Sowohl zur Pressekonferenz im Cafe Museum (Lehmbruck-Museum) als auch zur Übergabe der Aktenorder mit 79.149 Unterschriften an die Bürgermeister der Stadt Duisburg vor der Ratssitzung im Ratssaal war reichlich Presse erschienen. Hier sind schon mal ein paar Fotos, die mir aus der Knipse gefallen sind:
… habe ich – mit Einverständnis des Autors – aus dem Kommentar-Bereich von DerWesten.de übernommen:
Für eine würdige Gedenkstätte unter freiem Himmel bin ich uneingeschränkt. Auch die Bereitschaft von Kurt Krieger zu einer einvernehmlichen Lösung begrüße ich. Allerdings vermisse ich in der Argumentation die Vorteile beim Mogendorf Entwurf, woraus auch ein Kurt Krieger Nutzen zieht.
Es wurde versäumt eine Win-win Strategie zu fahren. Dabei ist dies nicht sonderlich schwer, wenn man die Sache durch die Brille eines Unternehmers sieht.
Man muss im Geschäftsleben was „bieten“, damit dein Gegenüber es abnickt.
Die Gedenkstätte am Ort muss mindestens 250 m2 umfassen, eher noch ein wenig mehr.
Warum?
Es ist gedanklich verkürzt, zu argumentieren, dort würden sich nur die Angehörigen aufhalten.
Mitnichten!
Bei jedem Jahrestag oder aber auch zwischenzeitlich haben wir an diesem Ort die Medien. Wir haben die Ministerpräsidentin, ihre Security, Fernsehteams mit den Kameras und dem ganzen Equipment, die Bild- und Textjournalisten. Ja bitteschön, wie sollen die alle dort reinpassen?
Krieger hat den Vorteil, wenn er diese stete Berichterstattung einplant bei der Gestaltung, immer eine kostenlose Werbung für sich und das Alleinstellungsmerkmal seines sozialen Engagements zu haben. Unternehmer mit Herz eben.
Dies bringt ihm mehr ein an Renditen als jede PR Kampagne.
Lernt zu sehen, wie euer Gegenüber sieht und ihr könnt ihn überzeugen. Macht mal ein Brainstorming. Welche Argumente gibt es noch?
Zum Beispiel, wenn Seelsorger dort eine Messe abhalten oder mit den Angehörigen beten wollen? Geht das in dieser Enge?
Kurt Krieger steht mit der Gestaltung seiner Möbelhäuser für weitflächige Lösungen. Hier aber soll im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus eine Gedenkstätte errichtet werden.
Passt doch nicht, Herr Krieger. Ikea würde den Angehörigen noch einen Inbusschlüssel in die Hand drücken und mit 70 m2 abspeisen.
Aber doch nicht ein Kurt Krieger, der sich von solchen Minimallösungen in seiner Philosophie unterscheiden will. Machen Sie es besser, Herr Krieger. Sie können es!
#4 von JuergenRohn , am 11.10.2011 um 13:43
Es ist der 24. Juli 2013: Heute dient die Gedenkstätte im Untergeschoss der Duisburger Freiheit anlässlich des Jahrestages als Gedenkkapelle. Erwartungsvoll schaut sich der „Hausherr“ um: Opfer der Katastrophe von vor drei Jahren sowie Hinterbliebene der 21 Todesopfer haben sich schon eingefunden. Der Gedenkgottesdienst wird in wenigen Minuten anfangen. Es wird langsam voll hier – aber nicht zu voll und zu dicht gedrängt für jene, die damals auf der Enge des vorhandenen Raumes um ihr Leben kämpften. Fast dezent im Hintergrund des weitläufig offenen, großen Raumes haben sich die TV-Teams mit ihren Fernsehkameras positioniert. Fotoreporter halten ihre Kameras im Anschlag. Schließlich ist es DAS Ereignis dieses Sommers!
Der nach oben offene „Gedenkraum“ ist bereits weitgehend fertig gestellt im Sommer 2013, während oben auf der Duisburger Freiheit noch die Baukräne stehen und dort vor allem am Innenausbau noch emsig gearbeitet wird. Die Gedenkstätte ist größer geworden als in den ersten Plänen: Eine Veranstaltung wie diese wäre sonst hier gar nicht möglich. Die Treppe nach oben mit ihrem monumentalen, weithin sichtbaren Glaskern endet noch auf einem ungestalteten Bauplatz. Oben sollen großzügige Grünzonen und Parkplätze entstehen zwischen den beiden großen Möbelhäusern. Die weitläufige, offene Gestaltung von oben setzt sich hier unten fort. Es kommt – trotz der anwesenden Presse – schon fast eine würdevolle Trauerstimmung auf, die für diesen Anlass angemessen ist. Die Gedenkstätte wird an diesem Jahrestag eingeweiht. Zum Jahresende sollen die Möbelhäuser oben auf der Duisburger Freiheit fertig sein und eröffnet werden, so die Vorstellung von Eigentümer Kurt Krieger. Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan. An diesem warmen Sommertag, der seit zwei Jahren als Gedenktag in Duisburg begangen wird, ruhen die Arbeit auf der Baustelle, obwohl es mitten in der Woche ist.
Der Wagen der Ministerpräsidentin fährt in der Unterführung Karl-Lehr-Straße am Zugang zur Gedenkstätte vor. Die Unterführung ist – wie zu den Gedenktagen üblich – für den Straßenverkehr gesperrt. Nur die VIPs kommen heute hier motorisiert (und mit Security-Eskorte) durch. Kurt Krieger geht zum Eingangsbereich: fast vier Meter breit ist der Zugang in einer Glasfassade, die den Abschluss des Raumes zur Unterführung bietet. Kameras sind auf den Berliner Unternehmer gerichtet, als er im Blitzlichtgewitter der Fotografen Hannelore Kraft begrüßt. Durch die seitlichen Fenster kann Krieger erkennen, dass sich auch die Limousine des Duisburger Oberbürgermeisters nähert. Auf Einladung der Opfer und Angehörigen ist er hier ….
Die Einweihung des Gedenkraumes wird heute zum Jahrestag nicht nur von den Opfern und Angehörigen begangen. Kurt Krieger als Hausherr auf der Duisburger Freiheit ist ebenso hier wie die Ministerpräsidentin, der Innenminister oder der Oberbürgermeister. Der Gedenkgottesdienst wird gleich von einem evangelischen und einem katholische Geistlichen gestaltet – das hat Tradition an der Gedenkstätte. Das Fernsehen wird heute Abend darüber berichten, die Tageszeitungen in ihrer morgigen Ausgabe. Nach dem Gottesdienst wird dieser Ort dann etwas ruhiger: Nur die Opfer und Angehörigen werden dann mit sich und ihren Gedanken hier zurück bleiben, um die wieder eingekehrte Ruhe zu genießen.
Möglich geworden ist diese frühzeitige Einweihung, dieser große Event zum Jahrestag, dem noch viele andere Jahrestage – und so mancher mit ähnlicher Medienpräsenz – folgen werden, durch das soziale Engagement des Berliner Unternehmers Kurt Krieger. Er hat in seine ursprünglichen Pläne für die Duisburger Freiheit einen Entwurf für eine geräumige und würdige Gedenkstätte integriert. Anstelle seines ersten, deutlich kleineren Gedenkraumes hat er hier die Vorstellungen und Wünsche von Opfern und Angehörigen aufgegriffen, ihnen beim Gedenken einen ausreichend weitläufigen, offenen Ort und vor allem „Luft zum atmen“ zu geben. Auch hatte er die Arbeiten an der Gedenkstätte etwas forciert, um den Opfern und Hinterbliebenen zum dritten Jahrestag einen angemessenen Ort für ihr Gedenken und ihre Trauer anbieten zu können.
Die helle, ansprechende und offene Gestaltung der Gedenkstätte erleichtert jenen, die das erste Mal diesen Ort besuchen, ihn zu finden. Und Besucher des Trauerortes gibt es seit fast drei Jahren täglich – 24 Stunden am Tag. Menschen, die bei der Loveparade dabei, aber nicht in dem großen Gedränge auf der Rampe zum Zeitpunkt der Katastrophe waren. Menschen aus Duisburg oder der näheren Umgebung, aber auch viele Fremde kommen: Menschen, die mit Duisburg und der Loveparade gar nichts zu tun haben – manchmal sogar von weit her. Sie wollen den Ort sehen und gedenken. Viele können nicht fassen, was hier gesehen ist. Immer noch kommen auch Fernseh-Teams hier her, um mit Opfern und Angehörigen zu sprechen und zu filmen. Der Ort ist es, und er wird es bleiben: ein Ort des öffentlichen Interesses!
Heute, zum Jahrestag, sind es – neben dem Hausherren Krieger und einigen wenigen wichtigen Persönlichkeiten – die Opfer und Angehörigen, die diesen Ort aufsuchen. Letztere sollen heute – vor allem im Anschluss an den Gottesdienst zur Einweihung – auch weitgehend unter sich bleiben können. Der Raum ist groß genug, sie alle einigermaßen komfortabel aufnehmen zu können. Einige leiden schließlich immer noch an den Folgen des Gedränges auf der damaligen Zugangsrampe zum Loveparade-Gelände. Außerdem bietet der Raum auch ausreichend Platz für die Presse: Zur Einweihung der Gedenkstätte ist sie hier mal wieder zahlreich auch mit Kameras und Equipment vertreten.
Kurt Krieger hatte das Gelände des Alten Güterbahnhofs im Jahr 2010 gekauft, um hier zwei Möbelmärkte zu errichten. Kurz danach kamen auf der an diesem Ort veranstalteten Loveparade 21 junge Menschen zu Tode, über 500 wurden zum Teil schwer verletzt und traumatisiert. Eine ganze Reihe von ihnen sind heute nicht mehr oder immer noch nicht wieder erwerbsfähig. Viele haben heute noch Probleme, sich in großen Menschenmengen zu bewegen. Bei Menschenpulks auf engem Raum kommen bei Vielen Erinnerungen hoch, die sie lieber vergessen würden … Der Treppenzugang von oben ist für all jene eine Hilfe, für die die dunkle Unterführung als Zugang zum Unglücksort immer noch der pure Horror ist. Kriegers Einverständnis und sein Engagement – zu dem er nicht verpflichtet war! –, diesen Ort in einer angemessenen Weise zu erhalten und zu gestalten, hilft ihnen, die Ereignisse von damals vielleicht irgend wann einmal zu verarbeiten.
Ein Traum? – Hoffentlich nicht! Oder zumindest nicht ganz, denn der Wunsch nach einer weitläufigen, offene Gedenkstätte, die jedem offen steht, verbindet unzählige Menschen mit den Opfern und den Angehörigen. Der Zeitpunkt der Fertigstellung fällt definitiv unter Träumerei: den dritten Jahrestag werden die Opfer und Angehörigen 2013 wohl eher inmitten einer Baustelle begehen … Ebenfalls ein Traum, wenn auch ein sehr schöner, bleibt der erste Entwurf: die Vision eines mit Klaus-Peter Mogendorf befreundeten Architekten …
Nachdem die gestrige Pressekonferenz gut besucht war, hat sie in den Medien entsprechendes Echo gefunden. Hier habe ich einen kleinen Pressespiegel aus Quellen im Internet zusammengestellt:
DerWesten.de / WAZ
Von Thomas Richter, 6. Oktober 2011 Wie sich Angehörige die Loveparade-Gedenkstätte am Ort der Katastrophe wünschen
Duisburg. Der Vater eines bei der Loveparade Verstorbenen hat einen Entwurf vorgestellt, der zeigt, wie sich die Angehörigen die Gedenkstätte wünschen. „Bislang sollte sie wie in einem Loch versteckt werden“, kritisierte der beteiligte Architekt Pläne des Möbel-Investors Krieger. Mehr …
DerWesten.de / WAZ
Kommentar von Thomas Richter, 7. Oktober 2011 Wie wichtig Mahnmal und Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer sind
Duisburg. Wie viele Denkmäler braucht es in dieser Stadt, um der Toten der Loveparade-Katastrophe zu gedenken? Diese ketzerisch formulierte Frage mag für Außenstehende ihre Berechtigung haben.
Fakt ist aber: Neben dem Mahnmal, das am östlichen Ausgang des Karl-Lehr-Tunnels errichtet wurde, ist auch eine würdige Gedenkstätte am Fuße der Rampe ein absolutes Muss. Dies ist nicht die Meinung irgendwelcher Nörgler, sondern die Haltung aller (!) Hinterblieben, die dort am 24. Juli 2010 einen Angehörigen verloren haben. „Der Fuß der Rampe ist der Ort, wo unsere Kinder gestorben sind. Das ist der Ort, wo wir uns hingezogen fühlen“, sagte Klaus-Peter Mogendorf, dessen Sohn Eike in den Massen sein Leben verlor. Mehr …
Rheinische Post Loveparade-Gedenkstätte soll Ort der Ruhe werden
VON CHANTAL FRANCO – zuletzt aktualisiert: 07.10.2011 Duisburg (RP). Einen Ort der Ruhe zu erzeugen, den man begehen und auf sich wirken lassen kann, an dem man die eigene oder nachgefühlte Angst verarbeiten kann – diese Absicht verfolgt ein alternativer Entwurf für die Loveparade-Gedenkstätte. Mehr …
Bild
Von ANDREAS NAAF, 7. Oktober 2011 Loveparade-Angehörige zeigen Entwurf „Wir wollen einen würdigen Gedenkort für unsere toten Kinder“
Duisburg – Es ist der Ort, an dem sie ihre Liebsten verloren – und genau hier wollen sie auch künftig um sie trauern können. Mehr …
Duisburgfans.de
Von Frank-M. Fischer, 6. Oktober 2011 Angehörige der Loveparade Opfer stellen Gedenkstätten Entwurf vor Klaus Peter Mogendorf aus Osnabrück ist der Vater von Eike Mogendorf, der im Alter von 21 Jahren bei der Loveparade Katastrophe am 24. Juli 2010 ums Leben kam. Klaus Peter Mogendorf hat Sorge, dass die Gedenkstätte für die Opfer des Unglücks nicht würdig sein könnte. Die bisherigen Gespräche mit dem Eigentümer des Geländes, Kurt Krieger haben keine zufriedenstellende Ergebnisse gebracht, auch wenn Mogendorf hier nicht konkret werden kann, da zwischen den Beteiligten Stillschweigen über den Inhalt vereinbart worden ist. Mehr …
Und von Frank-M. Fischer stammt auch dieses Video bei YouTube.
Studio 47 Angehörige erstellen eigenen Entwurf für Loveparade Gelände – von Kathrin Schliwa
Nach über einem Jahr ist die Loveparade immer noch aktuell. Derzeit geht es um die Bebauung des Geländes. Kurt Krieger möchte dort ein Möbelhaus errichten. Eine gedenkstätte für die Loveparade sei eingeplant. Jedoch entspricht sie nicht den Vorstellungen der Angehörigen der Opfer. Einer von ihnen entwickelte einen weiteren Plan, der die Wünsche berücksichtigt.
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Vater Klaus-Peter Mogendorf stellt seinen Entwurf für eine Gedenkstätte vor
„Wir haben auf unseren Appell zum Erhalt des historischen Ortes an der Rampe von der Stadt bislang keine Reaktion bekommen“, erklärte Lothar Evers. „Nicht einmal eine Eingangsbestätigung.“ Den Appell „den Ort des Leidens und der Trauer nicht zerstören“ hatten Hinterbliebene und Verletzte der Loveparade-Katastrophe und ihre Angehörigen im Mai 2011 initiiert. Im April war durchgesickert, dass der Ort zugeschüttet und überbaut werden sollte. „Uns wurde gesagt: Der Ort ist nicht erhaltbar“, erzählte Klaus-Peter Mogendorf, dessen Sohn Eike zu den 21 Todesopfern der Loveparade 2010 gehörte. Dagegen setzten sich Verletzte und Angehörige der Opfer zur Wehr. Eigentümer Kurt Krieger nahm dann im Juni Gespräche mit den Betroffenen auf.
Lothar Evers stellte heute auf einer Pressekonferenz im „Kleinen Prinzen“ zusammen mit Bauingenieur Klaus-Peter Mogendorf sowie dessen Chef, dem Architekten Klaus-Peter Spannhoff, einen Entwurf für die Gestaltung einer Gedenkstätte am Unglücksort vor. „Wir möchten zur Diskussion anregen“, so das Anliegen der Drei. Dieser Entwurf wird zunächst mit anderen Opfern, Angehörigen und Hinterbliebenen diskutiert und dann bei den Gesprächen mit Vertretern von Kriegerbau Projektentwicklung und der Stadt am 8. Oktober auf den Verhandlungstisch kommen. „Wir waren mit anderen Betroffenen vor Ort. Ich bin die drei Meter Breite abgeschritten und habe ihnen deutlich gemacht, wie eng und wie klein der Raum wird. Leute, die in der Enge auf der Rampe dabei waren, verkraften das nicht“, erklärte Mogendorf. „Die Leute müssen das Gefühl haben, frei stehen zu können.“
Der Entwurf, den Spannhoff und Mogendorf vorlegten, sieht eine ca. zehn Meter breite „Gedenkfläche“ vor, umgeben von den sechs Meter hohen Wänden wie sie heute an der Rampe stehen. Etwa 250 Quadratmeter groß wird die Gedenkstätte sein, unter freiem Himmel – ein zentrales Anliegen der Betroffenen. Das Stellwerk-Häuschen soll als weithin sichtbaren Landmarke erhalten bleiben. Ebenfalls gut sichtbar auf dem Gelände wäre eine Treppe mit einem monumentalen Glaskern. Diese Treppe ermöglicht den Zugang zur Gedenkstätte von oben. Unten von der Unterführung Karl-Lehr-Straße soll es einen zweiten offenen Zugang in einer Glasfront geben. Die Treppe zum Stellwerk-Häuschen soll ebenso erhalten bleiben, wenn auch nicht mehr genutzt werden können, wie die Wandtafel, an der heute die 21 Kreuze hängen. Erhalten bleibt ein Stück der alten Pflasterung, das meiste wird aber neu gestaltet. Eine schlichte Fläche aus weißem Perlkies markiert die Unglücksstelle (dort, wo heute Gras wächst) und soll als Kondolenzfläche mit Kerzen, Blumen oder ähnlichen Gedenkgaben bestückt werden können. Das Ganze wäre schon wie ein Raum gestaltet, aber oben offen – unter freiem Himmel. Der Raum würde auch nicht die volle Breite der heutigen Rampe einnehmen. Das wäre mit den Krieger-Plänen nicht vereinbar. Man will schließlich einen Konsens mit dem Eigentümer. Der Raum soll einfach, aber wirkungsvoll gestaltet werden: Schlichte, überwiegend helle Gestaltungselemente vermitteln Ruhe für jene, die trauern, gedenken oder eben nur den Ort auf sich wirken lassen wollen. Überdachte Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen. „Dieser Raum bietet zudem viel Platz, wenn am Jahrestag viele Angehörige und Opfer gleichzeitig hierher kommen“, so Spannhoff. Da wären die 70 Quadratmeter Gesamtfläche der Krieger-Pläne schnell wegen Überfüllung geschlossen.
Die Vorschläge, die Kriegerbau bislang den Opfern, Angehörigen und Hinterblieben präsentiert hat, sind für die Betroffenen – besonders für die Verletzten und Traumatisierten – nicht akzeptabel: knappe drei Meter breit, von Gelände oben kaum zu sehen und mit einem einzigen Zugang von der Unterführung Karl-Lehr-Straße aus. Klein, eng, ein dunkler Zugang – ein schlichter Horror für jene, die heute noch unter der Enge von damals leiden! „Wir hätten die Pläne praktisch nur abnicken können, aber Krieger ist offen für Lösungen“, so Mogendorf, der lieber aktiv gestaltet – und aus diesen Grund einen eigenen Entwurf vorstellt, der die Wünsche und Bedürfnisse von Angehörigen und Opfern widerspiegelt. Sein Entwurf auf der dreieinhalbfachen Fläche würde nur ca. 35 Prozent mehr kosten als die von Kriegerbau angedachte Version, rechnete Architekt Spannhoff vor. „Aus unseren Plänen kann man was machen, was auch in Kriegers Planungen passt“, bekräftigte Spannhoff.
Außerdem greift dieser Entwurf einer Gedenkstätte nur unwesentlich in die bislang von Krieger vorgelegten Pläne ein: die Straße und der Radweg, die die Gedenkstätte oben auf dem Gelände säumen, müssen ein wenig nach außen verlegt werden – die Öffnung nach oben wird mit dem größeren Raum unten ja auch größer. Zwei Parkplätze würde es dadurch weniger geben, so Spannhoff. Optisch bedeutet es auf jeden Fall eine Aufwertung, denn statt eines dunklen Loches (von 70 Quadratmetern) würde dort unten ein ansprechend gestalteter Ort auf jeden Fall mehr Eindruck auf einen Betrachter machen.
Zu verstecken braucht man diesen Ort dann nicht – und so gut verstecken könnte man ihn auch auf 70 Quadratmetern nicht, dass nicht Leute, die ihn suchen, auf jeden Fall finden würden … Und mit Leuten, die den Unglücksort aus den unterschiedlichsten Gründen aufsuchen, – das zeigt die Erfahrung an der provisorischen Gedenkstätte – ist jederzeit zu rechnen: „Unsere Gedenkstätte steht jedem offen“, erklärte Mogendorf. Keine verschlossenen Türen, denn Besucher der heutigen provisorischen Gedenkstätte kommen nicht nur sieben Tage die Woche, sondern auch 24 Stunden am Tag: Nicht nur Opfer, Angehörige und Hinterbliebene, sondern vielfach „völlig Unbeteiligte und Fremde“. Auch ihnen soll dieser Ort des Gedenkens offen stehen.
Fazit: Alles in allem ist dies eine Lösung, mit der beide Seiten – Kurt Krieger ebenso wie die Hinterbliebenen und Verletzten – gut leben können. Eine Gestaltung in dieser Form kostet Krieger nur wenig mehr Geld, bringt ihm aber einen ungeheuren Image-Gewinn und wertet das Gelände insgesamt auf. Und es ist auf jeden Fall ein angemessener würdiger Ort des Gedenkens!
Duisburg, 04.10.2011. Wie wird die Rampe, auf der die meisten der 21 Todesopfer der Duisburger Loveparade tödlich verletzt wurden, in das Gelände „Duisburger Freiheit“ integriert? Was davon wird übrig bleiben? Der Vater eines Todesopfers, ein Ingenieur, will eigene Pläne vorstellen.
Klaus Peter Mogendorf verlor bei der Loveparade seinen Sohn Eike. Er kritisiert, wie Stadtdirektor Greulich und Möbel-Investor Krieger bislang über die Loveparade-Gedenkstätte verhandeln. Am Donnerstag will Ingenieur Mogendorf eigene Pläne vorstellen.
Bei ihren Beratungen im Duisburger Rathaus am 9. September vereinbarten alle Beteiligten ein Schweigeabkommen. Am kommenden Samstag, 8. Oktober, treffen sich Stadtdirektor Dr. Peter Greulich, Vertreter von Grundstückseigentümer Kurt Krieger und Hinterbliebene der Loveparade-Opfer erneut, um sich über die Loveparade-Gedenkstätte am Ort der Katastrophe auszutauschen. Denn eine von den Angehörigen und anderen Opfer-Vertretern akzeptierte Lösung war auch bei ihrem zweiten Treffen nicht präsentiert worden. Noch immer nicht. Mehr …
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Nicht zum ersten Mal äußert sich Klaus-Peter Mogendorf zu diesem Thema. Schon am 22. August 2011 wurde er in einem Artikel auf DerWesten.de zitiert: Loveparade-Gedenkstätte: Angehörige befürchten „Bunker“ statt Loveparade-Gedenkstätte. Duisburg, 22.08.2011, Philipp Wahl. Mehr …
Seine Vision hatte ein befreundeter Architekt zu Papier gebracht.
DerWesten.de veröffentlichte die Zeichnung:
Dieser Entwurf sollte bei Realisierung allen beteiligten Interessen gerecht werden – denen der Opfer, Hinterbliebenen, Angehörigen und aller anderen Trauernden und Gedenkenden ebenso wie denen des Investors oder der Stadt. Man kann und man darf der Ort der Trauer und des Gedenkens nicht begraben. Menschen, die ihn besuchen wollen, finden ihn trotzdem …
Ihren Gang an die Öffentlichkeit (trotz Schweigeabkommens) begründen Klaus-Peter Mogendorf und Lothar Evers in dem DerWesten.de-Artikel wie folgt: „Die Verhandlungen zur Bebauung des Loveparade-Geländes finden bisher weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bisher ist lediglich bekannt, dass der Investor Kriegerbau den Tunnel über der Karl-Lehr-Straße verlängern und von dort Zugang zu einem Gedenkraum gewähren will. Ein solcher beengter Raum scheint uns nicht geeignet, den Wunsch zahlreicher Betroffener, den Ort weitgehend authentisch zu erhalten zu erfüllen.“
Eine Gedenkstätte unter freien Himmel, die Rückschlüsse auf die Enge des Ortes zur Zeit der Katastrophe zumindest andeutet: Eine Gedenkstätte in dieser Form wünschen sich nicht nur die unmittelbar Betroffenen (Opfer, Angehörige und Hinterbliebene), sondern jeder, der diesen Ort erhalten will. Eine ansprechende Gestaltung wiederspricht ja nicht dem Zweck des Ortes, an das Leid zu erinnern und der Opfer zu gedenken!
Zum Tag der Deutschen Einheit öffnet das Rathaus am Burgplatz am Montag, 3. Oktober, von 11 bis 18 Uhr bereits zum vierten Mal seine Pforten zum Tag der offenen Tür.
Mitglieder des Rates bieten auch in türkischer Sprache Führungen durch das historische Gebäude an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf einem vorbereiteten Rundweg das Haus auf eigene Faust zu erkunden. Alle offiziellen Räume können besichtigt werden.
Zu sehen sind unter anderem der große Ratssitzungssaal, das Mercatorzimmer mit der Amtskette des Oberbürgermeisters und dem Goldenen Buch, das Dienstzimmer des Oberbürgermeisters, das Sitzungszimmer des Verwaltungsvorstandes, der Franz-Haniel-Hof und der historische Trausaal. Auch die den Duisburger Städtepartnerschaften gewidmeten Sitzungssäle sind geöffnet.
Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. In der Rathauscafeteria werden Kaffee und Kuchen angeboten. Die Duisburg Marketing Gesellschaft ist mit einem Infostand vertreten.
Pressemeldung der Stadt Duisburg vom 28. September 2011
Dazu äußerte Werner Hüsken auf Facebook: „Ich denke ich werde mir ne Genemigung zum Unterschriften Sammeln für den Montag holen. Geht mal alle schön hin und stellt IHM Fragen.“ Dem ist wohl nicht mehr viel hinzuzufügen außer: Leute, holt die Anti-Sauerland-T-Shirts vom letzten Jahr wieder raus!
Nachdem ich den schon bei Facebook mit „copy&paste“ geteilt habe, hier noch mal für den Rest der Welt:
Ein Duisburger fährt mit der Bahn. Auf einmal fährt der Zug die Böschung runter, am Fluss entlang, die Böschung wieder hoch und zurück auf die Schienen. Da fragt der Duisburger den Schaffner: “Hören Sie mal, der Zug ist gerade die Böschung runter, am Fluss entlang, die Böschung wieder hoch und zurück auf die Schienen. Was war denn los?” “Keine Ahnung”, antwortet der Schaffner, “da müssen Sie mal den Zugführer fragen.” Der Duisburger geht nach vorne zum Zugführer und fragt: “Hören Sie mal, der Zug ist gerade die Böschung runter, am Fluss entlang, die Böschung wieder hoch und zurück auf die Schienen. Was war denn passiert?” Der Zugführer antwortet darauf: “Auf den Schienen stand A. S.” – “Ja, aber da fährt man doch einfach drüber!” meint der Duisburger. Der Zugführer erwidert: “Da haben Sie vollkommen Recht, aber der Typ lief die Böschung runter, am Fluss entlang, die Böschung wieder hoch und zurück auf die Schienen.”
Wer noch einen GUTEN Sauerland-Witz hat, darf ihn hier gerne posten ;-). Danke, Werner Jahn: Du hast mich auf die Idee gebracht, ihn hier einzustellen …
Und hier ist noch ein Stoßgebet von Maria S. (auch von Facebook):
Lieber Gott,
nachdem Du mir meine Lieblingsschauspielerin Elisabth Taylor, meinen Lieblingssänger Michael Jackson und nun meinen Lieblingskomiker Loriot genommen hast, wollte ich Dir nur mitteilen: … Mein Lieblingspolitiker ist Adolf Sauerland!
9/11, der 11. September 2001 – ein Tag des Schreckens Es war eine andere Dimension des Schreckens, die Bilder berühren mich heute noch so wie damals!
Ich war in Frankfurt, auf der IAA, in der Warteschlange, um meinen ersten Satz Presseunterlagen nach Hause zu schicken, als die Flugzeuge ins World Trade Center flogen. Auf dem Rückweg in die Hallen sprach mich ein Kollege an, ob ich schon gehört hätte …
Auf einen Schlag war die IAA tot. Wer die IAA kennt (außer eben halt in 2001), kann sich das gar nicht vorstellen. Pressekollegen standen Dienstagnachmittag (das war der 11. September) in den Hallen um Fernsehgeräte herum und folgten der Berichterstattung. Das große Spektakel, mit welchem sich die Automobilindustrie alle zwei Jahre in Frankfurt präsentiert, interessierte keinen mehr. Keine Bühnenshows mehr, keine laute Musik.
Ich hatte eine Einladung zu einer Veranstaltung in der Siesmayerstraße, hinten am Ende der Straße im Palmengarten. Vorne am Anfang, Haus Nummer 1: das amerikanische Generalkonsulat. Ein großes Polizeiaufgebot schützte das Konsulat. Die Straße war an dieser Stelle gesperrt. Also fuhr ich einmal ums Karree – ohne Navi damals – als Ortsunkundiger … Den Palmengarten fand ich trotzdem. Auch hier war das Entsetzen spürbar und natürlich die Diskussion: Hätte man die Veranstaltung absagen sollen? Sollte man vielleicht die ganze IAA abblasen? – Zurück im Hotel guckte ich noch bis tief in die Nacht Fernsehen. Immer wieder die gleichen schrecklichen, aber auch unfassbaren Bilder, über denen ich schließlich einschlief …
Dienstagabend fanden noch weitgehend die Abendveranstaltungen statt, Mittwoch und später wurde dieses alles abgesagt. Die IAA ging allerdings weiter, wenn auch mit Trauerflor. Am Mittwoch, dem zweiten Pressetag, gab es Bombenalarm an der Frankfurter Messe: Trittbrettfahrer wollten eine Bombe am Messeturm platziert haben, eine zweite in einer der Ausstellungshallen. Beides waren bekanntermaßen Fehlalarme, sie drückten aber die Stimmung weiter … 🙁
In beiden Berichten fällt folgender Satz auf: „Nur wenige Einzelheiten zum neuen Entwurf wurden bekannt. So soll der Zugang zum Gedenkraum aus dem Tunnel der Karl-Lehr-Straße erfolgen. Der Raum selber soll sich nach hinten trapezförmig weiten.“
Das stammt wörtlich so aus der Meldung von dapd, die DerWesten.de in voller Länge (mangels eines „eigenen“ Berichtes) veröffentlicht bzw. die Rheinische Post ja wohl als Grundlage für ihren Artikel genommen hat.
Dieser Satz lässt darauf schließen, dass im Innenraum einer zugeschütteten Rampe ein Gedenkraum geschaffen werden soll. Nicht unter freiem Himmel, sondern versteckt und begraben … Das kann doch wohl nicht im Sinne derer sein, die hier einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens erhalten wollen! Dieser Ort – wie auch immer er dann gestaltet wird – gehört an die Öffentlichkeit. Niemand sollte ihn im Dunkel der Unterführung, die dann noch länger, dunkler, beängstigender wäre, suchen müssen!
Und noch etwas …
Schon heute wäre übrigens ein Tempolimit von 30 km/h in der Unterführung angebracht: Häufig kommt es wegen abbremsender Fahrzeuge an der Rampe zu Beinahe-Unfällen. Je dunkler und je schlechter die Sicht auf den Unglücksort, umso gefährdeter sind diejenigen, die meinen, mit Tempo 50 dort konstant durchfahren zu können … Nur mal so nebenbei bemerkt!
Viel schlimmer an der Sache ist ja, dass Adi so viel Geld gar nicht hätte ausgeben dürfen ohne Zustimmung des Stadtrates. Durch die altbekannte Trickserei (1) sollte die Summe verschleiert werden! Auch wenn Adi für die Genehmigung einer nicht genehmigungsfähigen Veranstaltung NOCH NICHT auf der Anklagebank sitzt (kann aber noch kommen), gehört er dort aber zumindest für die Veruntreuung und Unterschlagung von Steuergeldern hin!
Adolf Sauerland
Klein-Adi hat …
– Druck gemacht, um diese nicht genehmigungsfähige Veranstaltung genehmigt zu kriegen,
– getrickst, um eine Finanzierung sicher zu stellen, die die Bezirkregierung einer Pleite-Stadt nie genehmigt hätte, und dann auch noch
– eigenmächtig ein Gefälligkeits-Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Stadt nie bezahlen dürfte, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.
Also noch einmal TTT (tricksen-täuschen-tarnen): Wir nehmen von dem Geld, welches den Opfern zusteht, splitten die Summe regelwidrig, dass der Stadtrat nichts genehmigen muss und schwupp:
Adolf Sauerland und die Stadt Duisburg haben die per anwaltlichem Gutachten bestätigte „weiße Weste“ …
Um jeden Euro, der sinnvoller ausgegeben ist, müssen Stadtmitarbeiter betteln … Aber Klein-Adi wirft das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus. WIDERLICH!
In der freien Wirtschaft würde der „Auftraggeber“ bei einer solch eigenmächtigen Aktion zur Rechenschaft gezogen – von seinem Boss oder vom Aufsichtsrat. Aus eigener Tasche müsste Adi, der Große, das Gutachten bezahlen müssen ….
Und davon, dass ihn der Wähler zur Rechenschaft zieht, träume ich auch noch! Ich weiß: Unverbesserlicher Optimist, aber anders ist das nicht zu ertragen!
*(1) Wie schon bei den angeblichen externen Sponsoren der LoPa, die nichts anderes waren als Tochter-Gesellschaften der Stadt Duisburg!
Ja, holla die Waldfee: Adolf S. hat getrauert? Um wen denn?
Viel eher hatte man – hatte ich – den Eindruck: Klein-Adi bemitleidet … in erster Linie sich selbst!
Adolf S. will wieder zu Tagesordnung übergehen!
Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen:
Da sind die Todesopfer und deren Hinterbliebene, die nicht nach einem Jahr zur Tagesordnung übergehen können, als wäre nie etwas passiert!
Und was ist mit Verletzten und Traumatisierten, die den Rest ihres Lebens immer an den 24. Juli 2010 in Duisburg erinnert werden …?
Diese Leute, von denen viele niemals wieder zu Tagesordnung übergehen können, sind Opfer eines Profilneurotikers, der sich im Erfolg einer Veranstaltung sonnen wollte. Dafür hat er alle Warnungen, von denen es im Vorfeld REICHLICH gab, in den Wind schlagen. Und er hat diese Veranstaltung und deren Genehmigung, die nie hätte erteilt werden dürfen, gegen jede Vernunft und unter Inkaufnahme von Toten und Verletzten durchgeprügelt! Pfui Teufel!
Wenn er schon selber keine Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zieht, bekommt er hoffentlich von der Wählerschaft in absehbarer Zeit die Quittung: ABWAHL!!!
Adolf S.’s Tagesordnung: Gott steh‘ uns bei – der will so weitermachen wie bisher …
Dann ist die nächste Katastrophe vorprogrammiert, denn es ist doch zu erwarten, dass Adolf S. bei nächster Gelegenheit wieder alle Warnungen vor Toten und Verletzten in den Wind schlägt, um sich im Erfolgsfall auf die Schultern klopfen zu lassen!
Eigentlich hatte ich im Internet für eine andere Geschichte ganz andere Bilder gesucht, aber irgendwie bin ich dann trotzdem bildertechnisch an der Karl-Lehr-Straße an der Rampe gelandet …
Diese Fotos stammen von GoogleStreetView, also aus dem Jahr 2008: Karl-Lehr-Straße, Rampe, der Weg zum Alten Güterbahnhof …
Schon komisch, sich jetzt die alten Bilder anzugucken, wenn man die Rampe jetzt anders kennt … und – wie ich – vor der Loveparade nur ein einziges Mal durch den Tunnel gefahren bin. Allerdings lebe ich auch erst seit etwas über drei Jahren in Duisburg …
Ich war nicht das erste Mal an der Rampe, aber es war das erste Mal abends … und das erste Mal an einem 24. des Monats. Ich wusste, dass ich bei dieser Gelegenheit Leute treffen würde, die regelmäßig dort sind. Jeden Monat am 24. mit einer Aktion und ansonsten täglich zur Pflege der provisorischen Gedenkstätte. Die provisorische Gedenkstätte hatten sie vor über einen Jahr angelegt, nachdem bei der Loveparade auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs auf der Zugangsrampe 21 junge Menschen gestorben waren. Zum Einbruch der Dunkelheit zünden Mario, Johann und Willi heute im Tunnel auf beiden Seiten Kerzen an: Licht im Tunnel.
Seit dem 27. Juli 201 ist die Gruppe um Kornelia Hendrix dort aktiv. Die nennen sich „Never Forget den Opfern der Loveparade“. Seit Februar sind sie ein eingetragener Verein und gemeinnützig. Sie wollen jenen eine Heimat und einen Ort geben, die der Katastrophe gedenken. Dieser Kreis ist groß. Und er beschränkt sich nicht auf die Angehören und Hinterbliebenen der Opfer (Toten) oder auf die Verletzten und Traumatisierten. Das macht dieser Abend an der Rampe – mehr als frühere Besuche dort – deutlich.
Dieser Ort hier ist wichtig! Hier gedenken die Menschen – nicht gute 300 Meter weiter, wo das „Mahnmal“ steht. Zur Rampe kommen eine ganze Reihe unterschiedlichster Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen … an diesem Abend wie an so vielen anderen Tagen und Abenden auch. Manche fahren auch nur vorbei, bremsen, gucken und fahren weiter, wenn sie Leute vor Ort sehen. Es gibt viele, die nur im Dunkeln kommen und alleine sein wollen an diesem Ort. Hat es übrigens von Anfang gegeben, hatte mir damals einer der Notfallseelsorger erklärt – in den ersten Tagen „danach“ …
Die Trauer zeigt ein Gesicht
Dieser Ort, die Rampe, ist zumindest an manchen Stellen nicht mehr so trostlos und dreckig wie am 24. Juli 2010. Die frische, gepflegte Rasenfläche, die leuchtenden Blumen, die täglich gegossen werden, geben der Stelle des Unglücks heute ein freundlicheres Bild. Grableuchten, Fotos der Verstorbenen, Briefe und Trauergaben – man spürt die Trauer der Menschen an diesem Ort. Auf den Stufen der steilen Treppe stehen 21 Holzkreuze mit den Vornamen der Toten.
Offene Briefe neben den Fotos belegen die Trauer der Angehörigen – und ihre Wünsche: „Jetzt können wir nur noch […] darum kämpfen, dass eine würdige Gedenkstätte genau hier entsteht, wo unsere Kinder in der tödlichen Enge mit all ihrer Kraft vergeblich um ihr Leben gekämpft haben“, steht dort zum Beispiel geschrieben. Die Zeilen stammen von den Eltern eines getöteten damals 21-Jährigen – zum Heiligabend 2010 … Weiter rechts daneben ist eine rechteckige Steinplatte in den Boden eingelassen. Darauf steht das Foto einer damals 21-jährigen Frau mit ein paar Zeilen ihrer Angehörigen, Blumen, Grabkerzen – auch hier lebendiges Gedenken an einen geliebten Menschen!
Auf der anderen Seite der Rampe ist die Zeit stehen geblieben: Ungepflegt und dreckig, verdorrte Gräser. So sah es dort schon vor einem Jahr aus, auch am 24. Juli 2010. So sähe die ganze Rampe aus, wenn sie lediglich als historischer Ort erhalten bliebe – „roh und ungestaltet“, wie Lothar Evers in mehreren Foren-Diskussionen geäußert hat. Lothar Evers steht als „V.i.S.d.P.“ (Verantwortlich im Sinne des Presserechts) unter einem „Appell der Angehörigen und Hinterbliebenen“. Außerdem ist er Ehrenmitglied bei Massenpanik-Selbsthilfe e. V. „Roh und ungestaltet“ – so fordert es genau genommen, wenn auch nicht wörtlich, der „Appell der Angehörigen und Hinterbliebenen“: Nur die Rampe als historischer Ort. Eine Gedenkstätte an diesem Ort ist in dem Appell nicht erwähnt. Die kahle Rampe. Tot. Unwirklich. Kalt. Schäbig. Nicht einmal Friedhöfe sehen so trostlos und … leblos aus!
Angehörige kommen regelmäßig
Angehörige der Verstorbenen waren an diesem Abend nicht da. „Einige von ihnen erscheinen hier aber regelmäßig“, erzählt Dirk Schales, zweiter Vorsitzender von Never Forget. Er ist häufig hier, mehrmals die Woche. Andere aus seinem Verein sogar täglich: Die Blumen wollen gegossen, die Kerzen wieder neu angezündet werden. Die „Nevers“ kennen die Angehörigen der Opfer ebenso wie andere regelmäßige Besucher dieses Ortes der Trauer und des Gedenkens.
Inwieweit unter den Besuchern dieses Abends Verletzte oder Traumatisierte sind, ist nicht auszumachen. Nicht mit jedem kann man sprechen. Manche wollen kein Gespräch, bleiben allein oder „unter sich“, wenn sie zu mehreren kommen. Unter sich bleibt zum Beispiel eine Gruppe mit zwei jungen Mädchen und einem jungen Mann. Das eine Mädchen scheint – ihrer Gestik nach zu urteilen – bei der Loveparade und möglicherweise auch zur Unglückszeit auf der Rampe dabei gewesen zu sein …
Manch einer aus der näheren Umgebung ist – genau wie ich – nicht zum ersten Mal hier. Viele Menschen kommen hierher zum Gedenken, zur Trauer, ohne bei der Loveparade gewesen zu sein. Was geschehen ist, hat dennoch auch bei ihnen Spuren hinterlassen. Sie suchen diesen Ort auf, weil dieser Ort für die Katastrophe steht. Für Tote, Verletzte und … vielleicht auch für das Versagen einer Verwaltung, deren oberster Chef bis heute seiner Verantwortung nicht gerecht wird.
Andere kommen – allein oder in Begleitung – zum ersten Mal. Diejenigen, mit denen man ins Gespräch kommt, wundern sich, wie klein die Rampe eigentlich ist. Im Fernsehen und auf den Zeitungsfotos sah alles viel größer aus, breiter, geräumiger. Die Weitwinkelobjektive der Kameras haben die Bilder des Geschehens verzerrt: Medienwirklichkeit trifft Realität.
Ort der Stille – aber auch der Kommunikation
Einige Menschen wollen reden. Müssen in Worte fassen, was sie bewegt. Wir kommen mit zwei Ehepaaren mittleren Alter ins Gespräch. Die eine Frau stammt aus Rheinhausen und hat vor Jahrzehnten nach Süddeutschland geheiratet. Die Katastrophe des letzten Jahres hat sie und ihren Mann sehr erschüttert. Duisburg war schließlich ihre Heimat. Natürlich interessiert sie, wie es nach der Loveparade in Duisburg weiterging. Sie wollen wissen, was hier mit der Rampe passieren wird. Dass ein „gewisser Personenkreis“ die Rampe liebend gerne zuschütten möchte (damit alle Spuren der Katastrophe beseitigt und begraben werden), lässt die beiden Paare ebenso mit dem Kopf schütteln wie die Tatsache, dass der verantwortliche Oberbürgermeister immer noch im Amt ist. Von „Amt und Würden“ kann man angesichts des laufenden Abwahlverfahrens ja wohl nicht mehr sprechen. Dass dieses immerhin läuft, lässt die „Süddeutschen“ dann doch wieder an Gerechtigkeit glauben … 😉
Nein, ich rede nicht von Helmut Kohl ;-), sondern vom unserem Bärtigen am Burgplatz: Der sitzt die ganze Geschichte doch tatsächlich immer noch aus! Und meint wohl auch immer noch, damit durchzukommen …
Schlimm genug, dass sich in diesem Punkt in über einem Jahr immer noch nichts getan hat. Und die Staatsanwaltschaft ist über den Punkt, den ich schon vor über einem Jahr beanstandet hatte („Dieses Gelände war für eine Veranstaltung wie die Loveparade überhaupt nicht geeignet! Die Genehmigung hätte nie erteilt werden dürfen!“) bis heute nicht hinaus gekommen. Umso schlimmer finde ich, dass ähnliches auch von anderer Seite schon vor über einem Jahr geäußert wurde. Jetzt habe ich mal in so einigen „alten Fundstücken“ noch einmal geblättert und finde sie heute so aktuell wie damals …
[10.34 Uhr] Lieberberg gibt inkompetenten Organisatoren die Schuld
Für den Konzertveranstalter Marek Lieberberg haben Profilierungssucht der Stadt Duisburg und eine amateurhafte Organisation die Loveparade-Katastrophe mit 19 Toten ausgelöst. Das „war keine höhere Gewalt wie ein Treppeneinsturz oder ein Unwetter, sondern das Ergebnis eines verhängnisvollen Zusammenwirkens von völlig überforderten Behörden und inkompetenten Organisatoren, die weder mit derartigen Großveranstaltungen vertraut noch in der Lage waren, auf Notsituationen zu reagieren.“
Aus Sicht Lieberbergs war das Konzept eines einzigen Ein- und Ausgangs „eine Todesfalle“. Sämtliche Grundlagen für Versammlungen seien missachtet worden. „Ein einziger Eingang über einen Tunnel ist nach der Gesetzeslage eigentlich überhaupt nicht zulassungsfähig. Aber offensichtlich wollten die Verantwortlichen der Stadt Duisburg die Veranstaltung um jeden Preis und haben deshalb offensichtlich über alle notwendigen Sicherheitserwägungen hinweggesehen.“
Der Ordnungsdienst hätte die Besucherströme leiten müssen. „Nach meinem Eindruck hätten bei einem Event dieser Größenordnung mindestens 4000 bis 5000 Ordner im Einsatz sein müssen. Es kann sich tatsächlich nur um einen Bruchteil dieser Anzahl, vielleicht 1000, gehandelt haben.“ Außerdem müsse deren Professionalität entschieden angezweifelt werden. „Eher waren es wohl völlig unerfahrene Helfer, deren einzige Qualifikation im Tragen eines T-Shirts bestand.“
Völlig gefehlt haben laut Lieberberg stabile Ein- und Auslassschleusen. Ein einziger Tunnel und Notausgänge über die Autobahn seien „von vorneherein ein Rezept für den Untergang“ gewesen. „Bei Gefahr im Verzug muss der Veranstalter einschreiten, um auf bestimmte Situationen spontan zu reagieren. Natürlich setzt dies Kompetenz und Erfahrung voraus.“
Überdies erinnerte Lieberberg daran, dass Polizisten bei Großveranstaltungen nicht als Ordner eingesetzt würden, sondern für Notfälle und die Regelung des Verkehrs bereitstünden. (dpa)
Und wie man heute weiß, waren von den in der Genehmigung verlangten 1.000 Ordner gute 40 Prozent nicht einmal zum Einsatz erschienen!
Mein Bruder war am Samstag vor Ort im Einsatz, etwa 500 Meter von der Stelle weg, wo sich die Tragödie ereignet hat. Er war als Bundespolizist vor Ort, ohne genaue Ortskenntnisse zu erhalten. Es gab extreme Probleme der einzelnen Einheiten der Bundespolizei, mit den anderen Kräften vor Ort in Kontakt zu treten. So wurden seine Kollegen zum Beispiel nicht darüber informiert, dass das Gelände am Güterbahnhof geschlossen war. Daher wurde auch nicht versucht, den Zustrom durch den Tunnel zu verhindern, was, seiner Meinung nach, den Tod der Menschen verhindert hätte, da es nicht zu solchen unglaublichen Zuständen im Tunnel gekommen wäre. Selbst nachdem dort bereits ein solches Gedränge herrschte, sah es bei Ihnen nicht danach aus, da sie ja nicht soweit sehen konnten und eben, wie beschrieben, keinerlei Infos von den Einsatzkräften vor Ort bekamen. Darüber hinaus bekamen sie auch vor Ort keine Einweisung für eventuelle Notfälle, es war wohl schlicht kein Notfallplan vorhanden. Auch nach dem Unglück war es zunächst nicht möglich, zu erfahren, was los ist, wodurch natürlich Rettungskräfte nicht zügig Zugang zur Unfallstelle hatten, da mein Bruder und seine Kollegen nicht wußten, wo es und was passiert war und wie vorzugehen ist. Das sogenannte Sicherheitskonzept, was laut dem Oberbürgermeister gegriffen hat, gab es einfach nicht. Der Kommentar meines Bruders: „Ich habe in meiner ganzen Dienstzeit noch nie so eine chaotische Organisation erlebt. Meinen Kollegen und mir war irgendwie klar, dass hier und heute etwas Schlimmes passieren wird. Nicht mal ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen bei einfachen Vorkommnissen ist möglich gewesen. Die Einsatzleitung und die Verantwortlichen haben auf ganzer Linie versagt und wir müssen mit dem Gedanken klar kommen, dass unser unverschuldetes Fehlverhalten letzten Endes Menschen das Leben gekostet hat. Meine Kollegen und ich sind nervlich total am Ende.“
Der dort (von Papa Alex, ich schließe mich dem aber nach wie vor uneingeschränkt an!!!) getätigte Aufruf ist leider bis heute ungehört verhallt: „Herr Sauerland, auch diesen Menschen gegenüber stehen Sie in der Pflicht! Hören Sie auf rumzueiern und ziehen Sie die logischen Konsequenzen!“
Auf dass die Taschen jetzt endlich anfangen zu plaudern 😉
Das dürfte sehr aufschlussreich werden. Und wenn mehrere es tun, wird auch der „Druck von oben“ sehr glaubhaft!
Der Westen.de Loveparade-Beteiligte sollen Versäumnisse benennen
Loveparade 2010 in Duisburg, 12.08.2011, Hubert Wolf (DerWesten.de)
Bochum. Der Kriminologe Professor Thomas Feltes will Schwung in die Ermittlungen zur Loveparade bringen. Bisher sei „eine Mauer des Schweigens“ aufgebaut worden. Jetzt sollten alle Beteiligten „Schwachstellen, Probleme, Fehler und Versäumnisse“ offenbaren.
Der Kriminologe Professor Thomas Feltes appelliert an alle Beteiligten der Loveparade-Planung und des Unglücksnachmittags, sich mit eventuellem Wissen über „Schwachstellen, Probleme, Fehler und Versäumnisse“ zu offenbaren. Dies würde sich bei einem eventuellen Strafverfahren positiv auswirken, „und Sie erweisen den Opfern einen Dienst, den diese längst verdient haben“.
Ausdrücklich appelliert Feltes nicht nur an die bisher 16 Beschuldigten bei Stadt, Polizei und Lopavent, sondern an alle, die etwas mitbekommen haben. Beschäftigte genössen „entsprechenden Schutz, wenn sie Missstände bei ihrem Arbeitgeber aufdecken“. Sie sollten sich dazu an einen unabhängigen Anwalt wenden oder die Staatsanwaltschaft.
Bisher habe die Stadt Duisburg „eine Mauer des Schweigens aufgebaut“, so Feltes: „Das ist so gewünscht. Natürlich gibt es keine schriftliche oder explizite Anweisung, aber dann lässt man eine Bemerkung fallen oder deutet etwas an, und dann wissen die Mitarbeiter, was gemeint ist.“ Der Strafrechtsprofessor hatte unmittelbar nach dem Unglück vom Juli 2010 betroffenen Studenten aus dem Ruhrgebiet Rat und Hilfe bei Studienproblemen angeboten und vertritt den Vater einer getöteten Studentin strafrechtlich in der Nebenklage.
Feltes: „Uns läuft die Zeit weg“
Die Staatsanwälte müssten verstärkt werden, die an dem Fall arbeiten, so Feltes: „Uns läuft die Zeit weg. Sachbeweise kann man noch in einem Jahr sichern, aber jetzt tritt der Effekt ein, dass Menschen sich an manche Dinge nicht mehr erinnern.“ Diese Verstärkung könne auch eine eigene Untersuchungskommission sein mit Staatsanwaltschaft, Polizei und Experten für Großveranstaltungen und Notfallversorgung: „Die Staatsanwaltschaft arbeitet sehr seriös und solide, aber der Aufwand ist immens.“
„Die Stadt Duisburg hat vollstes Vertrauen in die Arbeit der ermittelnden Behörden und wird sie weiter unterstützen“, sagte ein Sprecher der Stadt.
Respekt mal wieder vor den Machern des Blogs Loveparade2010Doku!
Tolle Arbeit, die ihr euch macht und der Öffentlichkeit präsentiert.
Ich hoffe, die Staatsanwaltschaft guckt da mal rein, denn wenn sie es tun würden, käm deutlich schneller was bei den Ermittlungen rum … Wenn die ein Jahr brauchen, um zu dem Schluss zu kommen: „Die Loveparade hätte so auf diesem Gelände niemals genehmigt werden dürfen.“ ist das ein bisschen arm. Sehr viele Leute sind schon vor über einem Jahr zu diesen Schluss gekommen. Etwas Kenntnis der Örtlichkeiten und gesunder Menschenverstand reichen dafür eigentlich aus.
Neuster Artikel auf Loveparade2010Doku ist der Versuch, das Unglücksgeschehen zu rekonstruieren. Ich denke mal, der Versuch kommt den tatsächlichen Ereignissen sehr nahe!
Dieses Blog hat sich seit Juli 2010 auch sehr intensiv mit dem direkten Geschehen am Unglücksort auseinander gesetzt und hier sollen nun einmal die aktuellsten Erkenntnisse zusammen gefasst werden:
Bei gleichzeitiger Absperrung der Hauptrampe und dem Öffnen der beiden Polizeisperren in den östlichen und westlichen Tunnelteilen der Karl-Lehr-Strasse kommt es am Unglückstag ab 16:20 Uhr zu massiven Stauungen anreisender Besucher im unteren Rampenbereich zwischen den Tunnelausgängen. Zusätzlich werden auch noch die abreisewilligen Besucher vom Partygelände die Rampe hinunter in diese Situation hinein geschickt, wodurch sich die dort befindliche Menschenmenge noch weiter verdichtet und die Rampe nach oben hin mit entgegen kommenden Besuchern verstopft wird.
Zwischen den Betonwänden und den aus beiden Tunnelrichtungen nachrückenden Besuchermassen eingekesselte Menschen beginnen damit, sich Fluchtwege zu suchen. Zum einen wird ein Lampenmast an der östlichen Rampenwand beklettert (ab 16:23 Uhr), ebenso auch der zwischen den Tunnelausgängen stehende Bürocontainer des Veranstaltungspsychologen („Crowd Manager“) (ab 16:24 Uhr) und es werden die Bauzaun-Absperrungen zu einer kleinen, schmalen Treppe unterhalb eines Stellwerkturmes auf der westlichen Rampenseite überwunden (ab 16:25 Uhr). Diese Treppe scheint für eine Vielzahl der Menschen einen vermeintlich einfachen und sicheren Ausweg darzustellen und wird daher zum primären Ziel der Menge, sie ist jedoch aufgrund ihrer schmalen Bauart nicht dazu geeignet, den Ansturm der vielen Personen aufzunehmen. Zudem bilden die von den Besuchern überwundenen und nun verbogenen Bauzäune rund um die Treppe ein zusätzliches Hindernis. Weiter im Text …
Ach übrigens: Bin ja mal gespannt, wann die Jungs von der WAZ und der NRZ die Geschichte bringen … 😉
Die Loveparade 2010 sollte eine große Party werden, eines der Highlights im Kulturhauptstadt-Jahr. Sie mündete in einer Katastrophe: Einundzwanzig junge Menschen sind gestorben, Hunderte wurden zum Teil schwer verletzt. Seit ich am Abend des 24. Juli 2010 über Pressemeldungen der Duisburger Polizei von der Katastrophe erfahren habe, beschäftigt sie mich. Es stellte sich die Frage: wie konnte das passieren und wer ist dafür verantwortlich? Das ließ mich seit jenem Abend nicht mehr los. Vielleicht auch deshalb, weil ich selber mit 22 Jahren bei einem Autounfall (an dem ich keinerlei Schuld trug) fast gestorben wäre …
Man sollte gar nicht meinen, dass die Katastrophe schon über ein Jahr her ist. Zu wenig hat sich seitdem bewegt. Und dennoch wird von Leuten, die engagiert nach der Wahrheit suchen (nein, ich meine hier nicht die Staatsanwaltschaft, von der bisher außer „Diese Veranstaltung hätte niemals genehmigt werden dürfen“ – das habe ich schon vor über einem Jahr gesagt – nichts wirklich Brauchbares kam), immer Neues – und zum Teil Ungeheuerliches – ans Licht gebracht.
Die Frage der juristischen Schuld mögen die Gerichte klären. Mich interessierte die Verantwortung:
Wer hätte diese Veranstaltung verhindern können, hat es aber nicht getan?
Wer hätte von Sicherheitsbedenken wissen können, wollte aber nichts hören?
Wer hätte sich im Falle eines Erfolges in Glanz dieses Events gesonnt?
Für eine Antwort muss man in Duisburg ja wohl nicht lange suchen …
Vielleicht ist das, was ich hier schreibe, ja nur meine Sicht der Dinge, aber ich denke, es trifft die Tatsachen ganz gut. Und wenn ich mich so umhöre, stimmen mir wohl auch sehr viele Leute zu.
Zumindest BIS wir einen neuen OB haben, wird es hier eine ganze Menge zu schreiben geben – und warum sollte ich mein Pulver auf DerWesten.de, RP Online oder Facebook verschleudern, wenn ich es hier noch eine Tick ausführlicher und geschliffener in die Öffentlichkeit tragen kann?
Erst am 31. Juli 2011 hatte ich diese Blog (auf einen kleinen Schubser von Jason/parcelpanic – ja, du bist Schuld ;-)) gestartet. Mittlerweile gibt es täglich etwas neues zum Thema „Loveparade und wer die Verantwortung trägt“. Ok, manche Sachen finde ich auch erst jetzt (das Internet ist halt unerschöpflich), obwohl mich das Thema schon sehr lange beschäftigt und ich eine ganze Menge darüber gelesen habe.
Man sollte gar nicht meinen, dass die Katastrophe schon über ein Jahr her ist. Zu wenig hat sich seitdem bewegt. Und dennoch wird von Leuten, die engagiert nach der Wahrheit suchen (nein, ich meine hier nicht die Staatsanwaltschaft, von der bisher außer „Diese Veranstaltung hätte niemals genehmigt werden dürfen“ – das habe ich schon vor über einem Jahr gesagt – nichts wirklich Brauchbares kam), immer Neues – und zum Teil Ungeheuerliches – ans Licht gebracht.
Heute morgen fand ich bei DocuNews.org eine sehr interessante Veröffentlichung,
die schon etwas länger online steht:
Loveparade, eine illegale Veranstaltung?
Wir freuen uns sehr über den ersten Gastbeitrag auf DocuNews.org. Wir freuen uns über den ersten Gastautor, der hier unter dem bereits aus den Beck-Blogs zur Loveparade von Professor Müller bekannte “Meister für Veranstaltungstechnik” unterzieht Planung und Praxis der Loveparade einer fachkundigen Prüfung. Mit vernichtendem Ergebnis! Unser Gastautor ordnet die Katastrophe von Duisburg aber auch in eine allgemeine Perspektive auf Laxheit und Schlendrian in Bezug auf Versammlungsstätten und deren Sicherheit in Deutschland ein.
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Meister für Veranstaltungstechnik:
Loveparade – eine illegale Veranstaltung?
Anmerkungen zu Genehmigung und Praxis aus Sicht eines Profis
Wer die Berichterstattung zur Loveparade verfolgt, erhält leicht den Eindruck:
Dass die behördlichen Genehmigungsverfahren eine derartige Katastrophe nicht verhindern können
Dass die Abläufe und Aufgaben derart unklar geregelt sind, dass selbst die Verantwortlichen sich monatelang nicht einigen können, wer nun seinen Pflichten und Aufgaben nicht nachgekommen sei oder überhaupt die Verantwortung hatte.
Es ist aber beweisbar, dass die korrekte Einhaltung der bestehenden Gesetze und Verordnungen eine derartige Katastrophe unmöglich gemacht hätte. Darüber hinaus waren alle Pflichten und Aufgaben bereits gesetzlich eindeutig verteilt. Es lässt sich also auch bestimmen, wer wann gesetzwidrig seinen Pflichten und Aufgaben nicht nachgekommen ist.
Eine sehr interessante Zusammenstellung der Fakten (Genehmigung einer Veranstaltung) in Bezug auf die Loveparade, die sogar für Laien verständlich ist. Besonders gefallen hat mir hier auch einer der Kommentare, den ich hier ebenfalls zitieren möchte:
FK VTechniker, 6. August 2011 um 14:01 Uhr Danke!!! Ich bin Fachkraft f. Veranstaltungstechnik, beschäftigt in einem Konzertgebäude und stehe kurz vor meiner Meisterprüfung. Seit dem Unglück ist bei mir sowie auch bei vielen Kollegen, die Wut wegen der Missachtung von Gesetzgebung und das Verhalten der Verantwortlichen, in allen Stabsstellen, aus kommerziellen Gründen, unbeschreiblich groß. Zumal auch schon während der Ausbildung zur FK kein Tag verging an dem man nicht darauf hingewiesen wurde: “Die VstättVo (heute SoBauVo) ist eure Bibel, die müsst ihr beten können”. Man ist ein Belächeln unserer Position (früher ging das auch/ ist ja nur kurz/ in anderen Häusern geht das auch etc.) und das nicht Ernst nehmen unserer Anweisungen und unser vehementes Pochen auf Einhaltung der Verordnungen (auch den BGVs) ja schon gewohnt, daß aber so frech auf geltendes Recht gespuckt wurde und Recht gegen Kommerz eingetauscht wurde bringt mich auch jetzt wieder fast zum platzen. Besonders gut gefällt mir auch was Du über den freien Meister geschrieben hast. Wie oft schon hab ich mir genau das gedacht und auch schon erlebt. Ein freier Meister kann zum Großteil nicht frei Entscheiden, er ist immer von den kommerziellen Interessen des Unternehmers abhängig. (Sonst verdient er kein Geld) Und da sehe ich ein großes Problem im System. Denn die Meisterliche Kunst ist ja, vertretbare Alternativen aufzuzeigen anzuordnen und zu überwachen. Zumeist ist dies allerdings mit Mehraufwand, also höheren Kosten verbunden. Alle Dokus die ich bislang über das Thema Loveparade verfolgen konnte bringen mich an den Rand des Wahnsinns. Ein kleines Beispiel: Man hat einen nicht mehr Funktionstüchtigen Gullideckel, im dem Besucher zugänglichen Eingangsbereich, mit einem darüber “gelegten” “Heraszau” versucht zu sichern. Wer ordnet soetwas an, wer nimmt soetwas ab, wer führt so einen Mist aus???????
Danke nochmal, Du hast das geschrieben was mir und vielen Kollegen seit einem Jahr auf der Seele lag.
Beste Gruesse (etwas emotional) Bc
Das brauche ich jetzt wohl erst einmal nicht weiter kommentieren!
Nachtrag: 40.000 + x Unterschriften (ohne Doppelte, die sind schon rausgerechnet). Wir nähern uns der ersten Hürde, die wir ganz sicher nehmen werden!
Das hier war mein erstes Posting in meinem Blog: Es ist datiert auf den 31. Juli 2011 mit einem Verweis auf DocuNews.org … ;-). Und den Artikel unten habe ich gerade auf DerWesten.de gefunden:
Aufklärung der Katastrophe Ignorierten die Behörden die Loveparade-Rampe in Duisburg absichtlich?
Duisburg, 09.08.2011, Philipp Wahl Duisburg. Die Mitarbeiter der Stadt Duisburg „haben sich bemüht, die vorhandenen Gefahren nicht zu sehen.“ Schreibt Lothar Evers. Auf seiner Plattform hat der Journalist Indizien dafür gesammelt, dass die Behörden die gefährliche Loveparade-Rampe ignorierten.
„Tod im Niemandsland“ – so hat Lothar Evers seine jüngste Analyse zur Aufarbeitung der Duisburger Loveparade-Katastrophe betitelt, die er auf der Recherche-Plattform „DocuNews“ veröffentlicht hat. Evers will darin mit Aussagen eines städtischen Mitarbeiters aus dem Einleitungsvermerk der Staatsanwaltschaft und Planungsunterlagen belegen, was er Gästen des Kongresses „Runder Tisch Loveparade“ im Februar bereits angedeutet hatte: dass die Loveparade-Veranstalter und die Duisburger Behörden die Rampe, auf der die meisten der 21 Todesopfer ihr Leben ließen, während des Genehmigungsprozesses – und somit auch am Wochenende der Tragödie – absichtlich nicht berücksichtigten. „Vielmehr bemühten sich alle Beteiligten, die vorhandenen Gefahren nicht zu sehen, indem sie die eigene Zuständigkeit erst jenseits dieser Zone definierten“, kritisiert der Kölner Journalist.
Im Detail meint Lothar Evers: Für das Bezirksamt Mitte endete die Genehmigung zur Sondernutzung der Karl-Lehr-Straße, die durch die Tunnel zur Rampe führt, am Bürgersteig der Straße. Und das Amt für Baurecht und Bauberatung habe sich nur ab dem obereren Drittel der Rampe für das Loveparade-Gelände zuständig gefühlt. Evers’ Vorwurf: „Das zwischen diesen beiden Zuständigkeiten sich auftuende ‘Niemandsland’ straften die Duisburger Behörden mit ‘Nichtbefassung’“.
Und hier ist ein Link auf mein Posting: Docunews.org: Tod im Niemandsland
und ich war damit NICHT die Erste, die es – nach der Veröffentlichung auf DocuNews.org – weiter verbreitet hat … Hier das Original von DocuNews.org, das wohl auch am 31. Juli ins Netz ging!
Irgendwie ist diese Neuigkeit der WAZ-Gruppe (DerWesten.de) schon etwas alt und in den verschiedenen Foren heiß diskutiert worden … ;-). Vielleicht tummeln sich die Herren Redakteure einfach in den falschen Foren und kriegen nicht mehr mit, was hier in Duisburg läuft!
Ich habe gerade einen interessanten Kommentar in der Facebook-Gruppe „OB-Abwahl Duisburg 2011“ aufgeschnappt:
Lothar K.: „Da habe ich meinen Teil beigetragen. Der entscheidene Punkt in diesem Kontext: Herr Sauerland hat die stellvertretende Amtsleiterin, die die Anträge des Loveparde-Veranstaltern nicht genehmigen wollte, in seiner Funktion als Verwaltnschef zwangsversetzt. Damit die persönlich zurechenbare justiziable Verantwortung für den Tod der 21 Menschen nach § 212 Absatz 2 Strafgesetzbuch – Totschlag in 21 Fällen. Das Aktenzeichen meiner Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Duisburg ist 112 Js 23/11. Der Oberstaatsanwalt auf mein schriftliches Insistieren am 02.08.2011. „es wird mitgeteilt, dass der der Anzeige zu entnehmende Sachverhalt bei den weiteren Ermittlungen, die nachwievor andauern, hinreichend Berücksichtigung finden werden. “ – Auch das ist kein Fake.“
Warten wir doch mal ab, was das gibt 🙂 Ich drücke schon mal alle Daumen!
Das ist doch wieder ein Beleg für den „Druck von oben“. Es konnte ja nicht sein, dass alle im Rathaus so blind sind, dass sie nicht sehen, dass das Gelände für diese Veranstaltung völlig ungeeignet war.
Ich bin mal gespannt, wie vor Gericht die „Taschen plaudern“ (Danke, Guido, klasse Formulierung!). Schließlich wird immer noch gegen 11 Mitarbeiter der Stadt als Beschuldigte ermittelt, … weil sie sich nicht geweigert haben, etwas zu unterschreiben?!
Danke, Lothar, die (überfällige) Nummer 12 ist der Kopf, von dem der Fisch ja bekanntlich zuerst stinkt!
Antwort von lopachron zu Kommentar #4 (6. August 2011 19:18 Uhr)
7. August 2011 geschrieben in 04:29 | Permalink | Antworten
Hab’ das noch mal kurz nachgerechnet und du hast Recht!
Es wäre definitiv zu massiven Problemen gekommen, denn man hätte bei einem bis 19 Uhr geöffneten nördlichen Ausgang dauerhaft ca. 40.000 Bahn-Abreisewillige bis zu 2 Stunden lang in einem nördlichen „Zwischenlager“ vor dem Bahnhof einsperren müssen, da dessen Kapazität ungenügend war. (und das schon mit real eingeschätzten niedrigeren Abgangszahlen)
Ich stelle also (nochmals) fest:
1. Das Gelände war zu klein, zu „schlauchig“, zu verbaut – es gab überall Bauzaunabsperrungen, es gab Absturzrisiken an der Unterführung, die Fluchtwege waren unzureichend – also insgesamt betrachtet m.E. schon für 250.000 Personen denkbar ungeeignet. Es war folglich mit gefährlichen lokalen Verdichtungen und einer nicht bzw. schlecht funktionierenden Massenverteilung zu rechnen. Im Vorfeld wird es den Verantwortlichen bewusst gewesen sein, dass sich zwischen 17 und 19 Uhr bis zu 350.000 Besucher gleichzeitig auf dem Hauptgelände aufhalten „wollen könnten“. Ein breiter nördlicher Eingang hätte schnell zu einer ungewünschten Überfüllung, speziell des mittleren und nördlichen Geländes, geführt – ein schmaler zu einem riesigen unbeherrschbaren Rückstau. Daher mussten die Besucher entzerrt, aufgehalten und „geregelt“ werden.
EINGANG NÖRDLICH: UNMÖGLICH –> LÖSUNG: EINGANG SÜDLICH
2. Die Bahnhofskapazität (40.000 An- u. Abreise pro Std.) war für einen nördlichen Ausgang im Zeitraum 16-19 Uhr viel zu gering, da sich zu dieser Zeit An- und Abreisende gegenseitig behindert hätten. Abreisewillige Besucher mussten also ebenfalls möglichst so lange aufgehalten werden, bis der Anreiseschwung zu Ende war.
AUSGANG NÖRDLICH: UNMÖGLICH –> LÖSUNG: AUSGANG SÜDLICH
Das alleine zeigt ja schon die ganze Misere des Standortes Duisburg auf !
3. Egal wie viele, egal wie breite Ein-/Ausgänge man geschaffen hätte – immer wäre das Gefährdungspotenzial für etwa ein Drittel der geplanten Besucher unangemessen groß gewesen. Deshalb war die getrickste Planung und Genehmigung der Veranstaltung von vorne herein unverantwortlich.
Die Verantwortlichen, die Stadt und der Veranstalter haben in ihrem „theoretischen Größenwahn“ und beim „Zurechtbasteln der ungeeigneten Gegebenheiten“ einfach übersehen, dass Raver möglicherweise auch zu den Lebensformen zählen könnten, die in den gesetzlichen Vorschriften zum Schutz von Veranstaltungsteilnehmern mit dem Begriff „Mensch“ umschrieben sind…
Nachtrag 7. August 2011 13:19 Uhr
Lopachron hat mir gerade als Antwort auf meinen Kommentar einen Link auf folgende Fotos gepostet, die er früher schon auf Loveparade2010doku.wordpress.com veröffentlich hat:
Vielen Dank!
Projekt: Erstellung eines realitätsnahen Bewegungsmodells
Ziel: Beweis des absurden Geländebefüllungskonzeptes und bessere Einschätzung der Gesamtverhältnisse, sowie der Ursache(n) für die Katastrophe
Durchführung: Stichprobenzählung mittels Kamera 13
gezählt werden die 7 Kameravideos von 13:27 bis 15:40 Uhr – in der „HiRes“-Auflösung
je 20-Min.-Kameravideo erfolgen 4 zufällige Zählungen a 1 Minute in einem angemessenen Abstand zueinander (z.B. ca. 5 Minuten)
nur Minuten mit „zählfähiger“ Kameraeinstellung werden ausgewertet
Grundlage ist die Lopavent-Zeit und nicht die Videozeit
gezählt wird „optisch“ per ca. sekündlicher „Start-Stop-Zähltechnik“ anhand einer „gedachten“ horizontalen Linie
Zählmethode ist eine Mischung aus Einzelpersonenzählung und abschätzender Zählung in einzelnen oder parallelen 5er und 10er Personengruppen
der Durchschnitt der 4 Zählungen wird annähernd mathematisch berechnet, aber auch abschätzend in der chronologischen Entwicklung für die gesamten 20 Minuten – der optische Zählort liegt nach Möglichkeit zwischen Container und dem schmalsten Durchgang (Polizeikette 3), vorzugsweise aber am unteren Videorand – abreisende Besucher werden am selben o.g. Zählort und zur gleichen Zeit, jedoch in einem separaten Durchgang gezählt
Zeitaufwand je 20-Min-Kamera13-Video (2×4 Minuten Videozeit) ca. 20 Minuten
Tausende Wacken-Fans landen per „Metal Train“ am Bahnhof Itzehoe. Schmale Gänge rund um Baustellen könnten für sie zum Verhängnis werden, befürchtet eine Einwohnerin.
Sie war länger nicht am Bahnhof Itzehoe. Doch vor ein paar Tagen kam Astrid von Löwenstern dort vorbei – und ist seitdem höchst beunruhigt. Denn die Bauarbeiten für die Aufzüge sind in vollem Gange. Und das bedeutet: Es ist eng im Fußgänger-Tunnel, der zu den Gleisen führt.
Ein Aufgang ist komplett abgerissen, Bauzäune riegeln die Baustelle ab – und lassen nur einen schmalen Gang frei. Sie sei hin und her gerissen, sagt Astrid von Löwenstern. Einerseits sei es schön, dass am Bahnhof etwas passiert und er behindertenfreundlich umgebaut wird. Doch in den nächsten Tagen reisen tausende Fans an, die das Wacken Open Air besuchen wollen. Morgen um 9.45 Uhr hält der „Metal Train“ am Bahnhof und wird hunderte Festivalbesucher gleichzeitig „ausspucken“.
Bilder wie bei der Duisburger Love-Parade?
Weiter geht es beim KarusselBremser
… mit Kommentaren von Jason und von mir!
Tod im Niemandsland… Der Ort der Loveparade – Katastrophe, der untere Teil der Rampe mit Treppe und Lichtmasten war für die an der Genehmigung der Veranstaltung beteiligten Duisburger Behörden “Niemandsland”.
Für diesen gefährlichsten Teil des Veranstaltungsgeländes fühlte sich in Duisburg niemand zuständig. Vielmehr bemühten sich alle Beteiligten, die vorhandenen Gefahren nicht zu sehen, indem sie die eigenen Zuständigkeit erst jenseits dieser Zone definierten.
Für das Bezirksamt Mitte endete die Genehmigung zur Sondernutzung der Karl – Lehr – Strasse an deren Bürgersteig . Das Amt für Baurecht und Bauberatung fühlte sich jedoch erst hinter dem Grünsteifen, also ab dem oberen Drittel der Rampe für das Loveparadegeläde zuständig.
Das zwischen diesen beiden Zuständigkeiten sich auftuende “Niemandsland” straften die Duisburger Behörden mit “Nichtbefassung”. Dieses Niemandsland war so gefährlich, dass 21 Besucher der Loveparade hier starben. Hunderte verletzten sich dort schwer und sind bis heute traumatisiert.
Und ich dachte immer, Schwarzer Peter wäre ein Kinderspiel … 😉
Aber wenn man diese Veranstaltung unbedingt haben will, dreht und wendet man, bis es so scheint, als dass es passt … – etwas, das niemals passen konnte!
Tote und Verletzte sind halt Kollateralschaden, weil niemand die kompletten Ausmaße dessen sehen wollte, was niemals passen konnte! Hauptsache, hier passte etwas – und dort drüben? Da ist halt jemand anderes für zuständig, geht mich also nix an …
Warum wollte eigentlich vorher keiner der Verantwortlichen sehen, dass das nicht passen konnte?
Und verantwortlich sind die, die diesen Wahnsinn hätten stoppen können … allen voran
Ich-weiß-von-keinen-Sicherheitsbedenken- und Ich-hab-nichts-unterschrieben-Adolf!
… bei meinen Berichten, Betrachtungen und Kommentaren 😉
… aus Duisburg am Rhein
Ich kann noch nicht so genau sagen, wohin es hier weiter geht. Warten wir es einfach mal ab …
Ich schätze, ich fange meinen Blog bei Gelegenheit mal damit an, hier irgendwo reinzusetzen, … was es von mir schon so alles im weltweiten Web gibt. Und das ist schon so einiges … 😉