Prinzenfrühstück im Rathaus: Duisburgs OB Sören Link übergab Sascha I. die Schlüsselgewalt

Jecken übernahmen die Macht im Ratssaal
Von Petra Grünendahl

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

Unter dem traditionellen Beschuss des Rathauses mit der großen Kanone der Ehrengarde der Stadt Duisburg „Blau Weiss“ 1929 e.V. beim gemeinsamen Sturm mit der Garde der Karnevalsgesellschaft „Rote Funken“ 1949 e.V. war die Festung Rathaus schnell gefallen. Mit Stadtprinz Sascha I. und dem Kinderprinzenpaar Luca II. und Maja I. rückten die uniformierten Karnevalisten bis in den Ratssaal vor, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Unter dem Motto „Smartcity als neuer Dialog, uns´ Karneval bleibt analog“ ließ es Oberbürgermeister Sören „Doc Emmett Brown“ Link die Grenzen zwischen Vergangenheit und Zukunft verschwinden:

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

„Zurück in die Zukunft“ zog auch die Bürgermeister-Riege Manfred Osenger, Volker Mosblech und Erkan Kocalar ebenso wie Stadtkämmerer Martin Murrack die Marty-McFly-Karte. Nach dem Einzug der Bürgermeister und der Prinzencrews unternahm der OB mit seiner Büttenrede einen letzten Versuch, das Zepter, oder vielmehr: den Schlüssel zum Rathaus in der Hand zu behalten. Es half ihm nicht: Schließlich musste er sich der Übermacht ergeben, übergab Kapitulationsurkunde und Schlüssel an Sascha I., bevor im Ratssaal beim Prinzenfrühstück mit Verwaltung, Politik und Karnevalisten die jecke Post abging. Für die Sause muss OB Link übrigens nicht die Stadtkasse plündern: Finanziert wird das Ganze über Sponsoren, die dem Veranstalter, dem Hauptausschuss Duisburger Karneval e. V., gut gesonnen sind. Frisch gestärkt zogen die Karnevalisten dann in Richtung Rosenmontagszug ab, um, so Stadtprinz Sascha, sich dem zu widmen, worauf es ankomme: „Duisburg. Karneval. Freundschaft. Helau!“

 

Impressionen vom Prineznfrühstück. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

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Büttenrede des Oberbürgermeisters:
OB Sören Link begrüßte die Jecken als Doc Emmett Brown

Impressionen von Rathaussturm und Prinzenfrühstück. Foto: Petra Grünendahl.

„Smartcity als neuer Dialog, uns´ Karneval bleibt analog“

Weil ihr hier wieder prinzlich speist,
kam ich flugs durch die Zeit gereist,
ich gab die smarte Stadt am Rhein
ins Zeitmaschinen-Display ein,
schon war der Quantensprung geglückt,
Raum und Jahrzehnte überbrückt.
Bin aus der Zukunft heut gekommen
und sage herzlich euch Willkommen!

Ich denk‘, ihr habt mich längst erkannt,
Doc Emmett Brown werd‘ ich genannt,
kam noch vor fünfunddreißig Jahren
mit dem DeLorean vorgefahren.
Schon seit dem zwanzigsten Jahrhundert,
wird mein Erfindergeist bewundert.
Hab‘ vieles für euch vorgedacht,
was heut‘ das Leben leichter macht.

Dank meiner technischen Visionen
Gibt‘s Flatscreens, Tablets und auch Drohnen.
Und dann gelang das Meisterstück:
Flog in die Zukunft und zurück!
Seither gelingt es in Sekunden,
die Zeitgeschichte zu erkunden.

Publik wurde die Sensation
In einer Kino-Produktion
„Zurück in die Zukunft“ – Teil Eins, Zwei und Drei,
mit meinem Kumpel Marty McFly.
Ihn hab‘ ich mit hierhin genommen,
gleich dreifach ist er angekommen.
Derselbe Mann, doch stets gewandet
im Look der Zeit, wo er gelandet.

Ein donnerndes Helau

für Bürgermeister Manni McFly – aus der Gegenwart! HELAU!
für Bürgermeister Volker McFly – zurück aus der Zukunft! HELAU!
und für Bürgermeister Erkan McFly – angereist aus der Vergangenheit! HELAU!

 

Was man auch in der Zukunft kennt,
ist ein Gemeindeparlament.
Doch vieles war recht antiquiert,
drum wurde es modernisiert.
So tagt der Rat aus diesem Saal
zukünftig stets nur digital.
Weil die Präsenzpflicht war veraltet,
wird jetzt ganz einfach zugeschaltet,
wer aktuell die Stadt verwaltet
und deren Zukunftsweg gestaltet.

Dem Livestream einer sich verweigert,
weil er den Frohsinn händisch steigert:
Prinz Sascha, der ist närrisch smart,
doch mehr auf analoge Art.
Was kann ihm Digital auch nützen,
will er doch singen, tanzen, bützen!
Dafür ist er heut hergekommen,
hat Crew und Nachwuchs mitgenommen.

Ein besonders herzliches Willkommen unserem Prinzen – Sascha I. und seiner fantastischen Crew – HELAU!

Ein ebenso herzliches Willkommen unserem Kinderprinzenpaar Luca und Maja und ebenso den Paginnen Celina und Jana – HELAU!

Noch raschelt es beim Frühstücksei,
doch merkt man schon: Bald ist`s vorbei,
der Zeitungsmarkt, der ist im Keller.
die Print-Auflagen sinken schneller.
Doch Hoffnung für die Presseleute,
die bring ich aus der Zukunft heute.
Denn dort ist längst die Medienwelt,
total auf Online umgestellt.
Das Schreibzeug wurde eingemottet,
die Druckerpressen sind verschrottet,
die Zeitungsblätter eingestellt,
denn News gibt`s online gegen Geld.

Doch weder Dollars noch Euronen,
braucht`s für die Zahlungs-Transaktionen,
weil auch die Währung sich gewandelt,
wird alles virtuell gehandelt.
Dann wird in Bitcoins abgemessen,
was ihr zum Frühstück hier gegessen.
Zum Glück gibt`s treue Protektoren,
die sich der Tradition verschworen,
die vielfältig sich engagieren
und auch dies` Mahl hier finanzieren.
So sage ich für Speis und Trank
auch heute wieder „Vielen Dank!“

Unseren Sponsoren ein herzliches Dankeschön und ein donnerndes
Prinzenfrühstück – HELAU!

Er ist wie ich ein Unikum,
betrieben mit Plutonium,
ist Planungschef in Narrenlagen,
stets ansprechbar in jecken Fragen,
steht Duisburgs Narrennetzwerk vor.
mit Weitsicht und noch mehr Humor.
Ich grüß` ihn auch in diesem Jahr
als Präsident vom HaDeKa!

Ein herzliches Willkommen ein krachendes
Michael Jansen – HELAU!

 

Wenn einer eine Reise tut,
ist wichtig, dass er sie sehr gut
durchdenkt und mit Bedacht befindet,
wohin genau er denn entschwindet.
Denn was soll Zeitenreise taugen,
wenn man kein klares Ziel vor Augen?
Beim Angebot von Jahrmillionen,
wird ganz bestimmt nicht alles lohnen.

Um sinnvoll durch die Zeit zu jagen,
bedarf es Antwort auf die Fragen:
Was will ich sehn, was wird gemieden?
Bei mir war das sehr schnell entschieden!
Mich int‘ressierte, das ist klar:
Wie stellt sich die Stadt Duisburg dar?
Wem ist warum was widerfahren?
Und was geschieht in zwanzig Jahren?

Mein erster Stopp, was kaum verwundert,
der lag im 16. Jahrhundert.
Dort traf ich auf den sehr verehrten
Mercator, Duisburgs Top-Gelehrten,
erzählte ihm, dass für die Globen,
noch heute ihn Experten loben,
dass seine Projektion und Karten,
auch aktuell in jeder smarten
Gerätschaft noch die Basis bieten,
für Navis, Nautik, Satelliten.

Dann fuhr ich fort mit den Berichten,
dass wir in meiner Zeit errichten,
ein Stadtquartier auf dem Gelände,
wo jetzt noch Duisburgs Altstadt stände.
Zweitausend-Zwanzig Baubeginn,
für Duisburg wahrlich ein Gewinn!
Das Viertel trägt Mercators Namen,
wo Wohnungsbauten dann umrahmen
sein wiederaufgebautes Haus
als Highlight deutschen Städtebaus.

So ließ ich diesen Mann zurück,
voll Stolz auf sich und voller Glück,
flog dann im nächsten Zeitensprung
mit Neugier und Begeisterung
in Richtung Zukunft meiner Stadt.
Und was sich dort entwickelt hat,
will ich euch nun in Kürze schildern,
in prächtigen und wahren Bildern.

Ich sah in gar nicht weiter Ferne:
In Duisburg lebt man gut und gerne
jetzt auch an Wedaus Seen-Strand,
wo eine Gartenstadt entstand.
Das Seequartier mit Uferpark,
macht Duisburg attraktiv und stark.
Es gibt, so kann ich euch berichten,
dort Platz für alle Mieterschichten,
und hat zudem, so wie gedacht,
Einwohnerzuwachs eingebracht.

Was heut‘ zum Teil nur funktioniert
wird bald grundsätzlich transformiert.
Dann ist die smarte Stadt real
und alles läuft schön digital.
Die Wirtschaft darf nun jubilieren,
weil sich Geschäfte sehr rentieren,
bei Mega-Übertragungsraten,
muss niemand mehr auf Wachstum warten.

Doch sorgt die Breitband-Offensive
auch andernorts für Perspektive.
Denn jeder Bürger findet toll,
dass das, was früher mühevoll
verbunden war mit Warterei,
dank Online-Service ist vorbei.

Mehr Freiraum in der Zeitgestaltung
schafft Duisburgs smarte Stadtverwaltung.
Kein Kunde muss sich jetzt noch plagen,
bei Umzug oder Ausweisfragen,
auch geht kein halber Tag mehr drauf
zur Ummeldung beim Fahrzeugkauf.

In Duisburg, der Logistikstadt,
wird’s auch in dreißig Jahren satt
Beschäftigung und Arbeit geben
für ein gesundes Wirtschaftsleben.
Zwar werden weiter Laster fahren,
Hybrid lässt aber Diesel sparen
und jeder kann sich drauf verlassen:
Kein Wohngebiet liegt an den Trassen!

Dank DIG und kluger Pläne,
entfällt für Brummi-Kapitäne,
sich durch den Stadtverkehr zu quälen,
weil sie Umgehungsstraßen wählen.
Dank freier Fahrt und kaum mehr Stau,
und das fernab vom Wohnungsbau,
kein Bürger wird in Duisburg mehr,
behelligt hier vom Schwerverkehr!

Es gibt in uns‘rer Stadt von morgen,
auch keine Nahverkehrsplan-Sorgen.
Weil D V G und Politik,
sich kümmerten um die Kritik
und dort, wo nötig und bezahlbar,
die Optimierung höchstes Ziel war.
Ö P N V heißt jetzt Genuss,
verlässlich fahren Bahn und Bus,
die Taktungs-Lücke ist verschwunden,
und jeder Ortsteil angebunden.

Obwohl „The Curve“ schon weit gediehen,
war‘s Zeit, die Reißleine zu ziehen,
auf Brechen nur und starkes Biegen,
war hier die Kurve noch zu kriegen.
Denn nach erneutem Hin und Her,
wog uns das Risiko zu schwer,
das Grundstück baureif herzurichten,
wenn Bauherrn sich zu nichts verpflichten.
Zunächst ist Schluss mit dem Projekt,
in dem jedoch `ne Menge steckt,
an Stadtentwicklungspotential.
Ich weiß: Es klappt beim nächsten Mal!

Ich setze die Erzählung fort,
mit einem Ausblick auf den Sport.
Am Herzen liegt besonders vielen:
Wo werden Duisburgs Zebras spielen?
Wird’s Champions League, bleibt‘s Liga drei?
Ich hab die Antwort heut‘ dabei!

Beim Zukunftsflug sah ich sie feiern,
drei Punkte gegen FC Bayern,
und auch die Schalker und die Fohlen,
die konnten hier bei uns nichts holen.
Doch ging vor Glück bei Duisburgs Toren,
wohl kurz mein Zeitgefühl verloren,
so ist mir leider nicht ganz klar,
in welchem Jahr ich da grad war!

Zurück nun in der Gegenwart,
plan‘ ich schon meinen nächsten Start.
Es wird in den September gehen,
um mir den Ausgang anzusehen,
der nächsten kommunalen Wahl
und Sitzverteilung hier im Saal.

Die Spannung, die ist mächtig groß:
Wie wird das Wahlergebnis bloß?
Mit Leichtigkeit kann ich erraten,
was manche jetzt von mir erwarten:
Ihr glaubt bestimmt, ich soll`s riskieren,
und euch die Quoten schon soufflieren.
Doch achte ich die Reisepflicht
und ändere die Zukunft nicht!

Nur einen Vers will ich noch dichten,
denn darauf kann ich nicht verzichten:
Euch allen will ich heute raten,
das Wichtigste: Wählt Demokraten!
Denn „rechts“ zu wählen heißt auch immer:
Es wird nichts besser, sondern schlimmer!

Doch jetzt, nach diesen ernsten Tönen,
will ich entspannt dem Frohsinn frönen.

Zum Schluss möcht‘ ich den Hinweis geben:
Schon heut‘ kann jeder prima leben,
ob Jung und Alt, ob Groß und Klein,
in dieser schönen Stadt am Rhein!

So lasst mit Mut und Leidenschaft,
uns weiterhin mit ganzer Kraft,
im Team für Duisburgs Bürger streiten,
für auch in Zukunft gold’ne Zeiten.

Helau!

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

 

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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