Eine Japanische Tragödie im
Zusammenprall unterschiedlicher KulturenVon Petra Grünendahl
Der amerikanische Leutnant Benjamin Franklin Pinkerton (Eduardo Aladrén) schließt mit Goro (Florian Simson), einem Makler und Heiratsvermittler, einen Vertrag, der ihm ein Haus und eine japanische Braut, das Geisha-Mädchen Cio-Cio-San (Liana Aleksanyan), für 999 Jahre zusichert. Diesen Vertrag kann er nach japanischem Recht jederzeit annullieren. Für ihn ist das Arrangement nur für die Dauer seiner Stationierung, das 15-jährige Mädchen hingegen glaubt an eine Verbindung nach amerikanischem Recht – also auf Dauer. Als er nach Amerika zurückkehrt, lässt er sie mit ihrer Dienerin Suzuki (Maria Kataeva) in dem Haus zurück. Obwohl am Ende des ersten Aktes buchstäblich ihre Welt zusammen bricht, glaubt sie fest an seine Rückkehr. Nachdem sie von ihrer Familie verstoßen worden ist, entehrt, weil sie von ihrem Mann verlassen und mit dem Kind des Amerikaners (Sarah Bock) zurück geblieben ist, ist diese Hoffnung alles, was sie aufrecht hält: Ihre Hoffnung und das Kind als Zeichen der Zusammengehörigkeit. Ihre Premiere feierte im Theater Duisburg nicht die Urfassung von Giacomo Puccinis (1858-1924) Oper „Madama Butterfly“ (als Zweiakter 1904 in der Mailänder Scala uraufgeführt), sondern die wenig später in Brescia uraufgeführte dreiaktige Fassung. Zu seiner Tragödie in drei Akten inspirierte Puccini das gleichnamige Theaterstück von David Belasco, welches wiederum auf der Erzählung von John Luther Long sowie dem Roman „Madama Chrysanthème“ von Pierre Loti basiert. Für den Operntext (Libretto) zeichnen Giuseppe Giacosa und Luigi Illica verantwortlich. Die Geschichte der „Madama Butterfly“ geht wohl auf einen historischen Fall in Nagasaki zurück, wo die Oper auch spielt, allerdings sind viele ähnliche Fälle in Japan belegt. Auch wenn die Handlung einen Zusammenprall der westlichen (amerikanischen) Kultur mit der japanischen darstellt, ist sie durch und durch eine „italienische“ Oper ihrer Zeit: Allerdings nicht als Werk, welches dem damals gängigen „Japanismus“ in der Kultur nachlief. Vielmehr arbeitete Puccini hier massive Kritik am amerikanischen Kulturimperialismus ein. Mit seinen drei Stunden (inkl. eine Pause) hat der Opernabend Überlänge. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung.
In Ehren sterben
Fantastische Inszenierung stimmungsvoll umgesetzt
Ein kleiner Vorgeschmack:
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 8. Februar 2017 | 19:30 Uhr,
Sa | 11. Februar 2017 | 19:30 Uhr,
So | 19. Februar 2017 | 15:00 Uhr,
Sa | 25. Februar 2017 | 19:30 Uhr,
Mi | 1. März 2017 | 19:30 Uhr,
So | 5. März 2017 | 18:30 Uhr,
Do | 9. März 2017 | 19:30 Uhr,
Sa | 6. Mai 2017 | 19:30 Uhr,
Fr | 26. Mai 2017 | 19:30 Uhr und
Sa | 3. Juni 2017 | 19:30 Uhr.
© 2017 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein
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