Theater am Marientor in Duisburg: Urauffühung von Ralph Siegels Musical „’N bisschen Frieden“ im Oktober

Deutsch-deutsches Liebesdrama im Spiegel der Musikgeschichte
Von Petra Grünendahl

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Ende der 1960er-Jahre lernt Richard die westdeutsche Studentin Elisabeth kennen: Die Liebe seines Lebens. Das Musical beginnt 1979, als Richard als Pop- und Protestsänger in der DDR keine Zukunft mehr sieht. Den Versuchen des Stasi-Manns Krause, ihn als IM in den Westen zu schicken, widersetzt er sich: Das ist nicht sein Ding, auch wenn er natürlich gerne Elisabeth wieder sehen würde. Mit seinem Freund Bernd will Richard über die Ostsee flüchten. Die beiden tauchen nie wieder auf und werden schließlich für tot erklärt.

Kostproben aus Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl

Dreißig Jahre später entdeckt Elisabeth in einer Zeitschrift das Foto eines Straßenmusikers in Brighton: Das ist ihr Ricky, ist sie sich sicher. Mit ihrer Enkelin Nina, die Sängerin werden möchte, aber Jura studieren soll, macht sie sich auf die Suche nach Richard. Denn: Wenn er noch lebt, warum kam er nicht zu ihr? Sie sucht Antworten und für sich auch ’n bisschen Frieden. Wie die Liebe und die Musik es schaffen, Grenzen und Gewalt zu überwinden, davon erzählt das Musical „’N bisschen Frieden“, das am 20. Oktober 2022 in Duisburg im Theater am Marientor (TaM) seine Welturaufführung feiert.

 

Cast und Kreativteam von Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

TaM-Theaterdirektor Wolfgang DeMarco als Produzent stellte das Musical zusammen mit dem Komponisten Ralph Siegel, dem Kreativteam und dem Cast (Besetzung) im Pressegespräch vor. „Dies hier ist ein traumhaftes Theater“, schwärmte der Ralph Siegel, der erstmals in Duisburg ein Stück zur Uraufführung bringt. Die Geschichte nach einem Buch von Ronald Kruschak sei ein deutsch-deutsches Liebesdrama, eine Kriminalgeschichte, sei aber auch bisschen zum Lachen, erzählte DeMarco. Außer von Kruschak und Siegel stammen natürlich auch viele der Liedtexte von Michael Kunze und Bernd Meinunger, mit denen Siegel jahrzehntelang zusammenarbeitete.

Von Links: Ralph Siegel, Benjamin Sahler, Stephanie Gröning. Wolfgang DeMarco und Ronald Kruschak. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Besetzung der Rollen hat Produzent DeMarco namhafte Sänger und Schauspieler gewinnen können, die ihre bisherigen Erfolge auf Musical- und Theaterbühnen sowie in Kino und Fernsehen feierten. Tim Wilhelm (Sänger der Gruppe Münchener Freiheit) verkörpert den Richard, Jennifer Siemann die Nina und Sonia Farke die (alte) Elisabeth. Der Popsänger Markus („Gib Gas, ich will Spaß“) ist in der Rolle von Richards Freund Bernd dabei. Bis zum 31. Dezember soll das Musical in Duisburg 35 Mal aufgeführt werden. Der Karten-Vorverkauf ist gerade gestartet. Mehr Informationen gibt es unter www.n-bisschen-frieden.de.

 

 
Ralph Siegel

Komponist Ralph Siegel (m.). Foto: Petra Grünendahl.

Schon Anfang der 1960er-Jahre komponierte Ralph Siegel (*1945) seine ersten Musikstücke. Schon in jungen Jahren machte er sich einen Namen und komponierte für die Größen in der deutschen Schlager-Szene der 1970er- und 1980er-Jahre. Mit insgesamt 25 Liedern war der gebürtige Münchener beim Eurovision Song Contest (früher „Grand Prix“) dabei: Mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“ 1982 sogar als Gewinner, Erfolge erzielte er auch mit zweiten, dritten und weiteren vorderen Plätze. Obwohl er sich als Schlager-König einen Namen gemacht hatte, war es immer sein Traum, ein Musical auf die Bühne zu bringen. Nach ein paar kleineren Erfolgen feierte dann 2021 „Zeppelin“ als sein bislang erfolgreichstes Musiktheater im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen seine Uraufführung. Von dort hat er als Regisseur Benjamin Sahler und als Choreografin Stephanie Gröning für die Inszenierung von „’N bisschen Frieden“ nach Duisburg mitgebracht.

 

„Ricky“ Tim Wilhelm war zum Pressegespräch zugeschaltet. Foto: Petra Grünendahl.

Was das neue Musical auszeichnet, ist seine immense Bandbreite aus Siegels reichhaltigem musikalischen Schaffen aus über 60 Jahren: Die Musikstücke im Musical stammen aus einem Zeitraum von den 1960er-Jahren bis heute. Das reicht von Protestliedern über bekannte Schlager und Pop-Hits bis hin zu Rock’n’Roll, Balladen und Hymnen. „Manche Stücke könnte oder würde ich heute nicht mehr so schreiben“, so der Komponist. Sie konnten nur in „ihrer“ Zeit überhaupt so entstehen, wie Ralph Siegel sie damals komponiert hat. Damit verströmen sie einen authentischen Zeitgeist in einem Musical, welches schließlich Jahrzehnte deutscher Geschichte überspannt.

 
Tickets

Ralph Siegels „‚N bisschen Frieden“ im Theater am Marientor (TaM). Foto: Petra Grünendahl.

Premierenkarten kosten zwischen 49,90 und 99,90 Euro*, die Folgevorstellungen zwischen 45,90 und 95,90 Euro*. Wer die Generalprobe am 19. Oktober als Vorstellung buchen will, bekommt Tickets zwischen 29,90 und 79,90 Euro*. Direkt zu den Buchungen geht es hier.
*) Preise inkl. MwSt., zzgl. 2,00 € Servicegebühr und Versandkosten pro Bestellung

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Von der Quelle bis zur Mündung: Die Ruhr. Fluss der Herzen im Ellert & Richter Verlag

Bilder in die Vorstellungen der Leser gemalt
Von Petra Grünendahl

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ruhr entspringt im Rothaargebirge nahe Winterberg. Von den ersten Tropfen an ihrer Quelle, die eher ein Rinnsal sind als dass sie sprudeln, hat Tanja Breukelchen den stetig anschwellenden Strom auf seiner Reise begleitet: Durch das Sauerland (obere Ruhr), durch Städte entlang des Flusslaufs und entlang mancher Zuflüsse, die den Strom anschwellen lassen, bis zur unteren Ruhr, die größtenteils durch das Ruhrgebiet fließt hin zur Rheinmündung in Duisburg-Ruhrort. Dabei hat die Hamburger Autorin, die in der Nähe von Hattingen aufgewachsen und für die das Ruhrgebiet „alte Heimat“ ist, viele Orte besucht und so manche Perle entdeckt: Ihre bildhaften Schilderungen lassen sie vor den Augen des Lesers erlebbar werden. Da sind die malerischen Flussauen und Stauseen, die seinerzeit überwiegend zur Reinigung des Ruhrwassers angelegt worden waren. Zahlreiche mittelalterliche Ortskerne locken Besucher ebenso wie Burgen oder Burgruinen, aber auch die Spuren der Industrialisierung. Zur Historie der Orte hat die Autorin Geschichten und Stimmen von Menschen am Fluss eingesammelt, die ihren Ausführungen Leben einhauchen.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für ihr Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ hat Tanja Breukelchen die Ruhr von der Quelle in einem Wald im Rothaargebirge bis zur Mündung in den Rhein mit dem Fahrrad bereist. Sie erzählt von den Menschen, die sie am Fluss getroffen hat und von alten Geschichten im Tal der Ruhr: Von großen Namen und kleinen Leuten, von Sagengestalten, Burgherren und Ruhrbaronen. In sieben Kapital ist das Buch aufgeteilt, die jeweils einen in mehreren Tagen absolvierten Abschnitt entlang der Ruhr mit insgesamt 23 Orten vorstellen. Und erst im dritten Abschnitt dringt der Leser nach über 120 Kilometern am Flusslauf (von 219 Kilometern) ins Ruhrgebiet am unteren Ruhrlauf ein. Zum Abschluss der Kapitel hat die Autorin jeweils Infos zusammen gestellt zu den Etappen und nahen Zielen sowie auch schon mal ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten: Alles mit Adresse und (sofern vorhanden) Webseiten. Mindestens zwei der aufgeführten Locations sind allerdings mittlerweile geschlossen (unterwegs war die Autorin für ihre Recherchen im vergangenen Jahr). Eine Seite mit weiterführenden Literaturtipps rundet das sehr gelungene Buch ab.

 

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch versteht sich nicht als Reiseführer oder gar (Fahrrad-)Wanderführer, sondern eher als Streifzug für Entdecker und Inspiration für eigene Erkundungen des Lesers. Es ist sehr text-lastig aufgebaut mit wenigen Fotos anderer Fotografen – und das ist gewollt, denn Tanja Breukelchen ist Erzählerin: Mit Worten malt sie Bilder und Geschehnisse in die Vorstellung des Lesers: Von Landschaften, Orten – und von den Menschen. Oder auch von den Sagen und Legenden, die die Region prägten. Da lässt man sich gerne auf eine Reise verführen. Man muss diese ja nicht der Autorin gleich mit dem Fahrrad antreten, obwohl auch das mit Sicherheit seinen Reiz hat!

 

 
 
Die Autorin und das Buch

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Tanja Breukelchen (Jahrgang 1976) verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet in der Nähe von Hattingen. Sie studierte an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte und ging 2001 für ein Volontariat an der Journalistenschule Axel Springer nach Hamburg, wo sie bis heute lebt. Freiberuflich arbeitet sie als Journalistin und Autorin und liebt es, Menschen und ihren Geschichten zuzuhören und darüber zu schreiben.
www.breukelchen.de

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Die Ruhr. Fluss der Herzen“ ist im Hamburger Verlag Ellert & Richter erschienen. Das 192-seitige Taschenbuch mit Klappbroschur-Umschlag, 64 Abbildungen und monochromen Karten, die minimalistisch den Ruhr-Verlauf mit seinen Städten darstellen, ist für 18,00 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8319-0816-5).

 

 
Ellert & Richter Verlag

Die Ruhr. Fluss der Herzen: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Ellert & Richter Verlag wurde 1979 von Marita Ellert, Frank Grube und Gerhard Richter in Hamburg gegründet, wo er auch heute noch ansässig ist. Das Verlagsprogramm startet mit Schwerpunkten in den Bereichen Reisen und Reisebildbände, später kamen Bild-Textbände und Ratgeber dazu. Nach wie vor prägen Reiseführer und Bildbände zu regionalen, vor allem auch norddeutschen Themen, das Gesicht des Verlags. Darunter auch verschiedene Bücher zum Ruhrgebiet von Kennern der Region u. a. von Rolf Kiesendahl. Seit 2000 publiziert der Verlag die Buchreihe „Hamburger Köpfe“, die Persönlichkeiten in ihren Hamburger Zeiten vorstellt.

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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Lektüretipp: Vergessen, verlassen und unheimlich – Lost & Dark Places im Ruhrgebiet

Spannende Orte, die aus ihrer Zeit gefallen sind
Von Petra Grünendahl

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So „lost“ sind manche dieser Orte gar nicht: Aber vergessen scheinen sie schon, kümmert sich doch schon seit Jahrzehnten niemand mehr um den Erhalt. Ihr Verfall lockt leider nicht nur jene, die die Faszination dieser Orte genießen und sie mit ihrer Kamera einfangen wollen, sondern leider auch Vandalen, die ihre unschönen Spuren hinterlassen. Burgruinen scheinen da von Ruinenschleichern mit mehr Respekt behandelt zu werden als Industrieruinen. Das gilt selbst für Verwaltungsgebäude wie jenes der Kokerei Alma, das von den Zollverein-Architekten Kremmer und Schupp entworfen wurde: Zerstörung und jede Menge Graffiti, die eher in die Kategorie Schmiererei gehört. Sobald Betriebe aufgegeben werden oder Häuser verlassen, nagt ohnehin der Zahn der Zeit. Und solange nicht mutwillig etwas zerstört wird, hat das seinen Reiz: Wie einige Orte beweisen, die sich zum Teil auch die Natur zurück geholt hat. Überbleibsel von Zechen und verschiedenster Industriebetrieben zählen ebenso dazu wie ein altes Fußballstadion, ein aufgegebenes Hotel oder Krankenhaus, Brückenruinen oder sogar ein ehemaliges Bordell. Auch eine Autorennstrecke und eine Pferderennbahn zählen zu den Lost Places. Bei manch einem Gebäude fragt man sich aber schon, warum es nie für eine Nachnutzung instand gesetzt worden ist. Denn ein besonderer Reiz liegt oft schon in der ursprünglichen Bausubstanz und nicht erst im Verfall. Es sind nicht die Geheimtipps in diesem Buch, dafür sind ihre Verortungen zu bekannt. Aber es sind spannende Orte, die oft auch etwas abseits bekannter Ausflugsrouten zu finden sind.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In seinem neuen Buch „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ führt Karsten-Thilo Raab den Leser durch – so der Untertitel – 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Von der im zweiten Weltkrieg gesprengten Rheinbrücke in Wesel und dem ehemaligen St.-Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl im Westen reichen seine Erkundungen bis Hamm in Nordosten und Hagen im Südosten. Es sind durchaus bekannte Spots, denen Raab in seinem Buch einen Raum gibt: GPS-Daten und Anfahrtsbeschreibungen weisen Ortsunkundigen den richtigen Weg. Manche Orte sind sogar öffentlich zugänglich, auch wenn vielen Besuchern ihre Geschichte eher unbekannt sein dürfte. Ziele, die nicht direkt zugänglich waren, hat Raab von außen erkundet und durch Fenster, Zäune oder sogar aus der Luft fotografiert. Links für weitere Recherchen im Vorfeld liefert der Autor übrigens zur Wegbeschreibung gleich mit. Manch ein Ort, den Raab besucht hat, war schon zu der Zeit dem Abriss geweiht und ist möglicherweise bereits Geschichte. Ansonsten hat der Autor noch den einen oder anderen Tipp parat, was man in der Umgebung auf keinen Fall verpassen sollte.

 

 
Charme des Verfalls lockt

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Natürlich verlocken so genannte Lost Places, die sich selbst überlassen dem Verfall preisgegeben sind, mit ihrem besonderen Charme. Umso mehr sollten Besucher darauf achten, diese Orte mit Respekt zu behandeln und so zu erhalten, wie sie sie vorfinden: Damit auch andere Besucher sich an ihrem Zustand erfreuen können. Zu den Verhaltensregeln für den Besuch von verlassenen Orten zählt Karsten-Thilo Raab etwa auch, nichts zu zerstören, nichts mitzunehmen außer seinen Fotos und seinen Eindrücken – und schließlich nicht mehr zu hinterlassen als seine Fußspuren. Das heißt auch, dass man sich nicht gewaltsam Zugang zu scheinbar verlassenen Orten verschaffen sollte, da man spätestens damit immer noch Rechte von Eigentümern verletzt. Für die eine oder andere Fotostrecke griff Raab deswegen auf eine Drohne zurück, um Eindrücke des Ortes zu vermitteln. Außerdem gibt er Ratschläge, damit man sich selbst bei der Erkundung nicht in unnötige Gefahr bringt. Dazu zählt neben der gebotenen Achtsamkeit die richtige (Schutz-)Ausrüstung und dass man besser nie alleine unterwegs sein sollte.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Was man der Autor wohl ein wenig nachsehen muss (er ist schließlich nicht vom Fach), ist der fehlerhafte Umgang mit Begriffen rund um Kohle, Eisen und Stahl. Darüber hinaus hat er aber viele interessante Details zu den Orten zusammengetragen, die eine kurzweilige Lektüre aus Geschichtchen und Anekdoten bieten und immer wieder Lust machen, in dem Buch zu blättern und sich festzulesen. Und vielleicht auch selber den einen oder anderen Ort zu besuchen.

 

 
 
Der Autor und das Buch

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren in Rheinland-Pfalz lebt Karsten-Thilo Raab seit Kindestagen im Ruhrgebiet, das er wie seine Westentasche kennt. Nach dem Anglistik- und Sportstudium sowie der Ausbildung zum Zeitungsredakteur arbeitete Karsten-Thilo Raab für Tages- und Wochenzeitungen und fungierte als Chefredakteur eines Reisemagazins. Seit knapp drei Jahrzehnten ist er als Reisejournalist, -autor und -fotograf für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen tätig. Zudem hat er als Autor bislang mehr als 120 Bücher verfasst bzw. an diesen mitgewirkt. Beim Bruckmann Verlag sind von ihm unter anderem verschiedene Radführer sowie jüngst – in Zusammenarbeit mit Ulrike Katrin Peters – „Herzstücke im Ruhrgebiet“ erschienen.

 

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Lost & Dark Places Ruhrgebiet“ sind im Münchener Bruckmann Verlag erscheinen und führen auf 160 Seiten mit ca. 200 Abbildungen zu 33 vergessenen, verlassenen und unheimlichen Orten. Das Taschenbuch mit Fadenheftung im Format 16,5 x 23,5 cm enthält im Klappumschlag vorne eine Karte mit einer Verortung der Lost Places. Die überwiegend vier- bis sechsseitige Beschreibungen der einzelnen Locations ergänzen Fotos von Karsten-Thilo Raab. Im lokalen Buchhandel ist das Buch für 22,99 Euro zu haben (ISBN 978-3-7343-2047-7).

 

 
Bruckmann Verlag

Lost & Dark Places im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem Motto »die Welt entdecken« bietet der Bruckmann Verlag, der 2018 sein 160-jähriges Bestehen feierte, heute mit aktuellen Reisebildbänden und innovativen Reise- und Outdoor-Führern das Rüstzeug für Freizeit- und Urlaubserlebnisse. Neben dem umfangreichen Buchprogramm von Freizeit- und Reiseführern für Wanderer, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer verlegt Bruckmann das Magazin Bergsteiger, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen beging und damit als ältestes kommerzielles Bergsteiger-Magazin der Welt gilt. Der Bruckmann Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/bruckmann/

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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MKM Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt „Full House – aus der Sammlung Ströher”

Einmalige Intensität deutscher Nachkriegskunst und ihrer Positionen
Von Petra Grünendahl

Kuratorin Eva Müller-Remmert und Walter Smerling vor Rissas Gasbild in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

„Erstmals ist das Museum Küppersmühle nur mit Werken aus der Sammlung Ströher bestückt“, erklärte Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling den Ausstellungstitel „Full House“. Nur? Nicht ganz: Das aktuellste Werk der Sonderausstellung gehört (noch) der Künstlerin: Mit „Gas“ hat die Künstlerin Rissa (*1938, eigentlich Karin Götz, Ehefrau von Karl Otto Götz) erst kürzlich ihre Gedanken zur gegenwärtigen Entwicklung mit Acryl auf die Leinwand gebracht. „Rissa ist Teil unserer Sammlung. Deswegen gehörte auch dieses Bild zu Recht in die Ausstellung“, so Smerling. Seit 37 Jahren sammeln Sylvia und Ulrich Ströher deutsche Kunst der Nachkriegszeit, seit 17 Jahren sind sie Partner der Stiftung für Kunst und Kultur, die das MKM betreibt. „Diese Intensität in der Darstellung deutscher Kunstentwicklung seit 1945 finden Sie nirgends sonst“, betonte der Museumsdirektor. „Wir konzentrieren uns auf das Werk des Künstlers – und das wollen wir vermitteln.“ Einzigartig sei die Präsentation der einzelnen Künstler mit ihren Positionen und in ihrer schöpferischen Entwicklung, erklärte Smerling: „Sie erkennen hier die Zusammenhänge mit Positionen anderer Künstler, die wichtig sind für die Entwicklung der deutschen Nachkriegskunst.“

 

Walter Smerling vor Jörg Immendorff in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Seine acht Räume im Wechselausstellungsbereich hat das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst für seine Sommerausstellung neu bestückt: Mit Exponaten aus der Sammlung Ströher, die in der Dauerausstellung keinen Platz fanden. Walter Smerling stellte zusammen mit Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert die neue Sommerausstellung vor. Im Pressegespräch stellten sie vor der Eröffnung die Ausstellung und ihr Konzept vor. Acht Künstlern ist jeweils ein eigener Raum gewidmet, für Werke von den 1960er-Jahren bis heute. Als Ergänzung zur Dauerausstellung der Sammlung mit Fokus auf informellen und abstrakten Künstlern der Nachkriegskunst, wirft die Ausstellung „Full House“ einen Blick auf die Nachfolgegeneration. Alle der präsentierten Künstler eint, dass sie bis heute ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte beibehalten und weiterentwickelt haben. Die Ausstellung ist ab Freitag, 15. Juli, für das Publikum geöffnet.

 

 
Die Künstler

Stephan Balkenhols Hexagon und Fries in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Im Eingangsbereich findet der Museumsbesucher überwiegend monochrome, aber auch eine Reihe polychromer Gemälde von Rolf-Gunter Dienst (1942 – 2016). Es folgen in der dreigeteilten großen Halle die Strick- und Herdbilder von Rosemarie Trockel (*1952), überwiegend großformatige Gemälde des „Geschichtenerzählers“ Jörg Immendorff (1945 – 2007), auf denen der Betrachter viele spannende Details erkennen kann, sowie Fotografien von Candida Höfer (*1944) mit Motiven von brasilianischen Kirchen, Bibliotheken, Museen, Theatern oder Hörsälen, die in ihrer Opulenz sehr beeindrucken. Im nächsten Raum stehen Stephan Balkenhols (*1957) „Hexagon und Fries“ Männer im Mittelpunkt einer Rauminstallation, die er erstmals 1988 in Stuttgart so gezeigt hat. Im hintersten Raum präsentiert Katharina Sieverding (*1944) ihre Fotografien als künstlerische Ausdrucksform. Den Rückweg leitet die Künstlerin Rissa (*1938) ein mit farbenreichen Abstraktionen, die Formen flächig reduzieren und gleichzeitig betonen. Der letzte Raum zeigt mit der Serie „Ricochet“ (1997) mit fast schon abstrakten Detailaufnahmen von Orchideen ein Frühwerk des Fotografen Thomas Florschuetz (*1957).

Candida Höfer in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen zu den Künstlern und Installationsansichten aus der Ausstellung. Das 88-seitige zweisprachige Werk (dt.-engl.) wird herausgegeben vom MKM Museum Küppersmühle für Moderne und Kunst und der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Für 17 Euro ist es an der Museumskasse sowie im lokalen Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-00-072814-3). Druckfrisch gibt es auch den Katalog zum Museum „Das neue MKM“: Zur Neupräsentation der Sammlung Ströher stellt es das Museum und den Erweiterungsbau ebenso vor wie die wichtigsten Künstler in der Dauerausstellung und im Außenbereich vor. Das reich bebilderte 232-seitige, ebenfalls zweisprachige Werk ist für 30 Euro zu haben (ISBN 978-3-00-072509-8).

 

 
Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 

Rissas Schlafende Antike in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 

 
Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Rolf-Gunter Diensts monochrome Bilder (rechts) in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderschau „Full House – aus der Sammlung Ströher“ ist in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss des Altbaus bis zum 9. Oktober 2022 zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 

Jörg Immendorffs Adlerpartitur in der Sommerausstellung Full House im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.

Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zu den Ausstellungen bietet das MKM immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate wie zum Beispiel die Veranstaltungsreihe „Kunst trifft …“. Dazu zählen aktuell die Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung „Full House“ mit dem Schwerpunkt Fotografie am 3. und 24. September (jeweils samstags, 15 – 16 Uhr, 15 Euro inklusive Eintritt, ermäßigt 10 Euro), die „Kunstvermittlung mal anders – KUNSTtreffen mit Jannis Keuerleber“ am 24. August, 18 – 20 Uhr (Preise wie oben) sowie „Der Kunst-Mittwoch“ (jeden Mittwoch von 15 – 16 Uhr, im Eintrittspreis enthalten). „Kunst trifft …“ am 18. August auf den 3sat Museumscheck (18.30 – 20 Uhr). Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: Wanderungen auf den Spuren der „Ritter, Ruinen & Romantik“ im Klartext Verlag

Zeugen von Geschichte(n) aus vorindustrieller Zeit
Von Petra Grünendahl

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

So manche Herrenhäuser, Schlösser oder Burgen im Ruhrgebiet haben ihre Wurzeln im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit. Schließlich ist das Ruhrgebiet nicht mit der Industrialisierung erst entstanden. Viele Orte sind älter und haben schon früher Geschichte(n) geschrieben. Zerstörungen und der Zahn der Zeit setzten den Gemäuern immer wieder zu. Manche wurde nach Abrissen im Laufe der Jahrhunderte in dann zeitgemäßen Bauformen komplett überbaut, andere in neuen Stilrichtungen baulich ergänzt. Neben Gebäuden der klassischen Renaissance, der Romanik oder des Barock gibt Mischformen älterer Architekturen kombiniert mit Um- oder Ausbauten bis hin zur Moderne, die erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, um die alte Bausubstanz zu retten und neu präsentieren zu können. Zu den spannendsten Beispielen zählen hier Haus Weitmar in Bochum oder Schloss Horst in Gelsenkirchen. Manchmal findet man ein Nebeneinander von vorindustrieller Vergangenheit und Zeugnissen der Industriekultur, die dem Ruhrgebiet einen besonderen Reiz geben. Schlösser, Burgen und Herrenhäuser sind Wegepunkte von Wanderungen, die durch Wälder und Wiesen, am Rhein oder gar zu und über Halden gehen. Der eine oder andere Abstecher zu alten Bergbau-Standorten in der Nähe rundet die spannenden Touren ab, die allesamt eine Erkundung wert sind.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihrem neuen Buch „Ritter, Ruinen & Romantik“ führen Nikola Hollmann und Andrea Slavik den Leser auf – so der Untertitel – auf Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet. Von Rittersitzen in Voerde im Westen bis Schlosss Opherdicke in Holzwickede im Osten, von Schloss Lemberg in Dorsten im Norden bis zu Burgen und Schlössern entlang der Ruhr im Süden reichen die Ziele. Den dreizehn Touren sind jeweils 8 bis 16 Seiten gewidmet: Mit ausführlichen Beschreibungen der Wanderwege, Interessantem am Rande des Weges (Am Weg) mit Beschreibungen und Geschichte der Örtlichkeiten (Info). Darüber hinaus liefern die Autorinnen Gastronomie-Tipps sowie doppelseitigen Karten der Strecken, die die Wegeplanung erleichtern, mit Kennzeichnung und Verortung von Wegpunkten als Sehenswürdigkeit, Kulturstätte oder Naturerlebnis sowie Gastronomie.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Wie es sich für einen aussagekräftigen Wanderführer gehört, bietet er Informationen zu Wanderzeit (zwischen zwei und vier Stunden, man sollte aber für das Erkunden von spannender Umgebung weitere Zeit einplanen), Wanderstrecke (8 bis 14 Kilometer) und zu überwindenden Höhenmetern an (9 bis 239 Meter). Außerdem wichtig sind die Anreise mit dem ÖPNV (auf der einen oder anderen Karte ist auch ein Parkplatz eingezeichnet) zum Start/Ziel der Wanderung sowie Beschaffenheit der Strecke (u. a. Wald- und Feldwege, Schotter, Asphalt), damit der Wanderer weiß, was ihn (auch körperlich) erwartet. Die Wanderwege haben die Hollmann und Slavik selbst erprobt. Zu den Routen sind auch gpx-Daten verfügbar. Auch wenn das eine oder andere Ziel bereits in früheren Büchern von Hollmann und Slavik vorkam, so enthalten doch die informativen Texte Beschreibungen und Informationen, die der Leser noch nicht unbedingt kennt. Die Auswahl der Ziele ist natürlich nicht nur für Wanderfreunde interessant, sondern bietet auch wertvolle Tipps für anders geartete Ausflüge in die Region.

 

 
 
Die Autorinnen und das Buch

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Unter anderem die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“ und „Abenteuer & Glücksmomente“ , die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Ritter, Ruinen & Romantik – Wanderungen zu Schlössern und Burgen im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2464-2).

 

 
Der Verlag

Ritter, Ruinen & Romantik im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Lektüretipp: Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet aus dem Klartext Verlag

Erlebnisorte mit viel Natur, Charme und Geschichte(n) gemächlich erkunden
Von Petra Grünendahl

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Alte Herrenhäuser, Schlösser oder Festungsbauten locken ebenso wie kulturgeschichtliche Museen und Tiergärten, Landschaften und Naturphänomene, aber natürlich – wir sind ja im Ruhrgebiet – Überbleibsel von Zechen und renaturierte Abraumhalden, die heute der Freizeitgestaltung dienen.

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Kamp-Lintfort zwischen Kloster Kamp und dem Zechenpark, die Moerser Altstadt in ihrer historischen Entwicklung, das Schloss Oberhausen mit dem Kaisergarten liegen in erreichbarer Nähe rund um die Duisburger Ziele Mercatorinsel und Ruhrort sowie 6-Seen-Platte. Locken wollen die Autorinnen aber auch an weiter entfernte Orte entlang von Ruhr, Rhein-Herne-Kanal oder Lippe in den Osten des Ruhregebiets. Die Ziele laden zum fußläufigen Erkunden ihrer einzigartigen Stätten und Bauwerke ein. Für die Halden sollte man ein wenig sportlichen Elan mitbringen, allerdings sind auch andere (längere) Touren körperlich eine Herausforderung, die nicht für jeden was sind. Die eine oder andere Tour lässt sich aber auch gut und gerne auf zwei Tage (oder ein Wochenende) aufteilen.

 

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Abenteuer & Glücksmomente“ legen Nikola Hollmann und Andrea Slavik in ihrem neuen Buch keinen klassischen Wanderführer vor, sondern eine Art Erlebnisführer zu – so der Untertitel – besonderen Erlebnissen und magischen Orten im Ruhrgebiet. Auf jeweils sechs bis zehn Seiten haben die Autorinnen hier zwanzig Orte mit ihrem besonderen Charme zusammen gestellt, die Geschichte(n) lebendig werden lassen.

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ziele liegen zwischen Moers, Kamp-Lintfort und Wesel im Westen bis in den Kreis Unna im Osten und vom Ennepe-Ruhr-Kreis im Süden bis an den Rand des Münsterlandes im Norden. Zu Fuß sollte man sich natürlich nach der Anreise schon auf den Weg machen, auch wenn die erfahrenen Wanderführerinnen hier nicht zum Wandern anleiten: Mehr als die Fortbewegung stehen die Geschichten, Vergangenheit und Gegenwart der Orte sowie die Erlebnismöglichkeiten im Vordergrund. Das Buch liefert neben den Beschreibungen und Hintergrundinformationen Tipps zu weiteren Orten (In der Nähe) und für Unternehmungen (Tipps). Außerdem gibt es Details zur Anfahrt mit dem Pkw (inklusive Parkplatz) oder dem ÖPNV sowie Gastronomie-Tipps. Dazu kommt die aus anderen Büchern der Reihe bekannte Einordnung in Kategorien. Wer Ideen für ein erlebnisreiches Wochenende sucht, findet hier spannende und kenntnisreich dargestellte Anregungen für entspannte und mitunter familientaugliche Tagesausflüge.

 

 
Die Autorinnen und das Buch

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Unter anderem die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“ sowie „Märchenhaft wandern im Ruhrgebiet“, die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 
Das Buch „Abenteuer & Glückmomente – Besondere Erlebnisse und magische Orte im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber) und spannenden Informationen ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2436-9).

 

 
Der Verlag

Abenteuer & Glücksmomente im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
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Lektüretipp: Herzstücke im Ruhrgebiet – Besonderes abseits der bekannten Wege entdecken

Das Ruhrgebiet hat (noch) viel mehr zu bieten als man denkt
Von Petra Grünendahl

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Auch wer meint, im Ruhrgebiet schon alles zu kennen (aus eigener Anschauung oder auch nur dem Namen nach), wird hier eines besseren belehrt: Wer in dem Buch „Herzstücke im Ruhrgebiet“ stöbert, findet tatsächlich immer noch das eine oder andere gänzlich unbekannte Ziel! Oder auch viele Anregungen, etwas bislang nur namentlich Bekanntes doch endlich mal zu besuchen. Dass sich Menschen von überall im Ruhrgebiet angesiedelt und Spuren hinterlassen haben, weiß jedes Kind. Dass aber auch Pyramiden im Pott ebenso ihren Platz haben wie die Helden der Sowjetunion, ist vielleicht eher unbekannt. Dass das Ruhrgebiet einmal reich war, ist in der Vielfalt und Vielzahl der Kunstmuseen zu bestaunen, aber natürlich gibt es auch die sehenswerte Kunst im öffentlichen Raum, die allzu häufig eher unbemerkt bleibt. Außerdem locken die kulturhistorische und Industriemuseen ebenso wie allerlei andere Museen und Ausstellungen in der Region, die viel Spannendes zu erzählen haben.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Herzstücke im Ruhrgebiet“ von Ulrike Katrin Peters und Karsten-Thilo Raab lassen den Leser „Besonderes abseits der bekannten Wege entdecken“, so der Untertitel. Von den 100 beschriebenen Zielen liegen immerhin zehn (auch) auf Duisburger Stadtgebiet. Ansonsten reichen die Ziele von Kamp-Lintfort, Xanten und Hamminkeln im Westen bis Hamm im Osten und von der Lippe im Norden bis Südufer der Ruhr. Schauen, erleben, genießen: Was will der Mensch mehr? Das Ruhrgebiet wird jedenfalls nie langweilig und die Ziele liegen zumeist nicht weit weg. Und: Das Ruhrgebiet hat viel zu bieten mit seinen 53 Städten und Gemeinden, 80 Häfen, 1.000 Kulturstätten und 5 Mio. Einwohnern. Da mussten die Autoren in erster Linie die Auswahl begrenzen. Und diese Auswahl ist natürlich immer subjektiv – und ganz persönlich! Und man mag immer wieder mal nach Ideen für eigene Unternehmungen stöbern. Zusätzlich gibt es bei einzelnen Zielen Tipps am Rande für weitere Erkundungen in der Nähe, die über dieses Buch hinaus gehen.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Aufgeteilt sind die 100 Ziele in vier Kategorien: „Immer eine Sünde wert!“ mit 17 Zielen zum Einkaufen, Essen und Übernachten. „So etwas gibt’s nur hier“ listet 24 Ziele Außergewöhnliches und Kurioses. „Mal wieder“ zeigt 25 Ziele für Leute mit Zeit für Kultur und schließlich gibt es 24 Ziele zum Aktiv sein, bei denen es mal mehr, mal weniger auch sportlich zugehen darf. Das Taschenbuch enthält vorne im Klappumschlag eine Übersichtskarte mit einer Verortung der Ziele. Unter den jeweiligen Beschreibungen gibt es Adressen und Kontaktdaten.

 

 
Die Autoren und das Buch

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Ulrike Katrin Peters und Karsten-Thilo Raab haben sich als Autoren, Journalisten und Fotografen auf Großbritannien, Irland und Skandinavien sowie das Ruhrgebiet spezialisiert, berichten in zahlreichen Publikationen, Büchern und Magazinen aber auch in Wort und Bild über andere Destinationen weltweit. Zuhause fühlen sie sich aber im Ruhrgebiet, das sie per Rad, Bus, Bahn, Wanderstiefel, kulinarisch und kulturell lieben gelernt haben.

 
Ulrike Katrin Peters hat sich als Autorin, Journalistin und Fotografin besonders auf »aktive« Themen rund um Bewegung an der frischen Luft und auf Nordeuropa sowie die grünen Inseln spezialisiert. Aber auch andere Destinationen weltweit wecken ihr Interesse und ihre Lust am schreiben.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem Anglistik- und Sportstudium sowie der Ausbildung zum Zeitungsredakteur arbeitete Karsten-Thilo Raab für Tages- und Wochenzeitungen und fungierte als Chefredakteur eines Reisemagazins. Seit zweieinhalb Jahrzehnten ist er als Reisejournalist, -autor und -fotograf für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen tätig. Zudem hat er als Autor bislang mehr als 120 Bücher verfasst bzw. an diesen mitgewirkt.

 

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die „Herzstücke im Ruhrgebiet“ sind im Münchener Bruckmann Verlag erscheinen und umfassen 100 Ziele auf 192 Seiten mit ca. 120 Abbildungen. Die zumeist einseitigen Beschreibungen ergänzt überwiegend eine zweite Seite mit Foto(s), die überwiegend von Karsten-Thilo Raab, teilweise von Ulrike Katrin Peters, aber auch aus anderen Quellen stammen. Im lokalen Buchhandel ist das Buch für 15,99 Euro zu haben (ISBN 978-3-7343-2561-8).

 

 
Bruckmann Verlag

Herzstücke im Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem Motto »die Welt entdecken« bietet der Bruckmann Verlag, der 2018 sein 160-jähriges Bestehen feierte, heute mit aktuellen Reisebildbänden und innovativen Reise- und Outdoor-Führern das Rüstzeug für Freizeit- und Urlaubserlebnisse. Neben dem umfangreichen Buchprogramm von Freizeit- und Reiseführern für Wanderer, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer verlegt Bruckmann das Magazin Bergsteiger, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen beging und damit als ältestes kommerzielles Bergsteiger-Magazin der Welt gilt. Der Bruckmann Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/bruckmann/

 
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Stadtwerke Sommerkino lockt Kinofans wieder in den Landschaftspark Duisburg-Nord

Vorhang auf für ein vielseitiges Kinoprogramm mit Beach-Event vor stimmungsvoller Industriekulisse
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm für das Stadtwerke Sommerkino vor (v. l.): Thomas Kehler (Stadtwerke Duisburg), Markus Kansy (Duisburger Wohnungsgenossenschaften), Lisa Wulf (König-Brauerei), Christoph Späh (Duisburg Kontor) und Michael Beckmann (Filmforum). Foto: Petra Grünendahl.

Mit 40 Kinoabenden lockt das Stadtwerke Sommerkino in diesem Jahr. Nachtvorstellungen wird es nicht geben, aber dafür verspricht das vielseitige Programm etwas für jeden Geschmack. Von Arthouse-Erfolgen und Oscargewinnern über Komödien und deutsche Filmhits bis hin zu Blockbustern wie wie „Top Gun: Marverick“, „Jurassic World“, Batman und Spider-Man oder Familienkino mit den Minions reicht das jetzt veröffentlichte Programm. Zu manchen Terminen sind Regisseure und/oder Schauspieler zur Vorstellung zu Gast (noch sind aber nicht alle in trockenen Tüchern). Dazu gibt es eine Premiere mit „Monsieur Claude und sein großes Fest“ (Donnerstag, 21. Juli) sowie zwei Vorpremieren (Previews) mit „Warten auf Bojangles“ (2. August) und „Das Leben ist ein Fest“ (14. August). An zwei Terminen (Samstag, 23. Juli, und zum Abschluss-Sonntag, 21. August) wird es Überraschungsfilme geben, die kurzfristig auf der Webseite zum Kartenverkauf veröffentlicht werden: „Es lohnt sich also, immer mal wieder in unser Programm zu gucken“, sagte Filmforum-Geschäftsführer Michael Beckmann. „Wir können hier besonders beliebte Filme ein zweites Mal zeigen oder einen ganz neuen Film, der jetzt noch nicht verfügbar ist“, ergänzte er. Und: „Wir hätten 2019 den Queen-Film ‚Bohemian Rhapsody’ mehrfach voll kriegen können, so groß war das Interesse.“ Und voll heißt: Rund 1.100 Besucher pro Vorstellung.

 

Stellten das Programm für das Stadtwerke Sommerkino vor (v. l.): Christoph Späh (Duisburg Kontor), Markus Kansy (Duisburger Wohnungsgenossenschaften), Michael Beckmann (Filmforum), Lisa Wulf (König-Brauerei) und Thomas Kehler (Stadtwerke Duisburg). Foto: Petra Grünendahl.

Vom 13. Juli bis 21. August findet nach zwei Jahren Corona-Pause das Stadtwerke Sommerkino im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Im Pressegespräch stellte Filmforum-Geschäftsführer Michael Beckmann zusammen mit Sponsoren des Events das Programm und weitere Details vor. Das Stadtwerke Sommerkino steht für einen spektakulären Spielort und ein fein verlesenes, aber vielseitiges Kinoprogramm, welches ein breites Publikum anspricht. Ein umfangreiches gastronomisches Angebot in stimmungsvoller Beach-Atmosphäre sowie Live-Musik (von montags bis freitags. Wer wann spielt, steht hinten im Programmheft) machen schon das Warten auf den Sonnenuntergang zum Erlebnis! Die Vorstelllungen starten mit Einbruch der Dämmerung: Das ist zu Beginn eher Viertel vor Zehn, später könnten die Filme schon gegen Halb Neun starten. Das Open-Air-Vergnügen ermöglichen die Sponsoren Stadtwerke Duisburg, König Pilsener und in diesem Jahr erstmals Die Duisburger Wohnungsgenossenschaften. Das Filmforum zeichnet für Programmgestaltung und technische Ausstattung verantwortlich. Werbepartner ist Duisburg Kontor, die den einzigartigen Event auch regional vermarkten.

 

 
Tickets ausschließlich online ab 22. Juni

Ralf Winkels (l.) und Christoph Späh mit der Programmankündigung für den Sommermarkt. Foto: Petra Grünendahl.

Mehr als 44.000 Zuschauer hatte das Stadtwerke Sommerkino in der Saison 2019 und es sind nicht nur eingefleischte Filmfreunde, die die von Jonathan Park magisch illuminierte Industriekulisse anlockt: Die Atmosphäre in der ehemaligen Gieshalle des Hüttenwerks Meiderich ist eben einmalig. Bei Regen schützt bekanntermaßen ein ausfahrbares Dach. Wenn es etwas kälter werde, verteile Namenssponsor Stadtwerke Duisburg nicht nur Sitzpolster, sondern auch Decken, versprach Stadtwerke-Pressesprecher Thomas Kehler. Neu ist die Kinotechnik vom Projektor über die auf Open Air optimierte, 16×8 Meter große Leinwand bis hin zur neuen Tontechnik mit Surround-Sound, die ein noch besseres Kino-Erlebnis im Freien versprechen. Für das zweite Sommerkino-Wochenende kündigte Landschaftspark-Leiter Ralf Winkels einen Sommermarkt (analog zum weihnachtlichen Lichtermarkt) als Begleit-Event von Freitag bis Sonntag an.

 

Stadtwerke Sommerkino. Foto: Thomas Berns.

Tickets fürs Sommerkino gibt es für 12 Euro (für Inhaber der Stadtwerke-Kundenkarte am Stadtwerke-Kundenkarten-Tag 10 Euro) ausschließlich online über www.stadtwerke-sommerkino.de. Das e-Ticketing-System läuft auch für den Kinokartenverkauf im Filmforum: Die so erworbenen Kinokarten berechtigen direkt zum Einlass ins Kino und müssen beim Kinobesuch als Papierausdruck oder in digitaler Form (z. B. auf dem Smartphone) vorgelegt werden. Wer gar nicht online unterwegs ist, bekommt bei der Buchung der Tickets im Filmforum Hilfe. Ein Offline-Vorverkauf ist aber ebenso wenig vorgesehen wie eine Kinokasse vor Ort, wo bislang auch gebuchte Tickets abgeholt werden konnten. Der Ticketvorverkauf startet am Mittwoch, 22. Juni, um 11 Uhr. Das komplette Programm sowie weitere Infos gibt es bereits jetzt unter www.stadtwerke-sommerkino.de.

 
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Fotos: Petra Grünendahl (3), Thomas Berns (1)

 
 

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27. Ruhrorter Hafenfest wirft erste Schatten voraus: Bernd Wortmeyer neuer Schirmherr

Buntes Programm für Jung und Alt und klimaneutrales Feuerwerk
Von Petra Grünendahl

Pressegespräch zum 27. Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Mario Adams, Christoph Späh, Walter Pavenstedt, Alexander Klomparend, Dr. Bernhard Weber, Bernd Wortmeyer und Stella Tarala. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir versuchen natürlich, unsere traditionellen, auch die historischen Schiffe wieder nach Ruhrort zu locken“, erzählte Mario Adams, der schon jetzt zahlreiche Erfolge vermelden konnte. „Wir haben versucht, an alte Programm-Highlights anzuknüpfen, aber nach der langen Corona-Pause ist es schwierig, das Vertrauen der Aussteller und Schiffer mit ihren historischen Schiffen zurück zu gewinnen“, erklärte Walter Pavenstedt, ein Mann der ersten Stunde, den man auch Mr. Hafenfest nennt. „Manche der Schiffer leben schließlich davon“, ergänzte Mario Adams. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, aber bis zum Hafenfest sind ja noch gut zwei Monate hin. Zu den Highlights des Ruhroter Hafenfestes zählt wie immer die Schiffsparade im Hafenmund vor dem Feuerwerk. Am Freitag, 19. August, wird das 27. Ruhrorter Hafenfest nach dem ökumenischen Schiffergottesdienst um 17 Uhr offiziell eröffnet. Das große Feuerwerk startet an diesem Abend kurz nach 23 Uhr: Nach den Nachrichten und musiksynchron zum Programm von Radio Duisburg. Das emittierte CO2 wird vollständig durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen, so dass das Feuerwerk als klimaneutral gilt.

 
Nach zwei Jahren Corona-Pause findet die 27. Auflage des Ruhrorter Hafenfestes an seinem traditionellen Termin am dritten August-Wochenende – vom 19. bis 22. August 2022 – statt. Im Pressegespräch stellte der Vorstand des Ruhrorter Hafenfest e. V. um seinen Vorsitzenden Walter Pavenstedt das Programm und den neuen Schirmherren vor. Neben Pavenstedt zählen zu den Organisatoren des Veranstalters Stella Tarala, Dr. Bernhard Weber und Mario Adams. Anwesend war zudem neben den Vertretern von Duisburg Kontor, Geschäftsführer Christoph Späh und Pressesprecher Alexander Komparend, auch der neue Schirmherr. „Mit der Ehrung als Schirmherr wollen wir ‚danke’ sagen“, erklärte Walter Pavenstedt, warum es nicht zu jedem Hafenfest einen gebe: Zum 27. Ruhrorter Hafenfest präsentierte er mit Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag, schließlich erst den 20. Schirmherren der Veranstaltung. Er sei schon vor Corona angesprochen worden, erzählte Wortmeyer, damals habe es terminlich nicht geklappt. In diesem Jahr kam die Ehrung passend zum Jubiläum: Die Gebag habe sich seit ihrer Gründung vor 150 Jahren intensiv um Duisburger Belange auch über die Bereitstellung von preiswertem Wohnraum hinaus gekümmert, begründete Walter Pavenstedt die Ehrung des Geschäftsführers als neuen Schirmherren.

 

 
Wiedersehen mit alten Bekannten auf der Haniel-Bühne

Im Hafenmund liegen am Leinpfad die Museumsschiffe: Vorne ide Oscar Huber, rechts dahinter sieht man die Schifferbörse. Foto: André C. Sommer.

Einige der anwesenden Schiffe laden über das Hafenfest-Wochenende zu Besichtigungen ein: Unter anderem das Feuerlöschboot der Stadt Duisburg, das Laborschiff des Landes NRW Max Prüss, die Dampfboote Jan de Sterge und George Stephenson, der historische Frachtensegler Helena sowie die Museumsschiffe. Dazu gibt es diverse Informations- und Verkaufsstände im Bereich der Hafenpromenade. Attraktionen auf dem Wasser bietet an allen drei Tagen (jeweils eine Stunde lang) das 1. Deutsche Wasserski Show Team. Außerdem stellen sich zwei Duisburger Wassersport-Vereine (Homberger Ruderklub „Germania“ und der Beeckerwerther Kanuverein) Interessierten vor. Geführte Rundfahrten per Schiff (Rheinfels und auf verschiedenen historische Schiffen) und Bus geben Einblicke in den Duisburger Hafen. Einblicke in die Binnenschifffahrt bietet auch das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt für Besucher kostenfrei als Teil des Ruhrorter Hafenfestes. Eine Besichtigung der Schifferkirche St. Maximilian und der traditionelle Kunst- und Kulturmarkt sowie der Hinterhoftrödel runden am Sonntag das Programm ab. Die Hafenkirmes auf der Mühlenweide lockt mit zahlreichen Attraktionen von Freitag bis Montag (zum Abschluss am Montag ist Familientag).

 
Auf der Haniel-Bühne am Richard-Hindorf-Platz geben viele bekannte Bands – teilweise mit Kultstatus im Hafenstadtteil – ihre musikalische Visitenkarte ab: Dazu zählen am Sonntag die Ruhrorter Kultband „The Sonny Boys“ um Heinz Robert Martin, „Remember Johnny“ (eine Johnny Cash Tribute Band) sowie Reifrock mit Folk-Rock auf Deutsch. Samstag rocken die Atomics-Revival-Band (gegründet 1962 als Atomics), das Duo „Touch of Sound“ (Gitarrist und Sängerin) und die Deutschrockmafia (der Name ist Programm). Zum Auftakt am Freitag locken das Trio „Groovin’ a Box“ (Coverband) und die Deluxe Radioband (auch hier ist der Name Programm).

 
Auf dem Gustav-Sander-Platz vor der Schifferbörse plant ein lokaler Gastronom ein Programm für Jung und Alt unter anderem mit Kinderprogramm, Musik und DJ sowie natürlich Gastronomie und Lounge zum Chillen. Mehr Details zum Programm werden zeitnah auch auf der Webseite des Vereins für das Ruhrorter Hafenfest veröffentlicht: ruhrorter-hafenfest.de. Duisburg Kontor unterstützt das Ruhrorter Hafenfest mit diversen Werbemaßnahmen.

 
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Fotos: Petra Grünendahl (1), André C. Sommer (1)

 
 

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Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Theater Duisburg

Von der dunklen Gier nach Macht und der Gerechtigkeit des Schicksals
Von Petra Grünendahl

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.

Dass er Than von Cawdor und König von Schottland werde, prophezeien Hexen dem Feldherren Macbeth (Hrólfur Sæmundsson), dem Feldherren Banco (Bogdan Taloș), dass er Vater eines künftigen Königs von Schottland sei. Als Than von Cawdor erfüllt sich der erste Teil der Prophezeiung, so dass Macbeth mit seiner Frau Lady Macbeth (Ewa Płonka) in der gemeinsamen Gier nach Macht die Ermordung des Königs Duncan plant, um auch den zweiten Teil wahr werden zu lassen.

Birte Hopstein (Hexe), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth). Foto: Sandra Then.

Der Mord an Banco, den die beiden als Gefahr für ihre Herrschaft sehen, und seinem Sohn gelingt nur zum Teil, denn dem Jungen Fleance gelingt die Flucht. Erneut fragt Macbeth die Hexen nach seinem Schicksal: Er könne als Herrscher so grausam sein, wie er wolle (was er auch in die Tat umsetzt). Die Hexen warnen ihn vor Macduff, aber es könne ihn niemand überwinden, den ein Weib geboren hat. Außerdem sei seine Herrschaft erst in Gefahr, wenn der Wald von Birnan gegen ihn zu Feld ziehe. Macbeth lässt Macduffs Familie töten (er selber kann entfliehen). Die beiden letzten Prophezeiungen wiegen Macbeth jedoch in Sicherheit.

 

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Marie-Sophie Tétard (Fleance), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). Foto: Sandra Then.

Völlig zu Recht mit viel Szenenapplaus und minutenlangem Schlussapplaus bedachten begeisterte Zuschauer die Premiere von Giuseppe Verdis (1813–1901) Oper „Macbeth“, die nun endlich die „große Oper“ zurück ins Theater Duisburg brachte. In seiner Inszenierung brachte Michael Thalheimer das Melodramma in vier Akten in der Pariser Fassung von 1865 (die Uraufführung einer früheren Fassung fand 1847 in Florenz statt) auf die Bühne der Deutschen Oper am Rhein. Verdi komponierte seine wohl düsterste Oper zu einem Text von Francesco Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach „The Tragedy of Macbeth“ von William Shakespeare.

Marie-Sophie Tétard (Fleance), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.

Die historische Figur Macbeth, die von 1040–1057 Schottland regierte, hat allerdings nicht allzu viel mit der Figur bei Shakespeare oder Verdi gemein. Die neue Opernproduktion von „Macbeth“ entstand in Koproduktion mit der Opera Vlaanderen. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der gute 2 ¾ Stunden lange Opernabend (inklusive einer Pause) ist empfohlen ab 16 Jahren.

 

 
Grandiose Vorstellung!

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Valentin Ruckebier (1. Erscheinung), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). FOTO: Sandra Then.

Den König Macbeth und seine Frau quält ihr schlechtes Gewissen: Visionen und Erscheinungen derer, die sie haben ermorden lassen, erinnern sie an ihre Taten. Lady Macbeth wird wahnsinnig und stirbt, was Macbeth nicht einmal sonderlich bedauert. Aufständische rücken unter der Führung von Macduff (Ovidiu Purcel) mit Ästen aus dem Wald von Birnan getarnt zur großen Schlacht gegen ihn vor. Macduff enthüllt, dass er „aus dem Mutterleib gerissen wurde“ (mit einem Kaiserschnitt auf die Welt kam), bevor er Macbeth im Kampf tötet, so dass Duncans Sohn Malcolm (David Fischer) den schottischen Thron besteigt.

 

Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Hrólfur Sæmundsson als Macbeth und Ewa Płonka als Lady Macbeth gaben mit ihrer grandiosen Vorstellung als Gastsänger ihr viel umjubeltes Debüt bei der Deutschen Oper am Rhein. Überhaupt lieferten alle Akteure gesanglich wie schauspielerisch überzeugende Interpretationen ihrer Charaktere ab. In kleineren Rollen glänzten Chorong Kim (Kammerfrau der Lady Macbeth), Valentin Ruckebier (Diener des Macbeth, Arzt, Mörder, Erscheinung), Josefine Nagerski (Erscheinung), Marie-Sophie Tétard (Bancos Sohn Fleance) und Birte Hopstein (Solo-Hexe) sowie Norbert Kaulhausen als der zu diesem Zeitpunkt bereits tote König Duncan (Erscheinung).

Ovidiu Purcel (Macduff), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

In den mächtigen Chorszenen glänzten Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie der Kinderchor der Akademie für Chor und Musiktheater e.V. unter der Gesamtleitung von Gerhard Michalski. Fabelhafte Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Blunier meisterten Verdis variantenreiche Komposition mit ihren mächtigen und lauten Klängen ebenso mit Bravour wie die leisen Töne. Maßgeschneidert für die Thalheimer-Inszenierung hat Henrik Ahr das flexible Bühnenbild entworfen, das passend zur düsteren Oper im Lichtdesign von Stefan Bolliger wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde. Für die Kostüme zeichnet Michaela Barth verantwortlich.

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 15. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Sa | 18. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Fr | 24. Juni 2022 | 19:30 Uhr und
So | 26. Juni 2022 | 18:30 Uhr.
In der kommenden Spielzeit steht das Stück in Düsseldorf auf dem Spielplan (Premiere am 4. September).

 
Deutsche Oper am Rhein

19/20
Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Ovidiu Purcel (Macduff), David Fischer (Malcolm), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.

Tickets kosten in Duisburg zwischen 19,00 und 76,00 Euro, in Düsseldorf in der kommenden Spielzeit 28,00 bis 109,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu vielen Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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Deutscher Oper am Rhein zeigte neue Familienoper “Der Kiosk” im Theater Duisburg

Olgas Traum vom Meer und der Weite der Welt
Von Petra Grünendahl

Bühne der Familienoper „Der Kiosk“ im Foyer des Theaters Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Vier- bis achtjährige Kinder liegen eher als dass sie auf dem Schaumstoffwürfeln sitzen. Die Erwachsenen haben es sich im Foyer des Theaters Duisburg eher hinten bequem gemacht, wo die Schaumwürfel größer werden. Gespannt verfolgen die kleinen wie die großen Zuschauer Olgas (Susan Maclean) Geschichte:

Susan Maclean (Olga). Foto: Daniel Senzek.

Als Kioskfrau mit Leib und Seele ist der Kiosk ihr Leben. Während das Saxophon / die Klarinette (Robert Beck) mit seinem „Hund“, Viola (Anna Neubert) und schließlich Schlagwerk (Rie Watanabe) mit „Baby“ und Rassel kommen, kurz verweilen und wieder gehen, ist Olga in ihren Kiosk hineingewachsen – in eine eher farblose, triste Umgebung. Einzig die Kunden bringen etwas Abwechslung in ihre Welt. Sie steckt fest und träumt doch von etwas ganz anderem. Als sie mitsamt ihrem Kiosk „umkippt“, gerät auch Bewegung in ihr Leben. Vor allem die Geräusch- und Klangkulisse verrät selbst den Kindern: Sie sind zusammen mit Olga jetzt am Meer gelandet. Die Kleinen sehen Wasser, ein U-Boot, die sie nur an den Klängen und der Geräuschkulisse ausmachen. Die Szenerie wird bunter. Olgas Traum wird wahr!

 

Susan Maclean (Olga), Robert Beck (Klarinette). Foto: Daniel Senzek.

Die Deutsche Oper am Rhein feierte im Theater Duisburg die Premiere der Familienoper „Der Kiosk“ nach dem bunten und humorvoll bebilderten Kinderbuch der lettischen Illustratorin und Texterin Anete Melece. In Zusammenarbeit mit der Librettistin Andrea Heuser begibt sich die Komponistin Diana Syrse in ihrem Auftragswerk „Der Kiosk“ auf eine fantasievolle Suche: Sprach-, Gesangs- und Instrumentenklang in Verbindung mit Geräuschen, mit Tanz und Spiel schaffen eine ganz neue Sprache, die ein ganz junges Publikum (empfohlen ab 5 Jahren) mitnimmt in eine Fantasiewelt, in der Klänge die Anschauung vom Meer und der weiten Welt vermitteln. In einer Inszenierung von Ilaria Lanzino sorgen Bühne und Kostüme von Emine Güner und die Lichtgestaltung von Thomas Diek für den dramatischen Rahmen der ca. 40-minütigem Handlung (ohne Pause).

 

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mo | 13. Juni 2022 | 11:00 Uhr und
Mi | 15. Juni 2022 | 11:00 Uhr.

 
Deutsche Oper am Rhein

Susan Maclean (Olga), Robert Beck (Klarinette). Foto: Daniel Senzek.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Susan Maclean (Olga), Rie Watanabe (Schlagwerk). Foto: Daniel Senzek.

Tickets kosten 12,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de.

Susan Maclean (Olga), Anna Neubert (Viola). Foto: Daniel Senzek.

Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 

Robert Beck (Klarinette), Susan Maclean (Olga), Rie Watanabe (Schlagwerk). Foto: Daniel Senzek.

Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Daniel Senzek (6), Petra Grünendahl (1)

 

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Bundestagspräsidentin Bärbel Bas MdB trug sich ins Goldene Buch der Stadt Duisburg ein

Ehrung mit Feierstunde im Lehmbruck Museum

 

„Berlin kann jeder, Duisburg muss man wollen.“
Und ich will!
Glück auf!

Bärbel Bas

 

Oberbürgermeister Sören Link (l.) mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas MdB (r.) vor dem Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.

„Alles, was dich ausmacht, ist noch da“, sagte Oberbürgermeister Sören Link, als er an gemeinsame Zeiten in der Walsumer SPD und bei den Jusos erinnerte. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas MdB trug sich in der Feierstunde im Lehmbruck Museum ins Goldene Buch der Stadt ein. Eine große Ehre, betonte sie. „Menschen sagen mir“, so die Geehrte, „sie seien stolz, dass eine von ihnen in dieser wichtigen Position ist. Und ich bin stolz, eine von ihnen zu sein.“

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas MdB trug sich ins Goldene Buch der Stadt Duisburg ein. Foto: Petra Grünendahl.

Bärbel Bas ist seit Oktober 2021 Präsidentin des Deutschen Bundestages. Damit bekleidet die 54-jährige Sozialdemokratin protokollarisch das zweithöchste Amt in Deutschland. Zugute kommen der gebürtigen Walsumerin dabei auch der unverwüstliche Humor und die Mentalität des Ruhrgebiets. Ihr Motto: „Nicht nur klagen, sondern selbst anpacken!“

„Mit dem Amt hat sich verändert, wie ich als Person wahrgenommen werde. Manche fragen: Dürfen wir Dich denn jetzt noch duzen?“, erzählte Bärbel Bas Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, der uns dieses Interview zur Verfügung stellte.

 
Sven Lilienström sprach mit Bärbel Bas über Demokratiebildung, zivilgesellschaftliches Engagement und die Frage, ob wir in Deutschland eine neue Diskussions- und Debattenkultur brauchen.

 
Frau Bas, als Bundestagspräsidentin repräsentieren und vertreten Sie seit Oktober 2021 den Deutschen Bundestag: Welchen Stellenwert haben Demokratie und demokratische Werte für Sie ganz persönlich?

Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla begrüßte die Gäste zur Feierstunde. Foto: Petra Grünendahl.

Unsere moderne, freiheitliche Demokratie ist für mich mehr als eine Regierungsform. Sie steht für ein Gesellschaftsmodell, das die Würde und die Freiheit des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Unsere Demokratie überträgt den Bürgerinnen und Bürgern aber auch Verantwortung für ihr Gemeinwesen und ermöglicht ihnen Teilhabe und Mitsprache. Sie kann deshalb nur bestehen, wenn die Menschen bereit sind, sich einzubringen und mitzuwirken. Eine Demokratie wie unsere ist eine wertvolle Errungenschaft, die wir pflegen und verteidigen müssen. Dafür werbe ich.

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Lektüretipp: Lieblingstouren Ruhrgebiet – Unterwegs auf ungewöhnlichen Radrouten im Klartext Verlag

Spannende Ausflugsziele auf dem Fahrrad entdecken
Von Petra Grünendahl

Lieblingstouren Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Gleich auf der ersten Tour führt Thomas Terbeck den Leser durch Duisburg. Industriekulissen, Strukturwandel, aber auch Natur. Weitere Touren gehen natürlich auch auf Halden, die für den Radfahrer auch schon mal – zum Beispiel beim Halden-Hopping – sportlich eine Herausforderung sind. Neben den Halden kommt der Radfahrer auch an einigen ehemaligen Zechenstandorten vorbei, auf denen heute noch Fördergerüste stehen, von denen das eine oder andere nicht eingezäunt oder zumindest zu Öffnungszeiten zugänglich ist. Manche sind auch mittlerweile Museum. Die Strecken führen auch durch viel Grün: Egal, ob sich die Natur eine Brache zurück geholt hat oder die Grünflächen künstlich geschaffen wurden. Viele Orte am Wegesrand sind spannend und dürften den meisten eher unbekannt sein, liegen die Touren doch nicht gerade an den üblichen Ausflugsrouten. Zumal der Autor auch gezielt nach dem Besonderen am Weg seiner Strecken gesucht und diese in seinen Wegbeschreibungen versteckt hat: Geschichte und Geschichten findet er an jeder Ecke. Man nimmt das Buch zum Stöbern immer gerne wieder in die Hand, um das Ruhrgebiet noch mal ein bisschen anders und besser kennen zu lernen.

 

Lieblingstouren Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Thomas Terbeck, auch bekannt als bikingtom, ist auf seinen „Lieblingstouren Ruhrgebiet“ unterwegs auf ungewöhnlichen Radtouren, wie der Untertitel verspricht. Zwölf Touren, die er auf jeweils 10 bis 16 Seiten beschreibt, führen den Leser so durch Duisburg, Mülheim, Dinslaken, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum, Dinslaken, Hattingen, Witten, Dortmund, Herdecke, Herne und den Kreis Recklinghausen. Detaillierte Wegbeschreibungen (häufig auch abseits der zu Radwegen umgebauten ehemaligen Bahntrassen) führen vorbei an allen möglichen interessanten Zielen, auf die er – unter Am Weg und Abstecher – mit interessanten Details zu ihrer Geschichte und Entwicklung eingeht. Und natürlich dürfen auch die Gastronomie-Tipps für die kleine Rast unterwegs nicht fehlen. Technische Daten zu Tour-Dauer (2 bis 4 Stunden, wer mehr gucken will, sollte mehr Zeit einplanen), Wegstrecke (24 bis 49 Kilometer) und Höhenunterschiede (140 bis 410 Meter) liefert das Buch gleich mit. Start und Ziel sind überwiegend Bahnhöfe, die jedoch auch Parkmöglichkeiten für diejenigen bieten, die mit dem Auto ankommen. Allerdings sind nicht alle Touren als Rundkurse angelegt, so dass man vom Ziel entweder mit dem Zug oder mit dem Fahrrad zum Ausgang der Tour zurück muss. Hilfreich sind für Radfahrer auch die Angaben zur Wegbeschaffenheit der Route (Asphalt, Schotter, Wald-/Feldwege, von gut befahrbar bis ruppig) und Schwierigkeitsgrad (leicht bis schwer). Unter „Besonderheiten“ fasst Terbeck die Reize der der einzelnen Strecken zusammen.

Weitere Tipps:
https://www.route-industriekultur.ruhr/unterwegs-auf-der-route/route-per-rad/

 
 

 
Der Autor und das Buch

Lieblingstouren Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Thomas Terbeck (Jahrgang 1977) ist Medientechnologe, leidenschaftlicher Radfahrer und Fahrrad-Blogger. Er betreibt den Blog bikingtom und berichtet dort über die Faszination des Radfahrens. Das Ruhrgebiet ist seine Heimat: Der gebürtige Essener lebt in Borbeck.
bikingtom.com

 
Das Buch „Lieblingstouren Ruhrgebiet – Unterwegs auf ungewöhnlichen Radrouten“ von Thomas Terbeck ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (die meisten vom Autor selber), spannenden Informationen und detaillierten Karten ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2458-1).

 

 
Der Verlag

Lieblingstouren Ruhrgebiet: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Unterwegs zu sagenhaften Orten im Ruhrgebiet: Märchenhaft wandern im Klartext Verlag

Wanderstrecken in der Region auch mal anders entdecken
Von Petra Grünendahl

Märchenhaft wandern: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Vor den Zeiten der Schwerindustrie und der Ruhrbarone war das heutige Ruhrgebiet ländlich geprägt: Mit Bauern, Rittern, Gutsherren und den Fürstäbtissinnen des Stifts zu Essen, die ab dem 14. Jahrhundert die wirtschaftlichen Geschicke der Region bis in die Industrialisierung maßgeblich beeinflussten. Bis heute sind viele Wälder erhalten, sind auf Halden neue (Industrie-)Wälder gewachsen. Selbst Berge gibt es – und das sogar jenseits der (künstlich angelegten) Halden. Da lässt es sich gut wandern: Durch ländliche Gegenden ebenso wie schon mal mitten durch die Stadt und fast doch nur durchs Grün. Was das Ruhrgebiet von den bekannten Wanderregionen unterscheidet, sind jedoch seine vielen interessanten Marken am Weg: „Häuser“ jeglicher Größenordnung und Nutzung aus früherer Zeit, Besonderheiten der Natur und Denkmäler. Und das alles in einer Dichte, die in anderen Regionen nicht zu finden ist. Um die Gebäude, aber auch um Orte und Menschen ranken sich nicht nur Geschichte(n), sondern mitunter auch Sagen und Legenden – und auch mal ein wahres Märchen.

 

Märchenhaft wandern: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

In ihrem neuen Wanderführer „Märchenhaft wandern“ nehmen Nikola Hollmann und Andrea Slavik den Leser mit zu sagenhaften Orten im Ruhrgebiet. In Hünxe, Essen (2 Touren), Gelsenkirchen, Hattingen, Bochum, Witten, Dortmund, Holzwickede, Haltern am See, Oer-Erkenschwick und Hamm haben die Autorinnen Strecken ausgemacht, die sich nicht nur zum Wandern eignen, sondern mit vielen Besonderheiten und Stätten am Wegesrand mehr zu bieten haben. Der aufmerksame Leser wird viele ihm unbekannte Orte finden, weil die Strecken natürlich nicht an den gängigen Ausflugsrouten liegen. Den zwölf Touren sind jeweils 10 bis 14 Seiten gewidmet: Mit ausführlichen Beschreibungen der Wanderwege, Interessantem am Rande des Weges (Am Weg) mit Beschreibungen und Geschichte der Örtlichkeiten, mit Gastronomie-Tipps sowie doppelseitigen Karten der Strecken, die die Wegeplanung erleichtern. Garniert ist das Ganze mit Sagen, Märchen und Legenden zu den angesteuerten Zielen – fantasievoll und mitunter etwas eigenwillig neu erzählt. Die Autorinnen geben Informationen zu Wanderzeit (zwischen 1:45 und 3:15 Stunden, man sollte aber für das Erkunden von spannender Umgebung weitere Zeit einplanen), Wanderstrecke (5,5 bis 13 Kilometer) und zu überwindenden Höhenmetern an (10 bis 500 Meter). Außerdem wichtig sind die Anreise mit dem ÖPNV (auf der einen oder anderen Karte ist auch ein Parkplatz eingezeichnet) zum Start/Ziel der Wanderung sowie Beschaffenheit der Strecke (u. a. Wald- und Feldwege, Schotter, Asphalt), damit der Wanderer weiß, was ihn (auch körperlich) erwartet. Die Wanderwege haben die Hollmann und Slavik selbst erprobt. Zu den Routen sind auch gpx-Daten verfügbar.

 

 
Die Autorinnen und das Buch

Märchenhaft wandern: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Rheinländerin Nikola Hollmann ist Journalistin und Theologin, die Tirolerin Andrea Slavik Filmemacherin und Esoterikerin. Die beiden haben sich bei der Ausbildung zu Wanderführern im Deutschen Wanderverband kennen gelernt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs und bringen ihre Erfahrungen in Wander- und Reisebüchern zu Papier. Immer wieder zieht es sie in die Kultur- und Industrielandschaft des Ruhrgebiets – auf der Suche nach dem Speziellen und dem Magischen. Die Alpen des Ruhrgebiets haben sie zum Thema von Büchern gemacht: Von dem Autoren-Team stammen auch die Wanderführer „Wanderbare Halden“ und „Halden, Himmel, Horizonte“, die wir bereits in Augenschein nehmen durften.

 
Das Buch „Märchenhaft wandern – Unterwegs zu sagenhaften Orten im Ruhrgebiet“ von Nikola Hollmann und Andrea Slavik ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien (überwiegend von den Autorinnen selber), spannenden Informationen und detaillierten Karten ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2433-8).

 

 
Der Verlag

Märchenhaft wandern: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Deutsche Oper am Rhein stellte Programm für die kommende Spielzeit vor

Zurück mit den großen Produktionen
Von Petra Grünendahl

Christoph Meyer. Foto: Susanne Diesner.

„Im Mittelpunkt der kommenden Opernsaison stehen große Stoffe zeitgenössisch interpretiert und in neuen, spannenden Regiehandschriften präsentiert“, versprach Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein bei der Vorstellung des Programms für die kommende Spielzeit. Zu den Neuproduktionen in Duisburg zählt Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ sowie „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold. Nach Duisburg kommen zudem Francesco Cileas Oper „Adriana Lecouvreur“, die in der vergangenen Spielzeit in Düsseldorf gespielt wurde. Verdis „Macbeth“ (Duisburger Premiere am kommenden Sonntag), Tschaikowskys „Die Jungfrau von Orleans“, Vincenzo Bellinis „La sonnambula“, Jules Massenets „Herodiade“ erleben ihre Premieren in Düsseldorf.

 

Das Leitungsteam der Deutschen Oper am Rhein (v. l.): Axel Kober (Generalmusikdirektor), Alexandra Stampler-Brown (Geschäftsführende Direktorin), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant), Demis Volpi (Ballettdirektor und Chefchoreograph Ballett am Rhein). Foto: Anne Orthen.

Nach zwei Spielzeiten unter ständig wechselnden Pandemiebedingungen steht die Saison 2022/23 unter neuen Vorzeichen: Die Deutsche Oper am Rhein präsentiert wieder große Opern- und Ballettabende, Kraft und Klang ihrer großen Ensembles und sinnliche Erlebnisse, an deren Intensität man sich gerade erst wieder gewöhnt. Mit einem Theaterfest am Samstag, 20. August 2022, im Opernhaus Düsseldorf und dem HANIEL Klassik Open Air am Freitag, 2. September 2022, auf dem Opernplatz in Duisburg begrüßt die Deutsche Oper am Rhein ihr Publikum zur neuen Spielzeit. Auf dem Programm stehen rund 250 Vorstellungen allein auf den großen Bühnen in Düsseldorf und Duisburg – 25 verschiedene Opern, zehn Ballettprogramme, kleinere und größere Konzertformate sowie Galaveranstaltungen.

 

 
Repertoire, Ballett und Junge Oper

Axel Kober. Foto: Christian Schoppe.

„Das Repertoire hat während Corona gelitten, aber davon lebt die Oper“, sagte Generalmusikdirektor Axel Kober. Denn nicht nur die Premieren seien wichtig: „Mit den Wiederaufführungen zeigen wir die ganze Vielseitigkeit, die dieses Haus ausmacht.“ Das Duisburger Publikum darf sich hier auf Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Puccinis „Tosca“, Mozarts „Die Zauberflöte“, Donizettis „La Fille du régiment“ und natürlich „Hänsel und Gretel“ freuen. Weitere Stücke wie Don Giovanni, Die Feldermaus, Falstaff, Siegfried oder Figaro sowie Turandot und Madame Butterfly gibt es in Düsseldorf.

Demis Volpi, Ballettdirektor und Chefchoreograph am Ballett am Rhein. Foto: Andreas Endermann.

Zwei Premieren des Ballett am Rhein gibt es in Duisburg mit „Zwischenwelten“ (Choreographien von Demis Volpi / Gil Harush) und „Shortcuts“ (Hans van Manen / Bridget Breiner / Neshama Nashman / William Forsythe), vier in Düsseldorf: Die Handlungsballette „Giselle“ und „Krabat“ (beide Demis Volpi) sowie Coppélia X Machina (Hélène Blackburn) und der Ballettabend „SACRE“ (Jerome Robbins / Demis Volpi / Marcos Morau). „’Giselle’ hatte eigentlich mein Einstand werden sollen vor zwei Jahren“, sagte Demis Volpi, Ballettdirektor und Chefchoreograph am Ballett am Rhein, – und dann kam Corona. Zur Wiederaufführung kommen in Duisburg „Der Nussknacker“ und „One and Others“, in Düsseldorf „Vier neue Temperamente“ (George Balanchine / Michèle Anne de Mey / Demis Volpi / Hélène Blackburn / John Neumeier).

 
Für ein junges Publikum (ab 8 Jahren) kommen die im Rahmen der Jungen Opern Rhein Ruhr entstandene Familienoper „Iwein Löwenritter“ (in Düsseldorf) sowie „Das fliegende Klassenzimmer“ (in Duisburg), eine Auftragskomposition der Jungen Opern Rhein Ruhr, auf die großen Bühnen. Außerdem gibt es Wiederaufnahmen von „Der Kiosk“ (Duisburger Premiere am kommenden Freitag) und „Nils Karlsson Däumling“. Oper und Ballett am Rhein begegnen jungen Zuschauern aber nicht nur in den beiden großen Häusern: An vier verschiedenen Orten in Duisburg (Ruhrort und Innenhafen) sowie Düsseldorf (Oberbilk und am Rheinufer in Golzheim) wird das „UFO – Junge Oper Urban“ zum Spielort und Treffpunkt für neues Musiktheater.

 
Corona machte auch der Deutschen Oper am Rhein zu schaffen

Alexandra Stampler-Brown. Foto: Andreas Endermann.

„Die letzte Spielzeit war nicht einfach“, erzählte Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein. Man hatte die Spielzeit mit kleineren Formaten begonnen – und als die größeren Produktionen auf dem Programm standen, kam Omikron. Einschränkungen habe es Backstage wie auch auf der Bühne gegeben: „Im Großen und Ganzen konnten wir in der auslaufenden Spielzeit am Spielplan festhalten“, so die Direktorin, aber: „Allerdings mussten wir in Duisburg acht und in Düsseldorf 16 Vorstellungen absagen – wegen Corona-Erkrankungen bei der Besetzung.“ Auch die reduzierten Kapazitäten sorgen für finanzielle Ausfälle: In Durchschnitt lag die Auslastung bei rund 50 Prozent, was die Einnahmen durch Eintrittskarten schmälerte. Kurzarbeit und fehlende Kosten für Gastsänger schafften aber auch Entlastung, so dass ein kleines Reservepolster angelegt werden konnte: Für den Fehlbetrag von 2,1 Mio. Euro im 56,4-Mio.-Euro-Etat für die Spielzeit 2022/23. Das Publikum will nach zwei Jahren Corona erst zurück erobert werden. „Manche“, so Stampler-Brown, „haben aber noch Bedenken.“ Vielleicht überzeugt sie ja das Programm für die Spielzeit 2022/23.

Hier gibt es Informationen zu den neuen Produktionen. Den neuen Spielplan als 164-seitige Broschüre im A4-Format gibt es im Opernshop Düsseldorf und an der Theaterkasse Duisburg, aber auch zum Download, zum Bestellen oder zum online blättern. Gestartet ist auch der Vorverkauf für die gesamte Spielzeit 2022/23.

 

 
Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg. Foto: Jens Wegner.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 

Opernhaus Düsseldorf. Foto: Jens Wegner.

Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu den meisten Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

 
Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Die Kapazitätsbegrenzungen in den Sälen sind aufgehoben. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Andreas Endermann (2), Jens Wegner (2), Anne Orthen (1), Susanne Diesner (1), Christian Schoppe (1)

 

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Lektüretipp: Das UNESCO Welterbe – Monumente der Menschheit – Wunder der Natur

Einblicke in die immense Vielfalt des menschlichen Kulturerbes
Von Petra Grünendahl

Das UNESCO Welterbe: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Die Pyramiden und Städte der Maya und Inka in Mittel- und Südamerika brauchen sich nicht hinter den Pyramiden des alten Ägypten oder den Festungen oder Tempelbauwerken des antiken Mesopotamiens verstecken. Sie alle führen dem Leser vor Augen, zu was für baulichen Leistungen menschliche Kulturen fähig waren – und dass nicht einmal die hoch entwickelten Kulturen und Erschaffer imposanter Bauwerke dem Untergang entgehen konnten. An manchen Stätten zeugen nur noch Ruinen von vergangener Pracht, an anderen Stellen ist die alte Pracht mehr oder weniger erhalten und beeindruckt den Betrachter schon auf dem Papier. Es ist eine Reise in die entlegensten Winkel der Erde – und um Jahrtausende in die Vergangenheit. Die Reisen auf dem Papier entführen nicht nur zu den baulichen Zeugnissen der Vergangenheit, sondern auch in (relativ unberührte) Landschaften, die sich viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahren konnten. Ein spannendes Buch, das immer wieder zum Blättern und Stöbern einlädt.

 

Das UNESCO Welterbe: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Für das Buch „Das UNESCO Welterbe“ hat eine Redaktion von Autoren die Monumente der Menschheit und die Wunder der Natur zusammen getragen, die von der UNESCO als besonders schützenswert anerkannt wurden. Erst 2020/21 hat es 37 neue Ernennungen gegeben, die im Buch vorneweg auf 24 Seiten in knackig-kurzen Texten und aussagekräftigen Fotos beschrieben werden. Hier findet sich zum Beispiel auch der niedergermanische Limes als Grenze des Römischen Reichs, dessen Spuren man auch in unserer Region findet. Im Hauptteil listet das Buch sämtliche (weiteren) Stätten auf der ganzen Welt nach Kontinenten aufgeteilt und darin jeweils von Nord nach Süd und von West nach Ost. Von den aktuell 1154 Welterbestätten gelten 897 als Weltkulturerbe und 218 als Weltnaturerbe, weitere 39 Stätten werden als gemischte Kultur- und Naturerbestätte geführt. Sie spiegeln die Vielfalt von hohen Kulturen aus mehreren Tausend Jahren Menschheitsgeschichte und noch viel weiter zurück reichender Erdgeschichte. Überwiegend sind zwei Stätten pro Seite beschrieben, aber auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit auf einer oder gar zwei Seiten.

 

Das UNESCO Welterbe: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Das UNESCO Welterbe umfasst einzigartige Kultur- und Naturgüter, die unter dem Schutz der UNESCO stehen, seit die Vereinten Nationen 1972 ein Abkommen geschlossen haben, Objekte von universellem Wert zu bewahren. Was ihnen aber im Zweifelsfalle wenig nützt, wenn Menschen aus Hass auf alles, was nicht in ihr Weltbild passt, die Zerstörung einzigartiger Kulturzeugnisse anordnen oder gar andere Länder mit Krieg und Bombardierung überziehen. Bereits zerstört wurden Welterbestätten (oder Teile davon) in der Oasenstadt Timbuktu (Mali), der Altstadt von Aleppo, in Palmyra und Mar Elian (alle Syrien), in Al-Hadra im Irak und im Bamian-Tal in Afghanistan. Aktuell gefährdet sind unter anderem die Welterbestätten in der Ukraine wie das historische Zentrum von Lwiw (Lemberg), die Sophienkathedrale in Kiew sowie das nahe gelegene Höhlenkloster am Ufer des Dnjepr. Aber auch die Ausbreitung der Zivilisation zerstört mitunter Stätten – auch in der westlichen Welt: Die UNESCO hat durchaus schon mal Stätten aus ihrer Welterbeliste gestrichen, weil sie überplant ihren ursprünglich schützenswerten Charakter verloren haben. Das wertschätzende Studium dieser Lektüre und der beschriebenen Stätten sollte des Lesers Respekt vor den Kulturen der Erde und der Erdgeschichte fördern – und das Bestreben, diese einzigartigen Güter der Nachwelt zu erhalten.

 

 
 
Das Buch

Das UNESCO Welterbe: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Kompakt und kompetent stellt „Das UNESCO Welterbe“ in prächtigen Abbildungen und informativen Texten alle aktuellen Welterbestätten in 167 Ländern auf allen fünf Kontinenten* vor. Ergänzend sorgen kleine Karten für die grobe geografische Einordnung. Das reich bebilderte 808-seitige Werk „Das UNESCO Welterbe“ im Format 21 x 16 x 5,5 cm mit Paperback-Umschlag ist im Kunth Verlag erschienen und für 29,95 Euro im lokalen Buchhandel zu haben (ISBN 978-3-96965-042-4).

 

 
Kunth Verlag

Das UNESCO Welterbe: Blick ins Buch. Foto: Petra Grünendahl.

Der Münchener Kunth Verlag wurde 1997 von Wolfgang und Calina Kunth gegründet. Publikationen des Verlages erhielten über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen. Schwerpunkte des Verlagsprogramms liegen bei hoch informativen Bildbänden und reich bebilderten Reisebüchern, die eine Auszeit vom Alltag schon beim Blättern und natürlich reichhaltige Reise-Inspirationen bieten. Reisekarten / Weltatlanten sowie reich illustrierte Sachbücher aus geografischen, kulturellen und touristischen Themenbereichen und Kalender vervollständigen das Verlagsprogramm. Kunth ist ein Partnerverlag der MairDumont Reiseverlagsgruppe .
www.kunth-verlag.de

*) Amerika zählt hier als ein Kontinent

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Historische Orte am Niederrhein: Susanne Wingels zeigt ihre „Heimatschätze“ im Klartext Verlag

Interessante Ziele für Freizeittouren in der Region
Von Petra Grünendahl

Blick in Susanne Wingels‘ Heimatschätze am Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

Kirchen und Kapellen, Burgen und Schlösser, Herren- oder Bürgerhäuser, Windmühlen, Tortürme und andere Baudenkmäler: Susanne Wingels beschreibt ihre Lieblingsorte am Niederrhein gespickt mit vielen Geschichten über ihre Entstehung und Entwicklung. An manchen Stellen reicht die Geschichte sichtbar bis ins Mittelalter zurück, an anderen Stellen gar bis zu den Römern in die Antike. Wo es sogar Spuren steinzeitlicher Besiedlung gibt, sind diese allerdings bestenfalls in Museum zu sehen. Das Buch „Heimatschätze“ ist eine Einladung, die historischen Innenstädte, Orte und Stätten am Niederrhein zu erkunden, in Geschichte(n) zu stöbern und Ungewöhnliches zu entdecken: So viel davon, schreibt die Autorin, „damit ließen sich auch vier Bücher füllen.“ Aber selbst in diesem einen Buch bringt Susanne Wingels insgesamt doch sehr viel fundiertes Wissen über die Geschichte der Orte am Niederrhein an den geneigten Leser und regt damit zum Stadtbummel und zur Besichtigung an.

 

Blick in Susanne Wingels‘ Heimatschätze am Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihrem Buch „Heimatschätze“ lädt Autorin Susanne Wingels ihre Leser ein, „Historische Orte am Niederrhein [zu] entdecken“. Jedes Dorf am Niederrhein habe etwas zu erzählen, meinst die Autorin: Auf diesen Seiten hat sie ihre persönlichen Heimatschätze zusammen gestellt. Sie erkundet in Texten und (fast ausschließlich eigenen) Bildern auf jeweils vier bis zwölf Seiten 23 Städte zwischen Kleve, Kranenburg und Rees in Norden bis Erkelenz und (Dormagen-)Zons im Süden. Außer Rees sind Wesel, (Hünxe-)Krudenburg, (Voerde-)Götterswickerham und Dinslaken rechtsrheinisch angesiedelt, alle anderen Orte linkrheinisch. Die Autorin gibt zusätzlich Informationen zur Anfahrt mit Pkw (inkl. Parkplatz) oder ÖPNV, eine Einordnung in Kategorien (wie Sehenswürdigkeit, Wanderstrecke, Naturerlebnis, Familienfreundlich, Kulturstätte oder Kunstobjekt), Gastronomie-Angebote sowie nahe gelegene lohnende Ziele (Am Weg oder In der Nähe und spannende Museen überwiegend kulturgeschichtlicher Natur mit Adressen). Ein paar „Extra-Tipps“ beinhalten Stadtführungen, Events, Besichtigungen aller Art und Hinweise auf spannende Unternehmungen. Gut lesbar geschrieben lädt das Buch immer wieder zum Blättern und Stöbern ein. Und natürlich dazu, die Orte selber mal zu besuchen.

 

 

Blick in Susanne Wingels‘ Heimatschätze am Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

In Wingels Ausführungen zur Befestigung der Stadt Moers vermisst der kundige Leser allerdings trotz Erwähnung der im Luftbild immer noch erkennbaren Spuren der Festungsanlagen Informationen zum hier sichtbaren oranischen Festungsbau (1601–1620), über den man ganze Bücher schreiben kann (mehr dazu hier und hier), sowie die – zugegeben neuere – Entwicklung der Stadt durch den Bergbau, den man ja mittlerweile auch als „historisch“ bezeichnen kann (die Zechensiedlung Lohberg in Dinslaken ist schließlich auch erwähnt).

 
 
Die Autorin und das Buch

Blick in Susanne Wingels‘ Heimatschätze am Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

Susanne Wingels (Jahrgang 1969) lebt mit ihrer Familie in Bedburg-Hau. Den Niederrhein kennt die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin wie ihre Westentasche.
https://susanne-wingels.de/

 
Das Buch „Heimatschätze – Historische Orte am Niederrhein entdecken“ von Susanne Wingels ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 160-seitige Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien ist für 18,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2486-4).

 
Von Susanne Wingels hatten bereits das Buch „Niederrhein – Schlösser Burgen Herrenhäuser Rittergüter“ in einer Buchbesprechung (hier der Bericht).

 

 
Der Verlag

Blick in Susanne Wingels‘ Heimatschätze am Niederrhein. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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