Ruhrlagebericht: Konjunkturumfrage der Ruhr-IHKs im Herbst 2021

Steigenden Energie- und Rohstoffkosten sowie Fachkräftemangel nach Corona größte Wirtschaftsrisiken
Von Petra Grünendahl

Grafiken aus dem Konjunkturbericht der Ruhr-IHKs Herbst 2021.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat die Ruhrwirtschaft größtenteils überwunden. Die Erwartungen liegen heute höher als vor dem Corona-Einbruch im Frühjahr 2020. Doch Sorgen machen den Unternehmen nach Corona wieder der Fachkräftemangel und jetzt auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, die erstmals als das größte Geschäftsrisiko eingeschätzt wurden: „Die Kombination aus Lieferengpässen und steigenden Preisen drosseln den Konjunkturmotor und sorgen dafür, dass die Ruhrwirtschaft nicht mit voller Drehzahl fahren kann“, brachte es Unternehmer Lars Baumgürtel, Vizepräsident der IHK Nord Westfalen auf den Punkt. Die Stimmung der Ruhrwirtschaft hat sich gegenüber der vorherigen Umfrage zum Jahresbeginn „spürbar aufgehellt“, so Baumgürtel, allerdings seien noch nicht alle Branchen gleichermaßen über den Berg. Die Industrie und teilweise auch Dienstleister hätten sich stärker erholt, für den Handel und andere Dienstleistungsbereiche liefen Geschäfte erst mit Verzögerung wieder an. Die Umfrage zeige Unsicherheit für eine künftige Entwicklung: „Das ist Gift für Investitionen“, stellte der IHK-Vizepräsident und Unternehmer klar. Er warnte: „Positive Entwicklung kann sich da sehr schnell umkehren!“

 

Stellten den Ruhrlagebericht vor (v. l.): die Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber (IHK zu Dortmund, auch Unternehmer in GE und anderen Orten) und Dr. Fritz Jaeckel (IHK Nord Westfalen), Lars Baumgürtel (Vizepräsident und Vorsitzender der Vestischen Gruppe der IHK Nord Westfalen, Geschäftsführer der ZINQ GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen), Kerstin Groß (Hauptgeschäftsführerin der IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen) sowie Dr. Jochen Grütters (stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Standorts Emscher-Lippe der IHK Nord Westfalen in Gelsenkirchen). Foto: IHK Nord Westfalen.

Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet wurde bei der federführenden IHK Nord Westfalen (mit Standorten in Münster und Gelsenkirchen / Emscher-Lippe) in Gelsenkirchen vorgestellt. Im Pressegespräch gaben Lars Baumgürtel (Vizepräsident der IHK Nord Westfalen, Geschäftsführer der ZINQ GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen), die Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel (IHK Nord Westfalen) und Stefan Schreiber (IHK Dortmund, auch Unternehmer in GE und anderen Orten), Kerstin Groß (Hauptgeschäftsführerin der IHK Essen) sowie Dr. Jochen Grütters (stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Standorts Emscher-Lippe der IHK Nord Westfalen in Gelsenkirchen) Auskunft zum 107. Ruhrlagebericht. An der Umfrage der Ruhr-IHKs, die als größte Konjunkturumfrage des Ruhrgebiets gilt, haben rund 800 Unternehmen mit 104.000 Beschäftigten teilgenommen.

 

 
Fachkräfte mit berufspraktischer Ausbildung gesucht

Grafiken aus dem Konjunkturbericht der Ruhr-IHKs Herbst 2021.

Während die Industrie dank Kurzarbeitergeld Arbeitsplätze erhalten konnte, mussten spezielle Dienstleister wie Handel, Gastronomie, Catering oder Messebau Leute entlassen. Passende Arbeitskräfte sind jetzt aber nicht so einfach wieder zu bekommen. Aber auch Industrie und Gewerbe sind dank der Nach-Corona-Erholung auf der Suche nach Fachkräften: 58,2 Prozent der Unternehmen gaben den Fachkräftemangel im Herbst 2021 als Problem an, im Herbst 2019 lag der Anteil bei 56 Prozent. Über alle Branchen hinweg lag dieser Wert in der Corona-Krise unter 40 Prozent.

 
Dabei hat sich aber in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen: die gesuchten Qualifikationen sind heute andere als noch 2016. Deutlich gestiegen ist die Nachfrage nach Fachkräften mit dualer Berufsausbildung (47,1 Prozent der Unternehmen suchen solche Mitarbeiter) oder Fachwirt / Meister (40,4 Prozent). Akademiker liegen mit 35,5 Prozent (2016 noch 41,5 Prozent) sogar hinter Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung (35,7 Prozent). Gesucht sind also primär Leute mit berufspraktischer Ausbildung und den entsprechenden praktischen Erfahrungen (Know-how).

 

 
Konjunkturumfrage der IHKs im Ruhrgebiet

Die Niederrheinische IHK an der Mercatorstaße. Foto: Petra Grünendahl.

Die IHKs im Ruhrgebiet fragen zwei Mal im Jahr (Jahresanfang und Herbst) fast 1.000 Unternehmen mit insgesamt 140.000 Beschäftigten unter anderem danach, wie sie ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage beurteilen, ob sie von Insolvenz bedroht sind und mit welcher Geschäftsentwicklung sie in den kommenden Monaten rechnen. Auch die Unternehmen im hiesigen IHK-Bezirk haben zum Ruhrlagebericht beigetragen. Zu den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet zählen neben der Niederrheinischen IHK Duisburg, Wesel, Kleve zu Duisburg die IHK Mittleres Ruhrgebiet Bochum, die IHK zu Dortmund, die IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen, die Südwestfälische IHK zu Hagen und die IHK Nord Westfalen (Emscher-Lippe-Region).

Mehr zum 107. Konjunkturbericht der IHKs im Ruhrgebiet findet man hier: https://www.ihks-im-ruhrgebiet.de.

 
Grafiken aus dem Konjunkturbericht der Ruhr-IHKs Herbst 2021:

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Foto: IHK Nord Westfalen (1), Petra Grünendahl (1), Grafiken: IHK Nord Westfalen

 
 

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Büchertipp: Lonely Planet zeigt “Ultimative Reiseziele Deutschland” bei MairDumont

Deutschland ist eine Reise wert: Von Duisburg und dem Ruhrgebiet über Landschaften und Städte bis zu Küsten und Bergen
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: „Ultimative Reiseziele Deutschland“ von Lonely Planet. Foto: Petra Grünendahl.

Tiger & Turtle neben einer Burg im Mittelrheintal, das Moseltal mit seinen Rebstöcken neben der Wieskirche im Rokokostil oder das Ulmer Münster neben den Beelitzer Heilstätten (einem bekannten Lost Place): Gegensätzlicher könnte so manche Doppelseite gar nicht gestaltet sein. Es zeigt aber, wie bunt und vielfältig die Auswahl der Autoren ist, die hier ihre sehens- und besuchenswertesten Hotspots zusammengestellt haben. Außer dem Landschaftspark Duisburg-Nord hat es als Relikt der Montanindustrie das Unesco-Welterbe Völklinger Hütte im Saarland in die Auswahl geschafft. Auch jenseits von Nordrhein-Westfalen lockt der Bergbau: Zu Erzgruben in Thüringen oder Sachsen (Erzgebirge), Salzbergwerken in Bayern oder dem ehemaligen Braunkohle-Tagebau Ferropolis in Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus gibt es natürlich auch das, wo man bei Deutschland zuerst denkt: Schlösser, Burgen oder alte Ortskerne, die wie aus einer anderen Zeit erscheinen. Dazu Landschaften und Naturparks, aber auch Events wie das Oktoberfest, der Kölner Karneval, der Nürnberger Christkindlesmarkt; oder Technik wie das Schiffshebewerk Niederfinow (Brandenburg), welches seit seinem Bau 1934 bis heute in Betrieb ist. Auch eher untypische, aber sehr lohnenswerte Reiseziele haben ihren Weg in das Buch gefunden.

 

Blick ins Buch: „Ultimative Reiseziele Deutschland“ von Lonely Planet. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Ultimative Reiseziele Deutschland – Die Top-250 Liste von Lonely Planet“ ist der dritte Band der Reihe „Ultimative Reiseziele“. Es präsentiert 250 Sehenswürdigkeiten zwischen Alpen und Meer, von westlich des Rheins bis Oder und Neiße. In Zeiten von Corona zeigt das Werk mit schönen Fotografien und jeweils einem prägnanten kurzen Text, was Deutschland an Zielen zu bieten hat: Da muss man gar nicht weit reisen, um Unbekanntes zu entdecken und vielleicht manch Bekanntes wiederzuentdecken. Lust auf die Reise dorthin weckt die Lektüre allemal. Einige Ziele finden sich sogar in unmittelbarer Nähe: Mit Tiger & Turtle, dem Landschaftspark Nord und dem Innenhafen ist Duisburg gleich mit drei Zielen vertreten (mehr als Düsseldorf :-D). Auch das Ruhrgebiet lockt mit einigen Hotspots: Zeche Zollverein, Museum Folkwang oder Villa Hügel (alle Essen), der Gasometer in Oberhausen und die Zeche Zollern (Dortmund). Dazu kommen weitere sehenswerte Ziele in NRW.

 

 
Vielfältige Hotspots in ganz Deutschland

Blick ins Buch: „Ultimative Reiseziele Deutschland“ von Lonely Planet. Foto: Petra Grünendahl.

Die Autoren der deutschen „Lonely Planet“-Redaktion haben 250 Ziele in Deutschland ausgewählt und bewertet: Von den ihrer Meinung nach schönsten und interessantesten Ausflugs-, Kurztrip- und Sehnsuchtszielen in Deutschland sind manche mehr, andere weniger bekannt. Ihnen allen gemeinsam ist: Sie sind absolut besuchenswert – und zwar ultimativ! Die Auswahl der Schlösser, Seen, Berge, Museen, Städte, Strände, Flüsse, Dome und Kirchen, Nationalparks und Naturschönheiten sowie Industriekultur spiegelt auch die Vielfalt deutscher Regionen wieder. Das Werk bietet eine sehr gelungene und ausgewogene Mischung, auch wenn natürlich jeder Leser den einen oder anderen Lieblingsort ergänzen würde. Zusätzlich zu schönen Fotos geben informative Texte noch die eine oder andere geballte Ladung Wissen dazu. Ein Buch zum Blättern und Stöbern, in dem man sich immer wieder fest liest.

 
Das Buch „Ultimative Reiseziele Deutschland“ ist in der Reihe „Lonely Planet“ bei MairDumont in Stuttgart erschienen. Das 288-seitige Hardcover-Buch im Format 23,7 x 27,6 Zentimeter mit zahlreichen Farbbildern ist zum Preis von 29,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8297-3673-2).

 

 
Lonely Planet bei MairDumont

Blick ins Buch: „Ultimative Reiseziele Deutschland“ von Lonely Planet. Foto: Petra Grünendahl.

Die MairDumont Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Lonely Planet“ ist eine Adaption der Bücher des australischen Verlages Lonely Planet Publishing, einer der erfolgreichsten unabhängigen Reiseverlage der Welt. Seit seiner Gründung Anfang der 1970er-Jahre ist der Verlag der Philosophie seiner Gründer Tony und Maureen Wheeler treu geblieben, Reiseinfos höchster Qualität zu bieten. Die Wheeler reisen dafür aber schon lange nicht mehr alleine: Mittlerweile arbeiten sie über ihre Verlagsbüros in Melbourne, Oakland und London mit 400 erfahrenen Autoren zusammen, die für Lonely Planet rund um den Erdball reisen. Der australische Verlag wurde mehrfach für seine hochwertige Reise-Literatur ausgezeichnet. Lonely Planet hat über 500 Titel im Programm, davon ca. 270 Reiseführer.
https://www.lonelyplanet.de/

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Freizeit-Tipps: Jutta M. Ingala verführt zu “Eskapaden am Niederrhein“

Ab nach draußen: Touren-Ziele in der Region
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Niederrhein ist eine Region, von der niemand so wirklich weiß, wo sie beginnt und wo sie endet“, führt Jutta M. Ingala in ihr Buch ein. Diese Region zu erkunden, ist schon die eine oder andere Auszeit wert. Selbst dort, wo man den Niederrhein zu kennen meint, überraschen Ziele, die man bislang nicht oder so nicht auf dem Schirm hatte. Ingala hat den Freizeitführer sehr natur- und wanderlastig ausgelegt. Auch viele Fahrradtouren sind dabei. Es finden sich jedoch nur wenige „urbane“ Ziele wie Rheinhafen Uerdingen, eine barocke Gartenanlage in Kleve, unser Landschaftspark Nord oder das Dorf Friemersheim (im Rahmen eines Kapitels über die Rheinauen), dafür viel Wald und Wiesen sowie der eine oder andere „Berg“ (ja, auch die gibt es am Niederrhein). Manch ein Abstecher hüpft auch mal über die Grenze zum niederländischen Nachbarn. Mehr als bei den „Eskapaden im Ruhrgebiet“ heißt „draußen“ bei Jutta Ingala „ins Grüne“: Der Weg ist das Ziel!

 

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „52 kleine & große Eskapaden am Niederrhein“ will die Autorin Jutta M. Ingala Leser „Ab nach draußen!“ locken, den Niederrhein und primär seine Landschaften zu erkunden. Aufgeteilt ist das Buch in Abstecher (22 Touren für ein paar Stunden), Ausflüge (18 Touren für einen ganzen Tag) und den Miniurlaub (12 Touren fürs Wochenende), die sich aber alle – ganz nach persönlichen Vorlieben – länger oder kürzer gestalten lassen. Die Ziele liegen am Niederrhein, wobei das, was man bei uns allgemein unter Niederrhein versteht, lediglich den „unteren Niederrhein“ darstellt. Ingalas Ausflüge gehen darüber hinaus in den mittleren und südlichen Niederrhein, bis ans Dreiländereck bei Aachen. Die beschriebenen Orte liegen alle unter freiem Himmel und sind kostenlos zu besichtigen. Zu „Fahrten“ laden auf Ingalas Touren eine Draisine, Trecker oder ein Heißluftballon ein. Ansonsten ist auch häufig das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Autorin. Teilweise sind zusätzliche Hinweise auf benachbarte Museen und andere kostenpflichtige Angebote aufgeführt. Der eine oder andere Standort, den die Autorin besucht, – zum Beispiel auch der Landschaftspark Duisburg-Nord – ist Teil der Route Industriekultur. Hier lassen sich mit etwas Recherche natürlich weitere Anschlussziele finden. Insbesondere auch dann, wenn man nicht nur in die Ziele in der Natur eintauchen will.

 

 

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

Neben gut recherchierten informativen Texten zu den Locations gibt es Tipps zur Anreise (ÖPNV und nur in Ausnahmefällen mal ein Parkplatz), zur besten Besuchszeit, Dauer & Strecke sowie Ausrüstung. An manchen Stellen würde man sich eine konkrete Adresse wünschen, um auch mit dem Auto (und Navi) gut anzukommen. Einige Touren sind nur zu erwandern, andere können auch mit dem Fahrrad absolviert werden. Einladende Fotos machen Lust auf Touren, Detailkarten erleichtern die Orientierung. Die eine oder andere Webadresse ermöglicht weitere Recherchen, bevor man sich selbst auf den Weg macht. Für unterwegs gibt es alle Touren auch zum Download: Für Android- und Apple-Smartphones mit installierter Outdoor-App.

 
Das Buch und die Autorin

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Eskapaden am Niederrhein“ sind erschienen im DuMont Reiseverlag. Auf 232 Seiten – mit vier Seiten für jedes Ziel – findet der Leser neben vielen Informationen zahlreiche stimmungsvolle Fotografien der Autorin sowie kleine (und im Anhang „große“) Karten mit einer Verortung der Ausflugstipps. Das Taschenbuch im Format 15×21 cm ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-7701-8082-2).

 

 

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

Jutta M. Ingala wuchs im Münsterland, nahe der niederländischen Grenze auf, wo sie auch heute noch (oder wieder) lebt. Studiert hat sie Sprachen, Literatur und Volkswirtschaft – unter anderem in Heidelberg, Quito (Equador) und Sucre (Bolivien). Nach Tätigkeiten im Marketing und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gründete sie 2002 ihr eigenes PR-Büro. Oft ist sie außer ihrer münsterländischen Heimat am Niederrhein oder in den Niederlanden unterwegs. Aber auch international: Einen Reiseblog mit „Geschichten von unterwegs“ betreibt sie unter https://6gradost.com.

 

 
DuMont Reiseverlag

Blick ins Buch: „Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala. Foto: Petra Grünendahl.

Der DuMont Reiseverlag aus Ostfildern (bei Stuttgart) ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die „DuMont Eskapaden“ sind die neuen „Aktivguides“ des Verlages, eine Buchreihe mit Ausflugstipps für Regionen und Städte in ganz Deutschland (und ein wenig darüber hinaus). Ob für wenige Stunden, einen Tag oder ein Wochenende, ob allein, mit Freunden oder der Familie – unwiderstehliche Ausflüge ins Grüne warten: „Also ab nach draußen!“, wirbt der Verlag.
www.dumontreise.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: DuMont

 
 

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Theater am Marientor (TaM) in Duisburg: Wolfgang DeMarco will mit neuem Konzept durchstarten

Nach der Modernisierung startet Vorstellungsbetrieb Anfang 2022
Von Petra Grünendahl

Wolfgang DeMarco ist Theaterdirektor und künstlerischer Leiter im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

„Das Publikum schreit nach Theater“, erklärte Wolfgang DeMarco, Theaterdirektor und Produzent am „neuen“ Theater am Marientor (TaM). Und das will ihnen der Duisburger mit österreichischen Wurzeln ab dem kommenden Jahr wieder bieten. Musicaltheater auf der großen Bühne und in einem der schönsten Theatersäle, den Deutschland zu bieten habe, schwärmt er. Hier habe 1996 die Erfolgsgeschichte von „Les Miserables“ auf dem europäischen Markt seinen Anfang genommen – und daran wolle man anknüpfen: „Wir wollen diesem Haus das Vertrauen der Zuschauer und den Glanz der großen Tage zurückgeben.“ Im TaM solle aber nicht nur die Theaterbühne bespielt werden: „Wir wollen das Foyer künftig multifunktional nutzen“, so DeMarco. Es biete sich mit seiner architektonischen Auslegung einfach dafür an: „Kleinkunst, Kabarett, Dinnertheater und vieles mehr, im kleineren Rahmen für bis zu ca. 350 Zuschauer mit einer flexiblen Bühne.“ Karnevalssitzungen, Vernissagen, Partys und kleinere Messen würden das gesamte Foyer nutzen können, Hochzeiten und Kongresse eventuell in Kombination mit Saal und Bühne.

 

Das Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

Die Pläne des neuen TaM-Eigentümers stellte Wolfgang DeMarco im Pressegespräch auf der Theaterbühne vor. Während im Hintergrund aufwändige Modernisierungsarbeiten laufen, schildert DeMarco, mit welchem Ziel die TaM Theater GmbH mit ihrem Geschäftsführer Marc Schäfer hier am Standort investiert. Gegenüber des TaM ist an der Steinschen Gasse mit dem Twins Hotel ein weiteres Projekt des Duisburger Immobilien-Unternehmers entstanden. Mit den neuen Eigentümern stehe das TaM auf einer soliden wirtschaftlichen Basis, betonte DeMarco. Mit Investitionen von mehreren Hunderttausend Euro wird das in die Jahre gekommene Musicaltheater revitalisiert: Klimatechnik, Elektrik, Bühne und Theatersaal, aber vor allem auch das Foyer. Hier will man zusätzlich Raum und Ambiente für Veranstaltungen schaffen. „Alle Beteiligten arbeiten mit Herzblut an einer tollen Zukunft für das Haus“, lobte DeMarco seine Mitstreiter.

 

 
Neubeginn 2022 mit ersten Buchungen

Der Theatersaal im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

Die Vermarktung des Musicaltheaters soll nach intensiven Beratungen nun doch als „Theater am Marientor“ laufen (statt des zwischenzeitlich avisierten „TaM Theater Duisburg“). Zwei Buchungen konnte DeMarco für Anfang 2022 schon vermelden: das Musical „Das Phantom der Oper“ in der Version von Arndt Gerber & Paul Wilhelm (19. Januar) und die spektakuläre Tanzshow „Night of the Dance“ (19. Februar). Zudem findet im TaM das Finale der Duisburger TANZtage am 2. und 3. April 2022 statt. Zu einem avisierten Event Ende April wollte DeMarco noch keine Dettails nennen. Neben der Vermietung und Kooperationen setzt DeMarco längerfristig auch auf eigene Produktionen: „Wallace“ ist bühnenfertig choreografiert und könnte, sobald die wirtschaftliche Betriebsgrundlage da ist, für eine Uraufführung mit einem neuen Cast einstudiert werden. Ein Projekt, welches der Theaterdirektor aber frühestens 2023 in Angriff nehmen will, wenn Schritt für Schritt andere Projekte laufen. Die Eigentümer investieren aktuell viel Geld: Mittel- bis langfristig soll der Theaterbetrieb natürlich auch Geld einspielen. Der Weg ist steinig, will doch mit der Herstellung des alten Glanzes und dem neuen Konzept auch das Publikum zurück erobert werden. Wolfgang DeMarco ist zuversichtlich, mahnt aber zu Geduld. In einem Einzugsbereich von rund 8 Mio. Menschen sieht er für das Duisburger Musicaltheater realistische Chancen.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Büchertipp „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg

Anregungen für spannende Touren in unserer Stadt
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Viele Menschen sind in Corona-Zeiten lieber draußen unterwegs. Mit Ausnahme von Museen, die Teil verschiedener Streifzüge sind, ist man dies in „Abenteuer & Oasen“ auch. Auf den beschriebenen Touren in Duisburg wandeln Erlebnishungrige auf Schimanskis Spuren, von Rheinufer zu Rheinufer im Duisburger Norden oder durch den größten Binnenhafen Europas, durch den Stadtwald oder die Rheinauen, durchs Dorf Friemersheim oder beim Aufstieg auf den Magic Mountain (auch Heinrich-Hildebrand-Höhe) zu Tiger & Turtle. Natürlich dürfen auch absolute Publikumsmagnete wie der Zoo Duisburg oder der Landschaftspark Nord mit ihrer Vielfalt an Erlebnispunkten nicht fehlen. Interessante Orte hat Stefanie Bisping geografisch und thematisch zu Touren verbunden, die als Freizeitaktivitäten überschaubar sind.

 

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Abenteuer & Oasen“ findet die Autorin Stefanie Bisping, ohne in die Ferne zu schweifen: Zu „einmaligen Erlebnissen und magischen Orten in Duisburg“ – so der Untertitel – nimmt sie ihre Leser mit. Auf zwölf Streifzügen, die sie auf jeweils 8 bis 14 Seiten sehr detail- und faktenreich beschreibt, führt sie durch unsere Stadt und zu Menschen, die etwas über die einzelnen Orte erzählen können. Jeder Streifzug kommt mit Anfahrtsbeschreibung und Parkmöglichkeit, ggf. auch der ÖPNV-Anbindung und stichwortartig den Besonderheiten der Tour. Ausführlicher geht sie auf einzelne Ziele des Streifzugs ein, die sie in überschaubaren Häppchen mit stimmungsvollen Anregungen serviert. Gastronomietipps runden die Beschreibungen ab.

 

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Begleitet sind die Texte von schönen und sehr stimmungsvollen Fotografien, die überwiegend vom Essener Fotografen Jochen Tack stammen. Für Duisburger sind das eher selten „Geheimtipps“, wenn man sich ein wenig im Stadtgebiet auskennt, aber gute Anregungen für Unternehmungen an freien Tagen. Und für Nicht-Duisburger, egal, ob sie erste Schritte in unserer Stadt unternehmen wollen oder schon mal hier waren und lohnenswerte Ziele suchen, ein guter Leitfaden für den Anfang. Bisping kann zudem mit vielem überraschen, was Fremde nicht unbedingt mit Duisburg verbinden würden.

 

 

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Trotz aller guten Recherchen unterlaufen der Autorin allerdings einige Fehler: Homburg und die Zinnhütte fassen wir da mal unter Tippfehler. Aber wie so viele andere tappt auch Bisping in die Falle, wenn sie den Landschaftspark Nord als „Stahlstandort“ bezeichnet. Dort war ein Hüttenwerk, in dem Roheisen gewonnen wurde, welches zur Weiterverarbeitung in die Thyssen-Stahlwerke in Bruckhausen und Mülheim geliefert wurde (siehe: Zugänge zum Eisen). Faktisch nicht korrekt ist auch, dass die Firma Krupp an ihren Kiesbaggerseen im damaligen Wedau Schlacke verfüllt habe: Die hätte man mit viel Aufwand aus dem Stahlwerk Rheinhausen von der anderen Rheinseite herschaffen müssen.

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Und überhaupt: Schlacke ist ein wertvoller Rohstoff, der wird nicht einfach weggekippt! Als Friedrich Alfred Krupp das Gelände für die Auskiesung kaufte, wollte er sein Stahlwerk am rechten Rheinufer bauen, aber die Wanheimerorter Bauern verkauften ihr Land nicht. Erfolgreicher war der Industrielle vis-à-vis in Friemersheim, wo er dann das Hüttenwerk Rheinhausen errichtete. So gab Krupp 1919 erste Areale seiner Besitzung im heutigen Neudorf-Süd an die Stadt Duisburg, die dort einen Sportpark baute. 2015 übertrug thyssenkrupp Steel der Stadt die letzten Geländeflächen am Barbarasee.

 
Die Autorin und das Buch

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Stefanie Bisping schreibt als Reisejournalistin für Tageszeitungen und Magazine und hat zahlreiche Reiseführer und Reise-Bücher über viele unterschiedliche Ecken der Welt veröffentlicht. Sie war 2018 und 2019 unter den Top Ten der „Reisejournalisten des Jahres“ und hat es 2020 auf Platz eins des Rankings geschafft. Geboren und aufgewachsen in Münster lebt sie heute am mittleren Niederrhein.

 

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Abenteuer & Oasen. Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg“ von Stefanie Bisping ist in der Reihe „Schönes NRW“ im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 144-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2404-8).

 

 
Der Verlag

Blick ins Buch „Abenteuer & Oasen“ im Klartext Verlag: Einmalige Erlebnisse und magische Orte in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Klartext Verlag

 
 

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Deutsche Oper am Rhein: Mieczysław Weinbergs „Masel Tov! Wir gratulieren!“ begeisterte im Theater Duisburg

Auch arme Schlucker haben ein Recht auf Glück
Von Petra Grünendahl

Norbert Ernst. Foto: Sandra Then.

Im Haus einer jüdischen Dame in Odessa 1899 soll die Verlobung der Tochter groß gefeiert werden. In der Küche ist die Köchin Bejlja (Kimberley Boettger-Soller) eifrig dabei, für das Festmal für die erwarteten Gäste vorzubereiten. Da schaut – wie so oft – der fliegende Buchhändler Reb Alter (Norbert Ernst) in ihrer Küche vorbei. Während die jung verwitwete Bejlja ihr Licht eher untern den Scheffel stellt und gar nicht merkt, die der Buchhändler sie umgarnt, schwebt Dienstmädchen Fradl (Lavinia Dames) eher in höheren Sphären und will unbedingt eine Arzt heiraten.

Norbert Ernst, Kimberley Boettger-Soller. Foto: Sandra Then.

Zunächst ist ihr Chaim (Roman Hoza), Diener in der Nachbarschaft, nicht gut genug. Mit derben Wortgefechten, Charme und viel Zuspruch zum Wein (und Wodka) umwerben die Männer ihre Angebeteten. Dass sie nicht jünger und nicht schöner werde, stichelt Chaim, der Fradl mit seiner aufrichtigen Zuneigung schließlich ebenso für sich gewinnt wie der Buchhändler die Köchin. Madame (Sylvia Hamvasi) ist das ganze Stück über nur mit Beschimpfungen ihrer Dienstboten aus dem Hintergrund zu hören. Erst in der Schlussszene hat sie am festlich gedeckten Tisch ihren Auftritt, den sie allerdings nicht überlebt, als sich die Dienerschaft gegen sie und ihre Herablassung auflehnt. Das Glück ist schließlich nicht nur den Reichen vorbehalten!

 

Kimberley Boettger-Soller, Lavinia Dames. Foto: Sandra Then.

In seiner Oper „Masel Tov! Wir gratulieren!“ vereinigt der jüdisch-polnische Komponist Mieczysław Weinberg (1918/19–1996) heitere mit tragikomischen Elementen. Musikalisch bedient sich Weinberg, der als Sohn eines Geigers schon früh geprägt wurde, aus der jüdischen Tradition der Klezmermelodien ebenso wie aus der jiddischen Intonation von Walzer oder Polka mit wilden Rhythmen und Tempowechseln. Das Libretto stammt vom Komponisten nach dem gleichnamigen Theaterstück von Scholem Alejchem, dessen Geschichte tiefsinnigen jüdischen Humor von Feinsten liefert. Die Oper in zwei Akten stammt von 1975, wurde aber erst 1983 in Moskau uraufgeführt. Die Uraufführung einer deutschen Adaption von Ulrike Patow fand in einer Orchesterfassung von Henry Koch erst 2012 statt. Die knapp anderthalbstündige Oper (ohne Pause) ist empfohlen für Zuschauer ab 12 Jahre. Gesungen wird in deutscher Sprache. Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung.

 

 
Anspruchsvolle Komposition auch für Opern-Anfänger geeignet

Kimberley Boettger-Soller, Jorge Espino, Lavinia Dames, Norbert Ernst. Foto: Sandra Then.

„Die Corona-Einschränkungen der vergangenen Spielzeit haben uns die Chance gegeben, so manches Kleinod für die Bühne wieder zu entdecken“, sagte Anna Grundmeier, Dramaturgin an der Deutschen Oper am Rhein. Unter 90 Minuten lang, mit sehr kleiner Besetzung werden Stücke wie „Masel Tov!“ auf den großen Bühnen selten gespielt. Ende Oktober letzten Jahres war die Premiere im Theater Duisburg nur wenige Stunden vor der Aufführung wegen des zweiten Lockdowns abgesagt worden. Es spricht sehr für das Stück, dass die Verantwortlichen es für diese Saison noch einmal auf den Spielplan geholt haben. Ein sehr begeistertes Publikum, das die Akteure erst nach minutenlangem Schlussapplaus verabschiedete, gab ihnen Recht.

 

Lavinia Dames, Norbert Ernst. Foto: Sandra Then.

Die Geschichte ist einfach gestrickt, die gesungenen Texte auch ohne die Übertitel gut zu verstehen. Dennoch bestechen die Charaktere – Menschen wie du und ich – durch ihre Tiefe und ihre Entwicklung, die die Akteure auf der Bühne gesanglich wie schauspielerisch sehr gut vermitteln. Das macht den Stoff ideal für Menschen, die einen ersten Zugang zur Oper suchen. Musikalisch glänzten die Duisburger Philharmoniker und der Leitung von Kapellmeister Ralf Lange mit der vielseitigen und anspruchsvollen Komposition. Inszeniert hat die großartige und stimmungsvolle Aufführung Philipp Westerbarkei, der an der Deutschen Oper am Rhein schon häufiger Regie geführt hat. Die Bühnengestaltung und Kostüme von Heike Scheele setzt das Lichtdesign von Volker Weinhart sehr wirksam in Szene.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mo | 1. November 2021 | 18:30 Uhr,
Do | 4. November 2021 | 19:30 Uhr und
Do | 25. November 2021 | 19:30 Uhr.

 

 
Deutsche Oper am Rhein

Kimberley Boettger-Soller, Sylvia Hamvasi, Norbert Ernst. Foto: Sandra Then.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Sylvia Hamvasi, Kimberley Boettger-Soller. Foto: Sandra Then.

Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Tickets kosten zwischen 14,00 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Im Oktober ist die Kapazität im Theater Duisburg begrenzt („Schachbrettmuster“). Die Vorstellungen, die ab 1. November auf dem Spielplan stehen, werden voraussichtlich ohne Kapazitätsbegrenzungen durchgeführt (bis dahin: Schachbrettmuster). Im Oktober gilt noch die 3G-Regel, ab 1. November ist der Zutritt nur noch mit 2G möglich. Innerhalb der Räumlichkeiten muss eine medizinische Maske getragen werden. Sie darf nach Vorstellungsbeginn am Platz abgenommen werden. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, ein gastronomisches Angebot im Opernfoyer gibt es mit Einschränkungen.
Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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Büchertipp „Halden, Himmel, Horizonte“: Die Gipfel des Reviers im Klartext Verlag

Die Alpen des Ruhrgebiets locken für Entspannung und Freizeitgestaltung
Von Petra Grünendahl

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Sie sind ursprünglich mal in Form von Spitzkegeln aufgeschüttet worden, später dann als Tafelberge, bevor sie als Landschaftsbauwerke schon mit ihrer Entstehung modelliert wurden: Die Halden, die gerne auch als die Alpen des Ruhrgebiets bezeichnet werden. Sie sind heute Erholungsorte oder Freizeitstätten für Spaziergänger, Wanderer, Jogger oder Walker, für Radfahrer oder Mountainbiker (MTB) oder sogar für Gleitschirm- oder Drachenflieger sowie andere sportliche Aktivitäten. Kunst oder Landmarken säumen Wege hinauf und die Plateaus oder Spitzen der Berge. Von Aussichtsplattformen sieht man weit in die Umgebung, ins Ruhrgebiet bis in die umgrenzenden Regionen am Niederrhein oder ins Sauerland hinein. Und: Keine ist wie die andere, da kann man leicht mal den Überblick verliefen. Jede hat ihren ganz eigenen Reiz!

 

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Halden, Himmel Horizonte“ legen Nikola Hollmann und Andrea Slavik ein „Who’s Who“ der Haldenlandschaft im Ruhr-Revier vor. Das Buch richtet sich an aktive Menschen auf der Suche nach Erlebnissen und ist nicht als reiner Wanderführer zu verstehen, auch wenn die Autorinnen eher aus dieser Kategorie kommen. Der ultimative Haldenführer listet 50 große und kleine Halden im Ruhrgebiet von den Halden Norddeutschland und Pattberg am Niederrhein im Westen bis hin zur Halde Sachsen in Hamm im Osten.

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Dazwischen erstreckt sich ein Gebirgszug von über 100 Kilometern Länge mit Erhebungen bis zu 140 Meter aus einer ansonsten eher flachen Landschaft. Die meisten sind Bergehalden, überwiegend entstanden aus dem Abraum des Bergbaus: Aus dem Gestein, was für das Auffahren der untertägigen Strecken und anschließend mit der Kohle zu Tage gefördert wurde. Sie seien Zeugen einer Zeit, in der im Ruhrgebiet das Innerste nach außen gekehrt wurde, so die Autorinnen. Zeugen und Überbleibsel einer Zeit, die mit der Schließung der letzten Zechen 2018 ein Ende fand. Nach dem Ende der jeweiligen Zechen hat man schon seit Jahrzehnten Halden begrünt und renaturiert, so dass sich auf ihnen eine bemerkenswerte Artenvielfalt entwickeln konnte. Die meisten dieser Halden sind frei zugänglich: Heute dienen sie überwiegend der Erholung, für Sport und zur Freizeitgestaltung.

 

 
Anregungen für Spaziergänge und Erlebnis-Touren

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Nach einigen grundlegenden Ausführungen über die Geschichte der Halden, die Industrienatur, das Phänomen der brennenden Halden sowie zu den Halden im Wandel widmen sich die Autorinnen den einzelnen Gipfeln des Reviers mit vielen interessanten Details: Mit bebilderten Beschreibungen auf zwei bis sechs Seiten sprechen sie aktive Menschen an, die im Ruhrgebiet interessante Orte erkunden wollen.

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Leser erfährt die Geschichte der Aufschüttungen und ihrer Zechen ebenso wie die Hintergründe ihrer heutigen Gestaltung. Genannt sind die Adressen der Halden, Anfahrt mit dem ÖPNV, Karten für eine Verortung zur Anfahrt mit dem Auto sowie Fakten wie Höhe und Fläche der Halde, Art der Aufschüttung und die Gestaltung auch mit Aussichtsplattformen, Installationen oder Kunstwerken. Leider nicht vorhanden ist eine Angabe zur Strecke, die man vom Fuß der Halde bis zu ihrer Spitze zurücklegt. Dies wäre gerade für weniger „mobile“ Menschen mit einem eingeschränkten Bewegungsradius hilfreich.

 

 
Die Autorinnen

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Die Alpen des Ruhrgebiets haben sie hier bereits ein zweites Mal zum Thema eines Buches gemacht: Von dem Autoren-Team stammt auch „Wanderbare Halden“, ein Wanderführer, den wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 

 
Das Buch und der Verlag

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Halden, Himmel, Horizonte“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 192-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien und kleinen Karten der Halden ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2402-4).

 

„Halden, Himmel, Horizonte“ im Klartext Verlag: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Klartext Verlag

 
 

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Deutsche Oper am Rhein: Das UFO startet durch mit „Die unbedingten Dinge“ vor dem Duisburger Hauptbahnhof

Als das Leben noch Spaß machte: Musikalische Reise zurück in die Kindheit
Von Petra Grünendahl

Zaghafte Annäherung: UFO der Deutschen Oper am Rhein auf dem Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof. Foto: Petra Grünendahl.

In der „Bubble“ spielte Musik. Ganz zaghaft näherten sich die Kinder, hielten zunächst Distanz zu den merkwürdigen Figuren in der Blase. Schnell hatten sie aber die Scheu verloren und kamen ganz dicht bis an die Plastik-Außenhaut heran, bevor sie schließlich hinein gebeten wurden in das UFO der Jungen Oper Urban. Admira (Romana Noack) und Lenz (Florian Simson) hat es aus dem Jahr 2071 als Zeitreisende hierher verschlagen:

Von links: Rocco Rescigno (Rocco), Romana Noack (Admira), Florian Simson (Lenz). Foto: Rainer Schlautmann.

Sie sind auf der Suche nach den wesentlichen, den „unbedingten“ Dingen für Glück und Spaß am Leben, die sie in der Zukunft verloren haben. Es gibt Klänge, aber keine Lieder. Es gibt Worte, aber keine Ideen oder Geschichten. Admira und Lenz, musikalisch unterstützt von Posaunist Rocco (Rocco Rescigno) und Fuchs (Christoph Lamberty) mit den Schlaginstrumenten, entlocken den Kindern die wesentlichen Dinge, die dem Leben Spaß geben. Die Kinder sind sehr aktiv in die Handlung eingebunden und beteiligten sich stürmisch daran, die Zeitreisenden mit ihren Erkenntnissen zurück in die Zukunft zu bringen.

 

Von links: Romana Noack (Admira), Rocco Rescigno (Rocco), Florian Simson (Lenz). Foto: Rainer Schlautmann.

Kinder ab 6 Jahren lädt das UFO der Deutschen Oper am Rhein am Portsmouthplatz zum Musiktheater „Die unbedingten Dinge“ ein. Das Stück ist das erste von acht Uraufführungen, die das Projekt in den nächsten zwei Jahren an wechselnden Orten in Duisburg und Düsseldorf vorsieht. Zusammen mit Duisburger Grundschulkindern haben das Klangkunstduo „Merzouga“ (Eva Pöpplein & Janko Hanushevsky) und die Librettistin Nikola Huppertz das Stück entwickelt.

Von links: Romana Noack (Admira), Rocco Rescigno (Rocco), Florian Simson (Lenz). Foto: Rainer Schlautmann.

In der Inszenierung von Kerstin Steeb macht sich das junge Publikum mit zwei Zeitreisenden auf die Suche nach den großen Schätzen unserer Gegenwart. Die 4. Klasse der Gerhard-Hauptmann-Grundschule in Rumeln hatte sich im Vorfeld über Fragebögen selber an den Inhalten beteiligt, ihr Leben und Erleben in die Entwicklung des Stücks mit eingebracht. Sie genossen die Nähe zu den Akteuren, die auf die rege Beteiligung der jungen Zuschauer zählen konnten.

 

 
UFO soll Kinder ans Musiktheater heranführen

Schüler rückten neugierig näher: UFO der Deutschen Oper am Rhein auf dem Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof. Foto: Petra Grünendahl.

Das trübe Wetter tat der Laune der Viertklässler keinen Abbruch. Immerhin regnete es (noch) nicht. „Wir haben auch eine Regen-Variante des Stücks“, beruhigte Michaela Dicu, Projektleiterin des UFO bei der Deutschen Oper am Rhein, vor der Vorstellung. Mit dem mobilen Theaterbau will die Oper nicht nur – je nach Stück – ein jüngeres bis sehr junges Publikum ansprechen, sondern durch wechselnde Standorte für die Produktionen die Kinder auch „abholen“: Gerade solche möchte man mit dieser Art und als ergänzenden Baustein der „Nachwuchsförderung“ ansprechen, die man sonst eher weniger erreicht. Weitere Landepunkte des UFO in Duisburg liegen in Bruckhausen (am Kulturbunker), in Ruhrort/Laar (am Eisenbahnhafen) und am Innenhafen. Dazu kommen vier Standorte in Düsseldorf. Den Klangkörper des UFO hat das raumlabor berlin entwickelt. Für Ausstattung und Kostüme zeichnen Jan Hendrik Neidert und Lorena Díaz Stephens verantwortlich.

Weitere Informationen zum Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ der Deutschen Oper am Rhein und seiner ersten Landung in Duisburg gibt es auch hier.

 
Studio 47 hatte zur Premiere berichtet

 
Ein kleiner Vorgeschmack

 

 
Weitere Termine in Duisburg:

UFO der Deutschen Oper am Rhein auf dem Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof. Foto: Petra Grünendahl.

Do | 7. Oktober 2021 | 11:00 Uhr,
Sa | 9. Oktober 2021 | 15:00 Uhr,
So | 10. Oktober 2021 | 15:00 Uhr,
Di | 12. Oktober 2021 | 11:00 Uhr (ausverkauft),
Mi | 13. Oktober 2021 | 11:00 Uhr (ausverkauft),
Do | 14. Oktober 2021 | 11:00 Uhr (ausverkauft),
So | 17. Oktober 2021 | 15:00 Uhr,
Do | 21. Oktober 2021 | 11:00 Uhr und
Sa | 23. Oktober 2021 | 15:00 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de und Junge Oper am Rhein

 

 

Blick ins Innere: UFO der Deutschen Oper am Rhein auf dem Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof. Foto: Petra Grünendahl.

Tickets für das UFO gibt es für 10 Euro online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de.

 

 
Corona-Regeln
Das UFO bietet Platz für ca. 30 Personen. Im Innenraum besteht Maskenpflicht. Außerdem gilt die G3-Regel.
Mehr zu den aktuellen Corona-Regeln: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (5), Rainer Schlautmann (3)

 

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Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen zeigt „Unveröffentlicht – Die Comicszene packt aus!“

Strips and Stories – von Wilhelm Busch bis Flix: Fast 500 Zeichnungen erstmals zu sehen
Von Petra Grünendahl

Im Pressegespräch (v.l.): Uwe Eichholz, Christine Vogt, Linda Schmitz-Kleinreesink und Thomas Gäng in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

„Comics werden nur in Deutschland belächelt“, erklärte Thomas Gäng, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Oberhausen, die regelmäßig Ausstellungen in der Ludwiggalerie finanziell unterstützen. Woanders sei sie längst als Kunst anerkannt: „Wir engagieren uns hier finanziell, weil wir den Zugang zu Kunst und Kultur für wichtig halten.“ – „Comic ist nicht nur Kinderkram“, erklärte Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt, liegt doch der Schwerpunkt der Ludwiggalerie speziell auf dieser Kunstgattung. Nach einfachen Cartoons, Karikaturen und ersten Bilderstrecken als Comicstrips hat sich in Deutschland die Gattung Comic erst nach dem zweiten Weltkrieg wirklich einwickeln und entfalten können. „Viele Werke stammen direkt aus den Schubladen der Künstler“, erzählte Kuratorin Linda Schmitz-Kleinreesink. Das trifft auf manchen aktuellen Künstler ebenso zu wie Zeichnungen von bereits historischen „gemalten Geschichten“ wie zum Beispiel von Wilhelm Busch oder von Erich Ohser. Bleistift- und Tuschezeichnungen, manches ist coloriert, vieles Schwarz-Weiß, zeigen einen Reichtum an Stilen und Bildsprachen, die das Leben mit einem Augenzwinkern sehr auf dem Punkt bringen.

 

Kuratorin Linda Schmitz-Kleinreesink führte durch Unveröffentlicht! in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die neue Ausstellung „Unveröffentlicht – Die Comicszene packt aus!“ in der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen stellten Christine Vogt und Linda Schmitz-Kleinreesink im Pressegespräch vor: Zusammen mit den Künstlern Stephan Probst, Brösel und Tobias Dahmen sowie Carsten Meißner (Produzent vom COMICtalk, siehe Programm) und Gestalter Uwe Eichholz. Fast 500 Zeichnungen hat Linka Schmitz-Kleinreesink in enger Zusammenarbeit mit vielen der knapp 60 Künstler zusammen getragen, die hier in 300 gerahmten Bildern und Serien gezeigt werden. „Sie zeigen die extreme Bandbreite der deutschen Comicszene“, erklärte die Kuratorin. Und: „Eigentlich könnten wir die Ausstellung mehrfach machen – und immer wieder Neues zeigen.“ Die Ausstellung öffnet fürs Publikum am Sonntag, 3. Oktober.

 

 
Viele Schätze erstmals zu sehen

Rötger „Brösel“ Feldmann in Unveröffentlicht! in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Großteil dieser bisher ungesehenen Projekte sind frei entstandene Zeichnungen und Geschichten, die aufgrund ihrer Ungebundenheit von Auftraggebern die Handschrift der jeweiligen Künstler in hohem Maße veranschaulichen. Zugleich ergibt sich ein Zusammenstellung unterschiedlicher Comicgenres, Zeichenstilen und Strömungen, die einen aufschlussreichen Überblick über die deutschsprachige Comicgeschichte und insbesondere die aktuellen Szene bieten. Die Ausstellung präsentiert Schätze, die zum Teil seit Jahrzehnten unter der Oberfläche der deutschsprachigen Comicszene liegen. Unveröffentlichte Einzelblätter und Geschichten finden sich von Wilhelm Busch bis Flix und eröffnen in ihrer Bandbreite gleichermaßen eine kleine Geschichte des Comics wie eine kleine Geschichte der Welt. Ungesehene Schätze und bisher verborgene Meisterwerke warten darauf entdeckt zu werden.

Tobias Dahmen in Unveröffentlicht! in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben von Linda Schmitz-Kleinreesink und Christine Vogt, mit 256 Seiten, der an der Museumskasse für 29,80 Euro zu haben ist (ISBN 978-3-946266-30-3). Die Ausstellung wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie; Kulturpartner ist WDR 3.

 

 

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Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

 
Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

Kuratorin Linda Schmitz-Kleinreesink (l.) mit Stephan Probst in Unveröffentlicht! in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung läuft bis zum 16. Januar 2022. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

Wilhelm Busch in Unveröffentlicht! in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es Kuratorenführungen (mit Linda Schmitz-Kleinreesink, am 24. Oktober, 14. November, 12. Dezember und 16. Januar, jeweils um 15 Uhr) und Direktorenführungen mit Dr. Christine Vogt (10. November und 8. Dezember, jeweils um 16 Uhr). Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

Trinitatische Pietà in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Bis zum 9. Januar 2022 zeigt die Ludwiggalerie in einer Ein-Raum-Ausstellung „Der Schmerz des Vaters? Die Trinitarische Pietà zwischen Gotik und Barock“ mit einer Skulptur aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig. Hier mehr …

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos: ludwiggalerie.de.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Sitzung im Rat der Stadt Duisburg: Entwurf für Doppelhaushalt auf dem Weg gebracht

Ende der Überschuldung in Sicht
Von Petra Grünendahl

Der Rat der Stadt tagt in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

„Die meisten kennen Duisburg nur arm. Seit 2010 galt die Stadt sogar als überschuldet. Ende 2022 können wir nun erstmals wieder Eigenkapital aufbauen“, sagte Oberbürgermeister Sören Link. Es sei hart erarbeitet, so der OB weiter, dass dieser Haushalt wohl der letzte sei, den man der Bezirksregierung zur Genehmigung vorlegen müsse. Er bezeichnete den Entwurf der Haushaltssatzung für die Jahre 2022/2023, den Kämmerer Martin Murrack dem Rat vorlegte, als einen riesigen Schritt für die Stadt, mehr Gestaltungsmöglichkeiten zurück zu gewinnen. Dank des Stärkungspakts Stadtfinanzen der damaligen Landesregierung (ab 2012) hatte Duisburg zwischen 2014 und 2020 fast 700 Mio. Euro Kassenkredite abbauen können. Das Volumen der Aufwendungen für die kommenden beiden Jahre liegt bei fast 2,2 Mrd. Euro (eine Steigerung um 172 Mio. Euro gegenüber dem letzten Doppelhaushalt 2020/2021). Hilfen für Mindereinnahmen (Gewerbesteuer) und Mehrausgaben wegen Corona, die nicht von Bund und Land ausgeglichen werden, können aktuell isoliert werden und müssen erst ab 2025 aus eigenen Mitteln abgeschrieben werden. Eine weitere Übernahme von Kosten durch das Land für eine globale Krise, an der die Kommunen keine Schuld tragen, mahnte der Kämmerer an.

 

Der Rat der Stadt tagt in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Der Rat der Stadt Duisburg arbeitete in der Mercatorhalleeine Tagesordnung von 109 Punkten allein im öffentlichen Teil ab. Eine nichtöffentliche Sitzung folgte. Allerdings arbeiteten die Ratsleute die Tagesordnung recht zügig ab, da vieles schon in vorbereitenden Gremien ausdiskutiert und beschlossen worden war, so dass jetzt nur noch die Zustimmung des höchsten Gremiums der Stadt fehlte. Der vorgelegte Doppelhaushalt wird nach eingehenden Beratungen (und wohl entsprechenden Änderungen) in der Sitzung am 25. November beschlossen. Dass man nach Ablauf des Stärkungspakts Stadtfinanzen zum Jahresende so gut dastehe, habe er sich bei seinem Amtsantritt als Kämmerer 2019 so nicht erhoffen können, so Martin Murrack. Es sei allerdings an der Zeit, die Altschuldenregelung aus dem Koalitionsvertrag von CDU und FDP für diese Legislaturperiode im Land endlich umzusetzen, mahnte er. Denn das Duisburg nicht mehr überschuldet ist, heißt schließlich noch lange nicht, dass die Stadt schuldenfrei wäre.

 

 
Rhein-Ruhr-Halle vertagt

Der Rat der Stadt tagt in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Auch die Entscheidung über Abriss oder Reaktivierung der Rhein-Ruhr-Halle in Hamborn als Multifunktionshalle hatte auf der Tagesordnung gestanden. Viele Fraktionen befürworten eine Reaktivierung der Halle, die zusammen mit dem gerade reaktivierten Stadtbad Hamborn einen markanten Stadteingang im Duisburger Norden darstellt. Allerdings wurde auf Antrag der CDU eine Entscheidung verschoben: Einstimmig votierte der Rat für einen Prüfauftrag an die Verwaltung, der neben den Aufwand für die Sanierung Möglichkeiten einer künftigen Nutzung als Mehrzweckhalle für einen wirtschaftlichen Betrieb gegenüber stellt. Dass der Betrieb der Halle ein Zuschussgeschäft wird, ist allen klar, aber natürlich sollte der Hallenbetrieb auch realistische Einnahmen durch Veranstaltungen erwirtschaften können. Erst wenn diese Fragen entscheidungsrelevant dargestellt und diskutiert werden können, soll eine endgültige Entscheidung fallen. Die Alternative – der Abriss – würde für diese wichtige Stelle eine Grünfläche unter der Autobahn mit wenig Aufenthaltsqualität bedeuten, da eine neue Bebauung wegen des nahen Störfallbetriebs (Grillo) ausgeschlossen ist. Eine wenig attraktive Lösung, da sind sich die Ratsleute einig. Aber auch die Reaktivierung der Halle bräuchte eine Perspektive, wenn man viel Geld investieren will.

 
Auf der Tagesordnung stand – wieder einmal – der Ausbau der A59 nördlich der Berliner Brücke: So ganz hat die Stadtverwaltung die Tunnellösung für den Ausbau noch nicht aufgegeben, gibt es doch gute (neue) Argumente für diese Variante. So ließ sich Oberbürgermeister Sören Link vom Stadtrat die Beauftragung einer Anwaltskanzlei freigeben, die schon der Stadt Gladbeck erfolgreich bei einer Tunnelvariante für die A52 weitergeholfen hatte. Der Rat wählte außerdem Mitglieder für eine Begleitkommission, die beim weiteren Planungsprozess die Interessen der Stadt Duisburg wahren soll. Zahlreiche Finanzierungspläne musste der Rat bewilligen u. a. für Schulraumerweiterungen, zur Kinder- und Jugendförderung oder Infrastrukturmaßnahmen. Darüber hinaus galt es, zahlreiche Bebauungspläne – u. a. Duisburger Dünen oder Wedau – abzusegnen, bevor es in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung überging.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Uwe Köppen

 
 

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DeltaPort Niederheinhäfen wollen mit Wasserstoff in die klimafreundliche Zukunft

Vielfältige Aktivitäten im Kreis Wesel in Kooperation gebündelt
Von Petra Grünendahl

Andreas Stolte, Geschäftsführer der Niederrhein Häfen. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir mittlerweile überall“, sagte Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen. „Da sind gewaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Anstrengungen nötig“, so Stolte, der betonte: „Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir am Niederrhein die Rolle als Wasserstoff-Drehscheibe annehmen und so die Energiewende aktiv mitgestalten.“

Von links: Andreas Stolte, Geschäftsführer der Niederrhein Häfen, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting, Geschäftsführer der H2 PEG. Foto: Petra Grünendahl.

Er erhoffe sich „eine Impulswirkung weit über die Region hinaus“, sagte Schirmherr Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW. Nachhaltig gewonnener Wasserstoff (durch Strom aus Offshore-Windparks im Nordseeraum und Solarenergie aus sonnenreichen Mittelmeeranrainerstaaten) braucht in Industrie- und Ballungsräumen eine Drehscheibe, um dort anzukommen, wo er gebraucht wird: Hier will sich die Hafenkooperation an Niederrhein positionieren, um die Nutzung nachhaltiger Energieträger weiter in die Flächen zu tragen: Sowohl als Energiequelle und Kraftstoff für Gütertransporte (Binnenschiffe, Lkw und ÖPNV) als auch als Drehscheibe für den Wasserstofftransport über Pipelines und die Binnenschifffahrt.

 

Arbeiten gemeinsam an einer CO2-neutralen Zukunft (v. l.): Kevin Bär (Teamleiter B2B-Vertrieb Energielösungen, E.ON Business Solutions GmbH), Matthijs van Doorn (Director Logistics, Port of Rotterdam), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (Geschäftsführer, H2PEG mbH), Dr. Carsten Leder (Bereichsleiter Vertrieb, Thyssengas GmbH), Vera Thonemann (Projektmanagement, Argo-Anleg GmbH), Hendrik Vonnegut (Vorstandsmitglied NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG), Andreas Stolte (Geschäftsführer DeltaPort GmbH & Co. KG), Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Joachim Jungsbluth (Abteilungsleiter ZBT GmbH), Ingo Brohl (Landrat Kreis Wesel), Dr. Andreas Lützerath (Vorstandsmitglied, TRIMET Aluminium SE), Jan Eisenberg (Markt und Prozesse, Thyssengas GmbH), Christian Krupp (Werksleiter TRIMET Voerde, TRIMET Aluminium SE), Britta Bartels (Geschäftsführerin, NORDFROST GmbH & Co. KG) und Guido Schmidt (Geschäftsführer, GS-Recycling GmbH & Co. KG). Foto: DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH.

Auf einer Schiffstour durch seine Hafenstandorte präsentierte die DeltaPort Niederrheinhäfen in Wesel einen Überblick über seine Wasserstoff-Aktivitäten und deren Schwerpunkte in den Häfen. Geladen waren zu dieser gut dreieinhalbstündigen Tour, einer Art „DeltaPort vor Ort“, Politik und Verwaltung, Geschäftspartner und Kunden. An Bord unterzeichneten zwölf Kooperationspartner die Projektvereinbarung (Letter of Intent) zum „EcoPort 813 – H2UB DeltaPort“.

Von links: Andreas Stolte, Geschäftsführer der Niederrhein Häfen, und Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

Hinter dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich der Rheinkilometer 813 als Lage des Hafens Voerde-Emmelsum (mit dem direkt dahinter liegenden Weseler Rhein-Lippe-Hafen) sowie die Zusammensetzung von H2 (Wasserstoff) und dem englischen „hub“ (Netzknotenpunkt): Die Häfen am Niederrhein sollen Drehscheibe für die Wasserstoff-Verteilung werden. Der Kooperation gehören Gesellschafter der DeltaPort Niederrheinhäfen – Rheinberg-Orsoy, Voerde, Wesel und Emmerich – sowie der Hafen Rotterdam an. Weitere Partner aus der Region sind die EntwicklungsAgentur Wirtschaft Kreis Wesel, Institutionen und Projektentwickler sowie Unternehmen an den Hafenstandorten wie GS Recycling, Nordfrost, Thyssengas oder Trimet. Die Unterzeichnung des „Letter of Intent“ ist für die DeltaPort Niederrheinhäfen ein weiterer wichtiger Schritt in ihrem Engagement für den klimaneutralen Umbau der Logistik.

 

 
Grüner Wasserstoff im Energiemix der Zukunft

Tankschiff am Rheinkilometer 813. Foto: Petra Grünendahl.

Um gesteckte Klimaziele zu erreichen, wird die energieintensive deutsche Wirtschaft mehr nachhaltig produzierten Wasserstoff brauchen als hierzulande produziert werden kann. Das macht neben den Import und eben auch den Transport sowie eine praktikable Verteilung nötig. Mit einem sinkenden Anteil von fossilen Energieträgern bietet die Binnenschifffahrt frei werdende Kapazitäten. Technisch umgerüstet wären Tanker in der Lage, verflüssigten Wasserstoff zu transportieren. Zudem liegen Pipelines bis in die Hafenstandorte. In Druckgascontainer umgefüllter Wasserstoff kann von hier aus leichter in die Region verteilt werden.

 

Von links: Andreas Stolte, Geschäftsführer der Niederrhein Häfen, Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting, Geschäftsführer der H2 PEG, Dirk Haarmann, Bürgermeister der Stadt Voerde, NN. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben die Bedarfe in der Region abgefragt und waren erstaunt, wie viele Unternehmen planen, künftig auf grünen Wasserstoff als Energieträger zu setzen. Die Nachfrage ist also definitiv da“, erzählte Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting von der Wasserstoff-Projektentwicklungsgesellschaft (H2 PEG). Die Zielsetzung: Die DeltaPort Niederrheinhäfen bedienen künftig diesen Bedarf und werden damit zur Drehscheibe für die weitere H2-Verteilung ins Hinterland. „Die geografische Lage unserer Häfen und ihre trimodale Anbindung machen sie zu idealen Standorten, um den Wasserstoff von hier aus in Europas größten Ballungsraum weiter zu transportieren“, erklärte DeltaPort-Chef Stolte. Er verwies darauf, wie wichtig der Anschluss ans Kanalnetz (über den Wesel-Datteln-Kanal) für die klimaschonende Verteilung des Wasserstoffs sei und betonte: „Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir die Rolle als Wasserstoff-Drehscheibe gerne annehmen und so die Energiewende aktiv mitgestalten.“

 

Rhein-Lippe-Hafen: Links das Schwerlastterminal von Hegmann, rechts bis zum Bau des Kühllagers eine mobile Verladung von Nordfrost, bis dort der Neubau steht. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Wasserstoff-Kooperation gehen DeltaPort und die beteiligten Unternehmen und Institutionen noch einen Schritt weiter: Sie schaffen ein Netzwerk und verzahnen die Maßnahmen der einzelnen beteiligten Akteure und schaffen Synergien für einen schlussendlich CO2-neutralen Hafen. So wird zum Beispiel überschüssige Abwärme aus der Aluminiumproduktion der Firma Trimet als ressourcenschonende Energiequelle im Hafen Emmelsum genutzt. Die dort produzierten bis 136 GWh im Jahr sparen mehr als 27.000 Tonnen CO2 ein. Diese Energie nutzt Deutschlands größter Tiefkühllogistiker Nordfrost für seinen neuen Standort mit Kühllager im Rhein-Lippe-Hafen: Per Binnenschiff werden Kühlcontainer aus den Seehäfen ins Hinterland-Terminal gebracht, von wo sie erst für die Verteilung auf der letzten Meile mit dem Lkw über die Straßen geschickt werden.

 

 
DeltaPort Niederrheinhäfen

Der Voerder Standort von Trimet Aluminium am Hafen Emmelsum. Foto: Petra Grünendahl.

Die DeltaPort Niederrheinhäfen sind ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort Häfen Wesel/Voerde (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), des Hafens Emmerich und des NIAG-Hafens in Rheinberg-Orsoy. Ziel der DeltaPort Niederrheinhäfen ist es, die Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Gemeinsam bilden die Partner das gesamte Portfolio ab: von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und containerisierter Ware. Die DeltaPort Niederrheinhäfen zeichnen sich aus durch ihre trimodale Infrastruktur, die geografisch sehr günstige Lage in der Nähe zu den Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, aber am Rande des Stauclusters Ruhrgebiet/Großraum Köln, durch verfügbare Freiflächen, viel Entwicklungspotenzial, einen flexiblen Verwaltungsapparat und enge partnerschaftliche Verbindungen zu ihren Kunden. Mit Leuchtturmprojekten wie dem EcoPort 813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ setzen sie Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (),DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH (1)

 
 

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MKM Museum Küppersmühle eröffnet Erweiterungsbau im Duisburger Innenhafen

Wie aus einem Guss: Erweiterung als Kontinuität
Von Petra Grünendahl

Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

„Das neue Museum Küppersmühle hat eine Strahlkraft über Nordrhein-Westfalen hinaus“, lobte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling die Eröffnung als großen Tag für Deutschland und die Kunst. „Schon bislang war die Küppersmühle eines der schönsten Museen in Deutschland“, ergänzte Oberbürgermeister Sören Link. Und: „So eine Sammlung gibt es kein zweites Mal. Wer bislang meinte, das ginge nicht mehr zu toppen, sollte sich den Erweiterungsbau ansehen!“ Wer ihn gesehen hat mit seinem Ambiente und den neu gestalteten Ausstellungsflächen, kann dem OB nur Recht geben!

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

„Deutsche Kunst der Nachkriegs-Moderne finden Sie nirgends sonst in dieser Dichte“, stellte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling klar. Es lassen sich Schaffensphasen der jeweiligen Künstler nachvollziehen. Schüler hängen unweit ihrer Lehrer, so dass auch hier kunstgeschichtlich Entwicklungen deutlich werden. Die private Kunstsammlung des Darmstädter Ehepaars Ströher ist mit dem Erweiterungsbau umfassender als bisher in der Dauerausstellung zugänglich. Insgesamt hat das Museum 36 Räume völlig neu eingerichtet und strukturiert. Das Präsentationskonzept sieht auch eine wiederkehrende Neuhängung von Räumen und Vorstellung weiterer Werke der Sammlung vor. Mehr als früher zeigt das Museum neben der Malerei in vielen Räumlichkeiten der Dauerausstellung auch plastische Werke.

 

Architekt Jacques Herzog. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch stellte Walter Smerling zusammen mit dem Architekten Jacques Herzog und OB Link den Erweiterungsbau vor, bevor sie einen ersten Blick in die neuen Räumlichkeiten ermöglichten. Von der Getreidekammer des Ruhrgebiets, an der die Küppersmühle seit ihrer Errichtung im 19. Jahrhundert bis zu ihrer Stilllegung 1972 ihren Anteil hatte, bis zum heutigen „Tempel“ für deutsche Nachkriegskunst war es ein weiter Weg, den die Basler Architekten Herzog & de Meuron schon einmal begleitet hatten: Sie zeichneten bereits für den Umbau des Mühlenbetrieb zum Museum Ende der 1990er-Jahre verantwortlich.

Die Silotürme dienen als Durchgang in den Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das Konzept der hohen Räume mit einer Mischung aus Tages- und Kunstlicht haben sie ebenso in den Neubau übernommen wie die Formensprache des Treppenhauses aus terrakotta-farbenem Beton, welches schon im Altbau ein Kunstwerk für sich ist. Passend zum Altbau in rotem Backstein, aber neu und modern interpretiert, präsentiert sich der Neubau von außen. Man bräuchte gar nicht die Silos zwischen den Gebäudeteilen, um die Nahtstelle zu erkennen, haben die Architekten doch für den Neubau den Backstein von innen nach außen gedreht für eine fast schon textile Oberflächenstruktur. Schon das Gebäude des Museums Küppersmühle lädt ein, sich ihm und seinen Inhalten anzunähern. Die offizielle Eröffnung findet am Samstag, 25. September, statt.

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Im Jahr 2008 sollte auf den Silotürmen der Küppersmühle ein Erweiterungsbau in Form eines Kubus („Schuhkarton“) erfolgen. Nachdem das Projekt wegen mangelhafter Bauausführung gescheitert war, verfolgte das Sammlerehepaar Sylvia und Ulrich Ströher die Erweiterung ihrer Ausstellungsräume in Duisburg weiter. Für einen Neubeginn beauftragten sie das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron 2013, den Erweiterungsbau als Gesamtwerk zu planen, während der mittlerweile vor sich hin rostende Kubus demontiert und verschrottet wurde. Seit dem eigentlichen Baubeginn vor fünf Jahren haben rund 1.000 Menschen an dem Erweiterungsbau gearbeitet. Zu den 3.600 Quadratmetern Ausstellungsflächen auf drei Etagen im Altbau kommen jetzt weitere 2.500 Quadratmeter auf vier Geschossebenen. Die Anbauverbotszone zwischen Baukörper und dem Berliner Brückenzug der A59 wurde begrünt: 35 neu angepflanzte Platanen und ein Kunstwerk – „Ohne Titel. Drei Polyeder“ (2006) von Ansgar Nierhoff – verleihen dem Park Aufenthaltsqualität. Pandemie-bedingt verschob sich die Eröffnung der Museumserweiterung um ein Jahr. Als oberen Abschluss wird das Silo noch einen Aufbau erhalten, der extern von der Innenhafenpromenade zugänglich als Aussichtsplattform für Besucher hergerichtet werden soll.

 

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Impressionen vom Erweiterungsbau des MKM Museum Küppermühle. Fotos: Petra Grünendahl

 

 
Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst mit dem Erweiterungsbau. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Informationen gibt es unter https://www.museum-kueppersmuehle.de).

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Ehemalige Duisburger Enklave im Braunkohlenrevier: Vom Bagger bedroht

Historischer Gutshof soll dem Braunkohlentagebau weichen
Von Petra Grünendahl

Duisserner Hof: Das verputzte Wohnhaus und der Anbau stammen von 1763. Auf dem Standort des Fotografen standen Anfang 2021 noch Gebäude. Foto: Petra Grünendahl.

Auf den fruchtbaren Lössböden der Jülicher Börde, im Erkelenzer Weiler Lützerath, besaß das Zisterzienserinnen-Kloster aus Duissern schon bald nach seiner Gründung 1234 einen großen Gutshof mit den entsprechenden Ländereien: Den „Duisserner Hof“, den man auch Mönchshof oder Wachtmeisterhof nannte. Den Hof an sich gibt es an dieser Stelle mindestens seit dem 13. Jahrhundert. Als „Halfenhof“ im Besitz des Klosters Duissern wurde er von einem Mönch bewirtschaftet, der die Hälfte seiner Erträge an das Kloster abzugeben hatte. Daher kam wohl auch die Bezeichnung „Mönchshof“. Später wurde daraus ein Pachtverhältnis. Von 1265 bis 1802 war der Hof im Besitz des Klosters, bis Anfang des 19. Jahrhunderts kirchliche Güter enteignet wurden. Die Zisterzienser-Nonnen aus Duissern zogen übrigens 1608 in die Stadt Duisburg: Ins Dreigiebelhaus an der Nonnengasse, bis sie diesen Besitz 1806 ebenfalls aufgeben mussten.

 

Duisserner Hof: Das verputzte Wohnhaus und der Anbau stammen von 1763, die Scheune rechts aus dem späten 19. Jahrhundert. Auf dem Standort des Fotografen standen Anfang 2021 noch Gebäude. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Tag des offenen Denkmals öffnete auch der Duisserner Hof sein Tor. Seit 1993 ist der Hof wegen seiner geschichtlichen und kulturhistorischen Bedeutung in die Denkmalliste der Stadt Erkelenz eingetragen. Das Wohnhaus mit Traufanbau stammt von 1763, nachdem der Pächter zu einigem Wohlstand gekommen war. Eine große Scheune ist vermutlich aus dem (späten) 19. Jahrhundert. Zwischen diesen beiden Gebäuden ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach um- und neu gebaut worden, wie man an der Fassade erkennen kann.

 

Kein Bus hält mehr in Lützerath. Foto: Petra Grünendahl.

Lützerath gehörte Jahrhunderte lang zur Gemeinde und Pfarre Immerath, deren Kirche St. Lambertus mit Doppelturmfassade im Volksmund auch Immerather Dom genannt wurde. Auch wenn der Ortsname (als Lutzelenrode) erst 1168 erstmals erwähnt wurde, so war doch bereits seit 1135 ein Gutshof, der Paulshof, im Besitz einer Benediktinerinnen-Abtei in Neuwerk (heute Mönchengladbach).

 

 
Der Duisserner Hof in Lützerath

Das gelbe Kreuz des Widerstandes am Duisserner Hof in Lützerath. Foto: Petra Grünendahl.

Im Zuge der Säkularisierung unter Napoleon ging der Duisserner Hof an den Halfen, durch Einheiratung dann an die Familien Helpenstein und später Heukamp. Heute bewirtschaftet Eckehard Heukamp das Gut, welches als letztes Grundstück in Lützerath noch nicht im Besitz der RWE Power ist. RWE will hierhin und in weitere umliegende Dörfer den Tagebau Garzweiler II ausdehnen. Umsiedlungsstandort für Lützerath ist Immerath (neu), wo auch die Bewohner von Pesch hin siedeln durften, nicht jedoch die Landwirte, von denen es in Lützerath deutlich mehr gab als in allen anderen Orten, die im Gebiet von Erkelenz betroffen waren.

Der Hof ist seit vielen Generationen im Familienbesitz: Den Familiengrabstein vom Immerather Friedhof. hat Eckehard Heukamp gerettet Foto: Petra Grünendahl.

Der alte Ort Immerath, immerhin 1144 erstmals urkundlich erwähnt, ist vollständig abgerissen. Vom Friedhof in Immerath hat Eckehard Heukamp immerhin den Familiengrabstein retten können. Abgerissen wurden Anfang des Jahres auch große Areale von Lützerath, wo sich einst um vier große, aus dem Mittelalter stammende Gutshöfe weitere Wohnbebauung befand. Der verlassene Neuwerker- oder Paulshof ist heute von Security-Mitarbeitern bewacht, um eine Besetzung durch Aktivisten zu unterbinden, die ihrerseits den Abriss des Ortes verhindern wollen. Ein Gebäudekomplex neben dem Duisserner Hof ist eingezäunt und nicht zugänglich.

 

Abgesperrt und mit Sicherheitsdienst zur Bewachung: Leer stehender Gutshof in Lützerath. Foto: Petra Grünendahl.

Derweil kämpft Eckehard Heukamp weiter um den Erhalt seines elterlichen Hofes: „Er hat Widerspruch gegen einen ‚Grundabtretungsbeschluss’ eingelegt“, erzählte Christian Wiltsch, der in dieser Gegend groß geworden ist und bis vor kurzem zwischen Garzweiler und Hambach wohnte. Nun engagiert er sich selber in der bürgerlichen Initiative „Denk mal an der Kante“, die weitere Zerstörungen für den Tagebau verhindern will und zum Tag des offenen Denkmal hier eine Denkmal-Rallye und das Hoffest organisiert hat.

 

Vertreibt die Menschen aus ihrer Heimat: der Tagebau Garzweiler II. Foto: André C. Sommer.

Heukamps Anwalt sehe die Enteignung als rechtswidrig an, so Wiltsch, denn: „Die Braunkohle-Pläne der 1990er-Jahre entsprechen weder neueren Maßgaben zum Klimaschutz noch Gesetzen zum Kohleausstieg.“ Die RWE Power als Betreiberin des Tagebaus wollte den Ausgang einer Klage (gegen besagten Widerspruch) allerdings nicht abwarten und habe eine „vorzeitige Besitzeinweisung“ beantragt, erzählte der Bauingenieur. Eine Entscheidung stehe allerdings noch aus. Die Abgrabungen der umgesiedelten oder sich in Umsiedlung befindlichen Ortschaften und Weiler stehen erst zum Ende der 2020er-Jahre an.

 

 
 
 
Das benachbarte Keyenberg, die Kirche im Dorf und die Umsiedlung

Gelbe Kreuze markieren den Widerstand an der Kirche Heilig Kreuz in Keyenberg. Foto: Petra Grünendahl.

Zumindest der Vorraum der Kirche Heilig Kreuz in Keyenberg war ebenfalls zum Tag des offenen Denkmals geöffnet. Er gab immerhin Einblicke in die 1866 (Chorraum) begonnene und 1912 bis 1913 (das dreischiffige Langhaus) fertig gestellte, im neugotischen Stil errichtete Kirche, die ihre Gründung auf das Jahr 714 tradiert. Durch die Glastüren konnte man auch das ewige Licht auf dem Altar erkennen. Die ursprünglichen Baupläne aus den 1860er-Jahren sahen eine Doppelturmfassade vor, realisiert wurde aber nur ein Glockenturm. Die Kirche ist seit 2019 im Besitz der RWE Power, allerdings noch nicht entweiht. Dennoch ließ das Bistum Aachen kürzlich in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem denkmalgeschützten Bau (!) die Glocken entfernen, um sie in einer neuen Kapelle in Neu-Keyenberg aufzuhängen. Obwohl in der Kirche keine Gottesdienste mehr stattfinden, hat dies bei den verbliebenen Keyenbergern – zu 30 Prozent ist der Ort noch bewohnt – massives Missfallen ausgelöst. Es soll deswegen auch schon Kirchenaustritte gegeben haben.

 

Keine Perspektive: Wenn seine Bäckerei in Keyenberg geschlossen wird, hängt Wolfgang Laumanns seinen Beruf an den Nagel. Foto: Petra Grünendahl.

Obwohl die Ortschaften des künftigen Tagebaus schon seit Jahren umgesiedelt werden, leben immer noch Menschen dort, für die die neuen Wohngebiete keine Option sind. Bäckermeister Wolfgang Laumanns hat Backstube und Bäckereigeschäft direkt gegenüber von Heilig Kreuz. Mit einer Verkaufsstelle dürfte er auch nach Neu-Keyenberg ziehen, aber da die Ansiedlung (wie alle Neusiedlungen) als „Wohngebiet“ gilt, kann er seine Backstube nicht mitnehmen.

Prachtvolle Neugotik hinter Glas: Das Innere der Kirche Heilig Kreuz in Keyenberg. Foto: Petra Grünendahl.

Er müsste sie in einem Gewerbegebiet errichten, wo schon die Grundstückspreise weit über den Entschädigungen liegen, die RWE Power gezahlt hat. Einen Kredit für einen Neubau in mittlerer sechsstelliger Höhe bekommt er nicht. Da er ohnehin keinen Nachfolger hat, hängt er seinen Beruf an den Nagel, wenn die RWE Power Keyenberg abreißen lässt. Damit werden dann auch seine Verkäuferinnen arbeitslos. Ähnlich geht es nicht wenigen anderen Angestellten (und Auszubildenden) von kleinen Unternehmen und Gewerbetreibenden in den Umsiedlungsgebieten, die ja als Dörfer durchaus Gewerbeflächen haben durften. Manch einer macht den Laden ganz dicht, andere ziehen unter Umständen weiter weg. Dem Arbeitsmarkt vor Ort gehen sie damit verloren!

 

Prachtvolle Neugotik hinter Glas: Das Innere der Kirche Heilig Kreuz in Keyenberg. Foto: Petra Grünendahl.

Ohnehin ist das mit der Umsiedlung für die Menschen in den alten Ortschaften nicht leicht: Lediglich etwa die Hälfte bis 60 Prozent ziehen in die neuen Wohngebiete. Für Mieter – egal, ob Haus oder Wohnung – sind die Mieten in den Neubauten viel zu hoch: Das Doppelte bis mitunter Dreifache müssten sie an Quadratmeterpreisen zahlen. Das kann sich nicht jeder leisten. Auch kriegen die Eigentümer in den Umsiedlungsorten nur „Altbauten“ erstattet, sollen sich davon in den Neubaugebieten aber „Neubauten“ kaufen können. Und: Alte Leute bauen nicht mehr neu. Jüngere Leute und (erwachsene) Kinder ziehen mit der Entschädigung ganz weg aus der Region. Und wer als Landwirt keinen Hof außerhalb des Tagebau-Gebietes findet, den er als Nachfolger übernehmen kann, bekommt nur eine Entschädigung und kann seinen Beruf aufgeben.

 
Widerstand gegen Tagebau und Umsiedlung

Widerstand gegen die Umsiedlung: Die Rheinbraun ist 2003 in der RWE Power AG aufgegangen. Foto: Petra Grünendahl.

Der Widerstand in einigen Dörfern gegen Umsiedlung und Abriss vereint Klimaaktivisten, die hier gegen Tagebau und Zerstörung protestieren, in einer eher ungewöhnlichen Allianz mit dem bürgerlichen Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ und der Initiative „Denk mal an der Kante“, die sich früher eine solche Zusammenarbeit gar nicht hätten vorstellen können: Bodenständige Menschen, die einfach nur ihre Heimat behalten bzw. die Kulturgüter der Region erhalten wollen.

Tagebau Garzweiler. Karte: Arne Müseler / CC BY-SA 3.0.

Wie bei früherem Tagebau im Rheinischen Braunkohlenrevier werden die Bergbauflächen nach Beendigung der Förderung zugeschüttet und renaturiert. Allerdings stößt die Renaturierung an Grenzen: Die künstlichen Seen, die in den rekultivierten Bereichen angelegt werden, haben einen gewissen Freizeitwert, können aber die fruchtbaren Ackerböden der Region, die vor ihrer Abgrabung wahre Kornkammern darstellten, nicht ersetzen. Eine auf renaturierten Flächen angesiedelte Landwirtschaft kann auf den neuen Flächen gleicher Größe langfristig nicht die Ackerland-Erträge erwirtschaften, die sie auf den alten fruchtbaren Lössböden der Börde-Landschaft hatte.

Mehr Infos und viel Bildmaterial zum Thema gibt es zum Beispiel beim Fotografen Arne Müseler auf www.garzweiler.com.

 

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Der Tagebau Garzweiler II. Fotos: Petra Grünendahl & André C. Sommer

 

Rheinisches Braunkohlenrevier. Karte: Thoroe / CC BY-SA 2.0.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)

Fotos: Petra Grünendahl (18), André C. Sommer (1),
Karten: Thoroe / CC-BY-SA-2.0-Lizenz, Arne Müseler / CC BY-SA 3.0

 

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Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers präsentiert Bergbaukalender 2022

Schachtanlagen der Region in ihrem historischen Kontext
Von Petra Grünendahl

Titelbild (Fotomontage): „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“, der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins.

Die Fotografien im Bergbaukalender reichen von 1920 bis hin zu den letzten Monaten auf Bergwerk West 2012. Sie zeigen Ansichten von Schachtanlagen zu ihren Betriebszeiten. Heute ist davon nicht mehr viel, an manchen Standorten sogar lediglich eine Protegohaube oder gar einem Schachtdeckel übrig geblieben. Auf anderen Fotografien erkennt man jedoch noch einzelne Gebäude, die das Ende der Kohlenförderung am Niederrhein überdauert haben und die heute noch genutzt werden. Der Bergbau hat die Region geprägt und Städte wie Moers oder Duisburg zu dem gemacht, was sie sind. Der Kalender macht sich auf Spurensuche einer 155-jährigen Geschichte des Bergbaus am Niederrhein. Die Auswahl der Fotos reicht vom Bergwerk Friedrich Heinrich (zuletzt Bergwerk West) in Kamp-Lintfort, der Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn und dem Bergwerk Borth* in Rheinberg über die verschiedenen Standorte von Rheinpreußen in Moers und Homberg bis hin zu den Bergwerken Diergardt und Mevissen in Rheinhausen.

 

Stellten den Kalender vor (v. l.): Alberto Dominguez (vorne), Heinz Bernard, Hans Gerd Lamers, Hatice Kardas, Peter Boschheidgen, Gudrun Krispin und Dieter Soyke. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“ präsentierte der Vorstand des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) in Moers seinen zweiten Kalender für das kommende Jahr. Seit Jahren schon spricht der Verein mit dem Nutzungsrecht auf Rheinpreußen Schacht IV in Hochstraß, dem ehrenamtlichen Erhalt des Fördermaschinenhauses und den Führungen durch ehemalige Bergleute neue Kreise in der Bevölkerung und vor allem Bergbauinteressierte an. Das Fördermaschinenhaus von Rheinpreußen Schacht IV diente mehrfach als Spielstätte der Extraschicht.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Ein erstes Kerzenkonzert im Maschinenhaus zum Ende der Steinkohlenförderung im Deutschland im Dezember 2018 erlebte 2019 eine zweite Auflage, bevor Corona weitere Veranstaltungen dieser Art verhinderte. Mit dem Bergbau erreicht der GMGV nicht nur ein interessiertes Publikum, sondern gewinnt auch neue Vereinsmitglieder. Da lag ein solcher Kalender neben dem Klassiker „Moerser Ansichten“ (seit 2015) nahe.

 

 
André Thissen

André Thissen, Leiter Arbeitskreis Schacht IV. Foto: privat.

Geschaffen hat diesen Kalender André Thissen, der leider bei der Vorstellung des Kalenders verhindert war. Er hat als Bergmann auf Zechen am Niederrhein gearbeitet und kennt sich im Bergbau und bei Schachtanlage in der Region aus: „Nachdem André in den vergangenen Monaten in den sozialen Medien mit Postings zur Geschichte der Zeche Rheinpreußen eine riesige Resonanz hatte, hab ich ihn gefragt, ob er sich einen Kalender mit Bergbau-Motiven vorstellen könne“, erzählte Frank Heinrich, Schatzmeister des GMGV. Er konnte. André Thissen war auf den Schachtanlagen Rheinpreußen 9 (1981-1990) in Moers-Utfort und Bergwerk West (1990-2013) in Kamp-Lintfort bis zum Ende des Bergbaus am Niederrhein dabei.

 

Bergwerk West, Foto von André Thissen: „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“, der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins.

Seit 2004 hat er mit dem Fokus auf Nachtaufnahmen mit Industrieanlagen und Bergwerken im Ruhrgebiet fotografische Erfahrungen gesammelt. Ab 2010 gab es Kalender „Ruhrgebiet bei Nacht“, denen Fotoausstellungen folgten. Seit einer Fotoausstellung auf Schacht IV wurde der Kontakt zu den dort ehrenamtlichen Bergleuten enger, da er sich auf seinen fotografischen Streifzügen neben den Motiven immer auch für die Geschichte der Standorte interessierte. Beim GMGV ist er heute Arbeitskreisleiter Schacht IV. Aus einem Nachlass eines Vereinskollegen bekam er etliche Terrabyte an montanhistorischen Fotos, Zeichnungen und Dokumenten. „Daraus können wir ohne Probleme 25 Jahre Kalender machen“, kommentierte Hans Gerd Lamers, der in Moers die Buchhandlung Spaethe betrieben hatte und als (ehemaliger) Verlagsvertreter für Kalender seine Kenntnisse für die Produktion des Kalenders beisteuerte.

 

 
Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein

Rheinpreußen 1 und 2 in Homberg: „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“, der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins.

Neben den zwölf (datierten) Motiven von Zechen und Schachtanlage führen kurze Texte in die Historie des jeweiligen Standorts ein. Neben deutschsprachigen Texten gibt es eine türkische Übersetzung, verfügt doch Moers als ehemalige Bergbaustadt auch über eine große und aktive türkische Community. Die Übersetzung übernahm Halil Sentürk, der als ehemaliger Bergmann auch die benötigten Fachbegriffe beherrscht, mit Hilfe von Hatice Kardas, die das Ganze inklusive türkischer Sonderzeichen aufs virtuelle Papier brachte.

Zeche Diergardt Schacht 1: „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“, der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins.

Der Kalender im A3-Querformat ist für 9,95 Euro in lokalen Buchhandlungen in Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn sowie teilweise auch in Schreibwarenläden in der Region zu haben. Der GMGV selber hat erste Exemplare am vergangenen Wochenende beim Schlossfest in Moers verkauft und ist damit auf große Resonanz gestoßen. Von einer Auflage von 750 Stück sind über 500 Stück schon an die Verkaufstellen ausgeliefert. Mit dem Erlös werden Projekte des GMGV finanziert – auch am Schacht IV.

 

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e.V.

Rheinpreußen Schacht IV in Moers-Hochstraß: „Glückauf 2022 – Bergbau am Niederrhein“, der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins.

Der Museums- und Geschichtsverein in Moers möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Allerdings ist das Fördermaschinenhaus aktuell wegen Corona geschlossen.
www.gmgv-moers.de

 
*) auch dort war zunächst Kohle gefördert worden, bevor man zur Förderung von Steinsalz wechselte

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), privat (1), Kalender: GMGV

 
 

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Lektüretipp: Friedhelm Wessels „Zechen im Ruhrgebiet” im Sutton Verlag

Als Bergleute im Revier das schwarze Gold zu Tage förderten
Von Petra Grünendahl

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Friedhelm Wessel hat hier unterschiedlichste Geschichten von (ehemaligen) Bergleuten zusammen getragen: Teils sind sie seit Generationen dem Bergbau verbunden, andere sind eher durch Zufall in die Welt untertage gelangt. Manche Geschichten sind deutlich in der Vergangenheit angesiedelt: Wessels hat sie vermutlich während seiner langen journalistischen Tätigkeit aufgetan. Andere sind neueren Datums, blicken aber nicht weniger in eine Vergangenheit zurück, die schon seit den späten 1950er-Jahren von Schließungen der Bergwerke und Konzentration zu Verbundzechen geprägt war. Viele Stimmen stammen von Gewerkschaftern, von Leuten der Grubenwehr, von Menschen, die sich engagiert haben. Es sind spannende Geschichten aus Zeiten, die nie wieder kommen, aber Generationen im Ruhrgebiet geprägt haben.

 

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für sein Buch „Zechen im Ruhrgebiet“ hat Friedhelm Wessel 30 Standorte ausgewählt, die zu den „Highlights aus der Geschichte“ (so der Untertitel) der Förderung des schwarzen Goldes im Revier zählen. Die Bergwerke reichen von der Zeche Friedrich Heinrich (Bergwerk West) im Westen bis Zeche Sachsen in Hamm im Osten. Der kurzen Geschichte der jeweiligen Zeche folgen Erzählungen von Männern, die dort eingefahren sind. Teils erzählt Wessels ihre Geschichten, teils erzählen sie aber auch selber: Von ihrem Werdegang, ihrer Arbeit, ihrem Leben und nicht selten auch von Grubenunglücken. Viele Bergmannsgeschichten sind auch geprägt von den Schließungen der Bergwerke, vom Wechsel auf die nächste Zeche. Bis dann im Dezember 2018 auch auf der Letzten Schicht im Schacht war. Unter den Erzählungen sind Erinnerungen von den 1950er-Jahren bis heute versammelt. Jede Zeche ist mit einer solchen Erzählung verbunden, die dem Bergbau eine Stimme und häufig auch ein Gesicht geben.

 

 
Sehr persönliche Einblicke in die Zeiten des Bergbaus

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Natürlich sind die 30 Zechen eine willkürliche Auswahl – und sie lässt natürlich Raum für ein zweites Buch, weil jeder Bergbauinteressierte weitere Zechen in die Highlights aufnehmen würde. Mit Zeche Walsum ist auch ein Duisburger Bergwerk dabei. Und auch die Zeche Lohberg in Dinslaken dürfte hier so manchem ein Begriff sein.

 

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Fotografien sind sowohl aktuell, aber viele auch mehr oder weniger historisch. Faszinierend sind einerseits die Fotos jener Zechen, die schon vor Jahrzehnten dem Erdboden gleich gemacht wurden: Viele seltene Aufnahmen sind dabei, die Orte zeigen, denen man heute ihre frühere Bedeutung gar nicht mehr ansieht. Sentimental stimmen hingegen jene „neueren“ Fotos von in den letzten Jahren stillgelegten Zechen, deren Betriebsgebäude auch mittlerweile weitgehend abgerissen worden sind. Die Bebilderung der Kapitel stammt überwiegen vom Fotografen Wessel selber bzw. aus seinem Sammlungsarchiv. Weitere Bilder stammen aus privaten Sammlungen.

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Friedhelm Wessels Buch „Zechen im Ruhrgebiet. 30 Highlights aus der Geschichte“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser rund 150 Fotografien und Abbildungen. Das Buch im Format 17 x 24 cm mit Hardcover-Einband ist für 19,99 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-307-0) erhältlich.

 
Der Autor

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Friedhelm Wessel wurde 1944 kriegsbedingt in der Nähe von Detmold geboren. Aufgewachsen ist er zwischen der Jacobi-Kolonie in Oberhausen-Osterfeld und dem Herner Dichterviertel. Nach Jahren in verschiedenen Berufen wie Reiseleiter, Monteur im In- und Ausland, Produktions- und Regieassistent bei einer Filmfirma arbeitete er ab 1973 über 30 Jahre als Redakteur und Fotograf für die „Ruhr Nachrichten“ und andere Lokalmedien, wo er sich als Autor lokalgeschichtlicher Publikationen einen Namen machte. Selbst in einer Zechenkolonie aufgewachsen, schildert er authentisch und mit viel Liebe zum Detail den Alltag rund um die Zeche Piepenfritz (Zeche Friedrich der Große in Herne-Horsthausen) zu Beginn der 1960er-Jahre. Das Ergebnis ist ein atmosphärisches Zeugnis einer Kulturregion, die auf Grund der beginnenden Kohlekrise zu dieser Zeit bereits im Untergang begriffen war. Nach der vorzeitigen Pensionierung ist Friedhelm Wessel seit 2006 als publizistischer Spurensucher im Revier unterwegs und hat seitdem weitere Bücher publiziert.
https://verlagshaus24.de/autor/34134/wessel-friedhelm
https://wiki.hv-her-wan.de/index.php?title=Friedhelm_Wessel

Bücher von Friedhelm Wessel im Sutton Verlag:

  • Zechen im Ruhrgebiet. 30 Highlights aus der Geschichte
  • Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb (erscheint im November 2021)
  • Schalke 04 in den 70er-Jahren (erscheint im Oktober 2021)
  • Alt-Bottrop in historischen Fotografien
  • Kirchhellen 1970 bis 2010
  • Osterfeld – Alte Bilder erzählen
  • Essen 1950 bis 2000 – Alte Bilder erzählen
  • Herne in historischen Fotografien
  • Gelsenkirchen in den 1970er-Jahren

 

 
Sutton Verlag, Erfurt

Friedhelm Wessels „30 Zechen im Ruhrgebiet“: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum: Vom historischen Bildband reicht das Programm bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

 

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Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Cover und Layout: Sutton Verlag

 

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MKM Museum Küppersmühle zeigt Fotografien von Andreas Gursky

Spannende Perspektiven aus der Region und darüber hinaus
Von Petra Grünendahl

Kreuzfahrt (l.), NN (r.): Andreas Gursky im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

„Andreas Gursky hält uns den Spiegel vor von einer Welt, die wir kennen, aber so nicht erwarten”, führte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling in das Werk des Fotografen ein. Der Betrachter findet skupturales Denken in Fotografien umgesetzt. Manche Fotografien sind als Schnappschüsse entstanden, weil Gursky ein Motiv interessant fand. „Entscheidend ist aber: Taugt es zum ‚Bild’“, erklärte Gursky. Schon früh – in den 1990er-Jahren – hatte Gursky die digitalen Möglichkeiten der Fotografie für sich entdeckt. Wo der nötige Abstand zum Motiv fehlt, arbeitet Gursky mit mehreren Aufnahmen für eine „Montage“, die er digital zusammen setzt. Andere Fotos wie auch Schnappschüsse mit dem Smartphone sind eher nur minimal nachbearbeitet. Viele Bilder wirken leicht, alltäglich. Erst auf den zweiten Blick erkennt man seine Konzeption und die Inszenierung. Speziell die großformatigen Werke haben in den hohen Räumen des Museums ihren Reiz. Sie leben aber auch davon, dass der Betrachter aus der Nähe wie bei Wimmelbildern ihre Einzelheiten ausmachen kann.

 

Andreas Gursky (im Vordergrund) und Walter Smerling (l.) im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Die neue Ausstellung im Erdgeschoss des Museums Küppermühle (MKM) stellte Walter Smerling zusammen mit den Fotografen Andreas Gursky im Pressegespräch vor. Smerling hat die Werkschau – ein Querschnitt seines Schaffens – in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert: Die Retrospektive ist explizit für den Ort und mit Bezug zur Region gestaltet. „Wir haben hier fantastische Räume mit einem tollen Licht“, schwärmte der Fotograf vom Museum. Während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie bei Bernd und Hilla Becher diente ihm die Region oftmals als Schauplatz. Über 60 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeigt das MKM: Von frühen Arbeiten aus dem Ruhrgebiet über bekannte ikonische Werke bis hin zu neuen Arbeiten. Während die großen hohen Hallen des Museums primär die Großformate präsentieren, gibt es unter anderem in Eingangsbereich die kleinformatigen Werke zu sehen. Die Ausstellung ist ab 9. September fürs Publikum geöffnet.

 

 
Der Künstler

Andreas Gursky im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Andreas Gursky wurde 1955 in Leipzig geboren. Vater und Großvater waren Werbefotografen. Ab 1956 wuchs er in Düsseldorf auf. Zunächst studierte er an der Folkwang Universität in Essen. 1980 begann er an der Düsseldorfer Kunstakademie sein Studium. Bei Bernd Becher schloss er 1985 als Meisterschüler sein Studium ab. Von 2010 bis 2018 hatte er eine Professur für Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Gurskys Werke finden sich weltweit auf Ausstellungen, in Sammlungen und Museen. Der Künstler lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Rhein: Andreas Gursky im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „Andreas Gursky“ verdankt das MKM dem Einsatz des Künstlers und seinem Team sowie der Kooperation mit der Galerie Sprüth Magers und dem Museum der bildenden Künste Leipzig. Finanziell unterstützt die National-Bank Essen die Schau, die ansonsten in dieser Dimension nicht möglich gewesen wäre. Aus Anlass der Ausstellung im MdbK in Leipzig ist das Künstlerbuch „–2020. Andreas Gursky“ erschienen, das auch in der Ausstellung im Museum Küppersmühle erhältlich ist. Das 188-seitige Werk mit 57 Bildtafeln, Hardcover mit Leineneinband im Format 30 x 26,3 cm und Schuber, ist für 89 Euro an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-00-066711-4).

 

Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Bauhaus: Andreas Gursky im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „Andreas Gursky“ ist bis zum 30. Januar 2022 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Informationen gibt es unter https://www.museum-kueppersmuehle.de). Es gelten die jeweils gültigen Corona-Regeln.

 

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Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Duisburg-Homberg: Zweite Sprengung eines Weißen Riesen in Hochheide

Nach der Sprengung ist vor der Sprengung
Von Petra Grünendahl & André C. Sommer

Feuerwehrchef Oliver Tittmann (l.) und Generalplaner Marc Sommer (r.) beim letzten Presserundgang vor der Sprengung. Foto: Petra Grünendahl.

Rund 4,5 Kilometer Schläuche hatte die Feuerwehr Duisburg für eine Wasserwand verlegt, die die Staubentwicklung unterdrücken sollte als fast 50.000 Tonnen Stahlbeton in sich zusammen fielen. Das Wasserbecken von 600 Kubikmetern (600.000 Liter) Fassungsvermögen würden für knappe 20 Minuten Wasserwand reichen, hatte Feuerwehrchef Oliver Tittmann im Vorfeld gesagt. Auch wenn die Sprengung dieses Mal (im Vergleich zur ersten Sprengung am 24. März 2019) länger dauerte – fünf Einzelsprengungen über 6 Sekunden waren für das komplexere Sprengbild nötig – war schon nach wenigen Sekunden alles vorbei. Die große Staubwolke, die nach Südosten abdriftete, war da von der Wasserwand schon längst nicht mehr einzufangen.

 

Sprengung des Weißen Riesen in Homberg-Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.

Mit knapp 10 Minuten Verspätung wurde der zweite Weiße Riese in Homberg-Hochheide gesprengt. Kurz vor 12 Uhr waren der Polizeihubschrauber- und Drohnenüberwachung noch Menschen in der Evakuierungszone auf Dächern aufgefallen, die aus dem Radius entfernt werden mussten. Danach lief alles nach Plan: nach zwei Verbrämungssprengungen zündeten dann wie geplant die Ladungen zunächst in den mittleren beiden Blöcken, bevor sich dann die äußeren Blöcken darauf legten. Rund 50.000 Tonnen Stahlbeton gilt es jetzt noch in den nächsten Monaten abzufahren.

 
Unser Video von der Sprengung. Video: André C. Sommer.

 
Bilderstrecke Sprengung. Fotos: Petra Grünendahl.

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Ein dritter Weißer Riese soll 2023 gesprengt werden

Der Weiße Riese nach der Sprengung. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausschreibungen starten in Kürze, wer den Abbruch übernimmt und entsprechend die notwendigen Sanierungen (Asbest, Mineralwolle) beauftragt. Der Weiße Riese Ottostraße 54 / 56 ist allerdings nur halb so breit (zwei Hochhausblöcke statt der bisherigen vier) und wird damit nicht so viel Zeit für Sanierung und Sprengvorbereitung in Anspruch nehmen wie die ersten beiden Weißen Riesen an der Friedrich-Ebert-Straße 10–16 und Ottostraße 24–30. Wenn die Ausschreibung jetzt zügig abgeschlossen werden kann, rechnet die Stadt Duisburg mit einer Sprengung 2023.

 
Bilderstrecke von der Presse-Tour vor der Sprengung. Fotos: Petra Grünendahl (6), André C. Sommer (1).

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (18), André C. Sommer (1), Video: André C. Sommer

 
 

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Duisburg-Homberg: Letzte Vorbereitungen vor der Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide

Neben letzten Arbeiten auf der Baustelle rund um den Weißen Riesen war auch die Feuerwehr für Vorbereitungen zur Sprengung vor Ort und legte Schläuche für die Wasserwand, die bei der Sprengung den Staub unterdrücken soll. Gegenüber an der Ottostraße montierten Bauarbeiter ein Gerüst an die Fassade, um diese vor Schäden zu schützen.

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Letzte Vorbereitungen für die Sprengung des Weißen Riesen Ottostraße 24-30. Fotos: Petra Grünendahl.

© 2021 Petra Grünendahl

 

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Weißer Riese in Homberg-Hochheide: Eine letzte Baustellen-Tour vor der Sprengung

500 Kilogramm Sprengstoff legen fast 50.000 Tonnen Betonrohbau in Schutt und Asche
Von Petra Grünendahl

Sprengmeister Michael Neubert von der Thüringer Sprenggesellschaft. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben hier mehrere Probesprengungen gemacht, um die optimale Sprengstoffmenge zu bestimmen“, erklärte Michael Neubert, Sprengingenieur bei der Thüringer Sprenggesellschaft (TSG), die am kommenden Sonntag den zweiten Weißen Riesen in Homberg-Hochheide in sich zusammen fallen lassen will. Im Moment, so erzählte Neubert weiter, sei er noch ganz ruhig, aber spätestens Samstagabend steige die Spannung auch bei ihm. Bislang ist das gesamte Team sehr entspannt, haben doch die meisten von ihnen auch die erste Sprengung am 24. März 2019 mitgemacht.

 

Die letzten Tage des Weißen Riesen an der Ottostraße. Foto: Petra Grünendahl.

Zu einem letzten Rundgang über die Baustelle hatte die Pressestelle der Stadt Duisburg eingeladen. Neben Abbruchunternehmer P&Z Prangenberg & Zaum und Generalplaner rebuild.ing waren Vertreter von Bürger- und Ordnungsamt, der Stabstelle Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz sowie die Feuerwehr Duisburg dabei, um letzte Fragen zur Sprengung, abgesperrten Bereichen und Evakuierung der umliegenden Häuser (Radius ca. 500 Meter) zu klären.

Die letzten Tage des Weißen Riesen an der Ottostraße. Foto: Petra Grünendahl.

Seit 2019 waren im „größten Taubenschlag Europas“ Taubenkot und Sperrmüll entfernt worden, bevor man mit einer umfassenden Schadstoffsanierung beginnen konnte. Nach Abschluss der Sanierung ist der Weiße Riese nun mit gezielten Vorschwächungen reif für die Sprengung. In dieser Woche finden letzte Arbeiten statt, die Zündschnüre werden gelegt und die Bohrlöcher mit Sprengladungen bestückt. Am Sonntag, 5. September, wird Sprengmeister Martin Hopfe den Auslöser drücken, um die im Stadtteil lang erwartete Sprengung auszulösen. Zuletzt hatte ein avisierter Termin wegen Corona noch einmal verschoben werden müssen.

 

 
Sprengung und Fallfigur

Bernd Zaum, Geschäftsführer des Abbruchunternehmens P&Z. Foto: Petra Grünendahl.

„In 830 Bohrlöchern werden wir gute 500 Kilogramm Sprengstoff anbringen“, sagte Bernd Zaum, Geschäftsführer des ausführenden Abbruchunternehmens P&Z. Innerhalb von nur 6 Sekunden liegen dann rund 50.000 Tonnen Bauschutt auf der Fläche an der Ottostraße 24–30. Das Zerkleinern der gesprengten Massen, das Trennen der Materialien und das Abfahren des Bauschutts wird nach der Sprengung noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Bis die frei werdenden Flächen nach der Sprengung eines dritten Weißen Riesen für eine Neugestaltung zur Verfügung stehen, wird die Fläche an der Ottostraße 24–30 ebenso begrünt wie schon die Fläche an der ehemaligen Friedrich-Ebert-Straße 10–16.

 

Letzte Arbeiten am Weißen Riesen vor der Sprengung. Foto: Petra Grünendahl.

Gesprengt wird in fünf Schritten innerhalb von 6 Sekunden. Die großen Weißen Riesen bestehen aus vier separaten ca. 60 Meter hohen Wohntürmen, die dich an dicht einen 90 Meter breiten Häuserblock bilden. Erst fallen die beiden inneren Blöcke in sich zusammen, bevor durch weitere Sprengungen die beiden äußeren Blöcke in die Mitte fallen. Diese Fallfigur unterscheidet sich von der ersten an der Friedrich-Ebert-Straße, weil hier an dieser Stelle der Ottostraße deutlich weniger Platz für ein Fallbett zur Verfügung steht.

 

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Maßnahmen in und um die Evakuierungszone

Das Ordnungsamt warnt Autofahrer vor dem Parkverbot am nächsten Sonntag. Foto: Petra Grünendahl.

Schon seit einigen Tagen stehen die Parkverbotsschilder für den Tag der Sprengung: In der Evakuierungszone herrscht ab 8 Uhr morgens absolutes Parkverbot. Bis dahin müssen auch die betroffenen Anwohner den Bereich verlassen haben. Die Maßnahmen der Stadt Duisburg rund um die Sprengung kann man hier nachlesen.

Die Evakuierungszone für die Sprengung muss Sonntagmorgen bis 8 Uhr geräumt sein. Karte: Stadt Duisburg.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Illustrationen: Martin Tazl und Marc Sommer / rebuild.ing, Karte: Stadt Duisburg

 
 

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Lektüretipp nicht nur für Feinschmecker: Lecker an Bord

Bodenständige Küche mit Zutaten aus der Region und Ausflügen als Appetithäppchen
Von Petra Grünendahl

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

„Bodenständige, einfach leckere Küche aus den frischen, um die Ecke gefundenen Zutaten“, so beschreiben die Köche Björn Freitag und Frank Buchholz, was sie auf ihren Reisen durch NRW auf dem Hausboot „unaone“ kochen. Frisch, regional und saisonal ist der Anspruch der Köche, die Zutaten besorgen sie auf Ausflügen an Land:

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Bei Menschen, die sich einer naturnahen und nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln verschrieben haben. Dabei geben die Autoren dem Leser aber auch einen kleinen Überblick, was sich an ihren Ankerplätzen sonst noch anzuschauen lohnt. Die Ausflugstipps sind eher nur kleine Appetithäppchen von jeweils zwei Seiten. Ausführlicher beschreiben die Köche ihre Suche nach außergewöhnlichen Zutaten (10 bis 14 Seiten), bevor der Leser auf die Rezepte (26 bis 28 Seiten) stößt, die eher von den gefundenen Zutaten inspiriert als typische Küche der Region sind.

 

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Lecker an Bord“ von Björn Freitag und Frank Buchholz ist deklarierte als eine „kulinarische Reise durch NRW“. Erschienen ist es zur gleichnamigen Fernsehserie im WDR und enthält alle Rezepte und Ausflugstipps aus den Sendungen der ersten vier Staffeln. Die Köche stammen beiden aus dem Ruhrgebiet: Björn Freitag lebt in seiner Heimatstadt Dorsten, wo er nach Lehr- und Wanderjahren das elterliche Restaurant „Goldener Anker“ übernommen hatte. Frank Buchholz hat es aus dem Ruhrgebiet (geboren in Dortmund, aufgewachsen in Waltrop) nach Mainz verschlagen, wo er eigene Restaurants betreibt. Für beide sind die Schiffstouren auch eine Erkundung der (alten) Heimat aus neuer Perspektive.

 

 
Bodenständige Küche aus nachhaltigen Quellen

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Die vier Routen in dem Buch entsprechen den Bootstouren der ersten vier Staffeln der WDR-Kochsendung „Lecker an Bord“: Von Haltern am See im nördlichen Ruhrgebiet bis ins münsterländische Rheine, von Beverungen durchs Weserbergland entlang der Märchenstraße bis nach Lübbecke, von Wesel entlang der Lippe durchs nördliche Ruhrgebiet nach Hamm sowie von Gelsenkirchen über den Rhein-Herne-Kanal nach Duisburg und weiter die Ruhr entlang bis zum Baldeneysee in Essen gehen die jeweiligen Fahrten. Die einzelnen Etappen zu neuen Ankerplätzen sind kurz. Zeit für den Landgang, die Zutaten fürs Essen zu besorgen und sich ein wenig umzusehen, ist damit mehr als ausreichend.

 

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Unterhaltsam ist das Buch, mit kurzweiligen Geschichten von Menschen in der Region und vielen Anregungen für die eigene Küche, selbst wenn man die Gerichte nicht direkt nachkochen will. Wer sich die beschriebenen Zutaten besorgen will, findet die Ansprechpartner und Kontaktdaten im Anhang. Ein alphabetisches Rezepte-Register und die Team-Biographien runden das Buch ab. Zum Team um die beiden (Fernseh-)Köche zählen neben einer Dokumentarfilmerin auch drei Fotografinnen, die außer Fotos von Land und Leuten auch einige der spontan entwickelten Rezepte von „Unterwegs“ mit sehr Appetit anregenden Fotos versehen haben.

 

 
Die Serie im WDR Fernsehen und das Buch

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Die Köche Björn Freitag und Frank Buchholz entdecken auf ihren „Fernsehreisen“ kulinarische Schätze direkt vor der Haustür. Unterwegs sind sie mit dem Binnenschiffer Heinz Dieter Fröse auf seinem selbstgebauten Hausboot „unaone“. Auf ihrer Bootstour über die Kanäle im Westen sowie die Weser und die Ruhr legen die beiden Köche immer wieder an, um an Land regionale Zutaten für ein gutes Essen zu entdecken. Zurück an Bord wird dann gekocht. Für die fünfte Staffel (ab Montag, 4. Oktober 2021, von 20.15 bis 21.00 Uhr im WDR Fernsehen) ging es auf den Rhein: Vom Siebengebirge bei Bad Honnef durch die Kölner Bucht entlang des Niederrheins bis Emmerich an der niederländischen Grenze. Die „unaone“ ist hier in Duisburg schon gesichtet worden.
https://leckeranbord.wdr.de

 

„Lecker an Bord“ – das Buch zur gleichnamigen TV-Serie im WDR. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Lecker an Bord“ haben die Köche Björn Freitag und Frank Buchholz ihre kulinarischen Reisen durch Nordrhein-Westfalen reich bebildert aufbereitet und geben ihre Rezepte dauerhaft an ihr Publikum weiter (online beim WDR sind sie immer nur eine begrenzte Zeit verfügbar). Das 176-seitige Buch im Format 20 x 26 Zentimeter im hochwertigen Hardcover-Umschlag ist erschienen im Hölker Verlag der Coppenrath Verlagsgesellschaft aus Münster. Zu beziehen ist es für 28,00 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-88117-263-9).

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Spannende Krimi-Lektüre: „Pacific Crest Trail Killer” von Christian Piskulla

Psychogramm eines Mörders
Von Petra Grünendahl

Der Pacific Crest Trail bei Agua Dulce. Foto: Bob Wick of BLM (Bureau of Land Management) / CC20.

Ein ungewöhnlich brutaler Mord geschieht auf dem Wanderweg des Pacific Crest Trail (PCT)*, der von der Grenze zu Mexico über Kalifornien, Oregon und Washington bis kurz hinter die kanadische Grenze führt. Außer der lokalen Polizei kann auch Mark Stetson, der nach acht Jahren als Militärpolizist in Afghanistan vor der Rückkehr in seinem Heimatort den PCT durchwandert, den Tatort in Augenschein nehmen: Er vermutet den Beginn einer Mordserie.

Hiker auf dem Pacific Crest Trail. Foto: Jason Holllinger / CC20.

Zusammen mit dem FBI Los Angeles macht sich Stetson auf die Jagd nach dem Mörder: Stetson als zentrale Figur bleibt zunächst als Wanderer auf dem Trail, bevor er nach L.A. geht. Auf der Suche nach dem Tatmuster holen die Ermittler langsam auf, ohne jedoch zunächst weitere Morde verhindern zu können. Mehr und mehr wird deutlich, dass sie nicht nur einen Mörder, sondern einen Psychopathen jagen. Und dass er möglicherweise nicht alleine agiert, sondern einen Helfer oder Mentor hat. Wie Puzzle-Stücke reihen sich die Erkenntnisse der Ermittler zusammen, bis sie schließlich wissen, wen sie suchen. Ihn zu schnappen, bevor er ein weiteres Opfer findet, wird zur Herausforderung.

 

Pacific Crest Trail Killer von Christian Piskulla. Foto: Petra Grünendahl.

Christian Piskullas neuer Roman “Pacific Crest Trail Killer” bewegt sich im Genre zwischen Kriminalroman und Thriller. Ein ehemaliger Polizist ist gemeinsam mit Ermittlern des FBI auf der Suche nach einem brutalen und offensichtlich kranken Mörder. Wie schon Piskullas Kriminalroman-Debüt „Das Stahlwerk” ist auch dieser Thriller nichts für schwache Nerven. Neben dem PCT gibt es mehrere „Nebenschauplätze“, deren Schilderungen tief in die Wirklichkeit eindringen: Sei es die Psychologie von Menschen, Abgründe der heutigen Gesellschaft oder auch das Amerika jenseits des „American Dream“.

 

 
Das Amerika jenseits der Erfolgreichen

Zelt eines Hikers auf dem Pacific Crest Trail. Foto: Tamtamtam / public domain.

Kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven treiben die Handlung temporeich voran. Der Leser mag dabei kaum das Buch aus der Hand legen, um die Spannung nicht zu unterbrechen. Er taucht förmlich ein in die Atmosphäre der Orte und ins Geschehen. Orte und Erlebnisse sind nicht objektiv beschrieben, sondern leben in den Gedanken und von den Eindrücken der Charaktere. Dass der Leser in vielen Perspektiven und subjektiven Erzählungen von Akteuren (point of view) durch das Buch begleitet wird, verschafft ihm einen tiefen Einblick in die verschiedenen Handlungsstränge und in die Gedankenwelten der Charaktere.

Hiker auf dem Pacific Crest Trail am Forester Pass. Foto: wetwebwork / CC20.

Dazu zählt die Perspektive des Mörders, der als Außenseiter eher jenseits der Gesellschaft lebt, – auch bei seinen Taten: Die Morde selbst schildert der Autor jedoch bewusst nicht aus Sicht und Anschauung des Psychopathen, da er Voyeuren keine Bilder liefern will. Stattdessen erfährt der Leser den Hergang der Taten sachlich und nüchtern aus Obduktionsberichten. Ermittler wie Leser sehen sich immer wieder mit der Frage konfrontiert: Wie wurde der Täter zu dem, was er ist? Was macht einen Menschen zum Mörder? Und obwohl der Leser den Serienmörder in seiner Gedankenwelt folgt, kann Piskulla zum Finale mit einer unerwarteten, aber durchaus schlüssigen Wendung aufwarten. Spoiler Alert: Das Nachwort sollte man tatsächlich erst mit ein wenig Abstand zur Lektüre lesen!

 

 
Das Buch und der Autor

Pacific Crest Trail in der Sheep Mountain Wilderness. Foto: Rennett Stowe / CC20.

2019 bereiste Christian Piskulla (Jahrgang 1966) für mehrere Monate die USA und wanderte dabei auch den kompletten John Muir Trail, das „Sahnestück“ des Pacific Crest Trail. Einblicke gewann er bei dieser Gelegenheit auch in die Lebensumstände vieler Amerikaner am Rande der Gesellschaft.

Pacific Crest Trail Killer von Christian Piskulla. Foto: Petra Grünendahl.

Der 648-seitige Roman erscheint am 1. September im Verlag des Autors, Cleverprinting. Es ist als Taschenbuch für 19,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-9447-5527-4). Das Hardcover (ISBN 978-3-9447-5529-8) gibt es für 29,90 Euro, ein eBook (ISBN 978-3-9447-5528-1) für 9,99 Euro. Es ist auf unterschiedlichen Plattformen (u. a. Amazon, Thalia) verfügbar. Eine Leseprobe gibt es unter www.PCT-Killer.de.

Der Pacific Trail Crest bei Wikipedia …

 

 

Der Autor Christian Piskulla. Foto: Anja Nothdurft.

Christian Piskulla ist Experte für Grafik, Bildbearbeitung, PrePress- und Publishing-Software. Als Fachbuchautor zählt er zu den Erfolgreichsten in der deutschen Druck- und Medienbranche. Mit seiner Firma Cleverprinting PreMedia-Solutions bietet er Schulungen und verlegt darüber hinaus im Verlag Cleverprinting seine Schulungs- und Fachliteratur zum Thema: Viele davon sind Standardwerke und Bestseller. In den vergangenen 15 Jahren hat Piskulla über 20 Fachbücher geschrieben und veröffentlicht. Im vergangenen Jahr legte er mit „Das Stahlwerk“, einem historischen Krimi, sein Roman-Debüt vor: Ein sehr empfehlenswertes, wie wir meinen!

*) offiziell: Pacific Crest National Scenic Trail

Eine Karte vom Trail in Pacific Crest Trail Killer von Christian Piskulla. Foto: Petra Grünendahl.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Anja Nothdurft (1), Tamtamtam (1), Bob Wick of BLM (Bureau of Land Management) / CC20 (1), Rennett Stowe / CC20 (1), Jason Hollinger / CC20 (1), wetwebwork / CC20 (1)
Zu den Bildrechten: Creative Commons 2.0 (CC20)

 
 

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ProDuisburg erkundete die Baustelle am Karl-Lehr-Brückenzug

Ab 2023 geht es über den neuen Brückenzug, Abriss der alten Brücken bis 2025
Von Petra Grünendahl

Uwe Linsen, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wer über den Karl-Lehr-Brückenzug Richtung Kaßlerfeld fährt, sieht immer deutlicher, was neben der Straße entsteht: Auf der Vormontagefläche direkt am baustelleneigenen Anlieger an der Ruhr setzen Arbeiter die vorgefertigt angelieferten Brückenteile zusammen. Sie verschweißen die schweren Stahlelemente zu den Brücken, die bis 2023 fertig ausgebaut eine Umgehung der alten Brücken über Hafenkanal und Ruhr ermöglichen sollen.

Karl-Lehr-Brückenzug mit Bauabschnitten in der Luftansicht. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir liegen gut im Zeitplan“, so Uwe Linsen, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, die dieses Projekt für die Stadt Duisburg realisieren. 2023 endet die Lebenszeit der Brücken, von denen eine, ein Stück der ehemaligen Hohenzollernbrücke aus Köln aus dem Jahr 1910, nach dem Krieg nach Duisburg kam. An Land würden die beiden neuen Brücken komplett vormontiert, asphaltiert und mit Schienensträngen bestückt, so Linsen, bevor sie dann parallel zu den alten Brücken in Stellung gebracht würden. Sobald die Umgehung verkehrstauglich angeschlossen ist, können die Wirtschaftsbetriebe dann die alten Brücken abreißen lassen.

 

Projektleiter Arthur Brakowski zeigte ProDuisburgern die Baustelle am Karl-Lehr-Brückenzug. Foto: Petra Grünendahl.

Auf Einladung der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) durften sich Mitglieder der bürgerschaftlichen Vereinigung ProDuisburg auf einer geführten Tour die Baustelle ansehen. WBD-Vorstand Uwe Linsen und Projektleiter Arthur Brakowski führten die ProDuisburger in zwei Gruppen über das Areal und erklärten die Einzelheiten des zweiten Bauabschnitts. An einer eigenen Spundwand am Ruhrufer kommen die jeweils bis zu 80 Tonnen schweren Einzelteile per Binnenschiff an. Vormontiert wird auf einer künstlich aufgeschütteten und befestigten Fläche.

Karl-Lehr-Brückenzug: Schematische Zeichnung. Foto: Petra Grünendahl.

Die beiden Brücken werden nach Vollendung der Montage mit Asphalt und Straßenbahnschienen in einem weiteren Schritt mit einem Ponton parallel zu den bisherigen Brücken eingeschwommen und für eine provisorische Umfahrung an die bestehende Straßenführung angeschlossen, damit die alten Brücke außer Betrieb genommen werden können. Nach Abriss der beiden Brücken erfolgt ein Querverschub in die Endlage.

 

Über die Ruhr (rechts) führt noch ein Stück der Hohenzollernbrücke, links im Bild eine Stahlfachwerkbrücke, die nach dem Krieg neu gebaut worden ist. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den alten Brücken zählt neben den Brücken über Ruhr und Hafenkanal auch die Brücke über den alten Kaiserhafen, der in den 1990er-Jahren hochwasserfest zugeschüttet worden war und heute für Logistik genutzt wird. Hier entsteht ein Damm für den Straßenverlauf, da eine Brücke nicht mehr notwendig ist.

 

 
Auf modernste Anforderungen zugeschnitten

Links entsteht das Lager für die Brücke, die Spundwand rechts (hinten) dient als Anlieger für Schiffslieferungen von Bauelementen. Foto: Petra Grünendahl.

Ausgelegt sind die neuen Brücken auf eine Lebensdauer von 100 Jahren für eine maximale Traglast nach den heute neuesten europäischen Normen. Sollten sich diese ändern und die Beanspruchung steigen, gehe dies natürlich zu Lasten der Lebensdauer, erklärte der Projektleiter auf der Tour.

Bau der Umschalung, in die der Beton für das Brückenlager eingegossen wird. Foto: Petra Grünendahl.

Die neuen Brücken mit ihren ca. 34 Metern Breite sind ca. 12 Meter breiter als die bisherigen, da die Straßenbahn eine eigene Spur bekommt. Man sieht dies schon am Neubau im ersten Bauabschnitt (Straße und Brücke über den Vinckekanal): Mittig zwei Spuren für die Straßenbahn in einem eigenen Gleisbett, daneben jeweils zwei Fahrspuren für den Autoverkehr, ein Rad- und ein Fußweg auf jeder Seite. Die Brücke über die Ruhr wird im Endausbau 182 Meter lang sein, die Brücke über den Hafenkanal 125 Meter. „Die fertigen Brücken haben ein Gewicht von 4.500 bzw. 4.000 Tonnen“, erzählte Bauingenieur Brakowski. Im Gegensatz zum ersten Bauabschnitt, wo eine Behelfsbrücke als Umfahrung diente, gehen hier gleich die finalen Bauwerke in Betrieb, wenn auch erst einmal nur als Umleitung, bis die alten Brücken abgerissen sind. Abgeschlossen wird der zweite Bauabschnitt nach dem Brückenverschub mit der Neugestaltung des Knotenpunktes am Kaßlerfelder Verteilerkreis 2025.

 

 
ProDuisburg

Der hintere Teil der Brücke (rechts im Bild) ist schon fertig, vorne ist sie in Arbeit, bis sie auf ihre endgültige Länge zusammen montiert ist. Foto: Petra Grünendahl.

Die bürgerschaftliche Vereinigung ProDuisburg e. V. wurde 1910 vom damaligen Oberbürgermeister Karl Lehr zusammen mit Duisburger Unternehmern als Verkehrsverein gegründet. Der Verein hat derzeit über 400 Mitglieder und versteht sich als „erster Fanclub“ der Stadt Duisburg. Zu den Mitgliedern zählen große Unternehmen wie die König-Brauerei (eines der Gründungsmitglieder), die Sparkasse, die Volksbank oder Haniel sowie Einzelpersonen, die mit ihrem Engagement die Stadt unterstützen.

Ein Brückenelement in fast kompletter Fahrbahnbreite. Foto: Petra Grünendahl.

ProDuisburg gibt unter anderem in Zusammenarbeit mit dem DuisburgKontor einen jährlichen Foto-Kalender heraus. Jährlich verleiht ProDuisburg zudem den Kaisermünzenpreis an Personen oder Unternehmen für besondere Verdienste zum die Stadt. Weitere Infos unter www.produisburg.de.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Büchertipp: „Wanderbare Halden” im Ruhrgebiet aus dem Klartext Verlag

Wunderbare Halden: Die Alpen des Ruhrgebiets und ihre Umgebung erkunden
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Die Kunstwerke auf dem Spitzen der Halden setzen sich häufig auseinander mit dem Sein und seiner Vergänglichkeit, mit Struktur und Wandel. Sie sind Landmarken auf künstlichen Bergen, die aus einer Industrielandschaft herausragen: Ergebnisse eines Entwicklungsprozesses, der in den letzten 150 Jahren Industrieansiedlungen und Menschen in eine zuvor rein ländlich geprägte Region zog, wovon heute noch Wälder und Felder um die Ansiedlungen zeugen. „Dieses Spannungsfeld zwischen Natur, Kultur und Industrie ist es, was die Wanderung zu den Halden so reizvoll macht“, glauben die Autorinnen. Und gerade da, wo die Wege nicht durch den Wald gehen, findet der Wanderer Sehenswertes aus der Industrievergangenheit mit ihren verlassenen oder neu genutzten Werksarealen, Arbeitersiedlungen, Kunstwerken und Naturschutzgebieten. Die Wandertouren (durch)streifen diese eher nur: Wer die Stationen am Wegrand näher in Augenschein nehmen oder gar erkunden will, sollte entweder deutlich mehr Zeit für die Wanderung einplanen oder ein anderes mal gezielt wiederkommen.

 

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Konzipiert ist die Lektüre „Wanderbare Halden“ als Wanderführer, was aber nicht ausschließt, das Werk als Inspiration für Ausflüge und Erlebnisse anderer Art auf und entlang der „Wanderwege“ zu nutzen. Das Buch von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist in der Reihe „Schönes NRW“ erschienen und beschreibt Abenteuer vor der Haustür: Die „schönsten Revier-Wandertouren mit Aus- und Weitblick“ – so der Untertitel – erkunden die gerne auch als Alpen des Ruhrgebiets bezeichneten Halden mit ihrem Umland. Die weitestgehend ehemaligen Bergehalden (nur wenige sind auch Schutt- oder Schlackehalden) sind nach dem Ende des Steinkohlenabbaus in den jeweils benachbarten Zechen begrünt, landschaftsplanerisch gestaltet und zu Freizeitarealen entwickelt worden. Sie bieten wunderbare Ausblicke in eine Umgebung aus Industrie, Relikten von Kohle und Stahl und dem Grün, das die Montanregion zu bieten hat. Zumeist sind sie gekrönt von Kunstwerken, die als Landmarken weithin sichtbare Zeichen setzen. 15 Touren von Kamp-Lintfort im Westen (Halde Norddeutschland) bis zu Hamm im Osten haben die Autorinnen zusammen gestellt. Die Touren umfassen nicht nur den Trip auf die Halden, sondern führen auch auf interessanten Wegen um sie herum und verbinden Highlights und Sehenswertes in der Umgebung.

 

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Inhaltlich ist das Buch natürlich sehr wanderspezifisch gehalten: Auf jeweils 10 bis 12 Seiten sind die Touren beschrieben (inkl. Fotos und Karte), die mit Längen zwischen 8,4 und 16,6 km etwa 2½ bis 4¼ Stunden (bei reinem Wandern mit 4 km/h auf ebener Strecke) in Anspruch nehmen. Anreise und Besonderheiten, eine textliche Beschreibung der Route mit Sehenswertem „am Weg“, Gastro-Tipps (mit Kontaktdaten) und einer detaillierten Karte der jeweiligen Strecke (leider ohne Angabe des Maßstabs) runden die Informationen ab. Das Buch macht nicht nur Lust aufs Wandern, sondern gibt viele Anregungen auch für die eigene Ausgestaltung von Touren durch die Ruhrgebiets-Alpen und drum herum.

 

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den beschriebenen Touren gibt es GPX-Daten für jene, die den Wanderempfehlungen folgen wollen, allerdings sind Beschreibungen und Kartenausschnitte detailliert genug, dass man die Strecken ohne technisches Gerät nachwandern kann. Auch wenn die hier beschriebenen Touren eher was für ambitionierte Wanderer sind, bietet dieses Buch in seiner Gesamtheit betrachtet mehr: Vieles gibt Anregungen, andere und ggf. kürzere Touren mit viel Besichtigungspotenzial zu planen – und das nicht nur für Wanderer, die das Sightseeing nachholen wollen.

 

 
Die Autorinnen

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Auch wenn die Autorinnen gerne und häufig ins Ruhrgebiet kommen: Man merkt an den gebrauchten Begrifflichkeiten aber schon, dass sie nicht von hier (sprich: aus dem Ruhrgebiet) stammen und sprachlich entsprechend verwurzelt sind. Für kundige Ohren klingt zum Beispiel die „Friedrich-Heinrich-Zeche“ schon etwas komisch (gemeint ist die Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort). An anderer Stelle ist die „Zeche“ richtig gesetzt, überwiegend nutzen die Autorinnen dafür allerdings den Begriff „Bergwerk“.

 

 
Das Buch und der Verlag

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Wanderbare Halden“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 176-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien und Karten ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2381-2).

 

Blick ins Buch „Wanderbare Halden“ im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (10), Cover und Layout: Klartext Verlag

 

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Lesetipp: Lonely Planets „Guide to Life” von MairDumont

Aus dem Leben gegriffen: Weisheiten aus 86 Ländern
Von Petra Grünendahl

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

„Arbeite, um zu Leben“ haben sich die Dänen zu Eigen gemacht: Ein Land von hoher Produktivität, in dem Überstunden nicht gern gesehen sind. Flexibles Arbeiten ermöglicht ausreichend Zeit für die Dinge im Leben, die wirklich zählen. Auch andere Völker haben ihren Weg zum Glück gefunden, die das für sie und ihre Gesellschaft Wesentliche in eine angemessene Perspektive stellen. Persönliche Glücksformeln bestimmen das Leben jedes Menschen, seinen Tagesablauf und damit auch Zufriedenheit, Gesundheit und Wohlbefinden. Viele dieser Glücksformeln sind kulturell gewachsen und lassen sich in Gesellschaften explizit ausmachen. Autoren von Lonely Planet haben die Kontinente Amerika, Europe, Afrika, Asien und Ozeanien bereist auf der Suche nach dem, was in Kulturen oft über Jahrtausende an Lebensweisheiten erkannt und bis heute gelebt wird.

 

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Guide to Life“ aus der Reihe “Lonely Planet” ist kein klassischer Reiseführer. Weniger als zu Orten und Zielen führt das „Lebensweisheiten aus 86 Ländern“ untertitelte Werk zu Menschen und Kulturen auf allen fünf Kontinenten. Und die Autoren des im Original englischsprachigen Buches setzen so manche Klischee und Vorurteile über Nationen und Völker in die richtige Perspektive. Interessant ist auch der Spiegel, den die Autoren den Deutschen vorhalten. Bei aller Charakterisierung und damit Vereinheitlichung von landestypischen „Eigenschaften“ sollte man immer in Hinterkopf behalten, dass es immer auch die gibt, die ganz anders sind: Nirgends haben sich Menschen schließlich ganz ohne Einflüsse von außen („woanders“) entwickeln können. Mal ganz abgesehen davon: Auch in Deutschland hat jede Region ihre Eigenheiten, was den Menschenschlag und seine Kultur angeht. Aber eine lohnenswerte Erkundung der Welt auf eine eher ungewöhnliche Art bietet dieses Buch allemal.

 

 
Reise zu Menschen statt Orten

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Länderartikel im Buch „Guide to Life“ stammen von unterschiedlichsten Autoren. Auf je vier bis sechs Seiten haben sie wesentliche Informationen zusammen getragen, was das Lebensgefühl der jeweiligen Landesbewohner und ihre Vorstellungen von Glück und Erfüllung ausmachen: Nicht in Sprüchen und Aphorismen, sondern aus dem Zusammenleben der Menschen heraus in ihrem Kulturen und Gesellschaftsstrukturen. Eine spannende Lektüre, die Einblicke in andere Kulturen gibt und Lust macht, diese Gesellschaften und ihre Menschen kennen zu lernen. Ein Buch zum Durchlesen, aber auch immer wieder zum Durchblättern.

Das Buch „Guide to Life“ ist in der Reihe „Lonely Planet“ bei MairDumont in Stuttgart erschienen. Das 416-seitige Hardcover-Buch im Format 17,5 x 22 Zentimeter mit zahlreichen Farbbildern ist zum Preis von 24,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8297-3671-8).

 

 
Lonely Planet bei MairDumont

Lonely Planets „Guide to Life“. Foto: Petra Grünendahl.

Die MairDumont Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Lonely Planet“ ist eine Adaption der Bücher des australischen Verlages Lonely Planet Publishing, einer der erfolgreichsten unabhängigen Reiseverlage der Welt. Seit seiner Gründung Anfang der 1970er-Jahre ist der Verlag der Philosophie seiner Gründer Tony und Maureen Wheeler treu geblieben, Reiseinfos höchster Qualität zu bieten. Die Wheeler reisen dafür aber schon lange nicht mehr alleine: Mittlerweile arbeiten sie über ihre Verlagsbüros in Melbourne, Oakland und London mit 400 erfahrenen Autoren zusammen, die für Lonely Planet rund um den Erdball reisen. Der australische Verlag wurde mehrfach für seine hochwertige Reise-Literatur ausgezeichnet. Lonely Planet hat über 500 Titel im Programm, davon ca. 270 Reiseführer.
https://www.lonelyplanet.de/

 

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (10), Cover & Layout: Lonely Planet / MairDumont

 

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Büchertipp: Vis-à-Vis Touren Deutschland laden zum Reisen ein

Spannende Ziele überwiegend jenseits großer Touristenströme
Von Petra Grünendahl

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Viele schöne und reizvolle Gegenden und Orte hat Deutschland auch dort, wo es bislang nicht die Scharen von Touristen hinzieht. Zu entdecken gibt es das alles auf „Vis-à-Vis Touren Deutschland“, die kurz und intensiv überschaubare Regionen abdecken. Für historische Burgen und Schlösser unterschiedlichster Architekturen, Städte mit mittelalterlichen Ortskernen, vielfältige Landschaften und immer wieder auch die regionale Küche muss man nicht in die Ferne reisen. Eine Auswahl von 24 Touren haben die Autoren auf ganz Deutschland verteilt. Die Touren sind so gestaltet, dass sie auch kleinere, mitunter „unterschätzte“ Städte vorstellen und Routen abseits des Massentourismus bieten. Aus Nordrhein-Westfalen hat es nur das Münsterland mit seinen Burgen und Schlössern in die Tourenempfehlungen geschafft, aber mal ehrlich: Allein für das Ruhrgebiet bräuchte man ja auch ein ganzes (eigenes!) Buch.

 

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Wer in Corona-Zeiten nicht in die Ferne schweifen mag, findet im neuen Vis-à-Vis Touren „Deutschland“ umfassende Ratschläge für 24 regional ausgelegte Touren in Deutschland mit dem Untertitel „Die schönsten Touren mit dem Auto, Camper und Wohnmobil“. Die Touren decken Regionen von Nord- und Ostsee im Norden bis zum Bodensee und den bayerischen Alpen im Süden, vom Münsterland und den Weinregionen an Rhein und Mosel im Westen bis zu brandenburgischen Alleen, dem Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz im Osten ab. An Zeitaufwand haben die Autoren jeweils zwischen 2 – 3 Tagen und 5 – 6 Tagen veranschlagt, was aber nicht heißen muss, dass man nicht noch ein paar Tage dran hängen kann. Die detaillierten Informationen zu den einzelnen Stationen, Städten und Sehenswürdigkeiten machen Lust, gleich die Koffer zu packen. Bei „Spaziergängen“ durch markante Städte helfen kleine Innenstadt-Pläne. Einladende Fotografien, Aufrisszeichnungen (3D von besonderen Sehenswürdigkeiten), einzelne kleine Karten der Umgebung sowie Tipps für Einkehr und Unterkunft, Tagesausflüge und Freizeitaktivitäten komplettieren eine Einladung, Deutschland zu erkunden – vielleicht auch nicht nur mit Auto (oder Motorrad), Camper oder Wohnmobil, obwohl das Buch vielleicht für diese Zielgruppen besonders zugeschnitten ist. Ein Buch zum Durchlesen, aber auch immer wieder zum Durchblättern, wenn man konkret Anregungen sucht.

 

 
Der Reiseführer

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Ein deutsch-britisches Autoren-Team hat 24 regional ausgelegte Touren für das verlängerte Wochenende oder den kleinen Urlaub zwischendurch zusammen gestellt. Dass das englisch-sprachige Original „Back Roads Germany“ heißt, weißt darauf hin, dass man hier überwiegend jenseits großer Straßen und der großen Touristenströme wandelt. Lediglich bei den 1 – 2 Tagen Berlin/Potsam (Tour 6) oder auch bei einzelnen Besuchen großer Metropolen wird man diese möglicherweise nicht überall vermeiden können. Kundige und gut recherchierte Texte bieten auch deutschen Reisenden eine Grundlage für die Reiseplanung bis ins Detail. Empfehlungen gibt es für Unterkünfte, Camping- und Wohnmobil-Stellplätze und Gastronomie – inklusive vollständiger Kontaktdaten (Adresse, Telefon, Internet und GPS-Daten). Lediglich die „Praktischen Hinweise“ (4 Seiten) sind wohl eher was für Reisende aus dem Ausland. Das 272-seitige Taschenbuch mit Faltumschlag im kompakten Format von 14,5 x 21,7 cm (in etwa A5) mit über 120 Bildern und 3D-Zeichnungen ist für 22,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7342-0311-4).

 

 
Vis-à-Vis-Reiseführer im DK Verlag

Vis-à-Vis Touren Deutschland im DK Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch ist in der Reihe „Vis-à-Vis-Reiseführer“ im DK Verlag Deutschland (Dorling Kindersley Verlag GmbH, München) erschienen. Das britische Stammhaus Dorling Kindersley Ltd. gründeten Christopher Dorling und Peter Kindersley 1974. Sie sind mit Lizenzausgaben seit 1979 auch in Deutschland aktiv, gründeten aber erst 1999 ein deutsches Verlagshaus. Seit 2013 gehört der Verlag zur internationalen Verlagsgruppe Penguin Random House (Bertelsmann-Gruppe). Weltweit erscheinen DK Bücher in 68 Sprachen und in 120 Ländern. In Deutschland ist DK mit anschaulichen Sachbüchern und Lexika unterschiedlichster Themen für Kinder und Erwachsene erfolgreich am Markt.
www.dk-verlag.de

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (11), Cover & Layout: DK Verlag

 

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Büchertipp: Manfred Schmidts „Duisburg – 55 Highlights aus der Geschichte“ im Sutton Verlag

Geschichte(n) und Dönekes
Von Petra Grünendahl

Gerhard Mercator in Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Zu einem Kurzbesuch hatte es sogar Napoleon Bonaparte 1811 auf der Durchreise mal nach Duisburg verschlagen. Napoleon und die Franzosen haben, als sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Niederrhein das Sagen hatten, nachhaltige Spuren hinterlassen: positive wie negative. Das französische Zivilrecht (Code Civil oder Code Napoleon 1804) und die Umschichtungen von Besitz- und Vermögensverhältnissen haben späteren Entwicklungen in Duisburg eher genutzt. Das Handelsverbot mit Großbritannien (Kontinentalsperre) und die Verpflichtung, Männer für den Kriegsdienst zur Verfügung zu stellen, eher geschadet. Mit Gerhard Mercator, Johannes Corputius, Franz Haniel oder August Thyssen, aber auch Horst Schimanski, Rudolf Schock, Bernhard Dietz oder Matthias Lixenfeld kommen weitere interessante Biografien zur Sprache, die auf unterschiedlichsten Gebieten weit über Duisburg hinaus dauerhaft ihre Marken setzten.

 

Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

In kompakten Geschichten erzählt Autor Manfred Schmidt aus Duisburgs Vergangenheit: Mit seinem neuesten Werk „Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte“ hat er markante Punkte aus der langen und wechselvollen Geschichte Duisburgs ausgewählt und näher beleuchtet. Im Mittelpunkt dieser kurzweiligen und reich bebilderten Reise in die Vergangenheit stehen Menschen, Orte und Ereignisse, die Duisburg nachhaltig prägten und tiefe Spuren hinterlassen haben. Wie Puzzle-Stücke fügen sie sich zu einem umfassenderen Bild der Stadt zusammen: Schmidt führt historische und zuweilen technische Informationen zusammen in griffige Lese-Häppchen, mit denen der Leser Stück für Stück mehr über Duisburg erfährt.

 

 
55 Puzzle-Stücke, die ein Duisburger kennen sollte

Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Manfred Schmidts Buch „Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 126 Seiten findet der Leser rund 60 Fotografien und Abbildungen. Das Buch im Format 17 x 24 cm mit Hardcover-Einband ist für 19,99 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-286-8) erhältlich.

 
Leider unterläuft auch Manfred Schmidt ein sehr beliebter (und leider nicht auszurottender!) Fehler bei seinen ansonsten gut recherchierten Ausführungen: Das Hüttenwerk Meiderich (heute: Landschaftspark Nord) war ein reines Hochofenwerk und verfügte über gar kein Stahlwerk, so dass hier nie „Stahlarbeiter“ tätig waren. Auf der Hütte Meidereich wurde Roheisen gewonnen, zunächst für die Stahlwerke von Thyssen in Bruckhausen und Mülheim an der Ruhr.

 

 
Der Autor

Der Landschaftspark Nord in Manfred Schmidts „Duisburg 55 Highlights …“. Foto: Petra Grünendahl.

Manfred Schmidt wurde 1950 in Duisburg-Meiderich geboren und lebt in Korschenbroich am Niederrhein. Mit zahlreichen Buchveröffentlichungen zu geografischen und regionalen Themen hat der Heimatforscher und Autor sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht.
https://www.geografische-texte.de/11/Ueber-den-Autor.htm

Bücher von Manfred Schmidt im Sutton Verlag:
• Duisburg. 55 Highlights aus der Geschichte
• Niederrhein. 55 Highlights aus der Geschichte
• Das Münsterland. 55 Highlights aus der Geschichte
• Unnützes Wissen Niederrhein
• Unnützes Wissen Düsseldorf
• Magische Orte am Niederrhein
• Zeitsprünge Meiderich (2012, vergriffen)

 

 
Sutton Verlag, Erfurt
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (10), Cover & Layout: Sutton Verlag

 

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Marco Polo führt zu Insider-Tipps in “Deutschland Cities“

Auch die weniger bekannten Seiten deutscher Metropolen locken
Von Petra Grünendahl

Leipzig im Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Leipzig kann man nicht nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern auch ganz wunderbar mit dem Boot erkunden: Bei Motorbootrundfahrten oder auf eigenen Faust mit dem Kanu. „Wendegeschichte“ erlebt man im Museum in der „Runden Ecke“ während die Nikolaikirche nicht nur im Wendeherbst eine wichtige Rolle im politischen Leben gespielt hat. Das „Klassik Airleben“, für das das Gewandhausorchester zum Spielzeit-Abschluss gratis für alle im Park aufspielt, findet leider erst im kommenden Jahr wieder statt. Im Juli 2020 hatte es zuletzt Jung und Alt in Leipzigs schönsten Freiluft-Konzertsaal gelockt: Rund 60.000 Besucher mit Picknickkörben, Outdoordecken und Campingstühlen genossen die Arien im Park. Zwölf Städte – für jeden Monat eine – bieten Ziele, die noch nicht unbedingt jeder kennt. Wer in Corona-Zeiten den Trip in die unbekannte Nähe sucht, ist hier richtig. Zu der Handvoll Tipps für spezielle Unternehmungen zur jeweiligen Jahreszeit bzw. dem Monat, dem die Stadt zugeordnet wurde, kommen reichlich weitere Empfehlungen und Ziele, die man zu jeder Zeit ansteuern kann. Und sollte, wenn man diese Städte besucht.

 

Städtetrips für jede Jahreszeit im Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Mit seinem neuen Reiseführer „Deutschland Cities“ will die Reihe „Marco Polo“ auf Städtetrips in Deutschland Lust machen.
Jung und unbekümmert kommt der neue Marco-Polo-Führer daher mit “Städtetrips für jede Jahreszeit” – so der Untertitel. „Reisen mit Insider-Tipps“ versprechen die Autoren und tatsächlich findet man hier in erster Linie die Empfehlungen jenseits des Mainstream. Jeder Städte-Beitrag stammt von ortskundigen Autoren oder Autoren-Teams, die sich auf das fokussieren, was man nicht überall woanders präsentiert bekommt: Dinge, die man (zusätzlich zu den allzu häufig eher überlaufenen Touristen-Highlights) gesehen haben sollte. Mit vielen Erkundungs-Tipps, Adressen, Zahlen und Fakten. Zu den besonderen Empfehlungen für die jeweiligen Monate, denen eine Stadt zugeordnet ist, gibt es natürlich auch Tipps für Orte und Erkundungen, die das ganze Jahr über Spaß machen: Museen, Freizeit, Shopping oder Gastronomie sind ausgewählt mit einem besonderen Augenmerk das Besondere und für solche Ziele, die eher nicht im Stadtführer zu finden sind.

 

 
Städtetrips für das ganze Jahr

Das Buch „Deutschland Cities“ von Marco Polo. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Deutschland Cities“ ist in der Reihe „Marco Polo“ bei MairDumont erschienen. Das bebilderte 160-seitige Werk stellt in zwölf Kapiteln Städtetrips für jede Jahreszeit vor. Die Empfehlungen der Autoren zeigen überwiegend Ziele und Unternehmungen, die man eher als lokale Geheimtipps ausmachen kann. Natürlich ist die Zusammenstellung subjektiv und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es gibt an jedem der zwölf Orte bestimmt noch die eine oder andere Location zu ergänzen. Unterwegs in einigen sehr faszinierenden Städten Deutschlands ist man im größeren Taschenbuchformat (19 x 25 cm) für 12,00 Euro. Zu haben ist das Buch im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-8297-4754-7).

 

 
„Marco Polo“ bei MairDumont
MairDumont ist eine Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) und mit ihren verschiedenen Marken und Buchreihen spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Marco Polo“ zielt mit seinen Insider-Tipps auf ein jüngeres erlebnisorientiertes Publikum. Kompakte Informationen und fokussierte Tipps für Unternehmungen kennzeichnen die Reiseführer. In sieben Sprachen übersetzt haben sie sich zum Inbegriff des Reisens entwickelt.
www.marcopolo.de https://www.mairdumont.com

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (8), Buchcover / Layout: Marco Polo / MairDumont

 

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Duisburger Gebag stellte erfolgreiche Bilanz für 2020 vor

Bezahlbarer Wohnungsbestand mit niedrigem Leerstand: Modernisierung und Neubau zahlen sich aus
Von Petra Grünendahl

Gebag Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Gebag.

Die großen Flächenentwicklungsprojekte der Gebag laufen: Am Alten Angerbach ist die Vermarktung nahezu abgeschlossen. Im Sommer sollen die ersten Bagger für Hochbauprojekte rollen. Beim Projekt 6-Seen-Wedau laufen die Erschließungsarbeiten auf vollen Touren und im Zeitplan. Und am Alten Güterbahnhof will man bis Jahresende Planungsrecht haben, um den Siegerentwurf, der gleichermaßen Bürger und Jury begeisterte, umsetzen zu können. Vor allem kümmert sich die Gebag aber um bezahlbaren Wohnraum in Duisburg und investiert entsprechend in den Bestand: Neubau, Kauf und Modernisierung. Um die Häuser und Wohnungen sowohl energetisch als auch im Hinblick auf auch im Hinblick auf Komfort und Optik auf den neuesten Stand zu bringen , hat die Gebag im vergangenen Jahr rund 27,7 Millionen Euro investiert, in den Neubau weitere 26,2 Mio. Euro. Das zahlt sich nicht nur für die Mieter aus, sondern auch für die Gebag: Die Quote der rein marktbedingten Leerstände liegt bei 0,7 Prozent. Die Gebag erwirtschaftete mit ihren knapp 12.500 Wohnungen (plus 177) und 204 Mitarbeitern (plus 13) 2020 ein Ergebnis von knapp 7,4 Millionen Euro.

 

Die Bilanz-Pressekonferenz der Gebag fand online statt. Foto: Screenshot.

Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer stellte zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link die Bilanz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft für das Jahr 2020 im Online-Pressegespräch vor. Für Wortmeyer, der vor sieben Jahren als Geschäftsführer angetreten war, die damals in finanzielle Schieflage geratene Gebag wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, war es die mittlerweile sechste Bilanz-Pk: „Damals hätte sich keiner träumen lassen, zu was wir heute wieder inhaltlich und technisch leisten können“, sagte Gebag-Chef Wortmeyer. Der Jahresüberschuss lag 2020 bei rund 5 Millionen Euro und damit rund 1,5 Mio. Euro über dem Ergebnis des Vorjahres. Dies war allerdings darauf zurückzuführen, dass 2019 eine Steuerrückzahlung das Ergebnis belastet hatte, während für 2020 Corona-bedingte Mehraufwendungen von der Stadt ausgeglichen worden waren. Für 2021 erwartet Wortmeyer einen Überschuss von rund 4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 10 Prozent (2019) auf 11 Prozent.

 

 
Stadtentwicklung und Quartiersmanagement

Gebag-Neubau: So sollen die Häuser an der Hubertusstraße in Homberg mal aussehen. Visualisierung: Gebag.

Die Flächenentwicklung, neben der Bestandsbewirtschaftung das zweite Kerngeschäft der Gebag, wurde auch im Jahr 2020 weiter ausgebaut. Erst 2019 hatte man hierfür die Tochtergesellschaft Gebag Flächenentwicklung GmbH (Gebag FE) gegründet. Die FE investierte 2020 28,6 Mio. Euro in die Entwicklungsprojekte im eigenen Bestand sowie weitere 12,6 Mio. Euro als „Geschäftsbesorger“ für die Stadt Duisburg. Mittlerweile ist im Quartier 6-Seen-Wedau die Kleingartenanlage fertig gestellt und bezogen, die Vermarktung geht bald an den Start. Planungsrecht für das Nahversorgungszentrum ist geschaffen. Für Wedau Nord ist die Ansiedlung eines Universitäts-Campuses geplant. Das nötige Planungsrecht soll noch hierfür ebenso wie für den Alten Güterbahnhof in diesem Jahr geschaffen werden. Auch auf der Brache an der Steinschen Gasse soll es weitergehen: „Dafür brauchen wir aber noch Planungsrecht“, so der Gebag-Chef. Büros, Dienstleistung, Wohnen und Gastronomie: „Das wertet dann auch die Altstadt an dieser Stelle auf“, hofft Wortmeyer.

 
Neben Bestandsbewirtschaftungen und Flächenentwicklung legt die Gebag auch einen Fokus auf das Quartiersmanagement. In Neubaugebieten ebenso wie in bestehenden Wohnquartieren entstehen Kindertagesstätten, teils auch in Verbindung mit Familien- und Jugendzentren als Neu- oder Ersatzbauten. Dank modularer Bauweise kann die Gebag diese Einrichtungen bedarfsgerecht in kurzer Bauzeit fertig stellen. Bislang gibt es 16 Kindertagesstätten, deren Betreiber teils das Jugendamt der Stadt Duisburg, teils aber auch soziale Träger wie zum Beispiel die Lebenshilfe sind.

 

 
GEBAG

Verwaltung der Gebag an der Tiergartenstraße im Dellviertel. Foto: Petra Grünendahl.

Die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG) wurde 1872 gegründet und zählt zu den ältesten Baugesellschaften Deutschlands. Seit 2012 ist die heutige GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH mit aktuell fast 12.500 Wohnungen das größte Immobilienunternehmen der Stadt. Sie bietet rund 35.000 Duisburgern ein Zuhause: Bezahlbar und in einer guten, zeitgemäßen Qualität. Die GEBAG ist das kommunale Immobilienunternehmen der Stadt Duisburg und beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Seit fast 150 Jahren prägt sie die Gestaltung und Entwicklung der Stadt Duisburg maßgeblich mit. www.gebag.de
Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG)

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Screenshot (1), Gebag (2)

 

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Büchertipp: Walter Buschmann (Hrsg.) zeigt „Industriekultur“ in Krefeld und am Niederrhein

Von Samt, Seide und Tuch bis Bergbau und Edelstahl
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Ausgehend von Schafzucht und Flachsanbau sowie handwerklicher Seidenweberei, Leinen- und Tuchproduktion entstanden in Krefeld, Mönchengladbach und Viersen vielfältige Unternehmen in der Textilindustrie. Als Folge kam der Maschinenbau, der zunächst englische Importmaschinen für die Textilproduktion wartete und reparierte. Die Maschinenbauer entwickelten dann selber schließlich welche, die sie sogar weltweit vertreiben konnten. Mit dem Steinkohlenbergbau, der Rheinschifffahrt und der Eisenbahn kam die Montanindustrie als Folge von August Thyssens Expansion 1900 nach Krefeld: Zur Krefelder Stahlwerke AG (später: Deutsche Edelstahlwerke AG) kam 1908 die Stahlwerk Becker AG, das sich ebenfalls auf Edelstahl konzentrierte. Aus Farbenwerken, Färbereien und der Produktion von Hilfsmitteln für die Textilindustrie (Seife, Fleckentferner, Fettlöser) entstanden Chemische Fabriken und Chemiewerke, die später zum Beispiel auch textile Kunstfasern produzierten. Der agrarisch geprägte untere Niederrhein mit seinen Mühlen für Öl und Getreide sowie Raffinerien profitierte von Absatzmöglichkeiten in der nahen Industrieregion.

 

Buchcover „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“, das 2017 von Walter Buschmann herausgegeben wurde, thematisiert in 22 Aufsätzen Denkmalpflege und historische Bauforschung, Industriegeschichte und Industriekultur in ihrer örtlichen und regionalen Verankerung. Das Werk will das industriekulturelle Erbe des Niederrheins hervorheben, um dessen Erhaltungswürdigkeit herauszustellen, die bislang im Vergleich zu anderen Regionen (z. B. dem Ruhrgebiet) noch etwas vernachlässigt wird. Zweiundzwanzig Autoren (Kurzbiografien gibt es im Anhang) schlagen in den Bereichen Textil, Chemie, Lebensmittel, Verkehr und Montanindustrie Brücken von der historischen und industriellen Entwicklung hin zur heutigen Situation, einer eventuellen Nachnutzung und Revitalisierung der Areale. Dabei konnten sie auf historischen Fotos, Zeichnungen, Karten und Illustrationen, Fotos aus neuerer Zeit, die teilweise ebenfalls schon wieder historischen Wert haben, sowie aktuelle Planzeichnungen zurückgreifen, die ihre Schilderungen visuell unterstützen. Sprachlich sind die Texte überwiegend eher wissenschaftlich gehalten, hochinformativ und für den Leser ein Gewinn: Das Buch ist kein Schmöker, den man in einem Rutsch durchliest, sondern eher ein Werk zum Lesen einzelner Kapitel sowie zum Blättern und sich dann irgendwo festlesen. Dabei finden sich auch sehr lesenswerte Kapitel über die Geschichte des linksrheinischen Bergbaus sowie der Stahlwerkwerke in Krefeld und Willich, die Bezüge zur Kern-Ruhrgebietswirtschaft aufzeigen.

 

Das Buch „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“ behandelt die Gebiete der Niederrheinischen IHK und der IHK Mittlerer Niederrhein. Foto: Symbolbild.

Auch wenn der Schwerpunkt der Ausführungen auf Krefeld und Uerdingen (bis 1929 selbstständige Stadt) liegt, so fließen doch auch in zahlreichen Aufsätzen Betrachtungen vom mittleren und unteren Niederrhein bis hin zur holländischen Grenze mit ein. In Duisburg steht besonders Homberg und Rheinhausen im Fokus. Der Niederrhein von Duisburg über den Kreis Wesel bis in den Kreis Kleve sowie der Mittleren Niederrhein zwischen Krefeld, Neuss, dem Kreis Viersen und Mönchengladbach gehören heute zu den IHK-Bezirken Niederrhein (Duisburg) und Mittlerer Niederrhein (Krefeld-Mönchengladbach-Neuss). Viele Pioniere der Industrialisierung am Niederrhein wie Franz Haniel, August Thyssen, Friedrich Harkort, Friedrich Diergardt und Gustav Mevissen haben auch in Duisburg Spuren hinterlassen.

 

 
Der Herausgeber
Walter Buschmann (*1949) ist Kunsthistoriker und war als Landesdenkmalpfleger mehr als 35 Jahre im Ruhrgebiet beruflich tätig. Er vermittelte sein Wissen und die Methodik der Industriedenkmalpflege über Jahrzehnte als Hochschullehrer in Essen, Dortmund, Köln und seit 1995 auch an der RWTH Aachen. Insbesondere auch im Zusammenwirken mit dem „Förderverein Rheinische Industriekultur e.V.“ weckte er mit seinen Forschungen das Interesse des Publikums. Er verantwortete zahlreiche Publikationen zu Industriedenkmälern als Autor und Herausgeber.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Buschmann

 

 
Das Buch und der Verlag

Der Blick ins Buch: „Industriekultur – Krefeld und der Niederrhein“. Foto: Petra Grünendahl.

Das 438-seitige Buch „Industriekultur“ von Walter Buschmann (Herausgeber) ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das reich bebilderte Buch im Softcover-Einband ist für 39,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-1806-1).

 
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
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Fotos: Petra Grünendahl, Cover: Klartext Verlag

 

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Deutsche Oper am Rhein stellte Programm für die neue Spielzeit vor

Optimistischer Ausblick auf Spielzeit 2021/22: Oper und Ballett am Rhein präsentieren das Saisonprogramm für Düsseldorf und Duisburg
Von Petra Grünendahl

Das Spielzeitheft 2021/22 und das Rückschau-Magazin „Alles bleibt anders“ (März 2020 – Mai 2021). Foto: Andreas Endermann.

„Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir seit dem 10. Juni wieder spielen dürfen“, erklärte Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, bei der Vorstellung des Programms für die kommende Spielzeit. Das gilt für die Mitarbeiter ebenso wie für das Publikum, welches begeistert die wenigen Aufführungen bis zum Spielzeit-Ende verfolgt. Zunächst stehen auch ab September die Premieren und Aufführungen mit kleiner Besetzung auf dem Programm, die zwar eingeübt, aber seit dem Lockdown im November nicht mehr aufgeführt werden konnten. Auch das Publikum wird zunächst im Corona-Modus runter gefahren bleiben. Man hofft, ab November, spätestens zum Jahreswechsel wieder größer und vor großem Publikum spielen zu können. Karten für die Aufführungen im September und Oktober kann man jetzt schon reservieren. Der Vorverkauf dafür startet am 19. August.

 

Stellten das Programm für die neue Spielzeit vor (v. l.): Anna Melcher (Chefdramaturgin), Axel Kober (Generalmusikdirektor), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant), Alexandra Stampler-Brown (Geschäftsführende Direktorin), Demis Volpi (Ballettdirektor und Chefchoreograph Ballett am Rhein). Foto: Andreas Endermann.

Mit Vorfreude und Optimismus blickt die Deutsche Oper am Rhein auf die Spielzeit 2021/22. Verbunden mit der Zuversicht, die kommende Saison ohne pandemiebedingte Unterbrechungen und mit zunehmend weniger Einschränkungen gestalten zu können, plant sie ab 3. September rund 260 Opern- und Ballett-Vorstellungen auf den beiden großen Bühnen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg. Durch eine Fülle spannender Neuproduktionen, die bisher noch nicht gezeigt werden konnten, ist die Premierenvielfalt diesmal besonders groß: Mit Premieren von elf Opern- und sieben Ballettproduktionen, zwölf Werken aus dem Opernrepertoire, Gala- und Sonderveranstaltungen beider Sparten will sich die Deutsche Oper am Rhein ihre beiden großen Bühnen Stück für Stück zurückerobern. Erneut gewachsen ist das Angebot für Kinder und Jugendliche: Sie können Musiktheater und Tanz auf den großen und kleinen Bühnen beider Häuser, in Kitas und auf Schulhöfen erleben. Das neue Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ macht mit seiner eigenen mobilen Spielstätte an vier verschiedenen Orten in Düsseldorf und Duisburg Station und feiert vier Uraufführungen (siehe auch hier und hier).

 

 

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Eröffnet wird die neue Saison mit einer spartenübergreifenden Produktion von Oper und Ballett: Béla Bartóks Meisterwerk „Herzog Blaubarts Burg“ kommt in einer Inszenierung von Ballettdirektor Demis Volpi am 10. September 2021 in Düsseldorf zur Premiere. Nach Duisburg kommt das Stück leider nicht. In Duisburg startete die neue Saison mit der Wiederaufnahme von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ am 3. September. Erst am 25. September steht mit Mieczyslaw Weinbergs „Masel tov! Wir gratulieren!“ die erste Premiere auf dem Programm, die Ende vergangenen Jahres Corona zum Opfer gefallen war. Am 31. Oktober kann auch endlich Richard Wagners „Tristan und Isolde“ mit allen drei Akten an einem Abend seine Premiere feiern. Insgesamt wird es in Duisburg zwölf Premieren von Opern- und Ballettproduktionen sowie mehrere Wiederaufnahmen von Stücken aus dem Opernrepertoire geben. Weitere Premieren sind Leoš Janáčeks „Katja Kabanova“, Giuseppe Verdis „Macbeth“ und Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“, die Ballettabende „Ad Absurdum“, „Der Nussknacker“, „Come In“ und „One and Others“ sowie die Kinderopern „Die unbedingten Dinge“, „Meister Pedros Puppenspiel“ und „Songs with Roots“. An Repertoire-Stücken kann sich das Publikum auf „Hänsel und Gretel“, „Ronja Räubertochter“, Donizettis „L’Elisir d’A “ sowie das Ballett „Favorite Things“ freuen. Mehr Informationen zum Spielplan: https://operamrhein.de/de_DE/kalender?sd=2022-06-27.

 

 
Junge Oper am Rhein
Das vielfältige Musiktheater-Angebot für Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene ist erneut gewachsen. Zusätzlich zur Premiere von „Meister Pedros Puppenspiel“ kehren zwei Familienopern auf die großen Bühnen zurück: Xavier Montsalvatges Märchenoper „Der gestiefelte Kater“ und Jörn Arneckes „Ronja Räubertochter“ nach der berühmten Erzählung von Astrid Lindgren. Als mobile Produktion kommt „T.R.A.S.H“ zur Aufführung, eine Oper, die Jugendliche im Rahmen des Projekts „Opernmacher 2.0“ unter professioneller Anleitung selbst entwickelt, getextet, komponiert und ausgestattet haben. Neu ist auch „Der Kiosk“ für Kinder ab 5 Jahren: Das farbenreich klingende Werk, das die junge mexikanische Komponistin Diana Syrse im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein geschaffen hat, feiert in der Regie von Ilaria Lanzino im März 2022 im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses Premiere. Schon zu Beginn der Spielzeit setzt das Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ zur Landung an (siehe auch hier und hier). Im September macht das UFO Station vor dem Duisburger Hauptbahnhof, später setzt es auch an weniger zentralen Orten wie Garath und Bruckhausen mit einem vielfältigen Programm aller Sparten soziokulturelle Akzente. Zusätzlich zu den Aufführungen für junges Publikum bietet die Junge Oper am Rhein zahlreiche Mitmach-Projekte, Werkstätten und ein umfangreiches Vermittlungsprogramm an.

 

 
Ballett am Rhein
Trotz aller Einschränkungen konnte Demis Volpi in der vergangenen Spielzeit eine Ikone des Tanzes für eine Uraufführung mit dem Ballett am Rhein gewinnen: In einem wochenlangen konzentrierten und von ihrem Energiefluss unaufhörlich befeuerten Schaffensprozess hat die große New Yorker Künstlerin Twyla Tharp mit der Compagnie ein Stück über die unvorhersehbaren Wechsel unserer Zeit entwickelt, das sie „Commentaries on the Floating World“ genannt hat. Gemeinsam mit Aszure Bartons „Come In“, das bislang nur online zur Premiere kommen konnte, feiert ihre Neukreation am am 12. Februar Premiere im Theater Duisburg.

 
Das Programm „Ad absurdum“, das am 17. November im Theater Duisburg Premiere hat, ist eine doppelte Hommage an Eugene Ionesco als Meister dieses Fachs. Am Théâtre de la Huchette seit 1951 in dieser Kombination erfolgreich als Schauspiel aufgeführt, wagt sich Demis Volpi als Erster an das Doppel in getanzter Form. Mit „The Lesson“ von Flemming Flindt aus dem Jahr 1963 und der Uraufführung von Andrey Kaydanovskiys „Die kahle Sängerin“ setzt er auch hier auf dialogische Synergien von Tradition und Innovation.
Winterzeit ist Märchenzeit, und das Ballett am Rhein bringt passend dazu am 17. Dezember in Duisburg mit „Der Nussknacker“ das Ballett-Wintermärchen par excellence auf die Bühne. Demis Volpi interpretierte den Stoff 2016 in Antwerpen als vielschichtiges Coming of Age-Ballett, in dem ein Nussknacker zum Mensch wird und ein Mädchen zur jungen Frau. Neu an der Fassung für das Ballett am Rhein ist die Öffnung des Stücks als Plattform für den Nachwuchs: Die Gestaltung der Divertissements übernehmen Tänzer aus dem Ballett am Rhein und das Kollektiv nutrospektif, Factory Artists am tanzhaus nrw. Mit ihren unterschiedlichen Handschriften sorgen sie für höchst abwechslungsreiche Reisen um die Welt und durch Gefühlszustände.

 
Der Dreifachabend „One and others“ vereint verschiedene Sichtweisen auf das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe: Mit „Polyphonia“ von Christopher Wheeldon trifft ein Stück der Neoklassik auf zwei zeitgenössische Werke. „one and others“ von Demis Volpi und „Salt Womb“ von Sharon Eyal. Premiere feiert das Programm am 30. April im Theater Duisburg. Zum Saisonfinale kommt noch einmal eine Auswahl dessen auf die Bühne, was während der Spielzeit besonders glänzen durfte und unbedingt noch einmal erlebt werden muss, bevor die Compagnie sich in die Sommerpause 2022 verabschiedet. „Favourite Things“ heißt die bunte Ballettgala und geht am 26. Juni im Theater Duisburg über die Bühne.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Spielzeit

 
Das neue Spielzeitheft ist im Opernshop Düsseldorf und an der Theaterkasse Duisburg erhältlich und online auf www.operamrhein.de zu finden (Download). Ebenfalls erhältlich ist das Magazin „Alles bleibt anders“ – ein Rückblick auf Oper und Ballett in der Corona-Zeit (Infos und Download).

 
Der Vorverkauf für die kommende Spielzeit erfolgt schrittweise – am 19. August für die September und Oktober. Schriftliche Reservierungen, zu späteren Zeitpunkten in Buchungen umgewandelt werden, sind schon jetzt schon möglich. Der Opernshop Düsseldorf und die Theaterkasse Duisburg sind auch während der Theaterferien montags bis samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211-89 25 211), Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203-283 62-100), www.operamrhein.de.

 
Deutsche Oper am Rhein
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet zum Abholen von bestellten / reservierten Tickets 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 
Corona-Regeln:
Das Platzangebot rund 280 im Theater Duisburg reduziert. Die Vorstellungen dauern maximal 90 Minuten, es gibt keine Pausen. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, die Gastronomie nicht. Aktuell ist weder für den Besuch einer Vorstellung im Opernhaus Düsseldorf noch im Theater Duisburg ein Nachweis der „Drei G“ (Geimpft – Genesen – Getestet) notwendig. Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Andreas Endermann (2), Petra Grünendahl (1)

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Museum Under Construction mit der PriseSalz Crew

Kunst umsonst und draußen – zum Anschauen und Mitmachen
Von Petra Grünendahl

Blickfang von der Konrad-Adenauer-Allee: High Heels und Fassadenmalerei von Ursula Meyer: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Optisch locken schon von der Konrad-Adenauer-Allee und dann an der Schlossfassade zum Innenhof die großen Wandbilder der Künstlerin Ursula Meyer (*1987 in Argentinien). Neugierige zieht die Installation der Wunschmaschine von Aaron Stratmann (*1981 im Ruhrgebiet) dann in den Innenhof zwischen dem Großen und den Kleinen Schloss Oberhausen. „Wir können hier ein niederschwelliges Angebot machen, Kunst zu erleben“, so Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt,

Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

die hofft, dass auch Besucher des Kaisergartens nach dem Spaziergang ihren Weg in den Innenhof des Schlosses finden werden. Vielleicht einfach nur, um zu gucken. Der Innenhof ist bespielt mit besagter, zum Pressetermin noch im Aufbau befindlicher Wunschmaschine, Sitzgelegenheiten, einer Bücherecke, Aktionsbuden und einem DJ-Pult: Ein Ort, der einlädt zu Kunst und Künstlern, zu Begegnungen und Kommunikation. Eine Gelegenheit für jeden, sich Kunst zu nähern: Kunst aus dem Ruhrgebiet von Künstlern aus dem Ruhrgebiet, wie die Akteure aus Überzeugung beteuern.

 

Aaron.St mit seiner Baustelle der Wunschmaschine: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

„Wegen Umbau geschlossen“ kam für das Museum Ludwiggalerie Schloss Oberhausen nicht in Frage. „Museum under Construction“ war geboren: Christine Vogt und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras stellten das Projekt zusammen mit den Kuratorinnen Nina Dunkmann, Jennifer Liß und Linda Schmitz-Kleinreesink sowie den Künstlern Ursula Meyer und Aaron.St (Aaron Stratmann) von der Künstlergruppe PriseSalz Crew vor.

Von links: Kuratorinnen Jennifer Liß, Nina Dunkmann, und Linda Schmitz-Kleinreesink mit den Künstlern Ursula Meyer und Aaron.St: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Planungen von umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten im Schloss Oberhausen hatten schon vor Corona begonnen. Seit Mai wird nun endlich im Großen Schloss gewerkelt, um unter anderem Klimatechnik, Brandschutz, Gebäudesicherung und Kanalisation auf den neuesten Stand zu bringen. Da in dieser Zeit die Räume nicht nutzbar sind, suchte die Ludwiggalerie nach Alternativen, Kunst einem Publikum zu präsentieren. Statt Leute ins Museum zu locken, holte man die Kunst ins Freie: In den Innenhof zwischen dem Großen und dem Kleinen Schloss. Mit der PriseSalz Crew, die hier in unterschiedlichsten Facetten Kunst aus dem Ruhrgebiet für das Ruhrgebiet macht. Die Ausstellung wird am Samstag, 26. Juni, um 19 Uhr eröffnet.

 

 
PriseSalz Crew

Logo: PriseSalz Crew.

Zur PriseSalz Crew gehören in einer lockeren Verbindung verschiedene weitere Künstler, die projektbezogen zusammenarbeiten und die unterschiedlichste Gattungen und Herangehensweisen miteinander in Bezug setzen. Durch diesen ständigen Wechsel ergeben sich stets neue ästhetische Ausdrucksformen, die sowohl gesellschaftskritisch als auch Blick verändernd sein können. Über Ateliers verfügt die Gruppe zum Beispiel in Essen und Duisburg.

 

Fassadenbild von Ursula Meyer: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Zum „Museum under Construction“ rückt die PriseSalzCrew den Schlossinnenhof der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen in den Fokus, der so nicht nur zu einer Kunstbaustelle, sondern auch zu einem neuen Zentrum der kulturellen Begegnung wird. Außergewöhnliche Sitzgelegenheiten erschaffen einen Ort zum Verweilen; Themenhütten wollen entdeckt werden. Ein umfangreiches Programm begleitet immer dienstags, mittwochs und freitags die Besucher durch die „Museum under Construction“-Wochen. Frei nach Lieblingsthemen der Ludwiggalerie – Comic, Pop Art, Fotografie und Landmarkenkunst – sind jedem dieser vier Bereiche zwei Wochen Spielzeit auf dem Innenhof gewidmet. Ein wiederholter Besuch lohnt sich also!

 

 
Innenhof als Kunstwerk: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Plakat: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Ludwiggalerie.

Die Sonderausstellung im Innenhof des Schlosses Oberhausen läuft bis zum 29. August 2021. Die Ausstellung erstreckt sich von der 5 x 6 Meter großen Wandmalerei an der Konrad-Adeneuer-Allee hin über diverse Aufbauten im Innenhof bis zur Fassade und Vitrine des Großen Schlosses mit während der Laufzeit wechselnden Bildern. Den Ausstellungs-Flyer gibt es hier.

 
Zur Ausstellung unter freiem Himmel gibt es auch wieder ein Rahmenprogramm. Jeden Dienstag ermöglicht der Artist_Tuesday mit Interaktion, Künstler-Talks und Vorträgen direkten Kontakt zu den Kunstschaffenden. Der Workshop_Wednesday bietet jeden Mittwoch ein museumspädagogisches Programm mit Workshops für Jedermann von 0 bis 99 (natürlich dürfen auch über Hundertjährige kommen!).

Kunstbaustelle: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Am Lounge_Friday lockt jeden Freitag entspannter Kunstgenuss mit Longdrink, Liegestuhl und DJ_Beats. Details zum Rahmenprogramm und dem museumspädagogischen Angebot zu den Ausstellungen gibt es hier. Für die Teilnahme ist wegen Corona eine Anmeldung erforderlich: Info-Line und Buchungen unter 0208 / 41249-28 und ludwiggalerie@oberhausen.de. Die Angebote stehen leider unter Vorbehalt: Alle Veranstaltungen finden nur statt, sofern es die aktuellen Corona-Richtlinien erlauben. Ebenso entfallen Veranstaltungen bei sehr schlechtem Wetter. Tagesaktuelle Informationen auf gibt es auf der Website, in den sozialen Medien und unter Telefon 0208 / 41249-28.

 

Noch nicht fertig war zum Pressetermin die Wunschmaschine: „Museum under Construction“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Im Kleinen Schloss zeigt der Kunstverein, der vom 8. August bis zum 26. September 2021 zu Gast in der Ludwiggalerie ist, in seiner Reihe „Parallel“ die Künstler Benjamin Nachtweyund Klaus Sievers mit der Ausstellung „Ins Grüne, ins Blaue ins Schwarze – Malerei, Zeichnung, Wortarbeiten“.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos: www.ludwiggalerie.de.

 
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (12), Aaron.St (1), PriseSalz Crew (Logo), Ludwiggalerie (Plakat)

 

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Buchtipp: „Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ von Marco Polo

Lokale Geheimtipps, die das Ruhrgebiet ausmachen
Von Petra Grünendahl

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

„Dein Insider-Trip Ruhrgebiet” fängt schon mal sehr typisch „Pott” an: Mit Currywurst. Das Ruhrgebiet hat aber noch sehr viel mehr zu bieten – auch jenseits seiner Fördergerüste und der Industriekultur. Auch wenn die Klassiker natürlich niemals langweilig werden, gibt es darüber hinaus viele Erlebnisse, die man woanders vergeblich sucht: Bergbauerlebnisse im Stollen hautnah erleben, verschiedenen Halden (dem Ruhri seine Alpen) oder Schimanski seine Kultkneipe „Zum Anker“.

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In Dortmund kann man selber Bier brauen und die Geschichte der Stadt auf „etwas anderen Stadtführungen“ erleben. Die klassischen Kunstmuseen, von denen es gerade im Pott nur so wimmelt (!), sind ja bekannt: Zu den Geheimtipps zählen dagegen Kunst und Museen jenseits des Mainstream. Auch kulinarisch hat das Ruhrgebiet mehr zu bieten als Currywurst und Pommes: Das reicht vom Picknick in luftiger Höhe bis zu den verschiedensten Delikatessen für Feinschmecker. Es sind gerade diese Erlebnisse jenseits klassisch-konventioneller Touristen-Highlights, die das Ruhrgebiet so einzigartig machen!

 

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet. Cover: MairDumont.

„Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ aus der Reihe „Marco Polo“ lädt den Leser ein, eine Region auch mal anders zu besuchen und zu erkunden. Mit dem Untertitel „Das Beste in deiner Region – für jede Lust & Laune“ sind es vor allem Unternehmungen jenseits des Alltäglichen, die die Autorin Kirsten Sulimma hier zusammen getragen und gut recherchiert hat. Man sollte sich aber vor einer Tour informieren, ob die jeweiligen Locations nach dem Lockdown schon wieder auf haben – und unter welchen Bedingungen.

 

 
Dein Insider-Trip: Ruhrgebiet

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Dein Insider-Trip Ruhrgebiet“ ist in der Reihe „Marco Polo“ bei MairDumont erschienen. Das reich bebilderte 192-seitige Werk stellt in sechs Kapiteln 140 Ziele für Freizeitvergnügen vor. Die Palette reicht vom relaxen übers austoben oder kreativ sein bis hin zum lecker essen. Es sind überwiegend lokale Geheimtipps, denn einem größeren Publikum in der Region dürften sie eher nicht bekannt sein. Allerdings erhebt die Zusammenstellung auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn jeder Ruhri hätte bestimmt noch die eine oder andere Location zu ergänzen. Das Buch lädt ein, Neues zu erleben oder auch Altes neu zu entdecken: Und das fast direkt vor der Haustür. Unterwegs mit den Insider-Tipps im Taschenbuchformat ist man für 16,95 Euro. Das Buch gibt es im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-8297-4767-7).

 

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Zu fast jedem Ziel sind neben der Straßenadresse auch Webseiten angegeben. Das ist auch gut so: Man sollte nämlich, nach dem Ende des langen Lockdowns und vor einem Trip die aktuellen Informationen der empfohlenen Ziele überprüfen. So hat zum Beispiel DU-Tours im November 2020 sein Hafenlager am Leinpfad aufgeben müssen und sucht nun nach einem neuen Standort in Duisburg-Ruhrort für den Shop und den Start künftiger Schimmi-Touren. Ab dem 4. Juli 2021 soll es neue Touren geben und wir wünschen Dagmar Dahmen viel Glück und Erfolg für den Neustart. Aktuelle Informationen hierzu gibt es auf der Webseite www.du-tours.de.

 

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„Marco Polo“ bei MairDumont

Dein Insider-Trip Ruhrgebiet: Der Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

MairDumont ist eine Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart) und mit ihren verschiedenen Marken und Buchreihen spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die Reihe „Marco Polo“ zielt mit seinen Insider-Tipps auf ein jüngeres erlebnisorientiertes Publikum. Kompakte Informationen und fokussierte Tipps für Unternehmungen kennzeichnen die Reiseführer. In sieben Sprachen übersetzt haben sie sich zum Inbegriff des Reisens entwickelt.
www.marcopolo.de
https://www.mairdumont.com

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Cover: Marco Polo / MairDumont

 

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Buchtipp: „Der Pott“ zeigt prachtvolle Seiten der Industriekultur im Ruhrgebiet

Denkmäler der industriellen Vergangenheit: Fotografien von Achim Bednorz mit Texten von Walter Buschmann
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Bergbau, Eisen und Stahl haben das Ruhrgebiet nicht nur geprägt, sondern als Region erst erschaffen. Zugegeben: Man muss sie mögen, die Architektur der Industrialisierung. In Duisburg und im Ruhrgebiet finden sich erhaltene Anlagen, die schon länger nicht mehr in Betrieb sind, teils aber heute museal genutzt werden, ebenso wie lebendige Werks- und Produktionsstätten für Eisen und Stahl. Oder Ruinen, die verwunschenen Schlössern gleichen, als Zeugen jener Zeit, als in der Region der Wirtschaftsmotor in Deutschland war. Die

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Fotografien von Achim Bednorz geben auch dort Einblicke, wo man als Normalbürger eher nicht mal eben hinkommt: zum Beispiel in die Produktion von thyssenkrupp Steel oder HKM. Historische Fotos erzählen von der Industriegeschichte des Ruhrgebiets und ihren technischen Möglichkeiten. Autor Walter Buschmann erzählt aber auch von der Technik von Kohlegewinnung, Eisen- und Stahlproduktion. Schon wer nur in Duisburg unterwegs ist, findet eine Vielzahl an bekannten Orten in unserer Stadt in herrlichen Fotos und hochinformativen Texten dargestellt. Wer sich darüber hinaus auch jenseits unserer Stadt umsehen mag, kann hier ebenfalls für Anregungen aus dem Vollen schöpfen und bekommt fachliche Hintergründe zu den Örtlichkeiten gleich mitgeliefert.

 

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz (Foto) und Walter Buschmann (Text) hat der Verlag Könemann ein Druckwerk vorgelegt, welches eindruckvoll Seiten der industriellen Vergangenheit und Gegenwart in Szene setzt. Mit gut einem Fünftel ist Duisburg inhaltlich wohl am ausgiebigsten behandelt. Gefolgt von Essen, Dortmund, Oberhausen und Mülheim sowie 20 weiteren Städten, die Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in die Gegenwart gerettet haben: Teils noch in Betrieb, teils museal aufgearbeitet oder als Ruinen sich selbst überlassen. Wo Areale umgestaltet und neuer Nutzung zugeführt wurden, legen Bednorz und Buschmann die Spuren der Industrievergangenheit offen.

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Wobei auch das eine oder andere Foto von Bednorz schon wieder historischen Wert hat, ist doch nichts so beständig wie der Wandel. Wer im ganzen Ruhrgebiet unterwegs ist, wird Vieles wieder erkennen: Unvergleichliche Perspektiven bieten ein ganz besonderes Erinnerungsalbum: Ein Buch, in dem man allein wegen der herrlichen Fotos immer wieder gerne blättert, aber sich hier und da auch mal wieder in spannenden Texte fest liest.

 

 
Streifzüge in Gegenwart und Vergangenheit

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch ist gegliedert in die Abschnitte Westliches, Mittleres und Östliches Ruhrgebiet sowie entlang der Ruhr. Bedeutende Standorte aus dem Inhaltsverzeichnis sind auf einer Karte verortet. Technische Beschreibungen an verschiedenen Stellen der Lektüre sind im Inhaltsverzeichnis in einer eigenen Kategorie gelistet. Texte in drei Sprachen erlauben auch Lesern, die nicht der deutschen Sprache mächtig sein, ein Eintauchen in das fundierte Wissen, welches hier vermittelt wird. Aber leider geht es so natürlich an manchen Stellen ein wenig zulasten der Tiefe, mit der ein Thema angegangen werden kann.

 

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Prachtvolle Farbfotografien von Achim Bednorz und historisches Bildmaterial von Walter Buschmann kundig verortet und eingeordnet: Er beschreibt ihre frühere und heutige Nutzung und ihren Wandel. Bednorz und Buschmann betrachten mit dem Ruhrgebiet von Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn im Westen bis Hamm und Ahlen im Osten zwar eine Region, die durch Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie und ihre Relikte geprägt ist. Aber darauf sind ihre Streifzüge nicht beschränkt: Wichtig für die Entstehung des Wirtschaftsraumes war der Transport auf dem Wasser und der Schiene, die hier ebenfalls breiten Raum einnehmen: Von Häfen, Wasserwegen und Wasserkraftwerken bis Güterbahnstrecken, Brücken, Bahnhöfen und Ausbesserungswerken. Auch die Industrie war früher vielfältiger als mancher es vermuten mag: Textil- und Lederfabrikation, Ziegelei, Brauerei oder eine Zinkfabrik sind hier erwähnt. Der Fokus des Buches liegt aber eindeutig auf Steinkohlenbergbau, Eisen und Stahl, die nicht nur in der Vielzahl der fotografierten und beschriebenen Orte überwiegen, sondern auch die technischen Beschreibungen dominieren.

 

 
Fotograf, Autor und das Buch

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Achim Bednorz (*1947) ist Fotograf mit den Schwerpunkten Architektur und Kunstgeschichte. Als Fotograf war er weltweit unterwegs und hat das Bildmaterial für zahlreiche internationale Publikationen mit kunsthistorischen Themen aufgenommen. Bednorz lebt und arbeitet in Köln.
https://www.achimbednorz.com
https://de.wikipedia.org/wiki/Achim_Bednorz
https://www.bednorz-images.com/

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Walter Buschmann (*1949) ist Kunsthistoriker und war als Landesdenkmalpfleger mehr als 35 Jahre im Ruhrgebiet beruflich tätig. Er vermittelte sein Wissen und die Methodik der Industriedenkmalpflege über Jahrzehnte als Hochschullehrer in Essen, Dortmund, Köln und seit 1995 auch an der RWTH Aachen. Insbesondere auch im Zusammenwirken mit dem „Förderverein Rheinische Industriekultur e.V.“ weckte er mit seinen Forschungen das Interesse des Publikums. Er verantwortete zahlreiche Publikationen zu Industriedenkmälern als Autor und Herausgeber.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Buschmann

Blick ins Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ von Achim Bednorz und Walter Buschmann. Foto: Petra Grünendahl.

Das 640-seitige Buch „Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet“ im Format 28 x 34 Zentimeter ist auch mit seinem Gewicht von 4 Kilogramm ein Schwergewicht. Und ein Raum füllendes: Zum Lesen braucht man da schon einen großen (freien) Tisch mit guter Beleuchtung. Aus den 463 Abbildungen im Buch stechen die teils großformatigen Fotografien von Achim Bednorz besonders prägnant hervor. Dazu gibt es historische Fotografien, technische Skizzen, Funktionszeichnungen und Illustrationen sowie Karten, die dreisprachig (Deutsch, Englisch, Französisch) mit Texten von Walter Buschmann versehen sind. Das massive gebundenen Buch im Hardcover-Einband (mit Schutzumschlag) ist erschienen im Kölner Verlag Könemann. Zu haben ist das Werk für 39,95 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-7419-2488-0).

 
Auf https://koenemann.com gibt ein schönes Trailer-Video zum Buch, das Lust macht auf mehr … Der Film ist als Bericht bei WDR Westart gelaufen und auch in der WDR-Mediathek verfügbar (hier, bis 31. Oktober 2021).

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (Blick ins Buch), koenemann.com (Cover)

 

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Letzte Ratssitzung vor den Sommerferien in der Mercatorhalle Duisburg

Gegen Gewalt im Sport, für die Ausbildung bei der Stadt
Von Petra Grünendahl

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Viel diskutiert, aber letztendlich einstimmig beschlossen hat der Stadtrat das „Duisburger Konzept gegen Gewalt im Sport“, welches Duisburg Sport in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Duisburg (SSB) und dem Fußballverband Niederrhein (FVN) erstellt hat. Es besteht aus den Bausteinen „Prävention“ und „Sanktionen“ und fordert eine Selbstverpflichtungserklärung von den Sportvereinen. Dabei steht die Präventionsarbeit im Vordergrund. Das mehrstufige Sanktionsverfahren solle erst der allerletzte Schritt sein, so Oberbürgermeister Sören Link. Vielmehr sollten die Vereinsvorsitzenden Mittel an die Hand bekommen, ihre Spieler entsprechend zu schulen. Kontrovers diskutiert hat der Rat den Welterbe-Antrag „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“, den die Stadt Duisburg in einer mehrheitlich beschlossenen Stellungnahme ablehnt: „Wir sind kein Museum, sondern eine zukunftsgerichtete Stadt“, so die Position der Stadt. Zu sehr fühle man sich eingeengt in möglichen Entwicklungen, für die durch die Anerkennung als Welterbe ja nicht mehr Geld zur Verfügung stehe, sondern dieses nur anders verteilt werden müsse, so Ratsherr Frank Heidenreich von der CDU-Fraktion.

 

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Der Rat der Stadt Duisburg hatte bei seiner Sitzung in der Mercatorhalle eine gut gefüllte Tagesordnung mit 109 Punkte im öffentlichen Teil abzuarbeiten. Die individuelle Redezeit begrenzte Oberbürgermeister Sören Link auf zwei Minuten. Wieder einmal sollte eine größere Anzahl an Beschlüssen Corona-bedingte Mehrkosten absegnen. Aber auch Flächennutzungs- und Bebauungspläne waren dabei. Das Gros der Beschlüsse auf der Tagesordnung wurde zügig und fast immer einstimmig angenommen: Zumeist waren diese bereits im Vorfeld in Fachausschüssen beraten und beschlossen worden und bedurften nur noch abschließend der Zustimmung des Rates. Anfragen von Fraktionen und Ratsleuten werden im Nachgang zur Ratssitzung schriftlich beantwortet, um in Corona-Zeiten ein zügiges Abarbeiten der Tagesordnung zu gewährleisten.

 

 
Überwiegend einstimmige Entscheidungen

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Der Verlängerung der Opern-Ehe mit Düsseldorf (Deutsche Oper am Rhein) stimmte der Rat einstimmig zu und segnete die verschiedensten Jahresabschlüsse von Tochtergesellschaften im Konzern „Stadt“ ab. Zu den Mitteilungsvorlagen, von denen der Stadtrat lediglich öffentlich Kenntnis nimmt, zählten unter anderem die Bilanz überschuldeter Kommunen nach Auslaufen des Stärkungspakts Stadtfinanzen. Duisburg ist immer noch überschuldet, hat während Corona massive Zusatzkosten bei sinkenden Einnahmen (Prognose der finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Umfang von -91,78 Mio. Euro). Zuden sind zusätzliche Kosten wegen der Verlagerung von Aufgaben und damit Kosten an die Kommunen zu stemmen, die von Land und Bund nicht auskömmlich finanziert werden (Wer die Musik bestellt, sollte sie bezahlen!).

 

Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Uwe Köppen.

Beschlossen hat der Stadtrat die Einstellung von Auszubildenden und Praktikanten für 2022, die zahlenmäßig immer noch auf einem Rekordniveau liege, wie OB Link betonte. Besonders im Vergleich zu früheren Jahren, wo sich die Stadt Duisburg die Ausbildung kaum leisten konnte: 247 Ausbildungsplätze sollen 2022 besetzt werden – nach 245 (2021), 248 (2020), 176 (2019) und 131 (2018). Einen „Anfang vom Neubeginn“ bestätigte der Rat dem Wettbewerbsergebnis zur Entwicklung des „Stadtquartiers Am Alten Güterbahnhof“ ebenso wie im Baubeschluss für den Grünen Ring Nord in Hochfeld im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027. Des Weiteren wurden diverse Stadtteilerneuerungsprojekte in Hochfeld, Hochheide und Marxloh auf den Weg gebracht.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Uwe Köppen (3)

 

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Playmobil-Austellung lockt ins Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg

Liebevoll gestaltete Bilderwelten von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert
Von Petra Grünendahl

Playmobil-Ausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

Der Hamburger Diorama-Künstler und Playmobil-Sammler Oliver Schaffer hat im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt unter dem Titel „Hafengeschichte(n) Duisburg“ mit viel Liebe für die kleinen Details eine Bilderwelt aus dem beliebten Spielfiguren geschaffen, die seit 47 Jahren aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken sind. Manch einer hat sich seine Begeisterung bis ins Erwachsenenalter bewahrt, andere haben sie dann irgendwann wieder entdeckt. Wir haben uns die neue Sonderausstellung angeschaut, die Groß und Klein zum Eröffnungstermin ins Museum lockte.

 
 
Hier sind unsere Eindrücke:

 

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Impressionen aus der Sonderausstellung von Oliver Schaffer. Fotos: Petra Grünendahl und André C. Sommer

 
Da in den Raum der Sonderausstellung nur sieben Personen hinein dürfen, kann es zu Wartezeiten kommen. Und auch die Verweildauer muss Corona-bedingt limitiert werden, damit alle Besucher in ihrem Zeitfenster in den Genuss der Ausstellung kommen.

 
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

Das Binnenschifffahrtsmuseum findet man an der Apostelstraße 84 in Duisburg-Laar. Die Playmobil-Sonderausstellung läuft bis zum 17. August. Aber auch die Dauerausstellung in der denkmalgeschützten ehemaligen Städtischen Badeanstalt Ruhrort ist sehr sehenswert. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Am Leinpfad liegen die Museumsschiffe vor Anker. Für das Museum (inkl. Museumsschiffe) zahlen Erwachene 4,50 Euro Eintritt, Kinder (bzw. ermäßigt) 2,00 Euro. Zudem gibt es Familienkarten und Gruppentarife. Tickets (inklusive Zeitfenster-Tickets) gibt es nur online.
Mehr Informationen: https://www.binnenschifffahrtsmuseum.de/?page_id=63

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (13) und André C. Sommer (7)

 

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Lesetipp auch für Kenner: Ruhrgebiet – nicht nur für Klugscheißer!

Wissenswertes aus einer geschichtsträchtigen Region
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: Ruhrgebiet von Tina Halberschmidt und Martin Wedau. Foto: Petra Grünendahl.

Was haben Aletta Haniel, Maria Kunigunde von Sachsen (Fürstabtissin von Essen) und Helene Amalie Krupp gemeinsam? Dass sich in diese Riege von Pionierinnen der Frühindustrialisierung weitere Frauen aus dem Ruhrgebiet einreihen, sei nur als Vorschlag zur weiteren Recherche erwähnt. Das „Ruhrgebiet“ wurde als Raum erstmals 1871 erwähnt, als die Städte der Region zwischen dem Kreis Wesel im Westen, Hamm im Osten, dem Ennepe-Ruhr-Kreis im Süden und dem Kreis Recklinghausen im Norden industriell und bevölkerungsmäßig langsam zusammen wuchsen. Bis zur „Metropole Ruhr“ ging viel Zeit ins Land: Grenzen zwischen den Städten sind selten wirklich zu erkennen. Allerdings: Obwohl im Regionalverband Ruhr eine Einheit, verteilen sich die 53 Städte immer noch auf drei Regierungsbezirke (Düsseldorf, Münster und Arnsberg) von insgesamt fünf in NRW (mit Köln und Detmold). Schon vor der Industrialisierung brachte die alte Handelsstraße des Westfälischen Hellweges, der sich im Ruhrgebiet von Unna und Dortmund über Bochum und Mülheim bis Duisburg und an den Rhein zieht, Reichtum in die Region. Die Zeitleiste, die die Autoren verorten, reicht von der Römerzeit bis zum Strukturwandel, der nicht der erste im Ruhrgebiet ist. Eine Region im Wandel erfindet sich immer wieder und manchmal auch überraschend neu. Dabei schöpft sie auch aus ihrer vielfältigen Vergangenheit: aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus Kunst und Kultur, aus einer schon immer von Zuwanderung geprägten Gesellschaft ebenso wie aus den Jahrhundertprojekten von Luftreinhaltung und der Renaturierung von Landschaften.

 

Cover: Klartext Verlag.

In über 50 kleinen Häppchen präsentieren die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau Fakten und Geschichten aus dem „Ruhrgebiet“. In der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ hat das Team, aus deren Feder bereits „Duisburg für Klugscheißer“ stammte, Wissenswertes aus der Region zusammen getragen. Lebendig geschrieben und mit einem Augenzwinkern – „nicht nur für Klugscheißer!“ – haben sie in kleinen Häppchen Tatsachen zusammen getragen, die auch bei jenen, die sich schon länger mit dem Ruhrgebiet beschäftigen, für manches „aha“-Erlebnis sorgen und mit Vorurteilen aufräumen. Das Buch kann aber auch für den geneigten Ruhri interessante Anregungen geben, selber mal (wieder) auf Entdeckungsreise zu gehen und sein eigenes Wissen zu erweitern. Das Werk ist bei weitem nicht nur für einen „One-Night-Stand“ geeignet: Man kann das Buch gut in einem Rutsch durchlesen, greift aber dennoch immer wieder gerne mal zum Stöbern danach.

 

 
Die Autoren und das Buch

Karte der Regierungsbezirke in NRW mit dem Gebiet des RVR (Ruhrgebiet) in der Mitte. Quelle: Land NRW.

Die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau stammen aus Duisburg: Die Stadt ist für beide mehr als nur ein Wohnort – nämlich eine Herzenssache. Das Ruhrgebiet, der „Pott“, ist Heimat. Beide sind natürlich, wie es sich für Duisburger gehört, MSV-Fans. Martin Wedau beschäftigt sich mit Sachbüchern und als „Kees Jaratz“ im Zebrastreifenblog mit seiner Heimatstadt und dem Ruhrgebiet. Tina Halberschmidt ist als Redakteurin bei einer Verlagsgruppe in Düsseldorf tätig.

Städte am Hellweg, einer antiken Handelsstraße, die auch durch das heutige Ruhrgebiet führt. Quelle: Wikipedia.

Das 104-seitige Buch „Ruhrgebiet“ von Tina Halberschmidt und Martin Wedau ist im Essener Klartext Verlag in der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ erschienen. Das faktenreiche bebilderte Taschenbuch ist für 14,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2383-6).

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

Ein Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Bildmaterial: Petra Grünendahl (Fotos / Blick ins Buch), Klartext Verlag (Cover), Land NRW (Karte der Regierungsbezirke), Wikipedia (Karte der Städte am Hellweg)

 

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Lesetipp auch für Kenner: „Bergbau” im Klartext Verlag

Auf Kohle geboren: Die Wurzeln einer Identität im Ruhrgebiet
Von Petra Grünendahl

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Aus dem Bergbau entstand das Ruhrgebiet, wie wir es heute kennen. Die Steinkohlenzechen prägten das entstehende Konglomerat von Städten, die sich in der Industrialisierung gebildet hatten. „Der Kohlenpott gilt als Mythos, der Kumpel als Prototyp seiner Einwohner, Bergarbeit als Beispiel für Zusammenhalt und Kameradschaft“, schreibt Dietmar Bleidick in seiner Einleitung. Der Bergbau war immer noch Identifikation, auch wenn Zechen schon seit Ende der 1950er-Jahre schlossen. Seit Ende 2018 ist die Steinkohlenförderung ganz Geschichte. Von der ehemals goldenen Zeit im Ruhrgebiet, die vielen Menschen Arbeit gab, ist immer weniger übrig, je mehr ehemalige Zechenbauten und Fördergerüste abgerissen werden. Damit verschwindet auch das Wissen um den Bergbau und seine Bedeutung aus dem Wissen der Menschen. Der Autor führt den Leser zurück in die Anfänge des Bergbaus (seit dem 13. Jahrhundert wurde entlang der Ruhr nach Kohle gegraben), von der Fördertechnik in früheren Zeiten über die Entwicklung bis in den hoch-technisierten Bergbau der letzten Jahrzehnte, der nicht nur vergleichsweise teuer, sondern auch der Sicherste der Welt war. Die Geschichten aus dem Bergbau sind in den historischen Kontext ihrer jeweiligen Zeiten eingeordnet und ermöglichen, Zusammenhänge in der Entwicklung des Ruhrgebiets zu erkennen, die bis heute ihre Auswirkungen haben.

 

Cover: Klartext Verlag.

Den „Bergbau“ hat Autor Dietmar Bleidick in 60 kurzen Kapiteln knackig auf dem Punkt gebracht. Treffender müsste der Titel eigentlich „Bergbau im Ruhrgebiet“ heißen, denn das ist der inhaltliche Schwerpunkt. In der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ macht der Autor dem Leser die Geschichte und Technik des Bergbaus im Ruhrgebiet und seine Bedeutung für die wirtschafte und soziale Entwicklung deutlich. Dass heute in Deutschland keine Steinkohle mehr gefördert wird, heißt nicht, dass das ehemals „schwarze Gold“ nicht mehr gebraucht wird. Die Steinkohle wird heute importiert, denn zum Beispiel in der Stahlindustrie oder bei der Stromproduktion wird sie ja immer noch benötigt. Allerdings stellt der Autor auch die Frage: Wie lange noch? Und was kommt dann? Dietmar Bleidick schildert in greifbaren Leseumfang interessante Fakten und Geschichten aus dem Bergbau, die vielen Menschen auch im Ruhrgebiet heute nicht mehr bekannt sind. Das Buch lässt sich gut in einem durchlesen, aber lädt auch immer wieder zum Blättern ein, um das Gelesene zu verfestigen, was man sich nicht nur als Einsteiger in die Materie nicht alles beim ersten Lesen merken kann. Die ein bis zwei Seiten kurzen Kapitel machen dem Leser eine Vielzahl von Informationen rund um das weite Feld des Bergbaus im Ruhrgebiet zugänglich. Eine Zeitleiste und ein kurzes „Wörterbuch“ bergmannssprachlicher Begriffe runden den Fundus an Wissen gelungen ab.

 

 
Der Autor und das Buch

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Bergbau“ etwas anspruchsvoller geschrieben als die locker-flockigen „Duisburg für Klugscheißer“ und „Ruhrgebiet“ des Autoren-Duos Tina Halberschmidt und Martin Wedau. Wissenschaftlicher und faktischer schreibt Dietmar Bleidick: den Historiker (Wirtschafts- und Technikgeschichte) kann der gebürtige Bochumer nicht verleugnen. Das Buch bietet viele Informationen und Kontext – insbesondere historischer Art –, ist aber dennoch gut und flüssig lesbar. Seinen Job als Bergbauhistoriker im Deutschen Bergbau-Museum Bochum bezeichnet Bleidick als Berufung. Zahlreiche Publikationen zum Ruhrbergbau und zur Geschichte des Ruhrgebiets stammen aus seiner Feder. Seit 2015 ist er Schriftleiter der Zeitschrift „Der Anschnitt“, der vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum herausgegebenen, weltweit führenden Zeitschrift für Montangeschichte.

Der Blick ins Buch: Dietmar Bleidick: Bergbau. Foto: Petra Grünendahl.

Das 104-seitige Buch „Bergbau“ von Diemtar Bleidick ist im Essener Klartext Verlag in der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ erschienen. Das bebilderte Taschenbuch ist für 14,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2313-3).

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

Ein Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (Blick ins Buch), Klartext Verlag (Cover)

 

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Lehmbruck Museum zeigt Nevin Aladağ im Rahmen von Sculpture 21st

Kulturelle Vielfalt mit allen Sinnen erleben
Von Petra Grünendahl

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

Im Lehmbruck Museum erleben in der großen Glashalle zum Kantpark die neuen Installationen von Nevin Aladağ ihre Deutschland-Premiere. „Zunächst nur digital, aber wir hoffen, sich auch bald aus der Nähe einem Publikum zeigen zu können“, sagte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

Wobei „sehen“ hier vielleicht etwas kurz gegriffen ist: Zu erleben sind sie nicht nur optisch, sondern auch klanglich. Immerhin: der Ton wird über Lautsprecher nach draußen übertragen, so dass Betrachter hier schon einen umfassenderen Eindruck bekommen können. Und eigentlich möchte man die Skulpturen auch anfassen: Sowohl die Klanginstallationen „Resonator Wind“ und „Resonator Percussion“ als auch die Stellwände mit Teppichfragmenten aus aller Welt („Social Fabric“), die ihrerseits die Thematik der Klanginstallationen aufnehmen. Hier wird aber auch dann, wenn das Museum wieder öffnen darf, der Blick aus der Nähe reichen müssen. Ihre Idee sei: „dass mehrer Musiker die Werke zum erklingen bringen“, so die Künstlerin.

 

Nevin Aladag. Foto: privat.

Im Rahmen von Sculpture 21st ist im Lehmbruck Museum die deutsche Klang- und Installationskünstlerin Nevin Aladağ (*1972). Sie kam 1973 nach Deutschland, ist in Stuttgart aufgewachsen, hat in München studiert (1993 bis 2000) und seit 2002 lebt und arbeitet sie in Berlin. Im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs stellte sie die Ausstellung zusammen mit Söke Dinkla sowie Ursula Wißborn (Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West) und Bettina Böhm (Executive Director von Outset Germany Switzerland) von der Sponsorenseite vor. Einen Blick in die Glashalle ermöglichte Ronja Friedrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehmbruck Museum. Am Donnerstag, 6. Mai 2021, eröffnet die Ausstellung „Sculpture 21st: Nevin Aladağ” ab 19 Uhr unter https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/ digital.

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.

 
Für die programmatische Reihe „Sculpture 21st“ ist eine Präsentation entstanden, die zeigt, welche soziale Aufgabe Skulptur heute haben kann. Die Ausstellungsreihe präsentiert seit 2014, dem 50. Geburtstag des Museums, bedeutende Positionen zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Fragen nach Herkunft und Identität sind zentrale Aspekte von Nevin Aladağs künstlerischem Schaffen. Ihre Werkstoffe sind Fragmente aus unterschiedlichen Kulturen, die sie zu einzigartigen ästhetischen Objekten verbindet. Die glänzende Messingkugel „Resonator Wind“ vereint die Mundstücke von Blasinstrumenten wie einer Trompete, Tuba, Querflöte oder einer Panflöte, während bei „Resonator Percussion“ Schlaginstrumente wie Trommeln, Cabasa, Glocken und eine Agogo miteinander kombiniert sind. Jedes Element entstammt aus einem anderen kulturellen oder geografischen Zusammenhang. Arrangiert aus geometrischen Formen, wie Kubus, Kegel, Kugel oder Zylinder verbinden sie westliche und orientalische Elemente miteinander. So übertragen sie visuell und akustisch die Idee einer kulturellen Pluralität.

 

Veranstaltungen

Nevin Aladağ, Resonator Wind (2019) Foto: Nevin Aladağ.

Digitales Begleitprogramm: Jede Woche eine Frage an Nevin Aladağ
Wonach sehnt sich Nevin Aladağ, was braucht sie für ein Arbeitsumfeld oder an welche gesellschaftliche Utopie glaubt sie? In kurzen Videos stellt sich Nevin Aladağ jeder Woche aufs Neue einer Frage von Wegbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen des Lehmbruck Museums. Veröffentlichung: ab 11. Mai Dienstags auf Instagram und Facebook und gesammelt auf der Museums-Website http://www.lehmbruckmuseum.de/jede-woche-eine-frage-an-nevin-aladag/

 

Nevin Aladağ, Resonator Percussion (2019) Foto: Trevor Good.

21. August 2021: Performance im Rahmen von Museum Tinguely AHOY!
Zum 25. Jubiläum geht das Museum Tinguely auf Schiffsreise von Paris über Amsterdam und das Rheinland bis nach Basel. Vom 19. bis 21. August 2021 legt Museum Tinguely AHOY! in Duisburg an und bietet in enger Kooperation mit dem Lehmbruck Museum drei Tage lang außergewöhnliche Kunsterlebnisse. Neben der Ausstellung und einer spektakulären Brunnenplastik an Bord erwarten die Besucher Performances von Nevin Aladağ, Keren Cytter und Marie-Caroline Hominal sowie vielfältige Vermittlungsaktivitäten und Workshops.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt. Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Öffnet das Museum wie eine Vitrine in die Stadt: die große Glashalle. Foto: Dejan Saric.

Die Ausstellung von Nevin Aladağ wird in der Glashalle bis zum 5. September zu sehen sein. Zurzeit ist das Lehmbruck Museum allerdings corona-bedingt geschlossen, so dass Klang- und Videoinstallationen nur aus dem Kantpark erlebbar sind. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum üblicherweise dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 

Der Eingang zum Lehmbruck Museum neben der Glashalle. Foto: Jürgen Diemer.

Sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt, gelten folgende Regelungen: Für Führungen und Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm sind aktuell grundsätzlich Anmeldungen erforderlich. Die Veranstaltungen finden vorbehaltlich eventueller Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie statt. Es kann zu kurzfristigen Anpassungen kommen. Außerdem ist die Anzahl der Besucher im Museum begrenzt: Auf aktuell 100 im Wechselausstellungsbereich sowie 300 im gesamten Museum: Es kann zu Wartezeiten kommen, falls diese Anzahl erreicht ist. Siehe auch: https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Nevin Aladağ (1), Trevor Good (1), Frank Vinken (3), Dejan Saric (1), Jürgen Diemer (1), privat (1)

 

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Emscherkunstweg: Die „Neustadt“ im Landschaftspark Duisburg-Nord öffnet morgen

Das Ruhrgebiet rückt zusammen

Impressionen aus der Neustadt
War durften am letzten Sonntag mal einen Blick auf die Kunstwerke am Rande der A42 werfen und haben uns dann gleich auch ein bisschen selber mit eingebracht … 😉

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Fotos: Petra Grünendahl

Groß berichtet hatten wir schon letzte Woche …
© pet 2021

 

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Wirtschaftsbetriebe: Start der neuen Sauberkeits-Kampagne in Duisburg

„Behandle deinen Müll nicht wie den letzten Dreck.
Gib ihm lieber ein Zuhause!“

Von Petra Grünendahl

Wirtschaftsbetriebe starten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wem in Corona-Zeiten die Decke auf den Kopf fällt, den drängt es zumindest bei schönem oder trockenem Wetter nach draußen. Den Proviant nimmt man sich entweder mit oder konsumiert Kaffee oder Currywurst & Pommes „to go“. Aber: Nicht jeder entsorgt die Verpackung im Mülleimer oder nimmt sie wieder mit. Die Hinterlassenschaften verschandeln Orte, an denen sich Menschen eigentlich wohl fühlen sollten. Was von Einzelnen unachtsam fallen gelassen wird, muss dann auf Kosten der Allgemeinheit von den Wirtschaftsbetrieben entsorgt werden. Rund 4,2 Mio. Euro habe es im vergangenen Jahr gekostet, nur den „Kleinkram“ zu entsorgen, erzählte Thomas Patermann, Sprecher des Vorstandes der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Wilde Müllkippen seien da noch gar nicht eingerechnet. „Aber dass wir aufräumen, kann immer nur das letzte Mittel sein. Viel besser und am Ende auch günstiger für alle wäre es, wenn jede Person verantwortungsvoll mit den eigenen Abfällen umgeht“, so Patermann. Das bedeute in erster Linie, die aufgestellten Müllbehälter zu benutzen. Oder seinen Müll bis zum nächstgelegenen Behälter mitzunehmen. „So können wir alle mit ganz kleinem Aufwand ganz Großes leisten“, sagte der Vorstandssprecher.

 

Präsentierten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg (v. l.): Oliver Vornholt (Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation), Thomas Patermann (Wirtschaftsbetriebe Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Die Idee zu „Behandle deinen Müll nicht wie den letzten Dreck. Gib ihm lieber ein Zuhause!“ ist nicht neu, aber wird jetzt neu gedacht. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg haben die Kampagne von 2008 wieder aufgegriffen und mit der Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation mit neuen Medien frisch aufgelegt. An einem Graffiti im Rheinpark (Künstler: Marten Dalimot) stellten Thomas Patermann und Oliver Vornholt die neue Kampagne vor. Ziel ist es, mit dem Paket an Maßnahmen möglichst viele Menschen zu erreichen und „positiv“ anzusprechen.

 

Präsentierten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg (v. l.): Oliver Vornholt (Kaiserberg Agentur für Markenkommunikation), Thomas Patermann (Wirtschaftsbetriebe Duisburg). Unten links das Straßen-Tattoo. Foto: Petra Grünendahl.

Fünf „Müllies“ personifizieren das Gros solcher kleinen Hinterlassenschaften, die achtlos weggeworfen, nicht nur Kosten verursachen. Sei es die gebrauchte Maske, die gespickt mit Bakterien und Viren vom nächsten Kind aufgehoben wird, die kleine Zigarettenkippe, die das Grundwasser verunreinigt, der Kaugummi, der Pizzakarton, die Getränkedose, die Plastiktüte, der Kaffeebecher, der Hundehaufen und und und … Scheinbar endlos ist die Liste von unliebsamen Dingen auf den Straßen und in den Grünanlagen unserer Stadt. Jede Art von Abfall ist eine Belastung für andere. Und ärgerlich anzusehen für jeden, der seinen Müll dort entsorgt, wo er hingehört: im Müllbehälter, der zumeist nur wenige Schritte entfernt steht.

 

 
Graffiti wird über die Artivive App lebendig

Die „Mülllies“ der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Foto: Screenshot.

Extra für diese Kampagne kreiert hat die Agentur so genannte „Müllies“, eine Gruppe aus verschiedenen Abfällen, die traurig dreinblickend überall im Stadtgebiet zu finden sind: Auf großen Werbeplakaten, an einzelnen Treppenaufgängen im Hauptbahnhof, auf Gum-Walls auf den Bahnsteigen oder als Straßen-Tattoo auf den Einkaufsstraßen sind Bernd Becher, Martha Maske, Kai Kippe, Karla Kaugummi sowie Carola & Pommfred Schranke im Einsatz. Traurig sind sie, weil sie von manchem „wie der letzte Dreck behandelt“ und achtlos weggeschmissen werden. Viel mehr, so der Tenor der Kampagne, würden sie sich freuen, dort entsorgt zu werden, wo sie hingehören: in den Müllbehälter.

 

Wirtschaftsbetriebe starten die neue Sauberkeits-Kampagne in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Sie machen optisch schon was her und haben echte Hingucker-Qualitäten, mit denen sie Menschen von ihrer Botschaft überzeugen wollen. Außer dem Graffiti im Rheinpark gibt es ein Zweites an der Fußgängerbrücke Landfermannstraße in der Innenstadt. Beide können jeweils vor Ort über die kostenlose App Artivive auf dem Smartphone zum Leben erweckt werden. Als weiteren Hingucker haben die Wirtschaftsbetriebe zum Pressetermin im Rheinpark die Zigarettenkippe als Sitzbank vor dem Graffiti platziert. „Kai Kippe“ wird allerdings nicht auf Dauer im Rheinpark bleiben: Zwei Sitzmöbel in dieser Gestaltung wechseln ihren Standort im Stadtgebiet bis Ende der Kampagne im Herbst 2022 mehrfach.

 

Einfach fallengelassen. Foto: Petra Grünendahl.

Auch online kann man den „Müllies“ nicht entkommen: Neben der Webseite machsrein.de sind Aktionen über Facebook und Instagram geplant. Ab dem 17. Mai steht die erste digitale Mitmachaktion in den Startlöchern. „Wir wollen die Menschen spielerisch erreichen“, erklärte Sarah Lampe von der Unternehmenskommunikation der Wirtschaftsbetriebe. Die Kampagne arbeitet mehrsprachig: Neben Deutsch auch in den Sprachen Türkisch, Arabisch, Rumänisch und Bulgarisch.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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