit mit Van Ham Art Estate in Köln, die den Nachlass der Künstlerin verwalten. Teile der Ausstellung sind Leihgaben, andere wiederum gehören zur Sammlung im Museum DKM.

Fotografie von Tata Ronkholz. Foto: Petra Grünendahl.

Fotografie von Tata Ronkholz. Foto: Petra Grünendahl.

Tata Ronkholz
Erst spät kam Tata Ronkholz (geb. Roswitha Tölle) zur Fotografie. Zunächst hatte sie nach einem Studium von Architektur und Innenarchitektur elf Jahre als freischaffende Produktdesignerin gearbeitet. Nach einem Grundstudium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf (1977-1978) wechselte sie 1978 in die Klasse für Fotografie von Bernd Becher. Schon 1979 kam dann der Durchbruch mit der Ausstellung „In Deutschland. Aspekte gegenwärtiger Dokumentarfotografie“ im Rheinischen Landesmuseum in Bonn, die Ronkholz ebenso wie weiteren Becher-Studenten der Düsseldorfer Akademie zum Durchbruch verhalf. Bis Mitte der 1980-er Jahre fotografierte sie freischaffend, dann zehn Jahre lang für eine Kölner Fotoagentur (1985-95). Gestorben ist sie 1997 in der Nähe von Köln.

Vier Fotos aus der Ausstellung "Trinkhallen und mehr". Fotos: Tata Ronkholz.

Vier Fotos aus der Ausstellung „Trinkhallen und mehr“. Fotos: Tata Ronkholz.

Tata Ronkholz "Trinkhallen und mehr". Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Tata Ronkholz „Trinkhallen und mehr“. Fotografie im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Museum DKM
Die Ausstellung von Tata Ronkholz ist ab Freitag, 5. April, bis zum 28. September 2016 zugänglich. Zum offiziellen „Tag der Trinkhallen“ am Samstag, 20. August 2016, wird es um 15 Uhr eine Sonderführung zum Thema „Dokumentarfotografie im Ruhrgebiet“ geben. Neben der Sonderausstellung stehen hier auch entsprechende Werke in der Dauerausstellung im Fokus: Albert Renger Patzsch (1897-1966) sowie Bernd und Hilla Becher (1934-2007, 1934-2015). Die Teilnahme ist in Verbindung mit der Eintrittskarte kostenfrei. Anmeldung erwünscht unter Telefon 0203 / 93555470.

Tag der Trinkhallen
Um die Bedeutung des Büdchens gebührend zu würdigen, haben die Ruhr Tourismus GmbH und der Dortmunder KioskClub 06 den 20. August 2016 zum Tag der Trinkhallen ernannt. An mehr als 150 Kiosken im ganzen Ruhrgebiet werden jene als Begegnungsort der Kultur(en) gefeiert. Unter dem Motto „Kumpels, Klümpchen & Kultur“ bieten zahlreiche Trinkhallen der gesamten Metropole Ruhr ihren Kunden etwas Besonderes. An 50 ausgewählten Buden gibt es zusätzlich zwischen 16 und 22 Uhr ein Kulturprogramm der besonderen Art. Poetry Slam und Literatur, Kabarett und Kleinkunst, Musik von Rock/Pop, Jazz und Weltmusik bis zu Klassik und Elektro – live gespielt von Bands und DJs oder zum Mitsingen – Physical Theatre und vieles mehr.
https://www.tagdertrinkhallen.ruhr/

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (5), Tata Ronkholz (4)

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Gütesiegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2016“ für Duisburger Hafen AG

duisport als erstes Unternehmen in Duisburg zertifiziert

Logo_Ausbildungsbetrieb_2014_RGB.01Oft ist es für Schülerinnen und Schülern, auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz schwierig zu erkennen, wie gut Ausbildungsbetriebe tatsächlich sind. Genau aus diesem Grund haben die Wirtschaftspsychologen der ertragswerkstatt GmbH das Gütesiegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ initiiert, um ihnen eine zuverlässige und neutrale Orientierungshilfe zu geben. „Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind ein zentrales Element für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Daher setzen wir verstärkt auf die Rekrutierung von Fachkräften für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und fördern gezielt junge, engagierte Nachwuchskräfte in unseren insgesamt acht Ausbildungsberufen. Eine Zertifizierung in diesem Bereich ist aus diesem Grund besonders wichtig und bestätigt, dass wir den richtigen Weg für unser Ausbildungsangebot eingeschlagen haben “, so Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG.

Gestartet wurde die Initiative „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ Anfang 2013. In der aktuellen Zertifizierungsphase haben an der Initiative der „ertragswerkstatt“ bereits mehr als 100 Unternehmen mit über 4.000 Azubis und duale Studenten teilgenommen.

Ausbildungsinhalte und Zukunftschancen

Neben den kaufmännischen und technischen Ausbildungsgängen hat die duisport-Gruppe das Ausbildungsportfolio im Jahr 2015 erweitert, sodass sich nun der Eisenbahner im Betriebsdienst zu den bisherigen Ausbildungsberufen anschließt. Foto: duisport / Frank Reinhold, Düsseldorf,

Neben den kaufmännischen und technischen Ausbildungsgängen hat die duisport-Gruppe das Ausbildungsportfolio im Jahr 2015 erweitert, sodass sich nun der Eisenbahner im Betriebsdienst zu den bisherigen Ausbildungsberufen anschließt. Foto: duisport / Frank Reinhold, Düsseldorf,

Um die Zertifizierung zu erhalten, hat sich die duisport-Gruppe – gemeinsam mit zahlreichen anderen Unternehmen – in den letzten Monaten einer Bewertung der eigenen Auszubildenden, bezogen auf ihre Ausbildungssituation, unterzogen. In einer anonymen Befragung beantworteten diese rund 100 detaillierte Fragen zur Qualität ihrer Ausbildung. Die Themen waren beispielsweise die Ausbildungsinhalte, der Umgang mit den Auszubildenden im Betrieb oder die Zukunftschancen. In Kooperation mit den Personalverantwortlichen der Betriebe wurden zusätzlich wichtige Kennzahlen wie die Anzahl der übernommenen Auszubildenden und die Höhe der Abbrecherquote. erhoben. „Durch die Kombination dieser Kennzahlen mit der Beurteilung der Auszubildenden erhalten Jugendliche eine verlässliche Auskunft darüber, wie gut ein Ausbildungsbetrieb tatsächlich ist“, sagt Wirtschaftspsychologin Judith Grefe von der „ertragswerkstatt“, die die Vergabe des Siegels betreut. Denn: Nur Betriebe, die von ihren Azubis gute Noten bekommen und sich in der Ausbildung besonders engagieren, sind „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2016“. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Betriebe mindestens 5 Azubis ausbilden. „Das war uns wichtig, denn nur so konnten wir eine anonymisierte Befragung durchführen, bei der die Azubis offen und ehrlich antworten können“, erläutert Judith Grefe weiter.

Als erstes Unternehmen in Duisburg hat nun auch die duisport-Gruppe das Siegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2016“ erhalten. Tilo Schneider, Personalleiter der duisport-Gruppe hebt hervor: „Es ist wichtig, dass duisport schon bei der Erstausbildung von jungen Menschen mit einem guten Arbeitgeberimage punkten kann, da dies ein nachhaltig erfolgreicher Weg ist, dem potentiellen Fachkräftemangel der Zukunft zu begegnen.“

Job-Vielfalt unter einem Dach
Die duisport-Gruppe zeichnet sich als Arbeitgeber durch die Vielfältigkeit der Unternehmensbereiche und die damit verbundenen facettenreichen Tätigkeiten sowie Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Ausbildung aus.. Aktuell bildet die duisport-Gruppe 42 Auszubildende in unterschiedlichen kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen aus. duisport erhielt dabei von seinen Azubis ein hervorragendes Zeugnis. Besonders positiv bewerteten die Auszubildenden die guten Rahmenbedingungen wie beispielsweise einen überdurchschnittlichen Lohn und flexible Arbeitszeitregelungen. Viel wichtiger sind allerdings die positiv bewerteten zwischenmenschlichen Faktoren. Sowohl der Kontakt zu den Ausbilderinnen und Ausbildern, als auch der gute Umgang unter den Auszubildenden ist besonders positiv hervor zu heben. „Wir haben uns sehr über die Ergebnisse gefreut und es ist für uns ein besonderer Ansporn uns weiter in der Ausbildung zu engagieren“, betont Stephanie Adamczik, Ausbildungsleitung der duisport-Gruppe.

– Pressemeldung und Foto: Duisburger Hafen AG duisport –
Foto: duisport / Frank Reinhold, Düsseldorf

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