Hinter den Fassaden einer bürgerlichen OrdnungVon Petra Grünendahl
“Ja, wenn es doch ein Ritter wär’, fein zierlich, jung an Jahren”, seufzt Frau Fluth (Heidi Elisabeth Meier), als sie Falstaffs Brief mit der Bitte um ein Stelldichein liest. Zu ihrem Leidwesen stammt der Brief aber nur vom dicken Ritter Sir John Falstaff (Thorsten Grümbel) als Personifikation von Lebenslust, dem seine Vorliebe für Wein und gutes Essen anzusehen ist. Und einen gleichlautenden Brief hatte der wenig attraktive Schürzenjäger auch noch an die Nachbarin Frau Reich (Katarzyna Kuncio) geschickt. Mit seinem Werben um die Frauen dringt er in die heile Welt ihrer bürgerlichen Gesellschaft ein. Den galanten Liebhaber jedoch nehmen ihm die Damen nicht ab, sein diesbezügliches Selbstbild ist wohl eher Illusion. Die Damen beschließen, ihm einen Denkzettel zu verpassen, der es in sich hat. Indem Falstaff wieder und wieder trotz schlechter Erfahrungen auf die vermeintlichen Angebote der Damen eingeht, wird er von der komischen zur tragischen Figur.
William Shakespeares einzige bürgerliche Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ diente als Vorlage für die gleichnamige Oper, die Otto Nicolai (1810 – 1849) als komisch-fantastisches Singspiel (mit gesprochenen Dialogen) in drei Akten komponiert hatte. Nachdem er für das 1849 uraufgeführte Werk mehrere Libretti hatte schreiben lassen, entschied er sich für den Text von Hermann Salomon Mosenthal. Die Inszenierung der gut dreieinviertelstündigen Aufführung (inklusive zwei Pausen) stammt von Dietrich W. Hilsdorf, der schon verschiedene Stücke an der Deutschen Oper am Rhein auf die Bühne gebracht hatte. Obwohl in deutscher Sprache gesungen, erleichtern Übertitel das Verständnis der Handlung.
Virtuose Akteure begeistern das Publikum

Jungfrau Anna und ihre Verehrer (v.l.): Paul Schweinester (Junker Spärlich), Anna Princeva (Jungfer Anna Reich), Jussi Myllys (Fenton), Günes Gürle (Dr. Cajus). Foto: Hans Jörg Michel.

VORNE: Katarzyna Kuncio (Frau Reich), Heidi Elisabeth Meier (Frau Fluth), Stefan Heidemann (Herr Fluth), HINTEN: Herrenchor. Foto: Hans Jörg Michel.
Stimmungsvolle Inszenierung

VORNE: Katarzyna Kuncio (Frau Reich), Stefan Heidemann (Herr Fluth), Heidi Elisabeth Meier (Frau Fluth), Paul Schweinester (Junker Spärlich), HINTEN: Chor, Günes Gürle (Dr. Cajus). Foto: Hans Jörg Michel.
Ein kleiner Vorgeschmack:
Premiere im Düsseldorfer Opernhaus in der vergangenen Spielzeit – mit anderer Besetzung.
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Di 15. November 2016 | 19:30 Uhr,
Do 17. November 2016 | 19:30 Uhr und
Sa 26. Dezember 2016 | 19:30 Uhr.
Danach geht die Produktion an das Düsseldorfer Opernhaus.
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten samstags zwischen 20,30 und 70,30 Euro, sonst 18,10 bis 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.
© 2016 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein
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