Büchertipp „Halden, Himmel, Horizonte“: Die Gipfel des Reviers im Klartext Verlag

Die Alpen des Ruhrgebiets locken für Entspannung und Freizeitgestaltung
Von Petra Grünendahl

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Sie sind ursprünglich mal in Form von Spitzkegeln aufgeschüttet worden, später dann als Tafelberge, bevor sie als Landschaftsbauwerke schon mit ihrer Entstehung modelliert wurden: Die Halden, die gerne auch als die Alpen des Ruhrgebiets bezeichnet werden. Sie sind heute Erholungsorte oder Freizeitstätten für Spaziergänger, Wanderer, Jogger oder Walker, für Radfahrer oder Mountainbiker (MTB) oder sogar für Gleitschirm- oder Drachenflieger sowie andere sportliche Aktivitäten. Kunst oder Landmarken säumen Wege hinauf und die Plateaus oder Spitzen der Berge. Von Aussichtsplattformen sieht man weit in die Umgebung, ins Ruhrgebiet bis in die umgrenzenden Regionen am Niederrhein oder ins Sauerland hinein. Und: Keine ist wie die andere, da kann man leicht mal den Überblick verliefen. Jede hat ihren ganz eigenen Reiz!

 

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Halden, Himmel Horizonte“ legen Nikola Hollmann und Andrea Slavik ein „Who’s Who“ der Haldenlandschaft im Ruhr-Revier vor. Das Buch richtet sich an aktive Menschen auf der Suche nach Erlebnissen und ist nicht als reiner Wanderführer zu verstehen, auch wenn die Autorinnen eher aus dieser Kategorie kommen. Der ultimative Haldenführer listet 50 große und kleine Halden im Ruhrgebiet von den Halden Norddeutschland und Pattberg am Niederrhein im Westen bis hin zur Halde Sachsen in Hamm im Osten.

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Dazwischen erstreckt sich ein Gebirgszug von über 100 Kilometern Länge mit Erhebungen bis zu 140 Meter aus einer ansonsten eher flachen Landschaft. Die meisten sind Bergehalden, überwiegend entstanden aus dem Abraum des Bergbaus: Aus dem Gestein, was für das Auffahren der untertägigen Strecken und anschließend mit der Kohle zu Tage gefördert wurde. Sie seien Zeugen einer Zeit, in der im Ruhrgebiet das Innerste nach außen gekehrt wurde, so die Autorinnen. Zeugen und Überbleibsel einer Zeit, die mit der Schließung der letzten Zechen 2018 ein Ende fand. Nach dem Ende der jeweiligen Zechen hat man schon seit Jahrzehnten Halden begrünt und renaturiert, so dass sich auf ihnen eine bemerkenswerte Artenvielfalt entwickeln konnte. Die meisten dieser Halden sind frei zugänglich: Heute dienen sie überwiegend der Erholung, für Sport und zur Freizeitgestaltung.

 

 
Anregungen für Spaziergänge und Erlebnis-Touren

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Nach einigen grundlegenden Ausführungen über die Geschichte der Halden, die Industrienatur, das Phänomen der brennenden Halden sowie zu den Halden im Wandel widmen sich die Autorinnen den einzelnen Gipfeln des Reviers mit vielen interessanten Details: Mit bebilderten Beschreibungen auf zwei bis sechs Seiten sprechen sie aktive Menschen an, die im Ruhrgebiet interessante Orte erkunden wollen.

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Leser erfährt die Geschichte der Aufschüttungen und ihrer Zechen ebenso wie die Hintergründe ihrer heutigen Gestaltung. Genannt sind die Adressen der Halden, Anfahrt mit dem ÖPNV, Karten für eine Verortung zur Anfahrt mit dem Auto sowie Fakten wie Höhe und Fläche der Halde, Art der Aufschüttung und die Gestaltung auch mit Aussichtsplattformen, Installationen oder Kunstwerken. Leider nicht vorhanden ist eine Angabe zur Strecke, die man vom Fuß der Halde bis zu ihrer Spitze zurücklegt. Dies wäre gerade für weniger „mobile“ Menschen mit einem eingeschränkten Bewegungsradius hilfreich.

 

 
Die Autorinnen

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Die Alpen des Ruhrgebiets haben sie hier bereits ein zweites Mal zum Thema eines Buches gemacht: Von dem Autoren-Team stammt auch „Wanderbare Halden“, ein Wanderführer, den wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 

 
Das Buch und der Verlag

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Halden, Himmel, Horizonte“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 192-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien und kleinen Karten der Halden ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2402-4).

 

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Klartext Verlag

 
 

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