Melting Pot Ruhrgebiet: MKM Museum Küppersmühle zeigt Fotografien von Till Brönner

Das Auge des Musikers und die Suche nach den Menschen in der Region
Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

An dem Mann im Schrebergarten sei er erst mehrfach vorbei gegangen, bevor er ihn fotografiert habe, erzählte Till Brönner. „Häng ich dann im Museum?“, habe der Schrebergärtner ihn gefragt, was er bejahte. Bodo Hombach, Vorsitzender der Brost-Stiftung, habe ihn zu dieser fotografischen Reise durch das Ruhrgebiet animiert: „Könntest du dir vorstellen, das Gesicht des Ruhrgebiet zu fotografieren?“, hatte er den weltbekannten Jazz-Musiker gefragt. Obwohl Till Brönner 1971 in Viersen geboren wurde, war ihm das Ruhrgebiet unbekannt. Sein Leben verbringt er zwischen Berlin und Los Angeles und immer dort, wo ihn Konzerte hinbringen. Für die fotografische Erkundung des Ruhrgebiets nahm er sich ein Jahr Zeit, recherchierte und ging immer wieder auf die Suche nach Motiven. Er fand markante Landmarken und Industriekulissen, aber auch und insbesondere Menschen. „Schönheitswettbewerbe gewinnt man woanders, aber das Ruhrgebiet hat keine Schwämerei nötig“, zog Till Brönner ein Fazit seiner Reisen durch die Region, die sich im Museum Küppermühle am Duisburger Innenhafen nachvollziehen lassen.

Stellten die neue Sonderausstellung im Museum Küppersmühle vor (v. l.): Kuratorin Eva Müller-Remmert, Fotograf Till Brönner und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

Rund 200 Fotografien unterschiedlicher Größenformate in Farbe sowie in Schwarz-Weiß präsentiert das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in seinen Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss. Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling stellte die Ausstellung im Pressegespräch zusammen mit Kuratorin Eva Müller-Remmert und dem Fotografen Till Brönner vor. „Die Ausstellung zeigt das Bild unserer Städte, unserer Region“, schwärmte Walter Smerling. Mehrere Tausend Bilder habe er im Laufe des Jahres gemacht, erzählte der Fotograf. Rund 600 habe er für die Ausstellung eingereicht, aus denen die drei – Brönner, Smerling und Müller-Remmert – im Team dann die endgültige Auswahl getroffen hatten. „Ich habe meine eigenen Perspektiven vom Ruhrgebiet überdenken müssen“, erklärte die aus Bochum stammende Kuratorin. Sie lobte Brönners Blickwinkel „von außen“, der auch ihr neue Einsichten und andere Blickwinkel verschafft habe.

Jazz-Musiker und Fotograf Till Brönner stellte seine fotografische Reise durch das Ruhrgebiet vor. Foto: Petra Grünendahl.

Die großformatigen Fotografien überwiegend von Landschaften, Architektur und Infrastruktur, aber auch vom Sport entfalten in den großen hohen Räumen eine ganz besondere Wirkung. Kleinformatigere Bilder ergänzen das Gesamtbild vom Ruhrgebiet und seinen Menschen in ihrer Einzigartigkeit und Originalität. Im Eingangsbereich zeigt ein zwanzigminütiger Film das „Making of“ dieser fotografischen Reise und erzählt in kleinen Episoden die Entstehung einzeler Bilder.

Hier der Trailer …
https://www.youtube.com/watch?v=Ckb_uG17mWo

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

„Melting Pot“ ist eine gemeinsame Ausstellung der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. (Träger des Museums) und der Brost-Stiftung. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Evonik Industries AG. Zur Ausstellung ist ein umfassender, reich bebilderter Katalog erschienen, mit Beiträgen von Ulrich Rüter und Carl Friedrich Schröer sowie einem Gespräch mit Till Brönner. Der 224-seitige Band (Winand Verlag Köln) ist als Museumsausgabe für 35 Euro zu haben. Zu beziehen ist er außer an der Museumskasse auch im lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-86832-538-6).

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Impressionen aus der Ausstellung „Melting Pot“: Fotografien von Till Brönner. Foto: Petra Grünendahl.

Die Arbeiten von Till Brönner sind bis zum 6. Oktober 2019 in den Erdgeschossräumen des Museums zu sehen. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card und des DB Bonusprogramms. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Zur Ausstellung wird es wieder ein reichhaltiges Begleitprogramm geben. Informationen gibt es unter http://www.museum-kueppersmuehle.de/informatîon/veranstaltungsprogramm).

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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