Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start ins Jahr 2026!

 

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Wir wünschen unseren Lesern frohe und gesegnete Weihnachtstage!

 

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Lektüretipp: Historischer Bildband „Wilde Zeiten im Revier“ im Wartberg Verlag

 
Fotos und Erzählungen vom Leben
in den 1960er- & 70er-Jahren

Von Petra Grünendahl

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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„Dass die Kinder mit schmutzigen Händen und Knien nach Hause kamen, war normal”, erzählt Wilhelm Schöttler. Die Zeiten waren einfacher und oft rauer in den Sechzigern oder Siebzigern. Gespielt wurde draußen: Im Garten, auf der Straße oder auf dem Bolzplatz. Ab den Siebzigern zogen dann das Fernsehen und erste Kindersendungen die Kleinen auch nach drinnen. Die meist im Ruhrgebiet regierende SPD drängte auf eine bessere Bildung der Arbeiterkinder mit neuen Realschulen, Gymnasien, Aufbau- und Abendgymnasien und ab 1976 mit Gesamtschulen sowie – als die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife stieg – mit Hochschulen: Aus dieser Zeit stammen die Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Technische Hochschule in Dortmund, einige Fachhochschulen und 1972 die Gesamthochschulen in Duisburg und in Essen, die zugleich Uni und Fachhochschule waren (heute: Universität Duisburg-Essen). Das Buch erzählt vom Leben in den Zechen- oder Arbeitersiedlungen sowie in den ab den 1960ern errichteten Großwohnsiedlungen, die mit großem modernen Zuschnitt vor allem junge Familien anzogen. Freizeitaktivitäten verlagerten sich dann vermehrt in öffentliche Parks (wie den Volkspark Schwelgern, den Gruga- oder den Westfalenpark) und in Schrebergärten, auf Sportanlagen von Freiluftbädern bis Fußballplätzen sowie an verschiedenste Freizeiteinrichtungen.

 

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Wilde Zeiten im Revier“ ist ein historischer Bildband, der das Ruhrgebiet in den 1960er- & 1970er-Jahren in zeitgenössischen Fotografien und kundigen Texten festhält. Zur besseren Übersicht sind das Buch in acht Kapitel gegliedert: Von Kindheit und Jugend über Babyboom und Bildungsnotstand, Alltagsleben oder Freizeit und Feierabend bis hin zu Arbeit und Arbeitskämpfen, Umwelt und Verkehr sowie dem politischen Protest der Ära haben Fotograf Klaus Rose und Texter Wilhelm Schöttler Fotos und Geschichten einsortiert. Sie entführen den Leser in eine Vergangenheit, in der sich jeder irgendwo wiederfindet, der sie selber erlebt hat. Manche Fotos könnten überall in Deutschland aufgenommen worden sein, andere verraten im Hintergrund das unverkennbare Lokalkolorit – auch welche erkennbar aus Duisburg.

 

 
 

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Fotos und Texte erzählen von den Wirtschaftswunderjahren, vom Zechensterben und dem Strukturwandel mit Arbeitskämpfen und Mahnwachen um den Erhalt von Jobs sowie der Ansiedlungen neuer Industrien auf ehemaligen Bergbauflächen (z. B. Opel in Bochum). Geprägt waren die Zeiten auch von der studentischen Protestbewegung (68er), rebellierender Arbeiterjugend, der aufkommenden Frauenbewegung und von gesellschaftlichen Umbrüchen, aber auch von politischen Protesten der Zivilgesellschaft (insbesondere ab 1968 gegen die Notstandsgesetze und den Radikalenerlass) und dem Entstehen der Friedensbewegung zum Ende des siebten Jahrzehnts.

 
Texte, Fotos und das Buch

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Klaus Rose (Fotos) wurde 1937 in Hannover geboren, lebte aber lange im Ruhrgebiet, wo er nicht nur fotografisch seine Heimat fand. Er ist ein erfahrener Fotograf und Bildjournalist, der viele Jahre in der aktuellen Berichterstattung tätig war. Sein Arbeitsgebiet war seit den 1960er-Jahren vorwiegend das Ruhrgebiet. Seine Stärke ist die authentische, ungestellte Fotografie mitten aus dem Leben der Menschen in seiner Heimat, dem Revier, in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Heute lebt er in Iserlohn.

 

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Wilhelm Schöttler (Texte) wurde 1935 in Dortmund geboren und war als Handwerksmeister und Sachverständiger tätig. Bereits als 16-Jähriger gewann er einen Kurzgeschichtenwettbewerb und widmet sich seit seinem Eintritt in den Ruhestand wieder der Schriftstellerei. Er veröffentlichte bereits verschiedene Texte, darunter einen Roman (Minne in Tremonia, 2012), der im mittelalterlichen Dortmund angesiedelt ist.
www.wartberg-verlag.de/autoren/autor/833-wilhelm-schoettler.html

 
Das 72-seitige Buch mit zahlreichen Fotografien im Hardcover-Einband ist im Wartberg Verlag erschienen. Der historische Bildband im Format 24,5 x 22,8 cm ist für 19,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8313-3392-9).

 

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Wilde Zeiten im Revier im Wartberg-Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Wartberg Verlag mit Sitz im nordhessischen Gudensberg war 1984 als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu regionalen und stadtgeschichtlichen Themen gestartet. Doch mit der Reihe „Wir vom Jahrgang …“ ist er längst im ganzen Bundesgebiet präsent und darüber hinaus auch in Frankreich („Nous, les enfants de …“, seit 2010) und Österreich (seit 2011). Zu den regionalhistorischen Reihen zählt seit 1985 „Wie es früher war“, in der Städte und Regionen anhand von historischen Fotos vorgestellt werden. Die Geschenkbuch-Reihe „Wir vom Jahrgang …“ (seit 2005) ergänzt seit 2007 „Wir vom Jahrgang … – Aufgewachsen in der DDR“. Das Verlagsprogramm geht heute über regionale Bücher (Bildbände, Geschichten und Anekdoten oder Freizeit) und Geschenkbücher weit hinaus und umfasst auch zum Bespiel auch Kochen & Kulinarik oder Krimis & Romane.
www.wartberg-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Ratgeber „Ich bin todesmutig“ im Klartext Verlag

Bewältigung von Verlust und Trennung: Abschied, Erinnerung und Weiterleben
Von Petra Grünendahl

Ratgeber ICH BIN TODESMUTIG im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Trauerarbeit ist anstrengend, schon für sich alleine. Eine Mutter trauert um ihre Tochter, soll aber auch noch Trauerarbeit für Angehörige leisten. Damit ist sie – zu Recht – überfordert. Ihr fehlt schon die Kraft, mit ihren eigenen Gefühlen fertig zu werden: Sie holt sich dafür Hilfe. Viele Menschen empfinden Trauer als inneres Chaos und Unruhe, aber auch Schmerz, Wut und Verdrängung (eine Überlebensstrategie der menschlichen Psyche) können dazu gehören: Mal mehr, mal weniger, aber bei Jedem anders. Und dafür, dass Trauer einzigartig ist, gibt es auch nicht den Rat für alle. Dafür gibt es Beratung, Begleitung und einen Ratgeber für Jeden, der sich auf die Suche nach seiner individuellen Art zu trauern machen will. Trauer zuzulassen hilft, emotionale Belastungen zu verarbeiten. Verdrängen ist also keine Lösung. So ungern sich Menschen mit dem Thema beschäftigen (wollen), so wichtig ist es aber, genau dies zu tun. Und das besser frühzeitig, denn er gehört nun mal zum Leben: Der Tod – und damit die Trauer als emotionale Arbeit zur Bewältigung von Verlust und Trennung, Abschied und Erinnerung und als Weg zum Weiterleben. Wie unterschiedlich Menschen trauern, Verlust verarbeiten, schildern die Autoren auch an vielen Beispielen aus ihrer Beratungs-/Begleitungspraxis.

 

Ratgeber ICH BIN TODESMUTIG im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit ihrem Buch „Ich bis todesmutig“ beschäftigen sich die Autoren und Trauerbegleiter Benni Bauerdick und Mechthild Schroeter-Rupieper mit dem „Umgang mit der Trauer im Leben“, so der Untertitel. Das Buch ist entstanden zum Podcast „Todesmutig“ und bringt viele der dort besprochenen Themen strukturiert zu Papier. Das Buch ist gegliedert in vier Abschnitte: Wissen über die Trauer, Wenn Trauer akut wird, Leben mit der Trauer und Umgang mit Trauernden. Es richtet sich an Trauernde, aber auch an ihre Umgebung, die Einblicke in die „Arbeit“ der Trauernden bekommt. Schließlich bedeutet Trauer auch immer eine ungewollte Änderung und (aktive) Gestaltung der Zukunft – für den Trauernden und seine Mitmenschen. Trauerarbeit ziele nicht darauf ab, „fertig zu trauern“ und einen Endzustand zu erreichen, so Schroeter-Rupieper: Sie ist kein abgeschlossenes Projekt!

 
Das Buch ist inhaltlich tief in der Trauerbegleitung der beiden Autoren verwurzelt und keinesfalls belehrend, denn Jeder muss seinen eigenen Weg zur Trauerverarbeitung finden: Dazu gibt das Buch Rat und Anleitung, aber auch immer wieder Fragen an den Leser, der sich mit dem Thema auseinandersetzen will. Das Buch will „Gedankenräume“ öffnen, in die die Leser eintauchen können, und „Möglichkeitsräume“ erschließen, denn schließlich trauert jeder anders. Im Anhang hier liefern die Autoren weiterführende Informationen mit Links für die eigene Recherche.

 

 
 
Die Autoren und das Buch

Ratgeber ICH BIN TODESMUTIG im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Benni Bauerdick (*1988) ist gelernter Journalist (Volontariat bei Radio Siegen), Radio-Moderator bei 1Live, WDR-Fernsehreporter und Podcaster. Als Trauerbegleiter arbeitet er in seiner Wahlheimat Köln mit trauernden Menschen in Gruppen- und Einzelbegleitungen.
https://www.bennibauerdick.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Benni_Bauerdick

Mechthild Schroeter-Rupieper (*1964) ist die Gründerin der Familientrauerbegleitung im deutschsprachigen Raum. Seit über 30 Jahren begleitet sie aktiv Familien, die Angehörige verloren haben. Sie bildet heute Trauerbegleiter aus und hat zahlreiche Bücher zum Thema Trauer veröffentlicht.
https://familientrauerbegleitung.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Mechthild_Schroeter-Rupieper

 
 
Das Buch „Ich bin todesmutig“ ist in der Ratgeber-Reihe #weileswichtigist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 240-seitige Werk im Klappbroschur-Umschlag ist für 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2707-0).

 
#weileswichtigist: Hier stellen wir weitere Bücher dieser Reihe vor

 

 
Der Verlag
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. Und einfach und verständlich erklärt eine neue Ratgeber-Reihe: #weileswichtigist.
www.klartext-verlag.de

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Ratgeber „Das will ich“ im Klartext Verlag

Selbstbestimmung: Letzte Wünsche ganz kompakt
Von Petra Grünendahl

Ratgeber DAS WILL ICH im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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An das eigene Ende denkt niemand gerne, aber es macht Sinn, sich frühzeitig damit auseinander zu setzen. Denn: Niemand weiß, wann „sein Zettel unterschrieben ist“. Ein medizinischer Notfall, ein Unfall oder einfach eine plötzliche Erkrankung im Freundes- und Verwandtenkreis können Anlass sein, sich mit dem eigenen Ableben zu beschäftigen, denn wenn diese Dinge einen selber treffen, kann es zu spät sein. Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung und Testament zählen zu den bürokratischen Standards einer Vorsorge für den Betreuungs- und Sterbefall. Diese beschreibt der Autor hier – auch mit Ratschlägen und Anleitungen. Aber zur umfassenden Vorsorge für die letzten Wünsche und das persönliche Vermächtnis zählen, so Autor Patrick Torma, weitere Dinge: Der persönliche Vorsorge-Ordner mit allen aktuellen Verträgen und zentralen Dokumenten, der digitale Nachlass, die eigenen Wünsche zu Bestattung und Abschied, aber auch die Vorsorge und Bestimmung, was mit persönlichen Erinnerungen, Sammlungen oder Hobbys (und dem damit verbundenen „Zeugs“) geschehen soll. Dieses Buch kann als Handreichung dienen: Der Autor hat entsprechende Fragen und „Inventar“-Listen dafür ausgearbeitet. Das ausgefüllte Buch rät er, vorne in den Vorsorge-Ordner zu packen, damit den Hinterbliebenen im Todesfall die letzten Worte und Wünsche sowie eine detaillierte Orientierung zugänglich sind.

 

Ratgeber DAS WILL ICH im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Für den Ratgeber „Das will ich“ hat sich Autor Patrick Torma mit einem Thema auseinander gesetzt, über das niemand gerne spricht, aber sich frühzeitig damit beschäftigen sollte: den eigenen Tod. Behutsam führt der Autor durch das Thema, um ein Bewusstsein zu schaffen, was nach dem Tod kommt und dann auf die ahnungslosen Hinterbliebenen trifft. Hier kann jeder Vorsorge treffen und sich frühzeitig mit dem auseinander setzen, was ihm im Falle seines Ablebens wichtig ist. Das Buch ist wesentlich dünner als Ich habe vorgesorgt“ target=“_blank“>„Ich habe vorgesorgt“, weil der Fokus nicht auf den vielfältigen rechtlichen Details der einzelnen besprochenen Vollmachten und Verfügungen liegt, sondern, so der Autor, grundsätzlich für das Thema sensibilisieren soll: „Der sicherste Schritt zu einer zweifelsfrei rechtswirksamen Vorsorge ist eine individuelle, medizinische und juristischen Beratung“, sagt Torma. Er verweist dennoch auf weitere Quellen für Informationen, Muster und Textbausteine für zentrale Vorsorgedokumente. Das Buch schließt mit einem Vordruck, wer beim Tod benachrichtigt werden soll, und – ganz wichtig! – mit Zeilen für „Meine letzten Worte an dich“: Denn nahe stehende Menschen sollte man nicht ohne ein letztes Wort einfach verlassen!

 

 
 
Der Autor und das Buch

Ratgeber DAS WILL ICH im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Patrick Torma ist Journalist, Texter, Autor, Content Creator und Blogger aus Essen. Als solcher widmet er sich unter anderem Ratgeber- und Service-Themen. Zuvor war er als Produktmanager für die Funke Mediengruppe tätig, für die er zeitweise das Trauermagazin „Abschied“ verantwortet hatte.
www.patrick-torma.de
www.journalistenfilme.de

 
Das Buch „Das will ich“ ist in der Ratgeber-Reihe #weileswichtigist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 120-seitige Werk im Klappbroschur-Umschlag ist für 14,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2748-3).

 
#weileswichtigist: Hier stellen wir weitere Bücher dieser Reihe vor

 

 
Der Verlag
Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. Und einfach und verständlich erklärt eine neue Ratgeber-Reihe: #weileswichtigist.
www.klartext-verlag.de

 
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Lektüretipp: Ratgeber „Ich habe vorgesorgt“ im Klartext Verlag

Seine Zukunft aktiv gestalten:
Individuelle Vollmachten ohne Sorgen

Von Petra Grünendahl

Ratgeber ICH HABE VORGESORGT im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Ein Vollmachtgeber muss geschäftsfähig sein und eigene Entscheidungen über Art und Umfang der Vollmacht frei treffen können. Mit einer Vollmacht stellt man sicher, dass die eigenen Wünsche respektiert werden, auch wenn man sie selber nicht mehr umsetzen kann. Befugnisse der bevollmächtigten Person hängen von den Lebensumständen des Vollmachtgebers ab: Art und Umfang orientieren sich dabei an Familienverhältnisse ebenso wie an Besitz und Vermögen. Dabei ersetzt die Vorsorgevollmacht natürlich kein Testament: Sie ergänzt es, sollte aber das rechtliche Verhältnis zu Erben oder einem Testamentsvollstrecker klären. Der Autor erklärt die vielen individuellen Bedürfnisse, für die eine solche Vorsorgevollmacht in Frage kommt. Die Vorsorgevollmacht ersetzte aber kein Testament, verweist der Autor auf die Notwendigkeit einer umfassenden Dokumentation, die alle Vorsorge-Bereiche abdecken (siehe auch Ratgeber „Das will ich“). Eine umfassende und rechtssichere Generalvollmacht kann jedoch dafür sorgen, dass eine spätere gerichtliche Bestellung einer Betreuung nicht erforderlich ist. Ratsam ist eine rechtssichere Vollmacht auch für unverheiratete Lebenspartner: Sie regelt beispielsweise die Totenfürsorge, für die der Partner anstelle der Familie zuständig sein soll. Der darf damit Modalitäten der Beerdigung und Ruhestätte regeln, sofern sie nicht vom Vollmachtgeber selber bestimmt werden.

 

Ratgeber ICH HABE VORGESORGT im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit seinem Buch „Ich habe vorgesorgt“ hat Klaus Dieter Girnt einen Ratgeber vorgelegt, der sich mit der Vorsorgevollmacht und ihren unterschiedlichen Aspekten beschäftigt. Die Grundlagen dazu reichen von der Frage nach dem „Warum brauche ich eine Vorsorgevollmacht?“ bis zum rechtlichen Verhältnis, welches der Vollmachtgeber damit eingeht. Weiter geht es um die Erstellung einer solchen Vollmacht und dem Umfang, den sie haben kann und / oder sollte. Sonderthemen behandeln zum Beispiel die Anerkennung durch Geldinstitute, aber auch die Betreuungs- oder die Patientenverfügung. Abschließend rundet der Autor das Thema ab mit Kapiteln zum „Missbrauch erkennen“ und „Widerruf der Vorsorgevollmacht“. Eingearbeitet sind immer wieder auch Fragen aus seiner Vortrags- und Beratungspraxis, die Ratsuchenden auf den Nägeln brannten und die der Autor hier ausführlich beantwortet. Begleitend zum Text hat Girnt auch viele wichtige „Tipps“ und Ratschläge zu weiteren Vorsorge-Themen parat, die über das zentrale Thema des Buchs hinaus gehen. Wer sich dennoch unsicher fühlt, weil die eigenen Verhältnisse zu kompliziert erscheinen, dem rät der Autor, sich an rechtlich versierte Dienstleister zu wenden, die sich mit dem Thema Vorsorgevollmacht auskennen.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Ratgeber ICH HABE VORGESORGT im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Klaus Dieter Girnt (Jahrgang 1948) ist Betriebswirt (VWA), Berufs-Nachlasspfleger und zertifizierter Testamentsvollstrecker. Er hält regelmäßig Vorträge und berät zu den Themen Erben und Vererben, Pflegebedürftigkeit und ihre finanziellen Auswirkungen, Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung sowie zu Immobilien- und Vermögensübertragungen zu Lebzeiten. Seit mehr als 30 Jahren ist er auch als Dozent an der VHS Bochum tätig. Und seit 17 Jahren engagiert er sich im Vorstand der Lightzins eG in Bochum, die als Assistenzgenossenschaft für ihre Mitglieder unter anderem Vorsorgepläne arrangiert und bei Rechtsfragen berät.

 

Ratgeber ICH HABE VORGESORGT im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Ich habe vorgesorgt“ ist in der Ratgeber-Reihe #weileswichtigist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 216-seitige Werk im Klappbroschur-Umschlag ist für 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2701-8).

 
#weileswichtigist: Hier stellen wir weitere Bücher dieser Reihe vor

 

 
Der Verlag

Ratgeber ICH HABE VORGESORGT im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern. Und einfach und verständlich erklärt eine neue Ratgeber-Reihe: #weileswichtigist.
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Sculpture 21st: Flaka Haliti

 
Aus Gegensätze zu neuen Konstellationen
Von Petra Grünendahl

Flaka Haliti: Its urgency got lost in reverse (while being in constant delay) #3 (vorne) und #2 (hinten), 2019. Foto: Fabian Strauch. Courtesy the artist and Deborah Schamoni.
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Durch die Neuanordnung von Materialien und Gegenständen, die die Künstlerin Flaka Haliti (*1982) ihren ursprünglichen Fundorten, ihrem Zweck und ihrer Zeit entnimmt, entstehen neue Konstellationen, eine anschauliche Reflexion über die Überwindung von Grenzen, über Macht und Identität. Mit feinem Humor und sensibler Poetik regen Halitis Werke an, neue Möglichkeiten jenseits der gewohnten Pfade des Denkens in Betracht zu ziehen. Für Besucher des Lehmbruck Museums erschafft sie ein Raum-Ensemble, das für die Architektur im wahrsten Wortsinn geschaffen ist und zugleich einen Kontrapunkt setzt: Trotz der transparenten gläsernen Hülle der Architektur grenzt sich das Werk von seiner Umgebung ab. Die Installation definiert einen inneren Bereich, den die Betrachtenden erkunden können. Die dabei zu entdeckenden skulpturalen Elemente vereinen verschiedenste Gegensätze in sich – das Vertraute und das Fremde, das Alte und das Neue, das Technoide und das Menschengemachte überbrücken verschiedene Zeiten und verbinden sich im Raum zu einem raumgreifenden Gesamtwerk. Höhepunkt der Präsentation ist eine Neuproduktion der Künstlerin: Fenster eines ehemaligen Militärhangars der KFOR (Kosovo Force) werden in silbern schimmernde Stahl- und Aluminiumkonstruktionen gefasst und erheben sich zu überlebensgroßen Lichtskulpturen im Raum. Heute ist ebendieser ehemalige Militärstandort der Sitz einer Kulturinstitution: So fungieren die Werke als ein Sinnbild für Veränderung.

 

Flaka Haliti: Blick in die Ausstellung. Foto: Fabian Strauch.
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Im Rahmen seiner Reihe „Sculpture 21st“ zeigt das Lehmbruck Museum Installationen von Flaka Haliti, die zu den profiliertesten und eigenwilligsten Künstlerinnen ihrer Generation zählt. Im letzten Jahrzehnt hat sie eine unverwechselbare Bildsprache entwickelt, die aus dem reichen Formenrepertoire der Skulptur, der Fotografie, der Architektur und der Installationskunst schöpft. Mit konzeptueller Präzision und großer Imaginationskraft wählt sie Materialien (oft aus unserer Alltagswelt) und fügt sie scheinbar leichthändig zu immersiven Inszenierungen zusammen. Die Künstlerin transformiert Materialien und verwandelt sie in etwas Neues, das viele Bedeutungen in sich trägt. Seit der vergangenen Woche ist Flaka Haliti im Lehmbruck Museum zu sehen. Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West sowie durch die Duisburger Akzente, zu denen sie im kommenden Jahr gehören wird. Die Produktion der Kunstwerke erfolgt mit Unterstützung der Stiftung Stark für Gegenwartskunst, der Christine König Galerie und der Galerie Deborah Schamoni.

 

Flaka Haliti: Every window thinks of itself as an opening, 2025. Foto: Fabian Strauch. Courtesy the artist, Christine König and Deborah Schamoni.
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In ihrer Werkreihe “Its urgency got lost in reverse (while being in constant delay)“ (zu Deutsch: „Ihre Dringlichkeit ging im Rückwärtsgang verloren (während sie sich in ständiger Verzögerung befand)“) widmet sich Haliti den bis heute anhaltenden Spannungsverhältnissen in ihrer Heimat Kosovo. Sie nutzt Überreste aufgegebener Militärlager der KFOR und verwandelt sie in farbenfrohe Skulpturen. Dem Müßiggang frönend scheinen sich die zwei Roboter an ihren eigentlichen Zweck nicht zu erinnern. Nur das Material selbst, unter greller Farbe getarnt, verweist auf seine militärische Vergangenheit – nun jedoch in freundlicher, humorvoller Form. In einem scheinbar virtuellen Raum platziert, eröffnen die Skulpturen Momente der Leichtigkeit. Schimmernde Flügel, die an Engelsdarstellungen der Renaissance erinnern, verstärken das Bild und eröffnen gleichzeitig einen Moment der Hoffnung. Haliti stellt die Verbindung zwischen Ästhetik und Kriegsführung her und übt Kritik an dem globalen Narrativ von Macht und Dominanz. Geprägt von der ständigen Präsenz militärischer Ästhetik in ihrer Heimat Kosovo, stellen die Werke von Flaka Haliti dieser einen transformierten Entwurf gegenüber. Es entstand der von der Künstlerin geprägte Begriff der „demilitarisation of aesthetics“ (dt.: Demilitarisierung der Ästhetik).

 

 
 
Die Künstlerin und Sculpture 21st

Die Künstlerin Flaka Halilti. Foto: Eike Walkenhorst.
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Flaka Haliti (*1982 Pristina, Kosovo) studierte Grafikdesign in Pristina und Bildende Kunst an der Städelschule, Frankfurt a. M. Seit 2013 ist sie PhD in Practice-Kandidatin an der Universität für angewandte Kunst, Wien. Mit ihrem Debüt für den Kosovo-Pavillon auf der 56. Biennale in Venedig wurde sie 2015 international bekannt. Sie zeigte ihr Werk in Einzelausstellungen u. a. im mumok – Museum moderner Kunst, Wien (2014), in der Nationalgalerie des Kosovo, Pristina (2014), im Kunsthaus Hamburg (2018), in der Nationalen Galerie der Künste, Tirana (2018), der Cukrarna, Ljubljana (2023) und der Galerie Deborah Schamoni, München (2024). Haliti erhielt u. a. den Henkel Art.Award (2013), den Muslim Mulliqi X Award (2014), den ars viva-Preis für Bildende Kunst (2016), den Ludwig-Gies-Preis und die Shortlist-Nominierung für den Preis der Nationalgalerie, Berlin (2019). Sie lebt und arbeitet in München und Pristina.

 
Unter dem Titel „Sculpture 21st” präsentiert das Lehmbruck Museum seit 2014, anlässlich des 50. Jubiläum des Museums, wechselnde Positionen zur zeitgenössischen Skulptur. Einige der wichtigsten Bildhauer der Gegenwart – unter ihnen Tino Sehgal, Jeppe Hein, Julian Opie, Mona Hatoum, Shirin Neshat und zuletzt Peter Kogler – präsentierten in der ikonischen Glashalle des Museums ihre Werke und zeigten, wie sie die Skulptur im 21. Jahrhundert neu definieren. Die Grenzen der Bildhauerei werden in einem der bedeutendsten Museen für Skulptur in Europa verhandelt, überschritten oder auch gänzlich aufgelöst.

 
Die imposante Nordhalle des Lehmbruck Museums mit ihren über sieben Meter hohen Glasscheiben bildet die architektonische Verbindung zwischen Museum und Öffentlichkeit. Mit jeder weiteren künstlerischen Interpretation dieses Raumes durch die gastierenden Künstler wird die außergewöhnliche Museumsarchitektur Manfred Lehmbrucks stets aufs Neue zu einer einzigartigen Raumerfahrung. Mit jeder neuen Präsentation werden neue Schwerpunkte gesetzt und der Ausstellungsraum neu interpretiert. Durch die Glaswände sind die eindrucksvollen Werke auch außerhalb des Museums im Immanuel-Kant-Park sichtbar und bilden so die Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und musealem Raum. Gerade die Reihe „Sculpture 21st“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Grenzen zwischen Außenwelt und Innenraum aufzulösen und die Öffentlichkeit in die Verhandlungen um die Position der Skulptur mit einzubeziehen.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
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Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu sehen ist Sculpture 21 mit Flaka Haliti in der Glashalle zum Kantpark bis zum 8. März 2026. Mika Rottenberg mit „Quer Ecology“ wird bis zum 22. Februar 2026 ausgestellt, „Plastik Fantastik“, eine Präsentation der Kunstvermittlung mit Outreach-Programm, geht bis zum 31. Mai 2026. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Fabian Strauch (3), Eike Walkenhorst (1), Petra Grünendahl (3)

 

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MKM Museum Küppersmühle zeigt Erwin Bechtold aus der Sammlung Ströher

Zeichnungen und Papierarbeiten
Von Petra Grünendahl

Erwin Bechtold, Incisión azul, 2004 (Acryl auf Leinwand). MKM Stiftung, Dauerleihgabe Nachlass Erwin Bechtold. Foto: Galerie Gisela Clement, Archiv und Dokumentation, Christina Bechtold.
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Mit wenigen Bildmitteln schuf Erwin Bechtold (1925–2022)) ein vielseitiges Schaffen aus Malerei und Zeichnungen. Häufig verwendete er geometrische Grundformen, die von organischen Elementen gebrochen werden. Grau- und Erdtöne dominieren sein Werk. Manche Bilder sind ausschließlich in Schwarz und Weiß gehalten oder zeigen nur wenige Linien. Mit diesen sparsamen Mitteln untersuchte er Grundelemente und Gegensätzlichkeiten der Gestaltung, wie Form und Fläche, Geste und Geometrie oder räumliche Fragestellungen nach dem Außen und Innen. In der Opposition von Ordnung und Zufall fand er die Leitmotive seines künstlerischen Ausdrucks. Durch die Verwendung von Erde und Sand gestaltete der Künstler plastische, raue Oberflächen oder erschuf durch das Verwischen von Grafit scheinbar immaterielle Bildräume.

 

Installationsansicht Erwin Bechtold, Hommage, 2010-2020 (Acryl auf Holz). MKM Stiftung, Dauerleihgabe Nachlass Erwin Bechtold. Foto: Henning Krause, Köln, 2020.
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Seit der vergangenen Woche präsentiert das MKM Museum Küppersmühle in der Dauerausstellung der Sammlung Ströher einen neuen Raum mit Werken von Erwin Bechtold. In dem neu eingerichteten Künstlerraum sind nun über 60 Arbeiten zu sehen (davon 48 Dauerleihgaben): Ein Großteil davon sind Papierarbeiten, die zwischen 1960 und den später 1990er Jahren entstanden: Auf sie wird hier zum ersten Mal ein Ausstellungsschwerpunkt gelegt. Diese Arbeiten belegen die Schlüsselrolle der Zeichnungen und Papierarbeiten für die Erarbeitung von Bechtolds Bildern – und sie bezeugen die konsequente Auseinandersetzung mit seinen grundlegenden Bildthemen. Gleichzeitig zeigen sie die große Fülle seiner Motive und den Einfallsreichtum seiner auf das Wesentliche reduzierten Malerei.

 

 
 
Der Künstler

Erwin Bechtold, In der Fläche oben, 2003 (Acryl auf Leinwand). MKM Stiftung, Dauerleihgabe Nachlass Erwin Bechtold. Foto: Archiv und Dokumentation, Christina Bechtold.
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Erwin Bechtold (*1925 in Köln, † 2022 auf Ibiza) absolvierte eine Ausbildung zum Drucker und Setzer. Von den Kölner Werkschulen erhielt er 1950 dann das Meisterdiplom. Von 1950 bis 1951 war Bechtold Schüler an der Malschule von Fernand Léger in Paris. Bereits in den 1950er Jahren war er nach Spanien ausgewandert und gehörte auf der iberischen Halbinsel und darüber hinaus zu den wichtigsten bildenden Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Trotz der Abgeschiedenheit seines Wohnorts auf Ibiza war er aktives Mitglied zahlreicher Künstlergruppen in Spanien und Deutschland. So gilt er als Mitbegründer der auf Ibiza entstandenen Künstlergruppe Grupo Ibiza 59 und er war Mitglied im Deutschen Künstlerbund, an dessen Jahresausstellung Bechtold zwischen 1971 und 1990 dreizehn Mal teilnahm. Ab 1966 arbeitete er als Dozent für das West Surrey College of Art and Design in Farnham und Guildford. Auf der 4. documenta in Kassel stellte Bechtold 1968 aus. Er war 1973 Preisträger des Joan-Miró-Preises und erhielt 1990 die Ehrenprofessur des Landes Baden-Württemberg.

 
Mit K.O. Götz, Gerhard Hoehme und Bernard Schultze nahm Erwin Bechtold an den ersten Ausstellungen des deutschen Informel teil. Seine Werke sind seit vielen Jahren in der Sammlung Ströher vertreten. In den Jahren 2020 und 2021 waren seine Bilder in Einzelpräsentationen im MKM zu sehen. Nach dem Tod des Künstlers 2022 sind diese Gemälde und Zeichnungen als Dauerleihgaben im Museum verblieben. In diesem Jahr wurden sie durch ein umfangreiches Konvolut an Werken auf Papier aus dem Nachlass ergänzt, der von seiner Witwe Christina Bechtold betreut wird.

 

 
Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „passage“ mit Werken von Susan Hefuna ist noch bis zum 25. Januar 2026 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zeigt das MKM „Zeig was Du hast“ mit Bildern von Jörg Immendorff aus der Sammlung Ströher noch bis zum Frühjahr 2026. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst mit dem Erweiterungsbau. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
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Fotos: Galerie Gisela Clement (1), Henning Krause (1), Archiv und Dokumentation Christina Bechtold (1), Petra Grünendahl (3)

 

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Lektüretipp: Ruhrgebiet – Mehr Gerichte unserer Kindheit im Wartberg Verlag

Hömma, is dat abba lecka hier!
Von Petra Grünendahl

Mehr Rezepte unserer Kindheit von Sabine Henke im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Dass Essen kein Selbstzweck sei, sondern immer auch gemeinschaftsstiftend, postuliert die Autorin in ihrem Vorwort. Und dem geht sie mit Geschichten von Menschen auf den Grund, die hier ihre Erinnerungen an Kindheit (teilweise mit persönlichen historischen Fotos) und mitunter ihre ersten eigenen Kochversuche teilen. Garniert sind die Erzählungen mit Rezepten, die typisch sind für die Region: Da finden sich regionale alte Bekannte wie Steckrübenauflauf, Stielmuseintopf, Panhas, Arme Ritter, Grünkohleintopf und Mehlsuppe oder Borschtsch auf polnische Art, aber auch Klassiker wie Erbsensuppe, Kartoffelsalat, Gulasch, Zwiebelkuchen und Hühnersuppe. Auch für süße Zähne ist das eine oder andere dabei – ebenso ein paar „Flüssigrezepte“: Rezepte aus Mutters Küche halt. Die Ruhrgebietsküche ist unheimlich pragmatisch: Selbstgemacht mit dem, was verfügbar ist, und natürlich lässt man auch Essensreste nicht einfach verkommen, sondern verwertet sie für neue schmackhafte Kreationen.

 

Mehr Rezepte unserer Kindheit von Sabine Henke im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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In ihrem Buch „Ruhrgebiet – Mehr Gerichte unserer Kindheit“ serviert die Autorin Sabine Henke ihren Lesern Rezepte und Geschichten aus der Region: Ein Kochbuch mit sehr lesenswerten Erinnerungen und Essensgeschichten verschiedener Menschen. Neben Nährwerten für die hohen Energiereserven harter Arbeit enthalten die Rezepte vor allem das, was regional und saisonal verfügbar ist: Damit ließen sich die Gericht problemlos an die heutige eher leichte und nachhaltige Küche anpassen, so Henke. Die Küche vereine zudem Einflüsse anderer Regionen und Länder, die so vielfältig seine wie die Menschen, die im Ruhrgebiet lebten und leben. Sechzig Rezepte mit Geschichten aus dem Leben hat Sabine Henke hier zusammen gestellt. Vier weitere Rezepte und ein Register im Anhang runden die kurzweilige Lektüre mit praktischem Mehrwert ab. Ein Buch, was nicht nur für Menschen aus der Region interessant ist.

 

 
 
Die Autorin und das Buch

Mehr Rezepte unserer Kindheit von Sabine Henke im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Sabine Henke wuchs ab dem 7. Lebensjahr in Dortmund auf: Mit dem Maische-Duft der nahen Kronen-Brauerei in der Nase. Als Kabarettistin war sie bundesweit mit abendfüllenden Programmen unterwegs, bis Corona sie an den Schreibtisch zwang: Seitdem arbeitet sie als Autorin. Ihre Spielwiese sei, sagt sie von sich, der vermeintlich graue Alltag.
https://www.sabine-henke.de/

Das 128-seitige Buch „Ruhrgebiet – Mehr Gerichte unserer Kindheit“ von Sabine Henke ist im Wartberg Verlag erschienen. Es ist der Folgeband zu „Ruhrgebiet – Die Gerichte unserer Kindheit“ von Heinrich Wächter (ISBN 978-3-8313-2204-6). Neben den Texten stammen weitestgehend auch die Fotos von der Autorin. Das reich bebilderte Werk im fadengehefteten Hardcover-Umschlag ist für 18,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8313-3712-0).

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Mehr Rezepte unserer Kindheit von Sabine Henke im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Wartberg Verlag mit Sitz im nordhessischen Gudensberg war 1984 als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu regionalen und stadtgeschichtlichen Themen gestartet. Doch mit der Reihe „Wir vom Jahrgang …“ ist er längst im ganzen Bundesgebiet präsent und darüber hinaus auch in Frankreich („Nous, les enfants de …“, seit 2010) und Österreich (seit 2011). Zu den regionalhistorischen Reihen zählt seit 1985 „Wie es früher war“, in der Städte und Regionen anhand von historischen Fotos vorgestellt werden. Die Geschenkbuch-Reihe „Wir vom Jahrgang …“ (seit 2005) ergänzt seit 2007 „Wir vom Jahrgang … – Aufgewachsen in der DDR“. Das Verlagsprogramm geht heute über regionale Bücher (Bildbände, Geschichten und Anekdoten oder Freizeit) und Geschenkbücher weit hinaus und umfasst auch zum Bespiel auch Kochen & Kulinarik oder Krimis & Romane.
www.wartberg-verlag.de

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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Niederrheinische IHK präsentiert Konjunkturbarometer Rheinland

Lage vieler Unternehmen verschlechtert sich:
Wirtschaft im Rheinland braucht echte Reformen

Von Petra Grünendahl

Dr. Stefan Dietzfelbinger ist Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Foto: Michael Neuhaus / Niederrheinische IHK.
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Vor gute einem halben Jahr wer die neue Bundesregierung mit einem Vertrauensvorschuss aus der Wirtschaft gestartet. Nun urteilen die Unternehmen: Da kommt zu wenig, zu verzagt! Viele Betriebe hatten sich mehr erhofft. Von den bisherigen Reformen kommt bei der Wirtschaft zu wenig an. Die Großindustrie streicht Stellen, kleine und mittelständische Betriebe schließen ganz. Das und fehlende Investitionen belasten die ganze Region, wie das Konjunkturbarometer der Industrie- und Handelskammern im Rheinland zeigt. Besonders wichtige Grundstoffindustrien leiden: Stahl- und Chemieprodukte lassen sich schlecht verkaufen, weil die Produktionskosten zu hoch sind. Bürokratie, Energiepreise und marode Straßen bremsen die Wirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen sinkt. Das neue Konjunkturbarometer sei eine deutliche Mahnung an die Bundesregierung: „Jeder vierte Betrieb will Beschäftigte entlassen. Jeder Dritte will weniger investieren. Das zieht andere mit in den Abwärtsstrudel“, warnte Dr. Stefan Dietzfelbinger. Die Abwarte-Taktik der Politiker sei eine Illusion: Die Wirtschaft könne nicht mehr warten!

 

Ocke Hamann (l.), Geschäftsführer für Wirtschaft und Konjunktur, und Stefan Dietzfelbinger (r.), Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Foto: Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK.
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Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der in diesem Jahr federführenden Niederrheinischen IHK, stellte die neuesten Ergebnisse der Konjunkturumfrage bei Unternehmen im Rheinland vor. Gemeinsam mit Ocke Hamann, Geschäftsführer für Wirtschaft und Konjunktur, stand er im Pressegespräch Rede und Antwort. Viele Probleme sind hausgemacht: Die hohen Energiekosten belasten vor allem die produzierende Industrie. Eine überbordende Bürokratie mit ihren nicht immer nachvollziehbaren Vorschriften, vielen Formularen und Genehmigungen sind für knapp 60 Prozent der Unternehmen die größte Bremse. Aktuell ist es nur der Staat, der mehr investiert, auch wenn vom Sondervermögen Infrastruktur zu wenig in der Region ankommt. Und für den dringend notwendigen Aufschwung reicht auch das bei weitem nicht. Wichtig wäre, dass die privaten Investitionen anspringen, so Dietzfelbinger: „Unser Konjunkturklimaindex zeigt, wie zurückhaltend die Wirtschaft ist. Er tritt mit 91 Punkten auf der Stelle. Seit mehr als drei Jahren gibt es kaum positive Impulse. Auch, weil die Bürokratie uns im Weg steht. Wir brauchen grundlegende Reformen. Ankündigungen alleine reichen nicht. Wenn unsere Verwaltungen nicht umdenken, wird es nicht gehen. Sie sollten digitaler und kundenfreundlicher werden“, forderte er. Auftragseingänge seien schleppend, erzählte Ocke Hamann: „Tiefbauunternehmen haben zum Teil Kurzarbeit anmelden müssen, weil der Bundeshaushalt noch nicht verabschiedet war und damit die Gelder nicht fließen konnten: Wir müssen die Planungen beschleunigen und das Geld aus dem Sondervermögen auch dort ausgeben, wo es gebraucht wird.“

 

 
 
Strompreise müssen runter, Unternehmen brauchen mehr Freiheiten
„Wir müssen alles tun, um unsere Produktionsketten intakt zu halten. Ein Industrieunternehmen, das seine Tore schließt, kommt nicht mehr zurück. Im Gegenteil: Es zieht weitere mit sich“, so der Hauptgeschäftsführer. Und: „Die Bundesregierung hat ihr Versprechen nicht gehalten, die Stromsteuer für alle zu senken. Besonders der Mittelstand ist enttäuscht. Auch beim geplanten Industriestrompreis bleiben Mittelständler außen vor. Zudem ist es nur eine Brückenlösung – der Strom wird nach drei Jahren wieder teuer. Die Energiepreise müssen aber dauerhaft für alle Betriebe sinken. Hier muss Berlin dringend nachbessern.“

 
Fast jedes zweite Unternehmen sieht im Fachkräftemangel eine Gefahr. Gleichzeitig machen ihnen die gestiegenen Arbeitskosten zu schaffen. Und auch bei der Infrastruktur zeigt sich ein alarmierendes Bild: Marode Verkehrswege, schleppende Genehmigungen und fehlende Digitalisierung gefährden den Standort. All das führe zu einer gefährlichen Mischung: Unternehmen verlieren Vertrauen – in die Zukunft, in die Politik, in die Planbarkeit. „Das Rheinland ist stark. Unsere Unternehmen sind innovativ, anpassungsfähig, bereit für Wandel. Aber sie brauchen endlich die Freiheit, wieder unternehmerisch handeln zu können. Wer Wachstum will, muss Verlässlichkeit schaffen. Wer Transformation will, muss Investitionen ermöglichen. Und wer Wohlstand sichern will, muss die Wirtschaft endlich ernst nehmen“, betonte Dietzfelbinger.

 

 
Die Niederrheinische IHK und die IHKs im Rheinland
Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.

 
Zur Gruppe der IHK-Initiative Rheinland zählen neben Duisburg, Wesel und Kleve die Kammerbezirke Krefeld / Mittlerer Niederrhein, Düsseldorf, Wuppertal / Bergisches Land, Aachen, Köln und Bonn / Rhein-Sieg. Seit 21 Jahren arbeiten sie gemeinsam am Konjunkturbarometer Rheinland, für die die Unternehmen in den IHK-Bezirken jeweils zum Jahresbeginn und im Spätsommer befragt werden. Beteiligt hatten sich bei der Umfrage im Herbst 2025 mehr als 2.000 Unternehmen aus der Region. Der Rücklauf aus Industrie, Groß- und Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor ermöglichte die Aufschlüsselung der Daten in 17 Einzelbranchen, die ein genaueres Bild der Lage wiedergaben. Das Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2025 gibt es hier zum Download.

 
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Fotos: Michael Neuhaus / Niederrheinische IHK (1), Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK (1)

 

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Kalender 2026: Der Niederrhein und das Ruhrgebiet im Großformat im Klartext Verlag

Ansichten zweier Regionen mit charakteristischen
und mit überraschenden Motiven

Von Petra Grünendahl

Kalender Ruhrgebiet 2026 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Reise durch das Ruhrgebiet überrascht im Januar des Kalenders mit der Elfringhauser Schweiz: Ein Motiv, welches man nicht ungedingt in dieser Region erwartet. Gleiches gilt für die Barockgärten am Kloster Kamp, Schlösser oder die Sechs-Seen-Platte. Eher typisch sind Aufnahmen von einem Zechengelände und von Fördergerüsten oder ehemals industriell genutzte Gebäude. Teils sind die Kalenderblätter unbekannte Ansichten von Motiven, die man für die Regionen gar nicht auf dem Schirm hat, aber auch neue und überraschende Perspektiven von Motiven, die man sowohl aus dem Ruhrgebiet als auch vom Niederrhein kennt. Am Niederrhein dominieren natürlich Ansichten von Windmühlen, aber neben Schlössern und Burgen oder Landschaften sind auch Ortsansichten oder die Luftaufnahme eines Freizeitparks dabei. Neben den großen Formaten bestechen in beiden Kalendern stimmungsvolle Bildszenerien, die gerne auch mal mit dem Licht von Sonne und Mond oder künstlicher Beleuchtung bei Nacht spielen.

 

Kalender Ruhrgebiet 2026 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Neben verschiedenen anderen Kalendern hat der Klartext Verlag auch für 2026 wieder zwei Kalender mit „Ansichten einer Region“ und Motiven vom Ruhrgebiet bzw. vom Niederrhein veröffentlicht. Die Kalender zeichnen sich aus durch eine spannende Motivauswahl mit hochwertiger Reproduktion in großformatigen Ansichten, die den Betrachter fesseln. Produziert wurde das Titelbild in Hochglanz, die Folgeseiten in hochwertigem Seidenmatt-Druck. Die Fotografien aus dem Ruhrgebiet stammen von Jochen Tack (5), Hans Blossey (1) und Ruben Becker (2) sowie von Fotografen der Agenturen Mauritius Images (1) und Huber-Images (2) oder von Adobe Stock (2). Den Niederrhein fotografierten Stefan Ziese (7), Hans Blossey (1), Susanne Wingels (1) sowie Fotografen von Huber-Images (4).

 

 
 

Kalender Niederrhein 2026 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Kalender
Die beiden großformatigen Kalender (51 x 45 cm) mit 13 Motiven sind im Essener Klartext Verlag erschienen. Ruhrgebiet 2026 (ISBN 978-3-8375-2686-8) und Niederrhein 2026 (ISBN 978-3-8375-2687-5) sind für jeweils 24 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich.

Ruhrgebiet – Die Motive
Titel: Landschaftspark Nord, Duisburg
Januar: Elfringhauser Schweiz, südlich der Ruhr
Februar: Schloss Bladenhorst, Castrop-Rauxel
März: Aquarius Wassermuseum, Mülheim an der Ruhr
April: Grugahalle, Essen
Mai: Schlosspark mit Haus Weitmar, Bochum
Juni: Terrassengärten am Kloster Kamp, Kamp-Lintorf
Juli: Westfalenpark mit Floriansturm, Dortmund
August: Altes Schiffshebewerk Henrichenburg, Waltrop
September: Sechs-Seen-Platte, Duisburg
Oktober: Ruhr bei Bochum-Stiepel und Hattingen-Blankenstein
November: Zeche Prosper II, Bottrop
Dezember: Fördergerüste der ehemaligen Zeche Radbod, Hamm

 
Der Blick ins Ruhrgebiet. Fotos: Petra Grünendahl

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Niederrhein – Die Motive
Titel: Braunsmühle, Kaarst
Januar: Wasserburg Anholt, Isselburg
Februar: Windmühle Breberen, Gangelt
März: Schwanenburg, Kleve
April: Rathaus Abtei Innenhof, Mönchengladbach
Mai: Freizeitpark Irrland, Kevelaer
Juni: Burg Linn, Krefeld
Juli: Kapellenplatz, Kevelaer
August: Klever Tor mit Dom St. Viktor, Xanten
September: Altstadt Zons, Dormagen
Oktober: Silberweiden bei Rees
November: Egelsbergmühle, Krefeld
Dezember: Schloss Benrath, Düsseldorf

 

 
Der Blick an den Niederrhein. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Kalender Niederrhein 2026 im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Heimat Deuschland im Kunth Verlag

Vielfalt der Regionen unter gemeinsamer Flagge
Von Petra Grünendahl

Heimat Deutschland im Kunth Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Was ist Heimat? Der Ort, wo man aufgewachsen ist oder wo nun lebt? Oder ist es nicht doch viel mehr: Vertrautes, wie die Sprache, das Essen, die Geselligkeit, die Bräuche, Feste und lokale Traditionen oder das althergebrachte Handwerk. So prägen Auenlandschaften und Heidemoore, weite Obstwiesen und Felder, knorrige Kopfweiden und Pappelalleen die Landschaft am Niederrhein. Verfolgen lassen sich hier die Spuren der Textilindustrie zum Beispiel in Krefeld und Mönchengladbach. Auf die Spuren der Römer begibt man sich unter anderem in Xanten. Das Ruhrgebiet (hier im Buch leider „Ruhrpott“ genannt), entstanden aus Kohle, Stahl und harter Arbeit, ist heute nicht mehr so deutlich geprägt von Zechen und Schwerindustrie: Die Autorinnen haben hier das Grün und ein vielfältiges Kulturrevier ausgemacht, aber auch die Fußballliebe (besonders zum eigenen Verein, versteht sich), die Currywurst, den Schrebergarten und die Verwurzelung im eigenen Stadtteil (so viel zum Thema „Metropole Ruhr“ 😉 ). Natürlich ist das alles sehr verkürzt dargestellt, müssen doch auf den 360 Seiten Orte und Regionen aus ganz Deutschland angemessen gewürdigt werden. Siebzehn Doppelseiten mit Aspekten von Heimatliebe thematisieren auch überregional, was als Typisch Deutsch empfunden wird: Zum Beispiel Weihnachten, Manufakturen oder Braukunst, Weinbau, Rheinromantik oder alle möglichen Arten von kulinarischen Besonderheiten verschiedenster Regionen.

 

Heimat Deutschland im Kunth Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Heimat Deutschland“ nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Republik: Von Osten nach Westen und vom Norden in den Süden. Nach dem Motto „Ein Gefühl, das mehr ist als ein Ort“ suchen die Autoren nach dem, was Heimat ausmacht: Nach den kleinen Dingen wie den sprachlichen oder kulinarischen Eigenarten der Regionen, lokalen Handwerkstraditionen und dem Brauchtum sowie den Menschen, die die Regionen geprägt haben: Das, was Orte und Regionen in Deutschland letztendlich ausmacht. Das Ganze wird in leichten Häppchen serviert: bebilderte Beschreibungen, Exkurse zur Heimatliebe mit Dingen, die als typisch deutsch gelten, sowie Kurztexte zur Heimatkunde mit Erwähnenswertem in der jeweiligen Region. Garniert ist das Ganze mit vielen schönen, ausdrucksstarken Fotos. Leider gibt es keine Übersichtskarte, wie die vier Bereiche in diesem Buch – Norden, Westen, Osten, Süden – genau abgegrenzt sind. Die Völklinger Hütte (Saarland) als Startbild für „Im Westen“ ist für den Nordrhein-Westfalen sicherlich gewöhnungsbedürftig. Aber auch das Saarland gehört genau genommen zum „Westen“. Ein Register listet alphabetisch Orte und Gegenden auf, um eine gezielte Suche zu erleichtern.

 

 
 
Das Buch

Heimat Deutschland im Kunth Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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In diesem opulenten Bildband schildern Rita Henss und Stefanie Schuhmacher in überwiegend kurzen und prägnanten Texten die Besonderheiten der deutschen Regionen und Städte. Die Einzigartigkeiten von Dialekten, Küche oder Handwerkskunst zeigen Deutschlands Vielfalt, die sich auch in Fotos unterschiedlichster Fotografen von Kleinformaten bis zu ganz- und doppelseitigen Bildern widerspiegeln. Das reich bebilderte 360-seitige Werk „Heimat Deutschland“ im Format 27,8 x 23,2 x 2,8 cm mit Hardcover-Umschlag ist im Kunth Verlag erschienen und für 39,95 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-96965-223-7).

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl


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Kunth Verlag

Heimat Deutschland im Kunth Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Münchener Kunth Verlag wurde 1997 von Wolfgang und Calina Kunth gegründet. Publikationen des Verlages erhielten über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen. Schwerpunkte des Verlagsprogramms liegen bei hoch informativen Bildbänden und reich bebilderten Reisebüchern, die eine Auszeit vom Alltag schon beim Blättern und natürlich reichhaltige Reise-Inspirationen bieten. Reisekarten / Weltatlanten sowie reich illustrierte Sachbücher aus geografischen, kulturellen und touristischen Themenbereichen und Kalender vervollständigen das Verlagsprogramm. Kunth gehört heute als Marke zur MairDumont Verlagsgruppe.
www.kunth-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Bergbau-Geschichte am Niederrhein: Kalender „Glückauf 2026“

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein
zeigt Motive aus dem Altkreis Moers

Von Petra Grünendahl

Bergbau-Kalender Glückauf 2026: Bergwerk Rheinpreußen Schacht II in Homberg. Foto: Petra Grünendahl.
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Von Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn über Moers bis hin nach Rheinhausen und Homberg reichen die Schachtanlagen im neuen Bergbau-Kalender: Mit Einblicken in die Zechengelände der Region von Friedrich Heinrich und Rossenray über Niederberg und Pattberg bis hin zu Diergardt / Mevissen und verschiedenen Schachtanlagen der Zeche Rheinpreußen. Die Aufnahmen sind historisch: Noch in der Nutzung hatten sich die Anlage weiter entwickelt und waren umgebaut worden. Der Betrieb auf den Anlagen ist seit Jahrzehnten schon eingestellt. Viele der Anlagen sind abgerissen. Von den ehemals zahlreichen Fördertürmen und Gerüsten an linken Niederrhein stehen heute nur noch das Doppelstrebengerüst von Rheinpreußen Schacht IV in Moers, der Malakoffturm von Rheinpreußen Schacht I in Homberg (mit der Turmspitze auf dem Januar-Bild zu erkennen), der Turm von Schacht Gerdt in Baerl (hier nicht dabei), zwei Fördergerüste auf Niederberg sowie Förderturm und Strebengerüst in Kamp-Lintfort (Zechenpark Friedrich Heinrich). Teilweise stehen dort nur noch ein paar Protegohauben, teilweise kann man aber einzelne alte Zechen-Betriebsgebäude auch heute im Stadtbild erkennen.

 

Bergbau-Kalender Glückauf 2026: Sprengung der Kohlenwäsche auf Rheinpreußen Schacht IV im Jahr 1963 (Titelbild). Foto: Petra Grünendahl.
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Auch im kommenden Jahr heißt es beim Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e.V. (GMGV) wieder „Glückauf“ mit einer Zeitreise durch die Bergbau-Geschichte am Niederrhein. Wie in den Vorjahren veröffentlicht der GMGV seinen Kalender „Glückauf 2026 – Bergbau am Niederrhein“ mit einem spannenden Überblick über die Bergwerke, die den Altkreis Moers zwischen 1857 bis 2012 maßgeblich geprägt haben. Bei der Zusammenstellung der Motive hat Andre Thissen, Leiter des Arbeitskreises Schacht IV, zahlreiche Bilder aus der Vogelperspektive ausgewählt, die einen Eindruck über die Ausdehnung der Zechenareale vermitteln: Die Grenzen sind heute teils nur noch zu erahnen, auch wenn mancherorts verbliebene Gebäude die Verortung erleichtern. Informative Texte zu jedem Bild verorten die Motive geografisch und historisch. Der Kalender ist ein Muss für jeden Bergbaufreund und spannend auch für Leute, die die Standorte erst in der Nachbergbau-Zeit kennengelernt haben.

Bergbau-Kalender Glückauf 2026: Bergwerk Niederberg Schacht I und II in Neukirchen-Vluyn. Foto: Petra Grünendahl.
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Erhältlich ist der Kalender „Glückauf 2026 – Bergbau am Niederrhein“ zum Preis von Euro 12,95 bei der Moerser Stadtinformation auf der Kirchstraße, der Barbara Buchhandlung, Thalia und CB Schreibwaren am Edeka Center. In Kamp-Lintfort ist der Kalender verfügbar bei Thalia und Michelbrink, in Neukirchen-Vluyn bei der Neukirchener Buchhandlung, bei Giesen-Handick und bei Edeka Raber in Vluyn. Ferner bei Edeka Paschmann in Homberg, bei Edeka Rywotzki in Scherpenberg sowie bei vielen weiteren Verkaufsstellen unserer Region.

 

 
 

Bergbau-Kalender Glückauf 2026: Bergwerk Diergardt Mevissen, Schächte Mevissen I und II in Rheinhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit dem Erwerb des Kalenders unterstützen Käufer verschiedene Projekte des gemeinnützigen Vereins u. a. im Bergbaumuseum des Industriedenkmals von Rheinpreußen Schacht IV in der dortigen Fördermaschinenhalle, wo man bis Ende Oktober den Kalender selbstverständlich auch erwerben kann.

 
Die Kalender-Motive

Bergbau-Kalender Glückauf 2026: Überblick. Foto: Petra Grünendahl.
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  • Titel: Sprengung der Kohlenwäsche auf Rheinpreußen Schacht IV im Jahr 1963
  • Januar: Bergwerk Rheinpreußen Schacht II in Homberg
  • Februar: Bergwerk Diergardt II in Rheinhausen-Asterlagen
  • März: Bergwerk Niederberg Schacht I und II in Neukirchen-Vluyn
  • April: Bergwerk Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort
  • Mai: Bergwerk Rheinpreußen Schacht V / IX in Moers-Utfort
  • Juni: Bergwerk Rossenray in Kamp-Lintfort
  • Juli: Bergwerk Niederberg in Neukirchen-Vluyn
  • August: Bergwerk Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort
  • September: Bergwerk Pattberg in Moers-Repelen
  • Oktober: Bergwerk Diergardt Mevissen, Schächte Mevissen I und II in Rheinhausen
  • November: Bergwerk Rheinpreußen Schacht IV in Moers-Hochstraß
  • Dezember: Bergwerk Rheinpreußen Schächte V und IX in Moers-Utfort

 

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

Zeche Rheinpreußen Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.

Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Geöffnet ist Bergbaumuseum an der Zechenstraße 50 in Moers-Hochstraß von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 02841 / 889108 (mittwochs 9 bis 12 Uhr) oder per Mail an schacht4(at)gmgv-moers.de.
www.gmgv-moers.de

 
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MKM Museum Küppersmühle zeigt „passage“ mit Werken von Susan Hefuna

Reise durch Kulturen und Perspektiven menschlichen Seins
Von Petra Grünendahl

Kay Heymer, Susan Hefuna und Stephan Kunz (v. l.) vor einer Maschrabiyya im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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„Die traditionelle Form der Maschrabiyya findet sich als Dreh-und Angelpunkt ihrer Kunst und sind ein Schlüssel unserer Konzeption“, erklärte Stephan Kunz, Kurator der Ausstellung. In der islamischen Kunst stehen die Maschrabiyyas, aus Holz gedrechselte oder geschnitzte ägyptische Architekturelemente, für eine besondere Form der „passage“ – so der Ausstellungstitel, der sprachlich mehrdeutig ist: Ein Begriff für Durchgang oder Reise, den es nicht nur im Deutschen gibt. In den Arbeiten verarbeitet Susan Hefuna Erfahrungen und Ideen, die ihrerseits den Betrachter herausfordern. Eine Werksreihe thematisiert beispielsweise das Thema Obdachlosigkeit, wie sie sie in New York erlebte. Handwerklich erstellte Gitterstrukturen geben Halt und Orientierung und ziehen sich durch ihr Werk. Die einfach erscheinenden Strukturen ihrer Zeichnungen sind auf mehreren Ebenen lesbar: Netzwerke von Verbindungen und zwischenmenschlicher Kommunikation. „Ich war immer irgendwie dazwischen“, hatte die Künstlerin einmal gesagt: In Anspielung auf ihre Herkunft und ihr Leben in sehr unterschiedlichen Kulturen. „Es sind intime Werke, auf die man sich einlassen muss“, schloss Kurator Kunz.

 

Stephan Kunz, Susan Hefuna und Kay Heymer (v. l.) im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst stellten Museumskurator Kay Heymer und Ausstellungskurator Stephan Kunz zusammen mit der Künstlerin Susan Hefuna die Werkschau vor. Unter dem Titel „passage“ präsentiert das Museum im Duisburger Innenhafen mit über 400 Werken aus mehreren Jahrzehnten ihres Schaffens eine Reise durch ihr künstlerisches Schaffen. Die Werke in unterschiedlichsten Formaten stammen aus unterschiedlichen Werkgruppen, die für den Besucher erkennbar sind. Es ist die die erste große Museumsausstellung der multidisziplinär arbeitenden, international bekannten und weltweit geschätzten Künstlerin in Deutschland. Die Ausstellung wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Freitag, 26. September, offiziell für das Publikum geöffnet.

 

 
 
Die Künstlerin

Fotografien: Susan Hefuna im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Susan Hefuna (* 1962 in Berlin) ist eine Künstlerin mit deutscher Mutter und ägyptischem Vater. Sie wuchs in Ägypten, Deutschland und Österreich auf. Hefuna studierte ab 1982 an der Kunstakademie Karlsruhe Malerei und Skulptur und schloss dann mit einen zweiten Studiengang am Institut für Neue Medien an der Städelschule in Frankfurt am Main 1992 ihre Postgraduierten-Ausbildung ab. Die Künstlerin bedient sich bei ihren Arbeiten verschiedener künstlerischer Medien, wie etwa der Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Textilarbeiten, Installation, dem Video und der Performance. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1998 der International Award der Cairo Biennale sowie 2013 dem Drawing Prize der Fondation d’art contemporain Daniel et Florence Guerlain, Paris. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf, Kairo und New York City. An der Hochschule Pforzheim ist sie Professorin für Audiovisuelle Medien im Bereich der Künstlerischen Grundlagen.
https://www.susanhefuna.com/
https://de.wikipedia.org/wiki/Susan_Hefuna

Zur Ausstellung ist ein 224-seitiger Katalog im Kehrer Verlag Heidelberg erschienen. Das zweisprachige Buch (dt., engl.) mit Texten von Walter Smerling, Thomas A. Lange, Stephan Kunz, Verena Hein, Venetia Porter sowie einem Gespräch von Susan Hefuna mit Hoor al-Qasimi ist umfassend bebildert. Es ist für 40 Euro zu haben: An der Museumskasse oder im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96900-205-6).

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „passage“ mit Werken von Susan Hefuna ist noch bis zum 25. Januar 2026 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zeigt das MKM „Zeig was Du hast“ mit Bildern von Jörg Immendorff aus der Sammlung Ströher noch bis zum Frühjahr 2026. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. So gibt es zum Beispiel am 15. Januar um 18 Uhr eine Begleitveranstaltung mit Susan Hefuna und Kurator Stephan Kunz. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945.

Museum Küppermühle in der Bauphase des Erweiterungsbaus. Foto: Petra Grünendahl.
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Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
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Lektüretipp: Alles Currywurst – oder was? im Klartext Verlag

Alles hat nen Anfang, nur die Wurst hat zwei. Oder mehr?
Von Petra Grünendahl

Alles Currywurst – oder was? im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Currywurst – auch bekannt als Mantateller oder Knappenplatte – ist das Leibgericht des Ruhris. Sie wurde in Berlin erfunden – oder auch nicht: Viele Anfangsgeschichten der Currywurst gehen zurück auf die Nachkriegsjahre in Bückeburg / Niedersachsen (Ludwig Dinslage 1946), in Hamburg (Lena Brücker 1947) oder eben in Berlin (Herta Heuwer 1949). Aber auch andere Regionen haben die Erfindung der Currywurst für sich reklamiert – auch das Ruhrgebiet. Die Autoren haben den Beginn der Currywurst in Duisburg ausgemacht: Im Jahr 1936 experimentierte in Hamborn Peter Johann Hildebrand mit einer Saucenmischung aus Curry und Ketchup, die er zu Bratwürsten aus eigener Herstellung reichte. Das Schild „Currywurst seit 1936“ ziert heute die letzte seiner bis zu drei Duisburger Imbissstuben am August-Bebel-Platz in Marxloh: Peter Pomm’s Pusztetten-Stube. Dort trafen die Autoren den Betreiber Willem Tauber, Schwiegersohn von Peter Hildebrand, der ihnen die Geschichte der ersten Currywurst erzählte. Den Imbiss betreiben mittlerweile seine beiden Töchter. Aus allen vier Geschichten ziehen die Autoren das unvermeidliche Fazit: Die Currywurst stammt aus Duisburg. Und sie erklären gleich mit, warum die Currywurst hier anders (und besser) schmeckt: Ist doch die Grundlage der echten Currywurst eine Bratwurst, wo in Hamburg und Norddeutschland eine Bockwurst und in Berlin auch zuweilen eine Brühwurst genommen wird. Auch die Currysauce ist nicht einheitlich gemischt: Jede Imbissbude, die was auf ihre Currywurst hält, hat ihre eigene Mischung.

 

Alles Currywurst – oder was? im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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In ihrem Buch „Alles Currywurst – oder was?“ befassen sich die Autoren Tim Koch und Gregor Lauenburger mit der Herkunft der Currywurst und proklamieren „Die ganze Wahrheit über das Kultobjekt“. Aber Spaß beiseite: Natürlich ist nicht jede Ausführung im Lexikon (Currywurst von A bis Z) so ganz ernst gemeint. Viele witzige, lesenswerte und spannende Episoden haben die Autoren hier zum Thema zusammen getragen – alphabethisch sortiert. Für den Fan ganz wichtig ist natürlich „R“ wie Rezepte zur Currywurst, einer Currysauce, zu Pommes und Mayo. Die Wahrheit zur „Heimat der Currywurst“ soll dem Leser auch nicht verborgen bleiben: Hier findet der Leser vier Erzählungen zur Erfindung der Currywurst mit dem Fazit „Die Currywurst stammt aus Duisburg!“ In ihrer Liste für weiterführende Literatur im Anhang listen die Autoren neben Büchern zu den unterschiedlichen Entstehungsgeschichten der ersten Currywurst auch einen Pommesführer Ruhr sowie – um hier noch einmal auf die eigene Mischung für die Currysauce zurück zu kommen – einen Currywurst-Führer auf.

 

 
 
Die Autoren und das Buch

Alles Currywurst – oder was? im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Tim Koch ist gebürtiger Hamburger und seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie und Hotellerie zu Hause. Er brachte Getränke sowie zahlreiche Ketchup- und Currywurstsaucen in den Handel und ist heute einer der Köpfe von „tellerrand“, einer Hamburger Agentur für Gastrokonzepte. Für ihn ist völlig klar ist: Niemand liebt die Currywurst mehr als er.

 
Gregor Lauenburger ist in Duisburg-Hamborn geboren und verbindet mit der Currywurst viele Kindheitserinnerungen. Wenn er nicht gerade in der heimischen Küche daran arbeitet, die Currywurst seiner Kindheit zu rekonstruieren, arbeitet er als Seelsorger an einem Essener Gymnasium. Neben der Currywurst ist er noch dem MSV Duisburg, Karneval und Star Trek verfallen.

 
Das Buch „Alles Currywurst – oder was?“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 176-seitige Werk mit zahlreichen farbigen Abbildungen ist für 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2658-5).

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Alles Currywurst – oder was? im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 

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DeltaPort Niederrheinhäfen: Zukunftsfähige Entwicklung der Hafenstandorte

Binnenschifffahrt wichtig für Klimaschutz und Versorgungssicherheit
Von Petra Grünendahl

DeltaPort vor Ort: Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.
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„Die Abkehr der USA vom seinen Handelspartnern und der Globalisierung, der Klimawandel sowie Konflikte und Kriege weltweit stellen unsere Wirtschaft vor Herausforderungen“, sagte Andres Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen. Hier seien strukturelle Veränderungen und Investitionen in die Infrastruktur nötig. „Wer wirtschaftliche Resilienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit will, darf aber die Wasserstraßen-Infrastruktur nicht vergessen“, erklärte Werner Schaurte-Küppers. Präsident der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve und in diesem Jahr Schirmherr des Branchenevents „DeltaPort – vor Ort“: In Anspielung auf das Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung, bei dem die Wasserstraßen schlichtweg vergessen worden waren. Er betonte, dass Häfen mehr seien als bloße Umschlagorte: „Sie sind unverzichtbar für unsere Wirtschaft. Wer den Standort stärken will, muss in Häfen investieren.“ Stadt, Hafen und Menschen profitierten von den Wasserstraßen, so Schaurte-Küppers. DeltaPort mache es vor: Hier werde vorausschauend geplant und in die Zukunft investiert. „Unternehmen schaffen die Transformation aber nicht allein“, betonte der IHK-Präsident. Und sie bräuchten verlässliche Zusagen aus der Politik.

 

Die Binnenhäfen können eine Schlüsselrolle für die Versorgungssicherheit spielen. Darüber herrschte Einigkeit beim Branchentreffen ,DeltaPort – vor Ort‘ (v. l.): Michael Düchting (Geschäftsführer EcoPort 813 e.V.), Landrat Ingo Brohl, Gastgeber Andreas Stolte (Geschäftsführer DeltaPort Niederrheinhäfen), Dirk Haarmann (Bürgermeister der Stadt Voerde) und Dieter Thurm (Prokurist und Technischer Leiter DeltaPort Häfen). Foto: Petra Grünendahl.
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Unter dem Motto „Häfen – Hotspots resilienter Logistik“ stand der traditionelle Branchenevent der DeltaPort Niederrheinhäfen, der Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf dem Fahrgastschiff River Lady Einblicke in die Herausforderungen bot, vor denen Binnenhäfen und Wasserstraßen stehen. Im Rahmen von „DeltaPort – vor Ort“ ging es mit der River Lady durch die Weseler Häfen (Stadthafen und Rhein-Lippe-Hafen) und den Hafen Emmelsum in Voerde, wo Vertreter der anliegenden Unternehmen zu Wort kamen. Zukunftsfähig aufstellen will sich DeltaPort mit dem EcoPort813 Förderverein Wasserstoff und nachhaltige Energie e. V., dem mittlerweile 23 Unternehmen angehören. EcoPort813-Geschäftsführer Michael Düchting: „Wir sind gut positioniert zwischen den großen Häfen in Rotterdam, Antwerpen, Duisburg und Dortmund als Drehscheiben der Logistik.“ Für den Transport von Wasserstoff werde die Schifffahrt eine relevante Rolle spielen, glaubt er. „Die Binnenhäfen können, müssen und werden die Versorgungssicherheit der Bevölkerung auch in Krisenzeiten gewährleisten und zugleich Motoren der notwendigen Verkehrstransformation sein. Dafür und daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten, um unseren Wohlstand zu erhalten und gleichzeitig die Ressourcen zu schonen“, sagte Gastgeber Andreas Stolte.

 

 
 
Erfreuliche Entwicklungen in den Häfen des Kreises Wesel

DeltaPort vor Ort: Bau der Schiffsentgasung von GS Recycling im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu den Erfolgsfaktoren der DeltaPort-Häfen zählten auch die kurzen Wege: „Wir wissen, welchen Schatz wir mit DeltaPort hier haben“, erklärte Ingo Brohl, Landrat Kreis Wesel, der die Bedeutung der Häfen im Kreis Wesel für eine sichere und nachhaltige Versorgung der Gesellschaft unterstrich. „Wir haben als kleiner Hafen sehr viel Industrie in die Region gebracht“, so Brohl. Im Stadthafen Wesel stehen keine weiteren Flächen zur Verfügung: Erweiterungen von Anlagen erfolgen im Bestand. Im Rhein-Lippe-Hafen, dem ehemaligen Ölhafen, stehen die letzten alten Verladeanlage vor dem Rückbau. Mit der Verlängerung der Spundwand werden die Zeichen auf Zukunft gestellt. Nordfrost hat seine Kühllogistik in Betrieb genommen. GS Recycling erweitert sein Portfolio und baut eine Schiffsentgasungsanlage. Das hier gewonnene Gas wird abtransportiert und verstromt.

 

DeltaPort vor Ort: Contargo im Hafen Emmelsum baut mehr Spundwand (rechts im Bild). Foto: Petra Grünendahl.
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Der Hafen Emmelsum an der Mündung zum Wesel-Datteln-Kanal wurde 1970 bis 1972 zur Rohstoffversorgung der Aluminiumhütte der Kaiser-Preussag Aluminium GmbH & Co. KG (später Voerde Aluminium GmbH, heute Trimet Aluminiumhütte) gebaut. Der trimodal angebundene Hafen konnte mit Jerich, Sappi und Contargo mit seiner Container-Logistik (2017) neue Ansiedlungen gewinnen. In zweiter Reihe schaffen der Hafen und Verwaltung (Stichwort: Bebauungsplan) weitere freie Ansiedlungsflächen.

 

DeltaPort

DeltaPort vor Ort: Nordfrost im Rhein-Lippe-Hafen. Foto: Petra Grünendahl.
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DeltaPort ist als Hafenverbund am Niederrhein 2012 durch Zusammenlegung von drei öffentlichen Hafenarealen im Kreis Wesel entstanden: Dies waren der Stadthafen Wesel, der Rhein-Lippe-Hafen (ehemals Ölhafen) sowie der Hafen Emmelsum im Stadtgebiet Voerde. Die DeltaPort Niederrheinhäfen sind ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort Häfen Wesel / Voerde (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), des Hafens Emmerich und des NIAG-Hafens in Rheinberg-Orsoy. Ziel der DeltaPort Niederrheinhäfen ist es, die Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Gemeinsam bilden die Partner das gesamte Portfolio ab: von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und containerisierter Ware. Die DeltaPort Niederrheinhäfen zeichnen sich aus durch ihre trimodale Infrastruktur, die geografisch sehr günstige Lage in der Nähe zu den Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, aber am Rande des Stauclusters Ruhrgebiet/Großraum Köln, durch verfügbare Freiflächen, viel Entwicklungspotenzial, einen flexiblen Verwaltungsapparat und enge partnerschaftliche Verbindungen zu ihren Kunden. Mit Leuchtturmprojekten wie dem EcoPort813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ setzen sie Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
www.deltaport.de
www.deltaport-niederrheinhaefen.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Hofläden & Manufakturen am Niederrhein im Wartberg Verlag

Eine kulinarische Entdeckungsreise in die linksrheinische Region
Von Petra Grünendahl

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Natürlich gibt es viele Spargelhöfe am Niederrhein, die im Frühjahr das weiße Gold anbieten. Aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken: Von landwirtschaftlichen Produkten aller Art (teilweise auch mit Bio-Zertifizierung) bis hin zu den Erzeugnissen aus der Weiterverarbeitung und kleinen einzigartigen Manufakturen. Es gibt Bauernhöfe mit bewusst eng gefasstem Sortiment und andere mit umfassenderem Sortiment an Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch- und Milchprodukten aller Art.

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Darüber hinaus gibt es spezialisierte Manufaktur-Betriebe wie Brauereien, Destillen und Obstkellerei, eine Kaffeemanufaktur, Textil oder Korbflechterei oder Tiere in Freilandaufzucht, um hier nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Hofläden, Manufakturen oder regionale Märkte verkaufen nicht nur Bio- und naturnah Produziertes, sondern machen dem Besucher auch Natur erlebbar. Manche laden als Gastronomie oder Hofcafé zum Genießen vor Ort ein. Andere bieten Früchte zum Selberernten, Besichtigungen, Führungen oder Workshops sowie Übernachtungen an. Das Erlebnispotenzial geht weit über die kulinarischen Erlebnisse und den reinen Einkauf hinaus. Außer den üblich auf landwirtschaftlichen Höfen gehaltenen Tieren finden sich auch zum Beispiel Alpakas, Gotland-Schafe (aus Schweden) oder sogar eine Straußenfarm. Gut Heimendahl ist ein Archehof für die Zucht aussterbender Nutztierrassen (mit verschiedenen Schaf- und Geflügelrassen). Kloster Kamp lockt mit seinen Terrassengärten und dem Klosterladen. Zahlreiche historische Mühlen am Niederrhein sind nicht nur als Denkmäler sehenswert, sondern bieten unter anderem auch Brot und Backwaren aus dem eigenen gemahlenen Mehl zum Verkauf.

 

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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In ihrem Buch „Hofläden & Manufakturen Niederrhein“ nimmt die Autorin Susanne Wingels ihre Leser mit auf eine Entdeckungsreise an den Niederrhein. Wingels informiert über interessante Locations, die Geschichte der Betriebe, ihren Anbau und ihrer Produkte und weiteren Aktivitäten. Obwohl auch das linksrheinische Duisburg zum Niederrhein zählt, kommen hiesige Betriebe in diesem Buch gar nicht vor, Moers oder Krefeld sind auch nur unter „Weitere Hofläden“, also nicht mit einem größeren Artikel vertreten.

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Ihr Buch stelle nur eine Auswahl aus dem riesigen Angebot dar, so die Autorin, die ihre Leser ermuntert, am Wegesrand auf oft auch handgemalte Schilder für weitere lohnenswerte Ziele zu achten. Das Buch deckt den unteren Niederrhein mit den Kreisen Wesel und Kleve sowie den mittleren Niederrhein mit Krefeld und dem Kreis Viersen ab. 35 Ziele hat sie mit ausführlichen Texten über ein bis drei Seiten beschrieben, weitere 45 mit Kurzinfos: Zwei bis vier werden hier pro Seite vorgestellt: Alle mit Adresse und – fast überall vorhanden – der Webadresse für weitergehende Informationen. Ergänzend gibt es an vielen Stellen interessante „Tipps“ für weitere Unternehmungen in der nahen Umgebung. Ein Register im Anhang umfasst ein Ortsverzeichnis, ein Verzeichnis der Betriebe und Verzeichnisse mit thematischen Zuordnungen der Betriebe sowie eine grobe Übersichtskarte.

 

 
 
Die Autorin und das Buch

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Susanne Wingels (Jahrgang 1969) lebt mit ihrer Familie in Bedburg-Hau. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin kennt den Niederrhein wie ihre Westentasche: Seit ihrer Kindheit erkundet sie die Region. Mit Leidenschaft zeigt sie den Besuchern und ihren beiden Töchtern ihre Heimat. Für dieses Buch hat die Autorin die zahlreichen und vielfältigen Angebote in der Region recherchiert, gesammelt, geordnet und aufgeschrieben.

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Von Susanne Wingels ist im Wartbert-Verlag unter anderem „Niederrhein – Schlösser Burgen Herrenhäuser Rittergüter“ erschienen. Das in der Reihe „Hofläden & Manufakturen“ erschienene Buch „Ruhrgebiet“ haben wir ebenfalls bereits besprochen.

Das 128-seitige Buch von Susanne Wingels mit rund 200 Abbildungen ist im Wartberg Verlag erschienen – neben vielen weiteren Büchern über „Hofläden & Manufakturen“ in den verschiedensten Regionen Deutschlands. Neben des Texten stammen weitestgehend auch die Fotos von der Autorin. Das reich bebilderte Werk im Broschur-Umschlag ist für 16,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8313-3407-0).

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Hofläden & Manufakturen Niederrhein im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Wartberg Verlag mit Sitz im nordhessischen Gudensberg war 1984 als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu regionalen und stadtgeschichtlichen Themen gestartet. Doch mit der Reihe „Wir vom Jahrgang …“ ist er längst im ganzen Bundesgebiet präsent und darüber hinaus auch in Frankreich („Nous, les enfants de …“, seit 2010) und Österreich (seit 2011). Zu den regionalhistorischen Reihen zählt seit 1985 „Wie es früher war“, in der Städte und Regionen anhand von historischen Fotos vorgestellt werden. Die Geschenkbuch-Reihe „Wir vom Jahrgang …“ (seit 2005) ergänzt seit 2007 „Wir vom Jahrgang … – Aufgewachsen in der DDR“. Das Verlagsprogramm geht heute über regionale Bücher (Bildbände, Geschichten und Anekdoten oder Freizeit) und Geschenkbücher weit hinaus und umfasst auch zum Bespiel Kochen & Kulinarik oder Krimis & Romane.
www.wartberg-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Duisburg-Homberg: Dritte Sprengung eines Weißen Riesen in Hochheide

300 Kilogramm Sprengstoff bringen den Riesen zu Fall
Von Petra Grünendahl & André C. Sommer

Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.
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Vergleichsweise unspektakulär ging der dritte Weiße Riese zu Boden. Kurz nach 12 Uhr hatte Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprenggesellschaft (TSG) den Knopf gedrückt und knappe fünf Sekunden später lagen 35.000 Tonnen Beton und Stahl als Schutt im Fallbett. Allerdings muss man dazu auch anmerken: Der dritte Weiße Riese war nur halb so groß wie die beiden ersten, die 2019 und 2021 gesprengt worden waren.

 
 
 
 
Die Sprengung. Video: André C. Sommer

 
Bilderstrecke von der Sprengung. Fotos: Petra Grünendahl

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Sprengungen der beiden ersten Weißen Riesen
Viel spektakulärer waren die ersten beiden Sprengungen im März 2019 und im September 2021. Unsere Film-/Fotostrecken zur ersten Sprengung gibt es unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2019/03/24/duisburg-homberg-erste-sprengung-eines-weissen-riesen-in-hochheide/, zur zweiten Sprengung unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2021/09/05/duisburg-homberg-zweite-sprengung-eines-weissen-riesen-in-hochheide/.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Video: André C. Sommer

 

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Duisburg-Homberg: Dritter Weißer Riese in Hochheide vor der Sprengung

Letzte Vorbereitungen laufen
Von Petra Grünendahl

Der dritte Weiße Riese wird am Sonntag gesprengt. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Plakate der beteiligten Firmen hängen schon seit ein paar Tagen an der Hausfassade. Kundige Beobachter haben auch schon die Textilbahnen ausgemacht, die in Höhe der sechsten und siebten Etage den Keil andeuten, der dort in das große Hochhaus gesprengt wird. Sie bremsen die herausfliegenden Betonbrocken etwas ab. Etwa drei Sekunden nach der Sprengung in den beiden Untergeschossen (zwei Kellerebenen) sorgt dieser Keil dafür, dass sich das Hochhaus ins Fallbett hinein zusammen faltet (Kipp-Kollaps-Sprengung).

Der Weiße Riese ist reif zur Sprengung. Auf Höhe der sechsten und siebten Etage bremsen Textilbahnen (seitlich und hinterm Haus) das Ausbrechen von Betonstücken. Foto: Petra Grünendahl.
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Im Gegensatz zu den beiden früheren Sprengungen im März 2019 und im September 2021 setzt die Feuerwehr Duisburg dieses Mal wegen der beengten Verhältnisse um den Riesen herum keine Wasserwände ein, um den Staub niederzuhalten. Stattdessen sind im Gebäude und auf dem Dach Wannen mit insgesamt ca. 80.000 Litern Wasser platziert, die mit der Sprengung zu Bruch gehen. Gerüste schützen die Fassaden von drei umliegenden Häuserblöcken als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, da hier die Bebauung dichter am Sprengobjekt liegt.

 

Im Hintergrund sieht man an den Häusern links und rechts neben dem Weißen Riesen die Schutzgerüste. Im Vordergund laufen Bauarbeiten zum ersten Bauabschnitt des neuen Stadtteilparks Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.
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Am Sonntag, 27. Juli, ist es endlich so weit: Um 12 Uhr drückt Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprenggesellschaft (TSG) den zentralen Zündknopf, um die Sprengung des dritten Weißen Riesen in Homberg-Hochheide auszulösen. Vom aktuellen Stand der Vorbereitungen berichteten im Pressegespräch Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg, Frank van Staa, Leiter des Duisburger Bürger- und Ordnungsamtes, Torsten Gehner, kommissarischer Leiter der Feuerwehr Duisburg, Ingo Wobker von der Stabsstelle Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz der Feuerwehr Duisburg sowie Bau-Ingenieur Marc Sommer von der rebuild.ing GmbH als Planungsverantwortlicher. Das Bürger- und Ordnungsamt hatte im Vorfeld breit informiert und wird auch am Sprengtag ab 8 Uhr sämtliche Wohnungen im Evakuierungsbereich kontrollieren, ob alle Anwohner die Häuser verlassen haben. Notfalls, so Frank van Staa, könne man kurzfristig Durchsuchungsbeschlüsse zur Öffnung von Wohnungen bekommen, wenn man dort noch Anwohner vermute. Rund 150 Mitarbeiter des Bürger- und Ordnungsamtes werden am Sonntag im Einsatz sein. Dazu kommen 60 Feuerwehrleute überwiegend aus dem ehrenamtlichen Bereich (Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr) sowie etwa 40 überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter von Rettungsdiensten wie Malteser, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz und der Ambulanten Erstversorgung (AEV) aus Duisburg.

 

 
 
Rückbau und Verwertung

Der Weiße Riese ist reif zur Sprengung. Das Haus rechts schützen Gerüste. Foto: Petra Grünendahl.
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Den Auftrag für den Rückbau des „kleinen“ Weißen Riesen hatte erst im Oktober 2024 die Firma Porr Becker Abbruchtechnik GmbH bekommen. Die vollständiger Entkernung und Schadstoffsanierung waren bereits vor zwei Monaten abgeschlossen und man konnte mit den Vorbereitungen zur Sprengung beginnen: Schwächungen im Mauerwerk des Gebäudes sowie dem Bohren von 600 Löchern für die 300 Kilogramm Sprengstoff. Letzte Arbeiten am Bau umfassen das Freilegen der Untergeschosse sowie die Bestückung der Bohrlöcher mit den 600 Sprengladungen und Zündern, die über einen Computer sekundengenau angesteuert und ausgelöst werden. Danach fallen rund 30.000 Kubikmeter Beton und Stahl mit einem Gesamtgewicht von etwa 35.000 Tonnen in sich zusammen. Diese werden dann in den kommenden Monaten nach Materialien getrennt, zerkleinert und zur Verwertung abgefahren.

 
Informationen für Anwohner gibt es hier: https://www.rundschau-duisburg.de/2025/07/01/informationen-der-stadt-duisburg-zur-sprengung-des-weissen-riesen-am-27-juli-2025/.

 

Im Hintergrund sieht man an den Häusern links neben dem Weißen Riesen die Schutzgerüste. Im Vordergund laufen Bauarbeiten zum ersten Bauabschnitt des neuen Stadtteilparks Hochheide. Foto: Petra Grünendahl.
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Unsere Film-/Fotostrecken zur ersten Sprengung gibt es unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2019/03/24/duisburg-homberg-erste-sprengung-eines-weissen-riesen-in-hochheide/, zur zweiten Sprengung unter https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/2021/09/05/duisburg-homberg-zweite-sprengung-eines-weissen-riesen-in-hochheide/.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Udo Lindenberg: Kometenhaft panisch

Likörelle, Udogramme, nackte Akte & viel mehr:
Brost-Stiftung bringt das ganze Udoversum ins Ruhrgebiet!

Von Petra Grünendahl

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das ist unverkennbar Udo Lindenberg auf den plakativen Bildern: Im „Selbstportrait“ mit Sonnenbrille und Hut (und zuweilen mit einem Likörglas in der Hand oder auch schon mal einem Joint). Feiner gezeichnete Bilder locken mit vielen Details zum ausgiebigen Erkunden ein: Sie verraten philosophische Reflektion, Witz und einen hintersinnigen Humor, den man Lindenberg gar nicht zugetraut hätte. Die Ausstellung macht mit ganz frühen, noch nie ausgestellten Zeichnungen und Skizzen die Entwicklung seines unkonventionellen Stils nachvollziehbar. Schon auf dem Album „livehaftig“ von 1979 zeichnet sich Udo selbst auf das Innencover, dem Album „Götterhämmerung“ legt er 1984 ein in reinen Konturlinien gezeichnetes Poster bei: Die Udogramme. Die schwarze Konturlinie definiert seine Figuren und lässt den Meister schon am Strich erkennen. Musen und Göttinnen gehören ebenso zum festen Personal wie der Meister selbst: Hut und Sonnenbrille als Synonym. Mit den Likörellen hat Lindenberg eine eigene Technik gefunden, dessen Bezeichnung er sich als Patent hat schützen lassen. Dabei erstaunt die breite Farbpalette: Bananenlikör für ein dunkles und Eierlikör für ein helles Gelb, Pfefferminzlikör für Grün, Kirschlikör für Rot oder Blue Curaçao für Blau.

 

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Universalgenie Udo Lindenberg hat seit Mitte der 1990er Jahre ein umfangreiches malerisches Werk mit großem Wiedererkennungswert geschaffen, das nun in einer sehr umfangreichen Werkschau in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen ist. Das geniale Multitalent, das als Sänger mit seinem Panikorchester Musikgeschichte schrieb, hat auch als Maler und Zeichner ein eigenwilliges, buntes, an Comic und Cartoon orientiertes Werk geschaffen, das hier mit all seinen Facetten vorgestellt wird. Ernsthafte Themen wie ein Bilder-Zyklus mit Lindenbergs Reflektionen zu Goethes Hauptwerk Faust, seine Auseinandersetzung mit den biblischen Geboten oder seine klare politische Haltung im Kampf gegen rechte Gesinnung – mit den Pimmelköppen wurde eine eigene Spezies geschaffen – stehen neben den munteren nackten Akten oder der losschippernden Andrea Doria. Den Flyer zur Ausstellung mit Infos und Terminen gibt es hier.

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Essener Brost-Stiftung ermöglicht diese einmalige Kunstausstellung der Werke von Udo Lindenberg. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte mit Fokus auf das Ruhrgebiet und einer Wirkung auch weit darüber hinaus zu unterstützen. „Die Brost-Stiftung fördert Projekte des Multitalentes Udo Lindenberg im und für das Ruhrgebiet. Die gebeutelte Ruhrregion braucht starke Verbündete. Lindenbergs Botschaften sind glaubwürdig, weil authentisch. Sie haben Wirkung. Ihre Autorität ist generationsübergreifend“, sagt Prof. Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung.

 

 
 
Udo Lindenberg, das Universalgenie

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Udo Lindenberg (*17. Mai 1946 in Gronau/Westfalen) ist ein Rockmusiker, Schriftsteller und Maler. Ende der 1960er-Jahre begann seine Musiker-Karriere als Schlagzeuger, ab den frühen 1970er-Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Gesang und das Schreiben eigener Titel: Als einer der ersten Rockmusiker mit Texten in deutscher Sprache, wodurch er der deutschsprachigen Rockmusik zum Durchbruch verhalf. 1975 erschien sein erstes Buch, weitere folgten. In den 1980er Jahren widmete sich Lindenberg neben seinem musikalischen Schaffen zunehmend den Themen Frieden („Wozu sind Kriege da?“ 1981) und innerdeutsche Beziehungen („Sonderzug nach Pankow“ 1983). Einen 15-minütigen Auftritt hatte Lindenberg 1983 in der DDR vor ausgewähltem FDJ-Publikum im Ost-Berliner Palast der Republik. Eine für 1984 bereits geplante Tournee wurde von der Staatsführung der DDR wieder abgesagt. Erst im Januar 1990 konnte Lindenberg auf Tournee durch die DDR gehen. Seit den 1990er-Jahren tritt Lindenberg auch als Maler in Erscheinung. Er lebt seit 1968 überwiegend in Hamburg.
www.udo-lindenberg.de

Udo Lindenberg in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter 288-seitiger Katalog im Heel Verlag, herausgegeben von Christine Vogt und Frank Bartsch, dem Archivar Udo Lindenbergs. Das Buch mit 288 Seiten ist für 39,95 Euro im Museumsshop erhältlich (ISBN 978-3-69019-040-4).

Die 2011 in Essen gegründete Brost-Stiftung unterstützt Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur, Jugend- und Altenhilfe, Volks- und Berufsbildung, Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege sowie mildtätige Zwecke. Mit Fokus auf das Ruhrgebiet stärkt sie durch Kooperation und innovative Projekte die regionale Identität und das Miteinander. Ziel ist eine nachhaltige Wirkung über die Region hinaus.

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft nach bisheriger Planung bis zum 28. September 2025. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 22,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 19,00 Euro.

 
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Christine Vogt oder mit *Frank Bartsch, dem Archivar Udo Lindenbergs.

  • Sonntag, 20. Juli 2025, 15 Uhr,
  • *Sonntag, 10. August 2025, 15 Uhr (Anmeldung erforderlich, bereits ausgebucht),
  • Sonntag, 31. August 2025, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 14. September 2025, 15 Uhr.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Events sowie Führungen der Kunstvermittlung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche (auch als Gruppenführungen). Alle Führungen (außer Gruppenführungen) sind im Museumseintritt inklusive. Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer zur Ausstellung (Link siehe oben) sowie hier.

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.

Dank der Brost-Stiftung kann das gesamte Gebäudeensemble der Ludwiggalerie erstmals einem Künstler gewidmet werden: Das Kleine Schloss präsentiert dabei exklusiv die Biografie Lindenbergs anhand seiner musikalischen Werke und Shows. Von den Anfängen als Schlagzeuger in NRW bis zum Nr. 1-Hit Komet, wird das gesamte Udoversum im Ruhrgebiet sichtbar! Diese Ausstellung ist ebenfalls bis zum 28. September geplant. Als Eintrittskarte für beide Ausstellungsteile gibt es ein Bändchen.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Eine aktuelle Sonderausstellung zeigt Fotografien der Oberhausener Bildjournalistin Ruth Gläser (1928-2022) und ermöglicht damit einen spannenden Blick zurück ins Oberhausen der Nachkriegszeit. Der fotografische Nachlass befindet sich im Besitz der Stadt Oberhausen. Die Sonderschau ist bis zum 7. September zu sehen. Geöffnet hat die Gedenkhalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Industriemalerei aus dem „Land der tausend Feuer“ im Klartext Verlag

Gemälde und Grafiken im Ruhr Museum:
Die Sammlung Ludwig Schönefeld

Von Petra Grünendahl

Das Land der 1000 Feuer im Klartext Verlagerlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Bilder vermittelten visuelle Eindrücke, die über Farbfotografien hinaus gehen: Blickwinkel, auch in Form von Retrospektiven oder Idealisierung, Inspirationen aus der Realität in Bilder umgesetzt sowie die Technik der Künstler, die damit eigene Akzente schaffen. Diese individuelle Perspektive mache für ihn die Faszination der Werke aus, sagt Sammler Ludwig Schönefeld. Industrielandschaften, Hüttenwerke, Kokereien, Steinkohlenzechen im Übertage- und Untertagebetrieb, Werkshallen in der Schwerindustrie, Arbeiter, Industrie- und Werkshäfen, Infrastruktur und Städte – und nicht zuletzt das Gemälde „Hochofenabstich” (1924) von Fritz Gärtner (auf dem Buchtitel abgebildet). Dieses Bild hatte der junge Pressereferent 1986 bei seinem damaligen Arbeitgeber entdeckt: Es weckte damals seine Begeisterung für die Industriemalerei und inspirierte ihn, sie über 30 Jahre lang zu sammeln. Ausgehend vom Ruhrgebiet reicht die Sammlung unter anderem bis in die Montanindustrie des Saarlandes, aber auch in die klassischen Industriegebiete der europäischen Nachbarländer. Die Sammlung umfasst Gemälde in Öl, Acryl oder Gouache, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken unterschiedlichster Techniken, von denen 240 hier abgebildet sind und detailliert vorgestellt werden.

 

Das Land der 1000 Feuer im Klartext Verlagerlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Das Land der tausend Feuer“ widmet sich Industriebildern aus der Sammlung Ludwig Schönefeld. Herausgeber sind Prof. Heinrich Theodor Grütter (Direktor des Ruhr Museums), Ludwig Schönefeld (der Sammler) und die Kunsthistorikerin Dr. Reinhild Stephan-Maaser (Kuratorin des Ruhr Museums). Weitere Autoren sind Dr. Frank Kerner (1993 bis 2024 Kurator für Industrie- und Sozialgeschichte am Ruhr Museum, ehemals Ruhrland-Museum) und Bernhard Denkinger (Architekt und Ausstellungsgestalter). Die Autorentexte befassen sich mit der Sammlung („An Rhein und Ruhr und anderswo“), Industriemalerei im Ruhrgebiet und der Industrialisierung im Ruhrgebiet sowie mit der Gestaltung der Industriebilder-Schau im Ruhr Museum („Rotes Haus, Graue Wand“). Das Buch ist nicht nur eine sehr sehenswerte Zusammenstellung von Bildern zu Industrie und industrieller Arbeit, sondern auch der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Ruhr Museum. Informationen zur Ausstellung gibt es auch im Flyer. Die Katalogseiten sind überwiegend thematisch geordnet, beschäftigt sich aber dann auch mit einzelnen besonderen Malern des Metiers „Industriemalerei“. Die ausgewählten Bilder zeigen, so Museumsdirektor Grütter in seinem Vorwort, „die ganze Breite und Dimension der Industrialisierung [in] der Region.“

 

 
 
 
Die Sammlung Ludwig Schönefeld und das Buch

Das Land der 1000 Feuer im Klartext Verlagerlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Ludwig Schönefeld (https://ludwigschoenefeld.de) wurde 1964 in Gelsenkirchen geboren, ist in Wattenscheid aufgewachsen und in Bochum zur Schule gegangen. Nach seinem Volontariat bei den Ruhr-Nachrichten in Dortmund studierte er an der Universität Hagen Sozialwissenschaften, Geschichte und Literaturwissenschaft. Danach arbeitete der Kommunikationsfachmann und Historiker international in der Unternehmenskommunikation und im Marketing. Aktuell ist er als Interim-Manager, Berater und Autor tätig. Die Entwicklung des Ruhrgebiets zur Metropole Ruhr interessierte ihn seit seiner Jugend. Ein weiteres Interessengebiet war und ist die Darstellung von Industrie und industrieller Arbeit in Grafiken, Aquarellen und Ölgemälden. Über drei Jahrzehnte hat er Industriedarstellungen von bekannten und unbekannten Künstlern zusammengetragen. Seit 2022 befindet sich die umfassende Sammlung, die mit über 1.500 Gemälden, Aquarellen und Grafiken zu den wichtigsten Sammlungen zur Industriemalerei im Ruhrgebiet zählt, in der Obhut des Ruhr Museums. Etwa 250 Gemälde und Grafiken wurden für die Ausstellung ausgewählt. An der Ausstellung „Das Land der tausend Feuer“ im Ruhr Museum ist Ludwig Schönefeld als Gastkurator beteiligt und stellt so sein Wissen und seine Recherchen zur Herkunft sowie zum historischen Kontext der Gemälde zur Verfügung.

Das Land der 1000 Feuer im Klartext Verlagerlag. Foto: Petra Grünendahl.
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www.industriegemaelde.de

 
Das großformatige Hardcover-Buch „Das Land der tausend Feuer“ mit Industriebildern aus der Sammlung Ludwig Schönefeld ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 320-seitige gebundene Buch mit mehr als 250 Abbildungen ist für 29,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2695-0).

 
 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Beim Bild auf der rechten Seite handelt es sich nicht, wie dort vermerkt, um die Friedrich-Ebert-Brücke in Ruhrort rheinabwärts, sondern um die Uerdinger Rheinbrücke rheinaufwärts mit Blick auf die Einfahrt zum Rheinhafen Krefeld rechts im Bild. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Extraschicht in Moers: Grafschafter Museums- und Geschichtsverein stellte Programm vor

Mit Kumpel auf Kohle und vielfältiges Kulturprogramm auf Schacht IV
Von Petra Grünendahl

Pressegespräch zur Extraschicht auf Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.
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„Mit Kumpel auf Kohle” führen ehemalige Bergleute kleine Besuchergruppen durch Maschinenhalle und Katakomben (unter Tage) oder durch den Tagesbetrieb auf dem früheren Bergbau-Standort, „Hier mussten wir die Eigentümer weichklopfen, um Zugang zu bekommen“, erzählte Andre Thissen, ehemaliger Bergmann und Leiter des Arbeitskreises Schacht IV. Video- und Fotoleinwände zeigen auf der ca. 50-minütigen Tour die einzelnen Stationen zu Bergbau-Zeiten. Geführte Bustouren gehen zur Zechen-Kolonie Meerbeck, auch mit Zeitzeugen („Lebendige Geschichte Meerbeck“), sowie zum Geleucht auf der Halde Rheinpreußen. Bei den Touren und Führungen sollte man Wartezeiten einplanen. Erstmals dabei ist eine Schienenstrecke auf dem Parkdeck, auf dem Besucher Fahrten mit einem Grubenfahrrad machen können. Das Programm schlägt eine Brücke von Bergbau-Tradition zu moderner Kultur: Tradition haben der Knappenchor Rheinland und der Bergknappenverein & Jugendspielmannszug Glückauf Geldern. Nach dem Vorjahr bereits zum zweiten Mal ist Deutschlands größter Knappenchor, der Ruhrkohle Chor: „Eine besondere Wertschätzung für uns als kleinerer Spielort“, freute sich Organisator Frank Heinrich. Comedian Dave Davies aus Köln („Life is live“), der lokale Chor „Schlager & More“ sowie die Party unterm Turm mit Pommes und DJ Dirk und ein Kinder-Programm mit Kinderschminken und Ballonfee runden das Programm ab. Kurz nach Mitternacht gibt es noch ein musikalisches Höhenfeuerwerk. Das Programm ist bis 2 Uhr nachts geplant.

 

Pressegespräch zur Extraschicht auf Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.
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Am Industriedenkmal von Schacht IV der Zeche Rheinpreußen hat der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) zu seiner bereits neunten Extraschicht ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das Bergbau-Tradition mit regionaler Kultur verbindet. Die Verantwortlichen vom GMGV rund um Organisator Frank Heinrich, verschiedene Kooperationspartner und Sponsoren stellten das Programm im Pressegespräch in der Maschinenhalle vor. Von den rund 200.000 Besuchern der Extraschicht lockte der kleine Moerser Spielort in den letzten Jahren jeweils 1.500 bis 2.000 Besucher. Von Jahr zu Jahr wurde das Programm am Schacht IV umfangreicher, neue Attraktionen kamen hinzu. „Viele Besucher kommen schon seit Jahren und sind jedes Jahr wieder begeistert“, erzählte der Organisator. Mittlerweile sind 70 sehr engagierte Ehrenamtliche für die Extraschicht an Bord: „Ohne diese Unterstützung wäre das Programm am Schacht und drum herum nicht zu stemmen“, dankte Frank Heinrich seinem Team. Bei der Besucherbefragung nach der letzten Extraschicht landete Moers mit dem Schacht IV der Zeche Rheinpreußen unter den TOP5: „Da sind wir sehr stolz drauf“, so Heinrich.

 

 
 
Extraschicht – Nacht der Industriekultur: Programm und Tickets
Immer am letzten Samstag im Juni legt das Ruhrgebiet eine ExtraSchicht ein – und das bereits seit 2001. Und das überall dort, wo der Puls des Ruhrgebiets nach wie vor schlägt: An ehemalige Bergbaustandorten, Stahlwerken und Industrieanlagen, Museen oder auch Landmarken. Ein KulturFestival einmal quer durch das Ruhrgebiet. Insgesamt sind in diesem Jahr 35 Spielorte in 18 Städten mit dabei: Am Samstag, 28. Juni, von 17 Uhr bis 2 Uhr.

Ticket-Infos
Im Vorverkauf (bis 27. Juni) gibt es Tickets für 22 Euro (ermäßigt 17 Euro, Inhaber von Ruhr.Topcard (an ausgewählten Vorverkaufsstellen und online) oder RuhrKultur.Card (nur online) zahlen 11 Euro. An der Abendkasse kostet das Ticket für die gesamte Extraschicht (inklusive dem umfassenden Mobilitätsangebot) 25 Euro. Es gibt auch Tickets nur für den einzelnen Ort (hier Schacht IV) für 15 Euro (dann allerdings ohne Shuttle-Busse und ÖPNV). Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Tickets gibt es an vielen Spielorten, Stadt- oder Tourist-Infos und online. Mehr Info unter www.extraschicht.de. Für die Organisation der Extraschicht zeichnet die Ruhr Tourismus verantwortlich.

ExtraMobil: App zur Extraschicht

Extraschicht 2025. Foto: RTG.
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Zur ExtraSchicht entsteht eine digitale Übersicht, die das gesamte Programm aller Spielorte erstmals zentral und übersichtlich abbildet. Eine interaktive Karte zeigt nicht nur alle Standorte und Busverbindungen, sondern visualisiert auch mithilfe eines Ampelsystems die aktuelle Auslastung der einzelnen Orte. In der App kann man persönliche Favoriten speichern und sich daraus einen individuellen Timetable zusammenstellen. Ab sofort sind die Inhalte des TourGuides verfügbar, ab Mitte Juni folgt das vollständige Programm der ExtraSchicht – kompakt, flexibel und ideal für alle, die ihre Route gern selbst gestalten. Zur App geht es unter www.rausgegangen.de/specials/extraschicht-2025/.

 

 
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V.

Pressegespräch zur Extraschicht auf Schacht IV in Moers. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Museums- und Geschichtsverein in Moers (GMGV) möchte die Geschichte und Kultur der Grafschaft Moers schützen und erhalten – und das seit 1904. In diesem Jahr gründete Dr. Hermann Boschheidgen den „Verein für Heimatkunde“. Seitdem werden vom Verein, der heute „Grafschafter Museums- und Geschichtsverein“ heißt, Gegenstände aus dem Alltag und dem Leben der Moerser Bevölkerung zusammengetragen und im Moerser Schloss ausgestellt. Dadurch soll gemeinsam mit der Stadt Moers interessierten Bürgern die Geschichte der Grafschaft und des Altkreises Moers nahe gebracht werden. Den kulturellen und historischen Wert des Schlossparks stärker bewusst zu machen und zu erhalten ist ebenfalls ein Ziel der Arbeit des GMGV. Der heutige Vorsitzende, Peter Boschheidgen, ist ein Enkel des Vereinsgründers.

Fördergerüst und Fördermaschinenhaus von Schacht IV. Foto: Petra Grünendahl.

Als weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit kam später die Geschichte des Bergbaus mit dem Nutzungsrecht für das „Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV“ hinzu, mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus von 1906 zu erhalten. Der Bergwerks-Standort war 1962 stillgelegt worden. Unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Andreas Eichholtz übernahm der GMGV Ende der 1990er-Jahre als Bauherr mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Renovierung. Das Denkmal und die restaurierte Technik kann im alten Maschinenhaus besichtigt werden. Ehrenamtlich tätige ehemalige Bergleute erklären die Fördertechnik und führen durch die Sammlung. Geöffnet ist Bergbaumuseum an der Zechenstraße 50 in Moers-Hochstraß von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 02841 / 889108 (mittwochs 9 bis 12 Uhr) oder per Mail an schacht4(at)gmgv-moers.de.
www.gmgv-moers.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag

Freizeitvergnügen für Singles, Freunde und Familien
Von Petra Grünendahl

Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch steckt voller Anregungen für Freizeitunternehmungen verschiedenster Art: Familienfeste und Kirmes, Stadt-, Sommer- und Herbstfeste, Bierbörsen und Weinmärkte, aber auch Sportveranstaltungen, Ritterspiele oder Mittelaltermärkte, Musik- Theater- oder Tanzfestivals. Für Rock-Fans gibt es Oberhausen rockt!, Olgas Rock oder Ruhr in Love (in Oberhausen) sowie Castle Rock auf Schloss Broich in Mülheim, für Folk-Fans das Folkerdey Festival in Ratingen. Nach Duisburg lockt zum Beispiel das Traumzeit-Festival im Landschaftspark Nord. Auch Extraschicht oder die Ruhrtriennale sowie in diesem Jahr die FISU World University Games finden an vielen unterschiedlichsten Spiel- oder Eventorten ihre Liebhaber. Und natürlich sind auch Duisburger Events wie Marina Markt, Spätschicht oder Jazz aufm Plazz, Drachenboot-Fun-Regatta, Matjesfest, Stadtfest, Weinfest und Lack und Chrom sowie als neue Veranstaltung der Citykrimi (mit zwei Terminen in der Innenstadt) mit Basisinformationen dabei. Und natürlich viele Nikolaus-, Advents- und Weihnachtsmärkte. Alles nicht nur in der näheren Umgebung, sondern in ganz NRW. Da ist für jeden etwas dabei: Manches ist eher für Singles oder Freunde geeignet, andere Veranstaltungen richten sich direkt an Familien mit Kindern.

 

Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Für das Buch „Hits fürs Wochenende“ haben Redakteure vom Klartext Verlag für das Jahr 2025 rund 800 Freizeit-Tipps in Nordrhein-Westfalen recherchiert und zusammengestellt, die einen Besuch wert sind. Das reicht von Konzerten, Festivals und Musicals über Ausstellungen und Veranstaltungen aller möglichen Art. Von Duisburg aus bieten sich vielleicht nicht unbedingt alle Ziele an, aber vieles liegt doch gut erreichbar. Über die vielen Freizeit-Tipps mit Daten, Adressen und Webseiten für weitere Informationen hinaus enthält das Buch 43 Coupons für Vergünstigungen im Wert von über 300 Euro, auf die in den Beschreibungen der Veranstaltungen verwiesen wird. Im Anhang listet ein Ortsverzeichnis sämtliche Freizeit-Tipps für die schnelle Orientierung mit Datum und Seitenverweis auf. Natürlich erhebt das Buch mit seinen „nur“ 800 Freizeit-Tipps keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber es bietet einen guten Überblick über die vielfältige Freizeit- und Veranstaltungslandschaft in NRW.

 

 
 

Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch
Das Buch „Hits fürs Wochenende Nordrhein-Westfalen“ ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das bebilderte 192-seitige Taschenbuch ist für 9,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2684-4).

 
 
 
 
 
 
 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Hits fürs Wochenende 2025 in NRW im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer mit Inspirationen für Jung und Alt, Sachbücher, Ausstellungskataloge, Kalender und Bildbände. Die Reihen von Freizeitführern bieten Tipps für „Umsonst & draußen“ oder „Märchenhaft wandern“. Im Rahmen „Schönes NRW“ zeigen die Bücher Ziele und Gegenden, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit oder ohne Motor erholen, zu Fuß die Gegend erkunden kann: Im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Münsterland, entlang des Niederrheins oder durch die Eifel. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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MKM Museum Küppersmühle zeigt Jörg Immendorff aus der Sammlung Ströher

Deutschland in Ordnung bringen
Von Petra Grünendahl

Zeig was du hast: Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Sein Lebensthema war die kulturelle Identität – eine Frage, die Jörg Immendorff (1945–2007) konsequent malerisch durchdrang. Mit einem unverkennbaren Stil verband er Comic-Ästhetik mit Elementen des Realismus und entlarvte dabei die ideologische Leere des DDR-Sozialismus. „Deutschland in Ordnung bringen“, formulierte er selbst seine Motivation. Werke wie „Café Deutschland“ oder „Langer Marsch auf Adler“ setzen sich intensiv mit politischen und gesellschaftlichen Zuständen auseinander: Er prangerte Missstände an, wollte unbequem sein. Er wollte mitmachen, Gesellschaft mit gestalten: Er setzte sich ein gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf prägte er mit großem pädagogischem Gespür eine neue Künstlergeneration. Seine Bilder illustrieren nicht nur Zeitgeschichte: Sie dokumentieren, kommentieren und machen sie erfahrbar. Mit scharfem Blick analysierte Immendorff in den 1970er- und 1980er-Jahren die politischen Konflikte seiner Zeit. „Ich bin der einzige Maler der Kunstgeschichte, der an einer Utopie gearbeitet hat, die dann Realität wurde“, schrieb er Anfang der 1990er-Jahre: Gemeint war die deutsche Wiedervereinigung, die er in seinem Schaffen nie aus den Augen verloren hatte, obwohl andere schon lange nicht mehr dran geglaubt hatten. Immendorff betonte stets die Verantwortung des Einzelnen, sich einzumischen und Haltung zu zeigen: Seine Gesellschaftskritik spiegelt sich über vier Jahrzehnte in seinen Bildern.

 

Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Unter dem Titel „Zeig was du hast“ (auch Titel eines Gemäldes von 1983) zeigt das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Werke des Malers Jörg Immendorff: 23 herausragende Arbeiten aus der Sammlung Ströher, die exemplarisch für das malerische Schaffen des Künstlers stehen. Museumsdirektor Prof. Dr. h.c. Walter Smerling und Museumskurator Kay Heymer stellten die Ausstellung im Pressegespräch vor. Jörg Immendorff habe vor 25 Jahren zur Eröffnung des MKM in den Wechselausstellungsräumen gehangen, unterstrich Smerling die Bedeutung des Künstlers in der Sammlung Ströher (damals noch die Sammlung Grothe). Die ausgestellten Werke reichen vom frühen „Babybild“ (1966) über „Cafe Deutschland“ (1979) bis hin zu späten Bildern wie „Painter on Canvas“ (Maler auf Leinwand, 1991), „Langer Marsch auf Adler“ (1992) und der „Adlerpartitur“ (1997). Die überwiegend großformatigen Werke, die in den hohen Räumen des Oberlichtsaals gut zur Geltung kommen, laden den Betrachter zu wahren Entdeckungsreisen ein: Viele kleine Details werden erst auf den zweiten, genaueren Blick sichtbar. Unterstützt wird die Ausstellung von der Sparkasse Duisburg. Heute Abend wird sie mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Freitag, 16. Mai, fürs Publikum zugänglich.

 

 
 
Der Künstler

Alderpartitur: Jörg Immendorff im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
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Jörg Immendorff (* 14. Juni 1945 in Bleckede; † 28. Mai 2007 in Düsseldorf) war ein deutscher Künstler (Malerei, Bildhauerei, Grafik und Aktionskunst) und Kunstprofessor. Immendorff wurde seit Beginn der 1980er Jahre zu einem der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. Er studierte in den 1960er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf zuerst Bühnenbild bei Teo Otto und anschließend ab 1964 Kunst bei Joseph Beuys. Gemeinsam mit Chris Reinecke, die er 1965 kennenlernte, gründete er 1968 das Aktionsprojekt „LIDL“. Während und nach seiner Studienzeit engagierte sich Immendorff politisch in der Außerparlamentarischen Opposition (Gruppe „Mietersolidarität“ in Düsseldorf) und wurde Mitglied der maoistischen KPD/AO, für die er Flugblätter grafisch gestaltete. Er engagierte sich für die dieser Partei nahestehenden Organisationen Nationales Vietnam-Komitee, Liga gegen den Imperialismus und Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender (VSK). Von 1968 bis 1981 arbeitete Immendorff als Kunstlehrer (von 1971 bis 1981 an der Dumont-Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf), bevor er sich ganz der freien Kunst widmete. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Diese Werkgruppe mit plakativen Bildern aus den frühen 1970er Jahren figuriert unter der Bezeichnung „Agitprop“. 1972 nahm er mit einer Auswahl solcher Gemälde an der documenta 5 in Kassel teil. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland. 1989 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, ab 1996 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Atelier bezog er 1997 im Düsseldorfer Medienhafen die obersten Geschosse des von David Chipperfield entworfenen Neubaus Kaistraße Studios. Neben seinen Bildern schuf er auch expressive Plastiken. Am 28. Mai 2007 erlag Immendorff der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer tödlichen Nervenkrankheit, an der er seit 1997 litt. Quelle: Wikipedia (Auszug) (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Immendorff).

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Jörg Immendorff ist noch bis zum Frühjahr 2026 im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zu sehen. In den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zeigt das MKM die Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ mit Werken von Dieter Krieg bis zum 24. August. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Ausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Zu den Highlights zählt hier „Klang und Performance im Dialog mit Bild und Raum“ mit den Duisburger Philharmonikern: Am 21. Mai, am 29. Oktober und am 18. März 2026 – jeweils um 18 Uhr und um 19:30 Uhr. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag

Besonderes für Genießer – hier aus der Region
Von Petra Grünendahl

Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Nicht nur frische Lebensmittel gibt es hier direkt vom Erzeuger zu kaufen: Aus eigenem Anbau (Obst und Gemüse) bzw. eigener Produktion (Eier, Milch- und Fleischprodukte) sowie von umliegenden Höfen ebenso wie hand- und hausgemachte Produkte unterschiedlichster Art. Hierzu zählen beispielsweise Brote, Torten, Kuchen und Gebäck, Fruchtsäfte oder Frucht-Aufstriche, Eingemachtes, Honig oder Schokolade, Bier, Wein und Höherprozentiges verschiedenster Art sowie Öle aus unterschiedlichsten Saaten. Und das zuweilen auch mit Hof-Café oder Bistro zum Probieren vor Ort. Es gibt aber auch außergewöhnliche Kaffeesorten aus kleinen Kaffeerösterei-Manufakturen sowie Seifen oder Porzellan und vieles mehr. Die Palette dessen, was Landwirte und lokale Erzeuger in der Region zu bieten haben, ist vielfältig, nachhaltig und von hoher Qualität – häufig auch mit Bio-Siegel. Viele dieser Betriebe haben lange Tradition, manchmal auch schon seit Generationen. Manche Landwirte bieten auch Veranstaltungen und Events verschiedenster Art rund um ihren Betrieb an: Von Workshops oder Kindergeburtstagen über Eselwanderungen und Ponyreiten bis hin zum Lernbauernhof.

 

Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet“ in der Reihe „Heimat – erleben und genießen!“ lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise: Reich bebildert bietet der Freizeit-Führer einen umfassenden Überblick über kleine (Familien-)Betriebe in der Region – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Jedes der 34 Hauptziele ist auf zwei bis drei Seiten ausführlich beschrieben. Weitere 85 Hofläden und Manufakturen sind überwiegend zu zweit oder zu dritt auf einer Buchseite zusammengefasst mit den wichtigsten Informationen. Alle Ziele kommen mit Adresse und – fast überall vorhanden – der Webadresse für weitergehende Informationen. Ergänzend gibt es an vielen Stellen „Tipps“ für weitere Unternehmungen in der nahen Umgebung. Die Autoren haben für dieses Buch Hofladen- und Manufaktur-Betriebe zwischen Duisburg und Oberhausen im Westen bis Hamm (Westfalen) und Fröndenberg (Ruhr) im Osten, zwischen dem Kreis Recklinghausen im Norden und dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen im Süden recherchiert und ausgiebig erkundet. Das Register im Anhang umfasst ein Ortsverzeichnis, ein Verzeichnis der Betriebe und Verzeichnisse mit thematischen Zuordnungen der Betriebe sowie eine grobe Übersichtskarte.

 

 
 
Die Autoren und das Buch

Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Ein Team von Redakteuren der Rheinland Presse Service GmbH (https://www.wartberg-verlag.de/autoren/autor/1058-rheinland-presse-service-hrsg.html) hat die zahlreichen und vielfältigen Angebote in der Region recherchiert, gesammelt, geordnet und aufgeschrieben.

Das 128-seitige Buch mit 200 Abbildungen ist im Wartberg Verlag erschienen – neben vielen weiteren Büchern über „Hofläden & Manufakturen“ in den verschiedensten Regionen Deutschlands. Das reich bebilderte Werk im Broschur-Umschlag ist für 16,90 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8313-3703-3).

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Der Verlag

Hofläden & Manufakturen Ruhrgebiet im Wartberg Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Wartberg Verlag mit Sitz im nordhessischen Gudensberg war 1984 als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu regionalen und stadtgeschichtlichen Themen gestartet. Doch mit der Reihe „Wir vom Jahrgang …“ ist er längst im ganzen Bundesgebiet präsent und darüber hinaus auch in Frankreich („Nous, les enfants de …“, seit 2010) und Österreich (seit 2011). Zu den regionalhistorischen Reihen zählt seit 1985 „Wie es früher war“, in der Städte und Regionen anhand von historischen Fotos vorgestellt werden. Die Geschenkbuch-Reihe „Wir vom Jahrgang …“ (seit 2005) ergänzt seit 2007 „Wir vom Jahrgang … – Aufgewachsen in der DDR“. Das Verlagsprogramm geht heute über regionale Bücher (Bildbände, Geschichten und Anekdoten oder Freizeit) und Geschenkbücher weit hinaus und umfasst auch zum Bespiel Kochen & Kulinarik oder Krimis & Romane.
http://www.wartberg-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Vorschub der Cölve-Brücke rückt Verbindung zwischen Moers und Duisburg näher

Ausbau in der Endphase: Im Herbst geht
die neue Cölve-Brücke in Betrieb

Von Petra Grünendahl & André C. Sommer

Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl.
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Am 9. April begann auf Duisburger Seite der Vorschub des Stahlgerüsts für die neue Cölve-Brücke. Auf einem Schubgerüst wurde die fast 45 Meter lange, 13,45 Meter breite Brücke mithilfe von Spezialfahrzeugen (SPMT) Stück für Stück zwischen die Brückenlager geschoben. Noch schwebt es auf Vorlauf- und Nachlaufschnabel aufliegend gute fünf Meter über dem künftigen Niveau der Straße. Dabei steht das Stahlgerüst auf Behelfsstützen, die im Absenkvorgang nach und nach zurück gebaut werden, bis das Brückenbauwerk seine endgültige Position erreicht hat.

Projektleiter Artur Brakowski. Foto: Petra Grünendahl.
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Eingesetzt werden dabei hydraulische Stempel, die den Absenkvorgang millimetergenau durchführen können. Bis es auf den Brückenlagern aufliege und die Ausbauarbeiten beginnen könnten, dauere es mindestens noch zwei Wochen, erklärte Arthur Brakowski, Projektleiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg für den Brückenbau. Ein technischer Kraftakt von höchster Präzision, der nicht nur technisches Können, sondern auch großes Feingefühl für die millimetergenaue Platzierung verlangt.

tanOberbürgermeister Sören Link. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg.
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Und das alles im laufenden Betrieb der Deutschen Bahn mit regelmäßigem Bahnverkehr. „Dass es voran geht, ist mit dem Einschub der neuen Brücke nun für alle sichtbar. Eine gute Nachricht für Anwohner und Verkehrsteilnehmer,“ so Oberbürgermeister Sören Link.

 

von links: Oberbürgermeister Sören Link, Projektleiter Artur Brakowski und Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß. Foto: Petra Grünendahl.
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An der Baustelle der Cölve-Brücke stellte Arthur Brakowski den Stand der Arbeiten beim Pressetermin zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und der Rheinhauser Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß vor. „Ich freue mich, dass sich der Prozess dem Ende nähert“, sagte OB Link. Seit Juli 2017 war der marode Vorgänger-Bau für den motorisierten Verkehr gesperrt worden, 2021 dann auch für Radfahrer und Fußgänger. Seitdem müssen Bürger, die an dieser Stelle von Duisburg nach Moers (oder umgekehrt) wollen, lange Umwege in Kauf nehmen. In den kommenden Wochen geht es mit großen Schritten weiter. Noch gleicht die Brücke einem Stahlskelett.

Die neue Cölve-Brücke in Blickrichtung Duisburg. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg.
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Wenn sich die Brücke in ihrer endgültigen Position befindet, folgt der Auftrag von Beton auf Widerlager und Fahrbahn. Parallel dazu laufen weitere wichtige Arbeiten: Berührungsschutz über den Gleisen, Montage der Geländer und Asphaltarbeiten stehen an, bevor die Brücke vollständig in Betrieb genommen werden kann. Auch rund um die Brücke herrscht noch rege Bautätigkeit: Der Kanal- und Straßenbau, die Installation der Straßenbeleuchtung sowie Markierungsarbeiten schreiten zügig voran. „Wenn nichts dazwischen kommt, können wir sie im September oder Oktober dem Verkehr übergeben“, so Brakowksi.

 

 
 
Kosten blieben im Rahmen

Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Brücke besteht aus wetterfestem Stahl (ST640), der den Auftrag von Korrosionsschutz überflüssig macht. Das reduziert Wartungsarbeiten auf die Überprüfung der Schweißnähte: Zwölf Bauteile waren auf dem Bauplatz auf Duisburger Seite zu einer Brücke zusammen geschweißt worden. Hinzu kamen die Vor- und Nachbauschnäbel mit jeweils 20 Tonnen Eigengewicht. Diese waren notwendig, um das Bauwerk im laufenden Betrieb der Deutschen Bahn über die Bahntrassen zu schieben:

Bauarbeiten an der neuen Cölve-Brücke gehen in die Schussphase. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 cm pro Stunde. „Rund 15,3 Mio. Euro waren für den Bau veranschlagt. In dem Rahmen sind wir geblieben“, erklärte Projektleiter Brakowski. Finanziert wird der Bau durch die Städte Duisburg und Moers sowie die Deutsche Bahn. Beteiligt hatte sich die Deutsche Bahn, weil die Brückenhöhe von 5,30 auf 6,10 Meter (um 80 cm) angehoben werden musste, um den Anforderungen des internationalen Schienenverkehrs zu genügen und freie Durchfahrt mit doppelstöckigen Containerwaggons zu ermöglichen.

 

Von links: Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß, Oberbürgermeister Sören Link, Projektleiter Artur Brakowski. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit dem Neubau haben die Wirtschaftsbetriebe Duisburg eine der zentralen Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Städten grundlegend erneuert und umfassend modernisiert. Die neue Brücke wird nach ihrer Fertigstellung nicht nur eine sichere Überquerung der sieben Bahngleise ermöglichen, sondern auch zeitgemäßen Mobilitätsansprüchen gerecht: Bushaltestellen, Rad- und Gehwege werden genauso berücksichtigt wie eine spürbare Entlastung des Autoverkehrs. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität für Anwohner und Pendler dauerhaft – durch eine sichere, umweltfreundliche und moderne Verkehrsanbindung.

 
Impressionen

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© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), Tanja Pickartz / Stadt Duisburg (3)

 

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Duisburger Hafen hat wirtschaftliche Ziele übertroffen: Vorstand zog Bilanz für 2024

Logport I: Mit neuem Hallenkonzept gegen den Flächenmangel
Von Petra Grünendahl

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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„Logport I ist voll, da müssen wir halt in die Höhe wachsen“, erklärte Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, Pläne für eine Multi-Level-Halle (mit zwei Etagen) in Rheinhausen. Hierfür seien am Gaterweg bereits alte Krupp-Hallen abgerissen worden. Ebenfalls bereits abgerissen sind die so genannten Längshallen, die auch aus noch aus Krupp-Zeiten stammen: Das Areal sei bereits vermarktet und die Bauaktivitäten starteten noch in diesem Jahr, so Bangen. Es sei nun auch an der Zeit, die Straßen im Logport I zukunftstauglich auszubauen, was bislang wegen der Förderbedingungen des ursprünglichen Baus nicht möglich gewesen sei:

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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„Die Maßnahmen werden mit der Stadt Duisburg abgestimmt, die aktuell auch kommunale Straßen in Rheinhausen saniert“, sagte der Hafenchef. Mit dem Bau der Logistikhalle auf der Mercatorinsel werde gerade begonnen: „Das wird als Gesamtkonzept mit Fußgängerbrücke und Park von uns wie geplant umgesetzt“, versicherte er. Die Renaturierung des alten Werfthafens gegenüber der duisport-Verwaltung im Rahmen des Projekts „RuhrortPlus“ startet mit ersten Pflanzungen im Herbst dieses Jahres. Im Logport II wird die umstrittene Logistikhalle vor Tiger & Turtle aufgehübscht: „Die grauen Außenwände werden mit Foto-Leinwänden bestückt, die von einem Künstler-Duo aus Berlin mit Motiven aus der Stahlindustrie versehen werden.“ Und: „Wir hatten hier nach der Insolvenz von Berzelius einen Altlast-Betrieb übernommen“, erklärte der Hafen-CEO. „Wir haben viel Geld investiert, um die Schadstoffe und Altlasten zu beseitigen und in der Heinrich-Hildebrand-Höhe zu kapseln. Darüber hinaus waren alle Flächen für Logistik vorgesehen – und wir haben sie erfolgreich entwickeln können.“

 

Der duisport-Vorstand freut sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 (v. links): Lars Nennhaus (COO/CTO), Markus Bangen (CEO) und Giordana Sperling-Doppstadt (Chief People & Corporate Services Officer). Foto: Marco Stepniak / duisport.
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„Die duisport-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen und ihre Ziele übertroffen“, teilte Hafenchef Bangen auf der Bilanz-Pressekonferenz der Duisburger Hafen AG mit. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Lars Nennhaus (Vorstand Technik und Betrieb) und Giordana Sperling-Doppstadt (Vorstand Personal und Unternehmensdienstleistungen) stellte er die Zahlen und aktuelle Entwicklungen vor. „Wir haben unsere wirtschaftlichen Ziele klar übertroffen und den krisenbedingten Rückgang im Containerumschlag wieder aufgeholt.

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Das ist angesichts der vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, eine bemerkenswerte Leistung.“ So stieg die Gesamtleistung der duisport-Gruppe zuzüglich der anteiligen Gesamtleistung aus strategischen Beteiligungen auf 356,3 Millionen Euro (2023: 331,5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 22,6 Millionen Euro (2023: 24,1 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern betrug 19,8 Mio. Euro (2023: 22,1 Mio. Euro). Der Containerumschlag ist im Geschäftsjahr 2024 auf 3,9 Mio. TEU (2023: 3,6 Mio. TEU) gestiegen. Insgesamt hat die duisport-Gruppe im vergangenen Jahr 50,8 Mio. Tonnen Güter per Schiff, Bahn und Lkw umgeschlagen – in insgesamt exakt so viel wie im Jahr 2023, auch wenn es bei den Verkehrsträgern untereinander leichte Verschiebungen gab.

 

 
 
Ergebnisse, grüne Transformation und internationale Logistik-Netzwerke

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Im Geschäftssegment Infra- und Suprastruktur erzielte die duisport-Gruppe eine Gesamtleistung in Höhe von 68,9 Mio. Euro und lag damit klar über dem Niveau des Vorjahres (2023: 63,9 Mio. Euro). Im Geschäftssegment Logistische Dienstleistungen stieg die Gesamtleistung im Jahr 2024 auf 111,8 Mio. Euro (2023: 106,7 Mio. Euro). Das Geschäftssegment Industrielogistik erreichte 2024 eine Gesamtleistung von 118,1 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr Erlöse in Höhe von 115,4 Mio. Euro erzielt werden konnten. 2024 hat die duisport-Gruppe 89,7 Millionen Euro in die Infrastruktur sowie Instandhaltungsmaßnahmen investiert (2023: 68,7 Mio. Euro). Dieses Niveau soll auch im aktuellen Jahr beibehalten werden. „Eine moderne, zuverlässige und zukunftsfähige Infrastruktur ist die Basis unseres Geschäfts und gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg. Durch zielgerichtete Investitionen legen wir den Grundstein für die positiven Ergebnisse der nächsten Jahre und Jahrzehnte“, erklärte duisport-Vorstand Lars Nennhaus. Dazu zählen Investitionen in Logport I und II ebenso wie der Hallenbau auf der Mercatorinsel, der bis Ende 2026 beendet sein soll.

 

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Der Duisburger Hafen positioniert sich als zentraler Baustein der Energiewende und rüstet seine Infrastruktur entsprechend auf. Künftig werden große Mengen an Wasserstoffderivaten wie Ammoniak und Methanol importiert, um den Bedarf der Industrie zu decken. Gleichzeitig gilt es, CO2-Emissionen, die in energieintensiven Prozessen unvermeidbar sind, aufzufangen und zur dauerhaften Speicherung ins Ausland zu transportieren. Als zentrale Logistik-Drehscheibe Europas übernimmt duisport eine Schlüsselrolle in beiden Bereichen: Mit dem Ausbau gezielter Infrastruktur unterstützt der Hafen aktiv die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie. „In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie die Energiewende konkret gelingen kann – jetzt beginnt die Umsetzung. Wir setzen unseren Wachstumskurs fort, machen den Duisburger Hafen fit für die Zukunft und entwickeln ihn zu einer Drehscheibe der Dekarbonisierung“, sagte duisport-CEO Markus Bangen. Das fehlende Puzzlestück ist ein Tanklager für den Umschlag von größeren Mengen Ammoniak vom Binnenschiff auf Züge und Lkw, das am Rheinkai Nord in Hochfeld (nördlich des Rheinparks) errichtet werden soll. Darüber hinaus werden Anschlüsse an die geplanten Wasserstoff- und CO2-Pipelines der Open Grid Europe GmbH (OGE) in Hochfeld und Ruhrort geprüft. Bei der Planung der Pipeline-Trassen wird nicht nur die grundsätzliche Anschlussmöglichkeit untersucht, sondern auch ein Fokus auf den optimalen Verlauf und die Genehmigungsfähigkeit gelegt.

 

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Als internationaler Baustein im Netzwerk des Duisburger Hafens wird das bimodale Terminal in Kartepe nahe Istanbul (Türkei), das duisport zusammen mit der Arkas Holding errichtet hat, in den kommenden Wochen fertiggestellt. Es ist über die Schiene nach Mitteleuropa angebunden und wird im Sommer seinen Betrieb aufnehmen.

 

Starke Arbeitgebermarke unterstützt die Suche nach Talenten

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Industrie verlange nicht nur neue Technologien, sondern vor allem engagierte Fachkräfte, die mit Expertise und Tatkraft die Zukunft des Hafens mitgestalten, sagte duisport-Vorstand Giordana Sperling-Doppstadt, die seit dem 1. Januar 2025 den Bereich Personal und Unternehmensdienstleistungen verantwortet. „Mit klarer Haltung, gezielten Entwicklungsmöglichkeiten und einer offenen, wertschätzenden Unternehmenskultur öffnet duisport die Tore für neue Talente. Wir setzen dabei auf vielfältige Teams, digitale Prozesse und flexible Arbeitszeitmodelle. Unsere Ambition ist klar: Als moderner und attraktiver Arbeitgeber wollen wir die erste Wahl in der Hafen- und Logistikwirtschaft sein.“

 

Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz. Foto: duisport.
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Auch wenn bei duisport derzeit 50 junge Menschen in acht verschiedenen Berufen ausgebildet werden und im vergangenen Jahr bundesweit 230 neue Mitarbeiter gewonnen werden konnten, sind noch immer rund 100 offene Stellen zu besetzen. „Der Fachkräftemangel fordert uns heraus – aber er motiviert uns auch, neue Wege zu gehen. Wir investieren daher gezielt in Aus- und Weiterbildung und stärken unsere Arbeitgebermarke, um Talente zu gewinnen“, so die Personal-Vorständin.

 
Duisburger Hafen AG

Der duisport-Vorstand freut sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 (v. links): Lars Nennhaus (COO/CTO), Markus Bangen (CEO) und Giordana Sperling-Doppstadt (Chief People & Corporate Services Officer). Foto: Screenshot.
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Die Duisburger Hafen AG (duisport) ist die Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens, des größten Binnenhafens der Welt. duisport fungiert als trimodale Logistikdrehscheibe und ist einer der bedeutendsten Knotenpunkte für die Warenströme in Europa. Pro Jahr werden in Duisburg über 20.000 Schiffe und 25.000 Züge abgefertigt, mehr als 100 Millionen Tonnen Güter und rund vier Millionen Container (TEU) umgeschlagen. Der Duisburger Hafen verfügt über 21 Hafenbecken, 10 Containerterminals und ca. 200 Kilometer Gleise. Rund 300 Transport- und Logistikunternehmen haben sich am Standort angesiedelt, etwa 52.000 Arbeitsplätze sind direkt und indirekt von der Hafen- und Logistikwirtschaft abhängig. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full Service-Pakete in den Bereichen Infra- und Suprastruktur inkl. Ansiedlungsmanagement. Darüber hinaus erbringen die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten sowie in den Bereichen Real Estate, Schienengüterverkehr, Industrie-, Kontrakt- und Verpackungslogistik an.
www.duisport.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Foto: Marco Stepniak / duisport (1), Screenshot (1), Infografiken: duisport

 

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Silent Futures: Museum DKM zeigt kleinformatige Skulpturen von Arik Levy

Grenzgänge zwischen Sein und Schein
Von Petra Grünendahl

Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
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Arik Levy (*1963 in Tel Aviv) ist sonst eher für seine monumentalen Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt. In den Räumen des Museum DKM findet der Besucher nun eher kleinformatige Werke: Mit Skulpturen unter anderem aus Bronzeguss, patinierter oder auch mal polierter Bronze, Holz, Gipsverbänden, Keramikputz, Farbe und Glas erkundet er Wechselwirkungen zwischen Mensch, Natur und Raum in einer reduzierten Formensprache: „Unsere Umwelt verändert sich kontinuierlich. Sie scheint bekannt, ist aber nicht mehr das, was sie mal war“, so Levy. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. „Wir hatten Arik Levy mal im Art Space in Berlin kennen gelernt. Seine Werke haben uns begeistert: Sie passen gut in unser Konzept der ‚Linien stiller Schönheit’“, erklärte Museumsstifter Dirk Krämer. Vor vier Wochen hätten sie schließlich spontan diese Ausstellung vereinbart und die Kunstwerke nach Duisburg geholt, so Krämer weiter. Mitgebracht hat Arik Levy Arbeiten aus drei Reihen: Seine ikonischen Rock-Skulpturen, die „Fixing Nature“-Serie mit Skulpturen zum Beispiel aus gesammelten Zweigen, Steinen, Fäden oder Gipsbändern sowie die „Log Fossil“-Serie, die die Transformation organischen Materials in fossilierte Artefakte auslotet.

 

Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum DKM zeigt mit „Silent Futures“ eine Auswahl kleinformatiger skulpturaler und konzeptueller Arbeiten aus den Jahren 2012 bis 2023. Dirk Krämer stellte die Sonderausstellung zusammen mit dem Künstler vor. Arik Levy kam 1986 nach Europa und ließ sich 1992 nach Paris nieder. Heute lebt und arbeitet er in Paris und in Saint-Paul-de-Vence an der französischen Mittelmeerküste. Er ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, Techniker, Fotograf, Designer, Bühnenbildner und Videokünstler, der 1991 sein Studim am Art Center College of Design in der Schweiz abgeschlossen hatte. Ein prägender Studienaufenthalt in Japan vertiefte sein Verständnis für minimalistische Ästhetik und für Fertigungstechniken, die bis heute sein Schaffen prägen. 2009 wurde Arik Levy für seinen herausragenden Beitrag zur zeitgenössischen Kunst und Kultur mit dem Titel Chevalier des Arts et des Lettres geehrt. Seinen privaten Skulpturenpark in Saint-Paul-de Vence machte er 2022 der Öffentlichkeit zugänglich. Die Werke von Arik Levy sind weltweit im öffentlichen Raum sowie in renommierten Sammlungen zeitgenössischer Kunst zu sehen. Am kommenden Wochenende gibt es für Sonntag noch Tickets für einen Museumsbesuch mit Führung. Der Samstag ist bereits ausverkauft. Die Werke von Arik Levy sind im Museum DKM bis zum 31. Januar 2026 zu sehen.

 

 
 
Sonderöffnungszeiten am Wochenende mit Tanz-Performance

Kaiser Antonino Dance Ensemble mit Avi Kaiser und Sergio Antonino im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
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Anlässlich der Duisburger Akzente unter dem Thema „Sein und Schein“ gibt es zur Sonderöffnung am kommenden Wochenende (29. und 30. März) die Uraufführung einer Tanz-Performance: „Permi d’autres“ (Unter Anderen) des Kaiser Antonino Dance Ensembles. Avi Kaiser und Sergio Antonino haben dafür mit Luigi Pirandello und seinem Roman „Einer, keiner, hunderttausend“ und Portraitaufnahmen des japanischen Fotografen Ken Ohara beschäftigt: Konzept und Choreographie kreisen um die Frage nach Sein und Schein. Ihr Tanztheater feiert am 29. März um 17 Uhr seine Uraufführung, am 30. März um 12:30 Uhr gibt es eine zweite Aufführung. Für Letztere gibt es noch Tickets.

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum DKM

Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
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Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit ihrer wachsenden Kunstsammlung zogen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer im Januar 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Kantpark mit dem Lehmbruck Museum. Die Architektur des Museums, die umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie eines Elektrogroßhändlers, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ aus ihrer eigenen Sammlung Kunst und Kultur aus 5.000 Jahren sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter in 51 Räumen. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.

 

Arik Levy im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
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Das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel ermöglicht mittwochs zwischen 10 und 16 Uhr für exklusive Führungen (nach Voranmeldung). Sonderöffnungen gibt es an Wochenende etwa einmal im Monat (Termine siehe Webseite). Ansonsten wird an anderen Tagen der Woche nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre 6 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppenführungen (ab 10 Personen) jenseits der normalen Öffnungszeiten gibt es einen Sonderöffnungspreis von 10 Euro pro Person, für Schulen und Universitäten im Rahmen von Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen sind diese kostenlos. Führungen können auf Deutsch und Englisch gebucht werden. Außerdem gibt es spezielle Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche. Eine Jahreskarte kostet 100 Euro und berechtigt zum Eintritt für ein Jahr ab Abstellungsdatum. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Bau- und Gartenmarkt Hornbach eröffnet in Duisburg-Wanheimerort

Für Profis und private Kunden:
Alles, was das Handwerkerherz begehrt

Von Petra Grünendahl

Christa Theurer, Vorstandsmitglied der Hornbach Baumarkt AG. Foto: Petra Grünendahl.
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„Was möchte der Kunde und in welchem Umfang?“, zeigte Christa Theurer, Vorstandsmitglied der Hornbach Baumarkt AG, die Maxime des neuen Marktes auf. Was will er selber machen, was sucht er sich nur aus und lässt es lieber von Fachleuten machen. Das Angebot reicht von Baustoffen und Materialien über zum Beispiel eine Bad-Ausstellung auf Fachmarktniveau mit Hilfen bei der Planung bis hin zur Vermittlung von lokalen Handwerksbetrieben, die der Kunde mit der Ausführung seiner Arbeiten beauftragen kann. „Das Thema Badsanierungen bietet hier großes Potenzial, viele Stadtteile von Duisburg von älterem Wohnungsbestand geprägt sind“, erklärte Marktmanager Frank Fritzsch. „Auch für barrierefreie Badsanierungen sind wir mit unserem Partner Seniovo ein kompetenter Ansprechpartner für unsere Kunden: Von der Angebotserstellung über die Beantragung von Fördermitteln und Vermieter-Zustimmungen bis zur professionellen Umsetzung.“

 

Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.
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Morgen um 7 Uhr eröffnet Hornbach an der Düsseldorfer Straße 400 seinen 100. Bau- und Gartenmarkt in Deutschland, der mit seinen über 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche einer der Größten und Modernsten im Land ist. Der neue Fachmarkt bietet alles, was Heimwerker, Handwerker und Gewerbekunden für ihre Projekte brauchen. Neben Bau- und Gartenmarkt gibt es hier einen 4.100 Quadratmeter umfassenden Drive In für Baustoffe, der Kunden ermöglicht, mit dem Fahrzeug unmittelbar ans Regal zu fahren, was das Einladen von schweren oder sperrigen Gütern erleichtert. Das 4.200 Quadratmeter große Gartencenter schließt große Bereiche für Aquaristik und für Heimtierbedarf mit ein. „Mit rund 50.000 Produkten, die dauerhaft stationär verfügbar sind und mehr als 300.000 Produkten, die kurzfristig online bestellt und direkt im Markt abgeholt werden können, sowie einem umfangreichen Marktplatzangebot auf hornbach.de bieten wir alles, was das Heimwerker- und das Profiherz begehren“, so Marktmanager Fritzsch.

 

 
 
Handwerker und Gewerbekunden schätzen Service

Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.
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Wer sich für sein Bauprojekt schon ein bisschen auskennt und weiß, was er sucht, kann Kunden-PCs zur Recherche nutzen. Ansonsten ist das Personal überall ansprechbar: „Alle Mitarbeiter sind in ihrem Fachbereichen intensiv geschult“, so Christa Theurer. Von den rund 100 Mitarbeitern im neuen Bau- und Gartenmarkt sind 80 neu an Bord: Sie kommen vielfach von Wettbewerbern. Die übrigen 20 stammen aus anderen Hornbach-Märkten. Stolz ist man bei Hornbach auf Highlights im Markt wie den neuen Holzzuschnitt: Hier können 14 verschiedene Dienstleistungen für die Kunden umgesetzt werden. „Solch eine Bandbreite an Serviceleistungen ist ein echter Mehrwert, das bietet kein anderer“, erläuterte der Marktleiter. Nicht nur der Privatkunde, sondern auch handwerkliche Klein- und Mittelbetriebe profitieren hier von Maschinen, die sie sich nicht mal eben selber in die Halle stellen können.

 

Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.
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„Der Umsatz von gewerblichen Kunden liegt mittlerweile zwischen 20 und 22 Prozent“, schätzte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG. Und der gewerbliche Anteil am Gesamtumsatz steige weiter, bestätigte auch Enrico Gaffrey, Hornbach-Gebietsleiter für NRW. Entsprechend ist der neue Hornbach auch für diese „Profi-Kunden“ ausgerichtet: Mit einem eigenen Profi-Service für die Pflege guter Geschäftsbeziehungen.

 

Der neue Hornbach wird morgen eröffnet. Foto: Hornbach.
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Schon 2021 sei Hornbach in erste Planungen für den neuen Duisburger Baumarkt eingestiegen als das ehemalige Didier-Gelände für eine Neuansiedlung verfügbar wurde, erzählte Hornbach-Pressesprecher Christian Grether beim Presserundgang. Nach Abriss der alten Werkshallen hatte der Projektentwickler und Generalunternehmer Ten Brinke den neuen Hornbach in Wanheimerort nach Kundenanforderungen in knapp 12 Monaten hochgezogen und hat ihn nun an Investoren verkauft. Hornbach ist hier Mieter. Es ist nach dem 1997 in Neumühl (Theodor-Heuss-Straße 79-89) eröffneten Hornbach der Zweite in Duisburg. Außerdem gibt es einen Hornbach in Moers, der für Bürger im Duisburger Westen gut zu erreichen ist.

 

 
Ressourcenschonender Bau und Betrieb

Hornbach-Marktmanager Frank Fritzsch, Vorstand Albrecht Hornbach und Enrico Gaffrey, Gebietsleiter NRW. Foto: Petra Grünendahl.
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„Rund 70 bis 80 Prozent unseres Strombedarfs produzieren wir selbst“, erklärte Enrico Gaffrey. Dafür verfügt die große Markthalle über eine rund 2.500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach, die auch die Wärmepumpe für Heizung und Kühlung versorgt. Zudem wurden alle Dachflächen extensiv begrünt und auf dem insgesamt 36.000 Quadratmeter großen Areal 44 neue Bäume gepflanzt. Der neue Baumarkt ist nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) realisiert und mit Gold zertifiziert. „Ziel war es, neben einer verantwortungsbewussten Ressourcengewinnung und nachhaltigen Bewirtschaftung, ein passives Gebäudekonzept zur Reduktion des Primärenergiebedarfs umzusetzen“, so Enrico Gaffrey. Die DGNB-Gold Zertifizierung steht unter anderem für den Einsatz von nachhaltigen Baustoffen, die Optimierung der Energieeffizienz durch die Nutzung modernster Gebäudetechnik und energieeffizienten Beleuchtungssystemen sowie für die Einbindung von Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität.

 
Impressionen vom Presserundgang im neuen Hornbach. Fotos: Petra Grünendahl.

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Hornbach

Hornbach eröffnet seinen Bau- und Gartenmarkt in Wanheimerort. Foto: Petra Grünendahl.
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Hornbach ist ein unabhängiges, familiengeführtes und börsennotiertes Handelsunternehmen mit Hauptsitz im pfälzischen Bornheim, das im Geschäftsjahr 2024/25 (Bilanzstichtag: 28. Februar 2025) einen Nettoumsatz von 6,2 Mrd. Euro erzielte. Damit gehört die Hornbach-Gruppe zu den fünf größten Handelsunternehmen für Bau- und Gartenbedarf in Europa. 1877 gegründet, blickt Hornbach als einziges Unternehmen der Baumarkt-Branche auf eine sechs Generationen überdauernde Firmengeschichte. Begonnen hatte alles mit einem Baustoffhandel. Erst 1968 eröffnete der erste Bau- und Gartenmarkt: Der Geschäftszweig, der heute das Kerngeschäft des Familienunternehmens ausmacht. Aktuell betreibt das Handelsunternehmen 170 Bau- und Gartenmärkte, zwei Fachmärkte sowie Onlineshops in neun Ländern Europas. Verkaufskonzept und Sortiment sind besonders auf die Bedürfnisse von Projektkunden und Profis ausgerichtet. Das Unternehmen setzt auf hohe Qualität von Beratung und Service, die ihm in zahlreichen unabhängigen Tests und Studien bescheinigt wurde. Mit Pionierleistungen wie dem ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt (1968), dem ersten Megastore (1980) und dem ersten Baumarkt mit Drive In (2003) beweist Hornbach ständig aufs Neue seine Innovationskraft. Hornbach gilt seit Jahrzehnten als Jobmaschine: Mittlerweile sind rund 25.000 Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (20), Hornbach (1)

 

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MKM Museum Küppermühle für Moderne Kunst zeigt Dieter Krieg

Das Alltägsliche in großformatigen skulpturalen Bildern
Von Petra Grünendahl

MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Bilder bestechen durch kräftige Farben und zeigen die Banalität des Alltags: Die überwiegend großformatigen, sehr ausdrucksstarken Werke von Dieter Krieg (1937–2005) mit ihrer skulptural anmutenden Pastosität vermitteln eine überwältigende physische Präsenz, die hier in den hohen Räumen besonders gut zur Geltung kommt. Seit den 1970er Jahren malte Krieg Alltagsgegenstände: Immer in Bezug auf den Menschen, seinen Alltag, seinen Körper, seinen Tod. Das gesellschaftliche Dasein und die individuelle Existenz erlangen in Kriegs Bildern eine unausweichliche Präsenz. Die Themen der Werke sind menschenbezogen, jedoch menschenleer. Sie fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz und regen zum Nachdenken an. Die Gemälde hängen in den Räumen in thematischen Zusammenhängen und sind so gruppiert, dass sie miteinander in Dialoge treten.

 

MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl.
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Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen präsentiert unter dem Titel „Maler, Diebe und Gesindel“ eine große Ausstellung mit rund 70 Gemälden und Zeichnungen des bedeutenden deutschen Künstlers Dieter Krieg (1937-2005). Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte die Ausstellung zusammen mit Klaus Gerrit Friese von der Stiftung Dieter Krieg im Pressegespräch vor. Die umfassende Übersichtsausstellung im MKM Museum Küppersmühle legt einen besonderen Schwerpunkt auf das Spätwerk des Künstlers mit Werken aus den 80er und 90er Jahren. Sein künstlerischer Rang ist in der Fachwelt nach wie vor unumstritten, heute ist er jedoch in der Öffentlichkeit weitgehend vergessen ist. Mit der Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ wolle das MKM dem entgegenwirken, so Museumsdirektor Smerling. Neben einigen Werken aus der Sammlung Ströher ist die Werkschau überwiegend mit Leihgaben von 26 Sammlern und Institutionen als Leihgebern bestückt. Möglich wurde die Sonderausstellung durch die finanzielle Unterstützung der National-Bank. Die Ausstellung wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet und ist ab Mittwoch, 26. März, fürs Publikum zugänglich.

 

 
 
Der Künstler und der Katalog

MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl.
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Dieter Krieg (1937–2005) gilt als wichtiger Vertreter der Neuen Figuration. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Ab 1971 erhielt Krieg Lehraufträge an der Kunstakademie in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. 1978 holte Norbert Kricke Dieter Krieg als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er als hervorragender Lehrer galt, der bis heute von seinen Schülern sehr geschätzt wird. Ebenfalls 1978 gestaltete Krieg mit Ulrich Rückriem den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Der Berliner Galerist Klaus Gerrit Friese betreut des Malers Nachlass als Vorsitzender der Stiftung Dieter Krieg. Dieter Krieg war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Er lebte und arbeitete in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis).
https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Krieg
https://www.galeriefriese.de/dieter-krieg/

 

MKM Museum Küppersmühle zeigt Dieter Krieg. Foto: Petra Grünendahl.
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Zur Ausstellung ist im Wienand Verlag, Köln, ein reich bebilderter Katalog mit zahlreichen Installations- und Werksansichten erschienen: Mit Beiträgen von Simon Strauß, Thomas A. Lange und Walter Smerling sowie einem Gespräch über Dieter Krieg zwischen Stephan Berg, Klaus Gerrit Friese, Simone Schimpf, Heinz-Norbert Jocks, Kay Heymer und Walter Smerling. Das 160-seitige Werk im Format 29 x 27 cm mit ca. 100 Abbildungen ist für 30 Euro an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-86832-819-6).

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellung „Maler, Diebe und Gesindel“ mit Werken von Dieter Krieg ist noch bis zum 24. August in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Im Oberlichtsaal des Erweiterungsbaus zeigt das MKM Siegfried Anzinger mit seinem Geronimo-Zyklus bis zum 30. März 2025 Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 14 Euro (ermäßigt 7 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 22 Euro für das ganze Haus. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Der Besuch der Aussichtsplattform ist gegen Aufpreis von 4 Euro beim Besuch des gesamten Hauses zubuchbar. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im April 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Mechanik und Menschlichkeit: Lehmbruck Museum zeigt Eva Aeppli und Jean Tinguely

Zum 100. Geburtstag der beiden Schweizer Künstler
Von Petra Grünendahl

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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Jean Tinguely (1925–1991) ist dem Besucher des Lehmbruck Museums bekannt, steht er doch sehr prominent an mehreren Stellen in der Dauerausstellung seine großformatigen Maschinen: Sie stammen aus Einzelteilen, die Tinguely vom Schrott oder Sperrmülll geholt hat. Kleine Motoren treiben die Kunstwerke an und wecken sie zum Leben. Tinguely und seine langjährige Lebensgefährtin und Ehefrau Eva Aeppli (1925–2015) nutzen alltägliche Gegenstände für ihre Kunst. Von frühen Zeichnungen und Handpuppen entwickelt sich Aeppli weiter zu lebensgroßen Figuren, die ihre Themen Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit verarbeiten. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Gemeinschaftswerke von Eva Aeppli und Jean Tinguely, die bislang kaum bekannt sind: 1990/91 schaffen die beiden 13 großformatige Installationen, die die mechanischen Skulpturen Tinguelys mit den ausdrucksstarken Figuren Aepplis verbinden. Mit ihrem Spätwerk überschreiten sie Grenzen von Kunst und bürgerlicher Konvention – und mitunter die Grenzen des sogenannten „guten Geschmacks“: Die mit Menschen bestückten Apparate stehen paradigmatisch für die Freiheit, sich über den Tod lustig zu machen.

 

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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Das Lehmbruck Museum präsentiert anlässlich ihres 100. Geburtstags die weltweit erste umfassende Ausstellung von Jean Tinguely und Eva Aeppli. Im Pressegespräch stellte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla die Sonderausstellung vor: Zusammen mit der Kuratorin Anne Groh sowie mit Isabelle Beilfuss (Tinguely Museum in Basel) und Guido Kohlenbach, Leiter des Fachbereichs Regionale Kulturarbeit im LVR. Der Lehmbruck-Preisträger Jean Tinguely, bekannt für seine kinetischen Skulpturen und seinen innovativen Umgang mit gefundenen Materialien, trifft auf Eva Aeppli, eine Künstlerin, die es mit ihren handgenähten Figuren vermag, eine berührende Menschlichkeit einzufangen. Die Ausstellung stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in den Fokus, das beide auf spielerische und zugleich kritische Weise geprägt haben. Die Ausstellung und die begleitende Publikation leisten Pionierarbeit, denn sowohl das Gemeinschaftswerk als auch das Werk Eva Aepplis ist europaweit und auch weltweit nur wenig bekannt. Mit 76 Werken (37 von Eva Aeppli, 25 von Jean Tinguely, 9 Gemeinschaftswerken und 5 Kollaborationen mit anderen Künstlern) präsentieren die Werkschau die bedeutendsten Schaffensphasen Tinguelys und Aepplis umfassend. Die Ausstellung wird gefördert von dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Duisburger Hafen AG und den Duisburger Akzenten. Die Eröffnung findet Morgennachmittag mit geladenen Gästen statt.

 

 
Die Künstler und der Katalog

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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Eva Aeppli und Jean Tinguely werden beide 1925 in der Schweiz geboren. Sie wachsen in Basel auf und lernen sich Mitte der 1940er-Jahre dort auf der Kunstgewerbeschule kennen. Sie verbringen rund zwölf Jahre ihres Lebens zusammen, heiraten 1951 nach der Geburt der gemeinsamen Tochter. Es sind wichtige Jahre ihrer künstlerischen Entwicklung, die ihr weiteres Leben und Schaffen prägen. Entscheidend für ihr Werk ist der gemeinsame Umzug nach Paris im Jahr 1953. In dieser Zeit entfaltet sich ihr rebellischer Sinn, mit dem sie Kunst und Gesellschaft verändern. Hier entstehen die ersten von Tinguelys ikonischen Maschinenskulpturen, für die er weltweit bekannt wird. Zeitgleich entwirft Aeppli ihre fein gearbeiteten Stofffiguren, die in der Kunstgeschichte ohne Vorbild sind. Sie zeigen die außergewöhnliche Fähigkeit der Künstlerin, Komik und tiefen Ernst miteinander zu verbinden. So spiegeln sie die innere Zerrissenheit des Menschen zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sowohl Aeppli als auch Tinguely, die von 1951 bis 1960 verheiratet waren, verarbeiten in ihren Werken die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und rebellieren gegen die Macht der Maschinen, die unser Leben bestimmen. Nach ihrer Trennung haben beide jeweils weitere Partner, bleiben aber freundschaftlich und künstlerisch verbunden. Tinguely zieht mit der Künstlerin Niki de Saint Phalle (Life Saver) zusammen, die er später auch heiratet.

 

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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1954 finden ihre ersten Ausstellungen in Paris statt. Für Tinguely markiert dies den Beginn einer großen Karriere. Mit seinen Maschinenskulpturen aus gefundenen Materialien und Schrott definiert er die Regeln der Kunst neu. Seine Werke wachsen schon bald ins Monumentale und durchbrechen die Grenzen zur Alltagswelt. 1976 erhält Jean Tinguely in Duisburg den Wilhelm-Lehmbruck-Preis für sein künstlerisches Werk, mit dem er unsere Beziehung zur Maschine verändert und „menschlicher“ gemacht hat.

 

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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Eva Aeppli fertigt in dieser Zeit ihre ersten selbstgenähten Handpuppen. Mitte der 1960er-Jahre entstehen die ersten lebensgroßen Stofffiguren. Technisch sind sie eine Weiterentwicklung ihrer frühen Handpuppen, künstlerisch entfalten sie eine völlig neue Wirkung. Die seidenen Köpfe formt Aeppli zu plastischen Objekten und verleiht ihnen durch feine Nähte einen besonderen Ausdruck. Nach ihren Einzelfiguren entstehen ganze Gruppen, die entweder auf Stühlen sitzen oder frei im Raum stehen. Die theatrale Installation dieser Gruppen hat die ästhetische Kraft, zum ikonischen Ausdruck der Nachkriegszeit zu werden. Denn in ihr spiegelt sich Widerstand und Rebellion. Sie steht beispielhaft – gleichwohl einzigartig in ihrer Form – für die Aufbruch- und Protestbewegung der späten 1960er-und 1970er-Jahre, für die Auflehnung gegen die verbliebenen Strukturen des totalitären Regimes und gegen eine Geisteshaltung, die zu Gewalt und Unterdrückung führt.

 
1990/91 finden Tinguely und Aeppli künstlerisch noch einmal zusammen für ihr gemeinsames Spätwerk, dass hier im Lehmbruck Museum erstmals überhaupt so umfassend präsentiert wird.

 

Jean Tinguely und Eva Aeppli im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl
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Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: Mit Texten von Dr. Söke Dinkla, Roland Wetzel, Anne Groh, Sarah Louisa Henn sowie Barbara Räderscheidt im Gespräch mit Daniel Spoerri präsentiert erstmals das individuelle und gemeinsame Werk des Paares umfassend. Anhand von Schlüsselwerken zeichnet die Publikation ihre künstlerische Entwicklung nach – von Tinguelys frühen kinetischen Reliefs über Aepplis lebensgroßen Figuren bis zu ihrem späten Gemeinschaftswerk, das die Ideenwelten der beiden vereint. Das 168-seitige Werk mit 122 Abbildungen ist im Wienand Verlag erschienen und für 24 Euro an der Museumskasse zu haben (ISBN 978-3-86832-823-3).

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
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Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu sehen ist die Sonderausstellung „Mechanik und Menschlichkeit“ mit Werken von Eva Aeppli und Jean Tinguely im Erweiterungsbau des Museums bis zum 24. August. Im Souterrain der Glashalle ist der Duisburger Bildhauer Hans Jürgen Vorsatz noch bis zum 7. September ausgestellt. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Zum Rahmenprogramm der Ausstellung zählen zum Beispiel ein Familientag mit Eva und Jean (23. März), Lesungen und Ausstellungsgespräche (30. April, 15. Mai und 12. Juni, jeweils um 18 Uhr) sowie Kuratorinnenführungen (25. April um 17:30 Uhr mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla sowie 31. Mai um 14 Uhr mit Kuratorin Anne Groh). Weltweite Veranstaltungen zu Jean Tinguelys 100. Geburtstag findeT man auf der Website tinguely100.com. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lektüretipp: Fotografien von Ruth Hallensleben zur Ausstellung im Ruhr Museum

Bilder im Auftrag 1931 bis 1973:
Industriefotografien und mehr

Von Petra Grünendahl

Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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„Für eine Frau in dieser Zeit stellte Ruth Hallensleben in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung dar: Als Industriefotografin für zahlreiche Unternehmen und zudem in der rein männlich dominierten Schwerindustrie erfolgreich zu sein, war außergewöhnlich“, erklärt Stefanie Grebe, Leiterin der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums. Die Auftraggeber reichten von Montan-Betrieben wie den Vereinigten Stahlwerken, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) und der Siegener AG über Verlage wie Bavaria oder Hoppenstedt bis hin zu Auftraggebern für Portraitfotografie, Werbung und Theater. Auftragsarbeiten sicherten ihr Einkommen und ermöglichten den Aufbau ihrer »Lichtbildwerkstatt Ruth Hallensleben« mit angestellten Assistentinnen und weiblichen Auszubildenden. Die Vielzahl an Aufträgen für Unternehmen, Verbände, Organisationen und Institutionen aus unterschiedlichsten Branchen und Bereichen verdeutlicht Ruth Hallenslebens Selbstverständnis: Sie betrachtete sich als Stil prägende Auftragsfotografin, die keine eigenen Themen verfolgte. Sie sah sich selbst nicht als Künstlerin, sondern als Handwerkerin. Dabei ähnelten sich die Bildsprache und Inszenierungsstrategien in vielen ihrer Aufträge – ganz nach dem fotografischen Motto Hallenslebens „Der Eindruck ist echter, wenn man stellt“. So sind auch ihre Aufnahmen aus den Zeiten des Nationalsozialismus zeitgenössisch, ohne politisch zu sein: Ihre persönliche Bildsprache setzt sich schließlich auch nahtlos im Nachkriegsdeutschland fort.

 

Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Bilder im Auftrag – Fotografien von Ruth Hallensleben 1931 – 1973“ zeigt das breite Spektrum der Industriefotografin mit Fotos aus der fotografischen Sammlung des Ruhr Museums. Ergänzt sind die Auftragsfotografien aus den unterschiedlichen Schaffensphasen mit Textbeiträgen, die die historischen und fotohistorischen Kontexte sowie die Besonderheiten der Industrie- und Auftragsfotografie erklären. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten von Industrie und Unternehmen, aber auch für andere Auftraggeber. Ein Foto-Archiv mit ca. 40.000 Negativen und Abzügen befindet sich im Besitz des Ruhr Museums. Weitere Arbeiten von ihr befinden sich zum Beispiel in vielen Firmenarchiven. Das Buch liefert einem strukturierten Überblick über Ruth Hallenslebens Schaffen: Portraits, Reportagens, Theater, Werbung, Reisen, Kunsthandel sowie verschiedene Hauptauftraggeber, die Einblick geben in die Vielfalt ihrer Motive. Zwei einleitende Textbeiträge und zwei abschließende Textbeiträge sowie im Anhang ein chronologischer Lebenslauf und ein Publikationsverzeichnis zu Hallenslebens fotografischem Schaffen runden das Werk ab.

 

 
 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Die Fotografin und das Buch

Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Ruth Hallensleben (1898–1977) war eine deutsche Fotografin, die vor allem für ihre Industrie- und Architekturfotografie bekannt wurde. Sie begann erst 1930 mit ihrer Ausbildung zur Fotografin. Im nationalsozialistischen Deutschland machte sie schnell Karriere und war für ihre präzisen und idealisierenden Inszenierungen bekannt. Auch in den 1950er- und 1960er-Jahren blühte ihr Geschäft. Ihre Arbeiten dokumentieren die industrielle Entwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hallensleben fotografierte Fabriken, Maschinen und Produktionsanlagen mit einem besonderen Fokus auf deren geometrische Strukturen und monumentale Größe. Sie kombinierte technische Präzision mit einer ästhetischen Sensibilität für Licht und Form, was ihren Bildern eine besondere Ausdruckskraft verlieh. Neben ihrer Arbeit in der Industrie schuf sie auch Landschafts- und Porträtfotografien. Hallensleben gilt als eine der bedeutendsten Industriefotografinnen ihrer Zeit.

 

Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Buch „Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931 – 1973“ ist der Katalog zur sehr sehenswerten gleichnamigen Ausstellung im Ruhr Museum (bis 24. August 2025) auf Zeche Zollverein in Essen. Was umfassende Werk ist im Klartext Verlag erschienen und ist mit zusätzlichen Fotos und informativen Textbeiträgen als Ergänzung zur Ausstellung zu sehen. Das 240-seitige Hardcover-Buch im Format 24 x 30 Zentimeter mit 272 Abbildungen ist für 29,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2698-1).

 

 
Der Verlag

Fotografien von Ruth Hallensleben im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam, fundiert und auch mit dem einem oder anderen Augenzwinkern.
www.klartext-verlag.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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cubus kunsthalle zeigt „Sein und Schein“ im Rahmen der 46. Duisburger Akzente

Vielfalt lokalen Schaffens zu Aspekten der Existenz
Von Petra Grünendahl

cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Fotograf Walter Schernstein hat Lebensräume von Obdachlosen in Schwarzweiß eingefangen, bewusst ohne diese Menschen mit abzubilden: Private Rückzugsorte an ziemlich öffentlichen Orten, die sich Menschen am Rande der Gesellschaft für eine temporäre Nutzung eingerichtet haben. Jens Maria Weber zeigt neben Zeichnungen seine Papierskulpturen, die wie Fantasiewesen aussehen: Nichts lässt an ihrer Erscheinung darauf schließen, dass die Oberfläche nicht aus schwerem Metall besteht. Yiqing Cai zeigt ihre Installation „Leben“ mit Herz und Gebärmutter (gefüllt mit Kernen und Samen) sowie einem Hirn (gefüllt mit Müll), die zum Nachdenken anregt. Spannend sind auch die Fotografien von Petra Müller, die mit den Ebenen der Persönlichkeit spielt: Portraits mit fotografisch erzeugten zweiten Ebenen sowie eine Ganzkörperaufnahme, die das Motiv gleichzeitig von vorne und hinten zeigt. Die Video-Rauminstallation „Der Alp“ von Klaus Brüggenwerth, Angelika Stienecke, Angela Schmitz und Martin Schmitz zeigt einen Zusammenschnitt von essentiellen Szenen aus dem Film-Klassiker „Nosferatu – Phantom der Nacht“. Evangelos Koukouwitakis hat seine Stillleben hinterlegt mit einem gemalten Hintergrund. Ruth Bamberg verfremdet und „verfälscht“ Bilder und Fotografien mit Hilfe von KI.

 

Künstler beim Pressegespräch: cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl.
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Im Rahmen der 46. Duisburger Akzente zeigt die cubus kunsthalle die Ausstellung „Sein und Schein“. Museumsgründerin und -chefin Dr. Claudia Schäfer stellte die Sonderschau zusammen mit den Künstlern im Pressegespräch vor. Organisiert hatten die Ausstellung Klaus Brüggenwerth, Angelika Stienecke, Angela Schmitz und Martin Schmitz, nachdem das Festivalbüro aus 25 Bewerbungen zu den vier Organisatoren 17 weitere Künstler ausgewählt hatte, die nun die Räume der cubus kunsthalle zu bestücken. Mit Ideen von Sein und Täuschung, von Echtheit und Künstlichkeit, mit den unterschiedlichen Seiten von Personen oder verschiedenen Schichten von Erscheinungen befassen sich die Künstler in den unterschiedlichsten Formaten, Materialien und Kunstformen: Eine Videoinstallation, Fotografien, Malerei, Zeichnungen oder Bodenbilder (Bodenskulpturen) aus Kaffeesatz oder Vulkanasche sowie Skulpturen und Objekte aus Materialien wie Edelstahl, Keramik, Textil oder auch Papier, nur um hier mal ein paar Beispiele zu nennen. Eröffnet wird die Ausstellung in der cubus kunsthalle am Sonntag, 16. März, um 14 Uhr.

 

 
 
Duisburger Akzente

cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Duisburger Akzente stellt das Festivalbüro bei den Kulturbetrieben der Stadt Duisburg auf die Beine. Die mehrwöchige Veranstaltung findet seit 1977 statt. Getragen werden die Duisburger Akzente weitestgehend von zahlreichen städtischen und nichtstädtischen Kultur-Einrichtungen. Seit 1995 besitzen die Akzente den Status eines Kulturfestivals des Landes Nordrhein-Westfalen. Das spartenübergreifende Programm des Festivals greift aktuelle kultur- und gesellschaftspolitische Themen auf und setzt sich jedes Jahr mit einem anderen bestimmten Thema auseinander. Theater, bildende Kunst, Literatur, Tanz und Film sowie kulturhistorische Ausstellungen, Symposien oder Vorlesungsreihen kommentieren die verschiedenen Facetten des jeweiligen Themas. In diesem Jahr fordert das Thema zur Auseinandersetzung mit Aspekten von „Sein und Schein“ heraus. Das gesamte Festivalprogramm gibt es hier: https://www.duisburger-akzente.de/pdf/2025/duisburger_akzente_2025-programmheft.pdf. An 40 Spielorten umfassen die 46. Duisburger Akzente über 90 Veranstaltungen in der Zeit vom 15. März bis 6. April.
www.duisburger-akzente.de

cubus kunsthalle zeigt Sein und Schein. Foto: Petra Grünendahl.
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Die beteiligten Künstler in der cubus kunsthalle sind: Ruth Bamberg, Inken Boje, Fee Brandenburg, Klaus-Dieter Brüggenwerth, Yiqing Cai, Karin Dörre, Michelle Gallagher, Evangelos Koukouwitakis, Roger Löcherbach, Petra Müller, Iwona Rozbiewska, Walter Schernstein, Angela Schmitz, Martin Schmitz, Margret Schopka, Cornelia Schweinoch-Kröning, Angelika Stienecke, Regine Strehlow-Lorenz, Ulrike Waltemathe und Jens Maria Weber. Die Ausstellung „Sein und Schein“ im Rahmen der Duisburger Akzente dauert bis zum 6. April.

Impressionen aus der cubus kunsthalle. Fotos: Petra Grünendahl

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cubus kunsthalle

cubus kunsthalle im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Die cubus kunsthalle liegt im Kant-Park in der Duisburger Innenstadt in der Nachbarschaft des Lehmbruck Museums, wo sie mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Konzerten, aber auch mit partizipativen Angeboten das Umfeld und die Duisburger Kunstlandschaft belebt. Gegründet hat die cubus kunsthalle die Duisburger Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schäfer 1987/88 als cubus galerie in Duissern, bevor sie 1994/95 mit Hilfe eines gemeinnützigen Fördervereins in das Gebäude des ehemaligen Niederrheinischen Museums der Stadt Duisburg in den Kant-Park zog. Die cubus kunsthalle finanziert sich durch Spenden zur Förderung von Kunst & Kultur, über Sponsorenleistungen und durch die Untervermietung des Café Museums. Neben Duisburger Künstlern zeigt die Kunsthalle internationale Künstler und stellt einmal jährlich eine Sammlung vor – und dies weitestgehend bei freiem Eintritt. Geöffnet hat die privat geführte Kunst- und Ausstellungshalle mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr.
www.cubus-kunsthalle.de

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Sparkasse Duisburg: Nachhaltigkeitsstiftung will Impulse setzen

Mehr strategisches Instrument als reine Fördereinrichtung
Von Petra Grünendahl

Präsentierten die Nachhaltigkeitsstiftung der Sparkasse Duisburg (v. l.): Linda Wagner, Joachim Bonn, Sören Link und Marcel Groß. Foto: Petra Grünendahl.
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„Die Gründung war eine Herausforderung, weil es bislang bei den möglichen Stiftungszielen keine ‚Nachhaltigkeit’ gibt“, erläuterte Marcel Groß, Geschäftsführer aller Stiftungen der Sparkasse Duisburg. „Wir mussten hier also neue Förderkriterien entwickeln.“ Zentraler Baustein ist der eigens hierfür entwickelte Zuwendungsantrag: „Wir befähigen den Antragsteller, sich intensiv mit seinem Projekt auseinander zu setzen und führen ihn mit gezielten Fragen durch ein enges Prüfungsmuster mit Positiv- und Negativkriterien, an dessen Ende die Förderfähigkeit des Projekts bescheinigt wird.“ – „Wir wollten als Sparkasse Duisburg sicherstellen, dass die innovative Stiftung mit einer durchdachten Wir haben intensiv daran gearbeitet, eine nachhaltige Wirkung zu gewährleisten: Mit dem Ziel, nicht nur Projekte zu unterstützen, sondern echte Transformationen anzustoßen“, erklärte Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, den verspäteten Start der Kommunikation für die bereits im letzten Jahr gegründete Stiftung.

 

Sparkasse Duisburg an der Königstraße. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Sparkasse Duisburg setzt mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstiftung einen wichtigen Impuls für eine nachhaltige Zukunft in der Region. Im Pressegespräch stellten Joachim Bonn und Marcel Groß die neue Stiftung vor: Zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und Umweltdezernentin Linda Wagner, die beide im Kuratorium der Stiftung sitzen. Die Stiftung wurde speziell darauf ausgerichtet, ökologisch nachhaltige Projekte in Duisburg zu fördern. Mit diesem Ansatz unterscheidet sie sich von den fünf bestehenden Stiftungen der Sparkasse, die vorrangig soziale Aspekte unterstützen. Mit diesem neuen Fokus setzt die Sparkasse Duisburg einen Meilenstein im gemeinnützigen Engagement für die Bürger der Stadt. Mit einem Stiftungsvermögen von aktuell 5 Mio. Euro erhöht sie das Gesamtvermögen von Stiftungen der Sparkasse Duisburg auf 44,5 Mio. Euro. In den kommenden drei Jahren sollten weitere 5 Mio. Euro in das Vermögen der Nachhaltigkeitsstiftung einfließen. „Wir waren die Erste von 350 Sparkassen in Deutschland, die mit einer solchen Stiftung an den Start gegangen sind“, erzählte Sparkassen-Chef Bonn. Schon 2023 sei die Idee diskutiert worden. 2024 habe dann nach intensiven Vorarbeiten der Regierungspräsident Thomas Schürmann (zuständig ist hier die Bezirksregierung Düsseldorf) die Stiftungsurkunde in Duisburg übergeben.

 

 
 
Kuratorium entscheidet am 9. April über erste Projekte
Die Stiftungen der Sparkasse Duisburg verfolgen ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Mit der Nachhaltigkeitsstiftung will die Sparkasse Duisburg eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern. Zwei Anträge stünden zur ersten Kuratoriumssitzung im April auf der Tagesordnung, verriet Stiftungsgeschäftsführer Groß: Zum einen soll ein Bildungsprojekt für Kinder und Jugendliche nachhaltiges Bewusstsein schaffen. Das zweite Projekt stärkt gesellschaftliches Engagement in Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Antragsprüfungen hatten in beiden Fällen grünes Licht für die Genehmigung von Fördergeldern geben. „Jeder kann sich an die Stiftung wenden, der gemeinnützig tätig ist“, so Groß. „Aber langfristig wollen wir als Stiftung auch aktiv gestalten und Projekte initiieren“, umriss er die langfristige Zielsetzung.

 
„Die Stiftungen der Sparkasse Duisburg leisten einen wichtigen Beitrag und ergänzen unsere Möglichkeiten als Stadt, Projekte zu fördern. Sie bauen auf das auf, was wir als Stadt machen können“, brachte es Oberbürgermeister Sören Link auf den Punkt. Als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse freute er sich auch deshalb über die neue Stiftung des regional verwurzelten Geldinstituts, weil sie „Bestandteil des Gesamten ist, was wir in Duisburg machen können. Und die Gründung zeigt, dass es der Sparkasse gut geht.“ Umweltdezernentin Linda Wagner freute sich über „die künftige Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement mit langfristigen Projekten zum Beispiel für Jugendbildung und die Schaffung von Umweltbewusstsein, die wirklich einen Unterschied machen.“ Als Zuwendungen vergibt die Nachhaltigkeitsstiftung die Erträge aus Anlage des Stiftungsvermögens: Diese sollen aus „nachhaltigen“ Geldanlagen stammen und damit Positives im Sinne des Stiftungszwecks leisten.
https://www.sparkasse-duisburg.de/de/home/ihre-sparkasse/stiftungen-der-sparkasse-duisburg.html

 
© 2025 Petra Grünendahl / Rundschau Duisburg (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Lehmbruck Museum zeigt Hans-Jürgen Vorsatz: Zum 80. Geburtstag

Skulpturen als politische Statements
Von Petra Grünendahl

Hans-Jürgen Vorsatz – Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum.
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Seine bevorzugten Materialien sind Stein und Metall, die er in teilweise großen, raumgreifenden Skulpturen verwendet. Für seine künstlerische Entwicklung sei das 1981 vom Lehmbruck Museum veranstaltete Bildhauer-Symposium richtungweisend gewesen, erzählte Hans-Jürgen Vorsatz (*1945). In diesem Zuge habe er sein Frühwerk mit organischen, teils menschlichen Formen abgeschlossen. Die Verhältnisse der Materialien und Massen zueinander verbindet Vorsatz häufig mit politischen und gesellschaftlichen Aussagen.

Hans-Jürgen Vorsatz – Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum.
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So entstehen Monumente mit Titeln wie „9. November 1989“ (zum Tag des Mauerfalls) oder „Ehre den Moorsoldaten: Ein Denkmal für den Widerstand gegen den Faschismus“ (an der Barbarastraße in Moers-Meerbeck), die an historische Ereignisse erinnern. Auch die Terroranschläge des 11. September 2001 in New York finden ihr Echo in seinen Werken. Viele seiner monumentaleren Skulpturen sind im öffentlichen Raum zu finden.

 

Hans-Jürgen Vorsatz – Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum.
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Das Lehmbruck Museum zeigt zu Ehren des 80. Geburtstag des Duisburger Bildhauers Hans-Jürgen Vorsatz (*1945) eine umfangreiche Werkschau im Souterrain des Museums. Vorsatz zählt zu den bedeutenden Künstlern Duisburgs und hat über fünf Jahrzehnte hinweg ein vielseitiges Werk aus Skulpturen, Gemälden und Collagen und großen Arbeiten im öffentlichen Raum geschaffen. Das Lehmbruck Museum präsentiert hier insgesamt 35 Werke (14 Plastiken und 21 Bildwerke) aus allen Lebens- und Schaffensphasen. Viele der Werke lassen das Interesse des Bildhauers an schweren, massiven, größtenteils harten Werkstoffen erkennen: In erster Line verwendet er Natursteine und verschiedene Metalle, selten auch Holz. Die Bearbeitung der Steine setzt schwere und ausdauernde Arbeit voraus, die Vorsatz in seiner beruflichen Ausbildung zum Steinbildhauer, mit Meisterabschluss im Jahr 1970, erlernt hat. Die traditionell geprägte handwerkliche Bearbeitung hinterlässt individuelle Spuren an den Steinen, die im Kontrast stehen zu glatt gesägten und polierten Flächen. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadt Duisburg, dem Kulturbeirat der Stadt Duisburg und der Duisburger Sezession. Sie ist nach der Eröffnung am Samstagnachmittag ab Sonntag, 23. Februar, fürs Publikum zugänglich.

 

 
 
Der Künstler

Hans-Jürgen Vorsatz bei der Pressekonferenz zur Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum.
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Hans-Jürgen Vorsatz wurde 1945 in Düsseldorf geboren. Zwischen 1960 und 1970 absolvierte er eine Ausbildung zum Bildhauer. Seit 1979 wohnt und arbeitet er in Duisburg. 1979 trat Vorsatz dem Duisburger Künstlerbund bei, war seit 1982 mehrfach Sprecher der Interessengemeinschaft Duisburger Künstler und wechselte schließlich in die Duisburger Sezession. Mit den Künstlerverbänden präsentierte er seine Arbeiten im Lehmbruck Museum. Seit 1975 Ausstellungen stellte Vorsatz im In- und Ausland aus, Arbeiten befinden sich im öffentlichen und privaten Besitz. Zwei seiner Werke, die Plastik „9. November 1989” und eine unbetitelte Zeichnung von 1995, konnten mit Mitteln des städtischen Ankaufsetats für Duisburger Künstler für die Sammlung des Lehmbruck Museums erworben werden. Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekam er 2004.

 

Hans-Jürgen Vorsatz – Ausstellung zum 80. Geburtstag. Foto: Fabian Strauch / Lehmbruck Museum.
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Im Bereich der Kunst im öffentlichen Raum hat Vorsatz vor allem in Duisburg – aber auch in anderen Städten – wichtige und das Stadtbild prägende Beiträge geleistet. Eine begehbare Brunnenanlage aus finnischem und sardischem Granit befindet sich auf dem Vorplatz des Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Duisburg. Drei weitere seiner Werke, jeweils aus verschiedenen Granitsorten und einmal kombiniert mit Cortenstahl, gehörten zu einem kleinen Skulpturenpark, den die Stadtwerke 1992 auf ihrem Gelände angelegt hatten. In der Eingangshalle der Duisburger Agentur für Arbeit an der Wintgenstraße befindet sich die „Zweiteilige Skulptur“ aus Basaltlava, Blei und Blattgold (1986), die dem Foyer ein deutliches Bewegungsmoment verleiht. Oft korrespondieren die Materialien in den Arbeiten von Vorsatz mit der umgebenden Architektur bzw. setzen ihr etwas entgegen, das selbst architektonischen Charakter hat.
https://vorsatz-kunst.de/
https://www.duisburger-sezession.de/mitglieder/hans-juergen-vorsatz/

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
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Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu sehen ist die Sonderausstellung des Duisburger Bildhauers Hans Jürgen Vorsatz bis zum 7. September. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Fabian Strauch (5)

 

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Duisburger Bündnis verlieh Preis für Toleranz und Zivilcourage 2025

Preisträger ist Initiative an sechs Schulen:
Junge Leute schützen Mitschüler vor Mobbing

Von Petra Grünendahl

Preisträger 2025 ist Initiative „No Mobbing“. Foto: Bündnis für Toleranz und Zivilcourage.
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Die Initiative „No Mobbing“ macht aus Beleidigungen und Belästigungen ein Thema, bietet Präventionen an und versucht, die Betroffenen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken. „Es handelt sich häufig um Mobbing von Jugendlichen an Jugendlichen. Im Unterschied zu früher hört Mobbing aber nach Schulschluss nicht auf“, erläuterte Klaus Stephan von der Luise-Meitner-Gesamtschule. Denn oft werden in den sogenannten sozialen Medien Wörter, Sätze, Fotos oder Videos mit Angriffen verbreitet. Stephan betonte in seiner Dankesrede nach der Preisübergabe: „Ohne die Menschenwürde ist die Demokratie nicht haltbar.“ Joshua Wiesehahn, Schulsozialarbeiter an der Förderschule Duisburg-Nord, dankte für die Unterstützung durch die Auszeichnung. Die Initiative ist neben den genannten Schulen am Landfermann-Gymnasium, am Franz-Haniel-Gymnasium, an der Aletta-Gesamtschule und an der Grundschule Hochfelder Markt tätig.

 

Laudator war NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU). Foto: Bündnis für Toleranz und Zivilcourage.
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Bereits seit 25 Jahren verleiht das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage seinen gleichnamigen Preis an Menschen oder Gruppen, die sich für ein friedvolles Zusammenleben einsetzen. Die Preisträger dieses Jahres sind die Aktiven der Initiative „No Mobbing“, die sich an sechs Schulen im Stadtgebiet für gemobbte Menschen einsetzen. Traditionell wird der Preis am 27. Januar verliehen, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, der sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. „Die Preisträger zeigen im besten Sinne Bürgermut“, lobte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU), die das Bündnis als Laudatorin hatte gewinnen können. Die Ministerin war erst vor kurzem mit einer Schülergruppe in Auschwitz (heute Oswiecim) gewesen: „Von Auschwitz kann man sich nicht befreien“, erklärte sie in der Feierstunde erkennbar berührt. „Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Tag wieder so aktuell wird wie heute“, erklärte Bündnis-Sprecher Frank Börner ging direkt in die Offensive: „Wir wollen versuchen, noch vor der Bundestagswahl mit einer Demonstration oder Menschenkette gegen Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit anzugehen.“ Börner beklagte, dass sich „leider menschliche Kälte und Hass in unserer Gesellschaft ausgebreitet haben“. Die Preisverleihung nahm DGB-Sprecher Dieter Lieske mit Schulministerin Dorothee Feller vor. „Junge Menschen setzen sich für ihre Mitmenschen ein – das ist besonders“, so Lieske.

 

 
Preis für Toleranz und Zivilcourage

Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.
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Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verleiht seinen Preis an Menschen oder Initiativen, die im alltäglichen Bereich das Zusammenleben, den gegenseitigen Respekt unter den Kulturen, die Zusammenarbeit und die interkulturelle Nachbarschaft pflegen oder die durch Aktionen zur Aufklärung über Unrecht und Intoleranz ein besonderes Zeichen gesetzt haben. Dieses herausragende Engagement soll mit der Preisverleihung gewürdigt werden. Über die Verleihung des Preises aus den alljährlich eingereichten Vorschlägen entscheidet eine Jury aus Vertretern verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens in Duisburg. „Wir haben hier immer eine sehr große Auswahl an Menschen und Gruppen, die den Preis verdient hätten“, erzählte Angelika Wagner vom Duisburger Bündnis. Gastgeber der Preisverleihung ist traditionell die Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen in ihrem Gemeindezentrum am Duisburger Innenhafen – zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar*. Der Preis ist eine kleine Skulptur in Form einer aufrechten Hand.

 
Musikalisch begleitet haben die Veranstaltung die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller: Auch das ist bereits seit vielen Jahren Tradition. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

 

 
Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Das Bündnis für Toleranz & Zivilcourage ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, Initiativen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie unter anderem Parteien, Kirchen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern sowie Einzelpersonen aus Duisburg. Es setzt sich ein für eine lebendige Kultur der Erinnerung und engagiert sich für ein gutes, von Toleranz und Respekt geprägtes Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Stadtgesellschaft.

 
Das Bündnis wurde im Jahr 2000 nach dem Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gegründet. Getragen von dem Gefühl „Wir müssen etwas tun“, rief man damals für den 27. Januar* — dem Auschwitz-Gedenktag — zu einer Menschenkette rund um die Duisburger Synagoge auf, an der sich spontan viele Duisburger Bürger beteiligten. Mit diesem symbolischen „menschlichen Schutzwall“ wurde ein eindrucksvolles Zeichen dafür gesetzt, dass in Duisburg für Antisemitismus kein Platz ist.

 
Seither verleiht das Bündnis jährlich zum Holocaust-Gedenktag (am Tag davor oder danach, wenn der 27. Januar auf den Schabbat fällt, der mit Sonnenuntergang am Freitag beginnt) seinen „Preis für Toleranz und Zivilcourage“ an Duisburger Gruppen und Einzelpersonen für deren engagiertes Eintreten gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus. Außerdem hat sich das Bündnis auch immer wieder an Aktionen gegen rechte Kräfte beteiligt, die in unserer Stadt Fuß fassen wollen.
www.toleranz-zivilcourage-duisburg.de

*) Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (im heutigen Polen) durch die Rote Armee am 27. Januar 1945

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Bündnis für Toleranz und Zivilcourage (2)

 

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Lektüretipp: „Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb“ von Friedhelm Wessel im Sutton Verlag

30 Geschichten von prägenden
Orten und bewegenden Ereignissen

Von Petra Grünendahl

Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Bergbau schuf und prägte über fast zwei Jahrhunderte das Ruhrgebiet. ´Sein Niedergang schuf Herausforderungen und den Strukturwandel, deren unterschiedliche Aspekte Autor Friedhelm Wessel in vielen Kapiteln thematisiert: Zechen, Grubenunglücke und Zechen-Schließungen ebenso wie der Widerstand zum Beispiel der Bewohner der Rheinpreußen-Siedlung in Homberg-Hochheide gegen den Abriss ab den späten 1960ern oder auch verschiedene Geschichten zur Eisen- und Stahlindustrie. Der Arbeitskampf in Rheinhausen kommt nicht vor. Stattdessen beschreibt Wessel den Arbeitskampf der Stahlwerker in Hattingen, deren 1854 begründete Hütte Thyssen schon vorher schließen wollte: Am 18. Dezember 1987 erfolgte der letzte Abstich. Heute ist dort in den verbliebenen Anlagen ein sehr sehenswertes Industriemuseum. Viele Erzählungen heben den Freizeitwert des Ruhrgebiets hervor: Aus der Leidenschaft eines Museumsdirektors heraus entstand in Recklinghausen ein Ikonenmuseum. Seit den frühen 1950ern lockten Skigebiete ins Sauerland, nach Sprockhövel und seit 2001 auch nach Bottrop. Bundesgartenschauen sorgten für den Strukturwandel von der Kohlenförderung zu Erholungs- und Freizeitflächen. Künstler wie Markus Lüppertz oder Luigi Colani schufen Werke, die hier Landmarken wurden. Nicht nur steht Hollywood im Ruhrgebiet (Movie Park in Bottrop), auch nutzten seit 1913 (!) zahlreiche Filmcrews das Revier als Kulisse für Kinofilme und TV-Produktionen.

 

Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl.
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Mit „Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb“ ist das mittlerweile 41. Buch des ehemaligen Journalisten und heutigen Ruhrgebiets-Autoren Friedhelm Wessel erschienen. In 30 Kapiteln von zwei bis vier Seiten stellt der Achtzigjährige seinen Lesern „prägende Orte und bewegende Ereignisse“ – so der Untertitel – aus der Geschichte des Ruhrgebiets, seiner Städte und seiner Menschen vor: In Wort und Bild (mit aktuellen und historischen Fotografien). Er stellt Ereignisse und Erlebnisse rund um Bergbau und Energie, Industrie und Strukturwandel vor, die ihre jeweiligen Zeiten prägten. Friedhelm Wessel hat teilweise bekanntere Geschichten weiter recherchiert und lässt sie hier lebendig und damit sehr persönlich werden. Andere seiner Erzählungen sind auch manchem Kenner des Ruhrgebiets unbekannt. Garniert sind die Erzählungen mit Berichten von Zeitzeugen, die ihre Erlebnisse schildern und damit Original-Einblicke in ihre eigene Geschichte geben.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Autor Friedhelm Wessel. Foto: privat.
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Friedhelm Wessel stammt aus einer Bergbau-Familie und wurde 1944 kriegsbedingt in der Nähe von Detmold geboren. Aufgewachsen ist er zwischen der Jacobi-Kolonie in Oberhausen-Osterfeld und dem Herner Dichterviertel. In seiner weitläufigen Familie war der 80-Jährige mit Geschichten vom Pütt und aus den Zechensiedlungen groß geworden. Nach Jahren in verschiedenen Berufen wie Reiseleiter, Monteur im In- und Ausland, Produktions- und Regieassistent bei einer Filmfirma arbeitete er ab 1973 über 30 Jahre als Redakteur und Fotograf für die Ruhr Nachrichten und andere Lokalmedien, wo er sich als Autor lokalgeschichtlicher Publikationen einen Namen machte. Selbst in einer Zechenkolonie aufgewachsen, schildert er authentisch und mit viel Liebe zum Detail den Alltag rund um die Zeche Piepenfritz (Zeche Friedrich der Große in Herne-Horsthausen) zu Beginn der 1960er-Jahre. Das Ergebnis ist ein atmosphärisches Zeugnis einer Kulturregion, die auf Grund der beginnenden Kohlekrise zu dieser Zeit bereits im Untergang begriffen war. Nach der vorzeitigen Pensionierung ist Friedhelm Wessel seit 2006 als publizistischer Spurensucher im Revier unterwegs und hat seitdem weitere Bücher publiziert. Dazu sind mittlerweile gut 60 Filme in der Reihe „Oppa, erzähl mal was vom Bergbau…“ entstanden, die auf nrwision verfügbar sind. Mehr Infos über Friedhelm Wessel gibt es auch beim Historischen Verein Herne / Wanne-Eickel .

Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl.
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Friedhelm Wessels Buch „Wo das Ruhrgebiet Geschichte schreib: Prägende Orte und bewegende Ereignisse“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 92 Seiten findet der Leser zahlreiche aktuelle und historische Fotografien. Das Buch im Format 17 x 24 cm mit Hardcover-Einband ist für 22,99 Euro im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-326-1) erhältlich.

Bücher von Friedhelm Wessel im Sutton Verlag:

  • Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb
  • Zechen im Ruhrgebiet. 30 Highlights aus der Geschichte
  • Schalke 04 in den 70er-Jahren
  • Alt-Bottrop in historischen Fotografien
  • Kirchhellen 1970 bis 2010
  • Osterfeld – Alte Bilder erzählen
  • Essen 1950 bis 2000 – Alte Bilder erzählen
  • Herne in historischen Fotografien
  • Gelsenkirchen in den 1970er-Jahren
  • Prosper-Haniel – Geschichte des legendären Bergwerks (erscheint im August 2025)

 

 
Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Sutton Verlag, Erfurt

Wo das Ruhrgebiet Geschichte schrieb von Friedhelm Wessel. Foto: Petra Grünendahl.
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Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum: Vom historischen Bildband reicht das Programm bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.com/sutton/

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (12), privat (1)

 

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Lehmbruck Museum in Duisburg präsentierte sein Jahresprogramm 2025

Ausstellungen, Projekte, Veranstaltungen
Von Petra Grünendahl

Hans-Jürgen Vorsatz: Extrem laut und unglaublich … nah, 2021. Foto: Dietmar Rabich.
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Mit vier großen Ausstellungen will das Lehmbruck Museum in diesem Jahr interessierte Besucher anlocken. Den Auftakt macht ab dem 23. Februar Hans-Jürgen Vorsatz (*1945), der zu den bedeutendsten Bildhauern der Stadt Duisburg gehört. Anlässlich seines 80. Geburtstags würdigt das Museum ihn mit einer Ausstellung, die ausgewählte Arbeiten aus allen Lebens- und Schaffensphasen zeigt.

Jean Tinguely und Eva Aeppli, Impasse Rosin, Paris, 18. Sept. 1962. Foto: Harry Shunk (Shunk-Kender photographs, 1957-1990s).
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Zu ihrem 100. Geburtstag sind ab dem 7. März Eva Aeppli und Jean Tinguely mit „Mechanik und Menschlichkeit“ zu sehen. Die Ausstellung stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in den Fokus, das beide auf spielerische und zugleich kritische Weise geprägt haben. Sowohl Aeppli als auch Tinguely, die von 1951 bis 1960 verheiratet waren, verarbeiten in ihren Arbeiten die schmerzhaften Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und rebellieren gleichzeitig gegen die bis heute andauernde, immer stärker werdende Präsenz von Maschinen und Technik in unserem Alltag. Unter dem Titel „Queer Ecology“ stehen ab 27. September die neuesten Werke der argentinisch-israelischen Künstlerin Mika Rottenberg (*1976 in Buenos Aires) im Fokus: Der Menschen in dem stetig wachsenden System des globalen Konsums mit der Absurdität der exzessiven, kapitalistischen Warenproduktion und den prekären Arbeitsbedingungen, insbesondere von Frauen.

 

Peter Kogler: Ohne Titel. Digitaldruck auf Folie, Artists & Robots, Grand Palais, Paris, 2018. Foto: Künstler.
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Darüber hinaus konnte das Lehmbruck Museum auch in diesem Jahr einen Künstler für die Reihe „Sculpture 21st“ gewinnen: Peter Kogler (*1959) ist ein Meister in der Gestaltung von Räumen und der Verstärkung der Wirkmacht von Architektur. Sein Werk zeichnet sich durch eine enorme Formen- und Medienvielfalt aus: Er arbeitet in den Bereichen Skulptur, Film, Videoprojektionen, Computeranimationen, Zeichnung und großen Projekten im öffentlichen Raum. Seine Raumvision entfaltet sich als doppelbödige Erfahrung von Bildraum und Erlebnisraum. Für die Glashalle des Lehmbruck Museums entwirft Peter Kogler einen immersiven Raum, der eine ganz eigene künstliche Realität erschafft.

 

Sparda-Sommerfest im Lehmbruck Museum. Foto: Anne Orthen.
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Das Jahresprogramm des Lehmbruck Museum runden aktuelle Projekte und traditionelle Veranstaltungen ab. Zu den Projekten zählen der Audio-Guide „Kunst im Kantpark“ mit Informationen über Kunstwerke im Kant-Park oder „Ruhrkunstbewegt – ein Vermittlungsprojekt der RuhrKunstMuseen“ mit einem Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit Schulen der Region sowie mit Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. „Deine City – Dein Museum“ ist eine neue Initiative des Lehmbruck Museums mit kostenlosem Zugang zu Kunst und Kultur für Bürger ausgewählter Stadtteile mit niedrigschwelligen Abendveranstaltungen mit familienfreundlichen Führungen, mit Workshops und Musik von Kunstschaffenden aus dem Stadtteil. Das Museum beteiligt sich auch in diesem Jahr an der Extraschicht – Nacht der Industriekultur (28. Juni) und lädt bereits zum sechsten Mal am letzten Wochenende der Sommerferien (24. August) zum „Sparda-Sommerfest“ ein.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
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Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist das international bedeutendste Museum für Skulptur der Moderne und der Gegenwart in Europa. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Rebecca Horn und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks mit Werken von Bildhauern wie Alicja Kwade, Julian Opie, Tony Cragg und Dani Karavan, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 

Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
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Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Ein Lieblingsmotiv von Wilhelm Lehmbruck: Mutter und Kind. Foto: Petra Grünendahl.
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Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Peter Kogler (1), Harry Shunk (1), Dietmar Rabich (1), Anne Orthen (1)

 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Loriot: Ach was

Faszinierende Werkschau gibt Überblick:
Auch viele unbekannte Schätzchen

Von Petra Grünendahl

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Der Zeichentricksketch „Herren im Bad“ von 1978 zählt wohl zu seinen bekanntesten Klassikern: Herr Müller-Lüdenscheid (der mit der Badekappe) und Dr. Klöbner streiten sich, ob Klöbners Quietschente mit in die Badewanne darf. Mit Figuren wie den Knollennasen-Männchen, den Hoppenstedts oder Wum und Wendelin begeisterte Loriot Generationen.

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Durch seine messerscharfe Beobachtungsgabe zielt sein Humor geradewegs auf das Selbstverständnis der kleinbürgerlichen Gesellschaft der 1950er- bis 1980er-Jahre und hält ihr regelrecht den Spiegel vor. Zahlreiche Werke – in Wort und Bild – entfalten eine ganz eigene Komik und werden so zu Zeugnissen feinster Gesellschaftskritik. Ob als Werbegrafiker oder als Kolumnist für die Zeitschriften Stern und Quick: Seine Zeichenkunst hat durch ihren hohen Wiedererkennungswert bis heute einen ikonischen Charakter. Seine bekannten Knollennasen-Männchen und geflügelte Worte wie „Ach was“ oder „Früher war mehr Lametta“ sind bereits Teil des kulturellen Gedächtnisses.

 

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung „Ach was. LORIOT – Künstler, Kritiker und Karikaturist“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen rückt Loriot insbesondere als Künstler in den Fokus und präsentiert mehr als 300 originale Zeichnungen von seinem Frühwerk in Kindheit und Jugend bis zu seinem Spätwerk. Dazu kommen zahlreiche (auch private) Fotografien und weitere Exponate wie Figuren und Auszeichnungen und eine Hommage-Galerie von anderen Zeichnern.

Stellten die Loriot-Ausstellung vor (v. l.): Martin Sonntag, Christine Vogt, Sarah Hülsewig und Lena Elster. Foto: Petra Grünendahl.
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Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt stellte die sehr umfassende Werkschau vor: Zusammen mit Martin Sonntag, Direktor des Caricatura Museum Frankfurt a. M., Ausstellungskuratorin Dr. Sarah Hülsewig und Lena Elster, Kuratorische Assistenz der Ausstellung. Für diese fasziniernde Ausstellung sollte man viel Zeit einplanen, denn die vielen kleinen Stories in Bildform sind nicht mal eben im Vorbeigehen zu erfassen: Und der genaue Blick lohnt sich, denn abseits der bekannten Bildmotive gibt es viele unbekannte Schätzchen. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt, wo ein Teil der Schau vorher zu sehen war, sowie mit dem Stadtmuseum Brandenburg an der Havel (Loriot in der DDR) entstanden und wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie. Von hier zieht die Ausstellung weiter ins Ludwig-Museum in Saarlouis. Ab Sonntag, 26. Januar, ist die Ausstellung fürs Publikum geöffnet.

 

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ausstellung beleuchtet auch Loriots Schaffen als Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur. Zu sehen sind werden Loriots Phasenzeichnungen für seine berühmten Zeichentrick-Cartoons wie „Herren im Bad“ sowie von ihm entworfene Opernbühnenmodelle und Drehbücher. Szenenfotos legendärer Sketche wie „Die Nudel“ und seiner Spielfilme „Ödipussi“ und ^“Pappa ante portas“ vervollständigen das umfangreiche Werk Loriots und geben Einblick in die Genauigkeit und Akribie, mit der er sich jeder seiner Arbeiten widmet.

 

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Ein Teil der Ausstellung setzt darüber hinaus den thematischen Schwerpunkt auf ein ganz besonderes Stück Zeitgeschichte: 1985 findet die erste Loriot-Ausstellung in der DDR statt und legt den Grundstein für Loriots fortwährende Verbindung zu seiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl gelingt es Gerda Arndt, Leiterin des Brandenburger Dommuseums, und Personen in ihrem Umkreis die politisch brisante Präsentation eines in Westdeutschland wirkenden Künstlers an den staatlichen Stellen vorbei in die Wege zu leiten. Erst im Nachgang sei den politischen Verantwortlichen die Brisanz dieser Ausstellung deutlich geworden, erzählte Lena Elster, die für diesen Teil der Ausstellung kuratorisch verantwortlich war.

 

 
 
Der Künstler

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Victor „Vicco“ von Bülow (1923–2011), alias Loriot, zählt zu den bedeutendsten Humoristen Deutschlands. Mit vollständigem Namen Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow stammte er aus einer preußischen Offiziersfamilie. Geboren wurde er in Brandenburg an der Havel. Von 1963 an bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er am Starnberger See. „Das Herstellen der Komik ist schwere Arbeit“, hat Loriot einmal in einem Interview gesagt. Und gearbeitet hat er wohl immer (also 24/7, wie man heute sagt). Er war von den 1950er Jahren an bis zu seinem Tod in Literatur, Fernsehen, Theater und Film tätig. Loriot etablierte sich zunächst als Cartoonist, später arbeitete er auch als Schauspieler, Drehbuchautor, Trickfilmer, Moderator, Regisseur sowie Bühnen- und Kostümbildner. Der Künstlername Loriot ist das französische Wort für den Pirol, im Volksmund auch Vogel Bülow genannt. Der Vogel ist das Wappentier der Familie von Bülow.

 

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Zur Ausstellung gibt es zwei 16-seitige bebilderte Booklets, die jeweils einen Aspekt der Ausstellung behandeln. Eines trägt den Titel der Auisstellung „Ach was. LORIOT – Künstler, Kritiker und Karikaturist“ und mit einem Text von Kuratorin Dr. Sarah Hülsewig (ISBN 978-3-932236-52-5). Das andere behandelt „Loriots erste Ausstellung in der DDR“ mit einem Text von Lena Elster M.A., die hier kuratorisch verantwortlich war (ISBN 978-3-932236-53-2). Beide sind für je 5 Euro im Museumsshop erhältlich.

 

Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 18. Mai 2025. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 22,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 19,00 Euro.

 
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (mit Dr. Sarah Hülsewig) am:

Loriot in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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  • Sonntag, 2. Februar 2025, 15 Uhr,
  • Sonntag, 16. März 2025, 15 Uhr,
  • Sonntag, 6. April 2025, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 18. Mai 2025, 15 Uhr.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Führungen der Kunstvermittlung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Filmvorführungen und Workshops zum Thema. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum gesamten Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es im Flyer zur Ausstellung sowie hier.

 

Kleines Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Im Kleinen Schloss zeigt die Ausstellung „Aus der Rolle gefallen. Deutsche Comiczeichnerinnen im Blick“ bis zum 2. Februar 2025 fünf weibliche Positionen in der Bilderzählung. Vom 16. Februar bis 6. April 2025 ist dort mit „Angelika Platen – Meine Frauen. Fotografische Porträts von Künstlerinnen“ eine weitere starke weibliche Position vertreten. Ab dem 13. April 2025 schließt sich die Ausstellung „Parallel – Der Kunstverein zu Gast in der Ludwiggalerie“ mit Johanna Heß an.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
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Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Eine aktuelle Sonderausstellung zeigt Fotografien der Oberhausener Bildjournalistin Ruth Gläser (1928-2022) und ermöglicht damit einen spannenden Blick zurück ins Oberhausen der Nachkriegszeit. Der fotografische Nachlass befindet sich im Besitz der Stadt Oberhausen. Die Sonderschau ist bis zum 7. September zu sehen. Geöffnet hat die Gedenkhalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Commerzbank in Duisburg stellte 11. Unternehmerkunden- Studie vor

Unternehmer wollen anpacken und
gehen mit Zuversicht in die Zukunft

Von Petra Grünendahl

Nikolai Baecker stellte die 11. Unternehmerkunden-Studie der Commerzbank vor. Foto: Petra Grünendahl.
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„Die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region Duisburg blicken trotz zahlreicher Krisen in den vergangenen Jahren überwiegend optimistisch in die Zukunft“, fasste Nikolai Baecker, Regionsleiter Unternehmerkunden bei der Commerzbank in Duisburg, die Studien-Ergebnisse zusammen. „Drei Viertel erwarten in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eine stabile oder bessere Auftragslage.“ Damit sind die für diese Studie geäußerten Erwartungen für die kommenden Monate nicht so schlecht, wie zuletzt als Stimmungsbild der Wirtschaft zu hören war. Nach einem kleinen Einbruch im November und Dezember seien nun die Auftragsbücher voll, je nach Branche auch schon auf Monate, gab Baecker Rückmeldungen seiner Kunden wieder. Die Unternehmer sähen Chancen und Risiken: Zulieferer in Krisenbranchen suchten sich beispielsweise mit Innovationen zusätzliche neue Märkte. Dass gerade hier in der Region Unternehmer optimistisch in die Zukunft gehen und anpacken wollten, sei bezeichnend für das Ruhrgebiet, meinte der Regionsleiter.

 

Jedes zweite Unternehmen will neue Arbeitskräfte einstellen. Infografik: Commerzbank.
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Im Pressegespräch stellte Nikolai Baecker die Unternehmerkunden-Studie vor, die die Commerzbank alljährlich und mittlerweile zum elften Mal präsentierte. Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im vergangenen Sommer und zum Jahresende bundesweit 1.600 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit einem Jahresumsatz von bis 15 Mio. Euro befragt, davon 100 in der Region Duisburg. Diese seien teilweise sogar optimistischer als der Bundesschnitt, verriet Nikolai Baecker. Die Unternehmen stammen aus allen Wirtschaftszweigen und bieten damit als bunte Mischung eine ausgewogene Datengrundlage. Und: Sie sind Kunden unterschiedlichster Banken (nicht unbedingt der Commerzbank). Die Unsicherheit und Multikrisen der vergangenen Jahre habe, so der Unternehmerkunden-Berater, nicht zu einem Investitionsstau geführt. Die befragten Unternehmen hätten auch in den vergangenen vier Jahren Investitionen wie geplant umgesetzt: „Sie haben mutig die Weichen für die Zukunft gestellt“, so Baecker. Lediglich ein Fünftel der Unternehmen hatte in den letzten vier Jahren keine Investitionen geplant.

 

 
 
Investitionen in KI für Datenanalyse, Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung

KI wird vor allem für administrative Tätigkeiten genutzt. Infografik: Commerzbank.
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Investieren wollen die befragten Unternehmen in der Region Duisburg weiterhin: In Anlagen, Maschinen, Technik und IT (51 Prozent), in Prozessoptimierung und Digitalisierung (45 Prozent), in Personal und Arbeitgeberattraktivität (42 Prozent), aber auch in ihren Standort und Fuhrpark (39 Prozent) sowie ins Marketing (37 Prozent). Nachhaltigkeit (33 Prozent) sowie Forschung und Entwicklung (13 Prozent) runden das Spektrum der Investitionen ab. Dabei greifen Unternehmen zu 68 Prozent auf die eigenen Liquidität (Cashflow) sowie betriebliche Rücklagen (63 Prozent) zurück. Jeweils 29 bzw. 28 Prozent stammen aus Fördergeldern sowie aus mittel- und langfristigen Krediten und 24 Prozent der Investments werden über Leasing finanziert. „Das spricht insgesamt für eine gesunde Finanzbasis der Unternehmen in Duisburg und einen bewussten Umgang mit vorhandenen Mitteln. Auch eine Kreditaufnahme kann dabei sinnvoll sein, etwa um Liquiditätsreserven zu schonen oder diese mit günstigen Fördermitteln zu kombinieren“, so Baecker weiter.

 
Immer wichtiger für die zukünftige Ausrichtung wird zudem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Mehrheit der Unternehmen steht dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. Jedes vierte Unternehmen setzt KI bereits ein. Zwei von fünf Unternehmen planen zudem, sich künftig mit dem Thema zu beschäftigen. Nur knapp ein Drittel der Unternehmen – und somit weniger als bundesweit – meint, KI sei auch künftig irrelevant in ihrem Unternehmen. Dabei sind sich die befragten Unternehmen nicht nur der Vorteile, sondern auch der Risiken bewusst. Drei Viertel der Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass KI Gefahren birgt. Dazu zählt insbesondere die Sorge vor Falschinformationen. „Es geht also vor allem darum, Vertrauen in Künstliche Intelligenz aufzubauen, Wissenslücken zu schließen und Risiken zu steuern“, betonte Baecker. Denn wie die Ergebnisse der Studie auch zeigen, ist die Mehrheit der Meinung, dass diese zukunftsweisende Technologie Prozesse optimieren und Kosten senken kann.

 
Genutzt wird KI von den Unternehmen vor allem für administrative Tätigkeiten (61 Prozent) wie zum Beispiel bei Anwendungen in der Buchhaltung, Bestelleingängen oder Lagerhaltung und Supply Chain. Aber auch das Erstellen von Inhalten für Kundenanschreiben oder die Website liegen weit vorn (46 Prozent). Es gehe darum, Arbeitsabläufe schneller zu machen, so Baecker. Und: Unternehmer seien auf der Suche nach dem richtigen Weg beim Einsatz von KI. „Auch bei der Commerzbank beschäftigen wir uns seit langem damit und werden hier weiter investieren. Aktuell entwickeln wir zum Beispiel neue Anwendungsbereiche bei der Datenanalyse und Dokumentation“, wusste der Regionsleiter zu berichten.

 
Unternehmen planen Wachstum und wünschen sich weniger Bürokratie

Bürokratieabbau als größter Stellhebel für eine positive Entwicklung. Infografik: Commerzbank.
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Gefragt nach ihren Zielen und Visionen zeigt sich, dass die Hälfte der Unternehmen in der Region Duisburg wachsen möchte: Das gilt für den Umsatz, aber auch für die Erweiterung der Angebotspalette und die Erschließung neuer Märkte. Die größte Chance zur Verwirklichung ihrer Ziele sehen die Unternehmen dabei in der Fachkräftegewinnung, die nötig ist für weiteres Wachstum. Zugleich wünschen sie sich für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebs weniger Regulierung und Bürokratie sowie steuerliche Entlastungen. „Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass sich die Unternehmen auf ihre eigenen Stärken besinnen“, so Baeckers Fazit. „Als Commerzbank unterstützen wir dies und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden Zukunftsperspektiven, um zu zeigen, dass man trotz der Dauerkrisen investieren und weiterwachsen kann.“

 

 
Commerzbank
Die Commerzbank ist Deutschlands führende Bank für den Mittelstand und starker Partner von rund 25.000 Firmenkundenverbünden sowie knapp 11 Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Von den 400 Filialen in Deutschland finden Kunden in 220 Filialen Beratung zum Private Banking sowie 85 Filialen mit Wealth Management und Unternehmenskunden. Die gesamte Bandbreite des Angebots findet der Kunde in Duisburg in der Filiale an der Köngstraße, ein Grundangebot für Privatkunden gibt es in einer Filiale am Hamborner Altmarkt. Die Region Duisburg, die von der Königstraße aus betreut wird, reicht von Duisburg über Moers und Dinslaken bis nach Bocholt.
Die Commerzbank wickelt rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und ist im Firmenkundengeschäft international in knapp 40 Ländern vertreten. Die Bank konzentriert sich auf den deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie institutionelle Kunden. Im internationalen Geschäft begleitet die Commerzbank Kunden mit einem Geschäftsbezug zu Deutschland und Unternehmen aus ausgewählten Zukunftsbranchen. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden steht die Bank mit den Marken Commerzbank und comdirect an der Seite ihrer Kunden: online und mobil, im Beratungscenter und persönlich vor Ort.

 
© 2025 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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