Diskussionen vor der Sitzung des Stadtrates. Foto: Petra Grünendahl.
Der Rat der Stadt Duisburg hat in seiner Sitzung am 3. Juli das Bürgerbegehren gegen die Realisierung eines Designer Outlet Centers auf dem alten Güterbahnhofsgelände für zulässig erklärt.
Für die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens waren mindestens 10.879 gültige Unterschriften von Bürgern der Stadt Duisburg erforderlich. Die Prüfung der Stadt hat ergeben, dass das Quorum erreicht wurde.
Gleichzeitig hat der Rat allerdings mehrheitlich beschlossen, dass dem Bürgerbegehren nicht entsprochen wird.
Somit ist nun innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid durchzuführen. Geplanter Termin für den Bürgerentscheid ist der 24. September, also gemeinsam mit der Bundestagswahl und der Wahl des Oberbürgermeisters.
Eröffnung am Freitag, 30. Juni, am dem Beecker Marktplatz Von Petra Grünendahl
Plakatmotiv: Duisburg Kontor.
Schon in einer Woche startet die 478. Beecker Kirmes: Vorgezogen auf einen neuen Termin, dafür mit wieder mit mehr Fahrgeschäft-Attraktionen – unter dem Motto „Beeck macht Bock“. Verweilkultur wird groß geschrieben auf der Beecker Kirmes, der größten Kirmes am Niederrhein: Mit Sitzgelegenheiten, Ausschankbetrieben mit Biergärten, Winzern vom Merteshof mit einem Weinstand auf dem Marktplatz oder dem größte reisende Fischrestaurant mit Verkauf vorne und einer klassischen Gastronomie hinten mit frisch zubereitetem Fisch will man beim Publikum als Begegnungsstätte punkten. Als traditioneller Familientag lockt der Montag mit Nachlässen bis zu 50 Prozent.
Stellten die Planungen zur Beecker Kirmes vor (v. l.): Mike Bengel (Schaustellerbund Groß-Duisburg), Peter Joppa (Geschäftsführer Duisburg Kontor), Daniela Stürmann (Bezirksbürgermeisterin Meiderich/Beeck) und Patrick Damberg (Leiter Kommunikation von Sponsor König Brauerei / Bitburger Braugruppe). Foto: Petra Grünendahl.
Mit der 478. Beecker Kirmes versucht Veranstalter Duisburg Kontor in diesem Jahr einen Neubeginn am ersten Juli-Wochenende. Der Terminkalender der großen Kirmes-Veranstaltungen in der Region wird damit entzerrt, die terminliche Nähe zu anderen Events aufgegeben, die der Beecker Veranstaltung in den letzten Jahren das Leben immer schwerer machten. Der erste Sonntag im Juli ist künftig der Termin, um den sich die fünf Tage des Beecker Volksfestes herum gruppieren. Bis zum 4. Juli mit abschließendem Feuerwerk gastieren rund 180 Geschäfte auf dem Festgelände hinter dem Beecker Oberhof, auf dem Beecker Marktplatz und in den angrenzenden Straßen. Auch dank des neuen Termins konnten außergewöhnliche Fahrgeschäfte wie Gladiator, Devil Rock, Berg & Tal, Jetforce und Bayernstar gewonnen werden. Besuchermagnete wie das Riesenrad und Breakdance sind ebenfalls wieder dabei. Insgesamt dürfen sich die Kirmes-Besucher über 18 Groß- und Rundfahrgeschäfte, elf Kinder-Fahrgeschäfte und 160 Reihengeschäfte freuen.
Große Eröffnungsfeier am Freitag
Achterbahn „Berg & Tal“. Foto: Duisburg Kontor.
Impressionen von der Beecker Kirmes 2015. Foto: Petra Grünendahl.
Am Freitag, 30. Juni, geht es los: Ab 15.30 Uhr beginnt die Eröffnungsfeier mit dem Elvis-Imitator Nevres, der dem Publikum einheizen wird, bevor die Ruhrpott-Guggis gemeinsam mit den Fahnenträgern des Schaustellerbundes Groß-Duisburg zur Bühne ziehen. Um 16 Uhr eröffnen dann offiziell Oberbürgermeister Sören Link, Albert Ritter (Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V.), Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann und Peter Joppa, Geschäftsführer von Veranstalter Duisburg Kontor, die Kirmes mit einer kurzen Ansprache und dem traditionellen Fassanstich.
Auf der Marktplatz-Bühne locken lokale Acts und Bands wie beispielsweise die Eastwind Band oder die Heart Beats Band mit einem umfangreichen Musikprogramm. Tradition hat das Rahmenprogramm: Neben dem Familientag zählen hierzu der Ökumenische Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf dem Marktplatz, nach dem ab 11 Uhr Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann zum Bürgerfrühschoppen lädt. Geöffnet haben Stände und Fahrgeschäfte an allen Tagen zwischen 15 und 24 Uhr, Sonntag sogar ab 11 Uhr. Das Höhenfeuerwerk am 4. Juli beginnt mit Einbruch der Dunkelheit (wohl gegen 22.45 Uhr, wobei das ein wenig vom Wetter abhängig ist).
Digitalisierung und die Geschäftsmodelle der Zukunft Von Petra Grünendahl
Traditionsveranstaltung in der Niederrheinischen IHK: das mittlerweile 9. BranchenForum SchifffahrtHafenLogistik. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Binnenschifffahrt ist von ihren Prozessen her innovativer als der Schienengüterverkehr“, erklärte Axel Götze-Rohen, der als Geschäftsführer der Bargelink GmbH seit über 17 Jahren eine Schnittstelle für Gütertransporte in der Binnenschifffahrt anbietet: Nahezu alle Reeder und Schiffseigner würden über seine Plattform Transportkapazitäten anbieten, die entsprechend von Befrachtern nachgefragt würden. Bargelink ist hier mittlerweile nicht mehr der einzige Akteur auf dem Markt: Im Hafen Antwerpen gibt es eine ähnliche Plattform, und auch die in Duisburg ansässige Imperial Logistics International vernetzt über die digitale Plattform IFMS (Imperial Freight Management System) Angebote von und Nachfrage nach Transportkapazitäten. Längst spielt die Digitalisierung nicht nur in der Logistik allgemein, sondern auch besonders in der maritimen Logistik eine wichtige Rolle, die näher zu beleuchten Fachleute aus der Branche nach Duisburg gekommen waren.
Referenten und Podium (v. l.): Michael Wax, Ralf Düster, Dr. Christoph Köster (Hauptgeschäftsführer des VVWL), Moderator Michael Cordes, Dr. Hansjörg Rodi, Kristin Kahl, Axel Götze-Rohen, Sebastian Schambach, Dr. Dieter Lindenblatt, Carsten Taucke und IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.
Bereits zum neunten Mal richtete der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL) zusammen mit dem Logistik-Cluster NRW das BranchenForum SchifffahrtHafenLogistik im großen Saal der Niederrheinischen IHK an der Mercatorstraße aus. Unter dem Motto „Unternehmen und Geschäftsmodelle der Zukunft“ diskutierte die Branche über Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf die globale und die maritime Logistik. Dass hier nicht nur Start-ups erfolgreich mit neuen Geschäftsprozessen agieren, bewiesen Vorstände von Global Playern der „Old Economy“ wie Dr. Hansjörg Rodi, Geschäftsführer Deutschland (CEO) bei Kühne & Nagel, und Carsten Taucke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Imperial Logistics International, die in ihren Hauptvorträgen ihre digitalen Plattformen und Transport-Management-Systeme vorstellten. Als Dritter im Bunde der Hauptredner stellte Michael Wax, Mitgründer und CCO der Freighthub GmbH, das Geschäftsmodell einer volldigitalen Internet-Spedition vor, die ausschließlich als Dienstleister und Vermittler agiert, aber keine eigenen Transportkapazitäten vorhält.
Märkte, Geschäftsmodelle und Beschäftigung: Auswirkungen von Digitalisierung und Industrie 4.0
Das Podium (v. l.): Axel Götze-Rohen, Ralf Düster, Sebastian Schambach, Dr. Dieter Lindenblatt, Kristin Kahl und Moderator Michael Cordes. Foto: Petra Grünendahl.
„Von Start-ups lebt die Wirtschaft“, gab Ralf Düster, Geschäftsführer der Setlog GmbH, in seinem Impulsreferat in die Podiumsdiskussion der Veranstaltung. Dass diese Start-ups mit ihren Geschäftsmodellen auch die „Old Economy“ antreiben und vorantreiben, machten weitere Vertreter des Podiums deutlich. Neben Düster waren dies unter der Moderation von Michael Cordes (Redakteur Verkehrsrundschau) Kristin Kahl (Contargo GmbH & Co. KG), Axel Götze-Rohen (Bargelink GmbH), Sebastian Schambach (Unternehmensberater von der Oliver Wyman GmbH) und Dr. Dieter Lindenblatt (Repräsentant des Hafens Antwerpen in Deutschland). Gerade in der Binnenschifffahrt spiele die Digitalisierung eine immer wichtiger Rolle, war man sich einig: Das reicht von der Buchung von Transporten über Portale, die Angebot und Nachfrage von Transportkapazitäten zusammenführen, über die Transparenz der Preisgestaltung (bei immer mehr „All-in-Preisen“) bis hin zur Verfolgung von Gütertransporten gegebenenfalls über unterschiedliche Verkehrsträger hinweg. Auch wenn der Transportweg analog bleibt: Die verbundenen Prozesse werden digitaler – und müssen dies werden, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Auch wenn einige Vertreter auf dem Podium zumindest einen steigenden Anteil der Binnenschifffahrt am Gesamttransportaufkommen nicht erwarten: „Wir brauchen die Binnenschifffahrt, um Klimaziele zu erreichen“, erklärte Gerd Deimel, ehemaliger Chemie-Manager und Sprecher der Initiative des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) für Infrastruktur (C2I Consulting to Infrastructure). „Der Binnenschifffahrtsanteil am Modalmix muss steigen.“
Kampf um Liebe, Loyalität und Freiheit Von Petra Grünendahl
Celine Byrne (Elisabetta di Valois), Liang Li (Filippo II.), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Eigentlich war Elisabetta di Valois (Celine Byrne) Don Carlo (Gianluca Terranova) zur Ehe versprochen worden. Doch dann hatte die französische Prinzessin aus Gründen der Staatsräson seinen Vater, Filippo II. (Liang Li) geheiratet, den König von Spanien. Don Carlo leidet darunter, Elisabetta nicht mehr lieben zu dürfen. Sein Freund Rodrigo di Posa (Bogdan Baciu) versucht, ihn für den Freiheitskampf in Flandern zu begeistern: die Niederlande waren spanisch besetzt und kämpfen um ihre Freiheit von Spanien und der katholischen Kirche. Prinzessin Eboli (Sarah Ferede) ist in Don Carlo verliebt, will ihn für sich gewinnen. Als sie erkennt, dass dieser seine Stiefmutter liebt, zettelt sie eine Intrige an, die für Rodrigo, der sich für seinen Freund opfert, tödlich endet. Sterben wird auch Don Carlo, nachdem der Großinquisitor (Sami Luttinen) dem Vater gestattet hat, den Sohn wegen Hochverrats zu töten. Der Wunsch nach Freiheit, den Verdi in diesem Werk (ebenso wie Schiller in seiner Drama-Vorlage) propagierte, scheitert an der Macht der Kirche.
Bogdan Baciu (Rodrigo di Posa), Sarah Ferede (Eboli), Gianluca Terranova (Don Carlo). Foto: Hans Jörg Michel.
Ihre Premiere feierte im nahezu ausverkauften Theater Duisburg vor einem begeisterten Publikum die Oper „Don Carlo“ von Giuseppe Verdi (1813–1901). Verdis Oper basiert auf Friedrich Schillers Drama „Don Carlos“, an dessen Interpretation der Geschichte – den Kampf für die Freiheit – sich Verdi anschloss. Uraufgeführt wurde „Don Carlo“ in fünf Akten mit einem französisch-sprachigen Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle 1967 in Paris. Regisseur Guy Joosten hat hier die gestraffte Fassung (vier Akte) in italienischer Sprache (Text von Antonio Ghislanzoni) für die Deutsche Oper am Rhein auf die Bühne gebraucht, die 1984 in der Mailänder Scala ihre erste Aufführung feierte. Die historische Grundlage für Drama und Oper liegt im Spanien des 16. Jahrhunderts, als sich die Niederländer gegen die spanischen Besatzung und die Einführung der Inquisition zur Wehr setzten. Die Figuren orientieren sich an historischen Vorbildern, allerdings unterliegt ihre Charakterisierung doch sehr den Perspektiven dichterischer Freiheit. Die Aufführung des Vierakters in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln dauert dreieinviertel Stunden (inklusive eine Pause).
Großes Kino mit herausragenden Akteure
VORNE: Celine Byrne (Elisabetta di Valois), Liang Li (Filippo II.) HINTEN: Dimitra Kotidou (Tebaldo), Sarah Ferede (Eboli), Bogdan Baciu (Rodrigo di Posa), Chor und Extrachor. Foto: Hans Jörg Michel.
Sängerisch wie schauspielerisch weckten die herausragenden Akteure die gut herausgearbeiteten Charaktere der Verdi-Oper zum Leben: Die farbenprächtige Inszenierung konzentrierte sich auf die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander. Neben den bewährten Sängern des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein hatte man zum Beispiel mit den Gastverpflichtungen von Celine Byrne (Elisabetta) und Gianluca Terranova (Don Carlo) einen guten Griff getan. Das begeisterte Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus. Mit minutenlangen stehenden Ovationen verabschiedeten sie schließlich nach einem langen und sehr gelungenen Opernabend die Akteure.
Gianluca Terranova (Don Carlo), Bogdan Baciu (Rodrigo di Posa). Foto: Hans Jörg Michel.
Hervorragende Duisburger Philharmoniker spielten Verdis grandiose Komposition unter der Leitung von Lukas Beikircher. Für die Partie des Solo-Violoncello hatte die Deutsche Oper am Rhein Fulbert Slenczka verpflichtet. Ensemble- und Gastsänger unterstützte der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung Gerhard Michalski. Für Guy Joostens Inszenierung hat Alfons Flores ein schlichtes Bühnenbild entworfen, welches sehr eindrucksvoll vom Lichtdesign von Manfred Voss, der schon häufiger mit Flores zusammen gearbeitet hatte, in Szene gesetzt wurde. Für die Kostüme zeichnet Eva Krämer verantwortlich.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Do | 15. Juni 2017 | 18:30 Uhr,
Sa | 17. Juni 2017 | 19:30 Uhr,
Fr | 23. Juni 2017 | 19:30 Uhr,
Do | 29. Juni 2017 | 19:30 Uhr und
Sa | 1. Juli 2017 | 19:30 Uhr.
Gianluca Terranova (Don Carlo), Bogdan Baciu (Rodrigo di Posa). Foto: Hans Jörg Michel.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,70 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Drittklässler üben Verkehrssituationen im geschützten Raum Von Petra Grünendahl
Der mittlerweile pensionierte Polizist Horst Sommer übernahm bei der Eröffnung 1969 mit sieben Kollegen die Verkehrserziehung der Grundschüler in Rheinhausen. Foto: Petra Grünendahl.
„Mit meinen Söhnen Andre und Marc habe ich hier schon vor der Grundschule Verkehrserziehung gemacht“, erzählte Horst Sommer. Der ehemalige Polizist war damals Bezirksbeamter in Rheinhausen und hat seit der Eröffnung der Jugendverkehrsschule an der GGS Bergheimer Straße Kindern der Rheinhauser Grundschulen das Einmaleins des Verhaltens im Straßenverkehr beigebracht: Dreizehn Jahre lang bis zu seiner Versetzung nach Neudorf. Rund 114.500 Kindern hätten sie in den Jahren insgesamt betreut, erklärte Sommer. Er und seine damals sieben Kollegen durften einerseits nur in ihrer Freizeit dort (ehrenamtlich) tätig sein, aber in Dienstuniform. Das war so gewollt: „Neben Spaß und Spiel bei der Verkehrserziehung sollten die Kinder auch Kontakt zur Polizei bekommen“, so der Ex-Polizist. Das sei auch nach der Eingemeindung so geblieben. Die Duisburger Regelung sei nicht übernommen worden: Dort waren an den beiden Jugendverkehrsschulen in Walsum und Duissern pensionierte Polizeibeamte im Einsatz.
Freuten sich über die zeitgemäß gestaltete Anlage der Jugendverkehrschule Rheinhausen (v. l.): Herbert Schulz (Bürgerstiftung), Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
Nach der Neugestaltung konnte die Jugendverkehrsschule an der Bergheimer Straße wieder nun in Betrieb genommen werden. Bei einem Pressetermin übergaben Oberbürgermeister Sören Link, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und Herbert Schulz, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Duisburg, die Anlage an die Grundschulen im Westen der Stadt. Die Neugestaltung war nötig, weil die Einrichtung nach fast 48 Jahren zum einen baulich nicht mehr in dem besten Zustand war, aber auch aktuellen Verkehrsanforderungen nicht mehr entsprach. Nach einer grundlegenden Reinigung des teils zugewachsenen Asphalts teilte man die Straßenabschnitte neu auf, legte Radwege und Schutzstreifen auf der Fahrbahn an und erneuerte die Verkehrsschilder. Ein verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) und ein Kreisverkehr vervollständigen den Verkehrsübungsplatz: Hier können Schüler zum Ende der dritten Klasse nach einer theoretischen Schulung in einem geschützten Bereich die Praxis erproben, bevor sie unter Anleitung von Lehrern, Polizisten der Verkehrsunfallprävention und Eltern im realen Verkehr zum Schuljahresende ihre Fahrradprüfung ablegen.
Am 1. September 1969 an die Stadt Rheinhausen übergeben
Neu gestaltet konnte die Jugendverkehrsschule an der Bergheimer Straße wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Foto: Petra Grünendahl.
Die rund 3.800 Quadratmeter große Anlage mit 1.700 Quadratmetern Fahrbahn-, Rad- und Gehwegsflächen war im Jahr 1969 für rund 112.000 D-Mark (inklusive Funkanlage) hinter der Grundschule Bergheimer Straße errichtet worden. Weitere 100.000 D-Mark investierte man drei Jahre später in einen Pavillon mit Schulungsraum, wo dann vor dem praktischen Teil die Theorie vermittelt werden konnte. „Die Idee war, den Kindern Verhaltensweisen für den Straßenverkehr zu vermitteln und in einem Schonraum mit ihnen einzuüben“, erzählte Horst Sommer. Auf Streife in Rheinhausen sei er damals oft von seinen Verkehrsschülern angesprochen worden und dann auch mit den Eltern ins Gespräch kommen, erinnerte er sich.
In den Anfangsjahren übten die Polizisten außerhalb ihrer Dienstschichten täglich vormittags (außer an Sonn- und Feiertagen sowie in den Schulferien) mit Schülern der Klassen zwei bis vier und ihren Lehrern, erinnerte sich Horst Sommer. Heute kann jede Grundschule zwei Mal im Jahr mit ihren dritten Klassen auf die Anlage. Es gäbe aber auch noch Zusatztermine, zu denen die Schulen mit anderen Klassen auf die Anlage könnten, erzählte eine Verkehrserziehungskoordinatorin.
Als die Kett-Cars noch Autos ersetzten
In der Anfangszeit waren bei Übungsstunden neben Fußgängern und Radfahrern auch Kett-Cars auf dem Platz unterwegs, die für den Autoverkehr standen: Sie waren ebenso wie die Fahrräder (und Schulungsmaterial) von der Shell-Jugendstiftung gesponsert worden und entsprechend in Gelb und Rot lackiert und mit Logo verziert. Den Rollentausch gibt es heute nur noch zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern. Kett-Cars fahren auf der Anlage nicht mehr.
Sogar an seine Fahrten mit dem Tret-Trecker kann sich Andre Sommer noch erinnern. Er war drei Jahre alt, als ihn sein Vater in der Anfangszeit mit auf den Kinder-Verkehrsübungsplatz nahm. Später, während seiner Grundschulzeit in den frühen 1970er-Jahren waren er dann beim Verkehrstraining mit Fahrrad und Kett-Car auf dem Parcours unterwegs. Und später genoss er das Privileg, noch mit Mofa und 80er üben zu können, da sein Vater Zugang zur Übungsstrecke hatte.
Netzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ bedankt sich bei den Unterstützern
Sponsoren ermöglichten die Sanierung der Jugendverkehrsschule an der Bergheimer Straße (v. l.): Herbert Schulz (Bürgerstiftung), Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, Verkehrserziehungskoordinatorin Brigitte Vogel und Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
Ermöglicht hatten die Neugestaltung mehrere Unternehmen wie Total oder die Verkehrswacht Duisburg mit finanzieller Unterstützung. Wirtschaftsbetriebe und das Immobilien-Management Duisburg (IMD) trugen mit Arbeitsleistungen dazu bei. Die Projektsteuerung oblag der Bürgerstiftung Duisburg in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, den Wirtschaftsbetrieben und der Polizei. Alle Planungen wurden mit den Verkehrserziehungskoordinatorinnen der Grundschulen abgestimmt. Die Erneuerung der Anlage hat rund 25.000 Euro verschlungen, die über Geld- und Sachleistungen aufgebracht worden sind. Mit der Anlage an der Bergheimer Straße ist nun die Sanierung aller Jugendverkehrsschulen in Duisburg abgeschlossen.
Westeuropa muss eine eigene Vision der Seidenstraße entwickeln Von Petra Grünendahl
Die Hafenchefs von Triest und Duisburg erklärten ihre künftige Zusammenarbeit in einem Pressegespräch (v. l.): Zeno D’Agostino und Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.
„Triest bekommt über den Duisburger Hafen den Zugang zur nördlichen Seidenstraße, duisport über Triest eine Anbindung im Süden über die maritime Seidenstraße“, fasste Hafenchef Erich Staake zusammen, welchen Gewinn sich er und der Triester Hafenchef Zeno D’Agostino von der neuen Kooperation versprechen. Mit einer verstärkten Verbindung zwischen beiden Häfen auf dem Schienenweg wollen sie sich in Westeuropa aufstellen, eigene Visionen und Ideen für den Handel mit China zu entwickeln. Beide Häfen erweitern mit dieser Verbindung ihr Dienstleistungsportfolio und damit die Attraktivität für ihre jeweiligen Kunden. Staake sieht in Triest einen italienischen Hotspot, der in den letzten Jahren unter Zeno D’Agostino enorm an Bedeutung gewonnen habe. Im Gegenzug sieht D’Agostino duisport als Benchmark auch für die eigene Entwicklung: Weg von der reinen Hafenbehörde (Landlord), hin zum Logistik-Dienstleister. Die hierfür nötigen gesetzlichen Grundlagen habe der italienische Staat erst jüngst geschaffen, erzählt Staake.
Unterschrieben eine Kooperationsvereinbarung für den Porto Trieste und den Duisburger Hafen (v. l.): Zeno D’Agostino und Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.
In Ruhrort unterzeichneten Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, und Zeno D’Agostino, Presidente de porto Trieste, eine Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit. Im Rahmen dieser Kooperation wollen duisport und der norditalienische Adria-Hafen den Schienengüter- und Trailerverkehr ausbauen. Zudem planen die Partner, gemeinsam intermodale Hinterlandterminals als Logistikzentren im Umland des größten italienischen Seehafens zu planen und zu errichten. Über diese Zusammenarbeit optimieren beide Häfen ihre Einbindung in die chinesische Seidenstraßen-Initiative. Von duisport verkehren über den Landweg der nördlichen Seidenstraße bereits 25 Güterzüge wöchentlich zu mehreren Zielen in China. Der Hafen Triest ist über das Mittelmeer und den Suezkanal auf dem Seeweg mit Südchina verbunden. Gemeinsame Ideen und Visionen für eine Entwicklung machten die beiden Hafenchefs als Antrieb für ihre Initiative aus.
Europäische Netzwerke stärken
Die Hafenchefs von Triest und Duisburg erklärten ihre künftige Zusammenarbeit in einem Pressegespräch (v. l.): Zeno D’Agostino und Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.
Nicht nur den Weg nach China haben die Duisburger hier im Sinn: „Über Triest weiten wir unseren Gütertransport von und nach Griechenland und die Türkei aus“, erzählte duisport-Chef Staake. Triest sei ein wichtiger Hafen für den türkischen Markt. Schon heute verkehren zwei Trailerzüge täglich, die insbesondere für den türkischen Markt ein bevorzugtes Transportmittel sind: Das soll weiter ausgebaut werden. Neue Containerterminals im Triester Hafen profitieren davon, dass mit einer Wassertiefe von 18 Metern auch die größten Containerschiffe (22.000 TEU*) hier anlegen und ihre Fracht löschen können. Das bedeutet besten Zugang über das Meer für ein intermodales Netzwerk. Dieses sei zwar schon groß, aber noch nicht so umfassend wie das der Duisburger, räumte D’Agostino ein: „Vor zwei Jahren wären wir noch nicht in der Lage gewesen, mit Duisburg über eine Kooperation zu verhandeln“, wies er auf immense Zuwächse und Entwicklungen in diesem Zeitraum hin. Auch die Chinesen investieren mittlerweile in Häfen am Mittelmeer (z. B. Piräus, Griechenland). Die Bedeutung der südlichen Seidenstraße, die, so Staake, Transportzeiten einspare, steigt künftig weiter an. Wichtig für Westeuropa sei, hier eigene Strategien zu entwickeln und zu verfolgen, sind sich die neuen Kooperationspartner einig.
*) TEU = Twenty Foot Equivalent Units (Standardcontainergröße)
Verkehrsträger Schiene treibt Duisburgs
Entwicklung als Industriestandort Von Petra Grünendahl
Der alte Central Bahnhof befand sich noch zwischen den Gleisen. Foto: Reinhold Stausberg / Sutton Verlag.
Mit dem Anschluss an das überregionale Bahnnetz 1846 begann ein neues Kapitel Duisburger Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte. Eisenbahngesellschaften wie die Köln-Mindener, die Rheinische oder die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft durchzogen das heutige Stadtgebiet mit ihren Gleisstrecken. Die Industrie brachte Zechen-, Werks- und Feldbahnverkehre auf die Schiene. Die Schienenwege ergänzten Bahnhöfe, Brückenbauwerke und Betriebswerkstätten, die jahrzehntelang Ansichten der Stadt bestimmten. Engagierte Stadtgeschichtsforscher haben sich dieses Themas angenommen und Bildmaterial und Informationen zusammen getragen, die Entwicklungen des Eisenbahnverkehrs bis heute aufzeigen. Von der Dampflokomotive (Betrieb bis 1977) über die Diesellok bis hin zu elektrisch angetriebenen Varianten, zeigen die Fotos die Entwicklung des Verkehrsträgers auf. Während die Dampflok ganz verschwand und nach der 1962 abgeschlossenen Elektrifizierung der rechtsrheinischen Bahnstrecken die E-Loks im öffentlichen Schienennetz andere Antriebsarten ablösten, blieben in Industrie- und Werksverkehren die Diesellokomotiven erhalten.
Die Glück-auf-Schranke an der Düsseldorfer Straße / Ecke Mercatorstraße. Züge mit Dampflokomotive verkehrten hier bis 1977. Foto: Studio der Heimat/ Sutton Verlag.
Mit ihrem neuen Buch „Die Duisburger Eisenbahn in alten Fotografien“ hat die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. ihr mittlerweile 18. Buch im Sutton Verlag vorgelegt. Das Buch spricht Schienenbegeisterte ebenso an wie lokalhistorisch Interessierte, die auf vielen Bildern alte Ansichten ihrer Stadt wiedererkennen werden. Neun Kapitel erleichtern dem Leser den Überblick. Sortiert haben die Autoren Fotos und Texte nach Personen- oder Güterverkehr, Zechen-, Werks- und Feldbahnen, Bahnhöfe, Verschiebebahnhöfe bzw. Bahnbetriebswerke sowie Brücken und Bauwerke. Dazu kommen Kapitel zu „Ereignissen und Begebenheiten“ sowie „Erinnerungen“ für alles, was nicht anderweitig zuzuordnen war.
Hochfeld-Rheinhauser Eisenbahnbrücke: Die erste von 1874 wurde 1926/27 durch diese neue ersetzt. Foto: Reinhold Stausberg / Sutton Verlag.
Aus Hunderten von Bildern wählten sie rund 160 zumeist bislang unveröffentlichte Ansichten aus, zu denen sie recherchierten und teils auch aus eigenem Erfahrungsschatz berichten konnten. Eine Kurzchronik rundet mit den wichtigsten Stationen der Entwicklung zwischen 1946 und 1908 die Ausführungen ab. Am Montag, 12. Juni, um 18.30 Uhr stellt Harald Molder das Buch im Raum „Scala“ im AWO-Seniorenzentrum Ernst Ermert an der Wintgensstraße in Duissern vor.
Zum Entdecken und Erinnern
Foto: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag.
Das Buch „Die Duisburger Eisenbahn in alten Fotografien“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 126 Seiten findet der Leser rund 160 bis dato unveröffentlichten Aufnahmen und Postkarten aus privaten Sammlungen. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten stammen aus 170 Jahren Eisenbahn in Duisburg, beginnend mit den 1840er-Jahren. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen von Mitgliedern der Zeitzeugenbörse Duisburg wie Gunther Asshauer, Frank Bocek, Melanie Patten, Reinhold Stausberg und Harald Molder bzw. dem Studio der Heimat, welches die Zeitzeugenbörse größtenteils übernehmen konnte, und dem ZZB-Archiv sowie aus Privatsammlungen von Heinrich Böll, Peter William Cooper, Kurt Dittmann, Paul de Vuyst und Friedhelm Stoeters. Neben den Bildgebern trugen auch Jürgen Jeike, Rainer Bongart und Hans Joachim Meyer vielfältige Informationen zu den Texten bei. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband ist im Sutton Verlag in der Reihe „Sutton Zeitreise“ erschienen und kostet 20 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-789-9).
Empfangsgebäude des Bahnhofs Hochfeld Süd, dahinter de Rangierbahnhof. Im umgebauten Bahnhofsgebäude befindet sich seit 2002 die Diskothek „Pulp“. Foto: Reinhold Stausberg / Sutton Verlag.
Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Mobilitätsrevolution: door2door-Plattform macht es möglich Das Berliner Technologie-Unternehmen door2door führt gemeinsam mit der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) deutschlandweit erstmals nachfrageorientierte Kleinbusse in einer Großstadt ein und optimiert so den Nahverkehr mit bedarfsgerechten Zusatzangeboten. Das Pilotprojekt mit einer Testphase bis 2019 stellt eine radikale Veränderung im ÖPNV-System dar und orientiert sich nicht am statischen Fahrplan, sondern auf Basis der Echtzeit-Nachfrage der Fahrgäste, die sich individuelle Fahrten von ihrem Standort zum gewünschten Ziel teilen können.
„Zeiten, in denen sich Menschen nur nach Fahrplänen und Haltestellen richten müssen, sind Geschichte. Der ÖPNV der Zukunft fährt mit einem Klick und von Tür zu Tür“, erklärt Dr. Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer des Berliner Technologieunternehmens door2door.
Vorreiter für solche Zukunftsinnovationen ist Duisburg, die als erste Großstadt in Deutschland noch im Laufe des Jahres ein On-Demand-Angebot – eingebettet in den bestehenden ÖPNV – einführt. Teil der Lösung sind nachfrageorientierte Kleinbusse, die von der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) eingesetzt werden. Die Kleinbusse sind eine Ergänzung zum Fahrplanangebot und folgen keinem statischen Fahrplan, sondern fahren auf Basis der Echtzeit-Nachfrage der Bürger und werden bequem via App bestellt. Dabei teilen sich Fahrgäste gemeinsame Fahrten in den Kleinbussen und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht.
„Zusammen mit der DVG zeigen wir, welche Potentiale die Zukunft öffentlicher Mobilität in der Stadt bereithält. Unsere Vision ist es, die Innenstädte langfristig autofrei zu machen und dabei den Komfort und die Flexibilität eines eigenen PKWs zu bieten“, so Kirschbaum weiter.
Basis für das neue Angebot ist die umfangreiche door2door-Mobilitätsplattform. Sie ermöglicht Kommunen und Verkehrsunternehmen autonom und eigenständig neue Mobilitätsangebote zu betreiben und sie in bestehende Verkehrsinfrastrukturen zu integrieren. Eine Plattform, die in Duisburg nun weiter ausgebaut wird. Gemeinsam wurde bereits im November 2016 die „DVG-App“ entwickelt, die alle vorhandenen Mobilitätsalternativen in der Stadt abbildet, vom Fahrrad, Leihfahrrad über Bus und Bahn bis zum Taxi. Der On-Demand-Bus stellt nun einen weiteren Baustein der Kooperation dar und ist eine innovative Ergänzung der Mobilitätskette.
„Mit dem On-Demand-Bus gehen wir neue Wege, um unseren Fahrgästen flexible und individuelle Lösungen zu bieten. Nachfragebasierte Angebote werden ein zunehmend wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft sein“, sagt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der DVG.“
In der bis Ende 2019 angelegten Testphase werden sowohl das Bediengebiet als auch die Betriebszeiten zunächst begrenzt sein. „Unsere Zielsetzung ist die dauerhafte Etablierung des bedarfsgerechten Zusatzangebotes und die Integration in das bestehende ÖPNV-System“, sagt Birgit Adler, Bereichsleiterin Betrieb und Markt bei der DVG und Projektleiterin.
Über door2door
door2door ist ein mehrfach ausgezeichnetes Technologieunternehmen, das die Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs unterstützt. Im Zentrum steht eine Mobilitätsplattform, die Kommunen und Verkehrsunternehmen ermöglicht neue, digitale Angebote einzuführen und die Plattform eigenständig zu betreiben. Gegründet im Jahr 2012 von Dr. Tom Kirschbaum und Maxim Nohroudi, beschäftigt es heute über 100 Mitarbeiter aus 20 Ländern. www.door2door.io https://blog.door2door.io
Über die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG)
Durch die einzigartige Lage zwischen Rhein und Ruhr ist Duisburg ein echter Verkehrsknotenpunkt. Die DVG sorgt dafür, dass im öffentlichen Personennahverkehr alles nach Plan läuft. Mehr als 63 Millionen Fahrgäste sind jährlich in 176 Bussen und 64 Bahnen unterwegs, das sind rund 170.000 Personen am Tag. Mit drei Straßenbahnlinien, einer Stadtbahnlinie und 32 Buslinien verknüpft die DVG mehr als 700 Haltepunkte in Duisburg. www.dvg-duisburg.de
Hauptverhandlung könnte nach der Terminplanung der Kammer am 6. oder 8. Dezember 2017 beginnen
Der Vorsitzende der 6. Großen Strafkammer hat den Verteidigern und Nebenklagevertretern im Loveparade-Strafverfahren Terminvorschläge für den Beginn der Hauptverhandlung unterbreitet.
Nach den Planungen der Kammer könnte die Hauptverhandlung am 06.12.2017 oder am 08.12.2017 beginnen. Die Kammer beabsichtigt, regelmäßig an drei Tagen pro Woche, und zwar möglichst dienstags, mittwochs und donnerstags zu verhandeln. Nach der Planung der Kammer sollen bis Mitte Februar 2018 23 Verhandlungstage stattfinden. Weitere Termine wird die Kammer zu einem späteren Zeitpunkt mit den Verfahrensbeteiligten abstimmen.
Die Verfahrensbeteiligten haben von der Kammer Gelegenheit zur Stellungnahme zur Terminplanung binnen zwei Wochen erhalten. Die Kammer weist in ihrer Verfügung bereits darauf hin, dass auf Belange einzelner Personen wegen der Vielzahl an Verfahrensbeteiligten nur in Ausnahmefällen Rücksicht genommen werden kann. Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17
Der zur Sprenung vorgesehene Weiße Riese an der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 in Homberg-Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.
Die ursprünglich für Anfang September vorgesehene Sprengung der Weißen Riesen muss verschoben werden. Grund sind Asbestfunde im Putz des Gebäudes.
Bei der Untersuchung des zweiten Weißen Riesens an der Ottostraße wurde aufgrund neuer Analysevorschriften durch ein spezielles Laborverfahren in geringen Konzentrationen asbesthaltige Fasern in Spachtelmassen an Wänden und Decken gefunden.
Aus diesem Anlass wurde das zur Sprengung anstehende ersten Gebäudes erneut untersucht. Die Ergebnisse decken sich mit den Befunden des zweiten Gebäudes.
Der Schutz der Anwohner steht an erster Stelle. Um jegliche Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen, hat sich die Stadt dazu entschieden, zunächst aus Sicherheitsgründen eine weitere Sanierungsmaßnahme durchzuführen und die betroffenen Materialien zu entfernen, bevor das Gebäude gesprengt wird. Dadurch verschiebt sich die ursprünglich für Anfang September angesetzte Sprengung auf das kommende Jahr.
– Stellungnahme der Stadt Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Amts- und Landgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz. Foto: Petra Grünendahl,
Die für das Loveparade-Strafverfahren zuständige 6. Große Strafkammer des Landgerichts wird aufgrund einer Präsidiumsentscheidung vom 30. Mai 2017 personell durch zwei zusätzliche Richter verstärkt. Damit gehören der Kammer neben dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Plein nunmehr vier weitere Richter an.
Bereits unmittelbar nach Eingang der Akten hatte das Präsidium die Kammer mit Beschlüssen vom 25. April 2017 und 12. Mai 2017 dadurch entlastet, dass sie von allen neu eingehenden Strafverfahren freigestellt wurde.
Das Präsidium begründet diese deutliche personelle Verstärkung und Entlastung der Kammer mit deren erheblich gestiegener Arbeitsbelastung durch die Eröffnung des Loveparade-Strafverfahrens.
Bei der Kammer sind derzeit noch sieben weitere Strafverfahren anhängig. Diese Verfahren sind vor dem Loveparade-Strafverfahren bei der Kammer eingegangen und müssen wegen des Grundrechts auf den gesetzlichen Richter bei der Kammer verbleiben. (Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17)
– Presseinformation des Landgerichts Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Moderne Ästhetik von Leichtigkeit und Lebensfreude Von Petra Grünendahl
Martin Schläpfer: Obelisco – Claudine Schoch, Rashaen Arts, Alexandra Inculet, Virginia Segarra Vidal, Sonny Locsin. Foto: Gert Weigelt.
Seine Choreographie „Obelisco“ hatte Martin Schläpfer, künstlerischer Direktor des Ballett am Rhein, schon 2007 für das ballettmainz geschrieben. Die Neufassung zu sieben unterschiedlichen Musikstücken von Komponisten der Moderne bis zur läutete den Ballettabend „b.31“ ein. Kleine Episoden getanzter Handlung zauberten die Tänzer wie eine Reise auf die Bühne: Durch unterschiedliche Zeiten und Stimmungen, scheinbar immer auf der Suche. Teile der Choreographie hat Martin Schläpfer für das Ballett am Rhein neu geschrieben, Musikstücke ausgetauscht, Episoden neu interpretiert.
Martin Schläpfer: Obelisco – Claudine Schoch, Rashaen Arts, Alexandra Inculet, Virginia Segarra Vidal, Sonny Locsin. Foto: Gert Weigelt.
Eine viel umjubelte Premiere feierte nun auch im Theater Duisburg Martin Schläpfers Ballettabend „b.31“ mit Choreographien von Schläpfer, Hans van Manen sowie Sol León & Paul Lightfoot. Den Auftakt „Obelisco“ hat Schläpfer selbst choreographiert zu sieben Melodien von Marla Glen, Salvatore Sciarrino, Franz Schubert, Domenico Scarlatti, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacinto Scelsi und Richard Heuberger. Hans van Manen hatte sich für seine Choreographie „Adagio Hammerklavier“ bei Ludwig van Beethoven bedient, deren langsames Tempo das Schwebende, die Leichtigkeit der Choreographie in den Vordergrund rückte. Sol León & Paul Lightfoot, Choreographen des Nederlands Dans Theater, schließlich vertanzten in „SH-BOOM!“ unterschiedlichste Swingmelodien der 1920er- bis 1950er-Jahre, schnulzige Liebeslieder, die vor Lebensfreude nur so sprudelten: „Der Traum vom Leben“ als getanzte Lebenslust. Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum den rundum gelungenen zweieinviertelstündigen Ballettabend.
Sol León & Paul Lightfoot: SH-BOOM! – Rubén Cabaleiro Campo. Foto: Gert Weigelt.
Die Musik – verschiedene Einspielungen unterschiedlichster Stücke auch mit Gesang – kam vom Band, was aber der harmonischen und ganzheitlichen Darstellung keinen Abbruch tat. Sparsame Bühnenbilder ließen Tanz und Inszenierung umso voller und bunter wirken. Jeweils für Bühne und Kostüme zeichnen Thomas Ziegler (Obelisco), Jean-Paul Vroom (Adagio Hammerklavier) sowie Sol León & Paul Lightfoot (SH-BOMM!) verantwortlich, für das Lichtdesign Thomas Diek, Jan Hofstra respektive Tom Bevoort.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Fr | 19. Mai 2017 | 19:30 Uhr,
So | 21. Mai 2017 | 18:30 Uhr und
Fr | 9. Juni 2017 | 19:30 Uhr.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Sol León & Paul Lightfoot: SH-BOOM! – Norma Magalhães. Foto: Gert Weigelt.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 16,10 bis 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Neuer Versuch: Politik will Trinkerszene auf der Königstraße mit Verbot zu Leibe rücken Von Petra Grünendahl
„Öffentliche Angsträume darf es nicht geben“, begründete Herbert Mettler, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt, die Beschlussvorlage der Verwaltung: Ein befristetes Alkoholkonsumverbot im Bereich der Innenstadt soll die Trinkerszene insbesondere am Kuhtor trocken legen. Das Alkoholverbot solle eingebettet werden in Hilfsangebote, so Mettler. Eine Verdrängung sei das nicht. Bislang hatte man die Trinkerszene nicht vertreiben können. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Rainer Enzweiler, schloss sich für seine Partei der SPD-Argumentation an: „Bei starker Beeinträchtigung des Handels müssen wir eingreifen.“ Für begleitende Angebote forderte er Mittel vom Land.
Grafik: Stadt Duisburg.
Der Rat der Stadt Duisburg versuchte in seiner letzten Sitzung einen zweiten Anlauf, mittels eines Alkoholkonsumverbots in der Innenstadt die Trinkerszene trocken zu legen. Die Beschlussvorlage wurde mit den Stimmen von SPD und CDU angenommen. Alle anderen stimmten – bei einzelnen Enthaltungen – dagegen. Die Mehrheit war damit klar, die guten Argumente der Gegenseite fanden – wie so häufig im Rat der Stadt – kaum Beachtung. Das Alkoholkonsumverbot gilt am dem 16. Mai und ist bis zum 16. November befristet. „Ausnahmen sollen durch die Ordnungsbehörde in Einzelfällen oder anlässlich besonderer Ereignisse genehmigt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Gemeint sind hier die konzessionierte Außengastronomie und Stadtfeste. Damit wolle man das „subjektive Sicherheitsgefühl“ stärken. Objektiv betrachtet lässt sich aber wohl keine Sicherheitsgefährdung nachweisen: Das geben die Statistiken nicht her.
Verbote lösen das Problem nicht: Ein Kommentar Das Problem der Trinkerszene wird man mit einem solchen Verbot nicht in den Griff kriegen. Schon nach geltendem Recht wären Platzverweise möglich – ganz ohne ein explizites „Alkoholkonsumverbot“. Das alles ist aber keine Lösung für das eigentliche Problem: die Suchtproblematik. Der Personenkreis ist mit bis zu 15 Leuten überschaubar. Es werden nicht die Ursachen bekämpft, sondern nur die Begleiterscheinungen.
Hilfsangebote, für die man jetzt finanzielle Mittel des Landes fordert, hätte man schon viel früher angehen können. Ob sie nun begleitet von einem Alkoholkonsumverbot erfolgreicher sind, kann man bezweifeln, denn zunächst wird die Trinkerszene erst einmal verlagert. Besser erreichen wird man diese Klientel dadurch kaum. Aber Hauptsache, man schießt erst einmal mit Kanonen auf Spatzen!
Positive Stimmung hält noch an Von Petra Grünendahl
Präsident Burkhard Landers bei der Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Konjunktur am Niederrhein ist stabil, neun von zehn Unternehmen sind mit der Wirtschaftslage zufrieden“, erklärte Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen IHK in Duisburg. Aber: „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es so weiter geht“, so Landers. Auch wenn die Betriebe noch optimistisch in die Zukunft schauen: Bei den Rahmenbedingungen für ihr wirtschaften sehen die Unternehmer Handlungsbedarf. An eine künftige Landesregierung – welcher Couleur auch immer – appellieren die Vertreter der niederrheinischen Wirtschaft, sich besonders um drei „Baustellen“ zu kümmern: Bildung und Fachkräftesicherung, Bürokratieabbau und Infrastruktur. „Wir brauchen klare Perspektiven!“
Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK (v. l.): Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.
Traditionell stellten IHK-Präsident Landers und Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger zusammen mit dem Geschäftsbericht für das vergangene Jahr auch die Konjunkturumfrage vor, die die Kammer aktuell in ihrem Einzugsgebiet durchgeführt hat. Die Interessenvertreter stellten dabei die Themen vor, die die Wirtschaft vor Ort beschäftigen. Neben den weltpolitischen Unwägbarkeiten gibt es Probleme, die hausgemacht sind. Dazu zählt vor die Infrastruktur. Für die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur fehlt es in den öffentlichen Verwaltungen an Personal. Zwischen festgestelltem Bedarf für Reparatur und Ersatz und der Fertigstellung des Baus vergeht Zeit, die den wirtschaftlichen Anforderungen nicht gerecht wird. Wenn man die Personalkapazitäten in den Planungsämtern nicht habe, müsse man sie halt extern einkaufen, so die Forderung. Auch sei geltendes Planungsrecht, so berechtigt es für Neubau ist, für Reparatur oder Ersatz bestehender Infrastruktur viel zu aufwändig und verzögerten dringend benötigte Maßnahmen. Der Ersatzbau für die marode A40-Brücke Neuenkamp zähle hierfür zu den prägnanten Beispielen: Die aktuellen Einschränkungen des Verkehrs belasten schließlich nicht nur die Wirtschaft.
Bündnis für Infrastruktur
Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger bei der Jahrespressekonferenz der Niederrheinischen IHK. Foto: Petra Grünendahl.
Für den Neubau der Verkehrsinfrastruktur müsse man frühzeitig die Bevölkerung mitnehmen, sie von der Notwendigkeit der Projekte überzeugen, so die Wirtschaftsvertreter. Vorhaben dauerten viel zu lange bis zu ihrer Fertigstellung. Besonders im Nachbarland Holland sei man deutlich schneller. Neben dem Straßen- und Schienenverkehr steht besonders die Binnenschifffahrt im Fokus: „Wasserstraße sind Lebensadern“, so Landers. Dort könne man Mengen an Gütern transportieren, die über die Straßen nicht möglich wären. Mit Blick auf eine Entlastung von Straßen und Schienenwegen plädiert er für mehr Investitionen in Schleusen und Brücken sowie eine Rheinvertiefung zwischen Duisburg und Neuss. Und „Häfen müssen sich weiter entwickeln können.“ Das gilt für Duisburg ebenso wie für DeltaPort (im Kreis Wesel) und Emmerich.
Forderungen der Wirtschaft umfassten auch einem umfassenden Breitbandausbau: Sowohl in ländlichen Gebieten als auch in Gewerbegebieten stünden die benötigten höheren Bandbreiten von 100 MB und mehr nicht zur Verfügung. Die schnellen Datenautobahnen seien aber nötig für den globalen Handel. „Ein Land ohne Rohstoffe muss woanders punkten“, erklärte Landers.
Licht und Schatten
Positive Impulse lieferte, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, die nach wie vor gute Binnennachfrage. Auch positive Entwicklungen im Ausland kurbelten die Konjunktur am Niederrhein an. Rund 44 Prozent der Unternehmen beurteilten in der aktuellen Umfrage die Lage als positiv. Sieben von zehn Unternehmen rechneten damit, dass die wirtschaftliche Lage auf dem hohen Niveau stabil bleibt. Ein Problem bliebe der Fachkräftenachwuchs: „Immer mehr junge Menschen ziehen das Studium der Ausbildung vor“, beklagte Dietzfelbinger. Für die Nachwuchssicherung durch eine Duale Ausbildung setze man sich zudem mit Projekten wie dem Duisburger Schulmodell, der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“, dem IHK-Schulpreis und Ausbildungsbotschaftern ein, um Lehrstellen aller Qualifikationsanforderungen besetzen zu können.
Sorge bereitet der Niederrheinischen IHK die Ansieldung von großen Handelsbetrieben außerhalb der Zentren. Sie zögen Umsatz aus Innenstädten und Stadtteilzentren ab. Als Beispiel für eine städtebaulich fragwürdige Ansieldung nannte Dietzfelbinger das geplante Factory Outlet Center (FOC) am alten Güterbahnhof. Dabei wollte er die Opposition nicht grundsätzlich als Ablehnung gegen die Vertriebsform FOC verstanden wissen: Innerhalb der City können es die Innenstadt sogar aufwerten und beleben, wie Bad Münstereifel oder aktuell Wuppertal zeigten. Kern der Kritik ist der geplante Standort, der, so Dietzfelbinger, keine positiven Folgeeffekte für die Innenstadt habe. Ganz im Gegenteil habe ein FOC an dieser Stelle negative Auswirkungen auf die ganze Region von Düsseldorf über Moers, Dinslaken bis nach Wesel: die Umsätze würden umverteilt – weg vom gewachsenen Handel in den Zentren.
Ein Bild des Triptychons „Time“, einer dreiteilige Bilderserie aus der Reihe „Eclipe“ (2012, Sonnenfinsternis), Foto: Petra Grünendahl.
Der Fotograf Tom Fecht spielt mit dem Licht. Weniger mit der Helligkeit, als vielmehr mit dem wenigen Licht, welches in der Dunkelheit Oberflächen sichtbar macht, ihnen Tiefe und Unendlichkeit verleiht. Das kann das Mondlicht sein, oder das übrig bleibende Licht, wenn die Sonnenfinsternis hinter eine Wolkendecke verschwindet, oder das Sternenlicht aus vergangenen Zeiten. Ein Spiel mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, mit der sichtbaren Oberfläche und der verborgenen Tiefe, die ebenso in die Unendlichkeit verweist wie die Weite des Horizonts. Obwohl in Farbe fotografiert wirken die Bilder Schwarz-Weiß.
Zur Vorbesichtigung führten die Museumsstifter und Sammler Klaus Maas und Dirk Krämer zusammen mit dem Künstler Tom Fecht (Foto) durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.
Mit der Ausstellung „TiefenZeit“ zeigt das Museum DKM im Dellviertel eine Auswahl an großformatigen Fotografien von Tom Fecht (*1952), der wechselnd in Berlin und Bordeaux lebt. Der Fotograf arbeitet analog, mit Großformatkamera und klassischem Film unterschiedlicher Lichtempfindlichkeiten. Mit Spektrometer filtert er die passende Lichttemperatur und Farbfrequenz heraus. Dazu kommen die klassischen Stellschrauben Blende und Belichtungszeit. Dabei kamen Belichtungszeiten zwischen 1/1.000 Sekunde ebenso zum Einsatz wie Langzeitbelichtungen zwischen 3 und 4 Stunden. Seit 2008 beschäftigt sich Fecht mit Nachtfotografie, die ihm die Möglichkeit gibt, weitere fotografische Möglichkeiten auszuloten. Das Triptychon „Time“, eine dreiteilige Bilderserie aus der Reihe „Eclipe“ (2012, Sonnenfinsternis), wird hier erstmalig komplett der Öffentlichkeit gezeigt: Die drei großen Bilder (je 200 x 300 Zentimeter) verlangen halt nach einem passenden Raum. Die Ausstellung auf 300 Quadratmetern (vier Ausstellungsräume) startet am Freitag, 5. Mai.
Tiefe und Zeitdimensionen
Star Pointer (1999): Portraitstudie der Flamenco-Gänzerin Ana Parrilla. Foto: Petra Grünendahl.
In der Ausstellung „TiefenZeit“ werden exemplarische Beispiele aus den Werkserien Eclipse, Electric Cinema, Incertitude und Gravitational Fields und thematisch verwandte Still-Leben bzw. Portraitstudien gezeigt. Fecht beschäftigt sich seit 2008 mit der Nachtfotografie, sein kreatives Potential schöpft er unter anderem aus planetarischen und meteorologischen Naturphänomenen, darunter Eklipsen, Mondphasen und besondere Schwerkrafteffekte im Wechselspiel der Gezeiten, oft unter extremen Licht- und Wetterbedingungen. Inspiration und Ausgangspunkt seiner Kunst zugleich ist sein Atelier im Finistère, an einem unberührten Küstenstreifen der französischen Atlantikküste. Fechts Arbeiten legen Phänomene offen, die unsichtbar hinter den Oberflächen von Himmel und Meer wirken und diese auf unwiederholbare Weise magisch gestalten. Minimale Wellenbewegungen und Blitze werden in ihren unerschöpflichen Mustern und fraktalen Brechungen sichtbar. Zugleich erlauben sie, sich emotional von einer kaum mehr erfassbaren Weite ergreifen und überwältigen zu lassen.
Museum DKM
Zur Vorbesichtigung führten die Museumsstifter und Sammler Klaus Maas (Foto) und Dirk Krämer zusammen mit dem Künstler Tom Fecht durch die Ausstellung. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung „TiefenZeit“ von Tom Fecht ist bis zum 3. Dezember 2017 zu sehen. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.
Widerstand aus der Arbeiterklasse Von Petra Grünendahl
Zentrum für Erinnerungskultur zeigt Das „rote“ Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933-1945 (v. l.): Historiker Dr. Hartmut Pietsch, Stadtarchivdirektor Dr. Andreas Pilger, Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer, Kuratorin Anne Ley-Schalles, Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl,
Hinter einem Vorhang mit der Aufschrift „Widerstand“ beginnt die Ausstellung, die sich in erster Linie auf Biographien stutzt. Es sind Duisburger Biographien: „Wir haben versucht, das damalige Leben darzustellen, wie Leute in den Widerstand reinrutschten“, erzählt Dr. Hartmut Pietsch, einer der beteiligten Historiker. Individuelle Lebenswege sollen Handlungsoptionen zeigen. Widerstand wird hier nicht nur als Verweigerung dargestellt, sondern durch Personen, die sich persönlich engagiert haben durch Aufklärungsschriften und ihre Verteilung. Gerade Duisburg wurde zu einem Zentrum des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Ursache sind zum einen durch eine breite und gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft mit starkem Engagement in SPD, Kommunistischer Partei (KPD) und Sozialistischer Arbeiterpartei (SAP). Zum anderen war es aber auch die Lage als Verkehrsknotenpunkt, aufgrund derer Widerständler die aus dem nahen Ausland – zum Beispiel über das Binnenschiff aus Holland – kommende Publikationen in Umlauf bringen konnten.
Zentrum für Erinnerungskultur zeigt: Das „rote“ Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933-1945. Foto: Petra Grünendahl,
Mit „Das rote Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933–1945“ öffnet das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie (ZfE) seine zweite große Ausstellung. Ab Mittwoch, 3. Mai, wird sie in den Räumen des Kultur- und Stadthistorischen Museums (KSM) zu sehen sein.. Am Sonntag, 7. Mai, findet zwischen 12 und 16 Uhr ein offizieller Auftakt zur Ausstellung statt (bei freiem Eintritt). Als Kuratorin der Ausstellung erarbeitete Anne Ley-Schalles die Inhalte zusammen mit Vereinen wie der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/Bund der Antifaschisten), dem Heimatverein Hamborn, mit Zeitzeugen und lokalen Historikern, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten mit der Materie „Widerstand in Duisburg“ beschäftigen.
Trotz Parteienverbot: KPD und SPD im Widerstand aktiv
Zentrum für Erinnerungskultur zeigt: Das „rote“ Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933-1945. Foto: Petra Grünendahl,
Das „rote Hamborn“ ist eher als Ausgangspunkt zu sehen, auch wenn es dort einen breit aufgestellten Widerstand gab. Die Hamborner Brotfabrik „Germania“ ist Legende im Kampf gegen den Faschismus: Beim Ausfahren von Brot wurden gleich die subversiven Schriften mit unters Volk gebracht. Auch Widerstand in Meiderich oder Ruhrort oder im „roten Hochfeld“ spiegelt sich in den Exponaten. Die Ausschaltung von Opposition und Andersdenkenden begann gleich nach der Machtergreifung. Die Zerschlagung der Gewerkschaften und Parteienverbote folgten. Viele Zeugnisse gibt es davon in unserer Stadt. Widerstand hatte viele Gesichter: Arbeiter, Gewerkschafter, Kirchen, Frauen, Politiker, die sich nicht unterkriegen ließen. Die Biographien spiegeln diese Vielfalt im Widerstand. Der Widerstand legte schließlich den Grundstein für politischen Wiederaufbau und Neubeginn nach dem Krieg, der in der Ausstellung ebenfalls thematisiert und an Biographien festgemacht wird. Mit dem Gedenken an den Widerstand und der Erinnerungskultur schließt sich der Kreis.
Informativ und sehenswert!
Zentrum für Erinnerungskultur zeigt: Das „rote“ Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933-1945. Foto: Petra Grünendahl,
Zentrum für Erinnerungskultur zeigt: Das „rote“ Hamborn – Politischer Widerstand in Duisburg 1933-1945. Foto: Petra Grünendahl,
Die Ausstellung des Zentrums für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie läuft im Kultur- und Stadthistorischen Museum bis zum 28. Januar 2018. Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Führungen (aktuelle Termine http://www.duisburg.de/erinnerungskultur) sowie pädagogische Angebote und Workshops. Einen Info-Flyer gibt es hier … (https://mercator-museum.net/wp-content/uploads/2017/04/Hamborn-Flyer.pdf). Das KSM am Johannes-Corputius-Platz im Innenhafen ist von Dienstag bis Samstag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet, sonntags bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4,50 Euro (ermäßigt 2 Euro, Gruppen 3,50 Euro pro Person).
Zur Ausstellung gibt es einen Begleitband vom Mercator-Verlag mit Biographien, zusätzlichem Bildmaterial und Texten von Historikern, die die Inhalte weiter vertiefen. Die Publikation „Das rote Hamborn. Politischer Widerstand in Duisburg 1933 bis 1945“ (96 Seiten) ist im Mercator-Verlag erschienen, kostet 12,90 Euro und ist sowohl an der Museumskasse als auch im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-946895-07-7).
Lückenschluss zwischen Duisburg und Emmerich Von Petra Grünendahl
Drückten den roten Knopf, um den Containerhub zu starten (v. l.): Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann, Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze (versteckt), DeltaPort-Hafenchef Andreas Stolte, Klemens Rehtmann, Vorstandsvorsitzender von Contargo-Mutter Rhenus, und Wesels Kreiskämmerer Karl Borkes. Foto: Petra Grünendahl.
Mit dem – noch eher symbolischen – ersten Containerhub feiert die Unternehmensgruppe Contargo trimodal network die offizielle Eröffnung seines neuen Container-Terminals im Voerder Hafen Emmelsum. Rund 150 geladene Gäste verfolgten die Aktion von Bord der MS River Dream, die vor der Kaimauer Halt machte. Richtig in Betrieb geht das im DeltaPort, dem Weseler Hafenverbund, gelegene Schwester-Terminal der Anlage in Emmerich in der kommenden Woche. Dann werden auf 46.000 Quadratmetern im Einmündungsbereich des Wesel-Datteln-Kanals Kapazitäten zum Umschlag von 60.000 TEU jährlich zur Verfügung stehen. Zusammen mit dem Terminal im Port Emmerich (ehemals Rhein-Waal-Terminal) firmiert der neue Contargo-Standort seit dem 1. Januar 2017 als Contargo Rhein-Waal-Lippe GmbH.
Mit dem ersten Containerhub feierte Contargo trimodal network sein neues Container-Terminal im Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.
Die offizielle Eröffnung ihres zweiten Standbeins am Niederrhein feierte die Contargo-Gruppe mit Partnern, Kunden und Vertretern der lokalen Politik und Verwaltung. Schon 2011 hatte Contargo das Areal gekauft, der Bau gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Stellplätze für 1.400 Standardcontainer (TEU) wurden dort ebenso gebaut wie Verkehrswege, Lkw- und Pkw-Stellplätze, aber auch ein Abfertigungs- und Sozialgebäude sowie eine Halle für Instandhaltung und Reparaturen. Für den trimodalen Umschlag von etwa 60.000 TEU jährlich sind 300 Meter Kailänge und zwei Gleise von jeweils 315 Metern (als Anschluss an das überregionale Schienennetz) entstanden. Eine Reeferstation* ermöglicht den Umschlag und die Lagerung von temperaturgeführten Gütern in Kühlcontainern. Außerdem wird in Emmelsum die Zollabfertigung angeboten. Auch die Ertüchtigung für Gefahrgut ist geplant. DeltaPort-Hafenchef Andreas Stollte freute sich über die Ansiedlung des modernsten Container-Terminals an der Rheinschiene.
Mit seinen Gästen auf der MS River Dream feierte Contargo trimodal network die Eröffnung seines neuen Container-Terminals im Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.
Contargo trimodal network
Mit einem Jahrestransportvolumen von 2,3 Mio. TEU gehört Contargo zu den großen Container-Logistik-Netzwerken in Europa. Contargo integriert den Containerverkehr zwischen den Westhäfen, den deutschen Nordseehäfen und dem europäischen Hinterland. Das Unternehmen verfügt in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik über 25 Containerterminals. An sieben weiteren Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist Contargo mit Büros vertreten. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Schiffs- und Bahnlinien. Die 903 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2016 einen Jahresumsatz von 415 Mio. Euro.
Logistikbranche öffnet die Türen für Interessierte Von Petra Grünendahl
Hafenchef Andreas Stolte (2. v. r.) begrüßte die Besuchergruppe am Tag der Logistik am SchwerlastTerminal Niederrhein im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Logistik das Öl im Getriebe der Wirtschaft“, erklärte Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG, den interessierten Besuchern. „In den Binnenhäfen verknüpfen wir die Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw, um möglichst viel Güterverkehr von der Straße zu bekommen“, erläuterte der Hafenchef die Funktion der Häfen im trimodalen Gütertransport. In zwei vierstündigen Touren gaben der Hafenbetreiber und einige Anliegerbetriebe insgesamt 80 Teilnehmern Einblicke in ihre Tätigkeiten in einer immer noch stetig wachsenden Branche. Die Tour startete am SchwerlastTerminal Niederrhein der Hegmann Transit GmbH (Sonsbeck) im Rhein-Lippe-Hafen, wo Ole Schubert von Hegmann Transit das Terminal, seine Funktion und den Neubau einer 300 Meter langen Kaimauer vorstellte, an der künftig Güter mit einem Gesamtgewicht von 300 Tonnen auch wasserseitig umgeschlagen werden können.
Tag der Logistik bei DeltaPort: Start der Hafentour war das SchwerlastTerminal Niederrhein im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
Am „Tag der Logistik“ präsentierte sich auch der Hafenverbund DeltaPort, unter dessen Dach der Stadthafen und der Rhein-Lippe-Hafen in Wesel sowie der Hafen Emmelsum in Voerde betrieben werden. Ziel der Aktion ist, interessierten Bürgern und Schülergruppen ihre Arbeit der Logistikbranche näher zu bringen. Mit 258 Mio. Euro Umsatz und mehr als drei Mio. Beschäftigten ist sie immerhin der drittgrößte Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Initiiert wird der „Tag der Logistik“ von der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Rund 80 Teilnehmer nutzen die Möglichkeiten, sich in den DeltaPort-Häfen ein Bild zu machen.
Tag der Logistik bei DeltaPort: Start der Hafentour war das SchwerlastTerminal Niederrhein im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
Nach dem SchwerlastTerminal ging es zum Aluminiumhersteller Trimet und zum neu eröffneten Containertermina der Firma Contargo Rhein-Waal-Lippe (CRWL) im Hafen Emmelsum in Voerde sowie zum Stadthafen Wesel mit der modernen Salzverladeanlage der Firma Hülskens. Bei einem gemütlichen Grillen am ehemaligen Hafenamt wurde die Siegergruppe des Hafen-Planspiels gekürt und erhielt einen kleinen Preis. Der „Tag der Logistik“, als Gelegenheit sich über einen wichtigen Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft zu informieren, ruft jedes Jahr großen Andrang und Begeisterung bei den Besuchern der DeltaPort-Häfen hervor. Beim „Tag der Logistik“ im kommenden Jahr wird DeltaPort wieder Interessierten die Möglichkeit geben, sich über den Hafenbetrieb und Hafenlogistik zu informieren.
Kai Gottlob gab Einblicke in das Geheimnis hinter dem Erfolg Von Petra Grünendahl
„Nur mit dem Verkauf von Eintrittskarten können wir den Kinobetrieb im Landschaftspark Nord nicht finanzieren“, erklärte Kai Gottlob, Geschäftsführer der Filmforum GmbH, kommunales Kino und Filmhistorischen Sammlung der Stadt Duisburg. Nur 40 Nächte läuft in jedem Jahr eine der größten Erfolgsgeschichten Duisburgs: das Stadtwerke Sommerkino. Bei einer Kapazität von 46.831 Plätzen über diese sechs Wochen erreichte die Veranstaltung 2016 eine Auslastung von 94,2 Prozent – mehr als jedes andere Freiluftkino in Deutschland. So habe es im ersten Jahr, 1996, noch nicht ausgesehen: „Wir konnten die Zuschauer fast noch mit Handschlag begrüßen“, so Gottlob. Das änderte sich ab dem zweiten Jahr: Heute zieht keine Veranstaltung mehr Zuschauer in den Landschaftspark Nord.
Kai Gottlob, Geschläftsführer der Filmforum GmbH (l.), und Marketing-Club-Präsident Marco Pfotenhauer. Foto: Petra Grünendahl.
Die organisatorische Verantwortung für das Stadtwerke Sommerkino obliegt der Filmforum GmbH. Kai Gottlob gab dem Marketing-Club Duisburg-Niederrhein im TecTower Einblicke in die Großveranstaltung und ihre Vermarktung. Eine repräsentative Studie der Universität Duisburg-Essen zeigte, woher die Besucher kommen und was sie in erster Linie am sommerlichen Freiluftkino im stillgelegten Hüttenwerk lockt. Von den Kinobesuchern kommen 56,3 Prozent aus Duisburg, der Rest (43,7 Prozent) aus der Region – überwiegend vom Niederrhein oder aus Ruhrgebietsstädten in der Nachbarschaft. Zu weiteren statistischen Erkenntnissen der Studie zählen die Punkte, die Kinobesucher als die besonderen Stärken des Sommerkinos ausmachten: Die Hochofenkulisse und die besondere Atmosphäre des Ortes. „Der Landschaftspark ist unser Kölner Dom, unsere Kathedrale“, erklärte Gottlob die Anziehungskraft des alten Industrieareals. Der dem Sommerkino-Event angeschlossene Biergarten lockt weitere Besucher, die lediglich die Gastronomie nutzen.
Werbepartner und Sponsoren profitieren
Um also die Kosten einzuspielen, sind Sponsoren nötig, die wiederum nur dann Geld geben, wenn sie etwas davon haben: Sie wollen ein Publikum erreichen. Das Stadtwerke Sommerkino erreicht nicht nur seine Besucher bzw. die Besucher der Gastronomie im Biergarten. Wer sich im Umfeld des Stadtwerke Sommerkinos präsentiert, erreicht rund 48 Mio. Kontakte. Die erreicht man zum einen über Medien, die über das Event-Highlight berichten. Die Sponsoringpartner präsentieren sich darüber hinaus auf Plakaten, der Webseite, in den Sozialen Medien oder im Programmheft. Außerdem werden Werbespots in Radio und Fernsehen geschaltet.
Stadtwerke Sommerkino. Foto: Petra Grünendahl.
Und spätestens mit der Kooperation „Kinosommer Deutschland“ der großen deutschen Freiluftkino-Veranstalter wird das Werbe-Engagement auch für überregionale Partner interessant: „Hierüber erreichen wir einen hohen Bekanntheitsgrad“, so Gottlob, der verriet, dass auch bundesweit das Stadtwerke Sommerkino zu den größten Veranstaltungen des Kinosommers gehört. Und das, obwohl ihm als Veranstalter im Landschaftspark einige Grenzen gesetzt sind: „Ich hätte ja gerne 500 Plätze mehr – oder mehr als sechs Wochen Zeit“, erklärte der Filmforum-Chef. Baurechtlich sei aber der Veranstaltungsort in der ehemaligen Gießhalle ein Gebäude, was eine höhere Nutzungsdichte unmöglich macht. Einfach ein paar Stühle mehr hinstellen, geht nicht. Und über die sechs Wochen komme er wegen anderer Veranstaltungen – vorher und nachher – nicht hinaus. „Noch in der Nacht nach dem letzten Film räumen wir unsere Sachen raus, damit die Aufbauten für die Ruhrtriennale beginnen können“, erzählte Kai Gottlob, der schon das kommende Stadtwerke Sommerkino ab dem 12. Juli im Blick hat. Größere Serverkapazitäten versprach er für den Beginn des Kartenvorverkaufs Ende Juni. Im vergangenen Jahr knickten die Server ein, als innerhalb von drei Stunden ab Verkaufsstart (Samstag um 10 Uhr) schon die ersten 30.000 Ticket geordert wurden.
Foto: Petra Grünendahl.
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 65 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.
Zur Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf, den Prozess nun doch stattfinden zu lassen:
Der Sprecher des Kuratoriums, Jürgen Thiesbonenkamp, und Mitglieder des Beirats der „Stiftung Duisburg 24.7.2010“ begrüßen die Entscheidung des Oberlandesgerichts ausdrücklich. Jürgen Widera, Vorstand der Stiftung und Ombudsmann der Loveparade-Opfer: „Wir haben nun die Hoffnung darauf, dass durch die juristische Aufarbeitung die Ursachen aufgeklärt werden.“
Mit großer Erleichterung haben die Angehörigen der 21 Todesopfer sowie die Betroffenen der Loveparade-Katastrophe vom 24.Juli 2010 die Nachricht aufgenommen, dass es nun doch zu einem Prozess kommen wird. Nachdem das Landgericht Duisburg vor einem Jahr die Eröffnung des Prozesses abgelehnt hatte, hatten die Duisburger Staatsanwaltschaft und Opferanwälte Beschwerde beim Oberlandesgericht in Düsseldorf eingelegt.
Manfred Reißaus, der seine Tochter bei der Loveparade-Katastrophe verloren hat und Sprecher der Angehörigen im Beirat der Stiftung ist, sagte: „Ich bin sehr froh, dass das Oberlandesgericht so entschieden hat. Alles andere wäre wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Mit dem Abschluss eines Prozesses haben wir die Chance, unseren inneren Frieden zu finden. Viele Angehörige hätten schon die Sorge gehabt, dass durch die Prozessverzögerung die Verjährungsfrist für die Beschuldigten ablaufen könnte.“
Katrina Meyer, Vertreterin der Betroffenen der Loveparade-Katastrophe im Beirat: „Als ich die Nachricht im Radio gehört habe, kamen mir sofort die Tränen. Es ist so immens wichtig für alle Betroffenen, dass der Prozess nun endlich stattfinden wird.“
Die Stiftung wird sich nun darauf vorbereiten, die Angehörigen und Betroffenen während des Prozesses zu betreuen.
– Pressemitteilung der Stiftung „Duisburg-24-7-2010“ –
„Eine Verurteilung erscheint nach allem, was bislang vorliegt, nahezu ausgeschlossen.“
Das Hauptverfahren im Strafprozess um die Love-Parade 2010 in Duisburg wird nun doch eröffnet – Stellungnahmen der Verteidigung
Amts- und Landgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz. Foto: Petra Grünendahl,
Das Oberlandesgericht ist in seiner Betrachtung zu der Einschätzung gekommen, dass das Landgericht die Tatsachen nicht umfassend gewürdigt habe. In Wirklichkeit hat sich das Landgericht Duisburg in seinem Beschluss vom 30.03.2016 auf 460 Seiten in einer Weise mit allen Details des Sachverhalts auseinandergesetzt, wie sie in der deutschen Rechtsgeschichte nahezu einmalig ist. Die Umstände, die das OLG zum Beleg für seine Behauptung aufführt, betreffen sämtlich Aspekte, die der Gutachter Prof. Still in seiner Stellungnahme erörtert hat. Das hat das Landgericht aber zu Recht für ungenügend gehalten. Hierzu Stellungnahmen von drei Verteidigern:
„In der Pressemitteilung des OLG vom heutigen Tage heißt es, dass das Landgericht die alleinige Schuld von dritten Personen nicht festgestellt habe. Mit anderen Worten: Es könne sein, dass die hier Angeklagten ursächlich oder mit ursächlich für die Katastrophe seien.
Warum die anderen möglicherweise Mitverantwortlichen nicht auf der Anklagebank sitzen sollen, bleibt weiterhin offen. Richtig ist: Die wahren Schuldigen – wenn es sie überhaupt gab – sind gar nicht angeklagt. Ist es nicht auch denkbar, dass eine Katastrophe eintritt, die viele Ursachen, aber keine strafrechtlich Schuldigen hat?“
Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Römermann von der Römermann Rechtsanwälte AG
„Das Gutachten des Professor Still mag allenfalls – wenn überhaupt – für einen Verdacht reichen, für eine Verurteilung aber sicher nicht. Mit diesen soll sich nun das Landgericht in neuer Besetzung auseinandersetzen. Das wird hochproblematisch werden, weil es auf dem Gebiet der Veranstaltungsplanung keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Es ist auch erstaunlich, dass das Oberlandesgericht mit seiner Entscheidung nicht abgewartet hat, bis das neue – von der Staatsanwaltschaft selbst in Auftrag gegebene – Gutachten vorliegt. Dass das Oberlandesgericht nicht abgewartet hat, liegt vermutlich daran, dass der öffentliche Druck, auch von Seiten der Politik, enorm war, innerhalb der Verjährungsfrist noch irgendein Verfahren durchzuführen.“
Rechtsanwalt Dr. Philip von der Meden von der Römermann Rechtsanwälte AG
„Das Landgericht wird nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, einen hochemotionalen Prozess in rationale Bahnen zu lenken. Die Zulassung der Anklage allein besagt nichts über eine etwaige Verurteilung. Im Prozess werden die offen zutage getretenen massiven Mängel der Anklage und des Gutachtens erneut zum Thema werden. Eine Verurteilung erscheint nach allem, was bislang vorliegt, nahezu ausgeschlossen.“
Rechtsanwalt Ioannis Zaimis
Zum Hintergrund:
Beim Unglück während der jährlich veranstalteten Technoparade Loveparade im Jahre 2010 in Duisburg waren 21 Menschen ums Leben gekommen. Gegen sechs Bedienstete der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent hatte die Staatsanwaltschaft Duisburg daraufhin im Februar 2014 Anklage wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung erhoben. Das Landgericht Duisburg hatte die Anklage in einem sorgfältig begründeten 460 Seiten starken Beschluss zunächst abgelehnt. Die Anklage sei „erkennbar aussichtslos“, die Vorwürfe nicht bewiesen und das für die Staatsanwaltschaft maßgebliche Gutachten von Prof. Still sei wegen zahlreicher methodischer Mängel unverwertbar. Hiergegen legten zunächst 40 Nebenkläger Beschwerde ein, zwei davon nahmen die Beschwerde später von sich aus wieder zurück. Mit Beschluss vom 18.04.2017, der am 24.04.2017 den Vertretern von 10 Angeklagten und 38 Nebenklägern zugestellt wurde, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Anklage in der Sache „Loveparade“ zugelassen. Es hebt damit den Beschluss des Landgerichts Duisburg vom 30.03.2016 auf, der die Zulassung der Anklage noch abgelehnt hatte. Die Sache wird zur Verhandlung einer anderen Kammer des Landgerichts Duisburg zugewiesen.
– Pressemitteilung der Römermann Rechtsanwälte AG, Hamburg – Foto: Petra Grünendahl
Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
„Vor gut einem Jahr, am 5. April 2016, haben die Öffentlichkeit und ich erfahren, dass die Loveparade-Anklage nicht zum Hauptverfahren zugelassen wurde. Ich habe schon damals gesagt, dass ich kein Jurist bin und diese Entscheidung nicht fachlich werten kann. Genausowenig will ich heute die anderslautende Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf juristisch bewerten.
Was ich verstehen und nachfühlen kann, ist der Wunsch der Angehörigen, der Betroffenen, Verletzten und Traumatisierten, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Für sie ist die heutige Entscheidung des Oberlandesgerichts ein wichtiger Schritt.
Ich hoffe sehr, dass der nun folgende Weg zu einem Ergebnis führt, welches vor allem den Angehörigen der Toten der Loveparade nach so vielen Jahren irgendwann etwas Frieden bringt.
Die Angehörigen haben ein Recht auf Aufklärung. Nur so kann es für Sie – aber auch für die Stadt Duisburg – einen Abschluss mit den unfassbaren Geschehnissen geben.“
– Pressemitteilung der Stadt Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Staatsanwaltschaft Duisburg an der Koloniestraße in Neudorf. Foto: Petra Grünendahl.
Die Staatsanwaltschaft begrüßt die Eröffnung des Hauptverfahrens durch das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Die Entscheidung des Senates verschafft den Opfern und ihren Angehörigen die Gewissheit, dass es nunmehr in Kürze zu einer juristischen Aufarbeitung des Unglücks in einer öffentlichen Hauptverhandlung kommt.
Die Staatsanwaltschaft wird im Rahmen der bevorstehenden Hauptverhandlung alles daran setzen, dass die zahlreichen drängenden Fragen zur Verantwortlichkeit für das Unglück umfassend geklärt werden.
– Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Duisburg – Foto: Petra Grünendahl
Auf die sofortige Beschwerde der Staatsanwaltschaft Duisburg und verschiedener Nebenkläger hat der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit Beschluss vom 18. April 2017 im Loveparade-Strafverfahren die Anklage gegen alle zehn Angeklagten zugelassen. Die Durchführung der Hauptverhandlung wurde vor einer anderen, und zwar der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg, angeordnet. Der Senat hält eine Verurteilung der Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung bzw. fahrlässiger Körperverletzung im Amt für hinreichend wahrscheinlich. Aufgrund einer gegenteiligen Einschätzung hatte die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg im März 2016 die Zulassung der Anklage und damit die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Wegen weiterer Einzelheiten zu den Anklagevorwürfen wird auf die Presseerklärung des Landgerichts Duisburg vom 2. Juli 2014 verwiesen.
Nach Auffassung des Senats sind die den Angeklagten vorgeworfenen Taten mit den in der Anklage aufgeführten Beweismitteln mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nachweisbar. Dass die den Angeschuldigten vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen ursächlich für die Todes- und Verletzungsfolgen waren, dränge sich nach dem Ermittlungsergebnis auf. Das Ermittlungsergebnis lege nahe, dass die unzureichende Dimensionierung und Ausgestaltung des Ein- und Ausgangssystems für die Besucher und die mangelnde Durchflusskapazität planerisch angelegt und für die Angeklagten vorhersehbar zu der Katastrophe geführt haben.
Das gegenteilige Ergebnis der Kammer führt der Senat darauf zurück, dass die Kammer zu hohe Anforderungen an die Annahme eines „hinreichenden Tatverdachts“ gestellt habe. Wesentliche Elemente des ermittelten Sachverhalts seien bei der Prüfung der Kammer nicht ausreichend berücksichtigt und deshalb nicht zur Grundlage der Entscheidung gemacht worden. Alternative Ursachen für die Katastrophe seien zwar als möglich benannt, nicht aber festgestellt worden. Das Gutachten des Sachverständigen Prof. Still sei entgegen der Annahme des Landgerichts in der Hauptverhandlung verwertbar. Im Einzelnen:
Erstens
Die Kammer habe nicht den ganzen mit der Anklage vorgetragenen Sachverhalt zur Grundlage ihrer Bewertung gemacht. Gegenstand einer Anklage sei immer ein Lebenssachverhalt als Ganzer, vorliegend damit alle Aspekte im Zusammenhang mit der Planung, Genehmigung und Durchführung der Loveparade 2010. Auch wenn der Schwerpunkt der Anklagebegründung auf einer Überschreitung der maximalen Durchflusskapazität für Besucher auf der Rampe Ost gelegen habe, hätte sich die Prüfung der Kammer nicht auf diesen Aspekt beschränken dürfen, sondern alle weiteren Umstände der Planung, Genehmigung und Durchführung berücksichtigen müssen. Hierzu zählten die fehlende Gewährleistung einer begrenzenden Wirkung der Vereinzelungsanlagen, die fehlende Gewähr eines hinreichenden Personenzuflusses zur Veranstaltungsfläche am Rampenkopf und ein dort zu erwartender Rückstau, die Gegenstromproblematik mangels Trennung der Zu- und Ausgangswege sowie die unzureichende Dimensionierung und mangelnde Eignung des Ein- und Ausgangssystems insgesamt.
Zweitens
Anders als die Kammer des Landgerichts sieht der Senat auch ausreichende Anhaltspunkte für einen vorwerfbaren Zusammenhang zwischen den anzunehmenden Planungsfehlern und dem Eintritt der Katastrophe. Die Kammer begründe ihr gegenteiliges Ergebnis damit, dass auch andere Umstände möglicherweise alleinursächlich für die Katastrophe gewesen seien, so etwa die unterbliebene Schließung der Vereinzelungsanlagen, die Bildung von Polizeiketten oder die Einfahrt eines Polizeifahrzeugs in den Rampenbereich. Dies vermag den Senat nicht zu überzeugen. Weder habe die Kammer einzelne dieser Umstände als alleinige Ursache der Katastrophe festgestellt noch sei dies ersichtlich. Sofern aber solche anderen Umstände als alleinige Ursache für die Katastrophe nicht feststellbar seien, könnten diese einen hinreichenden Tatverdacht nicht entkräften.
Drittens
Das Gutachten des Prof. Still sei entgegen der Auffassung der Kammer des Landgerichts sowohl prozessual als auch inhaltlich verwertbar. Weder sei von einer Befangenheit des Gutachters auszugehen noch weise das Gutachten durchgreifende inhaltliche oder methodische Mängel auf.
Von einer Besorgnis der Befangenheit, also einer Voreingenommenheit des Gutachters, sei nicht auszugehen. Der Sachverständige habe sich zwar öffentlich in Vorlesungen und in einem Fachbuch zu seinem Ergebnis der Begutachtung geäußert. Dies sei jedoch weder grundsätzlich unzulässig noch folge hieraus die Festlegung auf bestimmte Ergebnisse bei der Erstattung seines Gutachtens in der Hauptverhandlung. Zwar habe sich der Sachverständige überspitzt und ironisch zur Planung und Durchführung der Loveparade geäußert. Dies habe jedoch didaktischen Zwecken und nicht der Herabwürdigung der Angeklagten gedient. Auch sieht der Senat keine Anhaltspunkte für eine unzulässige Einflussnahme auf den Sachverständigen durch Dritte oder eine das erforderliche Maß überschreitende Beteiligung von Hilfskräften bei der Gutachtenerstellung.
Soweit das Landgericht inhaltliche und methodische Mängel des Gutachtens anführt, teilt der Senat diese Auffassung in entscheidenden Punkten nicht. So habe der Sachverständige beispielsweise nicht nur eine erste grobe Risikoanalyse der Planungen vorgenommen, sondern konkret ausgeführt, dass das Ein- und Ausgangssystem von vornherein unzureichend dimensioniert und ausgestaltet gewesen sei. Dieses Defizit, so der Sachverständige, habe sich in der Katastrophe auch realisiert. Ihm sei ebenso wenig vorzuwerfen, dass er seiner Begutachtung aus seiner Sicht manipulierte Besucherplanzahlen zugrunde gelegt habe. Diese Zahlen lagen jedenfalls der Planung und Genehmigung zugrunde. Sollte die Kammer davon abweichende Besucherplanzahlen für maßgeblich erachtet haben, hätte sie diese dem Sachverständigen als Anknüpfungstatsache für seine Begutachtung mitteilen müssen. Darüber hinaus hätte es der Kammer oblegen, die vom Sachverständigen mitgeteilten Ergebnisse seines Gutachtens nach deutschem Recht zu bewerten. Deshalb stelle es die Eignung des Gutachtens nicht in Frage, dass der britische Sachverständige diesem ein nicht dem deutschen Strafrecht entsprechendes Rechtsverständnis zu Fragen von Kausalität und Zurechenbarkeit zugrunde gelegt oder deutsche Rechtsnormen möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt habe.
Az.: OLG Düsseldorf, III – 2 Ws 528/16 bis III – 2 Ws 577/16
Großes Kino von Liebe und Treue, Betrug und Wahnsinn Von Petra Grünendahl
Schwören sich ewige Treue: Lucia und Edgardo (Adela Zaharia und Georgy Vasiliev). Foto: Hans Jörg Michel.
Lucia Ashton (Adela Zaharia) liebt Edgardo Ravenswood (Georgy Vasiliev), der ihr einst das Leben rettete. Heimlich treffen sie sich, ihre Familien sind verfeindet. Sie schwören sich ewige Treue, bevor Edgardo in politischen Dingen nach Frankreich geht. Lucias Bruder Enrico (der erkältete Laimonas Pautienius hielt den ganzen Abend durch!) will sie mit Arturo Buklaw (Ovidiu Purcel) verkuppeln: Eine Verbindung, die seinen schwindenden politischen Einfluss wieder stärken soll. Gefolgsmann Normanno (Florian Simson) unterstützt Enricos Intrigenspiel ebenso wie der Geistliche Raimondo (Bogdan Taloş), dem Lucia zu ihrem Unglück vertraut. Getäuscht über die angebliche Untreue ihres Geliebten unterschreibt sie den Ehevertrag als ihr Todesurteil. Edgardo erscheint zur Hochzeit, enttäuscht von der vermeintliche Untreue Lucias, die in der Hochzeitsnacht Arturo ersticht und dem Wahnsinn verfällt. Als die Totenglocken für Lucia läuten, begeht Edgardo in der Schlussszene Selbstmord. Hervorragende Akteure sangen und spielten ganz großes Kino einer aussichtslosen Liebe, die tragisch endet!
Ein gefälschter Brief soll Lucia von der Untreue ihres Geliebten überzeugen: Adela Zaharia und Bogdan Baciu (Enrico). Foto: Hans Jörg Michel.
Ihre Wiederaufführung erlebte die Oper „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti (1797 – 1848) im Theater Duisburg vor fast ausverkauftem Haus mit einem sehr begeisterten Publikum. Donizetti komponierte die Oper zu einem Text von Salvatore Cammarano, der wiederum auf der Romanvorlage von Sir Walter Scott, „Die Braut von Lammermoor“, beruhte. Viele von Scotts historischen Romanen sind Klassiker geworden und haben als Vorlage auch für Opern gedient. Die Handlung spielt Ende des 16. Jahrhunderts in Schottland. Die Nachnamen blieben Englisch, die Vornamen hat der Librettist „italisiert“. Gesungen wird in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln, die das Verständnis der Handlung erleichtern. Die Aufführung dauert etwa drei Stunden (inkl. einer Pause).
Lucia (Adele Zaharia) unterschreibt den Ehevertrag, ihr Todesurteil. Um sie herum: Bogdan Baciu (Enrico), Hubert Walawski (Normanno), Bruce Rankin (Arturo), Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Donizettis Oper gilt als einer der Höhepunkte in der Epoche des Belcanto (dt. “schöner Gesang“) und als Idealtypus der romantischen Sängeroper mit vielen herrlichen Solo- und Chorszenen. Höhepunkt ist die so genannten „Wahnsinnsarie“, während der Lucia dem Wahnsinn verfällt, nachdem sie den ihr frisch angetrauten Arturo erstochen hat: Eine herrliche Solo-Arie, die die fantastische Koloratursopranistin Adela Zaharia stimmlich über die ganze Bandbreite ihres beachtlichen Stimmumfanges glänzen ließ. Die Duisburger Philharmoniker spielten Donizettis variantenreiche Komposition unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani, einem Spezialisten für italienische Opern. Für Soli hatte die Deutsche Oper am Rhein Stephan Dreizehnter (Soloflöte) und Katrina Szederkenyi (Harfe) verpflichtet. Für die Inszenierung zeichnete der Regisseur Christof Loy verantwortlich, für Bühne und Kostüme Herbert Murauer. Vokale Unterstützung bekam das Ensemble vom Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig.
Lucia (Adele Zaharia) hat ihren Bräutigam Arturo erstochen und verfällt dem Wahnsinn. Im Hintergrund: der Chor. Foto: Hans Jörg Michel.
Edgardo (Georgy Vasiliev) begeht Selbstmord, als er von Lucias Tod hört. Im Hintergrund: Bogdan Taloş (als der Geistliche Raimondo), Herrenchor. Foto: Hans Jörg Michel.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Fr | 28. April 2017 | 19:30 Uhr,
Fr | 5. Mai 2017 | 19:30 Uhr und
So | 9. Juli 2017 | 15:00 Uhr.
In der kommenden Spielzeit steht das Stück auch in Düsseldorf wieder auf dem Spielplan.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
Engagierte Gespräche vor dem City-Grill an der Untermauerstraße. Foto: Petra Grünendahl.
Oberbürgermeister Sören Link hatte zur Currywurst am City-Grill auf der Untermauerstraße eingeladen, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Zahlreiche Bürger nahmen seine Einladung an. Diskussionen gingen unter anderem um die Innenstadtentwicklung und ein mögliches Designer Outlet Center (DOC) auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs. Aktivisten von „Ja zu Duisburg – Kein DOC“ hatten allerdings keinen Erfolg, den Oberbürgermeister zur Unterschrift unter ihre Petition zu bewegen … 😉 Unterschriften konnten sie aber einige andere mitnehmen!
in der Duisburger Ausgabe der WAZ sind zwei Artikel von ihrer Kollegin Frau Reichard erschienen, die deutliche Recherchemängel aufzeigen.
Elefanten im Zoo Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
In diesem offenen Leserrief möchte ich mich gerne zu diesen äußern.
Alina Reichardt schreibt in der WAZ vom 13.4.2017 einen Artikel mit dem Titel „Artenschutz oder Tierquälerei?“. Hierbei geht es um die Elefantenhaltung in Zoos.
Schon die Bildunterschrift ist schlichtweg falsch und kündigt einen reißerischen Artikel an. „Pfleger im Zoo Hannover setzen spitze Haken ein, um Elefanten zu dressieren – das ist erlaubt.“
Nein, das ist es nicht. Laut Tierschutzgesetz darf keinem Tier Schmerz, Leiden oder Schaden zugefügt werden. Aus diesem Grund ist der Elefantenhaken, oder auch Ankus genannt, auch nicht spitz, sondern stumpf. Der Ankus stammt aus Asien und wurde und wird und von den Mahouts eingesetzt. Mahouts heißen die Elefantenführer die häufig ihr gesamtes Leben mit ihren Arbeitselefanten verbringen. Die Tiere werden gehegt und gepflegt und sogar innerhalb der Familie von einer Generation zur nächsten weitervererbt. In Zoos und Tierparks mit einer Elefantenhaltung im sogenannten direkten Kontakt ist der Tierpfleger ein Teil der Herde und bildet die Tiere für den täglichen Umgang aus. Der Ankus wird als Leitinstrument genutzt. Über bestimmte Druckpunkte wird er als Führstab und Orientierungshilfe eingesetzt. Keinesfalls dient er als Folterinstrument, wie es der WAZ-Artikel suggerieren möchte. Bei Haustieren ist er vergleichbar mit der Leine des Hundes oder der „Stick“ aus der Freiarbeit mit Pferden. Niemand sollte mit der Leine seinen Hund schlagen oder aber mit dem Stick auf sein Pferd. In Notwehrsituationen können sie aber durchaus auch zur Verteidigung genutzt werden, die Menschen haben der Masse Pferd oder insbesondere Elefant sehr wenig entgegenzusetzen. Sie dienen aber nicht dazu, den eigenen Forderungen Nachdruck zu verleihen oder schneller einen Trainingseffekt zu erzielen. Das mag kurzzeitig funktionieren, schafft auf Dauer aber wenig oder gar kein Vertrauen zwischen Mensch und Tier und auf lange Sicht ein eher gespanntes Verhältnis mit viel Unfallpotential.
Um dieser Situation zu entgehen, haben bereits einige Zoos bei der Elefantenhaltung auf den sogenannten geschützten Kontakt umgestellt, bei der der Tierpfleger nicht mehr Teil der Herde ist. Hierbei bildet die Elefantenfamilie ihre eigene Rangordnung und arbeitet nur noch rein freiwillig mit den Tierpflegern zusammen. Eigentlich die ideale Haltung. Dennoch sind auch dort Grenzen gesetzt, zumal die Elefantengehege baulich verändert werden müssen. Die meisten Elefanten fühlen sich wohl im geschützten Kontakt, manche allerdings tun sich damit auch schwer, insbesondere wenn ein Elefant ein Leben lang im Pfleger eine direkte Bezugsperson sah. Schwierig ist die Umstellung auf den geschützten Kontakt auch, wenn ein krankes Tier oder eines mit Altersgebrechen regelmäßiger intensiver Pflege bedarf, die im direkten Kontakt viel leichter geboten werden kann als im geschützten Kontakt. Dann kann man schon an die Grenzen des Tierschutzgesetzes stoßen, wenn ein Tier, welches sich nicht mehr behandeln lässt, welches am medizinischen Training nicht mehr mitwirken möchte etc., letztendlich Schmerzen und Schäden erleidet. Eine schnelle Umstellung kann man nicht erzwingen und man muss diese immer für den individuellen Fall erwägen.
Der WAZ-Artikel vermischt zudem den geschützten Kontakt mit der sogenannten Hands-off Methode. Letztere bedeutet gar keinen Kontakt zwischen Pfleger und Tier, also auch kein medizinisches Training, keine Fußpflege etc. Auch diese Form der Haltung gibt es, sie ist aber die am wenigsten professionelle, da hier bei jedem Problem der Elefant in Narkose gelegt werden müsste.
Zoo Duisburg: Delfinarium. Foto: Petra Grünendahl.
Von den Elefanten scheint der Bogen schnell zu den Delfinen geschlagen zu sein, denn unter ihrem fehlerhaft recherchierten Elefantenartikel geht es dann zu den Großen Tümmlern mit ebensolchen Falschinformationen. „Intelligente Säuger in Gefangenschaft“. Ein etwas unglücklich gewählter Titel. Über Intelligenz bei Delfinen lässt sich streiten. Sie lernen gerne und schnell, aber das tut z.B. auch das Huhn und kaum jemand beschwert sich wieviel Intelligenz sich auf dem Grill neben dem Kaufhaus am Spieß dreht. Das Buch „Are dolphins really smart?“ von Justin Gregg gibt eine gute Übersicht, wie klug diese Tiere wirklich sind und stellt sich dem Mythos. Natürlich erweckt auch das Wort „Gefangenschaft“ im Artikel gleich wieder eine negative Grundeinstellung. Hunde, Katzen und Meerschweinchen leben auch in Menschenhand und kaum jemand würde hier das Wort Gefangenschaft benutzen. Wikipedia definiert es als längerfristigen und unfreiwilligen Entzug der Freiheit. Insgesamt 5 der 7 Großen Tümmler, die momentan im Duisburger Delfinarium leben, wurden genau dort geboren. 4 weitere Nachzuchten aus Duisburg leben in Nürnberg und auf Lanzarote. Wann genau wurde diesen Tieren unfreiwillig ihre Freiheit entzogen?
Zoo Duisburg: Delfinarium. Foto: Petra Grünendahl.
Die Autorin fährt im Artikel fort, in dem sie einen Vorfall aus dem letzten Jahr im Duisburger Delfinarium beschreibt. Tierschützer seien zu den Delfinen ins Wasser gestiegen. Tierschützer???? Ist das Ihr Ernst, Frau Reichardt??? Sie bezeichnen Menschen als Tierschützer, die ohne geeignete Desinfektionsmassnahmen in das Wasser eines Delfinariums steigen, welches ohne den Einsatz von Chlor rein mit biologischer Filtration die Wasserqualität für die Delfine aufrecht hält? Selbst ein Schwimmbad setzt auf den Einsatz von Chlor, um die darin badenden Menschen vor den Krankheiten und Ausscheidungen der anderen Menschen zu schützen. Abgesehen vom potentiellen Keimeintrag haben diese, für die Delfine völlig fremden Menschen mutwillig in Kauf genommen, dass die Delfingruppe in Panik gerät und sogar das nur wenige Monate alte Jungtier verletzt werden könnte.
Denise Ade vom Tierschutzbund Deutschland wird ausführlich zitiert, nur der Zoo Duisburg, über dessen Delfine im Artikel berichtet wird, kommt bei Ihrer Darstellung nicht zu Wort. Schade. Gerne hätte ich gewusst aus welcher wissenschaftlichen Quelle Frau Ade ihr Wissen bezieht und was Delfine soviel besser macht, als das oben angesprochene Haushuhn, welches, laut Frau Ade, auf einem Schaubauernhof allerdings wohl in „Gefangenschaft“ gehalten werden darf.
Im Artikel wird auch über das Aufstocken des Bestandes aus Wildfängen angesprochen. Wenn Frau Reichardt oder auch Frau Ade sich wenigstens die Mühe machen würden, z.B. die Homepage des Zoo Duisburg zu studieren, dann würde ihnen auffallen, dass der Zoo zuletzt im Jahr 1982 einen Delfin aus der Wildbahn importiert hat!!! Vor sage und schreibe 35 (!!!) Jahren wurde also der letzte Delfin für Duisburg gefangen. Das bezeichnet man als Aufstocken des Bestandes mit Wildtieren??? Warum finden die vielen seither im Duisburger Delfinarium erfolgreich aufgezogenen Jungdelfine keine Erwähnung?
Zoo Duisburg: Delfinarium. Foto: Petra Grünendahl.
Dann wird auch noch das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) zitiert, eine Ein-Mann-Organisation des Steuerberaters und Delfinariumgegners Jürgen Ortmüller, während ein Statement des Zoo Duisburg weiterhin ausbleibt. Das scheint einfacher zu sein, im schlimmsten Fall könnte ja die eigene vorgefertigte Meinung ins Wanken geraten, wenn man sich mit realen Fakten auseinandersetzen muss und sich nicht in Pippi-Langstrumpf-Manier, die Welt macht, wie sie einem gefällt. Auch hier hätte ein Besuch der Homepage des Zoos geholfen, um die im Artikel aufgeführten Zahlen in Relation zu setzen und journalistisch korrekt darzustellen. Insgesamt 19 Delfine sind nach Duisburg gekommen, und das in nunmehr 52 Jahren der Delfinhaltung. Seit 1978 wurden 30 Trächtigkeiten in Duisburg festgestellt. 25 wurden tatsächlich ausgetragen, 5 Aborte festgestellt. 11 von 25 Tieren überlebten das erste kritische Jahr im Leben eines Delfins. Die in Duisburg geborenen Delfinweibchen Delphi und Daisy haben selbst bereits erfolgreich nachgezogen. Mit dem Fortschreiten der medizinischen Möglichkeiten veränderten sich natürlich auch die Haltungsbedingungen für alle Tiere im Zoo inklusive der Delfine. Daher kann man auch nicht die überproportional hohen Todesfälle aus den 60er und 70er Jahren mit den Zeiten von heute in einen Topf werfen. Auch unsere eigenen Lebensbedingungen waren früher völlig andere. Das Rauchen war ein Zeichen von Freiheit, wir Kinder turnten unangeschnallt auf dem Autorücksitz herum und Säuglinge wurden mit dicken Federbetten zugedeckt. Auch das gibt es heute nicht mehr. Die Zigarettenschachteln zieren abscheuliche Bilder, es gibt die Anschnall- und Kindersitzpflicht und Säuglinge schlafen in Rückenlage ohne jegliche Decken und Kissen. Die Zeiten haben sich geändert, wir alle haben aus Fehlern gelernt und Maßnahmen wurden ergriffen. So auch in der Haltung der Delfine oder anderer Zootiere. In den letzten 10 Jahren wurden 11 Jungtiere im Delfinarium geboren, davon leben 7. Das ist eine Überlebensrate von 64%. Ein letzter Bericht dazu aus der Wildbahn erschien 2014, aus dem Doubtful Sound, Neuseeland. Hier überlebten 67% der Kälber das erste Jahr, aber nur 40% das dritte Lebensjahr. Die letzten im Duisburger Delfinarium geborenen Delfine, Debbie und Dobbie, sind noch zu jung, aber sie sind topfit und es ist nicht davon auszugehen, dass die 64% Überlebenden sobald sterben werden.
Schade, dass sich weder Frau Reichardt noch Frau Ade jemals mit den Verantwortlichen im Zoo unterhalten haben und Frau Reichardt leider nur eine sehr einseitige Darstellung des Themas mit vielen Falschinformationen fabriziert hat.
Mit bestem Gruß,
K. Ternes
Leitende Zootierärztin
Fachtierärztin für Zoo- und Wildtiere
Dipl. ECZM (Zoo Animal Health)
Zoo Duisburg
Die Kopfplastik besteht aus einem selten vorkommenden chemischen Element mit dem Elementsymbol Ga und der Ordnungszahl 31, welches schon bei knapp 30°C zu schmelzen beginnt. In Christian Keinstars Werk „Simplifikation“ (2016/2017) tropft das Metall der Plastik, die auf einem heizbaren Sockelgestell steht, in einen Auffangbehälter. Das quecksilberartig wirkende, aber für den Menschen völlig ungefährliche Metall tropft herab, trocknet und kann dann wieder in einer identischen Gussform als Kopf recycelt werden. Dieser Kreislauf wird im Verlauf der Ausstellung einige Male wiederholt werden. Die Betrachter erleben immer wieder unterschiedliche Zustände des Prozesses.
Christian Keinstar: Rose, 2015, Stahl, Beton, Foto: Petra Grünendahl.
Das Lehmbruck Museum präsentiert Christian Keinstar (*1975 in Dirschau, Polen) in der großen Glashalle zum Kantpark im Rahmen seiner Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“. Christian Keinstar ist auch in den Gattungen Fotografie und Videokunst aktiv. Als Bildhauer hat es Keinstar besonders auf metallische Materialien abgesehen, deren Aspekte der Alchemie und des Überdauerns ihn besonders interessieren. Wie Architekturrelikte eines Atomkriegs wirken seine verformten gotischen Fenster aus Stahl und Beton. Blei präsentiert er im Rahmen wie Gemälde oder er verformt es zu barocken Faltenwürfen. Seine Plastiken reflektieren die Vergänglichkeit der Materie. Christian Keinstar war 2015 Stipendiat im Artist in Residence-Programm „Visit“ der innogy Stiftung. Die dabei entstandene Arbeit „Simplifikation“ ist in der Ausstellung im Lehmbruck Museum erstmals öffentlich zu sehen.
Jana Sterbak: Life-Size. Lebensgröße
Jana Sterbak: Vanitas – Flesh Dress For An Albino Anorexic. Foto: Petra Grünendahl.
Bereits im vergangenen Monat eröffnete das Lehmbruck Museum im Anbau die Sonderausstellung der tschechisch-kanadischen Künstlerin Jana Sterbak (*1955 in Prag). Ihre Arbeiten kreisen um Themen wie Liebe, Leben und Tod. In ihrem Werk begegnen uns Fleisch, Haut, Haare, Leder, Brot und Schokolade – Materialien, die unsere eigene Vergänglichkeit spürbar machen. Im Zentrum der Schau steht ihre legendäre Arbeit „Vanitas. Flesh Dress for an Albino Anorexic“ von 1987, für die Sterbak rohes Fleisch zu einem Kleid vernähte. Das Motiv des Fleischkleides wurde 2010 international bekannt durch die Popkünstlerin Lady Gaga. Zur Eröffnung hatte Sterbak in Duisburg das legendäre Fleischkleid speziell für die Ausstellung im Museum herstellt. „Ein wirklich gelungenes Kunstwerk kann uns dazu bringen, unsere Wahrnehmung neu zu überdenken – nicht nur innerhalb des Museums,
Jana Sterbak: Mask, 2015. Foto: Petra Grünendahl.
sondern auch in der Welt außerhalb“, so die Künstlerin, die in ihrem Werk als Umsetzung körperlicher Erfahrungen „Schrecken des Alterns und das Ablaufdatum aller lebenden Dinge“ sieht.
Die 1955 in Prag geborene Konzeptkünstlerin emigrierte noch als Jugendliche mit ihrer Familie nach Vancouver, lebte später unter anderem in New York, Barcelona und Paris, bevor sie nach Kanada zurückkehrte, wo sie heute in Montreal lebt. Die umfassende Retrospektive präsentiert eine Auswahl von rund 40 der wichtigsten Arbeiten Jana Sterbaks aus über 30 Jahren künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung startete im März im Rahmen der Duisburger Akzente.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Jana Sterbak: Planetarium (Montserrat), 2000-2003. Mundgeblasenes Glas, 9-teilig. Foto: Petra Grünendahl.
Beide Sonderausstellungen sind bis in den Juni hinein zu sehen: Jana Sterbak bis zum 11. Juni, Christan Keinstar bis zum 18. Juni. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.
Christian Keinstar, Piece of Evidence, 2015, Foto: Petra Grünendahl.
Zu seinen Sonderausstallungen biete das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen an – zur Zeit auch insbesondere zu Jana Sterbak. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Leuchtturmprojekt auf solidem Grund Von Petra Grünendahl
Pierre de Meuron (l.) präsentierte zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link (nicht im Bild) und Museusdirektor Walter Smerling (r.) die Planungen. Foto: Petra Grünendahl.
Überblick über die Baufelder: vorne der Parkplatz, rechts vom Museumsbau die Erweiterung. Foto: Petra Grünendahl.
Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
Das Modell vom MKM mit Erweiterungsbau. Foto: Petra Grünendahl.
„Künstler kommen gerne her“, erklärte Museumsdirektor Walter Smerling. Die Architektur des MKM mit ihren hohen Räumen lasse gerade großformatige Werke auf eine einzigartige Weise wirken. Der Architekt Pierre de Meuron erinnerte daran, wie die Küppermühle ausgesehen habe, bevor er aus den acht Stockwerken des Mühlenbetriebes vier Etagen für das Museum gemacht hatte. Schon länger war ein Erweiterungsbau geplant worden, die erste Variante, der „Schuhkarton“, an Pfusch am Bau gescheitert. Für den Neustart hatte man das Schweizer Architekturbüro des ursprünglichen Umbaus wieder an Bord geholt. „Wir haben die Optik der Fassade auch für den Anbau aufgegriffen“, erzählte de Meuron. Backstein neu interpretiert, um einerseits die Einheit des am 22. März 1999 eröffneten Museumsbaus zu zeigen – und andererseits den Backstein der Außenfassade anders zu verarbeiten, um moderne Akzente zu setzen. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.
Mit der Grundsteinlegung gehen die Arbeiten für den neuen Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in die heiße Phase. Walter Smerling, Pierre de Meuron vom Architekturbüro Herzog & de Meuron und Oberbürgermeister Sören Link nahmen diesen wichtigen Schritt in der Geschichte des Privatmuseums gemeinsam vor. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant. Durch den Erweiterungsbau erhält eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher Kunst nach 1945, die Sammlung Ströher, zusätzliche 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche (dann insgesamt gut 5.000 m² Ausstellungsfläche). „Wer ins MKM kommt, erlebt 70 Jahre Kunst aus Deutschland“, erzählte Smerling. Und Pierre de Meuron resümierte: „Mit der heutigen Grundsteinlegung setzen wir eine erfolgreiche gemeinsame Geschichte fort, die auch in wechselvollen Zeiten immer auf einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Familie Ströher, dem Museum Küppersmühle und Herzog & de Meuron basierte.“
Herzog & de Meuron gestalten weiter mit
Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (v.l.): Architekt Pierre de Meuron, Museumsdirektor Walter Smerling und Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.
Entwurf von Herzog & de Meuron: Räumlichkeiten von oben. Foto: Petra Grünendahl.
Entwurf von Herzog & de Meuron: Gebäudestruktur mit den Übergängen in den Erweiterungsbau. Foto: Petra Grünendahl.
Oben auf den Silos soll eine Aussichstplattform entstehen. Entwurf: Herzog & de Meuron. Foto: MKM.
Mr. Softy: Histoirsches Foto vom Innenhafen Anfang der 1990er-Jahre. Foto: Petra Grünendahl.
Die faszinierende Verpackung, wie Oberbürgermeister Link die ehemalige Kornmühle nannte, mache Lust auf mehr. Die hohen Räume, so der OB, ließen die Kunstwerke richtig wirken. Das MKM sei eines der schönsten Museen in Deutschland. Wie bereits beim Umbau der historischen Küppersmühle zum Museum orientieren sich Herzog & de Meuron bei ihrem Entwurf für den Erweiterungsbau am Bestand des MKM und der Architektur des Innenhafens. Drei unterschiedlich hohe Baukörper schreiben den vorhandenen Museumsbau fort und fügen sich zu einem neuen Kopfbau zusammen, der die gesamte Gebäudezeile des Hafensbeckens konsequent und harmonisch abschließt. Der neue Gebäudeteil soll über die Silos entlang des Innenhafenbeckens in Richtung Osten/Autobahn A59 mit dem jetzigen Museumskomplex verbunden werden. Mittels Brücken in den Silos im 1. und 2. OG wird die Verbindung zwischen den neuen und den bereits existierenden Sammlungsräumen geschaffen. Die Silos selbst bleiben in der äußeren Optik wie auch ihrer ursprünglichen Materialität als Industriedenkmal erhalten. Als Erschließungselement und verbindender Ausstellungraum werden sie jedoch einer neuen Funktion zugeführt. Geplant ist darüber hinaus, sie mit einer Aussichtsterrasse zu versehen und erstmals für Besucher zugänglich zu machen. Ermöglicht wird der Erweiterungsbau durch das Engagement privaten MKM-Stiftung, die von den Sammlern Sylvia und Ulrich Ströher gegründet wurde.
Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.
Noch bis Sonntag automobile Träume in den Essener Messehallen Von Petra Grünendahl
Techno Classica 2017 in Essen. Foto: Petra Grünendahl.
Immer mehr getunte Fahrzeuge, von denen es auch im Ruhrgebiet viele gibt, kommen langsam in die Jahre. Schon der VW Käfer wurde nicht nur optisch veredelt, sondern auch leistungsstärker. Und wird das Schätzchen erst mal 30, kann sich durchaus die Frage lohnen: Bekommt es trotz Tuning auch ein H-Kennzeichen? Dieses Thema rückt der TÜV Rheinland auf der diesjährigen Techno Classica in Essen in den Fokus. „Die Umbauten müssen mindestens 30 Jahre alt sein“, stellt Norbert Schroeder, Leiter Competence Center Classic Cars des TÜV Rheinland, klar, und: „Wir bewegen und da mitunter in einer Grauzone und müssen jedes Fahrzeug individuell betrachten.“ ´
Die Techno Classica zieht wie alle Jahre wieder Oldtimerfans und Schrauber ins Motor-Mekka nach Essen. Neben vielen Fahrzeugen (ab wo die Autos laufen lernten), Markenclubs, Veranstaltern von Oldtimer-Rallyes oder auch Verkäufern von Ersatzteilen, Werkzeug oder Accessoires stehen auch Dienstleister wie der TÜV Rheinland oder die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) als Ansprechpartner zur Verfügung, vor allem, wenn es um Service- und technische Themenstellungen geht.
Wenn an einem Oldtimer zeitgenössische Veränderungen an Karosserie, Fahrwerk oder Motor vorgenommen wurden, gehe das laut TÜV-Rheinland-Experten völlig in Ordnung. Ersatz- oder Tuningteile aus der gleichen Epoche seien kein Problem, hochmoderne Niederquerschnittsreifen oder ein nachträglich eingebautes Hightech-Triebwerk dagegen hätten keine Chance auf ein H-Kennzeichen. „Uns geht es hier in Essen darum, einmal klarzustellen, was möglich ist und was nicht. Denn in der Szene herrschen immer noch Halbwissen und eine gewisse Verunsicherung“, erklärt der Klassiker-Fachmann Schroeder. Die Palette der Meinungsirrtümer reiche von „alles ist machbar“ bis „nur absolute Originalität zählt“.
Techno Classica 2017 in Essen. Foto: Petra Grünendahl.
Treffpunkt für Kenner und Fans
Noch bis Sonntag, 9. April 2017, ist die Techno Classica in den Hallen der Messe Essen geöffnet: Täglich von 9 bis 18 Uhr (Freitag sogar bis 19 Uhr). Der Eintrittspreis beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Kinder bis 14 Jahren 12,50 Euro. Weitere Informationen gibt es hier: Die größte Klassiker-Messe der Welt …
duisport: Rekordergebnis im Jubiläumsjahr Von Petra Grünendahl
Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.
„Auch wenn es Anfang 2016 noch nicht so aussah, so konnten wir doch im weiteren Verlauf des Jahres die Früchte aus 2014/15 eingeleiteten Prozessen ernten“, erklärte Erich Staake Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Nach Konjunktur-Einbrüchen in China und schwieriger werdenden Rahmenbedingungen in der Weltwirtschaft hätten die Aussichten im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres noch nicht nach der positiven Entwicklung ausgesehen, die sich in der zweiten Jahreshälfte herauskristallisierten. Zur Steigerung des Gesamtergebnisses hätten alle drei Geschäftsbereiche – Infra- und Suprastruktur, Logistische Dienstleistungen sowie die Verpackungslogistik – beigetragen, so Staake. Das Erfolgskonzept der Duisburger Hafen AG, mit seinen Tochtergesellschaften integrierte Logistiklösungen zu entwickeln und anzubieten, lockt Geschäftspartner nicht nur aus Deutschland, sondern weltweit. Besondern profitiert der Hafen davon, frühzeitig auf das Reich der Mitte gesetzt zu haben: Die neue Seidenstraße nach China ist mit mittlerweile 24 Zugverbindungen pro Woche (Tendenz: weiter steigend) ein Erfolgsmodell.
Der duisport-Vorstand (v. l.) Prof. Thomas Schlipköther, Erich Staake (Vorstandsvorsitzender) und Markus Bangen empfingen die Presse bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Foto: duisport/krischerfotografie.
Zur Jahrespressekonferenz verkündete Erich Staake zusammen mit seinen Vorstandskollegen Markus Bangen und Prof. Thomas Schlipköther ein erneutes Rekordergebnis für 2016. Insbesondere dank der guten Entwicklung im zweiten Halbjahr konnte duisport sein Jubiläumsjahr mit einem neuen Rekordumsatz von 230 Mio. Euro (plus 6 Prozent gegenüber 2015) abschließen. Der Gesamtumschlag aller Duisburger Häfen (inklusive Werkshäfen) stieg auf 133 Mio. Tonnen, in den Häfen der duisport-Gruppe wurden 66,8 Tonnen umgeschlagen. Der Container-Umschlag stieg auf 3,7 Mio. TEU (Standardcontainer-Einheiten). „Das ist angesichts der Stagnation der Weltwirtschaft und der Logistikmärkte in Europa sowie einer Sättigung des Containergeschäfts ein sehr gutes Ergebnis. Erfreulich ist, dass alle Geschäftsbereiche Ergebnissteigerungen erzielt haben“, so Hafenchef Staake.
Investitionen in die Zukunft
„Wir bilden seit 19 Jahren über Bedarf aus“, erzählte der Hafenchef, der ungefähr so lange auch schon auf der Kommandobrücke an der Ruhrorter Straße das Steuer in der Hand hält. Die Ausbildungszahlen stiegen von Jahr zu Jahr, viele der heute fast 1.150 Mitarbeiter stammten aus eigenem Nachwuchs. In acht Berufen bildet die duisport-Gruppe mittlerweile aus, im vergangenen Jahr war sie für ihre Bemühungen um den Nachwuchs als „bester Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet worden.
Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.
Auch an anderer Stelle investiert die Unternehmensgruppe in die Zukunft: Rund 24 Mio. Euro an Sach- und Finanzinvestitionen flossen 2016 in Kapazitätserweiterungen bestehender Anlagen ebenso wie beispielsweise in den Erwerb der ehemaligen Papierfabrik in Walsum. Einen trimodal angebundenen Logistik-Standort (logport VI) will duisport dort entwickeln. Logport IV in Kamp-Lintfort (Bergwerk West) ist inzwischen vollständig vermarktet. Für die Logistikflächen in Oberhausen an der A3 (logport V oder logport Ruhr) gibt es wohl einen Großinvestor, der das ganze Areal nutzen will. Zufrieden ist man auch mit einem Joint Venture mit Evonik Industries zur logistischen Entwicklung des Standorts Lülsdorf im Süden von Köln. Und als „logport VII“ wird ein ehemaliger Kohlestandort logistisch entwickelt: Das ehemalige Zechengelände Auguste Victoria in Marl, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chempark von Evonik. Schlussendlich ist auch eine Ansiedlung in trockenen Tüchern, die weitere Arbeitsplätze – rund 500 sollen es werden – nach Duisburg bringt: Schenker baut für die Daimler AG ein Logistikzentrum für den Komponentenexport auf der Mercatorinsel in Ruhrort. Mit ca. 50.000 Quadratmetern Fläche wird es ein CKD-Lager wie sie für Audi in Wanheim und für Volkswagen in Kaßlerfeld schon vor einiger Zeit entwickelt wurden.
Duisburger Hafen AG
Die Duisburger Hafen AG ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inkl. Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik. http://www.duisport.de
Michel Sauer: Methode – Skulpturen aus Lindenholz sowie (vorne links) Zinn und Kupfersulfat. Foto: Petra Grünendahl.
Obwohl der Recklinghäuser Kunstpreis in jedem Jahr mit einem anderen künstlerischen Schwerpunkt ausgeschrieben wird, stehen doch in dieser Sonderausstellung von sieben Preisträgern Plastiken, das Skulpturale und das Räumliche im Vordergrund. Das gilt selbst für die wenigen Bilder an den Wänden der Erdgeschossräume, in denen die Werke präsentiert werden. Neben Ernst Hermanns sind Emil Cimiotti, Michel Sauer, Otto Boll, Stefan Kern, Heike Mutter/Ulrich Genth und Gereon Krebber in der Ausstellung vertreten. Alle Künstler sind Kunstpreisträger, in ihrer Arbeitsweise unterscheiden sie sich erheblich. Damit gibt die Ausstellung Einblicke in die Entwicklung der Bildhauerei in Deutschland.
Bei der Pressevorbesichtigung führte Klaus Maas (2. v. r.) von der Stiftung DKM zusammen mit ausstellenden Künstlern durch die Sammlung (v. l.): Heike Mutter und Ulrich Genth. Foto: Petra Grünendahl.
Im Jahr 1947 wird in Recklinghausen mit der Ausstellung „Junge Künstler zwischen Rhein und Ruhr“ der Grundstein gelegt für die Künstlergruppe „Junger Westen“. Anlässlich des 70-jährigen Gründungsjubiläums erinnern sieben RuhrKunstMuseen von Februar 2017 bis April 2018 in einer städteübergreifenden Ausstellungsreihe an das Wirken dieser Künstler. Die Künstlergruppe wurde nach zehn Jahren freundschaftlich aufgelöst, der zeitgleich entstandene Kunstpreis wird aber weiterhin alle zwei Jahre ausgeschrieben. Bis heute haben 46 Künstler den Preis erhalten, der hier in der Ausstellung vertretene Emil Cimiotti bekam ihn sogar zwei Mal. Das Museum DKM im Dellviertel zeigt ab Freitag, 25. März, das Werk Ernst Hermanns (1914-2000), Gründungsmitglied der Künstlergruppe und 1951 Preisträger des Recklinghäuser Kunstpreises, in Beziehung zu Arbeiten sechs weiterer Preisträgern aus sieben Jahrzehnten.
Die Künstler
Der Plastiker Ernst Hermanns im Museuim DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Das Museum DKM betreut den Nachlass der Werke des Bildhauers Ernst Hermanns (1914–2000), zahlreiche seiner Werke gehören zum festen Bestandteil der Museums-Präsentation bzw. waren auch schon einmal in einer Sonderschau zu sehen. Als Preisträger präsentierte er in der Show von 1951 die ersten Skulpturen in seinem Werk, die kraftvoll in den Raum drängen und die Figuration überwinden. Mit diesen ersten abstrakten Plastiken findet Hermanns zu der Formsprache, die seine Arbeiten der nächsten Jahre entscheidend prägt.
Emil Cimiotti: Insel (im Vordergrund) und zwei Sporaden (gerahmt im Hintergrund). Foto: Petra Grünendahl.
Emil Cimiotti (*1927) hat als einziger Künstler den Kunstpreis zwei Mal erhalten, 1957 für Bildhauerei und 1959 für seine Handzeichnungen. Um dieser materiellen Spannbreite der Arbeit Cimiottis gerecht zu werden, stellt das Museum DKM sowohl eine monumentale und drei kleinere Plastiken aus Bronze als auch filigrane Papierreliefs aus. Die unbearbeiteten, zerklüfteten Oberflächen der Skulpturen erinnern an Naturphänomene, ohne diese abzubilden.
Michel Sauer: Runde Kamine aus verzinktem Eisen. Foto: Petra Grünendahl.
Michel Sauer (*1949) wurde 1972 Preisträger in der einmaligen Kategorie „Politische und gesellschaftliche Karikaturen“. Unabhängig davon arbeitet er hauptsächlich als Zeichner und Plastiker, der in beiden Medien Serien geografischer Formation en herstellt und variiert. Seine Skulpturen erinnern an im kollektiven Gedächtnis verankerte Grundformen von Gegenständen des Alltagsgebrauchs, wie Öfen oder Körbe.
Der Hermanns-Schüler Otto Boll (*1952) erhielt 1981 den Preis für Bildhauerei. Seine Schwebende Skulptur von 1980 ist fester Bestandteil der Dauerausstellung im Museum DKM, entzieht sich jedoch durch ihre unscheinbare Präsentation der Wahrnehmung zahlreicher Besucher. Neben einer weiteren Arbeit aus der Reihe der in den Raum verweisenden linearen Skulpturen, zeigt die Ausstellung auch Zeichnungen Otto Bolls aus den Jahren 1975–1976.
Stefan Kern: Tisch (vorne) und ISDN (hinten). Foto: Petra Grünendahl.
1995 erhielt Stefan Kern (*1966) den Preis für Bildhauerei, 2001 war er an der Gemeinschaftsausstellung „Echo’s Pool“ in der Galerie DKM beteiligt. Ein Großteil der Arbeiten Stefan Kerns ist begehbar oder lässt sich als Sitzgelegenheit nutzen. Somit bewegen sich die Arbeiten Kerns im Grenzbereich zwischen Kunst und Design, thematisieren mit ironischer Distanz die Frage nach dem Nutzen von Kunst. Häufig im öffentlichen Raum platziert, wirken die in schlichtem weiß lackierten Skulpturen puristisch und auf ihre Funktion reduziert; gleichzeitig laden sie zur interaktiven Teilnahme ein.
Heike Mutter/Ulrich Genth: Fixateurs externes (2013). Foto: Petra Grünendahl.
Ulrich Genth (*1971) bildet seit 2003 mit Heike Mutter (*1969) ein Künstlerduo, das für Duisburg die Landmarke „Tiger and Turtle“ entworfen hat. 2001 hat er den Kunstpreis für Skulptur erhalten. Bekannt sind sie für ihre Interventionen im öffentlichen Raum, mit denen sie kritisch die identitätsstiftende Wahrnehmung von Denkmälern hinterfragen. Auch „Tiger and Turtle“ spielt mit den Erwartungen. Von weitem wie eine rasante Achterbahn wirkend, eignet sie sich doch nur zum behutsamen Hochsteigen der Stufen – wie in dem Namen, der den heroischen Tiger mit der behäbigen Schildkröte verbindet, bereits angedeutet wird. In der Ausstellung im Museum DKM zeigen Mutter und Genth eine ebenfalls mit dem Raum interagierende Installation aus Spiegel- und Lichtfeldern. Wie der Titel „fixateurs externes“ beschreibt, erinnern die ausgestellten Stahlgerüst e an medizinische Feststellkonstruktionen.
Gereon Krebber: Kernel (2016). Foto:: Petra Grünendahl.
Der Plastiker Ernst Hermanns im Museuim DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Als Gereon Krebber (*1973) im Jahr 2007 den Kunstpreis erhielt, fand auch die erste Ausstellung des jetzigen Düsseldorfer Akademieprofessors in der damaligen Galerie DKM im Duisburger Innenhafen statt. Zuletzt wurde Krebber mit der Einzelausstellung „antagomorph“ im Museum DKM umfassend gewürdigt. Die oft vergänglichen, im Verfall begriffene Arbeiten aus Materialien des alltäglichen Gebrauchs wirken bewusst verstörend und hinterfragen damit etablierte Annahmen über Bildhauerei. In der Ausstellung werden aktuelle Arbeiten Krebbers mit Werken aus der Preisträger-Ausstellung in Recklinghausen kombiniert.
Die Exponate von Ernst Hermanns sind Teil der Museumssammlung bzw. im Eigentum der Stiftung Ernst Hermanns Archiv, Duisburg. Weitere Ausstellungsstücke sind überwiegend Leihgaben der Künstler oder stammen als Leihgaben beispielsweise von der Kunsthalle Recklinghausen, dem Kunstverein Hamburg oder der Sammlung Haubrok.
Museum DKM
Michel Sauer: verschiedene Skulpturen (2007-2010. Foto: Petra Grünendahl.
Michel Sauer: Sänfte Mandarin. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung von Ernst Hermanns und sechs Preisträgern aus siebzig Jahren Recklinghäuser Kunstpreis ist ab Freitag, 25. März, bis zum 24. September 2017 zu sehen. Als Begleitprogramm geht die pastikBAR des Lehmbruck Museums am 13. Juli „on tour“: Mit Heike Mutter und Ulrich Genth im Museum DKM. Geplant sind außerdem Künstlergespräche mit Michel Sauer, Otto Boll, Stefan Kern und Gereon Krebber. Termine hierfür stehen aber noch nicht fest.
Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.
Von Kneipenkultur und Lokalgeschichten Von Petra Grünendahl
Das Kaufhaus Priel an der Ecke Steinsche Gasse / Münzstraße (später Boecker, dann Knüllermarkt, heute steht dort das Stadtfenster) verfügte im obersten Stock über ein Café. Besonders beliebt war die Dachterrasse. Foto: ZZB.
Noch bis zum Zweiten Weltkrieg beheimatete Duisburg eine große Anzahl von Cafés und Gaststätten. Die großen Gastwirtschaften verfügten über Veranstaltungssäle und Gesellschaftszimmer für Veranstaltungen aller Art, häufig auch über Billardtische, Kegelbahnen oder gar Biergärten. Freizeitverhalten und Geselligkeit waren eine andere: Die Gastronomiebetriebe waren der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Die meisten dieser Gaststätten und Cafes sind ebenso verschwunden wie die Häuser, in denen sie sich befanden: Die meisten verschwanden im letzten Krieg, manche wurden auch erst danach abgerissen, zumeist um Platz zu schaffen für andere Nutzung. Einige wenige Lokalitäten gibt es heute noch, ein paar weitere Häuser findet man ebenfalls im Stadtbild noch wieder. Ansichten bietet das reichhaltig bebilderte Buch nicht nur von den Häusern, die die Duisburger Gastronomie beherbergten, sondern auch von Innenräumen, die sich als Spiegel ihrer Zeit sehr von den heutigen eher funktional gestalteten Gasträumen unterscheiden.
Die Schifferbörse in Ruhrort. Foto: ZZB/Sutton Verlag.
In einer Neuauflage ist jetzt im Sutton Verlag ein Frühwerk der Zeitzeugenbörse Duisburg erschienen: Mit „Duisburg Alte Gaststätten und Cafés“ schrieben Harald Molder und Reinhold Stausberg im wahrsten Sinne des Wortes „Lokalgeschichte“. In acht Kapitel aufgeteilt umfasst das Buch das gesamte Duisburger Stadtgebiet – von Norden nach Süden und über die andere Rheinseite. Natürlich nehmen die zahlreichen Gaststätten und Cafés im „alten Duisburg“, der Innenstadt, den größten Raum ein. Aber auch die Stadtteile rund um den Duisburger Hafen – natürlich Ruhrort, aber auch Kaßlerfeld und Neuenkamp – hatten den im Hafen liegenden Schiffern ebenso wie den Bürgern viele Orte der Gastlichkeit zu bieten. Unterschieden haben die Autoren für die Auswahl der Bilder zwischen der Kneipe als „Schankwirtschaft“ und der Gaststätte als „Speisewirtschaft“, wobei die Grenzen aber auch damals schon eher fließend waren, wie die Auswahl der Bilder nahe legt.
Zum Entdecken und Erinnern Das Buch „Alte Gaststätten und Cafés“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führender Verlag für Regionalgeschichte. Das 2012 in erster Auflage veröffentlichte Werk war eines der ersten Bücher der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag und ist gerade neu aufgelegt worden. Auf 136 Seiten findet der Leser rund 200 bis dato zumeist unveröffentlichten Aufnahmen und Postkarten aus privaten Sammlungen. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten stammen aus dem Jahren 1900 bis in die 1960er-Jahre. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen von Reinhold Stausberg und Harald Molder, beide Mitglieder der Zeitzeugenbörse Duisburg. Das reich bebilderte Buch mit Broschur-Einband ist im Sutton Verlag in der „Reihe Archivbilder“ erschienen, die Neuauflage kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86680-951-2).
Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.
Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.
Als die Stiftung Duisburg 24.7.2010 Anfang der Woche ihre neue Gedenktafel an der Gedenkstätte anbrachte, wurde gleichzeitig eine illegal von Unbekannten installierte schwarze Granitplatte entfernt.
Foto: Stiftung Duisburg 24.7.2010.
„Diese Gedenkstätte erinnert an die Katastrophe des Massenunglücks bei der Loveparade vom 24. Juli 2010. Am Nachmittag dieses Tages starben hier im Gedränge und der Panik 21 Menschen. Sie kamen aus Australien, China, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien. Hunderte Andere erlitten körperliche und seelische Verletzungen.
Seit diesem Tag ist die Stelle ein Ort der Trauer. Fundstücke und Trauergaben der ersten Zeit bewahrt das Stadthistorische Museum zum Gedenken.
Die Gedenkstätte wurde im Sommer 2013 fertiggestellt und 2015 nach Ideen der Angehörigen der Verstorbenen um die stählernen Wand- und Bodenplatten erweitert. Zum Jahrestag 2016 wurden die Kacheln mit den Fotos und Namen in die Gedenkplatte eingefügt. Der weiße Stein in der Gedenkplatte steht symbolisch für die Verletzten und Traumatisierten, die die Katastrophe erlebt, aber überlebt haben.“
Foto: Stiftung Duisburg 24.7.2010.
So lautet die Inschrift der Gedenktafel, die die Stiftung Duisburg 24.7.2010 an der Ostwand der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010 hat installieren lassen. Mit der Montage dieser gläsernen Gedenktafel, deren Text an die Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 erinnert, wurde die Gestaltung der Gedenkstätte am Karl-Lehr-Tunnel nun abgeschlossen. Sie entspricht damit den Vorgaben, die von den Hinterbliebenen der 21 Todesopfer und Vertretern der Betroffenen-Initiative beschlossen worden waren.
Illegal angebrachte schwarze Granitplatte an der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Jürgen Rohn.
Illegal angebrachte schwarze Granitplatte an der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade 2010. Foto: Jürgen Rohn.
Zwischenzeitlich hatten Unbekannte ohne Absprache auf dem weißen Stein eine schwarze Granitplatte mit einem kurzen Erinnerungstext angebracht, der sich allein auf die Verletzten und Traumatisierten bezog. Da dies nicht den früher getroffenen Vereinbarungen über die Gestaltung der Gedenkstätte entsprach, wurde die Granitplatte wieder entfernt. Dies geschah mit großem Aufwand, da man die Tafel nicht zerstören wollte. Die Tafel wurde eingelagert.
Eine weitere Hinweistafel am Eingang fordert die Besucher auf, die Gedenkstätte mit Würde und Respekt zu behandeln und keine Veränderungen mehr vorzunehmen. Sollte es dennoch zu Verunreinigungen oder Beschädigungen kommen, bittet die „Stiftung Duisburg 24.07.2010“ um entsprechende Hinweise.
– Presseinformation der Stiftung Duisburg 24.7.2010 – Fotos: Stiftung Duisburg 24.7.2010 (2), Jürgen Rohn (2)
Kundennutzen: Mit der neuen Anlage wurde bei thyssenkrupp in Duisburg das Dienstleistungs-Angebot für die Bezieher von Stahlprodukten erweitert. Auf insgesamt sechs sogenannten „Tischen“ können die Brammen exakt nach Kundenwunsch zugeschnitten werden. Durch die Möglichkeit der schnelleren Bearbeitung verbessert sich zudem die Lieferperformance. Foto: TKSE.
„Wir freuen uns, dass wir den Auftrag gewinnen konnten. Der Ausbau unserer Zusammenarbeit mit thyssenkrupp Steel Europe ist ein gutes Beispiel für den starken Konzernverbund“, erklärt Timm Jesberg, Leiter Adjustage-Dienstleistungen. Zusammen mit seinem Team wird er in Zukunft bis zu 150.0000 Tonnen Brammen im Monat bearbeiten und auf die gewünschten Maße zuschneiden. Darüber hinaus unterstützt thyssenkrupp MillServices & Systems das Stahlwerk in der Logistikkette – vom Lagermanagement über die Disposition bis hin zum Transport an den Endkunden.
Brammen-Adjustage: Künftig werden monatlich bis zu 150.0000 Tonnen Stahlblöcke in der sogenannten Brammen-Adjustage bearbeitet und auf die gewünschten Maße zugeschnitten. Die jetzt gestartete Anlage ist dafür ausgelegt, die Qualität zu steigern und Nacharbeiten unnötig zu machen. Foto: TKSE.
Für Stahlkunden wurde bei thyssenkrupp in Duisburg das Dienstleistungs-Angebot erweitert. Dafür haben thyssenkrupp Millservices & Systems und thyssenkrupp Steel Europe ihre Zusammenarbeit im Oxygen-Stahlwerk 2 weiter ausgebaut. Die Experten für stahlwerksnahe Dienstleistungen haben in Beeckerwerth eine neue Anlage zum maschinellen Längsteilen von Brammen in Betrieb genommen. Auf insgesamt sechs sogenannten „Tischen“ können die Brammen exakt nach Kundenwunsch zugeschnitten werden. Durch die Möglichkeit der schnelleren Bearbeitung verbessert sich zudem die Lieferperformance.
Inbetriebnahme: Die beiden thyssenkrupp-Geschäftsbereiche Millservices & Systems sowie Steel Europe haben ihre Zusammenarbeit im Duisburger Werk weiter ausgebaut. Die Experten für stahlwerksnahe Dienstleistungen haben beim Stahlhersteller im Oxygen-Stahlwerk 2 in Beeckerwerth eine neue Anlage zum maschinellen Längsteilen von Brammen in Betrieb genommen. Foto: TKSE.
Vorteile gibt es durch die Zusammenarbeit für beide Seiten. „Wir sind genau auf die Bedürfnisse von Steel eingestellt und können im Tagesgeschäft sehr flexibel reagieren. Zudem ist die neue Anlage dafür ausgelegt, die Qualität zu steigern und bartfrei zu schneiden, wodurch keine Nachbearbeitung mehr nötig ist“, so Jesberg. Seine Einschätzung teilt auch Robert Kelle, Teamleiter der Brammen-Adjustage bei thyssenkrupp Steel Europe: „Für uns hat die übergreifende Zusammenarbeit Vorteile und die Kunden profitieren von einer schnelleren Bearbeitung.“
– Presseinformation und Fotos: thyssenkrupp Steel Europe –
Landschaften und Räume:
Perspektiven von mit Blick in die Tiefe Von Petra Grünendahl
Pressegespräch vor dem Bild „Palais“ (2017): Kuratorin Eva Müller-Remmert, der Künstler David Schnell und MKM-Museumsdirektor Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.
Seine überwiegend großformatigen Räume oder Landschaften saugen den Blick des Betrachters förmlich an, richten ihn in die Ferne. Von oben und seitlich kommend scheinen Objekte den Blick in die Ferne abfangen zu wollen. Erst der längere Blick ins Bild offenbart die Räume und Landschaften dahinter, die umso deutlicher werden je mehr der Blick ins Bild hinein geht: Vom Abstrakten in den Realismus der Räume und Landschaften. „Ich habe eine sehr große Affinität zu Landschaften, fand es schon immer faszinierend, mich durch die Landschaft zu bewegen“, erklärte David Schnell. Perspektive, der Raum und seine Darstellung interessierten ihn: „Ich beschäftige mich intensiv damit.“
David Schnells BIld „Fenster“ (2016/17) gab der Ausstellung ihren Namen. Foto: Petra Grünendahl.
Mit dem Titel „Fenster“ gab eines seiner neueren Bilder der Ausstellung von David Schnell (*1971) im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) ihren Namen. Der in Bergisch Gladbach geborene Künstler war 1995 zum Studium der Malerei nach Leipzig gegangen, wo er bis heute lebt und arbeitet. Als Maler und Grafiker der „Neuen Leipziger Schule“ ist er besonders für seine großformatigen Leinwandarbeiten bekannt geworden. Insgesamt 60 Werke aus den letzten zehn Jahren seines Schaffens hat Kuratorin Eva Müller-Remmert in Zusammenarbeit mit dem Künstler zusammen getragen. 44 Leinwandarbeiten sowie 16 Radierungen zeigt die erste große Museumsausstellung des Künstlers in dieser Region. Zahlreiche Arbeiten stammen von Sammlern, die sie für die Ausstellung als Leihgaben zur Verfügung stellten. Fünf seiner neuen Arbeiten sind – inspiriert von den weitläufigen hohen Wechselausstellungsräumen dem MKM – extra für diese Ausstellung entstanden. Die Sonderausstellung in den Erdgeschossräumen des MKM im Innenhafen öffnet am 9. März ab 19 Uhr ihre Pforten. Finanziell unterstützt hat die Sonderausstellung die Sparkasse Duisburg.
Fenster zu Landschaften, Stadtfluchten, Räumen
Künstler David Schnell mit seinem Bild „Insel“ (2010). Foto: Petra Grünendahl.
Ausgehend von Gemälden aus den Jahren 2007/08 als frühe Beispiele für David Schnells sich zunehmend befreiendes Raumgefüge, begleitet die Ausstellung den Künstler auf seinem Weg des Auslotens der Grenzen zwischen darstellender und gegenstandsloser (abstrakter) Malerei. Dabei kombiniert und variiert der Maler seine Motive und Farben, Bildformate in Detailausschnitten oder groß angelegten Panoramen. Gleichzeitig entstehen weitaus freiere, naturhaftere Landschaften, als ob der Künstler sich von der Strenge und Geometrie des Aufbaus seiner anderen Bildansätze absetzen wolle – ein Wunsch nach Gegensatz, der sich auch in der Wahl
der Farben offenbart.
David Schnells Bilder „Quartier“ (l.) und „Licht“ (beide 2017). Foto: Petra Grünendahl.
Neuere Motive sind architektonisch-geometrische Raumschluchten, die man mit engen, südländischen Altstadtgassen assoziiert, wie sie dem Maler von seinem Rom-Aufenthalt 2013 anlässlich eines Villa Massimo-Stipendiums in Erinnerung geblieben sind. Sie fügen sich nahtlos in die hohen, lichten Räume des MKM mit seinen schmalen Durchgängen und ebenso engen, deckenhohen Fensterschlitzen ein.
Ein Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Kuratorin Eva Müller-Remmert, Christoph Türcke und Museumsdirektor Walter Smerling ist im Wienand Verlag Köln erschienen. Das 144-seitige Werk in deutscher und englischer Sprache mit vielen Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß ist als Museumsausgabe für 25 Euro an der Kasse des MKM zu haben.
Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt
David Schnell: „Rot“ (2011). Foto: Petra Grünendahl.
Die Arbeiten sind bis zum 18. Juni 2017 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.
Am Mittwoch, 10. Mai, um 17 Uhr findet eine Führung der Reihe „Kunst und Genuss“ durch die Ausstellung statt: inklusive Getränk und Imbiss zum Ausklang im Restaurant Küppersmühle beträgt der Teilnahmepreis 21 Euro (Anmeldung unter https://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm). Außerdem hat das MKM ein Begleitprogramm zur Ausstellung (ein Künstlergespräch mit Konzert sowie ein Vortrag) konzipiert. Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.
Mercator One, Ansicht Hauptbahnhof. Visualisierugn: Stadt Duisburg.
Die Bebauung der 2.000 m² großen Fläche am Portsmouthplatz zwischen Königstraße, neuer Mercatorstraße und Hauptbahnhof ist Zielsetzung der Erneuerung des Hauptbahnhofumfeldes und geht auf den Masterplan für die Innenstadt des Büros Foster zurück. Vor allem die stadträumliche Fassung des neugestalteten Portsmouthplatzes durch einen architektonisch hochwertigen Neubau stand im Vordergrund des Bieterverfahrens und der Jurybewertung.
Mercator One, Ansicht Harry-Epstein-Platz. Visualisierugn: Stadt Duisburg.
Das neue Gebäude setzt einen städtebaulichen Akzent, die Nutzung des Erdgeschoss durch Gastronomie und Einzelhandel belebt die angrenzenden Bereiche. Die Fassade ist hochwertig rundum mit großen Glas- und Aluminium Elementen verkleidet, das Erdgeschoss mit großen Glaselementen ermöglicht Transparenz und Leichtigkeit. In zwei Untergeschossen ist Platz für 135 PKW Stellplätze. Auf vier Geschossen lässt die flexible Architektur unterschiedliche Büronutzungen zu, vom Einzelbüro bis zum Großraumbüro.
Mercator One, Ansicht Königstraße. Visualisierugn: Stadt Duisburg.
Das Bieterverfahren zur Bebauung des Portsmouthplatzes zwischen Mercatorstraße und Hauptbahnhof ist abgeschlossen. Eine hochrangig besetzte Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dipl.- Ing. Markus Neppl, Fakultät für Architektur, Karlsruher Institut für Technologie, sichtete und bewertete die sechs Bewerbungen, die zum Bieterverfahren eingereicht wurden.
„Duisburg wird für Investoren immer interessanter. Ich freue mich sehr, dass es erneut gelungen ist, für einen attraktiven Standort in bester Innenstadtlage ein so renommiertes Unternehmen zu gewinnen. Das Mercator One wird einen Akzent am Portsmouthplatz setzen und dem neuen Platz die notwendige urbane Fassung geben. Ein Gewinn für Duisburg, “ so Oberbürgermeister Sören Link.
Mercator One (v. l.), Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum, Investor Torsten Toeller, Oberbürgermeister Sören Link und Architekt Hadi Teherani stellten die Pläne im Rathaus vor.. Foto: Stadt Duisburg.
Carsten Tum, Beigeordneter und Stadtentwicklungsdezernent, sieht sich in der gründlichen Vorbereitung dieses Projektes bestätigt: „Eine gute Vorplanung und eine differenzierte Ausschreibung haben zu einem hervorragenden Ergebnis für diese Topadresse geführt. Hier entsteht ein Stadteingang von höchster Qualität.“
Torsten Toeller sagt zur geplanten Investition in Duisburg: „Mit dem „Mercator One“ schaffen wir dringend benötigte, hochwertige Büroflächen und setzen ein städtebauliches Highlight in das Zentrum, um das Gesicht der Stadt neu zu prägen. Als Duisburger freue ich mich sehr, dass ich so einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Stadt leisten kann.“
Das Spiel mit der Endlichkeit des Lebens Von Petra Grünendahl
Familie Flöz mit „Infinita“. Foto: Simona Fossi.
Der Strampelanzug und die Maske mit den kindlichen Gesichtszügen verraten das Kleinkind. Es sitzt im Laufstall mit seiner Puppe. Ein kleines Mädchen kommt und nimmt ihm die Puppe weg. Mit zwei weiteren Kleinkindern entspinnt sich ein Kampf um die Puppe und die Macht im Kinderzimmer. Fasziniert stellt der Beobachter fest, wie authentisch die Gestik und die Bewegungen der „lieben Kleinen“ sind. Der Anfang des Lebens. Szenenwechsel: Ein Altersheim. Ein paar ältere Herren terrorisieren die Pflegerin, die kaum mit ihnen klar kommt. Gebrechlichkeit, Boshaftigkeit und immer wieder die Flucht in den Schwung ihres früheren Lebens. Erinnerungen bestimmen ihr Leben, welches nicht so unendlich ist, wie es der Titel des Stücks (infinita = unendlich) suggeriert. Ein Szenenwechsel zurück ins Kinderzimmer, immer wieder einen Bogen schlagend zwischen dem Anfang und dem Ende des Lebens.
Familie Flöz mit „Infinita“. Foto: Simona Fossi.
Publikumsliebling Familie Flöz gastierte mit „Infinita“, einem Stück über die Endlichkeit des Lebens, im Theater Duisburg. Ganz ohne Worte sprach Familie Flöz im gut besuchten Theater ihr Publikum an, welches die gelungene Aufführung immer wieder mit Lachern und Szenenapplaus quittierte. Minutenlanger Schlussapplaus belohnte die hervorragenden Akteure bei ihrem dritten von sechs Duisburger Gastspielen in dieser Spielzeit. Die „Familie Flöz“ sind ein Ensemble von vier Männern: Björn Leese, Benjamin Reber, Hajo Schüler und Michael Vogel. Sie schlüpfen in Kostüme und unter die Masken verschiedenster Charaktere und erwecken diese mittels Gestik und Bewegungen zum Leben. Sprache oder Mimik gibt es nicht, neben Gestik und Aktionen der Figuren bestimmt Musik den Lauf der Handlung. Vieles reizt zum Lachen, spiegelt aber das Leben – zugespitzt auf die witzigen Extreme – von der Geburt bis zum Tod.
Familie Flöz gastierte mit „Infinita“ im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Dauerbrenner in Duisburg
Seit vielen Jahren schon begeistert das Maskentheater der Familie Flöz immer wieder ein treues Publikum im Theater Duisburg. Die Produktionen der Familie Flöz laufen in Duisburg in Koproduktion mit dem Admiralspalast Berlin und Theaterhaus Stuttgart. Wirkungsvoll unterstreicht die Handlung die Musik von Dirk Schröder. Die Bühnengestaltung stammt von Michael Ottopal, die Kostüme von Eliseu R. Weide. Die Masken entwirft Hajo Schüler vom Ensemble, zusammen mit seinem Kollegen Michael Vogel führt er auch Regie. Gespielt wird das etwa anderthalbstündige Stück ohne Pause.
Ein kleiner Vorgeschmack Weitere Beispiele von unterschiedlichsten Auftritten der Familie Flöz gibt es bei Youtube.
Weitere Termine der Familie Flöz im Theater Duisburg:
„Hotel Paradiso“ am Sa | 29. April 2017 | 19:30 Uhr,
„Haydi!“ am So | 28. Mai 2017 (Pfingstsonntag) | 19:30 Uhr und
„Teatro Delusio“ am Mo | 8. Juli 2017 | 19:30 Uhr.
Schauspiel im Theater Duisburg
Karten für Schauspiel im Theater Duisburg kosten regulär zwischen 10 und 31 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Tickets gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es mit „Schauspielführer live“ eine Einführung in das Stück im Foyer des Theaters.
Vorstellung des Masterplans in der InnovationsFabrik: (v. l.) Wolfgang Schmitz und Heinz Lison (Unternehmerverband), Oberbürgermeister Sören Link und Dr. Stefan Dietzfelbinger (Niederrheinische IHK). Foto: Unternehmerverband Duisburg.
„Mit einem dicken Ausrufungszeichen präsentieren wir heute den Masterplan Wirtschaft für Duisburg, weil es mit dem Masterplan gelingen kann, in Duisburg wieder Wachstum und Beschäftigung in den Mittelpunkt zu stellen“, so Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes, bei der Vorstellung des Masterplans. Lison unterstreicht die Bedeutung der Initiative: „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Arbeitslosigkeit in Duisburg über doppelt so hoch ist wie im Bundesdurchschnitt.“ Der Strukturwandel tauge als Erklärung nur noch bedingt. Duisburg müsse endlich seine Chancen, die in einer „strategisch einmaligen Lage“ im Zentrum der Rhein-Ruhr-Region lägen, konsequent nutzen. Diesen Vorteil gelte es auch in der Außendarstellung zu betonen und konsequent in der städtischen Kommunikation und im Marketing einzusetzen.
Auf Initiative des hiesigen Unternehmerverbandes und der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve wurde in den vergangen zwei Jahren gemeinsam mit der Stadt Duisburg ein „Masterplan Wirtschaft für Duisburg“ erarbeitet. Das erklärte Ziel der Initiative ist es, mit dem Masterplan möglichst „konkret, umsetzbar und nachprüfbar“ wirtschaftliche Ziele und Ideen zur Entwicklung des Standorts festzuschreiben. Gemeinsam will man dem Standort so mehr Impulse für Wachstum und Beschäftigung geben.
Zwei Jahre lang wurde am Masterplan gearbeitet. Zahlreiche Unternehmer, die Verwaltungsspitze, Gewerkschafter und Vertreter weiterer gesellschaftlicher Gruppen haben sich dabei engagiert. Herausgekommen sind über 60 konkrete Projekte. Das Besondere daran sei, dass sich die Wirtschaft zum Mitmachen verpflichtet, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Als die große Zukunftschance für Duisburg sieht er das Thema Digitalisierung: „Wir wollen gemeinsam mit der Stadt eine digitale Agenda initiieren. Darin werden Themen gebündelt wie etwa der Ausbau der digitalen Infrastruktur, die digitale – und damit kunden- freundlichere – Verwaltung und die stärkere Zusammenarbeit zwischen Universität und Wirtschaft.“
Oberbürgermeister Sören Link bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und sicherte zu, die Umsetzung des Masterplans zu unterstützen. Es sei ein großer Erfolg, dass wichtige gesellschaftliche Akteure in Duisburg nun gemeinsam an einem Strang ziehen. „Wir haben in Duisburg in den vergangenen zwei Jahren einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Stadt und Wirtschaft packen gemeinsam mit an. Deswegen identifiziere ich mich sehr mit dem Masterplan und seinen Zielen“, so der Oberbürgermeister.
„Wir wollen diese Aufbruchstimmung nutzen und alles tun, damit in der Stadt neue Jobs entstehen“, so Link. Es gäbe noch viel zu tun, aber Erfolge seien bereits sichtbar. Link nennt den städtischen Leitbildprozess, der eng verzahnt ist mit der Arbeit am Masterplan Wirtschaft. Hier sei es erfolgreich gelungen, mit den Bürgern der Stadt einen Dialog über die nachhaltige Imageverbesserung Duisburgs zu führen. Link nennt aber auch Erfolge bei Unternehmensansiedlungen: „Das ist der konkrete Rückenwind, den der Standort jetzt braucht.“
Vorfahrt für Wachstum und Beschäftigung fordert der Masterplan. Dafür sei es notwendig auch die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen. „Wir brauchen eine mittelstandsfreundliche Verwaltung und gleichzeitig mehr Präsenz der Wirtschaft in den Verwaltungsabläufen“, so Dietzfelbinger. Um dies zukünftig zu gewährleisten fordert der Masterplan ein Wirtschaftsdezernat bei der Stadt einzurichten. „Das wäre ein ganz wichtiges Signal für den Standort Duisburg und für Investoren“, ist sich auch Heinz Lison sicher.
Am 7. März soll der Masterplan dann in der Mercatorhalle mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen eines großen Zukunftskongresses diskutiert werden. Zum Zukunftskongress wird unter anderem NRW-Verkehrsminister Michael Groschek erwartet.
– Pressemitteilung und Foto Unternehmerverband Duisburg –