Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Rudolf Holtappel und Walter Kurowski

Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende: Eine foto_grafische Begegnung
Von Petra Grünendahl

Stellten die neue Ausstellung vor (v. l.): kuratorinnen Kerrin Postert und Miriam Hüning mit Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir freuen uns, unsere beiden Künstler hier zusammen präsentieren zu können“, erklärte Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt. Die beiden Oberhausener Künstler haben viele Berührungspunkte:

Krupp-Arbeitskampf Rheinhausen: Walter Kurowski in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Rauchende Schlote und Industriewüsten, streikende Arbeiter – zahlreiche Themen des Ruhrgebiets finden und begegnen sich in der Fotografie von Rudolf Holtappel (1923–2013) und in der Malerei und Grafik von Walter Kurowski (1939–2017). Diese werden hier in der Ausstellung teilweise gegenübergestellt in ihren unterschiedlichen Stilen: Die Fotografien scheinbar objektiv, die Illustrationen und speziell die Karikaturen sehr politisch. „Ich finde, sie ergänzen sich“, so Vogt. Was besonders dort deutlich wird, wo ein Werk des einen in der Monografie des anderen hängt. Obwohl beide in Oberhausen lebten, blickten sie auch immer wieder künstlerisch zum südwestlichen Nachbarn nach Duisburg.

 

Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen präsentiert Fotografien des Oberhausener „Ruhrgebietschronisten“ Rudolf Holtappel zusammen mit Malerei, Plakaten, Illustrationen und Karikaturen des Oberhausener Zeichners Walter Kurowski. Die Direktorin der Ludwiggalerie stellte die Sonderausstellung gemeinsam mit den Kuratorinnen Miriam Hüning (Holtappel) und Kerrin Postert (Kurowski) im Pressegespräch vor. Die Kuratorinnen haben als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen die beiden künstlerischen Nachlässe, die seit 2017 die Sammlung der Ludwiggalerie bereichern, aufgearbeitet und erschlossen.

Arbeiter: Ruhrgebietschronist Rudolf Holtappel in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Sie wurden retrospektiv bereits einzeln präsentiert und stehen sich nun erstmalig in einer gemeinsamen Ausstellung direkt gegenüber. In eigenen monografischen Räumen werden zusätzlich die zentralen Themenschwerpunkte der beiden Künstler gezeigt. Die gesamte künstlerische Breite Rudolf Holtappels wird durch die Motive der Warenhausfotografie, Theateraufnahmen und Industriekulissen präsentiert. Malerei, Plakate, Karikaturen und Zeichnungen demonstrieren die Vielfalt im Schaffen von Walter Kurowski. Die Ausstellung ist ab Sonntag, 23. Januar, für das Publikum geöffnet.

 

 
Echte Oberhausener Kulturschätze

Innenhafen: Ruhrgebietschronist Rudolf Holtappel in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Rudolf Holtappels Nachlass mit etwa 360.000 Negativen in Schwarz-Weiß und Farbe, mehr als 6.000 Fotoabzügen und über 600 Diapositivbögen wurde 2017 von der Stadt Oberhausen angekauft. Im gleichen Jahr wird der Nachlass Walter Kurowskis mit über 3.000 Werken erworben. Dank der Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) konnten die Nachlässe wissenschaftlich und konservatorisch aufgearbeitet werden. Die Ausstellung in der Ludwiggalerie würdigt mit über 250 fotografischen Arbeiten von Rudolf Holtappel und über 150 Exponaten von Walter Kurowski diese wichtigen Oberhausener Protagonisten. Kulturpartner ist WDR 3. Den Flyer zur Ausstellung gibt es hier zum Download.

 
Biografien und Kataloge zur Ausstellung

Ruhrgebietschronist Rudolf Holtappel in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Der Ruhrgebietschronist RUDOLF HOLTAPPEL (1923–2013), arbeitet nach seiner Meisterprüfung in der Fotografie 1950 als freier Bildjournalist und Fotograf. Der Wahl-Oberhausener prägt mit seiner Bildsprache jahrzehntelang das visuelle Erscheinungsbild des Warenhauskonzerns Karstadt (1964–1995) sowie zahlreicher Industrieunternehmen an Rhein und Ruhr, darunter Henkel (1974–2002). Seine Aufnahmen beeinflussen das Bild des Theater Oberhausens in der Ära Büch (1961–1970) und Ära Weise (1992–2003) sowie der Stadtbildbände namhafter Verlage (Carl Lange Verlag/Mercator-Verlag).

 

Die Kataloge zu Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

RUDOLF HOLTAPPEL – Die Zukunft hat schon begonnen. Ruhrgebietschronist Theaterdokumentarist Warenhausfotograf. Eine fotografische Werkschau von 1950–2013; herausgegeben von Miriam Hüning und Christine Vogt, 2. Auflage, 272 Seiten, Verlag Kettler, 29,80 Euro (ISBN 978-3-86206-815-9). Diese Ausstellung hatten wir 2020 besucht: Unser Bericht.

 

Selbstportrait: Walter Kurowski in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

WALTER KUROWSKI (1939–2017) bewegt als Kulturlegende und einziger Oberhausener Stadtkünstler über 50 Jahre lang die künstlerische und musikalische Szene der Stadt und malt und zeichnet sich so in ihr Gedächtnis. Der prämierte Absolvent der Folkwangschule kämpft mit seiner Kunst als einer der deutschlandweit wichtigsten Karikaturisten in den 1970er und 1980er Jahren an der Seite der Arbeiter für Frieden und Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Als Plakatgestalter erhält er jahrzehntelang Aufträge für Kulturveranstaltungen, politische Organisationen und Gewerkschaften.

 

Selbstportrait: Walter Kurowski in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

WALTER KUROWSKI – Künstler Karikaturist Kulturlegende. Eine Werkschau von 1956–2015; herausgegeben von Kerrin Postert und Christine Vogt, 160 Seiten, 29,80 Euro (ISBN 978-3-932236-45-7).

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

Plaket der BI gegen den Abriss der Rheinpreußensiedlung: Walter Kurowski in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 8. Mai 2022. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

 

Kulturhauptstadt Ruhr 2010: Walter Kurowski in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es Kuratorinnenführungen (mit Miriam Hüning und Kerrin Postert, jeweils sonntags: am 6. Februar, 6. März und 4. März, jeweils um 15 Uhr) und Direktorinnenführungen mit Dr. Christine Vogt (jeweils mittwochs: am 9. Februar und 27. April, jeweils um 16 Uhr). Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen – hier sind es mehrere Lesungen, eine Podiumsdiskussion sowie das Jazz-Karusssell als Gast – sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

 

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Ebenfalls bis zum 8. Mai 2022 zeigt die Ludwiggalerie in einer Ein-Raum-Ausstellung „VINYL! Die Comic-Cover“ ausgewählte Exemplare von Comic-Plattencovern aus der Sammlung von Eckart Sackmann als Präsentation in Verbindung mit einer Videoinstallation und der entsprechenden musikalischen Untermalung. Hier mehr …

 

Hot Pants auf der Marktstraße: Ruhrgebietschronist Rudolf Holtappel in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Ab 6. Februar 2022 zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen im Kleinen Schloss „ausgelöst“, Fotografien von 1968 bis heute von Manfred Vollmer (bis 15. Mai 2022).

 
Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos: ludwiggalerie.de.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt „VINYL! Die Comic-Cover“

Comic-Kunst für den Plattenschrank
Von Petra Grünendahl

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

„Progressive“ Musik mit ihren Klangwelten und Gitarrenorgien, aber auch der Comic veränderten die letzten Jahrzehnte des analogen Zeitalters. Letzterer entwickelte sich in den 70ern und 80ern zu einer vielfältigen, alle Themen und Altersgruppen erreichenden Bildersprache.

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Schöpfer der neuen Erwachsenencomics lebten mit der Musik ihrer Zeit. Moebius und Bisley waren die Frontmen, die Stars dieser lauten Literatur. So blieb es nicht aus, dass ihre Kunst auch in der Musik ihren Niederschlag fand: In der Gestaltung von LP-Plattencovern, die – vor dem Siegeszug der kleinformatigen CD – ihren Schwanengesang anstimmten. „VINYL! Die Comic-Cover“ erzählt in vielen Beispielen diese wundersame Symbiose der Popkultur. Für die Ausstellung an Wänden in einem Raum präsentiert wirkt jedes einzelne Plattencover für sich – noch einmal viel eindringlicher und einprägsamer als im heimischen Plattenschrank.

 

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Für die neue Ein-Raum-Ausstellung „VINYL! Die Comic-Cover“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen hat der Kurator Dr. Eckart Sackmann die schönsten Exemplare dieser Comic-Plattencover aus seiner Sammlung zusammengetragen. Durch ihre besondere Präsentation wird der Ausstellungsbesuch zum Erlebnis: Eine Videoinstallation und die entsprechende musikalische Untermalung lassen den Besucher in das Universum der Popkultur eintauchen. Die Einraumschau läuft bereits seit dem vergangenen Sonntag und wird gefördert vom Freundeskreis der Ludwiggalerie. Kulturpartner ist WDR 3.

 

 
Die Welt ist eine schwarze Scheibe

VINYL! Videoinstallation mit musikalischer Untermalung. Foto: Petra Grünendahl.

Als Anfang der 90er Jahre die Langspielplatten (LPs) dann aus den ehemaligen „Schallplattenläden“ verschwanden, hatten die Comics gerade ihren ersten Höhenflug erreicht. Seit den späten 60er Jahren – mit der Pop Art, dem Underground, aber auch im Zuge der Nostalgiebewegung – setzte sich die Erkenntnis durch, dass Comics nicht nur eine primitive Lektüre für die Kinder ungebildeter Eltern waren. Comiczeichner und -autoren entdeckten neue Welten abseits von „Micky Maus“ und „Tim und Struppi“. Die 80er-Jahre waren das Experimentierfeld der neuen „Erwachsenencomics“. Aus den USA, insbesondere aber aus Frankreich, fanden diese Comics ihren Weg schließlich auch nach Deutschland.

 

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Kreativszene lag beides, (Rock-)Musik und Comics, nah beieinander. Comiczeichner, die bei der Arbeit Musik hörten, hatten den Ehrgeiz, wenigstens einmal das Cover einer LP zu gestalten. In Deutschland waren es die Satirezeitschrift pardon und ihr Mitarbeiter Lutz Reinecke, die ab Anfang der 70er-Jahre die neue Kultur in die WGs und an die Öffentlichkeit brachten – hierzulande der erste Ansatz, die beiden Ausdrucksformen Musik und Comic gemeinsam zu vermarkten.

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem Siegeszug der CD schien diese kulturelle Umarmung zunächst ausgebremst zu sein. Heute erleben wir eine Renaissance der Schallplatte, für Comiczeichner ist dieses Medium allerdings uninteressant geworden. Was bleibt, ist die Erinnerung an die „goldene Zeit“, an viele wunderbare Kunstwerke, mit denen sich die Stars von damals ihren Ruhm bewahrt haben. Comic-Cover von Robert Crumb, von Richard Corben und Joe Sacco, von Moebius, Enki Bilal, Hugo Pratt, Milo Manara, von Alfred von Meysenbug, Chris Scheuer und Gerhard Seyfried überraschen und erfreuen auch heute noch. Sie illustrieren die Schallplatten von Interpreten wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jethro Tull, den Byrds und Guns n’ Roses.

 
Katalog zur Ausstellung

Der Katalog zu VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung ist im Verlag comicplus+ ein Katalog von Eckart Sackmann erschienen: Mit 112 Seiten, über 350 farbigen Abbildungen zum Preis von 20,00 Euro (Museumspreis, ISBN 978-3-89474-321-5).

 

 
Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ein-Raum-Ausstellung im Großen Schloss läuft ebenso wie die Sonderausstellung „nebenan“ (Rudolf Holtappel und Walter Kurowski) bis zum 8. Mai 2022. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Am Samstag, 7. Mai 2022 um 16:00 Uhr, gibt es unter dem Titel „VINYL! Die Welt ist eine schwarze Scheibe“ einen Bildvortrag von Kurator Dr. Eckart Sackannn. Der Eintritt ist frei in Verbindung mit dem Museumseintritt. Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

 

Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Ebenfalls bis zum 8. Mai 2022 zeigt die Ludwiggalerie in einer Sonderausstellung „Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende: Eine foto_grafische Begegnung“ mit Fotografien von Rudolf Holtappel und Zeichnungen von Walter Kurowski. Hier mehr …

 

VINYL! Die Comic-Cover in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.

Ab 6. Februar 2022 zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen im Kleinen Schloss „ausgelöst“, Fotografien von 1968 bis heute von Manfred Vollmer (bis 15. Mai 2022).

 
Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos: ludwiggalerie.de.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2022!

Foto: Petra Grünendahl.


2022 pet

 

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Wir wünschen unseren Lesern frohe, gesegnete Weihnachten!

Foto: Petra Grünendahl.


2021 pet

 

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Ballett am Rhein: Tschaikowskys „Nussknacker“ feierte umjubelte Premiere im Theater Duisburg

Ein Märchen-Ballett vom Erwachsen werden
Von Petra Grünendahl

Demis Volpi „Der Nussknacker“: Emilia Peredo Aguirre (Clara), Dukin Seo (Drosselmeier). Foto: Bernhard Weis.

Die Familie Stahlbaum feiert Heiligabend im Kreis der Verwandtschaft: Clara (Paula Alves), ihr Bruder Fritz (Evan L’Hirondelle), die Eltern (Feline van Dijken und Damián Torío), die Großeltern, die Tanten Wirbelwind und Zuckermund, Onkel, Cousin und Cousinen. Auf dem Höhepunkt der Bescherung kommt der etwas exzentrische Pate Drosselmeier (Rashaen Arts), der für die Kinder aber immer faszinierende Geschenke hat. Clara schenkt er einen Nussknacker: Reichlich angegraut ist der kleine Holzkerl nicht gerade eine Schönheit. Clara gefällt er trotzdem. Als alle schon schlafen, schleicht sich Clara zurück in die Stube, um ihn zu betrachten. Als eine Schar Mäuse den Nussknacker angreift, schreitet das junge Mädchen ein und verteidigt ihn.

Demis Volpi „Der Nussknacker“: Emilia Peredo Aguirre (Clara), Orazio di Bella (Nussknacker), Ensemble Ballett am Rhein (Mäuse). Foto: Bernhard Weis.

Da beginnt der graue Kerl (Gustavo Carvalho), sich zu bewegen: Etwas hölzern zunächst und manchmal wie eine Marionette nur mit Hilfe, aber er scheint zum Leben zu erwachen. Das beflügelt Claras Fantasie und sie findet sich zusammen mit dem Nussknacker und ihrem Paten auf einer Traumreise wieder. Das junge Mädchen reift, löst sich von ihrer Familie und nabelt sich ab. Je mehr sich Clara dem menschlich gewordenen Nussknacker widmet und ihm näher kommt, umso farbiger und lebendiger wird er: Bis aus ihm wieder der hübsche Jüngling wird, der er einst gewesen war. Die beiden verlieben sich ineinander und am nächsten Morgen zum Frühstück wird ein weiterer Stuhl am Tisch benötigt – für den neuen Freund der Tochter.

 

(Clara), Dukin Seo (Drosselmeier)
Demis Volpi „Der Nussknacker“: Emilia Peredo Aguirre (Clara). Foto: Bernhard Weis.

Pünktlich zur Weihnachtszeit feierte der Ballett-Klassiker „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowsky (Pjotr Iljitsch Tschaikowski) seine Premiere im Theater Duisburg. Vor nahezu ausverkauftem Haus zeigte das Ballett am Rhein den Nussknacker in einer neuen Choreografie von Demis Volpi, mit der er 2016 mit dem Ballett Vlaanderen in Antwerpen seine Premiere feierte. Für seine neue Interpretation hat Demis Volpi, seit der vergangenen Spielzeit Operndirektor und Chefchoreograf beim Ballett am Rhein, einzelne Szenen von den Tänzern und jungen Choreografen Wun Sze Chan, Michael Foster, Neshama Nashman, James Nix sowie Bahar Gökten und Yeliz Pazar (Nutrospektif) choreografieren lassen, die teilweise in der Inszenierung Nebenrollen tanzen. Choreograf Demis Volpi hat den Nussknacker vom Kindermärchen (nach E.T.A. Hoffmann) in eine Geschichte vom Erwachsenwerden überführt, die dem Stoff unheimlich gut tut. Sein schlüssiges Narrativ macht den Nussknacker zu einem bezaubernden Handlungsballett, welches das sehr begeisterte Publikum immer wieder mit Szenen-Applaus sowie mit einem Minuten langen Schlussapplaus feierte. Das Märchen-Ballett in zwei Akten, das 1892 seine Uraufführung in Sankt Petersburg erlebte, ist empfohlen ab 6 Jahren. Die Aufführung dauert gute 2 Stunden inklusive Pause.

 

 
Harmonisches Zusammenspiel

Demis Volpi „Der Nussknacker“: Ensemble Ballett am Rhein (Familie). Foto: Bernhard Weis.

In den Solo-Rollen glänzten hervorragende Tänzer, die auch mimisch in ihrem Rollen überzeugten. Als Schneeflocken, Blumen, Cupcakes und eine Lichterkette schlugen Tänzergruppen der Compagnie in fantasievollen Kostümen Brücken zwischen den Bildern (Szenen) des Balletts: Musikalisch begleitet von fantastisch aufspielenden Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Kapellmeisterin Marie Jacquot.

Maria Luisa Castillo Yoshida (Tante Zuckermund), Paula Alves (Clara), Clara Nougué-Cazenave, Marjolaine Laurendeau (Cupcakes). Foto: Bernhard Weis.

Der Düsseldorfer Mädchen- und Jungenchor unter der Leitung von Ricardo Navas Valbueno und Melanie Schüssler besetzte die Kinderrollen des Stücks. Für das wandlungsfähige Bühnenbild ebenso wie für die Kostümgestaltung – Kleidung im Stil des bürgerlichen späten 19. Jahrhunderts sowie Themenkostüme für die Tanzgruppen – hatte Katharina Schlipf schon 2016 für Demis Volpis Ballett-Choreografie entworfen. Bonnie Beecher setzte die Bühne mit ihrem Licht-Design wirkungsvoll in Szene.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Behind the Scenes

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:

Rashaen Arts (Drosselmeier), Ensemble (Familie). Foto: Bernhard Weis.

So | 19. Dezember 2021 | 15:00 Uhr,
Do | 23. Dezember 2021 | 19:30 Uhr,
Sa | 25. Dezember 2021 | 15:00 Uhr,
Mi | 29. Dezember 2021 | 19:30 Uhr,
Fr | 31. Dezember 2021 | 19:00 Uhr,
Do | 6. Januar 2022 | 19:30 Uhr und
So | 23. Januar 2022 | 18:30 Uhr.
Die Vorstellungen sind fast ausverkauft und es gibt nur noch Restkarten.
Weitere Aufführungen stehen im Februar 2022 für das Opernhaus Düsseldorf auf dem Spielplan.

 
Deutsche Oper am Rhein

Paula Alves (Clara), Rashaen Arts (Drosselmeier), Ensemble (Familie). Foto: Bernhard Weis.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Paula Alves (Clara), Gustavo Carvalho (Nussknacker). Foto: Bernhard Weis.

Tickets kosten – so weit noch verfügbar – zwischen 19,00 und 91,50 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Die Vorstellungen ab 1. November werden voraussichtlich ohne Kapazitätsbegrenzungen durchgeführt. Der Zutritt erfolgt auf Basis der 2G-Regel. Innerhalb der Räumlichkeiten muss eine medizinische Maske getragen werden. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, ein gastronomisches Angebot im Opernfoyer gibt es mit Einschränkungen.
Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Bernhard Weis

 

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Stadt Duisburg stellt Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen im Wiederverkauf vor

Nord-Süd-Gefälle auch nach Preissteigerungen unverändert erkennbar
Von Petra Grünendahl

Alexander Bernt, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte der Stadt Duisburg, hat die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen vorgestellt: Foto: Screenshot.

Duisburg ist teurer geworden für Menschen, die sich eine Wohnung kaufen wollen. Im Vergleich zu 2018 sind die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen (Weiterverkäufe) um gute 30 Prozent gestiegen. „Dabei haben wir auch das Nord-Süd-Gefälle beobachten können“, erklärte Dipl.-Vermessungsingenieur Alexander Bernt, Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt Duisburg. „Die Preissteigerungen sind allerdings gleichmäßig auch innerhalb dieses Gefüges zu beobachten.“ Die Werte sind natürlich alles Mittelwerte: „Grobe Einstufung sind daraus aber möglich“, so Bernt. Eingeflossen sind in dem Wert die Kaufpreise von 1.700 Wohnungsverkäufen (ebenso viele wie 2018), allerdings war das Kaufpreisvolumen entsprechend der Steigerung höher.

 

Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Duisburg hat die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen vorgestellt: Foto: Screenshot.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Duisburg hat die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen im Online-Pressegespräch vorgestellt. Dafür wurde die Stadt in 100 Zonen aufgeteilt und für diese Teilbereiche Durchschnittswerte einer „Normwohnung“ ermittelt. Diese Wertberechnung zum Stichtag 1. Januar 2021 erfolgte auf Grundlage von Kaufverträgen, die die beurkundenden Stellen (Notare) an den Ausschuss übermitteln.

Basis Kaufverträge: Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen. Infografik: Gutachterausschuss.

Der Gutachterausschuss analysierte hierzu rund 6.000 Kaufverträge des Eigentumswohnungsmarktes (Weiterverkäufe) aus der Kaufpreissammlung aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2020. Immobilienrichtwerte bilden eine Grundlage für die Bewertung von gebrauchten Eigentumswohnungen. Es handelt sich dabei um durchschnittliche Lagewerte in Euro bezogen auf den Quadratmeter Wohnfläche. Das bedeutet: Diese Wohnungen besitzen einen definierten Objektzustand mit vergleichbaren Einflussgrößen, wie beispielsweise Gebäudealter, Wohnfläche oder ähnliches.

 

 

Eine Normwohnung in Neudorf: Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen. Infografik: Gutachterausschuss.

Die Immobilienrichtwerte sowie die dazugehörigen Fachinformationen sind öffentlich verfügbar und können gebührenfrei über das Internetportal BORIS.NRW eingesehen werden. Dort steht auch ein sogenannter „Immobilienpreiskalkulator“ zur Verfügung: Wer sich für den Wert „seiner“ Wohnung interessiert, kann dort die Werte der eigenen Wohnung, die von der „Normwohnung“ abweichen, eingeben: Die Datenbank ermittelt durch Auf- und Abschläge einen vorläufigen Verkehrswert, der zumindest eine Basis für ein tiefer gehendes, Bau- und Erhaltungszustand berücksichtigendes Gutachten bieten kann.

Eigene Berechungen möglich: Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen. Infografik: Gutachterausschuss.

Erst daraus ergibt sich ein belastbarer Verkehrswert der Immobilie. Auch für frühere Jahre – neben 2018 ist dies 2013 – sind Immobilienwerte zu finden. Künftig sollen diese Zahlen jährlich verfügbar gemacht werden, um Kauf- oder Verkaufsinteressierten Zugang zu Durchschnittswerten von aktuellen Immobilienbewertungen zu geben. Ab 2026 wird die Veröffentlichung von Bewertungen ohnehin Pflicht.

 

 
Gutachterausschuss für Grundstückswerte

Ableitung des Verkehrswertes: Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen. Infografik: Gutachterausschuss.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Duisburg wird von der Bezirksregierung in Düsseldorf bestellt. Er besteht seit 60 Jahren und ist als Einrichtung des Landes weisungsunabhängig von der Stadt. Seine Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und stammen aus den Bereichen Architektur, Bau- und Vermessungswesen, der Immobilienvermarktung, der Wohnungswirtschaft und des Steuerrechts. Die interdisziplinäre Zusammensetzung garantiert kompetente und ausgewogene Lösungen komplexer Bewertungsaufgaben. Zu den Aufgaben des Gutachterausschusses zählen die grundlegende Ermittlung von Bodenrichtwerten, Immobilien- oder Verkehrswerten sowie Marktberichte zu Immobilienverkäufen.
https://www.gars.nrw/duisburg

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Screenshots, Infografik: Gutachterausschuss

 
 

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Lehmbruck Museum zeigt Ausstellungen „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ in Duisburg

Die Duisburger Kunstszene stellt sich vor
Von Petra Grünendahl

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Vielfalt der Werke reicht von Malereien unterschiedlichster Stilrichtungen und Fotoarbeiten über Skulpturen, Installationen bis hin zu Videoarbeiten. Dabei stehen abstrakte Werke figurativen Arbeiten gegenüber. Sie nehmen den Menschen zum Ausgangspunkt und beziehen persönliche Erfahrungen in die Gestaltung ein. „Gemeinsam mit den Künstlern konnten wir gerade in dieser Zeit der immer wiederkehrenden sozialen Isolation einen Raum gestalten, der die Menschen miteinander verbindet“, freute sich Dr. Söke Dinkla, die Direktorin des Lehmbruck Museums. Die Ausstellung „Vor Ort 2021“ sei in einem offenen, partizipativen Verfahren entstanden, was die besondere Qualität dieser Ausstellung ausmache: „Den künstlerischen Gattungen und Themen sind keine Grenzen gesetzt. Es ist mir wichtig, dass das Lehmbruck Museum mit den vor Ort lebenden und wirkenden Künstlern eine kontinuierliche Verbindung hält“, so Dinkla. Die Sonderausstellung zeigt das eindrucksvolle Ergebnis des gemeinsamen Austausches.

 

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ eröffneten am vergangenen Wochenende zwei neue Sonderausstellungen im Erweiterungsbau des Lehmbruck Museums. Mit „Vor Ort 2021“ stellt sich die gegenwärtige Szene Kunstschaffender in Duisburg einem breiteren Publikum vor. Die Künstler sind in Duisburg geboren, hier zu Hause oder haben in der Stadt ihr Atelier: Mit ihrem Titel „Vor Ort 2021“ verbildlicht die Gruppenausstellung im Lehmbruck Museum die enge Verbundenheit der 41 teilnehmenden Künstler mit der Stadt Duisburg. Aus über 130 Bewerbungen hat eine Jury im Dezember vergangenen Jahres 40 Werke ausgewählt, die Einblicke in die experimentierfreudige und vitale Kunstszene der Stadt geben: Sie sind nun im großen Wechselausstellungsraum sowie im Foyer des Erweiterungsbaus zu sehen. 2018 hatte es zuletzt eine solche Ausstellung der IG Duisburger Künstler gegeben. Neben bedeutenden Vertretern der Duisburger Kunstszene präsentiert die Ausstellung auch eine Reihe junger Künstler, die noch nicht lange in Duisburg leben oder mit ihren Werken bislang nicht in der Stadt bekannt geworden sind. Begleitend zur Ausstellung gibt es einen Katalog, der zum Preis von 8 Euro an der Museumskasse erhältlich ist. Darin werden alle beteiligten Künstler mit jeweils einem farbig abgebildeten Werk der Ausstellung und einem Kurztext vorgestellt.

 

 
„Freunde sammeln“ in den Dreiecksräumen

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Das Sammeln als künstlerischer Prozess – das systematische Aufspüren, Suchen, Zusammentragen, Ordnen, Arrangieren und Aufbewahren – zeigt die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Spiel. Immer wieder führte dies gerade in der Bildhauerei zu großem Erfindungsreichtum und Freude am Experiment, sodass die Skulptur zu den innovationsfreudigsten Gattungen der Kunst gehört.

 

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Sammlung des Lehmbruck Museums ist bürgerschaftliches Engagement von Beginn an grundlegend gewesen. Auch heute sind bürgerschaftliches Engagement und die Arbeit des Freundeskreises entscheidend, der das Lehmbruck Museum seit mehr als zwei Jahrzehnten unterstützt. Um diese wichtige Arbeit zu würdigen, zeigt das Lehmbruck Museum nun erstmals eine Ausstellung, die Werke präsentiert, die mit der Unterstützung des Freundeskreises Wilhelm Lehmbruck Museum e. V. und seiner Vorgängervereinigungen erworben wurden. Die sorgfältig und kenntnisreich konzipierte Ausstellung zeigt die wichtigsten künstlerischen Bewegungen der Bildhauerei von den Sechziger- und Siebzigerjahren bis in die heutige Zeit und ist in den Dreiecksräumen im Erweiterungsbau zu finden. Begleitend zur Ausstellung „Freunde sammeln“ ist ein Booklet erschienen, das für 3 Euro im Museumsshop erhältlich ist.

 
Der Freundeskreis Wilhelm Lehmbruck Museum e. V.

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Im Jahr 2000, im Zuge der Umwandlung des kommunalen Wilhelm Lehmbruck Museums in eine Stiftung, fusionierten der 1927 gegründete „Museumsverein Duisburg e. V.“ und der 1968 ins Leben gerufene „Fördererkreis des Wilhelm Lehmbruck Museums e. V. Duisburg“. Gemeinsam bilden sie nun den „Freundeskreis Wilhelm Lehmbruck Museum e. V.“. Der gemeinnützige Zweck dieses Vereins ist „die Förderung von Kunst und Kultur“. Im Mittelpunkt steht „der Ausbau der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum zu einer Sammlung von Meisterwerken der Plastik, Malerei, Grafik und Neuer Medien sowie (…) die Förderung der auf die Sammlungen bezogenen wissenschaftlichen Forschung und die Weiterbildung interessierter Bürger auf dem Gebiet der bildenden Kunst.“ Seit 2020 ist Rainer Grillo der Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises Wilhelm Lehmbruck Museum e. V. Die Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden sind Dr. Doris König und Dr. Otmar Franz.

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Das Lehmbruck Museum

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

 
Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Tony Cragg im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ausstellungen „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ werden im Anbau bis zum 30. Januar 2022 zu sehen sein. Weitere Sonderschauen gibt es von Tony Cragg (in der Glashalle zum Kantpark) und „Me and My Machine“ (im Atelier im Untergeschoss) bis 18. April 2022 bzw. bis 6. Februar 2022. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum üblicherweise – solange es die Corona-Lage zulässt – dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu den Highlights zählt hier mit Sicherheit das Künstlergespräch – Stephan Balkenhol im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks – am Freitag, 23. Oktober, um 18 Uhr (ca. 1 ½ Stunden). Auch diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier).

 

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

Nach der aktuellen Corona-Lage gelten (noch!) folgende Regelungen: Für Führungen und Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm sind aktuell grundsätzlich Anmeldungen erforderlich. Die Veranstaltungen finden vorbehaltlich eventueller Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie statt. Es kann zu kurzfristigen Anpassungen kommen. Außerdem ist die Anzahl der Besucher im Museum begrenzt: Auf aktuell 100 im Wechselausstellungsbereich sowie 300 im gesamten Museum: Es kann zu Wartezeiten kommen, falls diese Anzahl erreicht ist. Siehe auch: https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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Büchertipp: Fotobildband „Ruhrgebiet bei Nacht von oben“ von Hans Blossey im Klartext Verlag

Das Ruhrgebiet aus spannenden neuen Perspektiven
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: Ruhrgebiet bei Nacht von oben – Fotografien von Hans Blossey im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Dass das Ruhrgebiet niemals schläft, ist jedem bekannt, der nächstens über die Autobahnen fährt und in die Weite der „Stadt der Städte“ schauen kann: Beleuchtete Straßenzüge, markant beleuchtete Bauwerke und natürlich die Industrie, die 24/7 arbeitet. In diesem Umfeld hat Hans Blossey als heimatkundiger Luftbildfotograf den besonderen Zauber der Region eingefangen. Zum Fotografieren gewählt hat Blossey häufig Gelegenheiten, bei denen die Szenerie noch besser ausgeleuchtet ist als normal, wie den Weihnachtsmarkt oder die Extraschicht. Faszinierende urbane Strukturen ergeben häufig Wimmelbilder, auf denen der Betrachter die Details bekannter Straßen und Gebäude sucht. Oft sind es Straßenzüge, zuweilen ganze Ortsteile, manchmal legt der Fotograf den Focus auch auf einzelne Gebäude oder Landmarken wie das Duisburger Rathaus oder der Hauptbahnhof, verschiedene ehemalige Bergbaustandorte mit Fördergerüsten oder auch Tiger & Turtle.

 

Blick ins Buch: Ruhrgebiet bei Nacht von oben – Fotografien von Hans Blossey im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Hans Blosseys „Ruhrgebiet bei Nacht von oben“ zeigt – so der Untertitel – die schönsten Luftbilder der Region: Von Duisburg und Mülheim an der Ruhr im Westen bis Hamm und Unna im Osten, von der Ruhr im Süden bis Emscher und Lippe im Norden. Fast 100 spannende Fotografien hat Blossey aus luftiger Höhe eingefangen. Dabei eröffnet er dem Betrachter neue Perspektiven bekannter Ort, die aus einem Flugzeug noch einmal ganz anders wirken als von einer Drohne aufgenommen. Jeder, dem die Geografie der Region zumindest in Teilen vertraut ist, wird sich aufmachen, ihre markanten Gebäude und Landmarken aus der Luft wieder zu entdecken. Ein schönes Buch zum Blättern und Entdecken: Immer wieder aufs Neue.

 

 
Der Fotograf und das Buch

Blick ins Buch: Ruhrgebiet bei Nacht von oben – Fotografien von Hans Blossey im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Hans Blossey (*1952 in Essen) absolvierte eine Fotovolontariat bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen und arbeitete über viele Jahre als Bildredakteur im gesamten Ruhrgebiet. 1991 wechselte er in die Zentralredaktion der WAZ, wo er zehn Jahre lang verantwortlicher Fotograf für die Seite-Eins- und die Reportage-Redaktion war. 2009 machte er sich selbstständig als Presse- und gewerblicher Fotograf. Seit 1983 ist er mit drei Fluglizenzen und seit 1998 mit dem eigenen Flugzeug unterwegs. Sein Luftbild-Archiv umfasst mittlerweile über 300.000 Aufnahmen und wird vervollständigt internationale Reisefotografie. Hans Blossey ist Mitglied der Fotografenvereinigung freelens und Dozent an der Essener Medienakademie Ruhr* im Bereich Fotojournalismus.
www.luftbild-blossey.de

 
Das Buch „Ruhrgebiet bei Nacht von oben“ des Fotografen Hans Blossey ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 120-seitige Buch im Hardcover-Einband mit ganz- und vereinzelt auch doppelseitigen Fotografien ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-8375-2413-0).

 

 
Klartext Verlag

Blick ins Buch: Ruhrgebiet bei Nacht von oben – Fotografien von Hans Blossey im Klartext Verlag. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm trug die Serie noch das „… für Klugscheißer“ im Namen) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – fundiert und unterhaltsam, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
*) gegründet als Journalistenschule Ruhr, seit 2019 mit neuem Namen: ProContent gAG.

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Klartext Verlag

 
 

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Rat der Stadt Duisburg: Doppelhaushalt für 2022 und 2023 beschlossen

Positives Ergebnis ermöglicht Entlastungen für Duisburger
Von Petra Grünendahl

OB Sören Link (l.) und CDU-Fraktionschef Thomas Mahlberg (r.) vor der Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Erst nach über zwei Stunden Reden und Debatten war der Doppelhaushalt 2022/2023 mit den in den Ratsgremien – das letzte Wort hatte hier der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) – beschlossenen Änderungen (Beschlussvorlagen) vom Rat mehrheitlich abgesegnet. Den Weg dorthin säumten zahlreiche (auch im Rat dann abgelehnte) Änderungsanträge kleiner Parteien, die zuvor schon im HFA abgelehnt worden waren. Änderungen zum ursprünglichen Haushaltsentwurf der Verwaltung spiegeln in erster Linie das wieder, worauf sich die beiden großen Fraktionen SPD und CDU in ihrer informellen „Großen Koalition“ verständigt hatten. Der Etat umfasst für jedes Haushaltsjahr etwas über 2,2 Mrd. Euro und schließt mit einem kleinen Plus ab. Unvorhersehbare zusätzliche Ausgaben oder Einnahmeausfälle können dieses Polster aber schnell wieder zusammenschmelzen, was insbesondere die Große Koalition Vorsicht bei höheren Ausgaben oder weiteren Abgabensenkungen walten ließ, die über die im Haushalt vereinbarten hinaus gehen sollten.

 

Vor der Ratssitzung in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Verpflichtung der neuen Ratsherren Louis Bruns und Dr. Hans-Lothar Tacke (beide SPD) als Nachrücker für die verstorbenen Ratsherren Helmut Kaiser und Manfred Osenger startete die letzte Sitzung des Jahres im Rat der Stadt Duisburg. Mit ihren 120 Tagesordnungspunkten alleine im öffentlichen Teil ging die Sitzung nach der ausgedehnten Haushaltsdebatte bis in den späten Abend. Auch im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung wollten noch einmal 13 Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden.

 

 
Neue Stellenausschreibung für das Umweltdezernat
Nachdem eine Mitbewerberin gegen die Besetzung des Dezernats für Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Verbraucherschutz und Kultur geklagt hatte, schreibt die Stadt Duisburg die Stelle nun erneut aus. Abgesegnet werden mussten auch wieder verschiedene Corona-bedingte Mehrausgaben. Duisburg wird sich am Programm des Bundes und der Länder „Aktionsprogramms Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ beteiligen. Investitionen beschloss der Rat unter anderem in Schulen, in Stadtteilzentren und in Verkehrswege (Bauprogramm 2022 und 2023). Zu den vielen weiteren Beschlüssen zählten die Bewerbung um Fördermittel für die Umgestaltung des Kultushafens im Rahmen der IGA2027 sowie ein Wirtschaftskompass als Leitlinie für die zukünftige gewerbliche Entwicklung in Duisburg.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Duisburger Journalistentreff im Stadtfenster mit Petra Gerster und Christian Nürnberger

Mehr als nur Nachrichten: Seriöse Journalisten vermitteln Zusammenhänge
Von Petra Grünendahl

Von links: Christian Nürnberger und Petra Gerster mit Moderator Thomas Münten beim Journalistentreff des Presseverein Niederrhein-Ruhr in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir waren die ‘Gatekeeper’, die die Flut an Nachrichten gefiltert, moderiert und eingeordnet haben”, erklärte die ehemalige „heute“-Moderatorin Petra Gerster. Mittlerweile verbreiten sich Nachrichten in den sozialen Medien sehr viel schneller, oftmals ohne durch einen solchen Filter zu gehen: Jeder kann „Nachrichtensender“ werden. So verbreiten sich Fake News ebenso wie Hetze oder schlichtweg Falschinformationen in Windeseile. Allzu häufig zu Empfängern, die in ihrer „Blase“ weder eine Richtigstellung erfahren noch mit gegensätzlichen Ansichten konfrontiert werden. „In Krisen haben wir viele Fernsehzuschauer zurück geholt zu den Öffentlich-Rechtlichen und zu seriöser Berichterstattung“, erzählte Gerster. „Journalisten sind nötiger denn je, um die Nachrichtenflut kompetent einzuordnen“, bestätigte auch Buchautor und Publizist Christian Nürnberger. Die sozialen Medien sorgten dafür, dass Menschen immer nur mit ihrer eigenen Meinung gefüttert werden. Damit manipuliere Facebook Meinungen und radikalisiere Nutzer, erklärte der Autor. Für die klassischen Medien, so meinte er, führe dennoch kein Weg an den sozialen Medien vorbei: „Dort erreichen sie ein Publikum, das keine Zeitung liest und nicht Fernsehen guckt.“ Nötig wäre, so Petra Gerster, Medienkompetenz in der Schule fördern: „Demokratie lebt davon, dass es die vierte Gewalt gibt, die filtert, einordnet und die Zusammenhänge vermittelt.“

 

Von links: Christian Nürnberger und Petra Gerster beim Journalistentreff des Presseverein Niederrhein-Ruhr in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Der Presseverein Niederrhein-Ruhr, Duisburger Ortsverein des Deutschen Journalisten-Verbandes, hatte in Kooperation mit der Stadtbibliothek Duisburg zum Journalistentreff eingeladen. Zum Thema „Ernsthaft? Wie sich Nachrichten und ihre Wahrnehmung verändert haben“ führte Thomas Münten, Vorsitzender des Ortsvereins, ein Gespräch mit der ehemalige „heute“-Moderatorin Petra Gerster und ihrem Mann, dem freien Autor und Publizisten Christian Nürnberger. Petra Gerster volontierte nach dem Studium beim Kölner Stadtanzeiger und moderierte später die Aktuelle Stunde im WDR, bevor sie zum ZDF wechselte: Zehn Jahre lang moderierte sie das Frauenmagazin Mona Lisa, von 1998 bis Mai 2021 war sie dann als Hauptmoderatorin der „heute“-Nachrichten um 19 Uhr zu sehen. Christian Nürnberger war Physiklaborant, vier Jahre bei der Bundeswehr und studierte vier Semester evangelischen Theologie, Philosophie und Pädagogik. Dann absolvierte er die Henri-Nannen-Schule (Journalistenschule) und begann seine journalistische Laufbahn als Lokalreporter bei der Frankfurter Rundschau. „Zwei spannende Menschen“, versprach Thomas Münten vor der Podiumsdiskussion im Café der Stadtbibliothek. Nach der Geburt des ersten Kindes übernahm Nürnberger den Haushalt und Kinderbetreuung, lange bevor die Elternzeit auch für Männer hoffähig wurde. „Ich dachte damals, ich könnte Bücher schreiben, wenn die Kinder schlafen. Aber es hat dann Jahre gedauert, bis es so weit war“, erzählte der Publizist.

 

 
Sprache spiegelt Veränderungen in der Gesellschaft
Bücher schreiben die Beiden auch immer wieder gemeinsam. Ihr neuestes Buch „Vermintes Gelände“ beschäftigt sich mit der Sprache und wie sie das Bewusstsein der Gesellschaft und ihren kontinuierlichen Wandel abbildet. Nachdem Gerster als Moderatorin schon immer beide Geschlechter angesprochen hatte, fing sie in den letzten Monaten als „heute“-Moderatorin an zu gendern: So weit, so gut. Erst als die taz darüber berichtet hatte, brach ein Shitstorm los, der sie mit Hass-Mails und Drohbriefen konfrontierte. „Die Gesellschaft hat sich geändert und das müssen wir in der Sprache transportieren“, betonte Gerster. Jetzt werde auch über Dinge geredet, die früher kein Thema waren: „Dass Worte Menschen verletzen, wie zum Beispiel ‚Zigeuner’ die Sinti und Roma“, erklärte Nürnberger. Man solle Worte auch aus der Perspektive des anderen sehen und sich bewusst machen, welche Wörter problematisch sein können: „Das ist aber kein Grund, mit Hass zu reagieren“, so Nürnberger.
Gerster kritisierte, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft nicht überall widerspiegle: Im Fernsehen kämen als Experten Menschen zu Wort, die immer noch überwiegend weiß und männlich seien, obwohl die Gesellschaft und damit auch die Fachwelt weiblicher und sehr viel diverser geworden sei: „Mehr Recherche ist nötig, wer noch kompetent Auskunft geben kann: Damit nicht immer nur die gleichen Männer vor der Kamera stehen.“

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: DuMont zeigt „Die unterschätzten Stadte in Europa no 2“

Die kleinen Perlen in Europa, die zu entdecken sich lohnt
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

Antwerpen (Belgien) und Rotterdam (Niederlande) sind eher für ihre großen Seehäfen bekannt als für das, was sie Touristen zu bieten haben. In Rotterdam, so heißt es, verkaufe man die Hemden mit aufgekrempelten Ärmeln: Das „machen“ liege ihnen im Blut, was den Rotterdamern in ihrer Geschichte oft geholfen habe. Wechselvolle Geschichte unter unterschiedlichster Herrschaft und entsprechende Zuwanderung über die Jahrhunderte hat in ganz Europa Orte mit vielfältigsten Architekturen entstehen lassen, wo Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft schon zusammen lebten, als es den „Melting Pot“ noch nicht gab. Fremde Einflüsse bereicherten das Leben der Menschen auch kulturell. An manchen Orten locken mittelalterliche Ortskerne, woanders ist es die Gründerzeit oder die moderne Architektur – oder eben auch die Einflüsse aus dem arabischen oder osmanischen Raum. Manche Stadt kann auch mit einem UNESCO-Welterbe punkten. Andere haben ihre Industrievergangenheit hinter sich gelassen: In früheren Arbeitervierteln tummeln sich heute Kreative und Künstler. Jede dieser Städte lohnt nicht nur zum Schauen, sondern zum Erleben und Eintauchen in ihre Gegenwart und Vergangenheit.

 

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

Für den zweiten Band „Die unterschätzen Städte in Europa haben die Autoren (weitere) fünfzehn Städte ausgemacht, die in diesem Reiseführer von DuMont thematisiert werden: Antwerpen, Athen, Bamberg, Basel, Breslau, Dublin, Lübeck, Lyon, Málaga, Manchester, Palermo, Pécs, Porto, Rotterdam und Zagreb. Es sind nicht die Ziele, an die man bei einem Städtetrip sofort denkt. Aber eine jeder dieser Orte hat seine eigenen Reize, die sich zu erkunden lohnen. Die jeweiligen Autoren sind mit „ihren“ Städten sehr vertraut und bringen dem Leser diese Vertrautheit gerne näher. Man merkt, dass die Kapitel über die einzelnen Städte von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden: Mancher Text ist subjektiver gehalten, andere bemüht objektiver geschrieben. Das Buch versteht sich mehr als Ideengeber denn als lexikalischer Reiserführer. Es bietet nicht nur reichlich Informationen und Fakten über die Städte und ihre Geschichte, sondern auch Touren-Empfehlungen und viele Geheimtipps jenseits der bekannteren Pfade.

 

 
Unterschätzte Städte und Regionen

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

In Zeiten von Corona bewegen sich viele Menschen gerne jenseits größer Menschenmassen und Touristenströme. Diese sollten sich besonders angesprochen fühlen von einer ganzen Reihe von DuMont Reiseführern, die sich speziell auf unterschätzte Reiseregionen und Städte fokussiert. Fünfzehn solcher Ziele hat die DuMont-Reiseredaktion für diesen Städtekompass zusammen gestellt: Unterschiedliche Autoren präsentieren auf jeweils 16 Seiten ihre Städte-Highlights in Fakten, Empfehlungen und Bildern.

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

Die Informationen über die Städte sind nach dem gleichen Konzept aufgebaut: Warum ist diese Stadt ausgewählt, das ist die Stadt (mit ein weitergehenden Informationen), drei Touren durch die Stadt (Flanieren), eine Auswahl an Kunst-, kulturhistorischen und Technik-Museen sowie das eine oder andere Fußball-Museum sowie Orte zum Entspannen (Pausieren) in der Stadt und drum herum. Ein Buch zum Lesen, aber auch zum Blättern und Erkunden von reizvollen Orten. Und mit Sicherheit eine gute Anregung für den einen oder anderen Städtetrip.

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

Der DuMont Reiseführer „Die unterschätzten Städte in Europa No 2“ bietet auf 254 Seiten viele Informationen und ansprechende Fotos vom Klein- bis Großformat. Das großformatige Taschenbuch (18 x 26 cm) ist zum Preis von 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7701-8243-5).

Außer dem hier besprochenen Band gibt es vom DuMont Reiseverlag in dieser Reihe die „Unterschätzten Städte in Deutschland“ und den ersten Band der „Unterschätzten Städte in Europa“ sowie „Die unterschätzen Regionen in Europa“. Außerdem gibt es noch „Die entspannten Städte in Europa“.

 

 
DuMont Reiseverlag

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Europa no. 2. Foto: Petra Grünendahl.

Die MairDumont Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart), zu der auch der DuMont Reiseverlag gehört, ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die gesamte Reihe „DuMont Bildatlas“ ist für eine Neuauflage komplett inhaltlich und gestalterisch überarbeitet worden. Die Reihe bietet Reiseführer im Magazinformat über Städte und Regionen – von Deutschland über Europa bis hin zu Zielen in aller Welt, die jetzt sukzessive alle überarbeitet in einer Neuauflage erscheinen.
www.dumontreise.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: MairDumont

 
 

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Ballett am Rhein: Premierenpublikum feierte „Ad absurdum“ im Theater Duisburg

Die Absurdität menschlichen Seins in Tanz und Bewegung
Von Petra Grünendahl

Virginia Segarra Vidal (Pianistin). Foto: Bernhard Weis.

Während die „Pianistin“ (Virginia Segarra Vidal) die Unordnung im Ballettstudio beseitigt, klingelt schon die nächste Schülerin (Elisabeth Vincenti). Während der Ballettstunde wird der Ballettlehrer (Gracio Di Bella) immer aufdringlicher, bis er seine Schülerin schließlich erwürgt. Zusammen mit der Pianistin schafft der den Leichnam beiseite. Die Pianistin beseitigt die Unordnung, während schon die nächste Schülerin klingelt. Ein Feuerwerk menschlicher Interaktion in Tanz gemeißelt.

© Bernhard Weis
Eric White (Mr. Smith), Feline van Dijken (Mrs. Smith). Foto: Bernhard Weis.

Im zweiten Stück der Gleichklang eines „alten“ Ehepaares, Mr. und Mrs. Smith (Eric White und Feline van Dijken), aus dem sie auszubrechen versucht, seine Aufmerksamkeit will. Als das Dienstmädchen Mary (Emilia Peredo Aguirre) das Zimmer betritt und Besuch ankündigt: Wieder Gleichklang und – die Leere einer Beziehung. Mr. und Mrs. Martin (Julio Morel und Norma Magalhães) sind einander zum verwechseln ähnlich. Allein zurück gelassen im Raum erkennen ihre Gemeinsamkeiten. Mit der Rückkehr der Smith kommt die Bewegungslosigkeit zurück, in der Mrs. Smith in einem Alptraum gefangen sich bedrängt fühlt. Ihre Welt funktioniert nicht mehr nach dem Regeln der Logik. Ein Feuerwehrhauptmann (Edvin Somai) betritt den Raum, scheint Mrs. Smith der Retter zu sein. Als er sie verlässt, wird ihre Welt wieder klein: Sie bleibt allein zurück, ihren Ängsten ausgeliefert.

 

Orazio Di Bella (Lehrer), Elisabeth Vincenti (Schülerin). Foto: Bernhard Weis.

Im Theater Duisburg erlebte ein rundweg begeistertes Publikum die Ballett-Premiere von „Ad absurdum“. Der Doppelabend aus den Einakt-Stücken „The Lesson“ (deutsch: „Die Unterrichtsstunde“, 1948) und „Die kahle Sängerin“ (1951), die der französisch-rumänischen Autors Eugène Ionesco (1909–1994), führender Vertreter des Absurden Theaters, geschrieben hatte, avancierte zu einem Schauspielklassiker des 20. Jahrhunderts. Erstmals stehen diese Stücke nun als Ballettabend des Ballett am Rhein nebeneinander. Zum Stück „The Lesson“ stammt die Choreografie von Flemming Flindt zu einer Musik von Georges Delerue (Uraufführung 1963/64), „Die kahle Sängerin“ choreografierte Andrey Kaydanovskiy zu einer Musik von Alfred Schnittke (dies war die Uraufführung). Das Absurde Theater gab auch ohne Worte hervorragenden Stoff für einen anderthalbstündigen Ballettabend (inklusive einer Umbaupause), den ganz hervorragende Tänzer ausdrucksstark auf die Bühne brachten.

 

 
Das Absurde menschlicher Beziehungen

Orazio Di Bella (Lehrer), Elisabeth Vincenti (Schülerin). Foto: Bernhard Weis.

Die Ballett-Einakter erzählen Geschichten von der Absurdität menschlichen Seins. Der zudringliche Ballettlehrer und die selbstbewusste Tanzschülerin, die sich seinen Willen nicht aufzwingen lassen will. Die Ehepaare, die sich nicht mehr viel zu sagen haben. Interaktionen von Menschen in der Absurdität ihres Seins, die Ionesco noch mit Worten auf die Bühnen brachte, haben die Choreografen fürs Publikum verständlich in Bilder, Tanz und Bewegung umgesetzt. Dabei hauchten die Tänzer ihren Charakteren das Leben ein, das die Erzählungen trägt.

 

Emilia Peredo Aguirre (Mary), Norma Magalhães (Mrs. Martin). Foto: Bernhard Weis.

Musiker der Duisburger Philharmoniker spielten im Orchestergraben in kleiner Besetzung unter der musikalischen Leitung von Maria Seletskaja. Wegen der Abstandsregeln im Orchestergraben und auf der Bühne waren Teile von „Die kahle Sängerin“ im Vorfeld aufgezeichnet worden, so dass sie das Ballett nicht live, sondern vom Band begleiteten, was der Aufführung aber keinen Abbruch tat. Wer sich auf die Darstellungen auf der Bühne konzentrierte, merkte dies übrigens kaum. Für die Bühnen- und Kostümgestaltung zeichneten Bernard Daydé (The Lesson) und Emma Bailey (Die kahle Sängerin) verantwortlich, wirkungsvoll in Szene gesetzt vom Lichtdesign von Thomas Tarnogorski bzw. Vasilj Lisichov.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 21. November 2021 | 18:30 Uhr,
Sa | 27. November 2021 | 19:30 Uhr,
Sa | 4. Dezember 2021 | 19:30 Uhr,
So | 2. Januar 2022 | 18:30 Uhr und
Fr | 7. Januar 2022 | 19:30 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Eric White (Mr. Smith), Norma Magalhães (Mrs. Martin), Feline van Dijken (Mrs. Smith). Foto: Bernhard Weis.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Julio Morel (Mr. Martin), Edvin Somai (Feuerwehrhauptmann), Norma Magalhães (Mrs. Martin). Foto: Bernhard Weis.

Tickets kosten zwischen 17,00 und 67,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln


Elisabeth Vincenti (Schülerin), Orazio Di Bella (Lehrer). Foto: Bernhard Weis.

Die Vorstellungen ab 1. November werden voraussichtlich ohne Kapazitätsbegrenzungen durchgeführt. Der Zutritt erfolgt auf Basis der 2G-Regel. Innerhalb der Räumlichkeiten muss eine medizinische Maske getragen werden. Sie darf nach Vorstellungsbeginn am Platz abgenommen werden. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, ein gastronomisches Angebot im Opernfoyer gibt es mit Einschränkungen.
Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Bernhard Weis

 

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Lektüretipp: DuMont zeigt „Die unterschätzten Städte in Deutschland“

Städtetrips zu eher unbekannten Schätzen in Deutschland
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

Die älteste Stadt Deutschlands besuchen jährlich 150.000 chinesische Touristen, allerdings nicht wegen des reichen römischen Erbes der Stadt. Ein bisschen französisches Lebensgefühl bietet eine Großstadt direkt an der Grenze zum Nachbarn. Frankfurt am Main, Mannheim und Stuttgart haben trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung mit Banken-Skyline und Industrie auch für Touristen etwas zu bieten, was einen längeren Wochenend-Städtetrip rechtfertigen würde. In Bonn wandelt man (nicht nur, aber auch) auf den Spuren der jungen Bundesrepublik. Viele dieser Städte liegen an Flüssen oder alten Handelsstraßen, weshalb sie früh besiedelt wurden und über ein mehr oder weniger langes architektonisches Erbe verfügen. Heute locken lebendige Viertel mit gepflegter „Altstadt“-Bebauung (aus welcher Epoche auch immer), bedeutende Kirchen und Repräsentationsbauten, Denkmäler zum Schauen und Erleben. Die eine oder andere Stadt kann auch mit einem UNESCO-Welterbe oder als ehemalige Hansestadt punkten. Aus ihrer Geschichte heraus haben sie alle etwas zu bieten, was sich in der Stadtentwicklung und im heutigen Erscheinungsbild widerspiegelt.

 

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

Für „Die unterschätzen Städte in Deutschland“ haben die Autoren fünfzehn Städte ausgemacht, die in diesem Reiseführer von DuMont thematisiert werden: Bamberg, Bonn, Bremen, Erfurt, Frankfurt am Main, Karlsruhe, Lübeck, Mannheim, Münster, Regensburg, Rostock, Saarbrücken, Schwerin, Stuttgart und Trier. Es sind nicht die Ziele, an die man bei einem Städtetrip sofort denkt. Aber ein jedes hat ihre seine Reize, die sich zu erkunden lohnen. Die jeweiligen Autoren sind mit „ihren“ Städten sehr vertraut bzw. stammen wohl sogar von dort: Diese Vertrautheit bringen sie dem Leser gerne näher. Man merkt, dass die Kapitel über die einzelnen Städte von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden: Mancher Text ist subjektiver gehalten, andere bemüht objektiver geschrieben. Das Buch versteht sich mehr als Ideengeber denn als lexikalischer Reiserführer. Es bietet nicht nur reichlich Informationen und Fakten über die Städte und ihre Geschichte, sondern auch Touren-Empfehlungen und viele Geheimtipps jenseits der bekannteren Pfade.

 

 
Unterschätzte Städte und Regionen

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

In Zeiten von Corona bewegen sich viele Menschen gerne jenseits größer Menschenmassen und Touristenströme. Diese sollten sich besonders angesprochen fühlen von einer ganzen Reihe von DuMont Reiseführern, die sich speziell auf unterschätzte Reiseregionen und Städte fokussiert. Fünfzehn solcher Ziele hat die DuMont-Reiseredaktion für diesen Städtekompass zusammen gestellt: Unterschiedliche Autoren präsentieren auf jeweils 16 Seiten ihre Städte-Highlights in Fakten, Empfehlungen und Bildern. Ganz vereinzelt finden sich kleine Kartenausschnitte oder kartographische Überblicke.

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

Die Informationen über die Städte sind nach dem gleichen Konzept aufgebaut: Warum ist diese Stadt ausgewählt, Die Stadt auf einen Blick (mit weitergehenden Informationen), drei Touren durch die Stadt (Flanieren), die meistens zu Fuß, manchmal auch mit dem Fahrrad absolviert werden, eine Auswahl an Kunst-, kulturhistorischen oder Technik-Museen sowie natürlich Orte zum Entspannen (Pausieren) in der Stadt und drum herum. Ein Buch zum Lesen, aber auch zum Blättern und Erkunden von reizvollen Orten. Und mit Sicherheit eine gute Anregung für den einen oder anderen Städtetrip.

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

Der DuMont Reiseführer Die unterschätzten Städte in Deutschland“ bietet auf 254 Seiten viele Informationen und ansprechende Fotos vom Klein- bis Großformat. Das großformatige Taschenbuch (18 x 26 cm) ist zum Preis von 19,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7701-8869-7).

Außer dem hier besprochenen Band gibt es vom DuMont Reiseverlag in dieser Reihe „Die unterschätzten Städte in Europa“ als Band 1, „Die unterschätzten Städte in Europa No 2“ sowie „Die unterschätzen Regionen in Europa“. Außerdem gibt es noch „Die entspannten Städte in Europa“.

 

 
DuMont Reiseverlag

Blick ins Buch: Die unterschätzten Städte in Deutschland. Foto: Petra Grünendahl.

Die MairDumont Reiseverlagsgruppe aus Ostfildern (bei Stuttgart), zu der auch der DuMont Reiseverlag gehört, ist spezialisiert auf Reise- und Freizeitbücher. Die gesamte Reihe „DuMont Bildatlas“ ist für eine Neuauflage komplett inhaltlich und gestalterisch überarbeitet worden. Die Reihe bietet Reiseführer im Magazinformat über Städte und Regionen – von Deutschland über Europa bis hin zu Zielen in aller Welt, die jetzt sukzessive alle überarbeitet in einer Neuauflage erscheinen.
www.dumontreise.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: MairDumont

 
 

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Lektüretipp: Daniel Bobergs „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ im Sutton Verlag

Der Versuch, die Geschichte verlassener Orte einzufangen und zu konservieren
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ von Daniel Boberg. Foto: Petra Grünendahl.

Obwohl sich manche Lost Places äußerlich recht ähnlich sehen würden, habe doch jeder dieser Orte seine eigene Atmosphäre, schreibt Daniel Boberg in seinem neuen Bildband. Die wenigsten verlassenen Orte bleiben sich selbst überlasen und ansonsten unberührt, erhalten ihre originale Patina, an der nur der Zahn der Zeit genagt hat. Graffitis sind als Folgen früherer Besucher noch das geringste Problem: Die sinnlose Zerstörung an manchen Orten ist viel schlimmer! Mit großformatigen Überblicken und vielen „schönen“ Detailaufnahmen fängt Boberg die Faszination des Morbiden ein. Seine verlassenen Orte reichen vom Fast-Food-Restaurant und einem Bauerhof über ein Sprengstoffversuchslabor und eine Gießerei bis hin zur Drahtzieherei und zwei (unterschiedlichen) Schraubenfabriken. Duisburg kommt auch vor: Mit einer still gelegten Fabrik für feuerfeste Steine, die sich allerdings teilweise schon im Abriss befindet. Sehr bekannt ist auch die Zentralkokerei Alma in Gelsenkirchen: Das 1927 im Stile des Backsteinexpressionismus gebaute denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude wurde von Martin Kremmer und Fritz Schupp entworfen (wie auch u. a. die Zeche Zollverein). Seit seinem Besuch im Dezember 2019 laufen allerdings dort mittlerweile (endlich!) Sanierungsarbeiten.

 

Blick ins Buch: „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ von Daniel Boberg. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ hat Daniel Boberg seinen neuen Bildband über „Lost Places – Die Faszination des Vergänglichen“ veröffentlicht. Die Fotos stammen von verschiedenen Touren Ende 2019 bis Herbst 2020. Manche Orte sind noch nicht lange verlassen, andere schon seit Jahrzehnten. Er informiere sich gerne vorher zum Beispiel über Internet-Recherchen und in entsprechenden Foren, so der 33-Jährige, was ihn vor Ort erwartet. Dennoch erlebt er auch immer wieder Überraschungen: Zum Beispiel in Hagen, wo sich Besucher in der ehemaligen Schraubenfabrik die Klinke in die Hand gaben. Dass viele Lost Places im Laufe der Jahre Opfer von Diebstahl und Vandalismus geworden seien, bedauert der Autor, da es der Attraktivität dieser Orte nicht gut tut: „Wer ihre Faszination erhalten will, nimmt von dort nichts mit, außer seinen Bildern, und hinterlässt nichts, außer seinen Fußspuren.“ Zum sicheren Umgang mit Lost Places hat er für den Leser auch ein paar gute Tipps für die Erkundung von verlassenen Orten parat: Niemals alleine unterwegs sein, festes Schuhwerk, Atemschutzmasken für stark verschimmelte Räume – und: „wenn ich ein schlechtes Gefühl habe, lass ich es lieber!“

 

 
Der Faszination des Verfalls auf der Spur

Blick ins Buch: „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ von Daniel Boberg. Foto: Petra Grünendahl.

Seine ersten verlassenen Orte erkundete Daniel Boberg in seiner Jugend in Ostwestfalen, lange bevor der „Lost Place“ für ihn zum Begriff wurde. Berlin, wo er zeitweise lebte, oder Brandenburg erkundete er erst später und veröffentlichte sie als seine ersten Bildbände im Sutton Verlag. Mit Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und nun dem Ruhrgebiet legte er weitere Bildbände der Reihe „Verlassene Orte“ vor. Die Erkundung von so genannten Lost Places, die der gebürtige Ostwestfale der Sicherheit wegen grundsätzlich in Begleitung vornimmt, hat er datiert und mit einigen Fakten versehen. Darüber hinaus dokumentiert er gut recherchiert nicht nur ihre Gegenwart, sondern – soweit vorhanden – in umfassenden und informativen Texten auch ihre Vergangenheit, die er dem interessierten Leser zugänglich macht. Eingesammelt hat er auf seinen Streifzügen faszinierende Eindrücke, Stimmungen und Details eines Verfalls, die bleiben, auch wenn manche dieser Orte bald endgültig Vergangenheit sind. Zum Einsatz kamen neben seinen Kameras auch schon mal eine Drohne, die weitere spannende Perspektiven ermöglicht. Neben den Fotos gibt es auch zahlreiche Videos, die Daniel Boberg auf Pixelgranaten oder seinem YouTube-Kanal „Kamerakram“ veröffentlicht hat sowie eine Podcast-Reihe „Verlasszination“.

 
Daniel Bobergs großformatiges Buch „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 166 Seiten findet der Leser rund 170 mittel- bis großformatige Fotografien. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband kostet 29,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-348-3).

 

 
Der Autor

Blick ins Buch: „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ von Daniel Boberg. Foto: Petra Grünendahl.

Fotograf und Autor Daniel Boberg (Jahrgang 1988) ist freiberuflicher Software- und Web-Entwickler und lebt heute in Hamm. Aufgewachsen ist er in Bad Oeynhausen und Minden (Ostwestfalen), bevor er sich zum Studium erstmals nach Berlin aufmachte. Weitere Stationen waren Braunschweig, Bielefeld und wieder Berlin, von wo es ihn zurück nach NRW zog. Die Fotografie ist seine Leidenschaft, die er ständig weiter entwickelt. Faszinierend findet er seit langem auch Lost Places, wie er sie immer wieder gerne aufsucht: Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten und mit dem gebotenen Respekt gegenüber den Zeugen der Vergangenheit!
https://pixelgranaten.de/wir-sind-die-pixelgranaten/daniel/
https://danielboberg.de/
YouTube-Kanal „Kamerakram“

Bücher von Daniel Boberg im Sutton Verlag:
Verlassene Orte im Ruhrgebiet
Verlassene Orte in Niedersachsen
Verlassene Orte Nordrhein-Westfalen
Verlassene Orte in Brandenburg
Verlassene Orte in Berlin
https://verlagshaus24.de/autor/42020/boberg-daniel

 

 
Sutton Verlag, Erfurt

Blick ins Buch: „Verlassene Orte im Ruhrgebiet“ von Daniel Boberg. Foto: Petra Grünendahl.

Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Sutton Verlag

 
 

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Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT: Neue Bilder am Leinpfad in Duisburg-Ruhrort

Im elften Jahr „Die Nacht ist bunt am Hafenmund 2021“

Die Outdoor-Galerie am Leinpfad. Foto: Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT.

In unzähligen, nächtlichen Streifzügen entstanden bisher 60 Bilder zum Thema „Wasserwege und Binnenschifffahrt“ exklusiv für die Outdoor-Galerie. Das Organisationsteam bestehend aus den Fotografen Daniela Szczepanski und Frank Hohmann sowie der Künstlerin Iris Weissschuh ist für die gesamte Planung, Organisation, Druck, Hängung sowie Vernissage zur Ausstellung verantwortlich. Bei den Arbeiten an der Outdoor-Galerie kommen die Fotografen oft und gerne ins Gespräch mit den Menschen vor Ort und freuen sich über die positive Resonanz auf ihre Arbeiten. „Die Bilder machen die Menschen stolz auf ihre Heimat. Sie entdecken die Schönheit des Bekannten.“

 
Elf Jahre ist es her, dass in Duisburg der Startschuss zur Kulturhauptstadt 2010 fiel. Zusammen mit dem ganzen Ruhrgebiet brach man zu neuen, kreativen Zeiten auf, setzte Projekte und Pläne um, für ein bunteres, attraktiveres Ruhrgebiet. Auch in Duisburg Ruhrort, einem Stadtteil mit großer Historie und viel Potential wurde investiert. Am historischen Leinpfad, direkt an der Ruhrmündung entstand im Rahmen der 33. Duisburger Akzente (Titel: „Duisburg – Hafen der Kulturhauptstadt“) die Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT. 10 großformatige Fotografien von Daniela Szczepanski und Frank Hohmann prägen seither das Bild am Hafenmund; ein nachhaltiges und gelungenes Beispiel, wie Kunst im öffentlichen Raum, die Lebensqualität der Menschen erhöht.

Die Schirmherrschaft hat seit 2014 das Kulturdezernat der Stadt Duisburg übernommen. Seit dieser Zeit engagieren sich auch die Duisburger Hafen AG für die technische Instandhaltung der Outdoor-Galerie und das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt mit der Vernissage auf dem Museumsschiff „Oscar Huber“.

Finanziert wird dieses Engagement ausschließlich über Bildpatenschaften. Große und kleine Unternehmen aus Duisburg, Vereine und Fördergemeinschaften übernehmen zwei Jahre eine Patenschaft für ein Bild und ermöglichen so die Weiterführung des Projektes.

Bereits seit Monaten warten zehn neue Fotografien für die Ausstellung „Die Nacht ist bunt am Hafenmund“ von Daniela Szczepanski und Frank Hohmann darauf, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. 2020 war die Erneuerung bedingt durch Corona leider nicht möglich. In diesem Jahr werden nun die Bilder erneuert, die Feierlichkeiten auf dem Museumsschiff „Oscar Huber“ werden dann im nächsten Jahr nachgeholt – sofern es die Pandemielage zulässt.

Als Bildpaten sind für die nächsten zwei Jahre dabei: Duisburg Kontor GmbH, Duisburger Hafen AG, EWT Schifffahrtsgesellschaft mbH, Franz Haniel & Cie. GmbH, Förderverein für ein maritimes Ruhrort, NJP Grotstollen Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, Rhenus Trucking GmbH & Co. KG, Standby Neisius GmbH. Wie immer steuern die drei Künstler das Titelbild selbst bei.

 
Impressionen vom Leinpfad und der Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT. Fotos: Petra Grünendahl

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Auf der Homepage und der Facebookseite der Outdoor-Galerie findet man regelmäßig alle Informationen rund um das Projekt.
https://www.facebook.com/Outdoor-Galerie-Aufnachtschicht-541289159288541/
www.aufnachtschicht.com
Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT
Fotos: Petra Grünendahl (12), Outdoor-Galerie AUFNACHTSCHICHT (1)

 

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MSV Duisburg: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten im Klartext Verlag

Warum der MSV mit seinem höchsten Auswärtssieg sogar den FC Barcelona toppt
Von Petra Grünendahl

Blick ins Buch: „MSV Duisburg – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“. Foto: Petra Grünendahl.

Als Meidericher SV am 2. Juni 1902* gegründet dauerte es bis 1967, dass der Verein den Namen seiner Heimatstadt in den Vereinsnamen aufnahm und als MSV Duisburg kickte. Lokalderbys gab es früher gegen die Löwen von Hamborn 07. In einem Fernsehfilm (1973 in „Smog“) war der MSV ebenso zu sehen wie – echte Spielausschnitte – in einem Schimanski-Tatort. Was Bernhard Dietz als Spieler auszeichnete und warum in den 1950er-Jahren ein Spieler zeitweise in Handschellen zu Training und Spiel gebracht wurde, kann man ebenso hier nachlesen. Warum die Vorsitzenden des MSV seit 1970 „Präsident“ heißen, und auch, dass der MSV mit einer Spieltaktik in den frühen Bundesligazeiten seiner Zeit weit voraus war. Und was die Kniende (von Wilhelm Lehmbruck) auf der Rückseite des Buches mit dem MSV zu tun hat. Der Leser findet Rituale aus vergangener Zeit und Begebenheiten am Rande des Spielfelds. Dass der Vizemeister der ersten Bundesliga-Saison nie einen nennenswerten Titel gewonnen habe, widerlegen die Autoren und erinnern an den Rekordmeister der 1970er-Jahre.

 

Blick ins Buch: „MSV Duisburg – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“. Foto: Petra Grünendahl.

In über 80 kleinen Häppchen präsentieren die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau Fakten und Geschichten über den „MSV Duisburg“ mit dem viel sagenden Untertitel „Hier ist alles Leben pur“. In der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ hat das Team, aus deren Feder bereits „Duisburg für Klugscheißer“ und „Ruhrgebiet“ stammten, Wissenswertes rund um Duisburgs bekanntesten Fußballverein zusammen getragen. Mit dem einen oder anderen Augenzwinkern erzählen sie in kleinen Episoden aus dem Vereinsleben, der Spielhistorie, räumen mit Irrtümern auf und bieten dem Leser Aha-Erlebnisse. Eine fünfseitige Kurz-Chronik des MSV rundet das Vereinswissen ab. Interessante Fakten aus Heimatgeschichte und Fußballgeschichte haben eine Bedeutung weit über den MSV hinaus. Auch spiegelt die Historie des MSV immer wieder die Geschichte seiner jeweiligen Zeit (zum Beispiel im Nationalsozialismus) wieder und ist damit auch Teil der Duisburger Stadtgeschichte. Das Buch ist also definitiv nicht nur was für MSV- oder Fußballfans, sondern liefert auch „normalen“ Duisburgern viele Informationen über ihre Stadt.

 

 
Die Autoren und das Buch

Blick ins Buch: „MSV Duisburg – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Autoren Tina Halberschmidt und Martin Wedau stammen aus Duisburg: Die Stadt ist für beide mehr als nur ein Wohnort – nämlich eine Herzenssache. Das Ruhrgebiet, der „Pott“, ist Heimat. Beide sind natürlich, wie es sich für Duisburger gehört, MSV-Fans. Durch Höhen und Tiefen sind sie der Mannschaft in den letzten Jahrzehnten treu gefolgt. Martin Wedau beschäftigt sich mit Sachbüchern und als „Kees Jaratz“ im Zebrastreifenblog mit dem MSV Duisburg, seiner Heimatstadt und dem Ruhrgebiet. Tina Halberschmidt ist als Redakteurin bei einer Verlagsgruppe in Düsseldorf tätig. Auf ihrem Blog „Ein Zebra in der Achterbahn“ berichtete sie über den MSV.
tinahalberschmidt.de
Zebrastreifenblog

Das 124-seitige Buch „MSV Duisburg“ von Tina Halberschmidt und Martin Wedau ist im Essener Klartext Verlag in der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ erschienen. Das informative und faktenreiche, aber auch kurzweilige bebilderte Taschenbuch ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2395-9).

Blick ins Buch: „MSV Duisburg – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm trug die Serie noch das „… für Klugscheißer“ im Namen) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – fundiert und unterhaltsam, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

*) Das bis dahin selbstständige Meiderich kam erst 1905 zusammen mit Ruhrort zu Duisburg.

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Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl, Layout: Klartext Verlag

 
 

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Deutsche Oper am Rhein: Publikum feierte Richard Wagners „Tristan und Isolde“ zur Premiere im Theater Duisburg

Vom Leben, vom Lieben und vom Loslassen
Von Petra Grünendahl

Daniel Frank (Tristan), Alexandra Petersamer (Isolde), Duisburger Philharmoniker. FOTO: Hans Jörg Michel.

Auf der Schiffsüberfahrt von Irland nach Kornwall erzählt Isolde (Alexandra Petersamer) ihrer Vertrauten Brangäne (Katarzyna Kuncio) von ihrer ersten Begegnung mit Tristan (Daniel Frank), der ihren Verlobten im Kampf getötet hatte und seine Verletzungen ausgerechnet von ihr behandeln ließ. Als sie ihn als den Täter ausmachte, wollte sie ihn töten, aber sein Blick ließ sie in Liebe zu ihm entbrennen. Isolde fühlt sich gedemütigt, denn Tristan bringt sie nun als Braut für seinen Onkel, den König Marke (Hans-Peter König) nach Kornwall. Tristan redet nicht einmal mit ihr, sondern nur durch seinen Begleiter Kurwenal (Richard Šveda). Isolde will ihn (und sich selbst) töten, aber Brangäne tauscht den Todestrank gegen einen Liebestrank: Die beiden gestehen einander ihre Liebe. Nach der Heirat mit Marke treffen sich die Liebenden heimlich, werden aber von Tristans vermeintlichem Freund Melot (Dmitri Vargin) verraten. Kurwenal bringt den im Kampf mit Melot verwundeten Tristan in seine Heimat Kareol, wo dieser sterben will, da er ohne Isolde nicht leben, aber eben auch nicht loslassen kann. Erst als Isolde bei ihm eintrifft, kann er vom Leben lassen. Auch sie gibt sich über seinem Sarg dem Tod hin. König Marke, von Brangäne über die Zusammenhänge aufgeklärt, hätte die beiden gemeinsam ziehen lassen, kommt aber zu spät.

 

Alexandra Petersamer (Isolde), Daniel Frank (Tristan). FOTO: Hans Jörg Michel

Mit minutenlangen Standing Ovations und vielen Bravo-Rufen feierte das restlos begeisterte Publikum die hochklassige Premieren-Vorstellung von Richard Wagners (1813–1883) „Tristan und Isolde“ im Theater Duisburg. Erstmals spielte die Deutsche Oper am Rhein diese Version der Oper in drei Aufzügen an einem Abend, in der vergangenen Spielzeit war sie in Düsseldorf auf drei Abende verteilt gewesen. Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, hatte im Mai 2020 bei Eberhard Kloke angefragt, ob er sich vorstellen könnte, „Tristan und Isolde“ Corona-konform für ein kleines Orchester zu bearbeiten. Er konnte – und so entstand zusammen mit Regisseur Dorian Dreher eine Bearbeitung für die Deutsche Oper am Rhein, die mit weniger Musikern im Orchestergraben auskommt und Teile der Instrumentierung sogar auf die Bühne verlagert. Kloke hat die Noten von Wagner neu arrangiert: Herausgekommen ist ein Werk, welches in keinster Weise Wagners mächtige Bühnenpräsenz eingebüßt hat. Die Duisburger Philharmoniker dominieren selbst in kleiner Besetzung und mehr noch auch auf der Bühne unter ihrem Dirigenten Axel Kober, der als exzellenter Wagner-Dirigent zählt und schon mehrfach in Bayreuth den Taktstock schwingen durfte. Die Corona-Inszenierung von „Tristan und Isolde“ ist anders, als man Wagner bislang erleben durfte, aber dafür von ihrem Konzept nicht weniger faszinierend und Stoff für einen tollen Opernabend. Mit zwei halbstündigen Pausen (für Umbauten auf der Bühne) dauert die Vorstellung gute fünf Stunden. Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung.

 

 
Der Komponist, das Werk, die Inszenierung

Alexandra Petersamer (Isolde), Daniel Frank (Tristan). FOTO: Hans Jörg Michel.

Für den Text zu seiner Komposition hat Richard Wagner den Versroman „Tristan“ von Gottfried von Straßburg aufs Wesentliche verdichtet zum Libretto verarbeitet: Was Wagner als „Handlung“ bezeichnet spielt in den Gefühlswelten seiner Figuren. Sein Musikdrama bietet weniger Handlungstheater als eine Interaktion von vielschichtigen Psychogrammen der Charaktere. Wagner komponierte die Oper während seiner Arbeiten am „Ring des Nibelungen“, weil der chronisch unter Geldnot leidende Komponist kurzfristig Finanzmittel brauchte. Obwohl schon Ende der 1850er-Jahre fertig gestellt, findet eine Uraufführung allerdings erst 1865 im Nationaltheater München statt.

 

Hans Peter König (König Marke), dahinter Daniel Frank (Tristan), Katarzyna Kuncio (Brangäne). FOTO: Hans Jörg Michel.

Gesanglich wie schauspielerisch überzeugen die herausragenden Akteure, die auch das Innenleben ihrer Figuren glaubhaft vermitteln. Für diese Aufführung der Deutschen Oper am Rhein hat der Dirigent, Komponist, Arrangeur und Projektmacher Eberhard Kloke das monumentale Werk verdichtet und in Form einer komponierten Interpretation bearbeitet, um die Aufführung mit einem kleineren Orchester möglich zu machen. Die Uraufführung der Bearbeitung fand in der letzten Spielzeit in Düsseldorf an drei aufeinander folgenden Abenden statt. Neben dem überschaubaren Cast an Akteuren stehen auch ein Streicherquartett als musikalische Begleitung der Isolde und ein Englischhorn (ein Holzblasinstrument ähnlich einer Oboe) für den Tristan mit auf der Bühne: Selten sind die Komposition und die Musiker so präsent. Dass auch immer wieder andere Musikergruppen von der Bühne aus spielen, lässt das immer noch sehr monumentale Werk nicht gerade nach „kleinerem“ Orchester klingen. Unterstützt werden die Emsemble-Sänger vom Herrenchor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski. Die Inszenierung lebt auch von dem technisch aufwändigen variablen Bühnenaufbau mit verschiedenen Ebenen, für den Heike Scheele verantwortlich zeichnet. Die Kostüme hat Ronja Reinhardt entworfen. Stimmungsvoll ins rechte Licht gesetzt werden Bühnenbild und Aufführung von Volker Weinharts Lichtdesign.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack: der Teaser

Daniel Frank (Tristan). FOTO: Hans Jörg Michel.

Auf ihrem Youtube-Kanal stellt die Deutsche Oper am Rhein noch ein vierteiliges Making-Of über diese völlig neue Fassung von „Tristan und Isolde“ zur Verfügung.

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 6. November 2021 | 17:00 – 22:00 Uhr und
So | 14. November 2021 | 17:00 – 22:00 Uhr.

 

 
Deutsche Oper am Rhein


An der Bar: Daniel Frank (Tristan), Kirsten Kadereit-Weschta (Englischhorn). Obere Ebene: Duisburger Philharmoniker, Richard Šveda (Kurwenal). FOTO: Hans Jörg Michel.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Alexandra Petersamer (Isolde), Duisburger Philharmoniker. FOTO: Hans Jörg Michel.

Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer im Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Tickets kosten zwischen 19,00 und 66,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln

Alexandra Petersamer (Isolde), Duisburger Philharmoniker. FOTO: Hans Jörg Michel.

Seit dem 1. November werden dürfen die Vorstellungen wieder ohne Kapazitätsbegrenzungen durchgeführt werden. Der Zutritt erfolgt auf Basis der 2G-Regel. Innerhalb der Räumlichkeiten muss eine medizinische Maske getragen werden. Sie darf nach Vorstellungsbeginn am Platz abgenommen werden. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, ein gastronomisches Angebot gibt es mit Einschränkungen.
Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel

 

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Lektüretipp DuMont Bildatlas “Ruhrgebiet”: Überarbeitete Neuauflage für den Reiseführer im Magazinformat

Schon vor dem Trip eintauchen in die Region
Von Petra Grünendahl

DuMont Bildatlas Ruhrgebiet in einer Neuauflage. Foto: Petra Grünendahl.

Das Ruhrgebiet von qualmenden Schornsteinen und grauem Himmel war einmal, Teile der aufgegebenen Bergbau- und Industriestandorte sind geblieben: als Industriekultur in vielfältigster Nachnutzung. Aus der Zeit der Kohle- und Stahlbarone stammt eine Dichte von Museen, die man nirgends sonst findet. Die Wanderung der Kohleförderung von der Ruhr Richtung Norden ließ nicht nur den Himmel über der Ruhr wieder blau werden (Emscher und Lippe folgten erst später), sondern schaffte renaturierte Landschaften und Raum für Freizeitaktivitäten. Die erste Kohlekrise schob einen Fokus auf Bildung an, der ein dichtes Netz von Hochschulen und hochschulnahen Institutionen zur Folge hatte. Der Strukturwandel, dem die Internationale Bauausstellung Emscherpark 1989 – 1999 weitere Impulse gab, war nicht der erste im Ruhrgebiet, hat die Region aber nachhaltig verändert: Neues entsteht aus dem Alten. Wo man früher aufgegebene Bergwerksstandorte abgerissen hat, entsteht heute in alten Hallen Neues, das sich sehen lassen kann.

 

DuMont Bildatlas Ruhrgebiet in einer Neuauflage. Foto: Petra Grünendahl.

Der DuMont Bildatlas „Ruhrgebiet“ ist in einer zweiten, völlig überarbeiteten und neu gestalteten Auflage erschienen. Geografisch aufgeteilt in die Regionen Westliches, Mittleres, Östliches, Südliches und Nördliches Ruhrgebiet sind in griffigen Häppchen viele interessante Informationen aufbereitet. Sehens- und besuchenswertes hat der aus Münster stammende Autor Matthias Eickhoff zusammen getragen. Das Gros der begleitenden Fotos stammt von Berliner Fotografen Martin Kirchner. Garniert ist der Reiseführer mit Magazintexten wie „Zur Sache“ zu Themen wie Mythos Pott, Kunst & Kultur, Sport und „Was kommt nach Kohle und Stahl?“ sowie mit „Unsere Favoriten“ aus den Erlebnisstätten in alten Industriestandorten (Schlösser der Arbeit), dem Unterkunftsangebot („Vielfältig gebettet“) sowie den Veranstaltungen („Im Frack oder in Jeans“).

 

DuMont Bildatlas Ruhrgebiet in einer Neuauflage. Foto: Petra Grünendahl.

Den textlichen Überblicken über die immense Vielfalt an lohnenswerten Zielen in den Regionen folgen Daten und Fakten zu den wichtigsten Städten mit Adressen und Kontaktdaten von Sehenswertem, Museen oder Gastronomie. Manch eine Information ist aber – gerade „nach“ Corona – nicht mehr ganz aktuell und sollte vor einem Trip überprüft werden. Praktische Informationen für die Reise, Historisches sowie Daten & Fakten runden eine lesens- und besuchenswerte Zusammenstellung von interessanten Zielen im Ruhrgebiet (und etwas darüber hinaus) ab. Neben Beschreibungen von Städten, Museen und Sehenswertem gibt es Tipps für Gastro und Übernachtung, Feste & Festivals sowie Kulturveranstaltungen und viele Verweise für weitergehende eigene Recherchen.

 

 
DuMont Bildatlas Ruhrgebiet

DuMont Bildatlas Ruhrgebiet in einer Neuauflage. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den ausgewählten Zielen des Autors – „Unsere Top 12“ – zählt in Duisburg nur der Innenhafen. Allerdings ist diese Auswahl natürlich subjektiv und persönlich. Andere würden stattdessen den Landschaftspark Nord wählen, der aus der ehemaligen Eisenhütte (!) Meiderich (nein, kein Stahlwerk!) entstanden ist. Aber so etwas ist auch – wie jede Zusammenstellung von „Highlights“ einer Region – eine Frage des subjektiven Geschmacks und der persönlichen Vorlieben.

DuMont Bildatlas Ruhrgebiet in einer Neuauflage. Foto: Petra Grünendahl.

Das Magazinformat mit passendem Layout bietet ein Lesevergnügen, da man durchaus schon mal etwas überspringen kann. Oder man blättert und liest sich fest. Und natürlich gibt es im Pott noch viel mehr zu entdecken als das, was Autor und Fotograf hier zusammen getragen haben, aber für den Anfang – egal ob Tourist oder Einheimischer, der mal etwas jenseits seines eigenen Kirchturms gucken möchte – weist das Werk interessante Wege.

Der DuMont Bildatlas Ruhrgebiet (Bildatlas 206) bietet auf 124 Seiten viele Informationen und ansprechende Fotos vom Klein- bis Großformat. Das Taschenbuch im Magazinformat (21 x 28 cm) ist zum Preis von 11,50 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-6160-1299-5).

 

 
DuMont Reiseverlag