Entlang der Ruhr auf dem Weg durchs Ruhrgebiet: Auszeiten am Fluss im Klartext Verlag

Annika Fischer nimmt den Leser mit auf Entdeckungsreise durch ein post-industrielles Freizeitrevier
Von Petra Grünendahl

Blick in Annika Fischers „Auszeiten am Fluss“. Foto: Petra Grünendahl.

Von ihren 219 Kilometern Länge fließt die in der Nähe von Winterberg im Sauerland entspringende Ruhr ab Schwerte gerade mal 102 Kilometer durch das Ruhrgebiet. Annika Fischer beschreibt auf ihren Entdeckungsreisen nicht nur die Landschaften von heute, sondern auch ihre Entwicklung: Von vorindustrieller, ländlich geprägter Zeit über die Industrialisierung, die hier an der Ruhr mit oberflächennaher Kohle begann, bis in die nachindustrielle Zeit. Die Zeit, in der die Ruhr weitestgehend renaturiert wurde, um heute auch der Erholung und Freizeitgestaltung zu dienen. Stauseen überwiegend aus den 1920er- und 1930er-Jahren waren nicht für die Freizeitgestaltung angelegt worden, sondern zur Trinkwassergewinnung, Reinigung der Ruhr und zur Stromerzeugung u. a. durch Wasserkraft. Von Osten nach Westen arbeitet sich die Autorin am Ruhrlauf entlang, vom Stausee Hengsen bei Holzwickede über Hengstey-, Harkort-, Kemnader bis hin zum Baldeney- und zum Kettwiger See im Essener Süden sowie durch verschiedene alte Ortskerne bis nach Duisburg-Ruhrort und hin zur Ruhrmündung in den Rhein am Rheinorange (Rheinkilometer 780).

 

Blick in Annika Fischers „Auszeiten am Fluss“. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch „Auszeiten am Fluss“ von Annika Fischer entführt den Leser zu – so der Untertitel – „Entdeckungen und Erlebnisse[n] an der Ruhr. Das Buch aus der Reihe „Schönes NRW“ gibt faszinierende Einblicke in lohnenswerte Ausflugsziele und Ziele für Freizeitaktivitäten entlang des Flusses, der so abwechslungsreich ist wie die Region, der er seinen Namen gegeben hat. Dabei zeigt die Autorin auf jeweils zehn bis vierzehn Seiten elf Touren mit verschiedenen Arten von Entdeckungen: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Boot. Sogar die eine oder andere (ehrenamtlich betriebene) Privatbahn lädt zu Touren in die jeweilige Umgebung ein. Auch wenn das Buch vielleicht in erster Linie Naturfreunde anspricht, ist es doch auch für jene ein Genuss, der sich für historische Entwicklungen im Ruhrgebiet und die entsprechende Baukunst interessieren – und diese erkunden wollen. Die Region hat sich von der landwirtschaftlichen Prägung früherer Jahrhunderte mit Herrenhäusern, Schlössern und Burgen über den Bergbau und die Industrialisierung in ein post-industrielles Zeitalter gewandelt: Mit einer Vielzahl von Oasen für Freizeitgestaltung, Erholung und Naturschutzgebieten. Und viele Ziele müssen ja nicht unbedingt auf den vorgeschlagenen Touren erwandert werden: Man kann sie auch direkt ansteuern.

 

 

Blick in Annika Fischers „Auszeiten am Fluss“. Foto: Petra Grünendahl.

Von manch einer stolzen Burg auf Erhebungen am Ruhrufer sind nur noch Ruinen übrig. Die Relikte von Bergbau und Industrie sind heute vielfach, sofern noch vorhanden, museal erschlossen und für Besucher zugänglich. Weitere Spuren des Bergbaus finden sich aber auch nicht nur als Ziele beschrieben, sondern an vielen Strecken entlang der Wege. Informationen gibt die Autorin auch zur Anfahrt mit Pkw (inkl. Parkplatz) oder ÖPNV, Besonderheiten und eine Einordnung in Kategorien (wie Sehenswürdigkeit, Wanderstrecke, Naturerlebnis, Familienfreundlich, Kulturstätte oder Kunstobjekt), Gastronomie-Angebote sowie nahe gelegene lohnende Ziele (Am Weg oder In der Nähe). Ein paar Extra-„Tipps“ für Unternehmungen abseits des Bekannten laden zum Beispiel dazu ein, die Ruhrufer vom Wasser aus zu erkunden. Gut lesbar geschrieben lädt das Buch immer wieder zum Blättern und Stöbern ein. Und dazu, die beschriebenen Touren selber zu unternehmen und verlockende Ziele anzusteuern.

 
 
Die Autorin und das Buch

Blick in Annika Fischers „Auszeiten am Fluss“. Foto: Petra Grünendahl.

Annika Fischer (* 1971) ist ein Kind des Ruhrgebiets. Sie hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Bereits 1991 hat sie als freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung begonnen. Hier ist sie seit 1998 zunächst als Volontärin, dann als Redakteurin und seit 2001 als Reporterin in der Region tätig. „Geschichtenerzählerin aus Leidenschaft“, sagt sie über sich selbst. Darüber hinaus hat sie einige Bücher veröffentlicht.

 
Das Buch „Auszeiten am Fluss – Entdeckungen und Erlebnis entlang der Ruhr“ von Annika Fischer ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Das 144-seitige reich bebilderte Taschenbuch aus der Reihe „Schönes NRW“ mit zahlreichen Fotografien ist für 16,95 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-2442-0).

 

 
Der Verlag

Blick in Annika Fischers „Auszeiten am Fluss“. Foto: Petra Grünendahl.

Der Klartext Verlag wurde 1983 gegründet, seit 2007 ist er Teil der Funke Mediengruppe. Seine Heimat liegt im Ruhrgebiet, wo auch der überwiegende Teil seiner Publikationen angesiedelt ist: Freizeitführer, Sachbücher, Kalender und Bildbände. Mit der „Von oben“-Reihe kann man Städte nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland aus der Vogelperspektive bewundern. Und mit der Reihe „Irrtümer und Wahrheiten“ (bei ihrem Start im Verlagsprogramm hieß die Serie noch „Klugscheißer“) lernt der Leser Neues zu verschiedenen Orten, Themen und Fußballvereinen – unterhaltsam und fundiert, denn, so der Verlag: „wir machen Bücher mit Qualität und gerne auch mal einem Augenzwinkern.“
www.klartext-verlag.de

 
Der Blick ins Buch. Fotos: Petra Grünendahl

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© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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