Pustekuchen, Schabernack und Plutimikation: Auf ins Abenteuer mit Pippi, Michel und Lotta Von Petra Grünendahl
Astrid Lindgren in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
Mit den einzigartigen Charakteren der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren (1907 bis 2002) sind Generationen von Kindern aufgewachsen, seit „Pippi Langstrumpf“ 1945 in Schweden und 1949 auch in Deutschland erschienen war: Geprägt wurden ihre Vorstellungen auch von den Illustrationen, die von unterschiedlichen Künstlern über Jahrzehnte hinweg gezeichnet die Geschichten begleiten. Pippi war erst der Anfang: Mutige Kinder, heile Welten, grenzenlose Abenteuer, aber auch geheimnisvolle Orte, rätselhafte Gestalten und mystische Erzählungen. Figuren wie Kalle Blomquist, die Kinder von Bullerbü, Karlsson vom Dach, Michel aus Lönneberga oder Ronja Räubertochter: Lindgrens Helden prägten Kindheiten weltweit. Mit gezeichneten Gesichtern, die sich durch die außerordentliche künstlerische Qualität generationenübergreifend in das kollektive Gedächtnis eingeprägt haben. Manchmal geben Zeichnungen Details einer Handlung wieder, manchmal erweitern sie diese, immer aber tragen sie maßgeblich dazu bei, die Fantasie der (jungen) Leser anzuregen.
Dr. Sarah Hülsewig (Kurartorin), Silke Weitendorf, (ehemalige Verlegerin des Verlags Friedrich Oetinger), Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt und Linda Schmitz-Kleinreesink (Kuratorin) stellten die Ausstellung vor. (v. l.): Astrid Lindgren in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
In der Ausstellung „Astrid Lindgrens Welt in Bildern“ werden in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zum ersten Mal die Künstler in den Fokus gerückt und umfassend präsentiert, die fantasievoll und eigenwillig die Bücher der Autorin illustrieren. Mit Tusche-, Aquarell-, Acryl- und Collagetechniken tauchen sie tief in Astrid Lindgrens Geschichten ein. Sie entführen den Betrachter nach Bullerbü, Lönneberga oder nach Birkenlund und natürlich in die Villa Kunterbunt, in der Pippi Langstrumpf ein selbstbestimmtes Kinderleben führt. Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt stellte die Ausstellung zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Sarah Hülsewig und Linda Schmitz-Kleinreesink sowie Silke Weitendorf (ehemalige Verlegerin des Verlags Friedrich Oetinger) und Fredrika Wikland (Tochter der Illustratorin Ilon Wikland), vor.
Astrid Lindgren in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
Mehr als 300 originale Illustrationen in Schwarzweiß und in Farbe, zum Teil auch aus Schweden und Estland ausgeliehen, sowie Puppen aus dem Düsseldorfer Marionetten-Theater laden dazu ein, die berühmten Geschichten zu erinnern und sie gänzlich neu zu erleben. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie und ist einstanden in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Botschaft Berlin. Die Ausstellung wird am Samstagabend mit geladenen Gästen eröffnet. Die „Kinderausstellung“ eröffnet mit Familien bereits am Nachmittag (15 Uhr).
Astrid Lindgrens Welt und die Illustratoren
Astrid Lindgren in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
Astrid Lindgren (1907 bis 2002) gehört mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren der Welt. Ihre Werke sind in 106 Sprachen erschienen, damit gehört sie zu den meistübersetzten Autoren. In Deutschland ist sie mit einer Gesamtauflage von weit über 20 Millionen Exemplaren erfolgreich wie kaum ein anderer Kinder- und Jugendbuchautor. Die Schriftstellerin ist die geistige Mutter von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Madita, Mio, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach, den Kindern aus Bullerbü, den Brüdern Löwenherz und vielen anderen Figuren. (Quelle: Wikipedia)
Astrid Lindgren in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
Erstmals vereint die Schau in der Ludwiggalerie die wichtigsten Lindgren-Illustratoren, die im deutschsprachigen Raum das Aussehen ihrer Charaktere prägen und Lindgrens literarische Werke auf der Bildebene zum Leben erwecken: Jutta Bauer, Björn Berg, Katrin Engelking, Eva Eriksson, Astrid Henn, Volker Heydorn, Hans-Joachim Krantz, Horst Lemke, Rolf Rettich, Walter Scharnweber, Maria Nilsson Thore, Marit Törnqvist und Ilon Wikland. Die Namen deuten es an: Teilweise sind für die deutschen Ausgaben von Astrid Lindgrens Büchern die schwedischen Zeichnungen übernommen worden, teilweise sind die Werke aber auch von deutschen Zeichnern neu illustriert.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter 192-seitiger Katalog im Hirmer Verlag. Herausgeber sind Sarah Hülsewig, Linda Schmitz-Kleinreesink (Kuratorinnen der Ausstellung) und Christine Vogt. Das Buch ist zum Preis von 35 Euro im Museums-Shop im Kleinen Schloss oder im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7774-4856-5).
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl
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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. _____________________________
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 17. Januar 2027. Im Kleinen Schloss ist bis zum 4. Oktober 2026 die sehr sehenswerte Ausstellung „Von Adamas bis Zauberlehrling. Kunst in Oberhausen – fotografiert von Rainer Schlautmann“ zu sehen. Ab dem 18. Oktober 2026 ist mit „Ruth Orkin – Die Welt im Fokus. Fotografien zwischen 1940 und 1960“ erneut eine starke weibliche Position vertreten (bis 14. Februar 2027). Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 22,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 19,00 Euro.
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl. _____________________________
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Sarah Hülsewig bzw. mit Linda Schmitz-Kleinreesink):
Sonntag, 27. September 2026, 15 Uhr,
Sonntag, 25. Oktober 2026, 15 Uhr,
Sonntag, 22. November 2026, 15 Uhr,
Sonntag, 13. Dezember 2026, 15 Uhr, und
Sonntag, 10. Januar 2027, 15 Uhr.
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl. ______________________________
Zu Sonderausstellungen gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Events sowie Führungen der Kunstvermittlung. Alle Führungen (außer Gruppenführungen) sind im Museumseintritt inklusive. Das vielfältige Rahmenprogramm umfasst unter anderem Spunk und Unfug! (20. September, 15 Uhr), Astrid Lindgren zu Besuch! (9. Oktober, 15 Uhr) oder die Filmvorführung „Astrid Lindgren. Die Menschheit hat den Verstand verloren“ (25. Oktober, 11 Uhr) sowie ein Offenes Kinderatelier (sonntags 11,30 bis 13 Uhr) und die Eltern-Baby-Zeit (mittwochs um 10 Uhr). Dazu kommen weitere Themenführungen oder Workshops für Erwachsene sowie für Kinder & Jugendliche im Rahmen von museumspädagogischen Angeboten (auch als Gruppenführungen). Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer zur Ausstellung sowie hier.
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen
Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Schloss Oberhausen. _____________________________
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Geöffnet hat die Gedenkhalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen! www.gedenkhalle-oberhausen.de