MKM Museum Küppersmühle: Jaume Plensa mit „Invisible“ – und „Vier (neue) Räume“

 
Weibliche Portraits als Poesie der Form
Von Petra Grünendahl

Jaume Plensa im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Die großformatigen Frauenportrait-Skulpturen scheinen wie für die hohen Räume im Museum geschaffen. Hier treten sie in Dialog mit dem Betrachter, der sie aus unterschiedlichsten Blickwinkeln wahrnimmt. Trotz ihrer Größe wirken sie filigran, je nach Material auch transparent. Insbesondere die weibliche Figur, aber auch der Mensch an sich steht im Zentrum seines Schaffens: Jaume Plensa (*1955) findet seine Modelle auf der ganzen Welt. Vor dem Museum empfängt die Besucher die monumentale Skulptur „Flora“ (2021). Ein absolutes Highlicht der Werkschau ist die „Invisible Anna“ (2018) im Siloraum: Der große transparente Kopf aus Edelstahlstäben begeistert hier die Besucher mit ihrer ebenso kraftvollen wie poetischen Präsenz, die sich von allen Seiten erkunden lässt: Sie beherrscht den Raum mit ihrer stillen Ausstrahlung. Die Werke Plensas sind gleichermaßen rätselhaft wie inspirierend. Sie laden zur Kontemplation über Identität, Schönheit, Vergänglichkeit und menschliche Verbundenheit ein.

 

Jaume Plensa im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zeigt seit Ende Juni die bislang größte museale Einzelausstellung des spanischen Bildhauers Jaume Plensa mit dem Titel „Invisible“, die viele (auch auswärtige) Besucher in den Duisburger Innenhafen zieht. Erstmals seit zehn Jahren präsentiert ein deutsches Museum den Künstler: Mit rund 50 eindrucksvolle Frauenporträts eröffnet sie einen faszinierenden Einblick in das Werk eines Künstlers, dessen Arbeiten Menschen weltweit berühren. Die ausgestellten Skulpturen und Bilder stammen aus den letzten zehn Jahren. Neben den zahlreichen, überwiegend großformatigen Skulpturen aus rostfreiem Stahl (teils auch bemalt), Corten-Stahl oder Gusseisen säumen die Papierarbeiten überwiegend in Mischtechnik und Tafeln aus Aluminiumguss („Forgotten Dreams“, die UN-Charter) die Wände – und vor dem Museum im Innenhof trotzt „Flora“ , eine Skulptur aus Polyesterharz, Wind und Wetter.

 

 
 
Der Künstler und der Katalog

Jaume Plensa im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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International bekannt wurde Jaume Plensa (*1955 in Barcelona) durch seine monumentalen Arbeiten im öffentlichen Raum, die seit mehr als zwei Jahrzehnten auf allen Kontinenten zu sehen sind. Zu seinen jüngsten Höhepunkten zählt das Project „Secret Garden“, das im Sommer 2025 anlässlich der Salzburger Festspiele auf dem Residenzplatz in Salzburg präsentiert wurde. In Deutschland realisierte er unter anderem die Großskulpturen „Laurelle“ (2024) in Bonn Bad-Godesberg, „Body of Knowledge“ (2010) in Frankfurt am Main und „Gläserne Seele“ (2000) in Potsdam. Heute gilt Jaume Plensa als einer der bedeutendsten universellen Künstler der Gegenwart.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jaume_Plensa
https://jaumeplensa.com/

 

Invislible Anna: Jaume Plensa im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Anlässlich der Ausstellung erscheint eine 64-seitige großformatige Publikation im Wienand Verlag mit Ausstellungsansichten, einem Gespräch zwischen Walter Smerling und Jaume Plensa sowie einem Essay von Clemens J. Setz: „Vor ihnen [den Skulpturen] stehend, bleiben wir allein mit uns selbst, und das nicht eingeschüchtert oder unerfüllt, sondern beschenkt und eigentümlich erhöht“, fasst der Essayist hier die Wirkung von Plensas Arbeiten zusammen.

 
 
 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Vier Räume: Sammlung neu präsentiert

Vier Räume (hier Rosemarie Trockel): Sammlung neu präsentiert im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Vier Räume (hier Candida Höfer): Sammlung neu präsentiert im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst hat „Vier Räume“ seiner Sammlungspräsentation mit Werken aus der Sammlung Ströher neu gestaltet: Mit bedeutenden Werken von Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Sigmar Polke und Georg Baselitz. Rosemarie Trockels spektakuläre Herdbilder und überdimensionierte Bürsten spielen ebenso pointiert wie ironisch mit Rollenbildern und den Traditionen abstrakter Malerei. Candida Höfer führt mit sechs großformatigen Fotografien in prachtvolle Kirchen und Theater Lateinamerikas – faszinierende Bilder, die zugleich Fragen nach europäischem Einfluss und Kolonialismus aufwerfen. Sigmar Polke ist mit drei großformatigen Gemälden aus den Jahren 1988 bis 1992 vertreten. Sein Werk „Entartete Kunst“ gewinnt dabei eine geradezu bedrückende Aktualität. Neu gestaltet wurde auch der Baselitz-Raum: Das mehrteilige Kleine Straßenbild mit 28 Tafeln und Vorzeichnungen von 1979 zeigt Georg Baselitz an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung – so nah an der reinen Abstraktion wie kaum zuvor.

Vier Räume (hier Sigmar Polke): Sammlung neu präsentiert im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „Jaume Plensa – Invisilble“ ist noch bis zum 1. November 2026 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus wird ab dem 8. Oktober die Sonderschau mit Nachkriegskunst aus der Sammlung Haniel gezeigt (bis Oktober 2027). Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Mit dem Tod von Ulrich Ströher im November 2025 ist die Kunstsammlung im Besitz von Sylvia Ströher und ihrer Tochter Ina.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung 1999 von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Kunstsammlung Ströher im MKM. Direktor ist seit Museumsgründung Walter Smerling.

 
© 2026 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 


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