Steigenden Energie- und Rohstoffkosten sowie Fachkräftemangel nach Corona größte WirtschaftsrisikenVon Petra Grünendahl
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat die Ruhrwirtschaft größtenteils überwunden. Die Erwartungen liegen heute höher als vor dem Corona-Einbruch im Frühjahr 2020. Doch Sorgen machen den Unternehmen nach Corona wieder der Fachkräftemangel und jetzt auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, die erstmals als das größte Geschäftsrisiko eingeschätzt wurden: „Die Kombination aus Lieferengpässen und steigenden Preisen drosseln den Konjunkturmotor und sorgen dafür, dass die Ruhrwirtschaft nicht mit voller Drehzahl fahren kann“, brachte es Unternehmer Lars Baumgürtel, Vizepräsident der IHK Nord Westfalen auf den Punkt. Die Stimmung der Ruhrwirtschaft hat sich gegenüber der vorherigen Umfrage zum Jahresbeginn „spürbar aufgehellt“, so Baumgürtel, allerdings seien noch nicht alle Branchen gleichermaßen über den Berg. Die Industrie und teilweise auch Dienstleister hätten sich stärker erholt, für den Handel und andere Dienstleistungsbereiche liefen Geschäfte erst mit Verzögerung wieder an. Die Umfrage zeige Unsicherheit für eine künftige Entwicklung: „Das ist Gift für Investitionen“, stellte der IHK-Vizepräsident und Unternehmer klar. Er warnte: „Positive Entwicklung kann sich da sehr schnell umkehren!“

Stellten den Ruhrlagebericht vor (v. l.): die Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber (IHK zu Dortmund, auch Unternehmer in GE und anderen Orten) und Dr. Fritz Jaeckel (IHK Nord Westfalen), Lars Baumgürtel (Vizepräsident und Vorsitzender der Vestischen Gruppe der IHK Nord Westfalen, Geschäftsführer der ZINQ GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen), Kerstin Groß (Hauptgeschäftsführerin der IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen) sowie Dr. Jochen Grütters (stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Standorts Emscher-Lippe der IHK Nord Westfalen in Gelsenkirchen). Foto: IHK Nord Westfalen.
Fachkräfte mit berufspraktischer Ausbildung gesucht
Dabei hat sich aber in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen: die gesuchten Qualifikationen sind heute andere als noch 2016. Deutlich gestiegen ist die Nachfrage nach Fachkräften mit dualer Berufsausbildung (47,1 Prozent der Unternehmen suchen solche Mitarbeiter) oder Fachwirt / Meister (40,4 Prozent). Akademiker liegen mit 35,5 Prozent (2016 noch 41,5 Prozent) sogar hinter Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung (35,7 Prozent). Gesucht sind also primär Leute mit berufspraktischer Ausbildung und den entsprechenden praktischen Erfahrungen (Know-how).
Konjunkturumfrage der IHKs im Ruhrgebiet
Mehr zum 107. Konjunkturbericht der IHKs im Ruhrgebiet findet man hier: https://www.ihks-im-ruhrgebiet.de.
Grafiken aus dem Konjunkturbericht der Ruhr-IHKs Herbst 2021:
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Foto: IHK Nord Westfalen (1), Petra Grünendahl (1), Grafiken: IHK Nord Westfalen
Entdecke mehr von Duisburg am Rhein - Betrachtungen ...
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



RSS – Beiträge