Das „Duisburger Bündnis Abwahl“ positioniert sich

„Nach der Loveparade hätte Duisburg einen Oberbürgermeister gebraucht, der Verantwortung übernimmt“, heißt es in dem (Ab-)Wahlaufruf. Am 12. Februar 2012 ist der Termin, für den die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ fast 80.000 Stimmen gesammelt hat. „Das haben wir den Duisburger Bürgern zu verdanken. Knapp 20.000 der Unterschriften wurden von Bürgern gesammelt und uns zugeschickt“, so Moderator Theo Steegmann, einer der Sprecher der Bürgerinitiative. Mit 68.000 gültigen Unterschriften war das Quorum erfüllt, der Stadtrat beschloss den Abwahltermin.

Einen gemeinsamen Wahlkampf für die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland wollen die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, die politischen Kräfte in Duisburg (mit Ausnahme der CDU) sowie die Gewerkschaften auf die Beine stellen. Bei einer Pressekonferenz im Duisburger Hof sprachen sie über ihre Motivationen und Pläne für den Abwahl-Kampf. „Wir wollen keine persönlichen Angriffe. Uns geht es um die Frage: Wie füllt er sein Amt aus – oder eben auch nicht“, erklärte Steegmann.

Größenwahn und Verantwortungslosigkeit
„Das Ereignis war nicht unvermeidlich, sondern Folge von Größenwahn und Kungelei. Die viel zu späte Entschuldigung des OB war weder mitfühlend noch glaubhaft, sondern bloßes Taktieren. Ich fühle mich von Adolf Sauerland nicht vertreten, sondern brüskiert.“ Mit diesen Worten brachte es Jürgen Hagemann, Vorsitzender von Massenpanik Selbsthilfe e. V. und Vater einer bei der Loveparade verletzten und schwer traumatisierten Tochter, auf den Punkt. „Der OB hat die Verantwortung nicht übernommen: Das ist ein Versagen der Person, das hat nichts mit Parteipolitik zu tun“, begründete Rainer Bischoff den Beschluss des DGB und mehrerer angeschlossener Einzelgewerkschaften für die Teilnahme am Abwahl-Bündnis. Ver.di-Mann Heinz Lauer ging da noch etwas weiter: „Wir sind von Mitgliedern und Vertrauensleuten in der Stadtverwaltung angesprochen worden, die Abwahl sicher zu stellen.“

„Fast 80.000 Duisburger haben der Stadt ein besseres Gesicht gegeben als der OB. Es steht der CDU nicht gut zu Gesicht, sich nicht an der Abwahl zu beteiligen. Zumal ihre Parteigenossen in Moers gegen den SPD-Bürgermeister zu Felde ziehen“, äußerte Bärbel Bas (SPD), während Ingrid Fitzek (Bündnis 90 / Die Grünen) betonte: „Ein faires Verfahren ist für den Erfolg wichtig. Auch nach dem 13. Februar müssen die Menschen bei allen Gegensätzen miteinander leben.“ Kenan Ilhan (Die Linke) erklärte: „Wir beteiligen uns, weil wir ihn für untragbar halten. Die Bürger sind unzufrieden, das zeigen schon die Unterschriften.“ Und Wilhelm Bies (FDP) rief schließlich dazu auf: „Macht von eurem Recht auf Mitbestimmung Gebrauch: Bürger, geht wählen!“

Werner Hüsken, einer der Sprecher von „Neuanfang für Duisburg“, meinte: „Der Erfolg der Abwahl ist wichtig für das Image der Stadt. Keine Partei sollte dem Bürger das Recht zur Wahl absprechen und die Bürger sollten ihre Rechte wahrnehmen.“ Und Alt-Oberbürgermeister Josef Krings stellte klar: „Es geht um Verantwortung und um neues Denken – und das ist mit Adolf Sauerland nicht vorstellbar. Die Impulse hierzu können nur aus der Bürgerschaft kommen. Die Loveparade muss verarbeitet werden, bisherige Reaktionen haben die Stadt aber in Misskredit gebracht. Der Größenwahn, der auch Ursache der Katastrophe war, muss aufhören. Wir brauchen keinen Schuhkarton im Innenhafen – auch der ist Größenwahn. Adolf Sauerland hätte aus Selbstwertgefühl zurücktreten müssen, das haben andere auch getan.“

Gespräche statt Großwahlkampf
Geplant ist von der Bürgerinitiative ein Stand oder Pavillon an der Königstraße. Hier will man wieder mit den Menschen ins Gespräch kommen. „Gesprächbedarf bei den Duisburgern ist vorhanden, das haben wir beim Sammeln der Unterschriften bemerkt“, erklärte Theo Steegmann. „Vier Parteien unter einem Schirm – so ist es gedacht. Wir werden vor Ort präsent sein und unsere Ziele deutlich machen: Parteien-übergreifend“, betonte Bärbel Bas. „Solange Adolf Sauerland die Verantwortung nicht übernehmen will, muss der Bürger ihm die Verantwortung abnehmen“, lautete denn auch das passende Schlusswort von Werner Hüsken.

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Der Abwahl-Aufruf …
Hier ist der Wahlaufruf zur Abwahl von Adolf Sauerland am 12. Februar 2012: http://www.neuanfang-fuer-duisburg.de/Wahlaufruf-zur-Abwahl-von-Adolf-Sauerland.pdf.

Duisburg hat die Wahl! Nutzen Sie ihre Stimme!
Es geht um die Verantwortung, die ein Oberbürgermeister bei seinem Amtsantritt übernimmt, die Adolf Sauerland aber bis heute nicht in ihrer Konsequenz tragen mag. Adolf Sauerland war in Duisburg DIE treibende Kraft für die Loveparade, die auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs nie hätte genehmigt werden dürfen. Statt berechtigten Forderungen nach Konsequenzen (einer Übernahme der Verantwortung zum Beispiel) nachzukommen, stilisierte er sich als Opfer. Wenn Adolf Opfer ist, dann nur seiner Selbst, seiner Persönlichkeitsdefizite und seiner Charakterschwächen. Damit hat er sich einen Abgang mit Anstand und Würde endgültig verbaut!

© 2011 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Über Petra Grünendahl

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