GEBAG präsentiert Siegerentwurf „Am Alten Güterbahnhof“ in Duisburg

Die Stadt von Morgen:
Duisburgs neue Visitenkarte

Von Petra Grünendahl

Am Alten Güterbahnhof. Visualisierung: CKSA.

„Wohnen, Arbeiten und Leben werden sich verändern. Die Stadt von Morgen wird ganz anders aussehen als heute“, brachte GEBAG-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer das Ergebnis des Wettbewerbs auf den Punkt. Der Entwurf von den „Duisburger Dünen“ war in der Bürgerbeteiligung bei den Duisburgern am besten angekommen. Der Entwurf für das schmale, lang gezogene Gelände des alten Güterbahnhofs in der Duisburger Innenstadt stellte die Planer mit seinem Zuschnitt vor Herausforderungen. Mit einer Gewerbebebauung entlang der Bahngleise, daneben ebenfalls in Nord-Süd-Ausrichtung ein Zug von Wohnbebauung, dem sich schließlich eine breit angelegte Parkanlage als Lärmdämmung zur Autobahn hin anschließt, deren strukturierte Oberfläche mit dünen-ähnlichen Erhebungen dem Projekt seinen Arbeitstitel gab. Ein See in der Parkanlage vermittelt Aufenthaltsqualität. Der Entwurf des Teams von CKSA Christoph Kohl Stadtplaner Architekten und fugmann-janotta und Partner mbH (beide Berlin) kam nicht nur bei Duisburgern gut an, sondern gewann auch mit Abstand das einstimmige Votum einer neunköpfigen Fach-Jury.

 

Am Alten Güterbahnhof. Foto: Screenshot.

Insgesamt sieben Teams aus Architektur und Landschaftsplanung hatten im Rahmen der zweiten Wettbewerbsphase ihre Konzepte überarbeitet. Den Siegerentwurf und das weitere Verfahren stellten in einem digitalen Pressegespräch Bernd Wortmeyer, Oberbürgermeister Sören Link und Planungsdezernent Martin Linne vor: Zusammen mit Jörg Faltin (Faltin + Sattler, Düsseldorf, zuständig für die Durchführung und Moderation des Wettbewerbsverfahrens)

Verkehrsanbindung Am Alten Güterbahnhof. Skizze: CKSA.

und dem Juryvorsitzenden Prof. Johannes Ringel sowie Prof. Christoph Kohl (CKSA) und Harald Fugmann (fugmann-janotta) als Vertreter des siegreichen Teams. „Das wird eine neue Visitenkarten für die Stadt“, freute sich Sören Link. An der Zufahrt zur Innenstadt soll sie ein positives Bild vermitteln und das Image der Stadt fördern. Prof. Johannes Ringel erläuterte die Entscheidung der Jury: „Der Entwurf überzeugt durch seine charismatische Idee, einen großzügigen Park bis zur Innenstadt zu führen. Der Entwurfsidee gelingt es, die notwendigen Vernetzungen im Stadtgefüge zu leisten und bietet im Vergleich zu anderen Entwicklungsgebieten ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Duisburg.“ Er freute sich, dass die Meinung der Bürger mit denen der Jury übereinstimmte, was bei solchen Wettbewerben nicht unbedingt die Regel ist.

 

 
Wohnen, Arbeiten und Leben: Neues Quartier soll Raum für alle Generationen bieten

Lageplan Am Alten Güterbahnhof. Skizze: CKSA.

„Hier entsteht eine neues Stück Duisburg, maßgeschneidert und ideal für die Zukunft aufgestellt“, lobte Bernd Wortmeyer den Entwurf. Die GEBAG als Eigentümer hat hier die Zügel in der Hand. Sie will das Areal möglichst kleinteilig vermarkten. Investoren können sich hier mit ihren Entwürfen um einzelne Projekte bewerben. „Wir hoffen auf viele Architekten, die hier mitbauen“, sagte Christoph Kohl, dessen stadtplanerischer Entwurf erst dadurch zum Leben erweckt wird.

Die Loveparade-Gedenkstätte am Alten Güterbahnhof. Skizze: CKSA.

„Was wir heute bauen, muss beständig sein und darf keiner Wirtschaftlichkeit geopfert werden“, wünschte er sich. Ein besonderes Anliegen war ihm die Loveparade-Gedenkstätte: Sie soll seitlich wieder geöffnet werden – möglicherweise sogar auf die ursprüngliche Breite –, um sich zum Gelände hin zu öffnen, damit man sie in die Gestaltung mit einbeziehen kann. Auch die Unterführung Karl-Lehr-Straße wird – soweit möglich – frei gelegt und an das Quartier angebunden und integriert.

 

Am Alten Güterbahnhof. Modellfoto: photoprop.

„Der ausgewählte Siegerentwurf bildet nun die Grundlage für die weiteren Planungen für den städtebaulichen Rahmenplan. Das Bauleitplanverfahren soll im Herbst nach dem entsprechenden Aufstellungsbeschluss starten“, erklärte Martin Linne das weitere Vorgehen. „Bis dahin ist noch alles veränderbar. Aber die Kernelemente dieses Siegerentwurfs sollen nicht in Frage gestellt werden.“ Die GEBAG rechnet aktuell damit, dass der Bebauungsplan im Jahr 2023 Rechtskraft erlangen wird und ab 2024 gebaut werden kann. Martin Linne avisiert rund 1.000 Wohneinheiten sowie Gewerbeeinheiten für 8.000 bis 10.000 Arbeitsplätze. Das sei aber flexibel, so der Planungsdezernent. Das Projekt wird voraussichtlich im Jahr 2032 abgeschlossen sein.

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GEBAG
Die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG) wurde 1872 gegründet und zählt zu den ältesten Baugesellschaften Deutschlands. Seit 2012 ist die heutige GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH mit aktuell über 12.300 Wohnungen das größte Immobilienunternehmen der Stadt. Sie bietet rund 35.000 Duisburgern ein Zuhause: Bezahlbar und in einer guten, zeitgemäßen Qualität. Die GEBAG ist das kommunale Immobilienunternehmen der Stadt Duisburg und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seit mehr als 140 Jahren prägt sie die Gestaltung und Entwicklung der Stadt Duisburg maßgeblich mit. www.gebag.de

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Screenshots (3), Skizzen: CKSA (4), Modellfotos: photoprop (2)

 

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