Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start ins Jahr 2023!

 

Foto: Petra Grünendahl.


2023 pet

 

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Wir wünschen unseren Lesern frohe, gesegnete Weihnachten!

 

Foto: Petra Grünendahl.


2022 pet

 

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Duisburger Autorin Iris Tonks entführt Leser -Out of Meiderich- in ihren „Sprach-Urwald“

Sprache ist eine Brücke, die manchmal rutschig sein kann
Von Petra Grünendahl

Das Haus am Ende der Sackgasse mit einem großen Garten, einem Luftschutzbunker und einem Urwald am Wall zum Bahndamm in Duisburg-Meiderich: Dort ist Iris aufgewachsen. Vordergründig drehen sich ihre Geschichten um das Heranwachsen und ihr Leben, aber es geht immer auch um Sprache. Ist es in ihrer Kindheit die deutsche Sprache, deren Tücken für Verständnis und Missverständnis sorgen, kommt später mit ihrem Auszug in die Welt auch die englische Sprache hinzu, ist sie doch mit einem Waliser verheiratet. Witzig und gut lesbar aufbereitet ist das Ganze. Und immer wieder dort besonders spannend, wo sie viele kleine „Dönekes“ aus ihrer Jugend ins politische und gesellschaftliche Jetzt überträgt, um unter anderem Fake News und „Querdenker“ zu erklären, deren Wirklichkeit eine ganz andere ist. Vom Urwald vor ihrer Haustür über den Sprachwald ihres Lebens hin zum Wildwuchs von Sprache: Die Sprache als Brücke, die, wie die Autorin immer wieder aufzeigt, auch schon mal ganz schön rutschig sein kann. Verständnis und Missverständnis liegen da schon mal ganz nah beieinander.

 

Iris Tonks: Mein Sprach-Urwald -Out of Meiderich-. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Mein Sprach-Urwald“ von Iris Tonks trägt den Unterteil –Out of Meiderich–, wo die Autorin ihre Wurzeln hat, von denen sie ausgeht, raus geht – raus in die weite Welt. Biografisch ist denn auch die „Storyline“, die immer wieder ihre eigene Geschichte thematisiert. Darin eingewoben hat sie ihre Gedanken und Reflektionen, die ihre Vergangenheit aus ihrer heutigen Sicht einordnet. Ihre Schlussfolgerungen gehen weit über ihre Biographie hinaus in die Sprache und mitunter auch in die Gesellschaft. „Mein Sprach-Urwald“ ist eine kurzweilige Lektüre für Menschen, die „Sprache“ lieben. Allerdings sollte man vielleicht auch ein bisschen Englisch können, um jedes sprachliche Detail und auch die beabsichtigten phonetischen und andere sprachliche Missverständnisse (auf Deutsch wie auf Englisch) genießen zu können. Die Kenntnis manch deutscher Mundart ist im übrigen auch nicht verkehrt.

 
Eingeflochten in die Episoden aus ihrem Leben ist in 17 Exkursen die Geschichte des „rary“ auf Reisen in Wales, der Heimat ihres Mannes Robert, und von „Dorothy“, die eigentlich Dörte heißt und nach dem „rary“ sucht. Dank vieler gut lesbarer kurzer Kapitel kann man das Buch immer mal wieder in die Hand nehmen, um weiterzulesen. Aber um des „rary“ willen sollte man die Lektüre nicht über einen längeren Zeitraum unterbrechen, denn sonst verliert das „Tierchen“ den Faden.

 

 
Die Autorin und das Buch

Iris Tonks: Mein Sprach-Urwald -Out of Meiderich-. Foto: Petra Grünendahl.

Iris Tonks stammt aus Meiderich. Sie ist Sprachwissenschaftlerin und arbeitet für das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Verheiratet ist sie mit dem britisch-deutschen Autor Robert Tonks, der bereits mehrere Bücher über das Thema „Denglish“ (z. B. „It Isn’t All English What Shines“) geschrieben hat. Zu seinem Buch „Brexitannia“, welches wir hier in Kürze vorstellen, gibt Iris Tonks zum Abschluss ihres Buches noch ein paar interessante Hintergründe preis.

 
Das Buch „Mein Sprach-Urwald“ ist erschienen im Verlag Ruhrgepixel Media. Der 84-seitige Band für für 9,80 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-00-072665-1).

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) wird 35 Jahre alt

Brexitannia: Neuer Band der Edition DISS über die Briten und den Brexit
Von Petra Grünendahl

Dr. Margarete Jäger hat mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Siegfried das DISS gebründet.

„Wir haben mit unserer Arbeit Impulse gesetzt zum Beispiel für die Rassismus-Forschung“, erklärte Dr. Margarete Jäger. „Bei unserer Gründung verbuchten die rechtsextreme Parteien erste Wahlerfolge, Rechte zogen dann in Parlamente ein. Nach der Wiedervereinigung brannten erste Asylbewerberheime, das Asylrecht wurde verschärft – und es wurde nötig, sich mit dem rechten Gedankengut kritisch auseinander zu setzen“, erklärte sie. Zusammen mit ihrem Mann Siegfried (1937-2020), der als ordentlicher Professor von 1972 bis 2002 an der Gerhard-Mercatur-Universität (davor Universität-Gesamthochschule Duisburg, seit 2003 Universität Duisburg-Essen) mit dem Schwerpunkt Sprachwissenschaft / Diskursanalyse lehrte, sowie weiteren Wissenschaftlern gründeten sie das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e. V. (DISS), dessen stellvertretende Vorsitzende sie damals wurde. Bis heute erforschen hier Wissenschaftler im internationalen Kontext gesellschaftliche Entwicklungen, die einer Grundhaltung zur freiheitlichen Demokratie zuwider laufen. Die Arbeitsschwerpunkte der aktuellen Forschung im In- und Ausland liegen unter anderem auf Rassismus und Migrationspolitik, Entwicklungen der Extremen Rechten, Antisemitismus, Antiziganismus und soziale Ausgrenzung. Die Erforschung von sozialen und kulturellen Ordnungen soll emanzipative Ansätze für eine demokratische Praxis in Politik, Pädagogik und Journalismus tragen.

 

Mitglieder des DISS-Vorstandes (v. l.): Iris Tonks, Dr. Jobst Paul und Dr. Margarete Jäger. Foto: Petra Grünendahl.

Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e. V. (DISS) hatte anlässlich seines 35-jähriges Bestehen zum Pressegespräch geladen: Die Vereinsvorsitzende Dr. Margarete Jäger berichtete zusammen mit ihren Vorstandskollegen Iris Tonks und Dr. Jobst Paul über die Entstehung und Entwicklung des DISS zu seiner heutigen Bedeutung und gab einen Ausblick auf aktuelle Projekte. Bei seiner Gründung hatte das Institut seinen Sitz in einem Hinterhaus auf der Realschulstraße, seit 2000 befindet es sich afu der Siegstraße. Die finanzielle Basis für den Vereinssitz und die Arbeit kommt von einem Förderkreis. Darüber hinaus wirbt das Institut mit seinen Forschungsprojekten um Drittmittel: „Als freies Forschungsinstitut in Konkurenz mit Unversitäten wird dies mit deren Unterfinazierung immer schwieriger“, so Margarete Jäger. Kolloquien und Workshops, Vorträge und regelmäßige Publikationen sind weitere Quellen für die Finanzierung und tragen die wissenschaftliche Arbeit nach außen.

 

Mit der Kritischen Diskursanalyse hat sich das DISS überregional einen Namen gemacht. Foto: Petra Grünendahl.

Auch dank teilweise ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter und Praktikanten, die sich nicht nur aus Deutschland bewerben, steht die Forschungsarbeit des DISS auf soliden Beinen und trifft im Netzwerk von Wissenschaft und Forschung auf große Anerkennung. „Wir müssen uns austauschen und verschiedene Perspektiven zulassen“, schilderte Jäger die wissenschaftliche Vernetzung auch im internationalen Kontext. Das DISS verfolgt zivilgesellschaftliche Entwicklungen mit Hilfe der von Siegfried Jäger entwickelten Kritischen Diskursanalyse (KDA), mit der sich die Duisburger Wissenschafter überregional einen Namen gemacht haben. „Wir sind dabei, diese Analyse-Verfahren zu erweitern, denn auch die Verbreitung von Botschaften über Video, Internet und soziale Medien spielt heute eine Rolle“, so Jäger. Zwar scheint der Antisemitismus aus der öffentlichen Diskussion verschwunden, aber latent empfänden Betroffene diesen immer noch in der Gesellschaft verankert: „Aktuell erforschen wir im Rahmen eines europäischen Verbundprojekts Auswirkungen des Antisemitismus auf jüdisches Leben und jüdische Identität“, erzählte Jobst Paul. Ergebnisse will das DISS im kommenden Frühjahr veröffentlichen.

 

 
Neue Edition DISS erschienen: „Brexitannia“

Dr. Margarete Jäger und Robert Tonks mit dem neuen Buch aus der Edition DISS: Brexitannia. Foto: Petra Grünendahl.

Neben dem DISS-Journal zählt die Edition DISS zu den namhaften regelmäßigen Publikationen des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung. Das DISS-Journal erscheint drei bis vier Mal jährlich im Selbstverlag mit Fokus auf einem Schwerpunktthema. Das Journal erscheint gedruckt, ist aber auch als pdf auf der Webseite des Instituts verfügbar. Die Edition DISS, die in den Anfangsjahren im Selbstverlag veröffentlicht wurde, publiziert seit 2003 der Unrast-Verlag aus Münster. Bislang sind 49 Bände im Unrast-Verlag erschienen, der 50. Band – (Post-)Pandemische Normalitäten – kommt im Januar 2023.

 
Der deutsch-britische ehemalige Europareferent der Stadt Duisburg, Robert Tonks, bekannt für Bücher wie „It Isn’t All English What Shines“, hat sich früh über den Brexit seine Gedanken gemacht. Der Waliser wollte verstehen, wie es zum EU-Austritt kommen konnte. Besonders die ehemaligen Bergarbeiter-Regionen – aus einer solchen stammt auch Tonks – waren Brexit-Hotspots. Tonks hatte sich dann 2020 mit seiner Frau Iris und dem DISS-Mitarbeiter Medien- und Filmproduzent Zakaria Rahmani, der die Kontakte zum WDR knüpfte, durch Großbritannien auf die Suche nach der Meinung der Briten über den Brexit gemacht. In vier Podcasts haben sie die Ergebnisse ihrer Reise in deutscher und englischer Sprache (letztere für die originalen Ton-Mitschnitte von der Insel) einem deutschen Publikum auf WDR5 nahe gebracht. Diesen Podcast aus vier gut halbstündigen Folgen haben Tonks und Rahmani in „Brexitannia – Großbritanniens Weg aus der EU“ nun als Band 49 der Edition DISS veröffentlicht. Dieses Buch ist gerade erschienen: Wir werden es in Kürze in einem eigenen Bericht vorstellen.
www.robert-tonks.de

 

 
Das DISS wird 35 Jahre!

Der Sitz des DISS an der SIegstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Im Zentrum seiner Arbeit stehen und standen vor allem Studien zu Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus. Aber auch Fragen um Krieg und Frieden finden Eingang in die Forschungen des DISS. Das DISS hat in den vergangenen 35 Jahren zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt und viele Bücher veröffentlicht. Es hat ein umfangreiches Archiv extrem-rechter Publikationen aufgebaut (das Zweitgrößte in Deutschland), das auch für externe Wissenschaftler und Forscher nach Terminvereinbarung zugänglich gemacht wird. Das DISS ist Mitglied im Wissenschaftsforum Ruhr.

 
Mit seinem Analyseansatz der Kritischen Diskursanalyse (KDA) hat sich das Institut über Duisburg hinaus einen Namen gemacht. Seine Ausarbeitungen zum völkischen Nationalismus bieten eine umfassende Grundlage für die Rechtsextremismus-Forschung. Auch in den nächsten Jahren werden die Arbeitsschwerpunkte des DISS in der Weiterentwicklung dieses methodischen und inhaltlichen Instrumentariums liegen, mit dem Ausgrenzungsdiskurse erfasst und kritisiert werden können.
www.diss-duisburg.de/ und www.disskursiv.de

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Sechster Jahresbericht der Duisburger Stadtarchäologie: Dispargum 2021

Geschichte der Stadt in ihren vielen Facetten sichtbar machen
Von Petra Grünendahl

Stellten den neuen Band von Dispargum vor (von links): Edeltraut Klabuhn, Kai Thomas Platz und Brigitta Kunz. Foto: Petra Grünendahl.

Sie sind das Grauen eines jeden Bauherren: Wenn irgendwo neu gebaut wird, darf immer erst die Stadtarchäologie gucken, ob sich auf dem Baugrund archäologisch wertvolle Baudenkmäler verbergen könnten. Alte Karten geben hier zum Beispiel Hinweise auf eine frühere Bebauung, die heute nicht mehr sichtbar ist. Zu Tage fördern die Archäologen Nachweise früherer Besiedlungen im Stadtgebiet. Manchmal weisen Fundstücke nicht nur auf erahntes, sondern zuweilen auch auf viel ältere Baustrukturen hin.

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

Diese werden erfasst und ausführlich dokumentiert, denn allzu häufig bleibt bei einer anschließenden Bebauung nicht mehr viel von dem Fund sichtbar oder gar übrig. Ihre Entdeckungen führen jedoch zu wichtigen Erkenntnissen über die Stadtgeschichte, die nicht aus schriftlichen Quellen zur Forschung verfügbar sind. So geben zum Beispiel vom römischen Kleinkastell Werthausen heute nur noch Pflastersteine im Asphalt an der Mündung Grüner Weg / Deichstraße einen Hinweis auf seine Existenz, wo sie die Umsrisse des Kastells nachzeichnen. Seit 2021 ist dieser Ort Teil des UNESCO Welterbes Niedergermanischer Limes und damit von überregionaler Bedeutung. Seine historische Präsenz und Bedeutung haben Archäologen in den vergangenen 130 Jahren erforscht und Interessierten zugänglich gemacht.

 

Stellten den neuen Band von Dispargum vor (von links): Kai Thomas Platz, Edeltraut Klabuhn und Brigitta Kunz. Foto: Petra Grünendahl.

Pünktlich zum Jahresende ist der sechste Band der Reihe „Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie“ für das Berichtsjahr 2021 erschienen. Dr. Kai Thomas Platz, Leiter der Stadtarchäologie, seine Stellvertreterin Dr. Brigitta Kunz und Bürgermeisterin Edeltraut Klabuhn stellten ihn im Pressegespräch vor. „Wir wollen mit dieser Publikation die Historie der Stadt sichtbar machen und interessierten Lesern die Erkenntnisse der Wissenschafter vermitteln“, so Edeltraut Klabuhn. Im Fokus stehen ein Rückblick auf die Maßnahmen des Jahres 2021 und eine Darstellung der archäologischen Aktivitäten und daraus gewonnenen Erkenntnisse für den Ortsteil Altstadt aus den Jahren 1893 bis 1962. Fortsetzungen zur den Aktivitäten in der Altstadt folgen über die nächsten Jahresberichte, denn besonders ab den 1970er-Jahren erlebte die Stadtarchäogolie unter dem damaligen Stadtarchäologen Günter Krause einen wahren Boom. Diese Fülle sei, so Platz, nur in überschaubaren Teilen zu vermitteln, so dass sich interessierte Leser im kommenden Jahr über die Fortsetzung von 1963 bis Mitte der 1980er-Jahre freuen können. Neun weitere wisschenschaftliche Beiträge in dem Buch zu verschiedenen Grabungen und archäologischen Forschungen im ganzen Stadtgebiet vervollständigen den Rückblick auf das Jahr 2021. Autoren sind Mitarbeiter der Stadtarchäologie oder externen Archäologen, zum Beispiel von den für die Grabungen beauftragten Fachfirmen.

 

 
Themenvielfalt spiegelt spannende Entwicklungen in Duisburgs Vergangenheit

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

Zwei Beiträge widmen sich dem Burgplatz, den die Stadt umgestalten möchte: Weg vom unpersönlichen Parkraum und hin zu einer Gestaltung mit Baukörpern in den Randbereichen, wie sie bis zum zweiten Weltkrieg hier vorhanden waren. Auf dem Ratsparkplatz, wo sich früher der Knüppelmarkt befand, wurden bei den Grabungen nicht nur unterschiedliche Schichten an Pflasterungen (siehe Titelfoto) gefunden, sondern auch Hinweise des später überbauten Pfalzgraben, der die Königspfalz umgab. Spätmittelalterliche und neuzeitliche Spuren erforschten die Archäologen zudem zum Beispiel in Gewölbekellern in den alten Dörfern im Stadtgebiet: „Nicht nur sind die alten Keller heute durch Um- und Neubauten anders überbaut“, so Brigitta Kunz, die zusammen mit Marius Kröner den Beitrag verfasste, „die Keller selber sind auch im Laufe der Jahrhunderte umgebaut worden, so dass hier unterschiedlichste Bauweisen und Ausbauten zu erkennen sind.“

 

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

Da für den Umbau der Rheinkirche in Homberg zu einem Kolumbarium auch die Außenanlagen neu gestaltet wurden, kamen hier die Archäologen für Grabungen zum Einsatz: Sie entdeckten Überreste einer Vorgängerkirche und einer Klosterkirche aus dem Mittelalter sowie der dazugehörigen Klostergebäude.

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

Außerdem stellt Dr. Maxi Maria Platz in einem Fachbeitrag die Begriffe Industriearchäologie (wie z. B. die Ausgrabungen am heutigen LVR-Industriemuseum St. Antony in Oberhauen) und Industriekultur einander gegenüber und setzt sie in Beziehung zur Erzählung des Ruhrgebiets, das heute primär im Zusammenhang mit der Industrialisierung (ab 1750) gesehen wird, obwohl archäolgisch viel frühere Erkenntnisse vorliegen. Zum Leidwesen der Stadtarchäologen konzentriert sich auch die Stadt Duisburg in der Außendarstellung zu sehr auf die Industrialisierung und den Strukturwandel und lässt dabei viele Jahrhunderte spannender Geschichte(n) aus vorindustrieller Produktionstätigkeit außer Acht, die die Archäolgogen in ihren Jahresberichten interessierten Lesern zugänglich machen. Von den insgesamt 31 archäologischen Maßnahmen des Berichtsjahres 2021 sind 25 von externen Fachfirmen bearbeitet worden. Sechs Kleinere konnten die Stadtarchäologen neben ihren eigentlichen Tätigkeiten erledigen. Die archäologischen Funde und Erkenntnisse geben interessante Aufschlüsse über Duisburgs Vergangenheit, die hier in ihrer unerwarteten Vielfalt präsentiert werden.

 

 
Das Buch und die spannende Frage: Warum „Dispargum“?

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

Die Publikation „Dispargum – Jahresberichte der Duisburger Stadtarchäologie“ wird finanziell gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Erschienen ist das 280-seitige bebilderte Werk im Großformat (21 x 30 cm) im Verlag Dr. Faustus. Für 39 Euro ist es im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-946387-46-6) zu haben. „Wir haben den Preis halten können, weil es uns wichtig ist, dass die Leute von unserer Arbeit lesen“, so Kai Thomas Platz. Auch wenn eine Veröffentlichung ihrer Erkenntnisse für die Stadtarchäologie gesetzlich verpflichtend ist: „Solche Publikationen in diesem Umfang von einer Stadtarchäologie müssen Sie in Deutschland erst mal finden“, merkte Platz an. Und: „Wir sind stolz darauf!“ Die bisherigen Bände erfreuten sich einer großen Verbreitung im deutschsprachigen Raum: „Duisburg ist für eine Archäologie bekannt.“

 

Blick ins Buch: Dispargum – Jahresberichte der Stadtarchäologie. Foto: Petra Grünendahl.

„Das ‚Dispargum’ leiten wir ab von Castrum Dispargum, welches Gregor von Tours* in seinen ‚Zehn Bücher Geschichten’** erwähnt hat“, erzählte Thomas Platz. Die Schrift zählt zu den wichtigsten Quellen für die Übergangszeit zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter und gibt Castrum Dispargum als Hauptsitz des fränischen Herrschers Chlodio (er lebte im frühen 5. Jahrhundert) an. „Neuere Erkenntnisse belegen, dass unser Duisburg am ehesten für dieses ‚Castrum Dispargum’ in Frage kommt, weil es hier nachweislich einen fränkischen Königshof bzw. eine Königspfalz gegeben hat“, erklärte Platz. Die erste urkundliche Erwähung Duisburgs im Jahr 883, die für das Stadtjubiläum herangezogen wird, bezieht sich schließlich auf die Zerstörung der Siedlung durch die Wikinger. „Auch wenn Duisburg schon Jahrhunderte länger besiedelt war, wird es dabei bleiben müssen, denn wir können keine feste Jahreszahl für die früheste Besiedlung nachweisen“, so der Stadtarchäologe. Fest steht aber, dass Duisburg über 1600 Jahre Besiedlung mit Zeiten als Königshof, als Handelsplatz (mit seiner Lage an wichtigen Handelsrouten wie dem Westfälischen Hellweg) und schon zu vorindustrieller Zeit als Produktionsstandort nachweisen kann. Wir werden wohl trotzdem 2033 erst 1150 Jahre Duisburg feiern.

*) Gregor von Tours (538 – 594), Bischof von Tours und Geschichtsschreiber
**) „Geschichte der Franken“

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Rat der Stadt Duisburg traf sich zur letzten Sitzung des Jahres

Weitgehend einstimmige Beschlüsse zu Ausgaben, Kontroversen um Klimaschutz und IMD
Von Petra Grünendahl

Vor der Ratssitzung. Foto: Petra Grünendahl.

Heiß diskutiert hat der Rat der Stadt Duisburg mit Oberbürgermeister Sören Link über den Vorschlag der Verwaltung, das eigenbetriebsähnliche Immobilien-Management Duisburg (IMD) zur selbstständigen Teildienststelle zu erklären. Rederecht hatte hier auch Petra Kerkmann, Vorsitzende des städtischen Personalrats, der bislang auch die Mitarbeiter des IMD vertritt. Von der Ausgliederung verspricht sich Oberbürgermeister Sören Link bessere Möglichkeiten der Personalgewinnung, obwohl weiterhin der TVöD (Tarifvertrag öffentlicher Dienst) gilt. Eine Privatisierung, die der Personalrat mit der Ausgliederung befürchtet, schloss der OB aus. Nachdem der Rat mit knapper Mehrheit für die Ausgliederung votiert hat, der Personalrat der Stadt jedoch dagegen, wird jetzt eine Einigungsstelle eingeschaltet, um zu vermitteln, bevor die Erklärung für ein finales Votum wieder vor dem Stadtrat landet. Einen Antrag der Grünen, die Entscheidung aktuell zurückzustellen und erst nach weiteren Gesprächen in der nächsten Ratssitzung zu beschließen, wurde abgelehnt. In erster Lesung beraten und zur Entscheidung auf die nächste Sitzung verschoben wurden hingegen zwei Beschlussvorlagen zum Klimaschutz und zum Klimawandel-Anpassungskonzept, obwohl die Grünen mahnten, dass die Zeit, Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen, knapp würde. Beschlossen hat der Rat die Unterstützung und Mitwirkung bei der Entwicklung der “Charta Grüne Infrastruktur Metropole Ruhr” als Leitbild und regional vereinbarte Zukunftsvision der Region.

 

Der Rat der Stadt tagt in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seiner letzten Sitzung des Jahres hatte der Rat der Stadt Duisburg eine stramme Tagesordnung von fast 100 Punkten alleine im öffentlichen Teil abzuarbeiten. Dem öffentlichen Teil der Sitzung schloss sich wie immer ein nichtöffentlicher Teil mit einer separaten Tagesordnung an. Viele Tagesordnungspunkte konnten ohne Diskussionen – die hatten bereits in vorgeschalteten Gremien wie Fachausschüssen und / oder Bezirksvertretungen stattgefunden – abgearbeitet und zumeist einstimmig beschlossen werden. In manch einer Diskussion hielten sich Ratsleute nicht unbedingt an die vereinbarte Redezeitbegrenzung von zwei Minuten je Beitrag, was die Sitzung zusätzlich in die Länge zog.

 

 
Rat gibt Gelder für städtische Ausgaben und Zuschüsse frei

Anstelle von drei Weißen Riesen soll der Stadtteilpark Hochheide entstehen. Infografik: Stadt Duisburg.

Mit großer Mehrheit beschlossen wurde die Anschaffung von 100 Wasserstoff-Bussen für die DVG ebenso wie der schon lange zur Diskussion stehende Abriss der Rhein-Ruhr-Halle, der für eine Sanierung ein wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept fehlt. Auf der dort frei werdenden Fläche soll unter anderem ein neuer Standort für die Freiwillige Feuerwehr Duisburg (Löschzug Marxloh/Hamborn) errichtet werden. Der Rat segnete den Neuzuschnitt der Schuleinzugsbereiche, Betriebskostsen-Zuschüsse für die Träger von Kindertageseinrichtungen (Kitas) und die neuen Gebührensatzungen der Wirtschaftsbetriebe Duisburg ab. Die Städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen werden aus dem Bereich des IMD ausgegliedert in ein Sondervermögen, das von der städtischen Wohungsbaugesellschaft Gebag verwaltet wird. Die Treppe am Holzhafen bekommt einen befahrbaren Wartungsweg, die Abspannseile der Wegbrücke am Springwall im Innenhafen werden saniert und der Bonifatiusplatz in Hochfeld umgestaltet (alles einstimmig beschlossen). Einstimmig abgesegnet hat der Rat auch den Jahresabschluss der Stadt Duisburg für 2021 und damit die Entlastung des Oberbürgermeisters als Chef der Verwaltung. Beraten wurden unter anderem die Herrichtung und Finanzierung des Stadtteilparks Hochheide im 2. Bauabschnitt (Sprengung des zweiten Weißen Riesen) im Rahmen des Konzepts Integrierte Stadtentwicklung Duisburg Hochheide (ISEK) sowie der Umbau der Moerser Straße zwischen Kirchstraße und Ottostraße (Hochheide). Zu den weiteren beschlossenen Investitionen in diverse Infrastukturmaßnahmen in Duisburg zählen auch die Schulraumerweiterung an der Gesamtschule Walsum sowie die Planung einer neuen Gesamtschule in Röttgersbach.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Stadt Duisburg (Infografik)

 
 

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Ausstellung zum 100-Jährigen: Norbert Kricke im Museum DKM

Linien, Körper und Räume
Von Petra Grünendahl

Norbert Kricke im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Seit der Eröffnung des Museum DKM 2009 sind in der ständigen Sammlung zwei Räume dem Werk von Norbert Kricke gewidmet. In unveränderter Form präsentieren sie bis heute zwanzig Zeichnungen und zwei Bildhauermodelle aus der Sammlung DKM. Die ausgestellten Zeichnungen umfassen sowohl den Anfang als auch das Ende der abstrakten Schaffensphase von 1952 bis 1984 und bieten somit eine umfangreiche Übersicht über das zeichnerische Werk von Norbert Kricke, der bis zum Schluss der Linie als Gestaltungsmittel treu geblieben ist. Anlässlich des 100. Geburtstages des Düsseldorfer Bildhauers präsentiert das Museum DKM weitere, bisher nicht gezeigte Zeichnungen aus seinem großen Sammlungsbestand sowie eine frühe figürliche Plastik, die das Norbert Kricke Archiv in Berlin für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellt.

 

Norbert Kricke im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Zum 100. Geburtstag Norbert Krickes (am 30. Novemb) zeigen die drei großen Duisburger Kunstmuseen – Lehmbruck Museum, Museum DKM und MKM Museum Küppersmühle – Sonderausstellungen, die überwiegend mit Werken aus den eigenen Sammlung plus ein paar Leihgaben bestückt sind. Nachdem wir bereits einen Blick in die Ausstellungen im Lehmbruck Museum und im Museum Küppersmühle geworfen haben, ist hier ein Einblick in die Präsentation der Werke von Norbert Kricke im Museum DKM. In dieser Form werden Krickes Arbeiten bis zum 7. Mai 2023 gezeigt.

 

 
Impressionen der Werkspräsentation von Norbert Kricke im Museum DKM. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Künstler

Norbert Kricke im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Norbert Kricke zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegsmoderne. Er studierte von 1946 bis 1947 als Meisterschüler unter Richard Scheibe an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1947 zieht Kricke zurück in seine Heimatstadt Düsseldorf und findet als freischaffender Künstler zu seiner „typischen” Formensprache, geprägt von Linien, die sich dynamisch durch den Raum bewegen. Krickes ungegenständliche Raumplastiken verzichten auf Masse und Volumen und suggerieren Schwerelosigkeit und Bewegung. Damit wird der Raum für die Wahrnehmung der Betrachtenden geöffnet. 1964 wird Norbert Kricke als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen, die er von 1972 bis 1981 als Direktor leitet. 1958 wurde Kricke mit dem Preis der Graham Foundation for Advanced Studies in Fine Arts, Chicago, ausgezeichnet. Nach der Ehrung mit dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein- Westfalen für Bildhauerei (1963) ist die Verleihung des Wilhelm-Lehmbruck-Preises der Stadt Duisburg im Jahr 1971 die dritte international renommierte Auszeichnung Norbert Krickes.

Norbert Kricke im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Krickes Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit präsentiert und sind in diversen renommierten Sammlungen vertreten. Für den öffentlichen Raum realisierte Kricke unter anderem die Große Mannesmann (1958– 1960) am Düsseldorfer Rheinufer, die Raum-Zeit-Plastik (1955/56) an der Fassade der Städtischen Bühnen Münster oder das Wasserherz (1969), das anlässlich der zweiten Bundesgartenschau im Dortmunder Westfalenpark entstand. Für das 1959 eröffnete Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen gestaltete Kricke die Außenwand des Kleinen Hauses.

 

 
Impressionen aus Räumen der Dauerausstellung auf der ersten Etage im Museum DKM. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum DKM

Das Museum DKM in der Nähe des Hauptbahnhofs. Foto: Petra Grünendahl.

Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit wachsender Sammlung zogen die Museumsstifter 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Kantpark mit dem Lehmbruck Museum und Hauptbahnhof. Die Architektur des Museums, eine umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ ihre eigene Kunstsammlung sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter oder 51 Räume. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.

 

Blick in die Dauerausstellung im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 16 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 16 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (10 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Die Teilnahme an der Freitagsführung kostet 6 Euro zusätzlich zum Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Einschwimmen der neuen Brücken erfordert Sperrung des Karl-Lehr-Brückenzuges in Duisburg

Spektakuläre Millimeterarbeit bis zur
angestrebten Position der neuen Brücken

Von Petra Grünendahl

Zwei neue Brücken für den Karl-Lehr-Brückenzug. Foto: Petra Grünendahl.

Seit 2020 sind die Brücken auf einer Fläche am Kaßlerfelder Verteilerkreis vormontiert worden. Jetzt beginnt das Einschwimmen der beiden Brücken über den Hafenkanal und über die Ruhr. Der Einschub der Bauwerke erfolgt millimetergenau: eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Zunächst wird die Hafenkanalbrücke mit einer Länge von 125 Metern und einem Gewicht von 3.650 Tonnen mit Hilfe eines Transportpontons über die Ruhr gezogen und geschwommen.

Arthur Brakowski erklärt den Prozess des Einschwimmens. Foto: Petra Grünendahl.

Anschließend dann über den Hafenkanal, wo sie neben dem alten Brückenbauwerk platziert wird. Dieser Vorgang zieht sich über zwölf Tage. Die Ruhrbrücke mit einer Länge von 140 Metern und einem Gewicht von 4.400 Tonnen wird innerhalb von vier Tagen über die Ruhr gezogen und an die alte Hohenzollernbrücke von 1911 herangeschwommen. Mit Vorbrücken wird sie schließlich 182 Meter lang mit einem Gewicht von 5.200 Tonnen. „Wir haben dann 380 Tage Zeit, die Brücken auszustatten, damit sie den Verkehr vom bisherigen Brückenzug übernehmen können“, erklärte Uwe Linsen, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, die das Infrastruktur-Projekt geplant haben und betreuen.

 

Arthur Brakowski erklärt den Prozess des Einschwimmens. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Beginn der spektakulären Arbeiten informierten die Wirtschaftsbetriebe Duisburg zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und der bauausführenden Max Bögl GmbH bei einem Pressetermin über die anstehenden Arbeiten. „Der Karl-Lehr-Brückenzug ist eine der Hauptverkehrsadern in Duisburg. Nach dem erfolgreichen Einschwimmen der beiden Brücken sind wir einen großen Schritt weiter, diese zentrale Verbindung fit für die Zukunft zu machen“, so Oberbürgermeister Sören Link.

Arthur Brakowski erklärt den Prozess des Einschwimmens. Foto: Petra Grünendahl.

Der erste Bauabschnitt hatte 2015 begonnen, als die Brücke über den Vinckekanal erneuert wurde. „Wir planen hier in Deutschland mit einer Lebensdauer von 100 Jahren. Dieses Bauwerk entsteht nach den modernsten Standards“, erklärte Arthur Brakowski, der bei den Wirtschaftsbetrieben für das Bauprojekt verantwortlich ist. „Wir sind froh, dass wir den Zeitplan bis jetzt einhalten konnten. Wir werden genauso weitemachen müssen, damit wir die Umfahrung der alten Brücken auch bis zum Beginn des Jahres 2024 in Betrieb nehmen können“, so Uwe Linsen. Mit 148 Mio. Euro Baukosten, so WBD-Vorstand Linsen, bewege man sich im vom Rat ursprünglich bewilligten Kostenrahmen.

 

 
 
Die Arbeiten im Detail

Der Karl-Lehr-Brückenzug wird an drei Wochenenden rund um die Uhr für den Individualverkehr gesperrt. Quelle: WBD.

In vorgefertigten Segmenten von ca. 80 Tonnen sind Brückenteile per Binnenschiff an den Kaßlerfelder Verteilerkreis geliefert worden, wo die Firma Bögl die Segmente zusammen gesetzt und verschweißt sowie mit Korrosionsschutz versehen hat. „Der Korrosionsschutz ist wichtig für den Erhalt der Brücke: Er hält Jahrzehnte“, erklärte Philipp Klemme, Gesamtprojektleiter von Bögl. Für den Zeitraum des Einschwimmens der beiden Brücken wird an den kommenden drei Wochenenden der Karl-Lehr-Brückenzug für den Individualverkehr gesperrt. Lediglich die 901 darf passieren. Die DVG nimmt Fußgänger, die über denn Brückenzug wollen, zwischen den Haltenstellen Albertstraße (Kaßlerfeld) und Vinckeweg (Ruhrort) an diesen Wochenenden kostenfrei mit.

 

Der Transportponton verfügt über ein Hydraulik-Hubsystem, auf dem die Brücke hier aufliegt. Foto: Petra Grünendahl.

Das Einschwimmen der einzelnen Brücken verläuft über mehrere Phasen. In der ersten Phase wird die Brücke auf den 100 Meter langen und 33 Meter breiten, mit einem Hydraulik-Hubsystem ausgestatteten Transportponton gesetzt, welcher die Brücke millimeterweise über das Wasser zieht. In der zweiten Phase schwimmt das Ponton mit der Brücke, als eine Einheit, über die Ruhr und setzt die Brücke auf Widerlager und Pfeiler, die speziell für den vorübergehenden Standort gebaut wurden. Der Transportponton wechselt dann von der Ruhr über den Rhein in den Hafenkanal, wo er die Brücke wiederaufnimmt. Anschließend wird die Hafenkanalbrücke über den Hafenkanal gezogen, bis sie auf der gegenüberliegenden Seite in seine zunächst provisorische Lage abgesetzt wird. Anschließend erfolgt dieselbe Vorgehensweise mit der neuen Ruhrbrücke.

 

 

Fotostrecke von Christoph Reichwein / Wirtschaftsbetriebe Duisburg.

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Ausbau der neuen Brücken bis Ende 2023

Arthur Brakowski erklärt den Prozess des Einschwimmens. Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem Einschwimmen der Brücken, gehen die Arbeiten weiter: Es werden nun die Vorlandbrücken der Ruhrbrücke hergestellt und angeschlossen. In mehreren Abschnitten werden zusätzlich die Fahrbahn, Geh- und Radweg, das Gleisbett der Straßenbahn, Geländer und Laternen auf den Brücken aufgebaut. Die Brücke über den ehemaligen, längst zugeschütteten Kaiserhafen wird nicht mehr benötigt: Nach dem Rückbau wird an ihrer Stelle der Kaiserhafendamm gebaut. Wenn Ende 2023 die neuen Brücken in Betrieb gehen können, wird der Verkehr dorthin umgeschwenkt, damit 2024 die alten Brücken abgerissen werden können. Nach dem Abriss werden schließlich die neuen Brücken an die Position der alten Brücken geschoben.

Wichtige Informationen zum Fortschritt der Bauarbeiten gibt es unter www.ob-karl-lehr-bruecke.de.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), Christoph Reichwein (3), Wirtschaftsbetriebe Duisburg (1)

 
 

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Lehmbruck Museum, Museum DKM und MKM Museum Küppersmühle zeigen Norbert Kricke in Duisburg

Kooperation macht Werbung für den Kunst-Standort Duisburg
Von Petra Grünendahl

Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Heute ist Norbert Kricke (1922–1984) vor allem für seine filigranen Raumplastiken bekannt, die ihn als einen der wichtigsten Vertreter der konkreten Kunst auszeichnen. Seine Stahl-Skulpturen sind filigran und reduziert, wirken aber dennoch in den Raum hinein. Weniger bekannt sind figürlichen Anfänge in Bronze, die das Lehmbruck Museum in seiner Studioausstellung zeigt. Mit insgesamt 13 Skulpturen und 20 Grafiken stellt die Ausstellung Bezüge her zu wichtigen Bildhauern wie Wilhelm Lehmbruck oder Alberto Giacometti, die mit bedeutenden Werken in der Sammlung vertreten sind. Eine Skulptur von 1946, die sonst als Dauerleihgabe im nahe gelegenen Museum DKM in Räumen der Dauerausstellung steht, ist vorübergehend ins Museum im Kantpark zurück gekehrt. Die leichten, beschwingten Formen von Krickes späteren Werke, von denen neben zahlreichen Grafiken auch eine ganze Reihe zur Sammlung Ströher im Museum Küppersmühle zählen, bezeichnete Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling als „Poesie“.

 

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Anlässlich von Norbert Krickes 100. Geburtstag zeigen die drei großen Duisburger Kunstmuseen – Lehmbruck Museum, Museum DKM und MKM Museum Küppersmühle – Sonderausstellungen, die überwiegend mit Werken aus den eigenen Sammlung plus ein paar Leihgaben bestückt sind. Initiiert hat die Ausstellung von Norbert Kricke der Freundeskreis Norbert Kricke e. V., dessen Vorsitzender Robert Rademacher zusammen mit Dr. Söke Dinkla (Lehmbruck Museum), Klaus Maas (Museum DKM) und Walter Smerling (Museum Küppersmühle) die Jubiläums-Schau vorstellte. „Eine gelungene Werbung für den Kunst-Standort Duisburg“, lobte Walter Smerling die Kooperation. Die Ausstellungen im Lehmbruck Museum und im MKM Museum Küppersmühle sind ab Donnerstag, 17. November, fürs Publikum geöffnet. Das private Museum DKM zeigt Norbert Kricke ab Freitag, 18. November. Eine weitere Ausstellung von Norbert Kricke findet man übrigens in der Galerie Utermann in Dortmund.

 

 
Der Künstler

Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Norbert Kricke zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegsmoderne. Er studierte von 1946 bis 1947 als Meisterschüler unter Richard Scheibe an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1947 zieht Kricke zurück in seine Heimatstadt Düsseldorf und findet als freischaffender Künstler zu seiner „typischen” Formensprache, geprägt von Linien, die sich dynamisch durch den Raum bewegen. Krickes ungegenständliche Raumplastiken verzichten auf Masse und Volumen und suggerieren Schwerelosigkeit und Bewegung. Damit wird der Raum für die Wahrnehmung der Betrachtenden geöffnet. 1964 wird Norbert Kricke als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen, die er von 1972 bis 1981 als Direktor leitet. 1958 wurde Kricke mit dem Preis der Graham Foundation for Advanced Studies in Fine Arts, Chicago, ausgezeichnet. Nach der Ehrung mit dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein- Westfalen für Bildhauerei (1963) ist die Verleihung des Wilhelm-Lehmbruck-Preises der Stadt Duisburg im Jahr 1971 die dritte international renommierte Auszeichnung Norbert Krickes.

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Krickes Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit präsentiert und sind in diversen renommierten Sammlungen vertreten. Für den öffentlichen Raum realisierte Kricke unter anderem die Große Mannesmann (1958– 1960) am Düsseldorfer Rheinufer, die Raum-Zeit-Plastik (1955/56) an der Fassade der Städtischen Bühnen Münster oder das Wasserherz (1969), das anlässlich der zweiten Bundesgartenschau im Dortmunder Westfalenpark entstand. Für das 1959 eröffnete Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen gestaltete Kricke die Außenwand des Kleinen Hauses.

 

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung im MKM ist ein umfassender Katalog erschienen mit Beiträgen von Tony Cragg (der englische Künstler lebt seit 1977 in Wuppertal und lehrte seit 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er Norbert Kricke kennenlernte), Guido Reuter und Hans-Peter Riese. Der Ausstellungskatalog „Norbert Kricke – Bewegung im Raum“ wurde ermöglicht durch das Engagement der National-Bank AG und ist erschienen im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König (ISBN 978-3-7533-0331-4).

 

 
Museum DKM

Steht sonst als Dauerleihgabe im Museum DKM: Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Seit der Eröffnung des Museum DKM 2009 sind in der ständigen Sammlung zwei Räume dem Werk von Norbert Kricke gewidmet. In unveränderter Form präsentieren sie bis heute zwanzig Zeichnungen und zwei Bildhauermodelle aus der Sammlung DKM. Die ausgestellten Zeichnungen umfassen sowohl den Anfang als auch das Ende der abstrakten Schaffensphase von 1952 bis 1984 und bieten somit eine umfangreiche Übersicht über das zeichnerische Werk von Norbert Kricke, der bis zum Schluss der Linie als Gestaltungsmittel treu geblieben ist. Anlässlich des 100. Geburtstages des Düsseldorfer Bildhauers präsentiert das Museum DKM weitere, bisher nicht gezeigte Zeichnungen aus seinem großen Sammlungsbestand sowie eine frühe figürliche Plastik, die das Norbert Kricke Archiv in Berlin für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellt. Das Museum öffnet am Freitag, den 18. November, von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Eine Fotostrecke hierzu folgt in den nächsten Tagen …

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit wachsender Sammlung zogen die Museumsstifter 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Kantpark mit dem Lehmbruck Museum und Hauptbahnhof. Die Architektur des Museums, eine umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ ihre eigene Kunstsammlung sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter oder 51 Räume. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.

 

Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 16 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 16 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (10 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Die Teilnahme an der Freitagsführung kostet 6 Euro zusätzlich zum Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.

 

Impressionen aus der Ausstellung im Museum Küppersmühle. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Ausstellung der Werke von Norbert Kricke ist der Oberlichtraum auf der dritten Etage des Erweiterungsbaus von der Innenarchitektin Nina Simonis neu gestaltet worden. Hier präsentiert das MKM bis zum 31. März die Arbeiten von Norbert Kricke, die überwiegend aus der hauseigenen Sammlung Ströher stammen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

Norbert Kricke im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling. Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Impressionen aus der Ausstellung im Lehmbruck Museum. Fotos: Petra Grünendahl

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Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.
Lehmbruck Museum

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Norbert Kricke im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Studioausstellung Norbert Kricke ist bis zum 7. Mai 2023 auf der oberen Ebene in der großen Glashalle zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüre-Tipp: „Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit“ im Klartext Verlag

Studenten geben Tipps:
Aktivitäten für junge Menschen

Von Petra Grünendahl

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Ein paar Schritte vor die Tür zu gehen lohne sich immer, sagen die Autoren und haben dafür viele spannende Tipps im ganzen Ruhrgebiet parat. Viele ehemalige Industrie- und Bergbau-Standorte locken mit ihrer jeweiligen Nachnutzung oder auch Halden wie Rheinpreußen oder Tiger & Turtle. Dazu kommt eine riesige Auswahl Museen aller Art (nicht nur Kunst!), Sport- und Freizeitzentren wie u. a. auch der Sportpark Duisburg oder auch verschiedenste Parkanlagen

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

(Landschaftspark, Kaisergarten, Grugapark, Fredenbaumpark und Maximilianpark). Für Genussmenschen unter den Lesern haben die Autoren eine Auswahl getroffen aus der vielfältigen Gastronomie aller Art (hier ist in Duisburg die „Studenten-Kneipe“ Finkenkrug dabei), verschiedene Party-Locations und Events wie die Ruhrfestspiele, die Ruhrtriennale (auch mit Spielorten in Duisburg), Kirmes und Weihnachtsmärkte oder auch Messe-Events. Sogar ein Autokino (so etwas gibt es tatsächlich noch!) und das Kino Glückaufhaus in Essen haben es in die Auswahl geschafft. Dass das Ruhrgebiet natürlich noch viel mehr zu bieten hat, weiß jeder, der ein bisschen unterwegs ist. Aber wer noch ein paar Ideen und Anregungen für Unternehmungen und Aktivitäten im Revier braucht, findet sie in diesem Buch.

 

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit“ hat Freizeit-Tipps für jedes Wetter und vielfältigste Interessen parat: Das Autoren-Team von der Westfälischen Hochschule hat „75 Aktivitäten für dich und deine ‚Freunde’“ (Wir gendern hier nicht!) mit jeweils 15 Zielen ganzjährig sowie für jede der vier Jahreszeiten zusammen gestellt. Dass diese im Ruhrgebiet nur eine (subjektive) Auswahl darstellen können, weiß jeder, der hier ein bisschen rum kommt. Überwiegend stehen für die Ziele zwei Seiten zur Verfügung, die aber

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

(mit ein oder zwei Fotos) natürlich nur ganz kurz knapp die wichtigsten Informationen enthalten können: Ein kleiner Text zur Einleitung, ein paar Stichpunkte im Überblick, eine Bewertung der Autoren sowie die Adresse (inkl. Webseite und QR-Code für weitere Recherchen). Der eine oder andere „Tipp“ am Seitenrand verweist auf weitere interessante Orte in der Nähe. Die Bewertungen auf einer Skala bis fünf Sterne bewerten die Vielseitigkeit, Außergewöhnlichkeit, Wetterunabhängigkeit sowie die Anfahrt mit dem ÖPNV. Eingeordnet sind die Locations in eine von fünf möglichen Kategorien: Kultur, Erleben, Entspannen, Party oder Kulinarisch. Das zeigt schon ein bisschen, dass sich der Freizeit-Führer aus der Reihe „Junges NRW“ sich in erster Linie an jüngere Leute richtet: Der Leser wird entsprechend geduzt, was aber im Pott auch unter reiferen Semestern nicht ungewöhnlich ist. Was leider fehlt, sind Übersichtskarten mit einer Verortung der Locations.

 

 
 
Die Autoren und das Buch

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Buchidee, Konzept und Texte wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden des Instituts für Journalismus und Public Relations der Westfälischen Hochschule am Campus Gelsenkirchen entwickelt: Luca Becker, Therese Bludau, Ronja Hois, Julia Müller und Jasmine Zebell, betreut von Prof. Dr. Stefan Weihnacht. Die Fotografien stammen von unterschiedlichen Fotografen, diversen Bildagenturen und aus anderen Quellen.

 
Das Buch „Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 144-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Junges NRW“ mit zahlreichen Fotografien ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2530-4).

 

 
Der Verlag

Das Ruhrgebiet zu jeder Jahreszeit: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüre-Tipp: „Heimatschätze“: Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet im Klartext Verlag

Ein Schatzkästchen alter Ortskerne erkunden
Von Petra Grünendahl

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Wer an „Altstadt“ im Ruhrgebiet denkt, hat da eher das Zentrum der großen Städte im Sinn, wo sich bis heute Gebäude und mitunter auch Teile von Straßenzügen an so genannten Altbauten gehalten haben: Mal mehr, mal weniger erhalten und gepflegt. Zu vieles war jedoch dem Bombenkrieg sowie später der Stadtplanung in den 1950er- und 1960er-Jahren zum Opfer gefallen. Dennoch finden sich auch hier in der Region Schmuckstücke – zumeist in Mittelstädten oder in etwas abseits gelegenen Stadtteilen:

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Überwiegend geschlossen ist dort die alte Bausubstanz von pitoresken Ensembles aus Häusern frührer Jahrhunderte. Jeder Ort und seine Gebäude punkten mit ihrer eigenen Geschichte und Entwicklung, die Patrick Bierther sehr detailliert beschreibt. Seine Ausflüge reichen von Xanten und Moers im Westen über Essen-Kettwig, -Werden und Hattingen im Süden bis zum Freilichmuseum Hagen, Unna und Werne im Osten sowie Recklinghausen und Haltern am See im Norden. Man kann über die Auswahl der Altstdte geteilter Meinung sein, aber für eine Anregung zu einem persönlichen Blick, ob es sich wirklich um die „schönsten“ Altstädte des Ruhrgebiets handelt, lohnt das Buch als Freizeit-Führer schon. Oder, wenn man die Orte schon kennt, zu einem nochmaligen Besuch mit dem Buch in der Hand, um die Details der Beschreibungen nachvollziehen zu können.

 

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit seinem Buch „Heimatschätze – Ausflüge zu den schönsten Altstädten im Ruhrgebiet“ entführt Autor Patrick Bierther seine Leser in Ortskerne, in denen frühere Zeiten stehen geblieben scheinen. Die Orte sind jedoch ausgewählt, weil sie den Charme des Alten natürlich mit Pflege und Restaurierung der Bausubstanz und eine passende Einbindung in die Moderne erhalten haben.

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

An manchen Orten haben sogar an die alte Optik angepasste Neubauten Lücken geschlossen, so dass das Ensemble insgesamt immer noch wie aus der Zeit gefallen wirkt. Fünfzehn Städte und Stadtteile hat der Autor asugewählt. Auf jeweils acht bis zehn Seiten beschreibt Bierther seine ausgewählten Ziele mit ihren Eigenarten und historischen Hintergründen. Grundlegende Daten zum Ziel, seinen Besonderheiten und seine unmittelbaren und näheren Umgebung (Am Weg oder Abstecher), eine Einordnung des Ziels in verschiedene Kategorien, Gastronomie-Tipps sowie Tipps zur Anreise (Pkw/Parkplatz und ÖPNV) und Besonderheiten des Ziels runden die Informationen ab.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Patrick Bierther weiß, wovon er schreibt: Er ist in Essen-Werden geboren und aufgewachsen und nach 25 Jahren wieder dorthin zurückgekehrt, mit einem Blick auf die Basilika und um einen viel zu großen Garten zu pflegen. Dazwischen liegen ein Studium in Berlin, ein Redaktionsvolontariat, 20 Bücher, viele, viele Artikel – und zwei Jahre auf Zechen (Zollverein und Nordstern), freilich nicht als Bergmann, sondern als Öffentlichkeitsarbeiter unter anderem für die Bundesgartenschau.

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Vom diesem Autor hatten wir hier bereits das Buch „Blühende Oasen – Ausflüge zu Parks und Gärten im Ruhrgebiet“ vorgestellt.

 
Das Buch „Heimatschätze – Ausflüge zu den schönsten Altstädten im Ruhrgebiet“ von Patrick Bierther ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 144-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien unterschiedlichster Fotografen und Bildagenturen ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2456-7).

 

 
Der Verlag

Heimatschätze – Die schönsten Altstädte im Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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MKM Museum Küppermühle in Duisburg zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin

Existenzielle Fragen zum Nachdenken über sich selbst
Von Petra Grünendahl

MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

In den Bildern des Malers Martin Assig (*1959 Schwelm) spiegeln sich menschliche Grunderfahrungen, Empfindungen und Bedürfnisse, das Sein des Einzelnen und die Bedingungen unserer Gesellschaft. Der Maler erzählt in seinen Bildern Geschichten. Auch solche aus seiner eigenen Biographie heraus. Assig findet Bildformeln für das Empfinden und Denken eines Menschen, ebenso wie für Leid, Tod und Endlichkeit. „Wahrnehmung des eigenen Seins als eine Summe von unwiederholbaren Augenblicken:

MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Dein Leben ist dein Reichtum!“, erläuterte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling. Dies, so Smerling, erscheine gerade vor dem Hintergrund der Krisenerfahrungen der letzten drei Jahre besonders relevant. Assig malt teils abstrakte Bilder, andere wieder ganz figurativ. In einige Bilder sind Texte eingearbeitet, die die Wahrnehmung des Betrachters lenken. Manche Bilder beeindrucken durch die Wucht ihrer Farben, andere wirken dagegen eher „blass“ und monchrom. Viele Bilder sind mit der nur noch selten benutzten Wachs-Maltechnik der Enkaustik entstanden. Darüber hinaus nutzt der Künstler Tusche, Temperafarben oder Acryl, Wachs sowie Scherenschnitt für seine Bilder.

 

Museumsdirektor Walter Smerling: MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig – Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Museumsdirektor Walter Smerling stellte die Sonderausstellung „Weil ich Mensch bin“ zusammen mit dem Künstler Martin Assig im Pressegespräch vor. Die Ausstellung ist retrospektiv angelegt und umfasst in unterschiedlichen Thematiken bzw. unterschiedlichen Maltechniken alle Schaffensphasen des Künstlers. Zehn Themenschwerpunkte führen durch die rund 400 Werke der Ausstellung, die zahlreiche großformatige Tafelbilder, aber auch vielteilige Werkreihen mit kleinformatigen Papierarbeiten von den 1990er-Jahren bis heute zeigt.

Künstler Martin Assig: MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig – Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Ihre Titel – Auraautoren, Erzählung am Boden, Kleid, Schmerz, Seelen, St. Paul, Tuschen, Übungen zur Verwunderung, Wasser und Vorrat. Welt – geben Aufschluss über die künstlerischen Entwicklungs- und Erzählstränge im Werk von Martin Assig. Als Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn ist Walter Smerling Kurator der Werkschau, Co-Kurator ist Kay Heymer. Neben Werken aus der Sammlung des MKM (Sammlung Ströher) und Werken im Besitz des Künstlers zeigt die Ausstellung auch zahlreiche Leihgaben aus Galerien sowie privaten Sammlungen, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Die Ausstellung wird gefördert von der Evonik Industries AG und der Sparkasse Duisburg. Ab Freitag, 4. November, ist die Schau für Museumsbesucher geöffnet.

 

Der Künstler

Künstler Martin Assig: MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig – Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Martin Assig, geboren 1959 in Schwelm, studierte von 1979 bis 1985 an der Hochschule der Künste Berlin. 1983 wurde er von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Im Jahr 1985 war er Meisterschüler bei Hans-Jürgen Diehl. 1986 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zweibrücken für Malerei und 1993 den Käthe-Kollwitz-Preis. Von 1992 bis 1994 war er Stipendiat der Günther-Peill-Stiftung. Im Jahr 2000 war er als Gastprofessor an seiner Alma Mater tätig. 2001 bekam er den Ludwig-Gries-Preis. Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und werden national und international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, so u.a. im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg (2019), im Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam (2015) und im Haus am Waldsee Berlin (2015). Martin Assig lebt und arbeitet in Berlin und im brandenburgischen Brädikow.

 
Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog mit Beiträgen von Wolfgang Ulrich und Co-Kurator Kay Heymer sowiee einem Gespräch zwischen Martin Assig und Walter Smerling. Die 312-seitige Museumsausgabe in Deutsch und Englisch mit 236 Farbabbildungen ist bei Schirmer/Mosel erschienen und kostet 38 Euro (ISBN 978-3-8296-0969-2).

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderschau „Weil ich Mensch bin“ mit Werken von Martin Assig ist in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss des Altbaus bis zum 5. März 2023 zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate wie zum Beispiel die Veranstaltungsreihe „Kunst trifft …“. Dazu zählen aktuell die Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung „Full House“ mit dem Schwerpunkt Fotografie am 3. und 24. September (jeweils samstags, 15 – 16 Uhr, 15 Euro inklusive Eintritt, ermäßigt 10 Euro), die „Kunstvermittlung mal anders – KUNSTtreffen mit Jannis Keuerleber“ am 24. August, 18 – 20 Uhr (Preise wie oben) sowie „Der Kunst-Mittwoch“ (jeden Mittwoch von 15 – 16 Uhr, im Eintrittspreis enthalten). „Kunst trifft …“ am 18. August auf den 3sat Museumscheck (18.30 – 20 Uhr). Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle zeigt Martin Assig: Weil ich Mensch bin. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüre-Tipp: Martin Wedaus „Duisburg auf den zweiten Blick“ im Klartext Verlag

Interessante Einblicke in das sonst wenig Wahrgenommene
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: Duisburg auf den zweiten Blick von Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Von der Gründung des deutschen Kaiserreichs an stellten man überall im Deutschen Reich Denkmäler für Kaiser Wilhelm I. und Reichskanzler Otto von Bismarck auf. Viele dieser Denkmäler wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. So auch die Statuen auf dem Kaiserberg oder in Ruhrort. Dennoch findet sich seit 1975 wieder ein Standbild von Kaiser Wilhelm in Duisburg: Mit der Eingemeindung von Baerl. Einen zweiten Kaiser findet man in der Rathaus-Fassade am Burgplatz, wo der Autor für seine Leser weitere Figuren, Reliefe und Intarsien enträtselt. Auch die benachbarte Salvatorkirche ist eben nicht nur eine Kirche, sondern hat viel mehr an Geschichte(n) zu erzählen. Neben den zahlreichen Brunnen entlang der Königstraße finden sich weitere Kunstwerke, die man entlang seines Weges eher unbeachtet lässt: Wie zum Beispiel mehrere Skulpturen und auch eine Blei-Intarsienarbeit (1952) von Arno Breker, dem Vorzeigebildhauer des Nazi-Regines. Von Mündelheim bis Hamborn, von Bearl und Rheinhausen bis Meiderich und Neudorf führt der Autor den Leser (fast) durch das ganze Stadtgebiet: Auf der Suche nach den Spuren, die Gesellschaft und Kultur, Häfen, Bergbau und Industrialisierung in Duisburg hinterlassen haben und welcher „Strukturwandel“ schon 1555 spürbare Folgen für Duisburg hatte.

 

Blick ins Buch: Duisburg auf den zweiten Blick von Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Duisburg auf den zweiten Blick“ lockt Autor Martin Wedau, die Stadt auch mal abseits des Offensichtlichen zu erkunden. Dieser „besondere Stadtführer zu den verborgenen Schätzen“ – so der Untertitel – sucht das Einzigartige, welches nicht jedem (Duisburger) bekannt ist. In 27 Kapiteln (alphabetisch sortiert nach Stadttteilen) mit je vier bis acht Seiten führt er den Leser zu Orten, die selten im Fokus von Besuchern stehen oder entdeckenswerten Details an gewohnten Orten. Interessant, sehr informativ und kurzweilig geschrieben entdeckt selbst der Leser, der Duisburg zu kennen meint, neben bekannten Zielen auch immer wieder Unbekanntes, was sich zu erkunden lohnt. Oder wo es Details zu entdecken gibt, die man bislang übersehen hat. Die Beschreibung der Orte nutzt der Autor gerne, um auch Einblicke in die Geschichte der jeweiligen Location und ihren Platz in der Stadtgeschichte zu geben. Die Lektüre ist spannend und sehr lehrreich, selbst wenn man schon viel über Duisburg weiß. Wobei er eine ganz andere Geschichte erzählt, warum nicht eine Lehmbruck-Skulptur anstelle der Siegfried-Figur am Ehrenfriedhof auf dem Kaiserberg steht, als die, die man zum Beispiel vom LehmbruckMuseum kennt. Viele schöne Fotos und besonders die Detailaufnahmen verdeutlichen die Schilderungen des Autors. Adressangaben und kleine Karten erleichtern das Auffinden der Orte.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Blick ins Buch: Duisburg auf den zweiten Blick von Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Der Autor Martin Wedau stammt aus Duisburg: Die Stadt ist für ihn schon lange ein Viertel seiner „Heimatstadt“ Ruhrgebiet. Wie es sich für Duisburger gehört, ist er MSV-Fans. Martin Wedau beschäftigt sich in Sachbüchern und als „Kees Jaratz“ im Zebrastreifenblog mit dem MSV Duisburg, mit seiner Heimatstadt und dem Ruhrgebiet. Zusammen mit Tina Halberschmidt hat er im Klartext Verlag bereits „Duisburg für Klugscheißer“, das „Ruhrgebiet für Klugscheißer“ sowie „MSV Duisburg: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“.
Zebrastreifenblog

Blick ins Buch: Duisburg auf den zweiten Blick von Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Das 160-seitige Buch „Duisburg auf den zweiten Blick“ von Martin Wedau ist im Essener Klartext Verlag als „Der besondere Stadtführer zu den verborgenen Schätzen“ erschienen. Die Fotografien stammen überwiegend von Ralf Koss, teilweise auch von anderen Fotografen wie Hans Blossey, Steffen Schmitz (Carschten), Stefan Ziese und Bildagenturen. Das informative und faktenreiche, aber auch kurzweilige bebilderte Taschenbuch ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2468-0).

 

 
Der Verlag

Blick ins Buch: Duisburg auf den zweiten Blick von Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet: Konjunkturaussichten schlecht wie lange nicht mehr

Nach Corona setzen Lieferengpässe und teure Energie der Wirtschaft weiter zu
Von Petra Grünendahl

Stellten die Konjunkturumfrage vor (v. l.): Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber und IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann (beide IHK zu Dortmund). Foto: Stephan Schütze.

Die Einschätzungen und Erwartungen der Unternehmen im Ruhrgebiet zur Konjunkturentwicklung sind negativ wie seit Beginn 2009 zur letzten großen Wirtschaftskrise nicht mehr. Von Corona und Lieferengpässen schon länger gebeutelt, setzen nun der Ukraine-Krieg und steigende Energiekosten den Unternehmen weiter zu. Zudem dämpft die Inflation das Konsumklima deutlich, was – je nach Branche – auch Auswirkungen auf die Erwartungen der Unternehmer hat.

IHK Ruhrkonjunktur Herbst 2022. Foto: Screenshot.

Waren die Prognosen zu Jahresbeginn noch verhältnismäßig positiv, so haben sich die Zukunftsaussichten zuletzt sehr stark eingetrübt. Insgesamt bewerten 82 Prozent aller befragten Unternehmen im Ruhrgebiet ihre aktuelle Geschäftslage (noch) mit gut oder befriedigend. Zum Jahresbeginn waren es 84 Prozent und vor einem Jahr 87 Prozent. Von schlechten Geschäften berichten aktuell 18 Prozent. Stark eingebrochen sind vor allem die Erwartungen: Seine zukünftige Geschäftslage sieht mehr als jeder zweite Betrieb (52 Prozent) pessimistisch. Vor einem halben Jahr erwartete nur jedes sechste und vor einem Jahr jedes siebte Unternehmen eine negative weitere Entwicklung.

 

Stellten die Konjunkturumfrage vor (v. l.): Gero Brandenburg, Stefan Schreiber, Heinz-Herbert Dustmann (alle IHK zu Dortmund) und Michael Bergmann (Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Bochum). Foto: Stephan Schütze.

Den neuen Konjunkturlagebericht der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet stellte die in diesem Jahr federführende IHK zu Dortmund im Pressegespräch vor. Die Umfrage der Ruhr-IHKs gilt die als größte Konjunkturumfrage des Ruhrgebiets. Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund, betonte: „Einen vergleichbaren Pessimismus gab es als Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in unserer Umfrage zuletzt Anfang 2009, als 48 Prozent der Unternehmen negative Geschäftserwartungen kalkulierten.“ Als Hauptprobleme benannte Dustmann die enormen Preisanstiege bei den Energiekosten – als eine direkte Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine – und die – nach wie vor – weltweit gestörten Lieferketten.

 

 
Pessimistische Erwartungshaltung: Konjunkturklimaindikator fällt um 38 Punkte

IHK Ruhrkonjunktur Herbst 2022. Foto: Screenshot.

Das schlechte Stimmungsbild zeigt sich auch im Konjunkturklimaindikator, dem Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung. Er fiel um satte 38 auf 77 Punkte: Ein Absturz, wie es ihn seit 2003 nicht mehr gegeben hatte. Pessimistisch ist besonders der Handel, drückt doch eine Inflationsrate von zehn Prozent ganz massiv auf das Konsumklima und die Kaufkraft der Bürger. Dazu kommen steignde Energiepreise in der Kostenkalkulation der Unternehmen. Sechs von zehn Handelsbetrieben erwarten in den kommenden Monaten eine schlechtere Geschäftslage, im Einzelhandel sind es sogar 72 Prozent (beide lagen zum Jahresbeginn 2022 bei 21 Prozent). „Ein ein Szenario, das selbst den Einbruch im ersten Corona-Lockdown noch in den Schatten stellt“, so Dustmann.

IHK Ruhrkonjunktur Herbst 2022. Foto: Screenshot.

Gestiegene Energie- und Rohstoffpreise belasten auch die Industrie, dazu kommen Lieferprobleme bei Metallen. Insbesondere Industriebetriebe macht der Energiepreisanstieg Sorgen (95 Prozent), insgesamt fürchten 86 Prozent der befragten Unternehmer die steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Die Bauindustrie belasten neben steigenden Energiekosten zunehmende Engpässe bei Stahl und Bitumen. Bei den Dienstleistern fürchten 77 Prozent (Jahresbeginn 2022: 48 Prozent) der Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise. In der Verkehrs- und Logistikbranche stellen die hohen Preise für drei Viertel (Jahresbeginn 2022: 72 Prozent) und im Gastgewerbe sogar für jeden (!) der befragten Betriebe – also 100 Prozent – (Jahresbeginn 2022: 79 Prozent) ein wirtschaftliches Risiko dar. Angesichts dieser Werte verwies IHK-Präsident Dustmann auf zahlreiche negative Entwicklungen in der Industrie, in der mittlerweile einzelne Produktionsanlagen stillgelegt würden, um Energie einzusparen. Auch Geschäftsaufgaben im Bereich Handel und Dienstleistungen wegen immenser Preissteigerungen seien mittlerweile bittere Realität.

 

 
„Wir brauchen die Industrie“: Warnung vor Wohlstandsverlust

IHK Ruhrkonjunktur Herbst 2022. Foto: Screenshot.

„Wenn diese Einzelfälle zum Trend werden, drohen unserer Gesellschaft Wohlstandsverluste in bislang unvorstellbarem Ausmaß“, warnte Dustmann, der zugleich aber auch anerkennende Worte für den Zwischenbericht der Gaspreiskommission und die neuen Pläne der Bundesregierung für eine Strompreisbremse fand. „Die Forderungen der IHK-Organisation, der Kommunen und der Wirtschaftsverbände haben für gute Ansätze gesorgt. Die Gaspreisdämpfung könnte in der akuten Krise helfen, ist aber keine Dauerlösung. Wir müssen weiter mit Tempo an der massiven Ausweitung des Energieangebots auf allen Ebenen arbeiten“, betonte er. „Die Unternehmen haben jetzt große Nöte. Stadtwerke und Energieversorger müssen Beschlüsse der Bundesreg umsetzen. Das geht nicht auf Knopfdruck und braucht schnelle finanzielle Unterstützung durch den Bund, wenn die Dezember-Abschläge fürs Gas ausbleiben“, ergänzte Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.

 

IHK Ruhrkonjunktur Herbst 2022. Foto: Screenshot.

Die wirtschaftliche Notlage färbt auch negativ auf die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ab. Lediglich jedes siebte Unternehmen (Jahresbeginn 2022: 23 Prozent) beabsichtigt, mehr Personal einzustellen, während jedes fünfte (Jahresbeginn 2022: Elf Prozent) einen Abbau erwartet. Vor allem im Einzelhandel und im Gastgewerbe macht sich die Gesamtsituation bemerkbar: Mit jeweils knapp einem Drittel geben die Unternehmen im Einzelhandel (Jahresbeginn 2022: 13 Prozent) und im Gastgewerbe (Jahresbeginn: 25 Prozent) an, den Personalbestand deutlich abzubauen. Positiv werteten die Wirtschaftsvertreter die aktuellen Investitionen von thyssenkrupp in Dortmund und Bochum, wo jüngst eine neue Feuerbeschichtungsanlage in Betrieb genommen bzw. ein neuer Grundstein am Kompetenzzentrum für Elektromobilität und höherfeste Stähle gelegt wurde. „Wir brauchen die Industrie, sie ist Garant für Wohlstand“, so Dustmann.

 

 
Konjunkturumfrage der IHKs im Ruhrgebiet

Stellten die Konjunkturumfrage vor (v. l.): Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber und IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann (beide IHK zu Dortmund) mit Michael Bergmann (Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Bochum). Foto: Stephan Schütze.

Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet fragen zwei Mal im Jahr (zum Jahresanfang und im Herbst) bei ihren Mitgliedsunternehmen unter anderem danach, wie sie ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage beurteilen, ob sie von Insolvenz bedroht sind und mit welcher Geschäftsentwicklung sie in den kommenden Monaten rechnen. Bei der Umfrage Ende September bis Anfang Oktober hatten sich rund 700 Unternehmen mit insgesamt 84.000 Beschäftigten beteiligt. Auch die Unternehmen im hiesigen IHK-Bezirk haben zum Ruhrlagebericht beigetragen. Zu den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet zählen neben der Niederrheinischen IHK Duisburg, Wesel, Kleve zu Duisburg die IHK Mittleres Ruhrgebiet Bochum, die IHK zu Dortmund, die IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen, die Südwestfälische IHK zu Hagen und die IHK Nord Westfalen (mit dem Standort Gelsenkirchen für die Emscher-Lippe-Region).

Mehr zum 109. Konjunkturbericht der IHKs im Ruhrgebiet findet man hier: www.ihks-im-ruhrgebiet.de. Und hier ist die pdf zum Download.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Stephan Schütze / IHK zu Dortmund, Infografiken: Screenshots

 
 

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Ralph Siegels „’N bisschen Frieden“ feierte Weltpremiere im Theater am Marientor in Duisburg

Gib deinen Traum niemals auf
Von Petra Grünendahl

Richard Steiner (Tim Wilhelm) und Madeleine Haipt (Elisabeth) bei der Generalprobe des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Die Story beginnt 1979, als Sänger Richard „Ricky“ Steiner (Tim Wilhelm) zusammen mit seinem besten Freund und Drummer Bernd Hinrichs (Markus Mörl) mit dem Schlauchboot über die Ostsee aus der DDR fliehen will. In Zeitsprüngen erzählt das Musical die Vergangenheit, als Ricky 1967 die West-Berliner Studentin Elisabeth (Madeleine Haipt) kennen und lieben lernt und von einer gemeinsamen Zukunft träumt.

Jennifer Siemann (Nina) und Michael Thurner (Tom) bei der Generalprobe des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Wegen seiner Protestsongs kriegt der Musiker Schwierigkeiten mit dem Stasi-Mann Walter Krause (Benjamin Heil) und ein Auftrittsverbot. Elisabeth bekommt ein Einreiseverbot. Nach seinem Fluchtversuch gilt Ricky als verschollen, DDR-Medien melden gar seinen Tod. Jahrzehnte später findet Elisabeth (Sonja Farke) in einem Magazin das Foto von einem Straßenmusiker in Brighton: Rick Stone (Dan Lucas). Sie ist sicher, das ist ihr Ricky.

Dan Lucas (Rick Stone) bei der Generalprobe des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Sie reist mit ihrer Enkelin Nina (Jennifer Siemann), die Sängerin werden will, nach England, um sich Klarheit zu verschaffen, ihren Frieden zu finden. Elisabeths Tochter Jutta (Yvonne König) will eine Vermisstenanzeige aufgeben: Dadurch wird auch der nun Ex-Stasi Krause (Tom Barcal) auf Rick Stone aufmerksam und reist den beiden Frauen ebenso hinterher wie Ninas Eltern. Nina lernt in Brighton den Straßenmusiker Tom (Michael Thurner) kennen, der sich als Ziehsohn von Rick Stone herausstellt. Als Elisabeth auf Rick stößt, klären sich ihre Fragen und es gibt natürlich ein Happy End für fast alle Beteiligten: „Gib deinen Traum niemals auf“!

 

Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Mit „’N bisschen Frieden“ feierte nun das nach „Zeppelin“ zweite Musical von Ralph Siegel in Duisburg im Theater am Marientor (TaM) seine umjubelte Weltpremiere. Erstklassige Darsteller füllten ihre Rollen nicht nur musikalisch, sondern auch schauspielerisch glaubwürdig aus. Mit dem Untertitel „Rock’n’Roll Summer“ ist das Musical eine Liebesgeschichte mit vielschichtigen Charakteren, aber auch ein spannender Krimi mit Verrat und Mord.

Promis wie Jenny Elvers besuchten die Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Das wandlungsfähige Bühnenbild lässt Rückblicke in die Vergangenheit zu, während die Gegenwart mit ihren „älteren“ Figuren räumlich in den Hintergrund rückt. Dass manche (Neben-)Figuren etwas überzeichnet wirken, tut der Glaubwürdigkeit der Geschichte keinen Abbruch: Ganz im Gegenteil machen sie doch nur deutlich, wie bizarr die politischen Verhältnisse während der Teilung Deutschlands waren, als man als Westdeutscher nur mit Visum in den Osten kam und als Ostdeutscher fast gar nicht (oder bestenfalls erst als Rentner) in den Westen reisen konnte. Wer es selbst erlebt hat, wird sich erinnern. Wer nicht, bekommt hier durchaus einen Eindruck. Die Story ist originell und witzig erzählt und reizte die Zuschauer an manchen Stellen zum Lachen. Das begeisterte Publikum feierte die fantastischen Darsteller immer wieder mit Szenenapplaus und zu Recht mit einem tosenden Schlussapplaus.

 

 
 
Vom Protestsong über den Rock’n’Roll bis zum „Bisschen Frieden“

Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Der Musical-Abend dauert normal gute dreieinhalb Stunden (inklusive 15 Minuten Pause), was allerdings bei der Premiere nicht so ganz eingehalten werden konnte. Der begeisternde Cast treibt mit Tanz und Gesang die Handlung voran. Sowohl der Gesang als auch die Dialoge wechselten im Verlauf (als die Handlung nach England ging) zwischen Deutsch und Englisch.

Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Mit „Ein bisschen Frieden“, dem Grand-Prix-Erfolg von Nicole 1982, kam der einzige bekannte Song von Komponist und Produzent Ralph Siegel vor. Als Schlager-König Jahrzehnte des heutigen „Eurovision Song Contest“ nicht nur für die Wettbewerbs-Beiträge Deutschlands geprägt, sondern auch darüber hinaus als Songschreiber vielen Stars zu großen Hits verholfen.

TaM-Direktor Wolfgang DeMarco (l.) und Komponist Ralph Siegel (r.) bei der Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Zu den extra für dieses Musical entstandenen Stücken kamen frühe Kompositionen Siegels aus den 1960er-Jahren, die dem jungen Protestsänger Ricky wie auf den Leib geschnitten sind. Solche Stücke, die damals in einer ganz anderen Zeit entstanden sind, könne er heute so nicht mehr schreiben, hatte Ralph Siegel bei der Vorstellung des Musicals erzählt. Die Songs sind allesamt eingängig komponiert und Genre übergreifend, mit Texten von Bernd Meinunger, Michael Kunze und von Ronald Kruschak, der auch die Dialoge verfasst hat. Englisch-sprachige Liedtexte steuerten zudem J. O’Flynn und R.-P. James bei.

 

 
 
Impressionen vom Stück und der Premiere. Fotos: Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop

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Tickets
Eintrittskarten kosten zwischen 45,90 und 95,90 Euro*. Direkt zu den Buchungen geht es hier.
*) Preise inkl. MwSt., zzgl. 2,00 € Servicegebühr und Versandkosten pro Bestellung

 
Das Theater am Marientor

Happy End bei der Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Das Theater am Marientor (TaM) entstand 1995 nach Bauplänen des Architekten Helmut Kohl mit einem der schönsten Theatersäle Europas. Zunächst diente es der Stella AG von Januar 1996 bis November 1999 als Bühne für ihre Musicalproduktion „Les Misérables“. Als das Musical im Zuge des Insolvenzverfahrens des Betreibers im Jahr 1999 eingestellt wurde, kaufte eine Immobilientochter der Stadt Duisburg das Theatergebäude.

Happy End bei der Premiere des Musicals „N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor. Foto: Eugen Shkolnikov / cantaloop.

Während des Neubaus der Mercatorhalle (2005–2007) sowie während der großen Brandschutzsanierung (2012–2016) diente das TaM mit seinen über 1.500 Sitzplätzen unter anderem den Duisburger Philharmonikern als Ausweichbühne. Dazwischen wurde es von unterschiedlichen Betreibern und Vermarktern für Musical- oder Comedy-Produktionen, Ballett-Gastspielen oder verschiedensten TV-Produktionen genutzt. Seit 2020 gehört es einem Duisburger Unternehmer, der hier mit der neu gegründeten TAM Theater GmbH nach einer aufwändigen Sanierung mit vielfältigen Gastspielen und Eigenproduktionen wie „’N bisschen Frieden“ an die Glanzzeiten des Hauses anknüpfen will. Mit seinem hochklassigen und vielfältigen Programm ist das TaM auf einem guten Weg dorthin!
tam.theater

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Eugen Shkolnikov / cantaloop

 
 

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Lektüretipp: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten – Schalke 04 im Klartext Verlag

Fundiertes Wissen und lesenswerte Anekdoten aus der Geschichte eines Kultvereins
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: Schalke 04 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts in der Ortschaft Schalke Kohle gefunden wird, entwickelt sich aus der Bauernschaft ein industriell geprägter Ort, der 1903 nach Gelsenkirchen eingemeindet wird. Wie kein anderer Ruhrgebietsverein hat der FC Schalke 04, dessen erster Vereinsvorsitzender Steiger auf der Zeche Consolidation war, seine Wurzeln im Bergbau. Die ersten Fußballer im 1904 als Westfalia Schalke gegründeten Verein waren waren Knappen (Jungbergleute) auf der Zeche Consol. Auch das Stammpublikum kam noch viele Jahrzehnte aus dem Milieu. Eine Verbindung, die der Verein bis ins 21. Jahrhundert pflegte. In seinen mittlerweile fast 120 Jahren erlebte der Verein viele Höhen und Tiefen. Ab 1926 mit dem Aufstieg in die Ruhr-Liga spielt Schalke in der damals höchsten Spielklasse, 1963 spielte man in der ersten Saison der neuen Bundesliga.

 

Der Blick ins Buch: Schalke 04 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

In seinem Buch „Schalke 04“ mit dem Untertitel „Glück auf, Knappen!“ erzählt Autor Ulrich Homann in vielen kleinen Episoden die Geschichte(n) „seines“ FC Schalke 04: Seit früher Kindheit war er Stammgast im Stadion – damals noch die Glückauf-Kampfbahn auf Schalke (die heutige Arena liegt im Gelsenkirchener Stadtteil Erle). In den Jahrzehnten hat er einen immensen Schatz an Wissen über den Verein und seine Spieler angesammelt: Ein echter Klugscheißer eben, wie er selber von sich schreibt. Er entführt den Leser kreuz und quer durch die blau-weiße Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen – und das mit großer Begeisterung für den Verein, seine Spieler und Fans. Und nachdem die blau-weißen Schalkter nach den weiß-blauen Zebras (hier das MSV-Duisburg-Buch von Martin Wedau aus der gleichen Reihe) wohl der Verein mit der größte Anhängerschaft auch in Duisburg sein dürften, wollten wir uns nicht entgehen lassen, unseren Lesern die fundierte und unterhaltsame Lektüre vorzustellen. Ein spannender Streifzug, in dem Anekdoten wie von den Dortmunder Hunden und dem Schalker Löwen, von der Tanne und vom Bauer sowie von den gloreichen Vier ebenso wenig fehlen dürfen wie klare Worte, wo der Verein daneben gegriffen hat: Bei Spielern, Trainern oder auch Vorständen. Das in dieser Reihe übliche Quiz für Experten rundet das sehr gelungene Buch ab, an dem nicht nur für Fußball-Fans Spaß haben.

 

 

Der Blick ins Buch: Schalke 04 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Der Autor lässt Schalker Legenden wie Ernst Kuzorra und Fritz Szepan oder später Reinhard „Stan“ Libuda (der in der Schalker Jugend erste Meriten sammelte) wieder lebendig werden, erklärt den berüchtigten Schalker Kreisel, aber auch der Bestechungsskandal zu Beginn der 1970er-Jahre (FC Meineid). Sieben deutsche Meistertitel (den letzten 1958) konnte Schalke 04 gewinnen. Seitdem ist der Traditionsverein zwar ohne Meisterschale, nicht jedoch ohne nationale und internationale Titel (unter anderem sieben Mal Vizemeister – inklusive Meister der Herzen –, fünf Pokalsiege, ein DFL-Supercup und ein UEFA-Cup). Dann ist da noch der nicht unumstrittene Manager Rudi Assauer, der Schalke zu einer der führenden Mannschaften in Deutschland und Stammgast in eurpäischen Wettbewerben machte. Sein Abgang ist ebenso ein Drama wie andere, die nach großen Erfolgen auf Schalke am Ende scheiterten. Ein auf und ab: Zuletzt der Abstieg in die zweite Liga 2020/21, dann der direkte Wiederaufstieg 2021/22. Ein Verein, dem die Fans (fast) immer die Treue gehalten haben und immer noch halten.

 
 
Der Autor und das Buch

Der Blick ins Buch: Schalke 04 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Ulrich Homann machte 1987 sein Hobby zum Beruf und gründete die Zeitschrift „RevierSport“, der er 30 Jahre als Chefredakteur und/oder Geschäftsführer diente. In der Zeit war er auch als Autor oder Herausgeber von Fussball-Büchern unterwegs („Als die Ente Amok lief“, „Höllenglut an Himmelfahrt“ oder „Wir Kinder der Bundesliga“). Seine Verbundenheit zu Schalke 04 begann, als er neun war: Sein erstes Bundesliga-Spiel sah er 1963 in der Glückauf-Kampfbahn auf Schalke.

Das Buch „Schalke 04“ ist in der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ im Klartext Verlag erschienen. Das 120-seitige Taschenbuch im Klappumschlag mit vielen (auch historischen) Fotos ist für 16,95 im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-8375-2502-1).

 

 
Der Verlag

Der Blick ins Buch: Schalke 04 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Deutsche Oper am Rhein: Spannende Neuinszenierung von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ im Theater Duisburg

Sentas eingebildete Beziehung ermöglicht ihren Ausbruch aus der Realität
Von Petra Grünendahl

Hans-Peter König (Daland), Liliana Nolden (Senta als Kind), Susan Maclean (Mary). Dahinter: James Rutherford (Der Holländer), Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

Zur Ouvertüre sitzt die kleine Senta und dann die Jugendliche mit ihrem Vater und ihrer Amme im Kino, wo sie den mythischen Helden im Film „Der fliegende Holländer“ (auf einer Leinwand mit den Akteuren der Oper) anhimmelt. Auch als junge Frau ist Senta (szenisch Maren Schäfer / Gesang Lena Kutzner) immernoch in die unwirkliche Figur verliebt und sie träumt davon, ihn von seinem Fluch zu erlösen. Zwar umwirbt sie der bodenständige Jäger Erik (Norbert Ernst),

Norbert Ernst (Erik), Gabriela Scherer (Senta). Dahinter: Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

doch ihre Sehnsucht nach dem Verfluchten und die Erfüllung ihrer „Mission“, die sie aus der Provinzialität ihres Alltags reißt, bestimmen das Geschehen. Ihr Vater, der Seefahrer Daland (Hans-Peter König), und sein Steuermann (David Fischer) treffen in einem Sturm auf dem Meer das Schiff des fliegenden Holländers (Jordan Shanahan), der dazu verdammt ist, ewig die Meere zu befahren. Alle sieben Jahre darf er an Land – und nur wenn er eine Frau findet, die ihm ewige Treue hält, wird er von seinem Fluch erlöst. Daland bringt den Seemann mit nach Hause zu Senta und ihrer Amme Mary (Susan Maclean). Senta steht nun ihrer Liebe gegenüber und hofft auf die Erfüllung ihrer Mission, von der sie seit ihrer Kindheit träumt. Erik befürchtet, Senta zu verlieren. Als er sie erinnert, sie habe ihm ewige Treue geschworen, ist der Holländer sicher, dass sie auch ihm nicht die erhoffte Treue halten kann. Er erzählt ihr von seinem Fluch, aber sie hält an ihrer Mission der Erlösung fest und setzt ihm nach.

 

James Rutherford (Der Holländer), Gabriela Scherer (Senta), Dahinter: Hans-Peter König (Daland), Susan Maclean (Mary), Norbert Ernst (Erik), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

Eine viel umjubelte Premiere hatte im Theater Duisburg Richard Wagners 1843 uraufgeführte romantische Oper „Der fliegende Holländer“ gefeiert: In einer Neuinszenierung von Vasily Barkhatov steht das Werk jetzt bis November auf dem Spielplan der Deutschen Oper am Rhein. Der russische Regisseur gehört zu den Shootingstars seiner Generation, hat schon mit früheren Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht und inszeniert mit Wagners „Holländer“ nun erstmals an der Deutschen Oper am Rhein. Er hat das Stück originell neu inszeniert und in ein modernes Setting gesteckt. Seine Interpretation verwandelt den vermeintlich „alten“ Stoff in ein aktuelles, sehr zeitgemäßes Stück. Barkhatov beweist, dass die in der Oper erzählte Geschichte etwas Zeitloses hat, was sich mühelos ins jetzt und heute übertragen lässt. Senta ist die treibende Figur von Barkhatovs Inszenierung, ihre Flucht aus einer konventionellen Realität in eine Fantasiewelt bestimmt das Geschehen. „Der fliegende Hollländer“ (1841) ist ein Frühwerk des Komponisten, bei dem er erstmals auch das Libretto schrieb. Bei ihrer Uraufführung im Königlichen Hoftheater Dresden war vierte vollendete Oper des Komponisten nur mäßig erfolgreich, so dass Wagner die Urfassung 1860 überarbeitete und musikalisch insbesondere die Ouvertüre und der Schluss veränderte. 1901 wurde die Oper erstmals bei den Bayreuther Festspielen gezeigt. Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Die ca. 2¼-stündige Aufführung der durchkomponierten Oper (auch wenn Wagner die Oper später in drei Aufzüge aufteilte) läuft ohne Pause und ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
Hervorragende Akteure glänzten auch in außergewöhnlicher Besetzung

Chor der Deutschen Oper am Rhein. Auf der Leinwand: James Rutherford (Der Holländer). Foto: Hans Jörg Michel.

Für die zweite Aufführung musste die Deutsche Oper am Rhein kurzfristig zwei Umbesetzungen wegen Krankheit vornehmen: Entsprechend galt es, schnell verfügbare Sänger zu finden, die die jeweiligen Rollen in ihrem Repertoire haben und gesanglich textfest sind. Nachdem James Rutherford ausfiel, übte Jordan Shanahan, der schon 2020 bei der Deutschen Oper am Rhein in einer früheren Inszenierung den Holländer singen sollte, die Partie für die Szenen auf der Bühne ein, während der Film natürlich in der Original-Besetzung läuft. Und erst am Morgen der Aufführung meldete sich Gabriela Scherer (Senta) krank, deren Rolle szenisch die Regieassistentin Maren Schäfer übernahm, die diesen Part aus der Einstudierung bereits kannte. Die kurzfristig verpflichtete Lena Kutzner, zu deren Repertoire die Senta gehört, stieß quasi ohne Proben direkt zur Aufführung für den Gesang dazu. Was der Hochklassigkeit der Aufführung keinen Abbruch tat. Lediglich dass die Senta auf der Bühne ihre Lippen nicht zum Gesang bewegte, sondern dieser aus dem Off kam, deutete die geänderten Umstände an. Lang anhaltender Schlussapplaus belohnte die fantastischen Akteure und eine ungewöhnliche Inszenierung, die Publikum begeistert annahm.

Gabriela Scherer (Senta), Susan Maclean (Mary), Chor der Deutschen Oper am Rhein, Statisterie. Foto: Hans Jörg Michel.

Die chorlastigen Rollen der Matrosen und der Freundinnen Sentas übernimmt der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Patrick Francis Chestnut. Die anspruchsvolle und mächtige Komposition Wagners meistern hervorragende Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Patrick Lange. Das flexibe Bühnenbild, welches vom Kinosaal über das Schiff im Sturm bis zum Foyer des Kinos die Handlung begleitet (ohne Pause ist ja kein Umbau möglich), hat Zinovy Margolin gestaltet. Ins rechte Licht und passendes Ambiente tauchte sie das Lightdesign Alexander Sivaev. Für die Kostüme zeichnet Olga Shaishmelashvili verantwortlich.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 9. Oktober 2022 | 15:00 Uhr,
Mi | 12. Oktober 2022 | 19:30 Uhr,
So | 30. Oktober 2022 | 18:30 Uhr und
So | 13. November 2022 | 18:30 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Gabriela Scherer (Senta). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

James Rutherford (Der Holländer), Gabriela Scherer (Senta). Foto: Hans Jörg Michel.

Tickets kosten zwischen 19,00 und 78,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel

 

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Lektüretipp: Freitzeit-Tipps für Feierabend-Eskapaden in Ruhrstädten im DuMont Reiseverlag

Anregungen für die kleinen Fluchten aus dem Alltag
Von Petra Grünendahl

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Sport-, Freizeit- oder Grünanlagen und natürlich die zahlreichen Revierparks oder die zu Radwegen umgebauten ehemaligen Bahntrassen laden zu Touren ins Freie ein: Natur und viel Grün in oder direkt an der Großstadt ist für die Metropole Ruhr typisch. Zudem locken Ziele in unterschätzten Stadtteilen, aber auch zahlreiche Orte, an denen man außer dem eigenen Horizont auch sein Wissen erweitern kann. Kunst kann man im öffentlichen Raum, an jeder Ecke oder in der Natur bewundern.

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mit dem Bedürfnis nach Aktivität, geselliger Entspannung oder einfach nur nach Ruhe. Nicht alles ist für lau, aber das ist auch nicht der Anspruch. Von Moers und Duisburg bis Dortmund, von der Ruhr im Süden bis ins nördliche Ruhrgebiet – und ein bisschen darüber hinaus – reichen die zahlreichen Ideen. Aktivitäten, Vergnügen und Entspannung liegen manchmal so nah. Das können in Duisburg der Botanische Garten Duissern, der Altstadtpark mit dem Garten der Erinnerung, Sportpark oder Wolfsberg, das Rheinufer im Rheinpark sowie Ruhrort oder sogar Hochfeld sein. Das Besondere: Die Orte haben ein Flair, welches man nirgends sonst findet. Eine Mischung aus Landschaft und Industrie, Historie und Moderne: Pott halt! So manch ein Ort entwickelt gerade in den Abendstunden einen ganz besonderen Charme. Und der Vorteil der „After work“-Unternehmungen: Es ist nicht so voll wie am Wochenende!

 

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In ihrem Buch „Ruhrstädte“ haben die Autorinnen Kirsten Sulimma und Claudia Kornicki Ideen und Anregungen für Ausflüge zusammen gestellt. Dass das Buch in der Reihe „52 kleine & große Feierabend-Eskapaden für jedes Wetter“ erschienen ist, zeigt die Zielrichtung der Ausflugsideen: Unternehmungen nach der Arbeit. Gegliedert ist das Buch nach Ausflugsarten, die unterschiedliche Interessen von Lesern ansprechen. Mit „Dampf ablassen“ wird aufgerufen, aktiv zu sein – jenseits von Sportverein, Fitnesskursen und Muckibude.

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Plaudern und genießen“ lockt zu Geselligkeit an schönen Orten und bei jedem Wetter. „Horizont erweitern“ wartet mit Inspirationen für Körper und Sinne auf – in den Abendstunden. Zum Ausbrechen in die Nachbarschaft oder in die nahe Natur lockt „Abenteuer in Sicht“: Bis Mitternacht sei man zurück, versprechen die Autorinnen. Jede einzelne der 52 Eskapaden ist umfangreich bebildert und mit nützlichen Hinweisen zur jeweiligen Strecke und Kartenmaterial ausgestattet. GPX-Daten (für die empfohlenen Strecken) sind über eine App auf dem Smartphone nutzbar. Leser können neue Lieblingsorte zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter für sich entdecken. Tipps zur Anfahrt (ÖPNV), der besten Jahreszeit, Dauer und was man als Ausrüstung dabei haben sollte, liefern die Autorinnen gleich mit. Auch jenseits des Kapitels „Plaudern und genießen“ ist der eine oder andere Gastro-Tipp mit dabei.

 

 
 
Die Autorinnen, das Buch und die Reihe

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Hinaus in die Welt und unentdeckte Orte finden: Zusammen mit ihrer Labradorhündin Lila macht sich Kirsten Sulimma immer wieder gerne auf, das Leben zu erobern. Als Kind des Ruhrgebiets kehrt sie jedoch immer wieder in den Pott zurück, denn sie liebt die Region und ihre Menschen. Als freie Journalistin arbeitete sie bereits für verschiedene Gastronomie-Magazine, Reiseführer und Agenturen. Zu ihrer erklärten Lieblingsbeschäftigung gehört dann auch das gute Essen, gerne quer durch alle Kulturen. Oder eben doch die Currywurst vom Imbiss umme Ecke – die gibt’s für die Tierfreundin ja zum Glück inzwischen auch in der veganen Variante.

Unterstützt wurde Kirsten Sulimma auf ihren Streifzügen von Claudia Kornicki. Mittendrin geboren und aufgewachsen, ist auch sie ein Ruhrpottkind durch und durch. Wo andere nur grau und hässlich sehen, war sie schon immer fasziniert von der überraschenden Schönheit ihrer Heimat. So kreativ und vielseitig wie das Ruhrgebiet ist die Autorin selbst. Die Onlineredakteurin liebt Fotografieren, Reisen und schwingt das Tanzbein, wo immer es möglich ist.

 

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „52 kleine & große Feierabend-Eskapaden für jedes Wetter – Ruhrgebietsstädte“ (und ein bisschen darüber hinaus) sind erschienen im DuMont Reiseverlag. Auf 232 Seiten – mit vier Seiten für jedes Ziel – findet der Leser neben vielen Informationen zahlreiche stimmungsvolle Fotografien der Autorin sowie kleine Karten (und eine große Übersichtskarte im Anhang) mit einer Verortung der Ausflugstipps. Das Taschenbuch im Format 15×21 cm mit abgerundeten Ecken ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-616-02808-8).

Mit der Reihe „52 kleine & große Feierabend-Eskapaden für jedes Wetter“ richtet sich der Verlag an Leser, die nach Feierabend noch etwas erleben wollen. Die Bücher bieten abwechslungsreiche und spannende Ideen und unterschiedlichste Anregungen, die die Autoren selbst ausprobiert haben.

 
Impressionen: Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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DuMont Reiseverlag

DuMont Feierabend Eskapaden Ruhrstädte: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der DuMont Reiseverlag aus Ostfildern (bei Stuttgart) ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die „DuMont Eskapaden“ sind die neuen „Aktivguides“ des Verlages, eine Buchreihe mit Ausflugstipps für Regionen und Städte in ganz Deutschland (und ein wenig darüber hinaus). Ob für wenige Stunden, einen Tag oder ein Wochenende, ob allein, mit Freunden oder der Familie – unwiderstehliche Ausflüge ins Grüne warten: „Also ab nach draußen!“, wirbt der Verlag.
www.dumontreise.de

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Duisburg Business & Innovation: Immobilienmarktbericht und Blick auf die Expo Real

Immobilienmarkt behauptet sich, Potenziale locken Investoren
Von Petra Grünendahl

„Insgesamt zeigt sich der Duisburger Immobilienmarkt resilient. Die große Attraktivität der Stadt Duisburg ist mittlerweile in der Branche sichtbar geworden. In diesen unruhigen Zeiten gibt dies Stabilität und schafft Vertrauen“, sagte Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter des Marktanalysten bulwiengesa AG, die den Immobilienmarktbericht erstellt hat. Insbesondere Büroimmobilien sind weiter auf dem Vormarsch: Mit rund 2,2 Mio. Quadratmeter besitzt Duisburg nach Essen und Dortmund den drittgrößten Büroflächenbestand in der Metropole Ruhr. Weitere 60.000 Quadratmeter Mietflächen kommen in diesem Jahr noch dazu. Hauptgrund dafür ist der Neubau Quartier 1 am Hauptbahnhof mit der Hochschule der Polizei und öffentlichen Verwaltung NRW (HSPV NRW). Neubauflächen würden, so die Marktanalysten, weiterhin sehr gut vom Markt angenommen und erreichten bis zur Fertigstellung annähernd eine Vollvermietung. Der Leerstandsanstieg bewege sich auf niedrigem Niveau. Die erzielbare Spitzenmiete in Duisburg liege unverändert seit 2021 in der Spanne zwischen 16,50 bis 17,50 Euro/Quadratmeter für hochwertige Vermietungsflächen in sehr guten Lagen.

 

Über den Dächern von Duisburg (v. l.): .) Rasmus C. Beck (Geschäftsführer Duisburg Business & Innovation), Martin Linne (Beigeordneter der Stadt Duisburg für Stadtentwicklung, Mobilität und Sport), Bernd Wortmeyer (Geschäftsführer GEBAG), Svenja Haferkamp (Bereichsleiterin Neue Urbanität GEBAG), Andreas Schulten (Generalbevollmächtigter Bulwiengesa AG) und Peter Mohnhaupt (Geschäftsführer MSV Duisburg). Foto: DBI. Foto: DBI.

Die Wirtschaftsförderung Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI) mit ihrem Geschäftsführer Rasmus C. Beck und Oberbürgermeister Sören Link stellten im Pressegespräch die neue (halbjährliche) Ausgabe ihres Immobilienmarktberichtes vor. Dieser bietet erstmals einen Schwerpunkt zur nachhaltigen Immobilienwirtschaft. „Wir entwickeln 120 Hektar Fläche in urbaner Lage, um die Stadt von Morgen zu bauen. Wir setzen neue qualitative Maßstäbe – auch in sehr herausfordernden Zeiten“, sagte OB Sören Link. „Wir richten über die Flächenpotenziale hinaus den Blick auch auf bereits bestehende Quartiere wie Ruhrort oder Hochfeld. Hier wollen wir im engen Schulterschluss mit unseren Partnern die grüne und klimagerechte Entwicklung unserer Quartiere für und mit den Menschen, die hier leben – und künftig leben wollen – vorantreiben. So gestalten wir in Duisburg eine neue Urbanität, die beispielhaft für die Transformationskraft unserer Region stehen soll“, erklärte Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer. Hier geht es zum Immobilienmarktbericht.

 

 
 
Mit dem Expo-Real-Ennatz nach München

Mit Maskottchen im Gepäck nach München: Der Expo-Ennatz. Foto: DBI.

Der Halbjahresbericht erscheint traditionell im Vorfeld der Immobilienleitmesse Expo Real (4. bis 6. Oktober in München), wo Duisburg außer mit seinen besten Seiten auch mit Daten und Fakten punkten will. Das #TeamDuisburg ist dort seinen bislang größten Stand vertreten, um Duisburg und seine Immobilienprojekte als attraktiven Standort zu präsentieren. Die Wirtschaftsförderung DBI hat mit der Stadt Duisburg, der Sparkasse Duisburg, der Duisburger Hafen AG, den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, der Aurelis Real Estate GmbH und der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbh sowie den Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetrieben (DVV), DD Planquadrat, der Volksbank Rhein Ruhr und den Fellow Capital Partners die bisher größte Delegation zur Expo Real zusammengestellt. Außerdem werden mit Unterstützung des MSV Duisburg 1000 Expo-Plüsch-Zebras auf der Messe verteilt.

 
„Wir wollen, dass Duisburg in das Beuteschema von Investoren rückt. Wir haben dafür die Flächen, die Projekte und auch die belastbaren Daten in unserem Immobilienmarktbericht. Wir gehen mit einem tollen Team und der bisher größten Standfläche auf die diesjährige Expo Real“, erklärte Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI). Auf der Expo Real stellt das Team um Oberbürgermeister Sören Link u. a. die drei großen Zukunftsprojekte 6-Seen-Wedau, Wedau-Nord und die Duisburger Dünen vor. Aber auch neue Initiativen wie Urban Zero, womit Ruhrort als erster Stadtteil weltweit umweltneutral werden soll, stehen diesmal im Fokus. Dazu veröffentlicht die DBI gemeinsam mit der Stadt Duisburg den Halbjahres-Immobilienmarktbericht erstmals mit einer achtseitigen Sonderbeilage zum Thema nachhaltiges Bauen. So werden u. a. beispielhafte Gebäude in den Mittelpunkt gerückt wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), das für seine Öko-Standards mehrfach ausgezeichnet wurde.

 

 
Logistikimmobilien: Duisburg ist begehrtester Logistikstandort
in der Metropole Ruhr

Der Flächenbestand moderner Logistikimmobilien, die nicht älter als zehn Jahre sind, liegt zum Ende des 1. Halbjahres bei knapp 654.000 Quadratmeter Nutzfläche. Duisburg weist damit den zweithöchsten Bestand an modernen Logistikimmobilien in der Metropole Ruhr auf. Das erste Halbjahr 2022 konnte bereits mit 42.000 Quadratmeter den Gesamtjahresumsatz von 2021 (39.900 Quadratmeter) übertreffen. Wie an anderen Logistikstandorten in Deutschland ist die Grundstücksverfügbarkeit für den Logistikneubau aber entscheidend für die weitere Marktexpansion. In Duisburg verzeichnet die marktübliche Spitzenrendite für Logistikimmobilien mit 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3,9 Prozent) auch seit langem erstmals wieder einen Anstieg. Die Spitzenmiete für Logistikimmobilien in Duisburg ist gegenüber dem Jahresendwert von 2021 nochmals um 0,20 Euro/Quadratmeter auf 5,90 Euro/m² gestiegen. Damit ist Duisburg der hochpreisigste Logistikstandort in der Metropole Ruhr und bestätigt gleichzeitig die Rolle als der systemrelevante Hub in Deutschlands bedeutendster Logistikregion.

 

 
Über den Duisburger Immobilienmarktbericht: Methodik und Akteure
Der Halbjahresbericht zum Duisburger Immobilienmarkt 2022 dokumentiert die Entwicklung sämtlicher Immobilientypen in Duisburg. Die Informationen und Daten zum Duisburger Immobilienmarkt wurden von lokalen Experten am runden Tisch ermittelt, den die DBI im Jahr 2021 als dauerhafte Institution ins Leben gerufen hatte. Regionale, in Duisburg engagierte Immobilienakteure sowie die Daten aus der Marktbeobachtung und der Validierung der Marktanalysten der bulwiengesa AG aus Essen haben zum Ergebnis beigetragen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: DBI

 
 

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Gormley / Lehmbruck: Calling on the Body

Der Mensch auf sein innerliches Wesen reduziert
Von Petra Grünendahl

Antony Gormley (r.) und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (l.) mit Field (1984-85). Foto: Petra Grünendahl.

„Was ist der Mensch?”, fragt Antony Gormley (*1950 in London) in seinen Werken. Er idealisiert Körper nicht, sondern universalisiert den Menschen. Gormley übersetzt Momente von gelebter Zeit und subjektiver Erfahrung in Skulpturen, die in ihrer äußeren Form ihre Innerlichkeit andeuten und Empathie erzeugen. Aufgewachsen sei er mit Minimalismus und Konzeptualismus, erklärte der Künstler: Das spiegelt sich auch in seinen Werken. Seine Körper sind reduziert bis transparent gestaltet und sind Interpretationen von Form und Wesen. Seine Werkschau, die Ronja Friedrich kuratiert hat, macht sich in der Präsentation der Werke auch die Transparenz und Offenheit der Museumsarchitektur zu nutze. Besuchern werden von außen vom Kantpark – zum Beispiel an der großen Glashalle, aber auch an Seitenfenstern im Lehmbruck-Flügel Einblicke gewährt, die sie zu Museumsbesuchern werden lassen, auch wenn sie gar nicht reingehen.

 

Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (r.) und Antony Gormley (l.). Foto: Petra Grünendahl.

Das Lehmbruck Museum zeigt die bislang größte Ausstellung des britischen Bildhauers Antony Gormley in Deutschland. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte die Ausstellung zusammen mit dem Künstler und Sponsoren vor. International bekannt ist Gormley als einer der wichtigsten und einflussreichsten Bildhauer der Gegenwart: Ein langjähriger Bewunderer der Werke Wilhelm Lehmbrucks, deren Innerlichkeit, Ausgeglichenheit, Ruhe und deren reflexiven Potenzials ihn beeinflusst haben. Angelegt ist die über das ganze Haus verteilte Ausstellung als Dialog zwischen den beiden Künstlern: Sie zeigt Schlüsselwerke der beiden Künstler, die sie mit fast einem Jahrhundert Abstand voneinander schufen. Die Werkschau zieht Parallelen zwischen Gormley und Lehmbruck, die beide den Körper als Ort der Transformation hin zu einem Zustand des reinen Seins und der stillen Kontemplation begreifen. Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kulturstiftung der Länder, der Sparkasse Duisburg, der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Duisburger Hafen AG (duisport). Ab Freitag, 23. September, ist die Schau öffentlich zugänglich.

 

 
Die Ausstellung und der Künstler

Antony Gormley: Allotment II (1996). Foto: Petra Grünendahl.

Die ausgewählten Arbeiten spiegeln die große Bandbreite von Antony Gormleys Schaffen aus über 40 Jahren, von den bahnbrechenden frühen Bleiarbeiten zu der neueren Serie „Slabworks“, die den Körperraum in Architektur verwandelt. Zum ersten Mal seit über 10 Jahren wird „Allotment II“ (1996) der Öffentlichkeit präsentiert, eine raumgreifende Installation aus 300 lebensgroßen Betonbunkern, die nach den Körpermaßen von 300 verschiedenen Personen gefertigt wurden. Im gläsernen Atrium des Lehmbruck-Flügels schwebt mit „Drift VI“ (2010) eine durchsichtige, feine stählerne Drahtskulptur, die wie eine dreidimensionale Zeichnung im Raum erscheint. Insgesamt geben 14 Skulpturen und Installationen, 111 Modelle, 35 Zeichnungen und mehr als 260 Workbooks Antony Gormleys einen aktuellen und umfassenden Einblick in seine „Bildhauerei als physisches Denken.“

Footpath (1980/2020): Antony Gromley im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Der Bildhauer Antony Gormley ist Sohn einer deutschen Mutter und eines irischen Vaters. Aufgewachsen ist er in Yorkshire im Norden Englands. Zunächst studierte er Archäologie, Völkerkunde und Kunstgeschichte in Cambrigde, bevor er durch Indien und Sri Lanka reiste. Sein Kunststudium absolvierte er in den 1970er-Jahren in London. 1985 stellte er erstmals in Deutschland, 2014 das erste Mal im Lehmbruck Museum aus. Seine Arbeiten sind in Ausstellungen und als Teil von privaten und öffentlichen Sammlungen, in Museen und im öffentlichen Raum weltweit zu sehen. Seit einigen Jahren steht eines seiner Werke in der Sammlung des Lehmbruck Museums. Seine Skulpturen, Installationen und öffentlichen Kunstwerke untersuchen die Beziehung des menschlichen Körpers zum Raum. Gormley, der mit der britischen Malerin Vicken Parsons verheiratet ist, lebt und arbeitet in London.

 

 
 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung „Gormley / Lehmbruck: Calling on the Body“ ist bis zum 26. Februar 2023 auf über 3.000 Quadratmetern im ganzen Haus verteilt zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Reflection II (2008):Antony Gromley im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu den Highlights zählt hier mit Sicherheit das Künstlergespräch am Donnerstag, 24. November, um 18 Uhr, sowie die Kuratorinnenführungen am Donnerstag, 27. Oktober (18 Uhr), mit Dr. Söke Dinkla sowie am Sonntag, 22. Januar (15 Uhr), mit Ronja Friedrich. Für die Teilnahmen muss man sich anmelden, die Events kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Am Donnerstag, 2. Februar (18 Uhr ), ist Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer zum Gespräch über das „Mensch sein” im Lehmbruck Museum zu Gast (Teilnahme nach Anmeldung: 5 Euro). Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

Aktuelle Informationen zu Corona-Schutzmaßnahmen gibt es hier .

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Rat der Stadt Duisburg: Michael Rüscher zum neuen Wirtschaftsdezernenten gewählt

Diskussionen um Ausbau der Wedauer Straße und Mieten für neue Kitas
Von Petra Grünendahl

Der Rat der Stadt Duisburg tagte in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Wedauer Straße (L60) muss zwischen Kalkweg und Masurenallee saniert werden, ist sie doch als wichtige Verkehrsader besonders belastet und von den flach wachsenden Wurzeln der Platanen zusätzlich baulich in Mitleidenschaft gezogen. Die Grünen beantragten zu diesem Tagesordnungspunkte eine Alternativplanung mit Durchführung einer Klimarelevanzprüfung. „Wenn man die Wedauer Straße auch für Fußgänger und Radfahrer sicher ausbauen will, müssen wir auf einer Seite die Bäume fällen”, erklärte Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. Auf der Nordseite des Straßenabschnitts wären es bis zu 30, auf der Südseite 26, von denen ohnehin 6 gefällt werden müssten, weil sie krank seien und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei, so Linne weiter. Für eine weitere Alternativplanung gebe es keine Notwendigkeit, denn die bereits gefundene Alternative sei schon die mit der geringsten Beeinträchtigung. Den Antrag der Grünen lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab, der Beschlussvorlage zum Ausbau stimmten sie mehrheitlich zu.

 

Der Rat der Stadt Duisburg wählte Michael Rüscher einstimming zum neuen Beigeordneten. Foto: Petra Grünendahl.

Auf seiner Sitzung in der Mercatorhalle hatte der Rat der Stadt Duisburg allein 91 Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil abzuhandeln. Es folgten weitere im nicht-öffentliche Teil der Sitzung. Gleich zu Beginn stand nach der Verpflichtung neuer Ratsleute die Wahl eines neuen Beigeordneten für Wirtschaft, Sicherheit und Ordnung auf der Tagesordnung. Nachdem sich die Findungskommission bereits für Michael Rüscher als neuen Dezernenten entschieden hatte, war die einstimmige Annahme der Beschlussvorlage nur noch eine Formsache. Insgesamt arbeiteten die Ratsleute die Tagesordnung zügig ab: Es gab – von einzelnen Punkten abgesehen – wenig Diskussionsbedarf. Auch weil häufig die eigentliche Diskussion schon in den Fachausschüssen und den Bezirksvertretungen stattgefunden hatte und der Rat nur noch seinen Segen dazu gab. Überwiegend einstimmig, selten nur mehrheitlich winkten die Ratsleute die Beschlüsse durch. Dazu zählten zum Beispiel zahlreiche Bebauungspläne, Schulerweiterungsbauten und weitere Beschlussvorlagen, bei denen der Rat das letzte Wort hat, weil nur er die Ausgaben der Stadt beschließen kann.

 

 
Kita-Sondervermögen und MSV-Stadion zurück im Vermögen der Stadt

Von links: Oberbürgermeister Sören Link verpflichtete Ratsfrau Daniela Hoffmann und Ratsherrn Bernd Thewissen (beide SPD). Foto: Petra Grünendahl.

Dass die neu gebauten städtischen Kindertageseinrichtungen in ein Sondervermögen eingebracht werden, stellte für den Stadtrat weniger ein Problem dar (dieses wurde mehrheitlich beschlossen) als Pläne der Gebag, aufgrund der gestiegenen Baukosten für die Kitas Mieten von 18 Euro pro Quadratmeter nehmen zu wollen. Auf Basis des KiBiz (Kinderbildungsgesetz NRW) bekommen die Träger jedoch nur 11,37 Euro vom Land erstattet. Während die Grünen beantragten, die Mieten auf diesen Betrag zu deckeln, widersprach Oberbürgermeister Sören Link dem Anliegen, weil die Stadt damit verpflichtet wäre, die Mehrkosten zu decken, die das Landesgesetz nicht berücksichtigt. Und sich gegebenenfalls eben dieses Geld über die Elternbeiträge zurück zu holen. Hilfen von der Stadt an die Träger würden, so der OB, wie bisher über Sonderzuschüsse zu den Betriebskosten geleistet. Für die gestiegenen Mieten sei aber in erster Linie das Land in der Pflicht, im Gesetz festzuschreiben, dass es den Trägern der Einrichtungen die benötigten Mittel erstattet, so der OB. Der Antrag der Grünen wurde mehrheitlich abgelehnt.

 

Michael Rüscher wird seine neue Stelle als Wirtschaftsdezernent wohl im Januar antreten. Foto: Petra Grünendahl.

Einstimmig befürworteten die Ratsleute die Übernahme des MSV-Stadions (Schauinsland-Arena) in das Vermögen der Stadt: Betrieben wird es künftig von der Stadttochter MSV Duisburg Stadionprojekt GmbH & Co. KG, welche unter der Führung von Gebag und Duisburg Sport steht. Diese neue Konstellation unter der Regie der Stadt löst die vermögensübertragende Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft mbH ab, die bislang für den Betrieb der Arena immer auf Gelder der Stadt Duisburg angewiesen war. Hier verzichtet die Stadt nun auf rund 7,8 Mio. Euro, die in den vergangenen Jahren geflossen waren.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Otfried Preußler kehrt zurück mit Räuber Hotzenplotz und der kleinen Hexe

Zurück in die Bilderwelten der Kindheit
Von Petra Grünendahl

Karin Lechler: Räuber Hotzenplotz. Foto: Petra Grünendahl.

Generationen von Kindern sind mit den Figuren von Otfried Preußler aufgewachsen. Illustrationen von F. J. Tripp (1915–1978) verliehen dem Räuber Hotzenplotz sein markantes Äußeres. Für Krabat hatte Herbert Holzing (1931–2000) die holzschnitthaften Sepia-Zeichnungen erschaffen, die über zahlreiche Auflagen hinweg bestehen blieben. Das unverwechselbare Aussehen der kleinen Hexe, aber auch des kleinen Wassermanns, ist der Künstlerin Winnie Gebhardt (1929–2014) zu verdanken. Sie prägten die Bildwelten der Leser. Spätere Generationen von Kindern sind mit den Neuillustrationen der Klassiker durch Daniel Napp (*1974), Thorsten Saleina (*1970) und Annette Swoboda (*1962) aufgewachsen. Diese Zeichnungen werden in der umfangreichen Schau genauso vertreten sein wie die frühen Zeichnungen. Mehr als 50 ihrer originalen Tuschezeichnungen stellt der Thienemann-Esslinger Verlag aus seinem Archiv eigens für die Ausstellung bereit. Indem die Präsentation nahezu alle Protagonisten Preußlers vorstellt, unterstreicht die Ausstellung die immense Bandbreite seines Schaffens. Zum ersten Mal beleuchtet damit eine Ausstellung grundlegend die Illustratoren, die den Büchern durch ihre eindringlichen Bilder zu großem Erfolg verholfen haben. Originalzeichnungen zu Hörbe, die Otfried Preußler selbst angefertigt hat und die selten gezeigt werden, sind hier ebenfalls zu sehen.

 

Stellten 2020 die Ausstellung vor (v. l.): Kuratorin Linda Schmitz-Kleinreesink, Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt und Verlegerin Bärbel Dorweiler. Foto: Petra Grünendahl.

Auch die Schau „Otfried Preußler – Figurenschöpfer und Geschichtenerzähler“, die in ihrer kurzen Öffnungszeit viel Beachtung fand, war 2020 wegen Corona von einer vorzeitigen Schließung betroffen. Zahlreiche Nachfragen nach einer Wiederauflage haben die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen dazu bewogen, sie ein weiteres Mal zu zeigen: Inklusive eines breiten Rahmenprogramms. Außerdem gibt es neue zusätzliche Exponate aus dem Düsseldorfer Marionetten-Theater zu sehen. Ein Kinder-Mitmach-Heft führt spielend durch die Ausstellung und Kinder der Luisenschule haben einen Kinder-Audioguide kreiert. Und Führungen werden jetzt auch auf Ukrainisch/Russisch und Arabisch angeboten. Die Ausstellung lädt dazu ein, unterschiedlichste Gattungen zu durchwandern: Von klassischen Bilderbüchern über Geschichtensammlungen und traditionelle Sagen bis hin zu fantastischen Erzählungen. Dabei können Besucher den gesamten Preußler-Kosmos kennenlernen. Neben dem Räuber Hotzenplotz, dem kleine Gespenst, Krabat oder der kleinen Hexe gehören dazu auch Charaktere wie die dumme Augustine, Tella, die Schildbürger und Wanja sowie einige der weniger bekannten Protagonisten. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie.

 

 
Der Künstler

Filmplakate vom Räuber Hotzenplotz. Foto: Petra Grünendahl.

Otfried Preußler (1923–2013) gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren des deutschsprachigen Raums. Mit Geschichten wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“ hat der Autor seit den 1950er Jahren Figuren erschaffen, die bis heute Generationen von Heranwachsenden prägen und aus den Kinderzimmern dieser Welt sowie dem Schulunterricht nicht mehr wegzudenken sind. Insgesamt schrieb er über 35 Bücher, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurden und mit einer Gesamtauflage von über 50 Millionen Exemplaren weltweit seine Leser begeistern. Preußler arbeitete in seiner langen Schaffenszeit mit zahlreichen Zeichnern zusammen. Diese illustrierten nicht nur seine Geschichten, sondern erweckten die Figuren zum Leben, indem sie von ihrem persönlichen Stil und eigenen Ideen Gebrauch machten. Diese Illustrationen wiederum prägten die Bildwelten von Millionen von Kindern.

Viele Geschichten Preußlers wurden auch in andere Medien übertragen: Hörbücher, Theateradaptionen, Filme und Spiele zeugen von der immensen Beliebtheit der jeweiligen Werke. Über 300 originale Zeichnungen sowie Filmrequisiten, Buchausgaben und Fotografien ermöglichen erstmals einen umfangreichen Überblick über das Wirken Otfried Preußlers und seiner Illustratoren.

Zur Ausstellung ist ein 160-seitiger bebilderter Katalog (Hrsg. Linda Schmitz-Kleinreesink und Christine Vogt) erschienen, der für 29,80 Euro erhältlich ist (ISBN 978-3-932236-44-0).

 

 
Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

Handpuppen aus „Räuber Hotzenplotz“ . Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 15. Januar 2023. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

 

Christiane Hansen: Das Eselchen und der kleine Engel. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorinnenführungen (mit Linda Schmitz-Kleinreesink) am:

  • Sonntag, 16. Oktober 2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 13. November 2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 11. Dezember 2022, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 15. Januar 2023, 15 Uhr.

Am 19. Oktober und am 30. November (jeweils mittwochs, 16 Uhr) führt Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt durch die Ausstellung. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

 
Bis zum 16. Oktober 2022 ist im Kleinen Schloss der Ludwiggalerie der Kunstverein zu Gast mit der Reihe „Parallel“. Anschließend ist dort vom 23. Oktober 2022 bis zum 22. Januar 2023 die Ausstellung des Stadtarchivs Oberhausen mit dem Titel „Oberhausen – Aufbruch macht Geschichte. Strukturwandel 1847–2006“ zu sehen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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DeltaPort Niederrheinhäfen auf dem Weg zur Wasserstoff-Drehscheibe

Einsatz von Wasserstofftechnik für klimafreundliche Transformation
Von Petra Grünendahl

Andreas Stolte (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

Die Energiewirtschaft, aber auch die Logistik und die produzierende Industrie stehen angesichts von Klimawandel und Energiekrise unter einem gewaltigen Transformationsdruck: Regenerative Energien sollen fossile Energieträger ersetzen. In diesem Mix wird auch Wasserstoff eine Rolle spielen, kann er doch mit regenerativen Energien produziert werden. Für die Binnenschifffahrt bietet er sich als Energieträger an, auch die Industrie setzt zur Produktion der Zukunft auf Wasserstoff.

Freuten sich über die Gründung des Vereins ,EcoPort813 – Förderverein Wasserstoff & nachhaltige Energie e.V.‘ (v. l.): Jan Andreas (Geschäftsführer, Argo-Anleg GmbH), Guido Schmidt (Geschäftsführung, KS-Recycling GmbH & Co. KG), Hendrik Vonnegut (Vorstandsmitglied, NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG), Marc Hauswald (Port Logistics, NORDFROST GmbH & Co. KG), Dr. Carsten Leder (Bereichsleiter Vertrieb, Thyssengas GmbH), Christof Dalhoff (COO, TanQuid GmbH & Co. KG), Andreas Stolte (Geschäftsführer, DeltaPort GmbH & Co. KG), Ingo Brohl (Landrat Kreis Wesel), Britta Bartels (Geschäftsführerin, NORDFROST GmbH & Co. KG), Jan Sprock (Manager Port Logistics NORDFROST GmbH & Co. KG; Andreas Kupper (Head of Sales B2B Solutions, E.ON Business Solutions GmbH), Dr. Gerd Hagenguth (Beauftragter der Thyssen Vermögensverwaltung GmbH), Micro Curic (Geschäftsführer, HDB-Recycling), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (Geschäftsführer, H2 Projektgesellschaft mbH), Dr. Wolfgang Hönemann (Repräsentant des Hafens Rotterdam in NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Der Bedarf wird durch nationale Produktion nicht zu decken sein, so dass Wasserstoff importiert werden muss. „Die geografische Lage unserer Häfen und ihre trimodale Anbindung machen sie zu idealen Standorten, um den Wasserstoff von hier aus in Europas größten Ballungsraum weiter zu transportieren“, sagte Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen (DPN). Eine entsprechende Infrastruktur gilt es aufzubauen: In Form von Pipelines zu Logistikdrehscheiben sowie Tank- und Verlade-Kapazitäten, die den Rohstoff so klimaverträglich wie möglich zum Abnehmer zu transportieren. Um den Einsatz der Wasserstofftechnik in der Mobilität und Industrie zu forcieren, hat DeltaPort mit zehn weiteren Unternehmen unter anderem aus Logistik, Energie und Projektentwicklung einen Verein gegründet: EcoPort813 – Förderverein Wasserstoff & nachhaltige Energie e. V. Der Verein ist die Fortführung einer im vergangenen Jahr an gleicher Stelle unterzeichneten Projektvereinbarung (Letter of Intent), die hiermit nun ihren rechtlichen Rahmen bekommen hat.

 

Netzwerken an Bord der River Lady: NN, . Foto: Petra Grünendahl. Andreas Stolte (DeltaPort), Dr. Wolfgang Hönemann (Port of Rotterdam), Charlotte Quick (Landtag NRW) und Landrat Ingo Bröhl. Foto: Petra Grünendahl.

Die Traditionsveranstaltung „DeltaPort – vor Ort“ haben die DeltaPort Niederrheinhäfen genutzt, das zehnjährige Jubiläum des Hafenverbundes DeltaPort GmbH & Co. KG sowie die die Vereinsgründung zu feiern. Zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung führte die Schiffstour zu den Hafenstandorten Stadthafen, Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum, wo Dieter Thurm (Technischer Leiter der Deltaport) Ausbauten der Infrastruktur und anliegende Unternehmer ihre neuesten Entwicklungen und Pläne erläuterten.

Andreas Stolte (l., Geschäftsführer DeltaPort), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (r., Geschäftsführer, H2 Projektgesellschaft mbH). Foto: Petra Grünendahl.

Die Gründungsmitglieder des Vereins, zu denen neben DeltaPort zum Beispiel der Hafen Rotterdam (assoziiert), E.ON Business Solution, Nordfrost, TanQuid, Thyssengas oder die NIAG gehören, wollen den Standort am Niederrhein zukunftsfähig aufstellen, um hier zur Drehscheibe für die Wasserstoff-Verteilung am Niederrhein und in den Ballungsraum Ruhrgebiet zu werden. „Wir bündeln die zur Transformation benötigten wirtschaftlichen Ressourcen und das Know-how aus den Bereichen Logistik, Energiewirtschaft sowie Forschung und Entwicklung. Gemeinsam möchten wir so schnell wie möglich ein Transport- und Distributionsmodell für den Energieträger Wasserstoff entwickeln und zur Verfügung stellen“, erklärte Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting von der Wasserstoff-Projektentwicklungsgesellschaft H2 PEG, einem der Gründungsmitglieder des Vereins.

 

 
DeltaPort: eine Erfolgsgeschichte

Imgrund Port Logistics im Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

DeltaPort hat viel bewegt in den Häfen des Verbundes: Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum. Die vermarkteten Flächen an allen drei Standorten stiegen von 29 Hektar im Jahr 2012 auf 86 Hektar 2022. Davon wurden 47 Hektar allein in den letzten fünf Jahren vermarktet. Der Umschlag stieg von 3,3 Mio. Tonnen auf 4 Mio. Tonnen, der Umsatz hat sich von 1,4 Mio. Euro auf 4 Mio. Euro nahezu verdreifacht. Hohen Investitionen in die Infrastruktur folgen eine Reihe wichtiger Ansiedlungserfolge:

Das Containerterminal der Contargo Rhein-Waal Lippe. Foto: Petra Grünendahl.

Die Schwerlastanlage von Hegmann nahm 2015 im Rhein-Lippe-Hafen ihren Betrieb auf und wird seitdem weiter ausgebaut. Contargo baute bis 2017 ein Containerterminal, das bereits jetzt unter Volllast fährt, und sicherte sich jetzt weitere Flächen zur dringend benötigten Erweiterung. 2019 siedelte sich Nordfrost an (und plant schon Erweiterungen). 2020 übernahm die Imgrund Port Logistics Aktivitäten der Rhenus-Gruppe am Standort Stadthafen Wesel und baute den Standort weiter aus. In eine von BEOS neu errichtete Logistikimmobilie soll im Sommer 2023 einer der größten Einzelhändler in Deutschland und Europa einziehen. Und die Flächenpotenziale sind noch nicht ausgeschöpft.

 

 
DeltaPort Niederrheinhäfen

Dieter Thurm (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

Vor zehn Jahren schlossen sich der Stadthafen Wesel, der Rhein-Lippe-Hafen Wesel und der Hafen Voerde-Emmelsum zum Hafenverbund DeltaPort GmbH & Co. KG zusammen. Anteilseigner sind der Kreis Wesel (63,6 Prozent), die Stadt Wesel (27,6 Prozent) und die Stadt Voerde (8,8 Prozent). Die DeltaPort Niederrheinhäfen (DPN) sind ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort Häfen Wesel/Voerde (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), des Hafens Emmerich und des NIAG-Hafens in Rheinberg-Orsoy. Ziel der DeltaPort Niederrheinhäfen ist es, die Marktpräsenz und wirtschaftliche Position der Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Mit Blick auf die Zukunft der Logistik haben die Partner viele Projekte angestoßen. Aktuell spielt das Thema Wasserstoff eine zentrale Rolle. Denn: Nachhaltig produzierter Wasserstoff kann einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten.

Andreas Stolte (DeltaPort) und Britta Bartels (Nordfrost). Foto: Petra Grünendahl.

Gemeinsam bilden die Partner ein umfassendes Portfolio ab: Von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und containerisierter Ware. Die DeltaPort Niederrheinhäfen zeichnen sich aus durch ihre trimodale Infrastruktur, die geografisch sehr günstige Lage in der Nähe zu den Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, aber am Rande des Stauclusters Ruhrgebiet/Großraum Köln. Punkten können sie auch mit verfügbaren Freiflächen, viel Entwicklungspotenzial, einem flexiblen Verwaltungsapparat und engen partnerschaftlichen Verbindungen zu ihren Kunden. Mit Leuchtturmprojekten wie dem EcoPort 813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ setzen sie Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

 

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ballett am Rhein: Premiere von „Zwischenwelten“ begeisterte im Theater Duisburg

Der Traum von einem besseren Leben und die Reise ins Selbst
Von Petra Grünendahl

Demis Volpi „the little match girl passion“: Rose Nougué-Cazenave, Viola Blache, Helene Erben. © Sandra Then.

Bibbernd sitzt das Mädchen (Rose Nougué-Cazenave) in der Kälte, soll Streichhölzer verkaufen. Niemand kümmert sich um sie oder kauft ihr etwas ab. Die Kälte (Joaquin Angelucci) umgibt sie, aber nach Hause zu den Eltern (Marié Shimada und Philip Handschin) traut sie sich nicht. Um sich zu wärmen, zündet sie ein Streichholz an. Sofort erscheinen vor ihrem inneren Auge erscheint Wärme, Geborgenheit. Sie taut auf in der Gemeinschaft und der lebendigen Interaktion mit der Wärme (Yoav Bosidan, Wun Sze Chan, Courtney Skalnik) und dem Feuer (Charlotte Kragh).

Demis Volpi „the little match girl passion“: Rose Nougué-Cazenave. © Sandra Then.

Mit dem Verlöschen der Glut sitzt sie wieder allein in der Kälte. Das wiederholt sich: Auch nach dem Erlöschen des zweiten Hölzchens wird sie wieder in die Kälte zurück geworfen. Dann zündet sie weitere an: Ihre längst verstorbene Großmutter erscheint. Der einzige Mensch, der das Mädchen je geliebt hat. Sie ist glücklich und so folgt sie ihr schließlich in den Himmel, während ihr erfrorener Körper auf der kalten Straße zurückbleibt. Mit einem Lächeln auf den Lippen hat sie sich von der Welt verabschiedet.

 

Demis Volpi „the little match girl passion“: Joaquin Angelucci, Rose Nougué-Cazenave, Mirko Ludwig, Helene Erben, Sönke Tams Freier. © Sandra Then.

Mit zwei Choreografien im Theater Duisburg lotete das Ballett am Rhein tänzerisch „Zwischenwelten“ aus: Zwischen den Polen von Leben und Tod, warm und kalt, nebeneinander und miteinander und Fragen der inneren und äußeren Identität. Für seine Choreografie „the little match girl passion“ hat Demis Volpi auf Hans Christian Andersen Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ zu einer Vokalkomposition des Amerikaners David Lang (*1957) aufgegriffen. Volpi hatte das Stück 2018 für ein Jugendballett entwickelt: Gespielt wurde hier eine Neufassung für die große Bühne.

Gil Harush „don’t look at the jar”: Clara Nougué-Cazenave, Doris Becker. © Sandra Then.

Die uraufgeführte Choreografie „don’t look at the jar“ des franko-israelischen Choreografen Gil Harush spielt zur Komposition „Wooden Elephant“ der 2021 mit nur 34 Jahren verstorbenen Künstlerin SOPHIE mit Visionen des gesellschaftlichen Miteinanders. Der Ballettabend ist eine Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn und wird entsprechend in dieser Spielzeit auch am Theater Bonn aufgeführt. Das Premierenpublikum war begeistert: Zu beiden Stücken bekamen die herausragenden Tanzer, Musiker und Akteure hinter den Kulissen zu Recht jeweils einen minutenlangen Schlussapplaus. Die zweistündige Aufführung (inkl. eine Pause) ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
Zwischen zwei Polen

Demis Volpi „the little match girl passion“: Joaquin Angelucci, Rose Nougué-Cazenave, Helene Erben, Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Bei der Vokalkomposition „the little match girl passion” tragen Stimmen die musikalische Begleitung: Viola Blache (Sopran), Helene Erben (Alt), Mirko Ludwig (Tenor) und Sönke Tams Freier (Bass), die auf der Bühne zum Teil der Handlung werden. Das Bühnenbild für Demis Volpis Choreografie hat Flurin Borg Madsen gestaltet, die Kostüme Sonja Kraft. Die Lichtgestaltung für beide Bühnenbilder stammt von Volker Weinhart.

 

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Gil Harush erkundet in seiner Choreografie „don’t look at the jar“ das Zusammenspiel und gegeneinander von äußerlich Sichtbarem und innerem Erleben für die eigene Identität. Die von ihm entworfenen Kostüme verschieben die äußere Wahrnehmung der Geschlechter, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken, was sich im Tanz ausdrückt: Das Innere, das eigene Gefühl vom Ich. In einem vom Choreografen gestalteten Bühnenbild in Form eines Zirkuszeltes ist auch die Musikbegleitung untergebracht: ein Streichquintett mit zwei Violinen (Aoife Ni Bhriain, Hulda Jonsdottir), Viola (Ian Anderson), Violoncello (Stefan Hadjiev) und Kontrabass (Nikolai Matthews). Die Komposition von SOPHIE bewegt sich zwischen Elektro-Pop und Avantgarde und ist ein Auftragswerk des Beethovenfestes Bonn. Trotz der Bekanntheit ihrer Musik hielt die Komponistin bis zu ihrem Coming Out als Transfrau 2017 ihre eigene Identität lange geheim. Diese Zwiespältigkeit zwischen den Geschlechterwelten transportiert Gil Harush in ihrer ganzen Vielschichtigkeit mit Choreografie, Bühne und Kostümen, die das Bild von außen und das eigene Empfinden spiegeln und für ein Theaterpublikum sichtbar machen.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 24. September 2022 | 19:30 Uhr,
Mi | 28. September 2022 | 19:30 Uhr,
Di | 11. Oktober 2022 | 19:30 Uhr und
Fr | 21. Oktober 2022 | 19:30 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Tickets kosten zwischen 17,00 und 69,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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14. NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik in Duisburg: Möglichkeiten zur CO2-Einsparung im Gütertransport

Modalmix des Güterverkehr braucht alle „Alternativen“
Von Petra Grünendahl

Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Bedeutung der Binnenschifffahrt wird immer erst in der Not deutlich“, wies Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, in seiner Begrüßung auf das Niedrigwasser hin, welches dem Transportweg Wasserstraße im Hochsommer arg zugesetzt hatte. Und die natürlich zu steigenden Preisen wegen höherer Transportkosten beiträgt. Die Verluste beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) in NRW seien höher als die Kosten für den Ausbau der Binnenschifffahrts-Infrastruktur und die Fahrtrinnen-Vertiefung auf dem Rhein, so Dietzfelbinger. Für eine Modernisierung der Binnenschifffahrt müsse man jetzt aktiv werden. Die Modernisierung der Binnenschifffahrt – wie aller Güterverkehrsträger – schließt die Förderung alternativer Antriebe ein. Die besonders langen Nutzungszeiten (bei einem Innovationszyklus von 40 Jahren in der Binnenschifffahrt) erfordern einen zügigen Einstieg in den Umstieg – mit entsprechender Förderung der häufig klein- und mittelständischen Partikuliere (Schiffseigner). Die Binnenschifffahrt sei für Wasserstoff-Antriebe prädestiniert, kommt doch die gleichmäßige Belastung dem Treibstoff entgegen, der keine Leistungsspitzen mag, erklärte Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. „Wir müssen aber für alle drei Verkehrsträger – Wasserstraße, Schiene und Straße – Alternativen entwickeln.“

 

Von links: Dr. Christoph Kösters (VVWL), Moderator Sebastian Reimann, Markus Bangen (duisport), Heinrich Kerstgens (Rhenus), Klaus Voussem (MdL) und Sascha Hähnke (Rhenus). Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum 14. Mal traf sich das NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik (davon zweimal digital). Angesichts aktueller Herausforderungen standen in diesem Jahr die „Mobilitätswende und resiliente Lieferketten in der Logistik“ im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Veranstaltung des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e. V. (VVWL) findet alljährlich mit Branchenexperten im Rahmen des Kompetenznetzes Logistik.NRW bei und in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK in Duisburg statt. Mit dem traditionellen NetzwerkForum wolle man Themen setzen und Prozesse beschleunigen, erklärte Dr. Christoph Kösters, Manager des Kompetenznetzes Logistik.NRW und Hauptgeschäftsführer des VVWL, die Intention. Die Experten-Runde erreicht Besucher aus Wirtschaft, Indsturieverbänden, Politik und Verwaltung – nicht nur aus NRW. Nach den Eingangs-Statements von Heinrich Kerstgens (Rhenus Bereich Binnenschifffahrt) und Sascha Hähnke (Rhenus Bereich Lkw) ergänzten in der Podiumsdiskussion Duisburgs neuer Hafenchef Markus Bangen, Klaus Voussem, MdL (CDU) und Moderator Sebastian Reinmann (Chefredakteur der Deutschen Verkehrszeitung DVZ) die Runde.

 

 
Kombinierter Verkehr: CO2-Einsparungen über den ganzen Modalmix

Heinrich Kerstgens, Corporate Representative und Director Board Projects bei Rhenus SE & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir brauchen die Binnenschifffahrt und die Bahn, wenn wir nicht die Autobahnen voller Lkw haben wollen“, sagte Heinrich Kerstgens angesichts stetig steigender Transportströme. Und: „Güterverkehr ist wichtig, um den Laden am Laufen zu halten.“ Auf der Intermodalität, der Kombination aller Güterverkehrsträger, müsse der Schwerpunkt liegen, sagte auch Klaus Voussem. „Logistik in Krisenzeiten ist eine Herausforderung“, meinte Kerstgens. Er und Sascha Hähnke stellten die Möglichkeiten dar, bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern im Güterverkehr CO2 einzusparen. Bei Rhenus setze man schon seit Jahren in allen Bereichen auf einen Ausbau alternativer Antriebe, so die Referenten. Hier gebe es aber nicht nur einen Weg, sondern je nach Verkehrsträger und Einsatzgebiete unterschiedliche, so Hähnke. „Wir glauben an batterie-elektrische Fahrzeuge für Hafenverkehre. Sie sind aber keine Lösung für den Fernverkehr.“ Den einen Königsweg gebe es nicht: Man müsse in alle unterschiedlichen Arten alternativer Antriebe investieren, da jede ihre Potenziale im Verkehrsträger-Mix habe. Gerade kleinere Start-ups hätten bei den alternativen Fahrzeug-Technologien die Nase vorn, vor den etablierten Fahrzeugherstellern. „Klimaschutz kennt keinen Wettbewerb“, so Hähnke. Jeder könne und müsse dazu beitragen.

 

Sascha Hähnke, Geschäftsführer von Rhenus Transport GmbH & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass die großen Akteure auf dem Logistik-Markt (Häfen wie Transportunternehmen) voran gehen müssten. Nur sie hätten die finanziellen Mittel, Innovationen umzusetzen – und ggf. ihre kleineren „Nachunternehmer“ und GEschäftspartner wie zum Beispiel Partikuliere zu unterstützen. „Die Großen müssen voran gehen“, forderte Markus Bangen, was auch Hähnke bestätigte: „Wir müssen Vorreiter sein, die Kleinen können das nicht.“ Den hohen Investitionskosten stünden hier die Probleme gegenüber, an Fördergelder zu kommen. Ohne die sich wiederum eine Verkehrswende nicht wirtschaftlich darstellen lasse, so Kerstgens. „Wir werden alles an alternativen Energien brauchen, sonst schaffen wir das nicht“, so Bangen. „Wirtschaftliche Entwicklung und Verkehr sind zwei Seiten einer Medaille. Die Politik muss hier Rahmenbedingungen für Alternativen schaffen“, so Klaus Voussem.

 

 

Das Podium mit (von links) Sebastian Reimann, Klaus Voussem, Markus Bangen, Heinrich Kerstgens und Sascha Hähnke. Foto: Petra Grünendahl.

Einsparungen von CO2 sei über die ganze Bandbreite der Gütertransporte möglich, stellten die Diskussionsteilnehmer heraus. Aber jede Antriebsart – Lkw, Eisenbahn und Binnenschifffahrt – habe ihre eigenen Erfordernisse und brauche eigene Lösungen. Das Fazit der Podiumsdiskussion lautete denn auch: Wir brauchen nicht nur eine Form des alternativen Antriebs, sondern alle Arten im Energiemix für die Zukunft!

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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5. Haniel Klassik Open Air: Auftakt-Konzert begeisterte vor dem Theater Duisburg

Tausende auf dem König-Heinrich-Platz boten eine grandiose Kulisse für die Akteure
Von Petra Grünendahl

5. Haniel Klassik Open Air. Foto: Petra Grünendahl.

Von Richard Wagner, Giuseppe Verdi oder Giacomo Puccini über den Operettenkönig Franz Lehár bis hin zu weniger bekannten Komponisten, vom „Fliegenden Holländer“ über „Macbeth“ bis hin zu „Turandot“ oder dem „Land des Lächelns“: Im Mittelpunkt standen Arien, Chor-Passagen und Ouvertüren aus bekannten und auch weniger bekannten Opern und Operetten, die in der kommenden Spielzeit auf dem Spielplan stehen. Fantastische Solisten aus der ersten Garde der Deutschen Oper am Rhein, der grandiose Opernchor und die hervorragenden Duisburger Philharmoniker wussten mit ihrem großartigen Können und viel Elan das Publikum zu überzeugen. Die Deutsche Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker machten hier frei zugänglich für ein interessiertes Publikum aus Duisburg und Umgebung ganz hervorragend Werbung in eigener Sache!

 

Der Blick ins Publikum über den LED-Bildschirm. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum fünften Mal fand auf dem König-Heinrich-Platz vor dem Theater Duisburg das Haniel Klassik Open Air statt. Wegen Corona mit einem Jahr Verspätung, aber dafür vom Publikum umso sehnlicher erwartet. Aus dem Nachfolger des Theater-Jubiläums 2012 ist längst eine größere, mehrtägige Musik-Veranstaltung unter freiem Himmel geworden. Das Highlight ist und bleibt aber für viele – wie der rappelvolle Platz vor der Bühne wieder einmal bewies – das traditionelle Auftakt-Konzert mit Solisten und Chor der Deutschen Oper am Rhein, den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, Special Guests und Feuerwerk am Freitagabend. Abgerundet haben das Programm als Special Guests Lin Chen & Beibei Wang aus Duisburgs chinesischer Partnerstadt Wuhan mit einer furiosen Percussion-Performance und – zusammen mit den Duisburger Philharmonikern – mit einem Konzert für Marimba, Vibraphon und Orchster. Als Moderator führte Götz Alsmann durch das gut zweieinhalb-stündige Programm.

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Deutsche Oper am Rhein
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Caravan Salon 2022 in Düsseldorf gestartet

Egal, ob Zelt, Wohnwagen oder Camper: Von schlicht bis Luxus ist alles möglich
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Camping hat mittlerweile viele Facetten: Das Spektrum riecht von der kleinen (historischen) Knutschkugel bis zum stattlichen Wohnwagen von bis zu acht Metern Länge, vom ausgebauten Kastenwagen als Wohnmobil für ein oder zwei Personen, dem umgebauten Van oder Transporter bis hin zum Riesenmobil auf Lkw-Basis mit integrierter Garage für Fahrrad, Motorrad oder sogar Pkw. Manche der ausgestellten Modelle verfügen über Allrad-Antrieb und sind geländegängig. Auch die alternativen Antriebe sind auf dem Vormarsch.

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Vielfältiger ist auch die Auswahl der Fahrzeuge geworden, auf denen Camper-Hersteller ihre Modelle entwickeln. Dazu kommt dann immer noch das Zelt in allen Formen, Farben und Größen für Outdoor-Fans, die dichter an der Natur campen wollen. In Düsseldorf präsentiert sich die Branche von ihrer vielfältigen und natürlich schillernden Seite. Sie spricht nicht nur den kleinen Camper an, sondern auch Menschen, die unterwegs auf keinen Luxus verzichten wollen. Von wenigen Tausend Euro bis hin zu mehreren Mio. Euro reicht die Preisspanne. Auch wenn man sich die meisten dieser Mobile sich nicht leisten kann: Mal gucken lohnt sich!

 

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Die Branche ist wieder zu Hause in ihrem Wohnzimmer: An diesem Wochenende öffnet der Caravan Salon unter dem Motto „Leidenschaft, die verbindet“ auf der Messe in Düsseldorf für das Publikum seine Pforten. Die Größen der Branche – von Knaus Tabbert, Dethleffs, Bürstner, Hymer oder Carthago bis Hobby, Reimo, Karmann, Adria, LMC, Fendt oder Niesmann & Bischof sowie die Autohersteller Ford, Mercedes, VW Nutzfahrzeuge oder Stellantis mit seinen Marken Fiat, Opel, Citroen und Peugeot, um hier nur eine Auswahl zu nennen –

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

sind dieses Mal (manche nach zwei Jahren Corona-Pause) wieder dabei und präsentieren ihr aktuelles Programm ebenso wie Neuheiten und Innovationen. Nach dem Fachbesuchertag zum Auftakt können nun auch Camping-Fans und Wohnmobil-Interessierte eine breite Palette dessen begutachten, was an Neuheiten auf den Markt kommt: Reisemobile und Wohnwagen aller Größen und Klassen vom Einsteiger für kleineres Geld bis Premium-Luxus, vom Wohnwagen unter 4 Metern bis zum großen Caravan auf Lkw-Basis stehen im Mittelpunkt der Schau. Darüber hinaus gibt es Technik und Zubehör, Zelte und Falt-Caravans sowie traditionell mit der Starterwelt eine Beratung für interessierte Einsteiger in die Caravan- und Camping-Welt.

 

 
Showroom mit Informationen und Messe-Preisen für mögliche Käufer

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Nachdem früher in zweijährigen Rhythmus die Tour Natur am zweiten Wochenende den Caravan Salon begleitet hatte, wartet die Messe in diesem Jahr mit „Travel & Nature Connect“ für Camping outdoor in Halle 3 auf. In 16 Messehallen sowie auf dem Freigelände zeigen insgesamt 736 Aussteller aus 34 Ländern unter anderem Freizeit-Fahrzeuge aller Art, Camping-Equipment sowie Zubehör und Technik. Der Caravan Salon ist auch immer eine Verkaufsmesse: Zu „Messe-Preisen“ gibt es das eine oder andere Modell schon mal günstiger – zumindest in seinem jeweiligen Preissegment.

 

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

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Öffnungszeiten und Preise

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Noch bis zum Sonntag, 4. September, läuft der Caravan Salon in Düsseldorf. Tageskarten gibt es zum Preis von 16 Euro, ermäßigt 13 Euro und für Kinder (von 6 bis 12 in Begleitung eines Erwachsenen) 6,50 Euro. An den Wochenenden kosten die Tageskarten 18,00 Euro, ermäßigt 15,00 Euro und für Kinder 8,00 Euro. Der Pkw-Parkplatz kostet 10,00 Euro. Weitere Tickets und Voucher findet man hier, die Karten gibt es ausschließlich im Online-Ticketshop. Geöffnet ist der Caravan Salon täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Messegelände an der Stockumer Kirchstraße in der Nachbarstadt ist von Duisburg sehr gut und stressfrei mit der U79 (Haltestelle: Messe Ost / Stockumer Kirchstraße) zu erreichen. Weitere Informationen gibt es hier.

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Übung zur Rettung von Kulturgut: Archivare proben in Duisburg für den Notfall

Mobile Werkstatt: Archive und Feuerwehr trainieren Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut
Von Petra Grünendahl

Übung zur Rettung von Kulturgut: Archivare proben in Duisburg für den Notfall. Foto: Petra Grünendahl.

Extremwetter wie Überflutungen und Starkregenereignisse werden häufiger: Der Klimawandel lässt grüßen. Bücher und Akten stehen da schnell nicht nur in Kellerräumen unter Wasser. Und auch wenn in Archiven oder Museen Feuer ausbricht: Ein nicht unerheblicher Teil des Schadens entsteht durch Löschwasser. Die archivischen Notfallverbünde in Nordrhein-Westfalen haben zusammen mit der Sauerländer Firma „Dünschede Fahrzeugbau“ eine mobile Werkstatt in Containerform entwickelt, mit deren Hilfe eine schnelle und professionelle Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut möglich ist. „Ein Rettungswagen in Containerform“, nannte ihn Nadine Thiel, leitende Restauratorin des Stadtarchivs Köln. „Wir müssen geschädigte Akten dokumentieren, reinigen und verpacken. Dann werden sie eingefroren, bis sie in einer der bestehenden Anlagen gefriergetrocknet werden können“, erläuterte sie die Arbeitsabläufe im Schadenfall. Das vorübergehende Einfrieren ist nötig, um biologische Prozesse und Zersetzung aufzuhalten, bis die Papiere in speziellen Anlagen getrocknet werden können. Für Duisburg wäre hier Köln zuständig: Die Anlagen müssen ja nicht überall stehen, dafür braucht man sie zu selten. Gemeinsame Übungen archivischer Teams und der Feuerwehr mit dem Notfallcontainer sichern die Einsatzfähigkeit von mobilen Erstretterteams.

 

Von links: Dr. Kathrin Pilger (Landesarchiv NRW), Dr. Frank Bischoff (Präsident Landesarchiv NRW), Dr. Susanne Sommer (Direktorin Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg), Matthias Börger (Dezernent für Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Verbraucherschutz und Kultur der Stadt Duisburg) , Dr. Andreas Pilger (Stadtarchiv und Notfallverbund Duisburg), Nadine Thiel (Stadtarchiv Köln, Notfallverbund Köln), Nils Radtke (Feuerwehr Duisburg), Frank Peters (Feuerwehr Köln). Foto: Petra Grünendahl.

Anlässlich einer solchen Übung vor dem Kultur- und Stadthistorischen Museum (KSM) im Innenhafen unterstrichen Dr. Andreas Pilger, Leiter des Stadtarchivs Duisburg und Vorsitzender des Duisburger Notfallverbundes, und Dr. Susanne Sommer, Direktorin des KSM, die Bedeutung solcher Notfallmaßnahmen für ihr Archivgut. Außerdem standen Duisburgs Umwelt- und Kulturdezernent Matthias Börger, Dr. Frank M. Bischoff (Präsident des Landesarchivs NRW), Nils Radtke von der Feuerwehr Duisburg sowie Nadine Thiel Rede und Antwort. Beteiligt war an der Übung neben der Feuerwehr Duisburg auch die der Stadt Köln, wo der bislang einzige Notfallcontainer in NRW stationiert ist: Ein Prototyp, der anhand der bislang gesammelten Erfahrungen bei Notfalleinsätzen weiter entwickelt und optimiert wird. Die Feuerwehr ist bei solchen Rettungsaktionen für die Logistik und den Transport von Container und Arbeitsgerät für die Ersthelfer zuständig.

 

 
 
Unglücke und Wetterkatastrophen erfordern schnelle Hilfe

Geübt wurde mit nicht archivwürdigem Schriftgut. Foto: Petra Grünendahl.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahn-Bau im März 2009 war das Initial für die Entwicklung eines Notfallplans und der Schaffung einer Infrastruktur zur Rettung von Kultur- und Archivgütern. Was dort an Akten aus dem Grund gerettet werden konnte, war nicht nur dreckig, sondern auch durchfeuchtet. Diese „alten Akten“ sind jedoch das Gedächtnis einer Stadt und von Menschen: ein Weg, die Vergangenheit zu erforschen. Das macht sie so wertvoll, auch wenn man es ihnen so nicht ansieht. Die Übung in Duisburg trainierte den Umgang mit der neuartigen mobilen Container-Werkstatt und ermittelte dabei auch mögliche Optimierungspotentiale für die Technik und den Workflow. Erfahrungen aus Einsatzgebieten wie zuletzt Leichlingen (Kreis Mettmann) oder Stolberg (bei Aachen) sollen auch künftig in regelmäßigen Übungen weiter ausgebaut werden.

 

 
Aus der Not geboren

Der Container als mobile Werkstatt für die Erstversorgung. Foto: Petra Grünendahl.

Schon seit vielen Jahren schließen sich bundesweit Archive regional und lokal in so genannten Notfallverbünden zusammen, um im Bedarfsfall rasch und konzentriert Personal und Material bereitstellen zu können. Auch in Duisburg existiert seit 2016 ein solcher Notfallverbund, in dem sich neun städtische Kultureinrichtungen und lokale Archive zusammengeschlossen haben. Kooperation und Teamwork sind nötig, denn nur gemeinsam lassen sich im Notfall die Rettungsmaßnahmen auf die Beine stellen: Alle mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten für den einen, der gerade Hilfe braucht. Nach den Erfahrungen mit der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr soll die Infrastruktur der archivischen Notfallprävention weiter ausgebaut werden. Die neuartige mobile Werkstatt, in der nasses und verschmutztes Archivgut gereinigt und für die spätere Gefriertrocknung vorbereitet werden kann, ermöglicht eine qualitativ hochwertige und besonders effiziente Form der archivischen Erstversorgung. Der Container mit bis zu acht Arbeitsplätzen wird aus den bislang gemachten Erfahrungen weiter entwickelt und soll ein Facelift bekommen, bevor weitere mobile Werkstätten der überarbeiteten Art angeschafft werden.

Fotostrecke: Petra Grünendahl

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Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Spatenstich am Duisburger Hauptbahnhof: Deutsche Bahn baut eine neue Gleishalle

Die „Welle“ erfüllt Anforderungen einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur
Von Petra Grünendahl

Duisburgs Bahnhofs-Manager Klaus Oberheim. Foto: Petra Grünendahl.

„Für mich und mein Team ist dies ein großer Moment“, erklärte Duisburgs Bahnhofs-Manager Klaus Oberheim. „In wenigen Jahren werden wir hier den schönsten Bahnhof Deutschlands haben.“ – „Nachdem wir auf mehrere Ausschreibungen keine Baufirmen gefunden hatten, wäre der Neubau natürlich in einem Baukastensystem möglich gewesen, aber wir wollten kein 08/15“, erzählte Werner J. Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW.

Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Das Warten habe sich gelohnt: Die Verkehrsinfrastruktur an einer der am dichtesten befahrenen Bahnstrecken würde jetzt zukunftsfähig aufgestellt, um die Menschen von der Schiene zu überzeugen und die Verkehrswende voranzutreiben, so Lübberink. „Wir wollen das Verkehrssystem Schiene auf neue Beine stellen“, sagte auch Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Sie lobte das mutige Konzept als architektonisches Highlight: „Dieser Bahnhof ist ein Projekt für die Zukunft, welches der Bund gerne unterstützt.“

 

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem die Arbeiten schon vor über zwei Wochen begonnen hatten, wurde nun der symbolische erste Spatenstich am Duisburger Hauptbahnhof groß gefeiert. Schließlich hatte Duisburg mehr als zehn Jahre auf diesen Spatenstich waren müssen, waren doch die Ausschreibungen der Deutschen Bahn für dieses ambitionierte Projekt immer wieder ins Leere gelaufen. Zur Feier kamen neben Offiziellen von Bahn, Bund und Stadt auch Duisburger Bundes- und Landtagsabgeordnete.

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bauarbeiten begannen jetzt gute fünf Jahre später als geplant: „Besser spät als nie“, kommentierte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. „Die Umsetzung war schwierig, aber das Warten hat sich gelohnt.“ Die Stadt Duisburg kümmere sich, so Link, derweil um die passende Neugestaltung des Osteingangs: Vom Bahnsteig hat man einen guten Blick auf die Baustelle, die aber aktuell wegen einer insolventen Baufirma still steht. „Der Duisburger Hauptbahnhof entspricht in seiner wichtigen Funktion als großer Knotenbahnhof in NRW nicht mehr den modernen verkehrlichen, baulichen und gesellschaftlichen Anforderungen“, erklärte Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). „Wenn gegen Ende des Jahrzehnts die Arbeiten abgeschlossen sind, wird sich der Hauptbahnhof positiv auf die verkehrliche Gesamtsituation in Duisburg und in der Region auswirken.“ Die endgültige Fertigstellung von Duisburgs neuer Visitenkarte ist für 2028 geplant.

 

 
Welle statt Klebeband: Abriss und Neubau von Gleishalle und Bahnsteigen

Die Welle mit dem Kran auf dem Bahnsteig 5 (Gleis 10/11). Foto: Petra Grünendahl.

Der Umbau des Duisburger Hauptbahnhofs ist das größte und umfangreichste Bahnhofsprojekt der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen und eines der größten in Deutschland. Insgesamt investieren der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn rund 260 Millionen Euro in die moderne, architektonisch attraktive Gleishalle mit einem geschwungenen, wellenförmigen Glasdach und sechs neuen Bahnsteigen. Für jeden Bahnsteig und Dachabschnitt benötigen die Fachleute rund ein Jahr. Sobald der Bahnsteig und das wellenförmige Glasdach an einem Bahnsteig fertiggestellt sind, rollen die Arbeiten zum nächsten Bahnsteig weiter. Angesichts steigender Preise für Baumaterial dürften die Kosten die bisherigen Planungen übersteigen: „Hoffentlich nicht zu viel!“, waren sich die Redner einig.

 

Wo die Scheibenwände bereits fehlen, blickt man auf die Baustelle am Osteingang. Foto: Petra Grünendahl.

Die Scheibenwände in der alten Stahlkonstruktion, die häufig nur noch Klebeband zusammenhält, verleihen dem Bahnhof fast schon einen Kult-Status und haben ihm den Ruf eines Lost Place eingebracht. Die Glasscheiben müssen ausgebaut werden, bevor man die Stahlkonstruktion zurückbauen kann. „Der asbesthaltige Fensterkitt wird fachmännisch entsorgt“, erklärte Kirsten Verbeek, Leiterin Kommunikation und Sprecherin der Deutschen Bahn NRW. Sie führte weiter aus, dass Asbest hier fest gebunden sei und damit kein Problem darstelle. Für die Schadstoffentsorgung seien zertifizierte Fachfirmen zuständig. Zuvor muss der asbesthaltige Fensterkitt unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften von den Glasscheiben und aus der Stahlkonstruktion entfernt werden, weil Asbest als Schadstoff separat zu entsorgen ist. Das Rückbaukonzept der Deutschen Bahn sei mit der Stadt Duisburg und der Aufsicht führenden Bezirksregierung abgestimmt, so die Pressesprecherin.

 

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Die Baumaßnahme im Detail
 
Hauptbahnhof Duisburg

  • 130.000 Reisende und Besucher täglich
  • Rund 700 Zughalte pro Tag (Regional- und Fernverkehr)
  • Sechs Bahnsteige, 13 Gleise
  • Bahnhofshalle im Empfangsgebäude wurde im Jahr 2011 erneuert

 
Modernisierungsmaßnahmen

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

  • Neubau des Hallendaches über den Bahnsteigen
  • Grundfläche: rund 18.600 Quadratmeter
  • Stahl-/Glaskonstruktion in Wellenform und mit senkrechten Fassaden
  • Tragende Elemente in Form von Stahlstützenpaaren auf den Bahnsteigen
  • Grunderneuerung aller sechs Bahnsteige
  • Modernisierung der vorhandenen Bahnsteigdächer außerhalb des neuen Hallendachs
  • Neue Sitzbänke und Wartebereiche
  • Neue Hinweisschilder, Reisenden-Information und Blindenleitsystem
  • Erneuerung der Rolltreppen
  • Neue Beschallung und Beleuchtung
  • Neubau der Oberleitung im gesamten Bahnhofsbereich

 
Ablauf

Abmontiert: Gleis 12/13 ist kein Haltepunkt mehr. Foto: Petra Grünendahl.

  • Ende Mai 2022: Bau von 2 Kranfundamenten auf dem Bahnsteig 5 an den Gleisen 10/11
  • August bis Sommer 2023: Rück-/ Neubau von Bahnsteig 6 (Gleise 12/13) und Rück-/ Neubau Hallendach sowie Zusammenhangsmaßnahmen
  • Sperrung des Bahnsteigs für die Dauer der Arbeiten
  • Auswirkungen auf Reisende: Verlegung der Zugfahrten an andere Die Veränderungen sind im Fahrplan und in den Kundeninformationen ausgewiesen.
  • Nach Fertigstellung von Bahnsteig 6 gehen die Arbeiten (Bahnsteig und Hallendach) ab Sommer 2023 am Bahnsteig 5 Gleise 10/11 weiter. Bahnsteig 6 ist dann wieder für die Reisenden nutzbar. Bahnsteigweise erfolgt dann der weitere Ablauf der Modernisierungsmaßnahme.
  • Im Jahr 2027 (zur IGA) ist der überwiegende Teil des Bahnhofs fertig gestellt und steht den Reisenden damit wieder gesamthaft zur Verfügung.
  • Der Abschluss aller Maßnahmen und die Beräumung der letzten Baufelder ist im Jahr 2028 geplant.

 
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Theater am Marientor in Duisburg: Urauffühung von Ralph Siegels Musical „’N bisschen Frieden“ im Oktober

Deutsch-deutsches Liebesdrama im Spiegel der Musikgeschichte
Von Petra Grünendahl

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Ende der 1960er-Jahre lernt Richard die westdeutsche Studentin Elisabeth kennen: Die Liebe seines Lebens. Das Musical beginnt 1979, als Richard als Pop- und Protestsänger in der DDR keine Zukunft mehr sieht. Den Versuchen des Stasi-Manns Krause, ihn als IM in den Westen zu schicken, widersetzt er sich: Das ist nicht sein Ding, auch wenn er natürlich gerne Elisabeth wieder sehen würde. Mit seinem Freund Bernd will Richard über die Ostsee flüchten. Die beiden tauchen nie wieder auf und werden schließlich für tot erklärt.

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Dreißig Jahre später entdeckt Elisabeth in einer Zeitschrift das Foto eines Straßenmusikers in Brighton: Das ist ihr Ricky, ist sie sich sicher. Mit ihrer Enkelin Nina, die Sängerin werden möchte, aber Jura studieren soll, macht sie sich auf die Suche nach Richard. Denn: Wenn er noch lebt, warum kam er nicht zu ihr? Sie sucht Antworten und für sich auch ’n bisschen Frieden. Wie die Liebe und die Musik es schaffen, Grenzen und Gewalt zu überwinden, davon erzählt das Musical „’N bisschen Frieden“, das am 20. Oktober 2022 in Duisburg im Theater am Marientor (TaM) seine Welturaufführung feiert.

 

Cast und Kreativteam von Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

TaM-Theaterdirektor Wolfgang DeMarco als Produzent stellte das Musical zusammen mit dem Komponisten Ralph Siegel, dem Kreativteam und dem Cast (Besetzung) im Pressegespräch vor. „Dies hier ist ein traumhaftes Theater“, schwärmte der Ralph Siegel, der erstmals in Duisburg ein Stück zur Uraufführung bringt. Die Geschichte nach einem Buch von Ronald Kruschak sei ein deutsch-deutsches Liebesdrama, eine Kriminalgeschichte, sei aber auch bisschen zum Lachen, erzählte DeMarco. Außer von Kruschak und Siegel stammen natürlich auch viele der Liedtexte von Michael Kunze und Bernd Meinunger, mit denen Siegel jahrzehntelang zusammenarbeitete.

Von Links: Ralph Siegel, Benjamin Sahler, Stephanie Gröning. Wolfgang DeMarco und Ronald Kruschak. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Besetzung der Rollen hat Produzent DeMarco namhafte Sänger und Schauspieler gewinnen können, die ihre bisherigen Erfolge auf Musical- und Theaterbühnen sowie in Kino und Fernsehen feierten. Tim Wilhelm (Sänger der Gruppe Münchener Freiheit) verkörpert den Richard, Jennifer Siemann die Nina und Sonia Farke die (alte) Elisabeth. Der Popsänger Markus („Gib Gas, ich will Spaß“) ist in der Rolle von Richards Freund Bernd dabei. Bis zum 31. Dezember soll das Musical in Duisburg 35 Mal aufgeführt werden. Der Karten-Vorverkauf ist gerade gestartet. Mehr Informationen gibt es unter www.n-bisschen-frieden.de.

 

 
Ralph Siegel

Komponist Ralph Siegel (m.). Foto: Petra Grünendahl.

Schon Anfang der 1960er-Jahre komponierte Ralph Siegel (*1945) seine ersten Musikstücke. Schon in jungen Jahren machte er sich einen Namen und komponierte für die Größen in der deutschen Schlager-Szene der 1970er- und 1980er-Jahre. Mit insgesamt 25 Liedern war der gebürtige Münchener beim Eurovision Song Contest (früher „Grand Prix“) dabei: Mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“ 1982 sogar als Gewinner, Erfolge erzielte er auch mit zweiten, dritten und weiteren vorderen Plätze. Obwohl er sich als Schlager-König einen Namen gemacht hatte, war es immer sein Traum, ein Musical auf die Bühne zu bringen. Nach ein paar kleineren Erfolgen feierte dann 2021 „Zeppelin“ als sein bislang erfolgreichstes Musiktheater im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen seine Uraufführung. Von dort hat er als Regisseur Benjamin Sahler und als Choreografin Stephanie Gröning für die Inszenierung von „’N bisschen Frieden“ nach Duisburg mitgebracht.

 

„Ricky“ Tim Wilhelm war zum Pressegespräch zugeschaltet. Foto: Petra Grünendahl.

Was das neue Musical auszeichnet, ist seine immense Bandbreite aus Siegels reichhaltigem musikalischen Schaffen aus über 60 Jahren: Die Musikstücke im Musical stammen aus einem Zeitraum von den 1960er-Jahren bis heute. Das reicht von Protestliedern über bekannte Schlager und Pop-Hits bis hin zu Rock’n’Roll, Balladen und Hymnen. „Manche Stücke könnte oder würde ich heute nicht mehr so schreiben“, so der Komponist. Sie konnten nur in „ihrer“ Zeit überhaupt so entstehen, wie Ralph Siegel sie damals komponiert hat. Damit verströmen sie einen authentischen Zeitgeist in einem Musical, welches schließlich Jahrzehnte deutscher Geschichte überspannt.

 
Tickets

Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

Premierenkarten kosten zwischen 49,90 und 99,90 Euro*, die Folgevorstellungen zwischen 45,90 und 95,90 Euro*. Wer die Generalprobe am 19. Oktober als Vorstellung buchen will, bekommt Tickets zwischen 29,90 und 79,90 Euro*. Direkt zu den Buchungen geht es hier.
*) Preise inkl. MwSt., zzgl. 2,00 € Servicegebühr und Versandkosten pro Bestellung

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Von der Quelle bis zur Mündung: Die Ruhr. Fluss der Herzen im Ellert & Richter Verlag

Bilder in die Vorstellungen der Leser gemalt
Von Petra Grünendahl

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ruhr entspringt im Rothaargebirge nahe Winterberg. Von den ersten Tropfen an ihrer Quelle, die eher ein Rinnsal sind als dass sie sprudeln, hat Tanja Breukelchen den stetig anschwellenden Strom auf seiner Reise begleitet: Durch das Sauerland (obere Ruhr), durch Städte entlang des Flusslaufs und entlang mancher Zuflüsse, die den Strom anschwellen lassen, bis zur unteren Ruhr, die größtenteils durch das Ruhrgebiet fließt hin zur Rheinmündung in Duisburg-Ruhrort. Dabei hat die Hamburger Autorin, die in der Nähe von Hattingen aufgewachsen und für die das Ruhrgebiet „alte Heimat“ ist, viele Orte besucht und so manche Perle entdeckt: Ihre bildhaften Schilderungen lassen sie vor den Augen des Lesers erlebbar werden. Da sind die malerischen Flussauen und Stauseen, die seinerzeit überwiegend zur Reinigung des Ruhrwassers angelegt worden waren. Zahlreiche mittelalterliche Ortskerne locken Besucher ebenso wie Burgen oder Burgruinen, aber auch die Spuren der Industrialisierung. Zur Historie der Orte hat die Autorin Geschichten und Stimmen von Menschen am Fluss eingesammelt, die ihren Ausführungen Leben einhauchen.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für ihr Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ hat Tanja Breukelchen die Ruhr von der Quelle in einem Wald im Rothaargebirge bis zur Mündung in den Rhein mit dem Fahrrad bereist. Sie erzählt von den Menschen, die sie am Fluss getroffen hat und von alten Geschichten im Tal der Ruhr: Von großen Namen und kleinen Leuten, von Sagengestalten, Burgherren und Ruhrbaronen. In sieben Kapital ist das Buch aufgeteilt, die jeweils einen in mehreren Tagen absolvierten Abschnitt entlang der Ruhr mit insgesamt 23 Orten vorstellen. Und erst im dritten Abschnitt dringt der Leser nach über 120 Kilometern am Flusslauf (von 219 Kilometern) ins Ruhrgebiet am unteren Ruhrlauf ein. Zum Abschluss der Kapitel hat die Autorin jeweils Infos zusammen gestellt zu den Etappen und nahen Zielen sowie auch schon mal ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten: Alles mit Adresse und (sofern vorhanden) Webseiten. Mindestens zwei der aufgeführten Locations sind allerdings mittlerweile geschlossen (unterwegs war die Autorin für ihre Recherchen im vergangenen Jahr). Eine Seite mit weiterführenden Literaturtipps rundet das sehr gelungene Buch ab.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch versteht sich nicht als Reiseführer oder gar (Fahrrad-)Wanderführer, sondern eher als Streifzug für Entdecker und Inspiration für eigene Erkundungen des Lesers. Es ist sehr text-lastig aufgebaut mit wenigen Fotos anderer Fotografen – und das ist gewollt, denn Tanja Breukelchen ist Erzählerin: Mit Worten malt sie Bilder und Geschehnisse in die Vorstellung des Lesers: Von Landschaften, Orten – und von den Menschen. Oder auch von den Sagen und Legenden, die die Region prägten. Da lässt man sich gerne auf eine Reise verführen. Man muss diese ja nicht der Autorin gleich mit dem Fahrrad antreten, obwohl auch das mit Sicherheit seinen Reiz hat!

 

 
 
Die Autorin und das Buch

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Tanja Breukelchen (Jahrgang 1976) verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet in der Nähe von Hattingen. Sie studierte an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte und ging 2001 für ein Volontariat an der Journalistenschule Axel Springer nach Hamburg, wo sie bis heute lebt. Freiberuflich arbeitet sie als Journalistin und Autorin und liebt es, Menschen und ihren Geschichten zuzuhören und darüber zu schreiben.
www.breukelchen.de

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ ist im Hamburger Verlag Ellert & Richter erschienen. Das 192-seitige Taschenbuch mit Klappbroschur-Umschlag, 64 Abbildungen und monochromen Karten, die minimalistisch den Ruhr-Verlauf mit seinen Städten darstellen, ist für 18,00 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8319-0816-5).

 

 
Ellert & Richter Verlag

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Ellert & Richter Verlag wurde 1979 von Marita Ellert, Frank Grube und Gerhard Richter in Hamburg gegründet, wo er auch heute noch ansässig ist. Das Verlagsprogramm startet mit Schwerpunkten in den Bereichen Reisen und Reisebildbände, später kamen Bild-Textbände und Ratgeber dazu. Nach wie vor prägen Reiseführer und Bildbände zu regionalen, vor allem auch norddeutschen Themen, das Gesicht des Verlags. Darunter auch verschiedene Bücher zum Ruhrgebiet von Kennern der Region u. a. von Rolf Kiesendahl. Seit 2000 publiziert der Verlag die Buchreihe „Hamburger Köpfe“, die Persönlichkeiten in ihren Hamburger Zeiten vorstellt.

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Lektüretipp: Vergessen, verlassen und unheimlich – Lost & Dark Places im Ruhrgebiet

Spannende Orte, die aus ihrer Zeit gefallen sind
Von Petra Grünendahl

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So „lost“ sind manche dieser Orte gar nicht: Aber vergessen scheinen sie schon, kümmert sich doch schon seit Jahrzehnten niemand mehr um den Erhalt. Ihr Verfall lockt leider nicht nur jene, die die Faszination dieser Orte genießen und sie mit ihrer Kamera einfangen wollen, sondern leider auch Vandalen, die ihre unschönen Spuren hinterlassen. Burgruinen scheinen da von Ruinenschleichern mit mehr Respekt behandelt zu werden als Industrieruinen. Das gilt selbst für Verwaltungsgebäude wie jenes der Kokerei Alma, das von den Zollverein-Architekten Kremmer und Schupp entworfen wurde: Zerstörung und jede Menge Graffiti, die eher in die Kategorie Schmiererei gehört. Sobald Betriebe aufgegeben werden oder Häuser verlassen, nagt ohnehin der Zahn der Zeit. Und solange nicht mutwillig etwas zerstört wird, hat das seinen Reiz: Wie einige Orte beweisen, die sich zum Teil auch die Natur zurück geholt hat. Überbleibsel von Zechen und verschiedenster Industriebetrieben zählen ebenso dazu wie ein altes Fußballstadion, ein aufgegebenes Hotel oder Krankenhaus, Brückenruinen oder sogar ein ehemaliges Bordell. Auch eine Autorennstrecke und eine Pferderennbahn zählen zu den Lost Places. Bei manch einem Gebäude fragt man sich aber schon, warum es nie für eine Nachnutzung instand gesetzt worden ist. Denn ein besonderer Reiz liegt oft schon in der ursprünglichen Bausubstanz und nicht erst im Verfall. Es sind nicht die Geheimtipps in diesem Buch, dafür sind ihre Verortungen zu bekannt. Aber es sind spannende Orte, die oft auch etwas abseits bekannter Ausflugsrouten zu finden sind.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In seinem neuen Buch „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ führt Karsten-Thilo Raab den Leser durch – so der Untertitel – 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Von der im zweiten Weltkrieg gesprengten Rheinbrücke in Wesel und dem ehemaligen St.-Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl im Westen reichen seine Erkundungen bis Hamm in Nordosten und Hagen im Südosten. Es sind durchaus bekannte Spots, denen Raab in seinem Buch einen Raum gibt: GPS-Daten und Anfahrtsbeschreibungen weisen Ortsunkundigen den richtigen Weg. Manche Orte sind sogar öffentlich zugänglich, auch wenn vielen Besuchern ihre Geschichte eher unbekannt sein dürfte. Ziele, die nicht direkt zugänglich waren, hat Raab von außen erkundet und durch Fenster, Zäune oder sogar aus der Luft fotografiert. Links für weitere Recherchen im Vorfeld liefert der Autor übrigens zur Wegbeschreibung gleich mit. Manch ein Ort, den Raab besucht hat, war schon zu der Zeit dem Abriss geweiht und ist möglicherweise bereits Geschichte. Ansonsten hat der Autor noch den einen oder anderen Tipp parat, was man in der Umgebung auf keinen Fall verpassen sollte.

 

 
Charme des Verfalls lockt

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Natürlich verlocken so genannte Lost Places, die sich selbst überlassen dem Verfall preisgegeben sind, mit ihrem besonderen Charme. Umso mehr sollten Besucher darauf achten, diese Orte mit Respekt zu behandeln und so zu erhalten, wie sie sie vorfinden: Damit auch andere Besucher sich an ihrem Zustand erfreuen können. Zu den Verhaltensregeln für den Besuch von verlassenen Orten zählt Karsten-Thilo Raab etwa auch, nichts zu zerstören, nichts mitzunehmen außer seinen Fotos und seinen Eindrücken – und schließlich nicht mehr zu hinterlassen als seine Fußspuren. Das heißt auch, dass man sich nicht gewaltsam Zugang zu scheinbar verlassenen Orten verschaffen sollte, da man spätestens damit immer noch Rechte von Eigentümern verletzt. Für die eine oder andere Fotostrecke griff Raab deswegen auf eine Drohne zurück, um Eindrücke des Ortes zu vermitteln. Außerdem gibt er Ratschläge, damit man sich selbst bei der Erkundung nicht in unnötige Gefahr bringt. Dazu zählt neben der gebotenen Achtsamkeit die richtige (Schutz-)Ausrüstung und dass man besser nie alleine unterwegs sein sollte.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Was man der Autor wohl ein wenig nachsehen muss (er ist schließlich nicht vom Fach), ist der fehlerhafte Umgang mit Begriffen rund um Kohle, Eisen und Stahl. Darüber hinaus hat er aber viele interessante Details zu den Orten zusammengetragen, die eine kurzweilige Lektüre aus Geschichtchen und Anekdoten bieten und immer wieder Lust machen, in dem Buch zu blättern und sich festzulesen. Und vielleicht auch selber den einen oder anderen Ort zu besuchen.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren in Rheinland-Pfalz lebt Karsten-Thilo Raab seit Kindestagen im Ruhrgebiet, das er wie seine Westentasche kennt. Nach dem Anglistik- und Sportstudium sowie der Ausbildung zum Zeitungsredakteur arbeitete Karsten-Thilo Raab für Tages- und Wochenzeitungen und fungierte als Chefredakteur eines Reisemagazins. Seit knapp drei Jahrzehnten ist er als Reisejournalist, -autor und -fotograf für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen tätig. Zudem hat er als Autor bislang mehr als 120 Bücher verfasst bzw. an diesen mitgewirkt. Beim Bruckmann Verlag sind von ihm unter anderem verschiedene Radführer sowie jüngst – in Zusammenarbeit mit Ulrike Katrin Peters – „Herzstücke im Ruhrgebiet“ erschienen.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ sind im Münchener Bruckmann Verlag erscheinen und führen auf 160 Seiten mit ca. 200 Abbildungen zu 33 vergessenen, verlassenen und unheimlichen Orten. Das Taschenbuch mit Fadenheftung im Format 16,5 x 23,5 cm enthält im Klappumschlag vorne eine Karte mit einer Verortung der Lost Places. Die überwiegend vier- bis sechsseitige Beschreibungen der einzelnen Locations ergänzen Fotos von Karsten-Thilo Raab. Im lokalen Buchhandel ist das Buch für 22,99 Euro zu haben (ISBN 978-3-7343-2047-7).

 

 
Bruckmann Verlag

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem Motto »die Welt entdecken« bietet der Bruckmann Verlag, der 2018 sein 160-jähriges Bestehen feierte, heute mit aktuellen Reisebildbänden und innovativen Reise- und Outdoor-Führern das Rüstzeug für Freizeit- und Urlaubserlebnisse. Neben dem umfangreichen Buchprogramm von Freizeit- und Reiseführern für Wanderer, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer verlegt Bruckmann das Magazin Bergsteiger, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen beging und damit als ältestes kommerzielles Bergsteiger-Magazin der Welt gilt. Der Bruckmann Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/bruckmann/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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MKM Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt „Full House – aus der Sammlung Ströher”

Einmalige Intensität deutscher Nachkriegskunst und ihrer Positionen
Von Petra Grünendahl

Kuratorin Eva Müller-Remmert und Walter Smerling vor Rissas Gasbild in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

„Erstmals ist das Museum Küppersmühle nur mit Werken aus der Sammlung Ströher bestückt“, erklärte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling den Ausstellungstitel „Full House“. Nur? Nicht ganz: Das aktuellste Werk der Sonderausstellung gehört (noch) der Künstlerin: Mit „Gas“ hat die Künstlerin Rissa (*1938, eigentlich Karin Götz, Ehefrau von Karl Otto Götz) erst kürzlich ihre Gedanken zur gegenwärtigen Entwicklung mit Acryl auf die Leinwand gebracht. „Rissa ist Teil unserer Sammlung. Deswegen gehörte auch dieses Bild zu Recht in die Ausstellung“, so Smerling. Seit 37 Jahren sammeln Sylvia und Ulrich Ströher deutsche Kunst der Nachkriegszeit, seit 17 Jahren sind sie Partner der Stiftung für Kunst und Kultur, die das MKM betreibt. „Diese Intensität in der Darstellung deutscher Kunstentwicklung seit 1945 finden Sie nirgends sonst“, betonte der Museumsdirektor. „Wir konzentrieren uns auf das Werk des Künstlers – und das wollen wir vermitteln.“ Einzigartig sei die Präsentation der einzelnen Künstler mit ihren Positionen und in ihrer schöpferischen Entwicklung, erklärte Smerling: „Sie erkennen hier die Zusammenhänge mit Positionen anderer Künstler, die wichtig sind für die Entwicklung der deutschen Nachkriegskunst.“

 

Walter Smerling vor Jörg Immendorff in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Seine acht Räume im Wechselausstellungsbereich hat das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst für seine Sommerausstellung neu bestückt: Mit Exponaten aus der Sammlung Ströher, die in der Dauerausstellung keinen Platz fanden. Walter Smerling stellte zusammen mit Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert die neue Sommerausstellung vor. Im Pressegespräch stellten sie vor der Eröffnung die Ausstellung und ihr Konzept vor. Acht Künstlern ist jeweils ein eigener Raum gewidmet, für Werke von den 1960er-Jahren bis heute. Als Ergänzung zur Dauerausstellung der Sammlung mit Fokus auf informellen und abstrakten Künstlern der Nachkriegskunst, wirft die Ausstellung „Full House“ einen Blick auf die Nachfolgegeneration. Alle der präsentierten Künstler eint, dass sie bis heute ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte beibehalten und weiterentwickelt haben. Die Ausstellung ist ab Freitag, 15. Juli, für das Publikum geöffnet.

 

 
Die Künstler

Stephan Balkenhols Hexagon und Fries in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Im Eingangsbereich findet der Museumsbesucher überwiegend monochrome, aber auch eine Reihe polychromer Gemälde von Rolf-Gunter Dienst (1942 – 2016). Es folgen in der dreigeteilten großen Halle die Strick- und Herdbilder von Rosemarie Trockel (*1952), überwiegend großformatige Gemälde des „Geschichtenerzählers“ Jörg Immendorff (1945 – 2007), auf denen der Betrachter viele spannende Details erkennen kann, sowie Fotografien von Candida Höfer (*1944) mit Motiven von brasilianischen Kirchen, Bibliotheken, Museen, Theatern oder Hörsälen, die in ihrer Opulenz sehr beeindrucken. Im nächsten Raum stehen Stephan Balkenhols (*1957) „Hexagon und Fries“ Männer im Mittelpunkt einer Rauminstallation, die er erstmals 1988 in Stuttgart so gezeigt hat. Im hintersten Raum präsentiert Katharina Sieverding (*1944) ihre Fotografien als künstlerische Ausdrucksform. Den Rückweg leitet die Künstlerin Rissa (*1938) ein mit farbenreichen Abstraktionen, die Formen flächig reduzieren und gleichzeitig betonen. Der letzte Raum zeigt mit der Serie „Ricochet“ (1997) mit fast schon abstrakten Detailaufnahmen von Orchideen ein Frühwerk des Fotografen Thomas Florschuetz (*1957).

Candida Höfer in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen zu den Künstlern und Installationsansichten aus der Ausstellung. Das 88-seitige zweisprachige Werk (dt.-engl.) wird herausgegeben vom MKM Museum Küppersmühle für Moderne und Kunst und der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Für 17 Euro ist es an der Museumskasse sowie im lokalen Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-00-072814-3). Druckfrisch gibt es auch den Katalog zum Museum „Das neue MKM“: Zur Neupräsentation der Sammlung Ströher stellt es das Museum und den Erweiterungsbau ebenso vor wie die wichtigsten Künstler in der Dauerausstellung und im Außenbereich vor. Das reich bebilderte 232-seitige, ebenfalls zweisprachige Werk ist für 30 Euro zu haben (ISBN 978-3-00-072509-8).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 

Rissas Schlafende Antike in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Rolf-Gunter Diensts monochrome Bilder (rechts) in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderschau „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss des Altbaus bis zum 9. Oktober 2022 zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

Jörg Immendorffs Adlerpartitur in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zu den Ausstellungen bietet das MKM immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate wie zum Beispiel die Veranstaltungsreihe „Kunst trifft …“. Dazu zählen aktuell die Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung „Full House“ mit dem Schwerpunkt Fotografie am 3. und 24. September (jeweils samstags, 15 – 16 Uhr, 15 Euro inklusive Eintritt, ermäßigt 10 Euro), die „Kunstvermittlung mal anders – KUNSTtreffen mit Jannis Keuerleber“ am 24. August, 18 – 20 Uhr (Preise wie oben) sowie „Der Kunst-Mittwoch“ (jeden Mittwoch von 15 – 16 Uhr, im Eintrittspreis enthalten). „Kunst trifft …“ am 18. August auf den 3sat Museumscheck (18.30 – 20 Uhr). Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: Wanderungen auf den Spuren der „Ritter, Ruinen & Romantik“ im Klartext Verlag

Zeugen von Geschichte(n) aus vorindustrieller Zeit
Von Petra Grünendahl

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So manche Herrenhäuser, Schlösser oder Burgen im Ruhrgebiet haben ihre Wurzeln im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit. Schließlich ist das Ruhrgebiet nicht mit der Industrialisierung erst entstanden. Viele Orte sind älter und haben schon früher Geschichte(n) geschrieben. Zerstörungen und der Zahn der Zeit setzten den Gemäuern immer wieder zu. Manche wurde nach Abrissen im Laufe der Jahrhunderte in dann zeitgemäßen Bauformen komplett überbaut, andere in neuen Stilrichtungen baulich ergänzt. Neben Gebäuden der klassischen Renaissance, der Romanik oder des Barock gibt Mischformen älterer Architekturen kombiniert mit Um- oder Ausbauten bis hin zur Moderne, die erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, um die alte Bausubstanz zu retten und neu präsentieren zu können. Zu den spannendsten Beispielen zählen hier Haus Weitmar in Bochum oder Schloss Horst in Gelsenkirchen. Manchmal findet man ein Nebeneinander von vorindustrieller Vergangenheit und Zeugnissen der Industriekultur, die dem Ruhrgebiet einen besonderen Reiz geben. Schlösser, Burgen und Herrenhäuser sind Wegepunkte von Wanderungen, die durch Wälder und Wiesen, am Rhein oder gar zu und über Halden gehen. Der eine oder andere Abstecher zu alten Bergbau-Standorten in der Nähe rundet die spannenden Touren ab, die allesamt eine Erkundung wert sind.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihrem neuen Buch „Ritter, Ruinen & Romantik“ führen Nikola Hollmann und Andrea Slavik den Leser auf – so der Untertitel – auf Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet. Von Rittersitzen in Voerde im Westen bis Schlosss Opherdicke in Holzwickede im Osten, von Schloss Lemberg in Dorsten im Norden bis zu Burgen und Schlössern entlang der Ruhr im Süden reichen die Ziele. Den dreizehn Touren sind jeweils 8 bis 16 Seiten gewidmet: Mit ausführlichen Beschreibungen der Wanderwege, Interessantem am Rande des Weges (Am Weg) mit Beschreibungen und Geschichte der Örtlichkeiten (Info). Darüber hinaus liefern die Autorinnen Gastronomie-Tipps sowie doppelseitigen Karten der Strecken, die die Wegeplanung erleichtern, mit Kennzeichnung und Verortung von Wegpunkten als Sehenswürdigkeit, Kulturstätte oder Naturerlebnis sowie Gastronomie.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Wie es sich für einen aussagekräftigen Wanderführer gehört, bietet er Informationen zu Wanderzeit (zwischen zwei und vier Stunden, man sollte aber für das Erkunden von spannender Umgebung weitere Zeit einplanen), Wanderstrecke (8 bis 14 Kilometer) und zu überwindenden Höhenmetern an (9 bis 239 Meter). Außerdem wichtig sind die Anreise mit dem ÖPNV (auf der einen oder anderen Karte ist auch ein Parkplatz eingezeichnet) zum Start/Ziel der Wanderung sowie Beschaffenheit der Strecke (u. a. Wald- und Feldwege, Schotter, Asphalt), damit der Wanderer weiß, was ihn (auch körperlich) erwartet. Die Wanderwege haben die Hollmann und Slavik selbst erprobt. Zu den Routen sind auch gpx-Daten verfügbar. Auch wenn das eine oder andere Ziel bereits in früheren Büchern von Hollmann und Slavik vorkam, so enthalten doch die informativen Texte Beschreibungen und Informationen, die der Leser noch nicht unbedingt kennt. Die Auswahl der Ziele ist natürlich nicht nur für Wanderfreunde interessant, sondern bietet auch wertvolle Tipps für anders geartete Ausflüge in die Region.

 

 
 
Die Autorinnen und das Buch

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Unter anderem die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“ und „Abenteuer & Glücksmomente“ , die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Ritter, Ruinen & Romantik – Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2464-2).

 

 
Der Verlag

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet aus dem Klartext Verlag

 
Erlebnisorte mit viel Natur, Charme und Geschichte(n) gemächlich erkunden
Von Petra Grünendahl

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Alte Herrenhäuser, Schlösser oder Festungsbauten locken ebenso wie kulturgeschichtliche Museen und Tiergärten, Landschaften und Naturphänomene, aber natürlich – wir sind ja im Ruhrgebiet – Überbleibsel von Zechen und renaturierte Abraumhalden, die heute der Freizeitgestaltung dienen.

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Kamp-Lintfort zwischen Kloster Kamp und dem Zechenpark, die Moerser Altstadt in ihrer historischen Entwicklung, das Schloss Oberhausen mit dem Kaisergarten liegen in erreichbarer Nähe rund um die Duisburger Ziele Mercatorinsel und Ruhrort sowie 6-Seen-Platte. Locken wollen die Autorinnen aber auch an weiter entfernte Orte entlang von Ruhr, Rhein-Herne-Kanal oder Lippe in den Osten des Ruhregebiets. Die Ziele laden zum fußläufigen Erkunden ihrer einzigartigen Stätten und Bauwerke ein. Für die Halden sollte man ein wenig sportlichen Elan mitbringen, allerdings sind auch andere (längere) Touren körperlich eine Herausforderung, die nicht für jeden was sind. Die eine oder andere Tour lässt sich aber auch gut und gerne auf zwei Tage (oder ein Wochenende) aufteilen.

 

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Abenteuer & Glücksmomente“ legen Nikola Hollmann und Andrea Slavik in ihrem neuen Buch keinen klassischen Wanderführer vor, sondern eine Art Erlebnisführer zu – so der Untertitel – besonderen Erlebnissen und magischen Orten im Ruhrgebiet. Auf jeweils sechs bis zehn Seiten haben die Autorinnen hier zwanzig Orte mit ihrem besonderen Charme zusammen gestellt, die Geschichte(n) lebendig werden lassen.

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ziele liegen zwischen Moers, Kamp-Lintfort und Wesel im Westen bis in den Kreis Unna im Osten und vom Ennepe-Ruhr-Kreis im Süden bis an den Rand des Münsterlandes im Norden. Zu Fuß sollte man sich natürlich nach der Anreise schon auf den Weg machen, auch wenn die erfahrenen Wanderführerinnen hier nicht zum Wandern anleiten: Mehr als die Fortbewegung stehen die Geschichten, Vergangenheit und Gegenwart der Orte sowie die Erlebnismöglichkeiten im Vordergrund. Das Buch liefert neben den Beschreibungen und Hintergrundinformationen Tipps zu weiteren Orten (In der Nähe) und für Unternehmungen (Tipps). Außerdem gibt es Details zur Anfahrt mit dem Pkw (inklusive Parkplatz) oder dem ÖPNV sowie Gastronomie-Tipps. Dazu kommt die aus anderen Büchern der Reihe bekannte Einordnung in Kategorien. Wer Ideen für ein erlebnisreiches Wochenende sucht, findet hier spannende und kenntnisreich dargestellte Anregungen für entspannte und mitunter familientaugliche Tagesausflüge.

 

 
Die Autorinnen und das Buch

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Unter anderem die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“, die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 
Das Buch „Abenteuer & Glückmomente – Besondere Erlebnisse und magische Orte im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2436-9).

 

 
Der Verlag

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Lektüretipp: Herzstücke im Ruhrgebiet – Besonderes abseits der bekannten Wege entdecken

Das Ruhrgebiet hat (noch) viel mehr zu bieten als man denkt
Von Petra Grünendahl

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Auch wer meint, im Ruhrgebiet schon alles zu kennen (aus eigener Anschauung oder auch nur dem Namen nach), wird hier eines besseren belehrt: Wer in dem Buch „Herzstücke im Ruhrgebiet“ stöbert, findet tatsächlich immer noch das eine oder andere gänzlich unbekannte Ziel! Oder auch viele Anregungen, etwas bislang nur namentlich Bekanntes doch endlich mal zu besuchen. Dass sich Menschen von überall im Ruhrgebiet angesiedelt und Spuren hinterlassen haben, weiß jedes Kind. Dass aber auch Pyramiden im Pott ebenso ihren Platz haben wie die Helden der Sowjetunion, ist vielleicht eher unbekannt. Dass das Ruhrgebiet einmal reich war, ist in der Vielfalt und Vielzahl der Kunstmuseen zu bestaunen, aber natürlich gibt es auch die sehenswerte Kunst im öffentlichen Raum, die allzu häufig eher unbemerkt bleibt. Außerdem locken die kulturhistorische und Industriemuseen ebenso wie allerlei andere Museen und Ausstellungen in der Region, die viel Spannendes zu erzählen haben.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Herzstücke im Ruhrgebiet“ von Ulrike Katrin Peters und Karsten-Thilo Raab lassen den Leser „Besonderes abseits der bekannten Wege entdecken“, so der Untertitel. Von den 100 beschriebenen Zielen liegen immerhin zehn (auch) auf Duisburger Stadtgebiet. Ansonsten reichen die Ziele von Kamp-Lintfort, Xanten und Hamminkeln im Westen bis Hamm im Osten und von der Lippe im Norden bis Südufer der Ruhr. Schauen, erleben, genießen: Was will der Mensch mehr? Das Ruhrgebiet wird jedenfalls nie langweilig und die Ziele liegen zumeist nicht weit weg. Und: Das Ruhrgebiet hat viel zu bieten mit seinen 53 Städten und Gemeinden, 80 Häfen, 1.000 Kulturstätten und 5 Mio. Einwohnern. Da mussten die Autoren in erster Linie die Auswahl begrenzen. Und diese Auswahl ist natürlich immer subjektiv – und ganz persönlich! Und man mag immer wieder mal nach Ideen für eigene Unternehmungen stöbern. Zusätzlich gibt es bei einzelnen Zielen Tipps am Rande für weitere Erkundungen in der Nähe, die über dieses Buch hinaus gehen.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Aufgeteilt sind die 100 Ziele in vier Kategorien: „Immer eine Sünde wert!“ mit 17 Zielen zum Einkaufen, Essen und Übernachten. „So etwas gibt’s nur hier“ listet 24 Ziele Außergewöhnliches und Kurioses. „Mal wieder“ zeigt 25 Ziele für Leute mit Zeit für Kultur und schließlich gibt es 24 Ziele zum Aktiv sein, bei denen es mal mehr, mal weniger auch sportlich zugehen darf. Das Taschenbuch enthält vorne im Klappumschlag eine Übersichtskarte mit einer Verortung der Ziele. Unter den jeweiligen Beschreibungen gibt es Adressen und Kontaktdaten.

 

 
Die Autoren und das Buch

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Ulrike Katrin Peters und Karsten-Thilo Raab haben sich als Autoren, Journalisten und Fotografen auf Großbritannien, Irland und Skandinavien sowie das Ruhrgebiet spezialisiert, berichten in zahlreichen Publikationen, Büchern und Magazinen aber auch in Wort und Bild über andere Destinationen weltweit. Zuhause fühlen sie sich aber im Ruhrgebiet, das sie per Rad, Bus, Bahn, Wanderstiefel, kulinarisch und kulturell lieben gelernt haben.

 
Ulrike Katrin Peters hat sich als Autorin, Journalistin und Fotografin besonders auf »aktive« Themen rund um Bewegung an der frischen Luft und auf Nordeuropa sowie die grünen Inseln spezialisiert. Aber auch andere Destinationen weltweit wecken ihr Interesse und ihre Lust am schreiben.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem Anglistik- und Sportstudium sowie der Ausbildung zum Zeitungsredakteur arbeitete Karsten-Thilo Raab für Tages- und Wochenzeitungen und fungierte als Chefredakteur eines Reisemagazins. Seit zweieinhalb Jahrzehnten ist er als Reisejournalist, -autor und -fotograf für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen tätig. Zudem hat er als Autor bislang mehr als 120 Bücher verfasst bzw. an diesen mitgewirkt.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Herzstücke im Ruhrgebiet“ sind im Münchener Bruckmann Verlag erscheinen und umfassen 100 Ziele auf 192 Seiten mit ca. 120 Abbildungen. Die zumeist einseitigen Beschreibungen ergänzt überwiegend eine zweite Seite mit Foto(s), die überwiegend von Karsten-Thilo Raab, teilweise von Ulrike Katrin Peters, aber auch aus anderen Quellen stammen. Im lokalen Buchhandel ist das Buch für 15,99 Euro zu haben (ISBN 978-3-7343-2561-8).

 

 
Bruckmann Verlag

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem Motto »die Welt entdecken« bietet der Bruckmann Verlag, der 2018 sein 160-jähriges Bestehen feierte, heute mit aktuellen Reisebildbänden und innovativen Reise- und Outdoor-Führern das Rüstzeug für Freizeit- und Urlaubserlebnisse. Neben dem umfangreichen Buchprogramm von Freizeit- und Reiseführern für Wanderer, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer verlegt Bruckmann das Magazin Bergsteiger, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen beging und damit als ältestes kommerzielles Bergsteiger-Magazin der Welt gilt. Der Bruckmann Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/bruckmann/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Stadtwerke Sommerkino lockt Kinofans wieder in den Landschaftspark Duisburg-Nord

Vorhang auf für ein vielseitiges Kinoprogramm mit Beach-Event vor stimmungsvoller Industriekulisse
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm für das Stadtwerke Sommerkino vor (v. l.): Thomas Kehler (Stadtwerke Duisburg), Markus Kansy (Duisburger Wohnungsgenossenschaften), Lisa Wulf (König-Brauerei), Christoph Späh (Duisburg Kontor) und Michael Beckmann (Filmforum). Foto: Petra Grünendahl.

Mit 40 Kinoabenden lockt das Stadtwerke Sommerkino in diesem Jahr. Nachtvorstellungen wird es nicht geben, aber dafür verspricht das vielseitige Programm etwas für jeden Geschmack. Von Arthouse-Erfolgen und Oscargewinnern über Komödien und deutsche Filmhits bis hin zu Blockbustern wie wie „Top Gun: Marverick“, „Jurassic World“, Batman und Spider-Man oder Familienkino mit den Minions reicht das jetzt veröffentlichte Programm. Zu manchen Terminen sind Regisseure und/oder Schauspieler zur Vorstellung zu Gast (noch sind aber nicht alle in trockenen Tüchern). Dazu gibt es eine Premiere mit „Monsieur Claude und sein großes Fest“ (Donnerstag, 21. Juli) sowie zwei Vorpremieren (Previews) mit „Warten auf Bojangles“ (2. August) und „Das Leben ist ein Fest“ (14. August). An zwei Terminen (Samstag, 23. Juli, und zum Abschluss-Sonntag, 21. August) wird es Überraschungsfilme geben, die kurzfristig auf der Webseite zum Kartenverkauf veröffentlicht werden: „Es lohnt sich also, immer mal wieder in unser Programm zu gucken“, sagte Filmforum-Geschäftsführer Michael Beckmann. „Wir können hier besonders beliebte Filme ein zweites Mal zeigen oder einen ganz neuen Film, der jetzt noch nicht verfügbar ist“, ergänzte er. Und: „Wir hätten 2019 den Queen-Film ‚Bohemian Rhapsody’ mehrfach voll kriegen können, so groß war das Interesse.“ Und voll heißt: Rund 1.100 Besucher pro Vorstellung.

 

Stellten das Programm für das Stadtwerke Sommerkino vor (v. l.): Christoph Späh (Duisburg Kontor), Markus Kansy (Duisburger Wohnungsgenossenschaften), Michael Beckmann (Filmforum), Lisa Wulf (König-Brauerei) und Thomas Kehler (Stadtwerke Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Vom 13. Juli bis 21. August findet nach zwei Jahren Corona-Pause das Stadtwerke Sommerkino im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Im Pressegespräch stellte Filmforum-Geschäftsführer Michael Beckmann zusammen mit Sponsoren des Events das Programm und weitere Details vor. Das Stadtwerke Sommerkino steht für einen spektakulären Spielort und ein fein verlesenes, aber vielseitiges Kinoprogramm, welches ein breites Publikum anspricht. Ein umfangreiches gastronomisches Angebot in stimmungsvoller Beach-Atmosphäre sowie Live-Musik (von montags bis freitags. Wer wann spielt, steht hinten im Programmheft) machen schon das Warten auf den Sonnenuntergang zum Erlebnis! Die Vorstelllungen starten mit Einbruch der Dämmerung: Das ist zu Beginn eher Viertel vor Zehn, später könnten die Filme schon gegen Halb Neun starten. Das Open-Air-Vergnügen ermöglichen die Sponsoren Stadtwerke Duisburg, König Pilsener und in diesem Jahr erstmals Die Duisburger Wohnungsgenossenschaften. Das Filmforum zeichnet für Programmgestaltung und technische Ausstattung verantwortlich. Werbepartner ist Duisburg Kontor, die den einzigartigen Event auch regional vermarkten.

 

 
Tickets ausschließlich online ab 22. Juni

Ralf Winkels (l.) und Christoph Späh mit der Programmankündigung für den Sommermarkt. Foto: Petra Grünendahl.

Mehr als 44.000 Zuschauer hatte das Stadtwerke Sommerkino in der Saison 2019 und es sind nicht nur eingefleischte Filmfreunde, die die von Jonathan Park magisch illuminierte Industriekulisse anlockt: Die Atmosphäre in der ehemaligen Gieshalle des Hüttenwerks Meiderich ist eben einmalig. Bei Regen schützt bekanntermaßen ein ausfahrbares Dach. Wenn es etwas kälter werde, verteile Namenssponsor Stadtwerke Duisburg nicht nur Sitzpolster, sondern auch Decken, versprach Stadtwerke-Pressesprecher Thomas Kehler. Neu ist die Kinotechnik vom Projektor über die auf Open Air optimierte, 16×8 Meter große Leinwand bis hin zur neuen Tontechnik mit Surround-Sound, die ein noch besseres Kino-Erlebnis im Freien versprechen. Für das zweite Sommerkino-Wochenende kündigte Landschaftspark-Leiter Ralf Winkels einen Sommermarkt (analog zum weihnachtlichen Lichtermarkt) als Begleit-Event von Freitag bis Sonntag an.

 

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Tickets fürs Sommerkino gibt es für 12 Euro (für Inhaber der Stadtwerke-Kundenkarte am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag 10 Euro) ausschließlich online über www.stadtwerke-sommerkino.de. Das e-Ticketing-System läuft auch für den Kinokartenverkauf im Filmforum: Die so erworbenen Kinokarten berechtigen direkt zum Einlass ins Kino und müssen beim Kinobesuch als Papierausdruck oder in digitaler Form (z. B. auf dem Smartphone) vorgelegt werden. Wer gar nicht online unterwegs ist, bekommt bei der Buchung der Tickets im Filmforum Hilfe. Ein Offline-Vorverkauf ist aber ebenso wenig vorgesehen wie eine Kinokasse vor Ort, wo bislang auch gebuchte Tickets abgeholt werden konnten. Der Ticketvorverkauf startet am Mittwoch, 22. Juni, um 11 Uhr. Das komplette Programm sowie weitere Infos gibt es bereits jetzt unter www.stadtwerke-sommerkino.de.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Thomas Berns (1)

 
 

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27. Ruhrorter Hafenfest wirft erste Schatten voraus: Bernd Wortmeyer neuer Schirmherr

Buntes Programm für Jung und Alt und klimaneutrales Feuerwerk
Von Petra Grünendahl

Pressegespräch zum 27. Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Mario Adams, Christoph Späh, Walter Pavenstedt, Alexander Klomparend, Dr. Bernhard Weber, Bernd Wortmeyer und Stella Tarala. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir versuchen natürlich, unsere traditionellen, auch die historischen Schiffe wieder nach Ruhrort zu locken“, erzählte Mario Adams, der schon jetzt zahlreiche Erfolge vermelden konnte. „Wir haben versucht, an alte Programm-Highlights anzuknüpfen, aber nach der langen Corona-Pause ist es schwierig, das Vertrauen der Aussteller und Schiffer mit ihren historischen Schiffen zurück zu gewinnen“, erklärte Walter Pavenstedt, ein Mann der ersten Stunde, den man auch Mr. Hafenfest nennt. „Manche der Schiffer leben schließlich davon“, ergänzte Mario Adams. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, aber bis zum Hafenfest sind ja noch gut zwei Monate hin. Zu den Highlights des Ruhroter Hafenfestes zählt wie immer die Schiffsparade im Hafenmund vor dem Feuerwerk. Am Freitag, 19. August, wird das 27. Ruhrorter Hafenfest nach dem ökumenischen Schiffergottesdienst um 17 Uhr offiziell eröffnet. Das große Feuerwerk startet an diesem Abend kurz nach 23 Uhr: Nach den Nachrichten und musiksynchron zum Programm von Radio Duisburg. Das emittierte CO2 wird vollständig durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen, so dass das Feuerwerk als klimaneutral gilt.

 
Nach zwei Jahren Corona-Pause findet die 27. Auflage des Ruhrorter Hafenfestes an seinem traditionellen Termin am dritten August-Wochenende – vom 19. bis 22. August 2022 – statt. Im Pressegespräch stellte der Vorstand des Ruhrorter Hafenfest e. V. um seinen Vorsitzenden Walter Pavenstedt das Programm und den neuen Schirmherren vor. Neben Pavenstedt zählen zu den Organisatoren des Veranstalters Stella Tarala, Dr. Bernhard Weber und Mario Adams. Anwesend war zudem neben den Vertretern von Duisburg Kontor, Geschäftsführer Christoph Späh und Pressesprecher Alexander Komparend, auch der neue Schirmherr. „Mit der Ehrung als Schirmherr wollen wir ‚danke’ sagen“, erklärte Walter Pavenstedt, warum es nicht zu jedem Hafenfest einen gebe: Zum 27. Ruhrorter Hafenfest präsentierte er mit Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag, schließlich erst den 20. Schirmherren der Veranstaltung. Er sei schon vor Corona angesprochen worden, erzählte Wortmeyer, damals habe es terminlich nicht geklappt. In diesem Jahr kam die Ehrung passend zum Jubiläum: Die Gebag habe sich seit ihrer Gründung vor 150 Jahren intensiv um Duisburger Belange auch über die Bereitstellung von preiswertem Wohnraum hinaus gekümmert, begründete Walter Pavenstedt die Ehrung des Geschäftsführers als neuen Schirmherren.

 

 
Wiedersehen mit alten Bekannten auf der Haniel-Bühne

Im Hafenmund liegen am Leinpfad die Museumsschiffe: Vorne ide Oscar Huber, rechts dahinter sieht man die Schifferbörse. Foto: André C. Sommer.

Einige der anwesenden Schiffe laden über das Hafenfest-Wochenende zu Besichtigungen ein: Unter anderem das Feuerlöschboot der Stadt Duisburg, das Laborschiff des Landes NRW Max Prüss, die Dampfboote Jan de Sterge und George Stephenson, der historische Frachtensegler Helena sowie die Museumsschiffe. Dazu gibt es diverse Informations- und Verkaufsstände im Bereich der Hafenpromenade. Attraktionen auf dem Wasser bietet an allen drei Tagen (jeweils eine Stunde lang) das 1. Deutsche Wasserski Show Team. Außerdem stellen sich zwei Duisburger Wassersport-Vereine (Homberger Ruderklub „Germania“ und der Beeckerwerther Kanuverein) Interessierten vor. Geführte Rundfahrten per Schiff (Rheinfels und auf verschiedenen historische Schiffen) und Bus geben Einblicke in den Duisburger Hafen. Einblicke in die Binnenschifffahrt bietet auch das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt für Besucher kostenfrei als Teil des Ruhrorter Hafenfestes. Eine Besichtigung der Schifferkirche St. Maximilian und der traditionelle Kunst- und Kulturmarkt sowie der Hinterhoftrödel runden am Sonntag das Programm ab. Die Hafenkirmes auf der Mühlenweide lockt mit zahlreichen Attraktionen von Freitag bis Montag (zum Abschluss am Montag ist Familientag).

 
Auf der Haniel-Bühne am Richard-Hindorf-Platz geben viele bekannte Bands – teilweise mit Kultstatus im Hafenstadtteil – ihre musikalische Visitenkarte ab: Dazu zählen am Sonntag die Ruhrorter Kultband „The Sonny Boys“ um Heinz Robert Martin, „Remember Johnny“ (eine Johnny Cash Tribute Band) sowie Reifrock mit Folk-Rock auf Deutsch. Samstag rocken die Atomics-Revival-Band (gegründet 1962 als Atomics), das Duo „Touch of Sound“ (Gitarrist und Sängerin) und die Deutschrockmafia (der Name ist Programm). Zum Auftakt am Freitag locken das Trio „Groovin’ a Box“ (Coverband) und die Deluxe Radioband (auch hier ist der Name Programm).

 
Auf dem Gustav-Sander-Platz vor der Schifferbörse plant ein lokaler Gastronom ein Programm für Jung und Alt unter anderem mit Kinderprogramm, Musik und DJ sowie natürlich Gastronomie und Lounge zum Chillen. Mehr Details zum Programm werden zeitnah auch auf der Webseite des Vereins für das Ruhrorter Hafenfest veröffentlicht: ruhrorter-hafenfest.de. Duisburg Kontor unterstützt das Ruhrorter Hafenfest mit diversen Werbemaßnahmen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), André C. Sommer (1)

 
 

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Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Theater Duisburg

Von der dunklen Gier nach Macht und der Gerechtigkeit des Schicksals
Von Petra Grünendahl

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.

Dass er Than von Cawdor und König von Schottland werde, prophezeien Hexen dem Feldherren Macbeth (Hrólfur Sæmundsson), dem Feldherren Banco (Bogdan Taloș), dass er Vater eines künftigen Königs von Schottland sei. Als Than von Cawdor erfüllt sich der erste Teil der Prophezeiung, so dass Macbeth mit seiner Frau Lady Macbeth (Ewa Płonka) in der gemeinsamen Gier nach Macht die Ermordung des Königs Duncan plant, um auch den zweiten Teil wahr werden zu lassen.

Birte Hopstein (Hexe), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth). Foto: Sandra Then.

Der Mord an Banco, den die beiden als Gefahr für ihre Herrschaft sehen, und seinem Sohn gelingt nur zum Teil, denn dem Jungen Fleance gelingt die Flucht. Erneut fragt Macbeth die Hexen nach seinem Schicksal: Er könne als Herrscher so grausam sein, wie er wolle (was er auch in die Tat umsetzt). Die Hexen warnen ihn vor Macduff, aber es könne ihn niemand überwinden, den ein Weib geboren hat. Außerdem sei seine Herrschaft erst in Gefahr, wenn der Wald von Birnan gegen ihn zu Feld ziehe. Macbeth lässt Macduffs Familie töten (er selber kann entfliehen). Die beiden letzten Prophezeiungen wiegen Macbeth jedoch in Sicherheit.

 

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Marie-Sophie Tétard (Fleance), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). Foto: Sandra Then.

Völlig zu Recht mit viel Szenenapplaus und minutenlangem Schlussapplaus bedachten begeisterte Zuschauer die Premiere von Giuseppe Verdis (1813–1901) Oper „Macbeth“, die nun endlich die „große Oper“ zurück ins Theater Duisburg brachte. In seiner Inszenierung brachte Michael Thalheimer das Melodramma in vier Akten in der Pariser Fassung von 1865 (die Uraufführung einer früheren Fassung fand 1847 in Florenz statt) auf die Bühne der Deutschen Oper am Rhein. Verdi komponierte seine wohl düsterste Oper zu einem Text von Francesco Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach „The Tragedy of Macbeth“ von William Shakespeare.

Marie-Sophie Tétard (Fleance), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.

Die historische Figur Macbeth, die von 1040–1057 Schottland regierte, hat allerdings nicht allzu viel mit der Figur bei Shakespeare oder Verdi gemein. Die neue Opernproduktion von „Macbeth“ entstand in Koproduktion mit der Opera Vlaanderen. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der gute 2 ¾ Stunden lange Opernabend (inklusive einer Pause) ist empfohlen ab 16 Jahren.

 

 
Grandiose Vorstellung!

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Valentin Ruckebier (1. Erscheinung), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). FOTO: Sandra Then.

Den König Macbeth und seine Frau quält ihr schlechtes Gewissen: Visionen und Erscheinungen derer, die sie haben ermorden lassen, erinnern sie an ihre Taten. Lady Macbeth wird wahnsinnig und stirbt, was Macbeth nicht einmal sonderlich bedauert. Aufständische rücken unter der Führung von Macduff (Ovidiu Purcel) mit Ästen aus dem Wald von Birnan getarnt zur großen Schlacht gegen ihn vor. Macduff enthüllt, dass er „aus dem Mutterleib gerissen wurde“ (mit einem Kaiserschnitt auf die Welt kam), bevor er Macbeth im Kampf tötet, so dass Duncans Sohn Malcolm (David Fischer) den schottischen Thron besteigt.

 

Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Hrólfur Sæmundsson als Macbeth und Ewa Płonka als Lady Macbeth gaben mit ihrer grandiosen Vorstellung als Gastsänger ihr viel umjubeltes Debüt bei der Deutschen Oper am Rhein. Überhaupt lieferten alle Akteure gesanglich wie schauspielerisch überzeugende Interpretationen ihrer Charaktere ab. In kleineren Rollen glänzten Chorong Kim (Kammerfrau der Lady Macbeth), Valentin Ruckebier (Diener des Macbeth, Arzt, Mörder, Erscheinung), Josefine Nagerski (Erscheinung), Marie-Sophie Tétard (Bancos Sohn Fleance) und Birte Hopstein (Solo-Hexe) sowie Norbert Kaulhausen als der zu diesem Zeitpunkt bereits tote König Duncan (Erscheinung).

Ovidiu Purcel (Macduff), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

In den mächtigen Chorszenen glänzten Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie der Kinderchor der Akademie für Chor und Musiktheater e.V. unter der Gesamtleitung von Gerhard Michalski. Fabelhafte Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Blunier meisterten Verdis variantenreiche Komposition mit ihren mächtigen und lauten Klängen ebenso mit Bravour wie die leisen Töne. Maßgeschneidert für die Thalheimer-Inszenierung hat Henrik Ahr das flexible Bühnenbild entworfen, das passend zur düsteren Oper im Lichtdesign von Stefan Bolliger wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde. Für die Kostüme zeichnet Michaela Barth verantwortlich.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 15. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Sa | 18. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Fr | 24. Juni 2022 | 19:30 Uhr und
So | 26. Juni 2022 | 18:30 Uhr.
In der kommenden Spielzeit steht das Stück in Düsseldorf auf dem Spielplan (Premiere am 4. September).

 
Deutsche Oper am Rhein

19/20
Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Ovidiu Purcel (Macduff), David Fischer (Malcolm), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Tickets kosten in Duisburg zwischen 19,00 und 76,00 Euro, in Düsseldorf in der kommenden Spielzeit 28,00 bis 109,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu vielen Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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Deutscher Oper am Rhein zeigte neue Familienoper “Der Kiosk” im Theater Duisburg

Olgas Traum vom Meer und der Weite der Welt
Von Petra Grünendahl

Bühne der Familienoper „Der Kiosk“ im Foyer des Theaters Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Vier- bis achtjährige Kinder liegen eher als dass sie auf dem Schaumstoffwürfeln sitzen. Die Erwachsenen haben es sich im Foyer des Theaters Duisburg eher hinten bequem gemacht, wo die Schaumwürfel größer werden. Gespannt verfolgen die kleinen wie die großen Zuschauer Olgas (Susan Maclean) Geschichte:

Susan Maclean (Olga). Foto: Daniel Senzek.

Als Kioskfrau mit Leib und Seele ist der Kiosk ihr Leben. Während das Saxophon / die Klarinette (Robert Beck) mit seinem „Hund“, Viola (Anna Neubert) und schließlich Schlagwerk (Rie Watanabe) mit „Baby“ und Rassel kommen, kurz verweilen und wieder gehen, ist Olga in ihren Kiosk hineingewachsen – in eine eher farblose, triste Umgebung. Einzig die Kunden bringen etwas Abwechslung in ihre Welt. Sie steckt fest und träumt doch von etwas ganz anderem. Als sie mitsamt ihrem Kiosk „umkippt“, gerät auch Bewegung in ihr Leben. Vor allem die Geräusch- und Klangkulisse verrät selbst den Kindern: Sie sind zusammen mit Olga jetzt am Meer gelandet. Die Kleinen sehen Wasser, ein U-Boot, die sie nur an den Klängen und der Geräuschkulisse ausmachen. Die Szenerie wird bunter. Olgas Traum wird wahr!

 

Susan Maclean (Olga), Robert Beck (Klarinette). Foto: Daniel Senzek.

Die Deutsche Oper am Rhein feierte im Theater Duisburg die Premiere der Familienoper „Der Kiosk“ nach dem bunten und humorvoll bebilderten Kinderbuch der lettischen Illustratorin und Texterin Anete Melece. In Zusammenarbeit mit der Librettistin Andrea Heuser begibt sich die Komponistin Diana Syrse in ihrem Auftragswerk „Der Kiosk“ auf eine fantasievolle Suche: Sprach-, Gesangs- und Instrumentenklang in Verbindung mit Geräuschen, mit Tanz und Spiel schaffen eine ganz neue Sprache, die ein ganz junges Publikum (empfohlen ab 5 Jahren) mitnimmt in eine Fantasiewelt, in der Klänge die Anschauung vom Meer und der weiten Welt vermitteln. In einer Inszenierung von Ilaria Lanzino sorgen Bühne und Kostüme von Emine Güner und die Lichtgestaltung von Thomas Diek für den dramatischen Rahmen der ca. 40-minütigem Handlung (ohne Pause).

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mo | 13. Juni 2022 | 11:00 Uhr und
Mi | 15. Juni 2022 | 11:00 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Susan Maclean (Olga), Robert Beck (Klarinette). Foto: Daniel Senzek.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Susan Maclean (Olga), Rie Watanabe (Schlagwerk). Foto: Daniel Senzek.

Tickets kosten 12,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de.

Susan Maclean (Olga), Anna Neubert (Viola). Foto: Daniel Senzek.

Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 

Robert Beck (Klarinette), Susan Maclean (Olga), Rie Watanabe (Schlagwerk). Foto: Daniel Senzek.

Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Daniel Senzek (6), Petra Grünendahl (1)

 

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