Schaller verwies auf Verantwortlichkeiten in seinem Unternehmen, entschuldigte sich bei Opfern und AngehörigenVon Petra Grünendahl

Der Geschäftsführer von Lovapent und Mitorganisator der Loveparade Rainer Schaller in Duisburg sagt am Dienstag,22. Mai 2018 vor dem Landgericht Duisburg im Düsseldorfer CCD Süd im Loveparade Prozess als Zeuge aus. Foto: Kai Kitschenberg / Funke Foto Services.
Die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg nun Rainer Schaller als Zeugen geladen. Drei Tage sind für seine Aussagen angesetzt. Angeklagt sind neben sechs Mitarbeitern der Stadt Duisburg auch vier Mitarbeiter der Lopavent GmbH, die für die Veranstaltungsorganisation verantwortlich waren. Rainer Schaller hatte sich nach der Loveparade-Katastrophe früh als moralisch verantwortlich bezeichnet, war auf Opfer und Hinterbliebene zugegangen. Vor seiner Aussage entschuldigte er sich noch einmal in einem Statement bei den Verletzten und Angehörigen der Todesopfer für das Leid, welches er in seiner Verantwortung als Geschäftsführer des Veranstalters Lopavent ihnen zugefügt hatte. Mit vielen hatte er sich schon früher getroffen, hier vor Gericht adressierte er noch einmal alle: Man sah ihm an, dass es ihm ein Bedürfnis war. Als vor gut drei Wochen Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland vernommen worden war, hatte er kein Wort für die Betroffenen parat.
Eine Loveparade findet seit Duisburg nicht mehr statt, wie Schaller auf der Pressekonferenz am Tag nach dem Unglück angekündigt hatte. Schaller erzählte, wie er nach der Katastrophe mit seinen Mitarbeitern wieder und wieder Filmmaterial durchgegangen sei, sie alle Fragen diskutiert hätten, wie es zu der Katastrophe habe kommen können. Zu einem schlussendlichen Ergebnis seien sie dabei nicht gekommen.
Für Loveparade-Organisation auf bewährtes Team gesetzt

Der Geschäftsführer von Lovapent und Mitorganisator der Loveparade Rainer Schaller in Duisburg sagt am Dienstag,22. Mai 2018 vor dem Landgericht Duisburg im Düsseldorfer CCD Süd im Loveparade Prozess als Zeuge aus. Foto: Kai Kitschenberg / Funke Foto Services.

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.
Schaller sei, so seine eigene Aussage, nur an der Loveparade 2006 mit Stephan S. in einer Doppelspitze für die Organisation (mit)verantwortlich gewesen. Seit Essen (2007) sei Kersten S. dafür – in der Entscheidungshierarchie auch als Vorgesetzter von Stephan S. – mit an Bord gewesen. Ein später in Umlauf gekommenes Organigramm, welches Kersten S. lediglich als „Creative Director“ auswies, sei manipuliert gewesen, so der Lopavent-Geschäftsführer. Schaller sei (als geschäftsführender Gesellschafter mehrerer Gesellschaften – er selber sprach von „Konzern“) nur Ansprechpartner gewesen für Probleme, die sich nicht anders hätten lösen lassen. Solche habe es nicht gegeben, so Schaller: Er habe seinem erfahrenen Team vertraut!
© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Funke Foto Services (2), Petra Grünendahl (1)
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