Deutsche Oper am Rhein: Spannende Neuinszenierung von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ im Theater Duisburg

Sentas eingebildete Beziehung ermöglicht ihren Ausbruch aus der Realität
Von Petra Grünendahl

Hans-Peter König (Daland), Liliana Nolden (Senta als Kind), Susan Maclean (Mary). Dahinter: James Rutherford (Der Holländer), Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

Zur Ouvertüre sitzt die kleine Senta und dann die Jugendliche mit ihrem Vater und ihrer Amme im Kino, wo sie den mythischen Helden im Film „Der fliegende Holländer“ (auf einer Leinwand mit den Akteuren der Oper) anhimmelt. Auch als junge Frau ist Senta (szenisch Maren Schäfer / Gesang Lena Kutzner) immernoch in die unwirkliche Figur verliebt und sie träumt davon, ihn von seinem Fluch zu erlösen. Zwar umwirbt sie der bodenständige Jäger Erik (Norbert Ernst),

Norbert Ernst (Erik), Gabriela Scherer (Senta). Dahinter: Statisterie der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

doch ihre Sehnsucht nach dem Verfluchten und die Erfüllung ihrer „Mission“, die sie aus der Provinzialität ihres Alltags reißt, bestimmen das Geschehen. Ihr Vater, der Seefahrer Daland (Hans-Peter König), und sein Steuermann (David Fischer) treffen in einem Sturm auf dem Meer das Schiff des fliegenden Holländers (Jordan Shanahan), der dazu verdammt ist, ewig die Meere zu befahren. Alle sieben Jahre darf er an Land – und nur wenn er eine Frau findet, die ihm ewige Treue hält, wird er von seinem Fluch erlöst. Daland bringt den Seemann mit nach Hause zu Senta und ihrer Amme Mary (Susan Maclean). Senta steht nun ihrer Liebe gegenüber und hofft auf die Erfüllung ihrer Mission, von der sie seit ihrer Kindheit träumt. Erik befürchtet, Senta zu verlieren. Als er sie erinnert, sie habe ihm ewige Treue geschworen, ist der Holländer sicher, dass sie auch ihm nicht die erhoffte Treue halten kann. Er erzählt ihr von seinem Fluch, aber sie hält an ihrer Mission der Erlösung fest und setzt ihm nach.

 

James Rutherford (Der Holländer), Gabriela Scherer (Senta), Dahinter: Hans-Peter König (Daland), Susan Maclean (Mary), Norbert Ernst (Erik), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

Eine viel umjubelte Premiere hatte im Theater Duisburg Richard Wagners 1843 uraufgeführte romantische Oper „Der fliegende Holländer“ gefeiert: In einer Neuinszenierung von Vasily Barkhatov steht das Werk jetzt bis November auf dem Spielplan der Deutschen Oper am Rhein. Der russische Regisseur gehört zu den Shootingstars seiner Generation, hat schon mit früheren Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht und inszeniert mit Wagners „Holländer“ nun erstmals an der Deutschen Oper am Rhein. Er hat das Stück originell neu inszeniert und in ein modernes Setting gesteckt. Seine Interpretation verwandelt den vermeintlich „alten“ Stoff in ein aktuelles, sehr zeitgemäßes Stück. Barkhatov beweist, dass die in der Oper erzählte Geschichte etwas Zeitloses hat, was sich mühelos ins jetzt und heute übertragen lässt. Senta ist die treibende Figur von Barkhatovs Inszenierung, ihre Flucht aus einer konventionellen Realität in eine Fantasiewelt bestimmt das Geschehen. „Der fliegende Hollländer“ (1841) ist ein Frühwerk des Komponisten, bei dem er erstmals auch das Libretto schrieb. Bei ihrer Uraufführung im Königlichen Hoftheater Dresden war vierte vollendete Oper des Komponisten nur mäßig erfolgreich, so dass Wagner die Urfassung 1860 überarbeitete und musikalisch insbesondere die Ouvertüre und der Schluss veränderte. 1901 wurde die Oper erstmals bei den Bayreuther Festspielen gezeigt. Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Die ca. 2¼-stündige Aufführung der durchkomponierten Oper (auch wenn Wagner die Oper später in drei Aufzüge aufteilte) läuft ohne Pause und ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
Hervorragende Akteure glänzten auch in außergewöhnlicher Besetzung

Chor der Deutschen Oper am Rhein. Auf der Leinwand: James Rutherford (Der Holländer). Foto: Hans Jörg Michel.

Für die zweite Aufführung musste die Deutsche Oper am Rhein kurzfristig zwei Umbesetzungen wegen Krankheit vornehmen: Entsprechend galt es, schnell verfügbare Sänger zu finden, die die jeweiligen Rollen in ihrem Repertoire haben und gesanglich textfest sind. Nachdem James Rutherford ausfiel, übte Jordan Shanahan, der schon 2020 bei der Deutschen Oper am Rhein in einer früheren Inszenierung den Holländer singen sollte, die Partie für die Szenen auf der Bühne ein, während der Film natürlich in der Original-Besetzung läuft. Und erst am Morgen der Aufführung meldete sich Gabriela Scherer (Senta) krank, deren Rolle szenisch die Regieassistentin Maren Schäfer übernahm, die diesen Part aus der Einstudierung bereits kannte. Die kurzfristig verpflichtete Lena Kutzner, zu deren Repertoire die Senta gehört, stieß quasi ohne Proben direkt zur Aufführung für den Gesang dazu. Was der Hochklassigkeit der Aufführung keinen Abbruch tat. Lediglich dass die Senta auf der Bühne ihre Lippen nicht zum Gesang bewegte, sondern dieser aus dem Off kam, deutete die geänderten Umstände an. Lang anhaltender Schlussapplaus belohnte die fantastischen Akteure und eine ungewöhnliche Inszenierung, die Publikum begeistert annahm.

Gabriela Scherer (Senta), Susan Maclean (Mary), Chor der Deutschen Oper am Rhein, Statisterie. Foto: Hans Jörg Michel.

Die chorlastigen Rollen der Matrosen und der Freundinnen Sentas übernimmt der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Patrick Francis Chestnut. Die anspruchsvolle und mächtige Komposition Wagners meistern hervorragende Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Patrick Lange. Das flexibe Bühnenbild, welches vom Kinosaal über das Schiff im Sturm bis zum Foyer des Kinos die Handlung begleitet (ohne Pause ist ja kein Umbau möglich), hat Zinovy Margolin gestaltet. Ins rechte Licht und passendes Ambiente tauchte sie das Lightdesign Alexander Sivaev. Für die Kostüme zeichnet Olga Shaishmelashvili verantwortlich.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 9. Oktober 2022 | 15:00 Uhr,
Mi | 12. Oktober 2022 | 19:30 Uhr,
So | 30. Oktober 2022 | 18:30 Uhr und
So | 13. November 2022 | 18:30 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Gabriela Scherer (Senta). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

James Rutherford (Der Holländer), Gabriela Scherer (Senta). Foto: Hans Jörg Michel.

Tickets kosten zwischen 19,00 und 78,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel

 

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Duisburg Business & Innovation: Immobilienmarktbericht und Blick auf die Expo Real

Immobilienmarkt behauptet sich, Potenziale locken Investoren
Von Petra Grünendahl

„Insgesamt zeigt sich der Duisburger Immobilienmarkt resilient. Die große Attraktivität der Stadt Duisburg ist mittlerweile in der Branche sichtbar geworden. In diesen unruhigen Zeiten gibt dies Stabilität und schafft Vertrauen“, sagte Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter des Marktanalysten bulwiengesa AG, die den Immobilienmarktbericht erstellt hat. Insbesondere Büroimmobilien sind weiter auf dem Vormarsch: Mit rund 2,2 Mio. Quadratmeter besitzt Duisburg nach Essen und Dortmund den drittgrößten Büroflächenbestand in der Metropole Ruhr. Weitere 60.000 Quadratmeter Mietflächen kommen in diesem Jahr noch dazu. Hauptgrund dafür ist der Neubau Quartier 1 am Hauptbahnhof mit der Hochschule der Polizei und öffentlichen Verwaltung NRW (HSPV NRW). Neubauflächen würden, so die Marktanalysten, weiterhin sehr gut vom Markt angenommen und erreichten bis zur Fertigstellung annähernd eine Vollvermietung. Der Leerstandsanstieg bewege sich auf niedrigem Niveau. Die erzielbare Spitzenmiete in Duisburg liege unverändert seit 2021 in der Spanne zwischen 16,50 bis 17,50 Euro/Quadratmeter für hochwertige Vermietungsflächen in sehr guten Lagen.

 

Über den Dächern von Duisburg (v. l.): .) Rasmus C. Beck (Geschäftsführer Duisburg Business & Innovation), Martin Linne (Beigeordneter der Stadt Duisburg für Stadtentwicklung, Mobilität und Sport), Bernd Wortmeyer (Geschäftsführer GEBAG), Svenja Haferkamp (Bereichsleiterin Neue Urbanität GEBAG), Andreas Schulten (Generalbevollmächtigter Bulwiengesa AG) und Peter Mohnhaupt (Geschäftsführer MSV Duisburg). Foto: DBI. Foto: DBI.

Die Wirtschaftsförderung Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI) mit ihrem Geschäftsführer Rasmus C. Beck und Oberbürgermeister Sören Link stellten im Pressegespräch die neue (halbjährliche) Ausgabe ihres Immobilienmarktberichtes vor. Dieser bietet erstmals einen Schwerpunkt zur nachhaltigen Immobilienwirtschaft. „Wir entwickeln 120 Hektar Fläche in urbaner Lage, um die Stadt von Morgen zu bauen. Wir setzen neue qualitative Maßstäbe – auch in sehr herausfordernden Zeiten“, sagte OB Sören Link. „Wir richten über die Flächenpotenziale hinaus den Blick auch auf bereits bestehende Quartiere wie Ruhrort oder Hochfeld. Hier wollen wir im engen Schulterschluss mit unseren Partnern die grüne und klimagerechte Entwicklung unserer Quartiere für und mit den Menschen, die hier leben – und künftig leben wollen – vorantreiben. So gestalten wir in Duisburg eine neue Urbanität, die beispielhaft für die Transformationskraft unserer Region stehen soll“, erklärte Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer. Hier geht es zum Immobilienmarktbericht.

 

 
 
Mit dem Expo-Real-Ennatz nach München

Mit Maskottchen im Gepäck nach München: Der Expo-Ennatz. Foto: DBI.

Der Halbjahresbericht erscheint traditionell im Vorfeld der Immobilienleitmesse Expo Real (4. bis 6. Oktober in München), wo Duisburg außer mit seinen besten Seiten auch mit Daten und Fakten punkten will. Das #TeamDuisburg ist dort seinen bislang größten Stand vertreten, um Duisburg und seine Immobilienprojekte als attraktiven Standort zu präsentieren. Die Wirtschaftsförderung DBI hat mit der Stadt Duisburg, der Sparkasse Duisburg, der Duisburger Hafen AG, den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, der Aurelis Real Estate GmbH und der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbh sowie den Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetrieben (DVV), DD Planquadrat, der Volksbank Rhein Ruhr und den Fellow Capital Partners die bisher größte Delegation zur Expo Real zusammengestellt. Außerdem werden mit Unterstützung des MSV Duisburg 1000 Expo-Plüsch-Zebras auf der Messe verteilt.

 
„Wir wollen, dass Duisburg in das Beuteschema von Investoren rückt. Wir haben dafür die Flächen, die Projekte und auch die belastbaren Daten in unserem Immobilienmarktbericht. Wir gehen mit einem tollen Team und der bisher größten Standfläche auf die diesjährige Expo Real“, erklärte Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI). Auf der Expo Real stellt das Team um Oberbürgermeister Sören Link u. a. die drei großen Zukunftsprojekte 6-Seen-Wedau, Wedau-Nord und die Duisburger Dünen vor. Aber auch neue Initiativen wie Urban Zero, womit Ruhrort als erster Stadtteil weltweit umweltneutral werden soll, stehen diesmal im Fokus. Dazu veröffentlicht die DBI gemeinsam mit der Stadt Duisburg den Halbjahres-Immobilienmarktbericht erstmals mit einer achtseitigen Sonderbeilage zum Thema nachhaltiges Bauen. So werden u. a. beispielhafte Gebäude in den Mittelpunkt gerückt wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), das für seine Öko-Standards mehrfach ausgezeichnet wurde.

 

 
Logistikimmobilien: Duisburg ist begehrtester Logistikstandort
in der Metropole Ruhr

Der Flächenbestand moderner Logistikimmobilien, die nicht älter als zehn Jahre sind, liegt zum Ende des 1. Halbjahres bei knapp 654.000 Quadratmeter Nutzfläche. Duisburg weist damit den zweithöchsten Bestand an modernen Logistikimmobilien in der Metropole Ruhr auf. Das erste Halbjahr 2022 konnte bereits mit 42.000 Quadratmeter den Gesamtjahresumsatz von 2021 (39.900 Quadratmeter) übertreffen. Wie an anderen Logistikstandorten in Deutschland ist die Grundstücksverfügbarkeit für den Logistikneubau aber entscheidend für die weitere Marktexpansion. In Duisburg verzeichnet die marktübliche Spitzenrendite für Logistikimmobilien mit 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3,9 Prozent) auch seit langem erstmals wieder einen Anstieg. Die Spitzenmiete für Logistikimmobilien in Duisburg ist gegenüber dem Jahresendwert von 2021 nochmals um 0,20 Euro/Quadratmeter auf 5,90 Euro/m² gestiegen. Damit ist Duisburg der hochpreisigste Logistikstandort in der Metropole Ruhr und bestätigt gleichzeitig die Rolle als der systemrelevante Hub in Deutschlands bedeutendster Logistikregion.

 

 
Über den Duisburger Immobilienmarktbericht: Methodik und Akteure
Der Halbjahresbericht zum Duisburger Immobilienmarkt 2022 dokumentiert die Entwicklung sämtlicher Immobilientypen in Duisburg. Die Informationen und Daten zum Duisburger Immobilienmarkt wurden von lokalen Experten am runden Tisch ermittelt, den die DBI im Jahr 2021 als dauerhafte Institution ins Leben gerufen hatte. Regionale, in Duisburg engagierte Immobilienakteure sowie die Daten aus der Marktbeobachtung und der Validierung der Marktanalysten der bulwiengesa AG aus Essen haben zum Ergebnis beigetragen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: DBI

 
 

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Gormley / Lehmbruck: Calling on the Body

Der Mensch auf sein innerliches Wesen reduziert
Von Petra Grünendahl

Antony Gormley (r.) und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (l.) mit Field (1984-85). Foto: Petra Grünendahl.

„Was ist der Mensch?”, fragt Antony Gormley (*1950 in London) in seinen Werken. Er idealisiert Körper nicht, sondern universalisiert den Menschen. Gormley übersetzt Momente von gelebter Zeit und subjektiver Erfahrung in Skulpturen, die in ihrer äußeren Form ihre Innerlichkeit andeuten und Empathie erzeugen. Aufgewachsen sei er mit Minimalismus und Konzeptualismus, erklärte der Künstler: Das spiegelt sich auch in seinen Werken. Seine Körper sind reduziert bis transparent gestaltet und sind Interpretationen von Form und Wesen. Seine Werkschau, die Ronja Friedrich kuratiert hat, macht sich in der Präsentation der Werke auch die Transparenz und Offenheit der Museumsarchitektur zu nutze. Besuchern werden von außen vom Kantpark – zum Beispiel an der großen Glashalle, aber auch an Seitenfenstern im Lehmbruck-Flügel Einblicke gewährt, die sie zu Museumsbesuchern werden lassen, auch wenn sie gar nicht reingehen.

 

Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (r.) und Antony Gormley (l.). Foto: Petra Grünendahl.

Das Lehmbruck Museum zeigt die bislang größte Ausstellung des britischen Bildhauers Antony Gormley in Deutschland. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte die Ausstellung zusammen mit dem Künstler und Sponsoren vor. International bekannt ist Gormley als einer der wichtigsten und einflussreichsten Bildhauer der Gegenwart: Ein langjähriger Bewunderer der Werke Wilhelm Lehmbrucks, deren Innerlichkeit, Ausgeglichenheit, Ruhe und deren reflexiven Potenzials ihn beeinflusst haben. Angelegt ist die über das ganze Haus verteilte Ausstellung als Dialog zwischen den beiden Künstlern: Sie zeigt Schlüsselwerke der beiden Künstler, die sie mit fast einem Jahrhundert Abstand voneinander schufen. Die Werkschau zieht Parallelen zwischen Gormley und Lehmbruck, die beide den Körper als Ort der Transformation hin zu einem Zustand des reinen Seins und der stillen Kontemplation begreifen. Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kulturstiftung der Länder, der Sparkasse Duisburg, der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Duisburger Hafen AG (duisport). Ab Freitag, 23. September, ist die Schau öffentlich zugänglich.

 

 
Die Ausstellung und der Künstler

Antony Gormley: Allotment II (1996). Foto: Petra Grünendahl.

Die ausgewählten Arbeiten spiegeln die große Bandbreite von Antony Gormleys Schaffen aus über 40 Jahren, von den bahnbrechenden frühen Bleiarbeiten zu der neueren Serie „Slabworks“, die den Körperraum in Architektur verwandelt. Zum ersten Mal seit über 10 Jahren wird „Allotment II“ (1996) der Öffentlichkeit präsentiert, eine raumgreifende Installation aus 300 lebensgroßen Betonbunkern, die nach den Körpermaßen von 300 verschiedenen Personen gefertigt wurden. Im gläsernen Atrium des Lehmbruck-Flügels schwebt mit „Drift VI“ (2010) eine durchsichtige, feine stählerne Drahtskulptur, die wie eine dreidimensionale Zeichnung im Raum erscheint. Insgesamt geben 14 Skulpturen und Installationen, 111 Modelle, 35 Zeichnungen und mehr als 260 Workbooks Antony Gormleys einen aktuellen und umfassenden Einblick in seine „Bildhauerei als physisches Denken.“

Footpath (1980/2020): Antony Gromley im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Der Bildhauer Antony Gormley ist Sohn einer deutschen Mutter und eines irischen Vaters. Aufgewachsen ist er in Yorkshire im Norden Englands. Zunächst studierte er Archäologie, Völkerkunde und Kunstgeschichte in Cambrigde, bevor er durch Indien und Sri Lanka reiste. Sein Kunststudium absolvierte er in den 1970er-Jahren in London. 1985 stellte er erstmals in Deutschland, 2014 das erste Mal im Lehmbruck Museum aus. Seine Arbeiten sind in Ausstellungen und als Teil von privaten und öffentlichen Sammlungen, in Museen und im öffentlichen Raum weltweit zu sehen. Seit einigen Jahren steht eines seiner Werke in der Sammlung des Lehmbruck Museums. Seine Skulpturen, Installationen und öffentlichen Kunstwerke untersuchen die Beziehung des menschlichen Körpers zum Raum. Gormley, der mit der britischen Malerin Vicken Parsons verheiratet ist, lebt und arbeitet in London.

 

 
 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

 
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung „Gormley / Lehmbruck: Calling on the Body“ ist bis zum 26. Februar 2023 auf über 3.000 Quadratmetern im ganzen Haus verteilt zu sehen. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Reflection II (2008):Antony Gromley im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu den Highlights zählt hier mit Sicherheit das Künstlergespräch am Donnerstag, 24. November, um 18 Uhr, sowie die Kuratorinnenführungen am Donnerstag, 27. Oktober (18 Uhr), mit Dr. Söke Dinkla sowie am Sonntag, 22. Januar (15 Uhr), mit Ronja Friedrich. Für die Teilnahmen muss man sich anmelden, die Events kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Am Donnerstag, 2. Februar (18 Uhr ), ist Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer zum Gespräch über das „Mensch sein” im Lehmbruck Museum zu Gast (Teilnahme nach Anmeldung: 5 Euro). Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

Aktuelle Informationen zu Corona-Schutzmaßnahmen gibt es hier .

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Rat der Stadt Duisburg: Michael Rüscher zum neuen Wirtschaftsdezernenten gewählt

Diskussionen um Ausbau der Wedauer Straße und Mieten für neue Kitas
Von Petra Grünendahl

Der Rat der Stadt Duisburg tagte in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Wedauer Straße (L60) muss zwischen Kalkweg und Masurenallee saniert werden, ist sie doch als wichtige Verkehrsader besonders belastet und von den flach wachsenden Wurzeln der Platanen zusätzlich baulich in Mitleidenschaft gezogen. Die Grünen beantragten zu diesem Tagesordnungspunkte eine Alternativplanung mit Durchführung einer Klimarelevanzprüfung. „Wenn man die Wedauer Straße auch für Fußgänger und Radfahrer sicher ausbauen will, müssen wir auf einer Seite die Bäume fällen”, erklärte Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. Auf der Nordseite des Straßenabschnitts wären es bis zu 30, auf der Südseite 26, von denen ohnehin 6 gefällt werden müssten, weil sie krank seien und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei, so Linne weiter. Für eine weitere Alternativplanung gebe es keine Notwendigkeit, denn die bereits gefundene Alternative sei schon die mit der geringsten Beeinträchtigung. Den Antrag der Grünen lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab, der Beschlussvorlage zum Ausbau stimmten sie mehrheitlich zu.

 

Der Rat der Stadt Duisburg wählte Michael Rüscher einstimming zum neuen Beigeordneten. Foto: Petra Grünendahl.

Auf seiner Sitzung in der Mercatorhalle hatte der Rat der Stadt Duisburg allein 91 Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil abzuhandeln. Es folgten weitere im nicht-öffentliche Teil der Sitzung. Gleich zu Beginn stand nach der Verpflichtung neuer Ratsleute die Wahl eines neuen Beigeordneten für Wirtschaft, Sicherheit und Ordnung auf der Tagesordnung. Nachdem sich die Findungskommission bereits für Michael Rüscher als neuen Dezernenten entschieden hatte, war die einstimmige Annahme der Beschlussvorlage nur noch eine Formsache. Insgesamt arbeiteten die Ratsleute die Tagesordnung zügig ab: Es gab – von einzelnen Punkten abgesehen – wenig Diskussionsbedarf. Auch weil häufig die eigentliche Diskussion schon in den Fachausschüssen und den Bezirksvertretungen stattgefunden hatte und der Rat nur noch seinen Segen dazu gab. Überwiegend einstimmig, selten nur mehrheitlich winkten die Ratsleute die Beschlüsse durch. Dazu zählten zum Beispiel zahlreiche Bebauungspläne, Schulerweiterungsbauten und weitere Beschlussvorlagen, bei denen der Rat das letzte Wort hat, weil nur er die Ausgaben der Stadt beschließen kann.

 

 
Kita-Sondervermögen und MSV-Stadion zurück im Vermögen der Stadt

Von links: Oberbürgermeister Sören Link verpflichtete Ratsfrau Daniela Hoffmann und Ratsherrn Bernd Thewissen (beide SPD). Foto: Petra Grünendahl.

Dass die neu gebauten städtischen Kindertageseinrichtungen in ein Sondervermögen eingebracht werden, stellte für den Stadtrat weniger ein Problem dar (dieses wurde mehrheitlich beschlossen) als Pläne der Gebag, aufgrund der gestiegenen Baukosten für die Kitas Mieten von 18 Euro pro Quadratmeter nehmen zu wollen. Auf Basis des KiBiz (Kinderbildungsgesetz NRW) bekommen die Träger jedoch nur 11,37 Euro vom Land erstattet. Während die Grünen beantragten, die Mieten auf diesen Betrag zu deckeln, widersprach Oberbürgermeister Sören Link dem Anliegen, weil die Stadt damit verpflichtet wäre, die Mehrkosten zu decken, die das Landesgesetz nicht berücksichtigt. Und sich gegebenenfalls eben dieses Geld über die Elternbeiträge zurück zu holen. Hilfen von der Stadt an die Träger würden, so der OB, wie bisher über Sonderzuschüsse zu den Betriebskosten geleistet. Für die gestiegenen Mieten sei aber in erster Linie das Land in der Pflicht, im Gesetz festzuschreiben, dass es den Trägern der Einrichtungen die benötigten Mittel erstattet, so der OB. Der Antrag der Grünen wurde mehrheitlich abgelehnt.

 

Michael Rüscher wird seine neue Stelle als Wirtschaftsdezernent wohl im Januar antreten. Foto: Petra Grünendahl.

Einstimmig befürworteten die Ratsleute die Übernahme des MSV-Stadions (Schauinsland-Arena) in das Vermögen der Stadt: Betrieben wird es künftig von der Stadttochter MSV Duisburg Stadionprojekt GmbH & Co. KG, welche unter der Führung von Gebag und Duisburg Sport steht. Diese neue Konstellation unter der Regie der Stadt löst die vermögensübertragende Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft mbH ab, die bislang für den Betrieb der Arena immer auf Gelder der Stadt Duisburg angewiesen war. Hier verzichtet die Stadt nun auf rund 7,8 Mio. Euro, die in den vergangenen Jahren geflossen waren.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Otfried Preußler kehrt zurück mit Räuber Hotzenplotz und der kleinen Hexe

Zurück in die Bilderwelten der Kindheit
Von Petra Grünendahl

Karin Lechler: Räuber Hotzenplotz. Foto: Petra Grünendahl.

Generationen von Kindern sind mit den Figuren von Otfried Preußler aufgewachsen. Illustrationen von F. J. Tripp (1915–1978) verliehen dem Räuber Hotzenplotz sein markantes Äußeres. Für Krabat hatte Herbert Holzing (1931–2000) die holzschnitthaften Sepia-Zeichnungen erschaffen, die über zahlreiche Auflagen hinweg bestehen blieben. Das unverwechselbare Aussehen der kleinen Hexe, aber auch des kleinen Wassermanns, ist der Künstlerin Winnie Gebhardt (1929–2014) zu verdanken. Sie prägten die Bildwelten der Leser. Spätere Generationen von Kindern sind mit den Neuillustrationen der Klassiker durch Daniel Napp (*1974), Thorsten Saleina (*1970) und Annette Swoboda (*1962) aufgewachsen. Diese Zeichnungen werden in der umfangreichen Schau genauso vertreten sein wie die frühen Zeichnungen. Mehr als 50 ihrer originalen Tuschezeichnungen stellt der Thienemann-Esslinger Verlag aus seinem Archiv eigens für die Ausstellung bereit. Indem die Präsentation nahezu alle Protagonisten Preußlers vorstellt, unterstreicht die Ausstellung die immense Bandbreite seines Schaffens. Zum ersten Mal beleuchtet damit eine Ausstellung grundlegend die Illustratoren, die den Büchern durch ihre eindringlichen Bilder zu großem Erfolg verholfen haben. Originalzeichnungen zu Hörbe, die Otfried Preußler selbst angefertigt hat und die selten gezeigt werden, sind hier ebenfalls zu sehen.

 

Stellten 2020 die Ausstellung vor (v. l.): Kuratorin Linda Schmitz-Kleinreesink, Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt und Verlegerin Bärbel Dorweiler. Foto: Petra Grünendahl.

Auch die Schau „Otfried Preußler – Figurenschöpfer und Geschichtenerzähler“, die in ihrer kurzen Öffnungszeit viel Beachtung fand, war 2020 wegen Corona von einer vorzeitigen Schließung betroffen. Zahlreiche Nachfragen nach einer Wiederauflage haben die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen dazu bewogen, sie ein weiteres Mal zu zeigen: Inklusive eines breiten Rahmenprogramms. Außerdem gibt es neue zusätzliche Exponate aus dem Düsseldorfer Marionetten-Theater zu sehen. Ein Kinder-Mitmach-Heft führt spielend durch die Ausstellung und Kinder der Luisenschule haben einen Kinder-Audioguide kreiert. Und Führungen werden jetzt auch auf Ukrainisch/Russisch und Arabisch angeboten. Die Ausstellung lädt dazu ein, unterschiedlichste Gattungen zu durchwandern: Von klassischen Bilderbüchern über Geschichtensammlungen und traditionelle Sagen bis hin zu fantastischen Erzählungen. Dabei können Besucher den gesamten Preußler-Kosmos kennenlernen. Neben dem Räuber Hotzenplotz, dem kleine Gespenst, Krabat oder der kleinen Hexe gehören dazu auch Charaktere wie die dumme Augustine, Tella, die Schildbürger und Wanja sowie einige der weniger bekannten Protagonisten. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadtsparkasse Oberhausen und dem Freundeskreis der Ludwiggalerie.

 

 
Der Künstler

Filmplakate vom Räuber Hotzenplotz. Foto: Petra Grünendahl.

Otfried Preußler (1923–2013) gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren des deutschsprachigen Raums. Mit Geschichten wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“ hat der Autor seit den 1950er Jahren Figuren erschaffen, die bis heute Generationen von Heranwachsenden prägen und aus den Kinderzimmern dieser Welt sowie dem Schulunterricht nicht mehr wegzudenken sind. Insgesamt schrieb er über 35 Bücher, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurden und mit einer Gesamtauflage von über 50 Millionen Exemplaren weltweit seine Leser begeistern. Preußler arbeitete in seiner langen Schaffenszeit mit zahlreichen Zeichnern zusammen. Diese illustrierten nicht nur seine Geschichten, sondern erweckten die Figuren zum Leben, indem sie von ihrem persönlichen Stil und eigenen Ideen Gebrauch machten. Diese Illustrationen wiederum prägten die Bildwelten von Millionen von Kindern.

Viele Geschichten Preußlers wurden auch in andere Medien übertragen: Hörbücher, Theateradaptionen, Filme und Spiele zeugen von der immensen Beliebtheit der jeweiligen Werke. Über 300 originale Zeichnungen sowie Filmrequisiten, Buchausgaben und Fotografien ermöglichen erstmals einen umfangreichen Überblick über das Wirken Otfried Preußlers und seiner Illustratoren.

Zur Ausstellung ist ein 160-seitiger bebilderter Katalog (Hrsg. Linda Schmitz-Kleinreesink und Christine Vogt) erschienen, der für 29,80 Euro erhältlich ist (ISBN 978-3-932236-44-0).

 

 
Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

Handpuppen aus „Räuber Hotzenplotz“ . Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 15. Januar 2023. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

 

Christiane Hansen: Das Eselchen und der kleine Engel. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorinnenführungen (mit Linda Schmitz-Kleinreesink) am:

  • Sonntag, 16. Oktober 2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 13. November 2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 11. Dezember 2022, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 15. Januar 2023, 15 Uhr.

Am 19. Oktober und am 30. November (jeweils mittwochs, 16 Uhr) führt Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt durch die Ausstellung. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

 
Bis zum 16. Oktober 2022 ist im Kleinen Schloss der Ludwiggalerie der Kunstverein zu Gast mit der Reihe „Parallel“. Anschließend ist dort vom 23. Oktober 2022 bis zum 22. Januar 2023 die Ausstellung des Stadtarchivs Oberhausen mit dem Titel „Oberhausen – Aufbruch macht Geschichte. Strukturwandel 1847–2006“ zu sehen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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DeltaPort Niederrheinhäfen auf dem Weg zur Wasserstoff-Drehscheibe

Einsatz von Wasserstofftechnik für klimafreundliche Transformation
Von Petra Grünendahl

Andreas Stolte (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

Die Energiewirtschaft, aber auch die Logistik und die produzierende Industrie stehen angesichts von Klimawandel und Energiekrise unter einem gewaltigen Transformationsdruck: Regenerative Energien sollen fossile Energieträger ersetzen. In diesem Mix wird auch Wasserstoff eine Rolle spielen, kann er doch mit regenerativen Energien produziert werden. Für die Binnenschifffahrt bietet er sich als Energieträger an, auch die Industrie setzt zur Produktion der Zukunft auf Wasserstoff.

Freuten sich über die Gründung des Vereins ,EcoPort813 – Förderverein Wasserstoff & nachhaltige Energie e.V.‘ (v. l.): Jan Andreas (Geschäftsführer, Argo-Anleg GmbH), Guido Schmidt (Geschäftsführung, KS-Recycling GmbH & Co. KG), Hendrik Vonnegut (Vorstandsmitglied, NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG), Marc Hauswald (Port Logistics, NORDFROST GmbH & Co. KG), Dr. Carsten Leder (Bereichsleiter Vertrieb, Thyssengas GmbH), Christof Dalhoff (COO, TanQuid GmbH & Co. KG), Andreas Stolte (Geschäftsführer, DeltaPort GmbH & Co. KG), Ingo Brohl (Landrat Kreis Wesel), Britta Bartels (Geschäftsführerin, NORDFROST GmbH & Co. KG), Jan Sprock (Manager Port Logistics NORDFROST GmbH & Co. KG; Andreas Kupper (Head of Sales B2B Solutions, E.ON Business Solutions GmbH), Dr. Gerd Hagenguth (Beauftragter der Thyssen Vermögensverwaltung GmbH), Micro Curic (Geschäftsführer, HDB-Recycling), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (Geschäftsführer, H2 Projektgesellschaft mbH), Dr. Wolfgang Hönemann (Repräsentant des Hafens Rotterdam in NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Der Bedarf wird durch nationale Produktion nicht zu decken sein, so dass Wasserstoff importiert werden muss. „Die geografische Lage unserer Häfen und ihre trimodale Anbindung machen sie zu idealen Standorten, um den Wasserstoff von hier aus in Europas größten Ballungsraum weiter zu transportieren“, sagte Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen (DPN). Eine entsprechende Infrastruktur gilt es aufzubauen: In Form von Pipelines zu Logistikdrehscheiben sowie Tank- und Verlade-Kapazitäten, die den Rohstoff so klimaverträglich wie möglich zum Abnehmer zu transportieren. Um den Einsatz der Wasserstofftechnik in der Mobilität und Industrie zu forcieren, hat DeltaPort mit zehn weiteren Unternehmen unter anderem aus Logistik, Energie und Projektentwicklung einen Verein gegründet: EcoPort813 – Förderverein Wasserstoff & nachhaltige Energie e. V. Der Verein ist die Fortführung einer im vergangenen Jahr an gleicher Stelle unterzeichneten Projektvereinbarung (Letter of Intent), die hiermit nun ihren rechtlichen Rahmen bekommen hat.

 

Netzwerken an Bord der River Lady: NN, . Foto: Petra Grünendahl. Andreas Stolte (DeltaPort), Dr. Wolfgang Hönemann (Port of Rotterdam), Charlotte Quick (Landtag NRW) und Landrat Ingo Bröhl. Foto: Petra Grünendahl.

Die Traditionsveranstaltung „DeltaPort – vor Ort“ haben die DeltaPort Niederrheinhäfen genutzt, das zehnjährige Jubiläum des Hafenverbundes DeltaPort GmbH & Co. KG sowie die die Vereinsgründung zu feiern. Zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung führte die Schiffstour zu den Hafenstandorten Stadthafen, Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum, wo Dieter Thurm (Technischer Leiter der Deltaport) Ausbauten der Infrastruktur und anliegende Unternehmer ihre neuesten Entwicklungen und Pläne erläuterten.

Andreas Stolte (l., Geschäftsführer DeltaPort), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (r., Geschäftsführer, H2 Projektgesellschaft mbH). Foto: Petra Grünendahl.

Die Gründungsmitglieder des Vereins, zu denen neben DeltaPort zum Beispiel der Hafen Rotterdam (assoziiert), E.ON Business Solution, Nordfrost, TanQuid, Thyssengas oder die NIAG gehören, wollen den Standort am Niederrhein zukunftsfähig aufstellen, um hier zur Drehscheibe für die Wasserstoff-Verteilung am Niederrhein und in den Ballungsraum Ruhrgebiet zu werden. „Wir bündeln die zur Transformation benötigten wirtschaftlichen Ressourcen und das Know-how aus den Bereichen Logistik, Energiewirtschaft sowie Forschung und Entwicklung. Gemeinsam möchten wir so schnell wie möglich ein Transport- und Distributionsmodell für den Energieträger Wasserstoff entwickeln und zur Verfügung stellen“, erklärte Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting von der Wasserstoff-Projektentwicklungsgesellschaft H2 PEG, einem der Gründungsmitglieder des Vereins.

 

 
DeltaPort: eine Erfolgsgeschichte

Imgrund Port Logistics im Stadthafen Wesel. Foto: Petra Grünendahl.

DeltaPort hat viel bewegt in den Häfen des Verbundes: Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen und Hafen Emmelsum. Die vermarkteten Flächen an allen drei Standorten stiegen von 29 Hektar im Jahr 2012 auf 86 Hektar 2022. Davon wurden 47 Hektar allein in den letzten fünf Jahren vermarktet. Der Umschlag stieg von 3,3 Mio. Tonnen auf 4 Mio. Tonnen, der Umsatz hat sich von 1,4 Mio. Euro auf 4 Mio. Euro nahezu verdreifacht. Hohen Investitionen in die Infrastruktur folgen eine Reihe wichtiger Ansiedlungserfolge:

Das Containerterminal der Contargo Rhein-Waal Lippe. Foto: Petra Grünendahl.

Die Schwerlastanlage von Hegmann nahm 2015 im Rhein-Lippe-Hafen ihren Betrieb auf und wird seitdem weiter ausgebaut. Contargo baute bis 2017 ein Containerterminal, das bereits jetzt unter Volllast fährt, und sicherte sich jetzt weitere Flächen zur dringend benötigten Erweiterung. 2019 siedelte sich Nordfrost an (und plant schon Erweiterungen). 2020 übernahm die Imgrund Port Logistics Aktivitäten der Rhenus-Gruppe am Standort Stadthafen Wesel und baute den Standort weiter aus. In eine von BEOS neu errichtete Logistikimmobilie soll im Sommer 2023 einer der größten Einzelhändler in Deutschland und Europa einziehen. Und die Flächenpotenziale sind noch nicht ausgeschöpft.

 

 
DeltaPort Niederrheinhäfen

Dieter Thurm (DeltaPort). Foto: Petra Grünendahl.

Vor zehn Jahren schlossen sich der Stadthafen Wesel, der Rhein-Lippe-Hafen Wesel und der Hafen Voerde-Emmelsum zum Hafenverbund DeltaPort GmbH & Co. KG zusammen. Anteilseigner sind der Kreis Wesel (63,6 Prozent), die Stadt Wesel (27,6 Prozent) und die Stadt Voerde (8,8 Prozent). Die DeltaPort Niederrheinhäfen (DPN) sind ein Anfang 2018 gegründeter Zusammenschluss der DeltaPort Häfen Wesel/Voerde (Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), des Hafens Emmerich und des NIAG-Hafens in Rheinberg-Orsoy. Ziel der DeltaPort Niederrheinhäfen ist es, die Marktpräsenz und wirtschaftliche Position der Binnenhäfen am Niederrhein zu stärken. Mit Blick auf die Zukunft der Logistik haben die Partner viele Projekte angestoßen. Aktuell spielt das Thema Wasserstoff eine zentrale Rolle. Denn: Nachhaltig produzierter Wasserstoff kann einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten.

Andreas Stolte (DeltaPort) und Britta Bartels (Nordfrost). Foto: Petra Grünendahl.

Gemeinsam bilden die Partner ein umfassendes Portfolio ab: Von Schüttgütern über Stück- und Schwergut bis zu Flüssiggütern und containerisierter Ware. Die DeltaPort Niederrheinhäfen zeichnen sich aus durch ihre trimodale Infrastruktur, die geografisch sehr günstige Lage in der Nähe zu den Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, aber am Rande des Stauclusters Ruhrgebiet/Großraum Köln. Punkten können sie auch mit verfügbaren Freiflächen, viel Entwicklungspotenzial, einem flexiblen Verwaltungsapparat und engen partnerschaftlichen Verbindungen zu ihren Kunden. Mit Leuchtturmprojekten wie dem EcoPort 813 und dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ setzen sie Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

 

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ballett am Rhein: Premiere von „Zwischenwelten“ begeisterte im Theater Duisburg

Der Traum von einem besseren Leben und die Reise ins Selbst
Von Petra Grünendahl

Demis Volpi „the little match girl passion“: Rose Nougué-Cazenave, Viola Blache, Helene Erben. © Sandra Then.

Bibbernd sitzt das Mädchen (Rose Nougué-Cazenave) in der Kälte, soll Streichhölzer verkaufen. Niemand kümmert sich um sie oder kauft ihr etwas ab. Die Kälte (Joaquin Angelucci) umgibt sie, aber nach Hause zu den Eltern (Marié Shimada und Philip Handschin) traut sie sich nicht. Um sich zu wärmen, zündet sie ein Streichholz an. Sofort erscheinen vor ihrem inneren Auge erscheint Wärme, Geborgenheit. Sie taut auf in der Gemeinschaft und der lebendigen Interaktion mit der Wärme (Yoav Bosidan, Wun Sze Chan, Courtney Skalnik) und dem Feuer (Charlotte Kragh).

Demis Volpi „the little match girl passion“: Rose Nougué-Cazenave. © Sandra Then.

Mit dem Verlöschen der Glut sitzt sie wieder allein in der Kälte. Das wiederholt sich: Auch nach dem Erlöschen des zweiten Hölzchens wird sie wieder in die Kälte zurück geworfen. Dann zündet sie weitere an: Ihre längst verstorbene Großmutter erscheint. Der einzige Mensch, der das Mädchen je geliebt hat. Sie ist glücklich und so folgt sie ihr schließlich in den Himmel, während ihr erfrorener Körper auf der kalten Straße zurückbleibt. Mit einem Lächeln auf den Lippen hat sie sich von der Welt verabschiedet.

 

Demis Volpi „the little match girl passion“: Joaquin Angelucci, Rose Nougué-Cazenave, Mirko Ludwig, Helene Erben, Sönke Tams Freier. © Sandra Then.

Mit zwei Choreografien im Theater Duisburg lotete das Ballett am Rhein tänzerisch „Zwischenwelten“ aus: Zwischen den Polen von Leben und Tod, warm und kalt, nebeneinander und miteinander und Fragen der inneren und äußeren Identität. Für seine Choreografie „the little match girl passion“ hat Demis Volpi auf Hans Christian Andersen Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ zu einer Vokalkomposition des Amerikaners David Lang (*1957) aufgegriffen. Volpi hatte das Stück 2018 für ein Jugendballett entwickelt: Gespielt wurde hier eine Neufassung für die große Bühne.

Gil Harush „don’t look at the jar”: Clara Nougué-Cazenave, Doris Becker. © Sandra Then.

Die uraufgeführte Choreografie „don’t look at the jar“ des franko-israelischen Choreografen Gil Harush spielt zur Komposition „Wooden Elephant“ der 2021 mit nur 34 Jahren verstorbenen Künstlerin SOPHIE mit Visionen des gesellschaftlichen Miteinanders. Der Ballettabend ist eine Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn und wird entsprechend in dieser Spielzeit auch am Theater Bonn aufgeführt. Das Premierenpublikum war begeistert: Zu beiden Stücken bekamen die herausragenden Tanzer, Musiker und Akteure hinter den Kulissen zu Recht jeweils einen minutenlangen Schlussapplaus. Die zweistündige Aufführung (inkl. eine Pause) ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

 
Zwischen zwei Polen

Demis Volpi „the little match girl passion“: Joaquin Angelucci, Rose Nougué-Cazenave, Helene Erben, Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Bei der Vokalkomposition „the little match girl passion” tragen Stimmen die musikalische Begleitung: Viola Blache (Sopran), Helene Erben (Alt), Mirko Ludwig (Tenor) und Sönke Tams Freier (Bass), die auf der Bühne zum Teil der Handlung werden. Das Bühnenbild für Demis Volpis Choreografie hat Flurin Borg Madsen gestaltet, die Kostüme Sonja Kraft. Die Lichtgestaltung für beide Bühnenbilder stammt von Volker Weinhart.

 

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Gil Harush erkundet in seiner Choreografie „don’t look at the jar“ das Zusammenspiel und gegeneinander von äußerlich Sichtbarem und innerem Erleben für die eigene Identität. Die von ihm entworfenen Kostüme verschieben die äußere Wahrnehmung der Geschlechter, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken, was sich im Tanz ausdrückt: Das Innere, das eigene Gefühl vom Ich. In einem vom Choreografen gestalteten Bühnenbild in Form eines Zirkuszeltes ist auch die Musikbegleitung untergebracht: ein Streichquintett mit zwei Violinen (Aoife Ni Bhriain, Hulda Jonsdottir), Viola (Ian Anderson), Violoncello (Stefan Hadjiev) und Kontrabass (Nikolai Matthews). Die Komposition von SOPHIE bewegt sich zwischen Elektro-Pop und Avantgarde und ist ein Auftragswerk des Beethovenfestes Bonn. Trotz der Bekanntheit ihrer Musik hielt die Komponistin bis zu ihrem Coming Out als Transfrau 2017 ihre eigene Identität lange geheim. Diese Zwiespältigkeit zwischen den Geschlechterwelten transportiert Gil Harush in ihrer ganzen Vielschichtigkeit mit Choreografie, Bühne und Kostümen, die das Bild von außen und das eigene Empfinden spiegeln und für ein Theaterpublikum sichtbar machen.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 24. September 2022 | 19:30 Uhr,
Mi | 28. September 2022 | 19:30 Uhr,
Di | 11. Oktober 2022 | 19:30 Uhr und
Fr | 21. Oktober 2022 | 19:30 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Gil Harush „don’t look at the jar”: Ensemble Ballett am Rhein. © Sandra Then.

Tickets kosten zwischen 17,00 und 69,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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14. NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik in Duisburg: Möglichkeiten zur CO2-Einsparung im Gütertransport

Modalmix des Güterverkehr braucht alle „Alternativen“
Von Petra Grünendahl

Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Bedeutung der Binnenschifffahrt wird immer erst in der Not deutlich“, wies Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, in seiner Begrüßung auf das Niedrigwasser hin, welches dem Transportweg Wasserstraße im Hochsommer arg zugesetzt hatte. Und die natürlich zu steigenden Preisen wegen höherer Transportkosten beiträgt. Die Verluste beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) in NRW seien höher als die Kosten für den Ausbau der Binnenschifffahrts-Infrastruktur und die Fahrtrinnen-Vertiefung auf dem Rhein, so Dietzfelbinger. Für eine Modernisierung der Binnenschifffahrt müsse man jetzt aktiv werden. Die Modernisierung der Binnenschifffahrt – wie aller Güterverkehrsträger – schließt die Förderung alternativer Antriebe ein. Die besonders langen Nutzungszeiten (bei einem Innovationszyklus von 40 Jahren in der Binnenschifffahrt) erfordern einen zügigen Einstieg in den Umstieg – mit entsprechender Förderung der häufig klein- und mittelständischen Partikuliere (Schiffseigner). Die Binnenschifffahrt sei für Wasserstoff-Antriebe prädestiniert, kommt doch die gleichmäßige Belastung dem Treibstoff entgegen, der keine Leistungsspitzen mag, erklärte Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. „Wir müssen aber für alle drei Verkehrsträger – Wasserstraße, Schiene und Straße – Alternativen entwickeln.“

 

Von links: Dr. Christoph Kösters (VVWL), Moderator Sebastian Reimann, Markus Bangen (duisport), Heinrich Kerstgens (Rhenus), Klaus Voussem (MdL) und Sascha Hähnke (Rhenus). Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum 14. Mal traf sich das NetzwerkForum SchifffahrtHafenLogistik (davon zweimal digital). Angesichts aktueller Herausforderungen standen in diesem Jahr die „Mobilitätswende und resiliente Lieferketten in der Logistik“ im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Veranstaltung des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e. V. (VVWL) findet alljährlich mit Branchenexperten im Rahmen des Kompetenznetzes Logistik.NRW bei und in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK in Duisburg statt. Mit dem traditionellen NetzwerkForum wolle man Themen setzen und Prozesse beschleunigen, erklärte Dr. Christoph Kösters, Manager des Kompetenznetzes Logistik.NRW und Hauptgeschäftsführer des VVWL, die Intention. Die Experten-Runde erreicht Besucher aus Wirtschaft, Indsturieverbänden, Politik und Verwaltung – nicht nur aus NRW. Nach den Eingangs-Statements von Heinrich Kerstgens (Rhenus Bereich Binnenschifffahrt) und Sascha Hähnke (Rhenus Bereich Lkw) ergänzten in der Podiumsdiskussion Duisburgs neuer Hafenchef Markus Bangen, Klaus Voussem, MdL (CDU) und Moderator Sebastian Reinmann (Chefredakteur der Deutschen Verkehrszeitung DVZ) die Runde.

 

 
Kombinierter Verkehr: CO2-Einsparungen über den ganzen Modalmix

Heinrich Kerstgens, Corporate Representative und Director Board Projects bei Rhenus SE & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir brauchen die Binnenschifffahrt und die Bahn, wenn wir nicht die Autobahnen voller Lkw haben wollen“, sagte Heinrich Kerstgens angesichts stetig steigender Transportströme. Und: „Güterverkehr ist wichtig, um den Laden am Laufen zu halten.“ Auf der Intermodalität, der Kombination aller Güterverkehrsträger, müsse der Schwerpunkt liegen, sagte auch Klaus Voussem. „Logistik in Krisenzeiten ist eine Herausforderung“, meinte Kerstgens. Er und Sascha Hähnke stellten die Möglichkeiten dar, bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern im Güterverkehr CO2 einzusparen. Bei Rhenus setze man schon seit Jahren in allen Bereichen auf einen Ausbau alternativer Antriebe, so die Referenten. Hier gebe es aber nicht nur einen Weg, sondern je nach Verkehrsträger und Einsatzgebiete unterschiedliche, so Hähnke. „Wir glauben an batterie-elektrische Fahrzeuge für Hafenverkehre. Sie sind aber keine Lösung für den Fernverkehr.“ Den einen Königsweg gebe es nicht: Man müsse in alle unterschiedlichen Arten alternativer Antriebe investieren, da jede ihre Potenziale im Verkehrsträger-Mix habe. Gerade kleinere Start-ups hätten bei den alternativen Fahrzeug-Technologien die Nase vorn, vor den etablierten Fahrzeugherstellern. „Klimaschutz kennt keinen Wettbewerb“, so Hähnke. Jeder könne und müsse dazu beitragen.

 

Sascha Hähnke, Geschäftsführer von Rhenus Transport GmbH & Co. KG. Foto: Petra Grünendahl.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass die großen Akteure auf dem Logistik-Markt (Häfen wie Transportunternehmen) voran gehen müssten. Nur sie hätten die finanziellen Mittel, Innovationen umzusetzen – und ggf. ihre kleineren „Nachunternehmer“ und GEschäftspartner wie zum Beispiel Partikuliere zu unterstützen. „Die Großen müssen voran gehen“, forderte Markus Bangen, was auch Hähnke bestätigte: „Wir müssen Vorreiter sein, die Kleinen können das nicht.“ Den hohen Investitionskosten stünden hier die Probleme gegenüber, an Fördergelder zu kommen. Ohne die sich wiederum eine Verkehrswende nicht wirtschaftlich darstellen lasse, so Kerstgens. „Wir werden alles an alternativen Energien brauchen, sonst schaffen wir das nicht“, so Bangen. „Wirtschaftliche Entwicklung und Verkehr sind zwei Seiten einer Medaille. Die Politik muss hier Rahmenbedingungen für Alternativen schaffen“, so Klaus Voussem.

 

 

Das Podium mit (von links) Sebastian Reimann, Klaus Voussem, Markus Bangen, Heinrich Kerstgens und Sascha Hähnke. Foto: Petra Grünendahl.

Einsparungen von CO2 sei über die ganze Bandbreite der Gütertransporte möglich, stellten die Diskussionsteilnehmer heraus. Aber jede Antriebsart – Lkw, Eisenbahn und Binnenschifffahrt – habe ihre eigenen Erfordernisse und brauche eigene Lösungen. Das Fazit der Podiumsdiskussion lautete denn auch: Wir brauchen nicht nur eine Form des alternativen Antriebs, sondern alle Arten im Energiemix für die Zukunft!

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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5. Haniel Klassik Open Air: Auftakt-Konzert begeisterte vor dem Theater Duisburg

Tausende auf dem König-Heinrich-Platz boten eine grandiose Kulisse für die Akteure
Von Petra Grünendahl

5. Haniel Klassik Open Air. Foto: Petra Grünendahl.

Von Richard Wagner, Giuseppe Verdi oder Giacomo Puccini über den Operettenkönig Franz Lehár bis hin zu weniger bekannten Komponisten, vom „Fliegenden Holländer“ über „Macbeth“ bis hin zu „Turandot“ oder dem „Land des Lächelns“: Im Mittelpunkt standen Arien, Chor-Passagen und Ouvertüren aus bekannten und auch weniger bekannten Opern und Operetten, die in der kommenden Spielzeit auf dem Spielplan stehen. Fantastische Solisten aus der ersten Garde der Deutschen Oper am Rhein, der grandiose Opernchor und die hervorragenden Duisburger Philharmoniker wussten mit ihrem großartigen Können und viel Elan das Publikum zu überzeugen. Die Deutsche Oper am Rhein und die Duisburger Philharmoniker machten hier frei zugänglich für ein interessiertes Publikum aus Duisburg und Umgebung ganz hervorragend Werbung in eigener Sache!

 

Der Blick ins Publikum über den LED-Bildschirm. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum fünften Mal fand auf dem König-Heinrich-Platz vor dem Theater Duisburg das Haniel Klassik Open Air statt. Wegen Corona mit einem Jahr Verspätung, aber dafür vom Publikum umso sehnlicher erwartet. Aus dem Nachfolger des Theater-Jubiläums 2012 ist längst eine größere, mehrtägige Musik-Veranstaltung unter freiem Himmel geworden. Das Highlight ist und bleibt aber für viele – wie der rappelvolle Platz vor der Bühne wieder einmal bewies – das traditionelle Auftakt-Konzert mit Solisten und Chor der Deutschen Oper am Rhein, den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, Special Guests und Feuerwerk am Freitagabend. Abgerundet haben das Programm als Special Guests Lin Chen & Beibei Wang aus Duisburgs chinesischer Partnerstadt Wuhan mit einer furiosen Percussion-Performance und – zusammen mit den Duisburger Philharmonikern – mit einem Konzert für Marimba, Vibraphon und Orchster. Als Moderator führte Götz Alsmann durch das gut zweieinhalb-stündige Programm.

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Deutsche Oper am Rhein
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Caravan Salon 2022 in Düsseldorf gestartet

Egal, ob Zelt, Wohnwagen oder Camper: Von schlicht bis Luxus ist alles möglich
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Camping hat mittlerweile viele Facetten: Das Spektrum riecht von der kleinen (historischen) Knutschkugel bis zum stattlichen Wohnwagen von bis zu acht Metern Länge, vom ausgebauten Kastenwagen als Wohnmobil für ein oder zwei Personen, dem umgebauten Van oder Transporter bis hin zum Riesenmobil auf Lkw-Basis mit integrierter Garage für Fahrrad, Motorrad oder sogar Pkw. Manche der ausgestellten Modelle verfügen über Allrad-Antrieb und sind geländegängig. Auch die alternativen Antriebe sind auf dem Vormarsch.

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Vielfältiger ist auch die Auswahl der Fahrzeuge geworden, auf denen Camper-Hersteller ihre Modelle entwickeln. Dazu kommt dann immer noch das Zelt in allen Formen, Farben und Größen für Outdoor-Fans, die dichter an der Natur campen wollen. In Düsseldorf präsentiert sich die Branche von ihrer vielfältigen und natürlich schillernden Seite. Sie spricht nicht nur den kleinen Camper an, sondern auch Menschen, die unterwegs auf keinen Luxus verzichten wollen. Von wenigen Tausend Euro bis hin zu mehreren Mio. Euro reicht die Preisspanne. Auch wenn man sich die meisten dieser Mobile sich nicht leisten kann: Mal gucken lohnt sich!

 

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Die Branche ist wieder zu Hause in ihrem Wohnzimmer: An diesem Wochenende öffnet der Caravan Salon unter dem Motto „Leidenschaft, die verbindet“ auf der Messe in Düsseldorf für das Publikum seine Pforten. Die Größen der Branche – von Knaus Tabbert, Dethleffs, Bürstner, Hymer oder Carthago bis Hobby, Reimo, Karmann, Adria, LMC, Fendt oder Niesmann & Bischof sowie die Autohersteller Ford, Mercedes, VW Nutzfahrzeuge oder Stellantis mit seinen Marken Fiat, Opel, Citroen und Peugeot, um hier nur eine Auswahl zu nennen –

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

sind dieses Mal (manche nach zwei Jahren Corona-Pause) wieder dabei und präsentieren ihr aktuelles Programm ebenso wie Neuheiten und Innovationen. Nach dem Fachbesuchertag zum Auftakt können nun auch Camping-Fans und Wohnmobil-Interessierte eine breite Palette dessen begutachten, was an Neuheiten auf den Markt kommt: Reisemobile und Wohnwagen aller Größen und Klassen vom Einsteiger für kleineres Geld bis Premium-Luxus, vom Wohnwagen unter 4 Metern bis zum großen Caravan auf Lkw-Basis stehen im Mittelpunkt der Schau. Darüber hinaus gibt es Technik und Zubehör, Zelte und Falt-Caravans sowie traditionell mit der Starterwelt eine Beratung für interessierte Einsteiger in die Caravan- und Camping-Welt.

 

 
Showroom mit Informationen und Messe-Preisen für mögliche Käufer

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Nachdem früher in zweijährigen Rhythmus die Tour Natur am zweiten Wochenende den Caravan Salon begleitet hatte, wartet die Messe in diesem Jahr mit „Travel & Nature Connect“ für Camping outdoor in Halle 3 auf. In 16 Messehallen sowie auf dem Freigelände zeigen insgesamt 736 Aussteller aus 34 Ländern unter anderem Freizeit-Fahrzeuge aller Art, Camping-Equipment sowie Zubehör und Technik. Der Caravan Salon ist auch immer eine Verkaufsmesse: Zu „Messe-Preisen“ gibt es das eine oder andere Modell schon mal günstiger – zumindest in seinem jeweiligen Preissegment.

 

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

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Öffnungszeiten und Preise

Impressionen vom Caravan Salon. Fotos: Petra Grünendahl.

Noch bis zum Sonntag, 4. September, läuft der Caravan Salon in Düsseldorf. Tageskarten gibt es zum Preis von 16 Euro, ermäßigt 13 Euro und für Kinder (von 6 bis 12 in Begleitung eines Erwachsenen) 6,50 Euro. An den Wochenenden kosten die Tageskarten 18,00 Euro, ermäßigt 15,00 Euro und für Kinder 8,00 Euro. Der Pkw-Parkplatz kostet 10,00 Euro. Weitere Tickets und Voucher findet man hier, die Karten gibt es ausschließlich im Online-Ticketshop. Geöffnet ist der Caravan Salon täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Messegelände an der Stockumer Kirchstraße in der Nachbarstadt ist von Duisburg sehr gut und stressfrei mit der U79 (Haltestelle: Messe Ost / Stockumer Kirchstraße) zu erreichen. Weitere Informationen gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Übung zur Rettung von Kulturgut: Archivare proben in Duisburg für den Notfall

Mobile Werkstatt: Archive und Feuerwehr trainieren Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut
Von Petra Grünendahl

Übung zur Rettung von Kulturgut: Archivare proben in Duisburg für den Notfall. Foto: Petra Grünendahl.

Extremwetter wie Überflutungen und Starkregenereignisse werden häufiger: Der Klimawandel lässt grüßen. Bücher und Akten stehen da schnell nicht nur in Kellerräumen unter Wasser. Und auch wenn in Archiven oder Museen Feuer ausbricht: Ein nicht unerheblicher Teil des Schadens entsteht durch Löschwasser. Die archivischen Notfallverbünde in Nordrhein-Westfalen haben zusammen mit der Sauerländer Firma „Dünschede Fahrzeugbau“ eine mobile Werkstatt in Containerform entwickelt, mit deren Hilfe eine schnelle und professionelle Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut möglich ist. „Ein Rettungswagen in Containerform“, nannte ihn Nadine Thiel, leitende Restauratorin des Stadtarchivs Köln. „Wir müssen geschädigte Akten dokumentieren, reinigen und verpacken. Dann werden sie eingefroren, bis sie in einer der bestehenden Anlagen gefriergetrocknet werden können“, erläuterte sie die Arbeitsabläufe im Schadenfall. Das vorübergehende Einfrieren ist nötig, um biologische Prozesse und Zersetzung aufzuhalten, bis die Papiere in speziellen Anlagen getrocknet werden können. Für Duisburg wäre hier Köln zuständig: Die Anlagen müssen ja nicht überall stehen, dafür braucht man sie zu selten. Gemeinsame Übungen archivischer Teams und der Feuerwehr mit dem Notfallcontainer sichern die Einsatzfähigkeit von mobilen Erstretterteams.

 

Von links: Dr. Kathrin Pilger (Landesarchiv NRW), Dr. Frank Bischoff (Präsident Landesarchiv NRW), Dr. Susanne Sommer (Direktorin Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg), Matthias Börger (Dezernent für Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Verbraucherschutz und Kultur der Stadt Duisburg) , Dr. Andreas Pilger (Stadtarchiv und Notfallverbund Duisburg), Nadine Thiel (Stadtarchiv Köln, Notfallverbund Köln), Nils Radtke (Feuerwehr Duisburg), Frank Peters (Feuerwehr Köln). Foto: Petra Grünendahl.

Anlässlich einer solchen Übung vor dem Kultur- und Stadthistorischen Museum (KSM) im Innenhafen unterstrichen Dr. Andreas Pilger, Leiter des Stadtarchivs Duisburg und Vorsitzender des Duisburger Notfallverbundes, und Dr. Susanne Sommer, Direktorin des KSM, die Bedeutung solcher Notfallmaßnahmen für ihr Archivgut. Außerdem standen Duisburgs Umwelt- und Kulturdezernent Matthias Börger, Dr. Frank M. Bischoff (Präsident des Landesarchivs NRW), Nils Radtke von der Feuerwehr Duisburg sowie Nadine Thiel Rede und Antwort. Beteiligt war an der Übung neben der Feuerwehr Duisburg auch die der Stadt Köln, wo der bislang einzige Notfallcontainer in NRW stationiert ist: Ein Prototyp, der anhand der bislang gesammelten Erfahrungen bei Notfalleinsätzen weiter entwickelt und optimiert wird. Die Feuerwehr ist bei solchen Rettungsaktionen für die Logistik und den Transport von Container und Arbeitsgerät für die Ersthelfer zuständig.

 

 
 
Unglücke und Wetterkatastrophen erfordern schnelle Hilfe

Geübt wurde mit nicht archivwürdigem Schriftgut. Foto: Petra Grünendahl.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahn-Bau im März 2009 war das Initial für die Entwicklung eines Notfallplans und der Schaffung einer Infrastruktur zur Rettung von Kultur- und Archivgütern. Was dort an Akten aus dem Grund gerettet werden konnte, war nicht nur dreckig, sondern auch durchfeuchtet. Diese „alten Akten“ sind jedoch das Gedächtnis einer Stadt und von Menschen: ein Weg, die Vergangenheit zu erforschen. Das macht sie so wertvoll, auch wenn man es ihnen so nicht ansieht. Die Übung in Duisburg trainierte den Umgang mit der neuartigen mobilen Container-Werkstatt und ermittelte dabei auch mögliche Optimierungspotentiale für die Technik und den Workflow. Erfahrungen aus Einsatzgebieten wie zuletzt Leichlingen (Kreis Mettmann) oder Stolberg (bei Aachen) sollen auch künftig in regelmäßigen Übungen weiter ausgebaut werden.

 

 
Aus der Not geboren

Der Container als mobile Werkstatt für die Erstversorgung. Foto: Petra Grünendahl.

Schon seit vielen Jahren schließen sich bundesweit Archive regional und lokal in so genannten Notfallverbünden zusammen, um im Bedarfsfall rasch und konzentriert Personal und Material bereitstellen zu können. Auch in Duisburg existiert seit 2016 ein solcher Notfallverbund, in dem sich neun städtische Kultureinrichtungen und lokale Archive zusammengeschlossen haben. Kooperation und Teamwork sind nötig, denn nur gemeinsam lassen sich im Notfall die Rettungsmaßnahmen auf die Beine stellen: Alle mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten für den einen, der gerade Hilfe braucht. Nach den Erfahrungen mit der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr soll die Infrastruktur der archivischen Notfallprävention weiter ausgebaut werden. Die neuartige mobile Werkstatt, in der nasses und verschmutztes Archivgut gereinigt und für die spätere Gefriertrocknung vorbereitet werden kann, ermöglicht eine qualitativ hochwertige und besonders effiziente Form der archivischen Erstversorgung. Der Container mit bis zu acht Arbeitsplätzen wird aus den bislang gemachten Erfahrungen weiter entwickelt und soll ein Facelift bekommen, bevor weitere mobile Werkstätten der überarbeiteten Art angeschafft werden.

Fotostrecke: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Spatenstich am Duisburger Hauptbahnhof: Deutsche Bahn baut eine neue Gleishalle

Die „Welle“ erfüllt Anforderungen einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur
Von Petra Grünendahl

Duisburgs Bahnhofs-Manager Klaus Oberheim. Foto: Petra Grünendahl.

„Für mich und mein Team ist dies ein großer Moment“, erklärte Duisburgs Bahnhofs-Manager Klaus Oberheim. „In wenigen Jahren werden wir hier den schönsten Bahnhof Deutschlands haben.“ – „Nachdem wir auf mehrere Ausschreibungen keine Baufirmen gefunden hatten, wäre der Neubau natürlich in einem Baukastensystem möglich gewesen, aber wir wollten kein 08/15“, erzählte Werner J. Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW.

Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW). Foto: Petra Grünendahl.

Das Warten habe sich gelohnt: Die Verkehrsinfrastruktur an einer der am dichtesten befahrenen Bahnstrecken würde jetzt zukunftsfähig aufgestellt, um die Menschen von der Schiene zu überzeugen und die Verkehrswende voranzutreiben, so Lübberink. „Wir wollen das Verkehrssystem Schiene auf neue Beine stellen“, sagte auch Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Sie lobte das mutige Konzept als architektonisches Highlight: „Dieser Bahnhof ist ein Projekt für die Zukunft, welches der Bund gerne unterstützt.“

 

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem die Arbeiten schon vor über zwei Wochen begonnen hatten, wurde nun der symbolische erste Spatenstich am Duisburger Hauptbahnhof groß gefeiert. Schließlich hatte Duisburg mehr als zehn Jahre auf diesen Spatenstich waren müssen, waren doch die Ausschreibungen der Deutschen Bahn für dieses ambitionierte Projekt immer wieder ins Leere gelaufen. Zur Feier kamen neben Offiziellen von Bahn, Bund und Stadt auch Duisburger Bundes- und Landtagsabgeordnete.

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bauarbeiten begannen jetzt gute fünf Jahre später als geplant: „Besser spät als nie“, kommentierte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. „Die Umsetzung war schwierig, aber das Warten hat sich gelohnt.“ Die Stadt Duisburg kümmere sich, so Link, derweil um die passende Neugestaltung des Osteingangs: Vom Bahnsteig hat man einen guten Blick auf die Baustelle, die aber aktuell wegen einer insolventen Baufirma still steht. „Der Duisburger Hauptbahnhof entspricht in seiner wichtigen Funktion als großer Knotenbahnhof in NRW nicht mehr den modernen verkehrlichen, baulichen und gesellschaftlichen Anforderungen“, erklärte Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). „Wenn gegen Ende des Jahrzehnts die Arbeiten abgeschlossen sind, wird sich der Hauptbahnhof positiv auf die verkehrliche Gesamtsituation in Duisburg und in der Region auswirken.“ Die endgültige Fertigstellung von Duisburgs neuer Visitenkarte ist für 2028 geplant.

 

 
Welle statt Klebeband: Abriss und Neubau von Gleishalle und Bahnsteigen

Die Welle mit dem Kran auf dem Bahnsteig 5 (Gleis 10/11). Foto: Petra Grünendahl.

Der Umbau des Duisburger Hauptbahnhofs ist das größte und umfangreichste Bahnhofsprojekt der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen und eines der größten in Deutschland. Insgesamt investieren der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn rund 260 Millionen Euro in die moderne, architektonisch attraktive Gleishalle mit einem geschwungenen, wellenförmigen Glasdach und sechs neuen Bahnsteigen. Für jeden Bahnsteig und Dachabschnitt benötigen die Fachleute rund ein Jahr. Sobald der Bahnsteig und das wellenförmige Glasdach an einem Bahnsteig fertiggestellt sind, rollen die Arbeiten zum nächsten Bahnsteig weiter. Angesichts steigender Preise für Baumaterial dürften die Kosten die bisherigen Planungen übersteigen: „Hoffentlich nicht zu viel!“, waren sich die Redner einig.

 

Wo die Scheibenwände bereits fehlen, blickt man auf die Baustelle am Osteingang. Foto: Petra Grünendahl.

Die Scheibenwände in der alten Stahlkonstruktion, die häufig nur noch Klebeband zusammenhält, verleihen dem Bahnhof fast schon einen Kult-Status und haben ihm den Ruf eines Lost Place eingebracht. Die Glasscheiben müssen ausgebaut werden, bevor man die Stahlkonstruktion zurückbauen kann. „Der asbesthaltige Fensterkitt wird fachmännisch entsorgt“, erklärte Kirsten Verbeek, Leiterin Kommunikation und Sprecherin der Deutschen Bahn NRW. Sie führte weiter aus, dass Asbest hier fest gebunden sei und damit kein Problem darstelle. Für die Schadstoffentsorgung seien zertifizierte Fachfirmen zuständig. Zuvor muss der asbesthaltige Fensterkitt unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften von den Glasscheiben und aus der Stahlkonstruktion entfernt werden, weil Asbest als Schadstoff separat zu entsorgen ist. Das Rückbaukonzept der Deutschen Bahn sei mit der Stadt Duisburg und der Aufsicht führenden Bezirksregierung abgestimmt, so die Pressesprecherin.

 

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Die Baumaßnahme im Detail
 
Hauptbahnhof Duisburg

  • 130.000 Reisende und Besucher täglich
  • Rund 700 Zughalte pro Tag (Regional- und Fernverkehr)
  • Sechs Bahnsteige, 13 Gleise
  • Bahnhofshalle im Empfangsgebäude wurde im Jahr 2011 erneuert

 
Modernisierungsmaßnahmen

Der symbolische „Spatenstich“ als Startschuss (v. l.): Werner J. Lübberink (Konzern bevollmächtigter der DB für das Land NRW), Gabriele Matz (Vorstandssprecherin des VRR), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

  • Neubau des Hallendaches über den Bahnsteigen
  • Grundfläche: rund 18.600 Quadratmeter
  • Stahl-/Glaskonstruktion in Wellenform und mit senkrechten Fassaden
  • Tragende Elemente in Form von Stahlstützenpaaren auf den Bahnsteigen
  • Grunderneuerung aller sechs Bahnsteige
  • Modernisierung der vorhandenen Bahnsteigdächer außerhalb des neuen Hallendachs
  • Neue Sitzbänke und Wartebereiche
  • Neue Hinweisschilder, Reisenden-Information und Blindenleitsystem
  • Erneuerung der Rolltreppen
  • Neue Beschallung und Beleuchtung
  • Neubau der Oberleitung im gesamten Bahnhofsbereich

 
Ablauf

Abmontiert: Gleis 12/13 ist kein Haltepunkt mehr. Foto: Petra Grünendahl.

  • Ende Mai 2022: Bau von 2 Kranfundamenten auf dem Bahnsteig 5 an den Gleisen 10/11
  • August bis Sommer 2023: Rück-/ Neubau von Bahnsteig 6 (Gleise 12/13) und Rück-/ Neubau Hallendach sowie Zusammenhangsmaßnahmen
  • Sperrung des Bahnsteigs für die Dauer der Arbeiten
  • Auswirkungen auf Reisende: Verlegung der Zugfahrten an andere Die Veränderungen sind im Fahrplan und in den Kundeninformationen ausgewiesen.
  • Nach Fertigstellung von Bahnsteig 6 gehen die Arbeiten (Bahnsteig und Hallendach) ab Sommer 2023 am Bahnsteig 5 Gleise 10/11 weiter. Bahnsteig 6 ist dann wieder für die Reisenden nutzbar. Bahnsteigweise erfolgt dann der weitere Ablauf der Modernisierungsmaßnahme.
  • Im Jahr 2027 (zur IGA) ist der überwiegende Teil des Bahnhofs fertig gestellt und steht den Reisenden damit wieder gesamthaft zur Verfügung.
  • Der Abschluss aller Maßnahmen und die Beräumung der letzten Baufelder ist im Jahr 2028 geplant.

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Theater am Marientor in Duisburg: Urauffühung von Ralph Siegels Musical „’N bisschen Frieden“ im Oktober

Deutsch-deutsches Liebesdrama im Spiegel der Musikgeschichte
Von Petra Grünendahl

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Ende der 1960er-Jahre lernt Richard die westdeutsche Studentin Elisabeth kennen: Die Liebe seines Lebens. Das Musical beginnt 1979, als Richard als Pop- und Protestsänger in der DDR keine Zukunft mehr sieht. Den Versuchen des Stasi-Manns Krause, ihn als IM in den Westen zu schicken, widersetzt er sich: Das ist nicht sein Ding, auch wenn er natürlich gerne Elisabeth wieder sehen würde. Mit seinem Freund Bernd will Richard über die Ostsee flüchten. Die beiden tauchen nie wieder auf und werden schließlich für tot erklärt.

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Dreißig Jahre später entdeckt Elisabeth in einer Zeitschrift das Foto eines Straßenmusikers in Brighton: Das ist ihr Ricky, ist sie sich sicher. Mit ihrer Enkelin Nina, die Sängerin werden möchte, aber Jura studieren soll, macht sie sich auf die Suche nach Richard. Denn: Wenn er noch lebt, warum kam er nicht zu ihr? Sie sucht Antworten und für sich auch ’n bisschen Frieden. Wie die Liebe und die Musik es schaffen, Grenzen und Gewalt zu überwinden, davon erzählt das Musical „’N bisschen Frieden“, das am 20. Oktober 2022 in Duisburg im Theater am Marientor (TaM) seine Welturaufführung feiert.

 

Cast und Kreativteam von Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

TaM-Theaterdirektor Wolfgang DeMarco als Produzent stellte das Musical zusammen mit dem Komponisten Ralph Siegel, dem Kreativteam und dem Cast (Besetzung) im Pressegespräch vor. „Dies hier ist ein traumhaftes Theater“, schwärmte der Ralph Siegel, der erstmals in Duisburg ein Stück zur Uraufführung bringt. Die Geschichte nach einem Buch von Ronald Kruschak sei ein deutsch-deutsches Liebesdrama, eine Kriminalgeschichte, sei aber auch bisschen zum Lachen, erzählte DeMarco. Außer von Kruschak und Siegel stammen natürlich auch viele der Liedtexte von Michael Kunze und Bernd Meinunger, mit denen Siegel jahrzehntelang zusammenarbeitete.

Von Links: Ralph Siegel, Benjamin Sahler, Stephanie Gröning. Wolfgang DeMarco und Ronald Kruschak. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Besetzung der Rollen hat Produzent DeMarco namhafte Sänger und Schauspieler gewinnen können, die ihre bisherigen Erfolge auf Musical- und Theaterbühnen sowie in Kino und Fernsehen feierten. Tim Wilhelm (Sänger der Gruppe Münchener Freiheit) verkörpert den Richard, Jennifer Siemann die Nina und Sonia Farke die (alte) Elisabeth. Der Popsänger Markus („Gib Gas, ich will Spaß“) ist in der Rolle von Richards Freund Bernd dabei. Bis zum 31. Dezember soll das Musical in Duisburg 35 Mal aufgeführt werden. Der Karten-Vorverkauf ist gerade gestartet. Mehr Informationen gibt es unter www.n-bisschen-frieden.de.

 

 
Ralph Siegel

Komponist Ralph Siegel (m.). Foto: Petra Grünendahl.

Schon Anfang der 1960er-Jahre komponierte Ralph Siegel (*1945) seine ersten Musikstücke. Schon in jungen Jahren machte er sich einen Namen und komponierte für die Größen in der deutschen Schlager-Szene der 1970er- und 1980er-Jahre. Mit insgesamt 25 Liedern war der gebürtige Münchener beim Eurovision Song Contest (früher „Grand Prix“) dabei: Mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“ 1982 sogar als Gewinner, Erfolge erzielte er auch mit zweiten, dritten und weiteren vorderen Plätze. Obwohl er sich als Schlager-König einen Namen gemacht hatte, war es immer sein Traum, ein Musical auf die Bühne zu bringen. Nach ein paar kleineren Erfolgen feierte dann 2021 „Zeppelin“ als sein bislang erfolgreichstes Musiktheater im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen seine Uraufführung. Von dort hat er als Regisseur Benjamin Sahler und als Choreografin Stephanie Gröning für die Inszenierung von „’N bisschen Frieden“ nach Duisburg mitgebracht.

 

„Ricky“ Tim Wilhelm war zum Pressegespräch zugeschaltet. Foto: Petra Grünendahl.

Was das neue Musical auszeichnet, ist seine immense Bandbreite aus Siegels reichhaltigem musikalischen Schaffen aus über 60 Jahren: Die Musikstücke im Musical stammen aus einem Zeitraum von den 1960er-Jahren bis heute. Das reicht von Protestliedern über bekannte Schlager und Pop-Hits bis hin zu Rock’n’Roll, Balladen und Hymnen. „Manche Stücke könnte oder würde ich heute nicht mehr so schreiben“, so der Komponist. Sie konnten nur in „ihrer“ Zeit überhaupt so entstehen, wie Ralph Siegel sie damals komponiert hat. Damit verströmen sie einen authentischen Zeitgeist in einem Musical, welches schließlich Jahrzehnte deutscher Geschichte überspannt.

 
Tickets

Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

Premierenkarten kosten zwischen 49,90 und 99,90 Euro*, die Folgevorstellungen zwischen 45,90 und 95,90 Euro*. Wer die Generalprobe am 19. Oktober als Vorstellung buchen will, bekommt Tickets zwischen 29,90 und 79,90 Euro*. Direkt zu den Buchungen geht es hier.
*) Preise inkl. MwSt., zzgl. 2,00 € Servicegebühr und Versandkosten pro Bestellung

 
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Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Von der Quelle bis zur Mündung: Die Ruhr. Fluss der Herzen im Ellert & Richter Verlag

Bilder in die Vorstellungen der Leser gemalt
Von Petra Grünendahl

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ruhr entspringt im Rothaargebirge nahe Winterberg. Von den ersten Tropfen an ihrer Quelle, die eher ein Rinnsal sind als dass sie sprudeln, hat Tanja Breukelchen den stetig anschwellenden Strom auf seiner Reise begleitet: Durch das Sauerland (obere Ruhr), durch Städte entlang des Flusslaufs und entlang mancher Zuflüsse, die den Strom anschwellen lassen, bis zur unteren Ruhr, die größtenteils durch das Ruhrgebiet fließt hin zur Rheinmündung in Duisburg-Ruhrort. Dabei hat die Hamburger Autorin, die in der Nähe von Hattingen aufgewachsen und für die das Ruhrgebiet „alte Heimat“ ist, viele Orte besucht und so manche Perle entdeckt: Ihre bildhaften Schilderungen lassen sie vor den Augen des Lesers erlebbar werden. Da sind die malerischen Flussauen und Stauseen, die seinerzeit überwiegend zur Reinigung des Ruhrwassers angelegt worden waren. Zahlreiche mittelalterliche Ortskerne locken Besucher ebenso wie Burgen oder Burgruinen, aber auch die Spuren der Industrialisierung. Zur Historie der Orte hat die Autorin Geschichten und Stimmen von Menschen am Fluss eingesammelt, die ihren Ausführungen Leben einhauchen.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für ihr Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ hat Tanja Breukelchen die Ruhr von der Quelle in einem Wald im Rothaargebirge bis zur Mündung in den Rhein mit dem Fahrrad bereist. Sie erzählt von den Menschen, die sie am Fluss getroffen hat und von alten Geschichten im Tal der Ruhr: Von großen Namen und kleinen Leuten, von Sagengestalten, Burgherren und Ruhrbaronen. In sieben Kapital ist das Buch aufgeteilt, die jeweils einen in mehreren Tagen absolvierten Abschnitt entlang der Ruhr mit insgesamt 23 Orten vorstellen. Und erst im dritten Abschnitt dringt der Leser nach über 120 Kilometern am Flusslauf (von 219 Kilometern) ins Ruhrgebiet am unteren Ruhrlauf ein. Zum Abschluss der Kapitel hat die Autorin jeweils Infos zusammen gestellt zu den Etappen und nahen Zielen sowie auch schon mal ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten: Alles mit Adresse und (sofern vorhanden) Webseiten. Mindestens zwei der aufgeführten Locations sind allerdings mittlerweile geschlossen (unterwegs war die Autorin für ihre Recherchen im vergangenen Jahr). Eine Seite mit weiterführenden Literaturtipps rundet das sehr gelungene Buch ab.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch versteht sich nicht als Reiseführer oder gar (Fahrrad-)Wanderführer, sondern eher als Streifzug für Entdecker und Inspiration für eigene Erkundungen des Lesers. Es ist sehr text-lastig aufgebaut mit wenigen Fotos anderer Fotografen – und das ist gewollt, denn Tanja Breukelchen ist Erzählerin: Mit Worten malt sie Bilder und Geschehnisse in die Vorstellung des Lesers: Von Landschaften, Orten – und von den Menschen. Oder auch von den Sagen und Legenden, die die Region prägten. Da lässt man sich gerne auf eine Reise verführen. Man muss diese ja nicht der Autorin gleich mit dem Fahrrad antreten, obwohl auch das mit Sicherheit seinen Reiz hat!

 

 
 
Die Autorin und das Buch

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Tanja Breukelchen (Jahrgang 1976) verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet in der Nähe von Hattingen. Sie studierte an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte und ging 2001 für ein Volontariat an der Journalistenschule Axel Springer nach Hamburg, wo sie bis heute lebt. Freiberuflich arbeitet sie als Journalistin und Autorin und liebt es, Menschen und ihren Geschichten zuzuhören und darüber zu schreiben.
www.breukelchen.de

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ ist im Hamburger Verlag Ellert & Richter erschienen. Das 192-seitige Taschenbuch mit Klappbroschur-Umschlag, 64 Abbildungen und monochromen Karten, die minimalistisch den Ruhr-Verlauf mit seinen Städten darstellen, ist für 18,00 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8319-0816-5).

 

 
Ellert & Richter Verlag

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Ellert & Richter Verlag wurde 1979 von Marita Ellert, Frank Grube und Gerhard Richter in Hamburg gegründet, wo er auch heute noch ansässig ist. Das Verlagsprogramm startet mit Schwerpunkten in den Bereichen Reisen und Reisebildbände, später kamen Bild-Textbände und Ratgeber dazu. Nach wie vor prägen Reiseführer und Bildbände zu regionalen, vor allem auch norddeutschen Themen, das Gesicht des Verlags. Darunter auch verschiedene Bücher zum Ruhrgebiet von Kennern der Region u. a. von Rolf Kiesendahl. Seit 2000 publiziert der Verlag die Buchreihe „Hamburger Köpfe“, die Persönlichkeiten in ihren Hamburger Zeiten vorstellt.

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Lektüretipp: Vergessen, verlassen und unheimlich – Lost & Dark Places im Ruhrgebiet

Spannende Orte, die aus ihrer Zeit gefallen sind
Von Petra Grünendahl

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So „lost“ sind manche dieser Orte gar nicht: Aber vergessen scheinen sie schon, kümmert sich doch schon seit Jahrzehnten niemand mehr um den Erhalt. Ihr Verfall lockt leider nicht nur jene, die die Faszination dieser Orte genießen und sie mit ihrer Kamera einfangen wollen, sondern leider auch Vandalen, die ihre unschönen Spuren hinterlassen. Burgruinen scheinen da von Ruinenschleichern mit mehr Respekt behandelt zu werden als Industrieruinen. Das gilt selbst für Verwaltungsgebäude wie jenes der Kokerei Alma, das von den Zollverein-Architekten Kremmer und Schupp entworfen wurde: Zerstörung und jede Menge Graffiti, die eher in die Kategorie Schmiererei gehört. Sobald Betriebe aufgegeben werden oder Häuser verlassen, nagt ohnehin der Zahn der Zeit. Und solange nicht mutwillig etwas zerstört wird, hat das seinen Reiz: Wie einige Orte beweisen, die sich zum Teil auch die Natur zurück geholt hat. Überbleibsel von Zechen und verschiedenster Industriebetrieben zählen ebenso dazu wie ein altes Fußballstadion, ein aufgegebenes Hotel oder Krankenhaus, Brückenruinen oder sogar ein ehemaliges Bordell. Auch eine Autorennstrecke und eine Pferderennbahn zählen zu den Lost Places. Bei manch einem Gebäude fragt man sich aber schon, warum es nie für eine Nachnutzung instand gesetzt worden ist. Denn ein besonderer Reiz liegt oft schon in der ursprünglichen Bausubstanz und nicht erst im Verfall. Es sind nicht die Geheimtipps in diesem Buch, dafür sind ihre Verortungen zu bekannt. Aber es sind spannende Orte, die oft auch etwas abseits bekannter Ausflugsrouten zu finden sind.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In seinem neuen Buch „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ führt Karsten-Thilo Raab den Leser durch – so der Untertitel – 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Von der im zweiten Weltkrieg gesprengten Rheinbrücke in Wesel und dem ehemaligen St.-Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl im Westen reichen seine Erkundungen bis Hamm in Nordosten und Hagen im Südosten. Es sind durchaus bekannte Spots, denen Raab in seinem Buch einen Raum gibt: GPS-Daten und Anfahrtsbeschreibungen weisen Ortsunkundigen den richtigen Weg. Manche Orte sind sogar öffentlich zugänglich, auch wenn vielen Besuchern ihre Geschichte eher unbekannt sein dürfte. Ziele, die nicht direkt zugänglich waren, hat Raab von außen erkundet und durch Fenster, Zäune oder sogar aus der Luft fotografiert. Links für weitere Recherchen im Vorfeld liefert der Autor übrigens zur Wegbeschreibung gleich mit. Manch ein Ort, den Raab besucht hat, war schon zu der Zeit dem Abriss geweiht und ist möglicherweise bereits Geschichte. Ansonsten hat der Autor noch den einen oder anderen Tipp parat, was man in der Umgebung auf keinen Fall verpassen sollte.

 

 
Charme des Verfalls lockt

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Natürlich verlocken so genannte Lost Places, die sich selbst überlassen dem Verfall preisgegeben sind, mit ihrem besonderen Charme. Umso mehr sollten Besucher darauf achten, diese Orte mit Respekt zu behandeln und so zu erhalten, wie sie sie vorfinden: Damit auch andere Besucher sich an ihrem Zustand erfreuen können. Zu den Verhaltensregeln für den Besuch von verlassenen Orten zählt Karsten-Thilo Raab etwa auch, nichts zu zerstören, nichts mitzunehmen außer seinen Fotos und seinen Eindrücken – und schließlich nicht mehr zu hinterlassen als seine Fußspuren. Das heißt auch, dass man sich nicht gewaltsam Zugang zu scheinbar verlassenen Orten verschaffen sollte, da man spätestens damit immer noch Rechte von Eigentümern verletzt. Für die eine oder andere Fotostrecke griff Raab deswegen auf eine Drohne zurück, um Eindrücke des Ortes zu vermitteln. Außerdem gibt er Ratschläge, damit man sich selbst bei der Erkundung nicht in unnötige Gefahr bringt. Dazu zählt neben der gebotenen Achtsamkeit die richtige (Schutz-)Ausrüstung und dass man besser nie alleine unterwegs sein sollte.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Was man der Autor wohl ein wenig nachsehen muss (er ist schließlich nicht vom Fach), ist der fehlerhafte Umgang mit Begriffen rund um Kohle, Eisen und Stahl. Darüber hinaus hat er aber viele interessante Details zu den Orten zusammengetragen, die eine kurzweilige Lektüre aus Geschichtchen und Anekdoten bieten und immer wieder Lust machen, in dem Buch zu blättern und sich festzulesen. Und vielleicht auch selber den einen oder anderen Ort zu besuchen.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren in Rheinland-Pfalz lebt Karsten-Thilo Raab seit Kindestagen im Ruhrgebiet, das er wie seine Westentasche kennt. Nach dem Anglistik- und Sportstudium sowie der Ausbildung zum Zeitungsredakteur arbeitete Karsten-Thilo Raab für Tages- und Wochenzeitungen und fungierte als Chefredakteur eines Reisemagazins. Seit knapp drei Jahrzehnten ist er als Reisejournalist, -autor und -fotograf für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen tätig. Zudem hat er als Autor bislang mehr als 120 Bücher verfasst bzw. an diesen mitgewirkt. Beim Bruckmann Verlag sind von ihm unter anderem verschiedene Radführer sowie jüngst – in Zusammenarbeit mit Ulrike Katrin Peters – „Herzstücke im Ruhrgebiet“ erschienen.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ sind im Münchener Bruckmann Verlag erscheinen und führen auf 160 Seiten mit ca. 200 Abbildungen zu 33 vergessenen, verlassenen und unheimlichen Orten. Das Taschenbuch mit Fadenheftung im Format 16,5 x 23,5 cm enthält im Klappumschlag vorne eine Karte mit einer Verortung der Lost Places. Die überwiegend vier- bis sechsseitige Beschreibungen der einzelnen Locations ergänzen Fotos von Karsten-Thilo Raab. Im lokalen Buchhandel ist das Buch für 22,99 Euro zu haben (ISBN 978-3-7343-2047-7).

 

 
Bruckmann Verlag

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem Motto »die Welt entdecken« bietet der Bruckmann Verlag, der 2018 sein 160-jähriges Bestehen feierte, heute mit aktuellen Reisebildbänden und innovativen Reise- und Outdoor-Führern das Rüstzeug für Freizeit- und Urlaubserlebnisse. Neben dem umfangreichen Buchprogramm von Freizeit- und Reiseführern für Wanderer, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer verlegt Bruckmann das Magazin Bergsteiger, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen beging und damit als ältestes kommerzielles Bergsteiger-Magazin der Welt gilt. Der Bruckmann Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/bruckmann/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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MKM Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt „Full House – aus der Sammlung Ströher”

Einmalige Intensität deutscher Nachkriegskunst und ihrer Positionen
Von Petra Grünendahl

Kuratorin Eva Müller-Remmert und Walter Smerling vor Rissas Gasbild in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

„Erstmals ist das Museum Küppersmühle nur mit Werken aus der Sammlung Ströher bestückt“, erklärte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling den Ausstellungstitel „Full House“. Nur? Nicht ganz: Das aktuellste Werk der Sonderausstellung gehört (noch) der Künstlerin: Mit „Gas“ hat die Künstlerin Rissa (*1938, eigentlich Karin Götz, Ehefrau von Karl Otto Götz) erst kürzlich ihre Gedanken zur gegenwärtigen Entwicklung mit Acryl auf die Leinwand gebracht. „Rissa ist Teil unserer Sammlung. Deswegen gehörte auch dieses Bild zu Recht in die Ausstellung“, so Smerling. Seit 37 Jahren sammeln Sylvia und Ulrich Ströher deutsche Kunst der Nachkriegszeit, seit 17 Jahren sind sie Partner der Stiftung für Kunst und Kultur, die das MKM betreibt. „Diese Intensität in der Darstellung deutscher Kunstentwicklung seit 1945 finden Sie nirgends sonst“, betonte der Museumsdirektor. „Wir konzentrieren uns auf das Werk des Künstlers – und das wollen wir vermitteln.“ Einzigartig sei die Präsentation der einzelnen Künstler mit ihren Positionen und in ihrer schöpferischen Entwicklung, erklärte Smerling: „Sie erkennen hier die Zusammenhänge mit Positionen anderer Künstler, die wichtig sind für die Entwicklung der deutschen Nachkriegskunst.“

 

Walter Smerling vor Jörg Immendorff in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Seine acht Räume im Wechselausstellungsbereich hat das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst für seine Sommerausstellung neu bestückt: Mit Exponaten aus der Sammlung Ströher, die in der Dauerausstellung keinen Platz fanden. Walter Smerling stellte zusammen mit Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert die neue Sommerausstellung vor. Im Pressegespräch stellten sie vor der Eröffnung die Ausstellung und ihr Konzept vor. Acht Künstlern ist jeweils ein eigener Raum gewidmet, für Werke von den 1960er-Jahren bis heute. Als Ergänzung zur Dauerausstellung der Sammlung mit Fokus auf informellen und abstrakten Künstlern der Nachkriegskunst, wirft die Ausstellung „Full House“ einen Blick auf die Nachfolgegeneration. Alle der präsentierten Künstler eint, dass sie bis heute ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte beibehalten und weiterentwickelt haben. Die Ausstellung ist ab Freitag, 15. Juli, für das Publikum geöffnet.

 

 
Die Künstler

Stephan Balkenhols Hexagon und Fries in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Im Eingangsbereich findet der Museumsbesucher überwiegend monochrome, aber auch eine Reihe polychromer Gemälde von Rolf-Gunter Dienst (1942 – 2016). Es folgen in der dreigeteilten großen Halle die Strick- und Herdbilder von Rosemarie Trockel (*1952), überwiegend großformatige Gemälde des „Geschichtenerzählers“ Jörg Immendorff (1945 – 2007), auf denen der Betrachter viele spannende Details erkennen kann, sowie Fotografien von Candida Höfer (*1944) mit Motiven von brasilianischen Kirchen, Bibliotheken, Museen, Theatern oder Hörsälen, die in ihrer Opulenz sehr beeindrucken. Im nächsten Raum stehen Stephan Balkenhols (*1957) „Hexagon und Fries“ Männer im Mittelpunkt einer Rauminstallation, die er erstmals 1988 in Stuttgart so gezeigt hat. Im hintersten Raum präsentiert Katharina Sieverding (*1944) ihre Fotografien als künstlerische Ausdrucksform. Den Rückweg leitet die Künstlerin Rissa (*1938) ein mit farbenreichen Abstraktionen, die Formen flächig reduzieren und gleichzeitig betonen. Der letzte Raum zeigt mit der Serie „Ricochet“ (1997) mit fast schon abstrakten Detailaufnahmen von Orchideen ein Frühwerk des Fotografen Thomas Florschuetz (*1957).

Candida Höfer in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen zu den Künstlern und Installationsansichten aus der Ausstellung. Das 88-seitige zweisprachige Werk (dt.-engl.) wird herausgegeben vom MKM Museum Küppersmühle für Moderne und Kunst und der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Für 17 Euro ist es an der Museumskasse sowie im lokalen Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-00-072814-3). Druckfrisch gibt es auch den Katalog zum Museum „Das neue MKM“: Zur Neupräsentation der Sammlung Ströher stellt es das Museum und den Erweiterungsbau ebenso vor wie die wichtigsten Künstler in der Dauerausstellung und im Außenbereich vor. Das reich bebilderte 232-seitige, ebenfalls zweisprachige Werk ist für 30 Euro zu haben (ISBN 978-3-00-072509-8).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 

Rissas Schlafende Antike in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Rolf-Gunter Diensts monochrome Bilder (rechts) in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderschau „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss des Altbaus bis zum 9. Oktober 2022 zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

Jörg Immendorffs Adlerpartitur in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zu den Ausstellungen bietet das MKM immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate wie zum Beispiel die Veranstaltungsreihe „Kunst trifft …“. Dazu zählen aktuell die Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung „Full House“ mit dem Schwerpunkt Fotografie am 3. und 24. September (jeweils samstags, 15 – 16 Uhr, 15 Euro inklusive Eintritt, ermäßigt 10 Euro), die „Kunstvermittlung mal anders – KUNSTtreffen mit Jannis Keuerleber“ am 24. August, 18 – 20 Uhr (Preise wie oben) sowie „Der Kunst-Mittwoch“ (jeden Mittwoch von 15 – 16 Uhr, im Eintrittspreis enthalten). „Kunst trifft …“ am 18. August auf den 3sat Museumscheck (18.30 – 20 Uhr). Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: Wanderungen auf den Spuren der „Ritter, Ruinen & Romantik“ im Klartext Verlag

Zeugen von Geschichte(n) aus vorindustrieller Zeit
Von Petra Grünendahl

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So manche Herrenhäuser, Schlösser oder Burgen im Ruhrgebiet haben ihre Wurzeln im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit. Schließlich ist das Ruhrgebiet nicht mit der Industrialisierung erst entstanden. Viele Orte sind älter und haben schon früher Geschichte(n) geschrieben. Zerstörungen und der Zahn der Zeit setzten den Gemäuern immer wieder zu. Manche wurde nach Abrissen im Laufe der Jahrhunderte in dann zeitgemäßen Bauformen komplett überbaut, andere in neuen Stilrichtungen baulich ergänzt. Neben Gebäuden der klassischen Renaissance, der Romanik oder des Barock gibt Mischformen älterer Architekturen kombiniert mit Um- oder Ausbauten bis hin zur Moderne, die erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, um die alte Bausubstanz zu retten und neu präsentieren zu können. Zu den spannendsten Beispielen zählen hier Haus Weitmar in Bochum oder Schloss Horst in Gelsenkirchen. Manchmal findet man ein Nebeneinander von vorindustrieller Vergangenheit und Zeugnissen der Industriekultur, die dem Ruhrgebiet einen besonderen Reiz geben. Schlösser, Burgen und Herrenhäuser sind Wegepunkte von Wanderungen, die durch Wälder und Wiesen, am Rhein oder gar zu und über Halden gehen. Der eine oder andere Abstecher zu alten Bergbau-Standorten in der Nähe rundet die spannenden Touren ab, die allesamt eine Erkundung wert sind.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihrem neuen Buch „Ritter, Ruinen & Romantik“ führen Nikola Hollmann und Andrea Slavik den Leser auf – so der Untertitel – auf Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet. Von Rittersitzen in Voerde im Westen bis Schlosss Opherdicke in Holzwickede im Osten, von Schloss Lemberg in Dorsten im Norden bis zu Burgen und Schlössern entlang der Ruhr im Süden reichen die Ziele. Den dreizehn Touren sind jeweils 8 bis 16 Seiten gewidmet: Mit ausführlichen Beschreibungen der Wanderwege, Interessantem am Rande des Weges (Am Weg) mit Beschreibungen und Geschichte der Örtlichkeiten (Info). Darüber hinaus liefern die Autorinnen Gastronomie-Tipps sowie doppelseitigen Karten der Strecken, die die Wegeplanung erleichtern, mit Kennzeichnung und Verortung von Wegpunkten als Sehenswürdigkeit, Kulturstätte oder Naturerlebnis sowie Gastronomie.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Wie es sich für einen aussagekräftigen Wanderführer gehört, bietet er Informationen zu Wanderzeit (zwischen zwei und vier Stunden, man sollte aber für das Erkunden von spannender Umgebung weitere Zeit einplanen), Wanderstrecke (8 bis 14 Kilometer) und zu überwindenden Höhenmetern an (9 bis 239 Meter). Außerdem wichtig sind die Anreise mit dem ÖPNV (auf der einen oder anderen Karte ist auch ein Parkplatz eingezeichnet) zum Start/Ziel der Wanderung sowie Beschaffenheit der Strecke (u. a. Wald- und Feldwege, Schotter, Asphalt), damit der Wanderer weiß, was ihn (auch körperlich) erwartet. Die Wanderwege haben die Hollmann und Slavik selbst erprobt. Zu den Routen sind auch gpx-Daten verfügbar. Auch wenn das eine oder andere Ziel bereits in früheren Büchern von Hollmann und Slavik vorkam, so enthalten doch die informativen Texte Beschreibungen und Informationen, die der Leser noch nicht unbedingt kennt. Die Auswahl der Ziele ist natürlich nicht nur für Wanderfreunde interessant, sondern bietet auch wertvolle Tipps für anders geartete Ausflüge in die Region.

 

 
 
Die Autorinnen und das Buch

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Unter anderem die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“ und „Abenteuer & Glücksmomente“ , die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Ritter, Ruinen & Romantik – Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2464-2).

 

 
Der Verlag

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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