Abstrakte FormensprachenVon Petra Grünendahl

Michel Sauer: Methode – Skulpturen aus Lindenholz sowie (vorne links) Zinn und Kupfersulfat. Foto: Petra Grünendahl.

Bei der Pressevorbesichtigung führte Klaus Maas (2. v. r.) von der Stiftung DKM zusammen mit ausstellenden Künstlern durch die Sammlung (v. l.): Heike Mutter und Ulrich Genth. Foto: Petra Grünendahl.
Die Künstler

Emil Cimiotti: Insel (im Vordergrund) und zwei Sporaden (gerahmt im Hintergrund). Foto: Petra Grünendahl.
Der Hermanns-Schüler Otto Boll (*1952) erhielt 1981 den Preis für Bildhauerei. Seine Schwebende Skulptur von 1980 ist fester Bestandteil der Dauerausstellung im Museum DKM, entzieht sich jedoch durch ihre unscheinbare Präsentation der Wahrnehmung zahlreicher Besucher. Neben einer weiteren Arbeit aus der Reihe der in den Raum verweisenden linearen Skulpturen, zeigt die Ausstellung auch Zeichnungen Otto Bolls aus den Jahren 1975–1976.
1995 erhielt Stefan Kern (*1966) den Preis für Bildhauerei, 2001 war er an der Gemeinschaftsausstellung „Echo’s Pool“ in der Galerie DKM beteiligt. Ein Großteil der Arbeiten Stefan Kerns ist begehbar oder lässt sich als Sitzgelegenheit nutzen. Somit bewegen sich die Arbeiten Kerns im Grenzbereich zwischen Kunst und Design, thematisieren mit ironischer Distanz die Frage nach dem Nutzen von Kunst. Häufig im öffentlichen Raum platziert, wirken die in schlichtem weiß lackierten Skulpturen puristisch und auf ihre Funktion reduziert; gleichzeitig laden sie zur interaktiven Teilnahme ein. Ulrich Genth (*1971) bildet seit 2003 mit Heike Mutter (*1969) ein Künstlerduo, das für Duisburg die Landmarke „Tiger and Turtle“ entworfen hat. 2001 hat er den Kunstpreis für Skulptur erhalten. Bekannt sind sie für ihre Interventionen im öffentlichen Raum, mit denen sie kritisch die identitätsstiftende Wahrnehmung von Denkmälern hinterfragen. Auch „Tiger and Turtle“ spielt mit den Erwartungen. Von weitem wie eine rasante Achterbahn wirkend, eignet sie sich doch nur zum behutsamen Hochsteigen der Stufen – wie in dem Namen, der den heroischen Tiger mit der behäbigen Schildkröte verbindet, bereits angedeutet wird. In der Ausstellung im Museum DKM zeigen Mutter und Genth eine ebenfalls mit dem Raum interagierende Installation aus Spiegel- und Lichtfeldern. Wie der Titel „fixateurs externes“ beschreibt, erinnern die ausgestellten Stahlgerüst e an medizinische Feststellkonstruktionen. Als Gereon Krebber (*1973) im Jahr 2007 den Kunstpreis erhielt, fand auch die erste Ausstellung des jetzigen Düsseldorfer Akademieprofessors in der damaligen Galerie DKM im Duisburger Innenhafen statt. Zuletzt wurde Krebber mit der Einzelausstellung „antagomorph“ im Museum DKM umfassend gewürdigt. Die oft vergänglichen, im Verfall begriffene Arbeiten aus Materialien des alltäglichen Gebrauchs wirken bewusst verstörend und hinterfragen damit etablierte Annahmen über Bildhauerei. In der Ausstellung werden aktuelle Arbeiten Krebbers mit Werken aus der Preisträger-Ausstellung in Recklinghausen kombiniert.Die Exponate von Ernst Hermanns sind Teil der Museumssammlung bzw. im Eigentum der Stiftung Ernst Hermanns Archiv, Duisburg. Weitere Ausstellungsstücke sind überwiegend Leihgaben der Künstler oder stammen als Leihgaben beispielsweise von der Kunsthalle Recklinghausen, dem Kunstverein Hamburg oder der Sammlung Haubrok.
Museum DKM
Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.
© 2017 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
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