Die „Welle“ erfüllt Anforderungen einer zukunftsfähigen VerkehrsinfrastrukturVon Petra Grünendahl
„Für mich und mein Team ist dies ein großer Moment“, erklärte Duisburgs Bahnhofs-Manager Klaus Oberheim. „In wenigen Jahren werden wir hier den schönsten Bahnhof Deutschlands haben.“ – „Nachdem wir auf mehrere Ausschreibungen keine Baufirmen gefunden hatten, wäre der Neubau natürlich in einem Baukastensystem möglich gewesen, aber wir wollten kein 08/15“, erzählte Werner J. Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW. Das Warten habe sich gelohnt: Die Verkehrsinfrastruktur an einer der am dichtesten befahrenen Bahnstrecken würde jetzt zukunftsfähig aufgestellt, um die Menschen von der Schiene zu überzeugen und die Verkehrswende voranzutreiben, so Lübberink. „Wir wollen das Verkehrssystem Schiene auf neue Beine stellen“, sagte auch Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Sie lobte das mutige Konzept als architektonisches Highlight: „Dieser Bahnhof ist ein Projekt für die Zukunft, welches der Bund gerne unterstützt.“

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
Welle statt Klebeband: Abriss und Neubau von Gleishalle und Bahnsteigen

Wo die Scheibenwände bereits fehlen, blickt man auf die Baustelle am Osteingang. Foto: Petra Grünendahl.
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl
Die Baumaßnahme im Detail
Hauptbahnhof Duisburg
- 130.000 Reisende und Besucher täglich
- Rund 700 Zughalte pro Tag (Regional- und Fernverkehr)
- Sechs Bahnsteige, 13 Gleise
- Bahnhofshalle im Empfangsgebäude wurde im Jahr 2011 erneuert
Modernisierungsmaßnahmen

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
- Neubau des Hallendaches über den Bahnsteigen
- Grundfläche: rund 18.600 Quadratmeter
- Stahl-/Glaskonstruktion in Wellenform und mit senkrechten Fassaden
- Tragende Elemente in Form von Stahlstützenpaaren auf den Bahnsteigen
- Grunderneuerung aller sechs Bahnsteige
- Modernisierung der vorhandenen Bahnsteigdächer außerhalb des neuen Hallendachs
- Neue Sitzbänke und Wartebereiche
- Neue Hinweisschilder, Reisenden-Information und Blindenleitsystem
- Erneuerung der Rolltreppen
- Neue Beschallung und Beleuchtung
- Neubau der Oberleitung im gesamten Bahnhofsbereich
Ablauf
- Ende Mai 2022: Bau von 2 Kranfundamenten auf dem Bahnsteig 5 an den Gleisen 10/11
- August bis Sommer 2023: Rück-/ Neubau von Bahnsteig 6 (Gleise 12/13) und Rück-/ Neubau Hallendach sowie Zusammenhangsmaßnahmen
- Sperrung des Bahnsteigs für die Dauer der Arbeiten
- Auswirkungen auf Reisende: Verlegung der Zugfahrten an andere Die Veränderungen sind im Fahrplan und in den Kundeninformationen ausgewiesen.
- Nach Fertigstellung von Bahnsteig 6 gehen die Arbeiten (Bahnsteig und Hallendach) ab Sommer 2023 am Bahnsteig 5 Gleise 10/11 weiter. Bahnsteig 6 ist dann wieder für die Reisenden nutzbar. Bahnsteigweise erfolgt dann der weitere Ablauf der Modernisierungsmaßnahme.
- Im Jahr 2027 (zur IGA) ist der überwiegende Teil des Bahnhofs fertig gestellt und steht den Reisenden damit wieder gesamthaft zur Verfügung.
- Der Abschluss aller Maßnahmen und die Beräumung der letzten Baufelder ist im Jahr 2028 geplant.
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl
Entdecke mehr von Duisburg am Rhein - Betrachtungen ...
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.





RSS – Beiträge