„Seid umschlungen“ aus Schillers Ode „An die Freude“
als Leitmotiv für die nächsten drei JahreVon Petra Grünendahl
Kreatives Schaffen über Genre-Grenzen von Schauspiel, Musik, Tanz oder Installation hinweg – und das an Orten, wo man es nicht erwarten würden: Dafür steht die Ruhrtriennale als spartenübergreifendes Kulturfestival der Metropole Ruhr, dafür steht aber auch ganz besonders das neue Leitmotiv „Seid umschlungen“. Industriekulissen als Spielorte geben Kunst und Kultur dabei einen besonderen Reiz, den man jenseits des Ruhrgebiets nirgends findet. Und wie viel Kunst und Kultur im Ruhrgebiet stecken, hat das Kulturhauptstadtjahr 2010 auch nach innen wie nach außen deutlich gemacht. Mit „Seid umschlungen“ will der neue Intendant der Ruhrtriennale, der Holländer Johan Simons, der bis 2017 für das Festival verantwortlich zeichnet, Kulturbegeisterte ebenso sie Kulturinteressierte oder einfach nur neugierige Menschen anlocken, sich auf etwas Neues einzulassen. Anlässe dafür bietet das soeben vorgestellte Programm reichlich. Vom 14. August bis zum 26. September läuft die Ruhrtriennale in diesem Jahr– im ersten Jahr unter der künstlerischen Leitung des Theatermachers Johan Simons. Das Festival der Künste zieht auch viele internationale Künstler in die Metropole Ruhr. Rund 140 Veranstaltungen bei 40 Produktionen wird es geben, davon 33 Eigen- und Koproduktionen, 17 Weltpremieren, Neuproduktionen und Deutschlandpremieren. Dazu kommen Installationen sowie viele Konzerte, die die einzigartigen Industriehallen der Region in außergewöhnliche Spielorte für Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installation verwandeln. Spielstätten finden sich in Bochum, Dinslaken, Duisburg, Essen, Gladbeck, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. Duisburg ist mit zwei Spielstätten vertreten: dem Landschaftspark Nord (Kraftzentrale, Gebläsehalle, Pumpenhalle, Gießhalle) und Ruhrort mit dem Eisenbahnhafen und dem dortigen Rheinufer. Erstmals dabei ist die Kohlenmischhalle der ehemaligen Zeche Lohberg in Dinslaken als größter Spielstätte der Ruhrtriennale.
Eisenbahnhafen in Ruhrort und am Rheinufer

Der EIsenbahnhafen in Ruhrort: Hier stellt „Urbane Künste Ruhr“ sein Projekt „Nomanslanding“ vor. Foto: Daniel Klemm.
Am Rhein (ein genauer Spielort wird noch bekannt gegeben) gastiert das Studio ORKA mit einer Deutschlandpremiere des Schauspiels „Sturzflug“, einem Open-Air-Familienstück ab 8 Jahren (mehrere Vorstellungen zwischen dem 15. und dem 21. August).
Außerdem ist in Ruhrort während der ganzen Laufzeit der Ruhrtriennale die Installation „Ausstellungsstück Duisburg“ geplant. Details dazu gibt es aber erst später, der Zugang wird aber auch hier frei sein.
Schauspiel in der Gießhalle: Erster Teil einer Trilogie
Weitere Veranstaltungen und Projekte im Landschaftspark
- Benefizkonzert „Hommage an Gerard Mortier“, den Begründer der Triennale, mit dem Klangforum Wien (16. August, 16 Uhr, Kraftzentrale).
- Joseph Haydns „Die Schöpfung“ mit dem Collegium Vocale Gent und dem B’Rock Orchestra (27. August, 20 Uhr, Kraftzentrale).
- Musiktheater „Prometeo“ von Luigi Nono mit dem Experimentalstudio des SWR, der SCHOLA Heidelberg und dem Ensemble Modern Orchestra (8., 11., 12. September, jeweils 19.30 Uhr, und am 13. September um 16 Uhr, Kraftzentrale).
- Die belgische Choreografin und Tänzerin Anne Teresa De Keersmaeker bringt „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ nach Rainer Maria Rilke zu Musik von Salvatore Sciarriono als Zusammenspiel aus Tanz, Schauspiel und Musik als Uraufführung auf die Bühne (24., 25. und 26. September, 20 Uhr, Gebläsehalle).
- Gepflegte Gespräche, gediegene Hausmusik: Bei der Ruhrtriennale öffnet Intendant Johan Simons die Schwingtür zu „Johans Saloon“ – für Künstlerinnen und Künstler des Festivals zu Gesprächen, Schnaps und Unwägbarkeiten (11. September, 23 Uhr, Gebläsehalle).
- Die Installation „The Creation“ (so der bisherige Arbeitstitel) ist eine Filminstallation von Julian Rosefeldt (28. August bis 26. September, jeweils 13 bis 21 Uhr, Eröffnung 28. August um 18 Uhr, Pumpenhalle in der Gebläsehalle, Eintritt frei).
Tickets und weitere Infos
Informationen zu allen Spielorten und Programmen gibt es unter https://www.ruhrtriennale.de.
© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Daniel Klemm, Matthias Baus (2), Franziska von Gagern, Stephan Glagla, Thomas Berns (2), Julian Röder
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