Museum DKM in Duisburg zeigt Fotografien vom „Bild des Mannes“

Eros in Fotografie und Skulptur seit dem späten
19. Jahrhundert sowie Fotografien „Schönheit und Urkräfte der Natur“ von Claudia Terstappen

Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Ausstellung „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Nackte Frauenkörper oder der weibliche Akt hat zu allen Zeiten in jeder Form in der Kunst einen hohen Stellenwert besessen. Darstellungen männlicher Körper wurden seit der Antike eher nur als Helden oder Märtyrer akzeptiert. Darbietungen der puren männlichen Schönheit und Sexualität waren lange Zeit ein Tabu. Einer der ersten Verfechter der männlichen Nacktfotografie siedelte Ende des 19. Jahrhunderts seine männlichen Modelle in einer Phantasiewelt im antiken Griechenland an.

Impressionen aus der Ausstellung „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Der Bezug zur Antike legitimierte also die Zurschaustellung des männlichen Körpers. Erst ab den 1960er-Jahren, die in vielerlei Hinsicht für Menschen ein Befreiungsschlag waren, wurde es möglich, den „puren“ männlichen Akt einer Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. Der Männerkörper als Objekt von Lust und Begierde verabschiedet sich von Triumph und Tod des Helden: Der Akt feiert das Leben. Die Darstellung des männlichen Körpers zeigt auch eine veränderte Wahrnehmung des Bildes vom Mann und der Präsentation männlicher Identität. „Was ist der Mann?“ geht über zu einem „Welche Art von Mann ist er?“: Männlichkeit darf in ihrer Darstellung auch Facetten und andere Interpretationen zeigen.

 

Impressionen aus der Ausstellung „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Zwei neue Sonderausstellungen zeigt das Museum DKM im Altbau des Gebäudes seit Ende März. „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ zeigt das Bild des Mannes in Fotografie (vom Klein- bis Großformat) und Skulptur seit dem späten 19. Jahrhundert in einer sehenswerten Schau. Zu sehen sind Werke von 34 Künstlern aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen. Zugang zu dieser umfassenden Schau bekommt der Besucher über einen Raum mit Fotografien der deutschen Künstlerin Claudia Terstappen (*1959). „Schönheit und Urkräfte der Natur“ zeigt Schwarzweißfotografien aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Die hier gezeigten Arbeiten stellen einen Ausschnitt aus dem umfangreichen Sammlungsbestand vor, den das Werk Claudia Terstappens bereits seit den 1980er Jahren in der Sammlung DKM einnimmt. Viele Kleinformate rahmen die einzelnen großformatigen Fotografien ein.

 

 
Claudia Terstappen

Impressionen aus der Ausstellung von Claudia Terstappen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Claudia Terstappen ist in vielen Kunstsparten tätig: Fotografie, Videokunst, Skulptur, Zeichnung, Holzschnitt sowie Installation. In all diesen Genres ist sie über Jahrzehnte dem Thema Landschaft treu geblieben, doch ist es nicht nur die Natur, sondern insbesondere die Verschmelzung von Natur und Kultur, der sie in ihren Arbeiten auf den Grund geht. Sie reflektiert die Abhängigkeit zwischen dem Menschsein und der natürlichen Umwelt.

Impressionen aus der Ausstellung von Claudia Terstappen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Landschaftsfotografien sind zu einem Maßstab für verschwindende Welten geworden, die eine ästhetische sowie romantische Schönheit zeigen und ihre Vulnerabilität offen legen. Die Künstlerin spürt jedoch nicht nur reale Orte auf und bildet sie ab, sondern sie schafft auch fiktionale Orte, die als Akteure die damit verbundenen Werte in ihrem jeweiligen kulturellen Kontext spiegeln. Claudia Terstappen suche Magie in unserer Umwelt, im Wissen unserer Vergangenheit oder uns unbekannter Völker und lasse sie uns Altbekanntes in neuem Licht erfahren, so die Presseinformation zu der Ausstellung.

 

Impressionen aus der Ausstellung von Claudia Terstappen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Claudia Terstappen lebt und arbeitet in Barcelona / Spanien und Melbourne / Australien. Sie hat Germanistik und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert sowie Skulptur und Fotografie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Über viele Jahre hinweg hat sich ihre künstlerische Arbeit auf die Wechselbeziehung zwischen Religion, Aberglaube und Wissenschaft in Bezug auf Ort, Kultur und Zeit konzentriert. Ihr Werk ist in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit vertreten.

 
Impressionen aus der Ausstellung „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl

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Kuratorenführungen durch die Sammlung zu Ostern
Über Ostern bietet das Museum DKM wegen der Feiertage zusätzliche Öffnungszeiten an: Karfreitag, Samstag, Ostersonntag sowie Ostermontag jeweils von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Außerdem stehen an diesem Osterwochenende zwei Sonderführungen mit Jörg Mascherrek an:

  • Sonderführung am Karfreitag, den 15. April 2022, um 15.00 Uhr sowie
  • Sonderführung am Ostermontag, den 18. April 2022, um 15.00 Uhr.

 
Der Kurator Jörg Mascherrek wird sich in seinen Sonderführungen mit dem Leitmotiv des Hauses beschäftigen, Linien stiller Schönheit, und die kulturhistorische Sammlung mit ihrem Augenmerk auf die zeitlos anmutende Schönheit von Gefäßen aller Art in den Mittelpunkt stellen.
Interessierte melden sich bitte per E-Mail mail@museum-dkm.de oder telefonisch 0203 / 93555470 an. Zum Museumseintritt kommt eine Führungsgebühr von 6 Euro.

 

 
Museum DKM

Das Museum DKM in der Nähe des Hauptbahnhofs. Foto: Petra Grünendahl.

Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit wachsender Sammlung zogen die Museumsstifter 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Kantpark mit dem Lehmbruck Museum und Hauptbahnhof. Die Architektur des Museums, eine umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ ihre eigene Kunstsammlung sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter oder 51 Räume. Aus den Räumen des Neubaus bieten sich inszenierte Ausblicke in Außenbereiche. Das Foyer mit Museumscafé lädt zum Ausruhen und Erfrischen ein. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.

 

Das Museum DKM in der Nähe des Hauptbahnhofs. Foto: Petra Grünendahl.

Die beiden reizvollen Sonderausstellungen „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ und Claudia Terstappens „Schönheit und Urkräfte der Natur“ werden im Museum DKM bis zum 25. September 2022 in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen sein. Noch bis zum 4. September zeigt das DKM außerdem in der Verlängerung die ebenfalls sehr sehenswerte Kimono-Ausstellung „Omoshirogara“ (hier unser Bericht) in den Wechselausstellungsräumen im Neubau. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr*. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet*. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (10 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Eine Jahreskarte** kostet 100 Euro. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Die Teilnahme an der Freitagsführung kostet 6 Euro zusätzlich zum Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.

 
Corona
Im Museum gilt weiterhin die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Außerdem gelten Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregelungen nach der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Weitere Infos gibt es hier.

 
*) An folgenden Tagen ist grundsätzlich geschlossen: 24. bis 26. Dezember, 31. Dezember und 1. Januar.
**) Nicht übertragbar, berechtigt zum kostenlosen Eintritt während der regulären Öffnungszeiten.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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