Facettenreicher Ballettabend im Spiegel der NeoklassikVon Petra Grünendahl
Martialisch stampfen die Tänzerinnen mit Spitzenschuhen auf den Bühnenboden, aggressiv und kampfeslustig markieren die Tänzerinnen und Tänzer ihre Dominanz. Im Kontrast dazu stehen die Tänzerinnen und Tänzer, die barfuß tanzen: Sie stehen für die Gefühlvollen, die nach Liebe und Anerkennung Strebenden. Im Überlebenskampf des Einzelnen wird die Dramatik immer wieder aufgebrochen durch die Wucht der Musik: das „Konzert für Orchester“ ist das einzige groß angelegte Werk des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski (1913 – 1994), das ihn 1954 auf einen Schlag berühmt gemacht hatte. Das Werk der polnischen Moderne ist eine Auseinandersetzung mit dem Neoklassizismus, der diesem Ballettabend einen gemeinsamen Nenner gibt.

Ballett am Rhein b.29: Bruno Narnhammer, Yoav Bosidan, Brice Asnar, Camille Andriot,
Eric White in Martin Schläpfer „Konzert für Orchester“. Foto: Gert Weigelt.
Gefeierte Urauffährung im Rahmen eines gelungenen Ballettabends
Begleitet wurde der komplette Ballettabend von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Wen-Pin Chien, die die Vielfalt der Stücke mit ihrer mitunter schwierigen Verbindung zum Tanz bravourös meisterten. Viel Szenenapplaus für die fantastischen Tänzer begleitete die etwa zweieinviertelstündige Aufführung (mit zwei Pausen). Das Publikum feierte aber auch insbesondere Schläpfers Uraufführung mit einem minutenlangen Schlussapplaus und „Bravo“-Rufen.
Als kleinen Vorgeschmack gibt es hier: jerome Robbins‘ „The Concert“, George Balanchines „Mozartiana“ und Martin Schäpfers „Konzert für Orchester“ (Uraufführung).

Ballett am Rhein b.29: Pianist Matan Porat und Ann-Kathrin Adam in Jerome Robbins „The Concert“. Foto: Gert Weigelt.

Ballett am Rhein b.29: Michael Foster, Ann-Kathrin Adam, Feline van Dijken, Brice Asnar in Jerome Robbins „The Concert“. Foto: Gert Weigelt.
So | 30. Oktober 2016 | 15:00 Uhr,
Di | 1. November 2016 | 18:30 Uhr,
Sa | 5. November 2016 | 19:30 Uhr,
Mi | 16. November 2016 | 19:30 Uhr,
Do | 1. Dezember 2016 | 19:30 Uhr,
Sa | 3. Dezember 2016 | 19:30 Uhr und
Sa | 17. Dezember 2016 | 19:30 Uhr.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein
Entdecke mehr von Duisburg am Rhein - Betrachtungen ...
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.




RSS – Beiträge